Zwischenkonferenz in London. Das britische Kabinett vor der Entscheidung. — Amerika bleibt in Distanz. London. 20. Sept. (IU.) Premierminister Macdonald hat für heute eine außerordentliche Sitzung des Kabinetts einberufen, auf der die Forderungen Frankreichs nach einer dauernden Ueberwachung und noch einer Probezeit im Sinne der Besprechungen, die der Unterstaats- sekrelär Eden in Paris hatte, erörtert werden sollen. Der Außenminister Sir John Simon, der zur Zell beim König in Balmorol (Schottland) die Tätigkeit als Minister vom Dienst versieht, und dort eigentlich bis zum Donnerstag bleiben sollte, hat dringende Anweisung erhallen, noch London zurückzukehren. Er Hot sich sofort auf die Reise begeben, so daß er an der Kabinellssihung teilnehmen kann. Die Morgenblätter befassen sich in langen Aufsätzen mit der Sondersitzung des Kabinetts. „Daily Herold" behauptet, dah in der Frage der periodischen internationalen Rüstungskontrolle, über die das Kabinett zunächst zu entscheiden habe, die britischen Militär- und Marine- behörden heftige Opposition machten. Sie wehrten sich gegen den Gedanken, einer internationalen Kommission zu erlauben, „ihre Rase in die britischen Arsenale und Werften zu stecken". * Darüber, daß die Besprechungen zwischen England und Frankreich an einem kritischen Punkt angelangt sind, können auch die beiderseits des Kanals laut werdenden Pressestimmen nicht Hinwegtäuschen, die von einem allerdings gedämpften Optimismus getragen find. In der „Time s" heißt es zwar, daß der Abstand zwischen den An- ichten beider Regierungen nicht mehr so f r o ß sei, wie früher, aber das Blatt schränkt eine Auffassung, daß die britische Regierung den ranzösischen Anregungen günstiger gegenübersteht, durch den Zusatz ein, Frankreich müsse sich bereits jetzt verpflichten, nach Ablauf einer festgesetzten Periode effektive R ü - stungsverminderungen oorzunehmen. Der wahre Gegensatz zwischen England und Frankreich bleibt also nach wie vor bestehen. England kämpft auch weiterhin für die Anerkennung des Macdonald-Planes, d. h. um das Prinzip der Abrüstung selbst, Frankreich dagegen ist weniger denn je geneigt, die ihm durch den Sinn und klaren Wortlaut der Verträge auferlegte Pflicht zur effektiven qualitativen Abrüstung zu erfüllen. Dabei wird in Paris auch der Versuch gemacht, die Haltung der amerikanischen Regie» r u n g gegen England auszuspielen. Für ein solches Unternehmen bietet aber die Erklärung, die Norman Davis gestern in Paris überreicht hat, offenbar keine wirtliche Grundlage, da in ihr im Gegenteil der bekannte amerikanische Standpunkt bargelegt wird, wonach ein Abrüstungsabkommen nur durch d i e Initiative der europäischen Staa- t e n herbeigeführt werden kann. Der amerikanische Vertreter hat die Darlegung der Franzosen zur Kontrollfrage zwar angehört, dazu aber s e l b st nicht Stellung genommen; vielmehr hat er ausdrücklich eine Beteiligung Amerikas an irgendwelchen Sanktionen abgelehnt. Diese wie auch die übrigen gestern in Paris geführten Besprechungen können nicht darüber hin» wegtäuschen, daß für den weiteren Verlauf der Dis» kussion jetzt das Ergebnis der Zwischen» konferenz in London entscheidend ist, allerdings nur im Rahmen der englisch-französischen Vorbesprechungen, denn die Sache der Abrüstung ist, wie sich sowohl aus der Fünfmächte-Erklärung vom 11. Dezember 1932 als auch aus dem Vier» mächtepakt ergibt, eine Angelegenheit, die nicht ohne Deutschland erledigt werden kann. Was auch immer das Ergebnis der derzeitigen Erörterungen von London und Paris sein wird: erst in Genf wird darüber entschieden werden, ob die notwendige Lösung der Abrüstungsfrage entsprechend dem klaren und berechtigten Standpunkt Deutschlands zustondekommt, oder ob sie in der Tat an dem immer deutlicher werdenden Widerwillen Frankreichs, seinerseits den ihm obliegenden Teil der Abrüstungsverpflichtungen und damit einem wirklichen Beitrag zur Entspannung der internationalen Atmosphäre zu leisten, scheitert. Oie Türkei fordert Erhöhung der Militärstreitkräste? Paris, 20. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Die türkische Völkerbundsdelegation soll die Absicht haben, die Genehmigung zur Erhöhung der türkischen Militärstreitkräfte nack dem öfterrei» chischen Beispiel zu Deantragen. Die Vertreter der Türkei würden zur Unterstützung ihres Antrages darauf Hinweisen, daß die jetzigen türki- schen Streitkräfte nicht ausreichen, um gegen den Kommunismus z u kämpfen, der gegenwärtig in der gesamten Türkei große Fortschritte zu verzeichnen habe. Und endlich ist noch eine weitere Frage von In- teresse, die allerdings nur noch historische Bedeutung hat. Wenn das Verfahren vor der nationalen Erhebung zur Verhandlung gekommen wäre, würde die Frage aufgetaucht sein, ob den Angeklagten als sogenannten politischen Verbrechern oder Heber» jeugungstätern irgendwelche mildernde Umstände hätten zugerechnet werden können. Eine solche Konzession an das Individuum fand sich zwar nicht in den Strafgesetzen, sondern nur in den Vorschriften über den Strafvollzug, die im übrigen im Mai d. I. aufgehoben worden sind, Gefangenen, bei denen der ausschlaggebende Beweggrund zur Tat darin bestand, daß sie sich zu ihr auf Grund ihrer sittlichen, religiösen oder politischen Ueberzeugung für verpflichtet hielten, konnten Vergünstigungen bei der Strafvollstreckung gewährt werden. Wie dem auch fei, in dem Autoritätsstaat der nationalen Erhebung ist nicht mehr Raum für Konzessionen an den politischen Überzeugungstäter oder politischen Verbrecher. Wer sich gegen den Staat wendet, wen- bet sich gegen das Volk, und kann politische Ueberzeugung nicht mildernd für sich in Anspruch nehmen. Das Interesse der Gemeinschaft steht über allem, ein Angriff aus sie ist unentschuldbar. Ein gewisser „Komment" ist auch bei revolutionären Handlungen zu verlangen und zu beachten. Auch der Revolutionär hat ritterlich zu kämpfen, er hat fein politisches Ziel aus lauterer Gesin - n u na und mit reinen Händen zu erstreben. Sind also die verwendeten Mittel oder die Art ihrer Ausführung besonders verwerflich, so hat er fein Recht auf vorzugsweise Behandlung, einem Ausländer kann sie nie zugebilligt werden. Er hat kein Recht, sich in die Verhältnisse eines anderen Staates zu mischen. Mit aller Entschiedenheit muß aber vor allem gelegentlichen Vergleichen mit den Kämpfern der nationalen Wiedergeburt entgegengetreten werden. Diese hatten allein das Wohl des Vaterlandes und des Volkes im Auge, ihr Handeln entsprang^ einer unbegrenzten Liebe zu Volk und Heimat. Sie konnten ihr Ziel zwar nur im ftampfe erreichen, ihre Gesinnung war aber lauter. Dit Kommunisten wandten sich gegen Volk und Vaterland, ihr Ziel war die Klassenherrfchast. Kein Staat kann es dulden, daß der Kommunismus ihn zerreißt und zerstört. Hätten wir früher die Todesstrafe abgeschasft, wir hätten sie wieder ein- führen müssen. Nur kraftlos gewordene Völker haben sie aufgegeben. Deutschland leistet der gesamten Welt mit seinem Kampf einen Dienst, lieber kurz oder lang werden das auch die übrigen Völker erkennen. dfyrwn. 1/4 Dose RM 0,40 & . . 0,75 1/1 : - "o b. FL, Düsseldorf lö*rl6 LZSZ LKD Otts. \■WBorttt «LSfr «an. - Erbenswunst W^en< Di, lamm, 'ßechhiit ?en,m *- LLK'TL ---- AU. 6F-21 E irjjgiSi Svische §ifche! Mait u. StnnetflW SUMMA«« thule Jimena“ J rage »SN Sie lhre2uN durch und Ihr« 0“*6 57762. Nr. 220 Erster Blaff 185. Zchryanh i Mittwoch, 20. September 1935 Erich,in, rügllch, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustriert« Gießener Familienblätter O et mal im Bild Die Scholl« Monat;-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustriert» , 180 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanschlüste enter Sammelnummer 225L Anschrift für Drahtnachrichten »nzelger Gieße«. Postscheckkonto: RranHurt am Main 11686. MetzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oderhessen vrvS md Verla-: vrühl'schr UnlverlttSlr-Vvch. mid Stdnbniderd TL £ange in Gießen. Schriftlettmg und SeschSstrstelle: ZchuRraße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örttich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'/, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. tz.Thyriot; für den übrigen Teil Lmst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.KÜmmeI sämtlich in Gießen. Die Abrechnung. Don Landrichter Werner Kleffel, Berlin. Wenn am 21. September 1933 her Präsident des Vierten Strafsenates des Re-chsgerickts in Leipzig d i e Verhandlung gegen b t e wegen der Brandstiftung des Reichstags Angeklagten eröffnet, dann wird sich diesem Verfahren, dem der Angeklagte van der Lubbe den Namen gegeben hat, das Interesse des ganzen deutschen Volkes, der gesamten übrigen zivilisierten Welt zuwcnden. Das beruht nicht etwa auf den eigenartigen Methoden und dem mehr als merk- würdigen Verhalten, mit dem sich einige ausländische Personen in offensichtlicher Verkennung deutscher Verhältnisse und vor allem der Tätigkeit unserer Gerichte und Stratoerfolgungsbehörden der Sache annehmen zu müssen glaubten.. Wer vor einem deutschen Gericht angeklagt ist, benötigt nicht den Schutz von Ausländern, noch gar von Emigranten. Das Interesse stützt sich allein daraus, daß wohl zum ersten Male vor einem deutschen Gericht die vom Ministerpräsidenten Gorina ausgedeckten Pläne der kommunistischen Verbrecherwelt in ihrer ganzen Scheußlichkeit und Grausamkeit zur Verhandlung kommen werden. Nicht nur die Polizei, sondern in erhöhtem Umfange sind auch die Gerichte gegen den Bolschewismus „mobilisiert" worden, um diese Weltgefahr der „politischen Kinder" des Herrn Seoering mit Stumpf und Stiel auszu- rotten, gegen die weder Grenzen noch Ströme oder Meere irgendeinen Schutz bieten. Es handelt sich bei dem kommenden Prozeß also nicht nur um eine rein innerdeutsche Angelegenheit, sondern um eine Ausgabe, an der b i e gesamt: We11ord - n u n g interessiert ist. Eine fachliche Stellungnahme zu den Vorwürfen und vor allem zu dem Inhalt der Anklage ist nicht möglich. Ganz abgesehen davon, daß das Verfahren noch schwebt, sind Einzelheiten auch nicht bekannt, man kann auch in Ruhe die Verhandlung abroarten. Wenn man trotzdem zu dem kommenden Verfahren einige einleitende Bemerkungen machen soll, so können sie nur die formelle Seite und rech Apolitische Gedanken enthalten. Der juristisch weniger unterrichtete Leser wird sick zuerst fragen, warum denn das Verfahren, bei Dem es sich um eine Brandstiftung handelt, nicht wie sonst vor einem Schwurgericht, sondern vor dem Reichsgericht anhängig geworden ist. Diese Frage ist leicht zu beantworten. Außer wegen Brandstiftung sind die Angeklagten noch wegen Hochverrats zur Verantwortung gezogen, und mit Rücksicht hierauf ist die Zuständigkeit des Reichsgerichts gegeben. Weiterhin wird sich der Leser erinnern, daß die Reichsregierung durch ihren Sprecher Goring bereits unmittelbar nach dem Brande des Reichstags schärfste Strafen für ähnliche Taten ankündigte, aber auch die schärfste Be- trafung der Reichstagsbrandstifter in Aussicht teilte. Sie entsprach hiermit nicht nur dem Emp- inben des Volkes, sondern auch dem einhelligen Verlangen des anständigen und national gesinnten Teiles unserer Volksgenossen. Ihm erschien die schärfste Strafe gerade leicht genug. Allgemein wurde die Todesstrafe für derartige fluchwürdige Verbrechen verlangt. Der Reichspräsident und die Reichsregierung haben daher in der Verordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 die Todesstrafe auch auf das Verbrechen der Brandstiftung nach § 307 des Strafgesetzbuches ausgedehnt. Bislang waren dort nur Zuchthausstrafen von lebenslänglicher Dauer, zum mindesten aber nicht unter 10 Jahren, vor- Seschen. Für das kommende Verfahren wird die iffer 2 dieses Paragraphen voraussichtlich in Be- tracht kommen, weil die Brandstiftung des Reichstags wohl unbestreitbar in der Absicht begangen wurde, einen Aufruhr zu erregen. Diese Verordnung konnte aber nicht ausreichen. Einer der fundamentalsten Grundsätze aller Straf- rechte und wohl auch aller Verfassungen, und so auch der deutschen, ist die Bestimmung, daß eine Handlung nur dann mit einer Strafe belegt wer- den kann, wenn diese Strafe gesetzlich bestimmt war, bevor die Handlung begangen wurde. Das schließt natürlich nicht aus, daß eine solche Bestimmung geändert werden und daß ein Verbrechen auch rückwirkend mit einer Strafe belegt werden kann, die bislang nicht vorgesehen war. Ent- cheidend ist nur, daß diese Aenderung in den ge- ctzlichcn Formen vorgenommen wirb. Das ist aber geschehen. Die Reichsregierung, die durch verfas- ungsänbernbes Gesetz zur Behebung der Not von Volk unb Reich vom 24. März 1933 die Ermächtigung erhielt, außer in dem in der Reichsverfassung vorgesehenen Verfahren selbst Reichsgesetze zu be- schließen, erließ wenige Tage nach Erteilung dieser Ermächtigung das Gesetz über Verhängung unb Vollzug ber Todesstrafe vom 29. März 1933. In § 1 dieses Gesetzes wurde die Gültigkeit der oben erwähnten Verordnung vom 28. Februar 1933 festgelegt auch für Taten, d i e in der Zeit zwischen dem 31. 3a- nuar unb dem 28. Februar 1933 begangen find. Stellt also das Reichsgericht die Schuld der ober eines der Angeklagten hinsichtlich ber schweren Brandstiftung fest, so müßte auf die Todesstrafe erkannt werden. Irgend welche staatsrechtlichen Bedenken gegen die Gültigkeit, der rückwirkenden Ausdehnung der Todesstrafe können gar nickt geltend gemacht werden. Aehnliche Vorgänge sind übrigens auch schon in unserem Rechtsleben vorhanden und nachzuweifen. Wird auf Todesstrafe erkannt, so kann Diese nach dem Gesetz vom 29.März 1933 auch durch Erhängen voll- streckt werden. Mancher wird vielleicht verwundend) zur Kenntnis genommen haben, dah sich der eine der Angeklagten einen Mann zum Verteidiger ge- Der Tag -es deutschen Dauern. Umfassende Vorbereitungen in Stadt und Land für den deutschen Erntedanktag. Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reicksministeriums für Dolksaufklärung unb Propaganba gibt folgendes bekannt. Wie aus bem Aufruf des Reichsministers für Dolksaufklärung unb Propaganda und des Reichs- minifters für Landwirtschaft, der in den letzten Tagen durch die Presse ging, zu ersehen ist, führt die Reichsregierung am Sonntag, den 1. Oktober, einen deutschen Erntedanktag für das ganze Reich durch. Mit der Organisation und der Ueberwachung der Durchführung in den einzelnen Teilen des Reiches sind die Leiter ber Lanbes ft eilen des Reichsmini ft eriums für Dolksaufklärung und Propaganda beauftragt worden, die in engster Zusammenarbeit mit den Bauleitungen der NSDAP, und mit den Landesbauernführern alle Vorbereitungen treffen. Im Gegensatz zu den großen zentralen Kundgebungen des 1. Mai werden in unserem Bezirk diesmal die Veranstaltungen möglichst im Rahmen der Ortsgruppen durchgeführt. Im Mittelpunkt dieser weit über 1000 Einzelkundgebungen innerhalb des Gebiets der Landesstelle steht der Festakt auf bem Bückeberg bei Hameln mit der großen Rede unseres Führers Adolf Hitler. Das einheitliche Programm wird folgendermaßen festgesetzt: 6.30 Uhr: Allgemeines Wecken (Musikumzüge, Rund- funkmusik). 7.45 bis 8 Uhr: Eröffnung des Erntedanktages im Rundfunk durch Reichsminister Dr. Goebbels. 11 bis 12 Uhr: Platzkonzerte überall da, wo Kapellen erreichbar sind. Ab 14 Uhr: Beginn ber Zusammenstellung ber einzelnen Festzüge. 17 bis 19 Uhr: Uebertragung des feierlichen Festaktes auf dem Bückeberg bei Hameln. Durchführung des Programms: 1. 3n den größeren Städten. Fast alle größeren Städte unseres Gebietes haben in unmittelbarer Nähe ber Stabtgrenzcn Dörfer mit ausgesprochen landwirtschaftlichem Charakter. In diese Dörfer wird für die größeren Städte die Feier verlegt, so daß u m jede Stadt herum ein Kranz von Kundgebungen stattfindet. Die Ortsgruppen der größeren Städte werden auf diese Veranstaltung eingeteilt und ziehen mit allen Mitgliedern (einschließlich aller Unter- unb Nebengliederungen wie SA., SS., HI., NSBO., BDM., Frauenschaft usw.) dort hinaus. Die nicht in der Partei organisierten deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen sind ein- geladen, ebenfalls an diesen Feiern teilzunehmen. Ob die Ortsgruppen geschlossen hinausmarschieren, ober aber erst auf den Festplätzen sich versammeln, wird den einzelnen Kreisleitern überlassen. Diese Feiern sind folgendermaßen aufzuziehen: Je nach Bedarf werden ein oder mehrere Säle feierlich hergerichtet und reich mit Hakenkreuzfahnen und frischem Grün geschmückt. Auf einem Podium ist ein geeigneter Lautsprecher, überhängt mit einer Hakenkreuzfahne, aufzustellen. Rechts und links von dem Lautsprecher stehen Ortsgruppen- und NSBO.