Nr. 299 Erstes Blatt 185. Zahrgang Donnerstag, 2t. Dezember 1933 Eriche»»» »agllch, auße Sonntags und Feiertag» Beilagen, Dte Illustriert« Gießener Familienblättet Heimat im Bild Die Scholl» Monair-Vezugrprels: Mit 4 'Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. üernfprechanschlUste unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnach. richten Lnzeiger Gießen poftschecklonlo: Kranttvrt am Main 11686. GietzenerAiMiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttülr-Vuch- und Stetndruckerei k. Lange in Stehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Unze.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe fü” Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 2OU , mehr. Thefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Gruft Blumschein und für den An» zeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Das deutsch-französische Gespräch bleibt in Fluß. Das Ergebnis der bisherigen Unterhaltungen des Reichskanzlers mit dem Botschafier Francois-Poncet fchristlich niedergelegt. Paris, 20. Dez. (TU.) Der erste Botschaftsrat der französischen Botschaft in Berlin, A r n a l, ist am Dienstag in Paris eingetroffen und hat sich sofort zum Quai d'Orsay begeben, um eine ausführliche Darstellung der beiden Unterredungen des französischen Botschafters mit dem Reichskanzler Adolf Hitler zu überprüfen. In französischen diplomatischen Kreisen bemerkt man hierzu, daß die bisher in den französisch-deutschen Unterredungen beobachtete Prozedur sehr „elastisch" geblieben sei und das in Zukunft auch bleiben werde. Die französische Regierung werde nicht durch eine diplomatische Rote auf das dem Außenminister überreichte Schriftstück antworten, da es sich ja nicht um eine Note handele. Paul-Boncour werde den Bericht lediglich zur Kenntnis nehmen und dann dem Botschafter entsprechende Richtlinien für weitere — mündliche — Verhandlun- ae n erteilen. Der Außenminister werde sich dieses Berichtes bei seinen Verhandlungen mit Sir John Simon bedienen, da er sich nunmehr auf eine authenische Darstellung der deutschen Forderungen stützen könne. Das „Echo de Paris" behauptet, daß die in dem fraglichen Schriftstück enthaltenen deutschenFor- derungen in vier Punkte zusammengefaßt sind: 1. Sofortige Rückgliederung des Saargebiefs ohne Bo 11 s a b ft immun g. Als Gegenleistung ist die deutsche Regierung damit einverstanden, daß die französische Regierung die Saargruben b« s zum Jahre 1 935 benutzt, dem Jahre, in dem lauf Versailler Vertrag die Volksabstimmung hätte stattfinden müssen. Ls fei nicht gesagt, daß im Jahre 1935 die deutsche Regierung bereit sein würde, die Gruben von der französischen Regierung w i e d e r z u k a u f e n, wie das im Versailler Vertrag vorgesehen würde, falls die Volksabstimmung zu einer Rückgliederung des Saargebiets an Deutschland ausfaüen würde. 2. Die Erhöhung der Effektiven der Reichswehr bis zu 3 0 0 0 0 0 Mann und Festsetzung der e i n j ä h r i g e n D i e n st- z e i t. Die deutsche Regierung fordere außerdem Defensivwaffen im Sinne der Genfer Bezeichnungen, und zwar ohne Einschränkung. 3. Die deutsche Regierung sei bereit, den deutschen Rüstungsstand einer internationalen Kontrolle zu unterwerfen auf gleicher Grundlage mit den anbeten Ländern. Diese Kontrolle werde sich vor allem auf die militärischen verbände erstrecken. 