Nr. 2§? Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverhesseiy Samstag, ^.Mlober (933 Ausgaben und Ziele der Raffenpflege. Don Professor Dr Etaemmler, Chemnitz. Der bekannte Vorkämpfer der Rassenhygiene ist soeben auf den neubegrünbeten Lehrstuhl für Rassenhygiene an der Universität Leipzig berufen worden. Es gibt keine Aufgabe, die größer und dringender wäre als die: an der rassischen Erneuerung unseres Volkes zu arbeiten. Gelingt dieser Wiederaufbau, gelingt diese innere Erneuerung, die die Krankheit nicht in ihren äußeren Symptomen behandelt, sondern den Ketm der Verderbnis selbst vernichtet, dann haben wir gesiegt, dann ist das Dritte Reich wirklich begründet, das Reich der tausendjährigen Zukunft. Man nennt uns Raffenmaterialiften, Menschen, die glauben, an Stelle der Allmacht der Atome und Moleküle die der Chromosomen und Gene setzen, aus ihnen alles erklären, mit ihnen arbeiten zu können, wie der Chemiker mit Säuren und Vasen. Die Einführung des Gesetzes zur Verhütung kranken Rachwuchses und zur allmählichen Reinigung des Volkskörpers muh als eine Tat der Nächstenliebe und der Vorsorge für die kommende Generation ausgefaht werden. Reichsinnenminlster Dr. Frick hat mit Recht betont, dah letzten Endes eine fatsche, übertriebene Humanität und soziale Fürsorge sich für unser Volk als eine unerträgliche Grausamkeit auswirken müsse. An der sittlichen Pflicht, die schwer erbkranken Menschen von der Fortpflanzung auszuschalten, kann und darf uns daher keine falsch verstandene Nächstenliebe hindern. Stein, mir wissen, daß auch heute noch der Satz gilt und für uns mehr denn je: E s i st d e r G e i st, der sich den Körper baut. Wir wissen, daß der Körper unseres Volkes nur dann gesund und stark werden und bleiben kann, wenn sich seine Seele aus den Niederungen materialistischen Strebertums wieder erhebt in die höhen idealistischer Djerbereitfdjaft. Unsere Erneuerung hat nicht vom Verstand her zu erfolgen, was erneuert werden muß, ist in erster Linie unser Gewissen. Es gibt keine Rassenpflege, die nicht in erster Linie Pflege des Rasfengewisfens ist. Der lieberalistische Mensch ist eingehüllt und nach außen hin isoliert durch einen dicken Mantel von dem, was er seine privaten Angelegenheiten nennt. Es ist seine private Angelegenheit, ob er anständig und gesund ist, ob er seinen Körper stählt und kräftigt ober nicht, es ist feine private Angelegenheit, ob und wann und wen er heiratet. Es ist feine private Angelegenheit, ob er Kinder hat ober nicht, wie er sie erzieht, was aus ihnen wird. Alles das ist solange seine Privatangelegenheit, als er nicht seinen Nachbarn direkt beeinträchtigt und schädigt. Für den wahren Sozialisten in unserem Sinne sind das alles keine privaten Angelegenheiten, sondern Angelegenheiten des Volkes. Er fühlt sich verantwortlich nicht nur für sich und seine Familie, sondern auch für die kommenden Geschlechter, denen er Ahnherr sein soll. Verantwortungsbewußtsein ist das, was wir von jedem Deutschen verlangen. Verantwortungsbewußt- fein nicht nur dem heute und Morgen, sondern den künftigen Geschlechtern gegenüber. Nicht mir haben das Recht, unsere Kinder dafür verantwort-- tich zu machen, was aus ihnen geworden ist, was sie geleistet haben, sondern sie haben das Recht, uns zur Verantwortung zu ziehen. Denn wir haben ihnen die Rasse mit ins Leben gegeben, und wir haben die Pflicht gehabt, dafür zu sorgen, daß der Keim, der in ihnen steckt, zur Entwicklung und zur Blüte kommt. Was wir also in erster Linie treiben müssen, Ist Pflege der Rassenseele, des Rassengewissens. Damit beginnt man aber nicht bei feinen Mitmenschen, sondern bei s i ch selbst. Die Pflege des Rassengewissens geht auf folgende Ziele hinaus: Jeder hat feinen. Körper und feine Seele gesund und rein zu halten, vor Schmutz und Gift zu schützen. Nur in gesundem Körper kann ein gesunder Geist wohnen. Aber der Körper bleibt nur solange gesund, wie die Seele gesund ist. Wir wissen, daß die Geschlechtskrankheiten die Rasse verderben. Wir haben Hunderte von Mitteln gefunden, die Gefahren der Ansteckung herabzusetzen. Aber wir haben vergessen, daß durch geschlechtliche Zuchtlosigkeit jedes Gefühl für das Rassische abgetötet wird. Die Ehe und Familie sind als das heiligste anzusehen, was es für ein Volk gibt. Die Ehe muh aber wieder zu dem werden, was sie ihrem inneren Wesen nach sein soll: die Stätte, in der das Volk in der neuen Generation zu neuem Leben erwacht. Alles, was Ehe und Familie zerstört, ist rücksichtslos zu bekämpfen, was sie fördert, zu unterstützen. Jeder ist verantwortlich dafür, daß die guten Raffenteile des Volkes fortgepflanzt, die schlechten vernichtet werden. Jeder hat bei der Eheschließung daran zu denken, dah seine Kinder nicht nur von ihm, sondern auch von der anderen Seite das Rassenerbe mitbekommen, und hat sich vor der Eheschließung davon zu überzeugen, ob sein Ehepartner die Gewähr dafür bietet, Daß diese Forderung erfüllt wird. Die Reinheit der Rasse garantiert die einheitliche Struth der Seele. Der Deutsche kann mit Recht stolz sein auf das, was fein Volk geleistet hat. Er weiß, daß diese Leistungen nur mög- lieh waren durch die rassenmäßige Zu- sammensetzung des Volkskörpers. Die Geschichte hat gezeigt, daß die Mischung der hoch- rasse mit fremden Rassen die einheitliche Struktur der Volksseele gefährdet und zerstört. Sein Rassen- stolz muß es ihm daher verbieten, sich mit niederen Nassen zu mischen. Der Rassenwert eines Volkes ist bedingt durch zwei Größen: Einmal durch die Zusammensetzung des Volkes aus einer Anzahl von Einzelrassen Wir wissen alle, daß wir kein reinrassiges Volk mehr sind. War früher die nordische Rasse das absolut führende Element, so ist die Mischung von Jahr- hundert zu Jahrhundert stärker geworden. Das gilt ZU Öen Deutschen in Angola. Don Or. Paul Rohrbach. Pflanzung Alto-Catumbela, den 21. Sept. 1933. Schlechte Schiffsverbindungen und andere Zufälle haben uns, statt nach Kamerun, unvermutet hierher auf das Hochland von Angola geführt. Man kommt in Afrika öfters in die Lage, sich rasch entscheiden zu müssen. Von Kamerun heißt es: aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und Angola, soviel merken wir schon jetzt, ist eine Reise wert. Ein paar tausend Autokilometer werden es wohl sicher werden, aber wir sind das ja gewohnt. Alto-Catumbela ist eine große Sisal- Pflanzung, 275 Kilometer vom Hafen Lobito auf der ersten Hochlandstufe von Angola gelegen. Sie wird von einem alten Ostafrikaner, Herrn Hermanns, der viel Erfahrung in Sisal hat, geleitet, und sie gehört den „Benguela Estates". Um das zu erläutern, muß Ich etwas ausholen. Man kennt den Typ zäher und unternehmender Engländer — wenn ich hier sage „unternehmend", so meine ich unternehmend in großem Stil — dessen berühmtestes Vorbild Cecil Rhodes ist. Von kleinerem Format, aber immer noch bedeutend genug, um das Bedauern zu wecken, daß in der Vorkriegszeit sich nicht auch bei uns ähnliche Persönlichkeiten sanden, war ein gewisser Robert, jetzt Sir Robert Williams. Er faßte vor 25 Jahre den Plan, eine mehrere tausend Kilometer lange Eisenbahn von Lobito, dessen Hafen er vorläufig ausbauen ließ, nach dem enorm reichen Kupfergebiet von Katanga im Süden der belgischen Kongo-Kolonie zu bauen. Das Kupfer von Katanga, die Rechnung auf englischen Einfluß in Angola, die Freude an einem kühnen Unternehmen, dazu eine unerbittliche Zähigkeit, vereinten sich bei ihm, nicht eher locker zu lassen, als bis durch viele finanzielle Stockungen, durch den Weltkrieg und andere Schwierigkeiten hindurch das Werk vollendet war. Seit einigen Jahren rollen die Züge mit dem Erz von Katanga an den neuen steinernen Kai von Lobito, den die deutsche Firma Grün & Bilfinger in Mannyeim baut. Herr Bilfinger jun., zugleich deutscher Konsul in Lobito, ist der Gastfreund, dessen Liebenswürdigkeit wir die Einladung verdanken, mit ihm gemeinsam eine Reise ins Innere zu machen. Mit dem Wil- liamsschen Bahnbau waren große Landkonzessionen verbunden, und eine von ihnen sind die Benguela Estates. Für geduldige Arbeit kleineren und mittleren Formats, die wahre Grundlage überseeischer Siedlung, taugen die heutigen Engländer nichts, aber für Sachen in großem Stil sind sie immer noch zu haben. Sie haben auch Geduld, auf den Erfolg zu warten, und sie sind reich genug, es zu können. Alto-Catumbela hat 1500 Hektar Sisal, so viel wie die größte ostafrikanische Pflanzung, die übrigens, ich freue mich, es sagen zu können, einer deutschen Gesellschaft gehört. Der Sisal, die bekannte mexikanische Faseragave, braucht hier in 1200 Meter Höhe ein Jahr länger als in Ostafrika, um schnittreif zu werden. Erst nach vier Jahren konnte die hiesige Fabrik, die aus den schweren fleischigen Blättern die weiße Faser herauszieht, zu arbeiten anfangen. Es ist aber nicht dies eine Objekt, das uns ins Innere von Angola gezogen hat. Weiter hin, auf der zweiten Hochlandstufe, im gesunden Klima, haben sich nach dem Kriege über fünfhundert Deutsche angesiedelt. Sie wohnen über ein sehr weites Gebiet zerstreut, und die meiften ihrer Betriebe sind Kaffeepflanzungen oder sollen sich zu folchen entwickeln. Diese Angoladeutschen haben selten Besuch aus der Heimat. Eine Anzahl von ihnen ist aus Südwest herübergewandert. Andere sind frühere Offiziere der deutschen Armee, denen ihre Pension für ihre hiesige Wirtschaft hilft. Auch einige Balten, Landsleute von mir, sind da. Vielen geht es schlecht: sie haben zu fämpjen, weil sie mit zu wenig Kapital oder zu wenig afrikanischer Erfahrung anfingen. Eine Kaffeepflanzung braucht vier Jahre, bis sie sich bezahlt macht. Solange müssen Arbeiterlöhne gezahlt und muß der eigene Unterhalt bestritten werden. Damit haben sich nicht wenige verrechnet. Es ist Leichtfertigkeit und unverantwortliche Unkenntnis, zu sagen, in Angola könne man mit ein paar tausend Mark als Siedler vorwärtskommen. Alle, die solchen Stimmen geglaubt haben, mußten es mit der Erfahrung bezahlen, dah selbst der erfahrene Afrikaner 20000 bis 30000 Mark braucht, und der Neuling auf afrikanischem Boden als Lehrgeld noch etwas darüber. Ich begrüße die Fügung, durch die ich nun fast einen Monat, bis zum nächsten Dampfer heimwärts. Gelegenbeit habe, die Landsleute in Angola zu besuchen. lieber Angola herrschen zu Hause vielfach falsche Vorstellungen, und ich wäre froh, wenn mein Besuch und meine Berichte dazu beitrügen, eine belfere Kenntnis der hiesigen Verhältnisse zu vermitteln. Mancher Deutsche hat es hier geschafft, und wer genügend Geld, Ausdauer und Takt hat, kann ohne Frage weiterkommen. Der Takt bezieht sich besonders auf das Verhältnis zur portugiesischen Verwaltung und den Portugiesen überhaupt. Sie sind empfindlich, aber wenn man dem Rechnung trägt, und ihnen keinen Anlaß zu Mißtrauen gibt, kann man gut mit ihnen auskommen. Außerdem kann niemand leugnen, daß sie mit ihren beschränkten Mitteln, in Angola etwas gelistet haben. Sie haben im Innern ein Straßennetz geschaffen, daß es mit jeder anderen Kolonie aufnehmen kann und manche englische und französische Kolonie übertrifft. Außerdem, und das ist eine Leistung, die besonders hervorgehoben werden muß, haben sie ein für Afrika mustergültiges System der Eingeborenenpolitik entwickelt. Die portugiesische Verwaltung hat unbedingte Autorität über die Schwarzen bis ins tiefste Innere von Angola, und sie hat auch den Eingeborenen mit vollem Erfolg die richtige Stellung zu den Weißen angewiesen. Der Portugiese trägt kein Bedenken, den Mischling als seinesgleichen anzuerkennen, aber jeder portugiesische Beamte kann es wagen, mit ein paar eingeborenen Polizisten ganz allein die Steuer bei volkreichen Stämmen im Innern einzutreiben und sie zum Wegebau anzuhalten. Dazu sind die englischen Beamten in Ostafrika vielfach nicht imstande. Jeder Schwarze in Angola respektiert den Weißen, ist ohne Widerrede seinem Arbeitgeber dienstbar, und von der unsinnigen Gleichmacherei vor Gericht, mit der die Engländer noch ihr ganzes Afrika verderben werden, ist hier keine Rede. Soviel habe ich von Angola schon gesehen. Und die Straßen sind prachtvoll, es ist ein Genuß, auf ihnen zu fahren. nicht nur für das deutsche Volk, sondern für alle Völker Europas. Wir sind stolz darauf, ein Volk überwiegend nordischer Seele zu sein, denn die Geschichte der Völker zeigt uns, daß überall dort, wo neue Kulturen entstanden, der arisch-nordische Mensch eine führende Rolle gespielt hat. Umgekehrt lehrt aber auch die Geschichte, daß ein Volk in seiner Bedeutung zurückgeht, wenn die Rassenmischung sich zuungunsten des nordischen Anteils wesentlich ändert. Die Gefahr wird dabei um so größer, je fremder der Blutanteil ist, der in die Nasse des Volkes einbringt. Die Rasse des einzelnen besteht aus einer Summe von zahlreichen erblich festen Anlagen. Bei der Entstehung der großen Menschenrassen hat der Kampf ums Dasein immer wieder dazu geführt, daß nur diejenigen Anlagenmischungen erhalten blieben, die ein harmonisches Zusammenspiel der inneren Kräfte gewährleisteten. Dadurch ist jede Einzelrasse zu einer innerlich geschlossenen Einheit geworden. So zahlreich auch die Einzelanlagen in ihr sein mögen, sie sind sämtlich harmonisch aufeinander abgestimmt. Kommt nun von außen in diese Harmonie ein fremder Ton, eine blutfremde Anlage hinein, so entstehen M i ß k l ä n g e, die die Einheit stören und die Kraft der Rasse schwächen Je fremder zwei Rassen einander stehen, um so größer ist die Gefahr, daß bei einer Vermischung das Zusammenspiel und die innere Einheit ner= lorengeht. Die zweite Größe, die den Rassenwert des Volkes bedingt, ist gegeben durch die Zusammensetzung jedes Volkes aus einer großen Zahl von Einzelwesen. Die Rasse des Volkes ist die Summe der Rassenanlagen seiner einzelnen Volksgenossen. Jede Pflanzen- und Tierzucht zeigt nun, daß sich in sie gelegentlich Rassenstörungen einschleichen, die wir als Mutation bezeichnen, und die sich im Vererbungsversuch als erbbeftänbig erweisen. Solche Mutationen sinb auch beim Menschen in Form von Erbkrankheiten gegeben. Sie werben in der freien Natur ausgemerzt durch den Kampf ums Dafein, jene Auslese, die immer wieder ;egu- üerenb eingreift. Die Herrscherin Vernunft hat nun zwar beim Menschen bazu geführt, biefe Krankheiten als solche zu erkennen, sie hat aber versagt bei ihrer Ausmerzung. Sie hat im Gegenteil b i e n a - türliche Auslese v e r t) l n b e r t. So ist es bazu gekommen, bah bie Zahl ber krankhaften Mutanten von Generation zu Generation anftieg. Es ist felbftoerftänblid), baß wir bei negativen Maßnahmen nicht stehen bleiben, fonbern a u ch bie positiven mit aller Macht in Angriff nehmen müffen. Sie sind notroenbig vor allem wegen bes gerabezu katastrophalen Geburtenrückgangs, ben wir mit Entsetzen von Jahr zu Jahr stärkere Fortschritte machen sehen. Wir müssen uns vollkommen im klaren fein, baß Geburtenrückgang unb Rassenniebergang bie Zukunft unseres Volkes entscheiben. Wir kennen bie Ursachen bes Geburtenrückganges; sie liegen in ber Hauptsache in der seelischen Haltung bes Volkes, im Jnbivibuansmus unb Materialismus, im Verluste bes R a s - s e n g e w i s s e n s. Also müssen bei seiner Bekämpfung auch roieber in erster Linie bie geistigen Waffen in Anwenbung kommen, wie wir sie früher ausgeführt haben. Der Staat hat aber bie Aufgabe, biefen Kampf baburch zu unterstützen, baß er sich zur gefunben kinberreichen Familie bekennt. Es ist völlig unoerstänblich, baß man nicht schon feit Jahren bas Prinzip burchgesührt hat, es barf ben Kinberreichen nicht schlechter gehen als ben Kinberarmen. Es barf sich nicht lohnen, keine Kinber zu haben, unb Kinberreichtum barf nicht zur Strafe werben. Wenn biefe Grundsätze burchgesührt werben, können wir hoffen, baß Der natürliche Instinkt bes Volkes zur Familie roieber erwacht. Nur hüte man sich, bem Reich ober bem Staat ober ben Länbern irgenbroeldje Lasten aufzulegen. Die Lasten müssen einzig unb allein von Den Kinberlosen unb Kinberarmen getragen werben. Unb man hüte sich, mit kleinen Mitteln anzufangen, bie ben Grund- gebanfen verwässern unb immer erfolglos bleiben. Mit biefem Ausgleich ber Familienlasten werben sich manche weitere Fragen ber Rassenpflege von selber lösen. Es wirb von selbst bie Frau mehr unb mehr aus bem Wirtschaftsleben verschwinben unb in ihren eigentlichen Beruf übergeführt. Es wirb bas Heiratsalterauf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werben können, benn mit ber