lkr. 299 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für lvberheffen) Donnerstags!. Dezember 1953 ©tauben und Kirche stehe, da wies sie aus dieses Buch und sagte noch: „Nur ahnend umschweift die Seele das Göttliche. Ihre Stellung zu den letzten ewigen Dingen ist auch nicht in allen Stunden Die gleiche sie kann nur eine schwebende, suchende fein, durchblitzt von Lichtern, die kommen und gehen und beeinflußt vom Leben. Nur ein Streben nach Anteil an der Harmonie des Ganzen gibt der Wolkenwanblerin Seele die metaphysische Sicherheit Kostüme, sondern gleichsam erlebbare Wirklichkeit, vom Wesen her gefaßt und somit zu Erscheinungen oorstoßend. die der Wahrheit gemäß sind. Lorenzo und Savonarola, die irdische' und die himmlische Herrscherkraft, behaupten das Feld, auf dem die Geschichten sich abspielen — diese Dokumente der sozialen Frage, der heilig ernst ergriffenen Wissenschaft der Lebensmacht Religion und der verzehrenden Liebe. — In ihrer Wahlheimat Italien ereignen sich auch ihre „Italienischen Geschichten'", die darum besondere Erwähnung verdienen, weil sie über den Standpunkt, „Land und Leute" zu schildern, weit erhaben sind. Diese Italiener sind der Isolde Kurz willkommen als Träger ihrer, eigentlich wohl nordrschsn, faustischen Ideen, die nun aber nicht in dumpfer Tragik verbrennen, die sich nicht im Problem verrennen, sondern die sich unter glücklicheren Sternen ansiedeln und zur Lösung kommen, auf wie verschiedene Standpunkte die Dichterin sich auch stellen mag: denn ich möchte ihre Erzählung „Schuster und Schneider" den Mut zum Optimismus und ihre Erzählung „Ein Rätsel" den Mut zum Pessimismus nennen. — Drittens gedenken wir ihres Bändchens „Wandertage in Hellas": das ist nur ein Reisebericht, schlicht und sachlich, aber der Leser erfährt daraus, daß Sachlichkeit durchaus nicht Oberflächlichkeit und Herzlosigkeit ist, sondern daß auch die wahre Poesie zu den Tatsachen im Leben gehört. Schon in ihren „Italienischen Geschichten" hat sich Isolde Kurz als Meisterin in der Landschaftsdichtung gezeigt, man vergißt es nicht, wenn man einmal unter dem Eindruck des Mittagsgespenstes gestanden hat, das die Schildererin Pisas, San Gimignanos und der Campagna beschwört, ... aber in dem Büchlein „Wandertage in Hellas" wird Landschaftsdichtung noch zarter und vornehmer gepflegt, an leise Eindrücke schließen sich lebhaft und doch nie übertrieben ausgemalte Bilder an, Volkstum wird wach, Antike wird aus der Gegenwart begreiflich, und alles überstrahlt ein feiner, fraulicher Humor. Daß Isolde Kurz keine deutschfremde, ihrem Vaterlande abgewandte Antikenschwärmerin ist, sondern daß sie, das Wesen ihres Vaters fortsetzend, ihre Liebe zum Griechentum, ihre Liebe zu Italien nur einwebt in ihr bewußtes Verlangen, sich als Mensch zu erfüllen und in ihrem unbewußten, aber bluthaft regen Trieb sich als Deutsche zu erfüllen — das wird uns klar, wenn wir ihre frühen Mädchenlieder lesen und wenn wir ihren Roman „Vanadis" auf uns wirken lassen. Aus diesen Werken spricht eine Seele, die ich nicht besser als mit dem Doppelwort „züchtig-schön" bezeichnen kann. In ihrem Gedicht „Wegwarte" zum Beispiel kommt sie nahe an das Volksliedhafte heran, von dem Goethe sagte: „ist das nicht Kinderton?" Und ihre „Elegien einer Braut" atmen eine Wehmut, einen gesammelten Schmerz, eine gefaßte Trauer ohnegleichen. Der Roman „Vanadis — der Schicksalsweg einer Frau" enthält ihr religiöses Testa- ment 5ta, al« sie oeiraat rourh<- wie si- ni Gott, der Bourbonen als Landsknechte von Kampf zu Kampf zu ziehen. Ihr Führer, der tapfere Sarsfield, soll damals auf einem flandrischen Schlachtfeld sterbend die Worte gesprochen haben: „O daß dies Blut für Irland flösse!" Das 18 Jahrhundert war das trübste Kapitel der irischen Geschichte: das Land befand sich im Zustand äußerster Entrechtung. Im Jahre 1800 hörte das irische Parlament auf zu bestehen, und die Act of Union bestätigte die völlige Vereinigung Irlands mit England. Damit trat am 1 Januar 1801 das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland ins'Leben, und Irland entsandte in das gemeinsame Parlament 32 gewählte Peers und 100 Unterhausmitglieder. Dreiviertel des irischen Grundbesitzes war Eigentum des englischen Adels, der den Hauptteil der Bevölkerung in einer an Sklaverei grenzenden Abhängigkeit hielt. Die weitere Entwicklung führte zu einem unblutigen, ober zähen Ringen unter der Führung Daniel O ' C o n n e l l s , der damals als Katholik zwar nicht selber in das Londoner Unterhaus entsandt werden konnte, der aber die Leitung her irischen Bewegung an sich riß, und 1829 die politische Gleichberechtigung der Katholiken im englischen Parlament durchsetzte. Allmählich vollzog sich eine stärkere Vermischung des britischen und irischen Elements. Ja, .irische Patrioten begannen sich damals darüber zu beklagen, daß englische Sprache und englische Bräuche eine seelische sondern seiner Natur, seiner nordischen Natur nach hart und kämpferisch ist, aber in seinem faustischen Steigerungsdrang und niemals befriedigten Vollendungstrieb das antike Menschenideal, nämlich die Schönheit der Erscheinung und die Schönheit des Wesens in freudiger Vereinigung, anstrebt. Er selbst ging von bannen mit starkem, männlichen Verzicht. In einigen seiner Verse sagt er es, in einem knappen, für Viele seines Schlages sehr bezeichnenden Bilde: „Ich werde so von hinnen eilen Mit tiefgeschlossenem Visier, Und ein paar arme stumpfe Zeilen, Die bleiben bann der Welt von mir." Isolbe Kurz nahm seine Sehnsucht auf und führte fie zu weit glücklicherem Enbe. In ihren „Florentiner Novellen" wirb ber Geist ber Renaissance leuchtende Gestalt- allo nicht ausgestopfte historische Bekanntmachung des Gauletters In letzter Zeit berufen sich einzelne Firmen und Gesellschaften Darauf, daß ihr Betrieb durch die 71SDAP. gesichert bzw. die oorgenommene Umstellung durch Parteidienststellen genehmigt worden sei. kein wirtschastsbelrieb hat das Recht, sich auf dlq Partei oder ihre Dienststellen zu beziehen. Ich untersage die mißbräuchliche B e* nuhun g der Symbole, Hamen und Gedankengänge öer Partei zu Geschäftszwecken, durch Flugblatt* anpreisung ufro. Frankfurt a. 2R„ 19. Dezember 1933. Der Gauleiter: gez.: Sprenger. Erbin der Antike Zum SO Geburtstage von Isolde Kurz am 21 Dezember Don Or. Johannes Günther Wir können der achtzigjährigen Isolde Kurz keine größere Ehrung erweisen als die, daß wir nus auf die Wesensgrundzüge ihrer Dichtkunst besinnen. Ihr Vater, Hermann Kurz, hat in seiner Tochter schönste Erfüllung gesunden. Er hatte eine Liebe zur Antike, so wissenschaftlich-solide begründet, so menschlich-warm empfunden, so ehrlich vertreten, wie sie nur ein deutscher Gelehrter haben kann, vielleicht gerade deswegen, weil er selber nicht den Schwung der dionysisch gestimmten Südländer hat, Das Ganze dauerte drei geschlagene Stunden, und so kam jedermann richtig auf seine Kosten. Die Kinder, sie hörten es gerne, spielten aus Leibeskräften mit und spendeten reichen Beifall. Schneeweißchci», Rosenrot, der Bär und der Zwerg werden diese Nacht sicher in vielen Kinderträumen erschienen fein. Hili. Irlands Weg zur Freiheit. Don Or. Wilhelm Gemperle. Mit unaufhaltsamer Folgerichtigkeit schreitet Irland auf dem Wege zur völligen Selbständigkeit, zur Republik, vorwärts und ist so einem Ziel nahe, um das seit Jahrhunderten die besten Söhne der Grünen Insel gerungen haben. Ihre Geschichte, die noch immer von dem jahrtausendalten Geist einer halb melancholischen, halb düsteren Sagenwelt umwittert ist, stellt sich uns als eine endlose Kette erbitterter Abwehrkampfe gegen fremde Eroberer und stolzer Bewahrung uralten Volkstums dar. Noch heute weisen die Iren gern darauf hin, daß das gälische Volk »h-u.C011^ In voller Freiheit befand, während ihre keltischen Bruderstamme, die Gallier und Britannier -in heutigen Frankreich und England den Legionen Easars untertan wurden. In dieser heidnischen Epoche m der stammeskönige die weltliche und die Druiden die priesterliche Macht innehatten, entfaltete sich der unerschütterliche Freiheitssinn, der die Iren bis zur Gegenwart nicht verlassen hat und der sie immer wieder zu den Quellen des gälischen Volkstums, zu der keltischen Kultur Irlands zurückführt. Patrick, dem großen Missionar des Christentums bis weit nach West- und Mitteleuropa hinein, begann seit dem fünften Jahrhundert die Durchdringung des wilden Volkes mit dem katholi- styen Christentum, an dem die Iren durch die Jahrhunderte hindurch trotz aller Unterdrückung zähe fest- aehalten haben. Gälisches Volkstum und katholisches Glaubensbekenntnis wurden so zu den sittlichen Kräften, die den harten Kampf gegen die englische Krone und gegen die anglikanische Kirche aufnahmen. Die Einfälle der Normannen seit dem neunten Jahrhundert, eine Folge der andauernden Völkerwanderungen auf dem europäischen Festland, konnte Irland auffangen. Die einheimische Bevölkerung war stark genug, die Eindringlinge in ’*7 emzuschmelzen. Aber im zwölften Jahrhundert ItBt Das heldenmütige Ringen gegen den immer CF- • werdenden Feind ein, der eine äußere Machtposition nach der anderen einnimmt, dem aber niemals die geistige Behauptung des errungenen Besitzes gelingt. Heinrich II. unterwirft sich das Land und verteilt es an seine normannischen Barone, deren Nachkommen aber schon wieder zu Iren gälischer Zunge werden, so widerstandskrästig erweist sich das heimische Blut. Von diesem Zeitpunkt ab ist der englische Anspruch auf Oberherrschaft jedoch nicht mehr