4. Deutschland sei bereit, mit seinen Rachbarn Richtangrifssverträge abzuschließen. Der Auswärtige Ausschuß der Kammer trat am Mittwoch unter dem Vorsitz seines Präsidenten H e r r i o t zusammen und nahm zunächst einen Bericht des Generalsekretärs des Völkerbundes, A v e n o 1, über seine Besprechungen in Rom und London entgegen. Der Vorsitzende des Ausschusses teilte sodann den Mitgliedern den wesentlichen Inhalt seiner Besprechungen mit dem Außenminister über den Stand der deutsch-französischen Unterredungen mit. Der radikalsozialistische Abgeordneten Vienot wies daraus hin, daß die Annahme der deutschen Forderungen zu einer allgemeinen Ausrüstung und damit zu dem Zustand des „bewaffneten Friedens" führen würde. Frankreich stehe vor einem schweren Dilemma und habe zwischen der Aufrüstung und der Völkerbundspolitik zu wählen. Frankreich habe aber die Pflicht, die Initiative für diese Völkerbundspolitik zu ergreifen. Der Auswärtige Ausschuß beschloß, Herriot zu beauftragen, sich noch einmal mit dem Außenminister in Verbindung zu setzen, damit dieser noch vor den Kammerferien vor der Kammer eine Erklärung über die Absichten der Regierung in der Frage der deutschen Gleichberechtigungsforderungen abgibt Echo her PreOe Paris, 21. Dez. (WTB. Funkspruch) Mit den diplomatischen Voroer' ndlungen über die Abrü- ftungsfrage beschäftigt sich ein großer Teil der Presse. „Oeuvre" erklärt, die französische Regierung bleibe dem Grundsätze der Abrüstung im Gegensatz zur Aufrüstung treu. Die französische Regierung wolle zu dem Abrüst ungskonyentions- entwurf vom 2 3. September zurückkommen, der bisher niemals ungekürzt veröffentlicht worden sei und der auf die englisch-französisch- italienisch amerikanische Fühlungnahme in Paris zurückgehe. Danach sollte Deutschland alle seine politischen Truppen (?) auflösen und die Gleichberech- tiguhg erst nach einer Bewährungszeit von acht Jahren erhalten können. Vielleicht werde Frankreich jetzt hinsichtlich der L u f t f a h r t und möglicherweise auch in anderen Fragen Deutschland einige Erleichterungen bewilligen, wenn dieses sich mit den grundsätzlichen Bedingungen des französischen Entwurfes einverstanden erkläre. Zum Schluß wird erklärt, ein Kompromiß werde vielleicht gesunden werden können, aber nicht sehr bald. Im „Ami du P e u p l e" setzt sich Francois Coty für die Parole „mit dem Hitler-Deutschland gegen den Kommunismus" ein und schreibt: Ein französisch-sowjetrussisches Bündnis würde Frankreich vor allen Völkern schänden. Zwei mächtige Nationen, Deutschland in Europa und Japan in Asien, zeigen deutlich genug, daß sie sich für die ehrenvolle Sache entschieden haben, b i s zum letzten Mann für die Zivilisation kämpfen zu wollen. Das Deutschland Hitlers und Japan sind gegenwärtig die Schutzwälle all dessen, was die Würde des Menschenlebens ausmacht. Frankreichs Platz ist an ihrer Seite; Frankreich muß ihn sofort beziehen. Deitmer preffesbmmen. Berlin, 21. Dez. (CNB.) Eine Anzahl Morgenblätter beschäftigt sich mit den Kombinationen, die in Frankreich an die Reise des Botschaftsrates Ar- nal nach Paris geknüpft worden sind. Der „Völkische Beobachter" hebt hervor, daß Arnal keinen neuen deutschen Vorschlag mitgenommen hat. Es handelt sich vielmehr um eine sogenannte Punktation, in der die Grundzüge enthalten seien, die in den mündlichen diplomatischen Verhandlungen angeschnitten seien. Die Reichsregierung habe sich bekanntlich in diesen Verhandlungen niemals gebunden, da der deutsche Standpunkt sich nur darnach richten werde, w i e weit d i e V e r t r a g s m ä ch t e ihrer 21 b = rüstungsverpflichtung