Nr. 2§? Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverhesseiy Samstag, ^.Mlober (933 Ausgaben und Ziele der Raffenpflege. Don Professor Dr Etaemmler, Chemnitz. Der bekannte Vorkämpfer der Rassenhygiene ist soeben auf den neubegrünbeten Lehrstuhl für Rassenhygiene an der Universität Leipzig berufen worden. Es gibt keine Aufgabe, die größer und dringender wäre als die: an der rassischen Erneuerung unseres Volkes zu arbeiten. Gelingt dieser Wiederaufbau, gelingt diese innere Erneuerung, die die Krankheit nicht in ihren äußeren Symptomen behandelt, sondern den Ketm der Verderbnis selbst vernichtet, dann haben wir gesiegt, dann ist das Dritte Reich wirklich begründet, das Reich der tausendjährigen Zukunft. Man nennt uns Raffenmaterialiften, Menschen, die glauben, an Stelle der Allmacht der Atome und Moleküle die der Chromosomen und Gene setzen, aus ihnen alles erklären, mit ihnen arbeiten zu können, wie der Chemiker mit Säuren und Vasen. Die Einführung des Gesetzes zur Verhütung kranken Rachwuchses und zur allmählichen Reinigung des Volkskörpers muh als eine Tat der Nächstenliebe und der Vorsorge für die kommende Generation ausgefaht werden. Reichsinnenminlster Dr. Frick hat mit Recht betont, dah letzten Endes eine fatsche, übertriebene Humanität und soziale Fürsorge sich für unser Volk als eine unerträgliche Grausamkeit auswirken müsse. An der sittlichen Pflicht, die schwer erbkranken Menschen von der Fortpflanzung auszuschalten, kann und darf uns daher keine falsch verstandene Nächstenliebe hindern. Stein, mir wissen, daß auch heute noch der Satz gilt und für uns mehr denn je: E s i st d e r G e i st, der sich den Körper baut. Wir wissen, daß der Körper unseres Volkes nur dann gesund und stark werden und bleiben kann, wenn sich seine Seele aus den Niederungen materialistischen Strebertums wieder erhebt in die höhen idealistischer Djerbereitfdjaft. Unsere Erneuerung hat nicht vom Verstand her zu erfolgen, was erneuert werden muß, ist in erster Linie unser Gewissen. Es gibt keine Rassenpflege, die nicht in erster Linie Pflege des Rasfengewisfens ist. Der lieberalistische Mensch ist eingehüllt und nach außen hin isoliert durch einen dicken Mantel von dem, was er seine privaten Angelegenheiten nennt. Es ist seine private Angelegenheit, ob er anständig und gesund ist, ob er seinen Körper stählt und kräftigt ober nicht, es ist feine private Angelegenheit, ob und wann und wen er heiratet. Es ist feine private Angelegenheit, ob er Kinder hat ober nicht, wie er sie erzieht, was aus ihnen wird. Alles das ist solange seine Privatangelegenheit, als er nicht seinen Nachbarn direkt beeinträchtigt und schädigt. Für den wahren Sozialisten in unserem Sinne sind das alles keine privaten Angelegenheiten, sondern Angelegenheiten des Volkes. Er fühlt sich verantwortlich nicht nur für sich und seine Familie, sondern auch für die kommenden Geschlechter, denen er Ahnherr sein soll. Verantwortungsbewußtsein ist das, was wir von jedem Deutschen verlangen. Verantwortungsbewußt- fein nicht nur dem heute und Morgen, sondern den künftigen Geschlechtern gegenüber. Nicht mir haben das Recht, unsere Kinder dafür verantwort-- tich zu machen, was aus ihnen geworden ist, was sie geleistet haben, sondern sie haben das Recht, uns zur Verantwortung zu ziehen. Denn wir haben ihnen die Rasse mit ins Leben gegeben, und wir haben die Pflicht gehabt, dafür zu sorgen, daß der Keim, der in ihnen steckt, zur Entwicklung und zur Blüte kommt. Was wir also in erster Linie treiben müssen, Ist Pflege der Rassenseele, des Rassengewissens. Damit beginnt man aber nicht bei feinen Mitmenschen, sondern bei s i ch selbst. Die Pflege des Rassengewissens geht auf folgende Ziele hinaus: Jeder hat feinen. Körper und feine Seele gesund und rein zu halten, vor Schmutz und Gift zu schützen. Nur in gesundem Körper kann ein gesunder Geist wohnen. Aber der Körper bleibt nur solange gesund, wie die Seele gesund ist. Wir wissen, daß die Geschlechtskrankheiten die Rasse verderben. Wir haben Hunderte von Mitteln gefunden, die Gefahren der Ansteckung herabzusetzen. Aber wir haben vergessen, daß durch geschlechtliche Zuchtlosigkeit jedes Gefühl für das Rassische abgetötet wird. Die Ehe und Familie sind als das heiligste anzusehen, was es für ein Volk gibt. Die Ehe muh aber wieder zu dem werden, was sie ihrem inneren Wesen nach sein soll: die Stätte, in der das Volk in der neuen Generation zu neuem Leben erwacht. Alles, was Ehe und Familie zerstört, ist rücksichtslos zu bekämpfen, was sie fördert, zu unterstützen. Jeder ist verantwortlich dafür, daß die guten Raffenteile des Volkes fortgepflanzt, die schlechten vernichtet werden. Jeder hat bei der Eheschließung daran zu denken, dah seine Kinder nicht nur von ihm, sondern auch von der anderen Seite das Rassenerbe mitbekommen, und hat sich vor der Eheschließung davon zu überzeugen, ob sein Ehepartner die Gewähr dafür bietet, Daß diese Forderung erfüllt wird. Die Reinheit der Rasse garantiert die einheitliche Struth der Seele. Der Deutsche kann mit Recht stolz sein auf das, was fein Volk geleistet hat. Er weiß, daß diese Leistungen nur mög- lieh waren durch die rassenmäßige Zu- sammensetzung des Volkskörpers. Die Geschichte hat gezeigt, daß die Mischung der hoch- rasse mit fremden Rassen die einheitliche Struktur der Volksseele gefährdet und zerstört. Sein Rassen- stolz muß es ihm daher verbieten, sich mit niederen Nassen zu mischen. Der Rassenwert eines Volkes ist bedingt durch zwei Größen: Einmal durch die Zusammensetzung des Volkes aus einer Anzahl von Einzelrassen Wir wissen alle, daß wir kein reinrassiges Volk mehr sind. War früher die nordische Rasse das absolut führende Element, so ist die Mischung von Jahr- hundert zu Jahrhundert stärker geworden. Das gilt ZU Öen Deutschen in Angola. Don Or. Paul Rohrbach. Pflanzung Alto-Catumbela, den 21. Sept. 1933. Schlechte Schiffsverbindungen und andere Zufälle haben uns, statt nach Kamerun, unvermutet hierher auf das Hochland von Angola geführt. Man kommt in Afrika öfters in die Lage, sich rasch entscheiden zu müssen. Von Kamerun heißt es: aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und Angola, soviel merken wir schon jetzt, ist eine Reise wert. Ein paar tausend Autokilometer werden es wohl sicher werden, aber wir sind das ja gewohnt. Alto-Catumbela ist eine große Sisal- Pflanzung, 275 Kilometer vom Hafen Lobito auf der ersten Hochlandstufe von Angola gelegen. Sie wird von einem alten Ostafrikaner, Herrn Hermanns, der viel Erfahrung in Sisal hat, geleitet, und sie gehört den „Benguela Estates". Um das zu erläutern, muß Ich etwas ausholen. Man kennt den Typ zäher und unternehmender Engländer — wenn ich hier sage „unternehmend", so meine ich unternehmend in großem Stil — dessen berühmtestes Vorbild Cecil Rhodes ist. Von kleinerem Format, aber immer noch bedeutend genug, um das Bedauern zu wecken, daß in der Vorkriegszeit sich nicht auch bei uns ähnliche Persönlichkeiten sanden, war ein gewisser Robert, jetzt Sir Robert Williams. Er faßte vor 25 Jahre den Plan, eine mehrere tausend Kilometer lange Eisenbahn von Lobito, dessen Hafen er vorläufig ausbauen ließ, nach dem enorm reichen Kupfergebiet von Katanga im Süden der belgischen Kongo-Kolonie zu bauen. Das Kupfer von Katanga, die Rechnung auf englischen Einfluß in Angola, die Freude an einem kühnen Unternehmen, dazu eine unerbittliche Zähigkeit, vereinten sich bei ihm, nicht eher locker zu lassen, als bis durch viele finanzielle Stockungen, durch den Weltkrieg und andere Schwierigkeiten hindurch das Werk vollendet war. Seit einigen Jahren rollen die Züge mit dem Erz von Katanga an den neuen steinernen Kai von Lobito, den die deutsche Firma Grün & Bilfinger in Mannyeim baut. Herr Bilfinger jun., zugleich deutscher Konsul in Lobito, ist der Gastfreund, dessen Liebenswürdigkeit wir die Einladung verdanken, mit ihm gemeinsam eine Reise ins Innere zu machen. Mit dem Wil- liamsschen Bahnbau waren große Landkonzessionen verbunden, und eine von ihnen sind die Benguela Estates. Für geduldige Arbeit kleineren und mittleren Formats, die wahre Grundlage überseeischer Siedlung, taugen die heutigen Engländer nichts, aber für Sachen in großem Stil sind sie immer noch zu haben. Sie haben auch Geduld, auf den Erfolg zu warten, und sie sind reich genug, es zu können. Alto-Catumbela hat 1500 Hektar Sisal, so viel wie die größte ostafrikanische Pflanzung, die übrigens, ich freue mich, es sagen zu können, einer deutschen Gesellschaft gehört. Der Sisal, die bekannte mexikanische Faseragave, braucht hier in 1200 Meter Höhe ein Jahr länger als in Ostafrika, um schnittreif zu werden. Erst nach vier Jahren konnte die hiesige Fabrik, die aus den schweren fleischigen Blättern die weiße Faser herauszieht, zu arbeiten anfangen. Es ist aber nicht dies eine Objekt, das uns ins Innere von Angola gezogen hat. Weiter hin, auf der zweiten Hochlandstufe, im gesunden Klima, haben sich nach dem Kriege über fünfhundert Deutsche angesiedelt. Sie wohnen über ein sehr weites Gebiet zerstreut, und die meiften ihrer Betriebe sind Kaffeepflanzungen oder sollen sich zu folchen entwickeln. Diese Angoladeutschen haben selten Besuch aus der Heimat. Eine Anzahl von ihnen ist aus Südwest herübergewandert. Andere sind frühere Offiziere der deutschen Armee, denen ihre Pension für ihre hiesige Wirtschaft hilft. Auch einige Balten, Landsleute von mir, sind da. Vielen geht es schlecht: sie haben zu fämpjen, weil sie mit zu wenig Kapital oder zu wenig afrikanischer Erfahrung anfingen. Eine Kaffeepflanzung braucht vier Jahre, bis sie sich bezahlt macht. Solange müssen Arbeiterlöhne gezahlt und muß der eigene Unterhalt bestritten werden. Damit haben sich nicht wenige verrechnet. Es ist Leichtfertigkeit und unverantwortliche Unkenntnis, zu sagen, in Angola könne man mit ein paar tausend Mark als Siedler