Nr. 18 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, Zl. Januar (935 Lrlchon« tägltd), autz« Sonntags und Ieienaas Beilagen: Die Illustrierte (Bürener Familienbiotter Heimat m Dild Die Scholle Mona,» Bezugspreise Mit 4 Beilagen 711R 1.95 Ohne Illustrierte . I 80 Zustellgebühk . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernfvrechanfchluste onler Sammelnummer 2251 Anichrist tür Drahtnach» richten Anzeiger Kiesten. Postscheckkonto: f ronlfnri am Blain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen tn'tf vnd verloa: vrLhl'sche Universttäks-Vuch- und Steinörudcrei R. £anae in GietzeI. Schriftleitunq und Geschäftsstelle: 5chu!^tra^e 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Ne- Klameanzeigen von 70 m Breite 35 Neichspfennig, Platzoorschrist 20" . mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wich. Lange. Berantwortlich für Politik Dr Fr. Wich. Gange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und'ür ^en Anzeigenteil i. D. Th. Kümmel sämtlich in Biegen. Osthilfe und Grenzland-Mitielstand. Die Auswirkung des bisherigen Landwirtschastsschuhes. B e r l i n, 20. Ian. (035)3.) 2mHausha 11s- ausschuß des Reichstages erllarte bei der Fortführung der Aussprache über die Durch, führung der O st h i l s e HeichSernährunasminister Freiherr von Braun er könne erst nach näherer Prüfung sagen, ob es möglich sein werde, das gesamte Osthilfswerk in einem einzigen Gesetz zusammenzufassen. Was die f da ialen Beiträge angeht, so sind die Treuhänder immer wieder angewiesen worden, nämlich die laufenden Beiträge pünkt- lii) abzuf h.en. Bezüg ich derL andarbeiter- löhne sei eine Ausdehnung des Zwanqsvoll- streclun's' und Kon^ursvorrechtes für rückständige Lohne nach Aufhebung des Siu)erungsoerfahrens in Aussicht genommen. Die Handwerkerforderungen sind bereits jetzt gesetzlich bevorzugt zu bezahlen. Rückständige Forderungen sollen zu 100 v. H. im Entschuldungsplan berücksichtigt werden, und zwar in bar Schwierigkeiten der Kirchengemein- d e n sind dadurch entstanden, daß die Pachtzins- eingängc nach gesetzlicher Regelung zur Bezahlung der Gehälter an die Pfarrer zu verwenden sind. Die Osthilfe hat auf diese Regelung keinen Einfluß. Es ist jedoch eine bevorzugte Zahlung der Pachtzinsen ebenfalls ange- ordnet. Die Pächterentschuldung wird mit größter Beschleunigung lediglich aus Reichsrnit- teln durckgcf^hrt. Der Minister äußert sich dann über den Perso- n a I b c ft a n b. Leim Reichskommissar und den Landstetten gibt es insgesamt 820 Köpfe. Von den 800 Köpfen der Industriebank entfällt der größere Teil auf die landwirtschaftliche Umschuldung. Die Zahl der Treuhänder wird auf mindestens 8000 bis PdOO veranschlagt. Es arbeitet in der Osthilfe also eine gute feldmarschmäßige D e o i s i o n. Das i)t zweifellos eine schwere Belastung. Namentlich bei dem Heer der Treuhänder steht die Arbeit nicht in allen Fällen mit der Höhe der Kosten in richtiger Relation, und es sind Bemühungen im Gange, diese Kosten etwas abzubauen. Ministerialdirektor Heichardt stellt fest, daß sich im E n t s ch u l d u n g s o erfahren insgesamt 7 2 531 Betriebe befinden, von denen 12 470 entschuldet worden sind. Wegen E.itschuldungsuusähigkeit und aus sonstigen Gründen sind 20 249 Betriebe ausgeschieden. Der voraussichtliche Finanzbedarf für die noch nicht umge- schuldeten Betriebe ist schwer zu schätzen, er ist aber nach oben begrenzt mit den 600 Millionen aus der Industrieumlaqe. Endgültig erledigt durch restlose Auszahlung sind von den 12 000 umgeschuldeten Fällen 4705 mit einem Betrage von rund 40 Millionen Mark. Die übrigen rund 8000 find von der Industriebank insoweit erledigt als sie zur Auszahlung angewiesen sind. An Siedlungsträger sind bisher 59 nicht sanierungsfähige Betriebe mit einer Fläche von 23 452 Hektar übergegangen. Die aus dem Betriebsicherungsfonds bisher ausgewendeten Mittel betragen rund 73 Millionen Mark, von denen 27 Millionen als Vorschüsse gegeben wurden. Die Verwaltungsausgaben betrugen im Jahre 1930 etwa 755 000 Mark, im Jahre 1931 etwa 1,6 Millionen und 1932 bis Ende Dezember 2,2 Millionen. was insgesamt bisher einen Betrag von 4,6 Millionen ergibt Die Treuhänder werden aus dcn Betrieben selbst bezahlt, der größte Teil arbeitet ehrenamtlich. Eine mehrfache Sanierung von Betrieben, die in der Osthilfe gewesen sind, findet nicht statt Bezüglich der Ernteausbaukredite 1933 schweben noch Verhandlungen mit den Kreditinstituten. Eine stärkere Berücksichtigung geeigneter Kriegsbeschädigter bei der Ostsiedlung soll vorgeschrieben werden Ebenso ist eine indimduelle Untersuchung der Lage der Siedler eingeleitet Der Re- vicrungsoertreter erklärt zum Schluß, es gäbe in der Osthilfe nichts zu verheimlichen, die Regierung habe ein Interesse, daß völlige Klarheit herrsche. Allen Beschwerden werde nachgegangen. Die Zahl der bisherigen Beschwerden betrage aber bei den insgesamt 72 000 Fällen noch nicht 100. Aba von Sybel(NS.) meinte, die Initiative für die Osthilfeaktion liege beim Herrn Reichspräsidenten. Die staatlichen Zuwendungen wären völlig überflüssig, wenn man eine Agrarpolitik betrieben hätte, die wenigstens durchschnittlich die Landwirtschaft einigermaßen rentabel gehalten hätte. Die Politik des Schleu- dererportes. die der Wirtschaftsminister angedeutet habd, müsse zum Ruin führen. Aba. Harmony lDn.j erklärte, daß Mißstände selbstverständlich befestigt werden müßten. Der Redner begründete den deutschnationalen Antrag über die stärkere und schnellere Berücksichtigung der Handwerkerforderungen. Er wandte sich gegen die Behauptung, daß es sich bei der Osthilfe um Liebesgaben für die Großagrarier handele, und wies darauf hin, daß ei'. Konsumverein in Hamburg beispielsweise 3,5 Millionen Steuerschulden habe. Abg.KubnkesOn ) erklärte, es gehe nicht an, daß Handel, Handwerk und Gewerbe und Kommunasibanken, die den Landwirt all die Jahre übet Wasser gehalten hätten, jetzt die Leidtragenden bei der Ümschul- Lung sein sollen. Die ganze Debatte wäre überflüssig, wenn man Hugenbergs älmschuldungsvlan restlos durchgeführt hätte Abg. (Hing (3fr.) betonte, daß alle Anträge des Zentrums den Zweck hätten, Regierung und Verwaltung zu zwingen, den Kleinen und Mittleren zu helfen, auch den Großen, sofern es notwendig fei, sie aber nicht zu bevorzugen. Der Redner begründete einen Antrag des Zentrums und der BVP., die Reichsregierung zu ersuchen, bei der Durchführung des Osthilfegesetzes landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mehr als 250 Hektar von den Entschuldungsmaßnahmen des Abschnittes B dieses Gesetzes auszunehmen, wenn nicht gleichzeitig von dem Besitzer geeignetes Siedlungsland in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt wird. Ein ZReaierunaewerfrefer stellte fest, daß für die Frachterstattungen im laufenden Rechnungsjahr 9,6 Millionen Mark zur Verfügung standen. Hiervon entfallen auf Ostpreußen 8 Millionen und auf die an den Weichselkorridor grenzenden Teile Hinterpommerns und der Grenzmark Posen—Westpreußen 1,6 Millionen. Bean spracht sind davon bisher in Ostpreußen 6,3 Millio nen, im übrigen 1,1 Millionen. Es handelt sich hier um eine generelle Osthilfe, die allen Betrieben zugute kommt. Für die Lastensenkung konnte der vorjährige Betrag von 30 Millionen wieder zur Verfügung gestellt werden. Gerade diese steuerliche Lastensenkung wird von den Beteiligten als besondere Wohltat empfunden werden. Den landwirtschaftlichen Betrieben werden die Grundvermögenssteuer, den Gewerbetreibenden die sonstigen Realsteuern nach einer Staffelung erstattet. Darauf wurden die Beratungen abgebrochen. Die Anberaumung des Termins der nächsten Sitzung wurde dem Vorsitzenden überlassen. Oie erste Probefahrt der „Deutschland". W Das Panzerschiff „Deutschland" nahm, wie gestern berichtet, vom Kieler Hafen aus eine erste llftündige Werkstättenfahrt vor. An Bord befanden sich außer der Werftbesatzung viele Marinefachverständige, die sich über den Verlauf der Fahrt sehr befriedigt äußerten. Industrie- und Wirtschaftspolitik. Forderungen an die Reichsregierung. Berlin, 20. Ian. (WTB.) Das Präsidium des R e i ch s v e r b a n d s der Deutschen Industrie hiell am Donnerstag unter dem Vorsitz von Dr. Krupp v. Bohlen und Halbach eins Sitzung ab. In Anknüpfung an die Ereignisse der letzten Wochen wurde mit Bedauern festgestellt, daß von der Politik her neue Unruhe in die Wirtschaft getragen wird, und es wurde als höchst verhängnisvoll bezeichnet, wenn auf diese Weise die bestehenden Ansätze zu einer Rückkehr des Vertrauens und zu einer wirtfchaib lichen Besserung wieder zunichte gemacht würden. Das Präsidium des Reichsverbands erhebt die dringende Forderung, daß in der wirtfchafts- Politik eine eindeutige, auf die Förderung der Privatwirtschaft gerichtete Linie innegehalten werde, weil nur auf diesem weg die Schaffung gesunder Entwicklungsgrundlagen ;u erreichen sei. Nach Ansicht der Industrie fei es nicht zu verant- worten, daß die Rücksichtnahme auf diese oder jene einseitigen Interessen Tag für Tag die Gefahr neuer Rückschläge heraufbeschwöre. Insbesondere bedürfe die Handelspolitik unbedingt einer Be ruhigung und stabiler Führung, um so mehr, als es sich immer wieder zeige, daß schon die Ankündigung zollpolitischer Maßnahmen zu schweren Rückschlägen für die deutsche Ausfuhr und damit für die Arbeitsmarktlage führe. Die deutsche Industrie erwarte von der Reichsregierung, daß sie alle Störungsversuche entschieden ablehne und dafür sorge, daß sich die Wirtschaft ihrer gegenwärtigen Hauptaufgabe, die Arbeitslosigkeit wieder zu vermindern, uu- gestört widmen könne. Das Präsidium halte es weiter für erforderlich, den Termin für den Beginn der Weltwirt, fchaftskonferenz so nahe anzusetzen, wie es die Rücksicht auf die vorherige Lösung des interalliierten Schuldenproblems notwendig macht. Geheimrat K a ft I berichtete über das Ergebnis der Londoner Tagung des Studienkomitees zur Vorbereitung der neuen Stillhalteoerhandlungen. Hiller vor der berliner ASDAP. Berlin, 20. Ian. (TU.) Im Sportpalast sprach am Freitagabend Hitler vor den Amtswaltern der Berliner nationalsozialistischen Parteiorganisation. Wegen Ucberfüllung wurde der Saal polizeilich gesperrt. Zahlreiche Reichstags- und Landtagsabgeordnete wohnten der Veranstaltung bei Hitler wurde bei seinem Einttesfen mit langanhaltenden Hochrufen empfangen. Seine Rede war, ohne daß sie auf Einzelfragen der Tagespolitik einging, ein Bekenntnis zu der siegenden Kraft der nationalsozialistischen Bewegung und zum Wiederaufstieg Deutschlands. „Es gibt Leute", so erklärte er, „die es uns geradezu als Verbrechen anrechnen, daß wir aus einer Vielzahl der Klassen, der Parteien und Vereinigungen eine große Einheit geschaffen haben. Man sagt, eine solche Entwicklung widerspreche dem geschichtlichen Bild, das sich uns vom deutschen Wesen biete. Was aber unsere Bewegung in den letzten 14 Jahren nach dem Zusammenbruch getan hat, ist nichts anderes als das, was Preußen einst tat, als es dis Nation zu einer neuen Kraft des Wil lens, zur Selbstbehauptung und zur T a t zusammenfügte. Es muß den zerreißenden Tendenzen etwas Einigendes entgegengefteüt werden. Dieser politische Wille muß größer sein, als die Tendenz der Zerreißung. Er muß diese Tendenz überwinden. Eine solche Mission hat sich unsere Bewegung gestellt. Wer einen so gigantischen Kampf um die Erhebung eines Volkes führt, wie unsere Bewegung, benötigt nicht nur Zeit und Kraft, Mut und Ausdauer, sondern vor allem Beharrlichkeit auch denen gegenüber, die sich von Tagesereignissen blenden lassen. Von der Führung einer solchen Bewegung muß man erwarten, daß sie nicht plötzlich angesichts der Möglichkeit, zu einer billigen Verständigung zu kommen, die Zukunft preisgibt und die Opfer der Vergangenheit vergißt. Man darf nicht plötzlich glauben, daß taktische Winkelzüge Grundsätze ersetzen können. Ich habe diese Bewegung geschaffen. Ich werde diese Bewegung niemals verlassen. Ich stehe oder falle mit meinem Lebenswerk. Ich bürde auch meinen Parteigenossen nichts auf, was ich nicht selbst zu tragen bereit bin. Wenn mich heute jemand fragt, ob ich jetzt noch an einen Erfolg glaube, so antworte ich ihm nur: Wenn ich so kleinmütig gewesen wäre, stünden wir heute nicht hier. Den wahren Führer erkennt man erst an feiner Art. sich mit Rückschlägen auseinanderzufetzen. Den Abend nach dein Siege hat noch jeder ertragen, aber am Abend nach der Niederlage haben sich immer die Männer gezeigt. Solang das Schicksal mich leben läßt", schloß Hitler, „werde ich diese Fahne tragen und sie nicht einrollen. Ginge unser Schiff zugrunde, so wäre ich als Steuermann der Letzte, der cs verläßt. Ich bin mehr denn je davon überzeugt, daß jeder Gedanke der Wilhelmstraße, diese Bewegung zu zerschlagen, wirklich lächerlich ist." Kommumften-Kundgebung in Berlin verboten. Berlin, 21. 3an. (OB. Funkspruch.) wie wir erfahren, hat der Polizeipräsident von Berlin mit Rücksicht auf die aufreizende Schreib- weife der kommunistischen presse für den morgigen Sonntag alle kommuni st ischen Umzüge und Versammlungen unter freiem Himmel in folgenden Bezirken verboten: Berlin-lTlitte, Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Kurgarten, Charlot- fenburg, Wilmersdorf, Schöneberg, Neukölln, Treptow nördlich des Kanals, Pankow, Friedrichshain. Wedding und Weißensee. Der Bülowplaß liegt im Bezirk Berlin-Mitte. OerBeschluß desAeltestenratS Berliner Press: stimmen. Der „Lokalanzeiger" weist darauf hin. daß es noch nicht zu übersehen sei. welche Aussichten Verhandlungen über eine Mehrheitsregierung jetzt haben werben. Die Verhandlungen über eine solche Mehrheitsregierung seien von Hitler, als der Reichspräsident im Rovember ihm den Auftrag erteilte, nicht geführt worden. Hitler habe seinen eigenen, nicht näher bezeichneten Vorschlag dem entgegengesetzt. Der Zentrumsführer Kaas sei damals bei solchen Verhand- hingen gescheitert. Die „Kreuzzeitung" bezeichnet den Beschluß des Aeltestenrates, den Zusammentritt deS Reichstages um eine Woche zu vertagen, alS einen Derlegenheitsbeschluß. Der Kuhhandel gehe nun weiter. Die „Dörsenzeitung" hält es für durchaus denkbar, daß man am nächsten Freitog- mittag vor derselben ungeklärten Lage stehe, wie um die gleiche Stunde des Freitag. Cs werde nun eine äußerst rege Derhandlungstätigkeit zwischen denjenigen Parteien einsehen, die entweder an einer Aenderung der Regierungsverhältnisse, oder an einer Vermeidung der Reichstagsauflösung, oder an beiden Dingen zugleich ein besonderes Interesse hätten. Der »Dörsen-Eourier" schreibt, Reichs- regierung und Reichstag hätten Winterläger bezogen. Der Vorgang des „Abtaftens" sei um eine Woche verlängert worden. Das Blatt hält Neuwahlen für immer noch besser, als weitergeschleppte Unsicherheit. Die .Dossische Zeitung" sagt, auf eine kurze Formel gebracht, bedeute der Beschluß deS Aeltestenrats die Rückkehr zum politischen Stand vom Rovember vorigen Jahres. Der .Vorwärts" meint, es sei eingetreten, was zu erwarten gewesen sei. Die Rationalsozialisten hätten mit ihren Helfershelfern den Zusammentritt des Reichstages abermals verschleppt. Diese Verschleppung sei nichts anderes als eine Tolerierung der Regierung durch die Rational- sozialisten. Krankenkassen-Beschlüsse im Reichstag. Berlin, 20. Ian. (DdZ.) Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages beschäftigte sich heute mit Anträgen über die Ausgestallung der Krankenversicherung. Gegen die stimmen des Zentrums und des Christlich-Sozialen Volksdienstes wurde bei Stimmenthaltung ter Deutschnationalen ein kommunistischer Antrag angenommen, ter die Reichsregierung aussordert, die in der Krankenversicherung eingeführte Krankenschein - und Rezeptgebühr aufzuheben. Auf Antrag der Sozialdemokraten wurde von derselben Mehrheit eine Entschließung angenommen, wonach alle Vorschriften in Rotverordnungen aufgehoben werden sollen, die die Gewährung von Mehrleistungen de« Krankenkassen unterbinden. Annahme fand auch eine nationalsozialistische Entschließung, die die Familienangehörigen hinsichtlich der Krankenkafsenleistungen den Mitgliedern völlig gleichsteUen will. Gegen die Stimmen der Rationalsozialisten, der Deutschnationalen und des Abg. Bausch (Chr.