Eheschließung unb Familiengrünbung werben nicht Sorgen ins Haus gebracht werben, fonbern Freube unb Glück. Es wirb ber tüchtige unb lebensgefunbe Deutsche nicht mehr gezwungen zu werden brauchen, ins Ausland zu gehen, denn es wird ihm durch die Ausschaltung der Minderwertigen der nötige Lebensraum in ber Heimat entstehen. Lustschuh tut not! Anläßlich ber Eröffnung ber Lanbesschule bes Reichsluftschutzbundes Lanbes- gruppe Hessen/Rh einlanb-Süb e. 23. m Frankfurt a. M. begrüßte ber ßanbesgruppenleiter Oberst Dlbenburg bie vollzählig erschienenen Schulungsleiter unb wies in einer Ansprache barauf hin, daß er absichtlich davon Abstand genommen habe, die Eröffnung der Schule im Rahmen eines größeren Gremiums oorzunehmen. Nicht um offizielle Feiern geht es der Landesgruppe, sondern durch intensive Arbeit den Behörden usw. zu zeigen, daß den Willen unseres Führers, des Herrn Ministers der Luftfahrt Göring, Rechnung getragen wird. wenn man überlegt, in welch großzügiger Weise die übrigen Mächte, trotz ihrer ungeheuren Luftangriffsmittel. auch den Luftschutz organisieren, muh auch der Laie zu der Erkenntnis kommen, dah es unbedingte nationale Pflicht jedes einzelnen Volksgenossen ist, sich mit den zivilen Lustschuhgedanken auf das innigste vertraut zu machen. Diese Aufklärung in weiteste Beoölkerungsschichten durch Sch u (u n g hineinzutragen, ist die vornehmste Pflicht der Schulungsleiter, die sich in selbstloser Weise ehrenamtlich in so stattlicher Zahl zur Verfügung gestellt haben. Trotz beruflicher starker Ueber- laftung haben sich diese Fachleute freudig der nationalsozialistischen Pflicht unterzogen, diese Vermittlung zur Bevölkerung durch die Ortsgruppenschulung zu übernehmen. Denn letzten Endes muß die Bevölkerung des Reiches sich in der Stunde der Gefahr selbst zu helfen wissen. Dies sei ber Sinn derLanbesluftschutzschule, bie Bevölkerung zum Selbstschutz zu erziehen. EinneuesStückatterGießenerBaukunst O r 'j i H i. 1 M e Das Haus Sonnen ft rafee Rr. S ist, wie wir am Donnerstag berichteten, vom Verputz befreit unb neu hergerichtet worden, so daß das prächtige alte Fachwerk in seiner einfachen Schönheit wieder zutage tritt. Wir zeigen hier das schöne Haus im Auiobesiher vor die Front. Arn 12. November findet die g r o h l e F r i e- denskundgebung aller Zeiten statt. Ls ist Vorsorge getroffen, dah das gesamte Volk über ben unbeugsamen Friedenswillen des Führers Adolf Hitler aufgeklärt wird. Die Redner für diesen Aufklärungswahlgang sprechen allein im Gau Hessen- Rassau in Tausenden von Versammlungen. Für ihre Beförderung werden eine große Anzahl Wagen und Fahrer benötigt. Wer bereit ist, seinen Wagen mit Fahrer k o st e n l o s zur Verfügung zu stellen, wird gebeten, die in Frage kommenden Tage bei der Gaupropagandaleitung der RSDAP., Frankfurt a. TU» „Adolf-Hitler-Haus, umgehend anzumelden. Der Gau-Propagandaleiter. An alle deutschen Funkhändler und Besitzer von Lautsprecher-Anlagen! Alle Besitzer von Lautsprecher-Anlagen wollen umgehend ihre genaue Anschrift sowie die Zahl der zur Verfügung stehenden Apparate, ebenso den Leih- preis bei der Gau-Propagandaleitung, Adolf-Hitle»» Haus, zur öffentlichen Bekanntgabe anmelden. Der Gaupropagandaleiter. Hessisches Sondergericht. Darmftabt, 19. Oft. (WSN.) Das Hessisch« Sondergericht verhandelte gestern gegen eine Reihe von Angeschulbigten, die meist wegen Verbreitung vonGreuelmärchen unb roegen beleibigenber Äußerungen gegen bie Reichsregierung angeklagt waren. Zunächst würbe ein früherer Kommunist aus Haingrund zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er nach bem Verbot ber Roten Hilfe noch sog. Solidaritätsmarken vertrieben hat. Wegen verbotenen Waffenbesitzes würbe ein Kommunist aus Steinbach i. O. zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Allen übrigen Anklagen lagen Greuel« märchen ober Beleibigungen ber Reichsregierung bzw. einzelner Minister zu Grunbe. Eine Gastwirtsfrau aus Offenbach hat an sich wirklich pas- fierte Vorgänge entstellt unb unwahr weiter erzählt, wofür sie sechs Monate ins Gefängnis muß. Ein Schuhmacher aus Heuchelheim (Oberhes- fen) hat ben Reichskanzler in gröblicher Weife be- fchimpft unb muß bafür vier Monate ins Gefängnis. Ein ßanbroirt aus Nieber-Gemünben erhielt wegen eines ähnlichen Vergehens acht Monate Gefängnis. Ein Kriegsinoalioe aus Wies- b a b e n erhielt zehn Monate Gefängnis, weil er in befonbers verwerflicher Weise Zweifel an ber Täterschaft ber Angeklagten im Reichstagsbranb- stifterprozeß äußerte. Ein Hühnerfarmbesitzer aus Bieber bei Offenbach würbe zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, ba er gegenüber SA.-Männern in gehässiger Weise bie Regierung herabsetzte. Sieben Monate Gefängnis für Mührdel und Or. Marx. Frankfurt a. M., 20. Oft. (WSN.) Nach neuntägiger Verhanblung verurteilte bie Große Straffammer ben Kriminalpolizeirat Friebrich Mühr« b e l wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung unb Gewahrsamsbruch und wegen eines Vergehens gegen § 348 Abs. 2 zu f i eben TI o • naten Gefängnis unb ben 44jährigen Synbi« fus bes Zentralvereins beutscher Staatsbürger jübi« fchen Glaubens, Dr. Martin Marx, wegen fortgesetzter Hehlerei unb Amtsanmaßungin einem Falle ebenfalls zu sieben Monaten Gefängnis. Den beiben Angeflagten würben je fünf Monate Untersuchungshaft angerechnet, ber Haftbefehl gegen sie würbe aufgehoben. Das Gericht hat das Hauptbelikt ber Anklage, bie Bestechung, bei beiben Angeklagten verneint. An alle Einwohner und Behörden Lus dem eaterbüro wird die Blüten der Lust. Fr. R. Richter. Entbehren möchte kann. Der da» Album zur Erde und beide bückten sich, um es aufzuheben. Sie fliehen „Rollende Mark Macht Handwerk stark! Der vor kurzem von der österreichischen Regie» rung strafweise pensionierte Ordinarius für Straf» dabei mit den Köpfen zusammen, und ihre Schultern berührten sich. ** D e r neue Präsident des Landes- finanzamts Darmstadt. Wie der „Reichs- an^eiger" meldet, wurde der Ministerialrat im Reichsfinanzministerium Giese zum Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt ernannt. ** ®in Dreiundneunzigjähriger. Herx 5riehrid) Muhl, Licher Straße 7, kann am heutigen Samstag. 21. Oktober, bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit seinen 93. Geburtstag feiern. Slas der provlmialbauptfiadt. Oer Segen der Arbeit. Lbelt kochet dem Leben die nie versiegenden Säfte. Ohne Arbeit wie krank schienen Buchdrucker Buchbinder Steinmetze Friseure Photographen Metzger und Hausmetzger Bäcker usw. Volksgenossen! Behördenoorsteher? wir fordern Luch hiermit auf. an Hand vorstehender Aufstellung (Euren „Arbeitsbeschaffungsplan für das Handwerk" aufzustellen, wir wissen, Millionenaufträge kann In Stadt und Land weder der einzelne, noch die Behörde vergeben. Aber wir erwarten, daß ans jedem Privathaushalt, ans jedem Amt znr Beichshand- werkswoche Aufträge — mögen sie Neuanschaffungen oder Ausbesserungen betreffen — in einem Maße herauskommen, daß daraus da» Verständnis für die Not de» Handwerks und der Wille, tatkräftig zu helfen, erkennbar ist. von dem untezeichneten RS.-Hago-Führer gebildete Ausschuß gibt Auftragslisten von Haus zu Haus, von Amt zu Amt, die u. a. folgende Frage- Spalten enthalten: zuziehen, aber sie rief: „Rein, nein!" und hielt nur noch fester. Dabei fiel i Der Segen der Arbeit ist gar mannigfach. Mag sie uns oft drängen und drücken, sie doch kein rechter Mensch. Schiffe haben ihre Ladegrenze. Sie sind gefährdet. wenn ihre Belastung darüber hinousgeht. Aber wenn sie leicht und leer auf den Wogen des Meeres tanzen sollten, wären sie nicht minder gefährdet. Und leere Schiffe läßt niemand fahren. Sie wären Cs war zwar angenehm zu denken, daß er auch I entsetzlich unter diesem furchtbaren Ungemach des I Schicksals litt, aber e» war doch nur ein schlechter I liebe im liegen. Bon Mor6 Stahl. Mm Morgen war der Himmel noch fast blau qc- oelen, nur etwas getrübt am Horizont. Aber gegen Mittag nahm das Gewölk zu, es wurde richtig dunkel so daß Marianne ganz bestürzt auf die »eranba hinauatrat. Da fielen auch schon die ersten Tropfen. E» regnet!" rief sie ganz vernichtet und sank auf einen Korbsessel. Seiner hatte diesen verzweifelten Ausruf gehört Sie war ganz allein mit ihrem Kummer. Die Tante kam heraus und trug zwei 3hamerlinben Im Arm, Ite ging mit vorsichtigen Schritten die Steintreppe hinab und stellte die beiden Hellen grünen Bäume in den Regen. (Em Wagen mit Heu kam im Galopp au den Hof gesaust und fuhr in elegantem Bogen auf die Tenne. ö Bud) der Onkel kam heraus und streckte die Hand au» dem Fenster. „Gott sei Dank, e» regnet", sagte befriedigt, ..das wird den Rüben gut tun " "Und den Kartoffeln!" sagte die Xante, die grabe wieder die Treppe hinauskam. Beide Iahen auf Marianne, die ganz gebrochen auf dem eeffel lauerte. „Ist dir was, Marianne?" — „Bewahre", sagte Marianne, „mir ist ganz gut." ®le konnte sie sagen, daß sie jetzt nicht Ernst unten am «ee treffen konnte Und er wollte sogar einen Kahn besorgen vom Fischereipächter, auf dem wollten sie zur Insel fahren. Sie stand auf und ging ins hau». Dieser Enthu- sia.'nu» über den Regen ging ihr auf die Nerven, oie stieg die steile Treppe zur Giebelstube empor unb betrachtete bort wehmütig ba» weiße Kleid mit ben ^lreublumchcn. ba» so wunderbar geplättet über her Bettlehne hing. Oh. e» war zum Wahnsinnigwerden. ff» regnete leise unb gleichmäßig. Da» war das verhängnisvolle, daß c» fo leise ansing, nicht mit einem tüchtigen Guß. der sich halb von selbst erschöpfen mußte, sondern fo bedachtsam, wie jemand der mit seinen Kräften spart, weil sie noch lange vorhalten sollen. Der Himmel war jetzt nicht mehr so dunkel, er war perlgrau, e» war nicht mehr Zorn in leinen Mienen, nur sanfter Schmerz, er meinte sanft unb einbringiich. Sie malle sich au», wie Ernst jetzt etwa sieben Kilometer entfernt, ebenfalls in einem Hous, bas ein (Barten umgab, ebenfalls unter einem weinenden Himmel, ebenfalls In einem Giebelzimmer mit ebendemselben unendlich bitteren (Befühl auf die Bäume yinausschaute. Bahnhofstraße: 14,16,18 u. 2030 Uhr, ,J)itierjungt Quer“. — Aftoria-Lichlspiele, Seltersweg: JDi» große Fahrt". — Hotel Prinz Carl: 11 bis 18 Uht^ Ausstellung handgetriebener Silberschmuck von Metallbildhauer Küchel. Lebens. Richt» hörte sie, der Regen plätscherte, die Dachtraufen liefen über, aus der Regentonne fiel ein kleiner Wasserfall in regelmäßigen Inter» vollen auf den Gartenkies. Dann holte die kleine Uhr aus und schlug fünf eilige, silberne Schläge. Sie fuhren einen Moment auseinander und sanken sich dann erneut in die Anne. Das Photographiealbum lag aufgeschlagen an der (Erbe, aber niemanb interessierte sich dafür. Ein Bild zeigte die kleine Marianne im Alter von sechs Monaten, wie sie als krähende» nacktes Baby auf einem weichen Bärenfell lag. Ernst hoo das Buch vom Boden auf und legte e» achtlos auf den Tisch. Er hatte vergessen, warum e» eigentlich auf der Erde gelegen hatte. Er legte den Arm um Marianne und fragtet .Liebst du mich, Marianne?" „Schrecklich!" sagte sie leise. „Immer und in alle Ewigkeit?" ,Ln alle Ewigkeit!" Die Tante rief aus der Küche: „Der Apfel» kuchen ist fertig, kommt Kaffee trinken." Sie gingen auf die Veranda. »Arme Kinder", sagte die Tante und legte jedem ein ordenlliches Stück Kuchen auf den Teller, „ihr habt heute lange auf den Kaffee warten müssen, habt ihr euch wenigsten» gut unterhalten?" »Es ging , sagte Ernst heuchlerisch und reicht» die Kaffeetasse herüber zum Einschenken, „bei dem Regen." ..Aber wie gut wird er den Rüben bekommen", antwortete Marianne, unb beide brachen ganz ohn» Grund in ein Gelächter au». öod?fd>u!ndd?ri(bfett Der bekannte Staatsrechtler der Universität Köln, preußischer Staatsrat Professor Dr Karl S ch m i t £ bat einen Ruf an die Universität Berlin erhalten. Der bedeutende Berliner Physiker Professor Dr. Erwin S ch r ö d i n ge r hat einen Ruf an di» Universität Oxford erhalten. Der Ordinarius für angewandte Mathematik an ber Universität Berlin, Professor Dr. Richard von Mieses hat einen Ruf an Me Universität Konstantinopel angenommen. Professor Dr. L. Spitzer von der Universität K ö l n hat einen Ruf ai» Ordinarius für romanisch» Philologie an die türkische Universität Istanbul erhalten und angenommen. 1. Name der hasidwerter bzw. Handwerkerinnen, die den Auftrag ausführen sollen. 2. Kurz« Beschreibung der Aufträge. Die Listen sind bis zum Dienstag. 24. Oktober, auszufüllen unb in verschlossenem Umschlag, ber jeber Liste beigefügt wird, den Abholern anszn- händigen. Die Aufträge werden dann von einem Vertrauens- ausschuß (Kreisleitung NS.-Hago), der zu streng vertraulicher Behandlung verpfsichtet ist, den Hand- werkern zugeleitet. „Deine Hand dem Handwerk! 15. bis 21. Oktober 1933!" Gießen, den 14. Oktober 1933. heil Hitler! fi. Schimmel NS.-hago-Kreisführer unb komm. Vorsitzender ber Handwerkskammer für Oberhessen. 21. März 1933 der Staatsanwaltschaft Gießen vorgeführt. Gegen ben Mann wird jedenfalls Haftbefehl erlassen werden. Der Wanderbursche Friedrich Bornhold aus Elmshorn bettelte in Allendorf a. d. Lahn und beleidigte dort in gemeiner Weise den Bürgermeister und die SA. Er wurde festgenommen, noch Gießen verbracht und nach Aufklärung des Sachverhalts der Staatsanwaltschaft oorgeführt, die Haftbefehl beantragte, der auch vom Richter erlassen wurde. Ein Former aus Merlau, der in Gießen beschäftigt ist, äußerte gegenüber einem Mitarbeiter, das wäre die Ankurbelung und wenn er noch einmal heil Hitler sage, dann schlage er ihn irr. Der Foi> mer wurde dem Schnellrichter oorgeführt. Wegen groben Unfugs erhielt er drei Wochen haft, die sofort zu verbüßen sind. Gestern wurden aus dem Kreise Lauterbach und Friedberg, sowie aus der Stadt Gießen zehn Per- fönen in das Konzentrationslager Osthofen überführt. (^ieficner Wochenmarktpreisc. • Gießen, 21. Okt. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 13, Wirsing (grün), das Pfund 7 bis 10, Weißkraut 5 bis 8 Pf., der Zentner 3 Mark, Rotkraut, das Pfund 7 bis 10 Psi, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 10, Es war ganz merkwürdig und stand gar nicht im o , Programm, ab?r auf einmal h.elien sie sich in ben I recht an ber Universität W i e n' Prof. Dr. Wenzel Armen unb küßten sich. E» war em langer Kuh, Graf Gleispach. hat «Berufungen an bk llntoe» «ehr innig unb sehr kindlich, der erste Kuß ihre» I sitaten Berlin unb Leipzig erhalten. ein Sinnbalb der Zwecklosigkeit de» Daseins. Unserem Leben gibt die Arbeit zweck- unb sinnvollen Inhalt! Unb bamit zugleich halt und Stetigkeit im Wellenspiel de» Leben». Gewiß, wir seufzen oft über ben harten Kampf um» tägliche Brot, unb wir geraten in allerlei Abhängigkeiten. Unb unsere Tage gehören uns nicht ganz. Aber wenn wir un» die Menschen anschauen, die nicht» arbeiten ober ble trotz besten Willen» nicht arbeiten können — ob wir ihre kahle Existenz beneiben? Arbeit erzieht. Ihre Last stärkt unsere Muskeln, ihre Hnforberungen stählen unseren Willen. Es kommt damit etwas Feste» in unser Leben. Durch ba» Müssen lernen wir da» Können. Unb da» macht stolz und froh. Wer gäbe eine Kunst her für bte Muhe, die er beim Erlernen hatte? Die Arbeit, die unserem eigenen kleinen Dasein seine Zwecke setzt, verknüpft uns dadurch auch mit den großen Zwecken des Universums. Denn aus lauter kleinen Zwecken bauen sich schließlich die allergrößten auf. Jede zweckoolle Arbeit knüpft ein Band zwischen uns und ben letzten Zwecken der Welt, läßt in die Kreise unsere» Leben» etwas hinein- leuchten von großen Zielen und Ideen. Das gibt uns Wert für andere wie für un» selbst. Das hebt unsere Interessen auf höhere Stufen. Und je mehr uns von diesem Sinn unserer Arbeit zum Bewußtsein kommt, um so leichter werden wir ihr oer- !eiben können, wo sie uns einmal hart angeht. Um o voller werden wir die Befriedigung ausschöpfen, ie sie unb nur sie der Menschenseele dauernd zu bieten hat. pünktlicher Dorfteilungsbeginn im Gtadttheaier. Die Intendanz des Stadttheaters macht alle Theaterbesucher daraus aufmerksam, daß die Dorstellungen vor allem tm Interesse der auswärtigen Theaterbesucher unbedingt pünktlich beginnen müssen. Bei besonderen Aufführungen behält sich die Intendanz vor, zu spät kommende Theaterbesucher im Interesse der pünktlich Erschienenen und der Schauspieler, somit im Interesse der Gesamtauf- fuhrung evtl, sogar erst nach dem ersten Akt in den Zuschauerraum zu lassen. Spenden für das Winterhilfswerk. An Spenden für das Winterhilfswerk 1933/34 Singen bei der Ortsgruppe Gießen-Süd der NS.