vorwärtskommen. Alle, die solchen Stimmen geglaubt haben, mußten es mit der Erfahrung bezahlen, dah selbst der erfahrene Afrikaner 20000 bis 30000 Mark braucht, und der Neuling auf afrikanischem Boden als Lehrgeld noch etwas darüber. Ich begrüße die Fügung, durch die ich nun fast einen Monat, bis zum nächsten Dampfer heimwärts. Gelegenbeit habe, die Landsleute in Angola zu besuchen. lieber Angola herrschen zu Hause vielfach falsche Vorstellungen, und ich wäre froh, wenn mein Besuch und meine Berichte dazu beitrügen, eine belfere Kenntnis der hiesigen Verhältnisse zu vermitteln. Mancher Deutsche hat es hier geschafft, und wer genügend Geld, Ausdauer und Takt hat, kann ohne Frage weiterkommen. Der Takt bezieht sich besonders auf das Verhältnis zur portugiesischen Verwaltung und den Portugiesen überhaupt. Sie sind empfindlich, aber wenn man dem Rechnung trägt, und ihnen keinen Anlaß zu Mißtrauen gibt, kann man gut mit ihnen auskommen. Außerdem kann niemand leugnen, daß sie mit ihren beschränkten Mitteln, in Angola etwas gelistet haben. Sie haben im Innern ein Straßennetz geschaffen, daß es mit jeder anderen Kolonie aufnehmen kann und manche englische und französische Kolonie übertrifft. Außerdem, und das ist eine Leistung, die besonders hervorgehoben werden muß, haben sie ein für Afrika mustergültiges System der Eingeborenenpolitik entwickelt. Die portugiesische Verwaltung hat unbedingte Autorität über die Schwarzen bis ins tiefste Innere von Angola, und sie hat auch den Eingeborenen mit vollem Erfolg die richtige Stellung zu den Weißen angewiesen. Der Portugiese trägt kein Bedenken, den Mischling als seinesgleichen anzuerkennen, aber jeder portugiesische Beamte kann es wagen, mit ein paar eingeborenen Polizisten ganz allein die Steuer bei volkreichen Stämmen im Innern einzutreiben und sie zum Wegebau anzuhalten. Dazu sind die englischen Beamten in Ostafrika vielfach nicht imstande. Jeder Schwarze in Angola respektiert den Weißen, ist ohne Widerrede seinem Arbeitgeber dienstbar, und von der unsinnigen Gleichmacherei vor Gericht, mit der die Engländer noch ihr ganzes Afrika verderben werden, ist hier keine Rede. Soviel habe ich von Angola schon gesehen. Und die Straßen sind prachtvoll, es ist ein Genuß, auf ihnen zu fahren. nicht nur für das deutsche Volk, sondern für alle Völker Europas. Wir sind stolz darauf, ein Volk überwiegend nordischer Seele zu sein, denn die Geschichte der Völker zeigt uns, daß überall dort, wo neue Kulturen entstanden, der arisch-nordische Mensch eine führende Rolle gespielt hat. Umgekehrt lehrt aber auch die Geschichte, daß ein Volk in seiner Bedeutung zurückgeht, wenn die Rassenmischung sich zuungunsten des nordischen Anteils wesentlich ändert. Die Gefahr wird dabei um so größer, je fremder der Blutanteil ist, der in die Nasse des Volkes einbringt. Die Rasse des einzelnen besteht aus einer Summe von zahlreichen erblich festen Anlagen. Bei der Entstehung der großen Menschenrassen hat der Kampf ums Dasein immer wieder dazu geführt, daß nur diejenigen Anlagenmischungen erhalten blieben, die ein harmonisches Zusammenspiel der inneren Kräfte gewährleisteten. Dadurch ist jede Einzelrasse zu einer innerlich geschlossenen Einheit geworden. So zahlreich auch die Einzelanlagen in ihr sein mögen, sie sind sämtlich harmonisch aufeinander abgestimmt. Kommt nun von außen in diese Harmonie ein fremder Ton, eine blutfremde Anlage hinein, so entstehen M i ß k l ä n g e, die die Einheit stören und die Kraft der Rasse schwächen Je fremder zwei Rassen einander stehen, um so größer ist die Gefahr, daß bei einer Vermischung das Zusammenspiel und die innere Einheit ner= lorengeht. Die zweite Größe, die den Rassenwert des Volkes bedingt, ist gegeben durch die Zusammensetzung jedes Volkes aus einer großen Zahl von Einzelwesen. Die Rasse des Volkes ist die Summe der Rassenanlagen seiner einzelnen Volksgenossen. Jede Pflanzen- und Tierzucht zeigt nun, daß sich in sie gelegentlich Rassenstörungen einschleichen, die wir als Mutation bezeichnen, und die sich im Vererbungsversuch als erbbeftänbig erweisen. Solche Mutationen sinb auch beim Menschen in Form von Erbkrankheiten gegeben. Sie werben in der freien Natur ausgemerzt durch den Kampf ums Dafein, jene Auslese, die immer wieder ;egu- üerenb eingreift. Die Herrscherin Vernunft hat nun zwar beim Menschen bazu geführt, biefe Krankheiten als solche zu erkennen, sie hat aber versagt bei ihrer Ausmerzung. Sie hat im Gegenteil b i e n a - türliche Auslese v e r t) l n b e r t. So ist es bazu gekommen, bah bie Zahl ber krankhaften Mutanten von Generation zu Generation anftieg. Es ist felbftoerftänblid), baß wir bei negativen Maßnahmen nicht stehen bleiben, fonbern a u ch bie positiven mit aller Macht in Angriff nehmen müffen. Sie sind notroenbig vor allem wegen bes gerabezu katastrophalen Geburtenrückgangs, ben wir mit Entsetzen von Jahr zu Jahr stärkere Fortschritte machen sehen. Wir müssen uns vollkommen im klaren fein, baß Geburtenrückgang unb Rassenniebergang bie Zukunft unseres Volkes entscheiben. Wir kennen bie Ursachen bes Geburtenrückganges; sie liegen in ber Hauptsache in der seelischen Haltung bes Volkes, im Jnbivibuansmus unb Materialismus, im Verluste bes R a s - s e n g e w i s s e n s. Also müssen bei seiner Bekämpfung auch roieber in erster Linie bie geistigen Waffen in Anwenbung kommen, wie wir sie früher ausgeführt haben. Der Staat hat aber bie Aufgabe, biefen Kampf baburch zu unterstützen, baß er sich zur gefunben kinberreichen Familie bekennt. Es ist völlig unoerstänblich, baß man nicht schon feit Jahren bas Prinzip burchgesührt hat, es barf ben Kinberreichen nicht schlechter gehen als ben Kinberarmen. Es barf sich nicht lohnen, keine Kinber zu haben, unb Kinberreichtum barf nicht zur Strafe werben. Wenn biefe Grundsätze burchgesührt werben, können wir hoffen, baß Der natürliche Instinkt bes Volkes zur Familie roieber erwacht. Nur hüte man sich, bem Reich ober bem Staat ober ben Länbern irgenbroeldje Lasten aufzulegen. Die Lasten müssen einzig unb allein von Den Kinberlosen unb Kinberarmen getragen werben. Unb man hüte sich, mit kleinen Mitteln anzufangen, bie ben Grund- gebanfen verwässern unb immer erfolglos bleiben. Mit biefem Ausgleich ber Familienlasten werben sich manche weitere Fragen ber Rassenpflege von selber lösen. Es wirb von selbst bie Frau mehr unb mehr aus bem Wirtschaftsleben verschwinben unb in ihren eigentlichen Beruf übergeführt. Es wirb bas Heiratsalterauf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werben können, benn mit ber Eheschließung unb Familiengrünbung werben nicht Sorgen ins Haus gebracht werben, fonbern Freube unb Glück. Es wirb ber tüchtige unb lebensgefunbe Deutsche nicht mehr gezwungen zu werden brauchen, ins Ausland zu gehen, denn es wird ihm durch die Ausschaltung der Minderwertigen der nötige Lebensraum in ber Heimat entstehen. Lustschuh tut not! Anläßlich ber Eröffnung ber Lanbesschule bes Reichsluftschutzbundes Lanbes- gruppe Hessen/Rh einlanb-Süb e. 23. m Frankfurt a. M. begrüßte ber ßanbesgruppenleiter Oberst Dlbenburg bie vollzählig erschienenen Schulungsleiter unb wies in einer Ansprache barauf hin, daß er absichtlich davon Abstand genommen habe, die Eröffnung der Schule im Rahmen eines größeren Gremiums oorzunehmen. Nicht um offizielle Feiern geht es der Landesgruppe, sondern durch intensive Arbeit den Behörden usw. zu zeigen, daß den Willen unseres Führers, des Herrn Ministers der Luftfahrt Göring, Rechnung getragen wird. wenn man überlegt, in welch großzügiger Weise die übrigen Mächte, trotz ihrer ungeheuren Luftangriffsmittel. auch den Luftschutz organisieren, muh auch der Laie zu der Erkenntnis kommen, dah es unbedingte nationale Pflicht jedes einzelnen Volksgenossen ist, sich mit den zivilen Lustschuhgedanken auf das innigste vertraut zu machen. Diese Aufklärung in weiteste Beoölkerungsschichten durch Sch u (u n g hineinzutragen, ist die vornehmste Pflicht der Schulungsleiter, die sich in selbstloser Weise ehrenamtlich in so stattlicher Zahl zur Verfügung gestellt haben. Trotz beruflicher starker Ueber- laftung haben sich diese Fachleute freudig der nationalsozialistischen Pflicht unterzogen, diese Vermittlung zur Bevölkerung durch die Ortsgruppenschulung zu übernehmen. Denn letzten Endes muß die Bevölkerung des Reiches sich in der Stunde der Gefahr selbst zu helfen wissen. Dies sei ber Sinn derLanbesluftschutzschule, bie Bevölkerung zum Selbstschutz zu erziehen. EinneuesStückatterGießenerBaukunst O r 'j i H i. 1 M e Das Haus Sonnen ft rafee Rr. S ist, wie wir am Donnerstag berichteten, vom Verputz befreit unb neu hergerichtet worden, so daß das prächtige alte Fachwerk in seiner einfachen Schönheit wieder zutage tritt. Wir zeigen hier das schöne Haus im Auiobesiher vor die Front. Arn 12. November findet die g r o h l e F r i e- denskundgebung aller Zeiten statt. Ls ist Vorsorge getroffen, dah das gesamte Volk über ben unbeugsamen Friedenswillen des Führers Adolf Hitler aufgeklärt wird. Die Redner für diesen Aufklärungswahlgang sprechen allein im Gau Hessen- Rassau in Tausenden von Versammlungen. Für ihre Beförderung werden eine große Anzahl Wagen und Fahrer benötigt. Wer bereit ist, seinen Wagen mit Fahrer k o st e n l o s zur Verfügung zu stellen, wird gebeten, die in Frage kommenden Tage bei der Gaupropagandaleitung der RSDAP., Frankfurt a. TU» „Adolf-Hitler-Haus, umgehend anzumelden. Der Gau-Propagandaleiter. An alle deutschen Funkhändler und Besitzer von Lautsprecher-Anlagen! Alle Besitzer von Lautsprecher-Anlagen wollen umgehend ihre genaue Anschrift sowie die Zahl der zur Verfügung stehenden Apparate, ebenso den Leih- preis bei der Gau-Propagandaleitung, Adolf-Hitle»» Haus, zur öffentlichen Bekanntgabe anmelden. Der Gaupropagandaleiter. Hessisches Sondergericht. Darmftabt, 19. Oft. (WSN.) Das Hessisch« Sondergericht verhandelte gestern gegen eine Reihe von Angeschulbigten, die meist wegen Verbreitung vonGreuelmärchen unb roegen beleibigenber Äußerungen gegen bie Reichsregierung angeklagt waren. Zunächst würbe ein früherer Kommunist aus Haingrund zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er nach bem Verbot ber Roten Hilfe noch sog. Solidaritätsmarken vertrieben hat. Wegen verbotenen Waffenbesitzes würbe ein Kommunist aus Steinbach i. O. zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Allen übrigen Anklagen lagen Greuel« märchen ober Beleibigungen ber Reichsregierung bzw. einzelner Minister zu Grunbe. Eine Gastwirtsfrau aus Offenbach hat an sich wirklich pas- fierte Vorgänge entstellt unb unwahr weiter erzählt, wofür sie sechs Monate ins Gefängnis muß. Ein Schuhmacher aus Heuchelheim (Oberhes- fen) hat ben Reichskanzler in gröblicher Weife be- fchimpft unb muß bafür vier Monate ins Gefängnis. Ein ßanbroirt aus Nieber-Gemünben erhielt wegen eines ähnlichen Vergehens acht Monate Gefängnis. Ein Kriegsinoalioe aus Wies- b a b e n erhielt zehn Monate Gefängnis, weil er in befonbers verwerflicher Weise Zweifel an ber Täterschaft ber Angeklagten im Reichstagsbranb- stifterprozeß äußerte. Ein Hühnerfarmbesitzer aus Bieber bei Offenbach würbe zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, ba er gegenüber SA.