°S.) wurde der deutschnationale Antrag abgelehnt, der den Krankenkassen eigene Wirtschaftsbetriebe untersagen wollte. Wit großer Mehrheit angenommen wurde ein Antrag des Zentrums und des Dolksdienstes, der den Reichsarbeitsminister ersucht, im Einvernehmen mit den Spiyenverbänden der Dersicherungs- träger Richtlinien für eine eingehende einheitliche Prüfung de r G e sch ä f t s f ü h r u n g der Krankenkassen festzusetzen und für die regelmäßige Durchführung dieser Prüfung Sorge zu tragen. Diese Prüfung hat sich auch aus die Wirtschaftlichkeit der von den Krankenkassen unterhaltenen eigenen Wirtschaftsbetriebe und Ausgabestellen zu beziehen. Reichslandbund und Reichspräsident. Berlin, 20. Ian- ($11.) Der Reichslandbund veröffentlicht nunmehr das Schreiben, das das Präsidium des Reichslandbundes unter dem 12. d. M. zusammen mck der Gegenerklärung des Re.chslandvundes als Erwiderung auf die bekannte amtliche M tteilung der Reichsregierung vom 11. d. M. an den Reichspräsidenten gesandt hat. In diesem Begleitschreiben erklärt das Prä, dium des Reichslandbundes: „Wenn die Vertreter des Bundesvorstandes nicht auf die zuvor gefaßte und veröffentlichte Entschließung ausdrücklich hingewiesen, sondern sich auf die Wiedergabe der darin zum Ausdruck gebrachten Gesamteinstellung beschränkt haben, so geschah dies ohne jede Rebenobsicht. Der von der Reichsregierung dem Bundesvorstand gemachte Dorwurf der Demagogie und Illoyalität muh als unbegründet zurückgew esen und der von der Reichsregierung beschlossene Abbruch der Be- ziehungen als durch den tatsächlichen Hergang n cht begründet empfunden werden." Das Schreiben br.ngt weiter den besonderen Dank und die Genugtuung über das persönliche Eingreifen des Reichspräsidenten, sowie die Hoffnung zum Ausdruck, daß trotz der durch de Rech reg e.ung gegnäber dem Reichsland- fcuno ge,ch -ffer.e r außcrord.ntr chen Spannungslage der deutsche Bauer vor äußersten Ver- zweislungischritten bewah.t werde. 3m An träge des Reichspcä, denken antwortete Staatssekretär Meißner unter dem 17. Januar, daß der Reichspräs dent von dem Schreiben, sowie von der beigefügten Erklärung zu der amtlichen Mitteilung der Reichs re gie- rung über den Abbruch der Beziehungen, die dem Re chspräsidentcn vor der Veröffentlichung vorgelegen habe, Kenntnis genom- Angelsächsisch eWirischastökonferenz Berliner Echo der Erklärung Hoovers und Roosevelts. Berlin, 21 Jan. (CNB. Funkspruch.) Die gestern veröffentlichte gemeinsame Erklärung Hoovers und Roosevelts über die Bereitschaft zur alsbaldigen Ausnahme von Schulden- und Wirtschaftsverhandlungen mit England wird überall als eine entscheidende Wendung in der europäisch-amerikanischen Politik betrachtet. Für Amerika bedeutet sie die lange erwartete Klärung der Absichten des neuen Präsidenten, und zwar im Sinne einer U ebernah m e der Grundsätze, die Hoover in der Schuldenfrage entwickelt hat. Für die europäischen Schuldner, vor allem für Frankreich, das sich seit Dezember ost genug um Verhandlungen mit Amerika bemüht hat, enthält sie die deutliche Lektion, daß die Vereinigten Staaten n i ch t g e w i l l t sind, sich durch einseitige Zahlungseinstellungen vor vollendete Tatsachen stellen zu lassen. Amerika verhandelt vorläufig nur mit England und mit den übrigen Ländern, die ihren Verpflichtungen nachgekommen sind, über eine Reuregelung. die nach Lage der Umstände nur in einer durch mehr oder weniger große roirlschast- liche Zugeständnisse zu erkaufenden Herabsetzung der Kriegsschulden bestehen kann. Ob gegebenenfalls mit einer Streichung gerechnet werden kann, ist dabei die wichtigste, aber bewußt unentschieden gelassene Frage. Anderseits sind die offenen Fragen, auf die noch vorgestern die Sachverständigen Der Weltwirtschaft resigniert hingewiesen haben, überraschend schnell geklärt worden. Amerika erkennt die Wechselwirkung zwischen Schulden und Wirtschaftsfragen an, es ist sogar bereit, sie gleichzeitig zu behandeln. Es wird, was England betrifft, auf wirtschaftlichem Gebiet über die Goldwährung und über die Einfuhrzölle verhandeln, wobei es den von der Pfundentwertung ausgehenden Preisdruck zu beseitigen und seine Ausfuhr nach England zu beleben bestrebt sein wird. Die Wichtigkeit dieser Gegenstände läßt die schon heute in englischen Blättern geäußerte Annahme begründet erscheinen, daß die kommenden Verhandlungen mit Amerika, die gleichfalls für die nächsten Monate geplante weliwirtschastskonferenz in ihrer Bedeutung beeinträchtigen werden. Das wäre aber, trotz gewisser Lieblingspläne Macdonalds, dann kein Verlust, wenn damit die Ausgaben auf dieser Konferenz so wesentlich gefördert würden, daß sie in der Hauptsache nur noch eine registrierende Tätigkeit hätten. Es klingt deshalb durchaus wahrscheinlich, wenn Macdonald schon jetzt die Absicht zugeschoben wird, die Verhandlungen mit Amerika persönlich zu siihren. Oesterreich und Deutschland Rede des österreichischen Bundeskanzlers in München. den. Einfuhrverbote und Kontingente seien nicht der Weg, der ein Land wiedergesunden lasse. Der Bundeskanzler wandte sich dann der Frage der Arbeitslosigkeit zu. Er warnte davor, diese Dinge nur von der Fürsorgeseite aus zu betrachten. Die wichtigste Aufgabe werde sein, den Volksgenossen in Einzelbetrieben wieder Arbeit zu schaffen. Die übertriebene Rationalisierung sei eine Sünde an der Arbeit der Menschheit gewesen. Zum Schluß bat der Bundeskanzler, die Lage Oesterreichs zu verstehen. wenn sich die Länder gegenseitig besser verstünden. dann könne man beruhigt der weiteren Entwicklung entgegensetzen. Am Abend war der Bundeskanzler Gast des bayerischen Ministerpräsidenten. Rach einem kurzen Bierabend reiste Dr. Dollfuß wieder nach Wien ab. Am Vormittag, kurz nach seiner Ankunft in München, hatte Bundeskanzler Dr. Dollfuß eine Unter.edung mit einem Vertreter des Conti- Rachrichtendicnstes, dem er u. a. erklärte: Oester- re chs Außenpolitik muß sich bemühen, mit allen seinen Rachbarn, mit allen Staaten Europas und der Welt in Freundschaft und Frieden zu leben. Dabei wird und muß alle Welt verstehen, daß wir uns als s e l b st ä n d i - ger deutscher Staat, bedingt durch das Blut, die Gcsch'.chte und die geographische Lage unserer Heimat der engsten Verbundenheit und Freundschaft mit dem Deutschen Reiche bewußt sind, einer Freundschaft, die berechtigt und verpflichtet. Königs-Konferenz in Rumänien. Bukarest, 23. Ian. (ERB.) Der K ö n i g und die Königin von Jugoslawien werden am Montag, 23. Januar, in Sinaja zum Besuche König Carols eintreffen. Obwohl der Besuch keinen offiziellen Charakter trägt, ist der rumänische Verkchrsminister dem jugoslawischen Königspaar bis an die Grenze entgegengefahren. Die wichtigsten Ressortsmini st er. vor allem der Ministerpräsident und der Außenminister, werden sich nach Sinaja zur Begrüßung der königlichen Gäste begeben. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß zwischen den beiden Monarchen unter teilweiser Zuziehung der in Sinaja anwesenden Minister w ei t - gehende Aussprachen über die gemeinsame Politik der beiden Staaten stattfinden werden. Auch diejenigen Angelegenheiten, welche den Gegenstand der Konferenz der Kleinen Entente in Belgrad bildeten, dürften erörtert werden. München, 20. Jan. (TU.) Der Wirtschaftsbeirat der Bayerischen Volkspartei veranstaltete heute nachmittag eine Kundgebung, zu der mit dem österreichischen Bundeskanzler Dr. Dollfuß und dem Landeshauptmann R ö h r l die Mitglieder der bayerischen Staatsregierung, der Landtagspräsident, sowie zahlreiche bekannte Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens erschienen waren. Nachdem Ministerpräsident Dr. Held auf die traditionelle Freundschaft mit Oesterreich hingewie- fen und Staatsrat Schäffer betont hatte^ daß die Einladung des Bundeskanzlers in dem Sinne zu verstehen fei: „Sine Sprache, ein Volk, ein Reich", nahm, stürmisch begrüßt, Bundeskanzler Or. Dollfuß das Wort zu feinem Vortrag über „W irtfchaft - liche W i e b e r a u f b a u p r o b 1 e in e". Unter Hinweis auf die Kleinstaaterei im südöstlichen Europa betonte er, daß die Erweiterung des Wirt- schastsraumes eine dringende Aufgabe der Zukunft fei Da ein Land in der Not nicht darauf warten könne, bis diese Erleichterung eintrete, so müsse sich auch Oe st erreich darauf einstellen, aus innerer Kraft den Weg zu suchen, um den Zusammenbruch des Volkes aufzuhalten. Oesterreich lehne jede Katastrophenpolitik ab. Oesterreich habe den IDeg der Anleihe gewählt. Es sei aber nickst richtig, daß Oesterreich irgendwelche Bindungen dabei eingegangen sei. Der Bundeskanzler Dementierte entschieden, daß Verhandlungen übet eine Neutralisierung Oesterreichs geführt worden seien. Mit besonderer Betonung erklärte er, daß über solche Dinge in Oesterreich überhaupt nicht gesprochen oder verhandelt worden sei. (Stürmischer Vc.fAt.) Der Redner fügte hinzu, daß Oesterreich dazu auch nicht bereit wäre, halte er für eine Selbstverständlichkeit. (Dal. den heutigen Artikel „Schacher um Oesterreich" im Zwei- ten Blatt. D. Red.) Mit dem Moment, wo die Oesterreicher gesehen hatten, daß die ausländische Wirtschaft Vertrauen zu Oesterreich habe, sei die ungeheuere Mihtrauenswelle langsam abgestoppt. Auf die Zollpolitik Oesterreichs übergehend, sprach der Bundeskanzler die Hoffnung aus, daß die Verhandlungen zwischen Deutschland und Oe st erreich zu einer Erleichterung im gegenseitigen Güterverkehr führen werden. Er erwarte, daß die Verhandlungen für Oesterreich die gehegten Wunsche erfüllen und , eine neue Fundamentierung des Verhältnisses zwischen beiden Wirtschaftsgebieten bringen wer- > men und beides dem Reichskanzler zur Erledigung we tcrgele tet habe. Der Reichspräsident w ederholt bei diesem Anlaß seine dem Bundesvorstand mündlich gegebene Erklärung, daß er nach wie vor den festen Willen hat. der schweren Rot lag e der Landwirtschaft ebenso wie der anoecer notleidender Berufsstände i m Rahmen des Möglichen abzuhelfen. Der Herr Reich-P.älident hofft, daß die von ihm vollzogene, die Verlängerung und Ausdehnung des Vol.streckungsichuhcs enthaltende Verordnung zur Beruhigung der Landwirtschaft beitragen wird. Aus aller Welt Tynamitexplouon in Mexiko —33 Tote. Mexiko, 21. Jan. (WTB. Funkspruch.) Ein schweres E x p l o s i o n s u n g l ü ck hat sich in der Stadt Morelia im Staate Michoacan ereignet. Aus bisher unbekannter Urfache sind 6 0 m i! Dynamit gefüllte Kisten in d i e Luft geflogen. 33 Personen kamen dabei ums Leben. von bet Feste Ehrenbreitstein abgestürzt. Ein Kaufmann aus Bad Ems wurde auf der Feste Ehrenbreitstein an der sogenannten..Langen Linie" mit einem schweren Schäbelbruch t o t aufgefunden. Rach den Polizei.i..,en ^srmckckungen muß sich der Kaufmann abends im Gelände ver- irrt haben, wobei er eine etwa sechs Meter hohe Tcfef,Hunqdmaucr h e r a b st ü r z t e. Raubüberfall auf ein Reichspostauto. Ein Kraftwagen der Reichspvst wurde auf der Straße von Köln-Brück nach Rath-Heumar von drei Männern, von denen zwei Polizeiuniformen trugen, durch rotes Licht zum Halten gebracht. Die Räuber hielten den Posthelfer mit einer Pistole in Schach, erbrachen den Kraftwagen und erbeuteten neben einigen Briefbeuteln einen Beutel mit 480 Mk. Bargeld und einen mit Briefmarken im Werte von 400 Mk. Die Täter sind unerkannt nach dem Königsforst entkommen. Die Untersuchung der jüngsten Berliner Kaufdjgiftaffäre. Der Be n omung-r.chtec beim Polizeipräsidium hat g g n den m Z:sammenha.lg mit dein bereits gemclde.e.. ^.r^ßen M o r p h .u m s u n d bei einem Sped.teur sestce.wmmenen Kaufmann Bannasch Haftbefehl wegen Vergehens gegen das Rausch- giftgcsetz erlassen. — Der gleichzeitig verhaftete Speockeur, der angab. d.e Kisten mit dem Rauschgift schon bei der Geschäft-Übernahme vor mehreren Jahren vorgefunden zu haben, wird dagegen wieder auf fre en Fuß gesetzt. von einem Einbrecher erschossen. Bei einer Firma in Kanth bei Neumarkt (Nieber- fchlesien) würbe in einer der letzten Nächte ein Gelbschrankeinbruch versucht. Mehrere Feuerwehrleute stellten auf bem Hose ber Firma einen ber Einbrecher. Dieser schoß sofort auf einen Feuerwehrmann unb verletzte ihn burch einen Schuß so schwer, bah er am anberen Morgen st a r b. Die Täter konnten noch nicht ergriffen werben. Autounglück. — Eine Tote, drei Schwerverletzte. Auf ber Staatsstraße Ulm-Ehingen ereignete sich ein schweres 211 t o u n g I ü ck. Der mit vier Personen besetzte Kraftwagen bes Braumeisters Götz geriet vermutlich infolge Glätte ber Straße ins Nutschen unb stürzte bie Böschung hinunter, wobei er sich überschlug. Eine Frau fonb bei bem Sturz ben Tob. Die übrigen brei Insassen würben in schwerverletztem Zustanbe ins Krankenhaus gebracht. Ucberroältigung einer Derbredjerbanbe. Die Freiburger Kriminalpolizei hatte in Erfahrung gebracht, daß eine Cinbrecher- b a n d e einen Raubüberfall auf ein Freiburger Geschäft plante, um die zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Zentrale gebrachten Tageskassen der Filialgeschäfte zu rauben. Der Plan war bis in Einzelheiten genau vorbereitet: die Verbrecher wollten mit dem erbeuteten Geld nach Italien fliehen. Den Beamten der Kriminalpolizei, die sich rechtzeitig in dem Geschäft versteckt hatten, gelang es, den Haupträdelsführer und seine drei Komplizen nach kurzem Kampf zu überwältigen und in Gewahrsam zu bringen. Anscheinend besteht die Bande aus Berufsverbrechern, Zwei von ihnen werden von auswärtigen Strafbehörden steckbrieflich gesucht. Feuersbrunst in einer rumänischen Stabt. Im Zentrum ber Stabt Dorohoi in ber nörblichen» Molbau ist eine Feuersbrunst ausgebrochen, bie infolge bes herrschenben Winbes katastrophales Ausmaß angenommen hat. Sämtliche Häuser in zwei Straßen bes Geschäftsviertels stehen in Flammen. Das Feuer broht sich noch weiter auszubreiten. In ber Stabt herrscht eine unbeschreibliche Panik, da bie Feuerwehr ber Flammen nicht Herr werben kann. Bis zur Stunbe finb über 40 Häuser ein- geäschert. Der Sachschaben ist sehr groß. Französischer Industrieller in Spanien verhaftet. Die Entbeckung einer Bombenfabrik in Jgualaba führte zur Verhaftung bes in ber französischen Kolonie von Barcelona eine Rolle spielenben französischen Industriellen Eugene Julienne. Er .st Metallhänbler unb hat bie für bie Herstellung ber Bomben notroenbigen Materialien geliefert, behauptet jeboch, über beren Bestimmung nichts gewußt zu haben. Kunst und Wissenschaft. Sven hebin wieder in Ehina. Der berühmte schwedische Asienforscher Dr. Sven H e d i n befindet sich zur Zeit auf dem Wege nach Peking, um bie Leitung der großen Zentral- asie'nexpedition wieder selbst zu übernehmen. Zur Ankunft Dr. Hedins werden sich die Leiter der verschiedenen Teilerpeditivnen, Dr. Hörner, Dr. B v h l i n unb Dr. Brexel, nach Peking begeben, um mit bem schwedischen Forscher die Durchführung der weiteren Arbeiten zu besprechen. Von Dr. Nils Ambolt, bem Astronomen unb Karthographen der Expedition, fehlt seit längerer Zeit jede Nachricht. Er wollte versuchen, von Ter- milik aus die südlich des berühmten Sees Loepnor gelegenen zentralasiatischen Wüstengebiete zu durchqueren. Er ist jetzt zwei Monate überfällig. Don Dr. Norin, einem geologischen Mitgliede ber Zentral-Asienexpebition Hebins, traf ein Telegramm aus Maschmit ein. Es ist Dr. Norin nach mehrmonatigem schwierigen Marsche gelungen, bas Künlun-Gebirge unb ben Karakorum zu burchque- ren und ein großes, bisher noch nicht durchforfchtes Gebiet kartographisch aufzunehmen. Dr. Norin kann die aussehenerregende Mitteilung machen, baß seine Karte zusammen mit ben früher von Dr. Sven Hebin unb ben in ben letzten Monaten von Dr. Ambolt aufgenommenen ein geschlossenes Kartenbild des Künlun- und des Karakorum-Gebirges, gibt. Aus Oer Provinzialhaupistadi. Der alte Apfelbaum. Wer jemals aus einer Wohnung, in ber er viele Jahre gelebt hat, ausziehen mußte, ber weiß, wie wehmütig es uns ums Herz ist, wenn wir burch bie leeren Zimmer schreiten, aus benen soeben bie Möbel weggetragen würben. Wir denken noch einmal an bie Stunben, bie wir hier in Glück unb Leib verbrachten. Wir schauen zum letzten Male zum Fenster hinaus, um biefen Ausblick für immer mit» zunehmen als letztes Andenken. Noch viel schmerzlicher aber ist ein Abschied von einem Garten, in bem wir Bäume unb Sträucher gepflanzt unb gepflegt haben. Wir können Nachbarn unb Bekannte vergessen, wir bekommen vielleicht nie Sehnsucht nach ihnen, nach unfern Bäumen im Garten aber sicher. Unb wenn wir nach Jahren roieber in ben betreffenben Ort kommen, bann führt uns unser erster Gang sicher nach bem Garten, um zu sehen, wie es ihm jetzt geht. Die Liebe zur Scholle, zu Bäumen unb Sträuchern, tritt auf bem Lande bei Feldbereinigungen stark hervor. Mit ber Aenberung von Aeckern unb Wiesen finbet sich schließlich noch jeber Landwirt ab, wenn bie neuen Stücke gut finb. Die meisten Einsprüche werben aber fast stets bei ben Baumanlagen unb Gärten erhoben. So erging es auch meinem Nachbar, ber einen alleinstehenben Apfelbaum auf einem breieckigen Rasenplatz in ber Nähe bes Walbes besaß. Sein Vater hatte sich einst, nach langer Wanberschaft, als Schlossernieisler in bem Dorfe niebergelaffen, sich bieses Stückchen Lanb erworben unb bann einen roilben Apfelbaum, wie pian sie in ben Wälbern findet, darauf gepflanzt. Später hatte er sich Edelreiser von seinem früheren Meister aus Württemberg senden lassen und den Baum umgepfropft. Es war eine Apfelsorte, die man hier nicht kannte, die Früchte etwas länglich, am Baume ganz grün, zur Zeit ber Lagerreife aber leuchtenb gelb. Der Geschmack bieses Apfels war hervorragenb. Man nannte ihn allgemein ben „Schwabenapfel", weil er aus Württemberg gekommen war. Kein Baum wuchs so frei unb stolz, wie ber von meinem Nachbar. Bei Spaziergängen habe ich oft vor ihm geftanben und ihn bewundert. Im Laufe ber Jahre neigte er sich etwas, unb bie Kinber hatten beim Aepfelstoppeln leichte Arbeit. Sie konnten bequem hinaufklettern. Unb zu stoppeln gab es immer etwas, benn jebes Jahr trug er seine Früchte, einmal sehr viel, einmal weniger, aber immer boch etwas. Diesen Baum sollte mein Nachbar nun verlieren. Ich traf ihn oben am Walb, als er vor bem Baum ftanb unb ihn betrachtete. Es sah beinahe so aus, als ob er geheime Zwiesprache mit seinem Baum hielt. Besonders ärgerlich war er darüber, daß ihn bie Kommission nur mit einigen Mark eingeschätzt hatte. Es wäre ein alter Baum, unb bas Dreieck könnte ba nicht bleiben, ba käme ein Weg hin, unb ber Baum müßte weichen. Mein Nachbar erzählte mir bamals bie Geschichte feines Baumes, wie ihn fein Vater gepflanzt hatte, wie sie als Kinber bie ersten Aepfel geerntet hätten unb wie sie alle in ber Familie gerade an diesem stolzen Baum mit Liebe hingen. „Ich habe reklamiert", sagte er zu mir, „aber es hat nichts geholfen." Ich kannte einige ber Herren vom Schiebs- gericht unb versprach, für ihn einzutreten. Ich hatte auch Erfolg. Der Baum blieb. Der Weg kam einige Meter weit.'r ins Felb. Wegen eines Baumes. Einige Leute schimpften, anbere roieber ließ bie Sache gleichgültig. Meinem Nachbar aber leuchteten bie Augen. Das war kurze Zeit vor bem Kriege. Aber ber Dank blieb nicht aus Ich habe jebes Jahr von bem Schwabenbaum ein Körbchen voll ber schönsten Früchte zum Anbenken für meine „Bemühungen" erhalten unb mich immer sehr barüber gefreut. Noch größere Freube hat mir freilich bie Anhänglichkeit meines alten Nachbars — er hat schon siebzig Jahre überschritten — zu seinem Baum gemacht. M—ll. Talen für Sonntag, 22 Januar. 