nachkommen. Es sei natürlich aussichtslos, zu erwarten, daß sich Deutschland wieder an der Konferenz und an den Arbeiten des Völkerbundes beteilige. Eine internationale Besprechung könne überhaupt erst dann wieder in Frage kommen, wenn sich aus den diplomatischen Verhandlungen eine Verwirklichung der Gleichberechtigung Deutschlands in allen Punkten ergeben habe. Selbstverständlich komme eine Verkleinerung der SA. nicht in Frage. Wie das Blatt zu wissen glaubt, sei sie auch nicht angeregt worden, wie überhaupt keine London, 21. Dez. (WTB.) Im Unterhaus erklärte Ministerpräsident Macdonald gestern, daß keiner der englischen Minister die Absicht habe, während der Parlamentsferien in den europäischen Hauptstädten amtliche Besuche abzu- statten, um die Abrüstungsfrage zu erörtern. Da indessen der Außenminister seine Weihnachts- ferien in Italien zu verleben gedenke, sei es möglich, daß er die Gelegenheit wahrnehme und in den Hauptstädten, über die sein Weg ihn führe, Mitglieder der Regierung aufsuche. Simon wird heute im Unterhaus eine Erklärung über die Frage der Abrüstung und des Völkerbundes abgeben. Anschließend fährt er am Nachmittag nach Paris, wo er bis Samstag Gast des englischen Botschafters Lord Tyrrell sein wird. Äußer mit Paul-Boncour wird Simon auch mit anderen französischen Kabinettsministern Zusammentreffen. Am Samstag fährt er in Begleitung seiner Gemahlin nach Capri, um dort die Weihnachtsfeiertage zu verbringen. A u f der Rückreise von Capri wird er in der nächsten Woche eine Zusammenkunft mit Mussolini haben. „Daily Telegraph" meint, die Entscheidung darüber, ob Simon auch Berlin besuchen werde, dürfte sich aus dem Verlaufe seiner Besprechungen mit Mussolini ergeben. „Morning Post" führt aus, Sir John Simon werde bei seinen Besprechungen in Paris und Rom einen Weg ausfindig zu machen wissen, um einen endgültigen Zusammenbruch der Abrüstungskonferenz bei Wiederzusammentritt des Büros am 21. Januar zu verhindern. * Zur Reise Sir Simons nach Paris schreibt der Londoner Korrespondent des „Mat in": In gut unterrichteten Kreisen habe man erklärt, Sir John Simon begebe sich ohne formelle Anweisungen nach Paris, denn das englische Kabinett habe sich noch nicht über den genauen Wert der deutschen Vorschläge ausgesprochen, soweit sie eine Grundlage für eine Wiederaufnahme der Genfer Debatte zwecks Abschluß eines Abrüstungsabkom- mens barftellen. Man versichere, daß die Reise Sir John Simons vorläufig bezwecke, den französischen und italienischen Standpunkt mit dem Eindruck zu vergleichen, den die englischen Minister von der deutschen Initiative gewonnen hätten. । Das „Echo de Paris" ist aud) gegenüber Eng- | land mißtrauisch. Das Blatt meint, Simon werde Titulescu reist noch Paris. Bukarest, 20. Dez. (WTB.) Außenminister Titulescu hat eine Einladung des französischen Außenministers Paul-Bon- cour erhalten, sich anschließend an die Besprechung mit Dr. Benesch nach Paris zu begeben. Paul-Boncour wird in Erwiderung des Besuches iitulescus im Januar nach Bukarest kommen. Im Januar wird weiter auch der Besuch des polnischen Außenministers B e cf in Bukarest erwartet. Auch dieser Besuch erfolgt im Rahmen der Besprechungen Frankreichs mit feinen Alliierten über die Gestaltung der Lage in Mittel- und Südosteuropa. Kein neuer deutscher Vorschlag. Ohne Gleichberechtigung wird Deutschland auch in Zukunst an keiner internationalen Konferenz teilnehmen. Simons Weihnachtsreise. Wird der britische