-Männern in gehässiger Weise bie Regierung herabsetzte. Sieben Monate Gefängnis für Mührdel und Or. Marx. Frankfurt a. M., 20. Oft. (WSN.) Nach neuntägiger Verhanblung verurteilte bie Große Straffammer ben Kriminalpolizeirat Friebrich Mühr« b e l wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung unb Gewahrsamsbruch und wegen eines Vergehens gegen § 348 Abs. 2 zu f i eben TI o • naten Gefängnis unb ben 44jährigen Synbi« fus bes Zentralvereins beutscher Staatsbürger jübi« fchen Glaubens, Dr. Martin Marx, wegen fortgesetzter Hehlerei unb Amtsanmaßungin einem Falle ebenfalls zu sieben Monaten Gefängnis. Den beiben Angeflagten würben je fünf Monate Untersuchungshaft angerechnet, ber Haftbefehl gegen sie würbe aufgehoben. Das Gericht hat das Hauptbelikt ber Anklage, bie Bestechung, bei beiben Angeklagten verneint. An alle Einwohner und Behörden Lus dem eaterbüro wird die Blüten der Lust. Fr. R. Richter. Entbehren möchte kann. Der da» Album zur Erde und beide bückten sich, um es aufzuheben. Sie fliehen „Rollende Mark Macht Handwerk stark! Der vor kurzem von der österreichischen Regie» rung strafweise pensionierte Ordinarius für Straf» dabei mit den Köpfen zusammen, und ihre Schultern berührten sich. ** D e r neue Präsident des Landes- finanzamts Darmstadt. Wie der „Reichs- an^eiger" meldet, wurde der Ministerialrat im Reichsfinanzministerium Giese zum Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt ernannt. ** ®in Dreiundneunzigjähriger. Herx 5riehrid) Muhl, Licher Straße 7, kann am heutigen Samstag. 21. Oktober, bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit seinen 93. Geburtstag feiern. Slas der provlmialbauptfiadt. Oer Segen der Arbeit. Lbelt kochet dem Leben die nie versiegenden Säfte. Ohne Arbeit wie krank schienen Buchdrucker Buchbinder Steinmetze Friseure Photographen Metzger und Hausmetzger Bäcker usw. Volksgenossen! Behördenoorsteher? wir fordern Luch hiermit auf. an Hand vorstehender Aufstellung (Euren „Arbeitsbeschaffungsplan für das Handwerk" aufzustellen, wir wissen, Millionenaufträge kann In Stadt und Land weder der einzelne, noch die Behörde vergeben. Aber wir erwarten, daß ans jedem Privathaushalt, ans jedem Amt znr Beichshand- werkswoche Aufträge — mögen sie Neuanschaffungen oder Ausbesserungen betreffen — in einem Maße herauskommen, daß daraus da» Verständnis für die Not de» Handwerks und der Wille, tatkräftig zu helfen, erkennbar ist. von dem untezeichneten RS.-Hago-Führer gebildete Ausschuß gibt Auftragslisten von Haus zu Haus, von Amt zu Amt, die u. a. folgende Frage- Spalten enthalten: zuziehen, aber sie rief: „Rein, nein!" und hielt nur noch fester. Dabei fiel i Der Segen der Arbeit ist gar mannigfach. Mag sie uns oft drängen und drücken, sie doch kein rechter Mensch. Schiffe haben ihre Ladegrenze. Sie sind gefährdet. wenn ihre Belastung darüber hinousgeht. Aber wenn sie leicht und leer auf den Wogen des Meeres tanzen sollten, wären sie nicht minder gefährdet. Und leere Schiffe läßt niemand fahren. Sie wären Cs war zwar angenehm zu denken, daß er auch I entsetzlich unter diesem furchtbaren Ungemach des I Schicksals litt, aber e» war doch nur ein schlechter I liebe im liegen. Bon Mor6 Stahl. Mm Morgen war der Himmel noch fast blau qc- oelen, nur etwas getrübt am Horizont. Aber gegen Mittag nahm das Gewölk zu, es wurde richtig dunkel so daß Marianne ganz bestürzt auf die »eranba hinauatrat. Da fielen auch schon die ersten Tropfen. E» regnet!" rief sie ganz vernichtet und sank auf einen Korbsessel. Seiner hatte diesen verzweifelten Ausruf gehört Sie war ganz allein mit ihrem Kummer. Die Tante kam heraus und trug zwei 3hamerlinben Im Arm, Ite ging mit vorsichtigen Schritten die Steintreppe hinab und stellte die beiden Hellen grünen Bäume in den Regen. (Em Wagen mit Heu kam im Galopp au den Hof gesaust und fuhr in elegantem Bogen auf die Tenne. ö Bud) der Onkel kam heraus und streckte die Hand au» dem Fenster. „Gott sei Dank, e» regnet", sagte befriedigt, ..das wird den Rüben gut tun " "Und den Kartoffeln!" sagte die Xante, die grabe wieder die Treppe hinauskam. Beide Iahen auf Marianne, die ganz gebrochen auf dem eeffel lauerte. „Ist dir was, Marianne?" — „Bewahre", sagte Marianne, „mir ist ganz gut." ®le konnte sie sagen, daß sie jetzt nicht Ernst unten am «ee treffen konnte Und er wollte sogar einen Kahn besorgen vom Fischereipächter, auf dem wollten sie zur Insel fahren. Sie stand auf und ging ins hau». Dieser Enthu- sia.'nu» über den Regen ging ihr auf die Nerven, oie stieg die steile Treppe zur Giebelstube empor unb betrachtete bort wehmütig ba» weiße Kleid mit ben ^lreublumchcn. ba» so wunderbar geplättet über her Bettlehne hing. Oh. e» war zum Wahnsinnigwerden. ff» regnete leise unb gleichmäßig. Da» war das verhängnisvolle, daß c» fo leise ansing, nicht mit einem tüchtigen Guß. der sich halb von selbst erschöpfen mußte, sondern fo bedachtsam, wie jemand der mit seinen Kräften spart, weil sie noch lange vorhalten sollen. Der Himmel war jetzt nicht mehr so dunkel, er war perlgrau, e» war nicht mehr Zorn in leinen Mienen, nur sanfter Schmerz, er meinte sanft unb einbringiich. Sie malle sich au», wie Ernst jetzt etwa sieben Kilometer entfernt, ebenfalls in einem Hous, bas ein (Barten umgab, ebenfalls unter einem weinenden Himmel, ebenfalls In einem Giebelzimmer mit ebendemselben unendlich bitteren (Befühl auf die Bäume yinausschaute. Bahnhofstraße: 14,16,18 u. 2030 Uhr, ,J)itierjungt Quer“. — Aftoria-Lichlspiele, Seltersweg: JDi» große Fahrt". — Hotel Prinz Carl: 11 bis 18 Uht^ Ausstellung handgetriebener Silberschmuck von Metallbildhauer Küchel. Lebens. Richt» hörte sie, der Regen plätscherte, die Dachtraufen liefen über, aus der Regentonne fiel ein kleiner Wasserfall in regelmäßigen Inter» vollen auf den Gartenkies. Dann holte die kleine Uhr aus und schlug fünf eilige, silberne Schläge. Sie fuhren einen Moment auseinander und sanken sich dann erneut in die Anne. Das Photographiealbum lag aufgeschlagen an der (Erbe, aber niemanb interessierte sich dafür. Ein Bild zeigte die kleine Marianne im Alter von sechs Monaten, wie sie als krähende» nacktes Baby auf einem weichen Bärenfell lag. Ernst hoo das Buch vom Boden auf und legte e» achtlos auf den Tisch. Er hatte vergessen, warum e» eigentlich auf der Erde gelegen hatte. Er legte den Arm um Marianne und fragtet .Liebst du mich, Marianne?" „Schrecklich!" sagte sie leise. „Immer und in alle Ewigkeit?" ,Ln alle Ewigkeit!" Die Tante rief aus der Küche: „Der Apfel» kuchen ist fertig, kommt Kaffee trinken." Sie gingen auf die Veranda. »Arme Kinder", sagte die Tante und legte jedem ein ordenlliches Stück Kuchen auf den Teller, „ihr habt heute lange auf den Kaffee warten müssen, habt ihr euch wenigsten» gut unterhalten?" »Es ging , sagte Ernst heuchlerisch und reicht» die Kaffeetasse herüber zum Einschenken, „bei dem Regen." ..Aber wie gut wird er den Rüben bekommen", antwortete Marianne, unb beide brachen ganz ohn» Grund in ein Gelächter au». öod?fd>u!ndd?ri(bfett Der bekannte Staatsrechtler der Universität Köln, preußischer Staatsrat Professor Dr Karl S ch m i t £ bat einen Ruf an die Universität Berlin erhalten. Der bedeutende Berliner Physiker Professor Dr. Erwin S ch r ö d i n ge r hat einen Ruf an di» Universität Oxford erhalten. Der Ordinarius für angewandte Mathematik an ber Universität Berlin, Professor Dr. Richard von Mieses hat einen Ruf an Me Universität Konstantinopel angenommen. Professor Dr. L. Spitzer von der Universität K ö l n hat einen Ruf ai» Ordinarius für romanisch» Philologie an die türkische Universität Istanbul erhalten und angenommen. 1. Name der hasidwerter bzw. Handwerkerinnen, die den Auftrag ausführen sollen. 2. Kurz« Beschreibung der Aufträge. Die Listen sind bis zum Dienstag. 24. Oktober, auszufüllen unb in verschlossenem Umschlag, ber jeber Liste beigefügt wird, den Abholern anszn- händigen. Die Aufträge werden dann von einem Vertrauens- ausschuß (Kreisleitung NS.-Hago), der zu streng vertraulicher Behandlung verpfsichtet ist, den Hand- werkern zugeleitet. „Deine Hand dem Handwerk! 15. bis 21. Oktober 1933!" Gießen, den 14. Oktober 1933. heil Hitler! fi. Schimmel NS.-hago-Kreisführer unb komm. Vorsitzender ber Handwerkskammer für Oberhessen. 