1729: der Dichter Gotthold Ephraim Lessing zu Kamenz in der Lausitz geboren. — 1775: der Physiker Andre Marie Ampere in Palognieux bei Lyon geboren. — 1788: der Dichter Lord Byron in London geboren. — 1849: der Dichter August Strmdberg in Stockholm geboren. Gießener Wochenmar -reise. * Gießen, 21. Ian. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Süßrahmbutter 120, Landbutter 100 bis 110, Kochbutter 80 bis 90. Matte 20 bis 25, Wirsing, grün 12, gelb 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Anterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 80 bis 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis 30, Dörrobst 35 bis 40. Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Rüsse 35 bis 40; das Stück: Käse 5 bis 10, Lauben 40 bis 60, inländische Eier 11, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 Mark. Vornotizen. — TageskalendersürSamst a g: Stadttheater, 20 bis nach 23 Uhr, „Im weihen Rößl". — Verband zur Förderung des Volkssports in Hessen und Nassau, Offizierheim, Zeughauskaserne, 16 Uhr, Mitgliederveriammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kiki" und „Liebe unb Weltrekorb". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Draufgänger". — Tageskalenber für Sonntag: Stabt- theater, 19 bis nach 22 Uhr, „Im weißen Rößl". — Overheff. Kunstverein, Turmhaus am Branbplatz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Goethe-Bunb, 20 Uhr, Neue Aula, Eichenborff-Gebenkfeier. — Stahlhelm, BbF. 11 Uhr, Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, Stahlhelm-Filmprogramm 1932; 20 Uhr, Turnhalle am Oswalbsgarten, Reichsgrünbungsfeier. — Safe Leib, 20 Uhr, Großes Militärkonzert. — (Bemeinbeoerein ber Lukasgemeinbe, 20 Uhr, Lukassaal, Farnilien- abenb. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kiki" unb „Liebe unb Weltrekorb". — Astoria-Lichtspiele, Sel- tersweg. „Der Draufgänger". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Ahr, außer Abonnement zu ermäßigten Operettenpreisen „Im we hen Rößl". Dorzugsgutscheine haben Gültigkeit. — Sonntag, 22. Ianuar, 15 Ahr, zu ganz kleinen Preisen letzte Aufführung dcs Weih- nacht-.märchens: „Aschenbrödel". Ende 17.30 Ahr. — Am 19 Ahr, als Fremdenvorstellung, Wiederholung der Operettenrevue: „Im weihen Röhl". Ermäßigte Operettenpre se. Vorzugsgutscheine haben Gültigkeit. Ende nach 22 Ahr. — Dienstag. 24. Ianuar, auher Abonnement, e.nmaliges Gastspiel von Curt Götz mit seinem Ensemble. Zur Aufführung gelangt: „Dr. med. Hiob Prätorius, Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden". Er- mähigte Operettenpreise. Abonnenten erhalten auf ihre Plätze 50 Pf. Ermäßigung. Spieldauer von 20 bis 22 Ahr. — Mittwocy, 25., 19.30 Ahr, 16. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement „Hamlet, Prinz von Dänemark", Trauerspiel von Shakespeare. Ende nach 22.30 Ahr. — Freitag, 27., als 16. Borste.lang im Freitag-Abonnement, das Lustspiel: „2:2 unentschieden" von Lichtenberg. Anfang 20 Ahr, Ende 22 Ahr. Gewöhnliche Pre se. — Samstag, 28., 20.15 Ahr: „Tanz- Abend; Tänze aus drei Iahrhunderten", Gastspiel der Solotänzer des Hessischen Landestheaters Darmstadt. Auher Abonnement. Kleine Preise. Ende 22.15 Ahr. — Sonntag, 29., 18.30 Ahr, als F.emdenvorstcUung auher Abonnement zu ermäßigten Operettenpreisen die Operettenrevue: „Im weihen Röhl". Vorzugsgutscheine haben Gültigkeit. Ende 22 Ahr. — Stahlhelm-Filmvorführung im Lichtspielhaus. Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Ortsgruppe Gießen, tritt am kommenden Sonntagvormittag aus Anlaß des Iah- restages der Reichsgründung in dieser Woche mit einer großen Filmveranstaltung an die Oefsent- lichkeit. 2m Lichtspielhaus Bahnhofstraße wird ein Bildstreifen vom 13. Frontsoldatentag in Berlin gezeigt, an dem nicht weniger denn 200 000 junge und alte Stahlhelmer teilnahmen und der seine besondere Note durch die Anwesenheit von Mitgliedern der Reichscegierung und maßgebender Herren der Reichswehr erhielt. Der Film will und gibt einen Einblick in das Leben und in die herzliche Kameradschaftlichkeit, die in den Reihen des Stahlhelms herrscht. Man wird gleichzeitig eingeführt in die wehrfportliche Arbeit des Bundes, der sich auch hier zum Ziel seht, dem Volke und dem Vaterlande zu dienen. Ein zweiter Film zeigt Stahlhelmer im Freiwilligen Arberr-dienst, dem sich der Bund nicht versagte, wenngleich er den Gedanken der allgemeinen Wehrpflicht dabei nicht aus dem Auge läßt. Drei kleinere Filme von verschiedenen Tagungen des Stahlhelms (Magdeburg, Naumburg, Ostpreuhen- streisc der Stahlhelm-Studenten) werden das Programm beschließen. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. • ** Zur Richtig st ellung. In unserer heutigen Frühausgabe ist auf Seite 2 in der Meldung ,Erklärung eines Staatsnotstandes ?" in der 20. Zeil» von oben das Wort .S t a a t s n o t - gelbes' zu lesen. Hier hat uns der Seh- fehler einen Streich gespielt. Richtig muß es .,S t a a t s n o t st a n d e s" heißen. "Besuchszeiten in d e n M u s ee n. Das Oberhessische Museum'und die Eailschen Samm- lungcn im Alten Schloß, das Dölkermu- seum sowie das Kriegsmuseum und die Städtische Gemäldesammlung im Reuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 ll&r geöffnet. •• Der nächste Rindvieh-(Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 24. Januar, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 25. Januar, statt. Näheres ist aus der heutigen Vekannt- machung ersichtlich. •• Dorfkirchenvorsteher - Tagung in Alsfeld. Die Vereinigung der Dorfkivchen- freunde für das nördliche Oberhessen hält am 31. Januar un „Deutschen Haus" zu Alsfeld eine Dorfkirchenvorstehertagung ab, zu der auch alle Kirchensreunde Zutritt haben. Pfarrer Georgi (Ermenrod) hat die Vorbereitungen übernommen Die Tagung wird von Oberkirchenrat Lugend in Noi!- Für dieSpeisung imNotwerk der deutsch e n I u g e n d , das nach dem Willen des Herrn Reichspräsidenten und der Reichsregierung der Förderung der körperlichen und geistigen Ertüchtigung der Jugend und der Stärkung der Volksgemeinschaft dienen soll, sind für Oberhessen beim Arbeitsamt Gießen außer den bereits mitgeteilten Spenden i n der letzten Woche ongemeldet werden: insgesamt 2 2 0 2 Mark, gestiftet von Fa. Schade & Füllgrabe, Gießen, Hess. Kreisamt Gießen, Prof. Dr. ftmtel, Gießen, Fr. Prof. Dr. von Reichenau, Gießen, Pros. Dr. Jeß, Gießen, Dr. Knöpfet, Notar und Rechtsanwalt, Bad-Nauheim, Prof. Dr. Jakob, Gießen, Prof. Dr. Ernst Günther, Gießen, Dr. Sturt Spohr, Gießen, Prof. W. König, Gießen, Professor Stork, Gießen, Imhof L Cie., Bad-Nauheim, Prof. Dr. F. Klute, Gießen, Apotheker Veesenmayer, Gedern, Dr. Neumann-Bengel, Gießen, Dr. med. Carl Haberlein, Bod-Nau- heim, Prof. Dr. Karl Kalbfleisch, Gießen, Dampfsägewerk, Mücke, Graf zu Solms Rödelheimsche Rentkammer Assenheim, Pros. Dr. med. Koeppe, Gießen, Braunkohlen-Schwelkraftwerk, Wölfersheim, Prof. Krüger, Gießen, Fa. Schunk & Ebe, Gießen, Provinzialdirektion Gießen, Be?urksfparkasse Friedberg, Dentist Becker, Homberg, Prof. Dr. Mombert, Gießen, Prof. Dr. A. Messer, Gießen, Geheimrat Geppert. Gießen, Dr. Reinewald, Gießen, Carl Bindernagel, Friedberg, Dr Knöpsel, Bad-Nauheim, Prof. Dr. Collin, Gießen, Pros. W. Mittermaier, Gießen, Dr. med Kurt Koch, Gießen, Chr. Jnder- thal, Gießen, Prof. Hildebrandt, Gießen, Apotheker W. Brück, Assenheim, Prof. Fröhlich, Gießen, Geh. Rat Behaghel, Gießen, Prof. Dr. Fr. Sander, Gießen, Direktion des Landgras-Ludwig Gymnasiums, Gießen, Versicherungsabteilung des Arbeitsamts Gießen; __________ D. Wagner (Gießen), dem Superintendenten für Obeih.ssen, eröffnet, während Prälat D. Dr. Dr. Diehl (Darmstadt) einen Vortrag über „Die Heimat im kirHengeschichtlichen Untm cht" halten wird. Alm auch den Lehrern deS nördlichen Oberhessens die Teilnahme an der Tagung zu ermöglichen, wird Urlaub für den Tag erteilt. •• Filmvorführungen der Shell - Werte De Zreign e^e.lasung Frankfurt a. W. der Renania-Ossag, Filiale Gießen, hatte Kunden und Intercisenten zu einem Filmvortrag in das Eafe Le b eingeladen. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Leider konnte der ursprünglich vorgesehene Film „Dom E dinnern zur Tankstelle" nicht gezeigt werden, da er Mittwoch in Frankfurt zum Te l verbrannte. Alm d e Vcsuchcr au entichädigcn (viele waren von auswärts mit dem Kraftwagen erschein) hatte man t>cr- sch ebene andere Filme beschafft. Der erste Film ze gte ein Motorradrennen um den großen Preis auf dcr Avus-Rennbahn in Berlin. 3m zweiten Film wurden d.e Anwesenden nach dem Vogels- bergstädtchen Schotten gesührt, um unserem hei- m scheu Motorradrennen „Rund um Schotten" be zuwohnen. Der Film zeigte das Leben und Treiben an einem Renntag, bei dem das sonst so ruh.ge nur etwa 2000 Einwohner zählende Städtchen 50 000 Besucher aufzuwe.sen Hal Der dritte Film brachte das Schauspiel eines internet.onalen Motorradr n.iens im Ostte.'bad Kol- berg Nach Mitteilu.-.g van Herrn Möbs wird der ursprünglich vorgesehene Film „Vom Erd- innern zur Tankstelle" in etwa vier Wochen ge- ze gt werden. •• Mittelmeerfahrten f ü r 190 M k.! Die Homburg-Südamer.kanische Dampsfchisfahrts- Gesellschaft gibt soeben ihr Programm für die im laufenden Jahre vorgesehenen Mittelmeerfahrten bekannt. Cs sind vier Reisen vorgesehen. Entsprechend den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen sind die Fahrpreise so niedrig wie möglich bemessen und zwar ist eine Beteiligung an einer Reise bereits von einem Fahrpreis von 190 Mk. einschließlich voller Verpflegung möglich. Nähere- ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. -Helft sie lindern! insaesamt 5 6 Ztr. Kartoffeln, gestiftet von: Ockonomierat Breidenbach, Dorheim, Landwirt Fenchel, Oberhöraern, Landwirt Chr. Stepper, Lind- Heim, Landwirt Otto Geyer, Saßen bei Lauterbach, Realschule Homberg a. d. Ohm, Eleonorenhospiz Bad-Nauheim; ferner: 1 fettes Schwein, gestiftet von ungenannt, 1 fettes Schaf, gestiftet von Landwirt E. Holzrichter, Konradsdorf, 3 M a st k ä l b e r, gestiftet von ungenannt und Gutspächter Backfisch, Hof Sorge bei Burg-Gemünden; insgesamt 13Zentner Weizen ober Weizenmehl, gestiftet von Landwirt Christ, Lollar, Gg. Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Gutsbesitzer Brückmann, Neuhof bei Leihgestern, Major a. D. von Harnier, Echzell, Post Friedberg, insgesamt 6 Zentner Korn oder Rog- genmehl, gestiftet von Gutsbesitzer Schudt, Hof Leustadt bei Stockheim, Gutsbesitzer Siegert, Hof Engelthal bei Altenstadt, Gutsbesitzer Rob. Günge- rich, Hof Appelhausen bei Altenstadt, Prof. Pfeiffer, Gießen; insgesamt 5,10 Zentner Erbsen, gestiftet von Oberamtmann Hesse, Otterbach, P. F. Kirchek, G. m b. H., Alsfeld, Gutsbesitzer F. Kammer, Hungen, Wilhelm Fertsch & Co., Friedberg, Haus Schwarz, Gießen, Friedrich Teipel, Gießen und ungenannt; insgesamt 60 Pfund Linsen, gestiftet von Friedrich Teipel, Gießen, und ungenannt; insgesamt 61 Pfand weiße Bohnen, gestiftet von Prof. Dr. Reinhold, Gießen, Friedrich Teipel und ungenannt. insgesamt 210 Pfund Reis, gestiftet von Fa. L. Wick & Co. G. m. b. Sy, Gießen, Friedrich Teipel, Gießen; inägeiamt 56 Pfund Haferflocken, gc- stistet von: Prof. Dr. Reinhold, Gießen, Friedrich Teipel. Gießen, und ungenannt; inögciamt 50 Pfund Graupen, gestiftet von: ungenannt; insgesamt 50 Pfund Grieß, gestiftet von: ungenannt und ferner: 32 Pfund Kaffee, gestiftet von: Earl Schlüter G eßen, und ungenannt; täglich 5 Liter Vollmilch, gestiftet von: Landw rt W Leonhardt. W sselsheim; 600 Liter Vollmilch oder 1000 Flaschen Trinkmilch gestiftet von der Drübl- Iche Ain l. er tat -D ch u. L t indrucker ei.Gießen; 100 Päckchen Backpulver. 11 Pfund Wehl, 1 Pfund Reis, 1 Pfund Pflanzenfett, 5 Pfund Gerste, 2.5 Pfund Suppcnnudeln, 5 Erbswürste, 50 Bouillonwürfel. 5 Stangen Maggisuppen, 5 Pfund Malzkaffes, 5 Rollen Zichorie, gestiftet von: Fa. Wilhelm Fertsch, Friedberg, Prof. Dr. Re.nhold, G eßen, Friedrich Teipel. Gießen; 30 Zentner Alnion-Drikett und Brennholz, gestiftet von: Gebrüder Kahl. Gießen. Sack & Iughardt. Gießen. Freiherrlich Riedcselsche Rentkammer, Lauterbach; 43 Bücher, gestiftet von: Pilgermission. Gießen. Emil Roth. Verlag. G. m. b. H., Gießen; 1 Kiste Seife, gestiftet von: ungenannt; und 20 Aexte und 20 Feld- und ©artengerät e, gest stet von der Werkzeugfabrik Wilhelm Erny. Bad-Nauheim. 3m Bezirk des Katholischen Pfarramts Ruhlkirchen (Oberhesfen) wird die Sammlung für das Notwerk der 3ugend durch die 3ugcnb des Bezirks durchgcführt. 3n diesem Bezirk haben sich die jungen Leute bereit erklärt. Sneftafkn öer Redaktion. (Rechlsguiachten sind ohne Verbtnblichkeit bet Schriftleitung ) £)., Gießen, Marburger Straße. In bem geschil- berlcn Falle sinb nach ben bestehenben Richtlinien als Zinsfuß für bie Vorkriegszeit 5,6 Prozent für bie Mietbewertung von Einfamilienhäusern zugrunde zu legen. Dieser Satz gilt, solange ber ermittelte Wert 1800 Mark nicht übersteigt. Uns sinb keine Fälle bekannt, in benen burch bas Finanzamt eine Erhöhung ber Friebensmiete gegenüber ber Vorkriegszeit oorgenommen werben könnte. 0. ft. Ein Arbeitgeber kann mit einem Angestellten vor ober bei Uebernahme nicht rechtsgültig vereinbaren, baß ber Angestellte mit einem unter dem Tarif liegenden Lohne zufrieden ist. Eine spätere untertarifliche Entlohnung ist unter gewissen Voraussetzungen allerdings möglich. Mangels näherer Schilderung der Sachlage kann eine ausreichende Antwort nach dieser Richtung hin nicht erteilt werden. Ueber die einschlägige Rechtsprechung erteilt Ihnen wohl das Arbeits- aericht Gießen (Gutfleischstrahe) nähere Auskunft. Liegt ber in Satz 1 geschilderte Tatbestand vor, so erscheint ber Arbeitgeber als zur Nachzahlung ber Differenz zwischen dem gezahlten Lohn und dem Tariflohn verpflichtet. Wettervoraussage. Unter weiterer Kräftigung hat sich das Finnlands hoch bis über Deutschland ausgebreitet und wird bestimmend für unsere Wetterlage. Wenn auch durch die Nordostluft besonders im östlichen Teil des Reichs noch etwas Schneefall zuftanoekommt, so wird bei uns unter dem Hochdruckeinfluß vorherrschend trockenes Wetter bestehen bleiben. Da sich der Himmel zeitweise aufklart, gehen bie Frosttemperaturen weiter zurück als seither. Aussichten für Sonntag: Strenger Frost, bewölkt unb aufklarenb, meist trocken. Aussichten für Montag: Fortbauer bev Frostwetters. Lufttemperaturen am 20. Januar: mittags —1,1 Grab Celsius, abenbs —2,1 Grab; am 21. Januar: morgens — 5.3 Grab. Maximum 1,2 Grab, Minimum — 5,7 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm selbst von ihrem verdienten Lohn einen Betrag au opsern für diesen guten Zweck. ES ist ein ichöner Gedanke und c.nc noch schönere Tat: 3 u * gend sorgt für die 3ugend! Allen Gebern fei herzlicher Dank! Der Arbeitsausschuß wendet sich an alle ftrelfe ber Bevölkerung, das Rotwerk der deutschen Jugend zu unterstühen. Geldspenden erbeten auf das Postscheckkonto Nr. 55 047 Frankfurt a. M., Notwerk der deutschen Jugend, oder unmittelbar an daS Arbeitsamt Gießen (Notwerk). Aicher Zuwendungen von Natural en nehmen Mitteilungen entgegen; Arbeitsamt Gießen. Fernsprecher 2647 bis 2649. und die bekannten Vorsitzenden der Küchen- unb Kontrollkommissionen. Für Abholung der Naturalien wird Sorge getragen. An weiteren Spenden sind angemeldet: aus Alten-Bufeck: 25 Zentner Kartoffeln. 