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(Dttobet (953 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten) Nr. 247 vierter Blatt jzier-Arbeiti ienHandweiksmeis izierer/nnun Kreis Sieüs 61 )ertrofien bei ma ♦ Gicht chmerzen •d schuh und Erkal- uen Stark harn-, ktcriento^eMlkh*' Versuch ^ervS'-elhren.Ant' ** m» & * .2« S-Ss M«a>W 1 I uflt* v*$s< •syM Aus der Wett des Films i es gehört viel das Gewünschte A>>! dem Mount Everest and im afrikanischen Vnsch Der $ilm erobert die Welt.- Spitzenleistungen moderner Aufnahme-Technik. e, als er das Glück hatte, auf einer neuen -Expedition mit Hans Schomburgk in einer der großen Wildkammern, die Afrika noch birgt, mit der Kamera noch jagen zu können. Die wert- vollsten Aufnahmen erhielt er in dem über 6000 Quadratkilometer , großen Wild-Schutzgebiet des Transvaal an der portugiesischen Grenze. Trotz des Wildreichtums laufen die Herden natürlich nicht einem sofort in den Weg, sondern es Geduld und Ausdauer dazu, um t Warum Zilme „verregnen". Wenn wir gelegentlich alte Filme wieder zu sehen bekommen und oft als gute Bekannte begrüßen, fällt uns auch wieder auf, daß es beim heitersten Himmel aus diesen Filmen so oft „regnet'. Feme schwarze Schnürchen rieseln herunter wie dünne Wasserströme und legen einen trüben Vorgang vor die Szenen, die sich dahinter mit gedämpfter Helligkeit abspielen. Dieses „Verregnen" des Films ist eine Krankheitserscheinung des Filmbandes, das der Filmtechnik schon viel Kopfzerbrechen bereitet hat mit goldigen Wiener Madeln, und vor allem mit Wiener Walzern. Wenn die Walzerzeit auf der Tonfilmleinewand beginnt, bann ist dem Film- publikum erst der rechte Ohrenschmaus beschert worden, zumal wenn die ganze Sache so hübsch zusammengebraut worden ist, wie es der Usa-Ton- silm „W a l z e r k r i e g" zeigt. Da ist der Walzerkönig Lanner mit seiner Kapelle, und sein erster Geiger heißt Johann Strauß und kann' anscheinend soviel, daß Papa Lanner trotz aller vorhandenen Abneigung immer wieder ihn zu seinem ersten Mitarbeiter macht. Auch ein Töchterlein hat Lanner, und die ist mit der „großen Trommel" außerordentlich eng verbunden, so daß man fürchtet, die offensichtlich fällige Heirat kommt schon zu Beginn des Films. Aber erfreulicherweise treten im Verlauf der Handlung noch soviel Konflikte, Kabbeleien und Feindschaften auf, ja, ein ganzer Walzerkrieg kommt zustande, und dies ist es eben, was den Film so sympathisch macht. Wie die Geschichte von der Versöhnung zwischen Lanner und Strauß im Gerichtssaal vor fick) geht, wie der Nakoczy-Marsch entsteht, weil beide Komponisten ihn sozusagen wutentbrannt schaffen, das ist so originell und so witzig dargestellt, daß das Publikum begeistert mitsingt und den Takt mitschlägt. Darin liegt des Regisseurs Dr. Berger stärkste Leistung, in Episoden die Filmhandlung vorzutreiben, in Kleinigkeiten die entscheidenden Personen so angenehm zur Geltung zu bringen, daß sie nie aufdringlich wirken. Willi Fritsch in dem unendlich ausgedehnten Buschfeld aufzu- spüren und sich so nahe heranzuschleichen, um gute Aufnahmen machen zu können, Lieberenz hat mehr- fach mit Gleichmut dem Tode ins Auge gefehen, wenn es sich darum handelte, die rechten Objekte vor die Linse zu bringen. „Achtundzwanzig Löwen filmte man auf dieser Reise. Büffel, Giraffen, die verschiedensten Sorten Antilopen, Assen, Warzenschweine, allerhand Raubtiere und was sonst der wilde Busch noch bietet und birgt, wurde hier Lie- berenzens photographische Beute. Nie wurde er von Gewehren gedeckt. Einmal stand er inmitten einer Elefantenherde und kurbelte, was das Zeug hielt, und Schomburgk gibt selbst zu, eine Todesangst ausgestanden zu haben, da die Elefanten schon um ihn her unruhig wurden, und er glaubte, im nächsten Moment würden die Kolosse sie überrennen, sie zu Brei zerstampfen. Lieberenz ließ sich durch nichts stören, — er kurbelte." und sich trotz mancher Gegenmaßnahmen bei häufig benutzten Filmen nicht vermeiden läßt. Es ist der Staub und Schmutz, der sich bei längerer Handhabung auf dem Filmband festsetzt und sich dann beim Abrollen so unangenehm bemerkbar macht. Der Staub liegt als harter Fremdkörper zwischen den Windungen der Filmrolle, und da diese sich, besonders beim Umrollen, mehr ober weniger stark aneinanber scheuert unb reibt, so verursachen bie Staubkörnchen kleine Schrammen unb Kratzer, bie bann bei ber Vorführung als „Verregnung" zutage treten. Es ist bies weniger eine Alltagserscheinung als eine Art Erkrankung. Auch bei sehr langer Benutzung kann bas Filmoand klar unb rein bleiben, wenn nur ber Staub vollkommen fern gehalten werben würbe. Es ist nun bie Aufgabe bes Kampfes, ber gegen bas „Verregnen" geführt wirb, ben Film gegen ben Staub abzuhärten, ihn gegen ben Angriff bes Krankheitserregers wiberstanbsfähiger zu machen. Man hat auch „Sanatorien" für verregnete Filme eingerichtet, in benen mit bem befchöbig- ten Banb ein Heilverfahren oorgenommen wirb. Die unangenehme Neigung bes Zelluloib-Banbes, ben Staub anzuziehen, wirb befonbers verstärkt burch bie elektrische Labung bes Films wöhrenb seiner Verwenbung. Der Film nimmt nämlich um so leichter Elektrizität an, je trockener er ist, unb zieht bann Frembkörpcrteilchen aus ber Lust herab. Ein weiterer Umftanb, ber bas Festhaften bes Staubes auf bem Film beförbert, ist bie fette fiebrige