Außenminister auch nach Berlin kommen? ultimativen Forderungen gestellt worden seien. Die D A Z. sagt, es sei jetzt Frankreichs und Englands Sache, sich zu den deutschen Auffassungen zu äußern. Das Bestreben der anderen Mächte, trotz des nahenden Festes den Faden nicht abreißen zu lassen, sei einmal aus parlamentarischen Gründen erklärlich; außerdem rücke der 20. Januar in Sichtweite, an dem die Abrüstungskonferenz wieder zusammentreten solle. Die Vossische Zeitung führt u. a. aus: Deutschland hat klar zum Ausdruck gebracht, daß jede Lösung, die nicht die Gleichberechtigungsforderung ehrenhaft zu erfüllen vermag, abgelebt werde, und daß zudem der Genfer Völkerbund am 14. Oktober ein für allemal verlassen worden sei. Der Reichskanzler hat in seinen viel beachteten Gesprächen mit den Botschaftern Frankreichs und Englands bargelegt, in welchen Anhaltspunkten die Vorbedingungen einer für ihn und Deutschland annehmbaren internationalen Vereinbarung über die Abrüstungsfrage zu suchen seien. Der Sinn der Erklärungen des Reichskanzlers konnte nicht darin lieaen, eine ultimative Liste deut- cher Ansprüche ein für allemal zu diktieren. Da- ür sind die technischen Einzelheiten der Abrüstungs- rage zu kompliziert, und dadurch hätten ja auch )ie Verhandlungen, die der Reichskanzler angeregt hat, keinen Zweck mehr. Frankreich den Rat geben, den friedlichen Versprechungen Deutschlands zu vertrauen und auf weitere militärische Vorbereitungsmaßnahmen zu verzichten. Leider fei Sir John Simon nicht ermächtigt, für den auten Ausgang des Unternehmens zu garantieren. Laufe das Unternehmen schlecht aus, bann werbe England Frankreich keinerlei Beistand leisten. Wenn Hitler morgen neue Ansprüche geltend mache, so habe Frankreich nicht einmal die Gewißheit, daß England sie nicht stützen werde. Isothermere fordert mehr Kriegsfluazeuge für England. London, 20. Dez. (TU.) Die Propaganda für die englische ßuftaufrüftung wird in einem großen Artikel Lord R o t h e r rn e r e s in der „Daily Mail" fortgesetzt. Der Artrikel geht darauf hinaus, baß sich Englanb nicht mehr aus feine Kriegsflotte verlassen könne, fonbern daß in einem künftigen Kriege bas Flugzeug die ausschlaggebende Rolle spielen wird. Die Tage der Kriegsschiffe seien vorüber, die hätten den Tagen der Kriegsflugzeuge Platz gemacht. Der Mangel Englands an Kriegsflugzeugen bringt England in eine tödliche Gefahr. Wenn es jetzt zu einem Kriege käme, würde England, das als Luftmacht nur an fünfter Stelle stehe, als Verbündeter wertlos und als Gegner unbedeutend fein. Die Schlichtung von Streitfragen zwischen Hausfrau und Hausgehilfin. Berlin, 20. Dez. (VdZ.) In einem Rundschreiben der Fachschaft Hausarbeit im Deutschen Heimarbeiter- und Hausgehil- sen-Verband wird darauf hingewiesen, daß bei Nachprüfung der Ursachen von Streitfällen zwischen der Hausfrau und der Hausgehilfin dies nicht einseitig geschehen soll, sondern unter Hinzuziehung einer Vertreterin des örtlichen Hausfrauen - Vereins, der dem Reichsverband deutscher Hausfrauenvereine ange- schlossen ist. Als Beauftragter des Deutschen Heim- arbeitet» und Hausgehilfen-Verbands soll in solchen Fällen eine Persönlichkeit entsandt werden, die befähigt ist, die Situation zu übersehen und den Streitfall sachlich zu schlichten. --------- > Reichssiihrer der SS. Himmler Kommandeur der politischen Polizei Hessens. WSN. D a r rn st a d t, 20. Dez. Wie das S t a a t s - Presseamt mitteilt, hat der Herr Reichsstatthalter