30 Pfund Wehl, 40 Pfund Kraut, 4 Pfund Erbsen, 115 Pfund Dohnen. 26 Pfund Fett, 6 Pfund Fleisch und 23,20 Mark Bargeld; aus Großen - Linden 112 Mk. Bargeld und 30 Zentner Kartoffeln; aus Heuchelheim bei Gießen: 20 Zentner Kartoffeln, */< Rind; aus Watzenborn-Steinberg: 80 Mk. Bargeld, 35 Zentner Kartoffeln, 35 Pfund Mehl, 166 Pfund Gemüse, 276 Pfund Hülsenfrüchte, 34 Pfund Fleischwaren, 14,5 Pfund Fett. 10 Pfund Obst. Tiefe am 20. Januar: abends —0,7 Grad; am 21. Januar: morgens —1,4 Grad Celsius. Verantwortlich für Politik: I V.: Ernst B I u m f ch e i n. Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Sonntag, 22. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanias. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kindcrkirche für bie Martusgemeinde, Pfr. Becker; 17: Pfr. Mahr. — Dohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfelb; au* gleich Militärgottesbienst, 11: Kindcrkirche für die Johannesgemeinbe; Pfr. Ausfelb; 17: Pfarrassistent Knell; 20: Bibelbesprechung; Psr. Müller. — ftapcllc des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinder- kirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — pe- truskapelle. 9.45: Pfarraffiftent Knell. — ftlcin-Cin- den. 10: Gottesdienst; 11: Kinbergottesdienst. — wiefeck. 10. — Alten vufeck. 10: Öotlesbienft; 13: Kinderkirche. — Großen-Ruseck. 10.30: Gottesbienst. — Oppenrod. 13: Gottesdienst. — ftirdberg. 10: Kirchberg. 13 30: Mainzlar. — Haufen-Garbenteich. 10: Garbenteich; 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesbienst; 11: Kinberkirche. — Grünlngen. 10.15: Hauptgottesbienst. — Cid). 10: Stiftsbechant Kahn; 12.45: Kinbergottesbienft; 14: Stiftepfarrer Draudt. katholische Gemeinben. Samstag, ben 21. Januar. Gießen. 16.30 unb 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 22. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanie. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Meße; Kommunion ber Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- bigt; 11: Meße mit Prebigt, 17.30: Anbacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt — Grünberg. 9.45: Meße mit Prebigt. — Hungen 9 30: Hochamt mit Prebigt unb Christenlehre. — Cid). 7.30: Hochamt mit Prebigt; 20: Christenlehre unb Anbacht. — Collar. 8.45: Meße mit Prebigt. — Jllbba. 8.30: Hochamt mit Prebigt. Montag, den 23. Januar. Caubach. 7.30 Uhr: Meße. 2onmaoo6icnfl ö/llcnir ii.viuoiljrten am 22. 1.33 Dr. Hofmann. Dr. Urbaner Hirfchavoi! eke. .tahnant: Dr. Kockerbeck. ,o Wäsche jetzt noch billiger Waschanstalt Sonnenlicht Inhaber: Ludwig Lucas Hammstraße 4 Blendend weiße Mangelwäsche, fchranl- fertig, d Psd. 20 Ps.—Naßwäsche v.Pfd. 14 Ps.u.getrockn 16 Vf.—5lragen,wieneu, 10 Ps.-Oberbemd.40Pf. Alleübr.Wäscke billigst. 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April In VENEDIG über Palermo. Port Said (Cairo, Luxor, Edfu, Assuan), Haifa (Jerusalem. Bethlehem. Nazareth, Damaskus, Baalbek), Beirut (Baalbek), Rhodos. Corfu Griechenland - Türkei - Tunesien - SUdltaflen 24 April ab VENEDIG-13 Mal In GENUA Italien - Marokko - Südspanien - Portugal 6 Mei ab GENUA - 4 Juni In HAMBURG leetenloie AueliOnfte HAM BURG-SU DAM ERIK AN ISCHE Preapekte durch di. oAMPFSCHIFFFAHRTS-GESELLSCHAFT HAMBURG 8 • HOLZBRÜCKl 8 Vertretung Gießen: Wilhelm Moeser, Seitenweg 38 I miete.* öflünonl« | werd iadiflcmäh | il oreiSweri ne- | ittmrnt 11 reoar ®.(föerix\« | GlebeD.Lndwi8str.5p | ielcobon 2403 r Verkantv neuen j it. aedr Ktav Serie!. 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Ian^ 20—22 Mir: Zum erstenmal I 2:2 unentschieden. Samstag, 28.71an., 20.15—22.15 Uhr: Tanzabend Tänze aus 3 ;)abr» hunderten. Sonntag, 29. Satt., 18.30 b. nach 21.30: 3m weiften Nöftl. Samstag, 2(.Zanuar 1933 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejsen) Nr. 18 Zweites Blatt schc Fähigkeit, daß er diese anerkannt und danach handelt. Üebersehcn werden aber kann Italien in Eens ebensowenig wie Ruhland. Ohne Italien ist vor allem aus dem Abrüstungsgebiete schlechterdings nichts Brauchbares zu erreichen. Das ergibt sich ganz von selbst aus seinem Verhältnis zu Frank reich, oder besser umgekehrt, aus der Stellung Frankreichs zu ihm. So sind das zwei Außenseiter, die doch nicht ent behrt werden können, die sich in der Außenpolitik bisher nicht zueinander gesunden haben, so gut im direkten Verhältnis Italien—Ruhland die Bczn'hun- gen sind (Wirtschaftsvertrag, Dreieck Ruhland—Tür kei—Italien, usw.). Daß in dieser besonderen Position beide Staaten für die deutsche Politik sehr wesentlich sind, von ihr sehr stark benutzt wer den können, bedarf keines Wortes. annähmen, daß die spinne nun auch so gut sieht. An Stelle der photographischen Platte haben wir ja im Auge die sog. Netzhaut, die sich im wesentlichen von der Platte dadurch unterscheidet, daß die Bilder immer sofort wieder verschwinden. Die Licht- reize erregen die in der Netzhaut sitzenden sog. 'stab» chen, die alle nebeneinander stehen und der ^Llnse nur die kleine Schnittfläche zukehren. Jedes Stäbchen ist von einer schwarzen Röhre umgeben, die es von den Nachbarröhrchen isoliert, und leitet die Lichteindrücke durch eine Faser der Sehnerven in das Gehirn. Nun wirken diese Stäbchen wie eine feine Rasterung, die wir ja von den Bildern in den Leitungen her kennen, je feiner die Rasterung ist, desto mehr Edelheiten kann man erkennen. Wenn aber z. B. ein Fleck nur so klein ist, dah sein Abbild nur auf ein Stäbchenende fällt — £ei emem Markstück ist dies beim Menschen auf 80 Meter der Fall —, so sieht er einfarbig aus, wenn er auch in Wirklichkeit aus verschiedenfarbigen Punkten zusammengesetzt ist. Nun hat das große 'Auge des Menschen natürlich sehr viel mehr stabchen als^das Spinnenauge, und daraus ergibt sich, daß aas Sehvermögen der spinnen etwa 400’ bis ZOOrnal schlech t-r ist als unseres. Die Spinnen sehen also nur aus ein Hundertstel der Entfernung ebensogut mir wir. Dr. Homann hat dann noch weitere Versuche gemacht, indem er beobachtet hat, auf welche Entfernung z. B. eine Fliege von einer Spinne wahr- qenommen wird. Dabei hat es sich gezeigt, dah sie die Fliege schon auf eine Entfernung bemerkt, wo sie sie infolge des Baues ihrer Augen noch nicht als Fliege erkennen kann, sondern sie nur als Punkt sieht, dies aber nur dann, wenn sich die Fliege bewegt, wenn also das Bild des Punktes gewißer maßen über die Stäbchen eines Auges dahmwan- bcrL Dies beweist auch die Tatsache, daß sich die Spinne genau so verhält, wenn man irgendeinen anderen Gegenstand von Fliegengröße wie eine Fliege bewegt. Die Spinne kriecht dann allmählich näher und erlebt dann unter Umständen die Enttäuschung, daß sie sich geirrt hat, daß es diesmal nicht der gewünschte Fliegenbraten, sondern ein leider ungenießbarer Gegenstand war. Wenn auch diese Untersuchungen keinen unmittelbaren Ausschluß darüber geben, wie größere Tiere, also, um im Beispiel zu bleiben, etwa Katzen sehen, so kann man sich doch eine Vorstellung davon machen, daß das Sehvermögen der Katzen zwischen dem der Spinnen imd unserem Sehen liegen muh, natürlich, schon. der Beweglichkeit der Katzenaugen Schacher um Oesterreich Anschluß oder Neutralisation"? gleichgültig gegen alles, was im Wachen uns zu erregen vermochte. Der stark Ermüdete gleicht so mit seinem herabgesetzten Gefühlsleben einem Stumpfsinnigen. Unter Wahrnehmungsvermögen mindert sich, weil die Erregbarkeit der Sinnes- Zentren im Gehirn herabsinkt. Der Umfang des Be wußtseins verringert sich, die Verknüpfung der Vor ftellnngcn miteinander wird erschwert, |o daß sich die Vorstellungen vereinfachen und die Borstel lungskreise verengen. Es ist sehr schwer, sich in die sem Stadium des Einschlafens noch etwas gedacht nismäßig anzueignen ober auch bloß zu zählen. Mit der Abnahme der gefühlsmäßigen Reaktionen setzt der Zerfall unseres Selbstbewußtseins ein. d. h. jener in sich eng verbundenen Empfindungen und Vorstellungen, auf denen das Erlebnis des Selbst beruht. Unser Wahrnehmen und Denken wird unpersönlicher. Infolgedessen erhalten die Reize, die vom eigenen Körper ausgehen, eine größere Deutlichkeit als im Wachen, da sie als etwas Fremdes empfunden werden. Das ist für die Gestaltung der Träume von besonderer Bedeutung. Wir erleben uns selbst oder Teile unseres Leibes als etwas von uns Losgelöstes: und verstärkt wird dieser Eindruck durch gewisse Reize der Lage, durch die eine Art non dunklem Situationsgesühl erzeugt wird. Mit dem weiteren Fortschreiten des Einschlafens schwin bet die Fähigkeit zu jeder Selbstbeobachtung. Die Lewuhtseins-Auflösung dehnt sich weiter aus, und es stellen sich jene nebelschwadenähnlichen Der bunthmgen bes inneren Gesichtsfeldes ein, die dem liebergang zur völligen Bewußtlosigkeit voranzugehen pflegen. Bisweilen treten habet — als eine Art Vorstufe des Träumens — allerlei Sinnestäuschungen aus, meist in Gestatt bunter Figuren, sich wandelnder Bilder, fliegendex Vögel usw. Es werden auch Dinge gehört und gesehen, die in Wirk- lichkeit nicht da sind. Diese Bewußtseinsstörungen beim Einschlafen sind als Folge einer fortschreiten den Herabsetzung der Fähigkeit zu erklären, die Vorstellungen miteinander zu verknüpfen; sie bc ruhen darauf, daß die verschiedenen Hirnzentren nicht mehr funktional Zusammenarbeiten, sondern sich in ihren Betätigungen trennen und nur noch für sich tätig sind. Jedenfalls hören beim Einschlafen die seelischen Funktionen nicht gleichzeitig auf, sondern in einer ganz bestimmten Reihenfolge, die aber unter normalen Verhältnissen rasch ablauft» baß sie dem Einzelnen nicht zum Bewußtsein kommt. Erst hie Wissenschaft hat diese feinen Einzelheiten und Uebergänge ergründet. Rußland undZtalien. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Pros, der GeschiTFe an d.r i nmerfifät Äerlin Der fernöstliche Streit im Völkerbund scheint einer Lösung zuzutreiben. Die Vorbereitungen zur Wettwirtschaftskonferenz plätschern wetter. In Gens treffen ferner alle wieder ein, die an der 2lb= rüstungskonferenz beteiligt sind. Blicken wir in dieser Derhandlungspause kurz auf Rußland und Italien und fragen wir, welche Positionen die beiden Staaten in dem Ringen der Großmächte einnehmen. Rußland schloß am 31. Dezember den e r ft e n Fünf jahrplan ab. Die Frage ist falsch,gestellt, ob er gelungen ober nicht gelungen sei. Stalin hat in einer Rebe vom 7. Januar zu beweisen versucht, daß er vollkommen „erfüllt" worben sei, unb er hat bas Manko, bas auch er nicht leugnen kann, erklärt mit ber erzwungenen Ablenkung auf bie Kriegsindustrie -wegen der im fernen Osten drohenden Kriegsgefahr. Ader unbestreitbar ist, daß im Sinne seiner Bedeutung, ber psychologischen Wirkung auf bfe eigene Gefolgschaft, ber Plan nicht gelungen ist. Er hat keine Verbesserung ber Lebenshaltung gebracht, im Gegenteil. Ihm soll ein z w e i- ter Fünf jahrplan folgen, währenb doch schon vom ersten eine wesentliche Etappe für Glück und Behagen derer, für bie er bestimmt sei, versprochen war. Das mußte zu einem Rückschlag führen, den jeber Beobachter Ruhlanbs im letzten Jahre auch feststellen konnte: Die Lebenshaltung ist ohne Zweifel am Enbe bes ersten Plans viel schlechter als am Anfang, bie Ernährung sowohl wie bie Ausstattung mit Bebarfsartikeln, bereit Fabrika- tion bei weitern nicht bem Bebürfnis nachkommt. Die beiben schlechten Ernten von 1931 unb 1932, sowie die Kollektivierung haben biesen Zuftanb noch verschärft. Kurz: Enttäuschung und D e p r e f- 1 jon herrschen, die gewaltige Anspannung, der große (Elan, ber unter bem Fünsjahrplan vorhanben war, hat nachgelassen. In seiner Rebe hat Stalin versucht, den Weg aus der Spannung zur Erleichterung zu finden. Indem er die Ernährung und die Stimmung der Arbeiter vor allem verbessern wlll. Ein großer, konstruktiver Gedanke war nicht darin. Im wesent lichen kam es daraus hinaus, daß die sogenannte Industrialisierung verlangsam i werden, daß der Mensch statt der Maschine mehr zu seinem Recht kommen, und baß eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion erzielt werden soll, indem die Agrarpolitik ruhiger werden soll und indem man das eigene Interesse des Bauern wachzurufen sucht. Es ist eine große Spannung da, unb ber Vergleich mit dem Frühjahr 1921 liegt nahe. Aber was Stalins Rede an Positivem bot, war nicht mit jener Wendung zu vergleichen, in ber bamals Lenin zur sogenannten „Nep" überging. Die Opposition ist nicht gering. Aber wo sie sich zeigt, wirb sie rücksichtslos niebergemorfen, mit Beamtenabbau unb Parteisäuberung hält ber Diktator eifern bie Herrschaft in seiner Hand. Die Schwierigkeiten bes neuen Jahres sinb sehr groß, aber baß bas Regime Stalins dadurch irgendwie wesentlich bedroht sei, ist nicht zu sagen, jedenfalls nicht zu erkennen. Das wieder bedeutet aber, daß bie Außenpolitik ber Sowjetunion unbebingt f rieblid) fein muß. Noch niemals ist zwar ber Fünfjahrplan so als Werkzeug ber Verteibi - gu n g, zum militärischen Schutze hingestellt worden, wie in Stalins Rebe, — eine beutliche Drohung an bie Abresse Japans, baß Rußland für einen Verteidigungskrieg vollkommen gerüstet sei. Einen Angriffskrieg aber will und kann es nicht führen, wie ja auch otalin in feiner Rede fein W o r t von der Weltrevolution gesagt hat. Eine Friedenspolitik verfolgt. Rußland, in der es auf (Erfolge zurückblicken kann. Es hat die Barriere der Nichtangriffspakte gegen die sogenannte Antisowjetfront ungemein ausgebaut. Es balanciert sehr geschickt zwischen den bedrohlichen Schwierigkeiten des fernöstlichen Konflikts hindurch, sowie zwischen wegen, näher an unserem. Da die Augen der Katze beide nach vorn gerichtet sind, wird sie auch aus denselben Gründen körperlich sehen wie ber Mensch, freilich nicht so gut, weil ber Abstanb ihrer beiben Augen voneinander geringer ist als beim Menschen. Da ihre Augen kleiner sind als die menschlichen, müssen ihr bewegte Gegenstände infolge der geringeren Stäbchenzahl ihres Auges leichter erkennbar sein als stillstehende. Ein Pferd freilich, dessen Augen nach ber Seite gerichtet sinb, wirb roieber ganz anbers sehen; vor allen Dingen kann es nicht körperlich sehen, weil dazu zwei auf dasselbe Ziel gerichtete Augen gehören. Daraus läßt sich wohl auch die uns so oft merkwürdig erscheinende Furcht der Pferde vor manchen Gegenständen erklären. Wir Menschen sind nur allzu leicht geneigt, die Sinneswahrnehmungen der Tiere mit unseren gleichzusetzen. Das ist natürlich ein Irrtum. Es ist eigentlich selbstverständlich, daß grundlegende Unterschiede bestehen müssen, denn dies sagt uns schon eine einfache Ueberlegung. Ganz besonders dankens wert ist es aber, wenn solchen Dingen auf den Grund gegangen wirb, wie es Dr. Homann getan hat, benn seine Untersuchungen geben uns ein klares Bilb barüber, wie bie Tiere sehen, wenn er sich auch nur auf bie Untersuchung der Spinnenaugen beschränkt hat. Die kleine weiße Mi, die beim Diktieren dieses Aufsatzes auf meinem Schoß liegt, hat übrigens dem, was ich über die Katzenaugen geschrieben habe, durch lebhaftes Schnurren zugestimmt, und sie muß es ja schließlich doch noch besser wissen als selbst Dr. Homann. Lieber das Einschlafen. Die komplizierten Erscheinungen bei einem so alltäglichen Vorgang wie dem Einschlafen sind von dem Jenenser Psychologen Prof. Baegs genau studiert worden; er berichtet darüber in einem Aussatz ber „Leipziger Jllustrirten Zeitung". Man kann beim Einschlafen zwei verschiebene Stadien unter sckeiden: bas ber Mübigkeit unb das bes Bewußtseins-Zerfalls. Die Mübigkeit äußert sich in bem Gefühl abnehmender Muskelspannung, in einer zunehmenden Gliederschwere, besonders in den Bei nen, dann im Rumpf und schließlich in den Armen. Seelisch ist damtt eine Verringerung unserer Anteilnahme an den Vorgängen der Äußenwett verknüpft. Die Sinne stellen ihre Tätigkeit em, zuletzt ha? Gehör Wir werden allmählich ftumpr und mit Drohungen unb wirtschaftlichen Druckmitteln beantwortet unb zerschlagen. Brianbs Paneuropa Projekt, Tardieus europäischer „Aufbauplan", Her riots „konstruktiver Plan", sie alle bienen bem glei chen Ziel: ber Anschluß soll verhinbert werben. Es ist vor etwa zehn Jahren ein Buch erschienen, das sich „Die Verschweizemng Deutschlands" nannte. Es schilderte die Gefahren, bie ein Volk zu geroärti gen hat, das die Sicherheit seines Staates nicht mehr durch eigene Kraft gar an ti e r t, sondern die Wahrung seiner Ehre unb Um abhängigkeit ben umliegenben Völkern überläßt. Die Schweiz läßt sich jeboch bafür keineswegs als Musterbeispiel heranziehen, denn sie umsaßt drei Völker, deutsche, französische unb italienische Schweizer, unb sie hat sich überbies in ber Miliz eine Wehrmacht geschaffen, die durchaus in der Lage ist, ben Heimatdoben zu verteidigen. Dennoch muß auf die Entwicklung der deutschen Geschichte hin gewiesen werden, die seit etwa 600 Jahren einen Abfall seiner allen Stammesgebiete nach dem an dem vom Reich erlebt hat. Die deutsche Schwei., gehörte einstmals zum Reich. Noch im vergangenen Jahrhundert war dieses Reichsgefühl in Gottfried Keller und Konrad