g vbbrulsche 'Lotterie Nachdruck »erboftn 18- Februar 1933 '9 wurden Gewinne >gen «MZL- In bet MÄ*> »«t. ebn CT. bai ut‘«W.lteU ?Qte” uer ZvUw ' be, ä nDÖ*en Ä7ZÄ Vä“» oder •Jnöufttie hielin» 18 i.7o ai "2 felto Set. saÄft fcsÄ SWÄf °hvs 4950 V-Ä “* Lloyds 133715 177831 277014 301028 369840 108481 139602 183094 277650 301111 '3 358279 113754 198138 87367 90189 98993 H84 120575 121588 875 159398 166421 700 196174 196859 114 231194 243772 531 276966 279053 >84 314201 315306 48 335346 338469 37 365876 371468 65 398811 224 1982 >138 >366 >414 49252 184072 aS 399042 25039 28758 50260 ®71 95182 101067 L 119455 14’040 U 171820 180776 « 238785 243865 >79 288692 290457 374988 383809 6221 6578 22900 12 42905 4891950665 10556 95395 ------ 14768’17967 323769 36 363364235246536 mg wurden Gewinne zogen 438 154889 8 176890 181633 160661 219248 256094 311687 382359 !6 170 15 97 41 37 128765 159196 214239 240962 297534 378285 283902 311853 321928 16 132372 152852 624 10271 11497 20539 67092 72554 79399 283 172708 181694 945 232157 240416 756 352972 367568 136110 159460 191005 201803 23-6 56 257054 286889 315373 324661 336822 $0730 378989 01 387909 396040 115805 19570 22728 , 59685 63862 66842 - ------ 136138 591 6938 7283 8571 44363 46529 48650 64523 65488 70989 9660 94319 97631 51 114073 119102 37 132482 15 154562 54 182187 )4 202300 13 232338 18 254677 X) 12 14 14 SST7m_ jO.JtlrMf —6J34 4835 12-465 3,057 169,83 74-Ö 64,39 . 76.ST 14.47 0,833 4,209 58.84 21,50 16,58 81,62 34,77 82,17 0,869 0,239 5,554 13,17 48,55 12.485 3.063 170,17 74,17 64,51 76,53 14.51 0,837 4 217 58.96 21-M 16.62 81-71 34 83 82-33 0.871 0,241 5,566 13.1» "No 58.68 64,02 14,43 16,54 169,46 21-43 73,85 236 76,20 81,44 34,63 "fg 51« 64.« ts ts ft-'1 248 *8 81.76 34-77 Annahme von Hnjtigej für di« Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für nni> Steinörudtrei R. lange in Sieben. Schrüiieitun, und Se>chäftr»el!e: rchnl'trab- 7. ‘t d - 5 -N d s r .c s r -t »- s n r. )e n n ?c :s ig m 'N ir iß c- n, ge :n ge ch ?n ie d- n. e. )O d. m is s- r n« n- n. ge ch (it it 's c, m r* e- r* in it l- c* er s- s ir r r ri. n n h h s r e t k x ) > » i i Aus 6er Provinzialhauptstadt Der obecheUche Arbeitsmarkt EndeZanuar Wählerliste einsehen! Die Liste liegt bis einfchl. Sonntag, 26. Februar, auf. Linzusehen in Gießen, Stadthaus Bergstraße, Zimmer 14, werktags von 8 bis 13 Uhr und 15 bis 18.33 Uhr, Samstags von 8 bis 13 Uhr, Sonntag von 9 bis 13 Uhr. EinMandschukuo-ttliimaiumanNanling Tschangschun, 21. Febr. (Reuter.) Die Mandschukuo-Regierung hat beschlossen, Mittwoch nachmittag ein Ultimatum nach Nanking abgehen zu lassen, worin gefordert wird, daß Tschanghsühliang seine Truppen aus 3 et) o l zurückziehen soll. Für die Beantwortung des Ultimatums wird eine Frist von 24 Stunden gesetzt. Achtläuten im Vogelsberg. In einem schmalen Tale des Vogelsberges liegen eng aneinan'oergesch.niegt die sauber ge- sch.ndelten und aus Fachwerk bestehenden Hauser des kleinen Dörfchens: einige hängen am Abhang des Berges, als ob sie angeklebt wären. Mitten durch das Tal schlängelt sich ein kleiner Bach, dessen filberklares Wasser in raschem Ee- fäll über die glatten Steine springt. Vicht selten beobachten die Buben, wie muntere Forellen durch das Helle Wasser schießen, und hin und wieder versuchen sie, einen der flinken Fische zu fangen. Nur den gewandten gelingt es. Im Früch- jahr gleichen die Wiesen zu beiden Seiten des Daches einem bunt gestickten Teppich. Sie liefern gutes und saftiges Futter für das Vieh, das wohlgenährt die luftigen Ställe füllt. Viehzucht wird in der Hauptsache getrieben, und die Aecker liefern trotz steinigen Bodens noch gute Ernten. Wenn in den Kronen der Bäume der Sturm geigt, wenn kalter Degen an die Fensterscheiben klatscht, wenn es in der Natur ganz stille geworden ist und der Pflug die letzten Furchen auf dem Felde gezogen hat, dann ist es November. Martini hat eine ganz besondere Bedeutung für das Dorf. Es ist der Tag, auf den die Kinder tophorne" in Zürich. Er erlitt beim Absturz einen Wirbelsäulenbruch. Schweres Bobunglück in der Eifel. InMayen fuhr ein mit sechs jungen Leuten besetzter selbstgebauter Bob mit hoher Geschwindigkeit in einer Duppelkurve gegen das Geländer einer Eisenbahnbrücke. Der Lenker des Bobs blieb mit zerschmettertem Schädel tot liegen. Ein Mitfahrer wuroe sehr schwer verletzt, die vier anderen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Dreifacher Mord in Neuyork. Ein Zeitungsjunge fand beim Betreten der im Neuyorker Theatervicrtel gelegenen Flüsterkneipe „Porkys p^ace“ vor der Bar einen Mann und eine Frau sowie hinter der Bar den Dar« inh'ber t o t auf. Al e drei wiesen Schußver- lehungen an der rechten Kopfseite auf. Die Das Arbeitsamt Gießen teilt in seinem A r - beitsmarktbericht über den Monat Januar folgendes mit: Die Arbeitsmarktlage hat im Derichts- monot eine Verschlechterung erfahren, die in erster Linie auf die jahreszeitlichen Witte» rungseinflusse zurückzuführen ist. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist von 16 919 auf 17 589 gestiegen und liegt um rund 100 höher als im Vorjahre. vergleicht man die letzten Jahre, so lag der Hochstbelastungspunkt des Arbeitsmar.tes Mitte Februar. Es ist auch in diesem Jahre anzunehmen, daß die Arbeitsuchenbenzahl bis Mitte Februar ansteigt, um dann wieder in ein Qlb- Öleiten überzugehen. Arbeitslos waren Ende Januar 15 185, gegenüber 14 124 des Vormonats und 17 ^3 des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen liegt in diesem Jahre um rund 2000 Sr,?ar’ Zeichen Zeit des Vorjahres. ^»3fnnLaUl $ie rtar?eJc Inanspruchnahme der Notstandsarbeiten zuruckzuführen. Aus den QRit- * Deichsanstalt wurden 3012 Personen 7mtfÄ Mnüber 2359 des Vormonats und Ull ^5^°riahres Krisenfürsorge erhielten ?m2h2 f?^nm9C9^u6er 2775 des Vormonats Vorjahres. 2ln anerkannte Wohl- ^brtsempfanger zählten wir 3461, gegenüber 3279 des Vormonats und 1730 des Vo?jahres 1723 JJerfonen wurden in den Notstandsarbeiten beschäftigt, im Freiwilligen Arbeitsdienst arbeiteten 1500 Arbeitsdienstwillige. Kurzarbeiterunterstühung. u. nrS u f Acmuar konnten wir 565 Personen in Arbeit vermitteln. Die Zugänge an Arbeits- gefudh 2828U3Cn 3498, bie ^^änge an Arbeits- Angesteltte. mHemD&«lm!^0„nhat toaren besondere Vorkomm, rn n r tHn ?^b^^en 10 der Arbeits. m®r 141 a.9« f“t 2lngestellte nicht zu ver- zeichnen. Auch für Musiker war das Dermitt- Ujngsgefchaft nicht besonders lebhaft. Für das Aotwer der deutschen Jugend tonnten einiae WtuL 6sermittc“ werden. Ende Januar waren £*cn. Semeldet: 637 männliche taufm. und SrOtH??e ö!!e' 218 weibliche taufm. und Düro. ? toeibHA» V* "AELe technische Angestellte, technische Angestellte, 50 männliche Angestellte. 