Ä S Ä S--Z LS -o - c\ 1^ = V -t n Ü o* - s 1S3 !ä§® s®5» ■5 h D G C - D 0 flp " Cf 22 -4Gk 5 «6^5 Z;pd V n s <*P -- 9 r-. " ,4 22 tf O Ad 2d C.SA §2> 55 r. -! 2 , Ö S K c s q s s H . <» »« ? c< s- 2r- s Dienstag, 2t. November 1933 Nr. 275 Erstes Blatt 183. Mrgang Eriche»ni tägltti), autzo Sonntags und Feiertags Beilagen: Dte Illustriert» Gießener Jamiltenblättet Heimat im Bild Die Scholl» monats--Bc$ugsprel$: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . t.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. sternsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Annahme von Anzeige- für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. SieheimAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick rniö Verlag: vrLHI'iche Uni°erfilälr-Such- and Steinönidcrei R. Lange in Siegen. Schristleitnng und Seschästrftelle: Schnlftratze 7. Madrid, 20. Nov. (TU.) Nach Schluß des Mi- Parteien ganz äußerten des neuen Parlaments ständen jetzt 236 fest, die sich wie folgt demnach auf die 92 13 8 48 19 6 4 1 30 10 5 Republikanische Aktion (Azana) Kommunisten Katalanische Linke Katalanische Liga ((Sambo) Katalanische Sozialdemokraten tung in Händen hatte, nicht gut gearbeitet, sie hat mehr auf ihre eigenen Vorteile als auf das Wohl des Volkes gesehen. Aber die Diktatur Primo de Riveras hatte doch erhebliche Ansätze zur Besserung gezeigt. Das marokkanische Abenteuer, das dem spanischen Ehrgeiz angepaßt war, aber die finanziellen Mittel des Staates überstieg, war liquidiert. Die Macht der militärischen Junias, die sich gegenseitig den Rang abzulaufen suchten, gebrochen, und wenn König Alfons es schließlich nicht mit allen Parteien verdorben hätte, dann wäre für seinen Thronverzicht kein Grund vorhanden gewesen, trotz alles Wühlens der französischen Emissäre, die in einer spanischen Republik einen treuen Vasallen der französischen Pläne erhofften; und sich darin auch nicht getäuscht haben. Nur daß eben die Verwaltungs- erperimente der neuen Herren kläglich mißglückten. Die Lage des Volkes ist nicht besser sondern Der erste russische Botschafter für Washington ernannt. Starker Ruck nach rechts bei den Wahlen in Spanien Zögernde Bekanntgabe der Wahlergebniffe.-Schwere Niederlage -er marxistischen Gruppen. Vier Minister nicht wiedergewählt. Moskau, 20. Nov. (TU.) Das Präsidium des Vollzugsausschusses der Sowjetunion hat beschlossen, den ehemaligen Botschafter A. Trojanowski zum außerordentlichen Botschafter der Sowjetunion in den Vereinigten Staaten ju ernennen. Die Ernennung wurde vom Vorsitzenden des Vollzugsausschusses der Sowjetunion, Kalinin, unterzeichnet. r Kalinin hielt eine RundfunTansprache an d i e Amerikaner, in der er u. a. sagte: Die Werktätigen der Städte und Dörfer der Sowjetunion haben im Laufe der verflossenen sechzehn Jahre der ganzen Welt Musterbeispiele außerordentlicher schöpferischer Arbeit geliefert. Dank angestrengter Bemühungen verwandelt en sie innerhalb einer kurzen Zeitspanne unser Land aus einem rückstänüigen Agrarland m ein fortgeschrittenes Industrieland, und gerade darum bringen unsere Arbeiter und Bauern dem führenden Lande des technischen Fortschrittes, den Vereinigten Staaten von Amerika, größtes Interesse und größte Aufmerksamkeit entgegen. Die wichtigste Voraussetzung für die Sicherung des technischen Fortschrittes und des Wohlstandes der Menschheit ist die Aufrechterhaltung und Festigung des B ö l k e r f r i e d e n s. Ich bin davon überzeugt, daß jetzt wo alle künstlichen Hindernisse weitgehender und mannigfaltiger Beziehungen zwischen den Völkern unserer beiden großen Länder beseitigt sind, dies nicht nur ihren gegenseitigen Interessen, sondern auch der Sache des wirtschaftlichen und kulturellen Fortschrittes der Menschheit und der Festigung des allgemeinen Friedens großen Nutzen bringen wird. Ich hege den festen Glauben, daß von nun ab eine Aera ersprießlicher Zusammenarbeit zwischen unseren Völkern anbricht, und bin davon überzeugt, daß die Freude, die wir bei diesem Anlaß empfinden, auch in der ganzen Welt von allen geteilt wird, denen die Sache des Fortschritts der Menschheit und die Sache des Friedens teuer ist. Echo her presse. Moskau, 20. Nov. (Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Führende Blätter äußern sich in Leitartikeln eingehend über die Aufnahme der normalen diplomatischen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Nordamerika. „Jswestija" schreibt, es sei Tatsache, daß die Welt heute aus zwei Systemen — dem kapitalistischen und dem sozialistischen — bestehe. Der Kampf gegen die Anerkennung der juristischen Gleichberechtigung des soZlalistl- schen Systems erreiche damit seinen Abschluß. Das Bild einer außerordentlichen Entwicklung der Pro- nisterrates gab der Innenminister bekannt, daß bisher von 31 Wahlkreisen, also von der Hälfte aller spanischen Wahlbezirke genauere Zahlen vorlägen. Von den insgesamt voraussichtlich 474 Abgeordne- ~ ...... ' bis verteilen: Agrarier und Volksaktion Basken Traditionalisten Radikale (Lerroux) Sozialdemokraten Konservative Republikaner (Maura) gefallen sein sollen. Die spanische Regierung läßt sich Zeit, bis sie die Ergebnisse der Wahlen veröffentlicht; sicherlich nicht, weil der technische Apparat nicht funktioniert, sondern weil sie der weiteren Entwicklung nicht ohne Sorge entgegensieht. Von der äußersten Rechten wie von der äußersten Linken liegen handfeste Drohungen vor, die eine Fortsetzung der Wahlhandlung durch Straßenkämpfe in Aussicht stellen. Die Regierung hofft also wohl, daß die aufgeregten Gemüter sich beruhigen, wenn noch einige Zeit bis zur Feststellung des Ergbnisses vergeht, zumal da ja bei dem Wahlsystem ohnehin eine Fülle von Nachwahlen möglich sind und die Zusammensetzung des Parlaments sich erst nach dem nächsten Sonntag wird übersehen lassen. Es steht aber jetzt bereits fest, daß ein sehr ft ar f er Ruck nach rechts erfolgt ist. Die Sozialisten haben ihre ausschlaggebende Position verloren, zum Teil weil durch das Wahlrecht der Frauen — die auch in Spanien die Mehrheit haben — d a s konservativ-religiöse Element verstärkt worden ist, zum Teil aber auch, weil bi e Enttäuschung über das Versagen des Sozialismus ungeheuer groß ist. Denn tatsächlich hat Spanien heute tue Revolution noch garnicht verdaut. Sie war em französischer Ervortariikel und ist dem Volke em Fremdkörper Aieben Ein innerer Grund zu dem Umsturz war eigentlich kaum vorhanden. Ohne Zweifel hat die Oligarchie, die bis vor wenigen Jahren die Derwal- Das Teilergebnis zeigt deutlich bie „ „ orbentlichen Erfolge ber Rechtsparteien. Die Partei Agrarier u n b Volksaktion, die Basken sowie die Traditionalisten — drei ausgesprochene Rechtsparteien — haben allein schon 113 Sitze errungen. Außer ihnen stehen aber den Sozialisten ebenfalls feindlich gegenüber die 48 Radikalen (Lerroux) sowie die 10 Abgeordneten der Katalanischen Liga, so daß 171 Marxistengegner 65 Marxisten und Marxistenfreunden entgegenstehen. Wenn die Ergebnisse aus den restlichen 29 Wahlkreisen ähnlich ausfallen, bann kann man bie Wahl als bie größte Nieberlage bezeichnen, die die Sozialdemokraten, abgesehen von Deutschland, je erlitten haben. Besonders kennzeichnend für die allgemeine Verurteilung der Politik der letzten Jahre ist auch die Tatsache, daß die Anhänger A z a n a s sowie die Radikalsozialisten fast gänzlich durchgefallen sind. Lediglich in Katalonien scheint der Sieg der Katalanischen Linken (Ezquerra) sicher zu sein, was sich aus den besonderen dortigen Verhältnissen erklärt, wo der Chef der Ezquerra, Mazia, gleichzeitig das Oberhaupt Kataloniens ist. Nach einer Blättermeldung find vier Regierungsmitglieder nicht wiß- der gewählt worden, nämlich der Innenminister, der Iustizminister, der Verkehrsminister und der Marineminister. Zu besonders schweren Unruhen soll es in der Provinz Lugo gekommen sein, wo zwischen gegnerischen Gruppen 300 Schüsse gewechselt wurden, denen viele Personen zum Opfer Eine dummdreiste Antwort. Berlin, 20. Nov. (TU.) Der Herausgeber der „Saturday Review", die in ihrer letzten Ausgabe bekanntlich einen gefälschten Artikel des Reichspropagandaministers Dr. Goebbbels veröffentlichte, hat auf dessen Protesttelegramm am Samstag ein Antwor11 eie - gramm nach Berlin gesandt, das der deutschen Oefsentlichkeit nicht vorenthalten werden soll, weil es zeigt, in welcher Weise sich dieser Brunnenvergifter nunmehr aus der Affäre zu ziehen sucht. Das Telegramm lautet: Wir haben Ihnen für Ihr Kabel zu danken. Erhielten den Artikel unter Umstanden, die uns keine vernünftigen Gründen hinterließen, die Echtheit anzuzweifeln. Waren der Meinung, daß er von Ihnen in einem einige Monat« zurückliegenden Interview gegeben wurde. Bedauern außerstande zu fein, die Verbreitung dieser Ausgabe der „Saturday Review zu stoppen, bie bereits über Britannien verbreitet ist. Würden aber einen Bericht von Ihnen nächste Woche begrüßen. Wentworth, Herausgeber der „Saturday Review London. „ . , Der Artikel, den die „Saturday Review als schlechter geworden. Durch die Bilderstürmerei gegen Kirchen und Klöster ist das religiöse Gefühl der ländlichen Massen verletzt, der ganze Gegensatz zwischen den Hafenstädten, die 'ein willenloses Werk- zeug ausländischer Agitation waren, und dem eigentlichen Spanien wurde ins Gemeingefährliche gesteigert. Sozialisten, Syndikalisten schärfster Observanz — also noch über den Bolschewismus hinaus — dazu die Separatisten, die Spanien wieder in einen Bundesstaat auflösen wollten, haben weiter nichts als Zersetzungsarbeit getan. Die neue