Ostung Irbeit"! zchllschofl Berlin auf beten Reich». cktonlo Berlin 120 ing: „Stiftung für geringfügigen Der- > GmbH., Berlin, ie Erfolgsrechnung berfchuß 1,96, |on- Löhne unb Tehöl- , örünbungstoften >9, Abschreibungen bt ein Reingewinn n ift Vit Aussich. n von dem Matze Qutätigteit ab, Jo- an ben Arbeit»' bet Buslanbsbau- iebenfteUenbe Gnl- im- legt jetzt ben !r v°r- Al; neu 'ovde, ihren Un- !|‘en im inner, k'genbem Maße 'm Gebiete bes aei Bauten bes an Auslands- uüntirdjen unb Jau in Holland "chttrgchUjchast «Wn Gewinn T339 46,93 12.54 3,NI 170,08 72,28 k8,Z 73-63 14$ 0.928 8,442 58,99 16,62 81-8 35-96 82^5 0,229 5,195 13,04 TS' 47,05 12,5» 3,053 170.4? 72.« 64-01 73Z 14,375 e,$s 3.448 59,11 22,1» 16» 11,88 36,« #.# 0,89j 0,239 5,2$ 13-< 59,0? A - iif« 12.» 73-$ 5:' le Mchel. ni. Die Abendbörsc en Auslandsbörscn er schwächere 3er- ttc. Außerdem er« mbe 3uni unb bei irden W&M verte MSverande- ufe nicht ein. 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Annahme von Anzeige» für bie Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Be» hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrift 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton DrJrj.Ibgriot; für ben übrigen Teil Ernst Blumschein unbfürbenSn« zeigenteil i.V.Th.Kümmel sämtlich in Gießen. Amerika und das neue Deutschland. Neurath und Luther werben um Verständnis. Oer Reichsaußenminister im Rundfunk. Wichtige Parallelen im Weg beider Völker. London. 20.3unL (WTD.) Reichsauhen- minister Freiherr v. Reurath hielt im Rundfunk an das amerikanische Volk eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Das deutsche Volk sieht es voll Bewunderung, mit welchem Mut und mit welcher Energie das amerikanische Volk den Kampf gegen die Krise ausgenommen hat und wie unerschrocken die Regierung der Vereinigten Staaten neue Wege einschlägt, die man früher für gewagt gehalten hätte. Ich glaube sagen zu dürfen, daß das deutsche Volk ein besonderes Verständnis dafür hat, denn es s e l b st hat in den letzten 15 Jahren mehr als andere Völker einen fast ununterbrochenen Kampf gegen wirtschaftliche, finanzielle und politische Schwierigkeiten zu führen gehabt. Wir haben nie den Mut verloren. 3n der Tat leidet Deutschland in vieler Beziehung unter den gleichen Schwierigkeiten wie die Vereinigten Staaten. Das schlimmste Liebel ist die Arbeitslosigkeit. Die Verheerungen, die die Arbeitslosigkeit in wirtschaftlicher und sozialer Beziehung in Deutschland angerichtet hat, sind noch tiefer als in den Vereinigten Staaten. 3n der Dankenkrise haben wir in den Vereinigten Staaten und in Deutschland ungesähr die gleichen Schwierigkeiten gehabt und sie auch weitgehend mit den gleichen Mitteln zu überwinden versucht. Wir müssen hier auf der Weltwirtschasts- konserenz über den scheinbaren Interessengegensätzen der einzelnen Probleme die gemeinsame Ausgabe erkennen, unseren Völkern Arbeit und ein lebenswürdigcs Dasein zu verschaffen. Der Erfolg dieser Konferenz hängt aber vom friedlichen und verständnisvollen Zusammenarbeiten der Völker ab. Die Tatsache, dah in Deutschland die Staatsgewalt von einer Bewegung ergriffen wurde, die als revolutionär angesehen wird, hat manchen Stellen außerhalb Deutschlands Anlah gegeben, sich beunruhigt zu zeigen. Man hat diese Llmwälzungen in Deutschland dafür verantwortlich machen wollen, dah das notwendige politische Vertrauen nicht vorhanden ist. Ich möchte keine Gelegenheit versäumen, dies richtig zu stellen. Die Staatsführung im Innern Deutschlands hat sich geändert Die Auhenpolitik Deutschlands ist friedfertig geblieben. Durch die neue innere Staatsführung wurde ein einheitlicher Staat gebildet. Deutschland ist dadurch zum stärksten Bollwerk gegen die kommunistische Gefahr geworden. Für die Friedfertigkeit der deutschen Auhen- politik hat der Reichskanzler Hitler das stärkste Zeugnis in der Regierungserklärung abgelegt. Diese Erklärung muhte alle Besorgnisse über die auhenpolitische Haltung der nationalsozialistischen Regierung zerstreuen. Auf der Abrüstungskonferenz in Genf, bei dem Pakt von Rom und bei anderen Gelegenheiten hat die nationalsozialistische Regierung ihre Beweise für ihre friedfertige und verständigungsbereite Politik gegeben. Botschafter Luther über die Grundsätze des neuen Staates R e u h 0 r k, 20. Juni. (TL1.) Dor der deutsch- amerikanischen Handelskammer hielt der deutsche Botschaster Dr. Luther einen Vortrag über das neue Deutschland, seine Ausgaben und Ziele. Er erklärte u. a., dah das Programm Roosevelts in vielen Punkten dem Programm der Regierung Hitler ähnele. Jeder, der sich vergegenwärtige, wie tief verwundet Deutschland aus dem Weltkriege zurückkehrte, müsse Verständnis für Deutschland haben. Die Rationen hätten heute wieder erkannt, dah in vielen Fragen, besonders in wirtschaftlicher Beziehung, eine internationale Zusammenarbeit un - e r l ä h l i ch sei. Reichskanzler Hitler habe oft zum Ausdruck gebracht, wie wichtig der Ausbau des internationalen Wirtschaftsnetzes fei. Heute sehe Deutschland mit Hoffnung und Interesse auf die Londoner Wirtschaftskonf erenz, ferner fei Deutschland an der Abrüstungsfrage und anderen wichtigen Problemen der internationalen Politik brennend interessiert. Für die gründ- legenden Veränderungen in Deutschland sei nichts so charakteristisch, als die Erklärung des 1. Mai zum nationalen Feiertag der deutschen Arbeit. Ein Eckstein der Wirtschastsgrundsähe des Dritten Reiches sei die These, dah Allgemeininteresse vor Privatinteresse stehe. Dr. Luther schilderte dann im einzelnen das deutsche Aufbauprogramm. Deutschland müsse seine kleine Gold- und Devisendeckung stützen, wenn man sich vergegenwärtige, dah diese Deckung heute nur noch 8 v. H betrage. Das heutige Deutschland sei von einem ft arten Wiederaufbauwillen beherrscht Oer Kaiser über Reichskanzler Hiiler. London, 19. Juni. (TTl.) 3m .Evening Standard" erscheint eine Unterredung des Kaisers mit dem englischen Journalisten Drad - ley - Dirt. In dieser soll der Kaiser u. a. gesagt haben, Hitler habe getan, was niemand jemals habe tun können, er habe d i e ganze deutsche Ration mit einem gemein- samen Geist belebt. Er habe eine Welle des Rationalgefühls in ganz Deutschland entfacht, wie das niemals vorher in der ganzen Geschichte Deutschlands der Fall gewesen sei. Der Kaiser sprach dann u. a. über die internationalen Wirtschaftsprobleme. Eine der wichtigsten Lehren der Rachkriegszeit sei, dah kein Staat allein st ehen könne. Es müsse Freundschaft und guter Wille herrschen. Die modernen Maschinen seien zum gröhten Teil für die gegenwärtige Weltkrise verantwortlich. Die Maschinen mühten wieder aus ihren richtigen Platz als Helfer der Menschen und nicht als ihre Meister zurückgebracht werden. Verbot der Kampfringe der Oeutschnationalen Front in Preußen. Ber . in , 21. 3uni. (IDIB. Funkspruch.) 21 m I - l i ch.) 21uf Grund des § 1 ber Berorbnung des Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit § 14 des Potizeioermattungsgesehes hat der preuhische Mini st er des Innern die Kampfringe der Deutfchnationalen Front (früher Deutschnationale Kampfstaffeln) einschliehlich sämtlicher Formationen, sowie die im Bismarck- bunb zusammengeschlossenen Jugendgruppen im ganzen Gebiet des Freistaates Preuhen aufgelöst und verboten. Das verbot ist erfolgt, weil die angestellten Ermittlungen einwandfrei ergeben haben, dah kommunisti- f ch e und sonstige staatsfeindliche Eiern e nt e in größtem Umfange Ausnahme in d i e Formationen der Kampfringe gefunden haben. Die Kampfringe bildeten bei dieser Sachlage eine erhebliche Gefahr für die Sicherheit des Staates und der Bevölkerung. Die getroffene Mahnahme war deshalb zur Abwehr der von diesen zersetzten Organisationen für die öffentliche Sicherheit und den inneren Frieden drohenden Gefahren notwendig. Es wird weiter noch mitgeteilt, dah nicht nur im Gebiet Preuhen, sondern imganzenReichs- gebiet die Haussuchungen bei den führenden Mitgliedern der Kampfring-Organisationen durchgeführt worden sind. Die Mahnahmen haben sich als notwendig erwiesen, nachdem sestgestellt wurde, dah st ellenweise 60 bis 70 v. h. der Mitglieder sich aus Kommunisten und Marxisten zusammensetzten. Auch bei der am vergangenen Samstag ausgehobenen sozialistischen Geheimsihung in Hamburg wurde Material vorgefunden, das auf konterrevolutionäre Elemente innerhalb der Kampfringe hindeutete. In den letzten Tagen ist es sogar in Frankfurt (Oder) zu blutigen Zusammenstößen gekommen, ein Beweis dafür, dah, wenn nicht von staatlicher Seite Angegriffen worden wäre, Selbft- hilseaktionen gegen die Kampfringe erfolgt wären. Schtiehlich wird erklärt, dah sich die Aktion i n keiner weise gegen d i e Deutschnationale Front richte, ebensowenig etwa gegen den Stahlhelm, über dessen Zusammenarbeit mit der NSDAP, gegenwärtig Erwägun- gen zwischen dem Reichskanzler und dem Reichsarbeitsminister Seldte im Gange sind. Aus dem Material der Polizei wird besonders erwähnt ein Vorfall bei der Skagerrakfeier in Berlin. Damals wurden die dcutschnationalen Kampfstaffeln, die mit über 200 Teilnehmern aufmarschiert waren, beim Abmarsch durchsucht, wobei festgestettt wurde, dah 140 von ihnen b i s zum 5. März aktiv in der Kommuni st i- schenbzw. SozialdemokratischenPar- tei oder einem diesen Parteien nahestehenden Verband tätig waren. Die beschlagnahmte Liste einer Kampfstafsel aus dem 82. Berliner Polizeirevier enthielt 35 Hamen. Don diesen sind bei 18 belastende Akten bei der geheimen Staatspolizei vorhanden. Bei den Leuten, die früher im Reichsbanner, bei der KPD. usw. organisiert worden waren, wurden erhebliche D 0 r - [trafen festgestettt. u. a. wegen Betruges, Zuhälterei, Kuppelei usw. Haussuchung in der Berliner Geschäftsstelle der OeutschnationalenVolkSpartei Berlin, 21. Juni. (ERB. Funkspruch.) Die Polizeiabteilung ZBV. erschien heute vormittag unvermutet in den Räumen der Geschäftsstelle der DRVP. gegenüber dem Reichstagsgebäude und nahm eine Haussuchung vor. Eine Abteilung ZBV. besetzte heute vormittag das Staffelheim VI des Kampfringes der Deutschnationalen. Schriftstücke wurden beschlagnahmt, sieben Angehörige des Kampfringes in Schutzhaft genommen und verschiedene Schußwaffen beschlagnahmt. Das Heim wurde polizeilich geschlossen. Das Kampf st affelheim 1, das älteste Groh- Berlins, wurde von SA.-Leuten besetzt und polizeilich geschlossen. Bei der Durchsuchung fand man drei Gewehre, Modell 98. Insgesamt 40 Personen wurden festgenommen. Im Verlaufe der Aktion gegen die Deutschnationalen Kampfstaffeln ist der de u t sch n a t i 0 n a I e Reichstagsabgeordnete Timm fe st genommen worden. Auflösung der Oeuischnationalen Kampfstaffeln auch in Oldenburg. Oldenburg, 21. Juni. (ERD. Funkspruch.) Die Aktion gegen die deutschnationalen Kampfstaffeln setzte heute morgen auch in Bremen und Oldenburg ein unter Beteiligung von Polizei und SA. Cs wurde vielfach belastendes Material bei den Haussuchungen gesunden. Im Gebiete des Freistaates Oldenburg und in Bremen ist die Auflösung der gesamten Kampf st af- fein angeordnet worden. Aufruf des Siahlhelmführers Seldte Berlin, 21. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der 1. Bundesführer des Stahlhelms und Reichsarbeitsminister Franz Seldte hat folgenden Aufruf erlassen: Die nach dem siegreichen Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution nachträglich betriebene Ausbreitung und das Verhalten des Kampfringes junger Deutschnationaler, dessen Vorhandensein auch dem Stahlhelm stets unverständlich war, hat heute eine Aktion ausgelöst, deren Rotwendigkeit im Sinne der nationalsozialistischen Staatsidee gegen jede Reaktion anerkannt werden muh. Darum befehle ich entsprechend meinen Fehrbelliner Ausführungen gegen jede Reaktion: Der Stahlhelm steht heute und zukünftig zu Adolf Hitler undinder Front dernationalsoziali- stischen Revolution gez. Franz Seldte. Als Kommissar für den Landesverband Westmark-Süd des Stahlhelms ist von den Regierungspräsidenten von Koblenz und Trier einstweilen der Führer des Landesverbandes Westmark-Süd Generalmajor a. D. Thon bestellt worden. Stahlhelm-Ortsgruppen in Anhalt aufgelöst. Dessau, 21. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Das anhaltische Staatsministerium hat die Stahlhelm- Ortsgruppen Raguh und Iehnih und ihre Organisationen mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Aktion gegen Funktionäre ber Bayerischen Volkspartei. München, 21. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Die Bayerifche politische Polizei teilt mit: In letzter Zeit haben sich die Verdachtsmomente, dah führende Persönlichkeiten der Bayerischen Dolkspartei im Zusammenhang stehen mit den letzten Ereignissen in Oesterreich, insbesondere mit dem vor wenigen Tagen dort erfolgten Verbot der RSDAP., so verdichtet, dah es dringend notwendig erschien, die Verbindung mit der Bayerischen Dolkspartei und den Christlich - Sozialen sowie der Heimatwehr in Oesterreich restlos zu durchbrechen Die bayerische politische Polizei hat daher heute eine einheitliche Aktion gegen öie Funktionäre der BDP. in ganz Bayern eingeleitet und bei ihpen sowie in den wichtigsten Bureaus der Partei eine Suchung nach belastendem Material vorgenommen Unter anderem wurden auch die Räume der Fraktion der Bayerischen Dolkspartei im Landtage, des „Bayerischen Kuriers" und des Wirtschaftsbeirates durchsucht. Das beschlagnahmte Material wird zur Zeit noch gesichtet. In Einzelfällen, bei denen Widerstand erfolgte, ober Verdunkelungsgefahr besteht, muhte zu Festnahmen geschritten werden Gömbös über seine Berliner Reise Budapest, 20. 