Nr. 247 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag. 21. Oktober 1935 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: Sranffurt am main 11686. VnkS und Verlag: vrühl'sche Univerfttät§-Vuch- unö Steinöruderei R. Lange in Siegen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulfttahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 X mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undsürdenAn« zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen Eriche,ni lagttch, autze, Sonntags und Feiertag» Betlagen. Die Illustriert, Bietzener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl, Monats-Sezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernfpred)anfd)lüfie anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. Aus neuen Wegen. Die Reichsregierung hat ihre Ankündigung in vollem Umfange wahr gemacht. Nachdem Deutschland an dem denkwürdigen 14. Oktober der Abrüstungskonferenz den Rücken gekehrt hat, ist nun auch Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund dem Generalsekretär des Völkerbundes notifiziert worden. Der Austritt wird nach den Bestimmungen der Völkerbundssatzung erst nach zwei Jahren wirksam, aber es liegt zweifellos nichf in der Absicht Deutschlands, auch nur einen Tag länger an einer Institution mitzuwirken, deren Politik nach den letzten Ereignissen zu einer Farce werden muß. Deutschland war ehrlich bereit, an der Verwirklichung der dem Völkerbund gestellten großen und idealen Ziele mitzuarbeiten. Es war nicht anders, wie es der Reichskanzler in seinem Aufruf an das deutsche Volk ausgeführt hat: „Erfüllt von dem aufrichtigen Wunsch, das Werk des friedlichen inneren Wiederaufbaus unseres Volkes, seines politischen und wirtschaftlichen Lebens durchzuführen, haben sich ehemalige deutsche Regierungen im Vertrauen auf die Zubilligung einer würdigen Gleichberechtigung bereiterklärt, in den Völkerbund einzutreten." Aber mit ebenso viel Recht muß der Kanzler sofort feststellen: „Deutschland wurde bitter enttäuscht." Man blättere heute in dem ausgezeichneten Buch des deutschen Journalisten Max Beer: „Die Reise nach Genf", nicht ein Kavitel, das nicht von unerfüllten Hoffnungen spricht, nicht eine Seite, die nicht deutlich macht, wie sehr Idee und Wirklichkeit auseinander- ielen, wie wenig übrig geblieben war von dem tolzen und mutigen Gedankenbau der Friedens- reunde, Philosophen und Staatsrechtler aller Herren Länder. Ja, das Wenige, was von den weit- fliegenden Plänen des Präsidenten Wilson in Versailles vor den Raubtierkrallen eines Clemenceau gerettet werden konnte, ist in der Genfer Praxis io vielfach verfälscht, umgebogen, bagatellisiert, eigensüchtigen Zwecken bestimmter Mächtegruppen nutzbar gemacht worden, daß dieser Völkerbund, der in Versailles aus der Taufe gehoben wurde und als Bestandteil der Friedensdiktate seine politische Laufbahn begann, bis heute nicht seine Eierschalen abzustreifen vermochte, vielmehr sich rettungslos in dem Netz verstrickte, das ihm schon in Versailles falsche Freunde und argwöhnische Machtpolitiker über den Kopf geworfen hatten. „Deutschland wurde bitter enttäuscht." Schon der deutsche Eintritt in den Völkerbund brachte unendliche Schwierigkeiten und Widrigkeiten. In den Vorverhandlungen über den Abschluß des Locarnover- trags waren die Voraussetzungen für Deutschlands Eintritt in den Völkerbund festgeftelll worden, die Befreiung von den Vorschriften des Artikels 16 der Völkerbundsakte (Durchmarschrecht), gegen die sich Frankreich und Polen gesträubt hatten, und die Zubilligung eines ständigen Ratssitzes, wogegen Spanien und Brasilien ihre eigenen Kandidaturen anmeldeten. Bis diese Widerstände ausgeräumt waren, kam der Herbst des Jahres 1926, als endlich der leere Stuhl in Genf, auf den schon Macdonald 1924 warnend hingewiesen hatte, von Deutschland eingenommen wurde. Der Entschluß zum Eintritt in den Völkerbund war der damaligen deutschen Regierung nicht leicht gefallen, und im deutschen Volke lehnten weite Kreise diese Politik ab, weil sie die Garantien für ein gleichberechtigtes Mitwirken Deutschlands im Völkerbund nicht gegeben sahen. Der Völkerbund hat es denn auch in den sieben Jahren der Teilnahme Deutschlands nicht über sich Ö, feinen ihm in Versailles ausgezwungencn er als eine Vereinigung der Siegermächte zur Aufrechterhaltung des durch die Pariser Frie- oensdiktate geschaffenen Status quo in Europa umzubilden zu der wahren Liga der Nationen, die vermittelnd, schlichtend und richtend eine unparteiische Stätte des friedlichen Ausgleichs für die Mitglieder der Völkergemeinschaft hätte sein sollen. Es kann und soll nicht geleugnet werden, daß auf kulturellen und humanitärem Gebiet die Arbeit des Völkerbundes manche schönen Erfolge gezeitigt hat, aber es gibt kaum eine politische Frage von Rang, vor der der Völkerbund nicht kläglich versagt hätte. Die betonte Zurückhaltung der südamerikanischen Staaten, der Austritt Japans, die Verweisung wichtiger politischer Probleme wie die deutsch-österreichische Zollunion an denHcmger Gerichtshof oder anderer auf den Weg direkter Verhandlungen der beteiligten Dlächte, und schließlich die Behandlung großer internationaler Fragen auf Sonderkonferen- zen, die den Völkerbund ganz ausschalteten, das alles mag genugsam andeuten, wie sehr die Genfer Institution an Bedeutung eingebüßt hat. Auch Deutschlands Hoftnungen, die es sich von feinem Eintritt in den Völkerbund versprochen hatte, haben sich, so gering sie waren, nicht erfüllt. Die deutsche Regierung hatte besonders gewünscht, den deutschen Minderheiten in den vom Reich losgerissenen Gebieten des Ostens mittels der Genfer Einrichtl' gen ein starker Schutz und Fürsprecher ihrer Nöte werden zu können. Und tatsächlich ist auch keine Ratstagung in Genf vergangen, ohne daß nicht der deutsche Vertreter hier anklagend, warnend und fordernd seine Stimme erhoben hätte für die in den Minderheitenschutzverträgen feierlich verbrieften Rechte der deutschen Stammesbrüder im Saarland, im heutigen Polen, im Freistaat Danzig, in Memel, in der Tschechei und den baltischen Staaten. Manches konnte erreicht werden, manche Gewalttat gut gemacht, manche Rechtsbeugung verhindert oder in ihrer Wirkung abgeschwacht werden, aber wie oft zeigte es sich, daß der Völkerbund nicht einmal Polen oder gar Litauen gegenüber feinen Willen durch- Iufetzen vermochte und offenkundige Rechtsverletzungen hinnehmen mußte. Schließlich mußte Deutschland jedoch erleben, daß gerade der Minderheitenschutz, um deswillen es trotz wachsender Bedenken Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet den Wahls eldzug. Riesenkundgebung im Berliner Sportpalast für die Friedenspolitik des Führers. Berlin, 20. Okt. (ERB.) Am Freitagabend wurde im Sportpalast der Kampf um Deutschlands Gleichberechtigung durch eine Massenkundgebung eröffnet, bei der Reichsminister Dr. Goebbels über das Thema „Deutschlands Kampf um Frieden und Gleichberechtigung" sprach. Gleichzeitig fanden Parallelversammlungen im Kriegeroereinshaus und in der Neuen Welt statt. Alle Versammlungen mußten lange vor Beginn wegen Uederfüllung Polizei- lich geschlossen werden, ein Beweis dafür, welches Echo der Kampf um die Gleichberechtigung im deutschen Volk gefunden hat. In der Potsdamer Straße vor dem Sportpalast standen die Menschen Kopf an Kopf, um Dr. Goebbels einen jubelnden Empfang zu bereiten. Zu der Hauptkundgebung im Sportpalast war auch eine große Zahl von ausländischen Pressevertretern erschienen. Reichsminister Nr. Goebbels führte in feiner mehr als zweistündigen Rede u. a. folgendes aus: Meine Parteigenossen und Volksgenossen! Die politische Entwickelung, die ich in meiner letzten Sportpalast-Rede kurz vor meiner Abreise nach Genf voraussagte, ist nun Wirklichkeit geworben. Deutschland hat sowohl den Völkerbund als auch die Abrüstungskon- ferenz verlassen (Beifall). Die Gründe, die zu diesem entscheibungsvollen Schritt führten, find nur aus der Gefamtsituation heraus zu verstehen. Hitler ist acht Monate an der Macht. Am 30. Januar d. I. hat sich in Deutschland der historische Umbruch vollzogen. Es