Mehrheit ber Cortes wirb also gewiß nicht ohne Schwierigkeiten ben Uebergang zu einer allma^ liehen Rückwärtsentwicklung finben müssen. Auch Spanien geht ben Weg, daß es v o n d e r Re vo- lutian geheilt ist unb sich jetzt eine Verfassung sucht, bie seinem V o 1 k s ch ar a k t er angepaßt ist. setzung für ein Eingreifen ber Korporationen auf diesem Gebiet, nämlich ein Gegensatz zwischen zwei | Verbänden unter entsprechender Anrufung der Korporationsspitze, habe sich bisher nie ergeben. Fazit: überall Leerlauf. .. ... ....... „ Sind also die Korporationen ganzliä) uberflulpgi' Die Praktiker sagen Nein. Es gäbe gewisse Gegensätze, zu deren Ausgleich die Arbeitgeber- und Ar- beitnehmerverbände nicht ausreichen. Nehmen wir ein Beispiel: Durch das Eindringen Japans auf dem Seidenmarkt ist eine der Hauptindustrien Italiens an die Wand gedrückt worden. Denn um konkurrieren zu können, müßten die italienischen Seidenherren die Löhne um 80 v. H. kürzen! Eine Unmöglichkeit im faschistischen Staat wie im sozialistischen. Die inländische Konkurrenz sei aber, allgemein genommen, noch kostspieliger als die Lvyn- differenz; würden also die italienischen Produzenten von Staats wegen, durck) die Korporationskammer etwa, zur Einigung gezwungen, so würden sie wieder marktfähig, ohne die Löhne drücken zu muffen. Hier stößt man — der Nationalökonom alter Schule merkt es gleich — auf das Urgesetz von N ach - frage und Angebot. In einem zweiten Artikel wollen wir zeigen, warum und wie es ber buktivkräfte ber Sowjetunion habe auch bie hartnäckigsten Vertreter bes Kapitalismus veranlaßen müssen, nachzubenken, ob sie außerhalb ber wirtschaftlichen Beziehungen zu einer so enormen unb wachsenben Wirtschaftskraft, wie es Sowjetrußlanb fei, verharren könnten. Der Umftanb, baß ber Kampf um bie Herstellung ber normalen biplomatifchen Beziehungen fo lange gewährt habe, zeige jeboch auch feine gute Seite: Die amerikanische öffentliche Meinung habe baburch verstehen gelernt, baß es sich hierbei nicht um „Hilfe" ber USA. für bie Sowjetunion hanbele, fonbern um ben gegenseitigen Nutzen zweier gleichberechtigter Partner, bie viele gleiche Interessen hätten unb trotz ber Verschiedenheit der Systeme Zusammenarbeiten könnten. Keine Zusammenziehung des amerika- nischen Ostasiengeschwaders in Wladiwostok. Tokio, 20. Nov. (TU.) Im Zusammenhang mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Rußland und Amerika sind in Chardin Gerüchte ausgetaucht, daß das im Fernen Osten ft a - tionierte Geschwader der Vereinigten Staaten zum Schutze des amerikanischen Handels nach Wladiwostok fahren würde. Andere Gerüchte besagen, daß Rußland den Vereinigten Staaten die Erschließung Nord-Sachalins angeboten habe. . ... Die amerikanische Botschaft hat dem japamfAen Außenministerium eine Mitteilung zugehen lassen, in der bas Marinebepartement ber Vereinigten Staaten betont, baß bie Mitteilung über bie Ent- senbung eines Geschwabers nach Wlabiwostok unrichtig sei. Eine solche Absicht bestehe bei ber amerikanischen Marine keineswegs. Russische Vorbehalte zur Abrüstungsfrage. Genf, 20.Nov. (TU.) Der russische Botschafter D o w g a l e w s k i würbe vom Präsibenten ber Ab- rüstungskonferenz empfangen. Henberson unterrichtete ben Botschafter über bie letzten Beschlüsse der Großmächte in der Abrüstungsfrage. Der Botschafter stellte fest, daß a 11 e B e s ch l ü s s e, d i e o h n e Rußland zustandegekommen seien, für sein Land keine Gültigkeit hatten. Die russische Regierung behalte sich in allen Abrüstungsfragen freie Hand vor. Sie sei g e gen jede Verschleppung und Vertagung der Ab- rüstungsidee und werde jeden Vorschlag unterstützen, der geeignet sei, den Frieden und die Sicherheit der Nationen zu oerbürgern. in den Trubel der Parteien hineingezogen und sitzt nun schuldlos und unverstanden, aber etwas ramponiert auf dem Randstein. Ohne Bilder gesehen: unendlich viel ist geredet und noch mehr geschrieben worden über den korporativen Staat, bie Literatur darüber bildet bereits tatsächliche Berge, die sich an Höhe mit dem Büchergebirge des Marsches auf Rom messen können, in Rom gibt es ein eigenes Korporationsministerium mit 68 verschiedenen Telephonnummern, ein wahrer Irrgarten für Leute, die im Beruf stehen und davon gehört haben, daß dieser Beruf irgendwie geregelt, genormt und geformt werden soll; auch ein Ministerwechsel ist bereits ( erfolgt, Mussolini selber hat das Portefeuille übernommen --und nun gehe einer hin in die Welt, gleichviel wo, und frage Herrn Irgendwer oder Herrn Alleswisser: Was sind eigentlich Korporationen? Nun und nimmer wird er eine klare Antwort erhalten, auch nicht im Lande der Korporationen selber, denn niemand weiß es. Kann es auch nicht wissen, aus dem einfachen Grunde, weil die Korporationen ein Begriff geblieben sind, dem noch der Jnhalt sehlt. Man hat ein kunstvoll gegliedertes und reich ausgestattetes Haus gebaut, ohne zu wissen, wer darin wohnen wird. Mussolini selber erklärte soeben: „Ich will das korporative Regime durchsetzen und ich werde es durchsetzen!" Bisher hat es sich also nicht durchgesetzt, obwohl es nicht an gutem Willen dazu fehlte. Aber was nützt der gute Wille, den man an ein Abstraktum wendet? Wäre nun der Faschismus eine Theorie, wie zum Beispiel der Marxismus eine war, fo könnten wir uns auf ein Menschenalter hinaus wiederum mit Phrasen und Wunderpillen nähren, um dann wieder vor dem Nichts oder dem Chaos zu stehen. So aber hat uns ber russische Kollektivismus gottlob gezeigt, wie man es nicht machen darf, wir können ins praktische Leben greifen unb biefes Kontrollinstrument an bie Maschinerie ber Korporationen anlegen: es ergibt sich, baß sie bisher fast nichts als Leerlauf geleistet hat. Folglich, sagt ber Betriebsleiter Mussolini, taugt sie nichts; ich werde eine anbere aufstellen. Unb bas soll jetzt geschehen. In der nächsten Zeit werden neue Gesetze herauskommen. Die Erkenntnis der Gefahr, daß ein großer Aufwand nutzlos vertan werden könnte, hat eine lebhafte Diskussion entfacht unb bie Offenheit, mit ber sie in ber Presse geführt werden darf, widerlegt die Behauptung, daß man unter bem ßijtorenbunbel feine Meinung nicht frei äußern dürfe-Der Faschismus verlangt nur, baß bie Kritik sich nicht bloß aufs Negative beschränke, baß nicht bloß geschimpft, fonbern auch vargeschlagen werbe wie es besser zu machen sei. In der vordersten Front sieht man natürlich das Blatt der Gewerkschaften fechten, Il-Lavoro Fascista, das sich als Vertreter der wirklichen Arbeiter mit Wonne au die „Sansculotten" des Korporativismus stürzt, auf die weltfremden Doktrinäre und. Paragraphen- schuster. Und wenn oben gesagt wurde, daß im Grunde genommen niemand über Zweck uno Ziel der Korporationen im Klaren fei, fo gilt bas_na= türlich mit ber Einschränkung, baß M ufso11 ui sehr wohl weiß, was er will. Die Frage ist nur, inwieweit er verstauben wirb. Leicht wirb es niemanb gemacht, sich im Verwal- tungsgebäube bes korporativen Staates zurecht zu finben, unb man soll nur nicht glauben, baß sich insbefonbere bie Korporationen selber ohne weiteres aus Italien importieren ließen. Sie finb in der Theorie leichter zu hanbhaben als in ber Praxis Den Tragpfeiler, bie Carta del Lavoro, fieht ieber unb kann auch dec einfache Handwerker verstehen aber eine Treppe höher beginnen bereits die Syndikate, die Föderationen und Konföderationen, die Inspektorate, die Einzel- und Kollektiv- sachschasten, es schwindelt einen, bis man zur Kuppel ber Korporationen burchgebrungen ist, bie roieberum von bem Nationalrat ber Korporationen gekrönt wirb, ber in eine Ministeriumsspitze ausläuft, soweit er sich nicht in ber Maqistratura oerlir t. Wegen ber schweren lieber- sicht' den ganzen Ausbau zu verwerfen, wäre nun freilich dasselbe, wie wenn ein einfacher Soldat ein strategisch unb taktisch kompliziertes Manöver bekritteln wollte, weil er über seinen Schützengraben nicht hinausschauen kanm Beschränken wir uns daher einmal, der italienischen Diskussion folgend, auf die Spitzenorganstation, bie Korporationen. Von bem Arbeitsstatut ausgehend, ist das Problem Zunächst einmal — und hier scheint tue Funktion^ ?färura xu wurzeln — juristisch gelöst worden. Nach ken Gesetzes vom 3. April 1926 und 20. März 1930 hätten bie Korporationen vier Aufgaben zu losen, nämlich bie, in ben Arbeitsprozeß normgebenb, ra - gebend, schiedsrichterlich und wirtschaftlich einzu- greifen' Dehnbare Begriffe, folanae bie Kompetenzen nicht genau abgetrennt sind Ja, der Abgeordnete Luigi Nazza meint: Seifenblasen, nichts als Seifenblasen! Wenn die Gesetze nicht ausgereicht haben, wie es tatsächlich der Fall ist, der Organisation Leben einzuhauchen, so müsse man entweder Oie italienischen Korporationen. Von unserem römischen E.