Ferdinand Meyer lebenbig. Flandern unb . bie Nieberlanbe gehörten ebenso zum Reich, wie Böhmen unb Siebenbürgen. All biefe Bastionen beutschen Volkstums sinb uns ent- roeber entrissen worben, ober aber sie wurden durch Schuld unb Schicksal bem Reich entfremdet. Jetzt versucht Frankreich, auch Oesterreich für immer vom Reich zu trennen. Ist Oesterreich erst einmal „neutralisiert" und hat das österreichische Volk'den Willen aufgegeben, gemeinsam mit dem Reich eigene nationale Geschichte zu gestalten, so ist Oesterreich endgültig für Deutschland verloren. Es ist fein Geheimnis, daß der französische Senator 3 o u o e n e l in Rom mit dem Spezialaus, trag erschienen ist, Italien für diese Neutralisation Oesterreichs zu gewinnen. Italien jedoch hätte von einer solchen Neutralisierung nicht den mindesten Nutzen. Es würde von seinem Verbünde» ten Ungarn abgeschnürt unb würbe sich Deutschlanb zum ewigen Feinb machen. Aber auch bie Oesterreicher selbst hätten nur Scheinerfolge, wenn ber französische Plan verwirklicht würbe'. Anstatt immer mehr zu einer deut- scheu Brücke nach bem S ü b o ft e n zu wer» ben, würbe Oesterreich stagnieren und jebe innere Schwungkraft verlieren. D i e deutsche Außenpolitik hat auf ber Hut zu fein'. Ehe bie französischen Pläne greifbare Gestalt angenommen haben, hat Deutschland von sich aus in Rom, London, Budapest und Wien vorzubeugen. Denn aus die Dauer wird sich das roiebererftarhe Deutschland fein unter französischem Protektorat stehendes „neutrales" Oesterreich gefallen lasten. Japan und Amerika, wobei nicht zweifelhaft ist, baß ihm bie Verbindung mit Japan unb die Anerkennung durch dieses am liebsten wären. Darüber hinaus ist seine Außenpolitik vor allem Außenhandelspolitik. Gerade in ber Weltkrise ist es immer mehr ein bebeutenber Kunbe ber Inbustrielänber geworben. Es ringt um seine Han- belsbilanz. Es sucht auf bas äußerste seine Zah- lungsbllanz aufrechtzuerhalten, unb es will deshalb nicht nur kaufen, sondern auch verkaufen. Das erzeugt Schwierigkeiten im Handelsverkehr, die anderseits aber geringer werden, weil die Industrieländer alle ohne Ausnahme, selbst Länder wie bie Schweiz, größtes Interesse an biefem Absatzgebiete als einer noch nicht Jndustrielanb geworbenen Volkswirtschaft nehmen. Die Friedenspolitik schließlich führt auch Rußlanb immer mehr unb offenbar ohne Wiberipruch von innen heraus nach Genf. An ber Abrüstungskonferenz arbeitet es mit. An der Weltwirtschasts- konferenz wird es das auch tun. (Es ist geradezu dem Völkerbund jetzt schon „attachiert". Sein Gewicht in der Weltpolitik ist, wie man in Genf sagt, „potentiell" nicht sehr groß. (Eine entscheidende Rolle in den Genfer Fragen, bie bie Zentralsragen Europas sind, vermag es nicht zu spielen. Aber übersehen kann man es nicht. Sehr charakteristisch weist ber Lytton-Bericht, also der Bericht einer D ö Iker- b u n b s kommission, immer roieber auf bie russischen Interessen an ber manbschurischen Frage hin. Man weiß in Gens, baß roeber Abrüstungsarbeit, noch Sanierungsbemühen für bie Weltwirtschaft einen Erfolg haben können, wenn Rußlanb braußen bleibt Achnlich und doch auch anders ist die Position Italiens. Fünfzehn Jahre hat jetzt in Rußland ber Bolschewismus geherrscht. Zehn Jahre herrscht ber Faschismus in Italien, ber im Herbst 1922 mit bem Marsche auf Rom an bas Ziel kam. In e uer gewaltigen Ausstellung ber faschistischen Revolution in Rom ist bie (Erinnerung bar an unb ber Werbegang bes Faschismus bargestellt (Er hat unbestreitbar die Macht (Er ist nicht Reaktion, sondern ein neues politisches System, das wirtschaftlich auf bem Privateigentum ruht, aber bamit eine weitgehenbe staatliche Organisation ber Jnbusttie unb ber Arbeiterschaft uerbinbet (Es herrscht rote der Bolschewismus durch Gewalt und auch durch Schreckmittel. Er hat, im Gegensatz zum Bolschewismus, der Arbeiterschaft gegen früher bessere Lebensbedingungen gebracht. Er wird von außen nicht bedroht, ist im Innern stabilisiert unb kann sich also ausgestallen unb vertiefen. Er gipfelt anbers als ber Bolschewismus schlechthin in einer Persönlichkeit, bie immer größer unb staatsmännischer geworben ist Stalin ist nicht in bem Maße Diktator wie Mussolini, Mussolini ist es nur burch die Persönlichkeit, Stalin ist es als Persönlichkeit durch bie Partei. Nun stößt ber Faschismus seit vier Jahren an die Wirtschafts krise: Defizit im Haushalt, Kampf um bie Hanbelsbilanz unb Währung, agrarische Not, alle bie Schwierigkeiten, bie bie Krise auch sonst tn (Europa gebracht hat. Das hat ben Faschismus weitergetrieben auf einer Bahn, auf der er von Haus aus nicht gehen wollte, bie ihm aber eigentlich vorbestimmt war. Er will nicht Staatskapitalismus unb nicht Staatssozialismus sein. Aber bieser Kor- poratiostaat hat Unternehmer unb Arbeiter staatlich organisiert, unb er sieht sich nun gezwungen, zur Bekämpfung ber Krise ber Staatsplan- wirtschaft näher unb näher zu kommen. Damit meine ich bas soeben verabschiebete Gesetz über die Geneymigungspflicht für in - b u ft r i e 11 e Neuanlagen, bas ein Wendepunkt in ber Wirtschaftspolitik bes Faschismus ist. Jetzt greift ber Staat in bie Wirtschaft unmittelbar ein, jetzt geht er zur Kontrolle ber Probuktion über, indem er die Kreditoerteilung an die Produktion unmittelbar in bie Hanb nimmt. (Er hatte schon befonbers bie Banken gestützt. Er ist baruber in Finanzschroierigkeiten gekommen. Er beginnt nun eine Kontrolle über die Produktionsanlagen: jeder weitere Ausbau ist von der Zustimmung ber Re qicrung abhängig. Damit beginnt ber Musfolmische Staat die Wirtschaft selbst planmäßig zu ordnen unb zu regulieren. Wenn bie Krise sich bald hebt, tann bas rückgängig gemacht werben. Da dafür die Wie sehen Tiere? Äon Karl Ammon. fJladjbriuf verboten.) Zunächst muß ich ein Gestänbnis ablegen: Ich bin mit Liebe zu Katzen unb Kenntnis der Äaßenjcele behaftet; aber ich kann nichts bafür, benn bas ist eine erbliche Belastung von meinem Vater her. Wenn man nun solche Viere lieb hat, so beobachtet man sie. Dabei ist es mir nun oft aufgefallen, bah die Kietzen offenbar ganz anders sehen als mir Menschen, unb daß ihnen vor allen Dingen eine gute Fernsicht abgeht und sie auch in der Nähe hauptsächlich bewegte Sachen erkennen, während sie unbewegliche oft merkwürdig schlecht sehen. Diese Frage über bas Sehen der Tiere bewegt offenbar auch andere Leute, wenigstens findet sich in den neuesten Zeih-Notizen, der Hauszeitschrift der Zeihwerke in Jena, ein sehr belangreicher Aufsatz non Dr. H. Homan n von ber Fachschule für Feinmechaniker in Göttingen über bas Sehen ber Spinnen. Dieser Aufsatz ist deshalb so ausschluh- ruid), weil er nicht nur von theoretischen Betrachtungen ausgeht, sondern bie Frage auf Grund sehr eingehender Versuche und Untersuchungen beantwortet Eine Spinne hat gewöhnlich acht Augen, unb zwar sind diese Augen nicht beweglich wie unsere, da bie Linsen lebiglich aus halbkugelförmigen Vorwölbungen ber Körperhaut über ben zlugenoffnun- gen gebildet werben. Diese Körperhaut besteht aus Chitin, also aus bem Stoff wie bie slugeldeckel bes Maikäfers, ist also sehr hart unb wiberstanbssahig. Das ist natürlich für die Spinne sehr angenehm; ober da nicht alles Gute immer vereinigt ist, so hat die Sache für die Spinne auch ihre unangenehme Seite: Die Haut kann nämlich ebensowenig wachseii, wie dies die Anzüge unserer Kinder tun können, unb so muß eben die Spinne ihre Haut, wenn sie ihr zu eng wird, ausziehen und sich eine neue bilden. Mit dieser Haut wirft sie nun auch die Augenlinsen av, fo bah man biefe bequem untersuchen kann Man kann z. B. hinburch photographieren ober @egen= stäube durch diese Linsen betrauten. Dabei sieht man, dah diese Linsen, obwohl sie meistens mir wenige Zehntel Millimeter groß sind verhallms- xinähia gute Bilder ergeben, die allerdings nur in bvr Mitte scharf, an ben Rändern aber verschworn- "Mun"märe es aber eine Täuschung, wenn mir Als im vergangenen Sommer ber von Frankreich unterstützte Völkerbunbskrebit an Oesterreich nur gegen die Zusicherung gegeben wurde, auf mindestens 20 Jahre jebe Anschluß- propaganba zu unterlassen, unb als ber beut sche Vertreter in Gens burch seine Stimmenthaltung nicht für unb nicht gegen diesen bedenklichen Kredit stimmte, blieb es in Deutschland merk- würdig still. Damals schwebten gerade die Regie rungsoerhandlungen auf Einbeziehung der Nationalsozialisten in bie Reichsregierung. Unb well einem krisenerschütterten Doll bas innenpolitische Hernb näher ist, als ber außenpolitische Rock, würbe kein Mensch in Deutschland gewahr, baß burch bie- ses ftrebitabtommen jene Zwangsjacke um Deutschlanb, beren einzelne Teile mit ben Namen ber Pariser Dorstabtsriebensbiktate beschriftet sinb, um eine Knopfreihe enger gelüpft würbe. Heute schweben bie innenpolitischen Verhanblungen in Deutschlanb immer noch, parlamentarisches Hin unb Her, Reichstagsneuwahlen in Aussicht, Regierungskrisen; wer von ben Deutschen, bie Politik nicht berufsmäßig betreiben, hat ba noch Zeit, nach Südosten über die Grenze zu schauen und die Nöte des österreichischen Volkes als deutsche Nöte zu empfinden? Und doch geht es bei allen österreichischen Fragen unmittelbar um das Reich selbst. Nach wohlunterrichteten italienischen und englischen Zeitungen, die chrerseits von den jeweiligen Außenministerien informiert fein dürften, erwägt die französische Regierung gegenwärtig den Plan, Oe st erreich auf ewige Zeiten zu „neutralisieren" und diese Neutralität vom Völkerbund garantiere n zu lassen. In Rom unb Lonbon will man wissen, bah bereits in brei Hauptstäbten Verhanblungen über biefe Neutralisation im Gange seien unb bah bie beseitige österreichische Regierung bereit bei, bem Plan naherzutreten, wenn Oesterreich bie gleichen Rechte der Neutralität garantiert werben mürben, wie sie bie Schweiz seit ber Mitte bes vergangenen Jahr- hunberts besitzt. Der Kern bieses französischen Planes ist klar: ber Anschluß Oesterreichs an das Deutsche Reich soll für immer verhinbert werben. Dieses Ziel ist eines ber ©runbprobleme französischer Außenpolitik feit ber Zerschlagung bes alten Habsburger Reiches. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker, durch dessen Versprechen und Zusage an die mitteleuropaifchen Völker innerhalb der Donaumonarchie man den Krieg gewann, wird mit Füßen getreten. Aus einer geradezu hysterischen Furcht vor einer Erweiterung bes deutschen Lebensraumes und einer Verstärkung der deutschen Volkskraft hat man in den Diktaten von Versailles und St Germain ausdrücklich das Anschlußverbot ausgesprochen. Jedes Genfer Anleiheprotokoll hat dieses Verbot besiegelt und bestätigt. Jeder deutsche Versuch, zu einer gemein famen Zollunion mit Oesterreich zu kommen, wurde Wahrscheinlichkeit nicht groß ist, wird die Lahn weiter beschritten werden zur staallichen Planwirtschaft schlechthin. Das Verhältnis zur Kirche ist in den bekannten Verträgen geregelt, aber damit noch nid)L_enbgültig geordnet. Die eigene äußere Politik im Sinne der Ausdehnung liegt still. Italien kann tatsächlich ^einc expansive auswärtige Politik nicht führen. Sein Gegensatz zu Frankreich lähmt es und hat bisher nicht behoben werden können. Koloniale Erfolge sind Mussolini nicht beschieden gewesen. Daher ist seine Position in Genf etwa wie die Rußlands, ja beinahe geringer, trotz ber größeren „potentiellen" Macht Italiens. (Eine besonders aktive Mitarbeit in der Stbrüftungsfrage ober in ber Wettwirtschaftskonferenz ist ebensowenig vorhanben, wie ein erfolgreiches Dorwärtstreiden ber Revisionspolitik. Das hat seine bestimmten zwingenben Grünbe, unb es spricht für Mussolinis ftaatsmänni- Die Realsteuer-Erhöhung in Gießen Fast bei jeder Etatberatung im Gießener Stadtrat wurde auf der Suche nach neuen Deckungs- Mitteln von der Fraktion der SPD. der Vorschlag gemacht, die R e a l st e u e r n auf den hessischen L a n d e 2 d u r ch s ch n i t t s s a tz zu erhöhen. Die Mehrheit des Stadtrates hat sich dieser Empfehlung gegenüber stets ablehnend verhalten. Dieses Nein hatte seine gute Begründung in der starken Steuerlast, die auch ohne diese Erhöhung der Realsteuer- söge bereits die Steuerpflichtigen hart genug drückte. Trog dieser Ablehnung ist unsere städtische Finanzwirtschaft noch bis zum Jahre 1931 gut durchgekom- men-, die Rechnungsabschlüsse konnten mindestens ausgeglichen werden, während sie in früheren Jahren sogar mit einem Ucberschuß abschlossen. Erst im Verlaufe des vorigen Jahres trat zutage, daß unsere Finanzgebarung stärker in Druck geriet. Daran war nicht etwa eine leichtfertige Wirtschaftsführung der Stadt schuld, sondern die stärkere Anspannung hatte ihren Grund in den ständig an- wachsenden Fehlbeträgen bei den Steuerüberweisungen des Reiches einerseits und in der steigenden und unvorhersehbaren finanziellen Mehranforderung für die Wohlfahrtspflege anderseits, die insbesondere auf die vom Reiche herbeigeführte finanzielle Entlastung der Arbeitslosenversicherung auf Kosten der Gemeinden zurückzuführen war. Daß bei dieser Sachlage die Finanzschwierigkeiten auch in unserer städtischen Verwaltung zwangsläufig immer mehr anwachsen mußten, ist kein Wunder. Was die Fraktion der SPD. im Gießener Stadtrat In jahrelangen Bemühungen nicht hat erreichen können, wurde nun durch einen Machtspruch der Regierung zur Tat: die Ausschlagssäße der Realsteuern wurden auf den Lan- desdurchschnittssatz erhöht. Besonders hcrvorzuheben ist dabei, daß die Erhöhung sogar rückwirkende Kraftad 1. April 1 9 3 2 hat, also wiederum die Steuerzahler mit einer Mehrausgabe belastet, die sie bei ihren wirtschaftlichen Kalkulationen bisher in keiner Weise in Rechnung stellen konnnten. Wir wissen, daß die Gießener Stadtverwaltung, die als ausführendes Organ des Darmstädter Diktats im Vordergründe steht, sich bei dieser Steuererhöhung nicht wohlsühlt. Man kennt bei der Stadtverwaltung die ernsten und heutzutage mehr denn je begründeten Bedenken der Stadtratsmehrheit gegen einen weiteren Aufbau der Realsteuern. Die Stadtverwaltung weiß auch, daß dieser neue Steueraufbau schon Mitte Dezember im Finanzausschuß des Stadtrats abgelehnt worden ist, wie überhaupt der Stadtrat sich unter den obwaltenden Umständen zu keinerlei Steuererhöhung verstanden hätte und auch auf absehbare Zeit hinaus sich nicht dazu bereitfinden wird. Es ift der Stadtverwaltung aber von oben herab kein Zweifel darüber gelassen worden, daß die Realsteuerhöhung vom Ministerium diktiert werden würde, wenn man sich nicht bereitfinde, allo Bedenken und Hemmungen beiseite zu lassen und dem neuen Steuerausbau mehr oder minder gutwillig den Weg freizugeben. Unter diesem Drucke ist nun die Stadtverwaltung zu der Heraufsetzung der Realsteuersätze geschntten. Die Verwaltung, vielleicht auch die Herren in Darmstadt, werden sich wohl nicht darüber im Zweifel sein, welche Gefühle diese neue Umdrehung der Steuerschraube bei den ohnehin schon hart ringenden Steuerzahlern auslösen wird. Eine Beruhigung der Geister, die doch gerade in der Zeit der andauernden politischen Krise und Hochspannung dringend wünschenswert wäre, wird durch die neue Schröpfung nicht erreicht werden. Dabei ist aber noch sehr fraglich, ob auf diese Weise über- Haupt ein höheres Steueraufkommen erzielt werden wird. Wer die Verhältnisse im Mittelstand, insbesondere im Handwerk und im Kleingewerbe, wie auch im Hausbesitz kennt, weiß zur Genüge, daß die Erfüllung der bisherigen Steuerlast schon außerordentliche Anstrengungen der Zahlungspflichtigen erforderte. Und dennoch jetzt dieser Neuaufbau der Last, anstatt eine aus wirtschaftlichen und psychologischen Gründen schon seit langer Zeit fällige Entlastung herbeizuführen! Man gewinnt den Eindruck, daß der Regierung in Darmstadt die wirklichen Verhältnisse in Gießen nicht genügend bekannt sind. Weiß man in Darmstadt nicht, daß der Elendskreis auch in Gießen schon zahlreiche Handwerksmeister und kleine Hausbesitzer infolge Arbeitsmangels, Mietausfalls usw. sehr empfindlich mit berührt hat? Spricht die Tatsache, daß auch aus den Kreisen des handwerklichen Mittelstandes die Hilfe des Wohlfahrtsamts schon mit in Anspruch genommen werden muh, nicht deutlich genug dafür, nunmehr unter allen Umständen nach Erleichterungen zu streben, anstatt die Steuerlast immer noch weiter zu erhöhen? Wir müssen schon sagen, für einen total verfehlten Beschluß hätte man in Darmstadt einen unglücklicheren Zeitpunkt nicht wählen können. Die Realsteuererhöhung in Gießen kann auch nicht damit gerechtfertigt werden, daß unsere Stadt bisher mit der Höhe dieser Ausschlaassätze hinter den Realsteuern mancher anderer hessischer Orte zurückstand. Hier ist eben maßgeblich in Betracht zu ziehen, unter welchen Verhältnissen die Steuerzahler jeweils zu wirtschaften haben; in dieser Frage kann man nicht alles über einen Kamm scheren. Uebrigens ist dabei auch zu beachten, daß wir in Gießen neben den Realestuern noch einige Sonderleistungen der Steuerpflichtigen haben, die sachlich mit der Real- fleuerlaft Zusammenhängen und durch die unsere otabt auf den gleichen Gefamtsteuersatz kommt, wie er in anderen Städten besteht. Es ist selbstverständlich, daß jeder mit Derantwor- tungsbewußtsein in der Kommunalpolitik tätige Mensch sich ernste Gedanken darüber macht, in welcher Weise die Gemeinde über diese schwere Krisenzeit ohne allzu großen Schaden hinweg, gebracht werden kann. Wir unterstützen von diesem Standpunkt aus alle Bemühungen, die darauf gerichtet sind, den unbedingten Erfordernissen unseres Gemeinwesens gerecht zu werden, dabei aber auch unter allen Umständen eine geordnete Finanzwirt' schäft zu gewährleisten. Wir können jedoch nicht verstehen, daß man immer und immer wieder nur zur Steuerschraube seine Zuflucht nimmt, obwohl aus den bisherigen Erfahrungen schon zur Genüge bekannt ist, daß auch ein weiteres Anziehen der Presse keinen Saft mehr aus der völlig ausgequetschten Frucht herausbringen kann. Es wäre doch richtiger und wirtschaftlich verheißungsvoller, man würde all sein Augenmerk auf die Belebung der Wirtschaft richten und vor allem Arbeit schaffen, bamit hierburch neue Kraft entstehen kann, die sich in der Entlastung des Arbeitsmarktes, aber auch in erhöhter Steucrergiebigkeit bemerkbar machen würde. Seit Wochen wird nun schon von Berlin und von anderen Städten aus über die Notwendigkeit der Arbeitsbeschaffung geredet. Täglich hört man immer wieder Worte und Verheißungen, aber von Taten hat man bisher auch unter der Führung des Arbeitsbefchaffunaskommifsars G e - r e k e noch nichts vernommen. Es ist höchste Zeit, daß nach dieser Richtung hin nun endlich das R e - den aushört und die Taten sichtbar werden. Wir möchten der Regierung dringend nahelegen — und der Gießener Stadtverwaltung empfehlen, mit allem Nachdruck daraus hinzuwirken —, daß wenigstens für das am 1. Avril 1933 beginnende neue Rechnungsjahr die jetzige Zwangsjacke der Realsteuererhöhung wieder be° seitigt und an deren Stelle eine Regelung auf Grund der freiwilligen Entschließung des Stadtrats gesetzt wird. Wenn nicht mindestens nach dieser Richtung hin verständnisvolles Entgegenkommen die Oberhand gewinnt — denn an eine sofortige Wiederaufhebung des gegenwärtigen Diktats kann man ja nicht denken —, wird der politischen Unruhe nur noch Vorschub geleistet werden. Rundfunkprogramm. Sonntag, 22.3anuar. 