Gelatine, bie alle Fingerspuren festhält. Am meisten ist ber Film ber Verschmutzung ausgesetzt, wenn er umgerollt wirb. Er liegt bann offen unb unbeberft an ber Luft, unb zubem erzeugt bas Ablaufen ber Winbungen Reibungselektrizität. Das Verregnen kann man burch eine vorsichtige Reinigung zu beseitigen suchen, erreicht babei aber, nicht immer bie gewünschte Wirkung. Doch gibt es recht brauchbare Filmreinigungs-Maschinen. Am besten ist es jeboch, wenn man den Film überhaupt nicht ben Gefahren ber Ansteckung aussetzt, unb bafür gibt es einen Aparat, bie sog. „Filmhere", bie beim Umrollen zwischen die Rollen eingeschaltet wird und auch im Theater angebracht werden kann, um im Vorführungsraum den Staub fernzuhalten. Ist der Film dach „verregnet", dann muß man ihn mit dem Staubsauger behandeln, aber das ist eine langwierige und ziemlich kostspielige Arbeit, die man gern vermeidet. Besuch bei Tony van Eyck. Don Ettinor Hagemeister. „Ich habe eigentlich wenig Zeit, weil ich äugen- blicklich mit den Proben im Staatstheater so sehr viel zu tun habe — aber wenn Sie heute nachmittag zu einer Tasse Kaffee kommen wollen, dann ist es mir recht, bann werbe ick Ihnen alles er» zählen, was Sie wissen wollen!' Schon l)at lom) van Eyck ben Telefonhörer wieber aufgelegt! Also gut! Heute nachmittag! Um 16 Uhr stehe ich vor bem Haus in einer ber Seitenstraßen bes Kursürstenbammes. „Zu Tony van Eyck? Fünf Treppen, bitte!" So, ba wären wir. Hell schrillt die Klingel, ein freundliches Mädchen öffnet, unb ein süßes kleines Blonb- köpfchen guckt aus ber Tür: „Mutti, 'ne Tante!" Schon kommt bie Mutti: Tony van Eyck, die noch vor wenigen Jahren Deutschlands jüngste Schauspielerin war. Und das soll schon eine Mutti fein? Aber es stimmt: „Meine Tochter Veronika", stellt bie junge Mutti vor. Veronika ist breineinhalb Jahre alt, hat die blauesten Augen, die man sich denken kann, „wie ein preußischer Briefkasten", jagt Tony lachend, und leuchtend blonde Locken. „Nun kommen Sie aber herein — es ist zwar ein bißchen hoch zu steigen, ehe man zu mir kommt, aber ich hoffe, es gefällt Ihnen bei mir. Mein Mann ist leider nicht zu Hause; da er jetzt nationalsozialistischer Kommissar an der Lessinghochschule ist, hat er den ganzen Tag zu tun!" Sie öffnet eine Tür, eine Flut von Helligkeit strömt in den buntlen Korridor — und bann steht man in einer ber reizenbsten Atelierwohnungen Berlins. Das hier ist Muttis Zimmer, unb ba wohn ich, ein ganzes Zimmer für mich allein!" strahlt Veronika unb reißt bie Tür zu ihrem Zimmer auf, auch hier ein großes helles Atelierzimmer... mit Oberlicht, „bamit Veronika mir nicht aus bem Senfter purzelt, wenn sie mal allein spielen muß! Nun gibts Kaffee unb Gebäck. Tony van Eyck sitzt mir gegenüber, ihr blonbes Kinb auf bem Schoß. „Ich bin fo sehr glücklich, daß ich jetzt w.eber so viel zu tun habe, eine zeitlang, unter der letzten Leitung des Staatstheaters, hatte ich leider nicht ausreichend zu tun! Aber nun habe ich einen Iahresvertrag beim Staatstheater, und ich darf mitarbeiten, wenn man das neue deutsche Theater aufbaut. Ich bin feit Jahren überzeugte National- die er mit Hans Schomburgk nach Afrika unternahm, ist er an einer Reihe weiterer Filmexpeditionen entscheidend beteiligt gewesen, von denen er ausgezeichnete Filme mitgebracht hat. Seine jüngsten Taten und Abenteuer, die in dem Film „D a s letzte Paradies" festgehalten sind, werden sehr anschaulich von Karl Ange bau er in dem beim Brunnen-Verlag Willi Bischoff in Berlin erschienenen Buch „Mit der Flimmerkiste ins Affenland" geschildert. Lieberenz hat für seine Leistungen hohe Anerkennung gefunben. Sven Hedin, den er bei seiner großen Asien-Durchquerung als Kamera- Mann begleitete, spricht an verschiedenen Stellen seines Werkes „Rätsel des Gobi" von feiner hervorragenden Tüchtigkeit, und Lutz H eck, mit dem zusammen er eine Reise nach Abessinien unternahm, bezeugt seine vorbildliche Ausdauer und Ruhe: „Er leistete alles nur irgendwie Mögliche. Das ging so weit, daß er einmal nach Schluß einer Wasserböck-Aufnahme, bei ber er bem Tier stunben- lang in bie bürre Steppe folgte, ohnmächtig zusammenbrach". Verschiedene Kulturfilme hat Lieberenz in Lappland, den Mittelmeerländern, in Kamerun gedreht. „Lieberenz ist ein Fanatiker seiner Arbeit", schreibt Angebauer von ihm. „Gilt es etwas für feinen Filmstreifen zu erjagen, so gibt er nicht nach bis zum Jufammenbrechen. Er besitzt einen äußerst kräftigen, durch Strapazen gekräftigten Körper, und dieseni Körper setzt er, handelt es sich um interessante Filmbeute, rücksichtslos ein. So rücksichtslos, daß es mehr als einmal vorgekommen ist, daß er bei der Verfolgung seltenen und scheuen Wilds, welches absolut nicht standhalten wollte, oder dem er nachsetzte, um es immer und immer wieder in verschiedenen Stellungen zu kurbeln, endlich vollkommen ausgepumpt zusammenbrach. Es ist eben nicht gar so einfach, unter glühend heißer Tropensonne, beladen mit einer Last von über einem halben Zentner, sich in geduckter Stellung Kilometer um Kilometer anzuschleichen, endlich, wenn man glaubt, am Ziel zu sein, nur zu sehen, wie bas Wild wieder abspringt, und nun das Manöver wieder von vorne zu beginnen." Sein größte Sehnsucht fanb Lieberenz aber erst Neue Filme. „Das Hingen um Verdun." Der Film „Das Ringen um Verdun" mit dem Untertitel: Das Dokument