Nr. 221 0er Ä Oeuffch dankte im kanzler fii der prakti in den Ge gelobte se gungsl regieru gaben dui Wirtschaft. landete m ben HJlännt firaft, alles gesunden na nationalen § tuna. fir Die.' gesunden 8'" gen, ful Aktion für verhaltn'smo sich öAr neue Arb«1 sicherstem bauprvl ken. Der N die pro nur um d vermögen, gute und dankbar. < die alles c Krlti' ®e legung ein !<> -1 «nf«’ n=lblM »er 5^ einer" lel! trat)« e'' TW* » w. bemühe fi mof( von der r jerechtigten schreibt — die Leitung der Deutschen Arbeitsfront erklärt, daß ausgeschiedenc Soldaten der Wehrmacht als Angestellte oder Arbeiter nicht in die Organisationen der Angestellten oder Arbeiter einzlltreten haben, solange sie als Dersorgungsanwärter auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen (Anstellunas- grundsätze) bei Behörden im Sinne des § 4 der An« stellungsgrundsätze vorgemerkt sind. In der amtlichen Verlautbarung heißt es dann weiter, daß für dies« Versorgungsanwärter und Diejenigen abgefunDenen Dersorgungsanwärter, die noch keine Beschäftigung gefunden Haden, allein der Reichsbund Der Zivildienstberechtigten (RdZ.) Die berufliche Vertretung ist. Die eripähnte amtliche Verlautbarung stellt Dann noch fest, daß Diejenigen MitglieDer Des Reichs- bundes der Zivildienstderechtigten, die ihre planmäßige Anstellung als Beamte bereits erreicht haben, oder im sonstigen Deutschen Wirtschaftsleben ihre Existenzsicherung bereits gesunden haben, ihr« berufliche Vertretung in Den ihren Berujen entsprechenden Organisationen finden. Für dies« ehemaligen Berufssoldaten ist der Reichsbund Der Zioildienstberechtigten also die umfassende große kameradschaftliche Vereinigung. Der Reichsbund Der Zivildienstberechtigten ist nunmehr Die unter Der Führnug des bekannten nationalsozialistischen Coburger Oberbürgermeisters Schwede stehende, in 26 Landes- bzw. Provin- zialoerbänden mit 1000 Ortsgruppen gegliederte ka- meradschaftliche Vereinigung, mit einem Mitgliederbestand von zyr Zeit 135 000 ehemaligen Berufs- soldaten und Polizeibeamten. Der RdZ. hat nach dieser amtlichen Erklärung bi« Pflege echter soldatischer Kameradengemeinschaft und außerdem für Die aus Der Wehrmacht gusgeschiedenen Soldaten bis zur Anstellung als Beamte die volle berufliche Vertretung durchzuführen. Er ist die Vereinigung aller ehemaligen Soldaten der alten und der neuen Wehrmacht ohne Unterschied Des DienftgraDes; Der RDZ. ist zum Reichstreubund ehemaliger Solidaten ge- worden. Sonderzüge zur Heichsführertagung des Stahlhelms in Hannover. Vom Bahnhof Gießen wird mitgeteilt: Es verkehren: In der Nacht vorn 22. zum 23. September der Stahlhelm - Sonderpersonenzug Nr. 45 Wiesbaden—Gießen—Hannover Hbf. Frankfurt am Main-West ab 22.55 Hhr, Friedberg 23.28, Gießen 0.11, Marburg 1.00, Hannover HBf. an 6.29 Hhr. Die Teilnehmer dieses Zuges fahren mit dem Stahlhelmsonderzug Nr. 645 zurück. Dieser verkehrt: Hannover Hbf. ab 21.50 Hhr am 25. Sept., Gießen an 3.38, Friedberg 4.19, Frankfurt a. M- West an 4.51 Hhr am 26. September. Der Fahrpreis (75 v. H. Fahrpreisermäßigung) beträgt ab Frankfurt a. M.-West 7,40 RM., ab Friedberg 6,70, ab Gießen 6,10, ab Marburg 5,50 Reichsmark. Die Sonderzüge sind für Den öffentlichen Verkehr freigegeben, jedoch nur soweit, als sie nach der Besetzung durch den Stahlhelm noch aufnahmefähig sind. Weiter verkehren noch Stahlhelmsonderzug N. 58 von Trier Hbhf. nach Hannover Hbhs. Nacht 22.1 23. September Gießen an 3.14 Hhr ab 3.24 Hhr, Hannover Hbhf. an 9.20 Hhr; Rückfahrt Nr. 658 Hannover Hbhf. ab 8.20 Hhr am 25. September, Gießen an 13.42 Uhr. Ferner verkehrt der Zug Nr. 59 am 22 /23 September Koblenz—Hannover Hbhf., Gießen an 4.00 Hhr ab 4.09 Hhr, Hannover Hbhf. an 9.35 Hhr. Rückfahrt Nr. 659 Hannover Hbhf. ab 8.40 Uhr am 25. September, Gießen an 14.28 Hhr. Gießener Wochcnmarktpreise. * Gießen, 21. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing (grün). Das Pfund 10, Weißkraut 6 bis 8, Rot- traut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8, Bohnen (grün und gelb) 20, Tomaten 10, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 40 bis 70, Kürbis 6, Kartoffeln 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50 Mark. Frühäpfel, das Pfund 12 bis 15 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 30 bis 45, Preißelbeeren 25, Aepfel 10 bis 20, Birnen 10 bis 15, Zwetschen 6 bis 8, Mirabellen 15, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 5 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 25, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 20, Radieschen, das Bund 5 Pf. Talen für Donnerstag, 21. September. 1558: Kaiser Karl V. im Kloster San Juste in Spanien gestorben (geboren 1500); — 1832: der schottische Dichter Walter Scott in Abbotsford gestorben (geboren 1771); — 1860: der Philosoph Artur Schopenhauer in Frankfurt a. M. gestorben (geboren 1788); — 1890: der Fliegeroffizier Max Jmrnelmann in Dresden geboren (gestorben 1916). * •* Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Hniversität Gießen wird uns mitgeteilt: Der außerordentliche Professor an der Hniversität Heidelberg, Dr. Hermann Glöckner, hat den an ihn ergangenen Ruf an unsere Hniversität als Nachfolger des Professors Dr. v o n Aster angenommen. " Evangelisch-kirchliche Dlenst Nachrichten. Durch die Kirchenregierung wurden die Pfarrer Ludwig Ehrhard zu Hirzenhain, Jakob Steinmetz zu Bickenbach und David Gürtler zu Wersau auf ihr Nachsuchen und unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober und Pfarrer Philipp A ld e- k a m p zu Wolfsheim auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. September in den Ruhestand versetzt. •* Die Dienststunden der Polizei- direktion für den P u b l i k u m s v e r k e h r sind ab 1. Oktober d. 3. von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 17.30 Uhr. Samstags von 8 bis 12 Uhr. Für Samstagnachmittaos ist in der Zeit von 16.30 bis 17.30 Uhr ein Eildienst einaerichtet, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar find, erledigt werden können. ** Straßensperrungsnachricht, mit- geteilt vom Oberhessifchen Automobil-Klub E. D. (A. v. D.), Gießen: Die Sperre der Ortsdurchfahrt Heuchelheim wird ab 21. September auf- gehoben. ** D i e Umlagen und die Sondergebäude st euer der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1933 betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Es fei besonders darauf h'»Hessin. ung des Backlohnpreifes. Die Bekanntmachung der Preisüberwachungsstelle über die Festsetzung des Backlohnes ist in den städtischen Aushängekaften zu jedermanns Einsichtnahme ange- schlagen. Ebenso sind die Bestimmungen über die Brothöchstpreisspannen dort einzusehen. Auf die heutige Bekanntmachung fei aufmerksam gemacht. ** Lieferungsvergebung. Die Jnbustrte- und Handelskammer Gießen weist darauf hin datz die Universitätskliniken Gießen ihren Wmterbedarf an guten, haltbaren, ausgelesenen, lagerfähigen Speisekartoffeln (Industrie), insgesamt 1500 Zentner, zu vergeben haben. Interessenten wollen sich unverzug- lich an die Verwaltung der Kliniken wenden. (Siehe Bekanntmachung vom Dienstag). ** Lehrgang für Bibel- und Jugend- a r b e i t Die Ministerialabteilung für Bildungs- wesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die Direktionen und Leiter der Höheren Schulen, sowie die Kreis- und Stadtschulämter folgende Verfügung gerichtet: Vom 1. bis 15. Oktober 1933 veranstaltet das Evangelisch-kirchliche Landesjugendamt für Hessen wiederum seinen alle zwei Jahre [tat fm- denden Lehrgang für Bibel- und Jugendarbeit. Lehrern und Lehrerinnen, die an dem Lehrgang teilnehmen wollen, kann, soweit es der Unterricht zuläht, Urlaub gewährt werden ** Gemeinschaftlicher Ko mm ers aller Altersvereinigungen. In unserem heutigen Anzeigenteil wird von dem vorbereitenden Ausschuß zu einem gemeinschaftlichen Kommers aller Altersoereinigungen unserer Stadt cingeladen. Die Vorsitzenden der einzelnen Vereinigungen müssen bis zum 30. September mitteilen, wieviel Mitglieder ihrer Vereinigung an der Veranstaltung sich beteiligen werden. Auf die Anzeige fei besonders ' in Siebzigjähriger. Herr Max Baer, Walltorstraße 38 I, kann am heutigen Donnerstag, 21. September, in körperlicher und geistiger Frische feinen 70. Geburtstag feiern. ** Rass enkundliche B u ch a u s st e l l u n g. Im Nahmen des vom Reichspropagandaministerium veranstalteten Aufklärungsfeldzuges über Rassenfragen bringt die Pfeiffersche Universität s b u ch h a n d l u n g, Gießen, Walltor- st r a ß e 21, zur Zeit eine Ausstellung von rassen- kundlichen und rassenhygienischen Büchern des Verlages I. F. Lehmann, München. Bei der überragenden Wichtigkeit, die diese Fragen künftig in der Erziehung und Rechtsprechung, überhaupt im ganzen öffentlichen Leben haben werden, sei die Besichtigung dieser Ausstellung allen Lesern unseres Blattes dringend empfohlen. Man sieht die vom Reichspropagandaministerium empfohlenen raffenkund- lichen Bücher von Prof. Dr. Hans F. K. Gunther und Dr. Clauß, das bekannte Grundwert der Vererbungslehre von Baur-Fischer-Lenz, die Werke des Reichsminifters und Reichsbauernführers R. Walther Darr6 ufw. Alle Beamten, besonders Erzieher und Lehrer, aber ebenso Geistliche und Richter, überhaupt alle Gebildeten werden sich künftig eingehend mit der Rassenkunde beschäftigen müssen und werden daher