handelte sich nicht um einen Kabinetts- sondern um einen System- rv e ch s e l. Es war deshalb selbstverständlich, daß die neuen Männern mit neuen Ideen und mit einem neuen Programm tarnen. Ihre Vergangenheit bürgte dafür, daß sie auch entschlossen waren, diese Ideen in die Wirtlichkeit um- z u s e tz e n und dieses Programm zu realisieren. Wir hatten darüber ja auch in unserer Oppositionszeit niemand darüber im Zweifel gelassen. Selbstverständlich mußten wir, bevor wir überhaupt an die Inangriffnahme dieses Programms herantreten tonnten, eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen, um uns die Möglichteit der Auseinandersetzung mit den großen deutschen und europäischen Problemen zu geben. Daß es dabei manchmal auch zu Erscheinungen tarn, die nicht allzu erfreulich waren, das lag in der Natur der Sache. Es wäre falsch, nur d i e kleinen Kinderkrankheiten dieses wirkens zu sehen, ohne dabei berücksichti- und schwerer Brüskierungen seine Teilnahme an den Arbeiten des Völkerbundes aufrechterhalten hatte, in böswilliger Verkennung und Verdrehung feines Sinnes zu einer allen bisher im Verkehr der Nationen üblichen Gepflogenheiten hohnfprechenden Einmischung des Völkerbundes in einen rein innerdeutschen Fragenkomplex mißbraucht wurde. Die unwürdigen Szenen auf der letzten Völkerbunds- oerfammlung haben der Reichsregierung und dem deutschen Volke den Abschied von Genf erheblich erleichtert. Der Völkerbund hat durch den Austritt Deutschlands erneut einen empfindlichen Prestige- verlust zu buchen. Von den sieben Weltmächten gehören ihm nur noch drei an: das Britische Reich, Frankreich und Italien. Zwei, die Vereinigten Staaten und Sowjetrußland, waren niemals Mitglieder des Völkerbundes, obwohl ein amerikanischer Präsident sein Gründer war, zwei weitere, Japan und Deutschland, sind ausgetreten. Das faschistische Italien hat niemals die Bedeutung des Völkerbundes überschätzt und aus seinen geringen Sympathien für die Genfer Institution kein Hehl gemacht. Ebenso sind die großen südamerikanischen Staaten an der Einrichtung des Völkerbundes nur mäßig interessiert. Die panamerikanische Konferenz und Schiedsverträge der lateinamerikanischen Staaten untereinander machen der allzusehr auf rein europäische Probleme zugeschnittenen Genfer Einrichtung eine starke Konkurrenz. Hier rächt sich empfindlich die enge Verknüpfung des Völkerbunds mit dem Versailler Friedensdiktat, als dessen Ausfüh- rungs- und Ueberwachungsorgan nicht nur Deutschland allein die angebliche „Liga der Nationen" bitter empfunden hat. Das gänzliche Versagen des Völkerbundes im Gran - Chaco - Konflikt zwischen Bolivien und Paraguay und im chinesisch-japanischen Streit um die Mandschurei haben dem Völkerbund außerhalb Europas die letzte Spur von Achtung.gekostet. Daß Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund mit dem Verlassen der Abrüstungskon- ferenz in engstem Zusammenhang steht, daß die eine Maßnahme die andere nur unterstreicht und bekräftigt, geht aus dem Artikel 8 der Völkerbundsakte hervor, in dem sich die Bundesmitglieder zu dem Grundsatz bekannt haben, „daß die Aufrechterhaltung des Friedens eine Herabsetzung der nationalen Rüstungen auf das Mindestmaß erfordert, das mit der nationalen Sicherheit und mit der Erzwingung internationaler Verpflichtungen durch gemeinschaftliches Vorgehen vereinbar ist". Hieraus leitete die Abrüstungskonferenz ihren Auftrag her. Daß sie trotz jahrelanger Verhandlungen tatsächlich noch nicht einen Schritt vorangekommen ist, fällt auch auf das Schuldkonto des Völkerbundes, dessen Organ sie ist und der die Vorarbeiten für den Zusammentritt der Konferenz selber geleistet hat. Der böse Geist von Versailles, der die Tellung der Welt gen zu wollen, daß es sich um die Geburt eines neuen Reiches handelte, wir haben uns nach Kräften bemüht, diese Kinderkrankheit zu überwinden, aber es ist nun einmal in der Politik so wie im Alltagsleben: wo gehobelt wird, da fliegen Späne. Wir find der Ueberzeugung, daß die Nachwell gerechter über uns urteilen und einmal feftfteUen wird, daß wir es waren, die Deutschland und damit Europa vor dem Bolschewismus bewahrten. Denn es ist naiv zu glauben, daß das europäische Herz vom Bolschewismus ergriffen fein könnte, ohne daß die anderen Länder davon in Mitleidenschaft gezogen würden. Wenn Deutschland ihm verfallen wäre, hätte er gewiß nicht bei Aachen Halt gemacht, sondern er hätte ohne Zweifel das ganze westliche Europa in seinen Strudel mit hineingezogen. Wir glauben deshalb, uns nicht nur um unser eigenes in Sieger und Besiegte verewigen mochte und keine wahre Gleichberechtigung der Nationen anerkennen kann, um nicht fein eigenes System zu gefährden, dieser Geist hat sich auch in Genf eingeniftet und dort seinen unheilvollen Spuk getrieben. Er hat auch den Männern des Völkerbundes wie der Abrüstungskonferenz den Blick getrübt für die große innere Wandlung in Deutschland. Nicht weniger Friedensliebe und mehr Kriegsluft und Reoanchegeist sinh die Merkmale des neuen Deutschland, sondern das neu gefundene Selbstbewußtsein eines auf feine geschichtlichen Leistungen und seinen unbezähmbaren Aufbauwillen stolzen Volkes, das sich keineswegs den allen Völkern gemeinsamen Pflichten entziehen will, aber nur als gleichberechtigtes Mitglied Der großen Völkerfamilie bereit ist, an diesen Aufgaben mitzuwirken. Schon am 17. Mai hatte der Reichskanzler in seiner großen Friedensrede vor dem Reichstag erklärt: „Die deutsche Regierung und das deutsche Volk werden sich unter keinen Umständen zu irgendeiner Unterschrift nötigen lassen, die eine Verewigung der Disqualifizierung Deutsch- laMbs bedeuten würde. Das deutsche Volk besitzt heute Charakter genug, in einem solchen Falle feine Mitarbeit den andern Nationen nicht aufoktroyieren zu wollen, sondern, wenn auch schweren Herzens, die dann einzig mögliche Konseauenz zu ziehen. Als dauernd diffamiertes Volk würde es uns auch schwer fallen, noch weiterhin dem Völkerbunde anzugehören." Wer kann im Auslande angesichts dieser eindeutigen ernsten Warnung aus dem Munde des Reichskanzlers heute noch im Ernst den Erstaunten spielen, den Deutschlands Abkehr von Genf überrascht hat? Daß die Genfer Verhandlungspartner, sich an die feierlich versprochene Zubilligung der Gleichberechtigung nicht mehr gebunden erachteten mit der ebenso fadenscheinigen wie beleidigenden Begründung, die Zusage habe sich auf „ein anderes Deutschland" bezogen und sei „in einem Regime der Sicherheit" gemacht worden, das gegenwärtig nicht gewährleistet sei, ein solch offenbarer Vertrauensbruch konnte nur Deutschlands Ausscheiden aus den weiteren Verhandlungen der Abrüstungskonferenz zur Folge haben, wollte die deutsche Regierung zu ihrem Wort stehen und das deutsche Volk Ehrgefühl und Selbstachtung nicht mit Füßen treten lassen. Der ebenso plumpe wie dreiste Versuch, Volk und Regierung im nationalsozialistischen .Deutschland zu trennen, hat schon in allen Kreisen des deutschen Volkes das rechte Echo gefunden. Die täglichen Kundgebungen der Treue und Zustimmung werden heute schon dem schlecht unterrichteten Ausland das gänzlich Verfehlte solcher Bemühungen gezeigt haben. Jedem, der sich im Auslände ein sachliches Urteil bewahrt hat, kann es nicht zweifelhaft sein, daß von irgendwelcher Wendung zu kriegerischen oder auch mir provokatorischen ExpertLand, sondern um die gesamte abendländische Kultur ein historisches Verdien st erworben zu haben. Man hat der nationalsozialistischen Bewegung vielfach vor- geworfen, sie verstände nur Feste zu feiern. Die, die das tun, verkennen vollkommen den Sinn unserer Zeit und die Idee, die hinter den Festen steht. Niemals hätten wir den deutschen 21 r b eite r ft a n b in die Nation einbauen können, wenn nicht am 1. Mai sich die ganze Nation feierlidjft zu ihm bekannt hätte. Niemals wäre die nationale Ehre unseres Volkes wieder für jedermann in Deutschland so zur Selbstverständlichkeit geworden, wenn sie nicht in Potsdam feierlich proklamiert worden wäre. Niemals hätte der S t ä d t e r ein so lebendiges Verständnis für die Not und für die