deutschen Heldentums — den Gefallenen zum Andenken, ist die deutsche Fassung des bekannten französischen Tonfilms von L6on P o i r i e r, der bereits seit einiger Zeit im Auslande gezeigt wird. Der Film, der unter starker Verwendung historischen Archiv- Materials unb unter sorgfältiger Beachtung bes tatsächlichen Geschehens hergestellt würbe, zeigt bie schweren Kämpfe um Verbun von ihrem Anfang bis zu ihrem Enbe. Der beutschen Fassung fehlt eine eigentliche Rahmenhanblung, man möchte jeboch sagen: erfreulicherweise, ba baburch um so klarer bie einfachen, großen Linien ber Kampfhanb- lung beutlid) werben. Die Hanblung finbet ihren Höhepunkt in ben Kämpfen um bie Forts von Douaumont unb Vaux. Die Kampfhanblungen werben burchaus realistisch bargestellt. Man hat meistens burchaus ben Einbruck, baß es sich um echte Kampfhanblungen hanbeln konnte, so baß auch bem Nichtfrontkämpfer ein gutes unb verhältnismäßig wahrheitsgetreues Bilb von ber ungeheuren Schwere ber Kämpfe unb ber seelischen Beanspruchung, bie sie erforberten, gegeben wirb. Der nüchterne Realismus bes Films zeigt in bofumen- taler Größe bie Schwere bes Ringens um Verdun, das ja infolge ber ungeheuren Uebermacfjt ber Alliierten nicht mit einem beutschen Erfolge enben konnte, bas aber ein um so größeres Helbenlieb von bem Mut, ber Ausbauer unb ber Pflichttreue bes beutschen Frontsolbaten ist. Die beutsche Bearbeitung bes französischen Films, bem man auch als Frontkämpfer volle Anerkennung zollen muß, stammt von Heinz Paul. Der beutfche Text würbe von Theobor Loos gesprochen. „Sonnenstrahl." Im Berliner Gloriapalast blitzte ber „Sonnen» strah l" zum ersten Male auf; er wirb verkörpert durch Annabe11e, bie bas Leben bes Arbeitslosen Hans (Gustav Fröhlich) burchwärmt unb durchleuchtet. Ein neuer Typus ist mit bie,em von Paul Dejos in Jbee, Manuskript unb Spielleitung geschaffenen Film erftanben, von Musik begleitet unb untermalt, aber äußerst sparsam mit Worten. Es wirb so gut wie gar nicht gesprochen. Geschehen unb Empsinbung werben nur burch bie Sprache ber Bewegung, ber Haltung bes Gesichts ausgebrückt. Zuerst ist diese Stille ungewohnt, aber bald empfindet man sie als ein wohltuendes Abrücken von dem allzu vielen Gerede, mit dem heutige Filme oft überlastet sind. Die Handlung hinterläßt eine gewisse Zwiespältigkeit: Hans rettet Anna vor dem Selbstmord in dem Augenblick, in dem er selbst sich aus der Welt, ihrer Arbeitslosigkeit unb Sinnlosigkeit stehlen will. Beibe greifen nun tapfer zu allerlei Berufen am Ranbe bes normalen Arbeitslebens. Von ber Düsternis ber Donau- lanbfchaft geht es zur Hochzeitsreise — im Reise- büro, wo bie beiben vor jebem Reklameplakat bessen Inhalt pantomimisch erläutern. Ein ganz reizenber Einfall, ber vor allem Annabells Gelegenheit zu entzückenben Genrebildchen gibt. Nach allerlei Zwischenfällen wieber eine Wenbung in bie Alltags- iragöbie: Hans im Krankenhaus, Anna kämpft 'mit bem Gläubiger um bie Taxirate. Dis Hanblung „geht" nicht, es werben nur Einzelfzenen, balb heitere, balb traurige, nebeneinanbergesetzt. Die Photographie (Abolf) Weith) ist ausgezeichnet. Annabelle erscheint scharmant in ben leichten Szenen unb groß in ber letzten, in ber sie mit bem Gläubiger um ihre Existenzgrunblage kämpft. Unnötig grob ber Kassierer. Ein Film, ber wegen feiner Bemühung um einen neuen Stil unb um Loslösung von ‘ber Oberflächlichkeit trotz einiger Mängel bes Manuskripts ernste Beachtung verdient. „Walzerkrieg." Alt-Wien ist wieder da! Mit allem Drum und Dran, mit Schrammelmusik, mit Heurigengärten, Moderne Fiim-Trickö. Besonders der amerikanische Film liebt Szenerien, die ben Einbruck von Kulissen Hervorrufen unb auch tatsächlich welche finb, aber gerade durch diese Stilisierung eine starke Wirkung ausüben. Andererseits stehen der modernen Filmtechnik eine Fülle von Tricks zur Verfügung, mit denen man ohne viel Umstände ein naturgetreues Bild heroorzaubert. Aufnahmen in belebten Straßen mit den Stars, wie sie wohl früher öfters vorkamen, finden heute kaum noch statt. Will man einen Gang des Helden über den Potsdamer Platz in Berlin vorführen, so wirb dieser auf einem neutralen Hintergrund im Atelier photographiert und zwar mit einer Kamera, in die bereits ein an Ort und Stelle aufgenommener Film eingesetzt ist. Das Zusammenwirken dieser beiden Filme ist so natürlich, daß schon ein Sach. Fenner dazu gegärt, um zu erkennen, ob der Mann tatsächlich gegen den wirklichen Hintergrund photographiert wurde oder nicht. Wenn bei einem Krach ein Wütender die Flasche vom Tisch nimmt unb an bem Kopf bes anbern zerschlägt, so wirb zu biefem Experiment niemanb gern seinen Schöbel hergeben. Ohne Siebenten tut man bas aber, wenn bie Flasche aus einem glasähnlichen Stofs hergestellt wirb, der nicht verletzt, nicht splittert, gaiu leicht ist unb nicht weh tut. Alle Flaschen, Gläser, Fenster usw., bie im Film zerbrochen werben, finb aus solchem Material. Aehnlich nützliche Dienste leistet bas sog. Jakka- Holz, bas man verwendet, wenn die Raufenden sich statt der Flaschen und Gläser der Tische unb Stühle bedienen. Ein solcher Stuhl aus Jakka-Holz, der nur zusammengeleimt ist, zerbricht sofort ohne jede Kraftaufwendung, und das ganz leichte Holz hinterläßt höchstens einen kleinen Stoß am Kopf des andern. Die packendsten Wirkungen können im modernen Atelier durch