-Fahnen. Kapellen spielen bis zum Beginn der Festaktübertragung. Für jeden Saal ist ein erfahrener Versammlungsleiter zu bestimmen, der darüber wacht, daß ab 17 Uhr weder geraucht wird noch irgendeine Störung aufkommt. Der Leiter eröffnet die Kundgebung und schließt sie. Eine Ausnahme bilden Städte wie-Kassel und Darmstadt, für die Sonberbeftimmungen in Kraft treten. Der Reichspropagandastellen-Leiter ©erlaub in Kassel unb der Reichspropagandastellen-Leiter Trefz in Darmstadt ordnen hier ein besonderes Programm an. 2. 3n den mittleren unb kleineren Städten. Auch hier werden ein ober mehrere Bauerndörfer bestimmt, zu denen die Parteigenossen sowie die nicht in der Partei organisierten Volksgenossen hingeleitet werden. Dor allen Dingen ist größter Wert darauf zu legen, daß d i e reine Industrie- Bevölkerung an den Feiern teilnimmt. Durch- führung der Feier wie oben. 3. 3n den Dörfern. Alle Ortsgruppen und Stützpunkte führen selbständig den Erntedanktag durch, soweit sie in der Lage sind, die Uebertragung der Rede des Führers zu garantieren. Das oben angegebene Programm gilt auch hier. In allen Ortsgruppen und Stützpunkten treten die Organisationen der NSDAP, sowie aüf übrigen Vereine und Verbände (siehe 1. Mai) zu einem Festzuge an. Wo sich noch Trachten erhalten haben, sollen sie zur Geltung gebracht werden. Auch sonstige Erntedankfestgebräuche sind in den Rahmen unseres Programms einzureihen. Die Züge marschieren unter Führung der NSDAP, mit Musik durch alle Straßen und dann in den Festsaal, oder sie verteilen sich in größeren Orten nach einem genau aufzustellen- den Plan in verschiedene Säle. Die Säle sind, wie oben angeführt, auszustatten. Nach der Uebertragung des Festaktes auf dem Bückeberg werden die Kundgebungen offiziell ge- geschlossen. Dann findet überall entweder direkt ober nach einer Pause V 01ksfest mit Tanz statt. Allgemeines zum Volksfest. Es ist selbstverständlich, daß auch diese sich an den Festakt anschließenden Volksfeste in einer würdigen Weise begangen werden müssen. Ebenso ist es selbstverständlich, daß nur deutsche Volkstänze getanzt werden. Auch ist darüber zu wachen, daß Alkoholmißbrauch mit seinen üblen Folgen unterbunden wird. Die Leiter haben darüber zu wachen, daß jede Möglichkeit dieser Art i m Keime e r st i ck t wird. Eine Verlängerung der normalen Polizeistunde ist zu verweigern. Belt.: Rundfunkübertragung außerhalb der Festplätze. In allen Gasthäusern mit Lautsprecheranlagen muß die Uebertragung des Festaktes auf dem Bückeberg übernommen werden. Es muß von den Wirten dafür gesorgt werden, daß zwischen 17 und wählt hat, der vornehmlich feit Jahren Angeklagte aus den nationalen Kreisen des Volkes vor Gericht vertrat. Aber auch das ist verständlich. Ganz abgesehen davon, daß — Gott sei Dank, kommunistische Anwälte nicht mehr auftreten können, wählen sich Angeklagte oft Verteidiger, die politisch und weltanschaulich mit ihnen nicht über- einftimmen, weil sie wissen, daß diese ihren Schutz viel wir Ma mer und objektiver vertreten können als Gesinnungsgenossen. Hätte sich der Angeklagte nicht selbst einen Verteidiger gewählt, so hätte ihm das Gericht laut ausdrücklicher gesetzlicher Vorschrift einen solchen stellen müssen. Irgendein Grund, gegen den Verteidiger wegen der lieber« nähme des Mandats einen Vorwurf zu erheben, liegt nicht vor, dieser ist nach reichlicher Abwägung aller in Betracht kommenden Umstände zu feinem Entschluß bestimmt worden. Die Tätigkeit des Verteidigers ist genau so wie die des Gerichts auf die Ermittlung der Wahrheit gerichtet. Natürlich darf er nur zugunsten feines Mandanten tätig werden, er darf und wird sich in der Regel auch nie mit der Tat des Angeklagten iden- tifyieren. Daß an den Takt und an die Ausgaben des Verteidigers gerade in diesem Verfahren große Anforderungen herantreten werden, ist nicht zu leugnen. 19 Uhr hier jeder Gast die Uebertragung ungestört hören kann. Es ist vor 17 Uhr allen Gästen bekanntzugeben, daß in den nächsten zwei Stunden jede Störung unbedingt zu oermei- den ist Kommen und Gehen in dieser Zeit ist unerwünscht. Wer sich diesen Anordnungen nicht fügen will, muß auf schnellstem Wege entfernt werden, da niemand berechtigt ist, einen deutschen Volksgenossen beim Anhören einer Rede des Führers zu stören. Die Ortsgruppenleiter entsenden Parteigenossen, die die Durchführung dieser Anordnung überwachen und die Durchführung den Wirten erleichtern helfen. 9n den größeren Städten sind außerdem auf je einem größeren Platz Lautsprecheranlagen anzu- bringen, um auch den Volksgenossen, die aus irgendeinem Grunde in der Stadt zurückbleiben müssen, den Empfang der Uebertragung zu ermöglichen. Erntezeichen In ganz Deutschland wird für diesen \ | 11 Erntedanktag nur ein \ \ Xillll winzigesErntezeichen v \\ \ti 1/ verkauft. Dieses Ab- A AyW / zeichen wird inder xvvkiwi/// sächsischen Heim- » industrie hergestellt \ VvKihÖz und geht in ausrei- vJyl \ uW/l/ ✓ chenden Mengen den ixXxMJJa /v Kreisleitern zur '23er. I Vvlj teilung zu. 20 00Ü xxvfli I Heimarbeiter erhal- tcn dadurch für ein paar Wochen Arbeit WwffiLin und Brot. Das Ab° Zeichen wird vom 24. September ab durch EiSSÖ® alle Ortsgruppen der NSDAP. zum vor- aussichtlichen Preise von 20 Pf. oertrie- ben. Alle übrigen Ab- M Zeichen für den Ernte- U danktag sind streng- R stens verboten. Der ” Versuch, andere Abzeichen zu verkaufen, ist rücksichtslos zu unterdrücken. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß alle deutschen Volksgenossen an dem vom Führer angesetzten Ernte- danktag dieses Abzeichen tragen. Vor allen Dingen zeigen alle Nichtmitglieder der NSDAP, durch das Tragen des Abzeichens ihre Verbundenheit mit den Absichten der Reichsregierung. Bett.: Beflaggung. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß an diesem von Adolf Hitler gewünschten Erntedanktage alle deutschen Häuser reichen Flaggen- schmuck und womöglich frisches Grün tragen. Belr.: Entstehende Unkosten. Der Eintritt in die Festsäle sowie der anschließende Tanz müssen frei fein. Entstehende notwendige Unkosten müssen, wie beim 1. Mai, von den Gemeinden übernommen werden. Nur der Kampfbund für deutsche Kultur hat die Genehmigung, für eine Reihe kultureller Veranstaltungen Eintritt zu erheben. Betr.: Schüler aller Schulen. Wo es zweckmäßig und durchführbar erscheint, sind die Schüler in den öffentlichen Feftfälen zuzu- lassen. Wo jedoch beschränkte Raumverhältnisse sind, müssen in den Schulen entsprechende Schülerveranstaltungen durchgeführt werden. Betr.: Extrazüge nach Hameln. Aus dem Gau Kurheslen gehen vier bis fünf Extrazüge mit Bauern, Arbeitern, Landfrauen und Trachtengruppen ab. Genauere Zeiten werden noch bekanntgegeben. Für Frankfurt a. M. liegt die Organisation des Extrazuges in den Händen des Landesbauernführers. Betr.: Theater. Die Theater sollen den Kreisleitungen der NSDAP, genügende Mengen Freikarten zur Verfügung stellen, die diese nach Rücksprache mit den Kreisbauernführern an jüngere, verdiente Bauern abgeben. Betr. Amateurphotographen. Alle Amateurphotographen werden aufgesordert, möglichst viele Szenen dieses Erntedanktages aufzunehmen und der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Frankfurt a. M., Bürgerftraße 9/11 von jeder gelungenen Aufnahme zwei Exemplare zu überlassen, die dem Reichsministerium für Volks- oufklärung und Propaganda zugeleitet werden. Ort und Sinn der betreffenden Szene, sowie Name des Absenders find auf der Rückseite des Bildes zu verzeichnen. Es ist selbstverständlich, daß dieser Erntedanktag bis ins kleinste Dorf unter der Führung der NSDAP, steht und daß alle deutschen Volksgenossen sich dieser Führung anschließen. Alle etwa geplanten Feiern einzelner Gruppen, Vereine oder Verbände sind zu unterlassen. Nur der Kampfbund für deutsche Kultur wird zusammen mit der NSDAP, eine größere Aktion durchführen (Huldigungsfahrt zum Tag der deutschen Ernte). Ein näheres Programm hierüber geht der Presse in den nächsten Tagen zu. Der große Erntedanktag soll die Augen des ganzen deutschen Volkes auf das Bauerntum hin- lenken. Alle Kreisletter der NSDAP, rufen sofort nach Kenntnisnahme dieser Bekanntmachung ihre Ortsgruppen- und Stützpunktleiter sowie die Vertreter aller am 1. Mai beteiligten Verbände und Vereine zusammen und legen mit den Kreisbauernführern und den etwa vorhandenen Führern des Kampfbundes für deutsche Kultur die genaue Durch- führung des Programms fest. Daraufhin rufen alle Ortsgruppen- und Stützpunktleiter in ihren Bezirken wiederum die Vertreter der erwähnten Verbände und Vereine zusammen und regeln alle Fragen betreffs des Erntedanktages. Alle Regie- rungs st eilen und Bürgermeisterämter haben die Arbeit der NSDAP, mit allen zu Gebote stehenden Kräften zu unterstützen. Während der 1. Mat der Tag riesenhafter Mas- senkonzentrationen war, soll in unserem Gebiete der 1.Oktober der Tag von weit über 1 000 kleineren Kundgebungen fein, bei denen die Volksgenossen zusammensitzen und sich kennenlernen können. Auch gewährleistet die Uebertragung in Sälen ohne vorherige stundenlange Aufmärsche ein eindringliches Miterleben der Zuhörer. Der Erntedanktag wird neben dem 1. Mai der zweite große Feiertag der Deutschen werden. Alle deutschen Volksgenossinnen und Volksgenossen fordere ich daher auf, sich den zuständigen führenden Amtswaltern der NSDAP, zur Verfügung zu stellen und mit allen Kräften muzuhel- fen. Wer sich zu dem Erntedanktag bekennt, bekennt sich zu Adolf Hitler und seinem Aufbauprogramm. Wer sich aber an dem Erntedanktag zurückhält und den Veranstaltungen ohne brin« ?enden Grund fernbleibt, zeigt damit, daß er eine innere Anteilnahme an dem Schicksal des deutschen Volkes nimmt. gez. Müller-Scheld, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Mitteilungen des bayerischen Kultusministers über die Neuglieoerung des Reiches. München, 20. Sept. (TU. Drahtmeldung.) Auf einer Mitgliederversammlung der Bayreuther Ortsgruppe der NSDAP, machte der bayerische Kultusminister S ch e m m Ausführungen von großer Bedeutung. Der „Völkische Beobachter" teilt darüber in seinem Bericht aus Bayreuth u. a. folgendes mit: Nach dem Willen des Führers soll es künftig in Deutschland keine Länder, keine L a n d e s g r e n z e n und keine (Stammes- grenzen mehr geben, sondern die Einheit des Reiches in seiner staatlichen Gliederung sollen d i e 3 7 Gaue sein, wodurch also den Städten, in Denen Gauleitungen ihren S l g haben, künftig die Bedeutung von Regierungssitzen zukommen wird. Am Samstag Baueröffnung her ersten Reichsaulobahn. Der Führer wird den erstenSpatenstich tun. Berlin, 19. Sept. (TU.) Am Samstag, dem 23. September, wird in Frankfurt a. M die feierliche Baueröffnung der er st en Reichsautobahn vor sich gehen. Es werden ungefähr 700 Arbeiter eingestellt. Die Zahl der in den nächsten Wochen Beschäftigten wird etwa 4000 betragen. Das Programm ist wie folgt festgelegt: 7 Uhr: Antreten der neueinge st eilten Arbeiter beim Arbeitsamt Frankfurt a. M. und Entlassung der Arbeiter aus der Obhut des Arbeitsamtes. Anschließend Marsch zum Börsenplatz. 7.30 Uhr: Kundgebung auf dem Börsenplatz mit einer Ansprache des Reichsstatthalters Gauleiter Sprenger. 7.45 Uhr: Ansprache des Generalinspekteurs für das deutsche Straßenwesen Dr. Tod t. 8.30 Uhr: Abmarsch zur Arbeitsstätte. 10.15 Uhr: Eintreffen des Führers. Begrüßung durch Reichsstatthalter Sprenger. Der Generalinspekteur meldet dann dem Führer die Arbeitsbereitschaft. Der Vorsitzende des Vorstandes der Reichsautobahn, Generaldirektor Dorpmüller übergibt dem Führer einen Spaten juriöau« eröffnung. Der Führer hält eine Ansprache und gibt den Befehl zum Arbeitsbeginn. Es ist zu erwarten, daß im Laufe der nächsten sechs bis acht Wochen mit demBauderAuto- bahn st reckeMünchen — Salzburgeben- falls begonnen wird und daß im Laufe des Herbstes noch zwei weitere Strecken in Angriff genommen werden können, so daß im näch- sten Frühjahr etwa 400 Kilometer Autobahnstrecke im Bau sind. Im nächsten Frühjahr würde dann noch eine größere Zahl in Bau genommen werden. Oie Sckandinschrist in Oinant. Brüssel, 19.Sept. (ERB.) Trotz der Intervention des Ministerpräsidenten de B r o c q u e v i l l e hat der Stadtrat von Dinant in seiner gestrigen Sitzung mit neun gegen zwei Stimmen beschlossen, die Inschrift „Furore Teutonico" an dem in Dinant zu errichtenden Denkmal für die Zivilopfer des Jahre s 19 14 anbringen zu lassen. Der Verzicht auf die Inschrift, fo versuchte der Stadtrat seinen Beschluß zu begründen, würde von Deutschland als Rechtfertigung der Auffassung angesehen werden, daß es in Dinant Franktireurs gegeben habe. Oie Neuordnung der Geireihewirischast. Reichsernährungsmmister Narre erläutert hie neuen Agrargesetze unh hie Preis-Regulierung auf hem Getreihemarkt. Berlin, 19. Sept. (TU.) Reichsernährungsmi- nifter Darr 6 sprach am Dienstag im Rundfunk über den Aufbau des Reichsnährstandes •unb über bie Maßnahmen zur Markt- unb Preisregelung für lanbwirtschaftliche Erzeugnisse. Er führte u. a. aus, bah bie Reichs- regierung ihm bie Ermächtigung gegeben fjabe, bie feit Jahren von ihm eingeleiteten Vorarbeiten zur Durchführung bes ftänbifdjen Aufbaues in ber Lanbwirtfchaft fortzuführen, obwohl für bie ganze übrige Wirtschaft bie stänbifche Neuglieberung noch zurückgestellt würbe. Die Ermächtigung zum Ausbau bes Reichsnähr- ftanbes komme gerabe zur richtigen Zeit. Das beweise bie Unzulänglichkeit ber Marktverfassung, in W A jL P H w • >i H. * 4?; erster Linie bes (Betreibemarttes, zur Genüge. Wir müssen uns vollkommen darüber klar sein, daß ber Lanbwirt kein Unternehmer im landläufigen Sinne sei. Der Nährstand könne und solle sich nicht an dem Spiel ber freien Preisbildung beteiligen und dürfe nicht den damit verbundenen Gefahren ausgesetzt sein. wir brauchten den Bauern als den B l u t q u e l l und als ben Ernährer des deutschen Volkes. Darum komme es auch nicht fo sehr darauf an, bah der Bauer für seine Erzeugnisse einen möglichst hohen preis erziele, sondern es komme darauf an, daß der Bauer durch ein deutsches Recht mit seinem Grund und Boden fest verwurzelt werde, und dah er einen gerechten Lohn fürseineArdeit, d. h. auskömmliche preise erhalte. Das neue Gesetz über ben Reichsnährstand gebe die grundsätzliche Möglichkeit, zum System der gerechten festen Preise für den Bauern überzugehen. Als erstes Gebiet sei hier die Getreidewirtschaft in Angriff genommen worden, und zwar durch das Gesetz über den Zusammenschluß von Mühlen und durch das in den nächsten Tagen zu veröffentlichende Gesetz zur Sicherung der Getreidepreise. Danach werde er grundsätzlich ermächtigt werden, Fe st preise für Getreide festzusetzen. Kaufverträge, die nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes über im Innern erzeugtes Getreide abgeschlossen werden, gelten auch bann, wenn ein niedrigerer Preis vereinbart sei, als xu den gesetzlich festgesetzten Preisen abgeschlossen. Alle Vereinvarungen, bie eine Umgehung der Festpreise barstellten, seien unwirksam, benn dem Erzeuger müsse ber gesetzlich fest- ?elegte Preis in voller Höhe zugute o m m e n. Verstöße gegen biefes Gesetz würben mit sehr schweren Strafen geahnbet werben. So werbe berjenige, ber bem Bauer für fein (Betreibe weniger zahle ober auch nur verspreche, zu zahlen, mit einer (Belbftrafe bis zu 100000 M k. b e ft r a f t. In befonbers schweren Fällen komme Zuchthaus unb Gelbstrafe in unbeschränkter Höhe in Bettacht. Fahrlässig Zuwiderhanbelnbe würben mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft. Neben