29 weibliche sonstige Singe. Revue: „Im weißen Rößl" wiederholt. Vorzugsgutscheine und Schülerkarten haben Gültigkeit. Ende 21.30 Uhr. Anschließend findet von 22.15 Uhr bis noch 24 Uhr ein „Nachtkabarett" unter der künstlerischen Leitung von Wolfgang Kühne statt. — Konzert der Gesangschule Heermann. Am kommenden Sonntag, 26. Februar, 16.30 Ahr, findet im Studentenheim am Leih- gesterner Weg ein Konzert der Gesangschule Heermann statt. Zum Vortrag gelangen Arien und Lieder alter und moderner Meister. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Wohliäiigkeits-Konzeri zum Besten der Winternothilfe. älnsere Mitbürger feien noch einmal auf das am morgigen Mittwoch, um 20 Ahr, in der Neuen Aula der Anipersität stat.findenOe Wohl- tatlgkeitskonzert zum Vesten der Gießener Winternothilfe aufmerksam gemacht. Unter der Leitung von Obermusikmeister K rauhe wird das Muflkkorps unseres Bataillons Mozarts Oper »Die Zauberflöte" darbieten. Geschätzte Gesangskünstlerinnen und Sänger aus unserer Stadt, die schon bei anderen künstlerischen Veranstaltungen in hervorragender Weise mitwirkten, werden für dieses Konzert ihre Kunst ebenfalls zur Verfügung steilen. Studienrat Prof. Dr. E m m e l wird zu den Darbietungen der Kapelle und der Sängerinnen und Sänger den erläuternden Text sprechen. Den Zeitverhältnissen entsprechend ist der Eintrittspreis außerordentlich niedrig (1,50 Mark, 1 Mark und 0,50 Mark je nach Wahl des Platzes) festgesetzt worden. Der Kartenvor. verkauf bei Ernst Challier ist rege im Gange, f° daß sich die rechtzeitige Sicherung von Ein- tr'.ttskarten empfiehlt. Hoffentlich wird die Veranstaltung, die neben dem künstlerischen Genuß für die Besucher noch den Zweck verfolgt, der Winternothilfe für ihr gemeinnütziges Werk einen ansehnlichen Ertrag zuzuführen, so zahlreich besucht werden, daß die Aula voll beseht ist. ♦ Die Gießener W i n t e r n o th i f fe ordert Rechnungen. Im heutigen Anzeigenteil gibt die Gießener Winternothilfe bekannt, daß Rechnungen für sie bis spätestens zum 27. Februar Der Kampf zwischen chinesischen und japa- nischen Truppen, der Montagabend b e i Tschaoyangsu ausgebrochen ist, wurde her- beigeführt durch einen Versuch der Chinesen, die japanische Garnison zu umzingeln. Eine japanische Brigade aus T>hingtschau wurde un- verzüglich als Verstärkung herangezogen. Die Japaner gingen zum Gegenangriff über und suchen gegenwärtig auf Peipiao vorzudringen, um die Kontrolle über die Eisenbahnlinie iu erlangen. Das japanische Kriegsamt hat die Veröffentlichung von Nachrichten über die Operationen in Iehol, abgesehen von den in amtlichen Kommuni7U2s enthaltenen Mitteilungen, verboten. Als Grund dieser Ver- fügung wird der Wunsch bezeichnet, jede Möglichkeit eines Durchsickerns von Informationen über japanische Truppenbewegungen nach China zu verhindern. deutschen Ostens. Sie sprach von der ®etreibe- wirtschaft, von der Pferdezucht, von den Holz- triften auf der Memel vor dem Kriege, von Königsberg, das den größten Teil des Verkehrs und des Güteraustausches Deutschland-Rußland und Dußland-Deutschland bewerkstelligte. Das alles sei durch die unselige Grenzziehung im Osten, den Korridor, unterbunden, die Wirtschaft sei n.edergebrochen. Memel sei eine offene Wunde Ostpreußen das Land ohne Volk, dessen Menschen einen schweren Kampf kämpfen und doch an ihrem Deutschtum mit beispielloser Treue festhalten. Siedlung sei das einzige Mittel, den Wall gegen Polen wieder zu festigen. Der Korridor müsse liquidiert werden. Dieses Land, jetzt aller feindlich _ gesinnten Willkür ausgeliefert, fast wehrlos, müsse dem Mutterlande wieder verbunden werden. Das Vaterland dürfe die Dken- schen dort nicht vergessen. Jedermann müsse nach seinen Kräften mithelfen, daß Ostpreußens Be- volkerung das Vertrauen zum Vaterland nicht verliere. An Hand vieler Lichtbilder schilderte die Vortragende dann die Landschaft, die Städte (Kb- nlgsberg, Danzia Elbing, Löhen ufto.), die Men- fd>:n, d.e Zeugnisse geistigen Lebens, die großartigen Bauwerke der Deutschordensritter und vie.es andere mehr. Die Zuhörerinnen folgten mit großer Aufmerksamkeit und dankten mit lebhaftem Beifall für den universellen Aebrrblick, den die Rednerin gab und damit das Land dem Herzen aller Teilnehmerinnen des Abends näherbrachte Fräulein Maria Birnbaum dankte der Red- nerin und forderte auf, für den deutschen Osten alles zu tun, was helfen und fördern könne, die Not der Gegenwart im ostpreußischen Land zu überwinden. Gießener Wochenmarktpreise. _ 21- Febr. Es kcst.-ten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pfennig das Psund, Landbutter 100 bis 110, Kochbutter 8?. Matte 20 bis 25, Wirsing (gelb) 10, grün 15 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut, Rote Düben ie 10, Gelbe Düben 10 bis 12, Anter-Kohlrabi 6 bis 8 Grünkohl 15, Dosenkohl 30, Feldsalat 150. Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis A Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 45, Junge Hahne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Düsse 40: Tauben 40 bis 60 Pfennig das Stück, Käse 5 bis 10, Eier (inländ.) 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 15 bis 30, Lauch 5 bis 10, Dettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30; Kartoffeln 2,50 Mark der Zentner. Bornotizen. — Tägeskalender für Dienstag: Stadttyeater, 20 bis 22 Ahr, »Bargeld lacht". — Oberhcss. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz L M S ?br, Ausstellung, -r Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Kampf" und »Der Hochtourist". Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Als 20. Vorstellung im DienstagVerbilligungsakiion für Zunggeflügel. Berlin, 20. Febr. (TU.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hugenberg, hat zur Förderung der Geflügelzucht und Geflügel- wirtschaft eine Derbilligungsaktion für die Beschaffung von Junggeflügel eingeleitet. Die Aktion hat den Zweck, bäuerliche Betriebe und andere landwirtschaftliche Geflügelhaltungen mit gu> tem Legehennen-Material zu versorgen, um eine gleichmäßige Eierversorgung aus Inlandserzeugung während des ganzen Jahres zu sichern. Insgesamt ist der Betrag von 150 000 Mark zur Verfügung gestellt. Schüsse müssen aus nächster Nahe abgegeben fein, so daß die Erschossenen nicht die Möglichkeit gehabt haben, sich zur Wehr zu setzen. Die Registrierkasse der Dar war unberührt. Die Täter sind durch die Hintertür entkommen. Nach Angabe der Polizei handelt es sich um die Rache von Gang st er s. Die tDar der Treffpunkt der Neuhorker Künstler, vor allem der Großen vom Broadway. Dreizehn spanische Seeleute ertrunken. _Rach einer Meldung des Pariser „Journals" aus Madrid sind an der spanischen Westküste während letzten Stürme ein in Bilbao oeheimateter c. ° onnendampfer mit der gesamten, 11 Mann starken Besatzung und eine Motorbarkasse mit zwei Mann JbeJa.jung gesunken. Das Blatt meldet weiter heftige ch n e e st ü r m e in ganz Spanien, wodurch verschiedene Züge eingeschneit feien. Abonnement heute, 20 Uhr (Ende 22 Uhr), das drei« aftige Lustspiel: „Bargeld lacht" von Ebermayer« Cammerlohr; Spielleitung: Peter Fasfott. Gewöhnliche Preise. — „Der Bundschuh", ein Bauern- krieysdrama des Dichters Karl Neurath, bildet den zweiten Abend im Zyklus hessischer Dramatiker und geht als südwestdeutsche Erstaufführung in Gegenwart des Autors am Mittwoch, 22. Februar, 19.30 Uhr als 20. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement in Szene. Spielleitung liegt bei Oberspielleiter P«. ter F a s s o t t. Gewöhnliche Preise. Ende nach 22 Uhr. — Dem Faschingsfest ist auch im Spielplan der kommenden Karnevalstage breitester Spielraum gewährt. Eröffnet wird der bunte Reigen am Samstag, 25. Februar, 20.15 Uhr, mit der Premiere eines großen „Zirkus-Kabaretts". Ein abwechslungsreiches Buntprögramm zirzenifcher und artistischer Darbietungen, ausgeführt von den Mitgliedern des Ensembles und einer ganzen Reihe prominenter Vertreter der Darietewelt, sowie einer Zirkuskapelle, wird einen humorvollen Abend bereiten. Die Veranstaltung ist bei kleinen Preisen. Ende 22.30 Uhr. — Am Faschingssonntag wird 18.30 Uhr außer Abonnement als Fremdenvorstellung die Operetten» ich schon wochenlang freuten; das „Achtläuten" beginnt nämlich, ein Zeichen, daß der Winter seinen Einzug halten will. Die Jugend bringt Schlitten und Schlittschuhe in Ordnung, um beim ersten Schnee und Eis gerüstet zu sein. Am Abend des 11. November ertönt um 20 Ahr das eine der beiden Glöcklein, das von dem Polizeidiener geläutet wird. Er hat feine Nadel beiseite gelegt — er ist im Hauptberuf Schneider —, ist schnellen Schrittes aus seinem Hause den steilen Abhang hinuntergeeilt, um fernes Amtes als Glöckner zu walten. Während die hellen Töne der Glocke in den kalten Winterabend hinausschallen, ziehen die Mädchen singend durch die Straßen, und zu Hause rüsten sich die Burschen, um den Rest des Abends in der Spinnstube zu verbringen. Für die Kinder ist das Achtläuten das Zeichen, daß sie zu Bette gehen müssen. Dor 35 Jahren noch arbeiteten die Männer nach dem Abendessen, das zwischen 17 und 18 Ahr eigenommen wurde, biS zum Achtlauten. Da hörte auf einmal der Webstuhl, der in den Stuben der meisten Hauser stand, auf zu klappern; das Spulrad surrte nicht mehr; in dem Stalle, wo der Knecht aus Kornstroh Seile geflochten hatte, wurde die Stalllaterne gelöscht. Rur das Spinnrad, an dem die Mutter aus weißem Flachse dünne und feste üaden drehte, arbeitete weiter. And wenn der letzte Glockenschlag verhallt war, dann erzählte der Großvater, daß der einsame Wanderer, der bei Wusterwetter und auf tief verschneiten Wegen abseits gekommen war, durch das Helle Glöcklein aufmerksam geworden sei auf das nahe Dorf, in dem ihm eine sichere Herberge winkte. O goldene Jugendzeit, wie liegst du weit zu« ruck! O schöne Zeit, in der die Jugend sich freute wenn der Vater kurz vor dem Achtläuten er- kiubte, sich am Webstuhl im Fangen des ^Schiff ch.ns ' zu übm. Spielsachen kannte man nicht und wer im Besitze eines Grimmschen Märchenbuches war, der dünkte sich reich. — OBenn am 22. Februar, dem PeterStage, die Glocken m vielen Dörfern des VogelsbergeS zum letztenmal ihre Schläge hinausfenden in den Haren Winterabend, und wenn der Bauersmann an rlfCfmn;nbernI)r^, e?nmaI stille Einkehr hält in M selbst, so lost dieses Glockenzeichen in ihm die 21bnung aus, daß der Winter feine Herrschaft bald an den nahekden Frühling abzutreten gedenkt. Siu f!?Ia9?n wieder froher, und man S dre engen Täler im fjerr- rbtC1\ ?n ^IIem Kampf und Leid der Iahr^inderte habe Ostpreußen immer wertvolle ÄUPftIer- Dichter ufto. hervorge- 5)16 5™u *m Osten, die Grenzlandfrau SCr 8r°6e Abgaben zu erfüllen gehabt ??s. gefördert durch die aufgeweckte Frauenschaft deS Landes, fei die Frauenbewegung wachgeworden. Auf sozialem Geb^t habe die ostpreußische Frau vorbildlich mit den zusammengearbeitet. DaS Wesen ost- Preußischer Frauen werde von den Dichterinnen -am ?c^ten erfaßt und geschildert ÖCt ^nerin unterstützen daS t?eiUce” Ausführungen beschäftigte ^ch bie Vortragende mit der Wirtschaft deS | tagSauSgobe, durch d'e Stellungnahme deS Reichskanzlers sei der Antrag auf Aufhebung der 50-Pfennig-Krankenscheinge- b ü h r zu Fall gekommen. Diese Meldung wurde sofort amtlich dementiert. Der „Völk. Beob." schreibt dazu: Richtig ist, daß Adolf Hiter mit einer seitens des zuständigen Ministeriums vor- geschlagenen halben Maßnahme sch nicht zufrieden gegeben hat, sondern die Vorlage an das betreffende Ministerium zurückverwies zwecks Beibringung der Unterlagen für die von ihm geforderte ganze Lösung, o. h. für völlige Streichung der 50-Pfennig-Ge- b ü h r. Nicht /IHainlinie' fonfrern ,Mainbrücke^ Verl i n, 20. Febr. (TA.) Reichskanzler a. D. Dr. Brüning hatte am Samstag in seiner Wahlrede in Würzburg einleitend u. a. von der „Mainlinie" oder besser gesagt der ., Mainbrücke" gesprochen, an der er die erste Rede halte. Im weiteren Verlauf feiner Rede kam er auf baS Verhältnis von Zentrum und Bayerischer Dolkspartei zu sprechen; nachdem die hierauf bezogene Aeuße- rung Brünings Anlaß zu Kommentaren gegeben hat, fei berichtigend festgestellt, daß Brüning an dieser Stelle feiner Rede nicht von der lebendig e'n Mainlinie, sondern von der lebendigen Mainbrücke gesprochen hat, die Z:ntrum und Bayerische Vollspartei in Zukunft fein würden. Aus aller Welt. Schweres Expwjionsunqlück in Schanghai. Bisher 80 Tote. 3n Schanghai ist eine Gummifabrik in die cusl geflogen. Bisher wurden 80 Leichen geborgen, 70 Schwerverletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Man fürchtet, daß die Gesamtzahl der Toten sich auf 200 erhöhen wird. Das Explo- sionsunglück, das sich bei Vulkanisierungsarbeiten ereignete, hat die ganze Fabrik in einen Trümmerhaufen verwandelt, aus dem mH großer Mühe die verkohlten Leichen geborgen werden. Auf die erste Explosion, die einen Brand heroorries, folgte alsbald eine zweite, durch die die Wänbe und die Decke des Maschinenraumes gesprengt wurden. 160 Arbeiterinnen, die in dem darüberliegenden Saal beschäftigt waren, stürzten in die Flammen. Heber 100 Personen werden noch vermißt. Wohltätlgkeitskonzert zugunsten der Opfer von Neunkirchen. Die Berliner Gruppe des Kampfbundes nn u t s ch e Kultur veranstaltete ein Wohltätlgkeitskonzert zugunsten der Opfer von Reunkirchen. Eingeleitet wurde der Abend durch daS „Ave verum corpus“ von Mozart, Dorgetragen vom Kampfbundchor unter Leitung feines ®Jri9sentln Dr. Max Burkhardt. Der Vorsitzende der Berliner Gruppe, Reichstagsabge- ordEer Hinkel, begrüßte als Vertreter der ReichSreg-.erung den Aeichsjustizminister Dr. ® u r t n e r, als Te tretet der preußischen Staats- tegierung den Reichskommissar Dr. Rust. Er gedachte in tiefer Trauer der Opfer der Katastrophe und übermittelte den deutschen Brüdern an der Saar Grüße treuer Verbundenheit. DaS ^?