- lolkswohlfahrt u. a. ein: Ludwig Rinn, Wilhelm- straße 20, 5Ö0 Mark und 10 Mark: Dr. E. Pauly, Wilhelmstraße 32, 100 Mark (monatlich); Heinrich Gärtner, Wilhelmftr. 25, 20 Mark; Frl. Sy Schaaf, Wilhelmstraße 36, 15 Mark; Frl. L. Schaaf, Wilhelmstraße 36, 15 Mark; Dürr & Forstner, Liebig- straße, 15 «Mark. Zur Verfügung gestellt wurden: Lebensrnittel (für 40 Mark) W. Haas, Schubert- straße 2; 30 Laib Brote, Paul Bender, Schubert- straße 2. «Weitere Spenden werden erbeten. NS- Dolkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd, Konto Nr. 4536 Bezirksfparkaffe Gießen. Heil Hitler! Friedel, Ortsgruppenwalter. Pol zeibericht der Staatspolizeistelle Gießen. Ein Dachdecker aus Gießen wurde festgenommen, weil er in einer Wirtschaft In Laubach geäußert hat, „die braune Bande bekommen wir doch noch klein", und Thälmann als seinen Freund bezeichnete Er wird wegen Vergehens gegen die Verordnung vom volksgenofsen! Die R e c ch s h a n d w e r k s - woche soll nach Dem Willen des Führers einen machtvollen Anstoß geben zur Sättigung der Ar- beitslofigfeit des Standes, der ehemals goldenen Boden Halle, heute aber mehr denn jeher andere durch bas großkapitalistische Wirttchaftsgebaren bes entschwundenen Systems an ben 'Rand Des Abarundes gebracht worden ist. 9 Rettet das ehrbare Handwerk!" Dieser Ruf soll auch in Ober Hessen nicht ungehört verhallen. Dazu gehört, daß wirklich jeder mit Herz und Hand bereit ist in die Bresche zu springen und $u helfen, wo es fehlt. Der Kamps gegen die Krise ist häufig nur ein Kamps gegen Eigennutz und Gedankenlosigkeit. Volksgenossen! Schaltet diese Grundübel liberalifti- scher Denkart aus und bezeugt Eure nationalsozia- listische Gesinnung durch die Tat! Was not tut, ist eigentlich nur guter Wille! Denn Arbeit kann jeder beschaffen. Und Arbeit muß jeder beschaffen, wenn die Werbewoche des deutschen Handwerks im Sinne des Führers auch in Oberhessen ihre Aufgabe erfüllen soll. Alle Handwerkszrveige warten in Oberhessen auf Beschäftigung. Herrenmaßschneider Weißzeugschneidereien Schneiderinnen Schuhmacher Maurer Maler und Weißbinder Tiefbauer und Pflasterer Glaser Holzbildhauer Schreiner Spengler, Installateure, Elektro-Installateure Zimmerleute Dachdecker Schornsteinfeger Schlosser, Kraftfahrzeugschlosser, Mechaniker und Dreher Küfer Wagner Schmiede Drechsler Feilenhauer Messerschmied Sattler und Polsterer Seiler Uhrmacher Müller Ersatz für einen Nachmittag auf dem großen schwären Fischerkahn, der so geruhig über den hellen See zu der winzigen Insel gefahren wäre. Wie, wenn sie doch zum See ging? Aber sie besaß keinen Regenmantel, sie würde den großen vorsintflutlichen Schirm der Tante nehmen müssen, einen Schirm, man konnte damit nicht auf einem "ahn fahren, ohne sich lächerlich zu machen. Es sah auch gar nicht gut aus, wenn sie fo durch Regen unb Sturm auf alle Fälle hinkam. Er konnte sich vielleicht etwas Darauf einbilben, es sah aus, als ob sie ihm nachliefe. Man hörte den Regen lauter, es regnete stärker, entsetzlich! Sie entschloß sich, zu meinen. Sie war von den überreichlich strömenden Regengüssen da draußen angesteckt worden. Sie weinte lange und herzbrechend, das war immerhin ein kleiner Ersatz. Sie hörte dabei gar nicht, daß jemand auf den Hof nti, der Laut ging auch in dem Glucksen der Regenrinnen verloren und dem tausendfachen trappelnden Geräusch des Regens, der auf das Dach trommelte, verloren. Die Tante hatte den Reiter zuerst bemerkt. „Gott, ricf st* überrascht, „bist du denn nicht klitschnaß, mein Junge." Ernst war verlegen, er schaute sich so suchend auf ber Diele um, daß die Tante fragte, ob er etwas TrLW/ ^?er er sagte nur: „Nein, wieso, hoffentlich halte ich dich nicht auf, Tantchen." Aber Tantchen behauptete, er störe sie nie. Sie führte «)n, nachdem er sich umständlich die Reitstiefel auf Der lurmatte abgeputzt hatte, in das kleine Zim- mer mit den Pluschmobeln unb empfahl ihm, o- hinge das Photographiealbum anzusehen, bis sie Marianne zu ferner Gesellschaft herbeigeholt habe. Bei diesen Worten verschwand die Nervosität au» den M.enen Des guten Jungen unb machte einer m ’S ?rC ble er selbst, wenn er sich Im Spiegel betrachtet hatte, nur mit Höbe bezeich- nen konnte 0 ' Er sah aber nicht in Den Spiegel, fonbern blät- terte aufgeregt in bem Photoalbum bauerte eine ganze Weile, bis Marianne kam v'e war zu Tobe erschrocken, als es an bie Tür klopfte aber zum Gluck Hatte sie abgeschlossen unb memanb sah. baß sie meinte. Sie rief nur, baß sie lofort herunterkäme, mas Denn los fei. ffrnft fei gekommen, rief die Tante, roarum sie Denn abfle- Ipcrrt habe, unb es märe gut, roenn sie sich beeilte Denn sie muffe in bie Küche zurück, zu ihrem Apfelkuchen. Marianne war fo erregt, bah sie sich am Tilch feftbalten muhte. Sie versuchte so hastig in Das roetfce Rieth mit ben Streublümchen zu schlüpfen öah ht es zweimal verkehrt aiuog unb e» wieher' mUn!l,eben mu6te- Äem Knopf schloß, bie Bermel waren ganz verdreht unb ber Kragen umgekrempelt. Dabei klopfte ihr Herz so stark, daß sie dachte ohnmächtig zu werden. Aber endlich war das Kunst- stück gelunaen, sie hatte das Kleid glücklich an unb sie sand, daß sie heute abscheulich aussehe, ihre Augen waren rot, ihre Nase sogar etwas geschwol- len, schien ihr, die Wangen hatte rote Flecken, unb Das Haar war in Unordnung. Sie setzte sich verzweifelt auf die Dettkante. Aber bei dem Gedanken, daß Ernst vielleicht wieder fortreiten könnte, wenn sie nicht bald kam, sprang sie auf und stürzte fast Die Treppe hinunter, so eilig lief sie. Endlich trat sie ins Zimmer. Ernst war aufgesprungen und ging ihr entgegen. Aber es schien ihm plötzlich, als ob seine Beine seltsam weich seien, er stapfte nicht über einen mäßig weichen Teppich, sondern mitten durch dicke Watte. Es war wie im Traum, wenn man sich zu laufen bemüht unb nicht von der Stelle kommt. Marianne streckte ihm die Hand entgegen und sagte: „Guten Tag!", aber mitten im Wort brach ihre Stimme, und sie wurde glühend rot. Sie flau- den beide voreinander, ohne es zu wissen, sie standen lange so und sahen sich unentwegt an. Plötzlich schlug ber Zugwind die Tür hinter Marianne ins Schloß. Sie erwachten beide au» ihrer Versunkenheit und bemerkten erst jetzt, wie unge- hörig ihr Anstarren war. Sie wurden nun beide rot, und Marianne besann sich darauf, bah sie ble Gastgeberin machen sollte unb sagte förmlich: , «Wollen Sie nicht Platz nehmen?" worauf Ernst hastig antwortete: „Selbstverständlich, bitte sehr" unb ihr ftolpernb zum Sofa folgte. Es entstand eine ratlose Stille. Es war fo schwer, einen Gesprächsstoff au inben, wenn man ba» einzige, was sie interessierte, nicht besprechen konnte, nämlich ihre Verliebtheit. „Vielleicht sehen wir Photographien an", schlug Marianne vor, al» sie ba» Album da liegen sah und griff danach, wie nach einem rettenden Strohhalm, Ernst sagte wieder: „Ader sehr gern, bitte lehr", und Mariannes kleine braune Hand blätterte die steifen Karton» der Seiten um. Die Uhr tickte ganz leise in der Ecke, und bie Fliegen summten nur manchmal wie gejagt im Zimmer herum, um sich bann wieher auf ihren Liedlingsplatz an ber Lampenalocke zu setzen Plötzlich schrie Marianne ,Dh!" unb hielt die Hanb über ein Bild. Ernst versuchte ihre Hand fort- uns geschrieben: Sonntag, 22. Oktober, einmalige Wiederholung de» Erfolg-Gastspiel» „Die vier Nach- richter" mit Ihrem Ensemble; „Der Esel ist los". Stück mit Musik, Gesang unb Tanz in 9 Silbern, unter Mitwirkung des Theaterorchesters. Außer Abonnement. Preise von 0,50 bis 2,50 Mark. An- fang: 19.30 Uhr, Ende: 22 Uhr. — Dienstag, 24. Oktober, vierte Vorstellung im Dienstag-Adon- nement ,4)ie Männer lind mal so", Lustspiel-Operette von Walter Kollo. Operettenpreise. Spieldauer von 20 bi» 22 Uhr. — Mittwoch, 25. Oktober, vierte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement ,4>i» Männer sind mal so", Operettenpreise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Donnerstag, 26. Oktober, „Deutsche Bühne", zweite Oktobervorstellung für ungerade Mitgliedsnummern (blaue «Mitgliedskarten) „Die Freundin eine» großen Mannes", heiteres Spiel um eine Bühne von Möller unb Lorenz Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Freitag, 27. Ok- vierie Vorstellung im Freitag-Abonnement, »Wo die Lerche singt", Operette von Fran; Lehar. Operettenpreise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Samstag, 28. Oktober, „Deutsche Bühne", zweit» Oktoberoorstellung für gerade Mitgliedsnummern (gelbe Mitgliedskarten) „Die Hermannsschlacht", Freiheitsdrama von Heinrich von Kleist. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Sonntag, 29. Oktober, außer Abonnement, die Lustspiel-Operette: „Dis Männer find mal so". Ermäßigte Operettenpreise. Spieldauer von 19.30 bi» 21.30 Uhr. — Dom Konzertoerein wirb uns geschrieben: Der Gießener Konzertoerein, auf dessen Veranstaltungen vor kurzem an dieser Stelle hingewiesen wurde, eröffnet seine Saison am Sonntag, 5. November, 17 Uhr, in ber Aula ber Universität mit dem 1. Solistenkonzert. Gewonnen wurde dazu Profesior Dr. h. c. Gustav Have - mann au» Berlin, der Führer de» Reichskartell» der deutschen Musikerschaft. Prof. Haoemann, hier ja schon rühmlichst bekannt, wird Werke von Bach, Beethoven und Schubert spielen. Sein Begleiter, Herr Theopold au» Detmold, spielt zu Den Diolinwerken die .Händel-Variationen von Brahms". Herr T h e o p o l D , ein noch junger, sehr talentierter Pianist, hat in Berlin eine ausgezeichnete Presse erhallen. Auskunft über die wesentlich verbilligten Eintrittspreise und bas überaus günstige Abonnement erteilt Herr E. E h o l l i e r, Musikalienhandlung. — Der Krei »- Obst - und Gartenbauverein Gießen veranstaltet am Freitag, 27 Oktober, 15.30 Uhr, im kleinen Saale bes Katholischen Dereinshauses feine außerordentliche Hauptversammlung. Die Tagesordnung sieht folgende Punkte vor: Neuorganisation im Obstbau; vorläufige Rechnungsablage 1932 und Bestimmung eines kommissarischen Leiters. Auf die gestrige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. — Schmuckausstellung Heinr. Küchel. Der Metallbildhauer Heinrich Küchel zeigt auch in diesem Jahre wieder, und zwar am heutigen Samstag (15 bis 19 Uhr) und am morgigen Sonntag (11 bis 18 Uhr), im Hotel Prinz Earl feine Arbeiten. Der Künstler, der schon auf größeren Ausstellungen in Berlin und Leipzig alle Beachtung sand, zeigt diesmal besonders Schmuckstücke in der Gestaltung nach alten nordischen Vorbildern, bie er an alten Heidefunden in NorddeutschlanD studieren konnte. Die Ausstellung Dürfte einen Besuch loh- nen. Auf die gestrige Anzeige sei hingewiesen. Bohnen (grün) 15, Unterkohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 25 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kürbis 5 bis 7, Pilze 25 bis 50, Kartoffeln 3S Pf., Der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 10 bis 18, junge Hähne 65 bis 80, Suppenhühner 60 dis 70, Gänse 60 bis 75, Tauben, das Stück 40 bis 55, Blumenkohl 5 bis 25, Salat 3 bis 8, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 5 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf. Bornotizcn. — Tageskalender für Samstag. Evangelischer Bund: Stadtkirche, 19.30 Uhr, Evangelischer Abend — Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz: 20 Uhr, Eaf6 Leib, Deutscher Abend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hitlerjunge Ouex". — Astoria - Lichtspiele, Seltersrocg: „Die große Fahrt". — Vereinigung ehemaliger hessischer Grenadiere: 20 Uhr, „Hessischer Hof", Familienabend. — Hotel Prinz Carl: 15 bis 19 Uhr, Ausstellung von Metallbildhauer H. Küchel (handgetriebener Silberschmuck). — VfB.: 20.30 Uhr, Vereinsheim, Familienabend. — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr, Gastspiel „Die vier Nachrichter": „Der Esel ist los". — DHD. 10,30 Uhr: Besichtigung des Stadttheaters. — Lichtspielhaus Unser Rus ergeht selbstverständlich auch an die Handwerksmeister selbst! Ueberlege sich jeder, durch welche Aufträge er dem Kollegen, der Kollegin helfen kann. Das Anla genkonzert der SA. ° Re« serve-Kapelle, das zum Abschluß der Handwerks-Werbewoche am morgigen Sonntag um 11 Uhr am Hindenburgwall stattfindet, wird unter Leitung des Kapellmeisters Bruno Hermann gegeben. Bortragsfolge: 1. „Schneidige Truppe", Marsch von Leonhard, 2. Ouvertüre „Leichte Kavallerie" von Suppö, 3. „Eine Mondnacht auf der Alster", Walzer von Fetras, 4. Große Fantasie aus „Oberon" von Weber, 5. Badenweiler Marsch, von Fürst. Zahlreicher Besuch dieser Kon^ertoeranstal- tung wird erwartet. Insbesondere hofft man, unsere Mitbürger aus dem Handwerk und selbstverständlich die SA.-Kameraden vollzählig au sehen. ** Die Besuchszeiten d e r Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß am Brandplatz, sowie das Bölkermuseum und das Kriegsmuseum im Neuen Schloß am Landgraf-Philipp. Platz sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. •* Hitlerjunge Quex" vor den Be- rufsfchulern. Das Stadtschulamt werft darauf hin, daß am Dienstag, 24. Oktober, für die Schüler der Berufs-(Fortbildungs-)fchulen eine Sondervor» führung des Films „Hitlerjunge Quer" stattfindet. Eintritt 20 Pfennig. Die Schüler treffen sich um 8 Uhr in ihrer Schule. An dem Besuch der Dorsüh- rung nehmen auch die Schüler teil, die am Dienstag keinen Unterricht haben. Sie gehen nach der Spenden für die NS.-Volkswohlsahrt werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Dolkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen. Das Schuhmacherhandwerk wirbt! Von Innungsführer d. Kraus. Handwerk und Qualitätsarbeit sind zwei Begriffe, die nicht au trennen find. Ohne den Qualitätsgedanken verliert das Handwerk feine Berechtigung. Wohl am meisten hatte das Handwerk in der verflossenen Zeit gerade darunter zu leiden, daß im Bolle der Sinn für Qualitätsarbeit in weitem Maße verloren gegangen war. Billig hieß die Parole und wenn tausendmal nachgewiesen war, daß billig und schlecht im Endeffekt doch das Allerkostspieligste ist für den Verbraucher. Das Produkt dieser Tendenz im kaufenden Publikum war das, was man heute Ramsch nennt. Der Darenhausramsch überflutete den Markt und drohte die Qualitätsarbeit zu verdrängen. Das gesamte Handwerk und nicht zuletzt das ehrsame Schuhmacherhandwerk hatte darunter sehr zu leiden. Hier — im Schuhmacherhandwerk — lagen die Dinge so, daß der von allen guten Instinkten verlassene Großstädter sich im Kaufhaus ein Paar billige Schuhe kaufte, die schlechten Sohlen in we- niaen Wochen verschliß, um sie dann in der Schnellbesohlanstalt — bitte. Sie können drauf warten! — erneuern zu lassen. Er kaufte sich so im Laufe eines Jahres 4 bis 5 Paar Schuhe von jener schäbigen Eleganz, die diesen Typ des Großstädters kennzeichnet. Drückte ihn der Schuh, so riskierte er gerne ein Hühnerauge — der lieben Eitelkeit wegen — oder er kaufte sich ein Paar teure Einlagen, um sie meist bald unbefriedigt wieder zur Seite zu legen. Die volkswirtschaftliche und nationalpolitische Seite seiner Handlungsweise kannte er nicht; was ging ihn das auch an? Verantwortung? Es kann doch jeder tun, was er will! Heute ist das anders. Unser Volk lernt wieder Qualitätsarbeit schätzen, und gewinnt wieder Achtung vor dem Handwerk. Man gibt wieder jedem das Seine. Man lernt einsehen, daß jede Schnell» I besohlanstalt 10 arbeitslose und der öffentlichen Wohlfahrt zur Last fallende Schuhmacher bedeutet. Man lernt einsehen, daß die beste Arbeit und das beste Material das Billigste ist. Und an die Stelle billiger Eleganz, die jeder echten Vornehmheit entbehrt, tritt wieder die gediegene Wertarbeit. Es gibt wieder Menschen, die ihre Schuhe lieben und pflegen wie ein gutes Kleid und die ihre Füße nicht geringer achten als ihren übrigen Körper. Menschen, die zum Arzt gehen, wenn sie des Arztes bedürfen und zum Schuhmacher, wenn sie der Schuh drückt. Das Schuhmacherhandwerk ist heute in der Lage, allen Anforderungen zu entsprechen, die Technik, Wissenschaft und Mode zu stellen vermögen. Das haben die Gießener Meister ganz besonders eindringlich bewiesen durch ihre Ausstellung auf der Braunen Messe. Man konnte neben dem einfachsten Gebrauchsschuh den vornehmsten Gesellschaftsschuh, neben dem Tourenstiefel den Reitstiefel sehen und alles durchaus nach orthopädischen Gesichtspunkten gearbeitet. So wirbt der Schuhmacher für die Handwerkskunst, für den Maßschuh und gute Schuhreparaturen! Vorstellung in ihre Arbeitsstellen zurück. Für diese Schüler zählt die Teilnahme als Schulbesuch, d. h. sie werden am nächsten Schultag zwei Stunden frü- her in ihre Lehrstellen entlassen. ** Arbeitsvermittlung für Musiker. Dom Arbeitsamt wird uns geschrieben: Beim Arbeitsamt Gießen besteht eine besondere Vermitt- lungsabteilung für Musiker. Der Leiter der Arbeitsvermittlung ist der Vertrauensmann des Verbandes deutscher Theaterangestellten und ähnl. Berufe, in dem alle Berufsmustker zufammengeschlos- sen find. Die Verfügung der Gau-Kreisleitung der NSDAP., daß die Einstellung von Arbeitskräften nur durch das Arbeitsamt zu erfolgen habe, gilt selbstverständlich auch für die Arbeitsvermittlung der Musiker. Sprechstunden der Vermittlung für Musiker sind täglich von 8 bis 10 Uhr, Frankfurter Straße 29, im Raume der Angestelltenoermitt- lung. ** Berufs kundlicher Rundfunkvortrag. Am Mittwoch, 25. Oktober, bringt der Süd- westdeutsche Rundfunk von 10.10 Uhr bis 10.40 Uhr einen Vortrag über das Thema: „V o r der Berufswahl. Es wird die Berufswahl der Abiturienten zur Besprechung kommen. Der Vortrag dürfte nicht nur Schülern höherer Lehranstalten und deren Eltern, sondern auch allen berufspolitisch interessierten Kreisen sehr zu empfehlen fein. ** Die Gründung einer Bezirks- gruppe des Reichsverbandes des Ver- ficherungs - Außendienstes fand in einer Versammlung am Donnerstagnachmittag im Hotel „Prinz (Tarr statt. Als Beauftragter der Landesgruppe Frankfurt sprachen Werner D r e i h und Dr. Rodern er aus Frankfurt. Zum ersten Führer der Bezirksgruppe wurde Herr H. Schwenke (Neue Frankfurter Allgemeine) bestimmt. Dieser berief zu seinem Stellvertreter (2. Vorsitzenden) Herrn Hermann Eckert (Neue Frankfurter Allgemeine). Als Schriftführer wurde Herr F. C. Kretschmer (Allianz und Stuttgarter Verein, Vers.