schicksalhafte Aufgabe des Bauerntums gewinnen können, wären Städter und Bauer nicht am 1. Oktober einmal durch die Regierung zufammengeführt worden. menten in der Außenpolitik der nationalsozialifft- scheu Regierung keine Rede sein kann. Der energische Versuch zur Anbahnung besserer Beziehungen mit Polen, der Abschluß des Viermächtepakts, das weitgehende Entgegenkommen auf der Abrüstungskonferenz selbst, wo wir uns mit der Umwandlung unserer Reichswehr in ein kurz ausgebildetes Volks- Heer und mit einer mehrjährigen Ueoergangszeit bis zur Erlangung der vollen Gleichberechtigung einverstanden erklärt hatten, das alles sind wahrlich schlechte Seroeife für die dem nationalsozialistischen Deutschland untergeschobenen Behauptungen, der Friedensstörer und Unruhestifter in der Wett zu sein. Der Führer selbst hat immer wieder erklärt, daß das neue Deutschlcnch mit allen Kräften an seiner moralischen Gesundung, seiner staatlichen Neuordnung und wirtschaftlichen Wiedergeburt arbeite und daher selber das allergrößte Interesse an der Aufrechterhaltung des Weltfriedens habe. In ganz eindeutigen Wendungen, vorbehaltlos und unverhüllt hat der Führer die großen Linien der deutschen Außenpolitik vor aller Wett bargelegt unb babei erklärt, daß nach Rückkehr des Saargebiets zum Reich es von uns aus gesehen zwischen Deutschland und Frankreich nichts gebe, was einen Krieg rechtfertigen könne. Nicht minder offen hat er in feinem Interview für die „Daily Mail" das Korriborpro- blem unb die Frage der kolonialen Betätigung Deutschlands behandelt und sich bereit erklärt, alle Deutschland und andere Nationen gemeinsam berührende Fragen in direkten Verhandlungen zu klären. Heute erfolgt auf dieses großzügige Angebot des Reichskanzlers noch überall betretenes Schweigen. Die stolze Freimütigkeit, mit der hier der Führer, sich in allen großen Zielen eins wissend mit seinem Volke, Deutschlands Stellung zu den Problemen der internationalen Politik barlegt unb die Hanb zur Verstänbigung ausstreckt,erscheint ben anbe« ren unfaßbar. In altem Mißtrauen und Argwohn wittern sie irgendeinen Hinterhalt unb suchen daher schnell wieder auf die alten ausgefahrenen diplomatischen Gleise zu entweichen. Aber die eindringlichen Worten des Führers werden ben Völkern nicht so schnell aus dem Gebächtnis schwinden. Sie sind die beste Abwehr gegen bas Gift der Verleumdung, mit bem Völker gegeneinander gehetzt werden, die nur miteinander leben können. Deutschland wird unbeirrt feinen Weg weitergehen, den ihm sein Führer in seinen letzten Kundmachungen gewiesen hat. Der 12. November wird der Wett zeigen, daß bas deutsche Volk, von dem gleichen Friedenswillen durchdrungen, den seine Regierung beseelt, aber unbeugsam in bem Willen, nur als gleichberechtigte Nation mitzuraten in der Gemeinschaft der Völker, cinmü'ig und zu jedem Opfer entschlossen, hinter seinem Führer steht. Acht Monate nationalsozialistische Aufbauarbeit. wir sind entschlossen, den weg zu gehen, den wir für richtig erkannt haben, auch wenn die Mitwelt uns nicht versteht, hätte man heute vor 12 Monaten behauptet, in einem Jahre würde es in Deutschland keine Parteien mehr geben, dann hätte man nur ein mitleidiges Lächeln als Antwort erwarten können, hätte man gesagt: in einem Jahr ist die innere Sicherheit wieder hergestellt, es wird keinen Kommunismus mehr geben, die roten Blätter werden vernichtet sein, es wird in Deutschland wieder eine anständige öffentliche Meinung exi- stieren, es werden überzweiMillionen Menschen an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt sein und die übrigbleibenden Millionen werden durch ein grandioses Winterhilfswerk über Wasser gehalten, das deutsche Volk hätte es damals gar nicht verstehen könnenk wir haben die Parteien zu Paaren getrieben und haben die Kleinstaaterei überwunden. Man hat uns vielfach zum Vorwurf gemacht, daß wir die Partei nach der Uebernahme der Macht geschlossen haben. Das war unumgänglich notwendig. Wir verwehren niemand seine Sympathie, seine Anhänglichkeit und seine Gefolgschaftstreue zu unserem Aufbauwerk, aber die Geschichte lehrt, daß große unb starke Staaten immer nur von Minberheiten verantwortlich getragen werben unb baß nur eine im Kampf zusammengeschloffene Minberheit auch bie Kraft aufbringen wirb, zu überwinden. Wir haben mit ber Intensität unserer Jbee allmählich alles Denken unb alles Fühlen in Deutfchlanb magnetisch an uns herangezogen. Wir haben alle feinbliche Wettanschauungsgebäube zertrümmert unb haben bem Volk bie Einheit bes Denkens und bamit auch bie Einheit bes Hanbelns zurückgegeben. Wenn heute bie Regierung spricht, bann sprichtdie deutsche Nation. (Lebhafter Beifall.) Unser Wiederaufbau ist ein Generalplan, der sich auf alle Gebiete bes öffentlichen Lebens erstreckt. Deshalb gingen wir baran, bas so vollkommen barnieberhegenbe geistige unb künstlerische Leben in Deutschlanb roieber auf einen neuen Boben zu stellen. Wir haben alle schaffenden Menschen in Deutschlanb zusammengsschlossen unb haben sie bem Staate verpflichtet. Wir haben bie sogenannte öffentliche Meinung roieber auf das Maß zurückgeführt, bas sie einyalten muß, wenn sie ben Staat gefährben will. Das eigentliche Problem ist aber oas Problem ber Arbeitslosigkeit. Das ist überhaupt bas Zentralproblem. Wir haben bem Volke niemals Illusionen gemacht über die Schwierigkeiten, die sich der Lösung entaegenstellten. Wir haben von vornherein gesagt, daß wir mindestens vier Jahre brauchen würden. Nun sind acht Monate vergangen und bereits über ein Drittel unserer Arbeitslosen sind wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt (Beifall). Nicht von selbst und nicht ohne unser Zutun. Unsere Kritiker im Auslande möchten die veffent- lichkeit nun gern glauben machen, daß das eben im Zuge der Zeit liege, als eine Konjunkturerscheinung, deren glückliche Nutznießer wir seien (Heiterkeit). Nein, keineswegs! Wir haben manchen lag und manche Nacht uns den Kopf darüber zergrübelt, wie wir diesem Gespenst der drohenden Not zu Leibe rücken können. Wir haben Pläne entworfen, haben dafür Geld eingesetzt, haben Kredite gegeben, haben den Bau von Netchsautobahnen und Hunderte, Tausende, Hunderttausend« in Brot gebracht, immer nur in dem Bestreben, diese stillstehende und bald verrostete Maschine der deutschen Produktion allmäh. lieh doch wieder in Gang zu setzen. röir haben eine Summe von 500 Millionen Mark seilens der Regierung eingesetzt. Diese 500 Millionen ziehen ca. 2000 Millionen wieder aus dem Volke nach sich, und mit diesen 2500 Millionen werden wir die Arbeitslosensisfer in diesen Monaten mindestens halten. (Beifall.) Bei beginnendem Frühling werden wir dann die Attackegegendiese Krankheit neu eröffnen. Wir haben alles 6etan, was menschenmöglich ist. und wir sind der eberzeugung. daß das Doll glücklich ist, nun feinen inneren Frieden zu haben und an die Arbeit gehen zu können. Selbstverständlich kann man noch über dieses und jenes kritisieren. Aber niemand weiß so gut wie wir, wo es noch überall hapert. Soweit wir aber in der Aufspürung unserer eigenen Fehler gehen dürfen, so geschlossen müssen wir uns dagegen verwahren, daß ein anderer, der nicht zu uns gehört, glaubt, unsere Fehler nicht nur zu kritisieren, sondern vergröbern und um fälschen zu können. Deutschland will Europa vor einem neuen Krieg bewahren. Nicht, Indem wir uns den andern anzugleichen versuchen, erringen wir die Sympathie der fremden Länder, sondern je stärker wir une In uns selbst verwurzeln, um so geschlossener werden wir der Well gegenüber auftreten können, und um so eher wird dann auch da, Verständnis der Welt für un, wach werden. Wir wollen damit die Welt geistig gar nicht bedrohen, ganz zu schweigen von einer militärischen Bedrohung, von der natürlich gar nicht die Rede sein kann. Wir haben gar nicht die Absicht, die Welt nationalsozialistisch zu machen. Uns genügt es, wenn Deutschland nationalsozialistisch ist. (Beifall.) Well wir neu sind, sind wir unbequem, und weil wir unbequem sind, stellen wir eine Bedrohung der Vcquemlichkeilsapostel dar. (Beifall.) Wie unfair ist es nun von der