-Korrespondenten. i. Rom, im November. Dem Kvrporativnsbegriff ist es eigenartig ergangen: er wurde von den Gegnern der faschistischen Lehre ohne Prüfung verworfen und von den Freunden ohne Prüfung angenommen. Ganz fo, als ob es sich um eine politische und nicht um eine geschäftliche Erscheinung handle. Wie ein harmloser Spaziergänger geriet sie in Straßenunruhen, wurde andere Gesetze oder keine Korporationen machen. Damit die Korporation ihr erstes Amt, das der Normgebung ausführen könne, müsse sie praktisch die Arbeitgeber- unb Arbeftnehmerverbanbe hinter sich haben. Seien biefe beiben aber unterem- anber einig, so brauchten sie ja keine ubergeorbne e Stelle, bie Carta del Lavoro genüge also. Zweite Ausgabe: Rat zu geben! Wem habe es nicht schon bisher freigeftanben, sich mit ber Bitte um Rat an irgenbjcmanb zu wenben? Wozu also ein Gesetz? Tatsächlich sei ber Fall, baß eine 2lbmim- stration sich bei einem korporativen Organ einen Rät erbeten habe, auch noch nicht eingetreten. Drittes Amt: V e r s ö h n u n g s - u n b A u s g 1 e i ch ^ - amt. Der Riesenapparat ber breißig ober vierzig Korporationen sei gar nicht in ber Lage, kle ne Streitigkeiten zu schlichten, unb wenn er es wollte überflüssig, ba ja anbere Schlichtungsamter bereits bestäuben. Vierter Punkt: normative Funktionen auf wirtschaftlichem Gebiet. Eine ernsthafte Angelegenheit — folangefie »W in bie Hänbe ber Korporationen komme unb damit zur Seifenblase werde. Das Gesetz von 1930 scheine in dieser Hinsicht nicht für die Korporationen, fvn- y.ws s \ «-■ nicht bestehen, Funktionen zuwesten. Die Voraus- l einen Artikel von Dr. Goebbels veröffentlichte, ist. wie der deutschen Oeffentlichkeit bereits mitgeteilt wurde, von Anfang bis Ende erlogen. Die Absicht der Veröffentlichung konnte nur sein, die Friedenspolitik Deutschlands zu Hintertreiben. Daß ein Journalist von Ehre keine Interviews, die mehrere Monate zurücklieben, „auf neu fri fiert* veröffentlicht, ist selbstverständlich. Daß im übrigen auch diese Behauptung aus den Finyern gesogen ist, ergibt sich aus einem in dem Artikel enthalte- nen Satz, „wonach die Reichsregierung die Arbeitslosigkeit erfolgreich bekämpft habe". Eine solche Aeußerung würde Reichsminister Dr. Goebbels vor mehreren Monaten noch nicht habe tun können. Die Erwiderung des Herausgebers stellt also eine maßlose Unverschämtheit dar und der aeschäfts- tüchtige Engländer besitzt noch die Frechheit, von Minister Goebbels für die nächste Ausgabe einen Bericht zu verlangen. Warum hat die Zeitung der britischen Oeffentlichkeit den wahren Sachverhalt noch nicht mitgeteilt? Es wäre für das Blatt ein Leichtes gewesen, sofort eine Berichtigung an die englische Presse zu geben. Auch das ist nicht geschehen. Das einzige, was erfreulich ist an dem Fall, ist der Umstand, daß endlich mal einer der üblen Verleumder und Brunnenvergifter vor aller Welt zur Strecke gebracht werden konnte. Keine Umlagen und Abgaben auf eigene Faust. Eine Verfügung des Stellvertreters des Führers. München. 20. Rov. (ERB.) Der Stellvertreter de» Führers Rudolf Heß veröffentlicht im „völkischen Beobachter" folgende Verfügung: Parteigenossen, die ein staatliches Amt bekleiden. sowie Parteidienst st ellen dürfen auf eigene Faust keine Verordnungen herausgeben, die L ein Höchsteinkommen der Bevölkerung oder einzelner Bevölkerungsschichten f e st l e g e n; 2. das Doppelverdienertum regeln sollen; 3. der Bevölkerung zwangsweise Abgaben allgemeiner Art über die offiziellen Steuern hinaus auferlegen. Das Recht, derartige Verordnungen zu erlassen, steht lediglich den zuständigen Behörden zu. Keine Aufnahmegesuche an die Oberste SA-Führung. München, 20. Roo. (ERB.) Der Obersten SA.-Führung gehen, wie der „Völkische Beobachter" meldet, fortgesetzt aus allen Teilen Deutschlands und auch aus dem Ausland Gesuche um Aufnahme in die SA. oder SS. in großer Anzahl zu Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Gesuche um Aufnahme in die SA. oder SS. nur nach Aufhebung der augenblicklich wieder bestehenden Aufnahmesperre ausschließlich an die örtlichen SA. - oder SS. - Führer zu richten sind. Vorlage der Gesuche außerhalb der für die Aufnahme freige- gebenen Zeit, auch an die Oberste SA.-Führung, ist vollständig zwecklos. Ebenso können Gesuche von im Ausland lebenden Deutschen nicht berücksichtigt werden, solange diese ihren Wohnsitz im Ausland haben. Oie Führer des Oberlandesverban- des VI der SA-Reserve I (Stahlhelm). Berlin, 19. Roo. (TU.) Wie amtlich mitgeteilt wird, ist für die SA.-Reserve I (Stahlhelm) folgende Stellenbesetzung getroffen worden: Oberlandesoerband (OLV.) VI: Landesverband Hessen: Führer: Landcsführer Keßler, Landesverband Wcstmark: Führer: Landesführer Thron, Landes- veroand Südwest: Landessührer Lensch. Besondere Steuerermäßigung für Kriegsopfer. Berlin. 20. Roo. (DdZ.) Der Reichsfinan,- Minister hat für die Kriegsbeschädigten. Zioilbescha- digten und Kriegerwitwen eine Sonderregelung für bc ti Steuerabzug vom Ar - b e i t s l o h n verfügt. Danach ist von den Finanzämtern erwerbstätigen Kriegsbeschädigten, die rentenberechtigt sind und bei denen die Minderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 25 o. H. beträgt, auf Antrag mit Rücksicht auf ihre besonderen wirtschaftlichen Verhältnisse und die ihnen erwachsenden höheren Werbungskosten und Sonderleistungen eine Erhöhung des gesetzlichen st euer- freien Lohnbetrages und der Pausch- sötze für Werbungskosten und Sonder lei st ungen, also des Gesamtbetrages von 100 Mark monatlich, um den Hundcrtsatz der Minderung der Erwerbsfähigkeit zuzubilligen. Daher hat das Finanzamt z. B. einem Beschädigten mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 30 v. H. eine Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrages von 100 Mark monatlich um 30 o H. zu gewähren, so daß 130 Mark monatlich steuerfrei bleiben. Die Erhöhungen haben die Finanzämter auf den Stcuerkarten zum Ausdruck zu bringen und ohne nähere Darlegung der die Erhöhung im einzelnen rechtfertigenden Verhältnisse zu gewähren, wenn der Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit durch Vorlegung des letzten Rentenbescheides oder durch eine sonstige amtliche Bescheinigung nachgewiesen wird. Den Besonderheiten des einzelnen Falles kann das Finanzamt durch einen entsprechenden Zuschlag Rechnung tragen. Es Handelt sich bei dieser Regelung um die Wiederholung einer bereits seit einigen Jahren geübten Praxis. Weitere Arbeitsbeschaffungsdarlehen für Bodenkultivierung. Serlin, 20. Rov. (TU.) Der Kreditausschuß Oer Deutschen Rentenbankkreditanstalt hat, wie das Reichsarbeitsministerium mitteilt, in seinen letzten Sitzungen wieder Arbeitsbeschafsungs- darlehen von rund 5.6 Millionen Mk. bewilligt. Davon annähernd 1 Million Mk für Siedlungswege in Pommern-, für Arbeiten im tfreiftaat Sachsen wurden erneut rund 850 000 bereitgestellt, was im Hinblick auf die schwierigen arbeitsmarktpolitischen Verhältnisse Sachsens be- sonders hervorzuheben ist. Etwa die Hälfte des für Sachsen bewilligten Betrages wird für die Regu - licruna der Zwickauer Mulde verwendet werden. An sonstigen größeren Arbeiten ist die Forderung der M o o r k u l t i v i e r u n g im Regierungsbezirk Aurich und die Biese- Regulierung im Kreise Salzwedel zu nennen. Für beide Vorhaben wurden Darlehen von je 200 000 Mk. bewilligt. Sie erbgesunde Familie der Krastquell des Volkes. Aufgaben der Reichszentrale für Volksgesundheit.-pflege der Familie muß allem voranstehen. Berlin, 20. Roo. (TU.) Der Reichsausschuß für hygienische Volksbelehrung ist im Auftrag des Reichsinnenministers zu einem solchen für Volks- gesundheitsdienst umgebaut worden. Heute vormittag sand im Ministerium des Innern die Gründungssitzung statt, auf der Reichsmmister Or. Frick eine Ansprache hielt, in der er u. a. ausführte: Ausgehend von dem Wohl des Einzelwesens hat man sich im liberalistiscken Zeitalter in erster Linie mit dem Einzelwesen beschäftigt und vergaß dabei den Ursprung des Einzelwesens: D i e Familie und Rasse. Anders die nationalsozialistische Weltanschauung, die im Gegensatz dazu die erbgesunde Familie in den Mittelpunkt des Denkens und des Geschehens stellt und die Gesamtheit des deutschen Volkes als eine übergeordnete Einheit betrachtet. Es war daher nur folgerichtig, wenn ich die Umwandlung des Reichsausschusses für hygienische Volksbelehrung in einen solchen für Volksgesundheitsdienst anordnete. Stolz können wir heute schon feststellen, daß es unserem Führer gelungen ist, den Lebenswillen unseres Volkes neu zu beleben und es wieder mit neuer Hoffnung zu erfüllen! Vor allen Dingen ist es erreicht — und ich sehe dies als einen Erfolg von ungeahnter Tragweite an —, einem großen Teil unseres Volkes das Selbst- bewuht sein und das Gefühl für Rassere i n h e i t wiederzugeben. Ist es uns allen in unserem Leben nicht wie Schuppen von den Augen gefallen, als wir den rassischen Wert eines Menschen erkennen lernten, ist es nicht ein erhebendes Gefühl, in dem deutschblütigen Arbeiter wieder den Bruder sehen zu können und ihn, ganz gleich in welcher Stellung er sich befindet, allen anderen vor- zuziehen? volkskrafk wird auch heule leider noch meist wirl- schafllich gewertet, während sie doch in der Tat d i e Quelle alles Wirkens jeder Kultur und unseres Wohl st ander ist. Diese Kraft droht zu versiegen, unkerzu- gehen für immer, wenn wir nicht in absehbarer Zeit mit Energie und Wut an den Wiederaufbau der deutschen Familie als der Lebensgrundlage unseres Volkes Herangehen! Der Sieg der erbgefunöen kinderreichen Familie entscheidet über das Leben und die Erhaltung des deutschen Volkes im Herzen Europas. Ich erinnere an die Worte Mussolinis, der an hervorragender Stelle schonungslos die Wahrheit sagte, in dem er bittere Anklage erhob: „Wo sind die Würdenträger des Faschismus, die eine kinderreiche Familie, d. h. nicht weniger als fünf Kinder haben?" * Unser Führer, der sich selbst für unser Volk bis zur Verleugnüng seiner eigenen Person einsetzt, braucht Männer, die die von ihm als richtig erkannten Gedanken und Ziele auch durch führen. Dazu ist in erster Linie Wissen und berufliche Schulung Vorbedingung, aber es kommt hinzu, daß diese Männer auch bereit sein müssen, unserem Volke in jeder Beziehung mit gutem Beispiel voranzugehen. Es gilt darum, nicht nur