Beleuchtung erzielt werden. Man stelle sich z. B. vor, daß man nachts in einem Zug fährt, und durch das Fenster in schemenhaften Lichtern die Landschaft vorüberzieht. Wollte man bie Aufnahme aus bem Fenster des Abteils machen, so würde man höchstens eine Reihe von flirrenden Lichtern bekommen, besonders wenn der Zug schnell fährt; führe er aber langsam, bann wäre ber ganze Rhythmus verloren. Jnfolgebefsen wirb bie Lanb- chaft in kleinem Maßstab auf eine Art kreisrundes Wandel-Panorama aufgemalt und dieses photographiert, wobei allerdings die Beleuchtungs-Effekt» genau berechnet werden müssen. Die höchste Filmaufnahme. Ein Film, der in solcher Höhe, wie noch kein anderer Film, hergestellt worden ist, wurde bei der letzten Expedition nach dem Mount Eve- re st gemacht; er ist jetzt zum erstenmal einem kleinen Kreise in London vorgeführt worden. Der Hersteller Wyn Harris bediente sich dabei einer Miniatur-Kamera, da es notwendig war, das Ge- wicht bes Gepäcks auf das Mindestmaß herabzu- drücken, ein größerer Apparat viel zu schwer gewesen märe. Der höchste Punkt, an bem gebreht würbe, war bei 8475 Meter. Harris erklärte einige leichte „Verwackelungen" bei den Aufnahmen aus bem leichten Zittern ber Hand, baß ihn in diesen ungeheuren Berghöhen befallen habe. Zwischen den Schneeriesen dieser gewaltigsten Gebirgswelt der Erde können sich die Bergsteiger nur mit großer Langsamkeit bewegen, und so sieht man sie, wie sie auf dem Film wie Ameisen mühselig em» portiertem, ihren Weg an den eisbedeckten Felswänden hinaufsuchen und über messerscharfe Klippen hinüberbalancieren, auf beiden Seiten van der unendlichen Tiefe der Abgründe bedroht. Bei einer Aufnahme erblickt man vier von den sechs höchsten Gipfeln der Welt zusammen; über die andern ragt ber Everest empor. Der Film enthält auch eine Fülle kleiner menschlicher Züge, die das Leben der Gebirgsbewohner schildern. Als besonderer „Star" erwies sich ein tibetanischer Großvater, der einen reizenden Humor an den Tag legt; man erblickt kleine Kinder, die am Daumen lutschen und mit großen verwunderten Augen, um sich sehen. Tibetaner beim Betunterricht, wiberfpenftige Paks, das Leben in den Klöstern an den Abhängen des Everest und in Phary, der höchsten Stabt ber Welt. Mit großer Klarheit unb Sachlichkeit ist die Arbeit ber Bergsteiger wiedergegeben, die für alle Freunde und Kenner der Alpinistik von höchstem Interesse ist. Taten und Abenteuer eines großen Kamera-Mannes. Einer der Meister des Objektivs in der Filmwelt ist Paul Lieberenz. Seit seiner ersten Reife, sozialislin. Mit der schönste Tag meines Lebens war, als ich neben bem Reichskanzler Hitler sitzen bürste bei einem Empfang ber beutschen Schauspieler. Er hat sich lange mit mir unterhalten über bie beutsche Kunst unb gutes Theater. Es war ein unvergeßlicher Einbruck für mich! Ich habe meistens ernste Rollen gespielt — babei liegen mir luftige Rollen ganz befonbers. In Berlin habe ich als Vierzehnjährige Das Kätchen von Heilbronn gespielt, es war wohl mein größter Theatererfolg, aber meine Lieblingsrolle ist bas Gretchen, bas ist ja die deutscheste Frauengestalt!" Veronika ist unterdessen im Zimmer auf Entdeckungsreisen gegangen und kriecht durch den Schreibtisch und spielt Eisenbahn. „Sie hat heute etwas Neues gelernt", sagt Tony van Eyck mit Mutterstolz, „mach mal, wie die Lokomotive tut!' Veronika macht ein Schnutchen und zischt ver- blüfsend ähnlich wie eine Lokomotive. Lch muß Ihnen übrigens noch ein paar Hausgenossen vor führen: unsere Laubfrösche!" Da steht ein großes Aquarium auf dem Schreibtisch. Die Frösche sind ganz zahm, sie hüpfen artig auf die Hand, klettern eine Leiter herauf, es ist, als ob sie jedes Wort verständen. „Ohne Tier kann ich nicht fein, schon als Kind hatte ich meine Angorakatze und eine Kröte hatte ich mir auch gezähmt, so daß sie mich genau kannte! Die Zeit ist im Fluge vergangen bald muß Tony fort, sie muß zur Probe ins Staatstheat^. „Ich werbe übrigens nächstens in ber Lessinghoch- schule einen Theaterkursus abhalten — auf diese Aufgabe freue ich mich ganz besonders! Sie ist noch so jung, die hübsche Tony van Eyck, unb boch ist ihr Leben mit Pflichten ausgefuUt; aber ihre schönste Pflicht heißt: Veronika. als bie „Große Trommel" ist noch in keinem Film so biszipliniert unb beherrscht gewesen wie hier. Renate Müller als golbiges Wiener Möbel wirkt entzückenb frisch unb angenehm; unweigerlich muß man sich in sie verlieben. Eine runbe, geschlossene Leistung ist ja immer von Paul Hörbiger zu erwarten. Als ber alte Lanner macht er seine Sache so überzeugenb unb einbringlid), bringt alles auf so sympathische Art, baß ihm ein Haupt- anteil an bem Erfolg biefes Films zugesprochen werben muß. Abolf Wohlbrück erscheint als Johann Strauß. Man muh sich an sein Spiel erst gewöhnen; irgenb etwas liegt in seiner Charakteristik, bas befrembenb wirkt. So stellt man sich ben merbenben Komponisten eigentlich nicht vor. Aber in ber Szene im Gerichtssaal, ba wo er mit Papa Lanner am Klavier zusammenstößt, vervollkommnet er boch sein Spiel. Hanna Waag vor allem bars nicht vergessen werben. Hier ist ein junges Gesicht, bas rührenb menschlich unb überzeugenb lebensnah wirkt. Ihr verhaltenes Spiel ist zu rühmen, unb wenn ein Wunsch erlaubt ist, so geht er bahin, biefe junge Schauspielerin möglichst balb mit einer ganz