^bundorchester unter Leitung von Professor Ha bemann bestritt neben einer Reihe von Solisten das Konzert. Flugzeugabsturz. — Ein Toter, ein verletzter. . Auf dem Flugplatz Dübendorf bei Zürich ist em deutsches Flugzeug a b g e st ü r z t und zerstört worden. Der Pilot,'der 26jährige Wilhelm G e me mhardt, wohnhaft in Budapest, wurde mit einem Kieferbruch und verschiedenen Schürfungen m3 Kanton-Spital gebracht. Der Passagier wurde auf der Stelle getötet. Der Ap° Jarat, ein deutsches Privatflugzeug, war in Sü- ben&orf stationiert, um Rellameflüge zu machen. ES toar eine Klemm-Maschine neuester Konstruk- twn und Eigentum eines Herrn Jakob Mölt- S e n in Köln Der Anfall ereignete sich kurz vach dem Aufstieg. Der Apparat erhob sich bei dem heftigen Wind nur wenig vom Boden, ver- lor in einer Kurve die nötige Geschwindigkeit und stürzte dann aus 15 bis 20 Meter Höhe ab- Der verletzte Pilot stammt aus Angarn und* wohnte in Böblingen bei Stuttgart. Bei dem toten Passagier handelt eS sich um den Fabrikanten OacqueS Weinmann der Fabrik Mo- Berufliche Zortbildungsmaßnahmeu. Die berufliche Fortbildung der Arbeitslosen hat im Januar ganz bedeutend an Umfang zugenommen. Ein Teil der Kurse ist im Rahmen deS Notwerls der deutschen Jugend eingerichtet worden, während der andere Teil der schon vor Beginn des NotwerkeS lief, diesem angegliedert worden ist. Jedenfalls hat sich gezeigt. daß daS Interesse der Jugendlichen an beruflicher Fortbildung infolge der meist langen Arbeitslosigkeit außerordentlich gewachsen ist. Im Januar liefen 41 Fortbildungskurse mit insgesamt 1150Teilnehmern in Bad-Nau- beim, Butzbach, Friedberg, Garbenteich, Watzenborn, Heldenbergen, Gießen, Grünberg, Lauterbach und Nieder-Florstadt. Die Kosten der Kurse werden vom Arbeitsamt aufgebracht. Die Durchführung der Kurse liegt in den Händen von Schulen, Verbänden und arbeitslosen Fachkräften. Berufsberatung. Die Berufsberatung wurde im Monat Januar von 290 männlichen und 237 weiblichen Ratsuchenden insgesamt 527 mal in Anspruch genommen. Unter ihnen befanden sich 29 ältere, sowie 41 Schüler und Schülerinnen höherer Lehranstalten als erstmalig Ratsuchende. Die männlichen Besucher hatten 57, die weiblichen 23 verseh ebene Derusswür.sche. Von ersteren wurden folgende Berufe am meisten begehrt: Kaufmännische Berufe 28, unentschlossen 25, Schneiderin und Hausgehilfin je 18, Säuglingspflegerin 4. 48 Knaben und Mädchen wurden einer psycho- logischen Eignungsprüfung unterzogen. Es werden nur solche Berufsanwärter geprüft, bei denen irgendwelche Bedenken über die Richtigkeit der Berufswahl bestehen, oder die Prüfung von Arbeitgebern bzw. Ratsuchenden ausdrücklich verlangt wird. Eine Anzahl Ratsuchender wurde auf ihre ae- sundheilliche Berufseignung noch besonders ärzt- lich untersucht. Auch wurden Lehrstellenanwärter aus Wunsch an Arbeitgeber begutachtet. Lehrstellen kamen 42 neu zur Anmeldung. 34 Knaben und Mädchen wurden in solche vermittelt. Auf dem Lehrstellenmarkt sieht es im all- gemeinen n^ ziemlich „lustlos" auS; die un- N^re schlechte Wirtschaftslage hält noch manche Arbeitgeber von der Einstellung von Lehrlingen ab. v r 'TT eingereicht fein müssen. Die Geschäftswelt sei besonders daraus hingewiesen. •• Schützt den Hofhund vor Kalte! 2ln kalten Tagen hat der Hoshund an der Kette kein leichtes Leben. Leider wird aber des Kettenhundes nicht immer genügend gedacht, obwohl seiner Not leicht abzuhelfen wäre. Eine tüchtige Strohunterloge, einige warme Decken, warmes ffieöraltöerlnngmiöeiiWi! und kräftiges Futter, einmal am Tage mindestens Gelegenheit zu freier Bewegung, für all das wird der Hund seinem Herrn dankbar fein. Ein dickes Tuch, oder ein Sack vor der Hundehütte wird das Tier vor der grimmigsten Kälte schützen. An alle Besitzer eines Hofhundes sei die Bitte gerichtet: Vergeßt euren treuen Freund besonders im Winter nicht! •• Das Kirchengesangvereinsfest des Dekanates Gießen wird auch in diesem Jahr wegen der großen Anzahl der Vereine am 28. Wai (Sonntag Exaudi) in drei Feste geteilt gefeiert werden. Die Vereine von Alten- Duseck, Beuern, Großen-Du'eck und Treis feiern in Treis a. d. Lda. Die Festpredigt hält Pfarrer Naumann- Alten-Buseck, Leiter der Gesamtchöre ist Lehrer Walter in Treis. Die Vereine von Drohen- und Kle'n-Linden, Leihgestern und Allendorf kommen in Leihgestern unter der Stabführung von Ehormeister Köhler zusammen. Der Festprediger ist noch nicht bestimmt. Die Vereine von Gießen, Oppenrod, L.ch, Burlhardsfel- den, Hausen, Steinbach, Watzcn^orn-Steinberg halten ihr Fest am Deorgstempel ab. Die Ee- samtchöre werden von Chormeister Sommer dirigiert, die Festpredigt hat Pfarrer Weiß- Heuchelheim übernommen. Alle Feiern werden sowohl im Lied, als auch in der Predigt unter dem einheitlichen Grundgedanken „Dennoch" stehen. Wirtschaft. ^tnbermarff in ließen. Auf dem heutigen Rinder-Nutzoieh-Markt in Gießen standen 629 Stück Großvieh, 96 Fresser und 147 Kälber zum Berkaus. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 380 bis 420 Mark, 2. Qualität 220 bis 270 , 3. Qualität 100 bis 160; Schlachtkühe a 140 bis 260, b 60 bis 120; Rinder. y,. bis N jährig 50 bis 130, bis Jährig 70 bis 170, tragend 170 bis 320; Kälber, das Pfund Lebendgewicht 22 bis 30 Pf.; ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktoerlauf: lebhafter, später abflauend; ausoer- kauft. Berlin still und schwächer. Berlin, 21. Febr. (WTD. Funkspruch.. Im Zusammenhang mit den schwächeren Auslandmeldungen und den weniger günstigen Meldungen aus der deutschen Wirtschaft ergaben sich heute ziemlich allgemein Kursrückgänge. Die Kundschaft hielt sich vom Geschäft zurück und die Anlagen von Stillhaltegeldern haben im Augenblick nachgelassen. Die Ianuarberichte über die Kohlenförderung, den Ruhrkohlenabsatz und die Lage in Maschinenbau lauteten etwas schlechter. Lediglich aus der chemischen Industrie wurde eine Besserung gemeldet. Dementsprechend setzten auch Farben eine Kleinigkeit freundlicher ein. Im allgemeinen waren die Veränderungen gegen den gestrigen Schluß nicht sehr groß. Etwas stärker gedrückt eröffneten Kunslseidewerte und Kabelaktien, bei denen die Auslandsarbitrage als Abgeber auftrat. Außerdem fetzten Salzdetfurth, Westeregeln, Rheag, Siemens, Reichsbank, Schlesische Gas und BMW., die in letzter Zeit stärker gestiegen waren, bis zu 2,5 Prozent niedriger ein. Die älmsähe blieben aber