Welt, aus den Legenden- und Greuelmeldungen auf unseren wahren Zustand schließen zu wollen. Die Emigranten behaupten, wir herrschten nur durch Gewalt und Terror. Sind wir nicht so legal wie über- Haupt möglich an die Macht gekommen? Wir hatten doch nach dem 30. Januar die Möglichkeit au erklären, daß nie wieder gewählt würde. Wir haben es nicht getan. Wenn man immer sagt: Ja, ihr sperrt eure politische Gegner in die Konzentrationslager, dann frage man sich, was wohl unsere politischen Gegner mit uns getan hätten, wenn sie zur Macht gekommen wären? (Sehr richtig.) Wenn heute ein internationaler Bolschewist den Deutschen Reichstag in Brand steckt, einer der eigentlich verdiente, daß er innerhalb 24 Stunden an der Stätte, die er in Brand gesteckt hat, aufgeknüpft würde (stürmischer Beifall), wenn er heute vor den Richtern steht und wie ein armes Opfer aussieht, so kann man nur sagen, unsere Geduld ist wirklich bewundernswert. Und wie haben unsere Gegner das gelohnt? Haben sie Derständnis dafür? Erkennen sie das an? Nichts davon! Im Gegenteil. Sie behaupten, wir hätten den Reichstag in Brand gesteckt. Sie haben ein Phantasiegernalde entworfen, so grotesk und )o überspannt, daß wirklich nur ein Böswilliger sich den Anschein geben kann, er glaube das. Als wir am 30. Januar an die Macht gekommen waren, hatten wir eigenllich allen Grund gehabt, der Welt all das oorzuhalten, was sie uns in den letzten 14 Jahren angetan hat. Wir haben das nicht getan, denn wir waren der Ueberzeugung, daß es gar keinen Zweck hat, die alten Sunden wieder aufzureißen. Dies ist auch ganz natürlich. Denn der Führer und die von ihm Beauftragten ,ind selbst in ihrer Friedenspolitik frei. Der Führer konnte deshalb mit Recht sagen, er wolle nichts unversucht lassen, um (Europa vor einem neuen Kriege zu be wa h - cen. Daß ein Friede Opfer kostet, das wissen wir, aber wir sind der Meinung, er kostet weniger Opfer al# eine Krieg. (Großer Beifall.) Wir haben also die Befürchtungen, die man an unsere Machtübernahme glaubte knüpfen zn müssen, nicht erfüllt. Das hat auch seine tieferen Ursachen. Denn wir sind keine Hurrapatrioten. Unser Volk sieht vielmehr in einem Kriege niemals eine Wonne, niemals ein Glück, sondern eine bittere vnd furchtbare Notwendigkeit. Diesem Empfinden muß und wird auch die Regierung in ihrem ganzen handeln und Auftreten Ausdruck geben. Wir sagen: Wenn es, auch unter schweren Opfern, möglich wäre, mitFrankreich einever- ständignng zu finden, und zwar eine Verständigung, die uns unsere Ehre läßt und einen wirklichen dauerhaften Frieden ohne jeden Hintergedanken garantierte, dann würden wir uns um Millionen Menschen in Deutschland und in Frankreich ein ungeheure# Verdienst erwerben. (Beifall.) Kein Surrapalriotismus/Keine Revanche Bor allem sind wir der Meinung, daß das große Bertrauenstapital, das unser Volk uns entgegenbringt, auch in dieser Beziehung nicht ungenutzt gelassen bleiben kann. Wenn der Führer über den Rundfunk eine große Geste nach Frankreich macht und Frankreich die Bertöhnungshand bietet, dann braucht er nicht zu fürchten, deshalb am übernächsten Tage im Reichstag gestürzt zu werden. Wenn wir uns von den lauten Hurrapatrioten diesseits und jenseits unterscheiden, so brauchen wir uns dieser Unterscheidung nicht zu schämen, denn wir halten es nicht für ehrenvoll, bie Völker gegeneinander au Hetzen. Wir halten es vielmehr für ehrenvoll, daß die Staatsmänner ihre Aufgabe darin sehen, den Völkern Werke des Friedens zu geben. Wenn wir allmählich diese Bereitschaft, wenigstens einmal uns über diese Dinge auszu- sprechen, auch auf der Gegenseite finden, dann wird sich auch ein Weg finden lasten. Wir wollen nicht eine Politik betreiben, die dem Gegner die Möglichkeit geben könnte, über uns spöttisch zu lächeln, nein, was wir verlangen müssen, das wird auch verlangt, lieber alle maieriellen Fragen kann man sich unterhalten. Aber nicht über die Frage ber Ehre. Da sind wir unerbittlich. (Stürmischer Beifall.) Wir haben abgerüftet und zwar In einem solchen Maße, daß uns nicht einmal die Derteidlguna möglich ist. Wir haben bis zum letzten I-Punkt unsere Verpflichtungen eingehalten. Der Vertrag von Versailles sprach in allem gegen uns, nur in einem gab er uns eine Chance, nämlich in bem Punkte, daß die deutsche Abrüstung nur die Dorstuse zur allgemeinen Weltabrüstung sein soll. Die verträgt es sich nun mit der Fairneß, von der ble anderen immer so gern sprechen, wenn sie von uns alle# verlangen, was gegen uns spricht, und uns verweigern, was einmal ausnahmsweise für Uns spricht?! Wran man hrvte nun enfgegrnfjält, wir würden mit unserer S A. einen neuen Krieg öorberelten, dann kann man eine solche Behauptung nur al# kindisch bezeichnen. Moderne Kriege werden mit modernen technischen Waffen geführt, aber nicht mit einer Truppe, die zur Niederringung des Kommunismus marschiert. Ist in einer Proklamation der Partei oder der Regierung jemals von Revanche gesprochen worden? Nein! Ls ist Immer nur von dem heiligen Lrnst gesprochen worden, der uns erfüllt, von dem Willen zur Arbeit, der uns beseelt und von den großen Problemen, die wir lösen müssen. Wir wollen eine w i r k l i ch e Lösung der europäischen Probleme. Bei dieser Lösung muß aber der Grundsatz herrschen, daß man auch die Lage der anderen verstehen will. Man muß dem anderen den Weg freimachen, daß er einen Vertrag, den er freiwillig unterschreibt, auch halten kann. Wenn man unsere Ehre antastet, muß man damit rechnen, daß wir gehen, und wir hoben bas getan. Wir blasen nicht die Kriegsfanfare, dazu sind wir viel zu verantwortungsbewußt. Wir sagen, es geht uns gegen unsere Ehre, und wir tun das nicht, bis ihr uns unsere Ehre gegeben habt. (Beifall.) Wenn das Ausland unsere Gleichberechtigung anerkennt, dann werden wir versuchen, zu einem Vertrage zu kommen, und wenn der Vertrag erträglich ist, werden wir ihn unterschreiben. Das allerdings muß jeder wissen: Ein Vertrag, der die Unterschrift Adolf Hitler# trägt, trägt damit die Unterschrift des ganzen deutschen Volkes. Wir sind kein säbelrasselndes Deutschland. Wir sind nüchtern und ganz Vorurteils- los und haben es uns, als wir die Macht antraten. Zum Vorsatz gemacht, Europa vor dem nach- st en Kriege zu bewahren. Wir werden mit allen Mitteln den Krieg zu verhindern suchen, und haben mit diesem Vorsatz auch nicht hinter dem Berge gehalten, sondern sehr bald, nachdem wir das gröbste hinter uns hatten, dies der Welt zur Kenntnis gebracht. Volk und Negierung sind eins. Jetzt ruft man uns Immer wieder vorn Auslande zu: Ja. dem Reichskanzler und den oer- antworttichen Führen glauben wir, aber das Volk denkt anders. Wer gibt uns die Garantien. daß Ihr später nicht einsach von den 60 Millionen weggeschwemmt werdet, und daß die Leidenschaft de# Volkes über euch binwegbraust. Um nun zu beweisen, daß diese Regierung mit ihrem Willen zum Frieden, ihrer Lntschlosten- hett zur Wahrung der Gleichberechtigung nicht alleinfleht, sondern daß da# ganze Volk die Regierung dabei deckt, deshalb soll da# deutsche Volk am 12. November sich zu dieser Politik bekennen. Wenn wir einen neuen Reichstag wählen lasten, so geschieht da# nur deshalb, weil der alte Rcichsk-ig nicht mehr aktionsfähig ist. er »ft nur noch ein Rumpfparlament Wir wollen einen neu- n Reichstag haben. Die neuen Abgeordneten sollen sich auf die Pflicht de# Friedens und der Ehre eidlich verpsiich- ten, sie sollen em feierliches Gelöbnis ablegen daß diese# Parlament der Regierung keine Schwierigkeiten machen wird, wenn sie den Versuch unternimmt, Europa auf den Boden der gleichen Rechte einen neuen und besseren Frieden zu geben. Wir sind entschlosten, wenn diese Entscheidung gefallen ist, Europa seine Ruhe und Ordnung zurück- zugeben. Die alten Parteigenosten wüsten dafür sorgen, daß in diesem Wahlkampf nicht ein billiger Hurrapatriotismus aufkommt, sondern daß da# deutsche Volk den heiligen Ernst der Situation, in der Deutschland steht, vollkonnnen erfaßt und auch den heiligen Ernst der Entschlüsse die bie Regierung im Namen des Volke# gefaßt hat Nachdem wir iu den letzten acht Monaten