großen Ausgabe zu betrauen. Der Sanner» tztrauß'sche Melobienschatz ist für ben Film gehörig ausgeschöpft worben, unb bas auf so angenehme Art, baß man zum minbeften von bem Walzer „An ber Donau, wenn der Wein blüht", vorerst nicht wieder loskommt. We. Filmaufnahme int Dunkeln. Zum ersten Mal ist in der Geschichte des Films eine Aufnahme im Dunkeln gemacht worben. Das ist kürzlich unter Verwenbung ultraroter Strahlen bei einer Veranstaltung möglich gewesen, bie bie ßonboner Filmvereinigung durchgeführt hat. Mit Hilfe dieser ultraroten Strahlen wirb ein Bilb erzeugt, bas fast ebenso beutlid) ist wie bas unter ben mächtigen Bogenlampen bes Stubio heraestellte. Die ultraroten Strahlen, bie unsichtbar sind, kommen ben sichtbaren roten Strahlen bes Spektrums zunächst. Das Geheimnis liegt in ber Herstellung einer Film-Emulsion, bie empfinblich genug ist, auf biefe Strahlen zu reagieren. Das Experiment ist in Anwesenheit namhafter Filmtechniker unb anbe- rer Sachverstänbigen vor sich gegangen. Man hat bazu ein kleines Falschspieler-Stückchen inszeniert. Das Theater, in bem ber Film unter so neuartigen Bebingungen gebreht mürbe, war ganz buntel, mit Ausnahme bes leichten rötlichen Glühens ber ultraroten Lampen. Die Kamera würbe auf zwei Karten fpielenbe Männer gerichtet, bie an einem Tisch saßen. Die in bem Aufnahmeraum Anwesenben konnten gerabe noch feststellen, baß sich zwischen ben beiben Spielern ein Tumult erhoben hatte. Nach- bem ber Film in aller Eile entwickelt worben war, sah man bas vollstänbige klare Bilb bes Spiels, bas sich kurz vorher in ber Finsternis auf ber Bühne zugetragen hatte. Man bemerkte babei auch eine Karte im Aermel eines ber Falschspieler unb sah bann, wie fein Gegner mit dramatischer Gebärde fein Mester zog. Als der andere ihn beim Handgelenk ergriff, stellte man auch in feinem Aermel eine Falschkarte fest. An diesem und an anderen Beispielen ultraroter Aufnahmen wurde gezeigt, daß die Farbwerte der Kleider unb ber menschlichen Haut sich von ben bisher gemachten Filmaufnahmen unterschieb. Die Anwesenben sahen z. B. Aufnahmen von bunkelhaarigen, peinlich sauber rasierten Herrn, bie auf ber Leinwanb mit Bart erschienen. Das erklärt sich baraus, baß bie ultraroten Strahlen auf geringere (Entfernungen bis unter bie Oberflächen ber Haut bringen. Olaf Bloch, bem bas I Hauptverbienst um biefe für bie Filmtechnik so bedeutsame Erfindung zugesprochen werden muß, hat gelegentlich einer Zusammenkunft erklärt, daß.es mit Hilfe einer verborgenen Kamera unb einer Lampe für ultrarote Strahlen möglich fei, einen Film von Menschen ober auch von wilben Tieren im Dunkeln aufzunehmen, ohne baß bie ausgenommenen Menschen bzw. Tiere etwa bavon zu erfahren brauchen. Wirtschaft. LZochenvenchl vom Sranffurfer vroduktenmarkt Auch in der abgelaufenen Woche zeigte der Ge- treideoerkehr ein recht ruhiges Bild, doch war die Grundstimmung weiterhin gut stetig. Die Festpreis» regelung dürfte sich anscheinend noch im lieber» gangsstadium bewegen. Das weiterhin sehr schleppende Mehlgeschäft und der nur schwache Abruf aus alten Kontrakten bot dem Brotge- t r e i d e m a r k t keine Anregung, so daß das an und für sich nicht starke Angebot zwar nicht preisdruckend, aber geschäftslähmend wirkte. Die Preise blieben auf Basis der Vorwoche unverändert, Weizen 194, Roggen 161 bis 162 Mark per Tonne. Hafer lag stetig, obwohl das Angebot sich etwas verstärkt hatte; Untergebote wurden aber von der Landwirtschaft abgelehnt. Der Preis blieb mit 137,50 Mark per Tonne unverändert. Von G e r st e n verzeichnete Industrieware bei stetigen Preisen kleines Bedarfsgeschäft, dagegen ist Brauware immer noch schwer unterzubringen. Sommergerste für Brauzwecke notierte unverändert 182,50 biß 185 Mark per Tonne. Die Stimmung für Futtermittel war ruhig, doch fanden immerhin einige Abschlüsse bei um 10 bis 20 Pf. höheren Preisen statt, wobei das Interesse sich mehr den ölhaltigen Artikeln zuwandte. Das Angebot war klein, auch für Kleie und sonstige Mühlennachprodukte. Je 100 kg in Mark notierten: Weizenkleie 8.85, Roggenkleie 8.60, Soya- schrot mit Monopolzuschlag (m. M.) 14,40 bis 14,60, Palmkuchen 14,05 bis 14,20, Erdnußkuchen 16,15 bis 16,30, Treber 15,50. Don Rauhfuttermitteln war Heu weiter fest und mit 5,80 bis 6 Mark um 40 Pf. höher. Weizen- und Roggenfiroh drahtgepreßt blieb zu 2 bis 2,25 Mark, ebenso wie gebündeltes mit 1,60 bis 2 Mark unverändert. Kartoffeln: Nach einer leichten Flaute haben sich die Märkte wieder einer Festigkeit )uae- wandt, und das Geschäft war wegen der stärker Dorgenommenen Einkellerung etwas lebhafter und die Preise höher. Industriekartoffeln hiesiger Gegend notierten mit 2,25 Mark per 50 kg bet Waggon- bezug ab Frankfurt a. M. (gegen 2,15 bis 2,20 in der Vorwoche). Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviedmarlt Obwohl die Zufuhren am Frankfurter Schlachtviehmarkt in der abgelaufenen Woche etwas stärker waren, nahm das Geschäft keinen unbefriedigenden Verlauf, allerdings ließen sich leichte Preisrückgänge nicht vermeiden. Der Rindermarkt war mit 1523 Stück um rund 315 Tiere stärker beschickt. Trotzdem nahm das Geschäft einen regen Verlauf und der Markt konnte nahezu geräumt werden. Außer Bullen, die um 1 Mark nachgaben, konnten sich die Preise für Kühe, Ochsen und Färsen auf dem Niveau der Vorwoche behaupten. Es notierten in RM. für ein Maßnahmen zur Förderung des Außenhandels. 