dankbar diese Gelegenheit begrüßen, die Hauptwerke der Rassenkunde und Rassenhygiene eingehend besichtigen zu können. (Siehe heutige Anzeige.) ** Billige Sonderfahrt an den Bodensee. Die Reichsbahn veranstaltet für die Zell vom 1. bis 7. Oktober eine billige Sonderfahrt nach Lindau am Bodensee. Die Reise kostet einschließlich Fahrpreis ab Gießen und zurück mit Unterkunft und Verpflegung 51 Mark. Für Ausflüge in die Schweiz ist kein Paß erforderlich. Prospekte find durch das Hapag-Reifebüro Gießen (Seltersweg 89) und durch das Mitteleuropäische Reisebüro in Frankfurt, sowie an allen Fahrkartenausgaben erhältlich. Die Anmeldung für die Teilnahme kann ebenfalls an den genannten Stellen erfolgen. Auf die heutige Anzeige fei besonders hingewiesen. ** Für Liebhaber des Skatfpiels. Aus Großen-Bufeck wird uns geschrieben: Hier hat sich eine Gruppe von Herren gebildet, die dem alten sogenannten Thüringer Skat wieder zu seinem Recht verhelfen will. Der Zweck ist, das gewinnsüchtige Spielen auf ein geringes Maß zu beschränken und das durch die sogenannten „Guckis so einseitig gewordene Spiel wieder zu einem größeren Kunstspiel zu machen. Die „Guckis" sind bis auf einen „Gucki-Grand", dem man versuchsweise noch das Leben gegönnt hat, aufgehoben. Es wird wieder flott „tourniert" (vielleicht „tournieren" wir auch nächstens nicht mehr, sondern „drehen um"). „Solo gespielt" usw. Auch der Ramsch ist wieder zu seinem guten Recht gekommen. Eine Versuchs« weise Neuerung ist, daß nicht mehr der Karten« geber die Vorhand bestimmt, sondern das Los (zu» gedeckte Geldstücke). Weiter bestimmt ebenfalls das Los, wer bei gleicher Stärke das Spiel bekommt. Zweck der beiden neuen Regeln ist, eine möglichst zu erreichende Gleichberechtigung herbeizuführen, die bei der durch den Kartengeber bestimmten Vorhand ausgefchaltet ist. Es sei noch bemerkt, daß die er« wähnte neue Skatgruppe nicht um Geld spielt, sondern nur zur Unterhaltung. So kommt es auch, daß man sich während des Spiels zeitweise unterhält, und es nicht nur heißt: „Arbeiten, arbeiten, Zeit ist Geld!" Aus „Pietät" wird am Schluß des Spielens noch eine Runde des „Gucki-Geldskates" (selbstredend auch ohne Geld!) gespielt. Bis jetzt gefällt der neue „alte" Skat allgemein besser, zumal er einen wieder an die gute, alte Zeit erinnert; auch wird es angenehm empfunden, daß schärfer gedacht werden muß. Als Getränk wird während des Spiels der „Hohenastheimer" empfohlen, der ja, wie man sich erzählt, in diesem Jahr wieder zum Teil aus Aepfeln hergestellt werden foll. ** Der neue Rundfunksender in Kas- f e l. Der neuerrichtete Rundfunksender in Kassel ist fertiggestellt und wird heute in Betrieb genommen. Er wird auf Welle 1157 kHz 259,3 m im Gleichwellenbetrieb mit Frankfurt a. M. und Trier arbeiten. Da die Leistung des neuen Senders auf 0,5 kW verstärkt worden ist und die Welle nur unwesentlich geändert wird, sind Schwierigkeiten bei der Umstellung nicht au erwarten. Elegant und praktisch gekleidet durch Yorktex der deutsche Cheviot in höchster Vollendung.AuchSiesollteneinen Yorktexanzug für 118 Mark tragen die führende Maß-Schneiderei für Herr und Dame Genehmigte Uniform-Anfertigung für SA., SS. und Stahlhelm 5802 D GesetzWGkNenMsWsül Spengler n. JnWoteure Anmeldung zur Gesellenprüfung der Spengler und Installateure in Stadl und Kreis Gießen Montag, den 25., und Mittwoch, den 27. September 1933, nachmittags 14 bis 18 Uhr, beim Jnnungsruhrer Nudolf Nödiger, Gießen, Walltorstr. 35. Mitzubringen sind der Lehrvertrag und 6.0u RM. Prüfungsgebühren. ““b Ziele Innung ö. Spengler ujnflnootenr fjonöroetls für Stadt unO Stein (Biegen. Bekanntmachung. Betr.: Die Umlagen und die Sondergebäudesteuer der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1933. Das Hessische Staatsministerium, Ministerialabteilung 1b (Innern) hat gestattet, daß auf Grund der im Mai l. I. zur Ausgabe gekommenen Vorauszahlungsbescheide über die Umlagen und die Sondergebäudesteuer der Gemeinden, des Kreises und der Provinz für 1933, die nur für die beiden ersten Raten bestimmt waren, eine dritte Vorauszahlungsrate in der gleichen Höhe wie die ersten beiden Raten erhoben werden kann. Für die Stadt Gießen ist die endgültige Veranlagung für 1933 fast durchgeführt, so daß also nur in den Fällen, in denen die endgültigen Steuerbescheide bis zum Fälligkeitstag der 3.Rate (25.Sep- tember) noch nicht zugestellt fein sollten, die Zahlung auf Grund der Vorauszahlungsbescheide erfolgen kann. Die Vorauszahlungen werden auf die endgültige Steuerschuld aufgerechnet. 5798C Die rechtzeitige Zustellung ist für die Steuerpflichtigen deshalb von besonderer Bedeutung, weil bei Zahlung vor dem 1. Oktober 1933 die Möglichkeit der Erwerbung von Steuergutscheinen für die gutscheinfähigen Beträge in Betracht kommt. Gießen, den 18. September 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Seib. Bekanntmachung. Die Beschaffung von „kanalguhmale- rialien" (10-t-Waggon) für den städtischen Kanalbetrieb soll auf Grund der Reichsoerdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. 5795D Die Verdingungsunterlagen und Angebotsvordrucke find bei uns erhältlich. Die Angebote find in einem Briefumschlag ohne Firmenaufdruck, mit entsprechenden Aufschriften versehen, spätestens zum Eröffnungstermin am Mittwoch, dem 4. Oktober 1933 vormittags 10 llhr an das Städtische Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Eröffnung der eingegangenen Angebote im Beisein der etwa erschienenen Anbieter er- ^Zuschlags- und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 20. September 1933. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. (3 r a d e rt o FÜR ARBEITSBESCHAFFUNG 2 8 5 0 68 GEWINNE U.2 PRÄMIEN RM 1500000 CHSMARK Gold LoBorio HAUPTGEWINN LJ AUF EIN EINLELLOS^ «200000 100000 «150000 Kartoffellieferung. Die Lieferung von etwa 4700 Zentner gelbfleischigen Speisekartoffeln,„Industrie", soll im öffentlichen Wettbewerbe vergeben werden. 2700 Zentner sind alsbald nach Zuschlag und 2000 Zentner im Frühjahr 1934 zu liefern. 58070 Kostenfreie Angebote mit der Aufschrift „Kartoffellieferung" find spätestens bis zum Eröffnungstermin am Dienstag, dem 3. Oktober 1933, 10 Uhr, in verschlossenem Briefumschlag an die unterzeichnete Behörde einzureichen. Im Angebot selbst muß über Herkunft und Sorte der angebotenen Kartoffeln Aufschluß gegeben werden, ob es sich um Wetterauer Industrie oder um andere Kartoffeln und aus welchen Gebieten handelt. Teillieferungen, nicht unter 20 Doppelzentner, sind zugelassen. Die Bedingungen können während der Dienststunden im Geschäftszimmer des Oekonom eingefehen und das vorgefchrie- bene Angebotsformular ebenda in Empfang genommen werden. Zuschlagsfrist: eine Woche. Butzbach, den 14. September 1933. Die Direktion der hessischen Zellenstrafanstalt. Bekanntmachung. Betr.: Die Bildung des Backlohnpreises. Die Bekanntmachung des Herrn Staatssekretärs (Preisüberwachungsstelle) vom 12. September 1933 — abgedruckt im Amtsverkündigungsblatt Nr. 48 vom 15. September 1933 — über die Festsetzung des Backlohnes ist in den städtischen Aus- hängekasten zu jedermanns Einsichtnahme angeschlagen. 5796C Gießen, den 19. September 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.r vr. S e i b. Süßer ItflMeiM ♦ 05476 Weinstube Seibel Erstklassiges piano (Schiedmcwer & Söhne, Stuttgart) fast neu, Eiche gebeizt, echt Elfenbein sehr preiswert sofort zu verkaufen desweiteren reichhaltiges Lager von nur erstklassigen deutschen Marken-Pianos. Geschäftszeit von 8 bis 19 Uhr. (sbooD Erwin ZoMngev Klaviertechniker u. gepr. Konzertsttmmer. Gießen, Seltersweg 69 H. (kein Laden). MWMllWtMWW nach Lindau am Bodensee vom 1. bis 7. Oktober 1933 (Große Fahrpreisermäßigung-Schnellzuggeschwindigkeit Neue Eilzugwagen - Wirtschaftsbetrieb der Mitropa) 1 Woche am Bodensee nur 51 RM.! einschließlich Fahrpreis ab Gießen und zurück Unterkunft und Verpflegung. Für die Ausflüge nach der Schweiz ist kein Pah erforderlich Prospekte und Anmeldung: milielenroDäliilies BeileöOro Jrantfutt n.m.ltn W- DaQnboL öapag-Helieöliro Wen. seltersioeg Ur. 89 und bei allen Fahrkartenausgaben. 8703V KNWNW oller Alkers-Verelolgoogeo öet Stadt Wen am 7. Oktober, abends 8% Uhr, im Caf6 Leib ßu dieser Veranstaltung lade ich hiermit alle Alters- Vereinigungen herzlichst ein. Die Einladung ergeht insbesondere auch an die Vereinigungen, die zu der vor« ereilenden Besprechung nicht eingeladen werden konnten, weil ihre Vorsitzenden nicht zu ermitteln waren. Ich >itte die Vorsitzenden der einzelnen Vereinigungen, mir )is spätestens 30. September mitzuteilen, wieviel Mitglieder ihrer Vereinigung an dem Kommers sich be- eiligen wollen. Diese Angabe ist wegen der Regelung der Platzfrage unbedingt erforderlich. Haben Sie schlaffe blaffe Hanl Haatonreinheifen jeder Art? Dann bitte lass. Sie sich nur beraten in unserem Spezial- Schönbeitspflefietalon KocbiSohn Seltersweg 63. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstraße 7 Allen denen, die uns anläßlich unserer Silberhochzeit durch ihre Aufmerksam« keit beehrten, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Heinr. Älum und Frau 05524 SMAM Damen diesen Kevven WKM».MMWkgeWt. Meldungen bis Samstag, 23. Sevt. im Theaterbüro. 