21. März 1933 der Staatsanwaltschaft Gießen vorgeführt. Gegen ben Mann wird jedenfalls Haftbefehl erlassen werden. Der Wanderbursche Friedrich Bornhold aus Elmshorn bettelte in Allendorf a. d. Lahn und beleidigte dort in gemeiner Weise den Bürgermeister und die SA. Er wurde festgenommen, noch Gießen verbracht und nach Aufklärung des Sachverhalts der Staatsanwaltschaft oorgeführt, die Haftbefehl beantragte, der auch vom Richter erlassen wurde. Ein Former aus Merlau, der in Gießen beschäftigt ist, äußerte gegenüber einem Mitarbeiter, das wäre die Ankurbelung und wenn er noch einmal heil Hitler sage, dann schlage er ihn irr. Der Foi> mer wurde dem Schnellrichter oorgeführt. Wegen groben Unfugs erhielt er drei Wochen haft, die sofort zu verbüßen sind. Gestern wurden aus dem Kreise Lauterbach und Friedberg, sowie aus der Stadt Gießen zehn Per- fönen in das Konzentrationslager Osthofen überführt. (^ieficner Wochenmarktpreisc. • Gießen, 21. Okt. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 13, Wirsing (grün), das Pfund 7 bis 10, Weißkraut 5 bis 8 Pf., der Zentner 3 Mark, Rotkraut, das Pfund 7 bis 10 Psi, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 10, Es war ganz merkwürdig und stand gar nicht im o , Programm, ab?r auf einmal h.elien sie sich in ben I recht an ber Universität W i e n' Prof. Dr. Wenzel Armen unb küßten sich. E» war em langer Kuh, Graf Gleispach. hat «Berufungen an bk llntoe» «ehr innig unb sehr kindlich, der erste Kuß ihre» I sitaten Berlin unb Leipzig erhalten. ein Sinnbalb der Zwecklosigkeit de» Daseins. Unserem Leben gibt die Arbeit zweck- unb sinnvollen Inhalt! Unb bamit zugleich halt und Stetigkeit im Wellenspiel de» Leben». Gewiß, wir seufzen oft über ben harten Kampf um» tägliche Brot, unb wir geraten in allerlei Abhängigkeiten. Unb unsere Tage gehören uns nicht ganz. Aber wenn wir un» die Menschen anschauen, die nicht» arbeiten ober ble trotz besten Willen» nicht arbeiten können — ob wir ihre kahle Existenz beneiben? Arbeit erzieht. Ihre Last stärkt unsere Muskeln, ihre Hnforberungen stählen unseren Willen. Es kommt damit etwas Feste» in unser Leben. Durch ba» Müssen lernen wir da» Können. Unb da» macht stolz und froh. Wer gäbe eine Kunst her für bte Muhe, die er beim Erlernen hatte? Die Arbeit, die unserem eigenen kleinen Dasein seine Zwecke setzt, verknüpft uns dadurch auch mit den großen Zwecken des Universums. Denn aus lauter kleinen Zwecken bauen sich schließlich die allergrößten auf. Jede zweckoolle Arbeit knüpft ein Band zwischen uns und ben letzten Zwecken der Welt, läßt in die Kreise unsere» Leben» etwas hinein- leuchten von großen Zielen und Ideen. Das gibt uns Wert für andere wie für un» selbst. Das hebt unsere Interessen auf höhere Stufen. Und je mehr uns von diesem Sinn unserer Arbeit zum Bewußtsein kommt, um so leichter werden wir ihr oer- !eiben können, wo sie uns einmal hart angeht. Um o voller werden wir die Befriedigung ausschöpfen, ie sie unb nur sie der Menschenseele dauernd zu bieten hat. pünktlicher Dorfteilungsbeginn im Gtadttheaier. Die Intendanz des Stadttheaters macht alle Theaterbesucher daraus aufmerksam, daß die Dorstellungen vor allem tm Interesse der auswärtigen Theaterbesucher unbedingt pünktlich beginnen müssen. Bei besonderen Aufführungen behält sich die Intendanz vor, zu spät kommende Theaterbesucher im Interesse der pünktlich Erschienenen und der Schauspieler, somit im Interesse der Gesamtauf- fuhrung evtl, sogar erst nach dem ersten Akt in den Zuschauerraum zu lassen. Spenden für das Winterhilfswerk. An Spenden für das Winterhilfswerk 1933/34 Singen bei der Ortsgruppe Gießen-Süd der NS.- lolkswohlfahrt u. a. ein: Ludwig Rinn, Wilhelm- straße 20, 5Ö0 Mark und 10 Mark: Dr. E. Pauly, Wilhelmstraße 32, 100 Mark (monatlich); Heinrich Gärtner, Wilhelmftr. 25, 20 Mark; Frl. Sy Schaaf, Wilhelmstraße 36, 15 Mark; Frl. L. Schaaf, Wilhelmstraße 36, 15 Mark; Dürr & Forstner, Liebig- straße, 15 «Mark. Zur Verfügung gestellt wurden: Lebensrnittel (für 40 Mark) W. Haas, Schubert- straße 2; 30 Laib Brote, Paul Bender, Schubert- straße 2. «Weitere Spenden werden erbeten. NS- Dolkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd, Konto Nr. 4536 Bezirksfparkaffe Gießen. Heil Hitler! Friedel, Ortsgruppenwalter. Pol zeibericht der Staatspolizeistelle Gießen. Ein Dachdecker aus Gießen wurde festgenommen, weil er in einer Wirtschaft In Laubach geäußert hat, „die braune Bande bekommen wir doch noch klein", und Thälmann als seinen Freund bezeichnete Er wird wegen Vergehens gegen die Verordnung vom volksgenofsen! Die R e c ch s h a n d w e r k s - woche soll nach Dem Willen des Führers einen machtvollen Anstoß geben zur Sättigung der Ar- beitslofigfeit des Standes, der ehemals goldenen Boden Halle, heute aber mehr denn jeher andere durch bas großkapitalistische Wirttchaftsgebaren bes entschwundenen Systems an ben 'Rand Des Abarundes gebracht worden ist. 9 Rettet das ehrbare Handwerk!" Dieser Ruf soll auch in Ober Hessen nicht ungehört verhallen. Dazu gehört, daß wirklich jeder mit Herz und Hand bereit ist in die Bresche zu springen und $u helfen, wo es fehlt. Der Kamps gegen die Krise ist häufig nur ein Kamps gegen Eigennutz und Gedankenlosigkeit. Volksgenossen! Schaltet diese Grundübel liberalifti- scher Denkart aus und bezeugt Eure nationalsozia- listische Gesinnung durch die Tat! Was not tut, ist eigentlich nur guter Wille! Denn Arbeit kann jeder beschaffen. Und Arbeit muß jeder beschaffen, wenn die Werbewoche des deutschen Handwerks im Sinne des Führers auch in Oberhessen ihre Aufgabe erfüllen soll. Alle Handwerkszrveige warten in Oberhessen auf Beschäftigung. Herrenmaßschneider Weißzeugschneidereien Schneiderinnen Schuhmacher Maurer Maler und Weißbinder Tiefbauer und Pflasterer Glaser Holzbildhauer Schreiner Spengler, Installateure, Elektro-Installateure Zimmerleute Dachdecker Schornsteinfeger Schlosser, Kraftfahrzeugschlosser, Mechaniker und Dreher Küfer Wagner Schmiede Drechsler Feilenhauer Messerschmied Sattler und Polsterer Seiler Uhrmacher Müller Ersatz für einen Nachmittag auf dem großen schwären Fischerkahn, der so geruhig über den hellen See zu der winzigen Insel gefahren wäre. Wie, wenn sie doch zum See ging? Aber sie besaß keinen Regenmantel, sie würde den großen vorsintflutlichen Schirm der Tante nehmen müssen, einen Schirm, man konnte damit nicht auf einem "ahn fahren, ohne sich lächerlich zu machen. Es sah auch gar nicht gut aus, wenn sie fo durch Regen unb Sturm auf alle Fälle hinkam. Er konnte sich vielleicht etwas Darauf einbilben, es sah aus, als ob sie ihm nachliefe. Man hörte den Regen lauter, es regnete stärker, entsetzlich! Sie entschloß sich, zu meinen. Sie war von den überreichlich strömenden Regengüssen da draußen angesteckt worden. Sie weinte lange und herzbrechend, das war immerhin ein kleiner Ersatz. Sie hörte dabei gar nicht, daß jemand auf den Hof nti, der Laut ging auch in dem Glucksen der Regenrinnen verloren und dem tausendfachen trappelnden Geräusch des Regens, der auf das Dach trommelte, verloren. Die Tante hatte den Reiter zuerst bemerkt. „Gott, ricf st* überrascht, „bist du denn nicht klitschnaß, mein Junge." Ernst war verlegen, er schaute sich so suchend auf ber Diele um, daß die Tante fragte, ob er etwas TrLW/ ^?er er sagte nur: „Nein, wieso, hoffentlich halte ich dich nicht auf, Tantchen." Aber Tantchen behauptete, er störe sie nie. Sie führte «)n, nachdem er sich umständlich die Reitstiefel auf Der lurmatte abgeputzt hatte, in das kleine Zim- mer mit den Pluschmobeln unb empfahl ihm, o- hinge das Photographiealbum anzusehen, bis sie Marianne zu ferner Gesellschaft herbeigeholt habe. Bei diesen Worten verschwand die Nervosität au» den M.enen Des guten Jungen unb machte einer m ’S ?rC ble er selbst, wenn er sich Im Spiegel betrachtet hatte, nur mit Höbe bezeich- nen konnte 0 ' Er sah aber nicht in Den Spiegel, fonbern blät- terte aufgeregt in bem Photoalbum bauerte eine ganze Weile, bis Marianne kam v'e war zu Tobe erschrocken, als es an bie Tür klopfte aber zum Gluck Hatte sie abgeschlossen unb memanb sah. baß sie meinte. Sie rief nur, baß sie lofort herunterkäme, mas Denn los fei. ffrnft fei gekommen, rief die Tante, roarum sie Denn abfle- Ipcrrt habe, unb es märe gut, roenn sie sich beeilte Denn sie muffe in bie Küche zurück, zu ihrem Apfelkuchen. Marianne war fo erregt, bah sie sich am Tilch feftbalten muhte. Sie versuchte so hastig in Das roetfce Rieth mit ben Streublümchen zu schlüpfen öah ht es zweimal verkehrt aiuog unb e» wieher' mUn!l,eben mu6te- Äem Knopf schloß, bie Bermel waren ganz verdreht unb ber Kragen umgekrempelt. Dabei klopfte ihr Herz so stark, daß sie dachte ohnmächtig zu werden. Aber endlich war das Kunst- stück gelunaen, sie hatte das Kleid glücklich an unb sie sand, daß sie heute abscheulich aussehe, ihre Augen waren rot, ihre Nase sogar etwas geschwol- len, schien ihr, die Wangen hatte rote Flecken, unb Das Haar war in Unordnung. Sie setzte sich verzweifelt auf die Dettkante. Aber bei dem Gedanken, daß Ernst vielleicht wieder fortreiten könnte, wenn sie nicht bald kam, sprang sie auf und stürzte fast Die Treppe hinunter, so eilig lief sie. Endlich trat sie ins Zimmer. Ernst war aufgesprungen und ging ihr entgegen. Aber es schien ihm plötzlich, als ob seine Beine seltsam weich seien, er stapfte nicht über einen mäßig weichen Teppich, sondern mitten durch dicke Watte. Es war wie im Traum, wenn man sich zu laufen bemüht unb nicht von der Stelle kommt. Marianne streckte ihm die Hand entgegen und sagte: „Guten Tag!", aber mitten im Wort brach ihre Stimme, und sie wurde glühend rot. Sie flau- den beide voreinander, ohne es zu wissen, sie standen lange so und sahen sich unentwegt an. Plötzlich schlug ber Zugwind die Tür hinter Marianne ins Schloß. Sie erwachten beide au» ihrer Versunkenheit und bemerkten erst jetzt, wie unge- hörig ihr Anstarren war. Sie wurden nun beide rot, und Marianne besann sich darauf, bah sie ble Gastgeberin machen sollte unb sagte förmlich: , «Wollen Sie nicht Platz nehmen?" worauf Ernst hastig antwortete: „Selbstverständlich, bitte sehr" unb ihr ftolpernb zum Sofa folgte. Es entstand eine ratlose