6.35 Uhr: von Bremen: Hafenkonzert. 8.30: Katholische Morgenfeier. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.50; Die rumänische Volksmusik in Siebenbücgen, Vortrag von Bela Bartok. 11.30: von Leipz.g; Relchsfendung: Kantate von Joh. Seb. Bach. 12: Stadtihealer Heilbronn: Tänze, gespielt vom Stadttheaterorchester Heilbronn. 13.05: Miitagstonzert des Westdeutschen Kammerorchesters. 14: Zehnminutendienst der Landwirtschuftskammer Wiesbaden. 14.10: Stunde des Landes. 15: (Mannheim): Stunde der Jugend. 15.50: von München: Botanischer Garten: Deutsche Meisterschaften im Eishockey; Sprecher: Paul Laven. 16.30: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorchesters Wiesbaden. 18: Von der Armut und vom Geben: Der Bettler und das stolze Fräulein von Rainer Maria Rilke. 18.15: „Selbstanzeigen"; Wilhelm Michel spricht über sein Buch „Geliebte Welt". 18.30: Vergnügliches Zwischenspiel. 19: Skizzenbuch des Alltags. 19.30: Zitherkonzert. 22.30 bis 1: Großer Konzerthaussaal Wien: Wiener Künstler. Montag, 23. Januar. 7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mit- tagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskon- zert 11. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Mit Chamisfo in der Sübsee", Vortrag von E. v. Sydow. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Selbstanzeigen; Hans Fallada spricht über fein Buch „Kleiner Mann — roas .nun?" 19.45: Saatgang, Novelle von Friedrich Griese. 20.05: Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: VII. Mon- tagskonzert des Frankfurter Orchesteroereins. 21.45: Deutsche Burgen: Burg Lahneck, Hörfolge von Herbert Eulenberg. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Dienstag, 24. Januar. 7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert 1. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Nachmittag. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Zwei Soldaten unterhalten sich", Erinnerungen an den Weltkrieg von Walter Oertel und Richard Schaumburg. 18.50: „Wir von der Rampe", eine Funkplauderei von Jochen Klepper, Berlin. 19.20: Jodler, gesungen von Foty-Bern- hardsgrütter. 19.45: Meister der Tonkunst, ihr Leben und Schaffen. 21.15: von Genf; Jazzkonzert: Internationales Konzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 25. Januar. 7.30 Uhr; Frühkonzert auf Schallplatten. 1010 bis 10.40: Schulfunk: „Die Wikinger finden Amerika", geschichtliches Hörbild von Alpha. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 17: Nachmit- tagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18.25: „Bessere Technik — bessere Menschen?" Vortrag von Professor Dr. Friedrich Dessauer. 18.50: Zeitfunk. 19.30: Operettenkonzert. 21: Simolicius Simplicissimus, Funkbearbeitung nach dem Roman von Christoph von Grimmelshausen von Emil Burri. 22.45 bis 24: von London: Nachtmusik. Donnerstag, 26. Januar. 7.30 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker. 12: Mittaaskonzert I erwerbsloser Berufsmusiker. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 dis 16.39: Stunde der Jugend. 17: Aus dem großen Saal der Städtischen Musikhochschule Darmstadt: VII. Akademiekonzert der Städtischen Akademie für Tonkunst. 18.25: Stunde des Films: „Wozu eigentlich Regisseure?", Gespräch zwischen Dr. Rudolph Arnheim und Robert Siodmak. 18.50: „Verhandlungen vor dem Tarisausschuß", ein Hörbericht. 20: Blaubart, Operette in drei Akten. Musik von Jacques Offenbach. 21.35: Johannes Brahms. 22.05: „Menfch.n in Not", Gespräch zwischen Wally Baumann und O. W. Studtmann. 22.20: Funkstille. Freitag, 27. Januar. 7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10 bis 10.40: Schulfunk: Deutsche Charaktere III: „Blücher" von Hans Kyser. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Der Kampf um die Seele", Bortrag von Prof. Dr. A. Messer, Gießen. 18.50: Aerztevortrag: „Die englische Krankheit ober Rachitis", eine Winterkrankheit". 19.20: „Neues aus aller Welt", Vortrag von Professor Dr. Walther Behrmann. 19.30: Peruanische Novellen von Ventura Garcia Calderon. 20: Mandolinenkonzert. 20.30: Datterich und sein Dichter, Hörfolge von Hans A. Joachim. 21.30: Konzert: Symphonische Variationen über einen katholischen Hymnus. 22.45 bis 24. Nachtmusik. Samstag, 28. Januar. 7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10 40: Schulfunk: „Völker und ihre Tänze", Leitung Hans Rosbaud 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30 bis 14 40: Mittagskonzert II des Rundfunkorchesters. 15.30 bis 1630: Stunde der Jugend. 17. Nachmittagskonzert. 18.25: „50 Jahre Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Darmstadt", Vortrag von Professor Dr. E. Hueter, Darmstadt. 18.50: „Vom deutschen Wein und seinen Absatzwegen". Vortrag von Regierungsrat Graf Ma- tuschka-Greiffenclau, Koblenz. 19.30: Zeitfunk. 20: Städtischer Saalbau, Essen: Bunter Abend. 22.45: Tanzmusik. Wirtschaft. Wochenbericht vom Sronffurter Produktenmarkt. Unter dem Eindruck des wieder matten Welt- Weizenmarktes herrschte in der abgelaufenen Wo^>e am Frankfurter Getreidemarkt stärkste Zurückhaltung. Dom Mehlabsah lagen keine Anregungen vor. Die Mühlen griffen auf eingelagerte Mengen zurück und kauften nur in kleinem Umfange neue Ware. 3m allgemeinen erhielt das Preisniveau durch das Frostwetter eine Stühe, so daß die Dotierungen im Vergleich zur Dorwoche kaum verändert waren. Lediglich am Drotgetreidemarkt ergab sich für Weizen eine Abschwächung von 3,50 Mark p. To. auf 201 bis 202,50, da der schlechte Wcizcnverbranch verstimmte. Für Roggen war die Haltung stetig, das Geschäft bewegte sich aber ebenfalls in sehr engen Grenzen. Die Rotiz blieb mit 162,50 bis 163,50 Mark per Tonne unverändert. Das Draugerstengeschäft verlief bei unveränderten Preisen (180 bis 182,50) etwas bester, da der Markt von einem neuen Preisdruck verschont blieb. Für Futter- und Industriegerste war die Rachfrage weiter gering. Arn S) a f e r m a r f t trat nach langer Vernachlässigung einige Rachfrage aus süddeutschen Dc- darssgebieten hervor. Der Preis blieb zu 130 bis 135 Mark per Tonne allerdings unverändert. Das Mehlgeschäst gestaltete sich wieder recht schleppend, doch blieben die Preise trotz der rückläufigen Tendenz für das Rohprodukt behauptet. Je 100 Kilo notierten: Weizenmehl, südd., Spez. 0 mit Austauschweizen 28 25 bis 29,25, dasselbe, niederrhein., Spez. 0 mit Austauschweizen 28,25 bis 29,25; Roggenmehl, 60prozentige Ausmahlung 22,25 bis 23,25 Mark. Der Äraftfuttermittelmartt empfing von dem scharfen Frostwetter eine merkliche Anregung, und bei zum Teil bis zu 0,15 Mark erhöhten Preisen war das Geschäft etwas belebter. Bevorzugt waren besonders ölhaltige Futtermittel, wie Sojaschrot, Palm- und Erdnußknchen, aber auch Roggenkleie war sehr gut gefragt, während Weizenkleie vernachlässigt wurde. Weizenkleie 7,40, Roggenkleie.7,85 bis 8, Sojaschrot 10,20 bis 10,75, Palmkuchen 8,75 bis 9, Erdnußkuchen 12,25 bis 12,50, Treber, getrocknet 10,50 bis 10,60. Das Rauhfuttermittelgeschäft verzeichnete nur sporadische Umsätze. Die Preise blieben unverändert. Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 2,25 bis 2,50, Heu, südd., gut. gesund und trocken 4,60 bis 4,80 Mk. je 100 Kilo. Am Kartoffel markt erfolgten nach wie vor nur sehr kleine Umsätze. Die Rotierung stellte sich für Industriekartoffeln hiesiger Gegend mit 1,75 Mark per 50 Kilo bei Waggonbezug unverändert. Frankfurt freundlich Frankfurt a. M., 21. Jan. (WTB. Drahtmel- bung.) Nachbem schon an ber Abenbbörse auf bie Reichstagsvertagung bie Tenbenz bei relativ lebhaftem Geschäft recht f e ft geworben war, eröffnete auch bie Wochenschlußbörse in f e ft e r Grunbstimmung unb mit neuen Kursbefestigungen von burchschnittlich XA bis 1 v. H., obgleich bie Kursgestaltung zunächst nicht ganz einheitlich war, wobei für bie morgen geplante Demonstration ber NSDAP, in Berlin gewisse Befürchtungen gehegt würben unb baher ein Unsicherheitsfaktor bilbeten, ber verschiebentlich zu kleinen Realisationen Anlaß gab. Später wurde bas ©efdjäft aber auf eintreffenbe Kunbenorbers unb auf eine Mel- bung, baß ber erwähnten Demonstration vielleicht nicht stattgegeben werbe, etwas lebhafter, unb bie Stimmung war allgemein beruhigter. Durch besonbers feste Haltung fielen Deutsche Atlanten Telegraph mit plus 1% v. H. auf. Am Chemiemarkt war bas Geschäft in einigen Werten etwas lebhafter. Scheibeanstalt gewannen 1, Deutsche Erböl 1J4, Golbschmibt %, unb JG.-Farben %, währenb Rütgerswerke % v. H. nachgaben. Lebhaftes Geschäft entwickelte sich besonbers im Verlause auch für Montanwerte, für bie bie Stursgeftaltung nach ber starken Befestigung gestern abenb aber nicht ganz einheitlich war, ba einigen Deckungen ber Kunbschaft Glattstellungen ber Kulisse gegenüber- stauben. Die Veränberungen hielten sich aber im Rahmen von % bis % v. H Unter Führung von Gelsenkirchen (plus 1% v. H.) lagen bie Kurse später burchweg % bis 1 v. H. höher. Äm Elektromarkt eröffneten 'Betula, Oeffürel unb Lahmeyer bis zu 1 v. H. fester, Schuckert gewannen 1K v. H. Holzmann waren nach ber gestrigen Abschwächung um 1 v. H. erholt, ferner zogen Aku %, Daimler %, AG. für Verkehrswesen unb Schiffahrtsaktien, sowie Reichsbankanteile bis XA v. H. an. Zellstoff Walbhof blieben zu 52 o. H. behauptet, Gebr. Junghans bröckelten um % v. H. ab. 21m Rentenmarkt war bas Geschäft in beut- schen Anleihen recht lebhaft. Neubesitz plus 015 0.5)., Altbesitz plus %, späte Reichsfchulbbuchforberungen plus Yx unb Schutzgebietsanleihe plus 0,10 o. H. Von fremben Werten bröckelten Rumänen leicht ab. Don Jnbustrieobligationen setzten Stahlvereinsbonbs V* unb Reichsbahnoorzugsaktien % v. H. fester ein. Golbpfanbbriefe waren überroiegenb von Vx bis XA v. H. fester, ßiquibationspfanbbriefe unb Kommunalobligationen lagen teilweise fester, im übrigen etwa behauptet. Stabt-, Reichs-, sowie Länber- anleihen waren noch unentwickelt. Mit Beginn ber zweiten Börsenstunbe würbe bas Geschäft roieber sehr ruhig, bie erhöhten Kurse blieben aber meist behauptet. Scheibeanstalt lagen erneut 3A v. H. fester. Deutsche Anleihen unb späte Reichsschulbbuchforberungen bröckelten bagegen % bzw. Vx v. H. ab. Von fremben Werten blieben Rumänen knapp gehalten, währenb sich im Freiverkehr etwas größeres Geschäft für Talon-Serben mit plus % v. H. entwickelte. Tagesgelb war zu 3H v. H. unoeränbert unb ziemlich leicht. Berlin fest. Berlin, 21. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die letzte Börse dieser Woche brachte bei zuversichtlicher Grunbstimmung fast burchweg höhere fturfe. Die Vertagung ber Entfcheibung im Reichstage um eine Woche ließ bie Hoffnungen auf eine Verstänbigung stark anwachsen unb veranlaßte bas Publikum unb bie Spekulation zu kleinen Meinungskäufen. Diese genügten, um Besserungen b i 3 3 u 1,50 v. H. herbeizuführen. Vereinzelt waren größere Gewinne zu verzeichnen. Im Verlaufe an- Oer erste Eommodore der Hapag. Kapitän W i e h r, ber Führer bes „Albert Volling würbe zum Commobore ber Hapag ernannt. Zum erstenmal verleiht bamit auch bie Hapag biesen Titel. berte sich an der freundlichen Tendenz nichts; es ergaben sich erneut kleine Steigerungen. Montane setzten bis zu 1,40 v. H. höher ein und lagen später nochmals bis zu 1 v. H. gebessert. Recht lebhaft waren Gelsenkirchen unb Stahlverein, bei benen bie Anfangsumsätze 60 bis 90 Mille betragen haben sollen. Braunkohlenwerte waren bis zu 2 v. H. fester, Ilse gewannen insgefamt 4 v. H., währenb Rhein. Braunkohlen 1 o H. nachgaben. Don Kaliaktien waren Westeregeln 2,75 v. H. höher. Chemische Werte, Gummiaktien unb Elektropapiere gewannen bis zu 2 v. H. RWE. fielen burch einen Verlust von mehr als 1 v. H. auf. Siemens konnten Kum etwa 3 v. H. bessern, ba man bie Diviben- laussichten wieder besser beurteilte, als gestern. Gasaktien, Kabel- unb Drahtwerte, Maschinenfabriken, Metallwerte, Kunstseibeaktien unb Banken gewannen bis zu 1,75 v. H. Don Autowerten waren BMW. mehr als 3 v. H. gebessert. Unter Bauwerten fielen Holzmann burch eine Erholung von 2 v. H. auf, währenb Berger 1 v. H. niebriger lagen. Papier- unb Zellstoffwerte lagen ruhig unb nicht ganz einheitlich. Später tfat auch an biefem Markt eine Befestigung ein. Linoleumwerte hatten kaum Geschäft. Don Brauereien notierten Schultheis e$cL Dioibenbe gegen ben Vortag ziemlich unoeränbert Verkehrs- unb Schiffahrtswerte bewerten sich um Bruchteile eines Prozentes. Von Wasserwerken waren Charlottenburger Wasser 2,50 v. H. höher, im übrigen find Deutsche Atlanten unb Sübbeustchs Zucker mit Besserungen bis zu 3 v. H. zu erwähnen. Deutsche Anleihen bröckelten nach freunb- licherer Eröffnung etwas ab, bie übrigen Renten, besonbers variable Jnbustrieobligationen tenbierten gleichfalls f e st e r. Die Gewinne betrugen bis zu 1,50 v. H. Reichsschulbbuchforberungen gewannen zirka 0,50 v. H. Von Auslänbern waren Türken bis zu 30 Pf. höher. Arn Geldmarkt blieb die Situation weiter leicht, die Sätze erfuhren aber keine Veränderung. Privatdiskonten, Reichswechsel per 15. April unb Reichsschatzanweisungen per 17. Juli waren weiter gefragt. Demonstration des Hessischen Landbundes in Friedberg. WER. Friedberg, 20. Ian. Heute nachmittag fand im Hotel Trapp eine überaus stark besuchte Dersammlung der Mitglieder des Hessischen Landbundes statt. In längeren Ansprachen schilderten die Redner, Dr. von H e l m o 11. Landtagsabgcordneter Seipel und Landesgeschastsfüh-er Dumas den verzweifelten Kampf der Landwirtschaft. Landtagsabgeordneter Seipel betonte u. a., daß trotz der neu eingeführten hessischen Schlachtsteuer das Defizit des hessischen Staates nicht gedeckt sei. Wenn das Ministerium wieder eine Steuer einführe, die einseitig die Landwirtschaft belaste, müßten 20000 Landwirte in ® ar m ft ab t auf - m ar schieren, um gegen die unerträglichen Lasten Stellung zu nehmen. Im übrigen waren die Reden aus den Tenor der Reichslandbundcntsch ie,",ung abgest mmt. Von der Annahme einer Resolution wurde Abstand genommen. Rach der Versammlung formierten sich die Teilnehmer zu einem eindrucksvollen De - monstrationszug, der unter Vorantragung einer schwarzen Fahne zum Kreisamt zog. Rechtsanwalt wegen Untreue verurteilt. WSR. Darmstadt. 