3uni. (WTD.) 3m ungarischen Parlament mißbilligten zwei Abgeordnete die Berlin-Reise des Ministerpräsidenten Ministerpräsident Gömbös erklärte dazu, er habe eine Pflicht erfüllt, indem er Berlin besuchte, wohin er von dem Reichskanzler Hitlereingeladen worden fei. Drei Gründe Die Finanzpolitik im neuen Reich Vermehrung der Arbeit, der Schlüssel zur Besserung. Berlin, 21.Juni. (TU.) In der Berwqltungs- akademie Berlin sprach Staatssekretär Dr. Reinhardt vom Reichsfinanzministerium über: „Die Finanzpolitik im neuen Reich". Er führte etwa folgendes aus: Die Finanzpolitik des neuen Reiches ist, solange es in Deutschland die Arbeitslosigkeit gibt, in erster Linie abgestellt auf die Verminderung der Arbeitslosigkeit. Diese ist nicht bereits gegeben in einer Verminderung der Arbeitslosenziffer, sondern nur in einer Vermehrung der Arbeit. Eine Vermehrung der Arbeit führt zwangsläufig zur Erhöhung der Lohnsumme im deutschen Volkswirtjchaftskörper, zur Erhöhung der Zinssätze, die in ihm Vorkommen, und zur Erhöhung des Volkseinkommens. Die zwangsläufige Folge dieser Entwicklung ist eine Erhöhung des Aufkommens an Steuern und Abgaben, und auf der anderen Seite, weil die Zahl der Arbeitslosen kleiner wird, eine Verminderung des Finanz b e d a r f s für die Unterstützung der Arbeitslosen. Voraussetzung für die Vermehrung oon Arbeit ist eine Erhöhung der Nachfrage nach Gütern und Leistungen. Die Regierung der nationalen Revolution hat sich zu ihrer Hauptaufgabe gestellt, Kaufkraft und Anreiz zu schaffen. Die erste ganz große Maßnahme in dieser Richtung ist das Gesetz zur Verminderung der 21r- beitslosigkeit vom 1. Juni, das einen Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit darstellt. Weitere Gesetze zur Verminderung der Arbeitslosigkeit werden sol- aen. Es muß und wird uns gelingen, der Geißel der Arbeitslosigkeit Herr zu werden, wenn alle Volksgenossen und Dolksgenossinncn sich zu einheitlichem Denken und Handeln zusammenfinden in der Richtung, die die Regierung der nationalen Revolution durch ihr Gesetz vom l.Juni 1933 angegeben hat. Oie geistige Betreuung der Arbeitsdienstwilligen. Berlin, 20. 3uni. (WTD.) Auf bie geistige Betreuung derArbeitsdienst- willigen wird sehr großer Wert gelegt. CS ist daher notwendig, geeignete Sträf te, die durch ihre Vorbildung befähigt sind, staats- politischen Unterricht zu geben, für die Lager des Arbeitsdienstes heranzuziehen Für diesen Dienstzweig sind namentlich Junglehrer geeignet, die anderweitig wenig Aussicht auf Anstellung haben Auch solche Lehrer, die über 25 3ahre alt sind, sich aber im Arbeitsdienst betätigen wollen, können durch Meldung bei den zuständigen Stetten — nationalsozialistische Gaubearbeiter für den Arbeitsdienst und Sachbearbeiter des Arbeitsdienstes bei den Landesämtern deS Stahlhelms — in den Arbeitsdienst eingereiht werden. Reben diesen Lehrkräften können ferner andere staatspolitisch genügend vorgebttdete und über ein hinreichendes Wissen und Können verfügende, für den Unterricht befähigte Männer eingestellt werden. Auch diese melden sich bei den oben genannten zuständigen Stellen Für alle gilt selbstverständlich daß sie in den Arbeitsdienstlagern mindeste ns vier Wochen praktisch tätig sein müssen, weil niemand im Arbeitsdienst Führer werden darf, der nicht vorher durch die praktische Tätigkeit im Arbeitsdienst die unbedingt nottoenbige Fühlung mit den Lagerbelegschaften erhalten hat. Gründung des Reichsftandes der Deutschen Industrie Berlin, 19. Juni. (WTB.) Der Reichs- verband der Deutschen Industrie und die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände haben sich zum Reichs- stand der Deutschen Industrie zusammen- geschlossen und dem Herrn Reichskanzler durch die beiden bisherigen Vorsitzenden eine entsprechende Erklärung übermittelt. Der weitere Ausbau des so geschaffenen industriellen Reichsstandes und seine Einfügung in die berufsständische Gesamtordnung der deutschen Wirtschaft wird nach den Grundsätzen des in der Entwicklung begriffenen berufsständischen hätten ihn nach Berlin geführt: Erstens wirtschaftliche Absichten, zweitens habe er sich politisch Über das deutsche System orientieren wollen. Reichskanzler Hitler und die nationalsozialistische Bewegung haben der ganzen Menschheit Dienste von weltgeschichtlicher De- beuturog geleistet, indem sie der kommunistischen Gefahr in Deutschland ein Ende bereiteten. Die dritte Ursache der Berliner Reise war, fuhr der Ministerpräsident Gömbös fort, mich über di e außenpolitische Stellungnahme Deutschlands zu unterrichten. Mit großer Freude konnte ich seststetten, daß die politische Linienführung des deutschen Kanzler« i in Zeichen des Friedens steht. Seine Politik richtet sich nicht gegen andere Länder. Auch in der Frage der Gleichberechtigung stimmt die Auffassung des Kanzlers mit Der meinigen überein. Die Berliner Reise war keineswegs gegen Oesterreich gerichtet. Bundeskanzler Dr. Dollfuß betonte ja ?gerade heute in einer Zeitungserklärung das reundschaftliche Verhältnis zwischen dem österreichischen und dem ungarischen Volk und den beiden Regierungen. Die Unabhängigkeit Oesterreichs, so führte Gömbös weiter aus, fei_ nicht nur eine deutsche, sondern eine europäische Frage. Diese Unabhängigkeit sehe er nicht für gefährdet an, solange die deutsche Politik Den Frieden anstrebt. Aufbaues erfolgen. 3m Sinne der von dem Herrn Reichskanzler wiederholt dargelegten Anschauungen über den Neuaufbau der deutschen Wirtschaft, die diesem Schritt der deutschen Industrie zugrunde liegen, wird die Arbeit des neuen Reichsstandes der Deutschen Industrie auf der Grundlage und Anerkennung des Gedankens positiver und vertrauensvoller Gemeinschaftsarbeit der in der Produktion tätigen Menschen beruhen. Kleine politische Nachrichten. Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath wird voraussichtlich am Donnerstag in Berlin e:n* treffen. Der Minister hatte eine längere Besprechung mit dem britischen Staatssekretär des Aeußern Sir John Simon und dem britischen Staatssekre- tär für Krieg Lord Hails harn über die Ab- rüstungsfrage. Der Gebietsführer Westfalen-Niederrhein der Hitler-Jugend, Hartmann-Lauterbacher, ist zum Obergebietsführer West ernannt worden. — Diese erste von der Reichsleitung eingerichtete Obergebietsführung umfaßt u. a. auch die Gaue der NSDAP. Koblenz, Hessen-Nassau und Kurhessen. Der Sitz ist vorläufig Essen. * König Feisal vom Irak traf zu einem Staatsbesuch in London ein und wurde vom englischen König empfangen. König Feisal kommt zum ersten Male nach London als Staatsoberhaupt eines unabhängigen Irakstaates, der vom Völkerbund und als vollwertiges Mitglied unbeschadet der bestehenden Sonderverträge mit England aufgenommen ist. Die finnische Regierung hat dasTxa- gen ausländischer Uniformen bis auf weiteres verboten. Das Verbot scheint im Hinblick auf die am 1. und 3. Suli stattfindenden Reichstagswahlen erlassen zu sein. firifenffimmuna ans der Londoner Konferenz mit einem Wasserflugzeug auf nach Reuhork zurück, wo er der „Manhattan" gehen wird. begab sich Moleh kürzestem Wege morgen an Bord London, 21. Juni. (CNB. Funkspruch.) Die Weltwirtschaftskonferenz ist bereits in das Stadium getreten, das den Teilnehmern die Frage vorlegt, wie überhaupt weiter gearbeitet werden soll. Zwar hat sich die Konferenz in einen unübersichtlichen Komplex von Unter - und Nebenausschüssen aufgespalten, deren Tätigkeit eine zeitlang das Bild intensiver Arbeit roirö bieten können, da die Erörterung, Vergleichung, Zusammenfassung und Umarbeitung der von den einzelnen Delegationen eingereichten Vorschläge nicht von heute auf morgen erledigt werden kann. Eines Tages wird aber der Augenblick gekommen fein, an dem festgestellt werden muß, welcher Grad von Uebereinftimmung wenigstens über d i e wichtig st en Fragen unter den Konferenzteilnehmern herrscht. Man fragt sich jetzt schon, wie diese Uebereinftim» mung erzielt werden soll, wenn so wichtige Delegationen, wie die amerikanische, unter sich und mit ihrer Regierung nicht einig zu sein scheinen. Roosevelt hat bekanntlich gegen die von Den Londoner Vertretern der Zentralbanken vereinbarte vorläufige Stabilisierung Einspruch erhoben und auch der Vorschlag einer lOprozentigen Zoll- fcntung ist zurückgezogen worden Der einzige Beitrag Amerikas zu den Konferenzarbeiten ist im Augenblick der Antrag des Senators Pittman, die Metalldeckung der Währungen auf 25 Prozent, wovon ein Fünftel in Silber bestehen könnte, zu beschränken. In dem Unterausschuß, der sich gestern mit diesem Antrag zu beschäftigen hatte, wurde ihm allerdings eine Tendenz gegeben, die sich gegen die amerikanischen Urheber richtet; es wurde nämlich mit beträchtlicher Uebereinftimmung der Auffassungen aus der Begründung des Antrages zunächst nur der Wunsch nach einer baldigen Stabilisierung der Währungen und nach Wiedereinführung des Goldes als Wertmesser zum Beschluß erhoben, während die Metalldeckungsfrage, die Amerika gerade nicht in diesem Sinne gelöst sehen möcht, einem Nebenausschuß übermie« s e n wurde. Derartige Prozedurerfolge sind natürlich für den Erfolg der Konferenz ziemlich beoeutungslos, denn gegen- den Willen Amerikas kann gerade in der Währungsfrage nichts beschlossen werden, und auch die heute aufgetauchten Gerüchte über einen europäischen Stabilisierungsplan scheinen weniger auf realen Möglichkeiten als auf Der be> sonders in England und Frankreich herrschenden Verstimmung über die neue amerikanische 3s o- lierungspolitik zu beruhen. Da die andere noch ungelöste Hauptfrage, das Schuldenproblem, nicht auf oder während der jetzigen Konferenz erörtert werden soll, hat sich jetzt schon die paradoxe Lage ergeben, daß man gerade in England zehn Tage nach dem Beginn der Konferenz mit einer gewissen Ungeduld auf ihr Ende wartet. Amerika in London. Letzte Instruktionen für den amerikanischen Delegierten. Reuhork, 20. Juni. (WTB.) Der V e r - trauensrnannPräsidentRoosevelts, Professor Moleh, der Washington bereits verlassen hat und im Begriff ist, sich nach London zur Teilnahme an der Weltwirtschaftskonferenz einzufchiffen, hatte noch im letzten Augenblick eine Unterredung mit Präsident Roosevelt. Die Besprechung sand auf der Höhe von Cap Cod an Bord der Bucht „Amber- j a ck" statt, auf der Präsident Roosevelt im Kreise feiner Söhne und ganz weniger persönlicher Freunde einen vierzehntägigen Urlaub verlebt. Professor Moleh erreichte die Bucht m i t Hilfe eines Torpedobootszerstörers und eines Wasserflugzeuges- Roosevelt erteilte ihm während der zweistündigen Konferenz die letzten Instruktionen für London, Dann Die Aufgabe der Treuhänder der Arbeit. Eine Zusammenkunft im Reichsarbeiisministerium. Berlin, 20. Juni. (TU.) Reichsarbeitsminister Franz Seldte hatte die neuernannten Treuhänder der Arbeit zum 20. 3uni zu einer Aussprache in das Reichsarbeitsministerium eingeladen. Der Reichsarbeitsminister begrüßte die erschienenen Treuhänder und dankte ihnen zugleich auch im Ramen des Herrn Reichskanzlers für ihre Bereitwilligkeit, das überaus wichtige und verantwortungsreiche Amt eines Treuhänders der Arbeit zu übernehmen. Mit der Ernennung der Treuhänder hätten, so führte der Reichsarbeitsminister u. a. aus, die Schlichter ihre Tätigkeit beendet. Er sehe es für seine Pflicht an, den bisherigen Schlichtern für ihre Mühewaltung seinen Dank auszusprechen. Der neue autoritäre Staat stelle sich vollkommen anders zur wirtschaft als der bisherige liberal-demokratische Staat. In Zukunft erhebt der Staat auch gegenüber der wirtschaft den unbedingten Führungsanspruch. Die wirtschaft hat dem Volk zu dienen, und Aufgabe des Volkes ist es, darüber zu wachen, daß dies auch geschieht. Wir haben heute einen in feinen Fundamenten neugegrün beten S-taat, aber noch eine in ihren Grundzügen im wesentlichen unveränderte Wirtschaft. Das zeigt sich vor allem noch in unseren wirtschaftlichen und sozialen Der- bände w e (en. Das noch einer gründlichen Erneuerung im Geiste der nationalen Revolution mit Dem Ziel einer berufsständischen Orb- n u n g harrt. Bis bies Ziel erreicht ist, muß ber Staat bie Treuhanbschaft für bie Arbeit selbst über- nehmen unb bas alte System in eine neue Orbnung überleiten, in ber auch bie Regelung der Arbeits - und Lohnbedingungen Aufgabe der berufs ständischen Selbstverwaltung ist. So sind die Treuhänder der Arbeit geschaffen und vom Reichskanzler ernannt worden. um an Stelle ber Vereinigungen von Arbeitnehmern, einzelner Arbeitgeber ober ber Vereinigung von Arbeitgebern rechtsoerbinblich bie B e- bingungen für den Abschluß von Arbeitsverträgen zu regeln, um für die Aufrechterhaltung des Axbeitsfriedens zu sorgen und um bei der Vorbereitung der neuen Sozialverfassung mitzuarbeiten. Die Treuhänder verkörpern die höchste Staatsautorität und sind daher lediglich andieRichtlinien und Weisung en der Reichsregierung gebunden. In ber Aussprache mit den Treuhändern wurde festgestellt, daß der Wille der Reichsregierung, wonach für die notwendige Uebergangszeit die bestehenden Lohn- und Arbeitsbedingungen grundsätzlich in Geltung bleiben müßten, und daß es die Pflicht aller Beteiligten fei, die in den Tarifverträgen getroffene Regelung, soweit sich ihre Aenderung nicht als unumgänglich notwendig erwiese, grundsätzlich aufrechtzuerhalten auch als Richtlinie für die Arbeit der Treuhänder zu gelten hat. Sollte sich dennoch die Aenderung einzelner Tarifverträge als unbedingt erforderlich erweisen, so