5806 n Dem Wohle der Mitglieder dient die Für den vorbereitenden Ausschuh: Appel, Roonstraße 10 5794 v Verbraucher-Genossenschaft Unsere Mitglieder machen wir auf unseren neu eingeführten Mischkaffee (eigene Mischung) aufmerksam Mischkaffee: 20°/o Bohnen — 1/_ Dfnnrl Df 80°/o Getreidekaffee /2 HUnU UÜ Fl. 50% Getreidekaffee 1/2 Pfund 58 Pf. Außerdem empfehlen wir stets frisch geröstet: KAFFEE: orange Packung V« Pfund 80 Pfennig braune „ „ 75 „ grün£ „ % »» 70 n blaue „ % „ 60 „ 5801 a rosa „ % „ 50 „ Warenabgabe nur an Mitglieder! Konsumverein Gießen und Umg. e. G. m. b. H. Donnerstag, 21. September 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 221 Drittes Blatt Das Münchener Oktobersest eröffnet ab loonstrahe 10 5794D seine uulu I Name« packu^ «/< nur a° Giahlhelmtag in Hannover 0 0 'li " 60 " 50 W1B WUMM 8% llhr, im Taft Leib 1 >1 Znö Konzentrationslager verbracht. Herborn, 20. Sept. (WSN.) In Mornshausen a.d. Salzböde hatte sich ein hiesiger Einwohner in einer Gastwirtschaft staatsfeindlich gegen die Regierung ausgesprochen. Er wurde sofort verhaftet und einem Konzentrationslager zugeführt. Autounfall des Polizeidirektors Hauer. WSN. E b e r st a d t, 20. Sept. Der gestern zum kommissarischen Polizeidirektor in Darmstadt ernannte Brigadeführer Hauer erlitt in der vergangenen Nacht hier einen A u t o u n f a l l, bei dem er einen Knöchelbruch davontrug, so daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Das Auto wurde stark beschädigt. _______________ ich hiermit alle Mers- Oie (Einlabunq ttgtty w mMW, tön V ^x 'öOX* tmyWu mtibm konnten, t yi ermitteln waren. 3d) feinen Bereinigungen, mir 1er mitguieilen, wieviel Milan dem Kommers sich be- abe ist wegen der Regelung ^forderlich. itenien Ausschuß flltsUeä"1 n e r mit Anerkennung zu erwähnen. Werner Richard H e y m a n n schrieb die Musik zu diesem Film, der, nach dem Besuch am ersten Tage zu schließen, auch bei uns seine allenthalben bewiesene Anziehungskraft nicht zu verfehlen scheint. — 3m Beiprogramm findet man u. a. ein nettes Lustspielchen mit Hans Brause wett er und die neue Wochenschau. So wird man zwei Stunden lang abwechslungsreich und anregend unterhalten. ßin englischer Gigant der Lüste bei Brooklands abgestürzt. „Saison in Kairo." Lichtspielhaus. Reichsstatthalter General von Epp und neben ihm links der bayerische Ministerpräsident Sie b ert beim Rundgang durch die Landwirtschaftsausstellung, dem Mittelpunkt des berühmten Oktoberfestes. Das Prunkstück der Ausstellung, ein sieben Meier breites Flugzeug, das völlig aus toeipe i 45 wurde. Zur Herstellung wurden nicht weniger als 100 Zentner Seife gebraucht. Kirchweihe im alten Oeutsch-Ostafrika. Eindrucksvolle Bilder, die den unvermittelten Gegensatz zwischen dem Eindringen der Zivilisation und dem Fortbestehen der alten Sitten im früheren Deutsch-Ostafrika zeigen, entfalteten sich bei der Einweihung der neuen Schottischen Kirche zu Ki- kuju, über die aus Nairobi berichtet wird. Das Gebäude steht auf der Spitze eines grasbedeckten Felsen, dessen Abhänge hie und da mit Baumen betäuben sind. Rings um diesen Hügel versammelten ich nun Tausende von Männern, Frauen und Kin- Dem des Wakikuju-Stammes, die an der Feier teilnahmen. Die Frauen waren vielfach in bunte Gewänder aus Seide oder Baumwolle aekleidet; die Mehrzahl der Männer trug europäische An- züge mit Kragen und Schlips und weiche Hüte. Aber mitten zwischen diesen befanden sich Hunderte von Männern und Frauen in der alten Tracht aus Fellen und Tüchern. Manche der jünaeren Frauen trugen bunte Perlenkronen auf den Köpfen, einige Männer waren bis auf den Lendenschurz nackt, die Körper eingefettet und bemalt, die Köpfe mit Federn geschmückt. Diese Versammlung wurde in Ordnung gehalten durch andere Wakikuju, die die Pfadfinder-Uniform trugen. 3n der Kirche drängten sich an die 3000 Menschen, darunter ein paar Hundert weiße Männer und Frauen, die in der Mitte eingekeilt waren. Schottische Geistliche und afrikanische Priester, alle in ihren Amtsroben, nahmen an dem Goitesdienst teil, und die Kirche erdröhnte wider von den bekannten Kirchenliedern, die z. T. auf englisch, z. T. in der Sprache der Afrikaner gelungen wurden. Während der Ansprache und der Gebete hörte man bisweilen das helle Schreien und Weinen der schwarzen Babys, die, in bunte Tücher eingebündelt, auf den Rücken ihrer Mütter thronten. Ob durch Zufall oder im Gefühl ihrer Wurde, jedenfalls hatten die alten Häuptlinge in den -vordersten Reihen Platz genommen. Da saßen Jie mit ihrem Kopfschmuck von wehenden Straußenfedern, die Gewänder aus Affenfellen malerisch Umgebungen, die Gesichter mit roter und gelber Farbe verschmiert, ihre hohen reichgeschnitzten Amtsstabe in den Händen. Die Ohren waren schwer belastet mit Schmuck aus Kupferdraht. Sie waren die eindrucksvollen Vertreter des alten Afrika. Hinter ihnen kamen die Reihen des jüngeren Geschlechts, alle europäisch gekleidet, mit schöngebundenen Bibeln bewaffnet, aus denen sie eifrig beteten. Sie verkörperten den Vortrupp des neuen Afrika, der in den Regierungsbüros, im Eifenbahndienft oder hinter dem Ladentisch schon europäische Sitten angenommen hat. Der „Klingelbeutel", der aus verschiedenen trennte und sich der Freidenkerbewegung anschloß, die theosophische Weltbewegung geführt und das Erbe der russischen Mystikerin B l a o a t s k y ver- waltet. Als einzige europäische Persönlichkeit ist Annie B e s a n t in die Brahmanenkaste ausgenommen worden. , Annie Besant lehrte die Abkehr vom europäischen Wissen und die Vertiefung, die Konzentration, die Versenkung in das Göttliche. Sie verschmolz ober suchte zu verschmelzen die passive Duldungslehre des Indertums mit gewissen europäischen Vorstellungen, und sie glaubte nach langem Harren in dem Inder Kr ishnamurti die Reinkarnation, also die leib- liche Wiederkehr des Buddha, gefunden zu haben, zog sich aber später enttäuscht von ihm zurück. Auch vermochte sie als Enländerin nicht, sich mit den politisierenden Jung-Indern zu vertragen. — Vot ihrem Hinscheiden setzte Annie Besant ihren ©laubigen auseinander, daß sie als einfacher Hindu zum zweiten irdischen Wandel zurückkehre und die Welt aus dem Unglauben erretten werde. ^8*^5 -türke Ä'h'Wh1* VS*1 Oer Chirurg Lorenz Heister. Der Mann, der das Ansehen der deutschen Chirurgie begründete und eine wissenschaftliche Wundarzneikunde in Deutschland schuf, Lorenz H c i st e r , erblickte vor 250 Jahren in Frankfurt am Main das Licht der Welt. Bei den Hollandern, die damals in der Medizin mit an der Spitze standen, erhielt er seine Ausbildung und brachte den Gebrauch der Geburtszange nach Deutschland mit, den er durch Johann Palfyn tenncngelernt hatte Er wirkte dann an der Universität Altdorf und von 1720 ab an der von Helmstedt bis zu seinem Tode am 18. April 1758. Seine Bedeutung beruht in erster Linie auf feinem 1718 erschienenen Lehrbuch der Chirurgie, das das erste derartige Werk in deutscher Sprache war, weite Verbreitung fand und in alle europäischen Sprachen übersetzt rourbe. In dieser Arbeit, in der nach dem Titel „alles, was zur Wundarznei gehört, nach der neuesten und besten Art gründlich abgehandelt wird , ist auf Grund eingehender anatomischer Studien, sowie langjähriger praktischer Erfahrung und genauer Kenntnis des damaligen medizinischen Schrifttums ein Uebcrblitf über das ganze Gebiet der Wundarznei gegeben. Eine kleine Ausgabe dieses Hauptwerkes wurde zum Handbuch für alle Wundärzte und Bader. Heister beschäftigte sich aber dar- in auch mit der Kosmetik und gibt z. B. folgende Anweisungen: „Wenn eine gelbliche oder schwärzliche Kruste die Zähne Überzieht, so verursacht solches nicht nur besondere Häßlichkeit, sondern auch üblen Geruch des Mundes. Zur Präservation ist dienlich ein gutes Zahnpulver ein oder zweimal wöchentlich zu gebrauchen. Als solches werden präparierte Krebsaugen, zerstoßene Perlmuttermuscheln und Kreide mit Violwurzel versetzt." Heister war aber nicht nur Chirurg und Anatom, sondern be- saß auch große Kenntnisie in den Naturwissenschaften. Den Botanischen Garten in Helmstedt gestaltete er zu einer Musteranlage aus und schuf em großes Herbarium, das 98 Bände mit je etwa 70 getrockneten Pflanzen umfaßte. ged bis Samstag. 