ziemlich klein. Einige Besserungen gingen nicht über 1 Proz. hinaus. I n Verlaufe rödelten die Kurse ziemlich allgemein weiter etwas ab. Die Verluste erreichten selbst bei Spezialpapieren kaum ein Ausmaß von 1 Proz. Lediglich Chadeaktien waren auf geringe Auslandsabgaben und ungünstige Dividendenfchätzungen erneut um 5 Mark rückgängig. Deutsche Anleihen gaben etwas nach. Altbesitz verloren insgesamt etwa 0,50 Prozent. Reichsschuldbuchforderungen büßten 0,75 Prozent ein, die übrigen festverzinslichen Werte waren leicht angeboten und knapp behauptet. Rur Reichsbahn- Vorzüge stellten sich mit 94 Prozent 0,39 Prozent höher Ausländer gaben vielfach etwas nach; Bosnier verloren 0,50 Prozent. Am Geldmarkt hat sich die Nachfrage nach »eld weiter etwas verstärkt, die Sä!.e blie- ?r unverändert. Privatdiskonten blieben bei ruhigem Geschäft gesucht, und auch nach Reichswechseln per 26. Mai und Reichsschahanweisungen per 16. Oktober erhielt sich die Nach- frage. Sranffurf unverändert still. Frankfurt a. M., 21. Febr. (WTD. Draht- bericht.) Wenn auch die innerpolitische Situation im Moment an der Börse etwas in den Hintergrund getreten ist, so hat sich die Zurückhaltung weitester Börsenkreise infolge der unklaren Weiterentwicklung noch sehr verstärkt. Au* heute war das Signum mangels besonderer Anregung große Ge- schäftsstille, und die ersten Notierungen gaben durch- weg von 0,25 bis 0,75 v. H. nach, wenngleich ein freundlicherer Grundton nicht zu verkennen war. Die Kundschaft war nur in ganz vereinzelten Werten tätig, während die Kulisse vollkommen auf Abwarten eingestellt ist. Aus schwache Kursmeldungen aus der Schweitz setzte sich der Rückgang von Chadeaktien erneut um 3,50 Mark fort, ferner waren Reichsbank mit minus 1,65 v. H. etwas mehr gefragt. Am Chemiemarkt eröffneten die Kurse gut behauptet, dagegen neigten Elektrowerte überwie- gend von 0,50 bis 1 v. H. na* unten, nur Lech- werke-Augsburg tendierten 1,50 v.H. fester. Der Montanmarkt hatte uneinheitliche Kursgestaltung. Während Gelsenkirchen, Harpener, Mannesmann und Rheinstahl bis zu 0,65 v. H. nachgaben, lagen Buderus und Stahlverein je 0,25 o. H. hoher. Etwas Interesse zeigte sich auch für Daimter, die im Verlaufe bis 1 d. H. anzogen. Im übrigen eröffneten Deutsche Anleihen 0,75 v. H., Reichsbahnvorzugs. aEtien 0,40 und Aku 0,25 v. H. freundlicher, während Schiffahrtsaktien und Gebr. Iunghans nur knapp gehalten waren. Contigummi lagen mit 127 v.H. unverändert. Der Rentenmarkt lag weiterhin fast geschäftslos bei recht nachgebenden Kursen. Altbesitz und späte Reichsschuldbuchsorderungen setzten bis zu 0,50 v.H. schwächer ein, wogegen Neubesitz behauptet waren. Don Auslandswerten blieben Zolltürken gut behauptet. Gold- und Liquidationspfandbriefe, sowie Kommunalobligationen lagen kaum verändert, ebenso Staats- und Stadtanleihen. Dollarbonds tendierten bei kleinem Geschäft durchweg von 1 bis 2 o. H. niedriger. Im Verlaufe bröckelten die Kurse sowohl am Aktien-, als auch am Rentenmarkt infolge der außerordentlichen Gefchäftsstille meist von 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Chadeaktien gingen um weitere 3 auf 127 Mark zurück. Tagesgeld war zu 3,50 v. H. leichter. G. A.-Gporf. DfB. Gietzen. BfB.I — FL. Ockershausen 1 0:2 (0:1). Die Grün-Weihen trugen am Sonntag ihr letztes auswärtiges Berbanösspiel aus. Das Spiel stand unter einem ungünstigen Stern, es ging aber nicht unverdient verloren. Der kl.'ine Platz der Gastgeber ließ die Grün-Weißen nicht zur Entfaltung kommen, hinzu kam noch die Indisposition einiger Spieler. Bingel wurde kurz nach Halbzeit erheblich verletzt. Die Grün-Weißen traten in der angekündigten Aufstellung an. Zu Beginn des Spiels sah man die Grün-Weißen drängen. Haupt setzte einen Bombenschuß aufs Tor, aber der Torwart wehrte ab. Ockershausen kam vorerst nut zu Durchbrüchen. die aber stets Gefahr brachten. Rach verteiltem Spiel, in dem die Grün-Weißen mit ihren Torschüssen stack vom Pech verfolgt waren, konnte der Gegner aus kürzester Entfernung den ersten Treffer anbringen. Das Spiel wurde nun in schärfstem Tempo geführt. Die DfBer spielten technisch besser als der Gegner, aber durch schwache Leistungen der Läuferreihe konnte Ockershausen die DfBer immer mehr in die Defensive drängen. Trohdeip lag der Ausgleich oft in der Luft. Die zweite Halbzeit wurde von den Grün-Weißen verheißungsvoll begonnen. Da aber wurde Bingel verletzt, für ihn ging Wilhelm in die Verteidigung. Ockershausen kämpfte unter Einsatz aller Körperkräfte. Einen wegen Handspiels gegebenen Elfmeter hielt Balser glänzend. VfB. machte sich nunmehr wieder etwas frei, zahlreiche Torchancen wurden jedoch im ilebereifer vergeben. Nachdem Ockershausen einen Elfmeter verschossen hatte, nahm der Kampf unschöne Formen an. Gegen Ende drückte der Gegner noch einmal stark und durch einen Alleingang des Linksaußen kam Ockershausen zum zweiten Treffer. Der Gegner fand sich auf dem kleinen Platz besser zurecht als die DfBer, war aber auch beweglicher und schußsicherer. Der Sieg ist daher verdient. Die Grün-Weißen boten keine einheitliche Leistung. Die Läuferreihe fiel stark ab, aber auch der Sturm knüpfte an die Leistungen in den letzten Spielen nicht an. Das Schlußdreieck konnte am besten gefallen. Holland siegtimOamen-Hockey-Kamps. Westdeutschland — Holland 2:3. Bei schneebedecktem Boden mußte die westdeutsche ‘Vertretung am Sonntag in Gladenbach eine knappe Niederlage durch die Holländerinnen einfteden. Der im allgemeinen interefiante Spielverlauf wurde durch die harte Spielweise der Holländerinnen und durch die zu großzügige Leitung durch d e Unparte:, scheu alle dings e.waS ungünstig beeinflußt. Der holländische Sieg war nicht unverdient, aber etwas glücklich. t9cttcrt)ormiö>ngc lieber Mitteldeutschland hat sich infolge starker nächtlicher Ausstrahlung ein Kaltluftherd gebildet, der Frosttemperaturen von mehr als 15 Grad auf* weift. Trotz der strengen Kälte zeigt das Barometer fallende Tendenz, denn die Störung über dem Nord- meer drängt ft* immer weiter südwärts vor und läßt mildere Luft von Westen her auf das Festland gelangen. Dabei wird es zum Auszug von Bewöl- kung und auch zu etwas Schneefall kommen. Wenn auch die starke nächtliche Ausstrahlung dadurch etwas behindert wird und die Tiefsttemperaturen nicht mehr fo stark zurückgehen, fo bleibt im wesentlichen noch Frost erhalten. Aussichten für Mittwoch: Noch Frost, doch vorübergehend obschwächend, dunstig und wolkig mit Aufllaren, vereinzelt etwas Schnee. Lufttemperaturen am 20. Februar: mittags —2,4 Grad Celsius, abends —7,6 Grad; am 21. Februar, morgens —13,7 Grad. Maximum —2 Grad, Minimum —14,2 Grad. Auf der Berliner Autoschau zeigt Continental Ihren neuesten Reifen „Typ-Aero", der, mit geringem Luftdruck gefahren, eine völlin ruhige F hrt erreicht Hatten Sie Grippe? Wahrscheinlich spüren Sie die Folgen noch. Sie müssen wieder möglichst schnell zu Kräften kommen; denn welcher Beruf verträgt heute so lange Zwischenpausen? Trinken Sie deshalb regelmäßig Ovomaltine, welche Ihnen alle Aufbaustoffe bringt die Ihr geschwächter Körper so dringend braucht. Schon nach wenigen Tagen spüren Sie den Erfolg. Ovomaltine ist ein konzentriertes Kräftigungsmittel aus Ei, Malz. Milch, Kakao, schmeckt sehr gut und wird von den Aerzten in a ier Welt verordnet Erhältlich in allen Apotheken und Dro- 1283 V gerien zu RM. 1.15. RM. 2.15 und RM. 4.