sind die Treuhänder im Rahmen der Weisungen der Reichsregierung vollkommen frei in ihren Entscheidungen und fällen diese autoritär. Schlich- tungsverhandlunge'n, wie sie bisher nach dem liberalistischen unb marxistischen Klassenkampf. Prinzip stattgefunden haben, gibt cs in Z u - kunft nicht mehr. Das schließt aber nicht aus, daß die Treuhänder sich mit den Führern ber beteiligten Berufe unb ihrer Verbänbe zwecks Unter- richtung in Verbinbung setzen unb so ihre Entschei- bung vorbereiten. Im übrigen werden die Treu- händer im engsten Einvernehmen mit den zustän- tigert Verwaltungsstellen ber Länder arbeiten, wobei ihnen jebe Unterstützung ber ßänberregierungen zugesagt worben ist. Aus aller Well. Bekannter italenischer Bergführer gestorben. In Aosta im nordwestitalienischen Alpengebiet st a rb der Bergführer Francesco P esst on, der ein halbes Jahrhundert lang als einer der bekanntesten Führer im Monte 6er- vino- und Monte Dosa-Gebiet tätig war. Pes- sion war der erste Führer, der den kürzlich gestorbenen bekannten Alpinisten Herzog der Abruzzen auf der Tleberquerung des Monte Cervino begleitete. In feinem Dienstbuch steht auch Hindenburgs Rame verzeichnet, der mit Pession im Jahre 1895 eine Bergbesteigung unternommen hat. Sühne für einen Mord. Dom Schwurgericht Braunschweig wurde nach kurzer Verhandlung der Maurer Walter Scha- f r a n z k i aus Groß-Rhüden wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Straßenraub und Unterschlagung zum Tode und zur Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Schafranzki hatte am Abenb bes 7. Mai ben Kraft- Wagenführer Bosse aus Groß-Rhüben zu einer Fahrt gemietet, ihn unterwegs mit einer Pistole erschossen unb feine Barschaft in Höhe von 19,50 Mark geraubt. Bosse war mit bem Schafranzki eng befreunbet. Raubüberfall eines Bettlers auf einen 77jährigen Rentner. In Wandsbek wurde der etwa 70 Jahre alte Rentner Krull in seiner Wohnung von einem unbekannten Bettler überfallen. Der Bettler hatte vor der Wohnung des Rentners so lange gewartet, bis die Aufwartefrau die Wohnung verlassen hatte. Dann drang er ein und schlug den Greis mit einem Schlagring nieder. Als der Aeberfallene Widerstand zu leisten versuchte stach ihn der Bettler in die Brust. Darauf fesselte er den Schwerverwundeten an einen Stuhl und durchwühlte alle Schränke. Der Eindringling erbeutete etwa 50 Mk. in bar und eine Taschenuhr. Rachdem er sich in aller Ruhe von den Blutspuren gereinigt hatte, flüchtete er. Rußlands Verzicht aus die ostchinesische Vahn. Eine neue Etappe im Kampf um den Kernen Osten. Don E. v. llngern-Sternberg. Am 25. Juni sollen in Tokio bie Verhcmblungen über ben Verkauf ber Ostchinesischen Bahn beginnen. Der Verkauf bebeutet ben Abschluß eines politischen unb historischen Dramas. Rußland will gegen klingende Münze, deren es dringend bedarf, willig auf lebenswichtige Rechte im Fernen Osten verzichten, die freilich insofern problematisch erscheinen, weil Japan sie bereits mit Waffengewalt genommen und Rußland in Wirklichkeit kaum mehr etwas in der Verwaltung der Ostchinesischen Bahn zu sagen hat. Die Mandschukuobehörden und die japanischen Besatzungstruppen beherrschen den ganzen Bahnkörper. Es handelt sich bei dem geplanten Verkauf mehr um ein moralisches Anrecht, auf das Rußland gegen einen guten Kaufpreis verzichten will, als um einen faktischen Besitz, und wenn es bei ben Verhcmblungen in Tokio allein um bas vorgeschobene Objekt, b. h. um die Eisenbahn gehen würde, so würde die Summe, die Japan zu zahlen bereit ist, sehr gering ausfallen, aber augenscheinlich will Japan bei dieser Gelegenheit von Moskau die diplomatische Anerkennung seines Sorgenkindes Mandschukuo erreichen und würde dafür auch zu größeren Opfern bereit sein. Der Verzicht auf die Ostchinesische Bahn schließt aber auch indirekt bie Aufgabe von Wladiwostok in sich, denn bie Amurbahn, bie mit großem Umwege auf sibirischem Territorium Moskau mit bem Stillen Ozean oerbinbet, ist schlecht montiert unb nicht in ber Lage, einen stärkeren Verkehr zu bewältigen. Transbaikalien ist strategisch isoliert unb Japan ausgeliefert. Nach dem Bau der großen sibirischen Magistrale unb nachbem Rußlanb seine Machtstellung in ber Manbschurei gefestigt hatte, wurde vom Fürsten Trubetzkoi am Nikolaibahnhofe in Petersburg ein massives Reiterstandbild Alexander bes III. errichtet, ber befehlend, mit ausgestrecktem Zeigefinger i n ber Richtung nach Wlabiwostock weist. Es ist eine symbolische Geste, benn Wlabiwostock bebeutet in ber Uedersetzung „beherrsche den Oste n". Der russische Herrschaftstraum über den Fernen Osten ist nun endgültig ausgeträumt und ber Verkauf ber Ostchinesischen Bahn ist ein sichtbarer Abschluß. In ber japanischen Außenpolitik unb in ber Zukunftsgestaltung bes Reiches stehen sich zwei Prinzipien gegenüber, bie sich nicht wibersprechen, aber in ben Methoden divergieren. Die Militär- Partei wünscht ohne Atempause eine Offensive fortzusetzen und will auch eine konzentrische Zusammenfassung bes japanischen Kriegsapparates gegen Sowjetrußland durchsetzen. Dem Strategen erscheint es unwahrscheinlich, daß die Russen sich einem japanischen Vorstoß bis zum Baikalsee widersetzen würden, für die Troupiers winkt dort Lorbeer, und der bolschewistischen Seuche würde ein Riegel vorgeschoben. Dabei greift die Militärpartei auf frühere politische Konstruktionen zurück. Als vor etwa zwölf Jahren die japanischen Militärs in Sibiriens gleichzeitig gegen den Bolschewismus und gegen die amerikanische Konkurrenz kämpften, Wladiwostock besetzt hielten unb zum ersten Male ben Grunbsatz einer asiatischen Monroe-Doktrin „Asien ben Asiaten" aufstellten, ba tauchte auch die Theorie für die Schaffung eines japanischen Weltreiches aufdemKontinentmit Einschluß der Mandschurei, der Mongolei und Transbaikaliens auf. Die gemäßigtere M i n f e i t o - Partei will hingegen, ehe sich die japanische Expansion weiter ausbreitet, eine Einigung mit China erzielen, um bann im Bunbe mit bem durch Japan mobernifierten China die gelbe Frage im großen aufzurollen und ihr Geltung bis zum Sundaarchipei, bis Indien, ja bis zu ben Gestoben bes Mittelmeeres zu verschaffen. Die sowjetrussische Politik hat bis vor wenigen Jahren, bie freilich im Strubel bes Zeitgeschehens eine ganze Epoche bebeuten, ber japanischen Expansion nicht ohne Erfolg entgegengearbeitet. Der Ataman Semenow, ein mongolischer Burjate, ber heute bie japanische Staatsbürgerschaft besitzt, sollte ber japanische Statthalter dieses wieder auferstandenen Reichs Dschingischans lein, das neben Transbaikalien die Innere unb Aeußere Mongolei umfaßte, sein Verbünbeter, B a - r o n Ungern-Sternberg erhielt einen über» miegenben Einfluß auf ben Icbenben Bubbha in Urga, ben Chutuktu, aber bie Entwicklung ber Dinge nahm anbere Wege. Abmiral Ko 11 schak wurde durch den Verrat der Tschechen besiegt. Die Japaner zogen sich zurück und Ungern-Sternberg wurde von den Bolschewiken erschossen. Moskau chuf die Pufferrepublik des Fernen Ostens, erner die autonome Burjatenrepublik unb etzte sich in Urga, nachdem es den Chutuktu vertrieben und nach Svwjetmufter den Großen unb ben Kleinen Churulban ins Leben gerufen hatte, bauernd in Urga fest. Die bolschewistische Zentrale im Kreml faßte nun selbst den Plan, mit eigenen Methoden ein vom kapitalistischen Europa befreites Asiatisches Weltreich unter dem Schutze des Sowjetsternes auferstehen zu lassen. In Baku wurde ein Kongreß ber asiatischen Völker einberufen, zu dem selbst Ceylon und Indonesien Delegierte entsandt hatten. Nach dem Beschluß einer Sonderkommission in Moskau wurde eine Hochschule für ostasiatische Revolutionäre gegründet, auf der die Jünger, Koreaner, Mongolen, Inder usw als Heilsträger der kommunistischen Idee ausgebildet und dann in ihre Heimat zu- rückgesandt wurden. Borodin verteilte Milliarden in China und schürte, wo immer er konnte, den revolutionären Brand, aber dann verebbte die Stoßkraft der Bolschewiken. China vertrieb die bolschewistischen Aufwiegler, Japan verdrängte bie roten Russen aus ber Manbschurei, in ber sie ihre Propagandazentralen unterhielten, und auch die bolschewistische Vormachtstellung in der Mongolei ist ernstlich bedroht. Mit japanischer Unterstützung wurde 1931 das mongolische Unabhängigkeitskomitee gegründet, dessen Ziel die Befreiung des Landes von den Fesseln Moskaus ist, denn die Mongolen haben die ihnen wesensfremde, verhaßte russische Herrschaft in Urga nur unter Zwang ertragen. Bei Saigon stehen bereits mongolische Reiter unter bem Befehl japanischer Offiziere unb bie mongolischen Fürsten aus Barga haben Delegierte zum Exkaiser Puji nach Tschantschun in ber Manbschurei entsandt, um über eine V e r e i n i = gung ber Mongolei mit ber Mandschu » rei zu verhandeln, zwischen denen keine Grenzen sind und wo Landschaft und Bevölkerung geographisch ineinander verschmelzen. Eine andere Frage wäre, ob die mongolischen und transbaikalischen Gebiete mit ihrer dünnen Bevölkerung und mit ihrem zum Teil kalten Klima für Japan einen realen Wert besitzen, ob es lohnen würde, ihretwegen einen weiteren Vorstoß auf bas asiatische Festland zu unternehmen und dabei einen Krieg mit dem Sowjetstaat in den Kauf zu nehmen, sollte Moskau nicht, wie es es bisher getan, weiter vor Japan zurückweichen wollen. Moskau kann unb will keinen Krieg führen, es nimmt sogar ben ungeheuren Prestigeverlust mit in den Kauf, den das ständige Zurückweichen vor den japanischen Bajonetten mit sich bringt, aber es könnte doch der Augenblick kommen, wo es zu ben Waffen greifen muß. Vielleicht wollen bie japani- chen Militärs bie Entscheidung der Waffen, bei der ie die besten Trümpfe in ber Hanb haben, herbei- ühren, um ber bolschewistischen Flut enbgültig einen Damm entgegenzusetzen — man rechnet in Moskau mit biefer Möglichkeit — vielleicht begnügen sie sich aber auch mjt ben Erfolgen, bie sie bisher errungen haben. Durch ben Verkauf ber Ostchinesischen Bahn l i q u.i b i e r t R u ß l a n b den Rest einer a k - tiven Politik in Ostasien, und wenn es Tokio dabei gelingt, vom Kreml die diplomatische Anerkennung des Mandschukuo-Staates zu erlangen, so könnte Damit für eine Zeitspanne ber Friebe in Ostasien erkauft sein. Aus ber provinzialhaupistadt. Sonnenwende. Das Herz eines jeden, der eine erhebende Sonnwendfeier miterleben konnte, schlägt höher, wenn er daran zurückdenkt und sich noch einmal das zauberhafte Bild vergegenwärtigt: der brennende Holzstoß, die zum Himmel schlagenden Flammen, Rauch und knisternde Funken, grell beleuchtet die Gcs.ch.er der Teilnehmer, schweigend in sommerlicher Ruhe der dunkle Wald, und über dem Ganzen in wunderbarer Schönheit der strahlende Sternenhimmel. In solchen Augenblicken wird unser Denken und Handeln emporgehoben, gleich der Flamme schlägt die Begeisterung in uns hoch, heilige Erinnerung an vergangene Tage durchzieht unser Herz: so standen auch einst unsere Vorfahren um den lodernden Feuerbrand. Sie, die noch enger mit der Ratur verbunden und ihr auf Gedeih und Verderben ausgeliefert waren, beobachteten in viel größerem Maße die Welt ringsum, um daraus ihre Schlüsse zu ziehen. Ihnen war die Sonne alles, ihnen war sie das Leben schlechthin. Auf der Höhe des Jahres brachten sie den Göttern ihre Opfer dar, zum Zeichen des Dankes und zugleich als Symbol des Abschiedes. Auch der alte Volksbrauch, die Sonnenwend- feier mit einem brennenden, den Berg abwärts rollenden Rad zu begehen, zeigt dieses Ab- sinken des Sonnenballes. ®icfe Sage waren unseren Vorfahren heilige Zeit. Die Führer versammelten sich auf Bergeshohe oder unter den heiligen Eichen, um Gericht ™ oder ernste Beratung zu pflegen. Am Abend dieses Tages, wenn Frauen und Rinder zugegen waren, wurde die Sonnwend- begangen. Auf allen Bergen und |ia)tbaren Hügeln brannten die Höhenfeuer. Durch die Einführung des Christentums tour- Den zwar die heidnischen Gebräuche verboten, die eigentliche Sonnwendfeier beibehalten. Em bißchen Aberglauben ist noch bei manchem Volksgenossen zurückgeblieben. Die in der 3o- hanmsnacht gepflückten Kräuter sollen besonders heilkräftig fern, und ein nächtliches Bad soll Wunder wirken. Ans treiben heute kein Götterdienst und auch kein Aberglaube zum Abbrennen des Holzstoßes, wir wollen die Sonnenwende feiern zum Zeichen der engen Verbundenheit mit der Geschichte und | dem Schicksal unseres Volkes. Es sollen auch für uns heilige Stunden sein. Cs ist deshalb zu begrüßen, daß sich besonders die Jugend dieser Sitte angenommen hat und nun in Gottes freier Ratur ihr Sonnwendfeuer anzündet. And gerade daß unsere Jungen und Mädchen diesen Brauch üben, gibt ihm einen besonderen Aeiz. Ans Aelteren erscheinen im Geiste die Vorfahren, die lauschend und ehrfürchtig die Flammen umstanden, die Jugend aber schaut hinein wie in eine helle Zukunft. So soll es eine Schicksalsgemeinschaft fein, liniere unverbrüchliche Liebe zu Volk und Vaterland, zur Vergangenheit und Zukunft, sie soll hier Ausdruck finden. Der Sinn des Lebens liegt in dieser Sehnsucht nach einer besseren Zukunft. Glücklich sind die Menschen, die noch diese Sehnsucht in ihrem Herzen tragen. O Jugend laß nimmer dir rauben die Art, die aufwärts stieg, im Herzen den deutschen Glauben, im Auge den deutschen Siegl J. Die Vertilgung -er Schnaken. Don Heinrich Heß, Gießen. n. 3m Artikel I der gestrigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" wies ich allgemein auf die jetzigen ersten, bringend notwenbigen Arbeiten, bie Beseitigung von Schnakenbrutstätten, hin. Zweck dieser Arbeiten ist, den Schnaken ihre Brutstätten zu nehmen, also ihre Fortpflanzung zu erschweren, möglichst aber unmög- lch Zu machen. Als vorzügliche Brutstätten gelten auch die Wald- und Wiesenabzugsgräben, Dorfweiher, Kläranlagen, Stolleneingänge und dergleichen. Letztere sind besonders bei den Winter- ur'j eiten nicht zu übersehen. Soll der Schnakenkampf Erfolg haben, so ist die Mitwirkung der Forst-, Wiesen- und Feldbehörden unerläßlich. Aber auch die Besitzer von Ausflugsstätten tun gut, wenn sie sich in ihrem eigenen Interesse ernstlich in dieser Angelegenheit bemühen. Um die Arbeitsausführungen leichter verständlich zu machen, berichte ich am besten über meine diesbezüglichen Arbeiten in einem meiner früheren Ar- beitsgebiete. 