28- ^^eaterMo. ,---- liertlS schkaftee ^gemein öder16? ' Mr, W Journal J, ^fanben h V Pnnert; 11SÄ »i !6 Wirf« » MÄ'"’ b,r ?elk UN kte,9en 'ung bes neuÄ Trier ben ist und A5 °uf ' wird, sind A nur großen Tellern bestand, wies neben Geld viels andere Gaben auf, wie z. B. Eier und Mais- kolben. Viele Teilnehmer hatten Ziegen und Schafe als Spenden für die Kirche mitgebracht. Oie Theosophin Annie Besant f. In Adjar (Indien) ist die bekannte Theosophin Dr. Annie Besant im Alter von 86 Jahren g e • ft o r b e n. Fast ein halbes Jahrhundert lang hat Annie Besant, die sich nach fünfjähriger Ehe von dem Pfarrer der Englischen Hochkirche Frank Besant Das Lichtspielhaus eröffnete gestern Winterspielzeit mit dem feit langem angekundigten großen Ufa-Film „Saison in Kairo". Das Kmo- publikum feierte nach geraumer Unterbrechung cm fröhliches Wiedersehen mit zweien seiner liebsten Lieblinge: mit Renate Müller und Willy Fritsch. Die Ufa Hai es sich wieder was kosten lassen und stellt ihre Leute in einer ganz neuartigen und ungewohnten Umgebung vor die Scheinwerfer; sie hat eine kleine Expedition nach Aegypten ausgerüstet und hat die lustspielmaßige Handlung dieses unterhaltsamen Films (Manuskript ' Walter' Reisch) im Lande der Pharaonen gedreht am Rande der Wüste, vor den weißen Mauern und Türmen von Kairo, im Schatten der Pyramiden und der großen Sphinx, unter Palmen und mit einem beträchtlichen Aufwand stilechten Kolorit-, mit Kamelrennen, mit Reiterkavalkaden, mit wilden Beduinentänzen und einem originalägyptischen Hochzeitszug — alles für die Fremden und alles fürs Publikum. Dabei war für den Regisseur Reinhold Sckünzel dieses bunte, bewegte, fremdartige Panorama 'fast ebenso wichtig wie die eigentliche Spiel- handlung, die, ziemlich locker gefugt, auf einer schwankmäßigen Verwechslung und einer Anzahl grotester Situationseinfalle beruht. Höhepunkte des Films find die weiträumig gesehenen, malerischen und gut geschnittenen Landschaftsaufnahmen. Ein Augenblick heiterster Komik: der Aufbruch der kamelreitenden Europäer zum Hochzeitszug in die Wüste. Willy Fritsch ist noch immer der sym- vatbische und unternehmungslustige große Junge, als den seine zahlreichen Freunde ihn hebgeroon- nen haben. Renate Müller, deren Ausstieg w.e man sich erinnern wird, mit der "P/'uatsekretarin begann ’ ift hier durch den Charakter ihrer Rolle ein wenig an der vollen Entfaltung ihrer Fähigkeiten gehindert. (Man darf darau gespannt fern ob nickst doch noch einmal ihr L.eblmbswun ch, die große Katharina von Rußland zu spielen, in E Füllung geht.) Mindestens in einem Atem mit Dielen beiden Lieblingen muffen aber zwei minder populäre Darsteller der älteren Generation genannt werden: Leopoldine Konstantin und Gustav Waldau. Sie sind beide ausgezeichnet; die Konstantin entfaltet ihren angeborenen Charme und ihre natürliche Heiterkeit im Zusammenspiel mit einem Partner, der einer der herrlichsten Bonvivants der deutschen Bühne gewesen ist. Von den übrigen sind Jakob Tiedtkeund Anton Point- e.n her Räbe der Rennbahn bei Brootlands stürzte eines der größten englischen Militärflugzeuge und wurde vollkommen"zertrümmert. Der Pilot wurde getötet und mehrere Mann der Besatzung schwer verletzt. _____________________ benen.bie un» anläjli« unterer .rHuiUwWW-l™' edjrten, fugen ®ir tjiennH unfe» •■‘-iS* ^■sch gerößtet'> so kievmr 70 " ■‘""verein Die große Stadthalle in Hannover, in deren Kuppelsaal die Führerbesprechung stattsinden- wir^ - Unks der Stabschef der SA., Röhm, und rechts Re.chsmimfter Seldte, die die Ansprachen hatten werden. Vor der deutschen Reichs-Seisen-MsseinZeM MW m Sodenfee ktober 1933 «betrieb dnMikova) lee nur 51 M..' und miitf Lervfleguug. veiz ist kein Ah erfordeW Anmeldung: Mtt, seitomtiin.il rkattenausgaben. s;md IP E —— Landesversammlung des Evangelischen Bundes in Offenbach. Offenbach a. M., 20. September. (EPH.) Der Evangelische Bund hielt feine Landesoersammlung am Sonntag hier ab. Ueberaus stark war nicht nur das Interesse der Behörden an dieser Versammlung, sondern auch die Anteilnahme der Offenbacher evangelischen Bevölkerung. Schon die Gottesdienste des Sonntagvormittags in allen Kirchen Offenbachs und der näheren Umgebung waren überfüllt. In der Schloßkirche predigte Pfarrer Dr. Bergör (Darmstadt), in der Friedenskirche Pfarrer Eckhardt (Worms), in der Lutherkirche Pfarrer C o - l i n (Beerfelden) und in der Stadtkirche Pfarrer Weinberger (Friedberg). Nach den Gottesdiensten fand auf dem WUhelmsplatz eine öffentliche Kundgebung statt, en der nahezu 5000 Personen teilnahmen. Der Führer des Bundes, Landeskirchenrat B e r ck (Roßdorf), sprach von dem Bekenntnis des Bundes, das es gelte vor der Oeffentlichkeit abzulegen. Es ist ein Vierfaches und heißt: Evangelisch, prote st antisch, national und sozial. Der Redner schloß: „Laßt uns dieses Bekenntnis hineintragen in unsere Häuser und Straßen und die Werkstätten, da unsere Brüder stehen und ringen ums tägliche Brot. Möge der Herrgott in seiner Gnade dies vierfache Band auch durch diese Tagung des Evangelischen Bundes stärken. Nehme jeder von dieser Stunde und von diesem Tag den Ernst des Lutherwortes mit: „Niemand lasse den Glauben daran fahren, daß Gott durch ihn eine Tat will". Oie irachmittagsversammlung in der Turnhalle war so stark besucht, daß die große Halle die Menschen nicht zu fassen vermochte. Nach der Eröffnung durch die vereinigten evangelischen Posaunenchöre Offenbachs sprach Landeskirchenrat Berck ein Begrüßungswort, das besonders den Vertretern der kirchlichen, staatlichen und kommunalen Behörden galt Er erklärte bann: „Wir vom Evangelischen Bund haben den Doppeldienst Kirche und Staat zu unserem Programm erhoben. Der Staat ist uns, wie es Luther gelehrt hat, in demselben Grad eine Schöpfung aus der Gnade des Allmächtigen, wie die Kirche. Auch er steht im Dienste Gottes. In fast 50jähriaem Dienst ist der Evangelische Bund für die Durchsetzung dieser lutherischen Ideen eingetreten. Das Jahr 1933 hat uns die Erfüllung heißer Sehnsüchte gebracht." Ministerialrat Ringshausen wies darauf hin, wie auch die nationalsozialistische Bewegung ein Glaube sei. Die beiden Kräfte, die in Luther lebendig waren. Vaterland und Glaube, sind auch im gegenwärtigen Staat verkörpert, Glaube ist Sache der Nation. Wir stehen zu derselben Freiheit, zu der Luther gestanden und die zugleich Gebundenheit an Gott und Vaterland ist. Der Redner schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Dolkskanzler Adolf zitier. Prälat D. Dr. Dr. Diehl erinnerte in seinem Grußwort an eine Entschließung evangelischer Pfarrer in Nidda 1549 und an ihren Glaubenstrotz. Er hob hervor, welch schweren Kampf die evangelische Kirche und ihr Prälat in den letzten 10 Jahren zu kämpfen gehabt hatten. Der Evangelische Bund hat in dieser Zeit immer in der vordersten Linie des Kampfes gestanden. Die Kirche will auch in der neuen Zeit mithelfen und mitarbeiten. An der alten Losung wird sie dabei festhalten, der Losung von der Vornehmheit des Dienens. Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität Professor D. Bornkamm führte aus, daß er nur im Namen von fünf Männern spreche: der Professoren der Theologie in Gießen. Er könne es, weil er fühle, daß der Evangelische Bund sich zu der Sache bekenne, die er vertrete, nämlich der evangelischen Theologie. Er zeigte, wie diese Theologie tm besonderen Verhältnis stünde zu Staat, Kirche und auch zum Evangelischen Bund. „Es ist mir ein Stolz, daß in den Zeiten, wo es nicht sehr populär war unter den Theologen, wir in der Mitarbeit am Evangelischen Bund gestanden haben. Wir mögen den Evangelischen Bund nicht missen. In der Berührung mit dem Leben kann sich die Theologie erst entscheiden und bewähren." Es soll so bleiben zwischen dem Evangelischen Bund und uns. Alle Arbeit steht unter dem Losungswort Philipps des Großmütigen: „Gottes Wort bleibt in Ewigkeit" Oberbürgermeister Dr. S ch ö n h a l s (Offenbach) hieß den Evangelischen Bund in Offenbach willkommen. Nach diesen Begrüßungswortrn hielt Pfarrer P r o b st (Frankfurt) einen Vortrag über das Thema der Tagung Evangelium und Volkstum. Der Redner verstand es, die innige Verbundenheit von Evangelium und Vaterland darzutun. In Bildern aus dem Kriegsleben schilderte er die Entwicklung der politischen und religiösen Verhältnisse in dem Deutschland der Nachkriegszeit, ferner die tapfere Verteidigung der evangelischen Kirche gegenüber dem Bolschewismus, den zermürbenden Stellungskampf und endlich die sieghafte Durchbruchsschlacht. Bei all dem sei evangelisches Kirchentum und deutsches Volkstum nicht zu trennen gewesen. In den kommenden Zeiten sei es die schwerste Aufgabe, die letzte Festung zu zerschlagen: das menschliche Herz in seiner Selbstsucht und Sünde. Diese Festung werde allein durch das Evangelium überwunden. Mit einem Appell an die Zuhörer schloß der eindrucksvolle Vortrag. Als zweiter Redner sprach Dr. M a n i t i u s von der Reichsgeschäftsstelle des Evangelischen Bundes in Berlin über das gleiche Thema. In klarer Rede wußte er das unzerstörbare Verhältnis von Evan- gelium und Vaterland darzustellen. Jetzt klinge der alte Klang, Evangelium und Volkstum, wieder von neuem. Im Grunde fülle er das ganze Leben der Menschen aus. Das Volkstum sei der Ort in der Zeit, in der Geschichte, wo Evangelium verkündet werden solle und wo es wirksam werde. Das alte Evangelium breche sich mannigfach in den Völkern der Erde. Das sei unsere große Freude, daß es auch mit der deutschen Art sich vermähle, daß wir eine Sendung haben an die Welt. Die Kirche habe die Aufgabe, das unveränderliche Evangelium dem Volke immer neu zu schenken. Die Verknüpfung des deutschen Volkstums mit evangelischem Christentum sei unsere Hoffnung. Am Abend fanden sich noch einmal viele Hunderte tm Evangelischen Vereinshaus zur Abendversammlung zusammen. Der Superintendent der Provinz Ober» kirchenrat Dr. Müller umriß die Tätigkeit des Evangelischen Bundes im Kampf um den deutschen Menschen protestantischer Prägung im Dienste des deutschen Volkstums. Nach weiteren Grußworten und einer Ansprache von Dr. M a n i t i u s (Berlin) sprach Pfarrer Dr. B e r g 6 r (Darmstadt) zum Thema des Tages. Er ging aus von dem Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald und der geschichtlichen Bedeutung des Kampfes zwischen Germanentum und Römertum, der sich durch zwei Jahrtausende deutscher Geschichte bis in unsere Tage fortsetze. In geistigem Kampfe werde diese Auseinandersetzung heute fortgeführt