di« Inneren Feind« nieder geworfen haben, mLsten wir nun auch großzügig fein und denen, die uns In diesen Monaten erkannt und schätzen gelernt haben, unsere versöhnende Hand h i n st r e ck e n. Ich bin überzeugt daß dieser grandiose Kampf nm unsere Ehre, um unsere Gleichberechtigung und nm den Frieden der Well, nur von einem Deutschland bestanden werden kann, in dem alle e l n e # S i n - ne#, eine» Geiste#, eine» Willen» nnd eine» Herzen, sind. Die ganze Nation muh sich in diesem Standpunkt bekennen, e» darf nicht eine Parteisache fein, sondern e» muß Sache de# ganzen Volke# sein. Ich bin Überzeugt, daß sich die ganze Nation feier- r.mft iU unserer Politik bekennt. Dann werden auch die Staatsmänner der anderen Völker allmählich einsehen, daß ersten# der gegenwärtige Zustand in Deutschland eine feststehende Tatsache ist, an der nichts mehr geändert werden kann, und daß zweitens die Völker Europas es auf die Dauer nicht dulden können und dulden werden, daß die großen Probleme, die der Krieg aufgeworfen hat, u n • gelöst bleiben. Damit, meine Parteigenossen, übernimmt unsere Bewegung eine weltpolitische Mission. Mit einem Schlage ist der gordische Knoten zerhauen, und ganz Europa ist vor eine neue Situation gestellt. Mehr denn je sind wir jetzt verpflichtet, aus unserer Partei alle Aeußerlichkeiten zu entfernen. Menschen, die sich der Größe ihrer Aufgabe bewußt sind, haben es gar nicht nötig, sich mit Aeußerlichkeiten zu umgeben. Cs ist doch Immer so geroefen, daß die wahre Größe einfach und bescheiden war, unb daß die wahre Bescheidenheit auch immer groß war. Diese Tugenden, die den Führer beseelen, müssen die Partei bi# zum letzten Mann beseelen. Wir haben im Führer bas leuchtende Beispiel einer spartanischen Einfachheit. Wenn bie Nachwelt von un# sagen kann, daß wir (Europa vor dem Zerfall zurückgeriflen haben und unserem Volke den Weg in# Freie gezeigt haben, bann, meine Parieigenosten, können wir stolz fein. Deshalb bitte ich Sie, gläubig und ergeben auf Hitler und feine Getreuen zu vertrauen und davon überzeugt zu fein, daß wir das Volk niemal» verlassen werden, daß wir keine Unbesonnenheiten begehen, sondern klar und unerbittlich unseren Weg beschreiten werden. Dann werden wir da# Ziel, da# am Ende de# Weges steht, auch erreichen. Da# stolze Wort des Generals Llausewih wirb auch heute bie Meinung ber Welt für uns gewinnen, das Wort, bas ber General am Schluß feines politischen Testaments fehle. „(Eiuft wird die Nachwelt richten, unb sie wirb von Ihrem Verbannungsurteil die au#net)men. welche dem Strom des Verfalls mutig enl- gegengerungen unb bas Gefühl ber Pflicht in ihrem eigenen Busen bewahrt haben". (Tosender, langanhaltender Beifall.) Aeichsflatchatter Sprenger sprich! über bie Bedeutung des 12. November. Volk und Regierung eins in dem Verlangen nach Gleichberechtigung der deutschen Nation. Frankfurt a. M., 21. Okt. (Wolff.) Au# der großen Rede de# Reichsstatthalters in Hessen, Gauleiter Sprenger auf der Bauernkundgebung in Giünberg, über die wir am Freitag bereits be- richtet haben, tragen wir noch folgende# ergänzend nach: „Der beste Mensch kann nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." Diese# Wort kann Deutschland auf sich anwenden, nicht daß ich sagen will, daß ein bestimmter Nachbar uns stören will und wird, aber wenn wir Deutsche sehen, wie in der ganzen Welt gerüstet wird, Kanonen und Flugzege gebaut werden, und Deutschland ist ohnmächtig, bann kann uns niemand verargen, wenn wir auf diese Nachbarn etwa# argwöhnisch hinüberblicken, denn Kanonen baut man nicht, um Rosenöl z u zerstäuben und Parfüm in die Welt zu spritzen (Beifall!). Deutschand hat man in Versailles auferlegt, daß cs vollkommen abrüste. Deutschland hat abgerüstet! Aber, wenn Verträge erfüllt werden fallen, dann sollen sie von allen erfüllt werden. (Beifall!) Deutschland hat abgerüftet, also rüftet i h c ab, wie wir abgerüftet haben (Beifall!), denn wenn alle abgerüftet haben, dann sind d i e Kräfte wieder gleich. Also eine Abrüstungskonferenz hat Deutschland gar nicht notwendig. Die andern fühlen da# Bedürfnis und haben sie einberufen. Man redet von Abrüstung bei den andern, nur damit man nicht abzurüsten braucht, und nur um nicht abrüsten zu müssen, sucht man einen Sündenbock. Braucht ein Land heute gegen uns Deutsche zu rüsten, gegen Deutschland, da# kein Heer hat — unsere Reichswehr ist nur ein Notbehelf der Landesverteidigung, wenn irgend ein Räuber uns überfallen sollte. — Also gegen wen? — und da e# keiner dem andern zu sagen wagte, gegen wen er rüste, darum sagen alle, sie müßten rüsten, weil Deutschland eine Gefahr fei (Heiterkeit). Das nimmt ihnen heute niemand mehr ab und Deutschland verlangt, daß, wenn schon über Abrüstung verhandelt werde, daß dann Deutschland vollkommen gleich behandelt werden soll. Sie verlangten erst einmal von Deutschland eine Probezeit, al# ob wir noch nicht genug geprobt hätten (Lachen). Die sollen erst einmal da# Abrösten soweit proben, wie wir es durch- Geführt haben, dann sollen sie uns auffordern, ein urteil abzugeben, wie die Probe ausgegangen ist (Beifall!). Bor knapp einem halben Jahr erst haben sie Deutschland die Gleichberechtigung zugestanden. Nun wollte der Führer Adolf Hitler die Probe machen, wie diese Gleichberechtigung, die sie uns zugesprochen hatten, in Wirklichkeit aussieht. Nach langem Feilschen schien sie sich zusammen und liehen uns eröffnen, daß da# derzeitige Deutschland noch nicht als gleichberechtigt anerkannt werden könne, man müsse e t ft bie Taten de# heutigen Deutschland# abwarten. — Das heißt, sie wollten vor aller Welt bekunden, daß wir noch einvolk zweiter Klasse sind, das noch nicht in den Kreis der Kulturnationen Hineinpaste. Der Führer wartete nicht erst ab, bi# im Namen des Völkerbunde# in der Abrüstungskonferenz der Vertreter England# uns das öffentlich vor aller Welt, al# Schandmal erneut ins Gesicht sprechen konnte, sondern Adolf Hitler erklärte, daß unser Delegierter überhaupt nicht mehr noch Genf zurückreist (Beifall!) und erklärte, daß wenn wir schon nicht als gleichwertig anerkannt werden können, wie auch auf die Verhandlungen mit diesen hohen Herren verzichten mühten (Bei- soll!), und wir werden solange verzichten, bis sie Vernunft angenommen haben (Bravo!), von den Märchen, daß das deutsche Volk und die Regierung zwei Dinge seien, werden wir beweisen, daß es ein Märchen ist. Volk und Führung sind eins. Niemals war das deutsche , Volk so eins wie heute unter einer Führung, und diese» geeinte deutsche Volk sollte erneut ge- bemütigt werben. Adolf Hitler hätte nach bem 30. Januar nicht notwendig gehabt, wählen zu lassen, da# muß jedem klar fein, auch denen, die damals noch gegen uns waren. Die Kraft hatten wir, den Staatsapparat hatten wir auch. Wir wären aber auch in ber Lage gewesen, kraft unserer eigenen Organisation, ber Partei, der SA und SS den Staat zu führen, so wie wir gewollt hätten. Trotzdem ist der Führer vor da# Volk getreten und hat gesagt: Deutsche# Volk, entscheide du in einer Wahl, gib beäun Willen kund. Sc hat das deutsch« Volk damals übermältigenb zu Adolf Hiller gestanden, so baß er ber Welt stolz sogen konnte, mein Wollen, mein Werk i st Wollen und Werk be# deutschen Volkes. (Starker Beifall.) Heute könnte Adolf Hitler ebenso stolz erklären: Ich bin mir des rechten Weges wohl bewußt. Und doch sagt er wieder: bie Welt soll sehen, baß das Volk mit mir eins ist, daß es eine Lüge ist, wenn man einen Unterschied macht zwischen Volk und Regierung. Darum ruft er auf zum 12. November. Das Volk soll ja ober nein sagen, ob cs die Außenpolitik, die er geführt hat, billigt ober nicht. Du deutscher Mann, du deutsche Frau sollst entscheiden: Ist es richtig, daß mir uns stolz in der Welt behaupten und den anderen Völkern gegenüber als freies deutsches Volk und als gleichberechtigt mit den anderen angesehen werden wollen? Am 12. November werden wir der Welt beweisen, was wir am 5. März In bet Innenpolitik bem beutschen Volk bewiesen haben: Deutschland besteht aus Deutschen, geführt von einem Führer, eines Willen», Frieben zu