ausge- geben worden. Die Unterstellung des irischen Parlaments unter den englischen König in der sog Poy- nings-Akte (1494), die Aufhebung der katholischen Kloster unter Heinrich VIII. und die Durchführung der englischen Staatskirche in Irland, die Ansiedlung englischer Kolonisten unter Elisabeth, Karl I. und später unter Cromwell besonders in Nord- irtanb sind die bemerkenswertesten Etappen dieser blutigen und verbissenen Auseinandersetzung, die auf beiben Seiten mit fanatischer Leidenschaft geführt wurde. Neben die kriegerische Unterdrückung und den geistigen Zwang trat bald ein erbarmungsloser Wirisch a f t s k a m p s. Die Viehausfuhr, ein wichtiger Erwerbszweig der grünen Insel, wurde verboten, um die englische Viehzucht nicht zu beeinträchtigen, und der Außenhandel in Wolle bis auf wenige Ausnahmen abgedrosselt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts verbündeten sich die Iren mit Ludwig XIV., der in Irland aber nur ein Bollwerk, seines eigenen Königtums errichten wollte, um den verhaßten englischen Eindringling herauszuwerfen. Das Unternehmen stand von vornherein unter einem Unglücksstern: die irischen Truppen wurden zur ehrenvollen Ueber- gabe gezwungen. Die Blüte von Irlands Mannheit zog damals aus der Heimat, um auf den Schlachtfeldern Europas zumeist im Solde Die in täglich größerer Anzahl bei meiner Abteilung eintaufenden Anfragen über Verwandtenehen geben zu einer Stellungnahme Anlaß. Der heutige, fast einmütige Standpunkt der deutschen Rassenhygieniker geht dahin, daß im allgemeinen vor dem Eingehen von Verwandtenehen gewarnt werden muß. Diese Stellungnahme ist durch folgendes begründet: Wir kennen bereits viele Krankheiten, bei denen die Anlage für die Krankheit mehr ober weniger die Anlage für das Gesunde überwiegt, und wir kennen anderseits Krankheiten, bei denen die Antage für Gesund die Anlage für Krank überdeckt. Wenn es sich um den letzteren Erbgang handelt, dann kann krankhafte Anlage durch Geschlechter hindurch von der gesunden überdeckt "werden, aber durch eine ungünstige Heirat kann das Leiden eines Tages in einer solchen Familie wieder auf- tauchen, und zwar dann, wenn beide äußerlich vielleicht gesunde Ehepartner die Krankheitsantage in ihrem Erbbild mit sich tragen. Insbesondere sind es die Ehen unter Blutsverwandten, welche die krankhaften Anlagen wieder zusammenführen, und deswegen zeigen die Mitglieder von Familien, die wieder ineinander geheiratet haben, auffallend häufig körperliche und geistige Mängel. Allerdings können daneben hervorragende Einzelbeqabunqen vorhanden sein. Wenn also derartige Ehen sehr wohl wertvolle Nachkommen hervorbringen können, so ist doch grundsätzlich vor dem Eingehen einer Verwandtenehe z u warnen, es sei denn, daß in einer möglichst großen Geschlechterfolge die Ahnenreihen, einschließlich der Seitenlinien, beider Ehepartner völlig frei von irgend welchen vererbbaren Krankheiten befunden werden. Die Entscheidung darüber wird im allgemeinen bem Laien nicht möglich sein, so baß in diesen Füllen am besten der Rat eines erbbiologisch geschulten Arztes einzuholen ist. Von einem Gesetz, welches die Verwand- am Baum hinauf hüpft, der Minister Natt-Natt von Entenhausen in einem prächtigen Schlitten, von ein*m. H'vsch gezogen, daheraesahren kommt, und außerdem em kleiner zoologischer Garten losgelassen wird, dessen Insassen einen munteren Reigen auf- fuhren $ie Befreiung der beiden Prinzen und das Ende des bösen Zwerges dürfen ohne Zweifel als Dramatischer Höhepunkt des Märchenspiels gelten die Aufregung im Parkett zu hohen Graden anfteigen laßt. * Zuletzt findet sich alles am Hofe des Königs Ado- lar zusammen, der auf einem höchst sinnreich be- weglichen Fahrstuhl-Thron sitzt und alsbald mit einen beiden Söhnen ein gerührtes Wiedersehen feiert. Jetzt soll natürlich gleich eine doppelte Hoch- Zeit mit Schneeweißchen und Rosenrot gefeiert werden, wozu die Zinnsoldatenparade der Schloß, wache den festlichen Auftakt bildet. Da aber inzwilchen der Heilige Abend herangekommen ist, kann es keinen besseren Abschluß geben, als daß die ganze Gemeinde, die Großen und die Kleinen das alte Wechnachtslied anstimmen. * Der gute Onkel Volck hat das Stück für dis Minoer mit Liebe und viel Sorgfalt einstudiert. Herr Löffler und Herr Keim haben eine schöne und recht märchenhafte Dekoration besorgt, und Herr Huber hat die bunten Kostüme und fabelhaften Masken gestiftet. Kapellmeister Kerzisnik macht die bald heitere, bald stimmungsvolle Musik dazu, und Hannah Spohr hat eine ganze Reihe schwieriger Kindertänze eingeübt, die denn auch alle tadel» los vorgeführt wurden. » Hansi Stadler und Elisabeth Wiel ander spielten sehr anmutig Schneeweißchen und Rosenrot. Herr Volck war ein dicker, gemütlicher Märchenkönig: Herr Schorn ein ganz unheimliches kleines Zwergenscheusal, während Herr Lüpke als Nachbar Muffel und Herr Kühne als Natt-Natt mit ihren drolligen Gebärden und allerlei Späßchen die Zuschauerschaft zu heller Heiterkeit entflammten. Sehr hübsch machte Frau Schubert- Jüngling die Mutter Christine: Herr Michel und Herr D i e t e n erschienen nach ihrer Verwandlung als zwei märchenhaft prächtige und stattliche Prinzen. Auch die Herren Geiger, Seitz und Nieren waren als Logenschließer, Feuerwehrmann und Hofmarschall drei ebenso gewichtigs wie ergötzliche Gestalten. t e n e h e n verbietet, ist vorläufig nichts b e k a n n t. Ein Eheverbot besteht ja zur Zeit selbst nicht bei erblich belasteten Personen. Allerdings erfüllt mit Fug und Recht der neue Staat ein völkisches Notwehrrecht, wenn er von Ehen, bei denen mit großer Wahrscheinlichkeit ein kranker Nachwuchs zu erwarten ist, Verzicht auf Fortpflanzung durch Sterilisation verlangt. Hierher gehören: angeborener Schwachsinn, verschiedene ver- erbbare Geisteskrankheiten, erbliche Fallsucht, erblicher Veitstanz, erbliche Blindheit, erbliche Taubheit und schwere erbliche körperliche Mißbildungen. Jeder Volksgenosse, der eine Verwandtenehe ein- Zugehen beabsichtigt, muß sich seiner Verantwortung der Volksgemeinschaft gegenüber bewußt sein und soll nur dann eine Ehe mit einem Blutsverwandten schließen, wenn nachgewiesen ist, daß sowohl seine eigene, als auch die Familie seines Ehepartners frei ist von vererbbaren Krankheiten. Daß Ehen zwischen richtigen Geschwisterkindern besonders unerwünscht und für die Nachkommenschaft u. U. ge- !a5r!,d)afinb' ergibt sich aus dem Gesagten von selbst. Außerdem wird wohl im allgemeinen das gesunde und normale Empfinden den Einzelnen davon abhalten, eine derartige Inzucht zu treiben. Zu verurteilen sind selbstverständlich ebenso wie bei anderen Ehen die Verwandtenehen bann, wenn fie einzig und allein aus pekuniären und materiellen Gründen geschlossen werden. Der nationalsozialistische Staat denkt über die Sorge um den einzelnen hinaus an Glück und Gesundheit der Kinder und Enkelkinder und der späteren deutschen Geschlechter überhaupt. Er hilft dadurch aber auch, durch gesunde Kinder das Gluck ber einzelnen Familien sicherzustellen. Er erspart baburch bem beutschen Vater unb ber beut- scheu Mutter viel Kummer unb große Sorgen, denn bas größte Glück ber beutschen Familie muß wieder werben eine große unb gefunbe Kinberschar Homerule-Bill scheiterte jeboch an bem Wiberstand ber Konservativen unb ber liberalen Unionisten vor aUem deshalb, weil in Irland selber das vorwiegend protestantische U l st e r, das schon seit langem von britischem Einfluß durchtränkt war, die Vergewaltigung durch ein selbständiges katholisches Irland be. fürchtete: ein Punkt, der die Lösung der irischen Frage auch heute noch erschwert und England immer wieder unter Hinweis auf die Rechte Ulsters Beran- laffung zur Ablehnung irischer Forderungen gibt. Irland blieb trotz aller Versöhnungsbestrebungen ö i e brennende Wunde am britischen Staats- körper. Häufig wurden die glanzvollsten Bekun- düngen der einigen Macht des britischen Imperiums durch den Bombenwurf eines fanatischen Iren ober durch eine offene Rebellion in ben Straßen irischer Stabte unsanft gestört. Hunderftausenbe von Iren kehrten lieber ihrer Heimat den Rücken, als daß sie als Untertanen des englischen Königs leben wollten. Der wirtschaftliche Niedergang des Landes, in dem Die Entwicklung einer Industrie am Widerstand Eng. tanbs scheiterte unb besten Lanbwirtschaft sich nur schwer zu erholen vermochte, war ein weiterer mächtiger Antrieb zur Auswanderung. Irland ist bas einzige Land Europas, dessen Bevölkerung sich trotz Geburtenüberschuß infolge Masse naus- Wanderung in den letzten Jahrzehnten erheblich verringert hat. Während die Bevölkerung 1841 auf über acht Millionen geschätzt wurde, nahm sie bis 1900, also im Laufe von 60 Jahren, um fast fünfzig Prozent ab. 3 Inzwischen sind manche Wünsche der irischen Pa- knoten in Erfüllung gegangen: das katholische Be- kenntnis ist frei, die irischen Pächter sind in freie Bauern umgewandelt worden. Aber als im Sommer 1914 bas Homerule-Gefetz endlich in Kraft treten sollte, kam es fast zu einem kriegerischen Zusammenstoß zwischen den vom irischen Nationalismus organisierten Freiwilligenverbänden unb ben Anhängern bes protestantischen Ulster. Homerule würbe also vertagt. Der Wiberstanb gegen die britische Regierung während des Weltkrieges war so groß, daß man 3rtanb in die 1916 eingeführte allgemeine Dienst- psi>cht nicht einbezog. Sir Roger Casement, ber sich bei Ausbruch bes Krieges in Deutschlanb befanb, versuchte unter abenteuerlichen Umständen einen wischen Aufruhr zu entfachen. Er bezahlle diesen