3m Reichsgefetzblatt Nr. 116 wird ein Gesetz über Maßnahmen ,jur Förderung des Außenhandels vom 18. Oktober verkündet. Danach wird bei der Reichsstelle für den Außenhandel ein Außenhandelsrat gebildet. Außerdem kann der Reichswirtfchaftsmimster Außenhandels- stellen errichten. Aus dem Verzeichnis der Außenhandelsstellen ergibt sich die Außenhandels stelle für das Rhein-Maingebiet, umfassend die Bezirke der Industrie- und Handelskammern in Bingen, Darmstadt (ohne Bezirk Wimpfen), Frankfurt (ohne den Bezirk der Landesstelle Hohenzollern), Friedberg, Gießen, Mainz. Offenbach, Worms und der Handtlsgremien Aschaffenburg unb Miltenberg, Sitz Frankfurt a. M. Wirtschafisaufschwung und Güterverkehr. Die Besserung der Wirtschaftslage in Deutschland spiegelt sich deutlich in der Entwicklung des Güter- Verkehrs wieder. Der neueste Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung bringt folgende Zahlen: Die Reichsbahn beförderte an Gütern (in Millionen Tonnen) im Januar 1933: 18,9, Februar 18, August 22 und August des Voriahres 19,4. Der Güterverkehr war also erheblich Höher, als um den Jahresanfang und in der gleichen Jahreszeit des Vorjahres. Daß dieser Zuwachs keineswegs auf Kosten der Binnenschiffahrt vor sich gegangen ist, bewiesen die entsprechenden Ziffern der Ein- und Ausladungen im Binnenschifsahrtsoerkehr in den wichtigsten Häfen (in Millionen Tonnen): Januar 1933: 5,5, Februar 6,3, August 1933: 9,9, August 1932; 8,2. Zentner Lebendgewicht: Ochsen al) 30 bis 32, a2) 26 bis 29, b) 22 bis 25. Bullen a) 27 bis 30, b) 23 bis 26. Kühe a) 25 bis 29, b) 21 bis 24, c) 17 bis 20, d) 13 dis 16. Färsen a) 30 bis 33, b) 27 bis 29, c) 22 bis 26. Der Kälbermarkt unterlag noch dem saison- mäßigen Einfluß der Konkurrenz von Wild und Geflügel, so daß die Preise, obwohl die Zufuhr mit 1247 nur um 74 Stück größer war, für alle Gattungen durchgängig 1 Mark nachlieben. Das Geschäft verlief ziemlich ruhig, doch konnte der Markt ausverkauft werden. Kälber a) 35 bis 39, b) 29 bis 34, c) 24 bis 28, d) 20 bis 23. Die gute Nachfrage nach Schafen erhielt sich auch in dieser Woche, so daß bie Zufuhr von 757 (gegen 502 in der Vorwoche) Stück nach relativ lebhaftem Handel glatt geräumt wurde. Die Preise konnten sich nicht voll behaupten, doch hielt sich der Rückgang von etwa 1 bis 2 Mark in engen Grenzen. Es notierten: beste Schafe 24 bis 26, mittlere 20 bis 23 und geringe 15 vis 19 RM. Der Schweinemarkt war mit 4747 (gegen 4739) Stück annähernd gleich stark, wie in der Vorwoche beschickt. Die seither lebhafte Nachfrage nach fetten Schweinen hat nachgelassen. Bei langsamem Geschäft verblieb etwas Ueberftanb. Die Preise bewegten sich zunächst auf ber Höhe bes vorwöchigen Hauptmarktes (zirka 46 bis 53), später ließen sie aber um runb 2 Mark nach unb notierten in RM. wie folgt: vollst. Schweine von zirka 240 bis 300 Pfunb 47 bis 50, bo. von zirka 200 bis 240 Pfund 47 bis 50, do. von zirka 160 bis 200 Pfund 44 bis 48. * Ford M o t o r A G., K ö l n. Wie WTB. Han- delsdienft erfährt, hat ber Absatz ber Forb Motor AG., Köln, in den bisher abgelaufenen Monaten bes Geschäftsjahres 1933 sowohl mengen- als auch wertmäßig nicht unerheblich zugenommen. Das Werk ist auch gegenwärtig mit einer Belegschaft von 800 Personen zusriebenstellenb beschäftigt. * Gebrüder Stollwerck A G , Köln. Der Umsatz konnte im Geschäftsjahr 1932/33 gehalten werben, wertmäßig trat infolge ber Abwanderuna zu billigeren Sorten eine Verringerung ein. Nach 0,66 (0,64) Mill. Mark Abschreibungen ergibt sich ein Reingewinn von 247 196 Mark. Aus dem Reingewinn wird die Ausschüttung von 5 (0) v. H. Dividende voraefchlagen. In dem abgelaufenen Teil bes neuen Geschäftsjahres trat eine neue Umsatzsteigerung ein. Frankfurter Börse. Mittagsbörse knapp behauptet. Frankfurt a. M., 20. Okt. Auch an der heutigen Mittaasborfe mangelte es wieder an nennenswerten Aufträgen seitens der Kundschaft, so daß die Kulisse in ihrer abwartenden Stellung verharrte unb die Umfatztätigkeit daher nur kleinstes Ausmaß annahm. Obwohl auf kleine Abgaben, bie hier unb da erfolgten, das Kursnioeau gegenüber der Abend- börfe eher etwas niedriger lag, war die Grund- ftimmung weiterhin nicht unfreundlich unb ziemlich widerstandsfähig. Neben dem günstigen Eindruck, den das Reichskanzler-Interoiew hinterlassen hatte, lauteten auch bie Nachrichten aus der Wirtschaft weiter zuoeiPchilich, unb auch bie außenpolitische Lage wirb besser beurteilt. Etwas mehr Interesse wandte sich wieder den Renten zu, in denen auch die Umsätze bisweilen etwas größer waren. Alt- unb Neubesitzanleibe, sowie Stahl rein-Bonds unb Reichsbahn-VA. eröffneten je 0,13 v. H. höher, dagegen lagen späte Reichsschuldbuchforderungen weiter etwas unter Druck und mit 86,65 um 0,13 v. H. niedriger. Arn Aktienmarkt hielten sich dis Kursveränderungen innerhalb eines Prozentes. Fest lagen Reichsbankanteile in Erwartung einer Jnterimsdividende mit plus 2 v. H., ferner zeigte sich am Montanmarkt für Stahlvereinswerte auf die bevorstehende Neuordnung innerhalb dieses Konzerns etwas Nach- fraae bei bis .zu 0,50 v. H. höheren Shirfen; die übrigen Montanaktien gaben meist nach, etwas stärker Harpener mit minus 1,50 v. H. IG.