-AG.), als Kassierer Herr I u l l m a n n (Gotha) als Beisitzer Herr Thomas (Barmenia) bestimmt. Der unter nationalsozialistischer Führung stehende Reichsverband des Verficherungsaußendienstes setzt sich — wie man uns berichtet — durch Gleichschaltung aus dem Reichsverband der Deutschen Versicherungs-Generalagenten und dem Reichsbund der Deutschen Versicherungsvertreter zusammen. An jedem zweiten Montag im Monat soll in Gießen im Hotel „Prinz Earl eine Zusammenkunft statt- sinden, zu der auch Nichtmitglieder Zutritt haben. Die beiden Vertreter der Landesgruppe schilderten in der Versammlung die Ziele des Reichsverbandes und ermahnten die noch nicht angeschlossenen Kollegen, unverzüglich der Organisation beizutreten, da nach dem 1. Januar 1934 voraussichtlich der Kon- zessionierungszwang für Versicherungsvertreter eintreten wird. Ein entsprechender Gesetzentwurf, ebenso auch über die Sicherstellung der Verfiche- rungsbeamten, sowie über die Schäftung einer Ständekammer, liegt zur Zeit der Reichsregierung vor. Nichtmitglieder mögen sich umgehend an den Schriftführer, F. C. Kretschmer (Gießen), Karl- Vogt-Straße 19, wenden, der Auskunft erteilt und Anmeldeformulare aushändigt. Der Ortsgruppe Gießen ist der nördliche Teil Oberhessens mit Marburg, Wetzlar und Umgebung angegliedert. ** DerVWA., Verband der weiblichen A n g e st e l l t e n, ist als einzige Frauenorganisa- tion der großen Deuftchen Arbeitsftont eingegliedert. Die Mitglieder der Ortsgruppe Gießen halten monatlich eine Versammlung ab, in der sie sich schulen wollen für die großen Aufgaben der deutschen Frau als Trägerin der Rasse, Erzieherin der Jugend, Hüterin der Familie, Sachwalterin des deutschen Einkommens, Kulturträgerin des deutschen Volkes. Es ist Wunsch und Wille unseres all- verehrten Führers Adolf Hiller, daß alle Glieder der großen Arbeitsfront in ihren einzelnen Berufs- gruppen das Gemeinschaftsleben pflegen. Diesem Zwecke dienen auch die Zusammenkünfte der Ortsgruppe. Wer ihnen fernbletot, beweist damit, daß er den Nationalsozialismus weder mit dem Herzen, nach mit dem Vorstand erfaßt hat. Die Ortsgruppe pflegt ferner edle Geselligkeit und bietet den Mitgliedern Gelegenheit, sich in ihrem Berufe zu vervollkommnen, damit sie aufsteigen können in ihren Stellungen und hre Lebenslage verbessern. Man beachte die heutige Anzeige. ** Der Po st verein 1906 hatte dieser Tage, wie man uns berichtet, seine Mitglieder zu einer außerordentlichen General-Versammlung zwecks Gleichschaltung in das „Hotel Kobel" einberufen. Der als Gast eingeladene Ortsgruppenführer der NSDAP., Herr Thomas, verstand es, in kurzen Zügen die Ziele und Zwecke der Gleichschaltung im neuen Staate klar darzulegen. Nach einer kurzen Aussprache wurde Herr Postassistent Adam Lotz als Führer des Vereins in Vorschlag gebracht und bestätigt. Dieser ernannte zu seinen Vertretern den seitherigen 1. Vorsitzenden, Herrn Postassistent Karl G u m b e l und Herrn Postsekretär Heinrich Schmieder. Als 1. Schriftführer wurde Herr Postschaffner Karl E i n h ä u s e r, als 1. Rechner Herr Postassistent Karl Muller bestimmt. Vom Buchbinderhandwerk. Von H. Steinhäuser, Innungsführer. Schon lange bevor es eine Bu

ruckerkunst gab, schrieben fromme Mönche die unvergänglichen Werke der mittelalterlichen Literatur auf Pergament und fügten sie zu kostbaren Einbänden, die wir heute noch in den Bivliotheken und Museen bewundern. Erst nach Erfindung der „Schwarzen Kunst" wurde die Buchbinderei ein selbständiges Handwerk und brachte als solches schöpferische Leistungen hervor, die den Fachmann und den Bücherliebhaber noch heute auf das höchste entzücken. Wie im gesamten Handwerk, so setzte auch mit den kulturzerstörenden Kriegen im 16. Jahrhundert der Dersall der Buchbinderei ein, die bis dahin ein aus- gesprochenes Kunsthandwerk war. Das Buch und sein Kleid spiegeln wie kaum ein zweites Erzeugnis die jeweilige Kulturhöhe in den verschiedenen Zeitabschnitten der deutschen Geschichte wieder. Mit der zunehmenden Verbreiterung der deutschen Literatur ging der Charakter des Bucheinbandes als selbständiges Kunstwerk immer mehr verloren. Die neuere Zeit mit ihrer vorwiegend materialistischen Einstellung gestand dem Bucheinband nur mehr einen Nützlichkeitswert zu, und heute gibt es Krefte, die in einem handwerklichen Kleide des Buches nur ein notwendiges liebel erblicken. Für den wahrhaft ästhetisch empfindenden deutschen Menschen ist es eine tief beklagenswerte Tatsache, daß ein großer Teil des deutschen Volkes vor dem höchsten, das seine Nation geschaffen hat, vor den geistigen Gütern der deutschen Nation, seinem deutschen Schrifttum, so wenig Achtung hat, daß er sie ungebunden und in zersetztem Zustand, oder in unsoliden Fabrikeinbänden aufbewahrt. Oft, noch dazu in einem kostbaren Bücherschränke, mährend der grünseidene Vorhang die lieblose Behandlung der geistigen Kinder unserer Volksbesten verhüllt. Jeder deutsche Volksgenosse sollte sich bewußt sein, daß der Wiederaufstieg zu kultureller Höhe großenteils über das deutsche Buch führt. Er sollte lernen, für das deutsche Buch und sein materialechtes, solides Kleid, das nur der handwerkliche Buchbinder- meister Herstellen kann, das Verständnis wiederzufinden. Ein kleiner Grundstock, den jedes deutsche Haus aufweisen sollte und der tausendfältige Früchte tragen wird, ist eine grbrängte Auswahl der Schriften unserer kerndeutschen Geistesgrößen. Zu jedem Geburtstage, zu jedem Christfest ein weiteres gutes deutsches Vuch, solid und schön vom Buchbinder- meister gebunden, das schasst dauernden Lebensgewinn und echte Freude ins Haus und kostet gar nicht viel, besonders dann nicht, wenn man anderseits allen unnötigen Plunder und Kitsch verachtet, mit dem uns das Warenhaus in eigen» nützig-profitgieriger Absicht beglückt hat. Das Buchbinderhandwerk empfängt nur zum kleinsten Teil feine Aufträge aus den Händen der deutschen Volksgenossen, von dem allein es nicht leben könnte. Seine Hauptauftraggeber waren stets die staatlichen und kommunalen Behörden, Biolio- theken, Schulen und sonstige gemeinnützige, der Volksaufklärung dienende Einrichtngen. Leider hat man in der heute glücklich überwundenen marxistischen Regierungsperiode die Daseinsberechtigung des selbständigen Handwerkers verneint und insbesondere das Einbinden von Büchern in eigenen Hausbuchbindereien vorgenommen. Damit hat man dem Buchbinderhandwerk seine eigentliche Arbeit genommen und sie ihm, entgegen dem Programm der NSDAP, und damit unserer heutigen Staatsauffassung, bis zum heutigen Tage vorenthalten. Im Zeichen der Reichshandwerkerwoche spricht das Gießener Buchbinderhandwerk den berechtigten Wunsch aus,daß die in Gießen noch vorhandenen Hausbuchbindereien der Behörden aufgelöst und die Arbeiten dem selbständigen Handwerk wieder restlos zugeführt werden. Das Spengler- und Mallatem Handwerk. Von Obermeister Rudolf Rüdiger. Einen Hoffnungsstrahl sieht auch mein Gewerbe in der Abhaltung der Handwerker-Werbewoche. Was feit vielen Jahren erstrebt und erhofft, was immer wieder von einsichtsvollen Kollegen gefordert wurde, soll nun enblich Wirklichkeit werden. Lange hätte es auch nicht mehr bauern bürfen, sonst märe ein einst blühenbes Hanbwerk, von bem man mit Recht sagte, baß es einen golbenen Boben hatte, vom Erbboben verjchwunben. Oerabe bas Spengler- unb Jnstallateur-Hanb- werk hat wohl mit am meisten unter ben Maßnahmen der früheren Regierungen leiben müssen. Die Warenhäuser führten bie billigen unb schlechten Blechwaren ein, verkauften auch sonst burchweg bie allerleichtesten Installations-Zubehörteile. Während die Handwerksbetriebe mit immer neu ausgedachten Steuern bedacht wurden, erhielten die Warenhäuser und Konsumvereine Zuwendungen aller Art, die manchmal höhen erreichten, über die der Handwerker einfach staunen muhte. Aber auch manche Eisenwarenhändler glaubten, aus ihren Lüden ein richtiges Warenhaus machen zu müssen, indem sie alles, was eigentlich nur durch gelernte Fachleute installiert werden sollte, auch an Private und sogar an Behörden und Verwaltungen lieferten. Das größte liebel unb bie schärfste Konkurrenz schufen aber bie frühere Regierung unb bie ihr unterstellten Stabtoermaltungen in ben Regiebetrieben ber Gas- unb Wasserwerke. Die Werke, bie erbaut wurden, um der Bürgerschaft Licht, Wärme und Wasser zuführen zu können, die berufen waren, Gas herzustellen, die Rohrnetze unb Anschlüsse zu überwachen, mußten bei ber immer mehr sich zuspitzenben Gelbknappheit ber Stabtkassen auch zu allen Mitteln greifen, unb bem ortsansässigen Hanbwerk schärfste Konkurrenz machen. Wer kann sich nicht noch an bas Muster» lager in Beleuchtungskörpern unb Campen in ben Räumen bes Verwaltungsgebäudes des Gaswerks erinnern? Unb mit ber zunehmenden Technik der Gasgeräte, Badeöfen, sowohl als auch Gasherde wurde der Verkauf dieser Apparate durch die Gaswerke ausgenommen, und man kann sagen zur höchsten Blüte gebracht. Denn den Werken standen ja in den Steuergroschen ihrer Bürger so große Kapitalien zur Verfügung, daß der gesamte Handel in diesen Geraten fast ausschließlich in den Händen der Werke war. Aber auch hiermit nicht genug. In den Gas- und Wasserwerken wurden auch Reparaturen und Ausbesserungen an Gas- und Wasserleitungen, sowie Apparaten angenommen und ausgeführt, und oft konnte man die Beobachtung machen, daß die Gas- und Wasserwerke sogar Klosettschüsseln lieferten unb fetzten. „O schöne Zeit, o selige Zeit", in ber bie eigenen Stadtverwaltungen ihre steuerzählenden Bürger in ber schwersten Weise schädigten. Und mancher Bürger glaubte, sich ein besonderes Verdienst zu erwerben, wenn er seine In» standsetzungsarbeiten durch das Gas- und Wasserwerk ausführen ließ. Er bedachte dabei nicht, daß er durch ein solches Verhalten sich selbst schädigte und seinen eigenen Mitmenschen die Lebensnotwendigkeiten untergrub. Das alles soll nun im Dritten Reich anders wer- den. Voll Hoffnuung schauen Tausende von Spengler- und Installateur-Meister, Gesellen und Lehrlinge auf unseren Volkskanzler, der das nie für möglich gehaltene fertiggebracht hat. Denn ein Hauptpunkt in dem Programm der NSDAP, ist nicht nur die Beseitigung der Warenhäuser, Kon- sumvereine und Schwarzarbeiter, sondern auch die Abschaffung der Regie-Arbeiten ber Stäbte. Darum wollen auch wir Spengler und Installateure fest zu der Regierung Adolf Hitler» stehen und mit aller Wacht mitarbeiten an dem Aufstieg unseres über alles geliebten Vaterlandes. Euch Mitbürgern rufen wir aber zu: Gebt eure getarnten Arbeiten und Lieferungen an Gas-, Waffer- unb Entwässerungsleitungen nur an gelernte Spengler- und Jnstallateurmeister unb deckt auch euren Bedarf in allen Materialien und Geräten nur bei ben Mitgliebern ber Spengler» unb Installateur-Innung. Die Preise werden so niedrig wie nur irgend möglich gehalten und auch dauernd kontrolliert. Die Innung wird alles emsetzen, um der Bürgerschaft durch schnelle, gute und preiswerte Arbeit zu beweisen, daß es den Spengler- und Installateur- meistern bitter Ernst ist, an der Gesundung des Handwerks mitzuarbeiten, zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes; darum Kauft beim Handwerker, denn er ist Fachmann. Die Hausangestellten in der Deutschen Arbeitsfront. Die Ortsgruppe Gießen bes Verbanbes ber Heimarbeiter unb Hausangestellten in ber Deutschen Arbeitsfront hiell am Mittwoch» abenb im Caf6 Leib eine Versammlung ab, zu der besonders die weiblichen Hausangestellten erschienen waren. Aezirksleiier Mahner, Frankfurt a. M. sprach über das Thema: „Ziele und Zwecke der Deutschen Arbeitsfront". Die Deut« sche Arbeitsfront wolle alle Schaffenden vereinigen und den Klasse nkampfgedanken re st los beseitigen. Die Gewerkschaften, die ursprünglichen Arbeitervereine, wie sie zu Beginn der Arbeiterbewegung bestanden, wollten anfänglich lediglich ihre wirtschaftlichen Interessen vertreten, sie entwickelten sich jedoch unter dem Einfluß ihrer Führer zu Zentren marxistischer Weltanschauung. Die Gewerkschaften seien schon vor dem Kriege der Zersplitterung anheimgefallen, insbesondere von den freien Gewerkschaften her sei der Arbeiter auf die Wege des Klassenkampfes gedrängt worden. Der Warxismus sei eine jüdische Schöpfung, eine Theorie der Zersetzung, mit deren Hilfe die Weltherrschaft des Judentums erreicht werden sollte. Im Jahre 1918 seien die Gewerkschaften fast völlig der Sozialdemokratie angeschlosfen worden, deren Führerschaft sich aber nicht ernsthaft um die Besserstellung der Arbeitenden bemüht habe. Vielmehr seien die Wunden am Körper der Arbeiterschaft immer öfter gehalten worden, damit Agitationsstoff vorhanden gewesen sei unb bie Existenznot- menbigteit ber Parteiorganisation nachgewiesen werben konnte. Nach bem Kriege habe in ber Arbeiterbewegung ber Jube bie Oberhanb bekommen unb seinen bemoralifierenben Einfluß ausgeübt. Der Jube habe bas alljüdische Weltreich auf den Trümmern Deutschlands aufrichten wollen. Da habe der Nationalsozialismus gerade noch zur rechten Zeit eingegriffen und der verhängnisvollen Entwicklung Einhalt geboten. Bisher fei für die Hausangestellten, dem ärmsten Teil der deuftchen Arbeiterschaft, wenig geschehen; das solle nun anders werden. Die Hausgehilfin dürfe nicht mehr nur die Existenz der völligen Abhängigkeit führen. Die Hausgehilfin müsse als vollwertige Volksgenossin betrachtet werden. Die alte Gesindeordnung, die noch bei mancher Herrschaft in Erinnerung spuke, gelte längst nicht mehr. Für die Hausangestellten gelte gegenwärtig ein Tarif, aber auch nur insoweit, als der bis 1930 bestehende Tarif im einzelnen Fall nicht ausdrücklich gekündigt worden sei. Bis jetzt bestehe ein neuer Tarif nicht, man werde sich aber in nächster Zeit mit größter Energie dafür einsetzen, einen Tarif zu schaffen, der den Hausangestellten gerechte Entlohnung, Urlaub unb angemessene Arbeitszeit sichere. Von ben bisherigen Gewerkschaften sei nur wenig zum Wohle ber Arbeiterschaft geleistet worden, vielmehr sei die Arbeiterschaft durch sie zerrissen worden. Der Jude habe dabei eine sehr anfechtbare Rolle gefpielt Durch die Religionslosigkeit, die gewaltsam gepredigt worden sei, habe man dem deutschen Volke bewußt den sittlich-moralischen Boden entziehen wollen. Aus gleichem Interesse sei der Kampf gegen den § 218 geführt worden. Der Jude habe zielsicher alles getan, um die Schaffung einer jüdischen Weltherrschaft zu fördern. Adolf Hitler habe diesem Bestreben ein energisches „Halt!" entgegengesetzt. So sei der bis dahin international gefeierte 1. Mai zum nationalen Feiertag geworden, am 2. Mai habe dann die