in Hessen Sprenger auf Antrag der hessischen Regierung gestern denReichsfüyrerder SS. Himmler zum Kommandeur der Politischen Polizei Hessens ernannt. * Der neue Kommandeur der Politischen Polizei in Hessen nimmt feit langem als Reichsführer der SS. eine hervorragende Stellung in der nationalsozialistischen Bewegung ein, zu deren ältesten Kämpfern er gehört. Heinrich Himmler wurde am 7. Oktober 1900 in München geboren. Nach dem Besuch der Gymnasien in München und Landshut trat er 1917 als Fahnenjunker in das 11. Bayer. Jnf.-Regt. ein und nahm im Verband des Regiments am Weltkrieg teil. Die 2lbrüftungsbeftimmungen des Versailler Diktats zwangen Himmler im Jahre 1919, den Offizierberuf auszugeben. Er wandte sich nun dem Studium der Landwirtschaft an der Technischen Hochschule in München zu und war 1922 23 Assistent bei der Stickstoffland G. m. b. H. in Schleißheim. 1924 studierte er noch Volkswirtschaft an der Universität München, seit 1928 ist er Besitzer einer Geflügelwirtschaft in Waldruderring In der NSDAP, wurde er Reichsführer der Schutzstaffeln und als solcher bereits in den ersten Tagen der nationalsozialistischen Revolution von General von Epp zum Polizeipräsidenten von München und später zum politischen Polizeikommissar für bas Land Bayern ernannt. Inzwischen sind ihm auch von den meisten übrigen Ländern die Befugnisse eines Kommandeurs der Politischen Polizei übertragen worden. 4000 Ki ometer Reichsauto- bahnen für denDaufreigegeben Berlin, 20. Dez. (TU.) Auf Grund der von der „Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen" eingereichten Entwürfe hat der Generalinspektor für bas deutsche Straßenwesen, Dr.-Jng. Fritz Todt, in den letzten Wochen drei weitere Strecken zur Einzelbearbeitung freigegeben: Stutt- ga r t — Ulm 85 Km, Dresden — Chemnitz — Meerane 105 km and Breslau — Liegnitz 70 km. Die Gesellschaft „Reichsautobahnen" wird bereits in den nächsten Tagen die Bauleitungen für die neuen Abschnitte einsetzen. Damit sind nunmehr nachfolgende 1000 km in Bau bzw. in Bauvorbereitung: km Frankfurt a. M.—Mannheim—Heidelberg 100 München—Reichenhall 120 Elbing—Königsberg 110 ^Berlin—.(Stettin 120 Köln—Düsseldorf—Duisburg—Dortmund 120 Bremen—Hamburg—Lübeck 160 Stuttgart—Ulm 85 Dresden—Chemnitz—Meerane 105 Breslau—Liegnitz 70 Auf der Strecke Frankfurt a. M. — Mann- beim find bie gesamten Bauarbeiten vergeben ober ausgeschrieben. In der Strecke München — Reichenha11 ist vorerst für 12 km der Bauauftrag erteilt. Die Vergebung der großen Brücken über die Mangfall und den Inn steht bevor. Am Dienstag fand bei Elbing die Baueröffnung für den Abschnitt Elbing —Kö - n i g s b e r g statt. Anfang Januar werden d i e Sauarbeiten eröffnet auf den Strecken.- Berlin—Stettin, Köln—Duisburg—Dortmund, Bremen—Hamburg—Lübeck. Leitgedanken zur Schulordnung. Eine Anweisung des Reichsinnenminifters Berlin, 20. Dez. (TU.) Der Reichsminist e r d e s I n n e r n hat die auf der elften Tagung des Ausschusses für die Unterrichtswesen beratenen „Leitgedanken zur Schulordnung" als vorbildliche Richtlinien erklärt und sie den Lan- besregterungen zur Kenntnisnahme übermittelt. In den „Leitgedanken zur Schulordnung" heißt es u. a.: Die oberste Aufgabe der Schule ist die Er- Ziehung der Jugend zum Dienst am Volkstum und Staat im nationalsozialistischen G e i st. Alles, was diese Erziehung fordert, ist zu pflegen, alles, was sie gefährdet, zu meiden und zu bekämpfen. Die Hitlerjugend ergänzt diese Arbeit durch Stählung