werden müssen Donf Evangelischen Bund. Wie die Inschrift am Hermannsdenkmal lehre, werde der Kampf nur dann siegreich sein, wenn er geführt werde in deutscher Einigkeit. Mit einem Bild aus Danzigs Rathause schloß die Mahnung zur Einigkeit und mit ihr die bedeutsame Tagung des Evangelischen Bundes in Offenbach am Main. Am Montagmorgen versammelten sich zahlreiche Abgeordnete des Bundes zur Vertreterversammlung und Arbeitstagung. Nach der Entgegennahme des Jahres- und Kassenberichtes, sowie des Berichtes des österreichischen Hilfsausschusses wurde dem Bundesführer, Landeskirchenrat Berck (Roßdorf), eine Ermächtigung zuteil, von sich aus die für das Bundesleben erforderlichen Maßnahmen, namentlich auch im Hinblick auf die Vereinigung der benachbarten Hauptvereine im Gebiet der Großhefsifchen Kirche, zu treffen. Zm 100. Lebensjahr gestorben. Dillenburg, 20. Sept. (WSN.) Im Kreisort Waldaubach ist dieser Tage der Landwirt Joh. Peter Scheid im 10 0. Lebensjahr g e - ft o r b e n. Es handelt sich um den ältesten Mann des Kreises Dillenburg. Einweihung eines Wichernheinies in Mainz. EPH. Mainz, 20. Sept. Die Gedenkfeier an das 100jährige Bestehen des Rauhen Hauses, der großartigen Schöpfung Johann W i ch e r n s, des Vaters der Inneren Mission, in Hamburg, wurde in Mainz in besonderer Weise begangen. Nachdem der evangelischen Gemeinde aus Neichsbesitz das Haus Schillerplatz 9 auf längere Zeit überlassen worden ist, wird der evangelische Jugend- und Wohlfahrtsdienst dort unter Leitung von Jugendpfarrer Page und Direktor Matthes seine umfangreiche Tätigkeit entfalten. Aus Anlaß der Weihe dieses nach Wichern benannten Hauses fanden in allen evangelischen Kirchen von Mainz Festgottesdienste statt. Führende Männer der Inneren Mission in Hessen standen auf den Kanzeln, ebenso war die Kirchenbehörde durch Prälat D. Dr. Dr. Diehl und Vizepräsident Dr. Dahlem vertreten. Ein F e st a k t im Sitzungssaal des Heimes brachte nach einem Vortrag vom Direktor der Diakonissenanstalt Karlshöhe, Pfarrer M ö ß n e r, über „Wichern und die Gegenwart" die Glückwünsche der Behörden und anderer Wohlfahrtsorganisationen. Gleichzeitig konzertierten die vereinigten Posaunenchöre auf dem Schillerplatz vor dem Hause unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung. Nachmittags marschierten unter Vorantritt ihrer Fahnen und Wimpel die Evangelischen im geschlossenen Zuge nach dem ebenfalls neu übernommenen Platz hinter dem ehemaligen Fort Bingen, der im Laufe des Sommers von freiwilligen Kräften in eine Volkserholungsstätte umgewandelt worden ist. In früheren Kasematten sind viele Räume für die Unterbringung von Gästen und die Veranstaltung von Speisungen geschaffen worden. Ein Friedrich-B nbeck-Haus,so benannt nach dem früh vers! nen Gründer der Mainzer evangelischen Winterh.^e, bildet den Mittelpunkt des geräumigen Platzes, der fortan den Namen „W i - chernhöhe" tragen soll und durch Oberkirchenrat Zentgraf- Mainz feiner Bestimmung übergeben wurde. Den Abschluß des Nachmittags bildete fröhliches Treiben der Jugend und Konzert der Bläferchöre. „Zum Rhein, zum Rhein!" Huldigungsfahrt zum Erntedankfest. — Eine großzügige Veranstaltung des Kampfbundes für deutsche Kultur. Halb acht Uhr: Die ersten Rauchwölkchen steigen auf und ziehen durch das rnorgenfrrsche Sitzungszimmer. Berichte über Reisen und Verhandlungen werden erstattet. In sich versunken sitzt der Mann von der Organisation hinter seiner großen Pfeife. „Festschiffe werden gestellt von ..Plötzlich wird der Pfeifenmann munter, das gehört in sein Ressort, er ist für die Abfahrtszeiten der Schiffe verantwortlich und schnell ergänzt er feine Liste. — Der künstlerische Leiter macht sich Notizen. Skizzen über den Ausbau der vielen Festschiffe gehen ihm zu, er prüft, ändert, entwirft, um den Schiffsfestzug so eindrucksvoll und malerisch wie nur möglich zu gestalten. — Der Derkehrsmann berichtet von Derkehrszahlen, der Anforderung von Sonderzügen. — Ein Plakatentwurf wird schnell geprüft, der Drucker wartet ... die Zeit drängt! Stichwortartig folgen Situationsberichte und Anweisungen. Ein Telephonanruf jagt den andern. Anmeldung folgt auf Anmeldung; bald wird der eine, bald der andere Referent zu einer Auskunft, zu einer kurzen Besprechung gerufen. Unter flinken Händen lichtet sich der Berg von Postsachen. Die vielen Arbeitsmappen füllen sich. Dom Rhein, Main, der Lahn, Mosel, Nahe, dem Neckar häufen sich die Telegramme. Sie lassen ahnen, wie volkstümlich, wie groß und eigenartig die 23er» Obecheffen. Verlobung im Licher Fürstenhaus. — Lich, 20. Sept. Gestern verlobte sich auf Jagdschloß Hoppenrade bei Löwenberg in der Mark Seme Durchlaucht Erbprinz Dr. Hermann Otto zu Solms-Hohensolms-Lich mit Freiin Gertrud von Werthern, Tochter des Freiherrn Heinrich von Werthern auf Schloß Groß-Neuhausen bei Erfurt und seiner Gemahlin Anneliese, geb. Gräfin zu Stolberg-Wernigerode. Die Braut steht im 20. Lebensjahr. Erbprinz Hermann Otto wurde geboren am 12. Dezember 1902 als Sohn des Fürsten Reinhard zu SolmsHohen- solms-Lich und feiner Gemahlin Marka, geb. Gräfin zu Solms-Sonnenwalde. Nach Beendigung feiner landwirtschaftlichen Studien promovierte er zum Dr. phil. Bei den großen Flugtagen zeichnete er sich als Sport- und Kunstflieger besonders aus, auch am Deutschlandflug nahm er teil. Die Bevölkerung unserer Stadt nimmt freudigen Anteil an der Verlobung und bringt ihre herzlichen Glück- und Segenswunsche dar. Jugendtreffen in Holzheim. > Holzheim, 20. Sept. Am Samstag und am Sonntag sand hier das erste Treffen des neugebildeten Stammes „F a l k e n ft e i n" statt. In den Nachmittagsstunden des Samstags trafen bereits einzelne Gruppen ein. Am Abend fand auf dem Sportplatz eine Kundgebung statt. Ein Holzstoß wurde entzündet, die neue Fahne des Stammes Falkenstein durch den Dberjungbanm führer Rupprecht Hainer (Butzbach) geweiht und dem Stammesführer Klotz (Holzheim) überreicht. Ferner wurden noch einige Wimpel verschiedener Jungzüge geweiht. Im Anschluß daran fanden Spiele und Gesänge der Jungens statt. Am Sonntag um 6 Uhr wurde geweckt. Um 8 Uhr wurde ein Feldgottesdienst am Kriegerdenkmal abgehalten. Das Mittagessen wurde durch den BdM. Golzheim zubereitet und schmeckte den Jungens vortrefflich. Einen Umzug durch die mit Fahnen geschmückten Straßen des Dorfes folgten Spiele und Gruppenwettkämpfe auf dem Sportplätze. Der Jungvolkzug Gambach errang dabei den 1. Sieg, für den ihm vom Stamm ein Wimpel überreicht wurde, der bei dreimaligem Sieg in dessen Eigentum übergeht. Mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde das Treffen beendet. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 20. Sept. In einer Versammlung der NSDAP., Zelle Klein-Linden, die im Saale des Gasthauses „Zur deutschen anftaltung des Kampfbundes für Deutsche Kultur werden wird. Aus den Angeboten und Prospekten von Pyrotechnikern, Schaustellern und Künstlern wachsen unter Wahrung des kulturellen Gedankens, den die Veranstaltung trägt, buntbewegte Dolksparks, ersteht die festlich-schöne Beleuchtung des Rheinufers, das Höhenfeuerwerk auf dem Ehrenbreitstein mit all den glitzernden Sternen, den zischenden Raketen und den über den Himmel gestreuten Gold- und Silbergarben. Richtlinien, Dienstanweisungen unterrichten in schneller Folge die örtlichen 23eranftalter, schriftlich und telephonisch jagen Anfragen und Antworten hin und her. Es muß für vieles gesorgt, gar vieles bedacht werden, bis alles reibungslos klappt. Die Unterstützung der Regierung hilft da und dort auftauchende Schwierigkeiten beseitigen. Der Grundton, der aus allem klingt, der alle Arbeit, selbst in den kleinsten Orten beherrscht, ist der einer ehrlichen Begeisterung, einer freudigen Hingabe an die kulturelle Aufgabe, die die Veranstaltung des Kampfbundes für deutsche Kultur erfüllen will. D.e Freude am Werk hilft die Arbeit beschleunigen, reißt alle mit sich. Knapp fünf Wochen galten der Vorbereitung, noch vierzehn Tage find zur Verfügung — die Zeit drängt. Eiche" abgehalten wurde, sprach die Führerin der NS.-Frauenschaften des Kreises Schotten, Frau B r i n k h o s - Laubach, über Zweck und Ziele der NS.-Frauenschaften. Frau Dr. Harth- Allendorf (Lumda) gab Auskunft über den Ausbau der NS.» Frauenschaft. Anschließend regte Zellenleiter Dr. Crößmann die Gründung einer Ortsgruppe der NS. -Frauenschaft an, die vorgenommen wurde. Mehr als 40 der anwesenden Frauen erklärten ihren Beitritt. Mit der Leitung der Ortsgruppe wurde Frau Dr. Crößmann beauftragt. Mehrstimmige Chöre des BdM. umrahmten die Gründungsfeier. 