-Farben eröffneten mit 116 50 0,50 v. H. niedriger, zogen aber bald wieder auf etwa 117 o. H. an. Der Elektro» markt war durch den weiteren Kursoerlust der Siemens-Aktie, die auf Dioibenbebefürd)hingen erneut 3 v. H. einbüßten, beeinflußt unb bis zu 1 v. H. schwächer, Bekula gaben darüber hinaus unter Berücksichtigung des Dividendenabschlags 2 d. SS. nach. Im Verlaufe zeigten die Kurse nur unwesentliche Veränderungen, das Geschäft war minimal. IG.- Farben schlossen mit 116,90, Siemens waren um 2 auf 128 v. H. erholt, ferner lagen Reichsbank zunächst nochmals 0,75 v. H. höher, schlossen sedoch etwas niedriger, während Phönir einen Iprozen- tiaen Gewinn aufrecht erhielten. Weiter fest waren Siibb. Zucker (plus 150 v H ). Niedriger lagen gegen gestern u. a. Rhein. Braunkohlen (minus 2,75 v. H.) und Zellfwff Waldhof (minus 1,50 v. H ). Am Kassamarkt lagen Roder, Darmstadt mit 40,50 3,50 o. H. höher, ferner gewannen Knorr 2 v. H., Rhein. Hyp Bank 1,50 v. H Am Rentenmarkt gingen Altbesitz im verlaufe um 0,50 auf 78,50 v. r>. zurück, auch Neubesitz, späte Schuldbücher unb Stahloe rein-Bonds brodelten etwas ab. Golbpfandbricfe waren etwas gefragt, jedoch kursmäßia nicht wesentlich verändert außer Rhein. Hyp. plus 0,75 v. ch. Liquida tionsvfand- briefe unb ftommunal-Dbligationen lagen uneinheitlich, letztere eher bis 0,50 o. H. niedriger. Stabt-, Staats- unb Länderanleiheti waren gut behauptet. Auslandrenten lagen geschäftslvs, Schweiz. Bahn- werte eher etwas schwächer. Io 4prvzentige 127 nach 128,25 o. H. Tagesgeld zu 3,25 v. H. weiter unverändert, Exportvaluta 21,50 bis 21,75 (22 o. H ). Abenbbörie sehr ruhig. Die Abendbörse nahm einen sehr ruhigen Verlauf, da sowohl Kundschaft, als auch Kulisse Zurückhaltung bekundeten. Die Stimmung war ober keineswegs unfreundlich Die Berliner Schlußkurfe lagen bei geringster Umfahtätigleit meist gut behauptet. Aku, Daimler unb Klöckner eröffneten um Bruchteile eines Prozentes höher. IG.-Focken waren zu 116,50 o. H. unverändert, währcrch Phönix ihren Höchststand nicht voll behaupten konnten. Weiteres Interesse zeigte sich für Reichsbankanteile, die gegen den Berliner Schluß 0,25 v. H. gegen den hiesigen aber 1,25 o. H. anzogen. Der Rentenmarkt lag bet fast unveränderten Kurien gleichfalls außerordentlich still. Bon Kasiaremen waren Rhein. Hyp.-KO. gebucht und mit 85 o. H. um 1 v. H. fester U. a. notierten: Neu. besitzanteile 12,35, Aiibesitzanleihe 73,50. Schuyge. biete alle 7,75, Reichsbank 152,75, Gelsenkirchen 45,25, Klöckner 50,50, Phönix 33.25, Slahlverein 31, AKU. 27,40, Bekula 105,50, Daimler 26.25, IG.. Farben 116,50, Lohmener 114, Siemens 128, AG. für Verkehr 38,75, Rordd. Lloyd 10,75, Hapag 10. Mainzer ttctreidernarkt. Mainz, 20. Oft. Bei ruhiger Desamttendenz für (Betreibe unb Mehl, für Futtermittel angeregter, notierten (Großhandels-Einstandspreis per 100 kg loko Mainz): Weizen 19,25 bis 19,40, Roggen 16 bis 16,25, Hafer 13,25 bis 13,50, Braugerste 18 bis 18,50, Inbustriegerste 17 bis 17,50, Futtcrgcrste 15 bis 15,50, Malzkeime 11,75 bis 12,25, Sübb. Wei- zenmehl Spey 0 29,65, Roggenmchl 60prot. Aus« Mahlung norbb. 22,50, bo. sudb. 23 bis 23,50, Wei- zenkleie fein 9,40 bis 9,50, bo. grob 10,25 bis 10,40, Roggenkleie 9 bis 9,50, Weizenkuttermehl gestrich-n, Biertreber 15,75 bis 16, Soyaschrot 14,65 bis 14,85, Trockenschnitzel 9 Mark Kölner Buttcrmarlt Köln, 20. Okt. Nach bem Preisbericht ber Kölner Warenbörse stellt sich ber Großeinkaussvreis für 100 Pfd. ab Dersanbstation einschl. Fatz in Mark wie folgt: Deutsche Markenbutter 135 bis 138, beutsche Molkereibutter 1. Dual. 134, bo. 2. QuoL—. Rundfunkprogramm. Sonntag, 22. Oktober. 6.35 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.45: Missionshaus Knechtfteben am Nieberrhetn: Katholische Morgenfeier. Der Missionsdefehl bes Heilands: „Gehet hin in alle Welt unb lehret alle Völker und taufet fie". 9.30: Feierstunde des Schaffenden. 10: Evangelische Morgenfeier. 10.45: Stunde des Chor- aefangs. 11.30: Von Leipzig: Reichsfendung: „Ich habe genug", Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Musikalische Nachspeise. 13.45: Zehnminutendienst der Lanbwirtschaftskammern. 13.55: Stunde des Landes. 14.05: Das Tierzucht-Institut Oberer Haardthof bet Gießen. 14.30: Kasperlstunde: .Kasperls Höllenfahrt". 15.15: Feierliche Kundgebung In der Paulskirche. Schlußtag ber Reichs-Hand- werks-Werbewoche. 16: Nachmittagskonzert. Einlage: 17: Duisburg: Fußball-Länberkampf Deutfch- lanb — Belgien, 2. Halbzeit. 18: Herbftmarkt zu Friedberg in ber Wetterau, Hörbericht. 18.25: Fröhliches Zwischenspiel. 18.55: Achim Akermann lieft eigene Gedichte 19.20: Sportbericht. 19.30: Buch unb Mensch: Die Großherzogliche Kabinetts-Bibliothek in Darmftabt. 20: Stimmen der Zeit ober: Die Bunte Stunbe des Zeitfunks. Verantwortlich: Wilfrib Schreiber, Dr. Wahl. Spielleitung: Riety. 21: Abendkonzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. 22.20: Du mußt wissen... 22.45: Hasenpfeffer, eine bunte, heitere Iägerstunde. Montag, 23. Oktober. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Früh- konzert. 12: Mittagskonzert. 16: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Französischer Sprachunterricht. 18.20: Karlsruhe: „Homunculus — ein Blick in die Werkstatt ber Natur", Vortrag von Pros. Dr. Abolf König. 18.35: „Wandlung im beulten Menschenbtlb", Vortrag von Rubolf Dillmann. 19: Berlin: Reichssendung: Stunde der Nation: Dem Gedenken Rudolf Peterkas. 