Stille. Es war fo schwer, einen Gesprächsstoff au inben, wenn man ba» einzige, was sie interessierte, nicht besprechen konnte, nämlich ihre Verliebtheit. „Vielleicht sehen wir Photographien an", schlug Marianne vor, al» sie ba» Album da liegen sah und griff danach, wie nach einem rettenden Strohhalm, Ernst sagte wieder: „Ader sehr gern, bitte lehr", und Mariannes kleine braune Hand blätterte die steifen Karton» der Seiten um. Die Uhr tickte ganz leise in der Ecke, und bie Fliegen summten nur manchmal wie gejagt im Zimmer herum, um sich bann wieher auf ihren Liedlingsplatz an ber Lampenalocke zu setzen Plötzlich schrie Marianne ,Dh!" unb hielt die Hanb über ein Bild. Ernst versuchte ihre Hand fort- uns geschrieben: Sonntag, 22. Oktober, einmalige Wiederholung de» Erfolg-Gastspiel» „Die vier Nach- richter" mit Ihrem Ensemble; „Der Esel ist los". Stück mit Musik, Gesang unb Tanz in 9 Silbern, unter Mitwirkung des Theaterorchesters. Außer Abonnement. Preise von 0,50 bis 2,50 Mark. An- fang: 19.30 Uhr, Ende: 22 Uhr. — Dienstag, 24. Oktober, vierte Vorstellung im Dienstag-Adon- nement ,4)ie Männer lind mal so", Lustspiel-Operette von Walter Kollo. Operettenpreise. Spieldauer von 20 bi» 22 Uhr. — Mittwoch, 25. Oktober, vierte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement ,4>i» Männer sind mal so", Operettenpreise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Donnerstag, 26. Oktober, „Deutsche Bühne", zweite Oktobervorstellung für ungerade Mitgliedsnummern (blaue «Mitgliedskarten) „Die Freundin eine» großen Mannes", heiteres Spiel um eine Bühne von Möller unb Lorenz Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Freitag, 27. Ok- vierie Vorstellung im Freitag-Abonnement, »Wo die Lerche singt", Operette von Fran; Lehar. Operettenpreise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Samstag, 28. Oktober, „Deutsche Bühne", zweit» Oktoberoorstellung für gerade Mitgliedsnummern (gelbe Mitgliedskarten) „Die Hermannsschlacht", Freiheitsdrama von Heinrich von Kleist. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Sonntag, 29. Oktober, außer Abonnement, die Lustspiel-Operette: „Dis Männer find mal so". Ermäßigte Operettenpreise. Spieldauer von 19.30 bi» 21.30 Uhr. — Dom Konzertoerein wirb uns geschrieben: Der Gießener Konzertoerein, auf dessen Veranstaltungen vor kurzem an dieser Stelle hingewiesen wurde, eröffnet seine Saison am Sonntag, 5. November, 17 Uhr, in ber Aula ber Universität mit dem 1. Solistenkonzert. Gewonnen wurde dazu Profesior Dr. h. c. Gustav Have - mann au» Berlin, der Führer de» Reichskartell» der deutschen Musikerschaft. Prof. Haoemann, hier ja schon rühmlichst bekannt, wird Werke von Bach, Beethoven und Schubert spielen. Sein Begleiter, Herr Theopold au» Detmold, spielt zu Den Diolinwerken die .Händel-Variationen von Brahms". Herr T h e o p o l D , ein noch junger, sehr talentierter Pianist, hat in Berlin eine ausgezeichnete Presse erhallen. Auskunft über die wesentlich verbilligten Eintrittspreise und bas überaus günstige Abonnement erteilt Herr E. E h o l l i e r, Musikalienhandlung. — Der Krei »- Obst - und Gartenbauverein Gießen veranstaltet am Freitag, 27 Oktober, 15.30 Uhr, im kleinen Saale bes Katholischen Dereinshauses feine außerordentliche Hauptversammlung. Die Tagesordnung sieht folgende Punkte vor: Neuorganisation im Obstbau; vorläufige Rechnungsablage 1932 und Bestimmung eines kommissarischen Leiters. Auf die gestrige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. — Schmuckausstellung Heinr. Küchel. Der Metallbildhauer Heinrich Küchel zeigt auch in diesem Jahre wieder, und zwar am heutigen Samstag (15 bis 19 Uhr) und am morgigen Sonntag (11 bis 18 Uhr), im Hotel Prinz Earl feine Arbeiten. Der Künstler, der schon auf größeren Ausstellungen in Berlin und Leipzig alle Beachtung sand, zeigt diesmal besonders Schmuckstücke in der Gestaltung nach alten nordischen Vorbildern, bie er an alten Heidefunden in NorddeutschlanD studieren konnte. Die Ausstellung Dürfte einen Besuch loh- nen. Auf die gestrige Anzeige sei hingewiesen. Bohnen (grün) 15, Unterkohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 25 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kürbis 5 bis 7, Pilze 25 bis 50, Kartoffeln 3S Pf., Der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 10 bis 18, junge Hähne 65 bis 80, Suppenhühner 60 dis 70, Gänse 60 bis 75, Tauben, das Stück 40 bis 55, Blumenkohl 5 bis 25, Salat 3 bis 8, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 5 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf. Bornotizcn. — Tageskalender für Samstag. Evangelischer Bund: Stadtkirche, 19.30 Uhr, Evangelischer Abend — Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz: 20 Uhr, Eaf6 Leib, Deutscher Abend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hitlerjunge Ouex". — Astoria - Lichtspiele, Seltersrocg: „Die große Fahrt". — Vereinigung ehemaliger hessischer Grenadiere: 20 Uhr, „Hessischer Hof", Familienabend. — Hotel Prinz Carl: 15 bis 19 Uhr, Ausstellung von Metallbildhauer H. Küchel (handgetriebener Silberschmuck). — VfB.: 20.30 Uhr, Vereinsheim, Familienabend. — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr, Gastspiel „Die vier Nachrichter": „Der Esel ist los". — DHD. 10,30 Uhr: Besichtigung des Stadttheaters. — Lichtspielhaus Unser Rus ergeht selbstverständlich auch an die Handwerksmeister selbst! Ueberlege sich jeder, durch welche Aufträge er dem Kollegen, der Kollegin helfen kann. Das Anla genkonzert der SA. ° Re« serve-Kapelle, das zum Abschluß der Handwerks-Werbewoche am morgigen Sonntag um 11 Uhr am Hindenburgwall stattfindet, wird unter Leitung des Kapellmeisters Bruno Hermann gegeben. Bortragsfolge: 1. „Schneidige Truppe", Marsch von Leonhard, 2. Ouvertüre „Leichte Kavallerie" von Suppö, 3. „Eine Mondnacht auf der Alster", Walzer von Fetras, 4. Große Fantasie aus „Oberon" von Weber, 5. Badenweiler Marsch, von Fürst. Zahlreicher Besuch dieser Kon^ertoeranstal- tung wird erwartet. Insbesondere hofft man, unsere Mitbürger aus dem Handwerk und selbstverständlich die SA.-Kameraden vollzählig au sehen. ** Die Besuchszeiten d e r Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß am Brandplatz, sowie das Bölkermuseum und das Kriegsmuseum im Neuen Schloß am Landgraf-Philipp. Platz sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. •* Hitlerjunge Quex" vor den Be- rufsfchulern. Das Stadtschulamt werft darauf hin, daß am Dienstag, 24. Oktober, für die Schüler der Berufs-(Fortbildungs-)fchulen eine Sondervor» führung des Films „Hitlerjunge Quer" stattfindet. Eintritt 20 Pfennig. Die Schüler treffen sich um 8 Uhr in ihrer Schule. An dem Besuch der Dorsüh- rung nehmen auch die Schüler teil, die am Dienstag keinen Unterricht haben. Sie gehen nach der Spenden für die NS.-Volkswohlsahrt werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Dolkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen. Das Schuhmacherhandwerk wirbt! Von Innungsführer d. Kraus. Handwerk und Qualitätsarbeit sind zwei Begriffe, die nicht au trennen find. Ohne den Qualitätsgedanken verliert das Handwerk feine Berechtigung. Wohl am meisten hatte das Handwerk in der verflossenen Zeit gerade darunter zu leiden, daß im Bolle der Sinn für Qualitätsarbeit in weitem Maße verloren gegangen war. Billig hieß die Parole und wenn tausendmal nachgewiesen war, daß billig und schlecht im Endeffekt doch das Allerkostspieligste ist für den Verbraucher. Das Produkt dieser Tendenz im kaufenden Publikum war das, was man heute Ramsch nennt. Der Darenhausramsch überflutete den Markt und drohte die Qualitätsarbeit zu verdrängen. Das gesamte Handwerk und nicht zuletzt das ehrsame Schuhmacherhandwerk hatte darunter sehr zu leiden. Hier — im Schuhmacherhandwerk — lagen die Dinge so, daß der von allen guten Instinkten verlassene Großstädter sich im Kaufhaus ein Paar billige Schuhe kaufte, die schlechten Sohlen in we- niaen Wochen verschliß, um sie dann in der Schnellbesohlanstalt — bitte. Sie können drauf warten! — erneuern zu lassen. Er kaufte sich so im Laufe eines Jahres 4 bis 5 Paar Schuhe von jener schäbigen Eleganz, die diesen Typ des Großstädters kennzeichnet. Drückte ihn der Schuh, so riskierte er gerne ein Hühnerauge — der lieben Eitelkeit wegen — oder er kaufte sich ein Paar teure Einlagen, um sie meist bald unbefriedigt wieder zur Seite zu legen. Die volkswirtschaftliche und nationalpolitische Seite seiner Handlungsweise kannte er nicht; was ging ihn das auch an? Verantwortung? Es kann doch jeder tun, was er will! Heute ist das anders. Unser Volk lernt wieder Qualitätsarbeit schätzen, und gewinnt wieder Achtung vor dem Handwerk. Man gibt wieder jedem das Seine. Man lernt einsehen, daß jede Schnell» I besohlanstalt 10 arbeitslose und der öffentlichen Wohlfahrt zur Last fallende Schuhmacher bedeutet. Man lernt einsehen, daß die beste Arbeit und das beste Material das Billigste ist. Und an die Stelle billiger Eleganz, die jeder echten Vornehmheit entbehrt, tritt wieder die gediegene Wertarbeit. Es gibt wieder Menschen, die ihre Schuhe lieben und pflegen wie ein gutes Kleid und die ihre Füße nicht geringer achten als ihren übrigen Körper. Menschen, die zum Arzt gehen, wenn sie des Arztes bedürfen und zum Schuhmacher, wenn sie der Schuh drückt. Das Schuhmacherhandwerk ist heute in der Lage, allen Anforderungen zu entsprechen, die Technik, Wissenschaft und Mode zu stellen vermögen. Das haben die Gießener Meister ganz besonders eindringlich bewiesen durch ihre Ausstellung auf der Braunen Messe. Man konnte neben dem einfachsten Gebrauchsschuh den vornehmsten Gesellschaftsschuh, neben dem Tourenstiefel den Reitstiefel sehen und alles durchaus nach orthopädischen Gesichtspunkten gearbeitet. So wirbt der Schuhmacher für die Handwerkskunst, für den Maßschuh und gute Schuhreparaturen! Vorstellung in ihre Arbeitsstellen