3n Gießen begann ich 1904 mit diesen Arbeiten und steckte mir als erstes Ziel die Schna- 7 SHELL > AUTO OE LE 1»*'■ 0 u i Ve Propa. dir bolschc. ®°* i|t m|t. ^etzlutzung wurde Unabhangiü. !« Ziel die Br- !|Ieln Moskaus jtz, |ncn weienssremde, UW nur unter >en bereits mongo. panischer Offiziere aus Varga haben >ch Tfchanlfchun in fr eineü^rsini- )er Mandlchu. nen keine Erenzrn evölkerung geogra- > die mongoli|6tn t ihrer binnen $c Teil kalten Rlinia Wert be|itzen, ob nen weiteren Vor- u unternehmen unb m Sowjetstaat Moskau nicht, wie Japan zurückweichen einen Krieg sichren, Prestigeverlust mit Zuriickweichen vor ich bringt, aber es icn, wo es zu den wollen die japani- er Massen, bei der Mb haben, herbei- M endgültig einen rechnet in Moskau cht begnügen pe fitz sie bisher errungen Ostchinesischen John i Rest einerof- en, und wenn es nl die diplomatische )-Siaates zu erlan- jeitipanne der Friede lad«. 5. Es sollen aus >6 sich besonn genommen ya u - chr öonntvenbleuer ■ ngen unb i einen besonder» icn im f id ehrsürchtrg s uzend aber s^- ihinft. So Io» c; in. Unsere unix- ib Vaterland, - sie soll hier > it in dieser LA ’unft Glücklich ^, Sehnsucht m r dir rauben hen^Glauben. n Siegt r Achnattü- ), Sießeil- des.MA HM f dieser ^ fl[j0 $ ?Ä»;C SM SM *“!Ä i>lir" i«trnl* w ft ich N die64 rstes OIC1 Jngendvotschatl an oas Ausiands-DeiiWimi. Staffelläufe in die Srenzlande. Dom Landesverband Hessen des Dolksbundes für das Deutschtum im Ausland wird mitgeteilt: Am 24. 3uni begeht die 3ugend Alldeutschlands ihr 3ugendfest. den .Tag der deutsch en 3u g e n d". 3m Rahmen dieses Tage- sind bekanntlich auch verschiedene sportliche und turnerische Darbietungen vorgesehen. Der Rcichs- sportkommissar hat erfreulicherweise den schon lange geplanten Volksdeutschen Staffel- lauf des VDA. in diese Veranstaltungen des .Tages der deutschen 3ugend" eingereiht. Die retchSdeutsche 3ugend wird am 2 5. 3 uni den auslandsdeutschen Vrudern und Schwestern eine Botschaft bringen: Gelöbnis und Mahnung, dem deutschen Volkstum die Treue au halten, die Verbundenheit der Deutschen in aller Welt zu wahren, komme, was kommen mag: Die Botschaft der reichsdeut- schen 3ugend lautet: Dir, die deutsche Jugend im Reich, grüßen Luch. die deutsche Jugend im Ausland! Dir versprechen Treue, und wir verlangen Treuek Treue zu unserem Volk. unserer Sprache, unserer Sille! Volk heil!- Der Stasfellauf, der einen Riefenaufwand an Organisationsarbeit erforderte, wird in erster Linie von der VDA.-3ugend durchgeführt. Mit etwa 1OOOOO Läufern, Radfahrern. Reitern und Paddlern träat sie die Botschaft durch die Gaue. 43 Hauptstrecken fassen zahlreiche Rebenlinien zusammen und endigen an 43 Punkten der»Reichs- grenze. Don Bremen, Hamburg und Stettin gehen die Botschaften auf einem Schiff zu den Deutschtumsverbänden in Ueberseel 3n vielen Orten, in denen die Staffel durchkommt, werden Werbe- veranstaltungenfür den Volkstums- gedanken veranstaltet, um den Massen des Volkes die Bedeutung der Volkstumsarbeit einzuhämmern. Der schmerzliche Gedanke an den 2 6. 3 u n i. an dem sich der Tag von Versailles zum 14. Male jährt, wird die Volksgenossen zu zäher Entschlossenheit der Selbstbehauptung ihres Volkstums zusammenreißen. Ganz Deutschland muh an diesem Tag der Brüder und Schwestern in den abgetrennten Gebieten gedenken. Der hessische v D A. bringt seine Lotschaft in das Saargebiel. Jünf Staffeln durcheilen da» Land. Staffel A läuft in Oberhessen: von Schlitz und Lauterbach über (Brünberg nach Giehen, von da nach Lad-Rau- heim und Friedberg. Dort vereinigt sie sich mit Staffel B, die vom Vogelsberg (Schotten), bzw. Bübingen kommt, von Friedberg gehen beide Staffeln nach Vilbel. Der Weg der Staffele ist: Offenbach—Langen— Groh Gerau — Rüsselsheim — Mainz—Ingelheim — Wogen nach Kreuznach, dem Sammelpunkt der hessischen Staffeln. Die Staffel D führt von Babenhausen bzw. Groh.Umstadt über Dieburg nach Darmstadt, von da nach Erfelden. Flinke Faltboote bringen sie über den Rhein nach Oppenheim: weitere Ziele sind dantt Köngernheim—Sprendlingen—Kreuznach. Die Staffel E kommt aus dem Hinteren Odenwald, aus dem Mümlingtal: über Lindenfels geht sie nach Lorsch (dort Einmündung der Seitenstaffel von Heppenheim), Worms—Alzey—Kreuznach. Bon Lad-Kreuznach wird die Stasselbotschaft der Hessen im Kraftwagen nach dem Saargebiet gebracht. Die Staffelläufer tragen über der Brust ein blaues Band mit den Buchstaben B. D. A. Auch die Hitlerjugend wird sich auf Anordnung der Gauleitung an den Läufen beteiligen. Bei größeren Entfernungen treten Radfahrer an Stelle der Läufer. Die Zeiteinteilung ist vom hessischen Landesstaffelführer Heß genauestens feftge- legt, so daß allerorts die Möglichkeit besteht, das Durchkommen der Läufer in eine Werdeoer- anftaltung für den BDA. einzugliedern. Für Hessen ist der Slasfellauf insofern noch von besonderer Bedeutung, als am 25. Juni der Sammeltag für den VDA. ist. Er erhält durch diese Kundgebung kraftvoller Jugend eine besondere Rote. Hoffen wir noch, daß gutes Wetter herrscht, bann wird die ganze Der- anstaltung Ziel und Zweck erreichen: Zeugnis ab» zulegen für die unlösliche Verbunden- heit der Deutschen in aller Welt! kenbekämpfung an der WlL>eck, dem Schorgraden in den Wiesen und dem angrenzenden Wald. Die Wieseckufer wurden regulier, und gerade gelegt, wodurch unzahliche Brutstätten vernichtet mürben. Der Schorgraden wurde mittelst eines eigen» zu diesem Zweck konstruierten Stau, und Reim- gungsschildes versehen, das wöchentlich gereinigt und gespült wurde Die nötige Druckkraft des selbst- tätigen Schildes liefert das hinter dem Schilde an- gestaute Grabenwasser, eine Arbeit von etwa einer Stunde Ferner wurden die Müller an der Lahn angehalten, nach den Dorschriften eines inzwischen aufgestöberten, heute gerade 100 Jahre alten Der- träges stets soviel Wasser in die Grabenschleuse zu lassen, baß auch bei trockenster Witterung jederzeit srijches Wasser durch den Schorgraden floß. Der Erfolg war ein verblüffender Rach meinem Abgang aus städtischem Dienste wurden diese Arbeiten nicht mehr ausgeführt, die Wieseck ist, besonders in der Nähe der Bleichstraße, in jämmerlichem Zustande, geradezu eine einzige Brutstätte. Die Wasserpest wird meist erst nach der lefiten Laroenbildung aus der Wieseck entfernt, trotzdem die Wasserpest eine wn den Schnaken bevorzugte Eierablagestelle ist. Hoffentlich bewirken diese Zeilen eine gründliche zknberung Am Rande des Waldes wurden alle Tümpel zu- geschüttet, die Herumliegenden Töpfe, Scherben und dergleichen wurden untergegraben, und an den von ben Schnaken meist besuchten Paarungsstätten Schnakenfallen, niedrige, mit Wasser gefüllte Kasten, ausgestellt Zeigen sich nach etwa acht Tagen die ersten Larven, so begießt man die Wasserfläche mit Petroleum, Saprol ober sonst einem billigen Del. Saprol hat sich am besten bewährt. Diesen luftbichten Abschlu überstehen auch die Schnakenlarven nicht. Daß Enten und Fische sehr nützliche Vertilger von Wasserpest und Larven sind, muß man mit berück- sichtigen Man fall es ausnützen. Der nächste Artikel bringt die Anleitung für die nicht minder wichtigen Winterarbeiten Oie Ausführungsverordnung zum Naturschutzgesetz. 3m hessischen Regierungsblatt wird eine Derord- nung zur Ausführung des Naturschutzgesetzes oer- öffentlicht, durch beren § 1 bestimmt wird: Soweit in Polizeioerordnungen der Kreisämter Bestimmungen über das Beschneiden, Ausroben und Ab- brennen ber Hecken, bas Abbrennen von Boden- decken auf Wiesen, Rainen, Hängen unb aus Oed- land, sowie über das Beseitigen von Rohr und Schilf enthalten sind, die den Bestimmungen des Art. 8 des Naturschutzgesetzes widersprechen, werden diese Bestimmungen ber Polizeiverordnungen hiermit aufgehoben. Tödlicher Verkehrsunfall. Heute morgen gegen 10 Uhr ereignete sich an der Ecke Marburger Straße unb Wiesecker Weg ein verhängnisvoller Motorradunfall. Der Gärtnerlehrling Hermairn Ruhlmann, der zusammen mit einem anderen Gärtnerlehrling auf einem Rade sah, geriet gegen einen Fernlastzug und stürzte vom Rade. Ruhlmann geriet unter die Räder unb mußte mit einem schweren Schädcl- bruch burch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden. Bald darauf erlag der bedauernswerte junge Mann den erlittenen Verletzungen. Der andere Lehrling, der mit auf dem Rade sah, kam mit dem Schrecken davon. Die Schuld- frage ist noch nicht völlig geklärt. HegierungSrat Schaible tritt in den Ruhestand. WSR. Auf Grund des Altersgrenzegcsches tritt ber Vorsteher beS Stenographischen Dienstes beim Hessischen Lanbtag, Regierungsrat Sch ai b l e, mit Wirkung vom 1.3uli in ben Ruhestanb. Aus biefem Anlaß nahm Landtags- präsibent Dr. Müller in Anwesenheit ber Beamten bes Lanbtagsamtes mit herzlichen Worten bes Dankes unb ber Anerkennung von Regierungsrat Schaible Abschieb. Er würbigte bas wertvolle Wirken bes aus bem Dienst scheibenden hervorragenden Beamten als praktischer Parlamentsstenograph und Vorsteher des Stenographischen Dienstes, seine treue Pflichterfüllung und außerordentliche Gewissenhaftigkeit. seine beispiellose Hingabe insbesondere bei den anstrengenden Sitzungen ber letzten 3ahre. Zum Zeichen der Dankbarkeit überreichte er Regierungsrat Schaible ein Geschenk mit den besten Wünschen für sein weiteres Wohlergehen und einen gesegneten Lebensabend. Regierungsrat Schaible dankte dem Landtagspräsidenten für die herzlichen Abschiedsworte und die ihm Anteil gewordene Ehrung. Aamens der Beamten des Lanbtagsamtes gebuchte Landtagsbirektor Werner ber vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Regierungsrat Schaible unb widmete ihm ebenfalls herzliche Abschiebsworte. Oie Landhilfe marschiert. Dom Arbeitsamt Gießen wird uns mitgetcilt: Die Landhilfe hat sich auch weiterhin sehr gut entwickelt. 3m Arbeitsamtsbezirk Gießen sind bis zum 17. 3uni 750 Anerkennungen für die Defchäs- tigung von Lanbhelsern ausgesprochen worden. ES liegen zur Zeit noch einige hundert Anträge vor, deren Erledigung deshalb besonders schwierig wird, weil fast alle Landwirte gelernte Leute haben wollen. Es ist aber gerade eine der Aufgaben der Lanbhilfe, geeignete jüngere Kräfte aus der Stadt unb aus anderen Berufen, bie in absehbarer Zeit keine Aufnahmefähigkeit für ihre Derufsangehörigen haben, herauszuziehen unb in die Landwirtschaft zu bringen. 3n ber Höhe bet gewährten Beihilfe wirb den Schwierigkeiten, die der Lanbwirt mit ber Anlernling hat, Rechnung getragen. Das Arbeitsamt bittet alle Lanbwirte, zur weiteren Durchführung der Landhilfe nicht auf die Zuführung gelernter Arbeitskräfte zu bestehen, sondern sich auch ihrerseits ber allgemeinen nationalen Aufgabe zu unterziehen. Neuer Geist bei den hessischen Sängern. Aus Grund der allgemeinen Richtlinien wird auch das hessische Sängerwesen, abgesehen von der Gleichschaltung innerhalb der Vorstände der einzelnen Gesangvereine, eine allgemein neue Gestalt erfahren. Sängertreue, Manneszucht, Unter- ordnung, Opfersinn und Vaterlandsliebe müssen Allgemeingut der Sänger werben. Wie bei ben Turn- unb Sportvereinen, wird auch bei ben Gesangvereinen bas Führerprinzip burchgeführt werben. Freie, seither nicht bem Deutschen Sän- gerbunb angchörende Gesangvereine können sich bis Aum 30. 3uli bei bem Hessischen Sängerbunb, Geschäftsstelle Darmstabt, anmelben, toibrigen- falls sie wie bie Arbeitergesangvereine der Auflösung verfallen. Die Zahl der Vereine an einem Ort bestimmt der Provinzialverband des Deutschen Sängerbundes. Reugründungen von Gesangvereinen bedürfen feiner ausdrücklichen Genehmigung. Hinsichtlich des Zusammenschlusses von Vereinen soll angestrebt werden, daß es in Orten unter 3000 Einwohnern nur einen Männergesangverein unb einen gemischten Chor- Kirchengefangverein gibt. 3n ber Regel soll ber kleinere Verein in ben größeren unb ber jüngere Verein in ben älteren aufgehen, doch bleibt dies örtlichen Vereinbarungen überlassen. Gesangswettstreite. über deren Wert die Meinung schon lange geteilt war, gibt es in Zukunft nicht mehr. Rur Wertungssingen mit anschließender Kritik sind npch zugelassen. Diese Wer- tungssingen sollen durchweg mit vaterländischen Kundgebungen verbunden sein. Die 3ugent> soll schon früh den Weg zum deutschen Lied finden. Aus biefem Grunde soll Veranlassung genommen werden, Knabenchöre den Gesangvereinen bet ihren Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Fvrtbildungsschülern sollen die Gesangübungsstunden auf ihren Unterricht in der Fortbildungsschule angerechnet werden. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was Frauen träumen". « *• Mitgliedertagung der Hessischen Crziehergemeinschast. Der Gau Hessen des Rationalsozialistischen Lehrerbundes veranstaltet am 9. 