5 Steinbach, 20. Sept. Die Zahl der Konfirmanden ist dieses Jahr gegen die Vorjahre ab 1930 mehr als doppelt so groß. In A l b a ch sind es 6, 4 Jungen und 2 Mädchen, gegen 3 Mädchen im Vorjahre. In Steinbach wurden 15 Jungen und 12 Mädchen gegen 6 Jungen und 5 Mädchen im Vorjahre ausgenommen in den Unterricht. Einschließlich eines Kindes von außerhalb besuchen 34 Kinder in diesem Jahre die Konfirmandenstunde. — Der Evan g. -kirchliche Frauenverein (Frauenhilfe) und der Evang. Frauenchor machten am Sonntag ihren diesjährigen Ausflug nach Marburg. Nach dem Gottesdienst ging die Fahrt mit zwei Postautobussen nach dem Reiseziel. In Marburg wurden die Elisabethkirche und das Schloß besichtigt, auch sonst die malerische Stadt bergauf und bergab durchwandert. Im Melanchthonhause fand auf dessen schöner Terrasse die Rast statt, die allen nach dem vielen Sehen und Treppensteigen sehr wohltat. Bei fröhlicher Unterhaltung und Gesang verging rasch die Zeit. Nach einem Spaziergang der Lahn entlang erfolgte dann die Heimfahrt. Die Lieder während dieser Fahrt durch die abendlichen Fluren zeigten, daß es die Frauen und Mädchen unserer Vereine nicht bereut hatten, nach den sauren Wochen der Erntearbeiten ihren durch den Pfarrerwechsel verschobenen Ausflug noch im Herbste gemacht zu haben. f. ©rüningen, 20. Sept. Gestern vormittag ging ein Personenkraftwagen kurz vor unserem Ort auf der Straße Langgöns—Grüningen durch einen Vergaserbrand in Flammen auf. Der Besitzer konnte sich noch retten, bevor der Benzintank explodierte. Der Wagen brannte bis auf das Fahrgestell nieder. * Obbornhofen, 20. Sept. In dem Bericht über die epidemischen Erkrankungen in unserem Orte (vgl. Nr. 217 des „Gießener Anzeigers" vom 16. Sept, Drittes Blatt) mußte es in der 8. Zeile von unten nicht Atmungserkrankungen, sondern Mumpser kcankungen heißen. ch Lauter, 20. Sept. In einer sehr gut Be« suchten Bauernversammlung in der Wirtschaft des Bürgermeisters Pitz sand die Grün» düng einer Ortsgruppe der Hessisch» Nassauischen Bauernschaft statt. Bürgermeister P i tz leitete die Versammlung und ernannte den Metzger und Landwirt Hrch. Keil zum Führer der Ortsgruppe. Kreis Friedberg. WSN. Friedberg, 20. Sept. Der 26jährige Sohn eines Schreinermeisters aus Rodheim vor der Höhe wurde auf der Straße vor Nieder» Wöllstadt mit schweren Kopfverletzungen aufgefunden. Im hiesigen Bürgerhospital ist der junge Mann bald darauf g e ft o r b e n. Wie oer- lau tet, soll ein fremd er Radfahrer, mit dem der junge Mann zusammengestoßen war, diesem die todbringenden Verletzungen beigebracht haben. Kreis Büdingen. * Nidda, 20. Sept. Die Schülerzahl in hiesigen allgemeinen und gewerblichen Berufs« schulk 1 assen ist z. Z. sehr gering, etliche Klassen werden nur von 8 bis 10 Schülern, ebenso die Hand- werkerklassen der Filialorte teilweise nur von zehn Schülern besucht. Der Zuwachs im Oktober d. I. durch Schülerinnen) aus der Landwirtschaft dahier und der Umgebung ist ebenso gering, so daß bei der zu erwartenden Neuorganisation die bett. Klassen voraussichtlich nicht alle aufrechterhalten werden können. △ Nidda, 20. Sept. Der Metzger und Wirt Samuel Salm, hier, verkaufte sein Geschäftshaus in der Mühlstraße an feinen Nachbar, Bäckermeister Philipp Rank, für 7000 Dtark und fein kleineres Haus an der Ecke Mühlstraße-Schillerstraße an den Nebenläger Spenglermeister (3eorg Rr em b e r für 4000 Mark. Salm will in Kürze nach Amerika auswandern, wo er schon vor drei Jahren einige Zeit als Metzger beschäftigt war, während feine Frau das hiesige Geschäft allein weiterführte. — Manufakturwarenhändler Max Katz verkaufte sein Geschäftshaus Markt Nr. 16 an den Leiter der hiesigen Filiale der Firma Schade & Füllgrabe, Frankfurt a. M., Kaufmann H. Schnell, der schon viele Jahre hier das genannte Lebensmittelgeschäft mit gutem Erfolg geführt hat. — Weiter schweben noch zur Zeit Verhandlungen über den Verkauf des Kasinogebäudes, das der hiesige Ortsgruppenverband der NSDAP, von der Kasinogesellschaft erwerben will. * Nidda, -20. Sept. Am ^amstagnadjmittag hielt der NS.-Lehrerbund' des Kreises Büdingen hier im Gamdrinussaale seine Kreismitglie« deroersammlung ab, wozu fast sämtliche Lehrkräfte des Kreises, etwa 170 Personen, erschienen waren. Der Vorsitzende, Studienrat Dr. C u l m a n n von hier, wies auf die eindrucksvollen Erlebnisse hin, die er auf der Reichsparteitagung in Nürnberg ausgenommen habe. Besonderen Gruß entbot er dem neuen Kreisleiter der NSDAP., Oberstudiendirektor Dr. Heiland aus Büdingen, und Schulrat Dr. Weigand aus Friedberg. Als neuer Amtsleiter wurde Studienrat Lind- Büdingen und als Prefsewart für den nach Offenbach a. M. versetzten Lehrer Reitz- Borsdorf Lehrer Fritz Geiger- Nidda ernannt. Ferner wurden für einige Arbeitsgemeinschaften Arbeitsleiter bestimmt. Dann erteilte der Vorsitzende dem Studienrat Dr. G r a f = Rüsselsheim das Wort zu einem äußerst lehrreichen und wissenschaftlich tiefgründigen Vortrag über „Allgemeine und menschliche Erblichkeitslehre als Grundlage der Rassenpflege". Unter Zuhilfenahme von Lichtbildern führte der Redner die Versammlung in klarer Weise in die Gesetze der Beerbung ein und gab Aufschluß über die Fragen: „Was wird vererbt und was nicht?" Großer Beifall und herzliche Dankesworte des Vorsitzenden lohnten den Redner, der demnächst einen weiteren Vortrag als Fortsetzung desselben Themas halten wird. Zum Schlüsse wurde noch eine Besichtigung der historisch außerordentlich wichtigen und interessanten Ausgrabungen auf der Glauburg bei Stockheim mit den einzelnen Schulklassen empfohlen. Das Lehrer- Streichorchester trug durch mehrere treffliche Musikstücke zum schönen Verlauf der Tagung bei. Sie wurde mit Gesang der ersten Strophe vom Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied und dreimaligem „Sieg Heil" auf Reichspräsident und Volkskanzler Hiller geschlossen. Schöffengericht Gießen. Der Metzger W. D. aus Friedberg kollidierte fm Juni mit seinem Auto auf der Durchfahrt in Okarben mit einem landwirtschaftlichen Fuhrwerk dergestalt, daß der Führer durch das Scheuen feiner Pferde so unglücklich vom Wagen fiel, daß er bald darauf verstarb. I. hatte sich heute wegen fahrlässiger Körperverletzung mit tödlichem Ausgang zu verantworten. Der Angeklagte galt nach Aussage der Zeugen als überführt. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten, nachdem der Staatsanwalt eine solche von sechs Monaten beantragte. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten zur Last. Dem Holzarbeiter Wilhelm Jäger aus Lauterbach, der seinerzeit der KPD. angehörte, legte die Anklage zur Last, strafbare Handlungen im Sinne der §§ 185 ff. RStGB. und des § 3 der Verordnung hes Reichspräsidenten zum Schutze der Regierung gegen heimtückische Angriffe begangen zu haben. Als das Vermögen des Arbeiter-Radfahrervereins von Lauterbach beschlagnahmt wurde, bezichtigte er die damit beauftragten SS.-Leute des Diebstahls. Der Staatsanwalt beantragte die gesetzliche Mindeststrafe von drei Monaten. In Anbetracht des stark angetrunkenen Zustandes, in dem sich der Angeklagte damals befand, belegte ihn das Gericht mit einer Geldstrafe von 50 Mark und den Verfahrenskosten. In einem anderen Falle machte ein Kaufmann aus Koburg in einem hiesigen Lokal die NSDAP, verächtlich, indem er ihre Mitglieder „Verbrecher" nannte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten koftenfällig entsprechend dem Antrag des Anklagevertreters zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Wegen unbefugten Waffen- und Sprengstoff- befitzes hatte sich der Gast- und Landwirt Adolf Marx von Münster zu verantworten. Nach Anhören des Sachverständigen beantragte der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Das Urteil lautete auf vier Monate G e - f ä n g n t s , außerdem Einziehung der Waffen. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.) TB. Sch., fiL-C. In dieser Sache hat iSan Ihnen einen schlechten Scherz aufhängen wollen, denn in Wirklichkeit ist der geschilderte Vorgang völlig ausgeschlossen. jcht Gießen. 15 Friedberg toMM auf der Durchfahrt m dwirtschastli-hen r durch das Scheuen seiner n Wagen fiel, daß ei b°L >e sich heute wegen fahr - »«*Tb®S sSss walt beantrag" finb2, brei Monates . ntenen 3«f"^ W »u kLK-LL w 7A?-'- ”* Hanfl ffnff« trägt »*15- ÄhK , iUrn Füh. ^berq q e. a* UrZä «t rQbfahr.,®’? *& /to6en wor L? tngen. 'lern, ebenA ^en wSL“** ÄÄ" *^äs. '“ÄLg ?itl WÄ^aus ^'Werlfrl^’9 isÄte,’} b°L'L Ä "eitersührte - ^/Kaß verkaufte »ein .RÄ^&iÄr“ *e * Füllgrube nn H- Schnell der genannte Lehrmittel. MM»?L %% 5 aa e (eine fireismifgfie. l°st sämtliche Lehrkräfte t 0"en' erschienen waren. Dr. Culmann oon utfsöollen Erlebnisse hin, uWng in Nürnberg aus. ren Gruß entbot er dem 2DAP., Oberstudiendiret' Büdingen, und Schulrat edberg. Als neuer Amts« !ind- Büdingen und als- Dfienbach a. M. versetzten Lehrer Fritz Teiger- urden für einige Arbeit;- r beftimmt. Dann erteilte nrat Dr. Gros-Rüssels- äußerst lefjrteifyn unb ! Hortrag über ,Mge- chkeifslehre als Grund- ■ter Zuhilfenahme van trott o\t %tx\awlw^ W brr Dr.rrdmg ein )\e Fragen-. „Mr wird Großer Beifall und Herz- Lorschenden lohnten den nen weiteren Vortrag als jema; halten wird. Zm BesichtiWg der historisch und interessanten Aus- urg bei Stockheim mit den empfohlen. Das Lehrer- ch mehrere trefilichr Mu- lauf der Tagung bei. Eie sten Strophe vom Deutsch- el-Lied und dreimaligem räsident und Bolkskanzler v Roberi Koch besiegt die Cholera. Oer erfolgreiche Feldzug gegen die Seuche. — Das Schreckensjahr 1892. Kochs große Entdeckung. *3n diesen Tagen werden es fünfzig Jahre, daß menschlicher Geist zum ersten Male mit Erfolg gegen den Schrecken der Cholera auszog. Bis dahin stand der Mensch dieser Seuche völlig machtlos gegenüber. Wo sie ausbrach. wütete sie grenzenlos, unbarmherzig. Es gab keinen Weg, der aus ihrem Dannreich führte. Die Suche nach der Wurzel dieses Uebels, das seit Jahrtausenden immer wieder über die Menschheit herfiel, blieb vergeblich. Die ärztliche Kunst sah sich ohnmächtig. So war es auch im