— Willst Du nie erkältet sein - nimm /G Bekanntmachung. Auf Gründ der Vorschriften der Reichs-! Verdingungs-Ordnung soll das Fahren der Kanalwagen vom 1. April 1933 bis 31. März 1934 vergeben werden. Die Angebote sind unter Benutzung der vorgeschriebenen Formulare bis zum Eröffnungstermin am 1282D Mittwoch dem 8. Mär; 1933 vormittags 10 Ahr verschloßen, versiegelt und mit entsprechenden Aufschriften versehen an die Stadli- schen Kanalisationswerke Gartenstraße 3, abzugeben. Zuschlags- und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 21. Februar 1933. Städt. Kanalisationswerke: Braubach. Mahnung. Die Zahlung der für den Monat Januar 1933 rückständigen Beitrage zur Kranken- kasse, Arbeitslosenversicherung und die Ab- gäbe zur Arbeitslosenhilfe wird mit Frist bis 28. Jebruar 1933 gemahnt. 12770 Nach diesem Termin erfolgt Kostenberechnung und Zwangsbeitreibung. Samstags können Einzahlungen nicht getätigt werden. Gießen den 20. Februar 1933. AUg. Ortskrankenkasse Gießen-Land. DieVremiholzverfieigerung vom 17. Jebruat 1933 im Markwald Grüningen-Dorf-Gill Ist genehmigt Ausgabe der Absuhrscheine, Ueberweisung und 1. Absuhrtag Mittwoch, den 22. d. M. Ablauf der Zahlungsfrist für unverbürgte Holzgeldschuld am 15. Mär; 1933. Bei Barzahlung bis 15. Mär; 1933: 4 o. H. Skonto. 1275V Gießen, den 20. Februar 1933. Der Vorsitzende des Markoorstandes. Nicolaus, Oberforstmeister. Vrenuhchverfleigermgen Donnerstag, den 23., und Freitag, den 24. Februar 1933 von vormittags 9 Uhr, kommen aus den Waldungen der Gemeinde Großen-Lufeck, Distrikt Wellers- köpf, Kirschbaum und Schwalbenwald zur Versteigerung: 1281V 1216 rm Buchenscheiter 110 „ Eichenscheiter 36 „ Kiefern- und Fichtenscheiter 174 „ Buchenknüppel 56 „ Eichenknüppel 25 „ Kiefern- und Fichtenknüppel 950 „ Buchenreisig 170 „ Buchenstöcke 66 „ Eichenstöcke 23 „ Kiefernstöcke Die Zusammenkunft am Donnerstag Im Wellerskopf, am Freitag tm Kirschbaum. Großen-Buseck, den 20. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei. Gans. Sonntag, den 26. Februar 1933,16.30 Uhr im Studentenheim, Leihgesterner Weg: Konzert der Gesangschule Heermann Arien und Lieder alter und moderner Meister. Eintrittskarten zu 1.50 und 080 Mk. Studentenkarten zu 050 Mk. bei Challier, Neuenweg. onoi GOETHE-BUND Gastspiel des weltberühmten Kölner HänneschenTheaters Leitung: Dr. N essen, Köln. am Sonnlag, 26. Februar 1633, in der Neuen Aula. Nachmittage- Vorstellungen um 3 uad 5 Uhr (für Kinder und Erwac.isehei: Hänneschen und die Wunderlampe Oriental. Märchen in 3 Akten mit Gesang. Tanz u.Schlägerei. Abendvorstellung um 8 Uhr (für Erwachsene): Genoveva E Trauerspill zum Dutlache in 5 Akten mit Gesang, Tanz und Schlägerei. Eintrittskarten: Bundesmltglleder 50 Pf. geg. Einlösung d. Gutscheins Nr. ünachni. u. Nr. 6 abends a. d. hellgelben Gutschem- heft, feiner erhalten die Bundesmltglleder für jede gelöste Eintrittskarte eine Freikarte für Kinder (Gutsch. Nr. 7>: Vtrbandsmit- glieder 75 Pf. geg. E nlösung <1. Gutsch Nr. 5 bzw. 6 a. d. grünen Gutscheinheft d Goethe-hundes; Mitgl. d. Kaulm. Vereins und Gewerbevereins 75 Pf. Gutsch. Nr. 17; Miel Im tglieder nachm. i.2u u 1 00 Mk.. abends 150 iu 1.25 Mk.: Kinder nachin.3 Pf., abends 50 Pf.; Studenten 40 Pf. Asta. Karteaausgabe: Vorvei kauf Challier u. Abendkasse. Slmtllehe Platze sind ttnnumeriert. uevD Kania. Verein • fieweröeterein Eberversteigerung. Mittwoch, den 22. Februar 1933, nach- mittags 2 Ahr, versteigert die Gemeinde Bersrod einen gutgenährten Lber. Zusammenkunft auf dem Hofe des Halters. 1268V Bersrod, den 19. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. Becker. Sonntag, den 26 Februar, nachm 3 u. 5 sowie 8 Uhr in der Neuen Aula Gastspiel des weltberühmten Original Kölner Hänneschen Theaters Leitung: Dr. Niessen, Köln, mit neuem Spielplan Vorzugspreise für unsere Mitglieder gegen Einlösung des Gutscheins Nr. 17 in der Musikalienhandlung E. Challier zu EM. 0.75. Für Kinder RM. 030. Veranstaltung des Goethebnndes. 01115 Landbrot g Orig. Hessenbrot, gehaltreich u. bekömmt eh. Jetzt eine Sorte 64 Pf. Krdnlerhaus Jung, Vollkornbrote u. Ge-undkosi omi In der SehtistraBe Oberhessisch. Geschichts-Verein Fre taß, den 24. Februar 1933, abends 8.15 Uhr pünktlich, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstrabe 34 Vortrag mit Lichtbildern von Univ.-Prof. Dr. Th. Mayer über „Die Wetterau in der älteren deutschen Geschichte“ Gäste willkommen! 1280V Lichtspielhaus • Giefaen Nur noch heute das große Doppelprogramm Manfred v. Brauchltech in dem sensat. Rennsportfilm IK A\ M IP IF und Otto Wallbars in dem entzückenden Lustspiel Der Hochtourist Ab Mittwoch: Das große Ereignis iroC der neue vaterländische Groß film der Ufa: »Mor^enrot^ mitBudolf Forster Frische Fische! ff. Schelllteeke o K. Md. 36—L PI. kle n zum Bac-en PId. 28 PI. II.Kaoeljauo.K.diord' see) P.d. 30-36 PL leinst. Seelachs o. K. Mords.,Pld.2>28PI. Sllberlac-s o. K. Pfd. 30—35 PI. Filets Pfd. 70, 50 und 45 Pfennig. oim Merlan Pld. 35 PI. Grttne Heringe das Pfd. 16, 3 Pld.« PL Goldbarsch Pld. 32 Pf. prima holldnd. und deutsch.Salzheringe Richardßrunewald Bahnhofstraße 27. Schreibmaschinen neu und gebraucht, schon für RM.10.— monatlich. H67A Franz Vogt ft Co. Seltersweg 44 Ruf 2464 (Steilldjs Blei- nnö Speile-BeRnurant .Ium Löwen" Neuenweg 28 '27?v AM« Oec (Eröffnung hes Saales Mittwoch, den 22. Februar: Großer Bitt Abend mit Ion] Wie immer bis 4 Ubr nachts! Für die vielen gespendelen Lebensmittel zur Verpflegung der SA. in Wieseck sagen wir auf diesem Dege unsren allerherzlichsten Dank SA.-Siurm 12/116 Trupp Wieseck Kirchner, Scharführer. qho> Ingenieurschule Jlmenau Flugbetneb im Fl.egerlager Mittwoch, den 22. Februar 1933, nach- mittags 2 Ahr, versteigere ich dahier. Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 1271V 1. Büfetts, Kredenzen, Sofas, Schreibtische, Kleiderschränke, 1 Grammophon, Bücherschränke, Pianinos, 1 Schuhmacher-Näh- maschine, 1 Rasiergarnitur, 2 Kamm- garnituren, 2 Photoapparate. 8 Weiß- binderbürsten, Anstreichpinsel, 2 Laden- tbeken, 2 Warenschränke, 1 Kassenschrank, 1 Registrierkasse. 