3uli in Darmstadt eine Kundgebung der geeinten Erziehergemeinschaft in Hessen. Wie verlautet, wirb der Reichsleiter des Äationalsozialiftischen Lehrerbundes (RSLB.) der bayerische Kultusminister S ch e m m , die Festrede halten. •• Töpferkunst-Ausstellung verlängert. Die Töpferkunst-Ausstellung die gegenwärtig im Völkerkunde-Museum im Reuen Schloß gezeigt wird, erfreut sich eines regen 3nteresses. 3n Anbetracht dessen hat sich bie Ausstellungsleitung entschlossen, bis einschließ, lief) Sonntag bie sehenswerte Schau offen zu halten. Der Besuch der hochinteressanten Schau, bie insbesondere bie Erzeugnisse bes hessischen Töpfergewerbes bringt, sei nach wie vor empfohlen. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Tagung der Vereinigung Liebig-Haus. Darmstadt, 18. Juni. (WSN.) Die Mitglieder der Vereinigung Liebig-Haus trafen sich am Sams- tag zur 5. Jahresversammlung in Darmstadt, dem Sitz der Vereinigung. Der Vorsitzende der Vereinigung, Geheimrat Dr.-Ing. e. h. Dr. v. Weinberg eröffnet die Dersammlur.z. Er erinnerte daran, daß die Vereinigung in Erinnerung an jenen großen Mann gegründet wurde, der die deutsche chemische Industrie an die Spitze aller chemischen Industrien setzte. Neben Liebigs gedenke man zugleich eines weiteren großen Forschers, August Kekul 6 s, der in Darmstadt das Licht der Welt erblickte. Beide Männer verbinde der große Gedanke, die Wahrheit zu erfahren und die Menschheit weiter zu bringen. Darauf erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht, aus dem u. a. hervor- geht, daß sich die Zahl der Mitglieder im Berichts- l«hr erhalten hat. Der Vorsitzende teilte weiter mit. bah Professor Bert gebeten habe, von seiner Wiederwahl in den Vorstand abzusehen. An seine Stelle wurde Prosestor Schöps in den Vorstand berufen. Für den aus dem Vorstand ausscheidenden früheren Darmstädter Oberbürgermeister wurde der derzeitige kommissarische Oberbürgermeister Dr. M ü l - l e r in den Vorstand gewählt. Die Wahlen wurden einstimmig vorgenommen. Einstimmig wurde auch dem Vorstand und dem Rechner Entlastung erteilt. Als Abschluß der Tagung hielt Geheimrat Dr.-Ing. e. h. E. Bosch (Ludwigshafen) einen Vortrag über das Thema „Einige Kapitel aus der Ammoniakindustrie''. 28. Landesverbandstag des Reichs» bundeS der Zivildienstberechtigten. Darmstadt, 20 Juni. (WSN.) Der Lan- besDcrbanb Hessen im Reichsbund der Zioildien st berechtigten hielt hier seinen 28. Derbandstag ab Auf dem Begrüßungsabend nahm auch der Bundesdirektor Krüger (Berlin) das Wort. Er behandelte insbesondere die veränderte Stellung der Frau im neuen Reich. Da die Familie die rechte Wirkungsstätte für die Frau darstelle, müßten die weiblichen Angestellten und Beamtinnen dem Manne ihren Platz im Beruf frei machen, um Raum für die Gründung neuer Fam.- lien zu schassen. Die Derbandstagung am Sonntag eröffnete der Ehrenvorsitzende Rösler mit einem Gedenken an die Toten des Weltkrieges und der nationalen Revolution. Der neue Verbandsvorsitzende M o s n e r legte dann die Richtlinien dar, nach denen der Verband in Zukunft im Sinne des Führers Adolf Hitler geleitet werden solle, Pflicht jedes Deutschen sei es, unbeirrbar den Weg zu gehen, den der Führer vorschreibe. In Erledigung der Tagesordnung wurde der Beitrag für alle Vereine einheitlich auf 3,60 Mark vierteljährlich festgesetzt. In den geschäftsführenden Vorstand wurden berufen Raab als 1. Schriftführer, Hamm als 2. Schriftführer, Rosfow als Rechner. Den Schluß der Tagung bildete ein Referat des Bun- desdirektors Krüger über „Die Stellung und Aufgabe des Reichsbundes im neuen Reich" und das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-Lied. Gegen den Mißbrauch des hessischen Staatswappens. M a i n z, 20 3uni. (WSR.) Das Hessisch« Polizeiamt Mainz teilt mit: 3n letzter Zeit kommt es vor, daß das hessische Staatswappen oder ein dem Staatswappen ähnliches Wappen zu gewerblichen Zwecken mißbraucht wird- So konnte z. D. beobachtet werden, daß cs auf Weinflaschenschilbern, Milchwagen unb auf vorbereiteten Packungen von Lebensmitteln usw. angebracht ist. Es wirb barauf aufmerksam gemacht, bah die wiberrechtliche Dcrwenbung bes Staatswappens ober eines ähnlichen Wappens verboten unb strafbar ist. Die in Betracht kommenden Gewerbetreibenden werden deshalb aufgefordert, von der unerlaubten Verwendung des Wappens abzusehen. Die Polizeibeamten sind angewissen, Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen. Tödlicher Motorradunsall. 5 Dornholzhausen, 20 Juni. Einen schweren Unfall erlitt der 20jährige Stein- baiiergefjilfe Albert Zörb von hier. Er wollte mit dem Motorrad eines Freundes von Butzbach nach Hause fahren, verlor aber in Pohl. Göns in einer scharfen Kurve die Herrschaft über die Ma- lchine, fuhr heftig gegen ein Haus und stürzte. Hier- bei erlitt der bedauernswerte junge Mann einen schweren Schädelbruch, so daß er sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert werden mußte. Im Lause des Nachmittags erlag er ben Verletzungen. Wettervoraussage. Obwohl der. Luftdruck etwas angestiegen ist, tritt vorerst noch keine wesentliche Besserung ein. Durch britisches Fallgebiet, befördert durch die Südströ- mang seiner Vorderseite etwas wärmere Lust nach Deutschland, wobei die Temperaturen vorübergehend höhere Werte erhalten, doch folgt später wieder kühlere nach, die erneut wechselhaftes und mäßig war- dem Auftreten von einzelnenauch.achsftilu-ZncheV mes Wetter zur Folge haben. Es ist also immer noch mit dem Auftreten von einzelnen Niederschlä- gen zu rechnen. Vorhersage für Donnerstag: Weiterhin wolkig mit kurzer Aufheiterung, nach vorüber- gehender geringerer Wärmezunahme wieder kühler, zeitweise noch Regen. Vorhersage für Freitag: Immer noch wechselhaftes Wetter. Lufttemperaturen am 20. Juni: mittags 18,6 Grad Celsius, abends 14,4 Grad: am 20. Juni: morgens 15,2 Grad. Maximum 20,6 Grad, Minimum 10,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Juni: abends 17,8 Grad; am 21. Juni, morgens 15,3 Grad Celsius. — Niederschläge 0,5 mm. — Sonnenscheindauer 5J4 Stunden. Vertrauen wird In die zuverlässigen, auf alle Motortypen und alle Jahreszeiten abgestimmten SHELL AUTOOELE mit Recht gesetzt, weil nicht nur unser Prestige als führendes deutsches Mineralölunternehmen uns verpflichtet, unsere Marken auf einem hohen Qualität*» stand zu halten, sondern auch unsere SHELL AUTOOELE in deutschen Fabriken nach besonderen Verfahren veredelt werden, die teilweise uns nur allein zur Verfügung stehen, SHELL AUTOOELE ________________________immer unter Plombe«-Mscbutz! SHIH AUTOOIL X RHENANIA-OSSAG MINERALÖLWERKE AG. AEROSHELL Hoch leiitungsoel SHELL VOLTOL SNILl AUTOOIL3X d I < k f I u . , I ■ SHlll AUTOOll 4X i'ork dlckfl. »HILL AUTOOll SX «slra Mark dlckfl. «uv««Mu MdI de» SHUUdUMUe MlMlMkkW Lin vaterländifcherRoman vonHansBietzKe Urheber-Rechtsschutz durch Verlag, Oskar Meister. Werdau. 28. Sortierung Nachdruck verboten! „Wenn ihr Kerle seid — dann geht ihr rauf auf's Schloß! Lumpen seid ihr. wenn ihr die da oben im Stich laßt!" Sie reißt das Fenster auf. jetzt spricht sie zu allen. Männer, Weiber^ Kinder — alles hängt an ihren Lippen. „Und wir — wir gehen mit! Die schießen nicht auf uns — die nicht! Die haben auch Aufschlag dröhnt draußen auf der Dorfstraße. Frau und Kind zu Hause — das wird sie zur Räson bringen, wenn sie sehen, daß es uns Ernst ist! Aber alle müssen gehen — die Weiber zuerst!" Amtmann Günther springt vom Pferd, das Jean, atemlos vom Lauf, eine Strecke am Zügel geführt hat. Er hat sein Versteck im Eulengrund verlassen und auf der Straße nach Breslau die Ankunft des Amtmanns erwartet. Günther tritt schweißbedeckt vom scharfen Ritt unter die Menge. Fragend sind die Blicke auf ihn gerichtet. Er sagt kurz und bedrückt: „Ich habe alles versucht — von Breslau können wir so schnell keine Hilfe erwarten ..." Da schreit Hanne dazwischen: „Wir brauchen sie nicht — wir helfen uns selber! Vorwärts!" Hauptmann Lefevre steht im Turmzimmer des östlichen Traktes. Seit einer Stunde sucht er mit dem Glas die Straße nach Gloaau ab. Die Kavalkade der Offiziere des Militärgerichtes und des Exekutionskommandos, die er erwartet, kommen nicht in Sicht. Unruhig läuft er in dem Zimmer umher, seine Nerven sind am Ende der Beherrschung. Wann wird diese Folter ein Ende nehmen ... Dieses Warten, diese Ungewißheit ist schlimmer noch als die Erfüllung, die ja doch kommen muß! Da wird die Tür aufgerissen, ein Posten meldet atemlos: „Herr Hauptmann — das ganze Dorf ist auf den Beinen, sie wollen das Tor stürmen!" Lefevre starrt einen Augenblick auf den Grenadier, dann läuft er wie gehetzt die Treppen hinunter, dem Schloßhof zu. Er weiß: Jetzt muß die Entscheidung fallen, jetzt fließt Blut! Die Kompanie steht im Schloßhof. Hauptmann Lefevre befiehlt, das Haupttor zu öffnen. Er tritt aufrecht heraus — er ist ein pflichtbewußter Offizier. „Die Gefangenen heraus! ... Gebt uns die Gefangenen heraus!" Wie ein Salve sausen die drohenden Worte auf ihn ein. Eine Mauer, Mensch an Mensch, Weiber und Kinder voran, stehen die Bauern auf Rufweite vor ihm. Mit einer Handbewegung gebietet der Hauptmann Ruhe. Seine Stimme klingt hell und befehlend: „Der Platz ist sofort zu räumen, oder ich lasse schießen!" Einen Augenblick herrscht Totenstille, unheimliche Stille, als wenn er ins Nichts gesprochen hätte. Unbeweglich starr steht die Menschenmauer. Hunderte blicken auf ihn, durchbohren ihn. Dann aber reißt ein Schrei sich hoch, Hanne ruft es, ein hundertfaches Echo hallt es wider: „Die Gefangenen heraus!" Hauptmann Lefevre tritt einen Schritt zurück: „Wache!" Trommeln rasseln, Schritte krachen, Gewehre fliegen in Anschlag . . . Und wieder drohende Stille. Da donnert Hufschlag den Berg herauf — ein französischer Kurier sprengt mit verhängten Zügeln die Auffahrt hinan, mitten in die Menschenmenge, die auseinanüerstiebt. Hauptmann Lefevre folgt ihm im Augenblick, das schwere Tor fliegt auf seinen Wink zu, die Posten ziehen sich zurück. Alles ist Sache von Minuten gewesen — ehe die Bauern zur Besinnung gekommen sind, ist der Spuk vorüber. Jean hat es erwischt: Er hat von dem Kurierpferd einen Schlag abbekommen. Hanne ist bei ihm. Man faßt ihn unter, stützt ihn. Jean hat noch immer seine Uniform an. Eine alte Bäuerin keift los: „Schadet dem Franzosenhund gar nichts!" Da richtet sich der Bursche auf, reißt seine Mütze vom Kopfe und schreit der Alten ins Gesicht: „Ich bin kein Franzose — verstanden? Ich bin Sachse — ich bin deutsch wie ihr!" Hauptmann Lefevre steht in seinem Arbeitszimmer am Schreibtisch. Der Kurier, aus einer Kopfwunde blutend, bleich und abgehetzt, kann nur mit Mühe noch die Briefe abliefern. Er wankt. „Sie sind blessiert?" Lefevre bedeutet ihm, sich auf einen Stuhl zu setzen. Mit letzter Anstrengung läßt sich der Kurier nieder. „Zu Befehl — Herr Hauptmann! Eine Rotte Bauern des Nachbardorfes Purschwitz bewarf mich mit Steinen — ich mußte einen Umweg machen — durch den Wald ..." Plötzlich wird er ohnmächtig. Lefevre ruft nach den Posten, und während sie den Verwundeten herausschaffen, öffnet er hastig die Schreiben. Das erste lautet: „Marschbefehl! Sie haben sich sofort mit Ihrer Kompanie zum Anschluß an Ihr Stammregiment in Marsch zu setzen. Richtung: Görlitz—Bautzen. Das zweite Schreiben trägt die Aufschrift: Die gesamte Lage im preußischen besetzten und unbesetzten Gebiet erfordert von allen Führern, vor allem der kleinen und kleinsten Detachements, Achtung auf strengste Disziplin der Zivilbevölkerung gegenüber. Jede auch irgendwie geartete Gewalttätigkeit, bei Ouartiernahme oder Verpflegungsrequisition ist auf das strengste zu oermei- den. Alle Urteile sind aufzuheben, Gefangene freizulassen. Die Führer haften für die Sicherheit ihrer Truppe, die vollzählig am Sammelpunkt zu melden ist. Hauptmann Lefevre hält das Blatt in zitternden Händen, er tastet nach seinen Augen und wieder sieht er auf das Schreiben: Es ist Wahrheit! Befreiende, erlösende — und doch schmerzliche Wahrheit! , Die anderen sind gerettet — in letzter Stunde. Und er — muß marschieren, muß Abschied nehmen ... Das schwere Tor öffnet sich — kein Posten wird sichtbar. Ein Ruck geht durch die Reihen der Bauern. Da tritt Baron von Löbau heraus, bleich noch und erregt von Aufregungen und Aengsten. Er spricht zu der Dorfgemeinde, die vor seinen Toren mit Gewalt die Freiheit fordert. Mißtrauen steht auf ihren Zügen, aber ihre Mienen werden hell bei den Worten des Schloßherrn: „Der französische Hauptmann hat soeben Befehl von seiner Kommandantur bekommen, unseren Landkreis mit seinen Soldaten zu räumen. Die Gefangenen sind frei!" Bewegung geht durch die Menge. Aber es ist kein Aufjubeln, kein Freudenschrei. Spricht ihr Herr die Wahrheit? Kann es wirklich ein Ende geben — endlich, endlich! Herr von Löbau sagt mit erhobener, mahnender Stimme: „Ich habe dem französischen Hauptmann mein Wort gegeben, daß seine Kompanie unbelästigt bleibt. Ich hoffe und fordere, daß ihr mein Wort einlöst!" Schweigend stehen die Bauern. Sie warten auf die Wahrheit ... Hauptmann Lefevre hält Jeannette in seinen Armen. „Nun ist es so weit — chörie ... Ich lasse dich hier, cku wirst es gut haben." Die Frau kämpft mit den Tränen. Sie versucht tapfer zu sein. Die Stunde ist da, vor der ihr gebangt hat, seit Wochen schon. Wieder muß sie Rene hergeben, muß ihn, den sie liebt, in die Hölle der Schlachten schicken. Es wird nie ein Ende sein mit aller Qual ... „Ich will mit dir kommen — laß mich in die Heimat gehen!" Ihr Blick, ihre Stimme flehen mit aller Inbrunst. Sie kann die Tränen nicht mehr