Gefängnis könne bei vorsätzlichen Zuwiderhandlungen auch auf Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte und auf Zulässigkeit ber Polizeiaufsicht erkannt werben. Derartige Verurteilungen würben auch auf Kosten ber Schuldigen öffentlich bekanntgegeben, unter Umftänben durch öffentlichen Anschlag. Gegebenenfalls würben bie Regierung auch die aus ben Jahren 1923 unb 1924 bestehenden Vorschriften über Untersagung bes Hanbels unb Schließung von Geschäftsräumen anzuwenben wissen. Der Minister erklärte bann, dah auf Grund dieses Gesetzes zunächst nur für Weizen und Roggen Festpreise geschaffen worden seien, weil diese beiden Getreidearten als Brotgetreide entscheidend für den Getreidemarkt seien. Ger st e und Hafer würden demgegenüber in wesentlich geringeren 2Uengen umgeseht. Das Festpreissystem trage zweierlei Gesichtspunkten Rechnung. Einmal würden die preise für Roggen und Weizen zum Ende des Getreidewirtschaftsjahres nach oben gestaffelt, zum anderen werde das Preisgefälle vom Westen nach dem Osten vollauf beachtet. Das ausgestellte Preisschema verstehe sich nur für das laufende Getreidewirtschaftsjahr mit seinem Charakter als Uebergangsjahr. Ob nicht im nächsten Jahr mehr Gleichmäßigkeit der Preisbildung im Verlaufe des ganzen Getreidewirtschaftsjahres, dafür aber ein wesentlich höherer Anfangspreis festzusetzen sei, bleibe einer Regelung zu gegebener Zeit Vorbehalten. Die deutsche Getreidewirtschaft stehe jetzt a u f einer völlig neuen Grundlage. Während in früheren Jahren der Staat durch mißglückte Stützungsaktionen versuchte, den (Betreibepreis zu halten, sei nunmehr der Reichsnährstand im Zusammenwirken mit der Autorität des Staates zum Garanten der Preisbildung gemacht worden. Dem Spekulantentum, das in der Brotversorgungswirtschaft des deutschen Volkes im besonderen Maße sein Unwesen trieb, fei ein ftir allemal das Handwerk gelegt worden. Die nationalsozialistische Regierung habe im Gegensatz zu der einseitigen Politik bet Vergangenheit die praktischen Voraussetzungen geschaffen, um den Bauern wieder eine oet- stärkte Erzeugung dessen zu ermöglichen, was in Deutschland fehlt, nämlich Futtermittel, Oelfrüchte, Pflanzenfasern, wolle und Fett. Der Bau- ernbetrieb habe demnach jetzt nicht nur die Möglichkeit, sondern auch dlepslicht, seine Wirtschaft auf bas Nationalwirtschaft»^ Ziel bet Unabhängigkeit in bet Versorgung einzustellen. — Bereits bei bet im Gange befindlichen Herbstbestellung komme es entscheidend darauf an, ben Crforbemiffen der Anpas sungder bäuerlichenErzeugung an ben Bebarf Rechnung zu fragen. Daraus ergebe sich n. a., daß kein Bauer in biefem Herbst mehr (Betreibe anbauen bürfe als im Herbst 1932. 3n erster Linie sei derweizen- anbau zu oermlnbern, stattbessen sei eine Verstärkung ber nationalen Futtergrundlage herbeizuführen. DieneuenIestpreisesürRoggenundWeizm Berlin, 19. Sept. (TU.) Aufgrund der neuen Sondergesetze, das Gesetz über den Zusammenschluß von Mühlen und bas Gesetz zur Sicherung ber (Betreibepreife, hat die Reichsregierung z u n ä ch ft nur für Weizen und Roggen Fe ft preise geschaffen. Diese beiden (Betreioearten wurden her- ausgegriffen, weil das Brotgetreide entscheidend für den Getreidemarkt ist und der Bauer auch von diesen beiden Früchten die größten Mengen zum Verkauf bringt. (Berfte unb Hafer werben bemgegenüber in wesentlich geringeren Mengen umgesetzt. Die Futtergetreidearten, Gerste und Hafer, werden vom Bauern in erster Linie für den eigenen Bedarf erzeugt; nur etwaige überschüssige geringe Mengen werden — abgesehen von ber Braugerste — an ben Markt gebracht. Von ber recht großen Hafer ernte, bie wir in Deutschlanb jährlich haben, werden beispielsweise nach vorliegenden Buchführungsergebnissen nur 10 bis 17 o. H. vom Landwirt verkauft. Das Festpreissyftem trägt zweierlei (Befidjtspunften, die auf natürliche Verhältnisse Rücksicht nehmen, Rechnung. Einmal werben die Preise für Roggen unb Weizen zum Enbe bes Ge- tteibewirtschafts)ahres nach oben gestaffelt, zum anberen wirb bas Preisgefälle vom West en nach bem Osten vollauf beachtet. A b märkischer Station wirb bie Preisentwicklung banach folgenbermafjen lauten: Roggen RM. Weizen RM. Oktober 1933 147,— 182,— November 1933 148,— 183,— Roggen RM. Weizen RM. Dezember 1933 150,— 184,— , Januar 1934 153,— 186,— Februar 1934 155,— 187,50 März 1934 157,— 189,— April 1934 159,— 191,— Mai 1934 162,— 193,— Juni 1934 165 — 195,— Nach diesem Preisschema werben sich bie Preise im Osten, Westen unb Süben bes Reiches unter Berücksichtigung bes Gefälleprinzips ausrichten. Die Preise finb festgesetzt unter Berücksichtigung ber befonbers reichen Ernte Deutschlanbs unb Einkommenskraft der Bevölkerung. Das Preisfchema oerfteht sich nur für das laufende (Be- treioewirtschafts fahr mit feinem Charakter als Uebergangsjahr. Ob nicht im nächsten Jahr mehr Gleichmäßigkeit der Preisbildung im Verlaufe des ganzen Getteidewirtschaftsjayres, dafür aber ein wesentlich höherer Anfangspreis festzu- fetzen ist, bleibt einer Regelung zu gegebener Zeit vorbehalten. Frei würde bann ein höherer Preis nur für biejenigen Getreidemengen zu gelten haben, bie die Nation zu ihrer Ernährung braucht. Her- oorzuheben ist, daß die genannten Preise auch dann gelten, wenn niedrigere Preise verabredet finb. Abgesehen bavon, baß derartige Verabredungen unter schwere Strafe gestellt werben. Hingegen finb höhere Preise nicht verboten. Die Preise beziehen sich auf mittlere Qualität. Zuschläge für gute Qualitäten sind demnach durchaus einwandfrei. Ausbau und Gliederung des Reichsnährstandes. Eine Verfügung des Keichsernährungsministers Darrs. Berlin, 19. Sept. (TU.) Zur Vorbereitung der zur Durchführung des Reichsgesetzes vom 13. September 1933, Reichsgesetzblatt Seite 626, über den vorläufigen Aufbau bes Reichsnährstanbes unb Maßnahmen zur Markt- unb Preisregulierung für landwirtschaftliche Erzeugnisse zu erlassenden Ver- orbnunaen bestimme ich auf Grund bes § 10, Absatz 1, bes genannten Gesetzes hiermit: I. Ich b e ft ä t i g e bie vom Reichsbauernführer bisher auf ber (Brunblage ber freien Selbstverwaltung getroffenen Einrichtungen, und zwar: 1. Die Einrichtung eines Reichsbauernfüh- r e r s, 2. eines Stabsamtes des Reichs- bauernführers zur Bearbeitung aller bie Führung bes Gesamtstandes betreffenden Aufgaben, 3. eines Reichsbauernrates, als Beirat des Reichs» bauernführers, behalte mir aber die Bestätigung der derzeitigen Mitglieder vor, 4. eines Verwaltungskörpers der Selbstverwaltung unter der Leitung eines Reichsobmanns der bäuerlichen Selbstverwaltung unb bie Untergliederung ber Verwaltungseinrichtung in vier Hauptabteilungen jeber unter einem Hauptabteilungsleiter; diese Hauptabteilungen umfassen: a) Hauptabteilung I: Reichsführergemeinschaft des Deutschen Bauerntums und die sich hieran anschließenden Verbände; b) Hauptabteilung II: Landwirtschaftsrat, Preußische Hauptlandwirtschaftskammer sowie Landwirt- schafts- unb Bauernkammer der Länder; c) Hauptabteilung III: Reichsverband der Deutschen Landwirtschafllichen Genossenschaften (Raiff- eisen); d) Hauptabteilung IV: Landhandel (Groß- und Kleinhandel) und die Be- und Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse. II. Ich beftätige die von der Selbstverwaltung getroffene Einrichtung, daß die unter I, 4 bezeichneten Hauptabteilungsleiter sich mit einem Beirat von zehn Fachberatern ihres Arbeitsgebietes umgeben, die auf Vorschlag des Hauptabteilungsleiters vom Reichsobmann mit Genehmigung des Reichsbauernführers bestätigt und eingesetzt werden. III. Ich bestätige, die von der Selbstverwaltung eingesetzten Leiter der oben unter I genannten Einrichtungen und zwar: 1. Als Reichsbauernführer. R. Walter D a r r 6; 2. als Führer des Stabsamtes: Dr. Hermann Reifchle; 3. als Reichsobmann der Selbstverwaltung: Wilhelm M e i n • berg; 4. als Hauptabteilungsleiter I: Helmut Reinke; 5. als Hauptabteilungsleiter II: Dr. Karl Kräut 1 e; 6. als Hauptabteilungsleiter III: Arnold Trumpf; 7. als Hauptabteilungsleiter IV: Herbert Daßler; 8. als Geschäftsführer des Reichsbauernamtes: der Geschäftsführer des Agrarpolitik schen Apparates der NSDAP., Richard Ar au n er. IV. Ich bestätige die von der Selbstverwaltung getroffene Einrichtung eines Reichsbauerntages. V. Ich bestätige die von der Selbstverwaltung Sitzen-. »?&&,*** .sö,eiter7e"? t j. Stz ÄtS* M Mit n e U ri°n $in°nt ?*/ die NLflt«9.n ,W la||en. j)Pr me 5 2 ah < ^>r SfabtraM.^' Ouf mürbe non S Jeincn Le- ano%?tfd,lQnb Äun^ haft. Ireis-Regulier^ k,gelegt worden. ' " •ÄW ll|d)en var°us|ehu°gm «. auern wieder eine ott. ;u”9 dkl!en )Q erwog. 'Umland fehlt, nämlich üelfrüchte, pf|fln. Ue unb Jett Der Bau- ^mnach jetzt nicht nut die l°uch diep,licht,|einr I nattonalwlrtlchaslliche Ziel >gkeil in der Berfot- bereits bei der im Gange Bestellung komme er enW. >en Erfordernissen der Äu. inerlichenLrzeugung f Rechnung zu tragen. Dar- l, dah kein Lauer in diesem eide anbauen dürfe als im sier Linie fei derweizen- 'm Indern, flaltdeffen fei ing der nationalen blage herdchn/ühreo. MMW iKvWN Ä 150,- 153,- 155,— 157,- 159,— 162,- 165,- Deizen 'M 184,- , 186- 187,50 189,- 191,- 193,— 195,— sfchema werden sich die greife mb Aden des Reiches unter 5 TMeprinzips ausrichten, ftgekhl unter Berülksichligung n Ernte Deutschlands und Ein- Beuöllerung. Das Preisfchma für das laufende S-' h1*-’—s iS.3SK* besehen toanbftti' MM er« öane. NßN eon ter 6*5* «enr^Lgsleiter.: Jjarf auptaj igsleiy/ n. Arnold )oup^?Ä ilung^' ^s Rei^' «&< ögrnrP0^ als öffirerhe?Zaune,' % °°° ° Kleine politische Nachrichten. Die Kanzlei des Führers gibt bekannt: Seit Monaten gehen dem Führer Stöße von Kompositionen zu. Jeder Komponist bittet, sein Werk dem Führer widmen zu dürfen. Da jedoch hierzu erforderliche Nachprüfungen nicht möglich sind, wird dringend gebeten, die Kompositionen den Verlegern zur Begutachtung vor- zulegen. Drei österreichische Nationalsozialisten vonpolizei erschossen Wien, 19. Sept. (IU.) In Wolfseck, dem Mittelpunkt des Wolfseck-Trauntaler Kohlenrevier und in dem Nachbarorte Kohlgrube kam es am Sonntag und in der Nacht zum Dienstag zu schweren Zusammen st äßen zwischen Heimwehrleuten und N a t i o n a l s o z i a - listen, die mit einem bewaffneten Eingreifen der Gendarmerie endeten. Drei Nationalsozialisten wurden erschossen, acht weitere Personen schwer verletzt. Es handelte sich um die Frage eines Sympathiestreikes für die st tierischen Bergarbeiter. Es kam zu erregten Auseinandersetzungen, da die frei- fgewerkschaftlich Organisierten der von den National- ozialisten ungeschlagenen Parole keine Folge l e i st e n wollten. Die Erregung wurde noch durch die M u st e r u n g e n für das „Assistenz- k o r p s" gesteigert. Am Sonntagabend kam es zu einer Rauserei, bei der die Heimwehrleute schließlich den Kürzeren zogen. Die Gendarmerie griff ein und verhaftete vier Nationalsozialisten. In der Nacht zum Dienstag wurden zwei Heimwehrleute angegriffen. Sie flüchteten in ein Gasthaus, wohin ihnen die Nationalsozialisten folgten. Unterdessen traf Gendarmerie ein, die die Nationalsozialisten verhaften wollte. Diese wehrten sich mit Biergläsern, wobei drei Gendarmen Kopsverletzungen erlitten. Nach einer Salve von Schreckschüssen schossen die Gendarmen scharf. Der SA.- Führer yranj Seiringer wurde a u f der Stelle getötet und die SA.-Leute Rudolf E i ch in g e r und Rudolf Huber trugen tödliche Verletzungen davon. Notverordnung zur Beendigung des steierischen Bergarbeiterstreiks. Wien, 20. Sept. (WTB.) Die Regierung hat, um den Streik auf den Kohlengruben in Steiermark zu beenden, eine Notverordnung erlassen, die den Arbeitern bei sofortiger Wiederaufnahme der Arbeit die Lohn- und Arbeitsbedingungen des 1. April 1933 sichert und die Einsetzung eines Regierungskommissars zur Durchführung der von der Regierung als notwendig erkannten Maßnahmen vorsieht. Durch diese Notverordnung wird eine von der Regierung zur Regelung der Lohnverhältnisse im Bergbau vor einiger Zeit erlassene Notverordnung, die ungünstigere Lohnverhältnisse zur Folge hatte, praktisch außer Kraft gesetzt. In der amtlichen Begründung heißt es u. a., daß es ohne die von den Unternehmungen zum mindesten geduldete Hetze gegen die Regierung überhaupt nicht zu dem gegenwärtigen Streik gekommen wäre. Oesterreich als Kandidat zum SöCen bundsrat. Genf, 19. Sept. (TU.) Die Wiener Regierung sondiert die Aussichten Oesterreichs auf Wahl in den Völkerbundsrat. In hiesigen Kreisen rechnet man mit einer Zurückziehung der allerdings bisher nicht offiziell gestellten österreichischen Kandidatur. In Frage käme für Oesterreich lediglich der jetzt neu zu schaffende 15. Ratssitz, über den die Vollversammlung erst zu beschließen hat. Man erklärt, daß die Verteilung der drei frei wer- denden Ratssitze bereits erfolgt sei und Australien, Uruguay und Dänemärk diese Sitze zugesichert erhalten hätten. Oesterreich könnte daher lediglich auf den 15. Ratssitz kandidieren. Die Wahlen zum Dölkerbundsrat sind vor- läufig für den zweiten Oktober feftgefetit. Hinter der rein formalen Ablehnung des österreichischen Rats- sitzes steht offensichtlich die Befürchtung in französischen Kreisen, daß eine Wahl der österreichischen Regierung in den Völkerbundsrat f ü r d i e übliche dreijährige Dauer leicht dazu führen könnte, daß in einiger Zeit eine dem neuenDeutschland nahestehendeMacht einen Sitz im Dölkerbundsrat hätte. Daher werde jetzt bereits in den französischen Kreisen die Wahl Oesterreichs mit rein formalen Gründen als unmöglich hingestellt. getroffene Einrichtung der Landesbauern, jchaften, und zwar insbesondere: 1. Die Einrichtung des Landesbauernführers, 2. einer Stabsabteilung des Landesbauernführers unter einem Stabsleiter, 3. des Landes, obmanns, 4. der dem Landesobmann unmittelbar unterstellten vier Hauptabteilungsleiter mit Aufgabengebieten und Einrichtungen entsprechend den oben unter I 3. getroffenen Regelungen in die Reichsstütze des Reichslandstandes, 5. einen Beirat von zehn Fachberatern für die Hauptabteilungsleiter beim Reichsobmann. Diese Beiräte werden gleichsinnig zu oben III auf Vorschlag des Hauptabteilungsleiters vom Landes- obmann mit Genehmigung des Landesbauernfüh- rers eingesetzt. VI. Ich bestätige die von der Selbstverwaltung getroffene Einrichtung eines Landesbauern- rotes als Beirat des Landesbauernführers, bebalte mir aber die Bestätigung der derzeitigen Mitglieder vor. VII. Ich bestätige die von der Selbstverwaltung getroffene Einrichtung eines Landesbauern, tages, behalte mir aber die Bestätigung der der- zeitigen Mitglieder vor. VIII. Die Bestätigung bzw. Neurinfetzung der Landesbauernführer, Landesobmänner und Hauptabteilungsleiter in den Landesbauern, schäften erfolgt in den nächsten Tagen. IX. Ich ordne hiermit die weitere Untergliederung der Landesbauernschaften in Kreisbauern- chaften an. Diese Unterglieoerung erfolgt gleich- innig zu den im Reich und den Landesbauern- chasten getroffenen Einrichtungen: 1. Kreisbauern- ührer, 2. Kreisobmann, 3. vier Hauptabteilungs- leiter unter dem Kreisobmann. Die Einsetzung der Kreisbauernsührer, Kreisobmänner und deren Hauptabteilungsleiter behalte ich mir vor. X. Die Wahrnehmung der Aufgaben des Reichsnährstandes erfolgt von jetzt ab ausschließlich durch die vorbezeichneten von mir bestätigten Stellen. gez. R. Walter Darrt. Vorarbeiten des Reichskabinetts. Neue Arbeit, organische Zmssenkung, Sanierung der (Semeindefinanzen. Berlin, 19. Sept. (TU.) Vas Reichskobl- nett beschäftigte sich am Dienstag mit den Vorlagen, die bei der am Mittwoch stattfindenden Tagung des Generalrats der Deutschen wirtschaft im einzelnen bekanntgegeben werden sollen. Ls handelt sich dabei um einen aus verschiedenen finanziellen und wirtschaftlichen Maßnahmen zusammengejehlen plan, der in seiner Einheit neue Arbeitsmöglichkeiten erschließt und eine Gesundung des Kapitalmarktes, eine organische Zinssenkung und eine Sanierung der Gemeindefinanzen zum Ziele hat. Wie das Wolffbüro erfährt, wird das Ergebnis der heutigen Kabinettssitzung in der morgigen Sitzung des Generalrates der Wirtschaft vom Führer in