4 Mappen Denkmäler des Theaters. 2 Bestimmt: 11 Kindermäntel, 1 Damenmantel. 3 Herrenwindjacken. Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Die Gemeinde Kesselbach verkauft tm Wege schriftlichen Angebots nachstehendes Holz: 1264V 1. Fichtenstämme. Id 2 Stück 0,72 fm 2a 20 „ 13,26 w 2b 26 „ 26,11 „ 3a 10 „ 16,75 „ 3b 4 „ 8.49 „ 2. Kiefernslämme. 1b 12 Stück 4,56 fm 2a 23 „ 13,73 „ 2b 25 „ 26,05 „ 3a 13 „ 18,65 „ 3b 6 „ 10,56 „ 4a 1 „ 2,22 „ Angebote sind getrennt nach Klaffen einzureichen. Das Holz ist geschält und ohne Rinde gemessen. Die Submission findet Donnerstag, vormittags 11 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei statt. Kesselbach, den 19. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei. Weber. Holzverkauf aus den Revieren Atzenhain und Lumda. Samstag, den 25. Februar, 9 Ahr, bei Gastwirt Schultheiß, Lumda, aus Distrikt I Timmelberg 3, sowie aus Distrikt II Schmidtbusch 3 (Wegaufhieb), 4. hegberg 11 bis 13, Bornberg 16, Blieberg 29 bis 31 und verschiedenen Abteilungen: 9 Im Lichen-Stämme 2. bis 4 Kl. (12 Stück); 3 rm Fichten-Nuhscheiter (3 m lang); ferner Brennholz, rm: Scheiter: Buche 524, Hainbuche 6. Eiche und Birke 55, Kiefer 8, Fichte 67; Knüppel: Buche 40, Eiche und Birke 45, Nadel 62; Reisig: Buche 173, Eiche 46. Stöcke: Buche 32, Eiche 2. In Bilsberg wird das Versteigerungs- Holz mit Vg. geschlagen ebenso die Eichen- Stammholznummern der Försterei Atzen. Hain. 1287V hessisches Forstamt Grünberg. wirksam«, Werbe-Drucksachen liefen ui» Brühl’sche Druckerei Wie sie ihn bezwang Origmalroman von 3 Schneider-Zoerstl. Urheberrechtsschutz: Verlag O. Meister. Werdau i. S. 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Menschenskind!" Die Tasse floß über, so unerwartet war das für Oehme gekommen. „Wann?" „Gleich, heute noch! Sonst reut es mich wieder, der Arbeit für vierzehn Tage Valet zu sagen. Ich platze dem allen Herrn zwar mitten in die Ernte, und die Lisaweth wird Pech und Schwell auf mich herabrufen, weil ihr unangemeldete Gäste ein Greuel sind. Aber es zieht mich etwas mit allen Fasern heim. Vielleicht macht's der Ginster und der Mohn hier in den Vasen. Die blühen jetzt zu Hause." Merlin bezahlte, und bann kletterte er so rasch den Steg hinab, daß der Doktor ihm kaum zu folgen vermochte. Ungeduldig wartete er, bis Oehme in den Kahn sprang. Mit ratoen Ruderschlägen trieben sie den Rachen vorwärts, bis er in Konstanz von einem Fischer in Empfang genommen wurde. Im Laufschritt erreichten sie die Wohnung Merlins. Der packte hastig ein Dutzend Kleinigkeiten in den Koffer und tat es mit solchem Ungeschick, daß Oehme ihn kurzerhand zur Seite schob, das Durcheinander wieder herausnahm und ihn von neuem, aber diesmal kunstgerecht zu verstauen begann. „Noch etwas?" frug er, ehe die Schlösser herabklappten. „Den Smoking noch, Frack brauche ich auf Ichen- Hausen nicht." Der Smoking hatte noch ein halbes Dutzend Hemden, ein Paar Lackschuhe, eine Anzahl Krawallen und eine Menge Kleinigkeiten im Gefolge. Oehme beschlich ein Grauen. „Ich werde der einzige Proletarier unter Euch Grafen und Baronen „Wahrscheinlich!" Merlins Geficht war ein einziger Sarkasmus. „Vielleicht fitzt auf Jettenbach, wo sich immer Gäste durchfüttern lassen, irgendein Bürgerlicher. Dann paßt du doch wenigstens einigermaßen in die Gesellschaft." Er bekam vom Doktor die Hände gequetscht, daß er diese eiligst freimachte. „Mich wundert nur", sagte der Doktor, „daß du bei diesem Bekannten- und Verwandtenkreis nicht längst schon eine passende Frau gefunden hast. Aber für dich muß wohl erst eine Prinzessin geboren werden!" „Für mich muß überhaupt keine geboren werden, mein Lieber", knurrte der Baron zurück. „Das könntest du nachgerade wissen. Ich habe immer gehofft, mein Vater würde noch einmal heiraten." „Das hast du gehofft?" „Warum nicht? — Ich hätte es dem alten Herrn vergönnt, noch einmal Kinder zu kriegen. Andere als ich — von denen er auch etwas hat. Aber es will wohl fein, daß wir aussterben. Er und ich find die Einzigen, auf denen das Geschlecht der MerUns noch Anrer faßt." „Und das bedrückt dich nicht?" „Bedrücken? — Ich wußte nicht, weshalb. Obwohl, dem alten Herrn zum Tröste, macht' ich ab und zu ganz gern, daß so ein kleiner Mensch neuen mir her- läuft und Vater zu mir sagt. Aber das bleibt eben nur ein Wunsch. List du jetzt fertig? Dann können mir zu dir gehen. Das heißt, du kannst deine Siebensachen verstauen, während ich um die Billetts gehe. Punkt zwölf Uhr treffen wir uns am Bahnhof." Wer aber nicht am Platze war, als der D-Zug langsam aus der Halle dampfte, war Merlin. Oehme schwankte zwischen Lachen, Merger und Besorgnis. Und als der Baron endlich mit gemächlich ausholenden Schritten auf der Bildfläche erschien, zeigte der Doktor resigniert nach der sich entfernenden Rauchwolke. „Schade, Hans Jörg." In Merlins Augen stand ein verstecktes Lachen. ,Laß ihn fahren, Alter. Pilot Schneider hat mir angeboten, uns bis München mitzunehmen. Das bedeutet zwei Stunden Vorsprung. Von München weg nehmen wir dann einen Kraftwagen. Wenn nichts dazwischen kommt, können wir um acht Uhr auf Ichenhausen Backhühner essen — vorausgesetzt, daß uns die Lisaweth in Gnaden aufnimmt. Die zeichnet für die Küche verantwortlich." Oehme strahlte: „Wäre es nicht besser, wenn du uns melden würdest?" „Melden? Nein! Ich möchte nicht, daß meinen Vater der Schlag trifft. Und die Lisaweth womöglich dem ganzen Hühnerhof den (daraus macht. Außerdem — Rührei und Schinken kriegen wir immer und auch ein Glas Erdbeerbowle — es fei denn, es gelüstet dich nach Besserem." Das stellte Oehme ganz entschieden in Abrede. „Wenn ich nur überhaupt willkommen bin!" „Das bist du! — Jetzt aber hopp." Auf dem Bahnhofsplatz sprangen sie in ein Auto und kamen gerade zurecht, als der Pilot Schneider seinen Apparat zum Start aus der Halle ziehen ließ. * So viele Gäste wie an diesem gottgesegneten Juli- sonntag hatte Ichenhausen schon seit Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen. Harrach war mit seinen Töchtern und Enkeln gekommen und hatte seine Schwester, die Brentano, und deren beide Neffen sowie die Steffie mitgebracht. Dazu der Ebenhausener mit Familie. Die Battenbergs schickten ihre Söhne, von denen der eine bei den Ulanen, der andere bei der Handelsmarine diente. Zwischen den Großen hindurch drängelten sich die Kinder, saßen schmatzend in den Stachelbeersträuchern und räumten die Erd- beerbeete ab. Die Harrach-Iungens trieben sich in den Ställen herum und erfüllten den Gutshof mit ihrem Lärm und Schreien. Wo immer man den Park durchquerte, flatterte ein helles Kleid, kicherte ein verstecktes Lachen, leuchtete eine grelle Schärpe. Die Lisaweth hatte erst an dem gesunden Verstände ihres