zurückdrängen, der Schmerz des Augenblicks über« wältigt sie. „Einmal müssen wir uns trennen, chörie ..." Doll unendlicher Zärtlichkeit küßt Lefevre die Tränen von Jeannettes Wangen. „Es ist mir ein Trost, dich hier bei Menschen zu wissen, die dich lieben. Ich will nicht, daß du noch einmal die Anstrengungen der sangen Reise erträgst — hier weiß ich dich in Sicherheit, bis ich dich holen kann." Ihr Blick versucht zu lächeln. „Ich werde dich holen, cherie ... ich komme rote« der — ich weiß es." Eine gläubige Kraft ist in den Worten des Mannes, den sie verliert, den sie aus ihren Armen lassen muß. Lefevre umfaßt behutsam ihre Schulter und führt sie hinaus. „Ich will Abschied nehmen — auch von den anderen. Komm, chörie ..." Als sie an das Bett der Baronesse treten, fühlt die Genesende trotz allen Glückes der eigenen Zu- kunft den Schmerz der Freundin. Döllnitz wird frei sein, das Vaterland wird frei sein — aber Leid und Wunden werden noch lange über allem sein ... Hauptmann Lefevre faßt Marias Hand. „Das Schicksal war Ihnen allen gnädig. Ich selbst danke Gott dafür. Eine höhere Macht hat uns erlöst und behütet vor Taten, die schwerer zu ertragen gewesen wären, als alles, was kommen wird." Seine Stimme wird leise und innig: „Baronesse — ich lasse Ihnen das Teuerste zurück, was ich auf der Welt besitze. Seien Sie Jeannette eine gute Freundin — sie verdient es!" * Kommandos hallen über den weiten Schloßhof. Letzte Befehle, letzte Handgriffe, dann steht die Kom- panie marschbereit. Fluchend bemerkt Korporal Landry das Fehlen des Burschen Jean. Er schultert sein Gewehr, rückt das Gepäck zurecht: Gott fei Dank — es wird marschiert! Der Jean, der Lümmel, war immer ein Windhund — hol ihn der Teufel. Sein Kaiser wird auch ohne ihn fertig werden ... Ein Ruck geht durch die Kompanie. Hauptmann Lefevre besteigt sein Pferd. Die Chausseurs sitzen auf. Trommeln rasseln, die. Hörner gellen in den Marschtakt. Die Kompanie marschiert. Einen letzten Gruß winkt Lefevre noch zurück. Dann ist die schluchzende Frauengestalt am Fenster seinen Blicken entschwunden ... Dumpf dröhnt der Marschtritt in dem hohen Torbogen. Draußen stehen sie, die Bauern, Mann an Mann. Jetzt sehen sie die Wahrheit: Die Feinde marschieren ... Ferner und ferner tönt die Musik und das Klappen der eisenbeschlagenen Stiefel — mit jedem Marschtritt wird das Land freier! Der Sachse Jean, der sich vor den Augen der gewesenen Kameraden in der Menge der Bauern versteckt hat, ruft seiner Hanne zu: „Jetzt laß ich noch den Spitzel los — der Kommissar soll laufen lernen — er muß sich höllisch beeilen, wenn er den Anschluß nicht verpassen will. Wenn der Lump draußen ist — dann erst ist euer Land frei!" Er drückte seiner Hanne noch einen Kuß auf und rennt dann wie besessen den Schloßberg hinunter. (Schluß folgt.) | Mietgesuche | Geräumige Z-Mm.-Mn. mit Mans, von ruh. Mietern z. 1. 8. ob. später gesucht. Schr. Ang. m. Preis unt. 03746 an den G.A. 2-3-Zimmer-WohouDg ö. kinderlos. Bearn- tenehevaar gesucht. Miete im voraus. Schristl. Ang. unt. 03744 n. d.Gß.Anz. |Stellenangebote | Blindenverein sucht seriöse Wer. Schristl. Angebote unter 4055D an den Gießener Anzeiger. Suche nb < 1. 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Schrift!. Ang. unt. 03760 a. d. G. A. unsere mutter, Nach langem, schwerem, mit unendlicher Geduld ertragenem Leiden wurde heute unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante im Alter von 52 Jahren von seinem schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst Die Beerdigung findet Freitag, den 23. Juni, nachmittags 2*/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Die trauernden Hinterbliebenen Katharine Fay, geb. Leidich Erna Engel, geb. Fay Wilhelm Fay Wilhelm Engel Wilhelm Heinrich Leidich I. nebst allen Angehörigen. Vermietungen Z-Z1M.MI1 (Liebigskr.) an 1—i rroßmutter, Schwester und Tante Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Karl Edelmuth und Frau Semmi Edelmuth. Heute nacht verschied nach langem, schwerem, geduldig ertragenem Leiden meine liebe Frau, treusorgende Mutter, Schwieger- Danksagung. , Allen denen, die uns beim Heimgang unseres Entschlafenen durch Wort und Tat ihre Anteilnahme bekundeten, sowie für die letzte Ehre innigsten Dank. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte und der Altersvereinigung von 1908 für all das erwiesene Gute. Im Namen der Hinterbliebenen: Elisabeth Heun Wwe. Altersvereinigung 1880-1930. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskameraden Ludwig Goppelt geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 23. Juni, nachmittags 2*/a Uhr statt. Wir bitten um vollzählige Beteiligung. Der Vorstand. Verwandten. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unser lieber Vater. Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Altveteran Wilbelm Leoner gestern nachmittag 2 Uhr im Alter von 85 Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Frau Fanny Edelnintb, geh. Jacob im Alter von 68 Jahren durch einen sanften Tod erlöst. Katharine Ruppert im 70. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Ruppert L, Gastwirt. Fellingshausen, Frankenbach, Crumbach, den 20 Juni 1933. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 22. Juni, nachmittags 2 Uhr statt Gestern abend entschlief sanft nach langen, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Neffe Qiristian Ernst Fay II. Landwirt und Metzger im Alter von 51 Jahren. Herr Ludwig Goppelt Amts-Ober-Sekretär Die Beerdigung findet Donnerstag, den 22. Juni, nachmittags 3 Uhr. vom Sterbehaus Rabenauer Straße 21 aus statt. 6-3imm.- DJobn. m. Bad u. Balkon, Asterweg 35 U (Grefe NordanL) sof. zu v. Näh. A. Becker, Kep- lerstr. 9.Tel.3804.oa„n ä - Zimm.-Wohn, im Neubau, mit all. neuzeitl.Einrichtgn.. groß. Garten, sof. zu verm. Preis 55 Ml. Zu erlr. in der Ge° schäftsst d. G.A. Q3759 1-Ziunn -Wohna.. mit Bad u. Balkon zu vermieten. (03450 ^aaS.Srbubertsfr 2 Schöne 2-Zinnn.-Wobng. in gut. Hause, Gas und elektr. Licht, ab l.Juli zu vermiet es?«? Plockstr. 5III. BesthähsVefleW Meine Fahrrad- u. 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Leinen 3,75 TUt Derg- stadtverlap, BreSlau 1. — (184.) — Dieses Buch enthält eine Sammlung der Gedichte und Gedanken Paul Kellers, die alle Freunde seiner Dichtkunst freudig begrüben werden. Zum ersten Male sind hier die überall verstreuten Gedichte aus der ganzen Schafsenszeit des Erzählers Der- einigt worden. Der Leser empfängt das Bekenntnis zum wahrhaftigen Leben, das alle Kellersche Dichtkunst auszeichnet und über den Alltag hin- aushebt. 3m zweiten Teil des Buches sind die Gedanken des Dichters gesammelt, die — ebenso wie ein grober Teil seiner Gedichte — Wege zu einer lebensbejahenden -Weltanschauung weisen. — Hans Fritz von Zwehl: Liebe, Krieg, Ferne, Einsamkeit. Gedichte. 74 Seiten. Ganzleinen 2,85 Mk. 3m Verlag der Gesellschaft für deutsches Schristtum e. V., Berlin, 1933. — (131.) — Das ist die erste Sammlung von Gedichten Hans Fritz von Z w e h l s, der bisher nur als Dramatiker hervorgetreten ist. Die im Titel gekennzeichnete Motivreihe flieht natürlich lose und leise ineinander, aber die einzelnen Bilder — Zwehl gibt fast nur Bilder, tn Musik gesetzt — ergänzen einander oft überraschend. Der Dichter, der in diesen Tagen sein Weltkriegsdrama „Führer" vollendet hat — ein Stabsoffizier erträgt es nicht, einen Angriffsplan nur ersonnen zu haben, sondern stellt sich an die Spitze der dazu bestimmten Truppen und fällt. Führer in doppeltem Sinne —, weih noch immer nicht ganz, dah trotz allem seine zartesten Klänge die reichsten sind. — Dr. Owlglaß: Stunde um Stunde. Gedichte. Band 13 der .Kleinen Bücherei". Geb. 80 Pf. Verlag Albert Langen Georg Mueller, München. — (5.) — Die Lieder, die Dr. Owlglah in dieser Sammlung vereinigt, zeigen ein anderes Gesicht, als man es von dem Verfasser der scharfen Verse im .Simplizissimus" erwarten sollte. Diese Verse hier sind gar nicht aggressiv, sondern eher skeptisch, nachdenklich, auch von leisem Humor umspielt: um die Wiedergabe eines Bildes oder einer Stimmung in der Vatur mit möglichst sparsamen Mitteln schlicht bemüht. deutsche Erzähler. — Deutsche Erzähler. Ausgewählt und eingeleitet von Hugo von Hofmannsthal. 1004 Seiten. Ganzleinen 4,50 Mk. 3m 3nsel- Verlag zu Leipzig, 1933. — (84.) — 3n diesem schönen, über tausend Seiten (auf Dünndruck- Papier) umfassenden und deswegen trotzdem recht handlichen Bande ist so etwas wie ein ewiger Vorrat grober und unvergänglicher deutscher Crzählerkunst von Goethe bis Keller, von der klassischen Zeit über die Romantik bis zum Realismus des vorigen 3ahrhunderts vereinigt. Die Auswahl zeugt (bei aller Subjektivität des Herausgebers) von erlesenem Geschmack: die Einführung ist eine vorbildliche, in ausgezeichnetem Stil geschriebene Wesensbestimmung dieses wichtigen und grundlegenden Abschnittes im Buche der deutschen Dichtung. „Unser Volk hat ein schlaffes Gedächtnis und eine träumende Seele, trotz allem, was es besitzt, verliert es immer wieder, aber es ruft sich nachts zurück, was es am Tage verloren hat. Den Reichtum, der ihm eignet, zählt es nicht und ist fähig, seiner Krongüter zu vergessen, aber zuzeiten sehnt es sich nach sich selber, und niemals ist es reiner und stärker als in solchen Zeiten." Die Sammlung selbst umfafot folgende Stücke: „Der tolle (Zn- valide aus dem Fort Ratonncau" von Arnim: „Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl" von Brentano: „Lenz" von Büchner: „Die 3udenbuche" von der Droste: „Aus dem Leben eines Taugenichts" von Eichendorfs: „Rovelle" von Goethe: „Barthli der Korber" von Gotthelf: „Der arme Spielmann" von Grillparzer: „Das kalte Herz" von Hauff: „Aus meiner 3ugend" von Hebbel: „Der Elementargeist" von Hoffmann: „Leben des vergnügten Echulmeisterlein Maria Wuz in Auenthal" von 3 e an Paul: „Spiegel, das Kätzchen" von Keller: „Das Erdbeben in Chili" von Kleist: „Undine" von Sou- quö: „Mozart aus der Reise nach Prag' von Mörike: ..Der Geisterseher" von Schiller, „Die Erzählung des Obersten Morse" von S e a l s f i e l d: „Der Hagestolz" von Stifter: und „Der blonde Eckbert" von T i e ck. — Der 3nsel-Verlag hat dieser wunderschönen Sammlung klassischer deutscher Epik eine so vornehme wie gediegene Ausstattung zuteil werden lassen, dah es — zumal mit Berücksichtigung des erstaunlich geringen Preises — eine rechte Freude ist, das Buch selber zu besitzen und es zum Geschenk zu machen. — — Ludwig Finkh, Schm u g g [ e r, Schelme, Schabernack. Anekdoten. Geb. 2,50 Mark. (Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart.) — 192 — Die köstlichsten Schmugglergeschichten stehen in diesem heiteren Sommerbuch voll Schelmerei und Lachen. Eingestreut sind Schelmengcfchichten, die sonstwo im Schwabenlande umgehen, und treffsichere Glossen, in denen Ludwig Finckh, der ja auch dem Vorstand des Deutschen Sprachvereins angehört, seinem Herzen Luft macht. Denn auch auf dem ©remrain der Sprachen wird unbedenklich Schmuggel getrieben, aber hier steht Finckh als Wächter. — So müssen solche Geschichten erzählt werden: mit allem Behagen an der Men- schennatur und ihrer Gift, mit dem Blick für ihre Schwächen und dem Sinn für das Rechte, überdies kurz und bündig, denn die Kürze ist des Witzes Seele. - Rudolf Presber: Cagliostro in Altenbühl. Roman. Mit Federzeichnungen D->n F. Christophe. Seinen 5,50 Mart. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart und Berlin. — (166) - Ein mit dem Reiz Presberscher Erzählungskunst gestaltetes Stück aus dem Leben des genialen Glücksritters, des geheimnisumwobenen Magiers. Cagliostro, der scharmante Kavalier, der hilfreiche Arzt, bcr alle verblüf- sende Zauberer, der raffinierte Betrüger und Glücksritter — hin die in tausend Farben schillernde Persönlich: d"s genialen Abenteurers, dessen Berühmtheit n. ,chon ^..cderthalb 3ahr- hunderte überdauert, ist von Presber mit allen Mitteln seiner Kunst und einem großen hillur- aeschichtlichen W.sfen «nd Einfühlungsvermögen in den Mittelpunkt einer fpannenben Begebenheit gestellt. Wie es dem falschen Grafen gelingt, die Bürgerschaft eines westdeutschen Städtchens durcheinanderzuwirbeln, hoch und niedrig zu düpieren und allen Schlingen der einsetzendcyr Verfolgung durch List und Gewandtheit doch zu entgehen, bildet den 3nhalt der Handlungsreichen, oft humorvollen, immer spannenden Erzählung. — Walter Erich Schäfer: Das Aegirn e n t s f e ft. Erzählung. 64 Seiten. Geb. 1,— Mk. 1933. 3. Engelhorns Nachf., Stuttgart. — (152) — Der Verlag Engelhorn, der das Verdienst für sich in Anspruch nehmen darf, den Dichter des von fast allen deutschen Bühnen gespielten vaterländischen Schauspieles „Der 18. Oktober" lange vor dem großen Theatererfolg entdeckt und mit zwei Dramen und zwei dichterisch höchst wertvollen Nooellen- bänden eingeführt zu hoben, bringt jetzt eine Ausgabe der erschütternden Erzählung „Das Regiments- fest" heraus. Hier ist zum erstenmal die Tragödie des Unterführers gestaltet, der. mit Leib und ceele und aus innerster Berufung Soldat, den verlorenen Krieg und das durch ihn verwandelte Deutschland nicht erträgt. Schäfer entfallet hier die ftunft des echten Dichters, ein Einzelschicksal zu gestalten und in ihm das Los eines ganzen Volkes zu spiegeln. Diese Erzählung ist mit sprachlicher Disziplin geformt und weit entfernt von aller blutleeren Artistik. — Hans Friedrich Blunck: Fünf Erzäh- lungen. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Preis gebunden 1 RM. — (198) — In diesen fest- sam packenden Erzählungen des niederdeutschen Dichters weht das Schicksal — ernst und groß, und doch versöhnend. Menschen begenen sich, aber etwas Höheres geschieht mit ihnen, das vorüberrauscht und beim Auseinandergehen etwas Neues, Unvergängliches hinterläßt. Aus fremden Literaturen. — Knut Hamsun, „Kämpfende Kräfte". Eine Erzählung in zwei Romanen. („Kinder ihrer Zeit", „Stadt Scgelfoß".) 598 Seiten. 3n Leinen gebunden 4,80 Mk. Verlag Albert Langen/Gg.. Müller, München. (187) Fast 20 3ahre find es her, feit die beiden großen Romane „Kinder ihrer Zeit" und „Stadt Segelfoß" erschienen. Sie liegen heute in einer Reuausgabe vor, vereinigt in einem Band und unter einen gemeinsamen Titel gestellt, der ihre innere Zusammengehörigkeit bekundet. Kampf ist hier alles, Spannung, Zusammenprall fremder Gewalten, die zerstören und zerstört werden, um schließlich Reues aus sich hervorgehen zu lassen. Hier das Bodenständige, Kulturhafte, Gediegene, dort das Heimat- und Wurzellose, das Unechte, Unsolide, die Zivilisation stehen zum Kampf gegeneinander, der auf der einen Seite Angriff, auf der anderen Abwehr ist, ei wird umrahmt von einem Reichtum an Figuren und Handlungen, aber er bleibt doch immer das durchaus Dominierende, das man nicht eine Minute lang aus dem Auge verliert. Hamsuns Geschichte ist eine Zeitsatire, das ist offen- sichtlich, aber sie ist ganz ohne Haß und Bitterkeit. Es liegt eine abgeklärte Weisheit über dem Ganzen und sehr viel Liebe zu den Menschen, für Deren Eigenheiten er immer ein mildes, verstehendes Lächeln hat. Seine Haltung ist niemals die eines Skeptikers, auch in diesen beiden Erzählungen liegt wieder ein tiefer Glaube an die Lebenskraft alles Echten und Gefunden. — Cherry Kcarton: Palla h. Ein Tierleben in afrikanischer Wildnis. Einzig berechtigte ücbertragung aus dem Englischen von Emst Müncherath. 192 Seiten 8°. 23 Bilder nach Photos des Verfassers. Kart. 3,50 Mk., Leinen 5,50 Mk. 3. Engekhoms Rachf., Stuttgart. — (114.) — Wir haben im vorigen 3ahre Keartons herrlichen Bericht von der einsamen 3nsel der fünf Millionen Pinguine an dieser Stelle eindringlich empfohlen: wir freuen uns, heute auch auf das neueste Buch des englischen Tierfreundes — und zwar nicht minder angelegentlich — Hinweisen zu können, denn wir glauben, daß es von vielen mit der gleichen Freude und einer Spannung gelesen werden wird, mit der man gemeinhin nur aufregende Kriminalromane zu verfolgen gewöhnt ist. „Pallah" ist die Geschichte einer kleinen Schwarzserlenantilope, aber die Ereignisse und Szenen bleiben nicht auf die eigentliche „Heldin" beschränkt: die Schilderung rundet sich vielmehr zum bezaubernden und erregenden Bilde paradiesisch reichen Tierlebens in einer unberührten afrikanischen Landschaft. Kearton hat mehr als drei 3ahrzehnte im schwarzen Erdteil Angebracht, und feine Schilderungen sind von der gleichen, überzeugenden Sachkenntnis, Erlebnisnähe und Anschaulichkeit erfüllt, die schon das Pinguin-Buch zu einer auf lange Zeit unvergeßlichen Lektüre machte. Kearton hat das Leben der unerschöpflichen Tierwelt in Afrika in feiner ursprünglichen Freiheit und Wildheit aus nächster Rähe belauscht und beobachtet: er hat seine Beobachtungen und Begegnungen mit Löwen und Krokodilen, mit Pavianen und Gazellen, mit Ras- Hom und Leopard, mit Zebras und Elefanten geschildert, und es finden sich Szenen von elementarer Dramatik in diesem Buche: zum Beispiel die Treibjagd der Wildhunde auf die versprengte Gazelle, die sich in höchster Rot hinter die mächtige graue Mauer einer Elefantenherde rettet; oder der Kampf zwischen einer Hyäne und einer Pythonschlange: oder das grausige Duell zwischen dem Rashorn und dem Riesenkrokodil am abschüssigen Fluhuser. Die Schilderungen werden von einer CReibe seltener und anschaulicher Augenblicksaufnahmen begleitet, welche die lebendige Ausstrahlung dieses schönen Tierbuchs noch verdichten. — y — Ossip Dymow: Das Kuckucksspiel. Rovelle. Deutsche Fassung von O. Gabrielli. Mit einem Rachwort. Reclams Universal-Dibliothek Rr. 7195. Geh. 35 Pf., geb. 75 Pf. — (456.) — Die Rovelle spielt in der Vorkriegszeit in Kreisen der nach Sibirien Verbannten und schildert das Schicksal eines jungen Offiziers, der in der grauenhaften Oede der Verbannung dem Spielwahnsinn verfällt. Von seinen Schulden kann er sich nur durch Beteiligung am „Kuckucksspiel" befreien, einem sinnlosen, grausamen Spiel, das dem zum Opfer Erkorenen sicheren Tod brinat. Man kann sich der unheimlichen Stimmung dieser Rovelle schwer entziehen. Politik und — H. v. Koenigswald. Revolution 1918. Verlag W. G. Korn, Breslau. Ganzleinen 5,80 Mk., kart. 4,50 Mk. (120) Zwischen Sturz des Alten und Bau des Reuen liegt das Revolutionschaos, aus dem sich die Kräfte zum Reubau kristallifieren müssen, soll die Revolution nicht nach Abebben des Chaos wieder in den alten Zuständen versinken. Alle Kräfte und Gegenkräfte finden erstmalig in diesem Buche ihren dokumentarischen Riederschlag: Flugblätter, Plakate, Zeitdokumente und Ausrufe sprechen eine schonungslose und unverfälschte Sprache. 3n ihnen sind alle wesentlichen Vorgänge jener Epoche eingefangen. Das Bild, das sich ergibt, zeigt die Leidenschaftlichkeit, Hemmungslosigkeit, Gutgläubigkeit, Zerfahrenheit jener Tage, in der auch die guten Ansätze rettungslos steckenbleiben mußten. Diese Arbeit, die an das erste Kapitel der deutschen Revolution, an die enttäuschten Hoffnungen von damals erinnert, will zur Erkennt- nis^ unserer gegenwärtigen Lage beitragen, will den Ausspruch Moeller van den Drucks aufgreifen: „Wir müssen die Revolution gewinnen!" — Dora von Beseler: Der Kaiser im englischen Urteil. Kartoniert 3.— Mark. Verlag I. G. Cotta. Stuttgart. — (434) — Das Charakterbild Wilhelms II. haben der Parteien Haß und Gunst erhöht und erniedrigt, und nur wenigen, die den Kaiser aus nächster Nähe kannten, war es beschieden, ein klares Bild seiner Persönlichkeit zu entwerfen. Dora von Beseler hat den Ver- such gemacht, auf Grund der englischen Einzelurteile darzustellen, wio die Geschichtsforscher und Politiker Englands Wilhelm II. als Persönlichkeit und in seinem Wirken sehen. Der Versuch ist sine ira et Studio unternommen worden, und sein Ergebnis umreißt die Gestalt eines Mannes und Herrschers in Linien, die fern jeder Heroisierung, aber auch ebenso fern jeder Entstellung den Mann des reinen Wollens aufzeigen, der der Uebergewalt der feindlichen Schicksalswirkungen unterliegt. — HansWendt: Die Mörzrevolution von 1 933. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i O. Preis geb. 1,50 Mark. — (201) — Ein kühner Versuch, Ereignisse, Persönlichkeiten, Maßregeln, Entwicklungen mit dem Blick auf das Meidende festhalten zu wollen, solange noch alles im Fluß ist. Der Verfasser, als Berliner politischer Journalist unmittelbarer Zeuge der meisten Vorgänge, hat die entscheidende Wende nicht nur mit dem Blick für das Wesentliche und Bleibende beobachtet, sondern gleichzeitig die darstellerische Distanz zu gewinnen verstanden, die für einen solchen ■ Versuch notwendig ist. — Warum Hitler? Eine Antwort nach seinem Kampsbuch. Eine Schristensammlung unter Geschichte. dem Titel „Der Aufschwung" von Dr. Karl Grün- sky, Stuttgart. Kartoniert —.50 Mark. — (204) — Erhard Walther, Verlag für Nationalsozialistisches Schrifttum, Stuttgart. Die Schrift soll die nationalsozialistische Gedankenwelt ins Volk weiter hineintragen und zugleich solche Kreise ersaßen, die sich der Bewegung gegenüber gleichgültig, mißtrauisch ober ablehnend verhielten. Der lebendige Ton, die klare verständliche Sprache, die schlagkrästige Zu- sammensassung richten sich besonders an die Jugend, die bereit ist, den Wissensstoff empfänglich in sich aufzunehmen. — Major a. D. Dr. Kurt Hesse: „Die Schicksals st unde der alten Mächte". Japan und die Welt. Geb. 4,50 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg. — (151) — Jedes Kapitel dieses Werkes ist eine kurze, aber erschöpfende Darstellung der politischen und weltwirlschaftlichen Situation der von dem Ringen im Osten berührten Mächte: China, Japan, die Mandschurei, Rußland, die Vereinigten Staaten, das Britische Empire. In einem Schlußkapitel „Zwischen Mississippi, Jangtse und Rhe^n" deutel Hesse den Kamps um den Fernen Osten als die Schicksalsstunde der alten Mächte Europas. Was dort' entschieden wird, ist Ansehen, Macht, Geltung und Zukunft der weißen Völker in der Welt. Es ist sehr zu begrüßen, daß wir fetzt in diesem Buch von Major Hesse ein Werk besitzen, das die Zusammenhänge der fernöstlichen Probleme aushellt. Auch in den Schulen wird das Buch dank seiner klaren Darstellungsweise eine willkommene Grundlage bei Erörterungen über die Lage Deutschlands in der Welt fein, über die man die Heranwachsende Jugend nicht frühzeitig und eingehend genug unterrichten kann. — Edmund Kleinschmitt: Der Dollarsturz im Spiel der hohen Politik. Kartoniert 1,20 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (175) — Die Schrift ist ein ausge- zcichneter Führer burch das Labyrinth der wirtschaftlichen und politischen Interessengegensätze, die aus der Weltwirtschafts-Konferenz zusammenprallsn werden. 2er Dollarsturz wird in seinen Ursachen als ein Aufstand der amerikanischen Schuldner gegen die Goldwährung gedeutet und in seinen Folgen als Wirtschaftswaffe gekennzeichnet, die in der Hand des größten Gläubigerstaates der Wett weitere dramatisthe Ereigniße auf den Gebieten der Geld- und Handelspolitik herbeiführen muß. In einer ausführlichen Untersuchung der Rückwirkung dieser Ereianisse auf die deutsche Wirtschaft kommt der Verfasser zu dem Schluß: Der Dollarsturz Dermal nicht ein Programm deutscher wirtschaftlicher Selbsthilfe zu zerstören. Bücher vom Weltkrieg. — Rudolf Don Wehrt: Di c 9cuf • fchen kommen. 1914 Dor Paris. (Ullstein-Verlag. Berlin. Preis 3 Mk.) — 193 — Dieses außerordentlich fesselnde Buch schildert auf Grund zeitgenössischer Berichte die aufregenden Herbsttage 1914, in denen die Armeen Kluck, Bülow und Hausen Dor den Toren Don Paris standen. Er hat die bedrohte Stadt zum Ausgangspunkt, dann aber führt er hinüber zur deutschen Front, schildert die Ruhmestaten der deutschen Armeen und ehrt die unbekannten Soldaten, die im beglückenden Traum, ihr Opfer sichere den deutschen Sieg, an der Rlame ihr Leben ließen. — Manfred Freiherr Don Richthofen . Der rote Kampfflieger. Eingeleitet und ergänzt von Dolko Freiherrn von R i ch t h o f e n. Mit einem Vorwort von RcichS- minister Hermann Göring. 261 Seiten mit 22 Aufnahmen. Leinen 2,85 Mk. 3m Verlag Ullstein, Berlin. — (146) — Die Reuausgabe des berühmten Buches erschien Aum 15. Todestage des großen deutschen Kampffliegers. Der größere Teil des Werkes umfaßt die eigenhändigen Aufzeichnungen Richthofens, die eine ungemein lebendige und persönlich gefärbte, von sympathischer Bescheidenheit getragene Schilderung seines beispiellosen Werdeganges geben — vom AuS- bruch des Krieges bis zum tödlichen Absturz im Westen. Schlicht, soldatisch, nicht ohne Humor, stets tun der unmittelbaren Rähe des großen Erlebnisses und der Dramatik der Kampfhandlung erfüllt, ist die Darstellung Richthofens das schönste Denkmal der deutschen Fliegerwaffe im Weltkriege, feiner eigenen unerreichten und selbst' vom Gegner mit allen Ehren anerkannten Leistung. 3n Hauptmann Dölcke und dem Grafen H o l ck finden wir die bewunderten Vorbilder und Lehrmeister des roten Kampffliegers, dessen eigene Schilderung durch das Vorwort von Göring, der seinerzeit Richthofens Rachfolger im Kommando des Jagdgeschwaders wurde, und in den Berichten von Manfreds Bruder Bollo eine vortreffliche Abrundung und Ergänzung erfährt. Außerordentliches interessantes und seltenes Abbildungsmaterial ist dem Werke beigegeben: es finden sich englische Originalaufnahmen von Luftkämpfen an der Front darunter, wie man fie in solcher Schärfe und Raturtreue selten zu sehen bekommt. Dem Buch, das eine glänzende Werbung für die deutsche Fliegerei bedeutet, ist weiteste Verbreitung zu wünschen: auch als Lektüre für die Heranwachsende 3ugend darf es angelegentlich empfohlen werden. Rechtsliteratur. — Das Rechtshandbuch. Don Dr. S. T u r n h e i m und Dr. C. Wurm, Ullstein-Verlag, Derlin. Brosch. 