zurück. Für diese Schüler zählt die Teilnahme als Schulbesuch, d. h. sie werden am nächsten Schultag zwei Stunden frü- her in ihre Lehrstellen entlassen. ** Arbeitsvermittlung für Musiker. Dom Arbeitsamt wird uns geschrieben: Beim Arbeitsamt Gießen besteht eine besondere Vermitt- lungsabteilung für Musiker. Der Leiter der Arbeitsvermittlung ist der Vertrauensmann des Verbandes deutscher Theaterangestellten und ähnl. Berufe, in dem alle Berufsmustker zufammengeschlos- sen find. Die Verfügung der Gau-Kreisleitung der NSDAP., daß die Einstellung von Arbeitskräften nur durch das Arbeitsamt zu erfolgen habe, gilt selbstverständlich auch für die Arbeitsvermittlung der Musiker. Sprechstunden der Vermittlung für Musiker sind täglich von 8 bis 10 Uhr, Frankfurter Straße 29, im Raume der Angestelltenoermitt- lung. ** Berufs kundlicher Rundfunkvortrag. Am Mittwoch, 25. Oktober, bringt der Süd- westdeutsche Rundfunk von 10.10 Uhr bis 10.40 Uhr einen Vortrag über das Thema: „V o r der Berufswahl. Es wird die Berufswahl der Abiturienten zur Besprechung kommen. Der Vortrag dürfte nicht nur Schülern höherer Lehranstalten und deren Eltern, sondern auch allen berufspolitisch interessierten Kreisen sehr zu empfehlen fein. ** Die Gründung einer Bezirks- gruppe des Reichsverbandes des Ver- ficherungs - Außendienstes fand in einer Versammlung am Donnerstagnachmittag im Hotel „Prinz (Tarr statt. Als Beauftragter der Landesgruppe Frankfurt sprachen Werner D r e i h und Dr. Rodern er aus Frankfurt. Zum ersten Führer der Bezirksgruppe wurde Herr H. Schwenke (Neue Frankfurter Allgemeine) bestimmt. Dieser berief zu seinem Stellvertreter (2. Vorsitzenden) Herrn Hermann Eckert (Neue Frankfurter Allgemeine). Als Schriftführer wurde Herr F. C. Kretschmer (Allianz und Stuttgarter Verein, Vers.-AG.), als Kassierer Herr I u l l m a n n (Gotha) als Beisitzer Herr Thomas (Barmenia) bestimmt. Der unter nationalsozialistischer Führung stehende Reichsverband des Verficherungsaußendienstes setzt sich — wie man uns berichtet — durch Gleichschaltung aus dem Reichsverband der Deutschen Versicherungs-Generalagenten und dem Reichsbund der Deutschen Versicherungsvertreter zusammen. An jedem zweiten Montag im Monat soll in Gießen im Hotel „Prinz Earl eine Zusammenkunft statt- sinden, zu der auch Nichtmitglieder Zutritt haben. Die beiden Vertreter der Landesgruppe schilderten in der Versammlung die Ziele des Reichsverbandes und ermahnten die noch nicht angeschlossenen Kollegen, unverzüglich der Organisation beizutreten, da nach dem 1. Januar 1934 voraussichtlich der Kon- zessionierungszwang für Versicherungsvertreter eintreten wird. Ein entsprechender Gesetzentwurf, ebenso auch über die Sicherstellung der Verfiche- rungsbeamten, sowie über die Schäftung einer Ständekammer, liegt zur Zeit der Reichsregierung vor. Nichtmitglieder mögen sich umgehend an den Schriftführer, F. C. Kretschmer (Gießen), Karl- Vogt-Straße 19, wenden, der Auskunft erteilt und Anmeldeformulare aushändigt. Der Ortsgruppe Gießen ist der nördliche Teil Oberhessens mit Marburg, Wetzlar und Umgebung angegliedert. ** DerVWA., Verband der weiblichen A n g e st e l l t e n, ist als einzige Frauenorganisa- tion der großen Deuftchen Arbeitsftont eingegliedert. Die Mitglieder der Ortsgruppe Gießen halten monatlich eine Versammlung ab, in der sie sich schulen wollen für die großen Aufgaben der deutschen Frau als Trägerin der Rasse, Erzieherin der Jugend, Hüterin der Familie, Sachwalterin des deutschen Einkommens, Kulturträgerin des deutschen Volkes. Es ist Wunsch und Wille unseres all- verehrten Führers Adolf Hiller, daß alle Glieder der großen Arbeitsfront in ihren einzelnen Berufs- gruppen das Gemeinschaftsleben pflegen. Diesem Zwecke dienen auch die Zusammenkünfte der Ortsgruppe. Wer ihnen fernbletot, beweist damit, daß er den Nationalsozialismus weder mit dem Herzen, nach mit dem Vorstand erfaßt hat. Die Ortsgruppe pflegt ferner edle Geselligkeit und bietet den Mitgliedern Gelegenheit, sich in ihrem Berufe zu vervollkommnen, damit sie aufsteigen können in ihren Stellungen und hre Lebenslage verbessern. Man beachte die heutige Anzeige. ** Der Po st verein 1906 hatte dieser Tage, wie man uns berichtet, seine Mitglieder zu einer außerordentlichen General-Versammlung zwecks Gleichschaltung in das „Hotel Kobel" einberufen. Der als Gast eingeladene Ortsgruppenführer der NSDAP., Herr Thomas, verstand es, in kurzen Zügen die Ziele und Zwecke der Gleichschaltung im neuen Staate klar darzulegen. Nach einer kurzen Aussprache wurde Herr Postassistent Adam Lotz als Führer des Vereins in Vorschlag gebracht und bestätigt. Dieser ernannte zu seinen Vertretern den seitherigen 1. Vorsitzenden, Herrn Postassistent Karl G u m b e l und Herrn Postsekretär Heinrich Schmieder. Als 1. Schriftführer wurde Herr Postschaffner Karl E i n h ä u s e r, als 1. Rechner Herr Postassistent Karl Muller bestimmt. Vom Buchbinderhandwerk. Von H. Steinhäuser, Innungsführer. Schon lange bevor es eine Bu
ruckerkunst gab, schrieben fromme Mönche die unvergänglichen Werke der mittelalterlichen Literatur auf Pergament und fügten sie zu kostbaren Einbänden, die wir heute noch in den Bivliotheken und Museen bewundern. Erst nach Erfindung der „Schwarzen Kunst" wurde die Buchbinderei ein selbständiges Handwerk und brachte als solches schöpferische Leistungen hervor, die den Fachmann und den Bücherliebhaber noch heute auf das höchste entzücken. Wie im gesamten Handwerk, so setzte auch mit den kulturzerstörenden Kriegen im 16. Jahrhundert der Dersall der Buchbinderei ein, die bis dahin ein aus- gesprochenes Kunsthandwerk war.
Das Buch und sein Kleid spiegeln wie kaum ein zweites Erzeugnis die jeweilige Kulturhöhe in den verschiedenen Zeitabschnitten der deutschen Geschichte wieder. Mit der zunehmenden Verbreiterung der deutschen Literatur ging der Charakter des Bucheinbandes als selbständiges Kunstwerk immer mehr verloren. Die neuere Zeit mit ihrer vorwiegend materialistischen Einstellung gestand dem Bucheinband nur mehr einen Nützlichkeitswert zu, und heute gibt es Krefte, die in einem handwerklichen Kleide des Buches nur ein notwendiges liebel erblicken.
Für den wahrhaft ästhetisch empfindenden deutschen Menschen ist es eine tief beklagenswerte Tatsache, daß ein großer Teil des deutschen Volkes vor dem höchsten, das seine Nation geschaffen hat, vor den geistigen Gütern der deutschen Nation, seinem deutschen Schrifttum, so wenig Achtung hat, daß er sie ungebunden und in zersetztem Zustand, oder in unsoliden Fabrikeinbänden aufbewahrt.
Oft, noch dazu in einem kostbaren Bücherschränke, mährend der grünseidene Vorhang die lieblose Behandlung der geistigen Kinder unserer Volksbesten verhüllt.
Jeder deutsche Volksgenosse sollte sich bewußt sein, daß der Wiederaufstieg zu kultureller Höhe großenteils über das deutsche Buch führt. Er sollte lernen, für das deutsche Buch und sein materialechtes, solides Kleid, das nur der handwerkliche Buchbinder- meister Herstellen kann, das Verständnis wiederzufinden. Ein kleiner Grundstock, den jedes deutsche Haus aufweisen sollte und der tausendfältige Früchte tragen wird, ist eine grbrängte Auswahl der Schriften unserer kerndeutschen Geistesgrößen. Zu jedem Geburtstage, zu jedem Christfest ein weiteres gutes deutsches Vuch, solid und schön vom Buchbinder- meister gebunden, das schasst dauernden Lebensgewinn und echte Freude ins Haus und kostet gar nicht viel, besonders dann nicht, wenn man anderseits allen unnötigen Plunder und Kitsch verachtet, mit dem uns das Warenhaus in eigen» nützig-profitgieriger Absicht beglückt hat.
Das Buchbinderhandwerk empfängt nur zum kleinsten Teil feine Aufträge aus den Händen der deutschen Volksgenossen, von dem allein es nicht leben könnte. Seine Hauptauftraggeber waren stets die staatlichen und kommunalen Behörden, Biolio- theken, Schulen und sonstige gemeinnützige, der Volksaufklärung dienende Einrichtngen. Leider hat man in der heute glücklich überwundenen marxistischen Regierungsperiode die Daseinsberechtigung des selbständigen Handwerkers verneint und insbesondere das Einbinden von Büchern in eigenen Hausbuchbindereien vorgenommen.
Damit hat man dem Buchbinderhandwerk seine eigentliche Arbeit genommen und sie ihm, entgegen dem Programm der NSDAP, und damit unserer heutigen Staatsauffassung, bis zum heutigen Tage vorenthalten.
Im Zeichen der Reichshandwerkerwoche spricht das Gießener Buchbinderhandwerk den berechtigten Wunsch aus,daß die in Gießen noch vorhandenen Hausbuchbindereien der Behörden aufgelöst und die Arbeiten dem selbständigen Handwerk wieder restlos zugeführt werden.
Das Spengler- und Mallatem Handwerk.
Von Obermeister Rudolf Rüdiger.
Einen Hoffnungsstrahl sieht auch mein Gewerbe in der Abhaltung der Handwerker-Werbewoche. Was feit vielen Jahren erstrebt und erhofft, was immer wieder von einsichtsvollen Kollegen gefordert wurde, soll nun enblich Wirklichkeit werden.
Lange hätte es auch nicht mehr bauern bürfen, sonst märe ein einst blühenbes Hanbwerk, von bem man mit Recht sagte, baß es einen golbenen Boben hatte, vom Erbboben verjchwunben.
Oerabe bas Spengler- unb Jnstallateur-Hanb- werk hat wohl mit am meisten unter ben Maßnahmen der früheren Regierungen leiben müssen. Die Warenhäuser führten bie billigen unb schlechten Blechwaren ein, verkauften auch sonst burchweg bie allerleichtesten Installations-Zubehörteile.
Während die Handwerksbetriebe mit immer neu ausgedachten Steuern bedacht wurden, erhielten die Warenhäuser und Konsumvereine Zuwendungen aller Art, die manchmal höhen erreichten, über die der Handwerker einfach staunen muhte.
Aber auch manche Eisenwarenhändler glaubten, aus ihren Lüden ein richtiges Warenhaus machen zu müssen, indem sie alles, was eigentlich nur durch gelernte Fachleute installiert werden sollte, auch an Private und sogar an Behörden und Verwaltungen lieferten.