hatten Im Innern wie wir ihn uns geschaffen haben, um Arbeit und bie Lebensmöglichkeit unsere» Volke# zu haben. Arbeit unb Frieben sollen bazn bienen, bah auch nach außen burch Gteich- berechtigung bet Frieden erhalten werde, auf Zeit und Fort und Fort, soweit In deutschen Kräften liegt. Das ist letzten Ende» bie Frage ber Entscheibung. Darum, ihr meine beutschen Volksgenossen, barf es am 12. November feine Lauen geben. Nein, Pflicht eines jeben ist es, an bie Urne zu gehen. Daß nebenbei ber Reichstag neu gewählt wird, ist eine Nebenerscheinung, an der auch die Welt sehen soll, wem da# deutsche Volk sein Vertrauen zur Führung schenkt. Aber alle müssen an die Urne. Ihr sollt mit diesem Schritt besiegeln die Weiterführung de# Werke# der friedlichen Arbeit, sollt sicherstellen durch Arbeit und Frieden die Gleichberechtigung des deutschen Volke# vor allen anderen Nationen. Vor dieser wichtigen Frage hat jeder alle# andere zurückzustellen. In der Nation seiaeächtet wer am 12. November seine Pflicht nicht tut, au#geftoßen soll er sein au# ber Gemeinschaft be# beutschen Volkes, so ernst wollen wir an diese Dinge Herangehen (starker Beifall). So tut ihr eure Pflicht, so stehen wir zusammen, so besteht bas Volk vor uns, vor der Welt und vor unserem Herrgott. Daß wir da# tun wollen, bas wollen wir dem Führer geloben. Unsere herrlichen Heimat, das große Vaterland Deutschland, unser Führer Adolf Hitler ein dreifaches „Sieg-Heil!". Oer Stahlhelm in Front. Franz Leldte ruft zum Bekenntnis für de« Führer auf. Berlin, 20. Okt. (TU.) Der Bundesführer de# Stahlhelms, Franz Seldtc, hat einen Aufruf veröffentlicht, in bem es u. a. heißt: Kameraden! Mit Zustimmung unseres über alle# verehrten Generalfelbmarschalls und Reichspräsidenten von Hindenburg, Ehrenpräsidenten des Stahlhelms, hat der Kanzler des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, der Führer von SA., SS. St., unseres Führers, dem wir das historische Erlebnis von Hannover, die (Einigung aller derer danken, die vor Gott, ihrem Gewissen und Deutschland zusammen und zu ihm gehören, in völliger Gemeinschaft mit bem Denken und Willen sämtlicher Mitglieder der Regierung de# Deutschen Reiches den Austritt des Deutschen Reiches aus ber Abrüstungskonferenz und dem Völkerbund beschlosten. Gleichzeitig hat der Reichskanzler Adolf Hitler das deutsche Volk dazu auf- gerufen, am 12. November f i th feierlich zu bekennen zu dieser Politik der Ehre unb Gleichberechtigung. Wir Stahlhelmcr machen kraft unserer Vergangenheit, traft unsere# Willen# bas Bekenntnis ber reinen unb großen Persönlichkeit des Kanzlers vom Samstag, Den 14. Oktober, zu unserem eigenen. Äir wollen aus der Macht heraus, bie ber Geist ber 2 Millionen gefallenen Brüder je unb je über uns gewonnen hat, Mann für Monn unb Tag für Tag, Stunde für Stunde bis zum 12. November und am 12. November selbst dafür e i n st e h e n , daß da# Bekenntnis des 12. November bas umfassendste und gewaltigst^ wird, bas je ein Bo l k abgelegt hat. Wir wollen jeden im Lande mitreißen, der da meint, auf seine Stimme käme es nicht at^ Es soll eine magnetische Kraft von uns aueftrahleiL die jedem Deutschen, auf den irgend ein Stahl» befater Einfluß hat, M« Verantwortung btt Herz trügt, daß es am 12. November auf feine Stimme und auf alle beiden Bekenntnisse in gleicher Weise ankommt: Auf das Ja zur Ehre der Nation und «um Frieden der Welt. Auf das Kreuz im Kreis, das dokumentiert, daß wir, woher wir kommen und wo immer wir gekämpft haben, in den 14 Jahren des Grauens zusammengewachsen sind ßum Block Adolf Hitlers, zur deutschen Volks- gememschaftl Kameraden! Wo Deutschland uns ruft, stehen wir! Wo Adolf Hitler uns ruft, kann er sich auf Öen Stahlhelm oerlaffen wie auf die beiden anderen uns kameradschaftlich verbundenen Kolonnen! Mit Gott für Deutschland! Für Ehre und Freiheit! Für Frieden und Gleichberechtigung! Front Heil Hitler! Berlin, den -20. Oktober 1933. gez. Franz Seldte. Prof. ÄanseöBuch „Wehrwiffenschast" beschlagnahmt. Berlin, 20. Oft. (TU.) Ein Teil der ausländischen Presse hat in tendenziöser Absicht einzelne Sätze und Abschnitte aus dem Buche des Prof. Banfe „Wehrwissenschaft, Einführung in eine neue nationale Wissenschaft" zitiert, um damit die friedliche Gesinnung des neuen Deutschlands zu verdächtigen. Es wird demgegenüber festgestellt, daß die von Prof. Banfe vertretenen Auffassungen nicht denen der deutschen Regierung entsprechen und lediglich als persönliche Meinungsäußerungen zu betrachten sind. Prof. Banfes Buch: „Wehrwissenschaft, Einführung in eine neue nationale Wissenschaft" ist beschlagnahmt worden. Der Ausruf -er Reichsregierung aus dem Stimmzettel. Berlin, 20. Okt. (TU.) Um etwaige Zweifel über den Gegen st and der Volks- a b st i m m u n g am 12. November 1933 von vornherein auszuschließen, hat die Reichsregierung beschlossen, daß ihr Aufruf an das deutsche Volk vom 14. Oktober 1933 seinem vollen Wortlaut nach in den Stimmzettel ausgenommen wird. Die Verordnung über Reichswahlen und Abstimmung vom 14. März 1924 ist dahin geändert worden, daß bei Reichstagswahlen die Stimmzettel alle zu gelassenen Kreiswahlvorschläge — diesmal kommt bekanntlich nur der der NSDAP, in Frage — mit Angabe der Partei und Hinzufügung der er st en 10 Bewerber jedes Vorschlages enthalten müssen. Bisher waren nur die Namen der ersten vier Bewerber erforderlich. Ferner wurde die bisherige Bestimmung, wonach mit dem Wahlvor- schlage die Erklärung der Bewerber .in- zureichen war, daß sie der Aufnahme ihrer Namen in den Wahlvorschlag zustimmen, dahin geändert, daß es der Einreichung dieser Erklärung nicht bedarf, wenn der Bewerber dem Reichstag oder der Volksvertretung eines Landes während der letzten Wahlperiode bis zu deren Ablauf angehört hat. Hitler und Göring im Wahlkampf. Essen, 20. Okt. (TU.) Wie die „National-Zei- tung" berichtet, wird Reichskanzler Adolf Hitler, der bekanntlich persönlich die Führung in dem Wahlkampf für die politische Entscheidung am 12.November übernimmt, insgesamt in 15 gewaltigen Massenkundgebungen zum deutschen Volke sprechen. Die Versammlungen des Führers werden in den bedeutendsten Großstädten des Reiches stattfinden. Der preußische Ma- nisterpräsident Hermann Göring, der sich im Lande Preußen an die Spitze des Wahlfeldzuges gestellt hat, wird in der Zeit vom 25. Oktober bis 11. November insgesamt 13 Wahlkund- gedungen abhalten. Graf Helldorf und Oberleutnant Schulz als Zeugen im Reichstagsbrandstifierprozeß. Nicht der Schatten eines Beweises für die Behauptungen des Braunbuches. Berlin, 20. Okt. (WTB.) Der Reichstagsbrand- stifterprozeß hatte heute einen großen Tag. Nicht weniger als 22 Zeugen wurden vernommen, darunter auch Oberleutnant Schulz und Polizeipräsident Graf Helldorf-Potsdam. Polizeipräsident Heines hat telegrafisch mitgeteilt, daß er sich zur Zeit in Italien aufhalte. Eventuell wird der Zeuge Heines später vernommen. Der Vorsitzende erklärt, im Braunbuch werde behauptet, unter Führung des Polizeipräsidenten Heines, Oberleutnants Schulz und des Polizeipräsidenten Helldorf seien SA. - Formationen durch den unterirdischen Gang in den Reichstag eingedrungen und hätten den Brand angelegt. Heute sollen nun Zeugen darüber vernommen werden, ob die in diesen Beschuldigungen genannten Personen am Tage des Reichstagsbrandes in B e r l i n gern e s e n sind. Als erster Zeuge bekundet Joseph Bonn, Inhaber des Hotels „Haus Oberschlesien" in Glei - w i tz, daß Polizeipräsident Heines vom 25. bis 28. Februar in feinem Hotel gewohnt habe. Der Portier und der Zimmerkellner des Hotels bestätigen diese Aussage. Hierauf wird der Polizeipräsident von Potsdam Gras Helldorf als Zeuge vernommen. Ich habe, so führt« er aus, am Tage des Reichstagsbrandes bis etwa 19 Uhr auf meinem Büro gearbeitet. Dann bin ich zusammen mit Professor v. Arnim, dem damaligen Stabsführer der SA.