Versuch mit bem Tobe burch ben Strang. Die furchtbarste Erschütterung in ben englisch-irischen Begehungen war ber Dfteraufftanb der Sinnfeiner in Dublin, der in blutigen Straßenkämpfen unterdrückt wurde.Nachdem 1919 unter deVa - I e r a eine republikanische Geheimregierung errichtet worden war, die Irlands Unabhängigkeit erklärte bemühte man sich in England fieberhaft um eine >osung der irischen Frage. Im Dezember 1921 wurde G London em förmlicher Friedensoertraq abge- schlofsen. Für Novdirland trat Homerule in Geltung; „Berbritung des Jrentums" vorbereiteten. Aber die alten Gegensätze ruhten nicht: sie nahmen nur die Formen des neuen Jahrhunderts an. „Zwischen Gewalttaten und Gesetzlichkeit" überschreibt .Franz Fromme in seinem lesenswerten Buch „Irlands §owpf um die Freiheit" diesen Abschnitt der irischen Geschichte. Unter dem Einfluß des „Jungen Irlands", eines Bundes aktivistischer Freiheitspolitiker, erfolgten im Revolutionsjahre 1848 vergebliche Aufstandsversuche. Nach der Unterdrückung dieser Bewegung und Deportation ihrer Führer entstanden neue Organisationen, vor allem der in den Bereinigten Staaten von dort lebenden Iren gegründete Geheimbund der „F e n i e r", der bis in die Gegenwart hinein wirkt. Ein Verschwörernetz spann sich über Die ganze Welt: Bombenattentate und andere Terrorakte verkünden den unauslöschlichen Anspruch auf ein freies Irland, auf die Lösung der Union mit England. Daneben kämpfte eine gemäßigtere Richtung für bie Berwirklichung eines Befreiungsprogramms, für bas bas Schlagwort Homerule geprägt wurde Der damalige Führer ber Liberalen G l a b st o n e rnadjte bieses Programm angesichts ber wachsenben Qtarung zu dem seinen unb leitete bie große Reihe ■ ber Agrarreformen ein, bie allmählich eine Enteignung bzw. Ablösung des englischen Großgrundbesitzes zugunsten der irischen Pächter durchführte. Die gegen Enbe des Jahrhunderts versuchte Durchdringung der Oie Gefahr der Verwandienehe. Don Or. meb. H. W. Kranz, Gießen, Leiter ber Abteilung Grbgesunbheits- unb Rasienpsiege bei ber Hessischen Aerztekammer. Gießener Gtadttheaier. Weihnachtsmärchen: „Schnecwcitzchen und Rosenrot." .Alle Jahre wieder ein paar Tage vor dem Heuigen Abend das große Erlebnis für die kleine Gesellschaft: erste Borstellung vom Weihnachts- marchen! Und für die Erwachsenen auch alle Jahre wieder ein kleines Erlebnis — nicht so sehr auf ber Bichne wie vor der Bühne, im Zuschauer- raum: Kinder sind nämlich noch immer das dank- barfte, rührendste und ernsthafteste Publikum im Dheater, das man sich denken kann. * Diesmal heißt das Weihnachtsstück „Schneeweiß- chen und Rosenrot", ein lustiges Märchenspiel in einem Vorspiel unb brei Akten von Hermann Stel- 14-r^c^t V1 natürlich jebermann bekannt unb finbet sich ausgezeichnet in ben Kinder- unb Yausmarchen ber guten Brüber Grimm. Diese feit alters oertraute Geschichte sieht man auf ber Bühne leibhaftig D°r sich. Das geht gleich im Borspiel ganz zauberhaft an mit einem Märchenautomaten, woraus S,.? ^uem überlebensgroßen Groschen die h Personen zum Vorschein bringen kann: die Mutter Christine unb ben bösen Zwerg Kar- suiikel unb sogar ben Bären, welcher brummt, aber gar nicht bös ist, fonbern sogleich ein artiges Tänzchen zum Besten gibt. ' * s. erste Bilb schilbert bann höchst anschaulich Die nächtlichen Abenteuer im dickverschneiten Häus- tacn mitten im Walb, wo Schneeweißchen unb Rosenrot mit ihrer Mutter wohnen, unb wo alsbalb Der Nachbar Muffel, ber Bär unb ber Zwerg er- scheinen unb um ein Nachtguartier bitten. Der Bär aber, welcher ja, wie man weiß, gar kein richtiger -öar ift fonbern ber verzauberte Prinz Edelbert, hat nicht bloß einen köstlichen Ring in seinem Sdjnapptatf, fonbern auch eine Ziehharmonika von lauter (9olb, mit ber man vor bem Schlafengehen fann fIeine allgemeine Tanzmusik veranstalten Das ist aber noch gar nichts: kaum haben sich Die kleinen Gemüter ein wenig beruhigt, ba finbet man sich im winterlichen Märchenwalbe wieber, wo ber garstige Karfunkel vor feiner Felsenhöhle lein ruchloses Wesen treibt; wo bas Eichhörnch-'n es blieb aflö Teil des Vereinigten Königreichs, wah. renb do» übrige Irland einen jrnftaat mü dem Range eines Dominions rm Rohmen des Britischen Weltreichs bildete und seine eigenen Gesandten unter bi eü. Der starte rode ko le Flügel unter de Valero wollte völlige Unabhängigkeit. Jo. es kam wegen der tiefgehenden Meinungsverschiedenheit innerhalb des Jrenwms pi einem förmlichen Bürgerkrieg, in den England mit Geld und Waffen zugunsten der Rrgierungsnchkung eingriff und der erst 1923 niedergeschlagen werden konnte. De Valero aber ruhte nicht, sammelte seine Anhängerschaft und propagierte den Gedanken der vollen irischen Unabhängigkeit mit dem Erfolg, daß er 1932 Präsident wurde und daß ihm die Neuwahlen im März dieses Jahres die absolute Mehrheit brachten. Jetzt steht Irland in einem neuen entscheidenden Stadium seiner unruhvollen und blutigen Geschichte. Die Forderung nach einer „All-Irland-Republik", die also auch Nordirland ein- schließt, findet bei England und bei den sechs Grafschaften. die heute nicht zum Freistaat gehören, erbitterte Gegnerschaft. Der Verwirklichung des seit vielen Jahrhunderten erstrebten Einigungswerkes stehen also noch große Hindernisse im Wege. Aus der Provinzialhauptstadt. Wintersonnenwende. Dor zwei Jahren schrieben wir hier an dieser Stelle: „Mir will scheinen, daß uns noch keine Sonnwendfeier der letzten Jahre so ernst angeschaut hatte, wie die diesjährige. Auf der Waage des deut- schen Schicksals sinkt die eine Schale immer tiefer, Not und Entbehrungen wachsen von Tag zu Tag, und auf der andern Seite bleibt nur noch, federleicht vielleicht, die Hoffnung. Soll man da noch Weit und breit das Beste Ist doch zum Weihnachtsfeste -Lieber Mensch, laß raten Oir- Oie „Zwölferkarte"! Glaube mir! von einer Feier sprechen?" ... Und weiter am Schluß: „Doch soll es auch Heuer so sein: Trotz Not und Entsagung dürfen wir den Glauben nicht verlieren. Die innere Besinnung auf deutsche Art und Sitte, auf deutsches Hoffen und deutsches Streben muß uns erfüllen. Durch Nacht zum Licht! sagten unsere Vorfahren. Sagen wir dasselbe zu uns! Das Schicksal hat unferm Volke schon viel schlimmere Zeiten gebracht, aber immer wieder raffte es sich auf, immer wieder erstanden ihm Führer, die es aufrichteten. Vor uns foll immer ein Stern stehen, der Stern der Hoffnung .. ." Und heute? Können, ja müssen mir nicht mit dankbarem Herzen diese Wintersonnenwende begehen? Unsere Hoffnung wurde nicht zu Schanden, es ging wirklich durch Nacht zum Licht. Wir haben , wieder einen Führer. Wir haben in diesem Jahre so Gewaltiges milerlebt, daß wir dem Schicksal dafür danken sollen. Wir wurden wieder zu einem Volk Wir faßten wieder Mut für die Zukunft. Wünsche und Hoffnungen, die uns Jahrzehnte er- füllten, sie sind nun keine Träume mehr. Schritt für Schritt wird es lichter im neuen Deutschland. Und wir danken es der deutschen Jugend, die schon vor vielen Jahren das hohe Fest der Sonnenwende wieder entdeckte. Am brennenden Holzstoß auf Bergeshöhe standen begeisterte Scharen unserer Wandervögel, sprachen ihre Feuersprüche und wagten den altdeutschen Sprung durch die lodernden Flammen. Eine Feier war auferstanden, davon einst schon Tacitus erzählt, dah unsere Vorfahren aus dieser Feier wieder Glauben und Mut schöpften für ein langes Jahr. So wurde alter Glaube neu geboren durch unsere begeisterte Jugend. Aber schon die Sonnwendfeier im Juni dieses Jahres war in ganz Deutschland ein Volksfest, an dem sich alle — nicht nur die Jugend — beteiligten. Ein neues Volks- und Staatsgefühl durchglühte alle. Sommersonnenwende, auf der Höhe des Jahres, inmitten der grünenden und blühenden Natur, ist Immer ein helles, frohes Fest. Aber die Wintersonnenwende wird dafür um so ernster und dankbarer gefeiert Nach langen trüben Tagen, nach Tagen, an denen der Frost klirrend durch die Welt schreitet, soll nun wieder das golbne Himmelslicht länger erstrahlen. Die Tage werden länger. Baldur, der Sonnengott, kehrt wieder zurück. Und so geht unsere Sehnsucht, besonders aber im härtesten Winter nach der Sonne, dem Licht. Ohne sie können wir nicht leben Und die Wintersonnenwende bringt die Erlösung von der Qual der langen Nächte Das Feuer auf Bergeshöhe siegt über die Nacht ringsum. Wohl Hegt noch die Welt in tiefem winterlichen Schlaf, aber wir wissen, daß sich nun neue Kräfte regen, daß neues Leben erstehen wird. Der Sonnwendfeier Flammenzeichen ium Himmel lodre hoch empor! !aßt unsre Herzen ihnen gleichen, Begeistrung flamme braus hervor! Unb wie die Feuerzungen künden, daß wir bewahren deutsche Treu', so meine unfern Sang entzünden altdeutschen Heldenmut auf» neu’! Z. Ausfallende Gprecbstunden. Das Staatspreffeamt teilt mit: Die Sprechstunden de» Herrn Staatsmini st er» stillen am Samstag, 23. Dezember 1933, und zwischen den Jahren aus. desgleichen die Sprechstunden sämtlicher Ministertalabteilungen in der gleichen Zeit. Hessische Landesjugendwett, kämpfe 1933. Ministerialrat 'JU n j s h a u f e n teilte den Dtrek- Honea der höheren schulen und den Kreis- und Stadtschulämtern mit: In dielen Tagen gehen Ihnen die Urkunden für die Siegergruppen der hessischen Landessugendwett- kämpfe 1933 zu Dazu bemerken wir: Von der Au»- gäbe von Wimpeln de» Herrn Reichsstatthalters mußte in diesem Jahre abgesehen werden. Infolge der Kürze der Zeit, die zwischen der Bekanntgabe der Richtlinien und dem Tag der Wettkämpfe lag, ergaben sich große Schwierigkeiten, die mdu