Das größte liebel unb bie schärfste Konkurrenz schufen aber bie frühere Regierung unb bie ihr unterstellten Stabtoermaltungen in ben Regiebetrieben ber Gas- unb Wasserwerke. Die Werke, bie erbaut wurden, um der Bürgerschaft Licht, Wärme und Wasser zuführen zu können, die berufen waren, Gas herzustellen, die Rohrnetze unb Anschlüsse zu überwachen, mußten bei ber immer mehr sich zuspitzenben Gelbknappheit ber Stabtkassen auch zu allen Mitteln greifen, unb bem ortsansässigen Hanbwerk schärfste Konkurrenz machen. Wer kann sich nicht noch an bas Muster» lager in Beleuchtungskörpern unb Campen in ben Räumen bes Verwaltungsgebäudes des Gaswerks erinnern?
Unb mit ber zunehmenden Technik der Gasgeräte, Badeöfen, sowohl als auch Gasherde wurde der Verkauf dieser Apparate durch die Gaswerke ausgenommen, und man kann sagen zur höchsten Blüte gebracht. Denn den Werken standen ja in den Steuergroschen ihrer Bürger so große Kapitalien zur Verfügung, daß der gesamte Handel in diesen Geraten fast ausschließlich in den Händen
der Werke war. Aber auch hiermit nicht genug. In den Gas- und Wasserwerken wurden auch Reparaturen und Ausbesserungen an Gas- und Wasserleitungen, sowie Apparaten angenommen und ausgeführt, und oft konnte man die Beobachtung machen, daß die Gas- und Wasserwerke sogar Klosettschüsseln lieferten unb fetzten. „O schöne Zeit, o selige Zeit", in ber
bie eigenen Stadtverwaltungen ihre steuerzählenden Bürger in ber schwersten Weise schädigten.
Und mancher Bürger glaubte, sich ein besonderes Verdienst zu erwerben, wenn er seine In» standsetzungsarbeiten durch das Gas- und Wasserwerk ausführen ließ. Er bedachte dabei nicht, daß er durch ein solches Verhalten sich selbst schädigte und seinen eigenen Mitmenschen die Lebensnotwendigkeiten untergrub.
Das alles soll nun im Dritten Reich anders wer- den. Voll Hoffnuung schauen Tausende von Spengler- und Installateur-Meister, Gesellen und Lehrlinge auf unseren Volkskanzler, der das nie für möglich gehaltene fertiggebracht hat. Denn ein Hauptpunkt in dem Programm der NSDAP, ist nicht nur die Beseitigung der Warenhäuser, Kon- sumvereine und Schwarzarbeiter, sondern auch die Abschaffung der Regie-Arbeiten ber Stäbte.
Darum wollen auch wir Spengler und Installateure fest zu der Regierung Adolf Hitler» stehen und mit aller Wacht mitarbeiten an dem Aufstieg unseres über alles geliebten Vaterlandes.
Euch Mitbürgern rufen wir aber zu: Gebt eure getarnten Arbeiten und Lieferungen an Gas-, Waffer- unb Entwässerungsleitungen nur an gelernte Spengler- und Jnstallateurmeister unb deckt auch euren Bedarf in allen Materialien und Geräten nur bei ben Mitgliebern ber Spengler» unb Installateur-Innung.
Die Preise werden so niedrig wie nur irgend möglich gehalten und auch dauernd kontrolliert.
Die Innung wird alles emsetzen, um der Bürgerschaft durch schnelle, gute und preiswerte Arbeit zu beweisen, daß es den Spengler- und Installateur- meistern bitter Ernst ist, an der Gesundung des Handwerks mitzuarbeiten, zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes; darum
Kauft beim Handwerker, denn er ist Fachmann.
Die Hausangestellten in der Deutschen Arbeitsfront.
Die Ortsgruppe Gießen bes Verbanbes ber Heimarbeiter unb Hausangestellten in ber Deutschen Arbeitsfront hiell am Mittwoch» abenb im Caf6 Leib eine Versammlung ab, zu der besonders die weiblichen Hausangestellten erschienen waren.
Aezirksleiier Mahner, Frankfurt a. M. sprach über das Thema: „Ziele und Zwecke der Deutschen Arbeitsfront". Die Deut« sche Arbeitsfront wolle alle Schaffenden vereinigen und den Klasse nkampfgedanken re st los beseitigen. Die Gewerkschaften, die ursprünglichen Arbeitervereine, wie sie zu Beginn der Arbeiterbewegung bestanden, wollten anfänglich lediglich ihre wirtschaftlichen Interessen vertreten, sie entwickelten sich jedoch unter dem Einfluß ihrer Führer zu Zentren marxistischer Weltanschauung. Die Gewerkschaften seien schon vor dem Kriege der Zersplitterung anheimgefallen, insbesondere von den freien Gewerkschaften her sei der Arbeiter auf die Wege des Klassenkampfes gedrängt worden.
Der Warxismus sei eine jüdische Schöpfung, eine Theorie der Zersetzung, mit deren Hilfe die Weltherrschaft des Judentums erreicht werden sollte.
Im Jahre 1918 seien die Gewerkschaften fast völlig der Sozialdemokratie angeschlosfen worden, deren Führerschaft sich aber nicht ernsthaft um die Besserstellung der Arbeitenden bemüht habe. Vielmehr seien die Wunden am Körper der Arbeiterschaft immer öfter gehalten worden, damit Agitationsstoff vorhanden gewesen sei unb bie Existenznot- menbigteit ber Parteiorganisation nachgewiesen werben konnte. Nach bem Kriege habe in ber Arbeiterbewegung ber Jube bie Oberhanb bekommen unb seinen bemoralifierenben Einfluß ausgeübt. Der Jube habe bas alljüdische Weltreich auf den Trümmern Deutschlands aufrichten wollen. Da habe der Nationalsozialismus gerade noch zur rechten Zeit eingegriffen und der verhängnisvollen Entwicklung Einhalt geboten. Bisher fei für die Hausangestellten, dem ärmsten Teil der deuftchen Arbeiterschaft, wenig geschehen; das solle nun anders werden.
Die Hausgehilfin dürfe nicht mehr nur die Existenz der völligen Abhängigkeit führen. Die Hausgehilfin müsse als vollwertige Volksgenossin betrachtet werden.
Die alte Gesindeordnung, die noch bei mancher Herrschaft in Erinnerung spuke, gelte längst nicht mehr. Für die Hausangestellten gelte gegenwärtig ein Tarif, aber auch nur insoweit, als der bis 1930 bestehende Tarif im einzelnen Fall nicht ausdrücklich gekündigt worden sei. Bis jetzt bestehe ein neuer Tarif nicht, man werde sich aber in nächster Zeit mit größter Energie dafür einsetzen, einen Tarif zu schaffen, der den Hausangestellten gerechte Entlohnung, Urlaub unb angemessene Arbeitszeit sichere. Von ben bisherigen Gewerkschaften sei nur wenig zum Wohle ber Arbeiterschaft geleistet worden, vielmehr sei die Arbeiterschaft durch sie zerrissen worden. Der Jude habe dabei eine sehr anfechtbare Rolle gefpielt Durch die Religionslosigkeit, die gewaltsam gepredigt worden sei, habe man
dem deutschen Volke bewußt den sittlich-moralischen Boden entziehen wollen.
Aus gleichem Interesse sei der Kampf gegen den § 218 geführt worden. Der Jude habe zielsicher alles getan, um die Schaffung einer jüdischen Weltherrschaft zu fördern. Adolf Hitler habe diesem Bestreben ein energisches „Halt!" entgegengesetzt. So sei der bis dahin international gefeierte 1. Mai zum nationalen Feiertag geworden, am 2. Mai habe dann die NSBO. die Gewerkschaften über- nornmen, ohne Widerstand der damaligen Gewerkschaftsführer zu finden.
Für die Zukunft müsse man sich darüber klar sein, daß Arbeiter und Arbeitgeber zusam- Mengehören. Arbeitgeber sei auch der Arbeiter als Verbraucher. Was der Nationalsozialismus bisher geleistet habe, werde in vollem Ausmaß erst der nächsten Generation zum Bewußtsein kommen. Der Führer habe alle schaffenden Menschen in kürzester Zeit in der Deutschen Arbeitsftont Bereinigt, die alle Vertretung wirtschafllicher oder beruflicher Art übernehme. Es gebe neben der Deutschen Arbeitsftont keine andere Berufsorganisation mehr.
Die Sozialversicherung werde demnächst von der Deutschen Arbeitsfront von Grund auf umgestoltet. Besondere Aufmerksamkeit werde man dabei der Altersversicherung zuwenden.
Es dürfe in Zukunft keine Sorge um seinen Lebensabend mehr für denjenigen geben, der ein arbeitsreiches Leben hinter sich habe. Das Programm der NSDAP, werde in allen 25 Punkten restlos durchgeführt. Die Entwicklung und die Erfüllung aller daraus erwachsenden Aufgaben werde sich naturgemäß nur langsam vollziehen können.
Neben der wirtschaftlichen Förderung ihrer Mitglieder wolle die Deutsche Arbeitsfront auch dem kulturellen Aufbau dienen. Heute werbe man nicht nur um den äußeren, sondern auch um den inneren Menschen. Es solle der gute Kern erfaßt werden, der überall in unserem Volke erhalten sei. Gleichzeitig solle den Müden und Ueberdrüssigen neuer Lebensgeist eingehaucht werden.
Dec deutsche schaffende Wensch verdiene einen angemessenen Lebensstandard. Zur Erfüllung dieser Aufgaben müsse jedermann sein Teil beitragen, müsse zum Opfer bereit sein, denn im neuen Staat werde niemand an Errungenschaften teilnehmen können, der nicht zuvor Opfer gebracht habe für und um des Volksganzen willen. (Lebhafter Beifall!)
In feinem Schlußwort beschäftigte sich der Redner noch mit der Frage der Arbeitszeit der Hausangestellten. Er betonte u. a., daß cs in Zukunft nur noch organisierte Hausangestellte geben dürfe. Nur die organisierte Hausgehilfin werde geachtet werden und ihre Rechte gewahrt sehen. Allerdings verlange die Deutsche Arbeitsfront restlose Pflichterfüllung jeder einzelnen in ihrem Aufgabenkreis. Jeder Hausangestellten werde alle nur mögliche Unterstützung bei der Verfechtung ihrer Rechte zuteil. Mithelfen müßten aber alle an der Verwirklichung der Ziele. Ideale müßten wieder in den Vordergrund treten. Dpfergeift mu,se verlangt werden, nicht um des Verbandes willen, sondern um der gemeinsamen großen Sache unsere» Vaterlandes willen! „ , .
Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler unb mit bem gemeinsam gefangenen ersten Vers bes Deutschlandliedes wurde die Kundgebung geschlossen.
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Handball im Gau XII der OT.
Ccfte$ Spiel der Gießener Turnerschaft.
Der morgige Sonnlag sieht auch die Mann- toaften der Gießener Turnerschaft »Tbie biesiahnge Derbandsrunde eingreifen. Die erste die iUr GausonderNasie Bezirk Gießen gehört, trifft Im Verlauf der Runde aus di- Mannschaften von Wetzlar, Hachenburg und 1900 Gießen. Sich unter diesen Gegnern durchzusetzen, wird für bie Bereinigten eine außerordentliche Kraftprobe bedeuten, da sie burchweg gegen gut eingespielte Mann- anwtreten haben. Schon das erste Spiel, iu dem sich auf bem Unioersitätssportplatz ber Id. Wetzlar stellt, wird barüber Aufschluß geben, welche Aussichten man ben Gießenern m ^en weiteren Kämpfen geben kann unb m welchem Maße man mit chnen als ernsthaftem Gegner zu rechnen haben W IHe Wetzlarer, beren Spielstarke als langjährige Kreisklassemannschaft hinreichend bekannt ist, treten fast unverändert in ihrer vorjährigen Mufftellung an und dürften schon damit in Bezug auf Einheit- lidifeit unb Zusammenarbeit innerhalb ber Mannschaft ben Einheimischen gegenüber ein großes Plus ooraushaben. Die Gießener Turnerschaft wird bas Spiel in folgenber Aufstellung bestreiten:
Helmert
Seyb Beitter
Sarenseck Malkomesius Schorrkopf Ploch Seipp Barth Kern Weigand
Da jeber einzelne über ein solides Können und auch über die nötige Wettspielerfahrung verfügt, wirb ber Ausgang bes Spieles im wesentlichen davon abhängen, wie weit die elf Spieler als eine geschlossene Einheit sich zusammensinden und zu handeln vermögen.