längeren Ausführungen b a r g e I e g t werden. Dabei ist noch darauf hinzu- weisen, baß die von verschiedenen Berliner Abendblättern gebrachten Meldungen über angebliche Steuersenkungen u. dgl. in vollem Umfange unrichtig sind. Es handelt sich vielmehr um einen Gesamtplan, der sich besaßt mit der Arbeitsbeschaffung, mit einer organischen Zinssen- kung, wobei natürlich Steuerkorrekturen nicht ausgeschlossen sind, und einer grundsätzlichen Sanierung der Finanzen der Gemeiiwen, die durch die Mißwirtschaft der letzten Jahre vollkommen zerrüttet sind. Hier eine Sanierung herbeizuführen, und von Grund auf neu z u bauen, ist eine außerordentlich schwere Aufgabe, die nicht von heute auf morgen zu bewältigen rft. Es steht jedenfalls nunmehr fest, baß sie in Angriff genommen wird. Das bedeutet, daß sie in der ent- sprechenden Zeit auch zum Ziele geführt wird. Ue ber die Maßnahmen auf dem Kapitalmarkt und die Art der neu zu schaffenden Arbeitsmöglichkeiten kann naturgemäß im Augenblick noch nichts gesagt werden. Der MchsjiOztomnMar $um prvzeßbegimi gegen die Aeichsiagsbrandstifier. Berlin, 20. Sept. (ERB ) Reichsjustizkommissar Dr. Frank erklärte einem Vertreter des „Völkischen Beobachters" auf die Frage: Wie denken ‘ Sie, Herr Reichsjustizkommissar über die Untersuchungskomödie in London'? Ich beurteile die Gerichtskomödie als ein für uns hocherfreuliches Ereignis, denn der Londoner Gerichtsvorgang ist ein wesentlicher Schuldbeweis für den Weltkommunismus. Ich kann nur annehmen, daß die englische Regierung, offenbar selbst aus dem Gesühl heraus, daß es sich hier um eine reine Komödie handelt, keine offiziellen Schritte dagegen unternommen hat. Frage: Was jagen Sie, Herr Minister, zu dem Gerede, daß die Nationalsozialisten den Reichstag selbst angesteckt hätten? Dr. Frank: Es ist das Geschrei des ertappten Diebes, der brüllt: „Haltet den Dieb". Wir haben die Kommunisten gerade in ihrer stärksten Epoche niedergeschlagen. Anscheinend ist ihnen bas Eintreten Adolf Hitlers in die Regierung überraschend schnell gekommen, und so haben sie noch einmal alles versucht, um die alte Position durch aufflackernde Brände gewaltsam wie- der zu erobern. Die Hoffnung des Welt- kommunismus war der Bürgerkrieg in Deutschland. Brände und Zerstörungen sind das Kampfmittel der kommunistischen Welttevolu- tion. Daß die Nationalsozialisten in dem Augenblick den Reichstag anzünden, in dem sie unter dem begeisterten Jubel des deutschen Volkes in dieses Haus als Sieger einziehen konnten, hätte geheißen, einen Akt der Selbstzerstörung begehen. Ich sehe in dieser Behauptung nur die schmutzige Offenbarung einer völlig verlumpten Gesinnung auf der anderen Seite. Frage: Welche Anhaltspunkte bestehen überhaupt zu der Annahme, daß in Leipzig das Recht gebeugt werden könnte? Dr Frank: Dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Keine amtliche Stelle hat sich in die Vorbereitung des Verfahrens weder indirekt nach direkt eingemischt. Die Angeklagten hatten voll und ganz das Recht, im Nahmen der Strafprozeßardnung ihre Derlei- digerselbstzu wählen. Sie hatten sogar jetzt das Recht, ihre Verteidiger zu diesem Gerichtstheater nach London zu entsenden, ein Recht, von dem ber Kommunist lorgler durch seinen Wahlverteidiger Rechtsanwalt Dr. Sack, Berlin, Gebrauch gemacht hat. Schon daraus ist ersichtlich, daß die deutsche Regierung der Verteidigung keine Hindernisse in den Weg gelegt hat, ebenso wie sie ihr weiter keine Schwierigkeiten bereiten wird. Auch der Senat trifft feine Entscheid bung völlig unbeeinflußt. Eine Regierung, die aus politischer Parteilichkeit das Recht beugen wollte, würde jeden Anspruch auf die Führung des Volkes verlieren. Rechtsanwalt Gack über seine Londoner Heife. Bisher kein neues Material bcigebracht. Berlin, 19. Sept. (ERB.) Der Verteidiger des im Reichstagsbrandprozeß angeklagten kommunifti- schen Reichstagsabgeordneten lorgler, Rechtsanwalt Dr. Sack, der in London an den Sitzungen des Internationalen Untersuchungsausschusses teilge- nommen hat, erklärte einem Mitarbeiter der „Deutschen Zeitung", daß weder der Untersuchungsrichter, noch der Oberreichsanwalt, noch das Reichsgericht ihm beim mündlichen und schriftlichen Verkehr mit dem Angeklagten auch nur d i e gering- ft en Schwierigkeiten in den Weg gelegt hätten Im Interesse seines Mandanten habe er es für seine selbstverständliche Pflicht gehalten, das ganze zur Entlastung dienende Ma- terial herbeizuschaffen. Zu diesem Zweck habe er sich auch nach London begeben, lieber den Reichstagsbrand selbst habe keiner der dort vernommenen Zeugen etwas a u s f a g e n können. Ihre Bekundungen erschöpften sich in Vermutungen und Kombi- n a t i o n e n. Schriftliches Material sei ihm nicht übergeben ober auch nur gezeigt worden. Man habe ihm aber zugesagt, etwaiges schriftliches Material rechtzeitig zuzustellen. * Der holländische Strafverteidiger Stomps zu Heemstede, der die Verteidigung van der Lübbes übernehmen will, hat sich vom Amsterdamer Flughafen nach Leipzig begeben. Reichsminister und Gauleiter Dr. Goebbels spricht am 22. September auf einer vom Gau Groß-Berlin der NSDAP, einberufenen Versammlung im Sportpalast über das Thema „Unsere Ausgabe für den Winter". Zur Linderung ber Not ber durch das Brand- unglück in Oeschelbronn Geschädigten hat ber Reichskanzler 5000 Mark zur Verfügung gestellt. ♦ Der Reichsverband der deutschen Presse hat beschlossen, 5000 Mark an das Winterhilfswerk zu überweisen. Von diesen 5000 Mark hat 1000 Mark der Landesverband Berlin des Reichsverbanbes ber deutschen Presse bereit- gestellt, e Der preußische Finanzminister hat zugleich im Namen des Ministerpräsidenten ungeordnet, daß zur Beteiligung an der Stahlhelmführertagung in Hannover Beamten, Angestellten und Arbeitern vom Samstag, den 23. September, bis einschließlich Montag, den 25. September, Dienftbefreiung ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub gewährt werden kann. Der Ehef des Stabes der SA. und SS. hat es den Angehärigender SA. und SS. frei- ae ft eilt, in d i e NSBO. oder die Fachschaften einzutreten, ohne daß eine Der- pilichtung dazu besteht. Bei Veranstaltungen der NSBO. ober der Fachschaften rft die Kleidung dieser Organisationen zu tragen. * Der Stabsleiter des Gaues München-Oberbayern gibt bekannt, daß der Besuch von Kabaretts und Nachtlokalen in Uniform für das gesamte Gaugebiet München-Oberbayern ftreng- 11 e n s untersagt ist. Auch der Besuch des Oktoberfestes in Uniform wird verboten. Das tschechische Ministerium des Innern hat Adolf Hitlers Buch „M ein K a m p f" für das gesamte Gebiet der tschechoslowakischen Republik verboten. In den nächsten Tagen wird ber polnische Ministerpräsident Jendrzejewicz nach Danzig reisen, um dem Präsidenten des Danziger Senates Dr. Rauschning einen Gegenbesuch abzustatten. * Die luxemburgische Regierung hat es abgelehnt, luxemburgische Beamte zur Dienstleistung im Saargebiet zu beurlauben. Der Regierungskommission stehen also zur Einstellung in die saarländische Kriminalpolizei lediglich Privatpersonen zur Verfügung. Im Haag und Rotterdam kam es im Zusammenhang mit dem Uniform verbot zu Zusammenstößen zwischen holländischen Faschisten und Polizei. Die Blätter unterstreichen das rücksichtslose Vorgehen der Polizei und melden zahlreiche Verletzte. Aus aller Welt. Der Reichskanzler bei der Berliner Aufführung des ..hillerjungen Quex". Der Berliner Erstaufführung des „Hitler- jungen Q u e x", die am Dienstagabend im Ufa- Palast am Zoo ftattfand, wohnten Reichskanzler Adolf Hitler, Ministerpräsident Göring, Reichsminister Dr. Goebbels, Prinz August Wilhelm. Staatskommissar Hinkel, Vertreter der Reichswehr und der Reichsmarine, Mitglieder des Diplomatischen Korps, Vertreter der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden, der SA., SS. und des Stahlhelms bei. Vor dem Ufa-Palast hatte sich eine erwartungsvolle Menge angesammelt, die, als der Führer in Begleitung des Ministerpräsidenten Göring erschien, ungeheuer angewachsen war. Die Führer wurden mit begeisterten Heil» rusen empfangen. Als der Reichskanzler vorfuhr, hatte die Polizei, die im Verein mit der Hitlerjugend die Absperrungsmaßnahmen durchführte, alle Hände voll zu tun, um die begeisterten Massen zurückzuhalten. — Die Erstaufführung des Films wurde eingeleitet durch eine kurze Ansprache des Gebietsführers Jahn an die versammelte HI., der den Film als Beispiel für die noch Heranwachsende Jugend hinstellte, es dem Hillerjungen Quej gleichzutun in Hingabe und Opfergeist. „Gras Zeppelin" In pernambuco. Wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, passierte bas Luftschiff „Graf Zeppelin" am Der P a p st hat dem österreichischen Bundespräsidenten M i k l a s den Christusorden und dem Bundeskanzler Dollfuß den Orden vom ©eibenen Sporn verliehen. * Die elf Kadetten, die der Mittäterschaft bei der Ermordung des japanischen Premier- Ministers Jnukai im Mai 1932 und anderer Terrorakte beschuldigt waren, wurden zu je vier Jahren Gefängnis verurteilt. Der Vorsitzende des Kriegsgerichts hob hervor, daß die Beweggründe der Angeklagten nicht unehrenhaft gewesen seien. Aber die Verletzung der militärischen Vorschriften sei ein schweres Vergehen. • Der neue König des Jrakstaates, G h a z i I., hat sich mit der Prinzessin Alijah, der Tochter des früheren Königs des Hedfchasstaates, Ali, der ein Bruder des verstorbenen Königs Feifal ist, o e r - lobt. Dienstag um 8.15 Uhr MEZ. den ilcqualor auf .31 Grad West. Die Entfernung bis zum Landeplatz in Pernambuco beträgt noch tausend Kilometer. Dvj heiterem Wetter herrscht Südost-Wind von etwa 30 Kilometer in ber Stunde. Das Luftschiff ist am Dienstag 15.46 Uhr Ortszeit in Pernambuco ein- getroffen. Zwei schwere Autounfälle in Italien. Ein Ausflüalerautobus, der eine hauptsächlich aus Franzosen bestehende Reisegescllfchaft von Mailand aus zur Besichtigung der bekannten Karthause von Pavia, eines der bekanntesten Klöster des Karthäu- ser-Ordens, bringen sollte, verunglückte schwer. Kurz vor der Karthause, nachdem man ihn zunächst plötzlich scharf nach rechts, bann wieder auf die andere Seite ber Straße abbiegen sah, stürzte ber schwere Wagen in ben zur Zeit fast ausgetrockneten kleinen Fluß Naoiglio. Der Führer bes Wagens, der f i ch überschlug und in Brand geriet, war sofort t o t. Das Steuer hatte ihm die Brust eingedrückt. Sämtliche 20 übrigen Insassen trugen mehr ober weniger schwere Verletzungen davon. Die Ursache des Unglücks ist unbekannt. Doch vermutet man, daß der Wagenführer von einem plötzlichen Unwohlsein befallen wurde. Ein zweites schweres Autounglück ereignete sich kurz nach Ladenschluß, als der Wagen eines Mailänder Rechtsanwalts auf dem belebten Scala- Platz in eine Menschengruppe, die dort an einer Haltestelle die Straßenbahn erwartete, hineinfuhr. Fünf Personen wurden mit zum Teil schweren Verletzungen dem Krankenhaus zugeführt. Der Rechtsanwalt ist verhaftet worden. Zwei Prozesse wegen Menschenraubes in USA. IN den Vereinigten Staaten haben zwei große Prozesse wegen Menschenraubs begonnen. In der Stadt Oklahoma ist ein berüchtigter Verbrecher namens Bailey mit 11 Helfershelfern angeklagt, im Juli den Millionär Charles Ursch e 1 entführt und erst nach Zahlung eines Lösegeldes von 200 000 Dollar freigelassen zu haben. In Edwardsville (Illinois) haben sich fünf Männer und eine Frau wegen Entführung des 70jährigen Bankiers Lu er zu verantworten, der nach Zahlung eines Lösegeldes von 10 000 Dollar frei- gelassen wurde. 600 Todesopfer der pest in der Nordmandschurel. Die ßungenpeft, die gegenwärtig die Bezirke von Supingkai und Ptaoan in der nördlichen Mandschurei heimsucht, hat im Verlauf der letzten 14 Tage mehr als 6 0 0 Todesopfer gefordert. Die Behörden haben den Handel mit Pelzwerk in den betroffenen Gegenden verboten und rufen zur 93er» nichtung der Ratten auf. Scharfe sanitäre Maßnahmen sind ergriffen worden, um die Ausdehnung der Pest auf die Südmandschurei zu verhindern. Toller Aberglaube in der Dobrudscha. Einem tollen Aberglauben sind in einer Ortschaft der Dobrudscha 2000 Schafe zum Opfer gefallen. Ein Schaf war an Milzbrand zugrunde gegangen, worauf der Hirt seine ganze Herde von mehreren hundert todjafen mit dem Blut des toten Tieres geimpft hatte, um sie vor der Seuche zu schützen. Diesem Beispiel folgten auch die anderen Bauern, tauchten Messer in das Blut und „impften" durch Stiche die gesunden Tiere mit dem Ergebnis, daß innerhalb von 48 Stunden 2 00 0 Schafe verendeten. Die Wut der Bauern richtete sich nunmehr gegen den abergläubischen Hirten, der flüchten mutzte. verheerende Flutwelle im Stillen Ozean. Etwa zur Zeit des großen Erdbebens in China hatte ein japanisches Kanonenboot im Stillen Ozean ein merkwürdiges Erlebnis. Nach einem Bericht, der bei der japanischen Admiralität von Bord des Kriegsschiffes vorliegt, wurde das Kanonenboot, als es südöstlich von den Karolinen in einer Lagune einer Korallen-Insel vor Anker lag, plötzlich von einer ungeheuren Flut- welle erfaßt und lasgeriffen. Dabei wäre es beinahe gekentert. Es gelang aber noch mit Volldampf, ine hohe See zu erreichen. Später konnte das Kriegsschiff feftfteUen, daß die ganze Insel, vor der es geankert hatte, vollständig verschwun - den war. Die See war meilenweit mit toten Fischen, Tang und Holmen bedeckt. Schweres Unwetter in der Schweiz. Ein schweres Unwetter suchte das Nidwaldler Land und das Pilatus-Gebiet heim. Durch Wolkenbrüche verwandelten sich die kleinen Gebirgsbäche in reißende Wildbäche, die großen Schaden anrichteten und namentlich den Verkehr in der Gegend von Stans lahmlegten. Auch der. Bahnkörper der Brünig-Bahn wurde unter Wasser gesetzt, so daß der Bahnoerkehr eingestellt werden mußte. Zahlreiche Ausflügler und Touristen, namentlich auch Autofahrer, konnten nicht mehr die Heimfahrt aus den von dem Unwetter betroffenen Gebieten antreten. Fünf Ortschaften wurden durch Blitzschlag in eine Transformatorenanlage in Dunkel gesetzt. Der Bahn- und Autoverkehr konnte erst nach längerer Unterbrechung wieder aufgenommen werden. Bolivianische Truppen im Urwald umgekommen. Der bolivianische Generalstab veröffentlicht folgende Mitteilung: Abteilungen, die im Abschnitt Arce weilten, haben sich im Urwald verirrt und wurden dort vom Feinde umzingelt und von der Zufuhr abgeschnitten. Viele sind infolge von Hitze und Dürft ums Leben gekommen. Nach drei Tagen ließ der Widerstand des Feindes nach und die bolivianischen Truppen machten zahlreiche Gefanngene. Aber man vermutet, daß die im Urwald gebliebenen Truppen ums Leben gekommen sind, weil die für sie eingesetzten Truppen- Verstärkungen infolge von Kämpfen in anderen Ab- schnitten zurückgehalten wurden. Wettervoraussage. Die neue Störung über den britischen Inseln hat sich roeiter östlich entwickelt, so dah eine Staffel feuchtwarmer Luft das französische Küstengebiet berührt. Sie wird auch bei uns Einfluß gewinnen und auf die Temperatur einwirken, außerdem beim Berühren mit den vorgelagerten anders temperierten Lustmassen etwas Sprühregen verursachen. Die ber Warmluft nachfolgende kühlere Luft wird bann etwas wechselhaftes Wetter bringen, wobei zeitweise bie Wolkenbecke zum Auflösen kommt. Anfangs treten babei noch vereinzelt leichte Schauer auf. Aussichten für Donnerstag: Mllbes, neblig-wolkiges Wetter, vereinzelt etwas Sprüh, regen, später wechselnb bewölkt unb aufheiternd. Aussichten für Freitag: Wechselhafte Bewölkung, dabei aufheiternd, etwas Sprühregen, vereinzelt geringe Niederschläge. Lufttemperaturen am 19. September: mittags 14,3 Grad Celsius, abends 13,2 Grad; am 20. September: morgens 13 Grad. Maximum 14,4 Grad, Minimum 12,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. September: abends 15,7 Grad; am 20. September: morgens 14,6 Grad. — Niederschläge 1,2 mm. Ein M vom Glück. Vornan von Anny von panhuys. 