Jahre 1883. In Indien war ! die Cholera wieder ausgebrochen. Tote säumten < ihren Weg, als sie in unheimlicher Schrecklichkeit sanitären Einrichtungen, die Hamburg um diese Zeit noch nicht kannte ... Die Quelle all dieses Uebels war die Wasserversorgung der Stadt. Die zentralen Doster- werke Hamburgs speisten sämtliche Leitungen mit einer Flüssigkeit, die nicht weniger als rem mar, da sie direkt aus dem Elbwasser gepumpt wurde. Dieses Wasser, in das naturgemäß nicht nur alle Abwässer der Fabriken, fonbevn auch Unreinlichkeiten anderer Art hineinströmten, wurde in den Wasierwerken nicht einmal notdürftig gefiltert. Jahre zuvor hatten sich schon einzelne Hamburger Bürger darüber beschwert, daß die Rohrleitungen und die Wasserkästen in den Häusern völlig verschlammt und mit grünlichem Tang überzogen Im Rahmen der bevölkerungspolitischen Auftlärungsaktion des Reichsministeriums für Bolksausklärung und Propaganda ist für den Monat September eine Aufklärungsschrift herausgegeben worden, deren oben wiedergegebenes Titelbild den im ganzen Reich verbreiteten Plakaten entspricht. Dieses kleine Heft enthält das grundlegend Wichtigste, was jeder deutsche Volksgenosie über die Fragen der Erbbiologte und Rasienpflege wissen muß. Die Tatsache, daß die Bevölkerungspolitik die lebenswichtigste und vordringlichste Zukunfts- und Existenzfrage des deutschen Volkes ist, muh jedem Deutschen zur Selbstverständlichkeit werden. Dazu dient diese Broschüre, die von der R. S.-Volkswohlfahrt durch die örtlichen Organisationen der R. S. D. A. P. mit Hilfe der Verbände und Vereine verbreitet wird. Einzelexemplare können auch an jedem Postschalter im ganzen Deutschen Reich für 10 Pf. gekauft '/ nach Aegypten Übergriff. In Europa begann man H bereits zu xittern. Hilfe war notwendig, die ärzt- I liche Kunst hatte sich in den vergangenen Iahrzehn- | len hoch entwickelt, es mußte Mittel und Wege I geben, Dem Feind zu begegnen. In Paris rief i Pasteur die französische Regierung um Hilfe an: Je solle eine Expedition nach Aegypten senden, um ie Krankheit au studieren, um den Keim dieses ßurchtbaren Todes au entdecken. Am 15. August 1883 trafen die Pariser Aerzte in Alexandrien ein. Kurze Tage später kam auch Robert Koch dorthin. Gin Jahr zuvor hatte er den Tuberkelbazil- lu 9 entdeckt, jetzt sah er eine neue große, eine Weltaufgabe vor sich. Furchtlos ging er ans Werk. Schutzimpfungen gab es noch nicht. Die Arbeit war sihwer. Choleraleichen mußten seziert werden, am ; Krankenlager selbst wartete die Hauptarbeit. Tag und Nacht arbeitete Koch mit feinen getreuen Mit- | arbeitern Fischer, Treskow und G a f f k y. ! Immer wieder wurden die Ausscheidungen unter tic Lupe genommen, bis schließlich nach Dreiwöchiger und opferreicher Arbeit der Todeskeim in cen Vibrionen, Die wie winzige schnellbewegliche • Schräubchen aussahen, entdeckt wurde. Deutsche ! Iorscherarbeit hatte so vor Frankreich und Eng- ■\ unb, die ebenfalls in Alexandrien gegen Die Seuche sich eingesetzt hatten, Den Sieg Davongetragen. Noch im Dezember führte Koch in 3nDien, wo Die Cholera immer noch wütete, sein Werk weiter. Dort |mD er auch Die Mittel zur Schutzimpfung t »yd konnte so Den Einbruch Der Krankheit nach | Europa, wenigstens in Dieser furchtbar gefährlichen Zeit, verhinDern. Wenn zehn Jahre später Dennoch Das Unheil nach Europa vorDrina^n konnte, mag man Daraus nur «ersehen, wie unye. ..lich schnell unb schleichenD bie- fsrs Uebel über bie Menschheit hereinbrach. Kommt idas Unheil so plötzlich, ist Der ärztlichen Kunst naturgemäß Der Schutz viel schwerer gemacht, als noen77 sie Die Krankheit kommen sieht. So war es w nm August 1892. lieber NorDdeutschlanD lastete eine ch i tz e w e l l e mit Temperaturen bis zu 39 ©roD nm Schatten. Die StäDte glühten. Ihre Bewohner j erschlafften. Hinzu kam noch Die BeDrückung, Die I non Dunklen Gerüchten ausging: Daß im östlichen 1 Europa eine neue Cholerawelle sich westwärts wälze. Die westlichen NachbarlänDer seien ltedroht, ein Infizierter genüge, um Die Krankheits- Seime in Diese LänDer einzuschleppen. Am gefähr- letften waren unter Diesen UmftänDen naturgemäß * Sie Hafenstäbte, Die zu viele fremDe Elemente in sich vereinigten, als Daß man Die Herkunft unD Den 'desunDheitszustanb Der Einzelnen genau hätte überprüfen können. Oie Cholera in Hamburg. In Den Baracken Des Hamburger Hafenviertels 1 ßaßen AuswanDerer aller Nationen. Sie würben •on Der Hamburger Bevölkerung streng ferngehal- im. Man wollte um jeDen Preis eine Berührung . mit ihnen verhindern. Wenn es aber Doch indirekt dazu kam, fo tag Dies nicht an fremDenpolizeilichen Maßnahmen, bie man getroffen hatte, sondern an werden. seien. Einzelne Häuser hatten Sammlungen unter den Mietern durchgesührt, um auf eigene Faust eine Filteranlage im Wasserkasten einbauen zu können. Diese Maßnahmen aber waren nur in einzelnen Häusern Der „besseren Viertel" Durchgeführt worDen. Die sanitären Zustände im alten Hamburg, wie etwa im Gängeoiertel, und weiter in den Arbeitersiedlungen von Barmbeck und Eimsbüttel spotteten jeder Beschreibung. Als am 19. August zum erstenmal das Gerücht die Runde machte, die Seuche sei vom Hafen her nach Hamburg eingeschleppt worden, als am 22. August sich dieses Gerücht durch den A u s • druck) eines grausigen Massensterbens bewahrheitete, das über zehn Wochen dauern sollte, — veranlaßte die deutsche Regierung die größten Aerzte und Bakteriologen, Untersuchungen über den Ursprung der Epidemie im allgemeinen und die Wasserversorgung im besonderen anzustellen. Nach Ansicht des hervorragendsten dieser Sachverständigen. nach Ansicht Robert Kochs, konnte die Seuche dadurch ausbrechen, daß einige am Amerika- Quai untergebrachte russische Auswanderer zum Teil cholerakrank waren und durch ihre Auswurfstoffe, die durch die Kanalisation in Die Elbe gelangten. aus Der roieDerum Das Trinkwasser geschöpft wurDe, sämtliche Rohrleitungen Der StaDt vergiftet hätten. Die offiziellen Hamburger Stellen weyrten sich natürlich gegen Diese Art Der Darstellung, Die einen großen Skandal heraufbeschworen hätte, unD brachten DutzenDe von entgegengesetzten Gutachten auf Den Plan, um Diesen wahrscheinlich- sten aller TatbestänDe zu verDunkeln. Mittlerweile entwickelte sich Die Cholera, Da nur sehr wenig GrunDsätzliches gegen sie getan werDen konnte, in fürchterlicher Weise. Es gab ein Massensterben, wie in Den Jahren Des schwarzen ToDes im Mittelalter Namentlich in Den Arbeitervierteln starben ganze Straßenzüge aus. Im Laufe von sechs Wochen rourDen von Der amtlichen Statistik über 20 000 Krankheitsfälle zugegeben, von Denen 9000 töDlich verliefen. Die StaDt glich einem ungeheuren FrieDhof. Der Verkehr ruhte fast oollstänDig. Sämtliche privaten unD öffentlichen Fahrzeuge, vom Schiebkarren bis zum Möbelwagen. rourDen für Den Transport Der Toten unD Erkrankten eingesetzt. Wer GelD hatte, floh aus Dieser StaDt — unD wurDe überall in Deutschland von Ort zu Ort gejagt, Da man in jeDem Menschen aus Hamburg einen Bazillenträger vermutete. Wer sich aber Diesen Luxus einer Flucht nicht leisten konnte, der wurDe überfallen von Der Krankheit unb — viel- leicht noch schrecklicher — von Der ftänDigen, wahnsinnigen ioDesangft, Die zu hysterischen Krankheits- erscheinungen führte. Arbeitslosigkeit, Hungersnot, Mangel on keimfreiem, trinkbarem Master machten sich überall bemerkbar. Auf einem großen freien Platz in Der Hamburger DorstaDt EppenDorf hatte man, Da Krankenhäuser unD Schulen nicht mehr als Spitäler langten, eine ZeltstaDt aufgerichtet, zugleich Totenkammer und Lazarett. Wiederholt kam es vor, daß Apotheken von der verzweifelten Menge ge- ftürmt wurden. Ueberafl tauchten fliegende Händler mit irgendwelchen Desinfektionsmitteln auf, die sie zu Wucherpreisen verkauften. Das Leitungsnetz der Stadt war gesperrt. Die Wasserversorgung wurde dadurch aufrechterhalten, daß Lokomobilen mit großen Kesseln abgekochten Wassers, das unentgeltlich an die Bevölkerung verteilt wurden, auf den Straßen standen — für eine so große Stadt ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Kinderasyle Hamburgs waren noch jahrelang «füllt mit fremden Waisen, die ihre Eltern in der Epidemie verloren hatten. Diese Kinder sind auf einer zeitgenössischen Hamburger Statistik mit einer Zahl von über 4000 verzeichnet. Kunst unD Wissenschaft. Physiker- und Mathematiker-Tagung In Würzburg. In Würzburg wurde die 9. d e u t s ch e Physiker- und Mathematiker-Tagung eröffnet. Die Tagung wurde durch den Vorsitzenden der deutschen Gesellschaft für technische Physik, Prof. Dr. Mey - Berlin eröffnet. Der Physiker und Mathematiker sei berufen, an hervorragender Stelle im deutschen Daterlande mitjuarbeiten. Deutschland sei namentlich in wirtschaftlicher Hinsicht in den Hintergrund gedrängt worden. Exportartikel, die von der deutschen Wissenschaft geschaffen worden waren, wurden uns von anderen Ländern genommen. So habe z. B. heute Japan die Hauptlieserung von elekttischen Lampen, mit denen es die ganAe Welt überflute. Es müsse für die deutsche Wissenschaft möglich fein, neue Wege für die deutsche Produktion zu finden. Und gerade auf diesem Gebiet sei schon manches zu erwarten in der nächsten Zeit. Regierungspräsident Dr. G ü n d e r hieß die Gäste aus dem Reich willkommen. Geheimrat Professor Dr. von Laue- Berlin, der Vorsitzende