immer überwunden werden konnten Es sind dadurch starke örtliche Verschiedenheiten entstanden, die einen klaren vergleich unmöglich machen. Wir sehen uns daher veranlaßt, an Stelle der Wimvel die Urkunden des Herrn Reichs st attyalters zu letzen. Sie sind bestimmt für den 1. Sieger des Man -’d? mebrfampfes der Klassen gleicher Altersstufen <^im- pelfieger) Haben 2D unb mehr Ma m'dinten m ander gekämpft, so erhallen die zwei besten, bei 4u Sonnenwende! Deutschlands Jugend wird im Ge.ste der Deutschen Revolution den Tage der ^°nnenwende begehen. Im Scheine von lodernden Feuern wird sie Zurück- denken an die Jahre des Kampfes, wird ^-utchren toten Kameraden, den Gefallenen des Weltkrieges und den toten Freiheitskämpfern vom Annaberg. vom Baltikum geloben, zu kämpfen und zu sterben, wenn es um die deutsche Eh" geht. — „ Deutsches Volk! Auch du sollst m treuer Volks- Verbundenheit mit deiner Jugend an .mythischen Feuern die Sonnenwende begehen. Vergiß in dieser Nacht wenn prasielnd und knatternd lne Wammen zum bestirnten Himmel emporloderry die Jungens nicht, die später einmal die Trager der kommenden Taten sein werden. Gedenke in dieser feierlichen Stunde des Unbekannten, der einem verirrten und geknechteten Volke Den Glauben an Deutschland wie- ^Deutsche Jugend! Trage du ewig lebendiges Feuer im Herren. Als freie Jugend sollst du wach'cn: stark, wild und treu. Treu dem Volke, dessen Blut dein Blut ist. Treu dem Lande, das deine Vorfahren mit ihrem Blute verteidigten. In dieser Sonnenwendnacht gelobe feierlichst, dah du mit unbeugsamer Willenskraft dich für Deutsch- land einsetzen wirst. H- R- Veranstaltungen des Jungvolks zur Sonnenwende: Stamm 1/116,'N Geusen am 21. Dezember in den Eisteichen. Stamm 1/116/1 Welfen am 22 Dezember in den Eisteichen. Slamml/116/III/l u. 3 am 23. Dezember bei Lang- Göns. etamml/116/in 2 u. 4 am 23. Dezember Schiffenberg. Fähnlein 1/116/IV 4 am 23. Dezember zusammen mit HI. unb BdM. auf dem Steinheimer Berg. Fähnlein 1/116/V/l am 21. Dezember Berg bei Lollar. Fähnlein 1/116/V/3 am 23. Dezember Steinbruch auf dem Sternberg bei Großen-Buseck. Der Jungbannpresiewart. Gez.: H. R. MMWsaktion der Gießener Sindenienschast. Am Dienstagoormittag oeranftaftete dieGieße ° ner Studentenschaft in Kliniken. Instituten und in der Universität vier Kundgebungen zugunsten des Winterhilfswerks des deutschen Volkes. Bei diesen Veranstaltungen sprach jeweils zunächst der Leiter des Gießener Studentenwerks, cand. theol. Ludwig Sattler, der u. a. folgendes ausführte: Die Deutsche Studentenschaft und das Deutsche Studcntenwerk fetzen sich mit allen nur verfügbaren Kräften voll unb ganz für das große deutsche Winterhilfswerk ein. Der Stubent ist ja heute selbst nicht wirtschaftlich unabhängig, sondern er ist auf die saft überall sehr beschränkten Mittel seiner Eltern angewiesen. Trotz- bem wird er in diesen Grenzen jede Hilfsmöglichkeit ausnutzen, so daß durch seine Arbeit der Erfolg des Winterhilfswerks mehr und mehr gewährleistet wird. Auch die Studentin wird zeigen können, daß sie neben ihrem Studium ihre Pflichten als Frau n.cht vergessen hat und sich ebenfalls in den Dienst des guten Werkes stellt. Der „Tag des Stuben- t e n", der in jedem Monat stattfindet, wird immer wieder zur Mitarbeit anregen unb J)er Öffentlichkeit zeigen, baß ber Stubent nicht rastet, Deutsch- lanbs Erneuerung mit zu vollenden. Ferner sprach noch der Führer ber Gießener Studentenschaft, cand. jur. H. I. Adam, zu den versammelten Kommilitonen. Adam führte ungefähr folgendes aus: Wenige Tage noch und wir feiern das erste deutsche Weihnachtsfest im Dritten Reich. Wie ganz anders soll doch dieses Jahr Weihnachten gefeiert werden. Früher saßen die einen Volksgenossen beim strahlenden Lichterbaume, während die anderen im dunklen Zimmer ihr Fest begingen, abseits von der Menschheit, und niemand dachte, an sie. Die Zeiten haben sich inzwischen geändert. heute darf es keine verschiedenen Klassen mehr geben, es geht nicht an, dah es dem einen gut gehl, während der andere hungert und darbt. Solche Zustande sind auf die Dauer unerträglich. Auch die Studentenschaft setzt sich voll und ganz mit all ihrer Kraft für das große Winterhilfswerk ein. Wir geben nicht aus Mitleid, denn dann gäben wir Almosen. Der arbeitslose Volksgenosse verlangt nur Arbeit. Solange wir aber noch nicht allen Arbeitsmöglichkeit geben können, müssen wir ihnen so helfen. Jeder Student muß wirklich etwas opfern, er muß auf etwas Verzicht leisten, dann kann er auch sagen, ich habe meine Pflicht gegenüber meinem Volke erfüllt. Jeder gebe, damit das ganze deutsche Volk deutsche Weihnacht feiern kann. Im Anschluß an die Reden wurden Sammelbüchsen herumgereicht, und so steuerte jeher Student mit einem Beitrag etwas bei zur Linderung mancher Not des jetzigen Winters. Mitgliederversammlung der Bezirks» sparkaffe Gießen. In Anwesenheit des Vertreters der Aufsichtsbehörde, Regierungsrat Grein, fand in diesen Tagen die ordentliche Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Gießen statt. Fast sämtliche Vertreter der Bezirksgemeinden waren erschienen. Der Vorsitzende, Direktor Z a ch e i s, erstattete nach einleitenden Begrüßungsworten den Geschäftsbericht für 1932, mit dem der Rechnungsabschluß, die Bilanz, sowie die Gewinn, und Derlustrechnung 1932, ebenso die Aufwertungsrechnung nebst Aufwertungsbilanz 1932 vorgelegt wurden. Diese wurden sämtlich von der Versammlung genehmigt. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, daß das Geschäftsjahr 1932 immer noch unter der Nachwirkung ber Julikrise 1931 zu leiben hatte. Auch in 1932 ist immerhin noch ein Rückgang ber Spareinlagen von 347 364,69 RM. zu verzeichnen, ber aber in ben Herbstmonaten des Berichtsjahres stark zurückgegangen und zum Stillstand gekommen ist. Don Oktober 1932 ab überwiegen die Einzahlungen im Spargeschäft die Rückzahlungen wieder. Auch im Jahre 1932 konnte dke Sparkasse ohne fremde Hilfe (Akzeptbank) allen Rückforberun- gen genügen. Der Kontokorrent- (Giro-) Verkehr brachte im Geschäftsjahr 1932 eine Erhöhung ber Giroeinlagen (Kreditoren) um 591 445,98 RM. Die Kontokorrent-Debitoren erfuhren dagegen eine Abnahme um 257 384,99 Reichsmark. Der Gesamtumsatz im Kontokorrent- (Giro ) verkehr betrug in 200 787 Posten 34 341 548,95 Reichsmark. Reichsmark Die Debitoren betrugen Ende 1932 2 309 157,34 Die Kreditoren betrugen Ende 1932 2 756 966,68 Die Zahl ber Kontokorrent-Konten 2699 Stück. Die reinen Spareinlagen betrugen Ende 1932 13 284 073,97 Die Zahl der Sparbücher 20392 Stück Der Gesamtumsatz betrug in 1932 82 732 355,85 Die Bilanzsumme beträgt 16 701 991,05 unb mehr die drei besten Gruppen eine Urkunde des Herrn Reichsstatthalters. Die in diesen Kämpfen unterlegenen Gruppen, für die ebenfalls eine Urkunde vorgesehen war. gehefl leer aus, da ja auch der Sieger nicht den Wimpel, sondern die Urkunde erhalt. Die Siegergruppe des Wettkampfes innerhalb einer Klaffe erhalt, wie es in den Richllinien vorgesehen ist. eine Urkunde der Ministerialadteilung für Dildungswesen, Kultus. Kunst und Volkstum. 3um Zusammenschluß der gesamten Technikerschast. Die aus Rundfunkmeldungen und Zeitungsberichten der amtlichen Parteidienststellen hervoraeht, ist vom Stellvertreter des Führers, Pg Dr eng. Tobt (KDAL) beauftragt worden, die Bildung einer Reichskammer der Technik vorzude- reiten. Ihm zur Unterstützung wurde ein Ausschuß ge- bildet, dem Pa Dr Jng. Schult (BDI.), Pg. J) o f f in n n n (KDAJ.). Professor Dr Garbotz, I Pg Dipl -Jng. Seehauer, ferner Pg von ! ,D f als Beauftragter des Staatssekretärs Pg Um den Zusammenschluß der gesamten Techniker- Die Gesamtausleihungen (einschl. der Kontokorrentkredite) betrugen 16 227 014,20 Nach Abzug der Derwaltungskosten und nach starken Abschreibungen auf Grundbesitz, Mobilien und Wertpapieren beträgt der Reingewinn 75 407,28 Die Rechnung schließt ab mit einem Rechnungsrest von ' 324 976,85 Ferner wurden oorgetragen die Aufwertungsrechnung nebst ber Aufwertungsbilanz 1932, Die ebenfalls von der Versammlung genehmigt wurden. Bis Ende 1932 sind von der Sparkasse, welch« bis dahin die Spareinlagen mit 21,6 v. h. auf- werten konnte, 1 522 763,39 R7N.. ober runb 25 v. h. ber ursprünglichen Aufwertungssumme auf aufgewertete Spareinlagen zur Auszahlung gelangt. Die Aufwertungsbilanzsumme beträgt 4 387 648,99 Reichsmark. Die Versammlung genehmigte weiterhin einige, zu der ab 1. Oktober 1933 lt. Verfügung des Staatsministeriums in Kraft getretenen neuen Satzung vom Verwaltungsrat ber Sparkasse beschlossenen Aenderungen und Ergänzungen. In der daraufhin oorgenommenen Ergänzungs- wähl zum Derwaltungsrat wurde anstelle des fein Amt niederlegenden Vorsitzenden, Rechtsanwalt Lu- lei), der kommissarische Beigeordnete der Stadt Gießen, Bartholomäus, zum Mitgliede des Derwaltunsisratcs und in der darauffolgenden Sitzung des Verwaltungsrates zu dessen Vorsitzenden gewählt. Nach einem Schlußworte des neu gewählten Vorsitzenden des Derwaltungsrates Bartholomäus, in welchem dieser auf die Bedeutung und Aufgaben der öffentlichen Sparkassen und ber Beftrkssparkafte Gießen im besonderen im nationalsozialistischen Staate hinwies und die anwesenden Vertreter zur tätigen Mitarbeit im Dienste ber Sparkasse aufforderte, wurde mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und unter Adsingung der ersten Strophe des Deutschlandliedes die Versammlung geschlossen. schäft, Architekten, Ehemiker und Ingenieure sicher- zustellen, ist es erforderlich, daß alle Volksgenossen, die für die