- Gruppe Berlin-Brandenburg, zum Abendessen i n das Lokal Klinger in der Rankestraße gefahren. Als wir beim Abendbrot saßen, meldete tuns ein Telephongespräch den Reichstagsbrand. Ich habe Herrn v. Arnim gebeten, sich sofort an Ort und Stelle zu begeben, um für den Fall, daß ich gebraucht würde, in meine Wohnung telephonisch Nachricht zu geben. Etwa um 22 Uhr habe ich dann dort Nachricht erhalten, daß meine Anwesenheit am Reichstage nicht notwendig sei. Gegen 23 Uhr bin ist in die Hedemannstraße gefahren, wo meine Büros lagen, und habe dort mit Öen Unterführern der SA. Berlin eine B e - sprechung abgehalten, in der der Reichstagsbrand besprochen wurde. Am nächsten Tage wurde dann auf meine Anordnung hin eine ganze Reihe kommunistischer und SPD.-Funktionäre verhaftet. Dr. Sack: Waren Sie am Montag in dem unterirdischen Verbindungsgang mit einer Kolonne, in der Sie als zweiter gingen und van der Lubbe als fünfter ober sechster Mann? Zeuge: Nein! Dr. Sack: Kennen Sie van der Lubbe? Zeuge: Nein! Dr. Sack: Haben Sie an den jetzigen Gruppenführer E r n st irgendwelche Befehle gegeben, daß er sich gegen 21 Uhr inber Nähe bes Reichstages aufhalten solle, um mit 'seinen Motorradfahrern besondere Alarmmeldungen durch Groß- Berlin zu geben? Zeuge: Nein. Aus Fragen des Angeklagten D i m i t r o s f erklärt Graf Helldorf weiter: Wir waren in der Besprechung an dem Abend des Brandes der Auf- affung, daß der Reichstagsbrand der Auftakt ein sollte für irgendwelche von tommunifti» (her oder marxistischer Seite ge- plante Bewegungen. Daß diese Aufstandsbewegungen, die, wie wir annahmen, bevorstanden, nicht zur Entwicklung kamen, ist lediglich dem Umstande zu danken, daß eben die maßgebenden Füh- rer der marxistischen Bewegung festgesetzt wurden. van der Lubbe wird aus der Anklagebank vor den Richtertisch geführt. Der Vorsitzende fordert ihn auf, den Kopf zu heben, van der Lubbe bleibt aber trotz wiederholter Aufforderung in feiner gebeugten Haltung, bis ihm Graf Helldorf ins Gesicht ruft: „Mensch, nimm doch mal deinen Schädel hoch! Los!" Und nun gelingt es, was alle nicht vermochten, ruckartig hebt sich der Kopf des Angeklagten. Beim Publikum löst der Vorgang Beifall und Heiterkeit aus. Der Vorsitzende fragt van der Lubbe, ob er den Herrn kenne, und an der Lubbe antwortet: Nein. Es folgt die Vernehmung des Oberleutnants a. O. Schulz. Dieser erklärt u. a.: Ich war zu jener Zeit überhaupt nicht in Berlin, sondern in ärztlicher Behandlung bei Dr. Brendel in Tutzing am Starnberger See. Die Fragen des Rechtsanwalts Dr. Sack, ob Oberleutnant Schulz im Februar B e • sprechungen mit Graf Helldorf, Heines oder Göring gehabt hab«, werden vorn Zeugen nachdrücklichst verneint. Er hab« die drei Herren im Dezember zum letzten Male gesehen. Das Gericht kommt dann auf die Frage zurück, welche Kleidung der Mann gehabt, den der Heuge Boguhn am Portal gesehen hat und den er nachträglich als den Angeklagten Popoff wiedererkannt haben will. Der Zeuge Boguhn hatte seinerzeit erklärt, daß der Mann am Portal 2 eine hellere Hose angehabt habe als die Farbe des Mantels. Demgegenüber sagt heute Frau Sobecki, die Wirtin Poposfs, aus, daß Popoff nur zwei Anzüge besessen habe, einen dunkelblauen und einen in sich gemusterten schwarzen. Rechtsanwalt Dr. Teichert weist darauf hin, daß der Zeuge Boguhn bei feiner Vernehmung am Brandtage von einer hellgrauen Hose gesprochen habe. Auch der Vorsitzende weist daraufhin, daß zwischen den ersten und den späteren Angaben Boguhns Unterschiede beständen. Boguhn erklärt diese Widerspräche damit, daß am ersten Abend die Vernehmung bei der Polizei so schnell vor sich gegangen sei, daß man keine genauen Schilderungen geben konnte. Er habe sich deshalb später nochmals gemeldet. Der Angeklagte D i m i t r o f f fragt den Zeugen Boguhn, ob er Beziehungen zu den Beamten der Reichstagsverwaltung unterhalte, was der Zeuge verneinte. Auch zur SA. und SS. unterhalte er keine Beziehungen. Zeuge Th al er hält es für nicht möglich, daß er bei feinem Bestreben, feine Beobachtungen zu melden, zum Portal 2 hinaufgerannt und vielleicht an der Tür gerüttelt habe. Angeklagter Nörgler: Die bisherige Derhand- hing hat ergeben, daß Thaler nicht derjenige gewesen ist, der zur Brandenburger- Tor-Wache lief, um die erste Mitteilung von dem Brand zu machen, sondern daß ein Unbekann- ter auf der Wache erschienen ist. Zeitlich und in Bezug aus die Person könnte dieser Mann derjenige gewesen fein, der am Portal 2 geklinkt bat und bann weitergerannt ist zur Wache. Der Vorsitzende erwidert, daß dieser Mann bann doch nach bem Branbenburger Tor weitergelaufen wäre unb nicht, wie ber von Boguhn beobachtete Mann, nach bem Tiergarten. Angeklagter Dimitroff: Die Reichstagsbranbstif- tung ist noch immer ein Rätsel. Die erste Melbung ist roeber von einem Reichstagsbeamten noch von einem Polizeibeamten gemacht, fonbern von einem unbekannten Zivilisten, ber nicht zu finben ist. Schließlich bezeichnet ber frühere Dezernent des Berliner Feuerlöschwesens, Ahrens, die im Aus- land verbreitete Nachricht für eine infameßüge, daß Oberbranddirektor Gempp Aeußerungen über bie angebliche Verhinberung ber Löscharbeiten burch Minister Göring gemacht habe. Er halte es für eine Infamie, baß Leute, bie sich jetzt im Auslande befinden, so etwas über einen Menschen, der nicht wie sie ausgerissen ist, sondern ruhig in Deutschland sitzt, behaupten. Auf Fragen des Oberreichsanwaltes erklärt der Zeuge noch, daß er keine SA. -Abteilungen am Reichstag ge» sehen habe, nur Da und dort einen SA-Mann, ber in den Autos der Minister saß usw. Als nächster Zeuge wird Kriminalassistent R a - b e n über seine Wahrnehmungen bei den Verneh- mungen van der ßubbes vernommen. Van der Lubbe habe willig Antwort gegeben. Im Reichstag habe der Angeklagte den Brandweg noch einmal zurückgelegt. Van der Lubbe sei von einer Stelle zur anderen gelaufen und habe überall das Anlegen des Feuers markiert. Er fei dabei meist im Laufschritt gegangen; der ganze Weg habe 15 Minuten gedauert. Er glaube aber nicht, daß er bei der Tat auch so gelaufen sei, denn der Aufenthalt an den einzelnen Brandstellen fei ihm für eine Brandlegung zu kurz erschienen. Dann bezeichnet als nächster Zeuge der Direktor beim Reichstag, Geh. Rat Galle, die Behaup- tungen, daß an dem fraglichen Tage Beamte des Reichstages beurlaubt worden wären, als Klatschereien. Weiter bestätigt der Zeuge, daß Leute in Begleitung eines Abgeordneten auch gefüllt.« Taschen m i t b r i n g e n konnten. Auch die ständigen Boten konnten größere Pakete nach dem kommunistischen Fraktionszimmer bringen. Eine SA. - ober SS. - Wache existiere im Präsiddntenhaus nicht. Der Mann der Zimmervermieterin Pvposss, Sobecki, gibt an, daß er am Tage nach dem Reichstagsbrand beim Abräumen des Popoffschen Frühstücks eine benutzte Kinokarte gefunden habe. Auf die Frage, ob er wisse, daß diese Karte am Tage vor dem Brande benutzt worden sei, sagt der Zeuge, er nehme es an, denn man trägt doch keine gebrauchte Kinokarte mehrere Tage in der Tasche. (Bewegung im Zuhörerraum.) Als das erste Bild von vanderLubbein den Zeitungen erschienen sei, habe er mit Popoff darüber gesprochen und ihn gefragt, was er davon halte. Popoff habe gesagt, daß das Gesicht des Mannes nicht gut fei, er traue ihm nichts Gutes zu. — Litwinow nach Washington eingeladen. Oje Vereinigten Staaten nehmen die Beziehungen zur Sowjetunion auf. Moskau, 20. Oft. (TU.) Der Vorsitzende des Vollzugskomitees der Sowjetunion, Kalinin, hat eine Botschaft des amerikanischen Präsidenten Roosevelt erhalten, in dem es u. a. heißt: „Rach der Uebernahme der Präsidentschaft der vereinigten Stalen habe ich mich von der Notwendigkeit der Normalisierung der Beziehungen zwischen den vereinigten Staaten und Rußland überzeugt, von dieser Erkenntnis ausgehend bin id) bereif, mit den Vertretern Ihres Landes über die Klärung verschiedener politischer und wirtschaftlicher Fragen zu verhandeln, die für die Wohlfahrt beider Länder von Bedeutung sind. Ich bitte Sie, mir die Vertreter zu benennen, die Sie zu diesem Zweck beauftragen wollen. gez. Roosevelt." Kalinin hat Roosevelt daraus geantwortet: „Die Regierung der Sowjetunion ist von dem Wunsch beseelt, zu den vereinigten Staaten freundschaftliche Beziehungen zu pflegen. 