3. Fortsetzung. Nachdruck oerbotenl Sie unterbrach ihre Arbeit und stützte die Hände auf eine Stuhllehne. „Hier im Schloß geht es um, und die weiße Reiterin soll sich letzthin auch mehrmals gezeigt haben. Das ist ein Gespenst, vor dem einem das Lachen vergeht. Meine Schwester hat's gesehen: sie war vor ihrer Heirat Zofe bei der Gnädigen. Gleich nach dem Mord sah man es." Sie hatte funkelnde Augen vor Eifer, weil sie zwei stumme, aufmerksame Zuhörerinnen hatte. „Das Haus hier ist verflucht, weil ein ungesühnter Mord darin geschehen ist." Sie kam nicht weiter. Marlene gebot ihr mit einer Handbewegung schroff halt. Weil sie keine Antwort erhielt, fing sie an, laut mit dem Geschirr zu klappern und ging dann mit höflichem Gute-Nacht-Gruß. Olga sagte: „Es klang beinahe, als wollte das Mädchen dazu übergehen, Herrn von Malten zu beschuldigen, und wagte es doch nicht recht." Marlene erwiderte fast heftig: „S)err von Malten ist kein Mörder, er hat ebensowenig einen Mord begangen wie ich." Die andere schaute die Sprecherin verwundert an. „Er muß auf Sie in den flüchtigen Augenblicken, wo Sie ihn gesehen, einen sehr sympathischen Eindruck gemacht haben." Marlene zog die Schultern hoch. „Das weiß ich nicht, ich weiß nur, wenn ein Mörder so aussieht wie Herr von Malten, gebe ich keinen Pfennig mehr für meine Menschenkenntnis, die mein Vater immer besonders lobte. Er behauptete sogar, ich hätte von Kind an immer recht gehabt, wenn ich Abneigung ober Sympathie für je- man empfand." Olga Zabrow schwieg und schien etwas zu überlegen. Nach einem Weilchen sagte sie kopfschüttelnd: „Wie kann nur ein großes Bücherregal von selbst umfallen! Ich gehe ,etzt schlafen: aber das weiß ich, ich verriegele und verschließe meine Tür gründlich, denn mir sitzt die unheimliche Stimmung wieder bis hier." Sie zeigte auf ihren Hals. Die beiden Mädchen trennten sich rasch: aber als Olga, trotz ihrer unheimlichen Stimmung, schon lange in tiefen Schlaf versunken war, saß Marlene noch in ihrem Zimmer am offenen Fenster in dem bequemen Armstuhl und blickte hinaus. Etwas seitlich unter ihrem Fenster brannte eine Laterne, wie sie eben erst bemerkte. Aber ihr Licht reichte nicht weit. Wie ein kleiner heller Wassertümpel lag chr Schein auf dem Erdboden. Es war nicht viel erkennbar: ein Baum, noch fast kahle Zweige, ein Stück niedrige Mauer. Marlene tat die frische Nachtluft wohl, die rein war durch das Gewitter und noch nach Regen duf- tete. Sie dachte an Achim von Malten und empfand es wieder wie eine Gewißheit: er hatte den Mord nicht begangen, wenn man es auch zu behaupten wagte. Sie glaubte an ihn, obwohl sie ein Gesicht nur ganz flüchtig gesehen hatte und sich kaum ein Urteil über ihn erlauben durfte. Als sie eingeschlafen war, hatte sie einen seltsamen Traum. Sie sah Achim von Malten. Er überreichte ihr einen Anhänger in Kleeblattform, der ganz übersät war mit grünen Steinchen. Sie konnte sich am Morgen noch deutlich erinnern, wie das Schmuckstück ausgesehen hatte. Und sie erinnerte sich auch, daß sie es mit einer Gebärde des Abscheus zurückgewiesen, und daß Achim von Malten das sehr schöne und aparte Schmuckstück ebenfalls mit einer Gebärde des Ekels weit fortgeworfen hatte. Sie mußte über den Traum lächeln und fand ihn reichlich sinnlos. Man behauptet, was man die erste Nacht in einem anderen Hause träumt, gehe in Er- füllung. Was aber sollte von diesem Unsinn in Erfüllung gehen? * Auguste Helm brachte Marlene selbst das Frühstück und bot ihr einen freundlichen Morgengruß. „Drüben bei dem anderen Fräulein habe ich auch schon aufgetischt", sagte sie. „Nachher, so etwa in einer Stunde, kommen Sie, bitte, nach unten, Fräulein! In der Halle macht sich immer einer von den Dienern unnütz. Bon dem, den Sie gerade antreffen, lassen Sie sich bei Frau von Malten anmelden. Am besten gleich mit dem anderen Fräulein zusammen." Sie lächelte ihr gutes Lächeln. „Nur Mut, die Sache wird schon schief gehen.' Marlene hatte Vertrauen zu der resolut und doch gütig Aussehenden. Sie erklärte: „Ich möchte die gnädige Frau bitten, die Baronesse hierzubehalten: sie hat es noch nötiger als ich, unterzukommen." Auguste lachte: „Die Baronesse hat mir eben ungefähr dasselbe erzählt: aber sie meinte, Sie hätten es nötiger. Ihre Hilfe brauche kein Mensch, Sie jedoch mochten gern für Ihren Vater etwas tun." Sie klopfte Marlene auf die Schulter. ,Lassen Sie nur die gnädige Frau entscheiden: sie läßt sich sowieso nicht beeinflussen, glaube ich." Sie ging, und bald darauf kam Olga Zabrow. Sie hatte heute leichte, freie Bewegungen und meinte: „Wenn draußen die Sonne scheint, sieht das Leben gar nicht mehr so düster aus. Wissen Sie, ich haue ab, wie man in Berlin sagt, und Sie bleiben hier." Marlene schüttelte den Kopf. „Ich mochte nachher Frau von Malten bitten Sie hierzubehalten." Olga Zabrow wehrte heftig ab. „Denken Sie an Ihren Vater! Auf mich allein kommt es nicht so genau an." Sie lachte unfroh. Marlene legte ihr leicht die Rechte auf die Schulter. „Was nützt schließlich der gegenseitige Opfer- wille? Die Entscheidung über Bleiben und Gehen steht ja nicht in unserer Macht." Die hellbraunen Augen der Baronesse hatten einen nachdenklichen Blick. Sie band mechanisch die kleine dunkle Halsschleife an ihrem grauen Tuchkleid, begann: „Man soll eigentlich den Inhalt eines Films ober den Inhalt eines Traumes nicht erzählen, beides ist uninteressant für andere; aber mein Traum heute nacht war doch ein wenig seltsam. Ich war in einem Zimmer — an die Einrichtung erinnere ich mich gar nicht — mit Ihnen und Herrn von Malten zusammen. Ich sah ihn im Traum ganz deutlich, wenn auch sein Gesicht leicht gesenkt und Ihnen zugewandt war. Er reichte Ihnen —" Marlene horchte gespannt auf. Wie sonderbar! Anscheinend wollte ihr die Baronesse denselben Traum erzählen, den sie selbst geträumt. Sie erwartete fast sicher, jetzt zu hören: Er reichte Ihnen einen Anhänger in Form eines vierblätterigen Kleeblattes — Aber Olga fuhr fort: „Er hielt Ihnen einen Dolch entgegen und zeigte auf eine Stelle am Griff, der eine Einbuchtung aufwies, als fehle dort etwas. Sie starrten mit allen Zeichen des Entsetzens auf den Dolch und verwahrten sich, wenn Sie auch nicht sprachen, sehr lebhaft durch Zeichen dagegen, die mit sehr hübschem und künstlerischem Griff ver- sehene Waffe anzufassen. Da machte auch er eine Bewegung des Ekels und warf die Waffe weit von sich." Sie sah jetzt Marlene an, fragte: „Ein Jon»’ oerbarer, wenn auch sinnloser Traum — nicht wahr?" Marlene wiederholte mechanisch: „Ein sonder- barer Traum, aber —", sie brach ab. Sie war schon im Begriff gewesen, auch ihren sonderbaren Traum zu erzählen, doch dann dachte sie, es würde ja klingen, als ob sie ihren Traum nach Olga Za- broms erfunden hätte. Sie schwieg. Trotz einer gewissen Ähnlichkeit waren beide Träume Unsinn. Sie trat vor den Spiegel, der klar und groß war, betrachtete sich noch einmal, sagte, sich umdrehend: „Wir wollen nun zu Frau von Malten gehen." Die andere seufzte: „Jetzt wird sich unser Schicksal entscheiden." Ein Diener pinselte in der Halle Staub aus den geschnitzten hohen Lehnen der Stühle, die hier etwas feierlich und steif umherstanden. Er meldete die beiden, die ihn darum baten, und gleich darauf durften sie bei Frau von Malten eintreten, deren vergrämtes Gesicht sich beim Eintritt der zwei Mädchen ein wenig aufheltte. Sie erwiderte bereit Gruß freundlich, musterte sie aber sehr genau. Schweigen nistete sich ein, das dumpf und bedrängend wurde, weil es zu lange währte. Endlich sprach von Frau von Malten. „Meine gute Auguste — Sie kennen sie ja schon — zeigte mir einen Ausweg aus dem Dilemma. Und ich glaube, ihr Rat ist gut. Ich hörte auch von Auguste, jede von Ihnen wollte mich bitten, die andere hierzubehalten. Ich folge Augustes Rat, und wenn es Ihnen recht ist, bleiben Sie, wenigstens das nächste Halbjahr, beide hier. Wir können hier ein bißchen frisches junges Leben gebrauchen, vielleicht wird es dann etwas heiterer hier als bisher. Auguste sagte mir auch, daß Sie beide von ihr erfahren haben, welches Unglück meinen armen Sohn und durch ihn natürlich auch mich traf. Denken Sie stets daran, wenn es Ihnen einmal hier zu trübselig scheint. So etwas lastet nicht nur auf den Menschen, die das Unglück betroffen, es lastet wie ein schwerer Alpdruck auf ihrer ganzen Umgebung, sogar auf den Gegenständen, die um sie herum sind. Unser Schloß, unser Park, alles, wo unsere Füße gehen, ist trübselig geworden." Sie brach ab. „Es ist unrecht von mir, Ihnen auf die Weise auch gleich den Alpdruck zu suggerieren. Also, um bei der Sache zu bleiben, ist es Ihnen so recht? Ich engagiere Sie beide zunächst für ein halbes Jahr, wodurch aber für Sie kein Zwang des Hier- bleibens entsteht. Es ist Ihnen unbenommen, Malt, stein zu verlassen, wenn Sie sich hier nicht wohl fühlen ober sich verbessern können." Marlenes Augen strahlten in fast kindlicher Freude. ,Lch bleibe gern mit Baronesse Zabrow zusammen hier." Auch Olga war sehr zufrieden mit dieser Lösung der Angelegenheit. Sie küßte die Rechte der Schloß- frau, sagte warm: „Herzlichsten Dank!" Frau von Malten nickte: „Das wäre also abgemacht, und da Sie nun hierbleiben, richte ich gleich eine Bitte an Sie beide. Gestern, spät abends, stürzte in der Bibliothek aus bisher noch unaufgeklärter Ursache eins der großen Bücherregale um, und es ist nun eine ziemliche Arbeit, die Bücher alle in leidlicher Ordnung wieder an ihre Plätze zu stellen. Das Regal wurde bereits wieder aufgerichtet. Es ist mehr breit als hoch, und ich dachte, wenn Sie beide sich zusammenschließen, kämen die Bücher wenigstens nicht wie Kraut und Rüden dahinein. Mein Sohn besitzt keine Ruhe zu solcher Arbeit, und die Dienerschaft würde wahrscheinlich - allerlei Durcheinander anrichten. Es kommt ja nicht so genau darauf an; aber die verschiedenen Werke ein und desselben Schriftstellers müßten wenigstens nebeneinander stehen." Marlene nickte: „Die Arbeit übernehme ich sehr gern, gnädige Frau." (Fortsetzung folgt.) 5778 V Die Beerdigung unseres Provinzialrabbiners Gro^e Ueutscbe Modenschau I nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr Herrn Dr. Leo Hirschfeld Israelitische Religionsgesellschaft Gießen 5790 D (Cello). Eintritt frei! 05198 RENATE MULLER »WILLY FRITSCH gesucht 05501 5780 A ohne Glas taufen. 5779 c 05490 JNß» findet am Freitag, dem 22. September, nachmittags V»3 Uhr auf dem Neuen Israelitischen Friedhof statt 2. Alle* für Anita, Lustspiel 3. Ufa-Ton-Woche Jeder Besucher erhalt heute ein Buch zur Orientierung des Spielplans der neuen Ufa-Filme. ß o Nicht zu vergessen! Der gute Wermut-Wein Vi Liter 75 Pfennig Haiisfranen-BenW Kirchenpl. 2 Donnerstag, den 21 September EnnnenteSell„fl Waren-Expedition 6786 A Drogerie KrenxplatxlO Groß, leeres Zimmer an einzelne Person zu vermieten. 05500 HiUebraudstr. 12 p. Dieser Film wurde für „künstlerisch“ erklärt Der "Völkische Beobachter schreibt: Unterhaltung im besten Sinne des Wortes! Auch die höchst gespanntesten Erwartungen und Anforderungen an einen durchschlagenden Unterhaltungsfilm finden restlose Erfüllung. Im Beiprogramm: 1. Deutsche Ansiedler in Südbrasilien Mercedes Kleinschreibmaschine nur 172.— RM. schon für monatl. RM.7.90 Franz Vogt & Co. Seltersweg 44 Ruf 2464 Ein Schnäpschen in Ehren kann niemand verwehren! Vor der Mahlzeit nimmt man es zum Appetitanregen - nachher wegen der besseren Verdauung. Gründe sind genug da, wenn man sich ein Gläschen genehmigen will. Bitte bedienen Sie sich: Weinbrand „Scharlachberg“, eig. AbfüU. 1/i F1.3.35Mk.,l/jFl. 1.80Mk. Weinbrand, eigene Abfüllung '/, Fl. 2.70 Mk., '/- Fl. 1.45 Mk. Westfälischer Korn l/i Fl. 1.80 Mk., »/, FL 1.00 Mk. SlnAuieben norm, zwischen 9 und 11'/, Uhr Bleichstr. 271. Neuen Bäue 27 SOMSV-KSVE bei <£. Schlesiev-Altmaun Goethestraße 63 am 24. 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Diese .Lebens- geschichte William Herschels und seiner Schwester Caroline' beruht aus den Driesen und autobiographischen Aufzeichnungen Herschels sowie vor allem auf den umfangreichen Tagebüchern seiner Schwester, die den größten Teil ihres Lebens seine ergebene Helferin war und selbst ffeben neue Kometen zu der damals noch dürftigen Liste dieser Sterne hinzufügte. Herschel, der am 15. November 1738 zu Hannover geboren wurde, begann seine Laufbahn als Hoboist in der hannoveranischen Armee und folgte dem Dorbilde seines Daters, der ihn zum Militärmuffker ausgebildet hatte. Sein höchstes Ziel war es daKindergarten — aus dem Schreibtisch Don Paul Eipper. Verschiede^ Grauet^ Orte nES graut-“ Sdireibtisdi billig/, verkaufen. ptautysuchej Einen noch m guttm Zuftandbefindl'chm Pritichetttvagn cE gBx gonM^777^ ^Gebrauchter Küchenherd s*S:,u 'Ä mals, bei dem Staatsorchester unterzukommen, aber die Unfähigkeit des Herzogs von Cumberland, der damals die hessischen und hannoveranischen Streit- hätte im Siebenjährigen Kriege gegen Friedrich den Großen befehligte, gab seinem Leben eine andere Wendung. Nach der Niederlage bei Hastenbeck im Jahre 1757 verlieh er seine Truppe; doch darf man nicht, wie bisher üblich, von einer Desertion sprechen, denn er hatte keinen Eid geschworen und wurde, wie er selbst sagte, »von niemandem vermißt". England bot ihm eine Zufluchtsstätte vor den Gefahren, zum Militärdienst gepreßt zu werden, und zunächst sand er hier weiter als Musiker Deschäftigung, wurde Organist und beschäftigte sich in seinen Mußestunden mit Mathematik. Durch die Dorlesungen von Ferguson, die er sich zufällig kaufte, kam er auf die Astronomie, die von nun an sein Lebensinhalt wer- den sollte. Dald ging es in seinem Hause höchst merkwürdig zu, denn er hatte sich in den Kopf gesetzt, ein Fernrohr zu bauen, so stark, wie es da- mals niemand besah, und .in jedem Zimmer zeigten sich die Spuren, indem er alles auf den Kopf slellie", wie seine Schwester traurig bemerkt. „Ilm ihn nur am Leben zu erhalten", schreibt sie, .war ich gezwungen, ihn zu füttern, indem ich ihm Diffen für Diffen in den Mund steckte." Selbst sein geliebtes Dioloncell lehnte, mit einer dicken Staubschicht be- deckt, in der Ecke, obwohl er noch immer die Orgel spielen und 6 bis 8 Muffkstunden am Tage geben muhte. In unermüdlicher Arbeit schliff Herschel innerhalb von 15 Jahren über 400 Spiegel, und das gröhte Fernrohr, das er schliehlich zustande brachte, halte einen Spiegel von 1,22 m Durchmesser und 11,89 m Brennweite. Dabei passierte es ihm, dah geschmolzenes Metall in den brennenden Herd tropfte und eine Explosion hervorrief, bei der er und seine Mitarbeiter sich nur mit knapper Not durch die Tür retteten, die nach einer Bemerkung Carolines .glücklicherweise in dem Raum vorhanden war". Die erste Grohtat, die Herschel mit seinem Fernrohr vollbrachte, war die Entdeckung eines neuen Planeten des Uranus, die ihm am 13. März 1781 gelang. Nun wurde er Hofastronom des Königs Georgs III- und konnte sich ganz seiner Lieblingswiffenschaft widmen. Seine Leistungen gehören der Geschichte an. Er erschloh der Himmelskunde ganz neue Gebiete, wie die Welten der Doppelsterne, Nebelflecke und Sternhaufen. Dald hatte er 466 neue Nebel und 498 neue Doppelsterne gefunden. Dann ging er zu einer richtigen „Dolks- zählung" am Himmel über, indem er durch seine .Stern-Eichnngen" die Zahl und Helligkeit der Sterne feststellte und so als erster den Dau des Fixstern- Systems erkannte. E« S. Photographien. Schon den ganzen Tag bin ich um diese Ausstellung herumgegangen, sehe immer wieder von oben her über die Reihen, stelle mich davor, nehme ein Blatt in die Hand, vergleiche, benutze das Ber- großerungsglas, vertausche die links liegenden Blätter mit denen der andern Seite — Stunde um Stunde ging so vorüber; und nun sitze ich inmitten dieser Herrlichkeiten; die Lampe beleuchtet die ausgebreiteten Photographien, und „Kinder aller Zonen" sehen mich an. Die Bromsilberschicht hat sie alle festgehalten. Es ist gar keine Magie mehr um diese fast unvorstellbare Fixierung einmaliger Situationen: vor Jahren vielleicht, vielleicht auch vor Wochen, hat dieses burmesische Kind an der Erde gekauert und seine dicke Zigarre geraucht. Wo hockt wohl jetzt der kleine Chinesenknabe mit den doppelwandigen Filzkleidern, der mich unter seiner helmartigen Lumpenhaube so trotzig und angstvoll ansieht? In der Sonnenglut Perus, mitten im Wüstensand, saß das