Reichskammer der Technik in Frage kommen, sich den Weg hierfür freihalten. Der Zusammenschluß der bestehenden Verbände ist im Gange. Die Mitalieder verbleiben zunächst in ihren bisherigen Organisationen. auch um zusätzliche finanzielle Belastungen zu vermeiden. Der Bezirksleiter Oberhessen im KDAJ. Pg. Adolf Kurz bittet die Mitglieder und Freunde des KDAJ-Bezirks Oberhessen, die weiteren Verfügungen der Reichsleitung in aller Ruhe abzu- warten. Reichsbund Volkstum und Heimat. Das Staatspreffeamt teilt mit: Der in Heften- Raftau weit verbreitete Nassauische Verein für ländliche Wohlfahrts- und Heimaipilege hat in der Hauptversammlung am 16. Dezember in Wiesbaden seine Ueberführung in ben Reichsbund Volkstum und Heimat. Landschaft Rhein'ranken-Heften, be- schlossen. Seine gesamten Mitglieder werden geschienen in den Reichsbund übergeiührt ebenso geben feine gesamten Ginridii.inqen. seine Bücherei unb Lichtbildstell« in den Reichsbund über. Die Zeitschrift des Vereins „Naffauifche Blätter" wirb nicht mehr weiter erscheinen, sondern in der Zeit- schritt des Reichsbundes „Volk und Scholle" aufgeben. Gewerblicher Mittelstand unb Deutsche Arbeitsfront. Die RS - HAGO Kreis-Amtsleitung Gießen gibt folgendes bekannt: Auf Grund einer Verfügung des otabslerters ber PO , Pg. Dr. Robert Leo, vom 6. Dezember 1933, werden sämtliche im Mittelstand tätigen Volksgenossen durch den Gesamtoerband deutscher Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibenden (GHG) in die Deutsche Arbeitsfront eingegliedert. Alle Betriebsinhaber in Handel. Handwerk unb Gewerbe, alle Arbeiter. Angestellte und Lehrlinge, die in Betrieben des gewerblichen Mittelstandes tätig sind, müssen daher — soweit sie noch nicht der NS.-HLGO. oder dem GHG. angehören — ihr« Anmeldungen bei den örtlichen Amtsleitungen ber NS.-HAGÜ. vollziehen. Parteigenossen, die ber NS.-HAGO noch nicht angeboren, haben sich sofort bei bem juftänbigen Amtsleiter ber NS -HAGO. zur Aufnahme anzumelben. Die Reichs-Amtsleitung ber NS HAGO. hat bi« Beitragssätze für die Deutsche Arbeitsfront (GHG.) nunmehr wie folgt festgefetzt: Betriebsinhaber monallich 1,25 Mk. Arbeiter, Angestellte „ —,65 „ Lehrlinge —,40 „ Außerdem ist eine einmalige Aufnahmegebühr z« zahlen. Parteigenossen zahlen einen Monatsbeitrag von —,65 Mk.: von der Zahlung einer Aufnahmegebühr sind sie befreit. Um allen Mißverständnissen entgegenzutreten, wird nochmals mit allem Nachdruck betont, daß auch alle Geschäftsführer und Referenten von mittelständischen Betrieben und Berufsvertretungen burd) den GHG. in die Deutsche Arbeitsfront ein- gegliedert werden. Da ab 15. Januar 1934 für die Deutsche Arbeitsfront eine Aufnahmesperre eintritt, empfiehlt es sich, die Anmeldung sofort vorzunehmen gez.: Schimmel, stellv. Gau-Amtsleiter ber NS HAGO. An die Lehrmeister und Lehrstelleninhaber in Oberheffen. Dem Oberbann 4 der Hitler-Jugend in Oberheffen gehen Klagen über Lehrlingsausnutzung zu. So kennen wir eine ganze Reihe von Fällen, wo Lehrlinge in Geschäftsbetrieben über die gesetzliche Zeit allabendlich festgehalten werden zur Erledigung der Post u. ä., ohne daß ihnen da eine Sondervergütung gewährt wird. Es wird dies vielmehr von den Geschäftsleitern als selbstverständlicher Zustand betrachtet. Ein Fall ist uns bekannt, wo ein Lehrling von seinem Meister statt in seinem Handwerk nur in der Landwirtschaft verwendet wird: ein anderer, wo ein Lehrling neben dem Handwerk auch noch di« Landwirtschaft des Meisters besorgt und bei bisweilen 12- bis 14ftünbiger Arbeitszeit außer der Kost und der Wohnung keinerlei Vergütung erhält. Daneben kennen wir freilich eine ganz überwiegend große Reihe von Lehrstellen, in denen die Lehrlinge durchaus korrekt behandelt werden: von denen sich diese Einzelfälle um so peinlicher ab- heben. Wir warnen — dieses erste Mal ohne Namensnennung — die betr. Meister unb Geschäftsinhaber unb bitten unsere Freunbe in der Geschäftswelt und beim Hanbwerkervorstand barum. uns in unserem Kampf um die Reinhaltung ihrer Schilder zu unterstützen. Pressestelle des Oberbannführers. Hestvorffellung ,Otr Giea des Glaubens*. Heute 20.30 Uhr findet im Lichtspielhaus Bahnhofstraße in einer Festvorstellunq die erste Gießener Aufführung des Films des Reichs- Parteitages 1933 in Nürnberg statt. Die SA -Kapelle R 116 hat ihre Mitwirkung zugesagt Nach dem Friedensmarsch von Richard Wagner wird P» Bartholomäus eine kurze Ansprache halten. Nach weiteren musikalischen Darbietungen (Fanfarenmarsch, Badenweiler Marsch) gelangt ber Hauptfilm zur Aufführung, der sicherlich allen Besuchern zu einem großen (Erlebnis werden wird Neben dem Hauptfilm kommen die Ufatonwoche unb ber Film „Blut und Scholle" zur Aufführung. Auf bi« heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. Vie Weibnacktsgabenkarte des Winterhilfswerks. Kälte ist hart — Not ist kalt — Liebe ist Wärme und Licht ... Opfer der Liebe bricht härteste Not! Opfern ist deutsch, helfen Pflicht! Dies ist der Text einer ber drei Ausgaben der Weihnachtsgabenkarten des Winterhilfswerks. Di« Karte enthält außer diesem Tert noch einen Rupfer- druck des großen deutschen mittelattertichen Kunst- lers Martin Schongauer. Die Karten werden im Werte von 1 bis 2 Mk. ausgegeben. Hast Du Deine schon gekauft? Weihnachtsvorfreude. „Das schönste am Weihnachtsfest ist", so sagte ein Weiser, „die Weihnachtsfreude!" Wir Deutsche reiften bas ganz genau, unb barum feiern wir ben Aboent. ben Festbereiter. Wir lassen die vorfteude zur Freube werden, und haben so eine längere Weihnachtsfreude. Zu ber biesfäbrigen Weihnacht kommt nun noch, außer der Geschenkbereitung für unsere nächsten Angehörigen, die Hilfe für die Armen und noch Arbeitslosen. Manchmal reicht unser Geldbeutel kaum, um allen ein richtiges Geschenk machen $u können. Aber da gibt es noch ein Geschenk für alle, ein Geschenk, Das sich feder leisten kann unb leisten muß. Die Lose ber II. Arbeitsbeschaffungslotterie ber NSDAP., bie soll dazu helfen, jedem noch arbeitslosen Deutschen Arbeit und Brot, also das ersehnteste Weihnachtsgeschenk, zu verschaffen. Sie will im deutschen Vaterland für froh« Gelichter sorgen. LNo nicht vergessen: Die Vorfreude vor Weihnachten, mit jeder Mark einem noch arbeitslosen deutschen Volksgenossen Brot und V e r d i e n st m ö g l i ch k e i t in der Weihnachtszeit geschenkt zu haben. — Und schließllch bleibt uns je noch eine andere Vorfteude: Nämlich des Gewinnes. Fast 300 000 Gewinne werden verlost. Das sind IV« Millionen Mark, und der Höchstgewinn beträgt 200 000 Mark' Diese Weihnachtsoorfteude wird man sich doch nicht nehmen lassen' Am 2). unb 30. Dezember l ft Ziehung. Herrn Staatsministers in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Zwei Unfälle. Am Dienstag wurde der Eefaßt werden, das eine oerkehrspoliti- ch e Einheit innerhalb des Landesverbandes arstelle. Die örtlichen Verkehrsoereine würden auch weiterhin bestehen bleiben zur Erfüllung ihrer lokalen Aufgaben. Diese lokalen Einrichtungen sollten für ihre lokalen Zwecke sogar noch ausgebaut werden. Der Redner wies In diesem Zusammenhang auf Bestrebungen hin. die zum Ziele haben, die vogelsbergkrelse in das Arbeitsgebiet des Kurhessischen verkehrsoerban- des in Gaffel einzugliedern. Demgegenüber hob er hervor, daß der Vogelsberg in jeder Beziehung, vor allem auch volklich und wirtschaftlich, mildemRhein-Main- Gebiet verbunden sei, und daß er in- folgedessen auch hinsichtlich des Verkehrswesens nur dem L a n d e s v e r k e h r s o e r b a n d Rhein-Mainanzuschliehensei. Irgend eine andere Gliederung widerspreche der tatsächlichen Lage der.Dinge und sei deshalb als unannehmbar zu bezeichnen. Die Vogelsbergkreise mühten ein Unter- gebiet des Rhein-Main-Verkehrs- verbandes sein. 3n der Provinz Oberhessen würden zwei Gebietsausschüsse gebildet, und zwar ein Gebietsausschuh Ober- Hessen - wetterau und ein Gebietsaus- schuh Oberhessen - Vogelsberg. Der Führer des Landesverbandes Pg. Trefz hat den Vorsitz in sämtlichen Ausschüssen. Als seine geschäftsführenden Stellvertreter bestimmte er für den Gebjetsausschuh Oberhessen-Wette r a u den Bürgermeister Dr. Hamm (Gie- hen), für den Gebietsausschuh Oberhessen- Vogelsberg den Führer des Sesamt-VHL. Dr. meck. Bruchhäuser (Ulrichstein). Neuordnung der Verlehrswerbeorganisatton für Sberheffen. Auflösung des Verkehrsbundes Oberheffen.