NSBO. die Gewerkschaften über- nornmen, ohne Widerstand der damaligen Gewerkschaftsführer zu finden. Für die Zukunft müsse man sich darüber klar sein, daß Arbeiter und Arbeitgeber zusam- Mengehören. Arbeitgeber sei auch der Arbeiter als Verbraucher. Was der Nationalsozialismus bisher geleistet habe, werde in vollem Ausmaß erst der nächsten Generation zum Bewußtsein kommen. Der Führer habe alle schaffenden Menschen in kürzester Zeit in der Deutschen Arbeitsftont Bereinigt, die alle Vertretung wirtschafllicher oder beruflicher Art übernehme. Es gebe neben der Deutschen Arbeitsftont keine andere Berufsorganisation mehr. Die Sozialversicherung werde demnächst von der Deutschen Arbeitsfront von Grund auf umgestoltet. Besondere Aufmerksamkeit werde man dabei der Altersversicherung zuwenden. Es dürfe in Zukunft keine Sorge um seinen Lebensabend mehr für denjenigen geben, der ein arbeitsreiches Leben hinter sich habe. Das Programm der NSDAP, werde in allen 25 Punkten restlos durchgeführt. Die Entwicklung und die Erfüllung aller daraus erwachsenden Aufgaben werde sich naturgemäß nur langsam vollziehen können. Neben der wirtschaftlichen Förderung ihrer Mitglieder wolle die Deutsche Arbeitsfront auch dem kulturellen Aufbau dienen. Heute werbe man nicht nur um den äußeren, sondern auch um den inneren Menschen. Es solle der gute Kern erfaßt werden, der überall in unserem Volke erhalten sei. Gleichzeitig solle den Müden und Ueberdrüssigen neuer Lebensgeist eingehaucht werden. Dec deutsche schaffende Wensch verdiene einen angemessenen Lebensstandard. Zur Erfüllung dieser Aufgaben müsse jedermann sein Teil beitragen, müsse zum Opfer bereit sein, denn im neuen Staat werde niemand an Errungenschaften teilnehmen können, der nicht zuvor Opfer gebracht habe für und um des Volksganzen willen. (Lebhafter Beifall!) In feinem Schlußwort beschäftigte sich der Redner noch mit der Frage der Arbeitszeit der Hausangestellten. Er betonte u. a., daß cs in Zukunft nur noch organisierte Hausangestellte geben dürfe. Nur die organisierte Hausgehilfin werde geachtet werden und ihre Rechte gewahrt sehen. Allerdings verlange die Deutsche Arbeitsfront restlose Pflichterfüllung jeder einzelnen in ihrem Aufgabenkreis. Jeder Hausangestellten werde alle nur mögliche Unterstützung bei der Verfechtung ihrer Rechte zuteil. Mithelfen müßten aber alle an der Verwirklichung der Ziele. Ideale müßten wieder in den Vordergrund treten. Dpfergeift mu,se verlangt werden, nicht um des Verbandes willen, sondern um der gemeinsamen großen Sache unsere» Vaterlandes willen! „ , . Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler unb mit bem gemeinsam gefangenen ersten Vers bes Deutschlandliedes wurde die Kundgebung geschlossen. SJL-tfpott und In allen Fachgeschäften erhältlich. 5OC e Wellempfang • messerscharfe Trennung e edelster Ton (>Noralon<) Handball im Gau XII der OT. Ccfte$ Spiel der Gießener Turnerschaft. Der morgige Sonnlag sieht auch die Mann- toaften der Gießener Turnerschaft »Tbie biesiahnge Derbandsrunde eingreifen. Die erste die iUr GausonderNasie Bezirk Gießen gehört, trifft Im Verlauf der Runde aus di- Mannschaften von Wetzlar, Hachenburg und 1900 Gießen. Sich unter diesen Gegnern durchzusetzen, wird für bie Bereinigten eine außerordentliche Kraftprobe bedeuten, da sie burchweg gegen gut eingespielte Mann- anwtreten haben. Schon das erste Spiel, iu dem sich auf bem Unioersitätssportplatz ber Id. Wetzlar stellt, wird barüber Aufschluß geben, welche Aussichten man ben Gießenern m ^en weiteren Kämpfen geben kann unb m welchem Maße man mit chnen als ernsthaftem Gegner zu rechnen haben W IHe Wetzlarer, beren Spielstarke als langjährige Kreisklassemannschaft hinreichend bekannt ist, treten fast unverändert in ihrer vorjährigen Mufftellung an und dürften schon damit in Bezug auf Einheit- lidifeit unb Zusammenarbeit innerhalb ber Mannschaft ben Einheimischen gegenüber ein großes Plus ooraushaben. Die Gießener Turnerschaft wird bas Spiel in folgenber Aufstellung bestreiten: Helmert Seyb Beitter Sarenseck Malkomesius Schorrkopf Ploch Seipp Barth Kern Weigand Da jeber einzelne über ein solides Können und auch über die nötige Wettspielerfahrung verfügt, wirb ber Ausgang bes Spieles im wesentlichen davon abhängen, wie weit die elf Spieler als eine geschlossene Einheit sich zusammensinden und zu handeln vermögen. Die zweite Mannschaft spielt in der V-Klasse in einer Runde mit OSE. Gießen, 1900 Gießen II, Burkhardsfelden unb Beuern. Ihr morgiger Gegner ist Burkhardsfelden, unb da sie in einer für diese Klasse recht starken Aufstellung antritt, ist mit ziemlicher Sicherheit mit einem Sieg zu rechnen. Die Iugendmannschaft des Mto., die ihre Spiel- runde bereits mit einem schönen unb vielver- sprechenden Erfolg einleiten konnte, trifft sich vor bem Spiel ber ersten in einem Freundschaftsspiel mit einer Hanbballmannschaft ber Höheren Privatschule. Handball her Sp.-Da. 1900 Zum ersten Male so lange die Hatrbballabteilung besteht, spielt bie erste Mannschaft der Spielvereini- gung 1900 in der Gauklasse des Gaues XII Nord- Hessen. Durch ihr langes Kämpfen und nicht zuletzt durch bas Arbeiten bes Handballausschusses ist cs gelungen, den Verein in ber höchsten Klasse bes Handballs zu sehen. Die erste Mannschaft hat aber auch ben Handball im Lahnbezirk im letzten Jahre am besten vertreten und somit Anspruch, in dieser Klasse zu spielen. 1900 ist aber auch der einzigste DSV.-Verein dieser Klasse. Die Gegner sind Tv. Hachenburg, Tv. Wetzlar unb Turnerschaft Gießen. Die Gruppe ist klein, aber sehr spielstark. Am Sonntag weilt die erste Mannschaft In Hachenburg, hat aber auch auf dem WesterIn ber Reihe ber Derbanbsspiele ber Bezirks- klasse empfangt morgen bie Liga ber Spielvereini- gung 1900 bie Liga von Germania Marburg auf Dem Platz an ber Liebigshöhe. Beibe Mannschaften sind noch ohne Rieberlage. Marburg ist im Schluß- Dreieck außerorbentlich gut besetzt: ber Angriff ist schnell unb schubsicher. Die Germanen haben in jüngster Zeit an Spielstärke gewonnen unb bie Blauweißen werben gut tun, von Anfang an mit allem Eifer zu kämpfen. Vor allem wirb sich empfehlen, sich zu schnelleren Aktionen aufzuraffen, ohne vor bem Tor bie Ruhe zu verlieren. Die Blauweißen müssen auf Heinbach verzichten empfangen auf eigenem Platz die eifrigen kräftigen Schüler von Watzenborn-Steinberg. VfB. Gießen. Das ursprünglich für bie Liga bes VfB. angesetzte Derbandsspiel gegen Lollar in Lollar ist auf ben 17. Dezember verschoben worben. Die Liga bes VfB. ist also am morgigen Sonntag spielfrei. Die II. Mannschaft bes VfB. hat in Watzenborn- Steinberg anzutreten, und zwar als Gegner ber »weiten Elf bes Plagoereins. Die Grünweißen haben einen sehr ernst zu nehmenden Gegner vor sich. Ob es gegen die spielstarken Gastgeber zu einem Siege reichen wird, ist sehr fraglich. Die III. Mannschaft bestreitet ein Derbandsspiel gegen bie III. von Lollar. ^ZL.Teutonia-'Watzenborn-Steinberg Die Liga bes FE. „Teutonia" Watzenborn-Stein- berg hat am morgigen Sonntag bas fällige Ber- banbsfpiel in Ockershausen zu bestreiten. Das Spiel- selb in Ockershausen wird auch für bie Teutonen schwerer Boben sein. Ob bie Mannschaft, bie sich in ben bisherigen Berbanbsfpiclen ausgezeichnet geschlagen hat, in Ockershausen einen Sieg ober em Unentschieden zu (anben vermag, ist aber doch noch fraglich. Dem (Ergebnis sieht man mit um so mehr Interesse entgegen. (5porfabfeilung des Tv. Wieseck. Am morgigen Sonntag treten brei Mannschaften bes Tv. Wieseck auf ben Plan, alles Berbanbs- spiele. Die 1. Elf spielt auf eigenem Platz gegen die gleiche bes BfR. Lich. Die gegnerische Mannschaft stellte in ben vergangenen Berbanbsfpielen einen guten Gegner. Es bleibt jetzt abzuwarten, ob bie Spielstärke geblieben ist. Auf alle Falle muffen bie Einheimischen alles baransetzen, günstig abzuschnei- den. Die Zuschauer haben mit einem spannenden Spiel zu rechnen. Bor dem Spiel der ersten Mannschaften begegnen sich die zweiten Garnituren der beiden Bereine. Die 1. Jugend muß nach Watzen- bormSteinberg unb wirb einen harten Stanbpuntt haben. Sportverein 1920 Heuchelheim. Am morgigen Sonntag stehen sich auf bem Heuchelheimer Sportplatz bie beiben ersten Mannschaf- ten bes FC. Großen-Buseck unb bes Sportvereins 1920 Heuchelheim im Derbandsspiel gegenüber. Eine Voraussage über dieses Spiel zu treffen, ist sehr gewagt, zumal Heuchelheim durch Ersatz geschwächt antritt. Der Vorteil bes eigenen Platzes bürste in biefem Spiel kaum ins Gewicht fallen, da sich die beiden Gegner schon oft gegenüberftanben. Die erste Jugenbmannschaft muß zum Pflichtspiel nach Bieber, gegen beren gleiche Mannschaft sie am vergangenen Sonntag nicht gerade überzeugend mit 4:3 gewinnen konnte. Kußball-Kampf Deutschland-Belgien. Die lange Reihe ber Fußball-Länberkämpfe der neuen Saison wirb am Sonntag mit bem Spiel gegen die Auswahlmannschaft Belgiens in Duisburg begonnen. Rach über zwanzigjähriger Pause ist roieber einmal Belgien der Gegner. Belgien tritt überhaupt erst zum vierten Male gegen Deutschland an. Die deutsche Vertretung rekrutiert sich diesmal lediglich aus westdeutschen Spielern, Die in folgender Aufstellung antreten: Buchloh (Speldorf): Dusch (Duisburg), Hund (Schwarzweiß Essen), Janes, Bender, Breuer (Fortuna Düsseldorf): Albrecht (Fortuna), Wigold (Fortuna), Hohmann (Benrath), Kuzorra (Schalke), Kobierski (Fortuna Düsseldorf). Eine Voraussage über den Ausgang bes Kampfes ist kaum zu geben. Ob ein Sieg über Belgien nach ben bisherigen brei Rieberlagen möglich ist, und wie er möglich ist, wird abzuwarten bleiben. Schiedsrichter ist ber Schwebe Otto Olsson. Die zweite Halbzett des Spieles wirb im Runbfunk übertragen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) — Germania Marburg (Liga). treten mit folgender Mannschaft an: Schlarb Zeiler Lippert Langsdorf Heilmann Schmelz Luft Grünewald Wilhelmi Bromm Roth. Schiedsrichter ist Stumpf (Friedberg). Die Ligareferve empfängt die gleiche bes Sportvereins 1920 Lollar. Das Treffen wirb vor bem Ligaspiel ausgetragen. Die Gäste dürfen nicht unter- schätzt werben. Von ben Blauweißen erwartet man eine bessere Leistung, als sie im letzten Spiel gegen Lollar gezeigt wurde. Die 3. Mannschaft fährt nach Bieber unb tritt bort gegen bie 1. Mannfchaft an. Bieber ist ein harter Gegner und es kann sehr wohl sein, daß diesmal das Spiel für die 1900er mit Punktverlust endet. Zugendspiele. Die 1. Jugend fährt voraussichtlich nach Hachenburg zum fälligen Derbandsspiel. Die 1. Schüler waldboden einen sehr schweren Stand. Die Gastgeber haben am vergangenen Sonntag nach großem Sampf knapp 6:4 gegen den Tv. Wetzlar verloren. Die Mann,chaft ist sehr schnell unb auf eigenem Platz sehr gefährlich. Die zweite Mannschaft spielt gegen Tv. Beuern L Tisch-Tennis her Sp.-Dg. 1900. TD. 1860 Lich — 1900 II 5:6. Eine verstärkte 2. Mannschaft der Spogg. 1900 gastierte dieser Tage beim TD. Lich und konnte einen nur knappen Sieg mit nach Hause nehmen. Die ersten vier Gießener Spieler gaben ihren Gegnern in jedem Satz eine Borgabe von 10 Bällen, die in den meisten Fällen nicht aufgeholt werden konnte. Außerdem bewiesen die Licher, daß sie in der letzten Zeit viel dazugelcrnt haben. Deutsche Motorradfahrer siegen in Ungarn Deutsche Motorrad- und Automobil-Rennfahrer beteiligten sich an einer Veranstaltung auf der Gödöllö-Rennstrecke bei Budapest Fast durchweg gab es deutsche Siege. Bei den Motorrädern siegte in der Klasse bis 1000 ccm Rosemeyer- Lingen auf seiner RSU., während Möritz (Victoria) im Seitenwagenrennen triumphierte. Bei den Wa- gen gewann Kohlrausch - Eisenach (Austin) in der lOOOer-Klasse, unb Burggaller lieh sich auf Bugatti die schwere Klasse nicht entgehen. Der heutsche Rudersport geeint. Nachdem nun auch der Norddeutsche Ruderoerband, der alte Deutsche Wassersportverband, ber NS -Wassersport-Bund Berlin, die Regattagemeinschaft SD. Berlin und der Ruderverbanb der Berufs- und Fachschulen Berlin ihre Auflösung und den Uebertritt in ben Deutschen Ruder-Derbanb be- schlossen haben, gibt es nun auch im Rubersport außerhalb dieser Fachschaft praktisch keine Vereine mehr. Simultanspiel gegen hen Deutschen Schachmeister. Der Schachklub Gießen hatte für ben gestrigen Freitag abenb zu einem Simultanspiel gegen Den Deutschen Schachmeister Brinkmann ringe- laben. Im Kampf gegen 26 Partner konnte ber Schachmeister 21 Spiele gewinnen, 2 wurden von ihm verloren unb 3 Partien remis beendet. Dir kommen auf die Veranstaltung noch zurück. __________(Schloß des redaktionellen Teils.» wenn ... Ja, wenn wir noch in der Postkutsche fahren wenn wir unsere Speisen noch an ber offenen Feuerstelle bereiten und wenn wir unsere Häuser mit dem Kienspan erleuchten müßten! Wir würden uns im Zeitalter der Technik nicht mehr wohl fühlen. Und doch gibt es heute noch Dinge und Arbeiten, die sich fast genau so abwickeln wie in alten Zeiten. Z. B. wäscht man in ungezählten Haushaltungen bie Wäsche noch mit ber Hand anstatt sich einer modernen, wäscheschonenden, Arbeit, Zeit und Mühe sparenden Waschmaschine zu bedienen. Ja, wenn! Wenn Vater waschen müßte, würbe bei ber nächsten Wäsche sicher mit einer „Miele^-Elektro-Waschmaschine ge- waschen werden. 5314V . etabimiffion • Vöbcrhr.14,Vortr«|, 22.Clt./R’^Ubr: ..Traurige Veiihchen“ oem HOTEL SCHUTZ Sonntag, 22. Oktober, ab 6 Uhr abends 3pi elalitÄt: 6i93D HAS IM TOPF UÜDQDPk Sonntag, den II luuulm 22. Oktober rvieie« Sonntag, 22. Oktober 3Coti$ 6s,7d Je Iflilen 6ranö / 3eö. 66. Oonntmn Aufnahme in bie neu bciwnncnenVcbroängc noch bis Anfang November. Bontfrfic BtiVat-^anbcloidiulcn len Herborn Verlangen Sie airtfübrl. Druckschrift von ber Schulleitung Gießen, (Moctbeftrahe 32. ««ot* D. H.V. teichligwgJaffltalers nm Sonntag, dem 22. Oktober 19.33 morgen* 10.30 L'hr 6525D Treffpunkt: Haupt-Eingang. Saalbau Waldlust Alten-Vuserk o^, Sonntag, ben 22. Oktober 1933 (Mm Des kegleitzeW! Verband Labn-Buseckertal. Äon zeet und Tan, t Qualitäts-Dauerwellen Mit meinem weltberühmten Apparat,wie kann man, trotz billiger Preise, bei fachmännischer Bedienung nur eine gute Dauenveile liefern. — 810ln 1 Probe Wickel sowie Garantie für Haltbarkeit wirb Sie bavon überzeugen. — preis RLN r.so Salon Gath f trabe 62tt5ckbam!) KYWIXUStR TECHNIKUM - • |**iewe uMiimiimi BAO MANK&NMAUSO4 Sicherheit zuerst..... -. - ^ie sollten alle Merkzeichen beachten, die Ihnen den sicheren Weg zeigen. Auch beim Kauf eines neuen Mantels oder Anzugs kommt es darauf an, denn nur ein guter Kauf erzeugt Freude und Zufriedenheit. — enn Sie Ihrer Sache sicher sein wollen, wühlen Sie Ihren neuen Mantel von der Firma Köhler wegen den soliden und schönen Stoffen, wegen der exakten und guten Verarbeitung tteils eigener Herstellung^, wegen der eleganten Paßform und wegen den bescheidenen Preisen, liehen Sie ungeniert zu Köhler, Gießen, Seltersweg. 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Ihre Vermählung zeigen an Güntder Breithaupt Oberleutnant unb Adjutant im 15. Inf.-Regf. Lotte Breithaupt, geb. Oenninghoff Gießen, den 21. Oktober 1933 «501 n Ihre Vermählung geben bekannt Albert Kasten, Musiklehrer £ent Kasten, geb. Täubeet Gießen, den 21. Oktober 1933 0M95 Hermann Schaub, Derw.