andere Kind, vom großen Strohhut beschattet, und hielt eine süße Frucht in feinen dicken, sicher sehr schmutzigen Kinderhandchen. Was ist aus dem Punjab-Sohn geworden, der stolz und ein wenig träge dasitzt im Schmuck der bunten Seidenweste, wohl wissend, daß sein Vater ein rei- chcr Mann ist und die Kinder andrer Kasten keine solche Mütze haben, mit Silberdraht und glitzernden Steinen bestickt. Und du, kleiner Negerbub, der du nackt wie ein junges Tier, vom Hirsebrei verschmiert auf dem Boden sitzest, den großen Schädel mit der Wall- haarhauDe zur Seite gedreht? Springst du letzt im Krieqstanz mit andern Jünglingen? Wo hast du die Glasperlen deiner ersten Jugend, die Staun- muschelkette, die dir deine Mutter als schützendes Amulett um den speckigen Hals gelegt hat? Ob ihr groß geworden seid, ob ihr euer Geben bereits vollendet habt, heute seid chr bei mir Der- lene* n*'lu glJ781P diesen Anregungen und Ausfassungen nachzugehen, sie auf ihre Berechtigung zu prüfen, um dadurch das im Schwinden begriffene Vertrauen zur Schulmedizin wiederzugewinnen und die der Schulmedizin gegenüber angeblich abweifend eingestellte Volksmedizin zur Verbündeten der Volksmedizin zu machen bzw. in dieser ausgehen zu lasten. Der nationalsozialistische Arzt wird niemals den Geist exakter und vorurteilsloser Prüfung und Forschung verleugnen. Ebenso aber wird er — aus dem ganz neuen Blickfeld heraus — feine Bereitschaft zur vorurteilslosen Prüfung heule auch manchem ©e- danken und mancher Methode gegenüber anwenden, die man gestern auf Grund einseitiger Ansichten allzu leicht verwarf. Der deutsche Arzt der Zukunft muß in seinem innersten Wesen Nationalsozialist sein, weil er den Sinn des Arzttums begriffen hat, er muß Nationalsozialist Jein, weil in seiner Lebensarbeit sich Volks- gesundheit und Dolkserziehung miteinander verwachsen. Er muß die Verbindungen der Generativ- nen sehen und sich daher über den Weg des Jugend- arztes sich wieder zum A r z t d e s Vertrauens der Familie entwickeln. Schaffen wir genügend Aerzte mit echt nationalsozialistischer Gesinnung, und vertrauen wir ihnen die deutsche Jugend an, dann formen wir den deutschen Arzt, der die Jugend auf ihrem Weg bis zur Ehe begleitet, ber wieder der Vertraute von Heim und Familie wird und auch als bester Gesundheitsberater des Nachwuchses gelten kann! So entwickett sich neu der deutsche Hausarzt I als Arzt der Heimat und deutscher Dolksarzt. siamesische Buddha, dessen Bronze grün versponnen ist, stellt nun an der Erde; das Elfenbeintempelchen aus Kalkutta, die Zwergkonifere, Zeitschriften und Mappen sind weggetragen, selbst der große dunkel- glühende Karneol aus dem Süden der Sahara mußte verschwinden — und die ganze Fläche des braunpolierten Tisches ist bedeckt mit vielen, vielen M hmatchin* ......#*£ fr-»’1”1,« l6,fe freundlichen und bescheidenen Polizei unerwünschte Arbeit. Gefährlicher ist hier eher das heimliche Eindringen kommunistischer Ideen in die sog. Inte l l i g e n z, wie z. B. Lehrerschaft, Aerzteschaft uiw. Sonst aber sind die meisten „Kommunisten" Mit- läufer, arme Flüchtlinge, denen die Moskauer Emissäre Schlösser auf dem Monde versprechen. Hinzu kommt die verhältnismäßig geringe Arbeitslosigkeit, die in Griechenland bisher nie zum Problem wurde, ferner, daß fast jeder, selbst der einfachste Arbeiter, eine kleine Scholle sein eigen nennt, wo er einige Hühner halten oder Einiges anpflanzen kann; mit einem Wort, man könnte Griechenland in dieser Beziehung mit dem glücklichen Württemberg vergleichen, nur mit dem allerdings sehr bedeutenden Unterschiede, daß die Lebensansprüche des kleinen Mannes hier weit, unglaublich weit bescheidener sind, als bei uns in der Heimat. Kurz und gut, die griechischen Schwarzhemden und Stahlhelmer zeigen, daß es sich auch in Griechenland regt und eine nationalistische Bewegung einsetzt, die zwar mit dem italienischen Faschismus oder dem deutschen Nationalsozialismus nicht zu vergleichen ist, der aber noch eine Zukunft zu haben scheint und jedenfalls in der kurzen Zett ihres Bestehens schon ihre Daseinsberechtigung bewiesen hat. Einige der griechischen Führer besuchten vor einigen Monaten Berlin und wurden dort bei ihren deutschen NSDAP.» Kollegen freundlich ausgenommen. Wohl knallten einige Schüsse roter Trupps in Athen in die aufmarschierenden Reihen, jedoch die Polizei und die Stahlhelmer selbst verschafften sich energisch Ruhe und Ordnung. Mit Fahnen und Abzeichen, dem Stahlhelm und schwarzen Hemden, und von der Bevölkerung begeistert ausgenommen, legte 1 die etwa 3000 Mann zählende Truppe vor dem Grabe des unbekannten griechischen Soldaten im Beisein von Regierungsvertretern und großer Volksmassen Kränze nieder. Die Namen „Hitler" und „Mussolini" sind den griechischen Nationalisten und Stahlhelmern sehr geläufig und klangen mit voller Anerkennung in den blauen griechischen Himmel hinein. Noch heute zeugen die nationalistischen Abzeichen an den Häusern von dem vor längerer Zeit erfolgten I Mercedes 8138 Limousine I lehr guter Zustand vreisw.zuverkausen Lohrey, GroßerLteimveglQ DaüöerMh, oerk. einen fnit neuen jagöroagen sehr billig. smD \^towixhaxnxnttb. Mründem (Hellen). \ Zu verkaufen: I NiiBbaul-Bettstelle mit I Hachtscbränkch. 12 ML, | tadelt Diwan 15 HL, Klo- I derwaachti*cbch.m.[iiL I 5 ML Verseh, goto Bilder. | osw WiUlrt» IJ. I Zuoettausen wegen I Wegzugs 1 Mstw« I lux«Staubsauger, I Zön.u. sonst, elektt. ILarate.l Radw I Meide 169niLautt I svr.MasberduIw. Es gibt noch Landsknechte — aufZava. Die alte Romantik der malerischen Landsknechts- ttacht gehört zu jenen Merkwürdigkeiten, die längst verklungen sind. Aber es gibt noch einen Ort auf der Welt, wo sich dieser prächtige Ausdruck soldatischen Abenteurergeistes erhalten hat. Das ist auf Java in dem Reich des Sultans von Djokjakarta. Hier trägt die 800 Mann starke Leibwache des Sultans die alten Uniformen der „Ostindischen Compagnie", die ein seltsames Gemisch aus der Uniform der Landsknechte und der Tracht, wie sie etwa die „langen Kerle" des Soldatenkönigs trugen, darstellen. Dieser altmodische Prunk einer kriegerischen Schaustellung tritt an einem Tage besonders sichtbar hervor, nämlich am Geburtstag Mohammeds, der in diesem dem Islam ergebenen Lande feierlich begangen wird. Das sonderbare Zeremoniell schildert Dr. Watther S ch e f f e n in der ,Leipziger Illustrirten Zeitung". Am Geburtstag des Propheten zeigt sich der Sultan, der den Titel „Hamangku Buono", „ber Schoß der Wett" führt, seinen Untertanen, die aus den entlegensten Teilen zu Tausenden herbeiströmen und auf dem großen Marktplatz von Djokjakarta vor dem äußeren Schloßhof auf das Erscheinen der Prozession warten. Zuerst marschiert ein Trupp rotgekleideter Soldaten mit weißen Schürzchen, mit weißen Strümpfen und langen spitzen Karneoalsmühen aus dem inneren Palasthof heraus; mit würdigem Ernst tragen sie ihre alten Musketen, die keinen Schuß mehr abgeben können, aber ihnen doch ein kriegerisches Aussehen verleihen. Trommeln und Pfeifen erklingen nach aller Landsknechtsart, und in langsamen Schritt ziehen diese letzten Nachfahren ber Söhne Frunbsbergs vorüber. „Dann kommt ber Sultan am Arm des Gouverneurs", so schildert ber Verfasser ben Zug weiter, „mit ihm bie Prinzen in Hoftracht, einen rotbraunen Sarong um bie Hüften, alle mit bloßem Oberkörper, und die schar armseliger Krüppel und Verwachsener, bie ein sprechendes Zeugnis der offenen fürstlichen Hand fein sollen. Dann wieder Soldaten, noch sieben ÄompagnicH unter der Führung von sieben Prinzen, Kavalleristen in hohen Stiefeln, Lanzenträger mit bloßen Füßen und vergoldeten Armen und Gesichtern und bann ein ungeorbneter Haufen einfacher Untertanen, bie auf großen Traggestellen bie Reis-Berge zur Moschee bringen, bamit sie bort geweiht werden unv Allahs Segen auf ber Ernte ruht. Und wieber ziehen neue phantastisch getleibete Solbaten an bcs Sultans Thron vorbei, senken ihre Fahnen feierlich zu Boben und schwenken um, zum Tore hinaus .. .** anberen geben lebiglich ber Gegenwart ein besseres äußeres Gepräge und verschleiern damit krankhafte Zustände. Neben diesen Fürsorgebestrebungen entwickelte sich eine M echanisierung der ärztlichen Tätigkeit, die ihren bezeichnenden Ausdruck in ber Normierung ärztlicher Hanblungen und deren tarifmäßiger Bezahlung fand. Eine derartige „ärztliche Kunst" mußte den Stand, der seinen Sinn nur aus ber Ethik nimmt, vernichtend treffen. Sie mußte bewirken, daß die innere Verbindung zwischen Kranken und Arzt schwand, und daß an Stelle des wechselseitigen Vertrauens ein Mißtrauen Platz griff, das bem Patienten schabete unb ben Arzt begrabierte. Man kann es nur als eine natürliche Entwicklung bezeichnen, wenn in bieser Zeit bes Mißtrauens zwischen Arzt unb Patienten bas Ansehen bes Kurpfuschers wuchs, bem es häufig burch ein ausgeprägtes Menschenbeurteilungsvermögen gelang, das Mißtrauen gegen ben Arzt in ein oft unbegrenztes Vertrauen gegen ben Kurpfuscher umzuwerten! Die starre Ablehnung mancher volkstümlicher An- schauungen burch bie Schulmebizin hat bas Vertrauen zu letzterer nicht gesteigert! Es wäre besser gewesen, Besuch, während bie komunistischen sehr schnell und fast restlos verschwanden. Es hal in Griechenland nie eine „Sozialdemokratie" in unserem Sinne gegeben. Ihr am nächsten stehen bie Veniselisten, trotzdem über- trifft bie heute regierende „Rechte" in ihrer Sozialgesetzgebung gegenüber dem Arbeiter noch bie oeni- selisttsche Linke. Herr Alekos Papanastasiu, ber in Deutschlanb ftubierte, ist am meisten links gerichtet, boch auch er versuchte es nicht, eine „sozialbemokra- tische Partei" zu grünben, sondern will deren Ideen unter bem Mantel einer „Bauern- unb Arbeiterpartei" verbreiten, da bieser Titel in Griechenland einen besseren Klang hat, als wenn er „bas Ding bei feinem Namen nennen würbe". Aus all biefem ist zu ersehen, baß es eine reine „linke" ober „internationale" in Griechenlanb überhaupt nicht gibt. Mit Ausnahme einiger kleiner Splitterparteien, bie etwa auf biefen „Ehrentitel" Anspruch erheben, finben sich in Griechenland zwei Hauptströmungen „Venifelis- mus" und „Antiveniselismus" unb Demokraten und Monarchisten. Denise los war 23 Jahre lang fast ununterbrochen ber mächtigste Mann in Griechenlanb, Könige unb Präsidenten mußten ihm weichen. Er hat sein Land im Lause ber Zeit auch ein gutes Stück vor- roärts gebracht. Energisch, von unbeugsamem Willen, verschaffte er sich Weltruf unb behielt auch in Grie- chenlanb feinen Gegnern gegenüber, bis auf wenige, kurze Ausnahmen, die Oberhand; dagegen versagte er völlig gegenüber eigenen Freunden, denen er hauptsächlich seine Niederlage am 5. März 1933 verdankte Parteimißwirtschaft war der Grund seines Falles bei diesen Wahlen, die seit Jahrzehnten aus- geschaltete Vvlkspartei unter ber Führung des ruhigen unb sympathischen jetzigen Ministerpräsibenten T s a I b a r i s ans Ruber brachte. Nunmehr setzte bie alte Fehbe in umgekehrter Richtung ein. Man bebattiert aus parteipolitischen ©rün- ben tagelang in ber Kammer, es kommt zu heftigsten Angriffen unb Hanbgemengen unter ben Abgeorb- neten, bas Bilb ber Besonnenheit, das bisher bie griechische Kammer vorteilhaft von ben Parlamenten anberer Nationen in ben letzten Jahrzehnten unterschied, verschwindet vor dem unauslöschlichen Parteihaß, der noch von einer fast gänzlich freien Presse in unnützer Weise geschürt wird. Der Parlamentarismus zeigt auch in Griechenland feine Schwächen, und feine Beseitigung ist bas zweite Ziel, bas sich bie Nationalisten unb Stahlhelmer setzten. Ihrer weiteren Entwicklung stehen nunmehr keine Hinbernisse im Wege. Ihre Hauptaufgaben werben es aber sein, bie beiben gegnerischen Lager, Deniselismus und Sinti- veniselismus, Republikaner unb Monarchisten, zu versöhnen, um ein geeintes, kräftiges Griechenland zu schaffen, wie es die Not ber Zeit erforbert. Oie neuen Gaue im Provinzialverband Oberheffen des Hessischen Sängerbundes. In einer Gauführersitzung bes Provinzialver- banbs Oberhessen im Hessischen Sängerbund unter Leitung des Prooinzialsührers Ludwig Wendler (Bad-Nauheim) wurde eine N e u e i n t e i lu n g ber Sängergaue nach rein Verkehrs- unb wirtschaftspolitischen Rücksichten burchgesuhrt. Die seitherigen Gaue „Wetterau" und „Lahntal" wurden aufgeteilt, so daß künftig 9 Gaue vorhanden sind, zu denen nach Eingliederung der um Alsfeld gelegenen Ortschaften ein zehnter tritt. Bindungen an früher bestehende Unterbünde konnten bei Festlegung ber neuen Gaugrenzen nicht mehr berücksichtigt werben. Auch der unhaltbare Zustanb, baß Vereine berfelben Ortschaft verschiebenen Gauen zugeteitt waren, ist beseitigt. Die neue Gaueinteilung sieht vor: 1. Gau Taunus mit Friebberg und Bad-Nauheim, 2. Gau Hausberg mit Butzbach, 3. Gau Gießen, 4. Gau Grünberg, 5. Gau Dogelsbera- S ü d mit Bübingen, Allenstabt unb Gebern, 6. Gau Vogelsberg-Norb mit Lauterbach und Schlitz, 7. Gau Niddatal mit Schotten unb Nibba, 8. Gau Chattia-Wettertal mit Lich, Hungen, Laubach, 9. Gau Wetzlar. re,b । Vortes- >v UDd W Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Athen, Anfang September. Trompetengeschmetler unb Trommelwirbel! Die Athener sinb zwar auf bas Kommen ber griechischen Nationalisten unb Stahlhelmer vorbereitet, reiben sich aber doch bie Augen beim Anblick ber schmuck ein- gekleideten, in militärischer Haltung vorübermarschierenden Fronljchützer gegen den Kommunismus. In von der Regierung zur Verfügung gestellten Sonderzügen kamen sie aus Saloniki, und zum erstenmal wurden in Athen Gruppenbildungen sichtbar, die man bisher hier nicht kannte. Stramm und mann- haft durchzog die Jugend Mazedoniens, die Griechen- land gegen den roten Feind und die innere Zwistigkeit verteidigen will, durch die Hauptstadt. Der Kommunismus ist — im Verhältnis zum Ganzen — sehr unbedeutend. Nur in Saloniki bildete sich eine starke kommunistische Zell , die sich zur Zen- träte des Kommunismus auf bem Balkan ausdildete und enge Beziehungen nach Wien unterteil, in dem sich eine kommunistische Zentralorganisation nieder- gelassen hatte, bie speziell über Saloniki bie kommunistischen Belange im Süboften Europas leitete. Unb bort, wo ber rote Terror Fuß zu fassen suchte, bilbete sich auch bie e r ft e Gegenwehr: Stahlhelmer unb Nationalisten. Saloniki ist ferner seit Iahrhun- berten Heimatort ber aus Spanien vertriebenen Iuben, die ihre eigene Sprache — Spaniolifd) — sprechen. Wenn auch die Regierung bie Saloniler Juden in jeder Weise schützt, so zeigen diese beiden Sß-einigungen doch eine judenfeindliche Tendenz. Sie verfolgen, wie bie beutschen Nationalfozialisten für Deutschlanb, ben Grundsatz: „Griechenland den Grie- chen" und erstreben ebenfalls eine Scheidung der Rassen. Somit war gerade Saloniki ein günstiger Boden für bie Grünbung bieser ber mobernen Zett- ftrömung angepaßten Bewegung. Nicht so Athen. In bem sog. „Altgriechenlanb", wobei hier nicht bie Antike, sondern bas Griechenlanb vor 1912 zu verstehen ist, fehlen bie Bedingungen. Der Kommunismus verfügt hier nur über eine ver- hältnismäßig geringe Zahl von Arbeitern, er tritt nur ab unb zu bei Krawall unb Radau unliebsam in Erscheinung unb macht ber in Griechenlanb sonst so -jammelt, alle von ben vier Himmelsrichtungen her, auf einer Eichenplatte ausgebreitet. Ihr bringt im Schnitt eurer Gesichter, in euren Gewandungen ber Szenerie eurer Umgebung bie Rasse mit unb bie Heimat. Ihr lächelt, staunt, eßt und blinzelt; eure Kindlichkeit ist euer größter Schatz, und die Grund- melobie, bie euch alle eint. Unb je öfter ich euch betrachte, um so rätselhafter werdet ihr. Ich vermag keine Ueberlegungen anzustellen, will gar nicht erst versuchen, euch mit den Gedanken eines „Erwachsenen" auszuforschen. Es geht mir mit euch, wie es mir immer gegangen ist, wenn ich durch em Säuglingsheim schritt unb burch Pflegestatten kleiner Kinber. Ihr feib wie säftetreibende Pflanzen, eingesponnen in eure eigene Existenz; zuweilen lebhaft, gleich jungen Tieren, dann wiederum nur atmend, fast als wäret ihr noch festgehalten am mütterlichen Erdreich wie ein eben hochgeschossener