20: Griff ins Heute. 20.10: Aus dem Großen Saal des Saalbaues Frankfurt a. M.: Erstes Montagskonzert des Frankfurter Orchester-Vereins. 22.20: Du muht wissen... 22.45: Unterhaltungsmusik. 23 bis 24: Von Budapest—London: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Dienstag, 24. Oktober: 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Früh- konzert. 12: Mittagskonzert. 16: Nachmittagskonzert. 17: Kammermusik. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.20: .Lehren der australischen Wirtschaftskrise", Vortrag von Dr. Hans Schmidt, Forst. 18.35: „Humanismus im Dritten Reich", Vortrag von Dr. Arthur Pfeiffer. 19: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der Nation: Großes Orchester- Konzert. Bach-Brahms-Stunde. 20: Von Berlin: Vortrag des Reichsbundes für deutsche Sicherheit: „Genf und die Weltwirtschaft", Vortrag von Geheimrat Grueher, Vizepräsident des Reichsbundes. 20.20: Fehlzündungen. Vom unfreiwilligen Humor. Zusammenstellung: Paul Enderling. 20.45: Lin kleines Kapitel Mozart. 21.20: Duellen, die die Wirtschaft speisen: „Kautschuk". Geleitet von Karl Röftlin. 22.20: Du mußt wissen... 22.45: Unterhaltungsmusik. 23: Handwerkerschwänke. 24 bis 0.45: Von deutscher Seele. Deutsche Kantate. Mittwoch, 25. Oktober. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Früh- konzert. 10.10: Schulfunk: Vor der Berufswahl. Lin Gespräch mit Abiturienten. Vortrag von Dr. Elauß. 12: Aus dem Städtischen Saalbau Essen: Mittagskonzert bes Essener Sinfonie-Orchesters. 14.30: Stunbe ber Iugenb. 16: Von Freiburg: Nachmittagskonzert. Melodien aus ben Bergen. 17: Alle unb neue Tänze. 18: Deutsch für Deutsche. Unioersitätslektor Dr. M. Weller: „Sprecherziehung" (Gedichtvortrag). 18.20: „Rasse ist entscheibenb". 18.35: Zeitfunk. 19: Reichssendung: Stunbe ber Nation: Deutscher Tanz. Eine Folge klassischer Tanzmusik von Haybn bis Strauß. 20: Griff ins Heute. 20.10: „Madame Liselotte . Oper in drei Akten. 22.20: Du mußt wissen... 22.45: Unterhaltungsmusik. 23 bis 24: Nachtmusik. Ouvertüren unb Arien aus älteren Spielopern. 24 bis 1: Nachtmusik. Donnerstag, 26. Oktober. 6.05 Uhr: Moraenkonzert. Anschließend Frühkvn- zert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 16: Bunter Nachmittag. 18: Spanischer Sprachunterricht. 18.20: „Die gestaltende Volksseele", Vortrag von Albrecht Leo Merz. 18.35: „Die Organisation der nationalsozia- listischen Kriegsopfer-Versorgung". Lin Zwiege- spräcy zwischen dem Gau-Obmann Pg. Wagner unb bem Gaupropagandawart Pg. Finkenauer. 19: Karlsruhe: Reichssendung: Stunbe ber Nation, Konzert ber badischen Staatskapelle. 20: Griff ins Heute. 20.10: Karl Maria o. Weber, Hörbild von Llse P aff. 22.20: Du mußt wissen ... 22.45 Unterhaltungsmusik. 23 : 6000 Funken in 60 Sekunden! Horbencht aus den Bosch-Werken. 23.30: Nachtkonzert. 24—1: Nachtmusik. Jrelfag, 27. Oktober. 6.05 Uhr: Morgenkonzert Anschließend Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.40—15: Der Hausfrau zur Erholung. 15—15.25: „Die deutsche Studentin als Frau", Vortrag von Tlargit Abmann. 16: Nachmittaaskonzert. 18: Englischer Sprachunterricht. 18.20: Warum Familienforschung? 18.35: „Der deutsche Kaufmann im neuen Staat , Vortrag von Dr. Dr. Alfred Hartwig, Mainz-Mombach. 19: Leipzig: Reichssendung: Stunde der Nation: Den kleinen deutschen Musikfreunden. 20: Griff ins Heute. 20.10: Deutscher Amateur-Sendedienst. Ein Hörbericht. 20.35: Unterhaltungs- unb Tanzmusik. 21.30: Die Landschaft spricht: Eifelmaare. 22.20: Du mußt wissen ... 22.45: Unterhaltungsmusik. 23—24: Nachtmusik. 24—0 45: Vom Schicksal des deutschen Geistes: „Deutschtum und geistige Kultur", Vortrag von Dr. Kurt Hildebrandt. Samstag, 28. Oktober. 6.05: Morgenkonzert. Anschließend: Frühkonzert. 10.10: Sepp Bauer, München: „Der Kamps um ben Everest". Dazu tibetanische Volkslieder. 12: Mittagskonzert. 14.30: Stunde der Jugend: Aus der deutschen Vorgeschichte. 15.15: Lernt morsen! 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsendung. 19: Breslau: Reichssendung: Stunde der Nation: Oswald Boelcke. Dem Führer der deutschen Jagdflieger zum Gedächtnis. 20: Griff ins Heute. 20.10: Von 6 bis 24. Ein luftiger Querschnitt durch ein Rundfunk-Tagespro- gramm. Manuskript: Theo Rausch. Leitung: Curt Baumgarten. 1. Teil. 22.20: Du mußt wissen... 22.45: Von 6 bis 24 (Fortsetzung) 2. Teil: 24—2, Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt deichlosfenen Dloibenbe an. — Reichsbankbiskont 4 o H. Lombardzinsfuß 5 o H Itranhur o. Dl Deel m Schluß» eure Schluß», vbenb- börfc Schluv» fure Schluß» ITUna* bSrfr Datum 19.10. | 20.1 . 19.10. | 20.10. Tfutldw «ettf-kmlrthf t>. 1M7 •%t6»m.7%Tl.Wel»a.Änlk>de von 1030 .. Leutlch« «nl.-ffblöl.-Sdiuie mU 85.9 85.6 86 85.5 UuMi'l.-tHi'(fiten ...... 78.9 78.5 78.9 78.65 S(4gl. »die Auslol.-Siechte...... 6°, ebem.s% Ml. voittüaal 1989 (rttfjablb. iWfc)......... S% Dell. Cancxlban! Tarmftabt <*oit> R. 11 ......... 12 25 12.35 12,25 12.35 85.25 85,75 85.75 85 68,5 66,25 86,75 Ml- eanb^PoDotAeten. bank TatcifUbt ütcut Odeedellen -SroDtni-anletb# all 87,5 88 - flutiof -Seiten • ■ — Teutjcbe Äomm. cammelaM. Sn- leide Serie l mit Wullof.flechten •% edem 8% ilranfl Hoo.-Vank 74,1s 74.4 75 74,75 »oibpfe. 15 unkündbar bU I9to •% ebem. 7% örantf. 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