-Direktor Mariechen Schaub, geb. Älum Vermählte Friebbera (Hessen l Gießen Darmstadt Lledigstraße 73 22. Ottober 1933 6137 Oie glückliche Geburt eines kräftigen Stammhalters beehren sich anzuzeigen Ewald ^yncker u. Frau Mna, geb. Keller Domäne Schiffenberg, den 20. Oktober 1933 -------------------------------------------- .... ._____________961* Zamstag, 21. Moder 1953 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 247 Drittes Blatt Lokattermin„unte^ dem Reichstag Gerichtshof und Pressevertreter besichtigen im Reichstagsbrandstifterprozeß den unterirdischen Gang, der vor allem in dem berüchtigten „Braunbuch" eine große Rolle spielt. % Eine Ehrenhalle für die Kriegsopfer. Ä Im Berliner Albert-Leo-Schlageter-chaus wurde anläßlich der Reichstagung der Nationalsozialistiichen Krieqsopserversorgung eine Ehrenhalle geweiht, in der künftig alle Fahnen der Berliner Natlonalsozia- listischen Kriegsopferversorgung untergebracht werden sollen. — Unser Bild zeigt den Reichsfuhrer Hans Oberlindober (X) bei seiner Ansprache. Graf Helldorf bei der Zeugenaussage. OerMann,deri>as Dynamit erfand H Mk M . — y ™ - .z- W - ■ - ■ ■ I Sie „Wer»" ','Was^hat^ denn das damit zu tun?" Blob weil Sie sagen, er ist grün. "Das bezieht sich nicht auf unfern Maxie. "Ach entschuldigen Sie! Ich weiß letzt, was meinen Sie meinen den Watv. „Nein, den Wald meine ich auch nicht. "®o^fpiettr feine" !R=Ue Ich meine den Vogel/ "Der Vogel ist prim?" Lohengrin und der Brummer von Georg Mühlen-Schwte Alle Morgen um die Einholestunde stehen die „Tratschen" vor meinem Fenster. Die Tratschen, das sind zwei Frauen mit Marktnetzen am Arm, mit der Wichtigkeit von Geheimkurieren im Gesicht, mit der Ausdauer von Schildwachen in den Kniekehlen, mit dem Mitteilungsbedürfnis von Lyceums- fchülerinnen lm Herzen und mit dem Hellen, frohen Klang von ganz jungen Gockelhähnen in den Halfen. Alle Morgen haben sich die Tratschen was Neues zu erzählen; sie erfüllen mein stilles, südliches Heim mit der Verkündung wildbewegter Geschehnisse aus Haus, Hof und Garten, und sie bringen mich so nach und nach um Sinn und Verstand. Das wird jeder begreifen, der zum Beispiel die Unterhaltung der Tratschen von gestern morgen vernimmt: „Denken Sie sich doch bloß mal an, Frau Schimmeln — unser Maxie hat einen kleinen Vogel..." „Sehn Sie, das habe ich schon immer zu meinem Mann gesagt." , .q„ „Was haben Sie zu Ihrem Mann gesagt? „Na ja, ich hab's nicht so direkt gesagt. Ich habe bloß gesagt: Du, der Maxie von Peschkes, der muß einen Pinguin im Ohr haben. „Wie können Sie denn sowas sagen, Frau Schim- me„21ber Sie sagen es doch selber, Frau Peschke'n." Was sage ich?" „ "Daß Ihr Maxie einen kleinen Vogel hat. "Das bezieht sich auf was ganz anderes. Lassen Sie mich doch mal au reden." im Waid ®rd)iftn,annebenUerf. zehn Jahre alt." Graf Helldorf, der frühere Gruppenführer der Berliner SA., jetzt Polizeipräsident von Potsdam, wird im Reichstagsbrandstifterprozeß als Zeuge vernommen, um die in dem berüchtigten „Braunbuch" gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zu entkräften. ::«eÄ50ift"ee cm Lau»Ir°,ch. Unser Dieter hatte auch mal einen." „Was reden Sie denn bloß, Frau Schimmel'n? Laubfrosch ist doch kein Vogel." „Ich habe ja auch nicht gesagt, daß er einen Vogel hatte, unser Dieter. Er hatte einen Laubfrosch. Hektor hieß er. Einmal ist er mir in den Gurkensalat gehüpft. Er wollte einen Brummer fangen " „Genau wie unser Maxie." „Machen Sie keine Sachen, Frau Peschke'n! Ihr Maxie ist Ihnen in den Gurkensalat gehüpft?" „Davon spricht ja keiner. Unser Maxie wollte einen Brummer fangen. Er saß auf dem Fensterbrett ..." . „Diese Lümmels! Wie leicht hätte er runterrallen können." „Wer?" „Ihr Maxie. Dabei wohnen Sie doch im vierten Stock Unser Dieter ist mal als ganz kleines Kind von Hochparterre runtergefallen. Zum Glück hat ihn ein alter Herr aufgefangen." „Aber er hat ja gar nicht auf dem Fensterbrett alte Herr? Nein, der hat unten auf der Straße gestanden." Sie verstehen mich falsch, Frau Schimmln. Ich meine, unser Maxie hat nicht aus dem Fensterbrett gesessen. Unser Maxie hat in der Stube gestanden. Aus dem Fensterbrett hat der Brummer gesessen. „Ach und den wollte Ihr Maxie fangen?" „Ja. Für Lohengrin." „Wieso für Lohengrin?" „Na, für den Vogel." „Ach, es handelt sich wohl um einen Schwan? Wie kommen Sie denn darauf, Frau Schim- me'l'n?! Es handelt sich um einen kleinen, grünen Vogel. Einen Zeisig oder sowas. ., r ., „ „Dann kennen Sie aber den Lohengrin schlecht. ",Na^Lohengrin, das ist doch der komische Kürassier mit dem Schwan." , . . - . „Aber Frau Schimmel'n, das spielt ia gar keine Das spielt keine Rolle? Dann möchte ich Sie bloß mal fragen, wie so'n kleiner, grüner Zeisig den schweren Mann in dem Blechsakko hinter sich herziehen soll. Ist ja Tierquälerei, sowas. „Ich meine, das spielt keine Rolle in dem, was ich Ihnen erzähle. Unser Maxie hat den Vogel .Lohengrin' genannt. Das kann ihm kein Mensch verwehren." „Nein, aber es ist Quatsch! „Sehn Sie mal an! Und was ist das, wenn Ihr Dieter seinen Frosch .Hektor' nennt?" „Das hat einen Sinn. Unser Dieter meint, Hektor Nein, aber Brummer/ wie er den mir ja furchtbar leid. Hat Tut dem Hektor, die Sache." den Brummer fangen Splitter eingerissen, ganz dem Splitter, einen Brum- sich das! dem Feuer." „Und ich meine Kartoffeln. Nun aber Schluß, Frau. Schimmel'n! Auf Wiedersehn!" „Auf Wiedersehn, Frau Peschke'n!" Zu Alfred Nobels 100. Geburtstage am 21. Oktober Von Or. Georg Böse. war ein Frosch, weil er sich von Achilles hat be- siegen lassen." . _ „1L „Na, jedenfalls hat er sich dabei einen Splitter eingerissen." „Einen Splitter? Eine Lanze hat er sich ein- gerissen." „ . „Nicht doch, nicht doch, Frau Schimmeln! Em ganz kleiner Splitter war es. Ich muß es doch wissen; ich habe doch dabei gestanden" „Nun machen Sie aber'n Punkt, Frau Peschke'n. Wie können Sie denn dabeigestanden haben?! Ist doch mindestens hundertfufzig Jahre her" „Ach, und wollte..." „Da hat er recht." Hand." „Bäcks! Hoffentlich hat er ihn nicht zerquetscht." „Wen?" „Na, den Brummer in seiner Hand." „Ach, der ist ja weggeflogen." „Sie sagten doch eben, er hat ihn in der Hand gehabt." „Aber nicht den Brummer. Den Splitter hat er in der Hand gehabt." „Was wollte er denn damit?" „Gar nichts wollte er damit." „Das verstehe ich nicht. Weshalb greift er denn danach, der dumme Junge." „Aber paffen Sie doch mal auf, Frau Schimmel'n! Er wollte doch den kleinen, grünen Vogel füttern, den Lohengrin ..." „Na, frißt denn der Lohengrin Splitter?" Die Lust zum Erperimentieren lag chm vom Vater her im Blut. Auch das Planen in die ferne Zukunft hinein und die Verbindung von phantasie- beschwingtem Denken und dem sicheren Blick für das praktisch Verwertbare waren Erbteil des Vaters Immanuel Nobel, der viele Jahre seines Lebens als Pulverfabrikant der russischen Regierung in Petersburg verbrachte und durch einige Erfindungen auf dem Gebiet der Explosivstoffe schon in Fachkreisen Aufsehen erregt hatte. In Petersburg wurde Alfred Nobel am 21. Oktober 1833 geboren. Der .Vater kehrte 1859 in seine schwedische Heimat zurück, wo er sich in Stockholm niederließ und unbeirrt an der Verbesserung der Sprengstoffe weiterarbeitete. Mit Hilfe des von ihm erfundenen Zündhutes, der eine Explosion des Nitroglycerins durch Zündung von innen her ermöglichte, wußte er einen .Sprengstoff herzustellen, das Sprengöl. Ein paar Jahre später flog die Fabrik des allen Nobel in die Luft. Mehrere Personen, darunter der jüngste Bruder Alfred Nobels, fanden den Tod. Diese furchtbare Katastrophe und das Verbot der schwedischen Regierung, in Stockholm eine neue Fabrik zu errichten, veranlaßten den alten Nobel, sich auf dem Mälarsee auf einem Floß ein Laboratorium zu bauen, wo die Versuche fortgesetzt wurden. Nichts kann die fast verbissene Zielstrebigkeit, die Vater und Sohn in gleicher Weise auszeichnete, eindrucksvoller veranschaulichen, als diese Tatsache. Der Sohn, der das Unternehmen I bald ganz in die Hand nahm, arbeitete unermüdlich weiter. Der Weg war ihm auch äußerlich oorge- I zeichnet. „Was?" „Na, das mit dem Achilles und Spielt doch im Siebenjährigen Krieg, „Davon rede ich doch gar nicht." „Na, wovon reoen Sie denn?" „Ich rede von unferm Maxie und den er sich eingerissen hat. Er wollte mer fangen. Und nun stellen Sie sich vor: Der Junge greift zu — bums! —, hat er ihn in der „Alfted Nobel machte einen sehr sympathischen Eindruck ... er war damals 43 Jahre alt, von Gestalt unter Mittelgröße, weder häßliche noch schöne Züge, etwas düsterer Ausdruck, nur gemildert durch sanfte blaue Augen; in der Stimme einen melancholischen oder abwechselnd satirischen Klang. Traurig oder spöttisch, das war ja auch seine Art. War Byron darum sein Lieblingsdichter?" So schildert ihn im Jahre 1876 einer der wenigen Menschen, mit denen Alfred Nobel durch eine wärmere menschliche Beziehung verbunden war. Man müßte vielleicht hinzufügen, daß er ein heimlicher Dichter mar, und daß tief in ihm der Hang des nordischen Menschen zum Grübeln lebte. Wenn er sich zeitweilig auch von seiner Umwelt abzuschließen pflegte und sich ganz in seine Arbeit vergrub, so war er doch kein Kauz, kein verbitterter Sonderling oder ein grollender Titan. „Er wußte so fesselnd zu plaudern, zu erzählen, zu philosophieren, daß seine Unterhaltung den Geist ganz gefangen nahm. Mit ihm über Welt und Menschen, über Kunst und Leben, über die Probleme der Zeit und Ewigkeit zu reden, war ein geistiger Hochgenuß. Vom gesellschaftlichen Leben hielt er sich fern — gewisse Formen der Schalheit, der Falschheit, Frivolität flößten ihm zornigen Ekel ein." Daß er bis zu seinem Ende unverheiratet blieb, daß ihn das Gefühl des Mißtrauens gegen seine Mitmenschen selten verließ, daß die wenigen Auserwählten bei ihm aber ein fast grenzenloses Vertrauen fanden, daß wir in seinem Leben nichts über die verzehrende und beglückende Leidenschaft der Liebe erfahren: das alles rundet das Bild feiner Persönlichkeit ab. Allerlei vom Gold. Mancher hat wohl schon davon geträumt, daß er in einer Münze vor den aufgestapelten Goldbarren die Erlaubnis erhält, soviel mitzunehmen wie er möchte. Aber die Reichtümer, die er wegtragen könnte, wären kaum so groß, wie man sich vorstellt, denn Gold im Werte von etwa 100 000 Mark wiegt schon fast einen Zentner. Das Gewicht des Goldes, das jetzt jährlich aus der Erde gewonnen wird, beläuft sich auf etwa 600 Tonnen. Gold ist in allem Meereswaffer, aber in so geringen Mengen, daß sich die Ausbeutung nicht lohnt. Die große Schwere des Goldes ist der Hauptgrund dafür, daß das Herauswaschen aus den Sanden der goldführenden Flüffe so einfach ist. Da die Gold- stäuvchen etwa siebenmal schwerer sind als der Sand, bleibt das Gold in der Pfanne des Goldwäschers zurück. Als das Gold im Bonanza-Fluß bei Dawson zuerst entdeckt wurde, da behielten manche Wäscher so viel des kostbaren Stoffes in ihren Pfannen, daß sie am Tage 4000 Mark erbeuteten. Heute gibt es nur noch wenige Ströme in Neu-Guinea, Ostafrika und Britisch-Guiäna, in denen das Goldwäschen sich lohnt. Kein so gewaltiges Goldbergwerk wie das in Transvaal ist wieder entdeckt worden, wenngleich in neuester Zeit allenthalben der Goldbau da wieder getrieben wird, wo man ihn bereits eingestellt hatte. In Transvaal schätzt man die Menge goldführenden Gesteins, die noch vorhanden ist, auf 550 Millionen Tonnen. Eine Eigenschaft, die besonders zu dem hohen Wert des Metalls beigetragen hat, ist die große Haltbarkeit des Goldes. 6000 Jahre alter Goldschmuck, der kürzlich in Mesopotamien ausgegraben wurde, war nocy so unversehrt wie am ersten Tage. Wenn man aber meint, daß von dem Goldvorrat der Welt nichts oder wenig verloren geht, so täuscht man sich. Großen Mengen Goldes werden zur Verfertigung von Schmuck, von den Zahnärzten und von verschiedenen Handwerken verwendet. Bei Feuersbrünsten schmilzt häufig auch Gold ein, das man nicht wiederfindet, bei Schiffbrüchen sinkt es auf den Boden des Meeres. Reines Gold ist sehr weich und muß daher bei der Ausmünzung mit Kupfer ober Silber legiert werden. Die Juweliere benutzen verschiedene Metalle zur Goldlegierung und verleihen ihm dadurch eine größere Schönheit. So entsteht das farbige Gold, das heute fo beliebt ist. Rotes Gold wirb burch eine Verbindung von 25 Tellen Kupfer mit 75 Teilen Gold gewonnen, grünes Gold durch eine Legierung von 25 Teilen Silber mit 75 Teilen Gold, während beim Blaugold 25 Teile Eisen zu 75 Teilen Gold hinzukommen. „Ach so ist er denn große Schmerzen?" „Nein, gar nicht. Ist ja längst wieder raus, der Splitter. Es brennt bloß noch ein bißchen." „Es brennt? Himmlische Güte!" „Was ist denn? Sie werden ja ganz blaß. „Ja, mir fällt ein: Ich habe ja mein Fleisch auf Der Gebrauch von Nobels Explosiva! hatte sich bald in mehreren Minen Schwedens eingebürgert und nahm von dort, wenn auch zuerst sehr zögernd, seinen Siegeslauf durch die Welt. Noch lange hat man nicht alle Eigenschaften des Nitro-Glyce- rins getonnt und sich deshalb gegen feine furchtbaren Wirkungen nicht genügend schützen können. Die größte Gefahr des Sprengöls lag in feiner flüssigen Form. Leicht konnten kleine Mengen des Oels heraussickern, durch Stöße zur Explosion gebracht werden und dann größere Stoffmengen entzünden. Deshalb war Nobels ganzes Streben darauf gerichtet, dem Sprengstoff feste Gestalt zu geben. Die Lösung dieses Problems gelang bekanntlich dadurch, daß das Nitro-Glyzerin an Kieselgur gebunden wurde. Die Entdeckung ist einem Zufall zu verdanken. Einem Zufall? Ist es cm Zufall, wenn jahrzehntelange Forschung und kühne Beharrlichkeit aus dem Feld der technischen Möglichkeiten, das das rastlos arbeitende Gehirn noch allen Seiten durcheilt, einmal zu dem Punkt führen, wo I n tut t > oin und Wirklichkeit sich finden, wo Phantasie und Denken sich in die lohnende Tat umsetzen Jeden» falls ein bequemes Geschenk des Himmels war diese Entdeckung nicht. Eines Tages war aus einer ge- sprungenen Flasche ein wenig Nitro-Glycerm gestossen und hatte sich mit dem Verpackungsmaterial Müterhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34. (Hauführung Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., Taunusstrahe 111, Telephon 32288. Postscheckkonto: Franksurt 0.211. 28100. Bankkonto: Nassauische Landesbank, Frankfurt a. 2IU Girokonto 6200. vermengt. Dieses Verpackungsmaterial, eine poröse Erde Jtiefelgur", von der es z. B. in der Lüneburger Heide große Borkommen gibt, bildete mit dem Nitro Glycerin zusammen einen dichten Mörtel. Das war die langgesuchte Mischung, in der die explosiven Eigenschaften des Nitroglycerins erhalten blieben und die doch zugleich die Gefahr der unberechenbaren Entladung auf ein Mindestmaß beschrankte. Der neue Stoff erhielt den Namen D y - n a m i t. Die Erfindung wurde 1876 in Schweden patentiert und machte Alfred Nobel mit einem Schlage in aller Well berühmt. Ein Unglücksfall kam der Ausbreitung des Dynamits zu Hilfe. Ein Schiff, das auf dem Wege nach Peru in seiner Ladung ein Paket Dynamit mitnahm, explodierte in der Nähe von Lima. Von dem Schiff und seiner Mannschaft blieb überhaupt keine Spur zurück. Drastischer konnte die Wirkung des Explosivstoffes nicht gezeigt werden. Die furchtbare Katastrophe wirkte wie eine gigantische Reklame. Die europäischen Staaten begannen sich für seine Erfindung zu interessieren. Es begann die Zeit der Fabrikneugründungen, der Reisen durch aller Herren Länder, der Verhandlungen und Verträge. Die stille Arbeit in den Laboratorien an der Verbesserung des Sprengstoffes ging weiter. Das Kieselgur, das die Rolle eines trägen Körpers spielte, wurde durch Collodium ersetzt. Die neue Masse, eine Mischung von Nitro-Glyzerin xmdCollodium, wurde unter dem Namen „Dynamit-Gummi" 1876 patentiert. Diesen Erfindungen schloß sich fast ein Jahrzehnt später das r a u ch s ch w a ch e Pulver an. Alfred Nobel entfaltete eine weitverzweigte Tätigkeit; neben seinen eigenen Gründungen beteiligte er sich an den Unternehmen seines in Rußland gebliebenen Bruders in der kaukasischen Petroleumindustrie. Der große Erfolg und ein unstillbarer Ar- beitsdrang trieben den rast- und ruhelosen Menschen au immer neuen Versuchen und Projekten auf verschiedenen Gebieten. In seiner gesamten Schaffenszeit hat Nobel 120 Patente genommen. Eine große Anzahl von Anregungen „zum Gebrauch derjenigen, welche freie Zeit haben", hat die weitere Entwicklung der Technik gefördert. Bald war er in Deutschland, dann wieder in Schweden oder in Frankreich. Er war der deutschen und der französi- sihen Sprache ebenso mächtig wie der schwedischen. Längere Zeit hat er in Paris gelebt, das er 1891 endgültig verlieh, um sich in San Remo an der Rivera niederzulassen, wo er sich ein Haus baute. Dort starb er im Aller von 63 Jahren am 10. Dezember 1896. Alfred Nobel, der Erfinder des Mittels, das die Entwicklung derKriegstechnik jo stürmisch vorantrieb, war selber keine kriegerischeNatur. Er glaubte an die Ueberroinbung des Krieges in einer fernen Zukunft, blieb in feinen Visionen jedoch immer nüchtern und — ohne Illusionen — immer mit der Wirklichkeit verknüpft. Seine Erfindung feilte den Äriea ad absurdum führen helfen und zu nützlichem Dienst an der Menschheit eingespannt werden. Eng verbunden mit dieser Anschauung war (ein Glaube on die segensreichen Wirkungen von Wissenschaft und Technik; aus diesem Geist entstand die N o b e l- ft i f t u n g, der er sein ganzes Vermögen vermachte: für den Fortschritt des Friedens und der Wissen- fchasten. Er war immer bereit, feinen Mitmenschen au helfen Dabei verriet sich feine geheime Liebe x •iTr.1UIPer un& Phantasten; er konnte verschwen- oertfd) beschenken, mit dem gütigen Lächeln