des Charakters, Förderung der Selbstzucht und körperliche Schulung. Schule und hitter-Jugend haben in ihren An- fvrüchen an die Jugend auf die Mitwirkung der Litern an der Erziehung und auf die Erhaltung und pflege des Familienlebens verständnisvolle Rücksicht zu nehmen, auch sollen sie an ihrem Dienst nur insoweit teilnehmen, als es die Erfüllung ihrer Schulpflichten gestattet. Jugendliche unter 14 Jahren dürfen aber keinesfalls über 19 Uhr im Winter und 21 Uhr im Sommer, am Samstag nicht über 21 bzw. 22 Uhr in Anspruch genommen werden. Zwei Sonntage haben voll,ein dritter halb von Dien st ver- pfichtungen frei z u bleiben., falls das Elternhaus bzw. die Erziehungsberechtigten den Wunsch aussprechen. Schüler über 18 Jahre können ausnahmsweise auch in die SA. eintre- ten; doch sollen sie an ihrem Dienst nur insoweit teilnehmen, als es die Erfüllung ihrer Schulpflichten gestattet. eine Fkaggenehrun finden flcIeB am Wer nach Reichsminister Dr. Goebbels vor den Berliner Amtswaltern. der Inkrastireien des 6>cbr>stleitergesehes. Vereinigungen ufro. Einhalt zu gebieten, bedarf von jetzt ab jede SRe uorgan ifieru ng irgendwelcher im Wirkung»bereich über den Gründung»- ort hinausgehender verband« und „Ironien' der Genehmigung de» stelloertreten- den Führer». HeU filier! „Aus dem Volke sind wir gekommen, im Volk werden wir bleiben." Das neue Berlin. Ltaatskommissar Tr. Lippert über die Neugestaltung der Ncichöhauptstadt. Berlin. 20. Dez. (TU.) Bor einem kleinen Äreis von Pressevertretern erörterte Staatskom» mi'sar Dr. Lippert die Bedeutung der u n m i ttel. baren Unterstellung der Reichshauptftabt unter den preußischen Minifterpräsi« denken. Die Neuregelung war dringend notwendig. um die vielerlei bürokratischen Hemmungen. die bei einem so großen Verwaltungsapparat nur zu nahe lagen, wirksam auszuschalten. Die letz- ten Entscheidungen hat sich Ministerpräsident Goring selbst Vorbehalten. Sein Vertrauensmann und ständiger Vertreter ist der Etaatskommissar. die Epitze der Selbstverwaltung der Oberbürgermeister, dessen Befugnisse durch die Ausschaltung beschluh- fassender Kollegien auch erheblich erweitert worden sind. Betriebsinhaber ihre Meldung zur Arbeitsfront durch die NS -Hago abgegeben haben. Keine Neuorganisationen ohne Genehmigung. oder nicht. Zum Beginn der Schule nach allen Ferien und zum Schulschluß vor allen Ferien hat ~' g vor der gesamten Schülerschaft durch Hissen bzw. Niederholen der Reichs sahnen unter dem Singen einer Strophe de» Deutschland- und des Horst-Wessel Liede» stattzu- Die pariser Gpionageaffäre. 3n letzter Minute zugegriffen. - Zahlreiches Spionagematerial beschlagnahmt. E ne über die ganze Welt verästelte Organisation mit der Zentrale in Moskau. München. 20. Dez. Der Oberste Leiter PO., Pg. Dr. Ley. erläßt folgende Anordnung: ..Um der überbandnebmenden Organisierung von Schüler, die der Hitlerfugend ober der SA. an- gehören, dürfen deren Uniformen und A b - zeichen in der Schule und bei SchulVeranstaltungen tragen, außer ihnen nur die Schulgruppen de» Vereins für da» Deutschtum *n Ausland und die Sparljugend. Das Tragen sonstiger Abzeichen und Uniformen namentlich von vekenntnismaßig abgegrenzten Jugendbünden in der Schule und bet Schulveranstaltungen ist verboten. Da» deutsche Turn- und Sportabzeichen sowie eingeführte Klas- fenrnützen sind zugelassen Lehrer und Schüler erweisen einander innerhalb und außerhalb der Schule den deutschen Gruß (Hitlergruß). Den nichtarischen Schülern ist es freigeskellt. ob sie den deutschen Gruß erweisen . erbtnbung durch Berlin, bie Verlängerung der Iägerstraße. Der Reichsbankneubau schafft dafür auf der einen Seite die Vorbedingungen. Der Frage der Durchführung durch die Minislergar- t e n wird später nähergetreten werden müssen. Die finanziellen Verhältnisse sind nach wie vor abhängig von der weiteren Gestaltung de» Arbeitslosenproblems. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen ist ja um 80 000 zurück- gegangen, die wirtschaftliche Belebung bat sich in den Steuereingängen gut ausgewirkt und das kom- munale Umschuldungsaesetz hat uns eine gewisse Entlastung gebracht Der Kämmerer glaubt, daß 9er ReichsprWeni an die Kriegsgefangenen .. ost die tapfersten und bravsten Soldaten, die bis zum Schluß in vorderster Linie ausgehaiten habend . P a r i s. 20. Dez. (TU.) Die Pariser Polizei hat jetzt die Namen der oerhasteten Mitglieder der internationalen Spionageorganifation bekanntge- geben. Die Verhafteten sind Rumänen, Russen. Südslawen und Franzosen, sowie ein Ehepaar Berkuwitsch, die naturalisierte K a n a hier sind. Sämtliche verhafteten hatten größere Geldbeträge bei sich. Bei einer französischen Lehrerin, die sich ebenfalls unter den •üerljaftcten befindet, wurden zwei Rundfunk- e m p fangcr und ein Geheimsender ge- fanden. Unter den verhafteten befindet sich ferner ein französischer Professor, der als Uebersetzer r. SA01 ^r^gbmarineministerium ange« Iteüt mar Man hat bisher festgestellt, daß einige i.•unternommen haben. Man vermutet daher, atz die ganze Angelegenheit im Zusammenhang Ir.r.t ■ flr^en öPr der m der ahrtS' -r her chal), Mck itrcue, f Bei- chiefcr assiver ines einem Der schweizerische Nationalrat stimmte dem M i • litärbudget zu, das insgesamt 91 Millionen Franken vorsieht. Das sind 1,7 Millionen Franken an Ausgaben weniger, als der Voranschlag von 1932 oufwies. Gestern nachmittag hat Reichsaußenminister Freiherr von Neurath den englischen Botschafter Sir Eric P h i p p s zu einer längeren Aussprache empfangen. Die Finanzsanierungsvorlage wurde im französischen Senat mit 206 gegen 57 Stimmen verabschiedet. * In Madrid ging die Aussprache über die Regie- rungserklärung mit der A n n a h m e e i n e s B e r - trauensvotums durch das Parlament zu Ende. Mit 265 gegen 53 Stimmen nahmen die Cortes die von der radikalen Fraktion eingebrachte Vertrauenstagesordnung an. rs. irlel die ieste lam- M- irtf) Der der der är. Md) 'S h» her lurütf, 'ch in tarn- wisse daß 140 Zu« !om- Der den umt, > in azen itom« entft n bet ihrese- 1 zur 'a6 er : wird nd. - 1 habe I des ihW jette« ge- Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg empfing gestern nachmittag den Reichskanzler Adolf Hitler zum Vortrag. Ferner empfing der Herr Reichspräsident den Reichsaußenminister F r e i - Herrn von Neurath und den deutschen Bot- schafter in Moskau, N a d o l n y. Hitler schasst Arbeit! Weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeitsbeschaffungsprogramm: not. ®un. Not *4 l (Bö. 1 and die elfter, chluß. ’röcn „ . onnte. An sich sei sauer in dieser Beziehung mit Recht es kaum zu verstehen, daß Dessauer mit Thormann in Verbindung gestanden k diesem Manne Beziehungen unterhielt, aber I ------- Maßnahme: Instandsehungs- und Lrgänzungsarbeiten in Offenbach Gebäude-Jnftandfehungsarbeiten in der Gemeinde Lrbes-B üdesheim Instandsehungs- und Lrgänzungsarbeiten an öffentlichen und sonstigen Gebäuden kreisangehöriger Gemeinden