Blättertrieb. Wir „Großen" stehen und sind beglückt von eurem Dasein. Jedes von euch hat eine Mutter, einen Baier, irgend jemand, bem ihr bie Sonne bedeutet unb bas Leben. Unb niemanb weiß im vor- aus, was bie Jahre aus euch machen, wie bie Wirklichkeit eure ©lieber formen wirb, eure Charaktereigenschaften, euren Geist. Wir lieben euch, weil ihr unsre Zukunft bebeutet; wir möchten euch immer bei uns behalten unb spüren boch, baß es einst Abschieb nehmen heißt, daß ihr über uns hinaus- wachsen werbet, unb selber bie gleichen Sorgen haben werbet wie wir, unb bas gleiche Glück. Die nationalsozialistische Weltanschauung, bie In ihrer Entwicklung unb Vollenbung zu weitgehenden Aenderungen der inneren Staatsstruktur führt, muß bort, wo diese Idee in engste Verbindung mit dem Dolkskörper selbst tritt, zu ganz grundlegenden Neu- orbnungen Veranlassung geben, bie heute nur ber Arzt sehen kann, Der Ursache, Weg und Ziel dieser Entwicklung begreifen durste! Wir verstehen heute den Begriff der „Gesundheit" anders als bisher, sowohl wissenschaftlich wie volkstümlich, und boch begegnet sich dieser neuzeitliche Begriff wieder mit Den alten Anschauungen eines Paracelsus, ber offenbar ebenfalls „®e- funbheit" wesentlich weiter faßte und in ihr nicht bas einfache Gegenteil von „Kranksein" begriff, fon- bem mit ihr Hochleistung -bes einzelnen, Volk unb Staat gegenüber, oerbanb. Hierburch erklärt sich, baß heute bie Ausgaben ber Mebizin unb ber Ge- iunbhettspolitik anbers zu verstehen sinb als bei ben eng umrissenen Grenzen ber srüheren Sichtweite. So laut sich einst ber Marxismus um Mebizin unb Volksgefunbheit zu bemühen schien, seine Sicht war nur oberflächlich! Hierburch schon erklärt sich das Fehlschlagenmüssen aller marxistischen Bestrebungen! Sozial klingende Wortspiele konnten dauernd nicht über die Leere ihres Inhaltes täuschen, unb so war es nur folgerichtige Entwicklung, wenn alle von ber Vergangenheit losgelösten marxistischen Bestrebungen in ihrem Ergebnis versagten. Heute schauen wir erbbiologisch. Diese Sicht oerbinbet zwangsläufig jebe Medizin und Gesundheitspolitik mit Volk unb Staat, sieht im Volk nicht einen unorganischen Haufen lebenber Menschen, sonbern erkennt diese sowohl einzeln, wie in Gruppen in einer biologischen, organischen Derbinbung mit ber Vergangenheit, binbet sie gleichzeitig durch diese gemeinsamen Wurzeln fest aneinander und zeigt die Aufgaben, die sich nicht in ber Gegenwart erschöpfen, sonbern weit in bie Zukunft weisen — nicht einzeln für Hanblungen ober Unterlassungen maßgebend, sondern in Gemeinschaft. Dadurch, daß der Begriff der „Gesundheit" — sich deckend mit nationaler Leistung —, gewissermaßen beherrschend über Volk unb Staat schwebt, gewinnt ber Stanb, ber für bie Gesunbheitspflege bcs Volkes in erster Linie verantwortlich ist, eine noch nie vorhanben gewesene Beb-utung unb erwirbt sich bas Recht, an maßgebenber Stelle ber Staatspolitik eingeschaltet zu werben. Was uns heute als ein mertroürbiger geistiger Irrweg in ber Entwicklung ber letzten Jahrhunderte erscheint, das ist der allmähliche Verlust einer Ganzheitsbetrachtung, wie sie in ber Vergangenheit überall intuitiv selbstoerstänblich war. An ihre Stelle ist in ber geistigen Haltung ber Menschheit mehr unb mehr eine Zertrümmerung bieser Ganzheiten getreten, eine seltsame Blickweise, bie überall Teile und Teilchen in ben Mittelpunkt ruckte und darüber ähnlich bie Schau des Ganzen verlor. Bei erbbiologischer Betrachtung von Geschichte und Kultur begreifen wir auch, baß bie schrankenlose Oeffnung ber Universitäten für nicht- beutsche Elemente zwangsläufig sowohl bei Hörern wie bei Lehrern zu einer Umfrembung bes beutschen A r z t b e g r i f s e s führen mußte. Wir wissen heute: Menschenschicksale werben festgelegt im Augenblick ber Zeugung unb, burch spätere Einwirkungsversuche auf bie Umwelt können wir nur äußere Deränberungen herbeiführen, bie bie innere Struktur ber Betreffenben in keiner Weise ändern Wir treffen also durch alle der- artiger Maßnahmen nur das in der Gegenwart lebende Geschlecht und wissen, daß hierdurch kom- wende Generationen in keiner Weise beeinflußt werden. Nur erbbiologisch begründete sozialhygie nische Bestrebungen haben bleibenden Wert, alle Nationalismus in Hellas Äon unserem E. R.-Äerichterstaster. EiSgst. NDr: 5 sieben noh, Ol^n hifr 15 fiterer9hjeQUlien. j ,.S>e ÄÄ JStütf betroffen nut 'M £ auf ihrer'««' es Miet ?°Senständen 9Sen Um- Dunser I« ff. " 1° "chk? ! 5 i '? halbes ui 6es hin. feCic md)l °°h> *n ” * w*. ; Sieben mit dieser teu, ber ' , E bisher noch unaufoe. e großen Büchemaale um ’ung wieder an ihre Ä wurde bereits wieder 2 weit als hoch, unb ich ba&te ftw«. tim.* . L?ul" *u i«W)(Jt wurde wahrscheinlich aMten. Es kommt ja nicht verschiedenen Werke 'Wellers mußten wenigstens )ie Arbeit übernehme ich sehr Aus der Provinzialhauptstadt Ein Vertreter unserer Redaktion hat auf Einladung des Herrn Reichsstatthalters an der Besichtigungsfahrt teilgenommen, lieber feine Eindrücke von dem vorbildlichen Wirken des Arbeitsdienstes im Ried und von dem ernsten und dankenswerten Streben des Herrn Reichsstatthalters und seiner Mitarbeiter wird unser Vertreter noch berichten. Das hessische Meliorations- und Sied- lungswerk im Med. EineBesichtigungsfahri.-EinebedeutsameMdedesMichsstaithaliersSprenger LlgenslaatNchkett nannte und dergleichen Ausdrücke mehr. Heber Reformen aus diesem Gebiet haben wir nicht zu diskutieren, darüber wacht der Kanzler von Reichswegen. Was wir zu tun haben ist. von uns aus praktisch an die Arbeit zu gehen, positiv für das Volkswohl tätig zu sein und hierbei keine künstlichen Grenzen zu beachten. Wenn wir das tun, dann glauben Sie mir, finden wir Anerkennung überall. So haben wir den A r - b e i t s d i e n st geschaffen, wir haben den Treuhänder der Arbeit, der aus unfern Reihen hervorgegangen ist, wir haben den Arbeitsausschuß, der dafür sorgt, daß die nötigen Mittel für unsere Arbeit dauernd fließen. So freuen wir uns über die herrlichen Erfolge. Dennoch bedarf es der intensivsten Arbeit aller, ans Werk zu gehen. Dann wird auch unsere Arbeit sich durch sich selbst durchsetzen, ihren Segen in sich tragen und Anerkennung von allen, zuerst von unserm Führer, finden, und sie wird den Segen Gottes erfahren, der segnet, wo eine rechte Tat geschieht. 3m Med. Rach dem Mittagessen wurde die Besichtigungsfahrt fortgesetzt. Es wurden die verschiedenen Arbeitsvorgänge bei der Feldbereinigung in der Gemarkung Bensheim, verschiedene Baustellen der Arbeitsdienstabteilungen Bensheim und Lorsch am Seilersgraben, Notstandsarbeiten am Meerbach, an der Wattenheimer Brücke bei Lorsch, das geplante große Siedlungsgelände am Rosengarten vor der Straßenbrücke bei Worms — wo bereits die ersten Siedlungshäuser erstellt sind — und Notstandsarbeiten in der Gemarkung Biblis besichtigt. Ueberall wurden die Kameraden der Arbeit, zum Teil im Wasser stehend, bei ihrer uneigennützigen Arbeit für das Volksganze und zur Verbesserung der Volksernährung bzw. zur Katastrophenbeseitigung bearüßt. An Ort und Stelle wurde von verschiedenen Referenten der einzelnen Bauabschnitte Auskunft über Zweck und Ziel der einzelnen Vorhaben gegeben. Die Besichtigungsfahrt hat den Teilnehmern einen Einblick in das vaterländische Arbeiten des Freiwilligen Arbeitsdienstes gegeben und allenthalben den besten Eindruck hinterlassen. keinem Gebiet mehr möglich sein, jene alte These wieder auszustellen, wie sie in jüngster Vergangenheit wieder versuchte Boden zu gewinnen, daß zwischen den Teilen des Gaues nördlich und südlich des Blains Widerspruch bestehe, daß zwischen den Zentren Blainz, Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt usw. eine Gegenseitigkeit bestehe, die zu Ilnliebsamkeiten führen müsse. Diese These ist mit dem lleberschreiten des Mains, mit der Vollendung der Revolution in Hessen endgültig für alle Zeiten begraben. Ich werde jedermann und jeden versuch, der sich mir dabei entgegenstellt, rücksichtslos beseitigen. Ich kenne dabei weder Rainen, noch Stand, noch Stellung in der Partei. Uns Nationalsozialisten trennen Flüsse nicht; unsere Flüsse sind das uns umschlingende Band, das d i e Ufer vereint. Von dieser Einheit soll im wohlverstandenen Interesse die gesamte Bevölkerung gleichen Nutzen Haden. Gleichen Nutzen können wir aber nur erzielen, wenn wir gleichermaßen an die Arbeit gehen. Ich habe immer betont, meine ernstete Sorge werde es sein: Niemand soll das Gefühl haben, es werde ihm etwas genommen. Ich sehe als meine Pflicht an, so zu handeln, daß jeder sieht: mir wird gegeben, und wenn dies zunächst vielfach nur auf ideellem Gebiet liegt. Ich freue mich, Ihnen sagen zu können, daß in dieser Beziehung in meinem Gau nunmehr keine M e i - nungs Verschiedenheit en mehr bestehen. Wit der hessischen Regierung und dem Staatsminister Jung einerseits und drüben meinen Mitarbeitern im nassauischen Teil weih ich mich eins im willen, in der Arbeit, im Kamps. Ich glaubte, Ihnen das sagen zu müssen. Der Weg, den ich gegangen bin, den wies mir die praktische Arbeit. Ich kann nicht zusehen, daß ein Teil des Gebiets, in diesem Falle Hessen, zurückbleibt, und wieder ein anderer Teil, weil er besser organisiert, rascher geführt und zielfreudiger in der Leitung war, Vorteil haben sollte. Das ging nicht so, und die Entwicklung mußte deshalb vorwärtsschreiten. Das Rhein-Maingebiet ist ein Gebiet, wir kümmern uns nicht um das, was man früher NGOAp. Gießen. Die Frauenschaft, Ortsgruppe Mitte, hält heute, Mittwoch, 20. September, ihren Zellenabend im Cafs Ebel ab. In der Ortsgruppe G i e ß e n - O st finden Zellenabende mit Vorträgen zur bevölkerungspolitischen Aufklärung statt am Donnerstag, 21. September, 21 Uhr, Zelle 8 (Annerod) bei Wallbott, am Freitag, 22. September, 20.30 Uhr, für Zelle 1 (Heil- und Pflegeanstalt, Doeringstraße, Anneröder Weg, Posener Straße, Memeler Straße, Danziger Straße, An der Kaserne, Licher Straße 61 bis Ende) in der „Stadt Lich", Licher Straße 59. In der Ortsgruppe Gießen-Nord, Zelle 4, Block 1 (Asterweg, Ederstraße, Steinstraße) ist am Freitag, 20.30 Uhr, Blockabend bei Stephan, Steinstraße 76. Die Ortsgruppe Gießen-Süd veranstaltet am nächsten Freitag, 20.15 Uhr, im Physiologischen Institut den zweiten Luftschutzabend für die Zellen Kliniken (3) und Frankfurter Strafe (4). Pg. Dr. Eichler spricht über „Abwehr von Gaskampfstoffen". Zu dem Vortrag sind auch alle in diesem Stadtteil wohnenden Volksgenossen eingeladen. Sonderzugfahrt zum Gauparteitag. Am kommenden Samstag wird ein Sonder- 3 u g von Gießen zum Gauparteitag in Frankfurt a. M. fahren. Der Zug verläßt den Gießener Bahnhof um 15.40 Uhr, Großen-Linden 15.51 Uhr, Lang-Göns 15.58 Uhr, Kirch-Göns 16.04 Uhr, Butzbach 16.14 Uhr, und kommt in Frankfurt a. M.-Siid um 17.32 Uhr an. Die Fahrt kostet ab Gießen 1,40 Mark, Großen-Linden 1,20 Mark, Lang-Göns 1,20 Mark, Kirch-Göns 1,10 Mark, Butzbach 1 Mark. Genen Dorzeigen des Parteitags-Abzeichens sind die Fahrkarten auf den für die Ortsgruppen in Betracht kommenden vorerwähnten Einsteigestationen erhältlich, lieber die Rückfahrt des Sonderzuges werden noch Mitteilungen gemacht. An der Fahrt können sich SA.- und SS.-Kameraden in Uniform beteiligen, falls sie nicht an sich in geschlossenen SA- bzw. SS.-Formationen teilnehmen. Zum Gauparteitag schließen sich die Mitglieder des NS. - Lehrerbundes Hessen mit ihren Kreisfahnen den übrigen Parteigruppen ihres Bezirks an, sowohl auf der Fahrt als auch in Frankfurt selbst. Wer zum Tragen des Braunhemdes nicht berechtigt ist, erscheint in dunkler Hose und weißem Hemd. Ich wollte eigentlich nicht, aber ich tue es doch ... Erstens möchte ich furchtbar gerne, zweitens ist es meine Staatsbürgerpflicht und drittens: wenn ich will, dann wird es schon gehen! Früher hatte ich selbstverständlich immer eine Platzmiete. Dann fand ich plötzlich, daß ich sparen müsse. Ich wollte hier und da Einzelkarten kaufen, aber es wurde nichts daraus, es kam immer „etwas dazwischen". Kam ich aber einmal dazu, dann war es doch I nicht dasselbe wie früher. Der Platz, den ich gern | gehabt hätte, war vergriffen. Ich saß als Fremder I zwischen Fremden. Die Künstler waren mir zum größten Teil fremd (früher kannte ich viele persönlich). Kurz und gut, der Genuß war ungetrübter, als ich noch Platzmieter war, meinen gewohnten Platz hatte, mich um nichts zu bekümmern brauchte. Ich will und muß das Theater wieder besuchen, aber nur durch die Platzmiete. Ich freue mich schon auf die festlichen Abende im Theater, auf Anregung und Ausspannung im arbeitsreichen Winter. Ich freue mich auf das regelmäßige Zusammentreffen mit meinen Bekannten, außerhalb des Alltags, in festlicher Umgebung. Ich freue mich darauf, wieder in lebendige Verbindung zur Kunst und zur Künst- lerschaft zu kommen. Ich will wieder mitreden können, wenn vom Theater die Rede ist. Ich will teilhaben am Aufbau des deutschen Nationaltheaters und nicht zurückstehen, wo andere sich zusammenschließen. D a r m st a d t, 19. Sept. (WEN.) Der Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger hatte heute die Dienststellen, sowie die gesamte Presse des Rhein-Main-Gebiets bis nach Württemberg einge« laden, von dem großzügigen hessischen Meliorations- und Siedlungsprogramm unter Beteiligung des Freiwilligen Arbeitsdienstes der NSDAP. Kenntnis zu nehmen. Im Hofe des Alten Palais hatten um 8 Uhr etwa 1300 Mann der verschiedenen Arbeitsdienstabteilun- gen, der Bezirksschulen und der Ried- Dien ft arbeitet Aufstellung genommen. Michsstaithalter Sprenger schritt die Front der Freiwilligen d e r A r - bett ab und nahm dann mit Staatsnumster Jung und seinem engeren Mitarbeiterstab den Vorbeimarsch ab. Der Reichsstatthalter begrüßte die Arbeitsdienstfreiwilligen mit einer Ansprache und hob ihre besonderen Verdienste um die Entwicklung der Nation hervor. gerade ihre Arbeit beweise, wie falsch vielfach die Vorstellung von der Tätigkeit des Freiwilligen Arbeitsdienstes sei. Er diene nur der An- erkennung der deutschen Arbeit und dem Zusammengehörigkeitsgefühl aller Stände des deutschen Volkes. Die Tätigkeit des Freiwilligen Arbeitsdienstes würde mehr als viele öffentliche Reden Deutschland die Achtung der Welt wieder erringen helfen. Nach der Abnahme des Vorbeimarsches begrüßte der Reichsstatthalter im großen Sitzungssaale des Alten Palais die Teilnehmer der Besich- tigungsfahrt durch das Meliorations- und Siedlungsgebiet im hessischen Ried. Gerade diese aufbauenden Landeskultur- und Siedlungsarbeiten seien berufen, für das Wirken und Wollen des jungen Deutschland zu sprechen. Im Saale waren zahlreiche Pläne und Einzelprojekte des großen Meliorations- und Siedlunaspro- gramms, sowie der Landesplanung im gesamten GaugebietHessen-Nassau mit Siedlungshäusern usw. aufgestellt. LandeSbauernpräsivent Or. Wagner gab in etwa einstündiger Rede einen Einblick in die große Bedeutung, die das Siedlungs - und Meliorationsprogramm im Rahmen der Aufbauarbeit der Reichsregieruna und der hessischen Regierung besitzt. Die vernünftige und durchdachte planvolle Siedlung diene vor allem dazu, deutsche Volksgenossen, die nicht mehr in der industriellen Produktion untergebracht werden können, seßhaft zu machen und mit dem deutschen Boden und Blut zu verwurzeln. Mit dem Meliorations- und Feldbereim- aungsprogramm wolle man vor allem den vielfachen Leerlauf und die rentenlose Arbeit in der Landwirtschaft beseitigen. Der Landesbauernprast- dent gab Einzelheiten bekannt über die großzügigen Maßnahmen, die geplant sind, um der schweren Arbeitslosigkeit, besonders in den Gebieten des Westerwaldes, des Hohen Vogelsbergs und des hessischen Rieds, zu steuern. Er gedachte dankbar der Unterstützung, die tue hessi- schen Vorschläge insbesondere bei dem Herrn Reichs st atthalter gefunden hätten. Das deutsche Volk wolle Arbeit und Frieden um jeden Preis, und man würde bei der Aufbauarbeit über den wesenlosen Begriff „Geld" nicht stolpern. Die Maßnahmen des Führers erfüllten die hessischen Bauern nach langen Jahren der Trostlosigkeit mit neuer Hoffnung und neuem . Mut. Darauf erläuterte an Hand von reichhaltigem Kartenmaterial und Berechnungen Ministerialoberrevisor 2Reid)/ der an dem Landesplanungs- und Meliorationsprogramm Hessens hervorragenden Anteil hat, die Einzelheiten der in Angriff genommenen und noch zur Ausführung gelangenden Arbeiten, sowie die Finanzierung des großzügigen Programms. 