Beförderungspolitik, sondern Volkstumspflege zu treiben mit der Zielsetzung, den nordischen Gedanken und die Erinnerung an unsere Vorfahren zu pflegen! Dabei ist es gleichgültig, ob der einzelne Mensch in seinem Aeußern mehr oder minder der nordischen Rasse angehört, bedeutungsvoll und wichtig ist es, daß jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau sich ihres erbbiologischen Wertes und ihrer Verpflichtung gegenüber Volk und Rasse bewußt werden! Denken wir an die Worte des Führers in feinem Werk „Mein Kampf", in dem er sagt: Ein Staat, der im Zeitalter der Rassenvergiftung sich der Pflege seiner besten rassischen Elemente widmet, muß eines Tages zum Herrn der Erde werden!" Im Anschluß an die Ausführungen des Herrn Reichsministers des Innern erläuterte Ministerialrat Or Gütt vom Reichsministerium des Innern, der Leiter des Reichsausschusses für Volksgesundheit E. V., das 2lufgengebiet dieser neuen Spitzenoereinigung. Dabei führte er u. a. folgendes aus: Wenn der Staat auch eine großzügige rasfenhygienische Aus- flärung des Volkes in die Wege leiten kann, so bleibt für den Einzelnen doch noch viel zu tun übrig: Darum ist es Pflicht, auch vor allem der Jugend, sich des Wertes ihrer Erboerfas- sung bewußt zu werden, Familienkunde und Familienüberlieferung zu pflegen. Daraus ergeben sich Aufgaben, die weit über den Rahmen der Aufgaben des Staates hinausgehen und die der Reichsausschuh für Volksgesundheitsdienst als eine Der« bindungssteile zwischen Reichsregierung, ins- besondere dem Reichsministerium des Innern und der Oeffentlichkeit lösen will. Er wird die Wünsche der nationalsozialistischen Bewegung und die aller in dieser Richtung arbeitenden Vereinigungen z u - sammenfassen müssen, z. B. die des Reichsbundes der Kinderreichen Deutschlands zum Schutze der Familie E. V., der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene, der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten und anderer ihm angeschlofsener erbgefundheitlich und familien- kundlick arbeitender Vereine Der Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst und mit ihm alle an- deren zuständigen Stellen können es nicht dulden, daß Unberufene über Erb- und Rassenkunde sowie über Erbgesundheits- und Raffenpflege lehren oder reden. Da die Volksgesundheit das wertvollste Gut ist, gilt es, diese zu erhalten, die Gefundheits- lehre und die gesunde Lebensführung zu fördern, wie auch eine seelische und geistige Vergiftung des deutschen Volkes zu verhindern' Bei allen diesen Bestrebungen erbittet der Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst die Mitwirkung aller Dienststellen im Reich und in den Ländern und die Un- terstützung des gesamten Volkes. Dann snrach Herr Dr. Ruttke über den Aufbau des Reichsaus- schusies. Die Gesundheilsführung. Am Nachmittag fand im Sitzungssaal des Reichs- wirlschaftsrats in Anwesenheit zahlreicher Vertreter von Staats-, Reichs- und Kommunalbehörden, von Gefundheits- und Wohlfahrtsbehörden und -Organisationen, sowie hervorragender Vertreter * der ärztlichen Wissenschaft und Praxis die (Brün- dunasversammluna der Reichszentrale für Gesundheitsführung beim Reichsminnte- rium des Innern statt. Aufgabe der Reichszcntrale ist es, alle auf dem Gebiete des Gesundheitswesens tätigen Vereinigungen und Verbände, soweit sie durch ihre Arbeit Oer Erhaltung und Förderung der Gesundheit dienen, zusammenzufassen. Staatssekretär Dr. Pfundtner vom Reichs- innenminifterium umriß kurz die Ziele des nationalsozialistischen Staates bei der Neuordnung des Gesundheitswesens. Die Reichsregierung wolle klar bekunden, daß sie über der Frage der (Erb- aesundheitspflege keineswegsdie Fürsorge für d i e gesundheitsbedrohtenund - geschädigten Dolksteile und Volksgenossen übersehe und daß sie sich in keiner Weise der Bewältiguna der notwendigen aesund- heitsfürsorgerischen Ausgaben entziehen wolle. Die Reichsregierung werde selbstverständlich auch auf diesem Wege neue Richtlinien einschlagen. Ministerialdirident Prof. Dr. Martine! vorn Reichsarbeitsministerium überbrachte die Grüße aller auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge und der Sozialpolitik tätigen Behörden und Organisationen, der Rektor der Berliner Universität, Prof. Dr. Eugen Fischer diejenigen der deutschen Universitäten, die es sich besonders angelegen sein las- fen würden, zur Erreichung des großen Zieles mit- zuarbeiten, das der Reichszentrale gestellt sei. Ministerialrat Dr. Bartels vom Reichsinnenministerium sprach bann über das Thema „Don der Gesundheitsfürsorge zur Gesundheitsführung*. Er betonte, wenn man den Schlußstrich unter die Vergangenheit ziehe, so müffe man klar erkennen, daß auf einigen Einzelgebieten des Gesundheitswesens Fortschritte gemacht seien, daß aber auf der anderen Seite die Gesamtqualität des Volkes erschreckend zurückgegangen sei. Prof. Dr. Rott sprach über „Die erwerbstätige Frau und ihr Kind als bevölkerungspolitische und sozinlhygienische Arbeitsausgabe". Die Grundlage für die Wiedererrichtung eines biologisch gesunden Familienlebens sei erstes Ziel und erste Aufgabe zur Lösung des mit dem Jahresarbeitsthema gegebenen Problems. Ziikiinstsausgabcn her Deutschen Arbeitsfront. Or. Ley auf der Münchener Reichstagung der RSBO. München, 20. Roo. (WTB.) Im Anschluß an die Einweihung der NSBO.-Landesschule Bayern m- Neuburg a. d. Donau fand am Montag in München eine Reichstagung der NSDO. und der Deutschen Arbeitsfront statt. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr. Ley und Staatsrat Schumann von der Reichsleitung der NSBO. legten vor der Feldhermhalle begleitet von zahlreichen Mitgliedern der NSBO. und der Arbeitsfront, zwei Kränze am Ehrenmal nieder. Anschließend erfolgte ein feierlicher Empfang im Rathaus. Dort hatte sich eine große Menschenmenge xur Begrüßung Dr. Leys cinge- funden. Die NSBO. stand vor dem geschmückten Portal mit ihren Fahnen bis zum Sitzungssaal Spalier, wo die feierliche (Eröffnung der Reichstagung der NSBO. erfolgte. Landesobmann Frey und Oberbürgermeister F i e h 1 e r begrüßten die Gäste, wobei der Oberbürgermeister auf das gewaltige Abstimmungsergebnis am 12. November hinwies, das nicht zuletzt dadurch erreicht wurde, daß die Deutsche Arbeitsfront den deutschen Arbeiter wieder zurückgewonnen habe. Der volle (Erfolg der Arbeit der Deutschen Arbeitsfront garantiere dafür, daß sich die Trennung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht mehr wieder unheilvoll auswirken werde. Der Führer der deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, sprach dann ausführlich über die Zukunftsaufgaben der Deutschen Arbeitsfront. Die Erstürmung des Herzens des deutschen Arbeiters sei gelungen, nun gelte es, die Stellung so auszubauen, daß sie nie Wieder von anderen erobert werde könne. Die nun beginnende zweite Etappe der Arbeit werde viel schwieriger und größer sein als die erste. Der Redner entwickelte ein eingehendes Programm für die zu leistende Arbeit sowohl nach der Seite der Erziehung, wie vor allem auch nach der Seite der s i t t- lichen und wirtschaftlichen Sicherung des deutschen Arbeiters. Er betonte dabei, daß sich der Führer selbst Tag und Nacht mit dem Problem der Besserung der Lebenshaltung des Arbeiters beschäftige und über nichts ungehaltener werde, als über Einflüsse, die dieser höchsten Ausgabe Schwierigkeiten bereiten könnten. Dann wandte sich Dr. Ley eingehend den Problemen der Freizeitgestaltung zu und stellte es als eine unserer vornehmsten Aufgaben heraus, dafür zu sorgen, daß das Volk die Nerven nickt verliere. Wir müßten alles tun, die Menschen nach der Arbeit auszus^annen dadurch, daß wir dafür sorgen, daß sie ihre Freizeit und ihren Urlaub f o nutzbringend w i e möglich gestalten. Dor allem müßten wir mit der Ungerechtigkeit aufräumen, daß die sogenannte höhere Stellung auch einen höheren Urlaub bedinge. Die Schwere der Arbeit müsse die Höhe des Urlaubs bestimmen. Schließlich kündigte Dr. Ley eine große Propagandaaktion der Deutschen Arbeitsfront an, die unter dem Motto herunter mit den Preisen!" im ganzen Volk den Widerhall finden werde, der notwendig sei, um die Lebenshaltung des schaffenden Volks zu heben, ab- aesehen von den Preiserhöhungen, die bas Reichskabinett zur Sicherung der Landwirtschaft veranlaßt hat. Dann gab Dr. Ley noch bekannt, daß sämtliche Unternehmer und Angestellte, die Parteigenossen sind, in die NSBO. ein treten werden, um auch hier die Volksgemeinschaft, die das Ziel allen nationalsozialistischen Denkens ist, in die Tat umzusetzen. Vor einer längeren Vertagung Abrüstungskonferenz. Zeit für diplomatische Verhandlungen. der Genf. 20. Roo. (TU.) 3n der dreistündigen Wächlebesprechung am Wonlag ist in grundsätzlicher Ueberelnflimmung beschlossen worden, dem Witlwoch zusammentrelenden Präsidium der Konferenz die Vertagung des Hauptausschusses. der ursprünglich am 4. Dezember zu- sammenlreten sollte, aus längere Frist vor- zuschlagen. Der Zeitpunkt der Vertagung wird in der Besprechung am Dienstag endgültig sestgelegt werden, soll jedoch erst nach der am 15. Januar beginnenden Tagung des Völkerbund srates liegen. Ein engerer Ausschuß, dem Benefd), Massig!! und Marquis 5o- ragna angehören, ist beauftragt worden, die dem Präsidium vorzulegende verlagungssormel noch Montagabend auszuarbeiten. von zuständiger französischer Seite wird zu der heutigen Wächlebesprechung milgeteilt, daß jetzt unverzüglich diplomatische Verhandlungen zwischen den Wächlen und zwar auch mit den an den hiesigen Besprechungen nicht beteilig- t e n Regierungen beginnen werden. Diese Verhandlungen sollen über die Behandlung der Abrüstungsfrage hinausgehen und auch weitergehende grundsätzliche internationale Fragen berühren. Diese Erklärung wird dahin aufgelegt, daß jetzt die durch die Vertagung gewonnene Zeitspanne für diplomatische Verhandlungen zwischen London, Paris.' Rom und Berlin benutzt werden wird, und daß versucht werden soll, eine grundsätzliche Einigung mit der deutschen Regierung nicht nur über die endgültige Regelung der Abrüstungsfrage, sondern über die weitere internationale Zusammenarbeit zwischen sämtlichen Wächten zu erzielen. 