20. Ian. Vor derGro - ßen Strafkammer Darmstadt h^tte sich heute der Rechtsanwalt Meon wegen Untreue und Unterschlagung von Klientengeldern in drei FäUen zu verantworten. Der Angeschuldigte war ursprünglich in Lampertheim ansässig, kam aber 1929 vor das Disziplinargericht der Anwaltskammer und erhielt eine Geldstrafe von 2000 Mark. Er war zuletzt am Amtsgericht Fürth i. O. zugelassen worden, wo et ebenfalls wiederholt von den zuständigen Richtern Verwarnungen erhielt. Rach eingehender Beweisaufnahme wurde der Angeschuldigte unter Freispruch in einem Falle, wegen Untreue in zwei Fällen zu vier Monaten Gefäna- n i s verurteilt. Das Gericht sah in Anbetracht des begangenen großen Vertrauensbruchs von einer Geldstrafe ab. Einbruch in eine Wormser Notkirche. Worms, 20. Jan. (WSN.) In der vergangenen Nacht wurde in die Notkirche St. Amandus ein Einbruch verübt. Die Täter drangen durch ein Fenster der Kinderschule ein und erbrachen verschiedene Türen, darunter auch diejenigen der in der Sakristei ausgestellten Schränke. Hier wühlten sie alles durcheinander, indem sie anscheinend nach Geld juchten. Da aber in der Kirche Geld nicht aufbewahrt wird, fielen den Einbrechern lediglich ganze 10 Pfennig in die Hände. Sonst ist nichts gestohlen worden, auch aus dem Tabernakel nicht. Die Sakristei bietet ein Bild großer Unordnung. Auch auf dem 'Altar im Chor sieht es ebenso wüst aus. Der Tabernakel ist schwer beschädigt» Leuchter und Vasen liegen in wilder Unordnung umher. Die Sammelbüchse an der Krippe blieb .unbeachtet. I Oberheffen. Gemeinderat in Gchotten. x Schotten, 21. Ian. Der Gemeinderat befaßte sich mit den Märkten im laufenden Jahr. Troy der wirtschaftlichen Schwierigkeiten^soll doch an Der Abhaltung des Prämiierungsmarktes und einer althergebrachten Verlosung festgehalten werden. Die Bürgermeisterei wurde mit den nötigen Vorbereitungen, Ausschreibung des Losevertriebs usw. beauftragt. — Bei der Holzsubmission blieben einheimische Firmen Höchstbietende und erhielten den Zuschlag. Geboten wurde für Fichtenstammholz la-Klasse 9 Mark, für Ib-Klasse 10 Mark und 2a-Klasse 11 Mark. Für Fichtennutzknüppel 6,30 Mark 1. SU. und 5,30 Mark für 2. Klasse. — Eingehend wurde über die E i n - richtung eines Arbeitslagers für den freiwilligen Arbeitsdienst verhandelt und vom Gemeinderat die Zustimmung zu den Beiträgen, die die Stadt zu leisten hat, gegeben. Von der maßgebenden Stelle, die das Lager einrichtet, ist hierzu die H o r t m a n n s ch e Spinnerei, die sich sehr gut dazu eignet, gemietet worden. Die nötigen Räume, Schlafsoal, Küche, Kantine, Unterrichtssaal und die nötigen Nebenräume stehen zur Verfügung. Mit der Einrichtung wird alsbald begonnen werden. Auch das Iugendnotwerk, das die Reichsregierung ins' Leben gerufen hat, soll unterstützt werden. Gegegen das neue Arbeitsbeschaffungspro- gramm der Reichsregierung hat der Gemeinderat erhebliche Bedenken. Er kann sich nicht dazu entschließen, zu den bereits vorhandenen noch neue Schulden aufzunehmen, die wieder eine neue erhebliche Belastung der Gemeinden mit neuen Zinsen (6 v. H.) usw. bringen. — Im Weg des freiwilligen Arbeitsdienstes wird aur Zeit der Heldenhain und der Ehrentempel auf dem Wartberg ausgeführt. Landkreis Gießen. ch T r e i s a. d. L d a., 20. Ian. Die e r ft e H o l z- verfteigeruna in unserem Gemeindewald fand unter starker Beteiligung statt. Die Preise bewegten sich durchweg auf der Höhe des Vorjahres. Der Doppelraummeter Buchenscheit galt durchschnittlich 11 bis 13 Mark, Buchenknüppel 8 bis 10 Mark, Eichenknüvpel 7 bis 8 Mark, Fichtenknüppel 6 bis 7 Mark, Kiefernknüopel 6 bis 7 Mark. Für Reiser wurden geboten unb bezahlt: Buchenreiser je fünf Raummeter 5 bis 7 Mark, Eichenreiser 3 bis 6 Mk., Fichtenreiser wurden nur zum Aufbinden angeboten, je Los bis zu 5 Mark, Fichtenstöcke galten 5 bis 6 Mark, Eichenstöcke 5 bis 7 Mark. ch Aus dem Lumdatal, 20. Ian. Ab 1. Januar ist in allen Gemeinden unserer Gegend der Milchpreis um durchschnittlich 2 Pf. pro Liter gesenkt worden. Er beträgt nunmehr im oberen und mittleren Lumdatal, ebenso angrenzenden Gebieten noch 14, in den Dörfern des unteren Tales 18 Pf. pro Liter ab Stall. • Lang-Göns, 20. 3an_ Trotz der schlechten Wirtschaftslage konnte der hiesige G e f l ü - gelzuchtverernmit Befriedigung auf das abgelaufene Jahr zurückblicken. Die großen Erfolge, die der Devein unter der bewährten Leitung seines Vorstandes, nicht zuletzt des rührigen 1. Vorsitzenden. Herrn Otto Äl a h. während der letzten Ausstellungssaison zu verzeichnen hatte, befriedigen außerordentlich. Der Verein beteiligte sich an der Dezirksschau zu Lich. der Provinzial- schau Vilbel, der Landesverbandsschau Zwingenberg, sowie an den Allgemeinen Schauen Bad« Aauheim. Gießen, Marburg. Kirchhain, Londorf, Würzburg, Leipzig und Laubach. Er konnte bei einer gesamten Zahl von 120 ausgestellten Nummern Geflügel nicht weniger als 86mal die Note ,Sehr gut" sowie 29 Ehrenpreis« erringen. An diesen Auszeichnungen waren folgend« Züchter beteiligt: Herr Otto May (schwarze Mi- norla und Sussex bunt), Karl Stoll (Rhodelän- der), Karl Schäfer (Rhodeländer), Otto Eckhardt (Altsteirer, Sussex hell und Gvldsebright). Otto Heß (Zwergwyandottes weiß und schwarz, Cajuga-Enten). Karl Müller 11. (Millefleur und Antwerpener Dartzwerg«), Willi Frey (Italiener rebhuhnfarbig und Gvldsebright), Willi Römer (Zwergkämpser rotscheckig). Albert Schmidt (hessische Kröpser blau). — Di« Firma Robert V r ü ck e l erhielt für die als Spezialität hergestellt« Heizungsanlage für Kückenheime die silberne Medaille. * Lich, 21. Ian. Die H o l z v e r st e i g e r u n - gen gehen bei dem trockenen Winterwetter rasch ihrem Ende entgegen. So zeigt die Fürstliche Oberförsterei Lich im heutigen Anzeigenteil bereits ihre letzten Versteigerungen an. Das Buchenscheitholz erzielte seither einen Preis von 14 bis 16 Mark, die Buchenknüppel einen solchen von 10 bis 13 Mark je 2 Raummeter, 2 Raummeter Stockholz kosteten 7 bis 10 Mark, 50 Wellen 5 bis 10 Mark je nach Qualität. SJ.Jporl Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1. Mannschaft des Sportvereins 1920 empfängt am Sonntag die 1. Mannschaft vom Sportverein Wieseck zum fälligen Derbandsspiel. Die Wiefecker stellen einen ernst zu nehmenden Gegner dar. Wenn die Einheimischen etwas mehr Energie als in den beiden letzten Spielen aufbringen, so sollte man annehmen, daß sie den Sieg sicherstellen. (Sportverein 1920 Lollar. Am morgigen Sonntag stehen di« 2. und 3. Mannschaft von Lollar wieder in Verbandsspur- len. Die 2. Mannschaft spielt gegen Steinbach und die 3. muh zum VfB. Krofdorf. Während die 2. von Lollar einen sicheren Sieg landen wird, muh sich die 3. gewaltig anstrengen, um Sieg und Punkte von Krofdorf mitzubringen. Die 1. Mannschaft ist voraussichtlich spielfrei. Am vergangenen Sonntag spielte die 1. Elf von Lollar gegen die 1. des DfR. Lich und siegte mit 4:2 Toren verdient. Arbeiter-Tum' und Sportbund. In der Fortsetzung der Spiele um die Kreismeisterschaft ist Naunheim I am kommenden Sonntag in Ditzenbach zu Gast. Das Spiel trägt bereits den Charakter einer Vorentscheidung. Die Platzbesitzer gelten als stärkste Anwärter für die Kreismeisterschaft, doch sollten den Gästen die Siegesaussichten nicht ganz fehlen. Ein spannendes Spiel steht zu erwarten. Bockenheim I — Bornheim I stehen sich im Lokaltressen gegenüber, bei dem Bockenheim die meisten Siegesaussichten hat. Um die B e z i r k s m e i st e r s ch a f t der 1. B e° zirksklasse stehen sich Lollar I und Alsfeld I in Lollar gegenüber. Auch dieses Spiel trägt entscheidenden Charakter. Gelingt es Lollar Sieger zu werden, oder nur ein Unentschieden herauszuholen, wird es als Bezirksmeister den 3. Bezirk bei den Spielen um den Aufstieg zur Kreisklasse dieses Jahr vertreten. Vorher: Lollar Jugend gegen Heuchelheim Jugend. Naunheim Jugend und Wieseck Jugend stehen sich in Naunheim im Rückspiel um die Bezirksjugendmeisterschaft gegenüber. Auf dem Trieb stehen sich im Freundschaftsspiel Gießen I und Großen-Buseck I gegenüber. Hier dürften die Platzbesitzer sicherer Sieger werden. Vorher: Gießen II und Gleiberg I. Wieseck II ist im Freundschaftsspiel in Großen- Linden zu Gast. Im Spiele gegen die dortige l.Elf wird sie alles hergeben müssen, wenn eine Niederlage vermieden werden soll. Vorher stehen sich Großen-Linden II und Heuchelheim II gegenüber. Wieseck III ist in Fellingshausen zu Gast und sollte siegreich sein. Wetzlar I ist in Kinzenbach der Gegner und sollte von dort einen Sieg mit noch Hause nehmen. Lang» göns I hat in Wetzlar III einen gleichwertigen Geg« ner vor sich. Wißmar I ist in Lich zu Gast und wird der bot> tigen 1. Elf den Sieg schwer machen. Lindenstruth 1 hot Daubringen I zum Gegner und wird einen schweren Stand haben. Grüningen I ist in Burk« hardsfelden zu Gast und hat nur wenig Siegesaussichten. Ferner spielen: Nieder-Ohmen I — Hungen I* Londorf I — Klein-Linden I, Rodheim I — Detz- berg I, Leun I — Waldgirmes 1, Leun II — Waldgirmes II und Frankenbach I — Blasbach I. Handball. Nach langer Paufe stehen sich am kommenden Sonntag aus dem Sportplatz Wieseck Wieseck I und Butzbach I im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Gäste zeigten in ihren letzten Spielen eine Formverbesserung und werden in diesem Spiele den Platzbesitzern den Sieg sehr schwer machen. Berliner SC. schlägt Göta Stockholm 3:1. Der schwedische Eishockey-Meister Göta. Stockholm, weilte am Freitag zum zweiten Male im Berliner Sportpalast und spielte wieder gegen den Berliner Schlittschuhklub. Die Berliner, di« diesmal besser aufgelegt waren als im ersten Treffen, siegten nach überlegen geführtem Kampf zum Schluß verdient mit 3:1 (1:0, 2:1, 0:0). „Brandenburg" Berlin schlug den VfL. Rastenberg 3:1 (1:0, 0:1, 0:2) im zweiten Spiel deS AbendS. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 22. Januar, von 15 bis 17.30 Uhr: 3m weihen Röhl. Von 19 30 bi« gegen 23 Ufor: Der Postillon von Lonjumeau; hierauf: Die Puppenfee. Montag, 23.: Geschlossen. D enstag, 24., von 20 bis 22.45: Cavalleria rusti- cana; h erauf: Der Bajazzo. Mittwoch, 25-, von 20 bis 22.30 Uhr: Tiefland. Donnerstag, 26., von 19.30 bis gegen 23 älhr: Der Postillon von Lonjumeau: hierauf: Die Puppenfee. Freitag, 27., von 19.30 bis 22.45 Llhr: Die CsardaSfürstin. Samstag, 28., von 19.30 bis 23.15 U&r: Pale- strina. Schauspielhaus. Sonntag, 22. 3anuar, von 15 bis 18.15 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Von 20 bis gegen 23 Uhr: Die Journalisten. Montag, 23., von 20 bU nach 22.15 Uhr: Moral. Dienstag, 24., von 20 bis 22.30 Uhr: Amphitryon. Mittwoch, 25., von 20 bis gegen 23 Uhr: Die Journalisten. Donnerstag, 26., von 20 bis gegen 23 Uhr: Der Verschwender. Freitag, 27., von 20 bis 22.30 Uhr: Amphitryon. Samstag, 28., von 20 bis gegen 23 Uhr: Die 3ournalisten. Bekanntmachung. Der nächste Diehmarkt in Gießen findet statt: 479C Dienstag, 24. Januar 1933, Rindvieh- (Ruhoieh) Markt, Mittwoch, 25. Januar 1933, Schweine- martt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 21. Januar 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V-: Dr. Rosenberg. Vergebung von Slrahenunterhaltungsmaterial. Auf Grund Der Reichsoerdingungsord- nung soll nachstehendes Material für Unterhaltung der provinzialstraßen im Rj. 1933 nach Losen getrennt frei verwen- dungsstelle vergeben werden: 383D 29500 cbm Unterhaltungskleinschlag aus Hartbasalt (Taunusquarzit), 10500 cbm Bindematerial (Splitt, Kies, Sand). Angebotsvordrucke find, soweit Vorrat reicht, nur bei unseren Bezirksbaubeamten Enders in Gießen, Rodheimer Straße 41; Kaletsch in Gießen, Marburger Straße 14; Schmier in Laubach, Kahlenberg in Hom- berg (Oberh.); Walter in Alsfeld; Dammei in Lauterbach; Römer in Nösberts; Rückert in Schotten; Brenner in Nidda; Schött in Büdingen; Fiedler und Schilp in Friedberg (Hessen) und Phul in Butzbach erhältlich, woselbst auch die Bedingungen offenliegen. Die Angebote sind bei den Vezirksbau- beamten bis zum Eröffnungstermin Mittwoch, den 15. Februar 1933, vormittags 11 Uhr, verschlossen und postfrei, mit entsprechender Aufschrift versehen, einzu- reichen. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, den 14. Januar 1933. Prooinzialdirektion Oberheffen. ___________Tiefbau.__________ Die Holzoersteigerung am 26.Lin. im Staatswald Ober- und Nieder-Seilbach sindet in der Wirtschaft des Emll Schäfer, Daubringen, statt. Das Nutzholz wird zuerst ausgeboten. 511D Hessisches Forstamt Gießen. Holzversteigerung. Aus den Waldungen der Gemeinde Beuern, Distrikt Heegstrauch, kommt am Dienstag, dem 24. d. uln folgendes Brennholz zur Versteigerung: 474D 534 rm Buchenscheiter 67 rm Eichenscheiter, zum Teil rund 25 rm Fichtenscheiter, rund 49 rm Buchenknüppel 21 rm Eichenknüppel 20 rm Fichtenknüppal 411 rm Buchenreiser 52 rm Eichenreifer 193 rm puchenstöcke. 36 rm Eichenstöcke. . Die Zusammenkunft ist vormittags >41« Uhr am Waldeingang Kreisstraße Beuern- Allertshaufen. Beuern, Den 19. Januar 1933. Bürgermeisterei Beuern k Linden st ruth. Drei weitere Holzversteigerungen der Fürst zu Solms-Lichschen Oberförsterei Lich. Montag, 23. Januar, werden in der Hard versteigert: rm Scheitholz: Buche 117, Eiche 2, Kiefer 11, Fichte 8; Knüppel: Buche 28, Eiche 10, Kiefer 4, Fichte 15; Stockholz: Buche 18, Fichte 3; Reisholz (Wellen): Buche 1475; außerdem: Im Schnittholz: Buche (4.) 1,63; Stammholz: Eiche (2.) 0,58, Lärche (2.) 5,30, (1.) 2,00, Kiefer (2.) 0,56, Fichte (3.) 1,43; Stück ausgesuchte Fichten-Derbstangen I. 322. II. 282, III. 425; Bohnenstangen (gebündelt): 2300; rm Gartenpfosten: Eiche 6; Schichthaufen Fichte 25. — Durchgehende Chausseeverbindung nach Köln- Hausen! 323D Zusammenkunft: 9% Uhr Waldein- gang oberhalb Kolnhausen. Dienstag, 24. Januar, werden im Haler versteigert: rm Scheitholz: Buche 455, Eiche 14; Knüppel: Buche 69, Eiche 6; Stockholz: Buche 123, Eiche 19; Reisholz (Wellen): Buche 3540, Eiche 200; außerdem: km Schnittholz: Eiche (5.) 3,26, (4.) 5,59, Buche (4.) 4,19, (3.) 2,33; Stück ausgesuchte Fichten-Derbstangen (III.) 100; Bohnenstangen 520; 1,3 rm Eichenpfosten. — Das Holz sitzt meist an chauffierten Wegen. Zusammenkunft 9>5 Uhr: Alte Gießener Straße, Waldeingang bet Steinbach. Mittwoch. 25. Januar, werden im Riedwald versteigert: rm Scheitholz: Buche 165, Eiche 9; Knüppel: Buche 67, Eiche 10; Stockholz: Buche 49; Reisholz (meist Forstwellen): Buche 6260, Eiche 350; außerdem km Schnittholz: Eiche (5.) 1,94, (4.) 4,52; Buche (4.) 4,37, (3.) 0,70; Stammholz: Hain- buche 0,33; Stück ausgesuchte Fichten- Derbstangen II. 60, III. 140. — Das Holz sitzt an guten Wegen; die guten Forstwellen z. T. in der Meilbach. Zusammenkunft: 10 Uhr Pfaffenschneise (Hattenrod — Ettingshausen), Waldeingang. Holzversteigerung im Fürst zu Solms-Braunfelsschen Forstrevier Hungen, Distrikt Fuchsstrauch bei Garbenteich am Donnerstag, dem 26. d. M. Zusammenkunft 10% Uhr vormittags am Bahnwärterhaus Fuchsstrauch. Zum Verkauf kommen: 497D 37 rm Buchenscheiter 6 rm Eichenscheiter 11 rm Duchenknüppel 7 rm Eichenknüppel 29 rm Fichtenknüppel 4 rm Buchenstöcke 44 rm Buchen-Astreiser 55 rm Fichten-Schlagraum. Fichten-Derbstangen: 126 Stück I. Klasse 218 „ n. ,, 335 „ HL „ Flchten-Reisstangen: 298 Stück IV. Klasse 342 „ V. „ 48 rm (Bohnenstangen). Die letzten Holzversteigerungen der Fürst zu Solms-Lichschen Obersörsterei Lich. Montag. 30. Januar, werden im höler, Kellersberg, Fuchsstrauch versteigert: rm Scheitholz: Buche 118, Eiche 8; Knüppel: Buche 107, Eiche 115, Nadel 30; Stockholz: Buche 28; Reisholz (meist vorzügliche Forstwellen): Buche 3400, Eiche 3150; ferner km Schnittholz: Buche (3. und 4.) 7, Eiche (4. und 5.) 2; Stück Wagnerholz: Eiche, Esche, Akazie 30; ausgesuchte Derb- langen: Fichte (I.—III.) 850; Garten- ifosten und Weidepfähle: Eiche 380 (34 rm), Bohnenstangen 500 und Reisslängen in einigen Schichthaufen. — Gute Abfahrt! Zusammenkunft: 10 Uhr Straße Lich— Garbenteich, Waldeingang. Dienstag, 31. Januar, werden im Brunnenwald, Graudorn versteigert: rm Scheitholz: Buche 86, Eiche 11; Knüppel: Buche 73, Eiche 19, Nadel 10; Stockholz: Buche 25, Eiche 3, Nadel 7; Reisholz (Wellen): Buche 1530; ferner km Schnittholz: Buche (3. und 4.) 7, Stammholz: Eiche (2. und 3.) 4; Bauholz: Fichte (la—3b, langfchaftig und vollholzig) 70, meist 2a und 2b; Stück Gartenpfosten: Eiche 330 (29 rm). Zusammenkunft: 10 Uhr Albacher Hof. Mittwoch, 1. Februar, werden in Meilbach. Münchwald versteigert: rm Scheitholz: Buche 81, Eiche 15, Nadel 34; Knüppel (meist gute Stammknüppel): Buche 191. Eiche 68, Nadel 21; Stockbolz: Buche 6- Reisholz (Wellen): Buche 5100; ferner km Schnittholz: Eiche (4. und 5.) 3, Kiefer (3.) 3; Bauholz: Fichte (langfchaftig la bis 3a) 60; Stück ausgesuchte Derbstangen: Fichte (I.—III.) 500; Bohnenstangen 500 und einige Schichthaufen. 505D Zusammenkunft: 10 Uhr Straße Lich— Haltenrod, Kreuzung Burkhardsfelden— Nieder-Bessingen. — Die sehr guten Forst- roeUen (gute Abfahrt) kommen zuerst. Auhholzversteigerung. Donnerstag, 26. Januar 1933, kommt aus den Waldungen der Gemeinde Rein- hardshain folgendes Ruhholz zur Der- fteigerung: 469D fiiefernffämme: 2a-Kl. 15 Stck. 7,16 km „ 2b- „ 36 „ 25,06 „ „ 3a- „ 9 „ 9,01 ., Zusammenkunft vormittags 10 Uhr im Forstort Reitzenberg. Reinhardshain, den 18. Januar 1933. Hessische Bürgermeisterei. Gieß. Brennholzversteigerung Freitag, den 27. Januar 1933, vormittags 10 Uhr anfangend, werden im Gasthaus „Zum Bahnhof", dahier, folgende Mengen Holz öftentlich versteigert: Distrikt 4, 19a, 19b, 32c, 36a und 40: 329 rm Eichenfcheit 240 rm Eichenknüppel 135 rm Buchenrollen 486 rm Buchenknüppel 8520 Stück Buchenwellen 55 rm Nadelholzknüppel. 