des Kreises Dillenburg Inftandsehungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden, Schulen, Rathäusern usw. in verschiedenen Gemeinden des Kreises der L d e r Instandsetzung von öffentlichen Gebäuden der Gemeinde Rleder-Ingel- Helm eisin- sonst h die lehr näher jettes sohen r sei -oßen ). Er inter- e er« iehalt mbau wesen, -sessen. , schon en ssteuell ,m pes' ielnfut sollten. ug# W i, baß letom' :n be- i Hrt- Diese Mini' be. ft Köstlicher Tee in blibschen Geschenkdosen, Scho- Gmmericher Lelter^wen 49 tshD >r de/ itkannt' V'lse»' ilt, ilunS können- Dos' orlti Rü.G.A. •>ür 15jäbr. Jungen einen noch flut erb. Manfel Bekanntmachung. Bett. :TieEn1eignung vonGrundcigetttnm. Die Bekanntmachung des Hessischen Staatsministers vom 18. 12. 1933 bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Bürgermeisterei Gießen. I. B.: H. Bartholomäus. vekanntmachung, betr. die Enteignung von Grundeigentn». Die Stadt Gießen hat am 15. Dez. 1933 den Antrag gestellt, die nachverzeichneten Grundstücke Grundbuch für Gießen: Nr. 1 Fl. III Nr. 93 1/10 Grabgarten zwischen dem kleinen und großen Steinweg vor dem Neuenwegertor, 373 qm, 9h. 2 Fl. III Nr. 93 5/10 Hofreite daselbst (Gartenstraße Nr. 1), 681 qm, »u 1 und 2) eingetragen auf das Eigentum der Freimaurerloge „Ludewig zur Treue- in Gießen zu enteignen. Unternehmer ist die Stadt Gießen. Die Enteignung erfolgt zum Zwecke der Uebc- lassung der Grundstücke an die Hitlerjugend und den Bund deutscher Mädchen zur Erfüllung der diesen Verbänden obliegenden Aufgaben der Ertüchtigung der deutschen Jugend. Tie Eingabe der Stadt Gießen nebst Plan (Situation-plan mit Längs- und Querprofilen, Plan de» Unternehmen» und Grundbuchau»zug) liegt ab TonnerStag, den 21. Dezember 1933 auf die Tauer von 14 Tagen aus der Bürgermeisterei Gießen, Stadthaus Berg, strotze, Zimmer 4, zu jedermann» Einsicht offen. Tie Beteiligten werden hiermit ausge- fordert: a) Einwendungen gegen den Plan bei Mcibung de» Ausschlüsse» und An- nähme der Einwilligung in die beanspruchte Abtretung oder Beschrän- hing, b) Erklärung auf die angebotene Entschädigungssumme bei Meldung der Unterstellung der Annahme de» Angebot», C) Anträge auf AuSdebnuni der Enteignung bei Meioung de» Au»fchlufse» mtt wichen, dj Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten (Art. 19) bei Mei- dung de» Ausschlüsse» mit solchen, e) Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die benachbarten Grundstücke gegen Ge- fahren und Nachteile notwendig sind oder notwendig werden, bei Meidung de« AuSschlufseS mit solchen, f) etwaige auch unbekannte Ansprüche und Rechte an die zu enteignenden Grundstücke bei Meldung des Ausschlusses mit solchen, schriftlich binnen 2 Wochen nach dem Ablauf der OffenlegungSfiist bei dem Hessischen StaatSminister vorzubringen. Eine Tagfahrt findet nicht Patt 7672C Der Hessische StaatSministert ____________Jung._____________ Exportbiere aus den bekanntesten deutschen Grob-Brauereien in München Dortmund Culmbach and Mainz beziehen Sie in Syphons Flaschen und Fafl durch die Biergrobhandlung u Eisfabrik Emil S dimall __Fernruf 3883 ________75700 Wo Sie offene Mbt? 2dimer;en TJucken if Streben t trennen 7 4?reltnfl»-Abonn. i»)crooünlirtic Prelis U^DDt 11«. Tchaufvicl in3Aktea von flori PerM. | Vereine | Mittwoch, 27. De,^ 20*, Ubr iiBerordeitllebe Ni gliederrencmiDlDijf Tagesordnung: Bcfchlusifasfung Üb. die Savrmgoande« rungen, msbelond. Der Lahe 1, 4b bi» 51 und 53 der alten »st FÜrtr L Tirtlu