3n unterrichteten Kreisen verlautet, daß mit einer Konferenz bereits für Dezember zu rechnen ist. Gorge um Italien. Generalsekretär Avcnol fährt nach Rom. Genf, 20. Noo. (TU.) Der Generalsekretär des Völkerbundes, der Franzose A o e n o l, begibt sich Montag abend nach Rom. Dieser überraschende Entschluß wird im Dölkerbundssekretariat offiziell mit der Teilnahme an der Beerdigung des soeben verstorbenen langjährigen Vertreters Italiens beim Völkerbund, Senator S c i a l o j a , begründet. In unterrichteten Kreisen besteht jedoch der Eindruck, daß die erst in der letzten Stunde beschlossene Entsendung Avenols nach Rom darauf zuruckzuführen ist. daß man fürchtet, der zum 5. Dezember einberufene große Foschi stenrat werde gründ- fätzliche Beschlüsse über eine Neuorientierung der italienischen Dölkerbundspolitik fassen. Offenbar bezweckt der Generalsekretär noch in letzter Stunde einen Druck auf die italienische Regierung auszuüben, um irgend welche entscheidenden Schritte zu verhindern. Die Möglichkeit eines Austritts Italiens aus dem Völkerbund wird lebhaft erörtert. Jedoch liegen hierfür noch keinerlei nähere Mitteilungen vor. „Genf ein nncieeignefer Soden/ Noch kein Beschluß Italiens. Rom, 20. Noo. (TU.) Im Zusammenhang mit der Meldung, wonach der Große Faschistische Rat in feiner Sitzung am 5. Dezember die internationale Lage, insbesondere die Beziehungen Italiens zum Völkerbund und die Wirksamkeit des Völkerbundes selbst .nach dem Austritt Japans und Deutschlands prüfen werde, erfahren wir an zuständiger Stelle, daß die Nachrickt einer auslänol- fchen Agentur über einen Beschluß Italiens, aus dem Völkerbund auszutreten, der Grundlage entbehre und zumindestens den Tatsachen d ergreif e. Im geoenroärtigen kritischen Augenblick muß nach italienischer Ansicht auf diplomatischem Wege Fühlung genommen und anschließend gemeinsam von den verantwortlichen Großmächten verhandelt werden. Die direkten Vorarbeiten seien noch nicht geleistet und deshalb seien auch Behauptungen von einem baldigen Zusammentritt der vier Mächte in Rom ober anderwärts verfrüht Die italienische Politik sei nicht aus Grundsatz völkerbundfeindlich, jedoch müsse sie feststellen, daß der Völkerbund, aus dem Japan und Deutschland ausgetreten seien, während ihm die Vereinigten Staaten und Rußland nie an- aehorten, ein zur erfolgreichen Behandlung derart schwieriger Fragen ungeeigneter Boden sei. Wenn also Italien noch keinen Beschluß in dieser Hinsicht aesaht habe, so werde doch der Große Faschistische Rat Gelegenheit hoben, auf Grund der angeführten Tatsachen die Beziehungen zum Völkerbund und den politischen Wert des Völkerbundes selbst gewissenhaft zu überprüfen. Los von Versailles! Ter Völkerbund soll reformiert werden. Paris, 21.71ov. (ERB. Funkspruch.) Tlad) Weidungen aus Genf soll in völkerbundskreiseo der Gedanke, den Völkerbund zu reorganisieren, Fortschritte machen. Der Generalsekretär des Völkerbundes habe mit einem belgischen 3 n • eisten verhandelt, der einen neuen Völker- bunbsplan ausgearbeitet habe. Ob Avenol die Reoisionspläne W u s s o! i n i s annehmen werde, habe noch nicht festgestellt werden können. Doch hielten die italienischen Kreise es nicht für unmBg- lich. Der belgische Plan sehe die L o s l ö s u n g des Völkerbundspakle, vom Der- Mtn. U mit einer Art über den Kopf versetzte. Sie wurde mit einem S ch ä d e l b r u ch ins Krankenhaus em- I geliefert. Der Grund der Lat ist Eifersucht. Tie- liier Neue Bilder in und das verenge Die höhe des gte Dr. Ley Der Deutschen o Jjerun« jen Volk den g sei, um die zu heben, ob« i des Reichs- schuft ueron- bekannt, daß d Ange- • i eR-NQ lie Sollte izlakistischm |ai((er vertrag vor, wobei der völkerbundspatt so gändert werden soll, daß auch die vereinigten Staaten, Ruhland. Deutschland und Japan ihm beitreten könnten. Auf einem Laubengrundstück in Karow bei Berlin ereignete sich eine schwere Bluttat. Dort schlug der 69jährige Peter C i e z y n s k i seine Verlobte, die 52jährige Witwe Agnes Magdctazek, als sie gerade in der Küche frühstückte, nieder, indem er ihr von hinten mehrere wuchtige Schläge zynski glaubte, seine Verlobte habe ihn hinter- gangen. Er wurde festgenommen. £, währet & nie an« Die Lutherfeier in Darmstadt. Ministerialrat Ringshausen und Prälat D. Or. Or. Diehl sprechen. [fefrttär noch ie ilalienildjt e enlscheiben- lichkeii einer n »öltet« ütfltn hürfür w* ieuS. Brot und Wärme erkämpft worden ihr habt damit um das ganze deutsche Volk Band der Opfergemeinschaft geschlungen." P K ualitül Men fei. T ? e r b s. XW. 'esbioio. ns lei erste; 65 mit dein ns. ,«n Italiens des Bölter« Japans und wir an ZU« er auslanot' Italiens, aus ■uiW ent« atzen völen üplomotl men uni an* irantwortlichkN i Die ditttten !«■».*< i bMtn m obttjft, Auf den ehemaligen javanischen Ministerpräsidenten S a k a t s u k i wurde ein erfolgloser A n - schlag verübt. Als Baron Sakatsuki nach der Rückkehr von einer Reise in Tokio den Zug ließ, drängte sich ein junger Mann durch die M, und versuchte Baron Sakatsuki zu erdolchen. Er wurde erber im letzten Augenblick von Polizisten entwaffnet. Man glaubt, daß dere Be- roeggrunb zu diesem Anschlag in der Verstimmung gewisser japanischer Kreise über den Londoner Flottenoertrag zu suchen ist, an dessen Zustandekommen Sakatsuki hervorragenden Anteil Line Gatlenmörderin zum Tode verurteilt Das Potsdamer Schwurgericht verhandelte gegen die Ehefrau Pauline Zeychner, die in der Nacht vom 1. zum 2. Oktober ihren schlafenden Mann mit einer Axt erschlagen hatte. Die anfänglich recht glückliche Ehe war bald so getrübt worden, daß Streitigkeiten, die nicht selten mit Schlägerei endeten, an der Tagesordnung waren. Frau Zeychner wurde wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Kunst und Wissenschaft. Gegen die Verunglimpfung Gerhart Hauptmanns in der Wiener Presse. Gegen die in letzter Zeit sich mehrenden Herabwürdigungen namhafter Persönlichkeiten des deutschen Geisteslebens in einem gewissen Teil der Wiener Presse, besonders gegen unerhörte Verunglimpfungen Gerhart Hauptmanns in der „Wiener Allgemeinen Zeitung", wendet sich ein Aufruf deutscher Schriftsteller und Dichter Oesterreichs, in dem es heißt: Dieser Tage ist Gerhart Hauptmann in einer Wiener Zeitung Gegenstand gehässiger Angriffe gewesen, in welchen Alfred Kerr unter her lieber» I schrift „Gerhart Hauptmanns Schande" das Be» V l'lil««« c°! n. klar W Oer Führer der Hessischen Landes« kirche, Prälat D. Or. Or. Diehl, hielt die Festansprache. In seinen kernigen Formulierungen führte er u. a. aus: Wir sind heute hier, um Luther zu ehren und den Gefühlen Ausdruck zu verleihen, die mir für ihn und sein Werk hegen. Die größte Ehre wird einem Lehrer getan, wenn seine Schüler von ihm gelernt haben. Lernen wir von Luther die lebendige Kraft seines Willens und Wollens. Mit unserer Macht ist nichts getan, mit Gott aber sind wir groß und stark, wenn wir auch arm sind, und dann laßt uns unsere Aufgabe sagen: Dieses Gottesgnadentum zum Sieg zu führen in der Welt, in der Form, dah wir Diener unseres Gottes werden. Die Zelt ist heute so: wir haben zu wählen zwischen dem internationalen Bolschewismus und dem deutschnationalen Sozialismus, der eine neue Zukunft für Deutschland in sich birgt Wir haben zu wählen, wenn wir aber wählen sollen, sollen wir als Christen wählen. Es darf nicht so kommen, daß Deutschland sich unter dem Druck der Not dem nationalen Sozialismus anschließt. Die Einsicht muß kommen, aus evangelischem Leben, aus evangelischer Kraft heraus, aus dem Gefühl, daß wir zu den Kindern Gottes gehören, die sich opfern dürfen für die große heilige Sache Got- tes und für die Brüder. Wenn diese Erkenntnis sich durchringt, leisten wir dem Vaterland und dem Führer das Beste, steigen wir wieder empor auf die Höhe hin zur deutschen Gerechtigkeit. In diesem Sinne laßt uns das Lutherlied fingen. Die Festoersammlung sang dann gemeinsam den ersten und zweiten Vers des Lutherliedes, worauf der Superintendent von Starkenburg, Oberkirchenrat Dr. Müller die Schlußansprache hielt. Mit dem Gesang des dritten und vierten Verses des Luiherschen Trutzliedes schloß die erhebende Kundgebung. kenntnis dieses Mannes zu Deutschland In den Kot zerrt, ihn der Feigheit und Lüge zeiht und ihm „schmierige Schwäche" und „Wurmstichigkeit in tiefster Seele" vorwirft und ihn zuletzt als „ehrlos, ehrlos, ehrlos" bezeichnet. Die Besudelung und Beschimpfung großer und weltgültiger deutscher Kün tlernamen häufen sich jetzt, und keiner, dem Kun t und Künstlerschaft als höchster Ausdruck deut chen Volkstums erscheinen, vermag dies länger zu eriragen. Mr unterzeichneten deutschen Dichter und Schriftsteller Oesterreichs schließen uns hiermit zu nachdrücklichster Abwehr derartiger schmutziger Herabsetzungen und Verdächtigungen deutschen Be- kenntnisses und deutschen Wesens zusammen. (Gez.): Bruno Brehm, Robert Hohlbaum, Mirko Jelusich, Max Mell, Hermann Heinz Ortner, Friedrich