4 Mark, Ganzleinen 5, 80 Mk. — (67) — Die Verfasser dieses Buches haben hier etwas Reues geschaffen: ein Buch, das in allen Fragen des Rechts ein Ratgeber fein soll und erste Hilfe im Kamps ums Recht leistet. Ein höchst praktisches Buch, Denn wer käme nicht einmal mit Vorschriften des Zivil-, Handels- oder ArbeitS- rechts in Berührung, ober mit den Vorschriften der Sozialversicherung? Wer aber weiß, wenn er „Laie" ist, immer sogleich, wie er sich zunächst verhalten, was tun. was er vermeiden muß, ob es angezeigt ist, einen Anwalt aufzusuchen, ob es lohnt, Kosten in Kauf zu nehmen usw.7 Durchs Feld der Paragraphen, das für viele ein Irrgarten ist, bahnt dieses Rechtshandbuch einen Weg. Sein Vorzug ist, daß die Gesetze, auf die es ankommt, nicht jedes für sich getrennt behandelt werden, sondern systemotifch ineinander verarbeitet find. Was thematisch zusammengehört, wurde auch formal miteinander verbunden. Wer z. D. etwas über Kündigung sucht, braucht sich nicht die einschlägigen Bestimmungen aus den verschiedenen Gesehen erst mühsam zusammenzusuchen. Die Brauchbarleit des Buches wird besonders durch die übersichtliche Art der Druckanordnung und die Verwendung verschiedenfarbigen Papiers erhöht, das die fystematifche Einteilung des Stoffes auch äußerlich erkennbar macht und somit einem Griff das finden läßt, was man gerade sucht. Das Buch wird vor allem jedem Kaufmann und Gewerbetreibenden die besten Dienste leisten, aber auch dem praktisch tätigen 3uriften wird es als übersichtliches „Generalregister" willkommen fein. — Professor Dr. Arnold Röttgen, Deutsches Univerfitätsrecht. Verlag I. C. B. Mohr, Tübingen. In Ganzleinen gebunden 10,— Mark. — (173) — Das Buch macht den Versuch, die strukturmäßigen Zusammenhänge im verfassungsrechtlichen Aufbau der deutschen Unioer- fität zur Darstellung zu bringen. Hierbei mußten die beiden tragenben Pfeiler des deutschen Unioer- sitätsrechts: Lehrfreiheit und Selbstverwaltung besonders scharf herausgearbeitet werden. Es war nicht beabsichtigt, eine kommentarähnliche Darstellung des heute ja stark im Fluß begriffenen geltenden Rechts zu geben. Notwendiger erschien es gerade in einer Zeit, die allerorts nach neuen Formen drängt, gewisse Grundprobleme durch die schier unübersehbare Fülle des vorhandenen gesetzlichen Materials hindurch zu verfolgen. Nur in diesem Sinne konnte und sollte auch von einem „deutschen" Universitätsrecht gesprochen werden. Es unterliegt heute keinem Zweifel, daß eine nahe Zukunft hier im einzelnen manche Aenderung bringen wird. Entscheidend ist, ob diese Aenderungen zu einer völlig neuen Unioersitätsoerfassung führen sollen. Es ist eine wesentliche Ausgabe dieses Buches der kom- menden Diskußion einen gewißen juristischen Boden unter die Füße zu geben. — Gesetz-Sammlung für denV olks- ft a a t Hessen. Der 30. Band der Gesetzsammlung für den Dolksstaat Hessen, herausgegeben von 3uftizrat Or. b. c. R e h in Darmstadt und Amtsgerichtsrat Gros in Gießen ist in 3. Di em er s Verlag in Mainz erschienen. Der 182 Doppelseiten umfassende Band enthält sämtliche hessische Gesetze und Verordnungen in der zeitlichen Reihenfolge und dem geltenden Wortlaut für bas 3ahr 1931, sowie in Deckblättern bie sämtlichen Abänberungen ber Gesetzes texte usw. aller früheren 3ahrgänge der Gesetzsammlung. Oberheffen. Erklärung zur Berichtigung in Jlr. 140 des Gießener Anzeigers, 2. Blatt, Seite 3. * Ettingshausen, 20. Juni. Die Berichtigung des Vertreters der Magdeburger Futternährmittelfirma ist durchaus unrichtig. Ich habe die Vertretung des Futtermittels nur übernommen, weil der Vertreter der Magdeburger Firma angab, daß er von dem hiesigen Pfarrer, der auch eine Bestellung gemacht habe, geschickt worden sei. Diese Angabe hat sich als unrichtig herausgestellt. Auf hiesiger Bürgermeisterei ist ein Protokoll ausgenommen worden, das die Unrichtigkeit der Angaben klarstellt. Der einzige Auftrag, den der Agent tatsächlich hatte, ist nur dadurch zustande gekommen, daß er unrichtigerweise in dem. betreffenden Hause angab, daß schon viele Personen bestellt hätten, dar- runter habe der hiesige Müller einen Zentner allein für sich bestellt. Die Möglichkeit des Absatzes ist zur Zeit völlig ausgeschlossen, da über das Vorgehen des Agenten große Erregung im Dorfe besteht und dadurch auch bekannt geworden ist, daß früher von ihm verkaufte Futtermittel einfach liegen geblieben find oder zum größten Teil nicht verkäuflich waren. Schließlich ist noch richtig, daß die Strafanzeige weiterläuft. Ich sehe allen Schritten des Vertreters mit Ruhe entgegen. Wilhelm Diehl, Kirchendiener 50 Jahre Gelangverein „Eintracht" Münzenberg ' Münzenberg. 19. Juni. Anläßlich des Pfingstlagers des Jungvolkes der Chatten bildete Münzenberg mit seiner historischen Burg das Ziel für viele Tausende. Allen Besuchern wird das Städtchen in angenehmer Erinnerung sein. Aehnlich soll es auch wieder am 2 5. 3 uni werden, an dem der Gesangverein „Eintracht"-Münzenberg sein 50jähriges Stiftungsfest mit Fahnenweihe, verbunden mit dem Gauwertungssingen des Gaues Wetterau, begehen wird. 24 Bundesvereine nehmen am Wertungssingen teil und etwa 15 Gastvereine haben ihr Erscheinen zugesagt. Am Nachmittag wird sich ein stattlicher F e st - z u g mit mehreren Festwagen durch die Straßen des Städtchens nach der Burg bewegen, wo eine nationale Kundgebung mit Massenchören und Ansprachen des Provinzialvorsitzenden Wendler, Bad-Aauheim, und des Gauvorsihenden Schenk, Melbach, stattfinden wird. Außerdem hat der vom Gemeinderat zum Ehrenbürger unserer Stadt ernannte Staatskommissar Dr. Wagner, Darmstadt, sein Erscheinen zugesagt. Es wird ihm an diesem Tage der Ehrenbrief überreicht. Aus dem Lahntalsängerbund. + Grünberg, 20. Juni. Berufsschullehrer Gengnagel (Grünberg), der seit 1928 als Bundesvorsitzender des Lahntalsängerbundes tätig ist, wurde bei der auch im Sängerbünde vorgenommenen Gleichschaltung vom Provinzialvorsitzen- den des hessischen Sängerbundes wieder mit der Leitung des L a h n t a l s ä n g e r b u n- des beauftragt. Der Bund hält am nächsten Sonntag in Marburg sein diesjähriges Ehrensingen ab, das unter dem Leitgedanken „Die Natur im deutschen Siebe" steht. Anschließend an das in den Stadtsälen stattfindende Ehrensingen ist auf dem Marktplatze eine große vaterländische Kundgebung vorgesehen. Sämtliche Bundesoereine haben zu der Veranstaltung ihr Erscheinen zugesagt. Die Reichsbahn läßt an diesem Tage auf der Strecke Gießen—Marburg einen Sonderzug verkehren, der kurz vor 8 Uhr in Gießen abgeht und dessen Rückkunft gegen 22 Uhr erfolgt. Landkreis Bietzen. & W i e s e ck, 21. 3uni. Gestern starb im Alter von 85 3ahren der Eisenbahnarbeiter Wilhelm Lepper. Er war der letzte der Kriegsteilnehmer von 1 8 70/7 1. Der wieder- Aermel Haven Knopsverschtutz, der Rückenteil einen Schlitz. Die Feldbluse, die im Rumpfteil wei' und blusig sitzt, läßt dem Träger große Be- wegungsfreiheit Sie wird allgemein geschlossen getragen und nur im Dienst auf Befehl des Führers geöffnet. Mit der Einführung des Schnürstiefels ist der langjährige Streit der Meinungen gegen den alten Marschstiefel entschieden worden. Für den Ausgang und für feierliche dienstliche Anlässe wird der derzeitige Ausgehrock unverändert beibehalten, ebenso die bisherige lange Tuchhose für Dienst und Ausgang. ■ 1 e j ' > ■ Die Reichswehr bekommt neue Uniformen. UM Rach langjährigen nunmehr abgeschlossenen Versuchen kommt bei den berittenen und unberittenen Truppen des Reichsheeres ein neuer Feldanzug zur Einführung An die Stelle des bisherigen Dienstroches tritt die F e l d b l u s e , an die des Marsch- bzw Reitstiefels der Schnür- stiefel, ferner wird ein Hemd gerippter Wirk- art getragen werden Die neue Feldbluse ist aus feldgrauem Tuch mit Schulterklappen, fünf Vordertnöpfen, je zwei aufgesetzten Drust- und Seitentaschen, Kragen mit einknöpfbarer Kragenbinde und Spiegeln mit Doppellihe Die gegründete Kriegerverein hatte ihn zum Ehrenmitglied ernannt. ck. Heuchelheim, 20. 3unt. Ein Fest besonderer Art wurde am Sonntag in unserer Gemeinde gefeiert. 3n treuer Anhänglichkeit an ihren früheren Pfarrer, den seit einiger Zeit nach Heuchelheim versetzten Pfarrer Weisel, stattete der Posaunenchor und der Frauenverein Wallertheim (Rheinhessen) diesem und dem hiesigen Kirchenchor einen Besuch ab. Die ganze Gemeinde nahm an diesem Ereignis Anteil und gestaltete den Besuch der rheinischen Gäste zu einem frohen Festtage. Sämtliche Straßen des Dorfes waren mit Fahnen reich geschmückt. Am Vor- mittag fand im großen Saale der Turnhalle ein besonderer Gottesdienst statt. Mittags gab der Posaunenchor Wallertheim vor dem Rathaus ein Platzkonzert. Anschließend sand ein Ausslug nach dem Gleiberg statt, an dem sich über 500 Wallertheimer und viele Einwohner unseres Dorfes beteiligten. Eine am Abend in der Turnhalle veranstaltete Gemeindefeier, die von über tausend Personen besucht war, bildete den Höhepunkt und einen würdigen Abschluß. Pfarrer Weisel begrüßte die Teilnehmer des Abends, dankte den rheinischen Gästen mit bewegten Worten für den Besuch und öeji Heuchelheimern für die freundliche Aufnahme und Bewirtung seiner früheren Landsleute. Die Schülerin Gretchen Schmidt trug ein selbstverfatztes Degrühungs- aedicht vor. Vorträge des Kirchenchors Heuchelheim, der Gesangvereine „Germania", „Liederkranz" und „Teutonia", Gesangvorträge der Gebrüder Mandler, Reigen des Turnvereins, ein flott gespielter Schwank und die Borträge des oberhessischen Heimatdichters Heß (Leihgestern) brachten eine festliche Stimmung.' Wirtschaft. Frankfurt schwach. Frankfurt a. M., 21. 3uni. (WTB.-Draht- meldung.) Die rückläufige Kursgestaltung, dis gestern abend begann und sich im heutigen Vormittagsverkehr fortsetzte, kam auch an der Mittagsbörse stark zum Ausdruck. Die einsehende Stagnation der Londoner Konferenz wurde u. a. recht ungünstig beurteilt, ferner wurden auch heute Realisationen zum Halbjahresultimo nor» genommen. Es lag somit fast nur Angebot vor. das die Kurse am Aktienmarkt durchschnittlich um 1,50 Prozent drückte. Spezialwerte gaben stark nach, so 3G. 2 Prozent, Contigummi 2,90, Siemens und Klöckner je 2,50 und Harpenec 2 Prozent. 3m übrigen gaben am Montanmarkt nach Rheinstahl und Mannesmann je 1 Prozent, Buderus und Phönix je 1,75 Prozent, Gelsenkirchen und Stahlverein blieben knapp behauptet. Don Elektroaktien verloren Licht & Kraft und ©effürel je 1,75 Prozent, Holzmann notierten 1,75 Prozent und Reichsbank 1,50 Prozent schwächer. Derkehrswerte und Linoleum-Aktien waren knapp gehalten. 3m Verlaufe hielt die Abgabeneigung weiter an. wobei man teilweise Verkäufe von Hamburg und Berlin beobachtet haben will. Mannesmann gaben 1 Prozent und Scheideanstalt 1,50 Prozent nach. Der Rentenmarkt lag gleichfalls schwächer. Reubesitzanleihe verloren zunächst 0,15 Proz., im Verlaufe noch 0,35 Prozent. Altbesitz dagegen 1,13 Prozent. Stahlvereinsbonds lagen 0,5 Prozent schwächer. Türken und Mexikaner waren kaum gehalten. Der Pfandbriesmarkt machte die Abschwächung nicht in vollem Ausmaß mit, es kamen durchschnittliche Abschwächungen von 0,25 Prozent heraus. Tagesgeld war mit 3,5 Prozent unverändert. Opekta Aus Flüchten gewonnen RtlAfH 3*/i Pfd. Erdbeeren, sehr gut zerdrückt, werden mh 3 * lh Pfd-Zucker zumKochen gebracht u. 10 Mln. durchgekocht. Hierauf rührt man 1 Normalflasche Opekta zu 86 Pfennig und nach Belieben den Saft einer Zitrone hinein und füllt tn Gläser. — Ausführliche Illustrierte Rezepte für alle Früchte und Etiketten für Ihre Marmeladengläser liegen jeder Flasche bei. Opekta Ist nur echt mit dem 10-Mlnuten-Topf. frocken-Opekta Ist Opekta In Pulverform und wird gerne für kleine Portionen von 2 oi* 4 Pfund Marmelade verwendet da es schon In Päckchen zu 23 Pfennig und 45 Pfennig zu haben Ist. — Packung für 7 Pfund Marmelade 8- Pfennig. Genaue Rezepte sind aufgedruckt. Achtung I Rundfunk! 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Butzbach (Prvl Dr. Rauch); 12 Uhr Borlrag o. Dr. Maner „Aufgaben der Hess.Landesgeich ichtsforschung" i.Saale des „Deutschen Hauses" in Butzbach; l80 Uhr Gemeinsames Mittagessen im „Hess. Hof" in Butzbach l trott. Gedett Mt. 1.50); 3 Uhr Spaziergang nach d. ForsthauS oder nach Hochweisel z. Be- stchtigung der rom. Kapelle. Meldung wegen Uebernachtung und Teilnahme am Mittagessen an Prof Horst. Butz- Vach, Bismarckstr. 8 . 4054l> Donnerstag, den 22. Juni 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Reuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 4059D 2 Registrierkassen, 1 Flügel, 1 Radioanlage, 7 Sofas, 2 Kühlschränke, 6 Lü- fetts, 2 Kredenzen, 3 Warenschränke, 3 Registraturschränke, 6 Schreibmaschinen, 2 Klaviere, 1 Veroielfältigungsmaschine, 1 Ladentheke, 1 Haarschneidema chine, 1 Frisiertoilette, 1 Perforier- und Rillmaschine, 1 Broschüren-Heftmaschine, 1 Wirtschaftsbüfett, 3 Gläserschränke, 1 Badeofen mit Wanne, 17 Bände Brockhaus, 2 Vertikos, 4 Schreibtische, 4 Bilder, 4 Sessel, 1 Trumeauspiegel, 3 Kleiderschranke, 1 Ladentheke, 1 Grammo- Phon, 1 Kommode, 2 Tische, 1 Wäsche, schrank, 1 Vitrine, 1 Spiegel, 1 Wasch- tlsch- 2 Chaiselongues, 1 Bücherschrank 1 Eiskonseroator, 1 Harmonium. ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal): 2 Bestrahlunqslampen, 2 Chaiselongues 2 Kassenschränke, 2 Schweine, 1 Horch- Personenwagen, 1 Opel-Personenwagen, 20 Fruchtreffen. 2TÖII, Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 — Telephon 3239 Ein leckerer steigt dem Onkel Mollig in die Nase, wenn er In die Küche tritt. Und das Wasser läuft ihm im Munde zusammen, sieht er die tüchtige Hausfrau die schönsten Gerichte auf dem neuen Roeder- Gasherd kochen und braten. Das war doch ein guter Griff, als er zu der Firma Häuser am Oswaldsgarten ging und den schönen Herd in die Küche stellen ließ. Seitdem ist ein ganz anderer Zug im Hause, denn die Liebe geht nun einmal durch den Magen. Sollte die Laune noch so rosig sein, ein gutes Mittagsmahl, gekocht auf dem Roeder-Gasherd, macht sie noch rosiger. Das sollten auch Sie sich zu Herzen nehmen und Sie sollten es nicht versäumen, sich solch ein notwendiges Möbelstück anzuschaffen. Kommen Sie ruhig einmal In unsere umfangreiche Ausstellung. Sie finden dort die neuesten Modelle praktischer Gas- und Küchenherde. Sie sind auch nicht all zu teuer. Wir erwarten Sie. J. B. 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Hinkler, Rechner.__________ Mahnung. Die Zahlung der für den Monat Mai 1933 rückständigen Beiträgen zu unserer Kasse wird mit Frist bis 30.3uni 1933 gemahnt. 4047V 9iad) diesem Termin erfolgt Kostenberechnung und Zwanasbeitreibung. Samstags können Einzahlungen nicht getätigt werden. Gießen, den 20. Juni 1933. Allgem. Ortskrankenkasse Giehen-Laud. nut Ein Sünden- und Sittenbuch Preist Brosch. RM. 3.-, geb. RM. 4.— Hugo BermühlerVerlag Berlin-Lichterfelde