Die zweite Mannschaft spielt in der V-Klasse in einer Runde mit OSE. Gießen, 1900 Gießen II, Burkhardsfelden unb Beuern. Ihr morgiger Gegner ist Burkhardsfelden, unb da sie in einer für diese Klasse recht starken Aufstellung antritt, ist mit ziemlicher Sicherheit mit einem Sieg zu rechnen.
Die Iugendmannschaft des Mto., die ihre Spiel- runde bereits mit einem schönen unb vielver- sprechenden Erfolg einleiten konnte, trifft sich vor bem Spiel ber ersten in einem Freundschaftsspiel mit einer Hanbballmannschaft ber Höheren Privatschule.
Handball her Sp.-Da. 1900
Zum ersten Male so lange die Hatrbballabteilung besteht, spielt bie erste Mannschaft der Spielvereini- gung 1900 in der Gauklasse des Gaues XII Nord- Hessen. Durch ihr langes Kämpfen und nicht zuletzt durch bas Arbeiten bes Handballausschusses ist cs gelungen, den Verein in ber höchsten Klasse bes Handballs zu sehen. Die erste Mannschaft hat aber auch ben Handball im Lahnbezirk im letzten Jahre am besten vertreten und somit Anspruch, in dieser Klasse zu spielen. 1900 ist aber auch der einzigste DSV.-Verein dieser Klasse. Die Gegner sind Tv. Hachenburg, Tv. Wetzlar unb Turnerschaft Gießen. Die Gruppe ist klein, aber sehr spielstark.
Am Sonntag weilt die erste Mannschaft In Hachenburg, hat aber auch auf dem WesterIn ber Reihe ber Derbanbsspiele ber Bezirks- klasse empfangt morgen bie Liga ber Spielvereini- gung 1900 bie Liga von Germania Marburg auf Dem Platz an ber Liebigshöhe. Beibe Mannschaften sind noch ohne Rieberlage. Marburg ist im Schluß- Dreieck außerorbentlich gut besetzt: ber Angriff ist schnell unb schubsicher. Die Germanen haben in jüngster Zeit an Spielstärke gewonnen unb bie Blauweißen werben gut tun, von Anfang an mit allem Eifer zu kämpfen. Vor allem wirb sich empfehlen, sich zu schnelleren Aktionen aufzuraffen, ohne vor bem Tor bie Ruhe zu verlieren. Die Blauweißen müssen auf Heinbach verzichten
empfangen auf eigenem Platz die eifrigen kräftigen Schüler von Watzenborn-Steinberg.
VfB. Gießen.
Das ursprünglich für bie Liga bes VfB. angesetzte Derbandsspiel gegen Lollar in Lollar ist auf ben 17. Dezember verschoben worben. Die Liga bes VfB. ist also am morgigen Sonntag spielfrei.
Die II. Mannschaft bes VfB. hat in Watzenborn- Steinberg anzutreten, und zwar als Gegner ber »weiten Elf bes Plagoereins. Die Grünweißen haben einen sehr ernst zu nehmenden Gegner vor sich. Ob es gegen die spielstarken Gastgeber zu einem Siege reichen wird, ist sehr fraglich. Die III. Mannschaft bestreitet ein Derbandsspiel gegen bie III. von Lollar.
^ZL.Teutonia-'Watzenborn-Steinberg
Die Liga bes FE. „Teutonia" Watzenborn-Stein- berg hat am morgigen Sonntag bas fällige Ber- banbsfpiel in Ockershausen zu bestreiten. Das Spiel- selb in Ockershausen wird auch für bie Teutonen schwerer Boben sein. Ob bie Mannschaft, bie sich in ben bisherigen Berbanbsfpiclen ausgezeichnet geschlagen hat, in Ockershausen einen Sieg ober em Unentschieden zu (anben vermag, ist aber doch noch fraglich. Dem (Ergebnis sieht man mit um so mehr Interesse entgegen.
(5porfabfeilung des Tv. Wieseck.
Am morgigen Sonntag treten brei Mannschaften bes Tv. Wieseck auf ben Plan, alles Berbanbs- spiele. Die 1. Elf spielt auf eigenem Platz gegen die gleiche bes BfR. Lich. Die gegnerische Mannschaft stellte in ben vergangenen Berbanbsfpielen einen guten Gegner. Es bleibt jetzt abzuwarten, ob bie Spielstärke geblieben ist. Auf alle Falle muffen bie Einheimischen alles baransetzen, günstig abzuschnei- den. Die Zuschauer haben mit einem spannenden Spiel zu rechnen. Bor dem Spiel der ersten Mannschaften begegnen sich die zweiten Garnituren der beiden Bereine. Die 1. Jugend muß nach Watzen- bormSteinberg unb wirb einen harten Stanbpuntt haben.
Sportverein 1920 Heuchelheim.
Am morgigen Sonntag stehen sich auf bem Heuchelheimer Sportplatz bie beiben ersten Mannschaf- ten bes FC. Großen-Buseck unb bes Sportvereins 1920 Heuchelheim im Derbandsspiel gegenüber. Eine Voraussage über dieses Spiel zu treffen, ist sehr gewagt, zumal Heuchelheim durch Ersatz geschwächt antritt. Der Vorteil bes eigenen Platzes bürste in biefem Spiel kaum ins Gewicht fallen, da sich die beiden Gegner schon oft gegenüberftanben.
Die erste Jugenbmannschaft muß zum Pflichtspiel nach Bieber, gegen beren gleiche Mannschaft sie am vergangenen Sonntag nicht gerade überzeugend mit 4:3 gewinnen konnte.
Kußball-Kampf Deutschland-Belgien.
Die lange Reihe ber Fußball-Länberkämpfe der neuen Saison wirb am Sonntag mit bem Spiel gegen die Auswahlmannschaft Belgiens in Duisburg begonnen. Rach über zwanzigjähriger Pause ist roieber einmal Belgien der Gegner. Belgien tritt überhaupt erst zum vierten Male gegen Deutschland an. Die deutsche Vertretung rekrutiert sich diesmal lediglich aus westdeutschen Spielern, Die in folgender Aufstellung antreten: Buchloh (Speldorf): Dusch (Duisburg), Hund (Schwarzweiß Essen), Janes, Bender, Breuer (Fortuna Düsseldorf): Albrecht (Fortuna), Wigold (Fortuna), Hohmann (Benrath), Kuzorra (Schalke), Kobierski (Fortuna Düsseldorf).
Eine Voraussage über den Ausgang bes Kampfes ist kaum zu geben. Ob ein Sieg über Belgien nach ben bisherigen brei Rieberlagen möglich ist, und wie er möglich ist, wird abzuwarten bleiben. Schiedsrichter ist ber Schwebe Otto Olsson. Die zweite Halbzett des Spieles wirb im Runbfunk übertragen.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
1900 (Liga) — Germania Marburg (Liga).
treten mit folgender Mannschaft an:
Schlarb
Zeiler Lippert Langsdorf Heilmann Schmelz Luft Grünewald Wilhelmi Bromm Roth.
Schiedsrichter ist Stumpf (Friedberg).
Die Ligareferve empfängt die gleiche bes Sportvereins 1920 Lollar. Das Treffen wirb vor bem Ligaspiel ausgetragen. Die Gäste dürfen nicht unter- schätzt werben. Von ben Blauweißen erwartet man eine bessere Leistung, als sie im letzten Spiel gegen Lollar gezeigt wurde. Die 3. Mannschaft fährt nach Bieber unb tritt bort gegen bie 1. Mannfchaft an. Bieber ist ein harter Gegner und es kann sehr wohl sein, daß diesmal das Spiel für die 1900er mit Punktverlust endet.
Zugendspiele.
Die 1. Jugend fährt voraussichtlich nach Hachenburg zum fälligen Derbandsspiel. Die 1. Schüler
waldboden einen sehr schweren Stand. Die Gastgeber haben am vergangenen Sonntag nach großem Sampf knapp 6:4 gegen den Tv. Wetzlar verloren. Die Mann,chaft ist sehr schnell unb auf eigenem Platz sehr gefährlich.
Die zweite Mannschaft spielt gegen Tv. Beuern L
Tisch-Tennis her Sp.-Dg. 1900.
TD. 1860 Lich — 1900 II 5:6.
Eine verstärkte 2. Mannschaft der Spogg. 1900 gastierte dieser Tage beim TD. Lich und konnte einen nur knappen Sieg mit nach Hause nehmen. Die ersten vier Gießener Spieler gaben ihren Gegnern in jedem Satz eine Borgabe von 10 Bällen, die in den meisten Fällen nicht aufgeholt werden konnte. Außerdem bewiesen die Licher, daß sie in der letzten Zeit viel dazugelcrnt haben.
Deutsche Motorradfahrer siegen in Ungarn
Deutsche Motorrad- und Automobil-Rennfahrer beteiligten sich an einer Veranstaltung auf der Gödöllö-Rennstrecke bei Budapest Fast durchweg gab es deutsche Siege. Bei den Motorrädern siegte in der Klasse bis 1000 ccm Rosemeyer- Lingen auf seiner RSU., während Möritz (Victoria) im Seitenwagenrennen triumphierte. Bei den Wa- gen gewann Kohlrausch - Eisenach (Austin) in der lOOOer-Klasse, unb Burggaller lieh sich auf Bugatti die schwere Klasse nicht entgehen.
Der heutsche Rudersport geeint.
Nachdem nun auch der Norddeutsche Ruderoerband, der alte Deutsche Wassersportverband, ber NS -Wassersport-Bund Berlin, die Regattagemeinschaft SD. Berlin und der Ruderverbanb der Berufs- und Fachschulen Berlin ihre Auflösung und den Uebertritt in ben Deutschen Ruder-Derbanb be- schlossen haben, gibt es nun auch im Rubersport außerhalb dieser Fachschaft praktisch keine Vereine mehr.
Simultanspiel gegen hen Deutschen Schachmeister.
Der Schachklub Gießen hatte für ben gestrigen Freitag abenb zu einem Simultanspiel gegen Den Deutschen Schachmeister Brinkmann ringe- laben. Im Kampf gegen 26 Partner konnte ber Schachmeister 21 Spiele gewinnen, 2 wurden von ihm verloren unb 3 Partien remis beendet. Dir kommen auf die Veranstaltung noch zurück.
__________(Schloß des redaktionellen Teils.»
wenn ... Ja, wenn wir noch in der Postkutsche fahren wenn wir unsere Speisen noch an ber offenen Feuerstelle bereiten und wenn wir unsere Häuser mit dem Kienspan erleuchten müßten! Wir würden uns im Zeitalter der Technik nicht mehr wohl fühlen. Und doch gibt es heute noch Dinge und Arbeiten, die sich fast genau so abwickeln wie in alten Zeiten. Z. B. wäscht man in ungezählten Haushaltungen bie Wäsche noch mit ber Hand anstatt sich einer modernen, wäscheschonenden, Arbeit, Zeit und Mühe sparenden Waschmaschine zu bedienen. Ja, wenn! Wenn Vater waschen müßte, würbe bei ber nächsten Wäsche sicher mit einer „Miele^-Elektro-Waschmaschine ge- waschen werden. 5314V