4781) Brandoberndorf. den 19. Januar 1933. Der Bürgermeister: Stahl. Nächsten Dienstag, den 24. Januar 1933, kommt in den Waldungen der Gemeinde Hattenrod folgendes Nutz- und Brennholz zur Versteigerung: 489D Ruhholz. Langholz-Abschnitte: Eiche 1. bis 5. KL = 12,— km Abschnitte: Kiefer lb-Kl. 1 St = 0,15 „ „ 2a-„ 10 „ - 1,97 „ „ „ 2b- „ 13 „ - 3,66 „, _ „ 3a- „ 6 „ - 3,20 „ „ „ 3b- „ 9 „ ° 4,30 „ w „ 4a- „ 3 „ ■ 1,86 „ - Fichte 2a- „ 3 „ - 0,70 „ „ „ 3a- „ 1 „ = 0,45 „ „ 3b- „ 1 „ = 0,52 „ Derbstangen: Fichte I. KL 118 Stck., II. Kl. 271 Stck., III. Kl. 888 Stck. Nutzreiser (Schichthaufen) 59 rm. Nutzfcheitholz: Eiche (rund) 6,4 rm. Brennholz (Rest). Rundscheit: Eiche 7 rm „ Kiefer 67 „ „ Fichte 21 „ Knüppel: Eiche 4 „ „ Kiefer 14 „ „ Fichte 10 „ Zusammenkunft vormittags 10 Uhr: Struth, Waldeingang. Die Abschnitte sind für Schnittholz und Schreiner geeignet. Hessische Bürgermeisterei Hattenrod. N e e b. Fischerei-Verpachtung. Montag, Den 30. Januar 1933, vormittags 11 Uhr, roerDen auf Dem Amtszimmer des Forstamts Romrod folgende Doma- nial-Fifchereibezirke öffentlich meistbietend auf die Dauer von 12 Jahren vom 1. Januar 1933 bis zum 31. Dezember 1944 verpachtet. 1. Fischereibezirk Rr. I „Die Schwalm in Gemarkung Altenburg", und zwar vom sog. Hoffmannswehr bis zur Alsfelder Gemarkungsgrenze, sowie die dazu gehörigen Mühlgräben mit einer Gesamtlänge von zirka 3800 m. 2. Fischereibezirk Rr. IV „Die Antrifft in Gemarkung Zell" von der Gemar- fungsgri >ze Romrod bis zur Einmündung der G'ringerbach mit einer Länge von zirka 2250 m. 3. Fischereibezirk Rr. V „Die Autrifft in Gemarkung Zell und Billertshausen", und zwar innerhalb Der Gemarkung Zell von Der Steinesmühle bis zur Gemarkungsgrenze Billertshausen und von dort innerhalb Der Gemarkung Billertshausen bis zur Gemarkungsgrenze Angenrod. Zugelassen zum Mitbieten werden nur solch? Personen, von denen eine ordnungsgemäß- und pflegliche Ausübung der Fischerei zu erwarten ist. Nähere Auskunft erteilt das unterzeich- nete Forstamt. 502D Romrod, den 19. Januar 1933. Hessisches Forstamt Romrod. S i e p m a n n. Beamter sucht 4 bis 5000 M Darlehen auf nur!. Hypothek z. Erbauung eines ar. Wohnh. nächst. Nähe Gießens. Schr. Ang. unt. 462 D a. d. G. A. Selbst. Handw.i. best. Landort sucht 3000 Mk. ivcit. Frühj. f. erste Hriv. a. Wohnhans- neub. o. Selbstgeb. Schr. Ang. unter 0440 a. d. G. An;. Eine .schöne“ Arbeit gibt das! Vor so einem Berg schmutziger Wäsche kann einem aber auch angst und bange werden. Machen Sie sich’s doch leichter. EineWaschmaschine spart nicht nur viel Arbeit, sondern schont auch Ihre Wäsche. Es Ist ganz unverbindlich für Sie. wenn Sie sich eine Waschmaschine ansehen bei J.B.Häuser,Gießen Am Oswaldsgarten Fernruf 2145 u.2146 Bekanntmachung Am Freitag, dem 27. 1. 1933, nut 10 Uhr auf dem Hofe der Neuen Kaserne Verkauf von für den Kasernenhaushalt nicht mehr geeigneten Geräten und Altmetallen HeereSstandortvcrwaltnng _______________(tzießen._________woD Ruh- und Brennholzversteigerung im Licher Stadtwalde. Im Distrikt Gänsweide, Dickstelle, Eisen- kaute, Mönchköpfe und Oberspeierlings- kopf werden nach vorheriger Zusammenkunft am Kreuzungspunkt des Burkhards- felder Wegs und der Mittelfchneise am Donnerstag, dem 26. Januar 1933, vormittags 10 Uhr, versteigert: Buche, Hainbuche, Eiche, Birke, Fichte, Weymouthskiefer und Weichholz: Scheiter 55 rm, Knüppel 190 rm, Stöcke 25 rm, Reisig: Astwellen 3280, Durch- sorstungswellen 6200, Schlagreisig: Eiche, Weymouthskiefer und Fichte zirka 15 Lose. Stämme: Eiche 2., 3. und 4. Kl. 3 Stück, 2,29 fm; Ahorn 3. Kl. 0,45 km, Lärche lb-Kl. 0,10 fm; Esche 2 St. 0,37 fm. Derbstangen: 1. bis 5. Kl. Esche 2 Stück, Eiche 1 Stück, Fichte 2662 Stück. Bohnenstangen: Fichte 2335 Stück. Nutzscheiter: Eiche 8 rm; Nutzknüppel: Eiche und Fichte 5 rm. Bei dieser Versteigerung kommen erstklassige Durchforstungswellen zum Aus- gebot. 4750 Lich, den 19. Januar 1933. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. SWUWk-WWU Vornan von Gert Nothberg. (Urheberschutz durch E. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.) 8 Fortsetzung Nachdruck verboten. - Gestern hatte Harry 'Achern mit seinem Schwiegervater eine Unterredung gehabt. Die in der Ferne lebende Mutter irritierte ihn irgendwie. Doch Herr Augst en beruhigte ihn: „Es hat ja keinen Skandal gegeben, nicht im geringsten. Sie war ein unruhiges Blut. Ich habe sie sehr geliebt, aber ich hatte stets den Eindruck, daß sie krankhaft veranlagt war. Diese Ruhelosigkeit war ganz bestimmt nicht normal. Ich habe alles seinen Gang gehen lassen. Bon der Deutschen Bank hebt sie noch heute ihre Rente regelmäßig ab; das ist alles, was ich von ihr weiß. Scheiden habe ich mich nicht lassen, wegen der Kinder. Und sie hätte mir unerhörte Szenen gemacht. Sie werden vielleicht denken, lieber Harry, daß ich ein elender Waschlappen bin, aber Sie kennen sie ja nicht. Und mir graut vor diesen Szenen. Ich will meine Ruhe haben." Harry von Achern hatte dem alten Herrn mitleidig die Hand gedrückt. Es war Wohl kaum zu fürchten, daß diese ruhelose Frau plötzlich hier in diesem stillen Winkel auftauchen würde, nachdem sie Gatten und Kinder im Trubel der Großstadt verlassen hatte. Ein dunkler, samtener Himmel, mit Sternen bedeckt, spannte sich über die Erde. Im Park von Gollwern promenierten die Menschen. Ein kleiner Laubwald grenzte an den Park. Die Stämme der schlanken Birken schimmerten silbern. Ein schmaler Steg führte über das Wasser zu einer kleinen Anhöhe hinauf. Hier saß Pia auf einer Bank, blickte mit brennenden, tränenlosen Augen auf die zwei hochgewachsenen Gestalten, die eng umschlungen hinter der Gruppe von edlen Ziersträuchern standen und sich küßten. Ganz tief senkte sich der goldblonde Mädchenkops. Unerträglich schwer dünkte Pia das Bewußtsein, daß sic dieses Glück mit ansehen mußte, während ihr eigenes Herz an der Entsagung zugrundeging. Sechstes Kapitel. Man hätte nicht sagen können, ob die zwei Diener älter waren oder der Herr. Iedenfalls waren sie alle drei hochbetagt, aufrecht und schneeweiß. Das einzige weibliche Wesen im Schloß Hohenbrück war ein grundhäßliches Geschöpf, das aber erstklassig kochte und seit ungefähr zehn Iahren hier geduldet wurde. Diese vier Menschen lebten in dem Rosenparadies von Schloß Hohenbrück. Wenn die Dienerschaft am Abend im Dienstbotenzimmer des unteren Geschosses saß — die zwei allen Männer hatten der Babette das Kartenspiel beigebracht —. so sagte der eine oder der andere zuweilen einmal nachdenklich: „Wie cr's nur aushält, fast nicht zu glauben. Seit die Frau damals ging, ist er mürrisch geworden, und seit das gnädige Fräulein dem Eichendorff folgte, dem hübschen Maler, der hier so lange in der Gegend war, seit dieser Zeit spricht er nicht mehr. Ich habe immer gemeint, das gnädige Fräulein wird einmal zurückkommen, aber auch sic hat ihn ganz vergessen." Die Dienerschaft von Hohenbrück stammte nicht aus der Gegend, sie ging nie aus. Lebensmittel wurden mit einem Wagen aus der Stadt geholt, und so erfuhr die Einwohnerschaft ringsum nichts von dem, was im Schloß vorging; auch die Bewohner des Schlosses wußten ebensowenig, was draußen geschah. So hatten sie auch feine Ahnung, daß die einzige Tochter des alten Herrn auf dem kleinen Friedhof, der zu Dorf Achern gehörte, begraben lag. Der alte Hohenbrück wußte es — ihm hatte es Lothar von Achern damals gesagt. Doch es war wirkungslos an ihm abgeprallt. Sein Herz war wie mit Eisen umpanzert. In den Augen wurzelte ein unversöhnlicher Haß. — Am Rachmittag war ein Gewitter niedergegangen, und ein stundenlanger Regen hatte die trockene Erde erfrischt. Roch jetzt tropfte es von den Bäumen. In den Blumenkelchen saßen helle Perlen. Ein alter Mann schritt aufrecht auf den gelben Wegen dahin. Rur leicht stützte er sich auf den Krückstock. Sein Gesicht bestand aus unzähligen Falten und Fältchen. Er blieb jetzt stehen, besah aufmerksam eine große, gelbe Rose — es war ein ganz besonderes Exemplar; dunkel- gelb, mit rosa Fäden durchzogen, und die Spitzen der Blätter waren purpurn umrändert. Die Hand des alten Mannes fuhr liebkosend über die herrliche Blüte; da entblätterte sie sich, als hätte sie nur auf diese Berührung gewartet. Starr sah Herr von Hohenbrück auf die Blumenblätter am Boden. Dann betrachtete er feine Hände. Grauen war in feinem Blick. Unter diesen Händen war alles zerbrochen, was er geliebt hatte. Selbst die Rose scheute seine Berührung. Der alte Herr wandte sich ab, seine Lippen zitterten. Müde, schleppend sah sein Gang plötzlich aus. Auf der weiß gestrichenen Dank ließ er sich nieder. Drüben brach die Abendsonne noch einmal sieghaft hervor. Der alte Herr sah es. Er seufzte schwer. Seine Hände griffen in die Luft. Er wollte die Bifion fortwischen, die vor ihm stand. Sie blieb! Flamette blieb! Flamette, seine Frau, die er als junge Artistin kennenlernte und die ihn so bezauberte, daß er sie zu sich holte auf fein schönes, altes Schloß, sie zu seiner Frau machte. Sie war siebzehn Iahre alt gewesen. Rach einem Iahr hatte sie ihm ein Mädelchen geboren, nach einem weiteren Iahr war sie heimlich fortgegangen, nachdem sie ihm ein großes Himmel- stürmendes Glück geschenkt. Hinterlieh nichts weiter als die armseligen Zeilen, daß sie das Leben, in Hohenbrück nicht mehr ertrage. Das Leben, bas freie, ungebundene Artistenleben locke sie, er möge ihr verzeihen. Guido von Hohenbrück hatte die Welt durchsucht nach der Frau, die ihn und ihr Kind verlassen konnte — vergebens. Alles Suchen, alles Geldverschwenden war umsonst, Flamette war wie vom Erdboden verschwunden. Guido von Hohenbrück kehrte heim, ein vorzeitig gealterter Mann. Sein Kind beobachtete er mit finsteren Augen, ob sic der Mutter ähnlich sei. Rein, sic hatte nichts von der dunklen, glutvollen Schönheit, sie war eine echte, blonde Hohenbrück. Trotzdem hütete er das Kind argwöhnisch. Es konnten innere vererbte Anlagen vorhanden fein! Die mußten ausgerottet werden. Wie in eine fixe 2dee verrannte er sich in diesen Gedanken. Das Kind wurde mit einer Strenge und Lieblosigkeit erzogen, die jede ererbte Eigenschaft der Mutter vernichten sollte. Das lebhafte Kind wurde still und immer stiller, es kam mit niemanden zusammen, entbehrte aber auch der kleinsten Freude und war doch schön und anmutig. Die Erzieherin lobte das Kind, aber es machte keinen Eindruck auf den Baler. Als die Zeit da war, daß Helene nach althergebrachter Sitte ein Pensionat hätte besuchen sollen, untersagte er baä. ilnö dann war eines Tages das Furchtbare geschehen: fein einziges Kind war mit einem Maler geflohen. In die Welt hinaus, weil sie eben doch das Kind ihrer Mutter war! Daß Helene den einzigen Menschen, der ihr liebe, gute Worte sagte, der ihr seine Liebe gestand, der nichts von dem Reichtum des verbitterten Mannes wollte, liebgewann, war eine selbstverständliche, logische Folge. Eichendorff hatte an sich selbst geglaubt, halle gehofft, der Geliebten eine sonnige Zukunft bieten zu können. Es war anders gekommen: eine schleichende Krankheit zerfraß fein Lebensmark, und er starb. Ein paar Iahre hatte Helene sich gequält, sich und das Kind durchzubringen, dann war sie todwund heimgekehrt, um seine, des Baters Derzeihung zu erflehen — und war am Wege gestorben! Achern hatte ihm so dringend ans Herz gelegt, feinem Enkelkind, dem Kinde Helenes, zu helfen, es anzuerkennen; er hatte es nicht getan. Hart heraus gelacht hatte er. Roch einmal Blut der ruhelosen Artistin in das alte Schloß? Olein! Dei diesem Rein war es geblieben, llnö Achern war gegangen. Wohin er das Kind gebracht, Hohenbrück kümmerte sich nicht darum. Halte in all den Iahren nicht mehr an dieses Kind gedacht. Heute dachte er daran. Ohne daß er sich klar war, was er eigentlich wollte, dachte er: Wohin mag Achern damals das Kind gebracht haben? Einmal hatte ein junges Geschöpf hier über diese Mauer geblickt, das war das einzige fremde Geschöpf gewesen, das er seit Iahren gesehen halte. Eigentlich hatte er sich damals nicht richtig benommen. Das war ein ganz reizendes Geschöpf gewesen, er hätte sie ansprechen sollen. Sicher war sie auS der Gegend und hätte ihm über Schloß Achern und seine Bewohner Auskunft geben können. Herr von Hohenbrück stand auf, ganz langsam ging er zum Schloß zurück, herrschte dort den alten Wilhelm an: „Eine Briefmarke besorgen!" und ging weiter. Mit weit offenem Munde blieb der Diener stehen. Eine Briefmarke? Stürzte denn der Himmel ein? Dann ging er eilends davon, gab einem auf der Wiese unten spielenden Iungen den Auftrag und Geld und wartete dann. Der Iunge kam bald zurück, erhielt einen Groschen und einen Rasenstüber, weil er neugierig an dem Diener vorbei in den Schloßhof spähte, und dann wurde das Tor geschlossen. Wilhelm aber trug feinem Herrn die Briefmarke ins Arbeitszimmer. Der faß an dem wuchtigen Schreibtisch schrieb eifrig und knurrte: „Herlegen!" Mil einem langen Blick auf feinen Herrn ging Wilhelm hinaus, ilnten verkündete er bann, daß etwas Ungeheuerliches sich oben ereigne. Der gnädige Herr schreibe einen Brief. Ralürlich erregte feine Mitteilung helles Staunen. Was sollte denn dabei herauskommen? Sie gingen dann in den Garten. Die beiden Männer harkten die Wege, banden Blumen fest, wischten Bänke und Tische ab, während die Köchin in dem kleinen Gemüsegarten verschiedenes für das Rachtmahl holte. Der gnädige Herr aß an diesem Abend überhaupt nicht. Rur gegen Mitternacht brannte noch immer Licht in feinem Zimmer, wie Wilhelm erstaunt feststel'te, denn diese Lichtverschwendung paßte gar nicht zu der sonstigen Sparsamkeit des allen Herrn. Am anderen Morgen endlich wurde die Reugier der Dienstboten gestillt: Wilhelm trug einen Brief zur Post, der an Herrn von Achern auf Achern gerichtet war. Ranu? Die Dienerschaft von Hohenbrück stand auf dem Kopf — was sollte denn das heißen? Borerst hieß es warten und durch nichts feine Reugierde betraten. Herr von Hohenbrück ging unruhig im Schloß umher. Er hatte sich nie um die Post gekümmert. Es kam doch höchstens einmal ein Brief vom Rechtsanwalt, der das Hohenbrück- sche Bermögen verwaltete, alle Steuerfragen erledigte und so weiter. Ietzt aber sah Hohenbrück öfter den Echlotzberg hinab, ob nicht bald das gelbe Rad des Postboten auftauchte, denn antworten mußte ihm Herr von Achern doch. Aber ein Tag nach dem andern verging, ohne daß Antwort kam. Da lachte Herr von Hohenbrück laut auf. Was hatte er denn auch gewollt? Warum hatte er sich denn überhaupt noch einmal an dieses Irrenhaus, das sich Welt nannte, gewandt? Auf was für ein Heil hatte er denn gewartet? Aufrecht schritt er wieder durch den sonnigen Park, ironisch lächelnd betrachtete er die Rosen. Wie sie flammten und blühten! Rur seine Hände durften sie "nicht berühren, denn sonst war ihr Leben und Blühen vorbei. (Fortsetzung folgt.) pjllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllg ■ Die anspruchsvolle Dame j bevorzugt die erprobten Präparate in der Schön- heitspflege v.,Elise Bock* Alle Damen sind von der = = verblüffenden Wirkung ent- W zückt Sollten Sie, gnädige = Frau, noch keine Zeit ge- W funden haben, diese Präpa- == rate kennen zu lernen, dann == lassen Sie sich bitte in meinem Geschäft kostenlos beraten! ==E die Drogerie, die Ihr Vertrauen verdient 4*3 A = ■IIIIIIIIMIIIIIIIW Das in diesem Jahre besonders gute Frühjahrs-Starkbier „Triumphator" aus der Actienbrauerei zum Löwenbräu in München kommt weiter in den bekannten Lokalen zum Ausschank. Im Faß, jede Größe, Syphons und Flaschen sofort und frisch lieferbar EMIL SCHMAL! Biergroßhandlung und Eisfabrik 493 d Fernruf 3883 Generalvertreter für Oberbessen und angrenzende Gebiete Lichtspielhaus • Gießen Heute bis Montag großes Doppel - Programm I i. 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Einlösung des Gutscheins Nr. 6 aus dem gelben bzw. grauen Gutscheinheft, für Mitglieder des Kaufm. Vereins und des Gewerbevereins gegen Einlösung des Gutscheins Nr. 13 zu 70 Pf. bei Emst Chalner. für Nichtmitglieder zu KM.2.00 und KM. 1.50 bei Ernst ChaUier und an d. Abendkasse. Studentenkarten geg. Ausweis zu 40 Pf auf dem Büro das Allg. Stud.-Ausschusses im Univ.-Gebäude Bezirk Oberhessen Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft Öffentlicher Lehrgang zur Ausbildung von Rettungsschwimmern mit anschließenden Prüfungen für den Grund- und Prüfungsschein. Sechs Uebungsabende, jeden Mittwoch von 20 bis 21.30 Uhr. Beginn am 8. März 1933. Unkostenbeitrag Mk. 1.50. Schriftliche Anmeldung mit Angabe des Geburtsjahres bis zum 5. Februar 1933 an den technischen Leiter, Franz Sauer. Gießen, Großer Steinweg 14. 435D Der Vorstand. Sonderzug der Reichsbahn vom 4. bis 12. Februar 1933 nach Garmisch-Partenkirchen Gesamtpreis einschließl. Fahrt, Unterkunftu. mir rn nn qm Verpflegung IIUI UU.uU *651. 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