3m Auftrage der Regierung der Sowjetunion ernenne ich den Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, zum Bevollmächtigten, der in Washington mit Ihnen über die Klärung der politischen und wirtschaftlichen Fragen zu verhandeln beauftragt ist. 3ch hoffe, daß es gelingen wird, bei diesen Besprechungen eine Grundlage zu finden, um endlich das Freundschaftsverhältnis zwischen den beiden Völkern zu stabilisieren. gez. Kalinin." Der Telegrammaustausch zwischen Roosevelt und Kalinin hat in Moskauer politischen Kreisen großes Aufsehen erregt. Die Wiederherstellung der Beziehungen zu Amerika sei, so wird erklärt, der größte Erfolg der russlschenDIploma- t i e, der besonders In Anbetracht der gespannten Lage im Fernen Osten Beachtung verdiene. Litwinow wird sich aus dem kürze ft en Wege nach Washington begeben. Außer dem Außen- Handelskommissar R o s e n h o l z dürften führende Persönlichkeiten des Handels- und Wirtschaftslebens der Sowjetunion nach Washington fahren, darunter Bogdanow und der Vertreter des Auhenkom- miffars in Amerika, Skwierfki, der auch die Vorarbeiten für die Wiederherstellung der Beziehungen zwischen den beiden Völkern geleistet hat. Oer Beschluß Roosevelts. Keine ungetrübte Freude in Washington. Washington, 21. Oktober. (TU.) Präsident Roosevelt erklärte, daß er persönlich die Verhandlungen mit Litwinow führen w^rbe. Vielleicht werde auch noch der Staatssekre- tcr für das Auswärtige, Hüll, an den Besprechungen teilnehmen. Im Weißen Hause wird aber zugleich betont, daß diese Einladung noch nicht die diplomatische Anerkennung der Sowjetregierung bedeute, daß sie aber a l s vorbereitender Schritt dazu anzusehen sei, falls eine zufriedenstellende Grundlage für die Lösung der bestehenden Schwierigkeiten gefunden werden könnte. Gleichzeitig wird bekannt, daß die erste Annäherung zwischen Amerika und der Sowjetunion während der Londoner Weltwirtschaftskonserenz stattgefunden hat. In gewissen politischen Kreisen wird die Nachricht mit Mißbehagen ausgenommen, da gerade jetzt in Kuba und Mexiko, also in allernächster Nähe der Vereinigten Staaten, kommunistische Unruhen herrschen. Fraglich ist daher, ob der Bundeskongreß, der im Januar Zusammentritt, nicht eine Resolution gegen die Anerkennung beschließen wird, in welchem Falle Präsident Roosevelt die Hände gebunden wären. Die Zeit der Ankunft Lit- winows ist noch unbestimmt. Schon jetzt steht jedoch fest, daß er nicht als Roosevelts Gast im Weißen Haus wohnen wird. Neue Wege für den Handel. Zurück zum branchetundigen Einzelhändler „Berlin, 20. Okt. (WTB.) Nachfolgende Aus. führungen des Wirtschaftsbeauftragten des Reichs» kanzlers, Keppler, haben den Zweck, klar bie Richtung zu zeigen, wohin die Entwicklung des Handels in Zukunft gehen soll. Den Schwerpunkt des Wirtschaftslebens bildet selbstverständlich die Produktion. Der Handel hat der Produktion zu dienen als Organisa« tion zur Verteilung der Erzeugnisse. Er hat diese Aufgabe billig zu leisten und trotzdem seinen Angehörigen e i n e gesunde Exi - stenzbasis zu geben. Beides ist heute nicht er» füllt: Die Verteilung der Waren erfolgt heute in vielen Fällen mit größerer Handels- spanne als in Friedenszeiten, und trotzdem haben viele Händler keine auskömmliche Existenz. Die Ursache hierzu liegt in der seit Kriegsende erfolgten Abwanderung von der Produktion zum Han- d e l und dem dadurch bedingten zu geringen Umsatz der einzelnen Geschäfte. Die Mißstände wurden noch dadurch gesteigert, daß im Lause der letzten Jahrzehnte neuartige S y - st e m c sich im Handel ^reitmachten. Es sind dies vor allem die korporativen Handels- und Finanzsysteme, wie Warenhäuser, Einkaufs- und Konsumgenossenschaften, Werkhandelsgesellschaften, die Filialsystenze und Aktiengesellschaften. Alle diese Unternehmungen können wir im Handel entbehren. Wir wollen statt dessen auf. bauen auf der einzelnen Person des unternehmenden Kaufmanns, der fein Geschäft in jeder Sparte voll übersehen kann, gute Fachkenntmsse besitzt und der für jede Handlung voll verantwortlich fein muß mit feiner Person und mit seinem Vermögen hastet. Für viele Waren ist unbedingt der Großhändler erforderlich, der die kleinen Händler versorgt und durch ver- nünftige Lagerhaltung und Finanzierung dazu bei- trägt, eine gleichmäßige Beschäftigung der Produk. tionsftätten zu fördern. Wir brauchen den branchekundigen, ehrbaren Kauf- mann als Einzelhändler, der in freier Konkurrenz, aber nicht bedrängt durch die Macht der korporativen Systeme und der anonymen Finanzgesellschaften arbeitet. Die Entwicklung der letzten Jahre ist dadurch charakterisiert, daß im Handel dauernd größtes Ge- wicht auf Verbände und Organisationen gelegt wurde, daß die Aufgaben des einzelnen Kaufmanns immer mehr diesen Gebilden übertragen und hierdurch der Aufgabenkreis und die Selbständigkeit des Einzelkaufmanns immer mehr beschränkt wurden. Offensichtlich hoffte man hierdurch der Not der Zeit bester Herr zu werden. Eine Rückbildung dieser Entwicklung ist erwünscht, um der einzelnen Persönlichkeit wieder eine bessere Entfaltungsmöglichkeit zu geben. Mit diesen kurzen Sätzen ist bargelegt, wie der nationalsozialistische Staat den Handel gestalten will. Selbstverständlich kann diese Neugestaltung nur im Laufe von Jahren erreicht werden; denn ein so großes Wirtschaftssystem wie den Verteilungsapparat unserer Waren kann man nicht von einem Jahr zum anderen in andere Bahnen lenken, wenn man auch die Unrichtigkeit des Bestehenden erkannt hat. Die Umbildung muh mit Besonnenheit und Ruhe erfolgen, denn für die Wirtschaft sind Störungen nicht dienlich, die zu Zu- fammenbrüchen unb bamit verbunbenen Kapiatal- Verlusten sichren müssen. Eine Sonberstellung müssen im Handel bie Haupterzeugnisse bes Sauern einnehmen. Der liberallstische Staat hat ben Bauern ohne Rücksicht auf feine Lebensexistenz ber Willkür bes Marktes ausgeliefert, ber nationalsozialistische Staat rechnet sinngemäß ben Bauern nicht zu ben Unternehmern unb setzte für einen Teil seiner Probukte an bie Stelle bes Markte s ben burch bie staa11 iche Autorität festgesetzten Preis. Der Handel mit diesen Produkten muh daher auch eine andere G e - ft a 11 bekommen, unb es ist Aufgabe bes Bauern- ftanbes, hier für bie geeigneten Formen zu sorgen. Lügen über den Tod des holländischen Generalkonsuls in Leipzig. Berlin, 20. Okt. (CNB.) Der Moskauer Ge- werkschaftssenber verbreitet eine Nachricht, bie auch in Kattowitz von ber „Polska Zachobnia aufgenomi men wirb, wonach ber in einem Berliner Kino erfolgte Tob bes Leipziger ho11änbi - schen Generalkonsuls Knobel durch Herzschlag das Werk der Geheimen politischen Polizei in Deutschland sei, ber an ber Beteiligung bes holländischen Beobachters des Brandstifterprozesses gelegen ge. wesen sei. Diese Lüge ist so dumm und infam, daß es genügt festzustellen, daß ber holländische Generalkonsul von jeher einer der wärm st en Freunde Deutschlands gewesen ist unb bis zum letzten Tage seines Lebens seine Stellungnahme nicht geänbert hat. Wettervoraussage. Nachdem die Dalkanstörung ihre Warmluft auch bis nach Westdeutschland vorgeschoben hat, füllt sie sich langsam auf. Da die Temperaturgegensätze noch nicht ausgeglichen sind, dürste es weiterhin zu Nebel- und Wolkenbildungen kommen, jedoch wird sich der hohe Druck wieder mehr durchsetzen und vorwiegend trockenes Wetter veranlassen. Aussichten für Sonntag: Neblig-nfolkig mit Aufklaren, Temperaturen zunächst wenig verändert, meist trocken. Aussichten für Montag: Nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt, stellenweise Frühnebel, sonst teils wolkig, teils aufheiternd, trocken, Lufttemperaturen am 20. Oktober: mittags 9,8 Grad Celsius, abends 8,1 Grad; am 21. Oktober: morgens 3,8 Grad. Maximum 10,1 Grad, Minimum — 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Oktober: abends 7,9 Grad: am 21. Oktober: morgens 5,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1% Stunden. Spreckntunden ver Redaktion. 11.30 bie 12.30 Uhr. 16 bie 17 Uhr Samslag nachmittag geschlossen. Anzeigenauflräge sind lediglich an öle Geschäftsstelle zu richten. 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