der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, wies darauf hin, daß die Tagungsteilnehmer, wenn sie ins Physikalische Institut der Universität kommen, historischen Boden betreten, denn hier sei es gewesen, wo Roentgen die nach ihm benannten Strahlen erfunden habe. Der Redner gedachte des großen Erfinders und seines Nachfolgers, Professor Dr. von Wien. Im Laufe der Tagung werden zahlreiche Vorträge aus allen Gebieten der Physik und Machematik gehalten werden. Reichsamt für kirchliche Kunst der Deutschen Evangelischen Kirche. Um der gegenwärtigen Not der Künstlerschaft sowie dem droyenden Zerfall wertvollsten deutschen Shilturgutes zu steuern, haben sich auf Veranlassung des Staatskommissars Hinkel eine Reihe kirchlicher Behörden und Verbände sowie der Kunst- referent im Reichskulturausschuß der Glaubensbcws» gung Deutsche Christen zusammengetan, um ein „Reicksamt für kirchliche Kunst der Deutschen Evangelischen Kirche" zu gründen, dessen Aufgabe es fein wird, alle Fragen kirchlicher Gestaltung von zentralen Gesichtspunkten aus anzusasien. Die Schirmherrschaft übernahm Landesbischof Wehrkreispfarrer Ludwia Müller. Ehrenpräsident ist Professor D. Rudolf Koch- Offenbach. Geschäfts- und Amtsstelle ist Der KunftDienft Evangelisches Iohannisstift Berlin« Spandau. Zum 150. Geburtstage von Peter Cornelius. Der Maler Peter Cornelius wurde vor 150 Jahren, am 23. September 1783, in Düsseldorf ge< boren. — Unsere Leser finden im nächsten Familien, blatt eine ausführliche Würdigung des Künftters. SJ.-fport Ziel-GegelslugHirzenhain-Gießen Pilot Wiegmeyer vor Dem „Rhönbussard" im Flughafen Gießen kurz nach seiner ßanDung. Der SMewellkamps der TmnerMen im SSD.-Zezirk Main-Weser. Der Universitäts-Sportplatz, auf Dem Sonntag unb Montag Der StäDteroettfampf Der Turner- ailDen ausgetragen wurDe, hatte reichen Flaggenschmuck angelegt. Gegen 14 Uhr marschierten Die Mannschaften Der einzelnen GilDen, Darunter eine Mannschaft Der Polizei Butzbach unD Drei Mannschaften Der Gießener SA., im schmucken Dreß (ingenD auf Den Sportplatz ein. Nach Der Ehren- runDe, Die von sämtlichen am Kamps beteiligten Mannschaften gelaufen wurDe, erfolgte Der Vorbeimarsch Der Fahnengruppe unD anschließenD überbrachte Der Reichsleitex Otto (Hamburg) Die Grüße Der Reichsleitung. Dem so jäh um Das Leben gekommenen Neuorganisator Der Deutschen Gewerkschaftsbewegung Pg. R. M u ch o w wurde eine Minute stillen Gedenkens gewidmet. Bezirksturnwart Kuhls übernahm die Organisation der Kämpfe, die sich bis 16 Uhr reibungslos abwickelten. Am Montag, 6.30 Uhr, begann der Start der Mannschaften zum Gepäckmarsch und anschließend hatte jede Mannschaft auf dem Schießend des Gießener Schützenoereins fünf Schuß freihändig liegend abzugeben. Das Ergebnis des Volkssport-Mannschafts-Siebenkampfes. A • ÄI a f f e : 1. Gilde Gießen I 20 Punkte; 2. Staffel I 25 P.; 3. Frankfurt a. M. I 27 P.; 4. Gießen II 41 P.; 5. Mainz I 56 P.; 6. Darm- ftabt I 62 P.; 7. Wiesbaden I 68 P.; 8. Gießen III 69 P.; 9. Offenbach I 78 P.; 10. Frankfurt a. TI. II 87 P.; 11 Offenbach II 93 P.; 12. Mainz II 95 P.; 13. Staffel II 95 P.; 14. Gilde Offenbach III ohne Wertung, da im Gepäckmarsch ausgeschieden. Bestleistungen in der A-Klasse: Ku- gelstoßen, beidarmig, 18,71 Meter (Böcher, Frank- furt a. M); Keulenwurf 52 Meter (Arzböcher, Gießen); Weitsprung 5,55 Meter (K. Müller, Gießen); 3000-Meter-Mannschaftslauf 11:20.6 Min. (Gilde Gießen I); 5X100-Meter°Hindernislauf 1:18 Minuten (Gilde Gießen I); Gepäckmarsch, 25 Kilometer, mit 25 Pfund Gepäck 3:13 Stunden (Gilde Gießen I); Schießen (Kleinkaliber) 155 Ringe (Gilde Frankfurt a. M. I). V-Klasse: 1. Gilde Kastel I 14 Punkte; 2. Kassel II 17 P.; 3. Offenbach I 19 P.; 4. Darm- ftabt I 28 P.; 5 Gießen I 30 P.; 6. Gilde Offen- bach II 39 Punkte. Bestleistungen in der 6 - Klasse: Kugelstoßen (5 Kilogramm), beidarmig, 18,90 Meter (Sennhenn, Kassel); Keulenwurf 46 Meter (Senn- Henn, Kassel); Weitsprung 5,40 Meter (Schwab, Offenbach); 2000-Meter-Mannschaftslauf 7:25 Min. (Kassel 1); 5X100-Meter-Hindernislauf 1:24.1 Min. (Kassel I); Gepäckmarsch 3:15,5 Stunden (Gilde Gießen I); Schießen 150 Ringe (Gilde Offenbach I). Gäste-Klasse: 1. Polizei Butzbach 41 Punkte; 2. Sturm 11/116 44 Punkte; 3. Sturm 14/116 75 Punkte. Bestleistungen in dieser Klasse: Kugelstoßen, beidarmig, 18,35 Meter und Keulenwurf 45 Meter (Miebach, Sturm 14/116); Weitsprung 5,45 Meter (Strack, Sturm 11/116); 3000-Meter- Mannschaftslauf 11:33 Min. (Polizei Butzbach); 5X100-Meter-Hindernislauf 1:18.4 Min. (Sturm 11/116); Gepäckmarsch, 25 Kilometer, Belastung 25 Pfund, 3:23 Stunden (Sturm 11/116); Kleinkaliberschießen 191 Ringe (Polizei Butzbach). Gestartet wurde in den volkstümlichen Wettkämpfen in einfachen Turnschuhen (also ohne Renn- schuhe). In der K l a s s e A errang also bie Gilbe Gießen I wie im vorigen Jahre ben Wanberpreis bes Bezirks Main-Weser. In ber Klasse B würbe Kassel I Sieger unb holte sich hier ben Wanberpreis. In ber Gäste-Klasse konnte bie Polizei-Butzbach als Sieger hervorgehen. Bereinsturnen des Turnvereins Krofdorf. Der Turnverein Krofborf hiell am Sonntag bei schönstem Herbstwetter ein Vereins- turnen ab, bas einen Verlauf nahm, ber bem Verein alle Ehre machte. Bereits am frühen Morgen fanb ein Gepäckmarsch statt, bem sich ältere Turner als Einzelbewerber unterzogen, während die jüngeren Jahrgänge gruppenweise starteten. Es wurden recht gute Leistungen erzielt. Mittags traten sämtliche Abteilungen unb viele ältere Ttitglieber zu einem Werbeumzug an, ber, von bem roieber neu ins Leben gerufenen Trommler- und Pfeiferkorps mit flotter Marschmusik durch bie Orts» straßen geführt würbe. In unb bei ber Turnhalle setzte bann der wohlorganisierte Turnbetrieb unter Leitung von Turnwart Hch. Amend und einem !roßen Stab von Helfern ein. Zahlreiche Zuschauer anden sich ein. Die gezeigten Leistungen fanden leb- aften Beifall. Am Spätnachmittag konnte der 1. Vorsitzende, Lehrer Jaeger, den Abschluß des Turnens verkünden und in einer kurzen Ansprache die Veranstaltung einer Würdigung unterziehen. Mit einem „Sieg Heil" auf Turnvater Jahn und unseren Dolkskanzler Adolf Hitler und dem gemeinsamen Gesana des Deutschland-Liedes ging man auseinander. Am Abend traf man sich in turnerischer Geselligkeit. Von Musik und gemeinsamen Gesängen umrahmt, stand im Mittelpunkt der Feier ein Vortrag des Dietwart Ernst Leib. Der Redner gab den aufmerksam Zuhörenden einen interessanten geschichtlichen Uebervlick über die Entwicklung des deutschen Turnens seit Jahns Zeiten bis zur Gegenwart. Diese Art eines Vereinsabends fand starken Anklang, ist doch damit der Beweis erbracht, daß der Turnverein Krofdorf neben dem körperlichen Turnen auch die geistige Ertüchtigung zu pflegen bestrebt ist. — Die Resultate des Vereinsturnens werden bei der Turnschau im Spätherbst bekanntgegeben. 7. Kreis Bezirk Hessen der OT. Staffelläufe um Wanderpreise. Unter Leitung von Kreisturnwart Wagner wurden am vergangenen Sonntag auf dem neu hergerichteten Sportplatz in Lollar die Wanderpreise in der 4X 100- und 1500-Meter-Staffel ausgetragen. Die 4X100-Meter-Staffel wurde vom Turnverein Lollar mit Viehl, Klinkel, Frank und Großhaus in 47 Sek. gewonnen. Zweiter Sieger in 47,8 Sek. wurde Turnverein Ruttershausen, an dritter Stelle lief Turnverein Odenhausen/Lahn ein. Die 1500-Meter-Staffel gewann Odenhausen in 3:48 vor Lollar 3:50,5 und Ruttershausen. Handball im Gau XII der OT. Burkhardsfelden I. — Wieseck I. 16 :6 (6 :2). Beide Mannschaften trafen sich am letzten Sonntag zu einem Freundschaftsspiel. Wieseck trat mit nur zehn Mann an. Die Platzmannschaft zeigte ein sehr flottes Spiel und war meist überlegen. In gleichen Abständen fiel Tor auf Tor. Trotzdem ließ der Gast den Mut nicht sinken. Sportplatz-Weihe der Gemeinde Lollar. Am vergangenen Sonntag wurde der Lollarer Sportplatz unter großer Beteiligung der Einwohner seiner Bestimmung übergeben. Nachdem am Vormittag die von Bürgermeister Wagner ausgeschriebenen Sportkämpfe unter dessen Leitung durchgeführt waren, sammelten sich am Nachmittag alle beteiligten Verbände und Vereine, um in gemeinsamem Zuge nach dem Sportplatz •Sw®8 6gionati‘8‘> U-E 3“’Ä ® ’Ä richt-» keine politik Dollfuß heuii es fraglich, 0 kerung für j, oer noch mit i te 5 sh M ihn, Umbau bi SWaftlid, e Aoot-g-füges lchworzgelbe & FlpenIänbe “ntetbunben ble NN „re-j Abenteuer gel- der der echndu M a» chlug DoM 0chermch.r° Sozialen Part reich eine \« m nüfleit Ä neuerer, ben echter Abkon turne, das \a. Deutschtum n chen erbittert fehlt heute. Mro-Marxie deshalb nicht Austromarxiste fuß und seine Oesterreich en politischen W schlossenheil. ' setzen. Die ui die früher sei tischen Gegne lich machte, hört. Nun fi sozialismus, um es unzei Dollfuß hc endlich einen über das D: fuß dieser D nen Nationa ihn erledigt. Dollfuß sein, ren umgeb walt alleii bekommen. $ sich einige a Oesterreich ur Aufrichtung l lers nur bem aus einer park ‘ 6tänbeftaa valt umjubili sm sein soll, 1 denn die Tatsa ler ausgeschii daß Mntler s jede sasch versassun Seite Fürst mit dem Lil uß hat abei ier wieder chwarzgelbe- herrlichkeit e 3n diesem fuß noch aus trag der über für sich hat, europas i nutzt. Wäre ®/fl6/6t. ^ustätt vrenidenv k|*( Da« . ^ien.21 s 1)111 Ke neue % ntWjenbe Aaron Ko. Je't; üUrftSd Jelretar Mitfl -Ld