-Zwei Gebietsausfchüffe in Ober- Hessen im Rahmen des Landesverkehrsverbandes Rhein-Main. Bürgermeister Or. Vöismg-AlSfelo begrüßte namens der Stadt Alsfeld die Tagung. Besonders gab er seiner Freude über die Anwesenheit des Verbandsführers Trefz Ausdruck, den er auch als bewährten Vorkämpfer der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung begrüßte. Der Redner bezeichnete diese Tagung in Alsfeld als einen Beweis dafür, daß auch den Interessen des nördlichen Teils der Provinz Oberhessen von der Führung des Rhein-Main- Verkehrsoerbandes voll ft es Verständ- nis entgegengebracht und damit die enge Zusammengehörigkeit des Vogelsbergge- oietes mit dem Rhein-Main-Bezirk bekundet werde. Oer Führer des Landesverkehrs- verbandes Rhein-Main Pg. Trefz sprach hierauf in längeren grundsätzlichen Ausführungen über die Neuordnung derVerkehrs- werbearbeit im Rhein-Main-Gebiet. Er erinnerte dabei kurz an di" reichsgesetzliche Neuregelung der gesamten deutschen Verkehrswerbeorganisation, in deren Durchführung durch den Herrn Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger der Lan - 1 desverkebrsoerband Rhein-Main ge- ! gründet wurde, der ebenso wie andere Landesver- | bände der Verkehrswerbung nicht an politische Grenzen gebunden sei. Infolge der neuen gesetzlichen Bestimmungen seien alle Unterver- bände innerhalb eines Landesverbandsgebiets a u f z u l ö s e n, mithin auch der Verkehrsbund Oberhessen, und an Stelle der bisherigen Unter- verbände seien Gebietsausschüsse im Rah- men des Landesverbandes zu bilden. In diesen Gebietsausschüssen solle ein Gebiet zusammen- Bürgermeister Or. Hamm-Gießen, wies in seiner einleitenden Ansprache auf den Zweck der Tagung hin und betonte, daß der Verkehrsbund Oberhessen sich niemals als Selbst- zweck, sondern immer nur als Mittel zum Zweck betrachtet Hobe, um durch seine Arbeit die Interessen der Provinz Oberhessen zu fördern. Er erinnerte daran, daß der Verkehrsbund Oberhessen Ende 1927 nur gegründet worden sei, weil man sich in Oberhessen bei der Derkehrswerbung und auch mit seinen Fahrplaninteressen durch den Hessischen Hauptoerband vernachlässigt gefühlt habe. Darin sei nun ein grundlegender Wechsel erfolgt. Dank der Initiative des Herrn Reichsstatthalters Gauleiter Sprenger sei der Landesverkehrsverband Rhein- Main gegründet und mit feiner Führung Pg. Trefz beauftragt worden. Der Redner begrüßte den Führer des Landesverbandes und bat ihn, dem Herrn Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger den herzlichsten Dank der Provinz Oberhessen dafür auszusprechen, daß er sich in so warmer und tatkräftiger weise für die Provinz Oberhessen bemühe. Durch die jetzige Reuordnung würden die Interessen der Provinz Oberhessen in bester weise vertreten, und dafür gebühre dem Herrn Reichsstatlhalter und dem Verbandsführer Trefz der besondere Dank der Provinz Oberhessen. Nach einem Rückblick auf die Tätigkeit des Verkehrsbundes Oberhessen während seines sechsjährigen Bestehens, in der von den ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern eine ganze Reihe wertvoller Aufbauarbei- ten zum Nutzen der Provinz Oberhessen geleistet worden seien, betonte der Redner, daß der Verkehrs- bund Oberhessen seine Angelegenheiten mit vollem V e r t r a u e n der Führung des Landesoerkehrsoer- bandes Rhein-Main übergebe. Der Redner dankte allen seinen Mitarbeitern im Verkehrsbund Ober- Hessen für ihre wertvolle und fruchtbare Betätigung dankte nochmals dem Herrn Reichsstatthalter Gau- letter Sprenger für die großzügige Zusammenfassung der Verkehrswerbearbeit im Rhein-Maingebiet und versicherte den Verbandsführer Trefz des voll st en Vertrauens der Provinz Oberhessen. * Alsfeld, 20. Dez. In Gegenwart des Führers des Landesverkehrsoerbandes Rhein-Main e. V. Pg. Trefz und des Führers der Landesstelle Hessen des Verbandes Pg. Fischer fand heute im hiesigen Rathaussaal eine außerordentliche Mit- !lliederversammlung des Verkehrsbundes Oberhessen tatt, die der Auflösung des Verkehrs- 'undes Oberhessen, der Ueberführung seiner Mitglieder in den Landesoerkehrsverband Rhein- Main und der Neuordnung der Verkehrswerbeorganisation für Oberhessen durch den Führer des Landesverkehrsverbandes Rhein-Main Pg. Trefz galt. Die Tagung, die aus allen Teilen der Provinz Oberhessen besucht war, galt vor allem auch der Gründung der Gebietsausschüsse im Rahmen des Landesverbandes Rhein-Main, um dadurch die unlösliche Verbindung des Vogelsberges mit dem Rhein-Maingebiet auch nach außen hin zu bekunden. Der Vorsitzende des Verkehrsbundes Oberhessen, Besuche auf dem Arbeitsamt nur vormittags! Vom Arbeitsamt Gießen wird uns mitgeteilt: Zur Bewältigung des Geschäftsverkehrs ist es unmöglich, nachmittags Besuche zu empfangen. Die Abfertigung des Publikums kann nur vormittags in den Sprechstunden von 9 bis 11 Uhr stattfinden. Nachmittags sind die Büros für die Arbeitsuchenden geschlossen. ** Bon der Kraftpostlinie Gießen- Hoch e l h e i m. Die Oberpostdirektion Darmstadt hat sich damit einverstanden erklärt, daß vom 1. Januar 1934 ab die Gewährleistung für die Kraftpost Gießen-Hochelheim auf den Höchstbetrag von 1000 Mk. jährlich begrenzt wird. Weiter ist die Oberpostdirektion den beteiligten Gemeinden dadurch entgegengekommen, daß sie rückwirkend vom 1. April 1933 ab den Gewährleistungssatz, der infolge der besseren Ausnutzung des auf der Linie verwendeten Kraftomnibusses nicht mehr den wirklichen Verhältnissen entsprach, von 70 auf 66 Pf. je Betriebskilo- meter gesenkt hat. ** Sie Enteignung des Grund st ücks der früheren Freimaurerloge „Ludewig zur Treue" in Gießen, zum Zwecke der Ueberlassung der Grundstücke an die Hitlerjugend s und den Bund Deutscher Mädel zur Erfüllung ihrer Aufgaben, betrifft eine Bekanntmachung des | Die Geschäftsstelle des Bundes Nationalsozialisti- scher Handelsvertreter, Ortsgruppe Gießen, befindet sich bet dem O.-Führer Pg. Carl W e i d i g, Oie- Ben, Schiffenberger Weg 2. Dort können weitere Neuaufnahmen erfolgen. & icßc nc 1 Wochen ma rttp reife. * Gießen, 21. Dez. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,40 Mark, Kochbutter 1,20 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 15, Wirsing dos Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 18 bis 35, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 30 bis 35 Pf., Feldsalat 1,— bis 1,20 Mark, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Karto feln, tas Pfund 3^ Pf., der Zentner 3 Mark, Apfel, das. Pfund 12 bis 20 Pf., Birnen 12 bis 18, Nüsse 45 junge Hähne 70 bis 75, Suppenhühner 60 brs 65, Gänse 65 bis 75, Enten 80, Tauben, das Stuck 45, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf. Bornottzen. — Tageskalender für Donnerstaa- Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 16, 18 und 20 30 Uhr (20.30 Uhr große ^Vorstellung), ,™er Sieg des Glaubens' — Turmhaus am Brand: 16 bis 18.30 Uhr, Kunstausstellung. — DHV.: 15 bis 19 30 Uhr, im Heim, Lonyftraße, Gefundheitsfchau „Kampf der Krankheit": 20.30 Uhr, Vortrag mit Lichtbildern über: „Leistungssteigerung durch gesunde Lebens- sühruna" und „Häusliche Krankenpflege". — Aus dem S'idttheaterbureau wird uns geschrieben: Freitag, 22. Dezember, 12. Borstel- lung im Freitag-Abonnement: „U-Boot 116", Schau- Siel von Karl Lerbs. Spielleitung.--Kurt Lüpke. ewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.15 Uhr. — Sonntag, 24. Dezember, von 15 bis 17.30 Uhr das lustige Märchenspiel „Schneeweißchen und Rosenrot" von Hermann Stelter. Leitung: V 0 lck — Kerzisnik — Spohr. X W i e s e ck, 20. Dez. Die Leiterin des Sina verhörtes Frl. Marie Becker hatte für Sonntagnachmittag zu einer Weihnachtsfeier in den Saal von Gastwirt D ö b u s eingeladen, zu der auch die Elternschaft und viele Freunde unserer Kinderschule erschienen waren. Frl. Becker wies eingangs nach herzlichen Begrüßungsworten auf den Sinn dieser Weihnachtsveranstaltung gerade auch für die Kleinen hin und betonte, daß der Zeit entsprechend, sie sich zu einer schlichten aber schonen und inhaltsvollen Feier entschlossen habe. Bürgermeister K. Euler ergriff das Wort zu längeren Ausführungen, in der er besonders dis (fitem auf das Glück hinwies, indem wir in diesem Jahr in nie geglaubter Einigkeit und Frieden unser Christfest feiern dürfen. An Hand von Stellen aus dem sattsam bekannten Buch der marxistischen Epoche „Mutter und Genossin" zeigte der Redner, wie es bestimmt gekommen wäre, hätte der Führer nicht noch in letzter Stunde die Rettung von uns und unfern Kindern, denen dieses Fest eigentlich gewidmet sein soll, herbeigeführt. Der Bürgermeister schloß mit der Versicherung, daß nachdem die auf uns allen lastende Frage der endlichen würdigen Kriegerehrung sofort an den Plan einer eigenen Statte für unsere Kleinen in einem Kinderhort herangetreten werden soll. In bunter Reihe wechselten Gesang, Spiel und vieles andere miteinander ab. Die Eltern wurden von ihren Kindern durch selbst hergestellte Sachen beschenkt. Nach der Bescherung überreichte der Bürgermeister mit Herz- lichen Worten des Dankes der Leiterin Frl. B e k - ker ein praktisches Geschenk der Elternschaft. — Die NS.-Frauenschaft hielt im Saal von GastwirtB raun am Montagmittag für die vier unteren Schulklassen eine schöne und eindrucksvolle C h r i ft f e t e r mit anschließender Bescherung ab. tfrau L. Hartmann als Leiterin der Frauen- chast begrüßte kurz die Teilnehmer. Pfarrer Satt- ler erinnerte in feiner Ansprache an die Weih- nachtstage der vergangenen Jahre mit allem Gift und Schmutz, der gerade die Kindesseele planmäßig verderben sollte. Er sprach von dem Wunder der deutschen Weihnacht 1933, die uns unser Führer in dieser schönen Form erleben lasse. Mit einem reizenden Märchenspiel „Schneewittchen" ernteten d'e kleinen Spieler Hellen Jubel aller Kinder, die immer wieder die verschiedenartigsten Darbietungen mit großer Freude aufnahmen. Anschließend bescherte die Frauenschaft über 300 Kinder. * Lollar, 21. Dez. Gestern abend ereignete sich in einem hiesigen Gasthaus ein tödlicher Unglucksfall. Der etwa 38jährige Karl I u n g von Staufenberg, der in Gießen Weihnachtseinkäufe ge- macht hatte, kehrte auf dem Heimweg kurz in Lollar ein und stürzte anscheinend als er das Haus Der« (affen wollte, eine Treppe hinab. Der bedauernswerte Mann fiel dabei so unglücklich, daß er bas Genick brach und tot auf der Treppe liegen blieb. Erst nach geraumer Zeit wurde der Unfall bemerkt. o. Dorf-Gill, 20. Dez. Am vergangenen Sonntag veranstaltete die hiesige NS.