dessen, öcr um die tiefe Wahrheit der Träume weih. Kurz vor seinem Tode äuherte er sich zu feinem Freunde Charles Barn: „Ich habe nicht daran gedacht, einem homme d'aetion etwas zu testieren, denn ein foldjcr wurde damit der Versuchung ausgesetzt sein, mit Der Arbeit auhuhören. Dagegen will ich gern Öen Träumern helfen, denen es schwer fällt, sich durch das Leben hindurchzukämpfen. „Hier lebte er, der sein Leben ganz auf sichtbare Erfolge und loh- nenöe Ziele eingestellt zu haben schien, die sorg- losere, leichtere und lebensfreudige Seite seines Wesens aus. So wollte er in anderen das erfüllt sehen, was ihm in sich zu verwirklichen nicht vergönnt war. Wie olle Grohen im Reiche des Geistes blieb Alfred Nobel zeitlebens ein einfacher Mensch. Als ihm von einer Seite in nicht eben sehr taktvoller Weise eine Ordensauszeichnung als 'Belohnung für eine größere Stiftung angeboten wurde, muhte der Biieischreiber diese stolze Ant- wort lefen: „Einige Zeilen Ihres liebenswürdigen Briefes erklären sich durch die Tatsache, bah wir uns nicht kennen. Möglicherweise ist unter der halben Milliarde von meinesgleichen einer dabei, der ebtnfo gleichgültig ist wie ich gegen Ehrenbezeich» nungen, aber es gibt sicher keinen, der es noch mehr ist als ich. Man kann sie nicht ablebnen, ohne als Original zu gelten, wenn sie einem angeboten werden, aber sie machen einem gewöhnlich Unbequemlichkeiten und find mir daher zuwider." Von der Deutschen Burschenschaft Bon den kr.egsfre,willigen Studenten der Be- treiungskriege 1813,14 wurde nach chrer Rückkehr in die Heimat in der „Tanne zu Jena die Bur- fchenschait in Form eines Zusammen,chlusses der ch r i st 1 i ch - d e u t s ch e n Studenten gegrun- bet Das 3ie( war, alle Studenten einer Universität in der Burschenschaft zusammen zu fassen, ein (Be- danke der im Nationalsozialistischen Studentenbund unserer Tage wieder lebendig geworden ist. Die Universität Gießen spielte in jener Zeit dadurch eine hervorragende Rolle, daß hier einer der bedeutendsten Köpfe der neuen national-politt- scheu Bewegung wirkte: Karl Folien, lieber das Wirken dieses außerordentlichen Mannes — er hat den Bund der „Gießener Schwarzen" ge- gründet, die damals und auch später wegen der Unbedingtheit ihrer Auffasiungen in besonderem Maße den scharfen Verfolgungen der reaktionären Regierungen ausgesetzt waren — hat der ftühere Direktor der Universitäts-Bidliothek, Geheimrat Prof. Dr. Hermann Haupt, Mitglied der Würzburger Burschenschaft Arminia, der Gießener Bur- schenschasten Frankonia und Germania und der Burschenschaft Saxonia in Hann.-Münden, im Jahre 1907 in den „Mitteilungen des Oberhessischen Ge- schichtsvereins" ausführlich berichtet. Infolge der schon erwähnten Verfolgungen durch die Zentral- Untersuchungs-Kommission in Mainz und die Hes- fische Regierung, die entsprechend ihrer partikula- ristischen Einstellung in der großdeutsch gerichteten Burschenschaft eine staatsfeindliche Vereinigung sah, gingen die verschiedenen, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Gießen gegründeten Burschenschaften alle wieder zugrunde. Erst die 1851 ins Leben gerufene „Germania" konnte sich halten; ihr folgten 1862 die „Alemannia" und 1872 die „F r a n k o n i a". Die Deutsche B u r s ch e n sch a f t, die seit der Bereinigung mit den österreichischen und sudetendeutschen im Jahre 1919 etwa 170 Einzelburschenschaften umfaßt, zählt heute rund 10 000 Aktive und 31 000 alte Herren. Entsprechend dem Neubau des nationalsozialistischen Deutschlands wurde auch die Einrichtung der Deutschen Burschenschaft umge* stallet: seit dem 7. Mai ist der Diplom-Ingenieur Otto Schwab, ein geborener Oberhesse aus Geiß-Nidda, der Führer der Deutschen Burschenschaft. Die Einzelburschenschaft, die bisher einesteils aus den Aktiven, andernteils aus den alten Herren bestand, bildet nunmehr eine Einheit unter ihrem Bundesleiter. Daneben gab es in mehr als 350 Orten, selbst im Ausland, Bereinigungen der dort wohnenden alten Burschenschafter (23. a. V.) ohne Rücksicht auf das Band, das sie trugen. Die gesamten alten Herren sind nun im Altherrenamt der Deutschen Burschenschaft zusammengeschlofsen unter der Führung von Dr. Rudolf Dolle. Das Gebiet des Deutschen Reiches ist in 14 Kreise eingeteilt. Gießen gehört zum Kreis Heffen-Waldeck, der Dr. Rehorn in Kassel untersteht. Der Kreis seinerseits zerfällt in zwei (Baue, den Fulda-Eder-Gau und den Lahngau. Der Lahngau mit dem Borort Gießen umfaßt Marburg und das hessische Hinterland, Wetzlar und den nördlichen Teil unserer Provinz. Zum Leiter dieses Gaues wurde Dr. Carl W a 11 b r a ch (Alemannia- Gießen, Saxonia-Hann.-Münden) bestimmt, der seit 1928 Vorsitzender der Bereinigung der alten Burschenschafter Ortsgruppe Gießen war. Die Leitung dieser Ortsgruppe hat Dr. Rudolf Coburger (Germania-Gießen) übernommen. Zur (Bauleitung gehören je ein Sachbearbeiter für Mehrarbeit, Grenzlandarbeit und Stellenvermittlung. Dr. wallbrach führte in feiner Ansprache auf der letzten Kreis- Führertagung in Kassel über den „National- sozialistischen Staat und die Bedeutung der Deutschen Burschenschaft in diesem Staat" aus, daß sich die Burschenschaft vorbehaltslos hinter Adolf Hitler stelle. Hier mag, um nur zwei von vielen Beispielen zu nennen, erwähnt fein, daß der hessische Staatsminister Dr. 9 u n g der Heidelberger Burschenschaft Frankonia und der SS.-Reichsführer Himmler der Münchener Burschenschaft Apollo angehören. Der Wahlspruch der Burschenschaft, „Ehre, Freiheit, 23 a t"e r • land", decke sich mit den Idealen, die dem neuen Dolksstaat vorschweben: Alle Arbeit des Einzelnen, wie der gesamten Burschenschaft sei zu betrachten unter dem Gesichtspunkt der ß e i ft u n g für Volk und Vaterland. Die heutige Burschenschaft sei zu dem urburschenschastlichen Begriff der Freiheit zurückgekehrt: Freiheit nach außen, Selbständigkeit der Persönlichkeit nach Innen. Als höchstes Gut des blutverbundenen Balkes sehe auch die Burschenschaft die nationale Ehre an. Wenn es in des Preußenkönigs Aufruf von 1813 hieß, ein Preuße könne nicht ehrlos leben, dann heiße es heute: Deutschland hat nur Lebenswert, wenn es feine nationale Ehre hochhält. Die Burschenschaft stehe in einer und derselben geistigen Front wie der Nationalsozialismus. Auch sie wolle, wie ihre mehr als hundertjährige Geschichte beweise, den völkischen christlichen Staat, die Zurückdrängung fremder Einflüsse, die Besinnung auf deutsches Blut, deutsche Rasse, deutschen Geist, deutsche Sitte, deutsche Kultur. Ihre ehrwürdige schwarzrotgoldene Fahne, die wahrlich nichts mit der Reichsfahne unseligen Angedenkens zu tun hat, flattere noch zu Recht, denn noch immer kämpften wir um das „Reich aller Deutschen". Ihre Reichsfahne aber fei heute das Hakenkreuz und Schwarz-weiß-rot, unter dem drei und ein halbes Tausend Burschenschafter 1914 bis 1918 vor dem Feind gefallen sind. Die Burschenschaft betrachte sich als eine nationalpolitische Erziehungs- und (B e • sinnungsgemeinschaft, in der der (Bin- 3 e l n e geschult wird für die Arbeit in der Volksgemeinschaft und für die Volksgemeinschaft. Akademischen Standesdünkel lehne die heuttge Burschenschaft unbedingt ab; keins ihrer Mitglieder habe das Recht, sich als etwas anderes, etwas besseres zu fühlen; es gebe nur noch deutsche Volksgenossen. Alle burschenschaftliche Arbeit müsse darauf abgestellt sein, in Hitlers Sinn für die Erziehung und Formung des neuen deutschen Menschen zu wirken. Dann verlange die Burschenschaft von jedem, daß er sich im Bewußtsein der Verpflichtung gegenüber dem Volksganzen hinter den Führer der deutschen Burschenschaft stelle. Die Unbedingtheit dieser Forderung könne Härten in einzelnen Fällen mit sich bringen, aber da es um Deutschland gehe, dürfe keine falsche Rücksicht obwalten. Es gebe nur noch eins: das bedingungslose Einst e h e n für das D o l k, zu dem wir durch unser Blut gehören. Burschenschafter fein, bedeute Pflichten gegen Dolf und Vaterland zu erfüllen. So gelte noch heute das Wort, das Friedrich Wilhelm C a r o v 6 auf dem Wartburgfest der Bur- schenschast im Jahre 1817 gesprochen hat: „Wir Burschenschafter wissen jetzt, daß der Einzelne nichts ist, wenn er nicht seine Angehörigen und sein Vaterland mit Liebe umfaßt — wenn er nicht mit allen seinen Kräften in der Familie und im Volke lebt und sein Leben in das Leben und die Geschichte seiner Heimat einwebt". DieWerbungdesHandwerksinderprovinz Kreis Friedberg. In Butzbach wurde die Werbung des Handwerks durch die Eröffnung einer Handwerkeraus- fteUung am Samstagnachmittag in Gegenwart von Behördenoertretern und des Ortsgewerbevereins eingeleitet. Zunächst sprach der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins, Dachdeckermeifter Ludwig H e y d , der dabei vier Altmeistern (Fabrikant A. Tröster, Küfermeifter Grüninger, Wagenbauermeister (Brauer und Braumeister Franke) Ehrenurkunden überreichte Als Vertreter der Handwerkskammer sprach Dr. R e i f. Sodann nahm der Orts- gruppenleiter der NSDAP., Forstafseffor S ch neide r, die Weihe der neuen Fahne des Ortsgewerbevereins vor. Hierauf sprach Bürgermeister Dr. Scheller über den Zweck der Ausstellung, die eine Fülle von Beispielen handwerklicher Arbeit und Kunst der Butzbacher Handwerkerschaft zeigte. Sonntagvormittag war Festgottesdienst, anschlie- ßend auf dem Marktplatz Konzert der SA.-Kapelle. In dem Festzug am Nachmittag wurden etwa 30 Festwagen mitgeführt und viele Gruppenbilder aus dem Wirken des Handwerks gezeigt. Den Abschluß des Tages bildete eine Beranftaltiing in der Festhalle. Kreis Büdingen. In Echzell wurde der Feiertag durch das Wecken des Mufikoereins eingeleitet, anschließend folgte während einer Viertelstunde feierliches Glockengeläuts Am Gottesdienst nahmen die Vereine mit ihren Fahnen geschloffen teil, die Predigt hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer S i e b e rf. Zu dem öcfBug am Nachmittag hatte das heimische Hand- werk und Gewerbe 19 Wagen und mehrere Grup- pen mit eindrucksvoller Darstellung der Handwerk- lichen Arbeit gestellt 'Bei der anschließenden öfsent- lichen Kundgebung sprachen der Drtsgruppenführer üerarjt Lind, der Vorsitzende des Gewerbeoer- eins Hermann Mogk III., Bürgermeister Groth und Landwirtfchailsberater T r e u s ch Der Festzug begab fidt dann nach dem benachbarten Orte Bl f - f e s, dessen Handwerker und Gewerbetreibende sich der Shmbgebung in Echzell angeschlossen hatten. Kreis Schotten. In der Kreisstadt Schotten wurde am vorigen oamuag der Tag des Handwerks durch gemein- samen Kirchgang der Innungen unter Miiiührung ihrer Fahnen begwmen. Dekan Widmann hielt Ne Predigt. Anschließend folgte ein Umzug der Innungen durch die Stadt. In dem Festzug am Nachmittag, der ein prächtiges Bild handwerklichen schaffens zeigte, 'schrie die Backer-Innung sogar ..Backofen" mit, in dem angeblich, aber nicht tatsächlich. Brezeln und Brötchen gebacken wurden dl, man fosort unter die Jugend verteilte. Die Metzger führten in ihrer Gruppe Vogelsberger Bullen, Schweine, Schafe und Kälber mit und verteilten aus einem Wurstkessel dauernd heiße Schütter Würstchen an die Menschenmenge. Die Schreiner traten teilweise in mittelalterlichen Trachten auf. Auch die übriaen Handwerke zeigten in vielfältiger Weise ihr Können. Der Festzug war für das ortsansässige Handwerk und Gewerbe ein glänzender Erfolg. Gemeinsamer Kirchgang des Handwerks leitete auch in Laubach den Festtag ein. Am Gottesdienst nahmen die übrigen Vereine und Verbände teil. Anschließend bot die Feuerwehrkapelle auf dem Marktplatz ein Platzkonzert. In dem Festzug am Nachmittag wurden zahlreiche Festwagen mitgeführt, die ein charakteristisches Bild von der Handwerksarbeit in der Stadt boten. Nach Ankunft des Fest- zuges auf der Helle spielte die Musikkapelle ein Lied, anschließend sprach NS.-Hago-Führer Pg. Kaufmann M ä n n i g. Nach dem gemeinsamen Gesang des Deutschland-Liedes hielt noch Handwerksmeister Heinrich Kopp eine Ansprache. Die Gemeinden E i ch e l s d o r f und Ober- Schmitten begingen den Festtag des Handwerks gemeinsam. Vormittags war Festgottesdienst, bei dem die Feuerwehrkapelle von Eichelsdorf mit- wirkte. Nachmittags wurde der Festzug unter Leitung von Wagnermeister E m r i ch in Eichelsdorf aufgestellt. 14' Festwagen zeigten Ausschnitte aus dem Können der ortsansässigen Handwerker. Der Festzug ging nach Ober-Schmitten und fand in beiden Orten starkes Interesse der Bevölkerung. In Gedern leitete der Festgvttesdienst, an dem das Handwerk geschlossen teilnahm, den Feiertag ein. In dem Festzug am Nachmittag fuhr an der Spitze ein altes Auto, das den Marxismus bar- stellte, dem in einiger Entfernung ein kräftig mar- ichierender feldgrauer Soldat folgt. Hinter diesem waren darstellerisch Inflation, Deflation, Steuer- und Zinsenlast, Wehrlosigkeit, Ehrlosigkeit, Arbeitslollg. keitkeit und Korruption eingereiht, hierauf folate das durch SA -Männer bargefteöte Dritte Reich An- schließend fuhren die Festwagen des heimischen Handwerks, die sämtlich einen prächttgen Anblick boten Die NSDAP-Ortsgruppe Gedern marschierte mit ihren sämtlichen Untergliederungen in dem Zuge mit. Nach dem fteftuiqe sprachen der NS -Hago-Führer Hermann S t ö h r und Gewerbelehrer C i m p e r t. Bei dem Werbeabend sprach Ortsgruppenleiter Klein, anschließend folgten mancherlei gesellige Darbietungen. Kreis Alsfeld. In Merlau folgte dem Festzug am Nachmittag, der unter Borantritt des r-pielmannszuges I 254 durch den Ort ging und die Vielgestaltigkeit des heimischen Handwerks 3eigte, eine öffentliche Kund- gebung, bei der Pg. Lehrer Müller die Ansprache hielt. Der Gesangverein brachte einen Chor schön zu Gehör. — In M ürf e marschierten bie HI. und der BdM. an der Spitze des Zuges, dann folgten die Schule und die Vereine, hierauf das Handwerk mit schön geschmückten Wagen. Abends sand eine Kundgebung statt, bei der Lehrer Fischer und Blockwart Bergen Ansprachen hielten — In Ruppertenrod konnte man ebemaUs ein eindrucksvolles Bild von der Leistungsfähigkeit des Hanbwerks erhalten. Auf dem Festplatz hielten An- sprachen der RS.-Hago-Amtswalter Bär, Lehrer K ra g und Lehrer S t r a ck, das Schlußwort sprach Bürgermeister D ö l z i n g. In Homberg nahmen das Handwerk und die übrigen Vereine geschlossen an dem Gottesdienst teil. In dem Festzug am Nachmittag marschierte neben den Handwerkern und den Vereinen auch der Freiwillige Arbeitsdienst mit. In die Gruppen des ortsansässigen Handwerks waren auch die Handwerker aus den Nachbardörfern eingegliedert. In vielfältiger Weife konnte man einen interessanten Einblick in das handwerkliche Schaffen in unserer Stadt und Umgegend gewinnen Nach dem Festzug fand vor der Stadthalle im Anschluß an musikalische Darbietungen der SA.-Kapelle und einem Chorgesang eine Kundgebung statt, bei der Fräulein Dersch einen Prolog sprach und Pg. Geißer die Festrede hielt. Weiter sprach Handwerksmeister Ries aus Ober-Ofleiden. Den Abschluß bildete ein geselliges Beisammensein in der Stadthalle In Kirtorf fand am Vormittag Feslgottesdienft statt, dem die Gliederungen der NSDAP., die Handwerker und die übrigen Vereine beiwohnten. Pfarrer Christ hielt die Festpredigt. Der Festzug am Nachmittag war durch zahlreiche Festwagen wir- kungsooll gestaltet und fand allenthalben mit Recht starkes Interesse. Nach dem Umzug in Kirtorf wurde eine Werbefahrt nach dem Nachbarone Ober-Gleen unternommen, wo Pg. Engel eine kurze Ansprache hielt. Bei dem Werbeabend in Kirtorf sprach zunächst der NS.-Hago-Führer Hch. Gail, anschließend der Gauredner Pg. Trupp, führer Stein satt von Nieder-Ofleiden. Anschlie- ßend hielt Pfarrer Christ einen Vortrag über das Markt- und Zunftwesen in Kirtorf, weiter sprach noch der Müller Heinrich. Mancherlei Unterhai- tungsöarbietungen umrahmten die Ansprachen in schöner Weise. Preußen. In Krofdorf fand am Vormittag ein gut be« suchter Festgottesdienst statt, in dem Pfarrer Wie- del die Predigt hielt. Der Umzug am Nachmittag war eine eindrucksvolle Werbung für das Hand- werk. Die Tradition des Zunftwesens im alten (Bleiberger Land verschmolz aufs Beste mit den modernen Erkenntnissen des neuzeitlichen Handwerks. In etwa 30 Gruppen wurde ein abwechslungsvolles Bild gezeigt. An der Spitze des Zuges marschierten die Gliederungen der NSDAP. In den Festwagen des Handwerks dokumentierte sich dessen Leistungsfähigkeit; die Bäcker verteilten unterwegs Brezeln, die Metzger verabreichten an die Schuljugend warme Würstchen. Die Belegschaften der örtlichen Zigarrenfabriken führten eine Riesen- zigarre mit sich. Nach dem Festzug hielten Stützpunktleiter W. Schmidt und Weißdinbermeister H. Schleenbecker Ansprachen. Der Gesangverein „Germania" trug zwei Lieder vor. Abends war im Benderschen Saale Konzert und Ehrung der Altmeister. In Wißmar folgte dem Gottesdienst am Vormittag nachmittags ein Festzug durch die Orts- sttaßen, der 14 schön geschmückte Wagen mit sich führte und den ernsten Aufdauwillen des Hand- wcrks eindrucksvoll bekundete. Bei einer Veranstaltung am Abend bei Gastwirt Bittendorf hielt Stütz- punttleiter Haibach die Ansprache. In Odenhausen (Lahn) fand nachmittags ebenfalls ein Festzug statt, anschließend hielten NS.