Herrn gezweifelt, als er ihr die zwei Dutzend Gäste für den Sonntag meldete. Zwei Stunden hatte sie dazu gebraucht, sich mit dieser Tatsache abzufin- Den. Dann war Meiger und Schreck verwunden. Sie griff unter das Hühneroolk, machte ein halb Dutzend Enten stumm, nahm eine Schweinskeule und einen Topf Schmalz aus der Vorratskammer. Berge von Streuselkuchen türmten sich in der Küche. In der großen Pfanne brodelle das Fett. Sie schätz zwischen Küche und Geschirraurn hin und her und visitierte Service und Gläser auf ihre Tadellosigkeit. Die Magd wurde in den Wald geschickt, Erdbeeren zu holen, denn die großen im Garten gaben das feine Aroma nicht, wie es die Lisaweth haben wollte. Alles, was auf Ichenhausen Beine und Hände hatte, wurde in Tätigkeit gesetzt, damit die Sache klappte. Und sie klappte wirklich. Als die elften Gaste vorfuhren, war bereits gedeckt. Für die Alten auf der Terrasse, und für das Jungvolk im Park. So konnten die Großen reden was nicht für Kinderohren bestimmt war und oas Kückenzeug von den Platten herunterholen, soviel und was ihm am besten schmeckte. Wenn die Leute nun schon einmal da waren, sollten sie sehen, daß man auch auf Ichenhausen ein Fest zu geben verstand. Merlin hatte zuerst einen mächtigen Bogen um die Küche geschlagen, dann sich den Mut genommen, das gefährliche Terrain zu betreten und, in Gnaden empfangen, sogar eine Kostprobe von überall vorgesetzt erhalten. Einen größeren Beweis von Aussöhnung konnte die Lisaweth nimmer geben. Er strahlte demgemäß und gab sich ganz in seiner Eigenschaft als Gastgeber hin. Maria Brentanos Augen folgten ihm, wie er von Tisch zu Tisch wanderte, den Mäd- chen die Wangen klopfte und die Jungens im Pfeil- fchießen unterwies. Schade, daß der Sohn nicht wie der Vater war! Sie spähte nach Stephanie, die eben noch mit den kleinen Basen über den gemähten Nasen getollt war. Die Jagd war wohl nach dem Park zu gegangen, denn von dort her kamen jetzt Helle Rufe und ein unbändiges Gelächter. Der Battenberger Ulan stampfte mit langen Schritten nach dort hinüber. Jedenfalls wollte Frau Maria so bald wie irgend möglich reifen, um Steffie aus der gefährlichen Atmosphäre hier in eine weniger gefährliche zu retten. Während sie über das Wohin schlüssig zu werden versuchte, denn Wien war um diese Zett unerträglich heiß, flüchtete Stephanie ungesehen von der Horde, die sie zu Haschen suchte, in den Gutshof. Sie war ein bißchen atemlos und von dem Laufen und Lachen ganz wirr im Kopfe. Eine der dunkelgebeizten Stalltüren stand offen und, angezogen von dem vertrauten Pferdegeruch, überschritt sie die Schwelle. Geblähte Nüstern schnupperten ihr entgegen. Sie kraulte in der glänzenden Mähne und wollte eben den Halfter etwas lockern, als ein Schatten über den Boden fiel. Sich umwendend, gewahrte sie einen Fremden, hinter dem ein zweites Gesicht auftauchte. „Unerhört, hier einfach einzudringen. Was wollen Sie?" Zugleich trat sie über die Schwelle, um den beiden den Eintritt zu verwehren. Es war beleidigend, wie sie von diesem Paar dunkler Augen gestreift wurde. Dann kam die Ant- wort: „Gnädigste sind wohl hier Generaldirektor?" „Nehmen Sie immerhin an, es wäre so." Stephanies schlanker Körper reckte sich hoch auf, als wolle sie sich mit dem des Unbekannten messen. „Also, was wollen Sie!" „Ein Nachtquartier, meine Gestrenge, zuvor aber noch ein Glas Wein und eine Schnitte Schinken." „Das ist ein bißchen viel für einen Fremden!" ,'2ch bin bescheidener", ließ sich Oehme vernehmen. „Ich nehme mit einem Kuß vorlieb." Stephanies Kopf glitt zurück. „Da werden Sie wenig Glück haben. — Ichenhausen hat nur einen Sohn!" Oehme plagte der llebermut, und einen Schritt auf sie zutretend, sagte er: „So etwas wie ein verlorenes Schaf, habe ich gehört." Ihre Augen blitzten ihn an: „Ich finde es unerhört, in ein Haus zu kommen und nichts über den einzigen Sohn zu sagen, als daß er ein verlorenes Schaf ist. Jedenfalls gebe ich Ihnen den Rat, das nicht vor dem alten Baron zu dozieren. Der liebt feinen Jungen!" „Ich will es hoffen, meine Gnädigste!" Erst ein wortloses Erstarren im jähen Schreck des Erkennens, dann eine heiße Freude, die dunkles Rot auf ihre Wangen jagte. Beide Hände streckten sich Hans Jörg entgegen: „Grüß Gott, Baron!" Er war Kavalier genug, sich über ihre Rechte zu neigen, und nach ihm kam Oehme. „Dürfen wir nun auch unsererseits um Name und Auskunft bitten? — Ich tjabe meines Erinnerns noch nie das Vergnügen gehabt!" „Doch! — Ich bin die Steffie Brentano!" „Wirklich? —" Er betrachtete sie mit ungeniertem Freimut, daß sie ihre Augen von ihm abwandte und sie nach dem Park hinübersuchen ließ, von wo jetzt Rufen und Signalpfiffe herüberkamen. „Mein Vater hat wohl Gäste?" Seine Brauen waren nun zusammengeschoben, als ob er nicht ganz erfreut von dieser Tatsache märe. Es tat ihr leid, daß der Trubel ihn störte, sie suchte ihn zu beschwichtigen, indem sie die Namen der Besucher aufzählte: „Onkel Harrach, die Ebenhausener und Battenbergs, die Mama und ich." Seine Miene wurde um etwas freundlicher: ,Lhre Mutter ist die schönste Frau, die ich im Erinnern habe", sagte er und ließ die Augen wieder nach der Richtung hinüberschweifen, aus welcher das Stimmengewirr kam! Dann, sie schärfer fixierend, frug er: „Waren nicht Sie es, die ich einmal bei Nacht und Nebel aus dem Ebenhausener Forst nach Jetten- bad) getragen habe?" (Fortsetzung folgt.) Reiche Abwechslung in der täglichen Suppe bieten MAGGIS Suppen ____-7^ö"5ott6N Voranzeige STADT-KAFFEE Dienstag neeD Kein Weinzwang großes karnevalistischesTreiben Sams lag, Sonntag. Montag und Kapelle ^irleska sorgifür Stimmung Fastnacht - Dienstag Einlaß nur gegen Verzehrkarte von Mk. 2.. Vorverkauf am Büfett Nachruf Am 15. d. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer teuren Entschlafenen sprechen wir unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Werner. Neuhof-Leihgestern, den 21. Februar 1933. _______________________________________0'114 Solides Fräulein aus gutem Hause im Alter von 18Jahren zum Verkauf und Servieren für nachm.2—8Nhr gesucht. Vorzustell. 10—11 Uhr Dörrn. Konditorei Geißner Plockstr.9 leeoD Stellenangebote Solides tüchtiges Allntto nicht zu jung für sofort ob. 1.3. gesucht. Frau Tr. Wolff, Neuen Bäue 25. 01127 4-Zimm.-Wohn. m. gr. Garten, freie schöne Lage 4. venn. Schriftl. Anfrag. u. 01116a. d.Gß.Anz Sch. leeres Zimmer Nähe Bahnhof billig zu verm. Wo? sagt der Gieß. Anz. oma lagen» ca. 130 qm, m. Einfahrt, v. 1.3. z. vermieten. Schr. Anfr. u. 1283Da.d.G.A. Gnt möbl. Zimmer 0. Dauerm. z. 1.3. e.L, ohneMorgenk., nicht ü.23.-M'.Schr Preisang. u. 01119 an d. Gieß. Anzeig. Alleinst. Beamten- Witwe sucht älZiMai’-WiniiDg in gut Haus. 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