-Frauenschaft im Rathaus eine Weihnachtsbescherung für die Sin- öer. Nach einem gemeinsamen Lied sprach die Ortsgruppenleiterin Frau L a u tz über die Bedeutung des Weihnachtsfestes. Nachdem die Kinder einige Weihnachtsgedichte vorgetragen hatten, wurden ihnen durch einen Engel und den Weihnachtsmann Geschenke gebracht, die mit großer Freude in Empfang genommen wurden. Sodann hielt der Zellenwart Sarnes eine kurze Ansprache, in der er besonders darauf aufmerksam machte, daß mir eine traurige Weihnacht feiern würden, wenn Gott nicht den Führer Adolf Hitler geschickt hätte, sondern an seiner Stelle der Bolschewismus fein 'Regiment aufgerichtet hätte. Allein dem Volkskanzler fei es zu verdanken, daß wir in diesem Jahre ein friedliches Weihnachtsfeft feiern könnten. Mit einem dreifachen »Sieg-Heil!' auf den Führer und mit einer kurzes „Stampf btt Krankheit.^ Eine Gefundheitsfchau im DHv. In der Zeit vom 20. bis 23. Dezember zeigt die Äranfentaffe des Deutschen Handlungsgehilfen-Der- bandes in ihrem hiesigen Heim (Lonyftraße 18) die Gesundheitsschau „Kampf der Krank- h e i t". Die DHV.-Kasse beabsichtigt damit eine großzügige Aufklärung ihrer Mitglieder über die Fragen der gesunden Lebensführung, wie sie schon seit mehreren Jahren planmäßig von ihr durchgeführt wird. Es ist leichter und richtiger, Krankheiten im voraus zu verhüten, als sie nachher wieder zu beseitigen. Dieser Gedankengang liegt der Ausstellung zugrunde, die in außerordentlich fesselnden und anschaulichen Bildern zeigt, wie man auf den vielen Gebieten des täglichen Lebens sich verhalten soll, um Krankheits- gefahren entaegenzutreten, ihre Ursachen auszuschal- ten unb in Krankheitsfällen die Heilung durch rich- tige Pflege zu beschleunigen. „Volksgesundheit ist Grundlage und Sicherung des Staates." Unter diesem Leitsatz steht eine Reihe von Darstellungen über Vererbung und Rassenpflege, die heute im Vordergrund des allgemeinen Interesses stehen. Hier werden die Gesetze der Vererbung dar- gestellt, das Problem der Minderwertigen im Volkskörper und die Rassenfrage. Der Leitsatz „Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft verpflichtet zur gesunden Lebensführung", verweist auf die Pflicht des einzelnen, nun auch im Dienste der Gemeinschaft für seine eigene Gesundheit zu arbeiten. Wie das geschehen soll, sehen wir in den Gruppen „Erhaltung der Leistungsfähigkeit" und „Gesunde Ernährung in Haus und Beruf . Die Gruppe „Schäden durch Lebensbeanspruchung" zeigt, welche Gefahren Berufs- und Hausarbeit mit sich bringen und wie man ihnen begegnet. Die Gruppe „Häusliche Krankenpflege" bringt die Maßnahmen, bie in Krankheitsfällen unentbehrlich sind. Einige Tafeln geben zum Schluß einen Uebervlick über die vorbildlichen Selbsthilfeeinrichtungen der DHV.- Kasse. *• Paketannahme am Goldenen Sonntag, 24. Dezember. Die Paketannahme und -ausgabe ist beim Hauptpostamt (Bahnhof- siraße) von 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr geöffnet; beim Zweigpostamt in der Neuen Bäue bleibt die Paketannahme geschloffen. ** Die Auszahlung der Militcirver ° sorgungsgebührniffe (Heeresrenten) für den Monat Januar erfolgt am Mittwoch, 27. Dezember, die der Invaliden- und Unfallrenten am Freitag, 29. De-ember ** Zwei Unfäl l e. Arn Dienstag wurde der 44jährige Reichsbahnaffistent Ludwig Schlitz von hier mit einer Kopfverletzung und einem Schlüffel- beinbruch durch die Freiwillige Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik eingeliefert. Außerdem mußte der 35jährige Arbeiter Heinrich Müller aus Beuern in die Klinik gebracht werden, da er einen Schädelbruch erlitten hatte. ** Verkehrsunfall. Am Dienstag kurz vor 14 Uhr wollte ein Friedberger Personenauto, das in der Richtung nach Großen-Linden fuhr, an der durch die vielen Unfälle bekannten Straßengabe- hmg Frankfurter-Wetzlarer Straße im benachbarten Klein-Linden einem aus der Wetzlarer Straße kommenden Lieferwagen ausweichen. Obwohl der Wagen nur mit mäßiger Geschwindigkeit fuhr, kam er beim Bremsen auf der vereisten Straße ins Rutschen, streifte einen Lindenbaum und rannte schließlich gegen einen eisernen Wegweiser. Der Wagen, eine fast neue Opel-Limousine, wurde stark beschädigt, konnte aber nach Auswechslung einiger Räder mit eigener Kraft in eine hiesige Autowerkstätte gefahren werden. Der Fahrer blieb unverletzt. Der Führer Pg. Trefz sprach hierauf den bisherigen Mitarbeitern des Verkehrsbundes Ober- Hessen für ihre ehrenamtliche und hingebende Tätigkeit den Dank des Herrn Reichsstatthalters und seinen eigenen Dank aus und verknüpfte damit die Hoffnung, daß sie im Rahmen der Gebietsaus- fchuffe auch weiterhin ihre Kräfte in den Dienst der Rhein-Mainischen Verkehrswerbung stellen möch- ten. Er gab sodann einen Ueberblicf über die bisherige Arbeit des Landesoerkehrsoerbandes Rhein- Main und über die weiteren geplanten Maßnahmen, wobei u. a. auch auf die am 13. und 14. Januar 1934 in Worms stattfindende erste Sitzung des Rhein-Mainischen Verkehrstages hin- wies. Er umriß dann noch kurz den Arbeitsbereich, die Zuständigkeit und den Geschäftsgang der Ge- bietsausschüffe und forderte zu reger Mitarbeit an den Werbemaßnahmen für unsere rhein-mainische Heimat auf, deren hohe landschaftliche Reize den deutschen Volksgenossen in bester Weise zugänglich gemacht werden sollten, um auch hierdurch die deutsche Volksgemeinschaft immer enger zu gestalten. Der neuernannte Stellvertreter des Landesführers im Gebietsausfchuß Oberheffen-Wetterau Bürgermeister Or. Hamm-Gießen brachte, zugleich im Namen des Stellvertreters des Führers im Gebietsausfchuß Oberhessen-Vogelsberg, Dr. Bruchhäuser, dem Führer den Dank für die Berufung in dieses Amt zum Ausdruck und betonte nochmals die freudige Bereitwilligkeit Ober- Hessens, an den neuen großen Aufgaben der Verkehrswerbearbeit mitzuarbeiten. Hierauf sprach der Führer der L a n d e s st e l l e Hessen des Landesverkehrsverbandes Rhein-Main, Pg. Fifcher-Oarmssa-t, über technische Fragen der künftigen Arbeit in den Gebietsausfchüssen und über ihr Zusammenwirken mit der Landesstelle Hessen des Landesverbandes, wobei er zahlreiche wertvolle Hinweise und Anregungen für die künftige Verkehrswerbearbeit gab. Bürgermeister Or. Hamm-Gießen Schöffengericht Gießen. Der Architekt G. Sch. aus Lauterbach hatte sich gestern wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit versuchtem Betrug zu verantworten. Die Haupte Verhandlung ergab, daß der Angeklagte Sub- missivnsangebvte fälschte und durch das gefälschte Formular einen Unternehmer aufforderte, bei dec. Ausstellung seines Voranschlags anders oorzugehen- Nachdem der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von drei Monaten beantragt hatte, erkannte das Gericht auf eine solche von einem Monat. Dev Angeklagte trägt die Kosten des Verfahrens. Der Provisionsvertreter E. H. in Gießen behielt mehrere Geldbeträge, die er für Firmen eiritaffierte* ür sich. In Verbindung damit beging er eins Urkundenfälschung, um sich eine Bürgschaft zu ichern. Der Angeklagte, der in vollem Umfang geständig war, gab an, in Not gehandelt zu haben, was das Gericht veranlaßte, ihm mildernde Um« stände zuzubilligen und ihm für die Gef äng« nisftrafe von fünf Wochen bedingten Strafaufschub zu gewähren. Die Kosten fallen dem Angeklagten zur Last. Der Antrag des Anklage« Vertreters ging auf sieben Wochen Gefängnis. Die Ehefrau Sophie Magerwirth aus Gis« ßen erhielt drei Monate Gefängnis, da sie am 2. November dieses Jahres schwere Beleidigungen gegen die Reichsregierung aussprach. Der 47jährige Arbeiter Johann Bent aus Kanzlershof, der schon vielfach vorbestraft ist, hatte sich wegen Vergehens gegen den § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Reichsregierung und der hinter ihr stehenden SA., SS. und St., wegen Annahme eines falschen Namens und wegen Widerstandes zu verantworten. Die gestrige Beweisaufnahme ergab, daß sich der Angeklagte am 2. Oktober in einem hiesigen Lokal in schwersten Beleidigungen der SA. und SS. erging und sein rabiates Benehmen noch auf der Polizeiwache fort« setzte, wo er einen Beamten des Sonderkommandos durch Faustfchläge verletzte. Das Gericht erkannte auf eine Gesamtgefängnis st rafs von einem Jahr und vier Monaten. Den Beleidigten wurde Publikationsbefugnis auf Kosten des Angeklagten gewährt. Der Anklagevertreter hatte ein Jahr zwei Monate beantragt Oberfreffen. Oen Vater erschossen. Friedberg, 20. Dez. (WSN.) Der 18jährigS Sohn des Bürgermeisters in Rod he im v. d. H. Robert F a u l st r 0 h hatte Dienstag nachmittag eine Auseinandersetzung mit seiner Mutter. Diese rief den Vater herbei, der den Sohn, der sich auf dem Heuboden aufhielt, von dort herunterholen wollte. Dabei zog der Sohn eine Armeepistole und schoß auf den Vater, der durch einen Kopfschuß schwer verletzt wurde. Er wurde sofort in das Friedberger Krankenhaus eingeliefert, wo er an feinen Verletzungen verstarb. Der Sohn wurde fest genommen und in bas Friedberger Gefängnis eingeliefert. Landkreis Gretzen. Die Ausstellung zeigt mit aller Deutlichkeit, wie geringfügig oft die Anlässe sind, aus denen schwere Krankheiten entstehen und wie leichtfertig man über Fehler in der Lebensführung hinwegzugehen pflegt, unter dem Gesichtspunkt, daß jeder einzelne der Gesamtheit des Volkes zur Erhaltung und Mehrung seiner körperlichen Leistungsfähigkeit verpflichtet ist und daß nur ein gesundes Volk in der Lage sein kann, sich in der Welt durchzusetzen, gewinnt die Mahnung, die diese Gesundheitsschau an uns richtet, ihre besondere Bedeutung. Im Rahmen der Ausstellung finden folgende Vor- trage und Lehrgänge statt: Donnerstag, 21. Dezem- der: Vortrag von Dr. meck. Knaufs über „Häus- lidje Krankenpflege" und „Leistungssteigerung durch gesunde