-Hago-Blockwart Lölkes und Lehrer Schneider Ansprachen. Der Tag schloß mit einem Deutschen Abend. In Salzböden war am Vormittag Gottesdienst, in dem Pfarrer Lindendo r n predigte. Nachmittags folgte ein Festzug unter Borantritt der SA. und der Musik des Turnvereins, anschließend folgte das Handwerk mit geschmückten Wagen. NS.-Hago-Blockwart Karl Steiß hielt die Ansprache. Geselliges Beisammensein am Abend bildete den Ausklang. Die Feier in Fellingshausen wurde durch Gottesdienst eingeleitet. Nachmittags bewegte sich ein Festzug unter Vorantritt des Rodheimer Po- saunenchores durch den Ort. Das Handwerk zeigte in dem Festzug auf mehreren Wagen seine Leistungsfähigkeit. Ansprachen hielten Pg. Lehrer Heinz und Pg. Bürgermeister Wagner. Abends war gemütliches Beisammensein. In Waldgirmes wurde der Tag mit Gottesdienst eingeleitet, bei dem Pfarrer An thes predigte. Der Festzug am Nachmittag unter Borantritt einer SA.-Kapelle und des Pfeifer- und Trommlerkorps des Turnvereins, ferner unter Tiit- Wirkung des Posaunenchors zeigte auf neun Wagen das Können des heimischen Handwerks. Anschließend war Konzert, bei dem Bürgermeister Jung und Ingenieur Räuber Ansprachen hielten. Bei einem geselligen Beisammensein am Abend wurde der Altmeister Karl Schmidt geehrt. Der Gesangverein .Liederkranz", der Turnverein und ein Mädchenchor bereicherten den Abend in schöner Weise durch ihre Darbietungen. In Hartenrod (Kreis Biedenkopf) leitete ein Gottesdienst den Tag ein, Pfarrer Olbert hielt die Predigt. Im Festzug am Nachmittag, an dem sich sämtliche Vereine beteiligten und der von Hartenrod nach Endbach und bann nach Schlierbach ging, wurden 14 Festwagen mitgeführt. Auf dem Feslplatz brachte Der Männergesanaverein unter Leitung von Hauptlehrer M e i n y a r d t zwei Lieder zu Gehör, ferner erfreuten der Posaunenchor von Hartenrod und von Endbach durch ihre Darbietungen. Der Vorsitzende Paul hielt die Ansprache. Verbandstag der hessischen Hausbesitzer-Vereine. Der diesjährige Derbandstag der Spitzenorgank sation des hessischen Hausbesitzes fand am 14. Oktober in Darmstadt statt und war aus dem ganzen Lande gut besucht. Gemäß der Gleichschaltungsrichtlinien des Zentraloerbandes wurde der 1. Vorsitzende des Darmstädter Hausbesitzervereins, Herr Dr. Gauß, zum Führer des hessischen Verbandes einftimmig gewählt. Er berief auf Grund der neuen Verbandssatzungen die übrigen Mitglieder des Vorstands. In seiner Rede betonte Dr. Gauß die grundlegende Wandlung in der Lage des Hausbesitzes feit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus. Während nach dem Erfurter Programm der Sozialdemokratie Eigentum als Diebstahl gegolten habe, genieße es heute den Schutz der Regierung als Ergebnis von Arbeit und Sparsamkeit Obecheffen C rr Otto Miller, Weltmeister LR mgem schweren Leiden im 78. Lebensjahre von uns geschieden. 6484V gende Baumaterialien: 6501 D ber 1933 gemahnt. 6516V M Fragen und Schwinn, geschlossen. oer» und ».Oktober, nachmittags 5x/a Uhr, ist unser treusorgender Vater, tgervater, Großvater und Onkel Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Justus Henning und Frau, geb. Müller Adolf Falken stein und Frau, geb. Müller Otto Müller und Frau, geb. Spengler und 3 Enkel Nationalsozialismus im Vogelsberg ng genommen habe und daß der erste der Bewegung in unserer Gegend eiende Kreisleiter Straub gewesen b(Llebigstraße 64), Frankfurt a. M., Darmstadt, Berlin, Chemnitz Ilsen, Kotschenbroda, den 20 Oktober 1933. Ru erfeler vor der Einäscherung findet am Montag, dem 23. Ok- ta „Die physikalischen Grundlagen der Vererbung" (1919) besonders weite Verbreitung gefunden. Der Adlerschild des Reiches für Obergeneralarzt körte und Geheimrat v. Müller. Der Herr Reichspräsident hat dem Obergeneralarzt Geh. Sanitätsrat Prof. Dr. Werner Körte zur Vollendung des 80. Lebensjahres den Adler- s ch i l d des Reiches verliehen. Das Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten hebt die großen Verdienste des Geheimrats Körte um die deutsche Chirurgie hervor, insbesondere die hervorragende Hilfe, die Körte während des Weltkrieges unserem Heere geleistet hat. Werner Körte, ein Bruder des vor dem Kriege an der Universität Gießen lehrenden klassischen Philologen Alfred Körte, ist am 21. Oktober 1853 in Berlin geboren, wurde Schüler von Lücke und Wilms und hat von 1890 bis 1924 als Leiter der chirurgischen Abteilung des Berliner Städtischen Krankenhauses am Urban eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltet. Körte wurde besonders als Mitbegründer der modernen Bauchchirurgie bekannt; er hat u. a. über die Chirurgie der Gallenwege und der fieber gearbeitet. Der Herr Reichspräsident hat ferner dem Präsidenten der Deutschen Akademie der Wissenschaften in München, Geheimen Rat Professor Dr. von Müller, anläßlich der Vollendung seines 75. Lebensjahres den Adlerschild des Reiches verliehen. In dem Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten werden die Verdienste des Geheimrats von Müller als Hochschullehrer und Mitglied des Reichsgesundheitsrates und seine wissenschaftlichen Leistungen auf den verschiedensten Gebieten der Medizin, insbesondere feine wertvollen Ratschläge zu den Ernährungsfragen während des Krieges und in der Nachkriegszeit hervorgehoben. Die deutsche Buchmesse kommt. In allen Gauen des Reiches veranstaltet in den nächsten Wochen und Monaten der Börsen-Verein Deutscher Buchhändler mit Förderung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Werbeveranstaltungen für das gute deutsche Buch, Die Krönung aller dieser Veranstaltungen wird die große Buchmesse in Berlin sein, di« den Namen „10 Tage deutsche Buchmesse" trägt. Ein RubAns in England entdeckt. Ein in Liverpool entdecktes Oelgemäld«, die Heilige Familie und Johannes den Täufer darstellend, hat sich nach Ansicht englischer Kunstjachverständiger als ein echter Rubens herausgesteltt. Das Bild, dösten Wert auf rund 50 000 Pfund geschätzt wird, kommt demnächst in dem bekannten fionbonet Kunstauktionshaus Christie zur Versteigerung. Stircblicbe Jiachnditen. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 22. Oktober. 19. Sonntag nach Trinitatis. Sladicirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 18: Pfr. Mahr. — Soljanneshraje. 9.30: Pfr. Ausfeld; zugleich Mitt- tärgottesbienft; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfr. Ausfeld; 18: Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbefprechung; Pfarrassistent Dörsam. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinder- kirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Petrus- kapelle. 9.45: Pfarrasfistent Surfer; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfarrajsiftent Surfer. — fionfirmanöenjaal (Liebigftraße 56). 14: Taubstummengottesdienst; Pfr. Bechtolsheimer. — Wieseck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte; 20: Liturgische Abendfeier. — Alten-Buseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls. — Trohe. 13.30: Gottesdienst und Feier des hl. Abendmahls. — Steinbach. 10: Liturgische Feier der Ev. Frauenhilfe und Christenlehre; Kollekte. — Aldach. 12.30: Predigtgottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Abschlußfeier der Handwerker-Werbewoche; 11: zweites Herbstabendmahl für die Fünfzig- bis Sechzigjährigen; 13: erster Kindergottesdienst; 13.45: zweiter Kindergottesdienst; 20: Liturgische Feier der Ev. Frauenhilfe. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die männliche Jugend; 11: Kindergottesdienst. — Kirchberg. 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Staufenberg. — Lollar. 13.30: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Lollar. — Hausen. 10; anschließend hl. Abendmahl. — Garbenleich. 13; anschließend hl. Abendmahl. — Watzenborn-Steinberg. 13.15: Hauptgottesdienst; Kandidat Schemel; 14.15: Kinderkirche; Kandidat Schemel. — Grüningen. 10: Hauptdottesdienst; Kandidat Schemel. — Lich. 9.30: Stiftdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draubt. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Kollekte; 20: Schlußfeier der Christenlehre. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, 21. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 22. Oktober. 20. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Gießen. An den Werktagen ist die Rosenkranz- andacht Montag, Mittwoch und Freitag um 20 Uhr; Dienstag, Donnerstag und Samstag um 18 Uhr. Montag, 23. Oktober. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, 25. Oktober. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf leie* fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. S t a b t p o ft a m t: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Frl. Dr. Gürtler, Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. med. dent. Schüttler. Apotheke: Pelikanapdtheke. y. Ober-Widdersheim, 19. Okt. Nach 22jähriger gewissenhafter und erfolgreicher Dienst- sühruna hat Bürgermeister Schäfer, hier, fein 21 m t freiwillig niedergelegt. Zu seinem Nachfolger wurde der Zellenwart der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP., Landwirt Adolf Müller, kommissarisch als Bürgermeister unserer Gemeinde ernannt. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 20. Oktober. Ein schwerer Un- glütf sfall, der ein Menschenleben forderte, ereignete sich heute vormittag im hiesigen Bahnhof. Der Rangierer Brehm, der mit dem Koppeln von Wagen beschäftigt war, wurde von den Puffern erfaßt und geriet, als der Zug abfuhr, u n - ter d i e Räder. Der bedauernswerte Mann erlag kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus den erlittenen schweren Verletzungen. Preufeen. Kreis Wetzlar * Bieber, 20. Okt. Am Mittwoch hielt die NSBO. in der Wirtschaft Schlierbach einen Schulungskursus ab. Zunächst sprach Zellen- Bekanntmachung. Das Hessische Staatsministerium Mini- fterialabteilung Ib, Innern, hat mit Verfügung vom 4. September 1933 zu Nr. M. d. I. 41782 die Abänderung des Bebauungsplans über das Eichgärtengebiet genehmigt. Der genehmigte Plan liegt bei dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg 9, zur Einsicht offen. 6510C Gießen, den 17. Oktober 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. Konkursversteigerung. Dienstag, den 24. Oktober 1933, ab 10 Uhr, versteigere ich im Auftrage des Konkursverwalters auf dem Lagerplatz der h. Weimer G. m. b. h. am Viehmarkt fol- rmerfannt als Grundlage materieller :ict Wohlfahrt. Nun gelte es, die Ver- , jze der früheren Regierungen gegen tz abzubauen. Sondergebäude» i b Zwangsgesetze m u ßt e n • te gesunde Zinsgebarung hwl'b,Platz itt Hand in Hand gehe die Wieder- ei Rentabilität des Hausbesitzes und iiLnq des im Hausbesitz investierten ns. Der Hausbesitz habe mit allen Eingliederung in d e n st ä n • i uf bau anzustreben, um an seinem eilen zu können am Wiederaufbau des Fragen der Organisation eingehend, planer auf die augenblicklich noch in mbe Zersplitterung der Dr - n des Hausbesitzes zu spre- 'nen Augenblick mehr geduldet werden Io müsse die restlose O r g a n i - i Hausbesitzer erstrebt werden, ckh, geduldet werden, daß ein Teil der BullrithSalz Nachdruck verboten! 30. Fortsetzung. Roberta. entgegnete Sollte er Blumenzwiebeln Baumwollwaren für den Herbst! Buchbinder-Pflichtinnung 2L per in —.60, —.54 beste Fabrikate 6498 D brauchsware . per m Photographen - Zwangsinnung per m 6506 D per m 06128 taten per m Maurer-Innung Gießen Stück schwere haltbare Qualitäten Stoffspezialhaus 6488 D Freie imnnß des KraltlihneaS-Gewerbes für Stadt und Landkreis Gieben 6499 A Herdbuch verein M.1.29 Bekannt gute Qualitäten zu den denkbar niedrigsten Preisen 2.25 3.25 42 42 58 58 58 58 .72 .86 .95 .98 Der Sinn der Reichshandwerkerwoche ist dem Handwerk Arbeit zu beschaffen. Die Reichs-, Landes- und Gemeindebehörden wollen durch Herausgabe von Buchbinderarbeiten an das selbständige Buchbinderhandwerk der Bevölkerung mit einem guten Beispiel vorangehen, tli-Dien j Dran, mit ( täten..................... Bettuchbiber« 140 cm breit, gute Gebrauchsware Einige Tausend Reste von Baumwollwaren weit unter Hyazinthen, Tulpen Narzissen, Crocus Schneeglöckchen, Jris usw. nur Qualitätsware, äußerst preiswert „Gib mir jetzt das Kleeblatt zurück. Sie hob den Kopf und lächelte: ,^3d) gab es dir doch schon vorhin." Er wehrte leicht ab: „Du irrst. Du gabst es mir nicht." ,L doch! Ich weiß es ganz genau!' El au sch-Trikot« 140 cm breit, rundgewebt, schwereWinter wäre, in richtigen Wflschefarben .. per m Bett k alter. 140-190 cm. in schönen neuen Mustern, von hochtragenden melkenden oltvre Milchkühen und 1 Nchlafanxugflanelle. 70 cm breit, unzählige herrliche Muster in nur guten Qualitäten ... per m —.45, —.36 Flockköper, gebleicht, 80 cm br., mehr als 3000 m lagernd, in all. Preislagen und nur bewährt. 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'°nn, kSjomtnt ?°nn i't hil S*‘i- fl.anJes S”!* unb W s *hL° i'i sS- NiJ.trtTaa Bei Vergebung von Bau-Arbeiten wende man sich an die Fachgeschäfte in Gießen, welche für solide Arbeit garantieren die in letzter Zeit immer mehr leiden mußte. Die Atemnot war viel schlimmer geworden, sell sich zum letzten Male die weihe Reiterin gezeigt. Sie litt besonders auch darunter, daß der gefundene Dolch die Unschuld ihres Sohnes nicht hatte beweisen können. Es war nicht möglich gewesen, den Besitzer des Dolches zu ermitteln. Achim setzte sich zu seiner Mutter und erzahlle ihr schonend von dem soeben erhaltenen Bries. Sie lauschte auf jedes Wort und riet: „Du muht mit Bries und Kleeblatt sofort zum Kriminalkommissar. Wenn das Kleeblatt wirklich genau auf die leere Stelle des Dolchgriffes paßt, bist du wahrscheinlich doch um einen Schritt weiter." Er war jetzt auch Feuer und Flamme; die Hoffnung seiner Mutter regte ihn an. Roberta erschien. Sie sah blendend aus in dem knappen Kostüm aus weißem Tuch, mit weihem Wolljumper und breitrandigem, weihem Filchul. Sie legte jetzt großen Wert auf schicke Kleidung. Sie wollte Achim gefallen. Sie kehrte vom Morgenritt zurück. Seit vier Wochen gab es auf Maltstein einen neuen Inspektor, der sich aber unter Robertas Befehl hatte stellen müssen. Sie lachte: „Ich komme schon vom Roggenschlag, habe ein bißchen Feuer hinter die faule Bande gemacht. Der Inspektor laßt die Leute einschlafen. Da habe ich ihnen gezeigt, was 'ne Harke ist." Ihr fielen erst jetzt die ernsten Gesichter von Mutter und Sohn auf. Sie fragte: „Ist etwas geschehen? Hatten Sie wieder einen bösen Anfast, Mutter?" Achim zeigte auch ihr den Brief. Sie las, und Achim beobachtete, wie blaß ihr von der Luft so kräftig gefärbtes Gesicht wurde. Sie lachte jedoch plötzlich. „Das ist doch alles Unsinn! Diese Werner will wieder mit dir anbändeln und bindet dir ein Märchen auf. Mach um des Himmels willen nicht etwa die Dummheit, dem Kommissar damit zu kommen." „Ich werde jetzt zu Kriminalkommissar Murrmann fahren", erwiderte Achim von Malten. Sie sagte fast heftig: „Es wäre mir peinlich, wenn du dich lächerlich mochtest. Wo ist übrigens das mitgesandte Kleeblatt?" Er legte es auf ihre entgegengestreckte Hand. Roberta schüttelte mit dem Kopse. Rach meiner Ansicht hat das Kleeblatt wirklich nichts mit dem Dolch zu tun. Vielleicht saß es früher auf irgendeinem Kästchen." Er wollte ihr das Kleeblatt aus der Hand nehmen, doch sie hielt es fest. „Laß mich das Ding doch erst genau bettachten; schließlich ist es immerhin interessant." Achim von Malten trat an das Fenster. Es war ein strahlend schöner Morgen, alle Rebel, die am frühen Morgen Berge und Wald verschleiert, waren vormittags IVI- Ubr Dienstag, den 31. Cf tobet 1 •*> Reirbball. Auswahl gesmch.Lci'iunp- «Besicht! gung ab 29. Oktober ert>^ BERNARD Gießen, PlockstraBe 16 ,0i rsy im i ; Serin W ' L7;u ihrem eme