Schreyvogel, Guido 3er- natto, Franz Karl Ginzkey, Friedrich Per- fonig, Dr. Franz Spunda, K. H. Wag- Q e r l. Bayreuther Vühnenfestspiele 1934. Die BayreutherBühnense st spiele 1934 finden vom 22. Juli bis zum 23. August statt. Der Spielplan umfaßt sechs „P a r s i v a l"-Aussührun- gen, vier „M e i st e r s i n g e r"-Aufsuhrungen, drei geschlossene R i n g z Y k l e n. Dr. Richard S t r a u ß wird wie im vorigen Jahre die musikalische Leitung des „Parsival" übernehmen. Die bewährten Kräfte der vorjährigen Festspiele werden fast ausnahmslos wieder zur Mitwirkung herangezogen werden. U. a. die Herren An dr äsen, B o ck e lm a n n, B u r g, Eugen Fuchs, Janssen, Kremer, List, Lo- renz, Prohaska, Fritz Wolf, Zimmer- mann und die Damen Berglund, Marta Fuchs, Heidersbach, Leider, Mana Mui- ler, Onägin. Altchristliche Kostbarkeiten in der Hagia Sophia. In der Kathedrale Hagia Sophia in Istanbul, die heute als Moschee benutzt wird, sind sehr wertvolle und aufsehenerregende a l t ch r i st l i ch e K o st- barteiten entdeckt worden. Der amerikanische Archäologe Thomas Whitemore fand in der Vorhalle unter den Fußbodenornamenten mehrere goldene Kreuze, die aus der Zeit vor dem 12. Jahrhundert stammen. Ferner ein Christusbild aus dem 9. Jahrhundert und einen goldenen mit Smaragden und Perlen besetzten Thron. Die türkische Rögie- 1 rung hat angeordnet, daß die bedeutsamen Funde öffentlich ausgestellt werden. Kleine politische Nachrichten. Die Reichskirchenregierung hat dem Vorsitzenden der bischöflichen Methodl- st e n k i r ch e in Preußen mitgeteilt, daß die Sir- chenregierung nicht die Absicht habe, die Freikirchen zwangsweise in die evangelischeKirche einzugliedern. Sie wünsche vielmehr angesichts der großen Aufgaben am deutschen Volke mit den evangelischen Freikirchen in Deutschland in freundlicher Weise zusamrnenzu arbeiten. De Valero, der Ministerpräsident des Irischen Freistaates, ist in dem Ulster-Wahlkreis South Down im britischen Nordirland für die bevorstehenden Parlamentswahlen als Kan- didatderNationali st enaufge stellt. Die Aufstellung de Valeros bedeutet, daß feine Partei, die Fianna Fall, an den Ulsterwahlen aktiv teil- nehmen wird. gegenb von Budapest), wurden jedoch von der dort vorsorglich postierten Polizei ungehalten. Die Milchfrauen gingen darauf auf die Polizisten «los. Es entspann sich ein sonderbarer Nohkampf von Polizisten und Milchfrauen. Der Angriff der Milchfrauen war durch Nebel begünstigt, durch den ihr Herannahen erst auf kurze Entfernung bemerkt wurde. In dem scharfen Kamps öffneten die Frauen ihre Milchkannen und übergossen die Polizei mit Milch. Schließlich gewannen natürlich die Polizisten die Oberhand, die eine Reihe von Frauen festnahrnen. Etwa 3000 Liter Milch aus 2000 Kannen blieben auf dem Schlachtfeld. Es handelt sich meist um Frauen aus einigen Gemeinden nördlich von Budapest. Die Milchfrauen anderer Gemeinden aus der Umgegend von Budapest blieben ruhig. Bluttat eines eifersüchtigen Greises. Kameradschaft waffenstudentischer Verbände. Berlin, 20. Nov. (TU.) Die vor kurzem begründete nationalsozialistische Gemeinschaft korpsstudentischer Verbände ist mit der Deutschen Wehrschaft auf der Grundlage völliger Gleichberechtigung und restlosen gegenseitigen kameradschaftlichen Vertrauens eine Arbeitsgemeinschaft eingegangen. Diese Arbeitsgemeinschaft trägt den Nomen „Kameradschaft waffen studentischer Verbände". Der Zusammenschluß erfolgte, um zu bekennen, daß diese Gruppen ernstlich gewillt sind, nationalsozialistische Erziehungsarbeit an der studentischen Jugend zu leisten. Die Führung der „Kameradschaft waffenstudentischer Verbände" liegt in den Händen eines Führer- r i n g e 5, in dem für die deutsche Wehrschaft, deren Führer Dr. Schmidtkamp (Gelsenkirchen) und als sein Vertreter S i e l m a n n (Berlin) ein» getreten sind. Mit diesem Zusammenschluß haben sich etwa 70 000 deutsche Woffenstuoenten gefunden. Dank des Winterhilfswerks an die Hitrerjugeno. Berlin, 20. Nov. (TU.) Der Reicksführer des Winterhilfswerks, H i l g e n f e l d t, hat an die Hitler-Jugend folgenden Dank gerichtet: „Deutsche Jungen, deutsche Mädchen! Ihr seid am vergangenen Sonntag in unermüdlichem Fleiß für dos große Werk der deutschen Winterhilfe in den Kampf gegen Hunger und Kälte gezogen. Ihr habt vom frühen Morgen bis zum späten Abend der Kälte zum Trotz ausgehalten mit einer Begeisterung, für die ich ganz besonders danke. Durch euren Einsatz ist fü r Millionen bedürftiger deutscher Volksgenossen WSN. D a r m st a d t, 20. Nov. Im Mittelpunkt der Darmstädter Lutherfeiern stand am Sonntagabend eine große Kundgebung in der großen Festhalle auf dem Exerzierplatz. Zahlreiche Ehrengäste waren erschienen, darunter auch die großherzogliche Familie. Nach dem Einmarsch der Jugendbünde. musikalischen und Chordaroielungen hieß der Vertreter der Darmstädter evangelischen Gemeinden, Landeskirchenrat D. Waltz, die Tausende willkommen. Sprech- und Kirchenchöre leiteten über zur Ansprache von Ministerialrat RingShausen ber u. a. ausführte: Wie Luther seinen Deutschen in Zucht und Freude ein neues Dasein, ein Leben voll Glück und Glauben gab, so baut Hit- ler ein neues Volk auf den Grundpfeilern Staat, Recht, Wirtschaft, Stand, Beruf, Eigentum. Auf der Grundlage allein, auf dem Glauben an Gott und Vaterland, an seine Sendung, konnte er sein Werk aufbauen. Ohne Reformation keine nationale Revolution. Ohne diese keine deutsche Zukunft. So bereiten beide die deutsche Zukunft vor, die beruht auf deutschem Glauben an deutsches Vaterland. Nun gilt es, das, was auf biefer Grundlage errungen für die Zukunft, für ein Jahrtausend zu erhalten. Nur von der Gesamtheit der Nation kann das erhalten werden. Die Zetten sind vorbei, da es hieß: Religion ist Privatjache! (Lebhafter Beifall!) Was wir errangen, kann nur und muß erhalten werden im christlichen Glauben. Religion ist Staats- und Volkssache, sie vermag mehr als Maschinengewehre und Tanks. Der 12. November hat bewiesen, daß die Menschen, die sich am weitesten entfernt hatten von Volk und Staat und Religion, zurückkehrten, als ber Führer rief: „Es geht um die Ehre!" Es gilt, den Glauben zu stärken, bann können wir getrost in bie beutsche Zukunft blicken. Das Deutschland- unb bas Horst-Wessel-Lied folgten der Ansprache. und Angst stellte ein gewisser Erwin Meyer aus Konstanz her. Klaus und Meyer sowie einige weitere Hehler sind hinter Schloß und Riegel gebracht worden. Wenn in Berlin ein Waaen gestohlen wurde, erhielt der in Zürich sitzende Angst telegraphisch Mitteilung, kam mit dem Flugzeug herüber und konnte innerhalb von 12 Stunden bas gestohlene Auto über die Grenze bringen. Bei allen Festgenommenen wurden falsche Typenscheine, falsche Führerscheine und Zulassungen gefunden. Don der Kolonne sind allein sieben hochwertige Wagen auf diese Weise nach der Schweiz geschafft worden. Line Familie durch Gas vergiftet In Bielefeld wurden der Drogist Sambo und seine Frau in ihren Betten tot aufgefunben. Vor dem Bett lag der achtjährige Sohn der Famitte. Als Todesursache der Eltern stellte sich Gasvergiftung heraus. Der Drogist hatte feinen Gas- Herd mittels eines Gasschlauches angeschlossen und diesen, damit er nicht abrutschen sollte, am Gashaupthahn mit einem Bindfaden feftgebunben. Im Laufe ber Zeit war sowohl der Schlauch rote auch ber gaben mürbe geworben und beides hatte sich gelöst. Außerdem war der Gashaupchahn nicht zugedreht. Durch das ausströmende Gas wurde dem Jungen wahrscheinlich zuerst schlecht. Er ist dann allem Anschein nach an das Bett feiner Eltern gegangen und dort ohnmächtig geworden. Als man ihn morgens fand, gab er noch schwache Lebenszeichen von sich. Das Kind wurde ins Krankenhaus übergeführt. Lin Feuerwehrhauptmann dec Brandstiftung beschuldigt. Großes Aufsehen erregte in London bie D er - Haftung bes Oberbefehlshabers bes „London Salvage Corps", einer halbamtlichen, von den englischen Versicherungsgesellschaften finanzierten Feuerwehrorganisation. Der Oberbefehlshaber Hauptmann M i l e s wird beschuldigt, sich an den betrügerischen Brandstiftungen des jüdischen Verschworer- Konzerns Leopold°H a r r i s und Genossen beteiligt zu haben, dessen Mitglieder vor einigen Monaten nach jahrelangen Dersicherungsbetruaereien, bei denen es sich um Millionenbeträge handelte, zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Hauptmann M'lles wurde gegen Hinterlegung der außergewöhnlich hohen Sicherheit von 5000 Pfund vorläufig wieder auf freien Fuß gefetzt. Angriff ungarischer Milchfrauen auf die Polizei. Dor einigen Tagen ist die direkte Milchzu ° fuhr vom Lande nach B u b a p e st verboten worden. Die Milchfrauen wollen sich jedoch mit dem Verbot bes Hereinbringens von Milch nicht abfin° fen Sie erschienen auf 20 Wagen in einer großen Gruppe zu Fuß bei ber Ofener Maut (in der Um- Aus aller Welt. Amerikanischer Stratosphärenballon erreicht 17 500 Meter Höhe. Kapitänleutnant (Settle unb Major Forbney sind am Montag um 9.27 Uhr Ostnormalzeit in Akron (Ohio) zu einem S t r a t o s p h ä r e n f l u g gestartet. Der Ballon trieb bei klarem Wetter südostwärts ab. Die Flieger hoffen, bei Sonnenunter- » wieder zu lanßen. Settle erklärte, daß er nicht sichtige, den Russenrekord zu brechen. Er wolle nur wissenschaftliche Beobachtungen anstellen. Sett- les Begleiter, Fordney, machte mit diesem Fluge seine erste Ballonfahrt. Die Marinefunkstation in Akron erhielt einen Funkspruch von Settle, wonach sich der Stratosphärenballon in etwa 16000 Meter Höhe befand. Die Funkstation gab noch bekannt, daß Kapitänleutnant Settle in seinem letzten Funkspruch mitgeteilt hat, daß er sämtlichen überflüssigen Ballast, seine Meßgeräte, sowie seinen Funkapparat zwecks Erleichterung des Ballons abwirft. Der Stratosphärenballon ist am Montagabend bei Alloway glatt gelandet. Er ist also während seines Fluges ungefähr 960 Kilometer in östlicher Richtung über das Land getrieben worden. Die erreichte Höhe wird nach einer neueren Meldung auf 17500 Meter geschätzt. Damit wäre der Rekord Professor P i c c a r b s geschlagen, nicht aber der 19 000-Meter-Rekord des Sowjet- bollons. „Pat und Patachon" frisch und munter. Die beiden dänischen Filmkomiker „Pat und Patachon" sind, wie ihre Kopenhagener Filmgesellschaft vor einigen Tagen mitteilt, frisch und munter. Die Nachricht von einem Tobsuchtsanfall Pats fei frei erfunden. Immerhin habe Patachon vor nicht allzulanger Zeit einen Nervenzusammenbruch gehabt. Sein letztes Gesundheits- buUetin besage jedoch: „Bestes Wohlergehen. Festnahme einer Autodiebeskolonne. In den letzten Monaten hatte sich in Berlin eine Autodiebeskolonne breitgemacht, bie nur hochwertige Mercebeswagen neuesten Modells stahl. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, daß einzelne dieser Wagen zunächst in Zürich auftauchten. Weitere Ermittlungen ergaben, daß es sich hier um eine raffiniert arbeitende und außerordentlich gut organisierte Kolonne handelte. Das Haupt der Bande war der 35jährige Elektriker Karl Klaus, der von vier Strafverfolgungsbehörden bereits gesucht wurde. Er nannte sich bei den Schiebungen Karl Anders und Karl Schulze. Der Haupthehler, der 25jährige Mechaniker Paul A n g st, der sich in Zürich als Garagenbesitzer niedergelassen hatte, konnte bereits von den Schweizer Behörden festgenommen werden. Die Verbindung zwischen Klaus (Ernt, 'k btt fitt. 'cherung e-, öa& sich 'N Problem tung des agehuliener en Ausgabe b den Pro« 9 zu unb in Aufgaben i die »er« n alles tun, uspannen ie ihre Frei, igenb wie i wir mit ber hatte. Wetter rausfagc. Unsere Wetterlage steht unter dem Einfluß hohen Druckes, dessen Hauptkern noch über dem Baltikum lagert. Aber auch im Westen ist neuer Barometeranstieg erfolgt. Infolge absinkender Luft ist bei uns die Wolkenschicht beseitigt worden, wobei durch die ungehinderte Ausstrahlung in der Nacht Frosttemperaturen zustande kamen. Der hohe Druck wird weiter die Vorherrschaft behalten, so daß, abgesehen von einzelnen Dunst- und Nebelbildungen, vorwiegend aufheiterndes und trockenes Wetter bestehen bleibt, wobei der nächtliche Temperatur, rückgang noch fortschreitet. Aussichten für Mittwoch: Stellenweise bunftig, sonst vielfach aufheiternd, trocken, stärkere Temperaturgegensätze, nachts Frost. Aussichten für Donnerstag: Keine wesentliche Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 20. November: mittags 53 Grad Celsius, abends 3,1 Grad: am 21. November: morgens 1 Grad. Maximum 5,4 Grad, Minimum 0,5 Grad. lies für Äeutschlaaö In 360 Golöranöbiiöern wird hier £000 |af)ce Deutsche Geschichte unö Deutsches Heldentum dem Sammler vor Augen geführt. Die Sammlung beginnt mit Hermann öem Cherusker unö enöigt bei öem Reichsparteitag in Nürnberg 1933. Sie erregt Degeisterung bei Jung unö Alt Doktor Grubes Ehe. Originalroman von 3- Schneider.Zoerfil. 19. Fortsetzung. Nachdruck verbalen! „Halten Sie!" rief Senestrey durch das Sprach, rohr, lieber Hamstead, der bereits den Arm aus- gestreckt hatte, hinweggreifend, öffnete er den Schlag. „Ich will gleich lieber selber nachsehen, ob Henry Roe zu Hause ist." „Bitte!" Nach fünf Minuten kam er wieder. „Er ist da und weiß oereits, daß Sie ihn sprechen wollen. Soll ich Mitkommen, Mylord?" „Danke, nein!" Senestrey sah ihm mit Besorgnis nach, wie er den Nassen Weg dahinschritt. Schade, wenn er mit seinen fünfzig Jahren in die Netze einer Circe geraten wäre! Henry Roe, Irlands großer Seher, stand auf dem schmalen weißen Streifen Landes vor seiner Hütte und befestigte Netze an den hohen Pflöcken. Der Wind zerrte und riß an seinem weißen Haar. Er hörte einen Schritt hinter sich und wandte sich langsam um. „Schon zurück, Mylord?" „Schon, sagst du?" sagte Hamstead, ihm die Hand reichend. „Ich bin lange über ein Jahr fort gewesen." „Was ist ein Jahr!" Der Alte machte sich wieder daran, seine Netze weiter zu befestigen. „Wie gehen die Geschäfte?" Hamstead zog sein Etui und reichte es dem Alten. Der schüttelte den Kopf. „Ich habe mir's abgewöhnt — Was die Geschäfte anbetrifft: die gehen schlecht, Mylord. Es ist Zeit, daß, ich endlich weggeholt werde. Ich bin alt. Und jeder Tag legt etwas Neues dazu, das nicht gut ist. Andere Menschen haben nur das Ihre allem zu tragen, ich trage es von Tausenden mit mir herum. Das ist zuviel." „Du weißt, warum ich komme, Henry?" ,Lch weiß es, ja! — Ich wußte es schon vor Dachen." „Ist sie tot?" fragte Hamstead. Es war kaum zu hören. Henry Rae hatte es trotzdem vernommen. „Es wäre besser für sie, Mylord." Zwei Hände griffen nach seinem Oberarm.-- »Henry!" „Ja, Mylord." Hamstead schüttelte den Alten an der Schulter, daß dieser nach einem Pfosten griff, um nicht umgeworfen zu werden. „Sag, daß sie lebt, Henry!" „Habe ich das nicht schon gesagt!" lächelte der Alte schmerzlich und bann mit einem herben Seufzen: „Alle seid Ihr des Glaubens, als ob nur die Lebendigen glücklich wären.--Ich habe geglaubt, Sie würden anders fragen." „Wie hätte ich denn fragen sollen, Henry?" Da flüsterte ihm der Alte etwas zu, das ihn wie ein Hieb traf. Er taumelte gegen den Pfosten, der ihm am nächsten stand und suchte Halt daran. Der Alte hatte keinen Finger gerührt, ihn zu stutzen. Er nickte nur und fuhr fort, eine verschlungene Ma|chc aus dem Netz zu entwirren. Als er damit fertig war, wandte er dem Lord bas Gesicht zu. Es war völlig ruhig unb ausgeglichen wie immer. „Nichts änbert sich an bem, wie es meine Augen sehen.--Kreuzträger will feiner werden. Unb niemanb würde das Querholz auf sich nehmen, wenn er nicht müßte. Aber bas Geschick fragt nicht lange. Das sagt ganj einfach „Nimm! Du mußt!--" unb auch Sie müssen, Mylord." „Müssen!" murmelte Hamsteab nach, lehnte ben Kopf gegen ben Pfosten und schämte sich nicht, daß ihm die Tränen über die Wangen liefen. Roe stand unbeweglich und sah ihn an. „So meint der andere auch." Hamstead taumelte empor. ,Lch möchte gerne etwas für dich tun, Henry." „Für mich? — — Ich wüßte nicht was, Mylord." Der Seher hatte etwas wie Mitleid im Gesicht. „Umsonst hat mich der Himmel mit dieser furchtbaren Gabe bedacht. Umsonst gebe ich sie wieder. Traurig genug, daß ich nur sehen und nichts ändern kann. — — Gehen Sie jetzt, Mylord, es wird gleich wieder regnen." Hamstead hielt ihm die Rechte entgegen, in welche der Fischer seine harten Finger legte. „Auf Wiedersehen, Henry!" „Vielleicht, Mylord." Erschrocken zog Hamstead seine Hand zurück und sah ihn fragend an. „Ich gehe noch vor Ihnen", sagte dieser lächelnd. „Was fürchten Sie denn? Ist Leden unb Tob nicht ein?" Ihm den Rücken wendend, machte er sich wieder an seinen Netzen zu schaffen Er wandte sich auch nicht mehr um, als er Hamstead sich entfernen hörte. Am Abend brachte man dem Lord die Nach- richt, daß der Alte von einer Sturzwelle fortgerissen unb bis jetzt noch nicht geborgen werben konnte. * Lord Hamstead saß seinem alten Freunbe Dr. Mattwes gegenüber, ber ihn mit aufmerksamem Blicke betrachtete. „Also das Wasser und die Liebe, Cecil — biese beiben .schlechtbeleumunbeten Dinge haben dich so elend und unglücklich gemacht." „Du kannst noch scherzen!" fuhr Hamstead auf. „Wer sagt, daß ich scherze?" Und während der Doktor sich ein Glas Whisky eingoß — das zweite an diesem Abend —, wippte er bedächtig mit den Füßen, denn nebenan spielte ein Funkorchester einen modernen Schlager auf Schallplatten. „Du brauchst nur zu sagen, was ich soll. Ich tue Ja feit vierzig Jahren immer nur das, was du willst. Bin also ganz unb gar nicht aus der Hebung gekommen." ,Zch brauche dich nicht! Es geht auch ohne dich!" „Glaubst bu? Vorläufig aber hat es aar nicht ben Anschein, als ob es so wäre. Du siehst schlecht aus, Cecil! Reichlich schlecht! Ich werbe bich jetzt zu Bett bringen,--keine Wiberrebe, bitte. Unb wenn bu bann in ben Febern liegst, sprechen wir weiter." Hier gab es schlechterdings keine Wiberrebe, auch für Lorb Cecil nicht. Dazu kannte dieser ben Freunb zur Genüge. Als er in ben Kissen lag, bekam er noch bas Fieberthermometer unter bie Achsel gesteckt, bas Mattwes drei Minuten später roieber behutsam herausholte. „38,5. Ganz orbenllich für einen Rückfall. Du bekommst jetzt einen kalten Wickel! Dann machst bu bie Augen zu unb schläfst!