Lebensführung". (Siehe gestrige Anzeige.) Tagung der nationasozzalistiichen Handelsvertreter. Ortsgruppe Gießen des Bundes nationalsozialistischer Handelsvertreter hielt dieser Tage im Akai Soldan, Seltersweg, eine sehr gut besuchte Versammlung ab, zu der auch die Führung der Landesgruppe Hessen-Nassau des BNSH. erschienen war. Landesgruppenführer Pg. Tigges eröffnete die Sitzung mit einem Vortrag, der die Handelsvertreter und Reisenden über den Reichsoerband Deutscher Handelsvertreter aufklärte. Ferner sand er hei-zliche Worte für die zahlreich erschienenen Mitglieder der Verbände. Im weiteren Verlauf der Sitzung erstattete Berufsgruppenleiter Pg. Schä- 1 e r Bericht über die Fachschaften des BNSH., dem man entnehmen konnte, daß mit großem Arbeitseifer zu aktuellen Problemen, b:.» in den einzelnen Branchen auftauchen, Stellung genommen wird. Hinsichtlich der Deutschen Arbeitsfront machte Pg. Tigges zu den in der Aussprache vorgebrachten Anfragen entsprechende Ausführungen. Danach führte Ortsaruppenführer $g. Carl Äeidig aus, daß es nicht darum gehe, Verbände und Vereine aufrechtzuerhalten, sondern darum, alle Vertreter der Branchen an einen Tisch zu bringen, damit die sozialen Belange der Vertreter endlich erreicht wer- den. Eine große Anzahl Neuaufnahmen in den Bund Nationalsozialistischer Handelsvertreter bewies diese berechtigte Forderung der Handelsvertreter. Die Sitzung schloß mit einem Sieg-Heil für unser deutsches Vaterland und seinen Führer Adolf Hitler. brachte am Schluß der Tagung den Dank Ober- Hessens an den Landesverbandsführer Pg. Trefz und den Führer der Landesstelle Hessen Pg- Fischer für ihre wegweisende Arbeit zum Ausdruck und bat gleichzeitig den Berbandsführer, dem Herrn Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger | den D anf der Provinz Oberhessen dafür | 5" übermitteln, daß er diesen Zusammenschluß auf bem Gebiete der Verkehrswerbearbeit im Rhein- Main-Gebiet ermöglicht habe. Mit dreimaligen, von Bürgermeister Dr. Hamm ausgebrachten und von der Versammliing freudig aufgenommenen Sieg- Heil-Rufen auf unfern allverehrten Führer Adolf Hitler und feinen Vertreter in der engeren Hei- mat, Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, sand die denkwürdige Tagung ihren Abschluß. Echlußansproche der Ortsgruppenleiterin wurde die Veranstaltung geschlossen. Mreis Schotten. c Schotten, 20. Dev Gestern abend wurde die Feuerwehr alarmiert. 3n der Küferwerk st att des Küfers Hofmann, die etwas außerhalb an dem Weg noch Gagen liegt, war auf bisher noch nicht aufgeklarte Weife Feuer ausgebrochen. Bei dem großen Holzoorrat griff das Feuer rasch um sich. Für di« Feuerwehr galt es besonders, das Maschinenhaus, in dem eine neue Maschine ausgestellt war, zu retten, dies gelang der Wehr. Die städtische Motorspritze hat sich hier besonders bewährt. Das Feuer konnte auf seinen Herd beschränkt werden. l. Gedern, 20. Dezember. 3n der ^Wirtschaft Schmidt sand am Sonntag hier ein Zellenabend der NSDAP, statt. Zellenwart Reutzel sprach zu nächst über die innenpolitische Lage und dann über die Schulung der Partei- und Volksgenossen. Orts- bouermuhrer Becker gab verschiedene Verfügungen der agrarpolitischen Leitung bekannt. Zum Schluß verlas der Zellenwart noch den Artikel „Der Führer zur Arterhaltung" und sprach über das Thema „Blut und Rasse". — DasKonzertder Sturmbannkapelle IV 466, das am Samstag in der Turnhalle stattfand, war sehr gut besucht und brachte noch kurzen Ausführungen des Orts- gruppenwalters Saal über das Winterhilfswerk, eine Reihe bester musikalischer Darbietungen. Die hervorragenden Leistungen der 50 Mann starken Kapelle (Leitung MZ.-Führer Möller) und des 20 Mann starken Spielmannszuges (Leitung SZ.- Führer H a h l) wurden mit lebhaftem Beifan auf- Senommen Ortsgruppenleiter Klein dankte der apelle und tagte die weitere Unterstützung durch die Ortsgruppe zu. Don den Einnahmen des Konzertes konnten 59,65 Mark und eine Spende von Ungenannt in Höh« von 5 Mark für das Winter- Hilfswerk abgeführt werden. Mreis Alsfeld. 11. Rieder-Ohmen, 20. Dez. Dieser Tage fand in dem hiesigen Schulsaal eine Versammlung des RS-Lehrerbunde» Bezirk Ohm- Kaust Lose der Arbeitsbeschaffungslotterie! Ziehung am 29. und 30. Dezember. Lospreis 1 Mark. Felda statt. Kollege Müller- Cmmenrod sprach zunächst über das Thema: „ Die Verantwortung des Lehrers beim Aufbau der Volksgemeinschaft." Es folgten Besprechungen über einige rassekund- lichc Schriften und die Nationalsozialistische Schülerzeitung: .Hilf mit". II. Rieder-Ohmen, 20. Dez. Dieser Tage fand hier im Saale von Döll eine Ortsgruppenversammlung der NS. - Hago statt. Der Kreisamtsleiter sprach über die NS.-Hago und erhärte, daß diese Organisation aus dem vor zwei Jahren gegründeten .Lampfbund für gewerblichen Mittelstand" hervorgegangen sei. Jeder Arbeitgeber könne nur durch die NS.-Hago oder durch den Gelamtoerband der Handwerker, Kaufleute und Ge- werbelreibenden in die Deutsche Arbeitsfront aufge- nommen werden. preutzea. Mrcis A-evlar # Salzböden. 20. Dez. Der hiesige Gemeinde- Haushaltsplan für 1933 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 36 784 Mark ab. An Gemeindesteuern kommen 350 v. H. der Grundvermögenssteuer I und II und 400 v. H. der Gewerbesteuer vom Ertrag und vom Kapital, das l^fache der Bürgerlteuer und der einfache Landessag der Biersteuer zur Erhebung. p. Bieber, 20. Dez. Am Sonntag fand unter der Leitung des Vorsitzenden Dutenhöfer, die den Kindern gewidmete Weihnachtsbeschee- rung des Turnvereins im Saale der Gastwirtschaft „Germania" statt. Die Kleinen und Kleinsten brachten ein Theaterstück allerliebst und reibungslos zur Aufführung und ernteten lebhaften Beifall. Unter brennendem Lichterbaum konnten dann den Kindern originelle und zugleich nützliche Geschenke übermittelt werden, über die sich die Kinder sehr freuten. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandsliedes und mit einem dreifachen „Siegheil!" auf den Volkskanzler Adolf Hitler fand die Feier ihren Abschluß. X Kinzenbach, 20. Dez. In Gemeinschaft mit dem DdM. veranstalteten am Samstag HI. imb ID eine Weihnachtsfeier, die eine! anregenden Verlauf nahm. Rach dem gemeinsam gelungenen Liede „Stille Nacht" hielt Fähnleinführer Ludwig die Begrüßungsan-prache. in der er besonders die Eltern und Gäste willkommen hieß. Einem Gedichtvortrag folgten Lieder des IungvoK kes und der Hitlerjugend, ferner Sprechchöre und .zwei Theaterstücke. Ein Reigen und ein weiterer Gedichtvortrag beschlossen die anregende Vortrags- folge. Im Namen der NSDAP, hielt Scharführer Schleenbecker eine kurze Ansprache und beschloß die Feier mit einem dreifachen „Sieg-Heil!* auf Führer und Vaterland. Mit der Veranstaltung # an bad), 20. Tev Aus der jüngsten Sifiung der hiesigen Gemeindevertretung ist zu berichten: Zur Ergänzung der Gemeindevertretung wurden di» neuen Verordneten: L- Geier (75a), Ludwig Fabel (124), Karl Tasch (64), Christian Becker (92) und Fr. Keller (45) durch den Ortsbürger» meister Wagner verpflichtet. Es soll eine 4 00- Liter - Motorspritze angeschasft werden. Die Nassauische Brandverficherungsanstalt in Wiesbaden gibt dazu eine Prämie von 600 Mark und bewilligt in Hohe der weiteren Kosten ein Darlehen von 1769 Mark. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, das Darlehen anzunehmen — Der Gemeinderat hat den Haushaltsplan für 19 3 3 in Einnahme und Ausgabe auf 70 577 Mk. festgesetzt. Die Gemeindeumlagen betragen: 325 v. H. in der Grundoermögenssteuer I und II, 375 v. H. der Gewerbesteuer vom (Ertrag und vom Kapital, Bürgersteuer das fünffache, Biersteuer das einfache des Landessatzes. __________________ NlllllM* * M MM Emil Schmall, Biergrobhandlung und Eisfabrik, Gieben / Fernruf 3883. Lichtspielhaus • Gießen DerSieg des Glaubens Heute Donnerstag: Festliche Premiere Dai herrliche!» Erlebnli unserer ZeltI Der Reichsparteitag in Nürnberg 1933 Künstlerische Leitung: LeniRiefenstahl Heute 8.30 Uhr: Große Festvorstellung unter Mitwirkung der SA.-Kapelle Res. 116 Foetfoigc Ufa-Ton-Woche u. d. Film Blutu. Scholle Fricdensmarvch von R. Wagner Pfl. Bai tholoBlne, Ansprache Fanfarenmarsch Badenweiler Marach Der Sieg des Glaubensl Splalielt täglich 4, I 1.31 Uhr bis »lascht 1. Feiertag lar Feslvorslellnne sind alle VeretasUpaagea aalgehoben. 7-M Mahnung. Die Zahlung der für den Monat November 1933 rückständigen Beitrage zu unserer Kasse wird mit Frist bis 30. Dezember 1933 gemahnt 7678V Nach diesem Termin erfolgt Kostenberechnung und Zwangsdeitreibung. Samstag können Einzahlungen nicht getätigt werden Gießen, den 20. Dezember 1933. Allgemein, Orlefruid > ehen-Land. | Seefische und Filets i g größte Auswahl g Bestellungen auf g Weihnachts-Karpfen g Heilbutt; Stein butt. Rotsungen Salm. Zander, lebende Schleien frühzeitig erbeten I Fischhaus Cuxhaven MarktstraBe 2t Telefon 2417 Wirksame Werbe-Drucksachen liefert die Brühi'sche Druckerei Ein Füllhalter mit eingaviertem Namen DasmachtFreude! Große Auswahl bei 7565 D Niederhausen Bahnhofstraße geqenüb. Hotel Schütz. Husten? i^öricbofrr Brust-u.^usten Tee neu. alten Zdilcun, Katarrh ufro. Teeei neoen alle Leiden von 66 Pf ab «■«•j Kräuter hdub "JUNG •Wt« L 4. Schalstr. die Freude und Genufe bereitenI — Nachfolgend empfehle ich eine kleine Auswahl Qualitätsweine aus eigener Kellere]^ Für die Feiertagei Elges-Weine Rheinweine: 32er Bechtheimer Wölm 0 85 32er Bodenheim. Kapelle 1 10 31er NierstelnerDomthal 1.20 29er Oestricher Gottestal 1.60 Natur, Gew. 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