--Jawohl, bu schläfst!" sagte er nachdrücklich. Loewe kam unb half ben Wickel umlegen. Ham- fteabs Zähne klapperten, als er bas eisigkalte Laken um ben Leib geschlungen bekam. Er schloß bie Augen unb fühlte nach einer Weile, wie bie Hitze sank. Als er aufsah, bemerkte er Mattwes' ernsten Blick. „Senestrey bleibt bei bir unb Loewe! Ich benütze ben Nachtexpreß nach Lonbon unb beauftrage bort einen Detektiv, nach bem Mäbchen zu forschen." „In meinem Namen", sagte Hamstead, wollte sich aufrichten unb glitt roieber zurück, benn bie Arme steckten fest unter ber Seibenbecke. „Nein, in meinem", widersprach Mattwes. „Sonst kostet bie Geschichte hoppelt so viel." Darüber mußte Hamsteab lachen. Der Freund war immer für Sparsamkeit gewesen. Das Lächeln schwand auch nicht aus feinem Gesichte, als er jetzt den Kopf gegen die Wand drehte. Mattwes war es zufrieden und fuhr eine Stunde später beruhigt ab. Er blieb vier Tage in London, was einen neuen Fieberanfall bei Hamstead zur Folge hatte. Als er dann endlich am Abend des fünften kam, erfuhr er einen etwas ungnädigen Empfang. „War es wirklich nötig, daß du so lange ausbliebst?" „Wenn es nicht nötig gewesen wäre, würde ich früher gekommen fein!" lautete bie gleichmütige Antwort. „Du enttäuschst mich, Cecil." Dabei rollte sich ber Doktor einen Stuhl ans Bett. „Fünfzig Jahre bis bu alt geworben unb nun auf einmal biefes Feuer. Das ist nicht gut! Auch für unsere Freunbschaft nicht. Es ist so nett gewesen zwischen uns beiben. Ich habe bich zwar nie zuviel gehabt, unb gefolgt hast bu mir auch nicht sonberlich gut — — aber immerhin — — — unb nun kommt biese Frembe und du kriegst ihretwegen bis zu 40 Fieber und ich bekomme Schelte ihretwegen, obwohl ich die ganze Nacht gefahren bin unb noch einmal ben ganzen Nachmittag! — Du bist nicht eben bankbar, Cecil! — — Und ich bin müde." Damit wollte er sich entfernen. Aber Hamfteads Arme hielten ihn fest. „Der- zeih!" sagte er. ,Lu siehst doch, wie erregt ich bin." „Sehe ich, ja.--Also dieses Fräulein Christa Wellenberg ist zur Zeit in der Schweiz. Den Namen der Pension habe ich auch notiert. ,Cugano — Hotel Qeöerar — nun und bie Hauptsache, bu kannst sie sogar heiraten, benn ihr Verlobter, Dr. Grube glaube ich heißt er, hat inzwischen eine anbere genommen." Hamsteab wollte mit einem Ruck in bie Höhe fahren Aber Mattwes brückte ihn leicht zurück. „Bleib liegen, bitte, lieber ben Montrey--von bem hast bu boch auch gesprochen — — habe ich ebenfalls Erkundigungen einziehen lassen. Der Herr Hauptmann ist zur Zeit stellenlos. Den kannst bu also auch gleich an bein Her; nehmen. Der arme Teufel roirbs brauchen können." Hamsteab griff nach ben Hänben bcs Freundes unb zog sie an bie Brust. „Wie kann ich dir meinen Dank beweisen, bu Guter?" Mattwes lächelte flüchtig. „Inbem bu heute nacht ohne Lieber schläfst. Wenn bu’s haben willst, fahre ich nMnetwegen auch noch nach Lugano. Aber erst morgen früh. Für ben Moment bin ich nicht fähig bazu.--Gute Nacht, Cecil!" Er hatte bereits seinen Rock abgestreift unb streckte sich auf bem Ruhebette aus, bas in der Ecke stand. Als Senestrey etwas später kam, um nach den Wünschen Hamsteabs zu fragen, flüsterte ihm bieser zu: „Machen Sie's ihm etwas bequemer, bitte! Stopfen Sie ihm ein Kissen gegen bie Wanb unb eines in ben Rücken. Unb geben Sie ihm eine Decke über bie Füße. Aber leise, bitte, leise! Er erwacht sonst womöglich, unb er hat so viel für mich getan." Es würbe eine fieberlofe Nacht unb ber Doktor konnte, ohne geweckt zu werben, in Frieben schlafen. Aber Mattwes träumte schrecklich. Unb als er am Morgen erwachte, schalt er: „Ich habe einen ununterbrochenen Kamps mit Frauen gefühlt. Lauter blonbe, rote, braune unb schwarze waren es. — — Unb jebe hieß .Christa' Zum Schlüsse wußte ich nicht mehr, welches bie rechte war. Hoffentlich bringe ich bir nicht bie falsche aus Lugano mit." „Sie ist nicht zu verwechseln, Mattwes." „Dann brauche ich ja keine Angst zu haben", sagte bieser erleichtert. Am übernächsten Tage fuhr er mit bem Frühzuge nach Lonbon, um sich von bort mit bem Flugzeug über ben Kanal zu begeben. (Fortsetzung foiflt.) Aus unserem Räumungs-Programm 7093 A Ferner Kinderwagen, Teppiche, Gardinen, Strick- und Wirkwaren zu enorm billigen Preisen! Abteilung Spielwaren: Holzpferdchen, Schaukelpferde, Gespanne, Aufziehartikel Autos, Puppen all. Art, Puppenzimmer-u.-Zimmereinrichtungen, Gesellschaftsspiele, Baukästen, Kegelspiele usw. Abteilung Luxuswaren: Aufsätze, Obstschalen, Figuren, Halsketten, Ringe, Anstecknadeln, Handtaschen, Uhren usw. Lauer & Wöll (vormals Kaufhaus Elsoffer) Marktstr. 27 GIESSEN Marktstr. 27 Lichtspielhaus • Gießen Flugbelrieb im FLegerloger 7080 C Das Ringen von 1916 von unsern ehern. Feinden aus gesehen IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIWIM Mamiiljipffliiin“ Walltorstr. S 06616 MITTWOCH SchlaMsl Ib 10 Uhr vorm. Wellfleisch mit tat Die schönsten [Stellengesuche) Bertsdienle/BieBen Vereine | 7078 A Konzert lind Tanz! Verkäufe Carl Nowack Am Oswaldsgarten Ruf Nr. 2145—2146 Inh. Carl Heinz Schlüter das gute deutsche Spezialgeschäft iiiiiiiiiiiiiieiiiiiiiiiiie C Der tftahltel wie das meinige vermag jeden Wunsch der Demen zu erfüllen qualitativ vorzüglich, mit und ohne Pelz,finden Sie bei mir Mädchen vom Lande (19 Jahre alt), in allen ■vauoarbeiten erfahr., sucht Stell, zum 1. Januar 1934. Srbr. Anfragen unt. 06610g.d.Gieß.Anz. 500 6151000 um. f.ein halb.Jahr von 2elbfmeber gegen Sicherheit gesucht. Schr.Ang.u. OGG 13 an ien (»ließ. Anz. Fahrbares Kinderbett iu verkaufen, «ew Iftcrwcg 67vart. r. NIEDERHAUSEN Bahnhofstraße -i[Xäd gegenüber Hotel Schütz. Stadttheater tileOcn tomD Mittwoch, 22.Nov., 1930—22 Uhr Auh. Abonnement Ernt Coerctteiwr. Wiener Blut Coerette in 3 Akten von Johann Strauß 2-3-Zimmer-Volinung UNN 1. Dezember ncfudit. Schriftliche Angebote ont.06611 e.d.Gieß. Ausetgcr. Gutgehende Bäckerei u. Wirtschaft wegen Todesfall sofort zu Dcroodncn. Schr. Ang. u.06629 a. d. Gießener An,. Mittwoch, 22. November ab 4 Uhr Ingenieurschule Jlmenaui.n M»ichmen-u. Elektrotechnik. Aato-u-Flufiewhau. Lehrfabrik fürPrakti kanten. Werkmeisterabteiiuag. [Verschiedenes | Winter- Neuheiten | Mietgesucne | Junges f^beliaar (Akademiker» sucht zum Frühjahr (-S-ZiiB.-WohooDg mit Zubehör. Sehr. Angeb. unter 06609 o.b. Gien.Anzeiger. Ein so grosses Mantel-Lager Große O-Zimw.-Mn. int Zentr. der Stadt für sofort vreiriuert An vermieten. Interessenten beheben ihre Anfragen unter 7087D an den Gieß Anz.aufzngeh. Detektiv K. Gerz, Bad-Bianheim, Knr- streße 17 erteöifltaUe oei trauliche Privat- u (9etd)äfu'anaelei aenbeticn. wie »ufr fünfte, Beobachtun- aen.Erm tte unaen Beschaffung o. Be- roe »mal in Sirni- u. HidiIdioa ürenr diSkr. 2vrechft.:9b iyz.ii '-6Nb- Laden m beitet zentr. Geschäftslage u.1.4.34 z. nenn. 2rtir. Anfr. o. nur folo. A mn. u. 06vO8a.d.Gicß.«nz. Oder wissen Sie einen anderen? — Nein, bitte hier spricht der Arzt Ihres Ofens, und der muß es wissen. Für das viele Geld was Sie tllglich unnötig an nf?» L„T,7brelnxnen' hft“fn Sio 'ilngst einen neuen Ofen kaufen können. Aber keinen gewöhnlichen, sondern einen, in dem Sie Braunkohlen am vorteilhaftesten brennen können. natürlich auch Stein- kohlen und Briketts. Dieser außergewöhnliche Ofen heißt _ „Der sialjlöeim“ v.ü.Z^onsgr. Gießen i Mittwoch, 22. Nov. 20 Ubr 7.7,0 Ortegrupperv Appell im ( Goethe- Bundes gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 3 in der Musikalienhandlung Challier bis zu 3 Hitzen freien Eintritt; für Verbafidsmitglieder gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 3 und für Mitglieder des Kaufmännischen Vereins und Gewerbe- Vereins gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 12 bei Challier zu 60 Pf.; für Mitglieder und Hörer der Volkshochschule gegen Vorzeigen der Hörerkarte an der Saalkasse zu GO Pf.; für Nichtmitglkder zu 1 Mk. bei Challier und Saalkasse; für Studenten: Vergünstigungs-Gutscheine zu 30 Pf. auf der Geschäftsstelle der Studentenschaft, Univ.-Geb.. Zimmer 6. [70710 Voranzeige! 2. Dichterabend: Agne» Hiegel lie»t. | Stellenangebote | Ordentliches Tagesmädchen zum 1. Dez. gesucht. Borzustellen Bahn- bofftrnne 54. ««n Klavier mit gutem, weichem Klang sowie Herrenzimmer schwarz Eichen, beides sehr gut erhalt., vreicw. zu verkauf. Näh. Zigarrenlad., Babnln'fstr.54 .Q»8M vianoLn, zu verkaufen, oeeio Babnhofstr. 65 H. | Kaufgesuche | (Mein'., gut erhalten. B. M.W. oder Dixi -Wagen 2—4-Lider, gegen bar au kaufen pef. Ang. Ctto Schmidt, Autorevaratur Lützellinden. SEEFISCHE zum Kochen"^0 im Ausschnitt Pfund . . ab 45 «) «Zilet Marke Fifi Pfund... ab 45 4 Heilbutt, i.Auöschn. Pfund ab 100 4 Lebende Karvfen Pfund. . 1OO 4 Lebende Schleien Pfund 1254 Täal. frische Rauch.- Waren emvsieblt A.Koch Xachflg. ■Inshurg 18 Toi. 3412 Droiröhron - Gleich - Stromgerät (Blaupkt.) gegen Wechselstromgerät umzugshalber zu tauschen gesucht oder zu verkaufen. Bu erfrag, t. der Ge- schäftsit d G A —Mi inchli gibt laufend ab (Postkarte genügt). II. .1. Schliffner. Schinenb. Weg 40 4000Mk. a.la Anw. inGiesien 0. Hnoo- thek von vünktlich. Binszahler gesucht. Lchr. Ang. u. 06625 a.d. Gieß. Anzeiger. 'Rehme hiermit die Beleidigung gegen Karl Bechthold Lannebach Nr. 37 und Sohn zurück. Heinrich Dönges Launsbach. Mm.-Wng. mit.Kücheverl.bzw. 15. Dez. zu mieten gesucht. Schr. Ang. unter 06619 an den Gienener 'Anzeiger. Braunkohlen und Steinkohlen gehören nur in diesen Oranter. Er brennt den ganzen Winter hindurch, ohne daß Sie besondere Mühe haben und spendet stets gleichmäßige W ärme. Der Oranier ist der sparende Ofen unter den Oefen. weil er nach den neuesten Heizungs-Erfahrungen gebaut ist. Seine Formen sind ein wahrer Genuß für den der im Ofen nicht nur einen störenden Kasten sieht Nein Preis ist leicht erschwinglich. Bitte ordern Sie doch einmal nähere Unterlagen ein bei J. B. Häuser, Gießen Gut erhaltener Eisschrank zu verkaufen. oe<-i Nenftadt 12 IL Kleider nttuteL Wäsche saft neu Konfirmandinnen- grvne.vreiswert ab- umebeu »«eil 2cltcroiDca^7,i .2t. Ab Mittwoch: > ■ Verdun Heute letzter Tag der wundervolle Kriminalfilm Geheimnis des blauen Zimmers Goethe-Bund Sonntag, 26. Nov. (Totensonntag), abends 8 Uhr, Neue Aula Steppdecken, Koltei fertige Betten zuverlässig und preiswert bei äußerst preiswert! 7092 A Gebr. Seelbach 7084d jetzt Seltersweß Nr. 20 Gedenkstunde fttr den großen deutschen Dichter, für den Künder und Dehner deutschen Geistes Paul Ernst '*DrtqaigoJM5qi4^ «gibt Keinen andern OJe^ J.