3n Griesheim und Bensheim. Anschließend besichtigten die Teilnehmer die landeskulturtechnische Arbeitsdienststelle im Freiwilligen Arbeitsdienstlager Griesheim bei Darmstadt. In Bensheim wurden der Reichsstatthalter und die Teilnehmer durch den Bürgermeister, die Beigeordneten und den Freiwilligen Arbeitsdienst herzlich begrüßt. Im Speiseraum der Arbeitsdienstabteilung Bensheim wurde das gute Mittagessen aus der Küche des Freiwilligen Arbeitsdienstes eingenommen. Zunächst sprach der Leiter des Arbeitsgaues 25 der NSDAP. (Südwest) F a a tz über den tieferen Sinn des Arbeitsdienstes. Er betonte, daß aus jedem Spatenstich neues Blut für das deutsche Volk oder ein Baustein für die deutsche Zukunft erwachsen müsse. Er wies nach, daß der Arbeitsdienst keine Konkurrenz für die freie Wirtschaft darstelle, vielmehr ihr als ankurbelnder Faktor diene. Er schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Volkskanzler Adolf Hitler, worauf der erste Vers des Horst-Wessel- Liedes gesungen wurde. Michsstaithalier Sprenger dankte dann zunächst dem Führer des Arbeits- dienstes Faatz in herzlichen Worten für die mustergültige Organisation des Arbeitsdienstes in Hessen- Nassau. So, wie der Arbeitsdienst heute dasteht, erklärte der Reichsstatthalter, sehe ich in ihm ungefähr die Verwirklichung der Ueberbrückung der Mainlinie, eine Tat, wie ich sie seinerzeit in den Tagen vom 5. und 13. März gepredigt und als Parole im Wahlkampf herausgestellt habe. Ich freue mich außerordentlich, daß wir als erstes Ergebnis einen einheitlichen Arbeitsdienst haben. Unbekümmert um Hessen oder Nassau sind Männer am Werk, vom gleichen Volk und gleichen Stamm, nur von einem beseelt: aus tiefer N o t heraus sich emporzuarbeiten. Die Verdienste öes Führer des Deutschen Arbeitsdienstes, des beliebten Pg. Oberst Hier!, brauche ich nicht zu betonen; sie sprechen für sich. Der ausgezeichnete Anfang unseres Arbeits- dienstes soll uns ein Fingerzeig sein, wie wir zu denken und zu handeln haben. Ls darf auf Dor dem Herbst. Wenn der Frühling mit Buchfinkenfanfaren seinen Einzug hält, dann ist das Kommen des Herbstes vergleichbar einem Recken, der nach einem tatenvollen Leben unter der Sonne der Erfolge sich nun auf sein Altenteil setzt und an den Früchten seines Wirkens, die von den letzten Strahlen des Abendrots vergoldet sind, die Krone des Lebens sich auf ■ein Haupt senken fühlt. Mit gedämpftem Saiten- piel, in dem leise Molltöne der Wehmut des Schei- i)ens von sommerlichem Jauchzen vorherrschen, zieht der Herbst über das früchteschwere Land, das seine volle Kraft in ihnen verausgabt hat und sich nun langsam für die Winterruhe bereit macht, die Zeit der Sammlung für ein neues Schöpferjahr. Und dach ist der Herbst kein müdes Entsagen, kein kampfloses Verzichten, kein Kapitulieren vor einem unabwendbaren Schicksal. Wenn auch viele in dieser Jahreszeit nur Melancholie, eine schwermütige Verträumtheit sehen, so hat der Herbst trotzalledem seine lebensnahen Schönheiten, die ihm allein zu eigen sind, und die nicht nur Verwehen und Vergehen bedeuten, sondern die auf ihre Art gleichfalls zu dem lebensbejahenden „Lied von der Erde" gehören, zu dem ewigen Lobgesang ihres Schöpfers. Der Herbst ist der Schlußsatz, in dem diese Hymne sich vollklingend aufschwingt zu der Sternennähe von „Tod und Verklärung". Denn der winterliche Scheintod, wie ihn das Sterben im Herbst ankündigt und einleitet, ist kein endgültiges Verlöschem kein abschließender Strich unter das Sein im All. Das fallende Laub ist nur für den ein „Totentanz", dessen Blick und Gedanken an der Oberfläche der Dinge haften. Der grüne Schmuck der Bäume hat sich in flammende Farben verwandelt, und in unvergleichlich malerischem Reiz schreitet der Herbst wie mit wehendem braungoldenem Mantel über die Flur, und Erntelieder und Erntedankkränze geben ihm das festliche Geleit. In stürmischen Nächten braust der Troß des „Wilden Jägers" durch den dunklen Forst, und knarrende Fensterläden und ächzende Wetterfahnen lassen in ängstlichen Gemütern Gespenstiges spuken. Die Rauchfahnen der Kartoffelfeuer steigen wie von Brandopfern aus den kahlen Feldern auf in die feuchtkalte Luft, die sie nur schwer aufzusaugen vermag. Herbsteinzug ist noch Nachsommer und doch schon Vorbote seines Gegenteils. Herbstsonne ist noch Sonne und schon Herbst! 'Kig. personalveränderungcn in Hessen. Das Personalamt des Hessiscken Staatsministeriums teilt u. a. folgende Personalveränderungen mit: Mit sofortiger Wirkung wurden ernannt: Brigadeführer Hauer (Darmstadt) zum kommissarischen Polizeidirektor in Darmstadt; Polizeimajor Dr. I v e r s (Darmstadt) zum Führer der Landespolizei Darmstadt; SS. - Standartenführer Herbert (Darmstadt) zum kommissarischen Polizeidirektor in Mainz; Standartenführer Eichel (Schönberg) zum kommissarischen Polizeidirektor in Worms; der kommissarische Polizeidirektor I o st (Worms) zum kommissarischen Polizeidirektor in Gießen; Polizeidirektor Kayser in Gießen wurde mit Dienstleistung beim Kreisamt beauftragt. Der Polizeihauptmann Wilhelm Leyerer zu Darmstadt wurde auf Grund des Artikels 17 des Gesetzes über die Schutzpolizei vom 20. Juli 1923 mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 aus dem hessischen Staatsdienst entlassen. In den Ruhestand versetzt wurde auf Nachsuchen am 13. September der Direktor Wilhelm K o ch an der Berufsschule zu Offenbach. Rechtsanwalt Dieter Stammler in Grünberg hat seine Zulassung zur Rechtsanwaltschaft Grünberg aufgegeben. Die Löschung in der Liste der Rechtsanwälte ist erfolgt. Vornotizen. — T a g e s f a I e n b e r f ü r Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Saison in Kairo". Stadtrandsiedlung für Erwerbslose. Am Montagabend fand im Gasthaus „Zum Lamm" (Horst-Wessel-Wall) eine gutbesuchte Perv ammlung von Erwerbslosen, Wohlfahrtsunter, tützungsempfängern und sonstigen Interessenten tatt, die sich mit der Frage der Stadtrandsiedlung beschäftigte. Der Leiter der Versammlung, Heinz Berg, er- läuterte zunächst den Zweck der Zusammenkunft, um sich bann eingehenb mit bem Projekt ber Stadt- ranbsiedlung zu beschäftigen. Die praktische Durchführung soll in ber Weise erfolgen, daß sich zunächst etwa 15 Erwerbslose, vorwiegenb Bauhandwerker, zu einer Arbeits- unb Schicksalsgemeinschaft zusam- menschließen, um in gemeinsamer Arbeit für bie Beteiligten ein Heim unb möglichst auch eine Existenz zu schaffen. Zu biefem Zweck soll bie Stabt Gießen jebem Beteiligten 1200 Quadratmeter Gelände in Erbpacht geben, auf bem bie geplanten Tut Euerepslicht für Dolkund Kultur! Denkt an den deutschen Künstler, an das deutsche Theater! Häuschen erstellt werben sollen, währenb bas übrige Gelänbe, zum Anbau landwirtschaftlicher Erzeugnisse, insbefonbere zur Anlage von Ebelobstbäumen Verwendung finden soll. Die Baukosten für die Errichtung eines Häuschens würden etwa 3400 Mark betragen. Durch die Arbeitsleistungen der Beteiligten würden diese Kosten auf 2200 Mark gedrückt. In Aussicht genommen sind u. a. Haus 200 Quadratmeter umbauter Raum, im Erdgeschoß Wohnküche und zwei Zimmer, im Dachgeschoß zwei Zimmer, außerdem ist im Haus ein Stall und Raum für Heu eingebaut. Eine andere Skizze sieht ein Haus mit 170 Quadratmeter umbauten Raum vor, außerdem noch einen besonderen Anbau für Stall unb Futterküche mit 34 Quabratmeter. Das Wohnhaus enthält im Erbgefchoß Wohnküche unb Schlafzimmer, im Dachgeschoß zwei weitere Zimmer. Die Mittel für bie Durchführung bes Projekts sollen in ber Weise aufgebracht werben, baß bie Stabt vor allem bas Gelänbe zu besonbers günstigen Bebingungen zur Verfügung stellt, bah sie außerdem bie erforberlichen Materialien, soweit bie« selben aus stäbtischen Betrieben unb Walbungen entnommen werben können, kostenlos überläßt. Die sonst noch erforberlichen Mittel sollen von Stabt unb Reich aufgebracht werben. Diese Forde- rung wirb bamit begrünbet, baß bie Beteiligten später aus ber Fürsorge ausscheiben, woburch Stabt unb Reich wesentliche Ersparnisse erzielen würden. Nach Fertigstellung ber Siedlung würben von den Beteiligten monatlich je 14 bis 15 Mark aufgebracht, die zur Tilgung des von Stadt und Reich zinslos zur Verfügung zu stellenden Kapitals Verwendung finden sollte, so daß die Beteiligten nach einer Reihe von Jahren Eigentümer der errichteten Bauten würden. Die Stadt Gießen habe bereits weitgehendes Entgegenkommen in Aussicht gestellt. Insbesondere sei damit zu rechnen, daß die Ausarbeitung ber Pläne unb bie Bauleitung durch bie Stabt erfolge. Außerbem seien Lanb- und Materialfrage soweit geregelt. Als Gelände für die Errichtung der Stadtrandsiedlung sei Grundbesitz hinter Marburger Straße bzw. am Wiesecker Weg in Aussicht genommen. Auch in der Krofdorfer Straße stehe evtl. Gelände zur Verfügung. Die Vorarbeiten für die Errichtung der Siedlung sollten noch in diesem Jahre getroffen werden. Bis 1. Oktober 1934 sollten 12 Häuser fertig sein. Vorgesehen seien Fachwerkbauten, die mit Plattenbims ausgefüllt würden, innen mit Gipsplatten und außen mit einer Schalwand versehen würden. In der anschließenden Aussprache wurde das Problem, das bereits in anderen Städten in An- ariff genommen wurde, durchweg gutgeheißen. Allerdings wurden Bedenken geltend gemacht gegenüber der vom Redner vertretenen Auffassung, daß es möglich sei, auf einem Gelände von 1200 qm die Existenz einer Familie zu sichern. Auch auf die Schwierigkeit der Verwertung der Erzeugnisse wurde unter Bezugnahme auf die zu erwartenden gesetzlichen Bestimmungen hingewiesen. In seinem Schlußwort versuchte der Referent die vorgebrachten Bedenken zu zerstreuen und wies besonders darauf hin, daß die Verwertung der Erzeugnisse nur auf genossenschaftlicher Grundlage erfolgen könne. Am Schluß der Versammlung meldete sich eine entsprechende Anzahl Interessenten zur Mit- arbeit bei der Ausführung der geplanten Siedlung. Tagung der OHV.-Bildungsobleuie in Marburg. Am Sonntag waren die Berufsbildungsobmänner und Obmänner für Volkstumspflege im Deutschen Handlungsgehilfen-Verband der beiden Kreise Nie- derhessen und Mittelhessen zu einer richtungweisenden Arbeitstagung in Marburg versammelt. Die Tagung hatte die Aufgabe, den Amtswaltern des DHV. auf dem Gebiet des Bildungswesens die Grundlage zu geben für die gesamte berufliche Bildungsarbeit und Volkstumspflege. Kreisgeschäftsführer Pg. Brack (Gießen) eröffnete die Tagung und gedachte in seinen Be° arühungsworten des Orgamsationsleiters der Deutschen Arbeitsfront, Reinhold M u ch o w. Richtungweisend für die Bildungsarbeit waren die Ausführungen des Bezirksbildungsobmannes im Bezirk Main-Weser des DHV., Pg. D e 11 m e r-(Frankfurt a. M.), über das Thema „Kaufmanns- arbeit im nationalsozialistischen Staa t". Pg. Dettrner stellte die verpflichtenden Grundsätze nationalsozialistischer Weltanschauung heraus, die auch im Arbeitsleben und in der Wirtschaft eine ganz neue Arbeitsgesinnung fordern. Die Heranbildung dieses verantwortungsbewußten und dem Ganzen dienenden Arbeitsmenschen, der nicht mehr Arbeitnehmer und Angestellter, sondern Berusskamerad und Volksgenosse zu sein hat, ist die wichtigste Aufgabe des Bildungsobmannes in der Deutschen Arbeitsfront. Der Bildungsobmann der Arbeitsfront muß wissen, daß berufliche Lel- ftungsfteigerung allein nicht das Ausschlaggebende ist, sondern daß diese sich auf den Grundkräften der deutschen Seele und des deutschen Charakters aufbauen muß. Berufsbildung und Volkstumspflege müssen darum miteinander verbunden sein. lieber die Arbeitsformen zur Durstführung dieser' Arbeit bis in die kleinste Ortsgruppe hinein sprach bann Kreisgeschäftsführer Rothaar (Kassel). In einer längeren Aussprache berichteten die Bildungs- obmänner über ihre Pläne und vorhandene ort» N?',unhÄU"ur! pn6«'hnS.* d°- ere zur änfnh '^’fyr Durften bä 5.JJeitsIciftun> |e Wn auf 2200 Men sind II A c W-Ä8 -LL- -'nen besonderen Anbau? kn>t 34 Duabratmeki zwei weitere Zim- - Durchführung des Projekts .°Kebr°cht werden, daß die ' ^°nde zu befonders gün. „R Verfügung stellt, bah sie rlichen Materialien, soweit die. n Setrieben und Waldungen können, kostenlos überläsit rderlichen Mittel sollen von gebracht werden. Diese Forde- -gründet, daß die Beteiligten rge ausscheiden, wodurch Stabt e Ersparnisse erzielen mütbqt. der Siedlung würden von den > je 14 bis 15 Mark ausge- Mg des von Stadt und Reich ■ ig zu stellenden Kapitals Ver- e, [o daß bif Beteiligten nach 'en Eigentümer her errichteten habe bereits meitgefjcnbes ussicht gestellt. Insbesondere daß die Ausarbeitung der Mg durch die Tiadi erdige, y. und Nairriaifragr soweit siir die Enichiung der Stabt- .rundbesitz hinter Marburger Liesecker Weg in Aussicht g> er Krofdorser Straße stehe evtl, jung. Die Borarbeiten für die >b(unq sollten noch in diesem den. Bis 1. Oktober 1934 sollten in. Vorgesehen seien Fachwerk- lattenbims ausgefüllt wurden, :en und außen mit einer Schal- .enbffl Wrt’»urte ta ts in anderen Städten in m wurde, durchweg gutgeheih n. “SS® ft Äe tun der Erzeugn. e er h;» ,u erwartenden LschL wsfteb S-'ää %ottstum»PW-(0j(Sw) «• »««" ."“Ä ZMZ- HS'tzs oerfln^Lnf^11’ 6cr d'-ies °° flrfoi 5fn >btrn dienens w\tAW - 'hat tfl A-s-K- dHtzS?- .nein n'f .uf den w (rharaticr9 diese deutlAsiuinspsleS' mmlung k. hS ^eck ^?Ber, , ,ö 1«* Möglichst oe,t.lur bie efem qJJ °UZ> eine r, ; --°°LL° S. ' b-°> Ä «<■ ^planten Oer neue Preußenadler. ,v\ IZi \vA Hi vx Oben: Der fliegende Adler, der für Standarten und Urkunden bestimmt ist. — Unten: Das neue Dienstsiegel mit dem Adler, der in seinen SUauen Schwert und Blitz trägt. liche Schwierigkeiten. Aus dem Meinungsaustausch wurde die Erkenntnis gewonnen, daß, um der Neuordnung des Arbeits- und Wirtschaftslebens im Geiste oes Nationalsozialismus willen, engste Zusammenarbeit mit der Politischen Organisation bA- Partei und der NSBO., sowie den sonstigen örtlichen Parteistellen angestrebt werden muh. Bezirksvorsteher Pg. Stein (Frankfurt a. M.) stellte in seinem Schlußwort die Arbeit des D H V. als Dien st am Dolksganzen heraus. Prn Stein führte aus, daß die nationalsozialistische Revolution den verschütteten Brunnen innerster deutscher Bolkskräfte wieder aufgedeckt habe, daß jetzt vom Nationalsozialismus her der neue Mensch als wahrhafter Volksgenosse erzogen werden soll, der seine Arbeit als Dienst für das Volk aufsaht. Die Kaufmannsgehilfen leisten die Arbeit nicht, um als Berufsverband etwas zu gelten, sondern sie dient nur der Lebenserhaltung unseres Volkes. Pg. Stein ermahnte die versammelten Amtswalter überall draußen im Arbeitslcden für diese Grundsätze kämpfend einzutreten. Erziehen Sie den letzten Mann im letzten Dorf zum Nationalsozialismus, der eine urdeutsche, ganz einfache Sache des deutschen Herzens ist, die jeder verstehen kann, der guten Willens ist. Daten für Mittwoch, 2v. September. 1863: Jakob Grimm gestorben (vor 70 Jahren), Begründer der deutschen Germanistik und deutschen Altertumswissenschaft! — 1870: Einnahme Roms durch die italienische Armee; Ende des Kirchenstaates; — 1898; der Dichter Theodor Fontane in Berlin gestorben (geboren 1819); — 1910; der Schauspieler Josef Kainz in Wien gestorben (geboren 1859). *• Herbstferien. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum teilt in einer Bekanntmachung an die Direktionen und Leiter der Höheren Lehranstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter mit, daß die restlichen drei Ferientage nicht an den Herbslferien, sondern am Anfang, dec Osterferien 1934 in Abzug zu bringen find. ** Aerztlicher Fortbildungskurs in Gießen. Wie die Medizinische Fakultät der Universität Gießen mitteilt, wird sich an den vom 15. Oktober bis 21. Oktober laufenden Fortbildungskursus am Samstag, 21. Oktober, insbesondere nachmittags, auf Wunsch des Hessischen Ministeriums ein Kurs zur Fortbildung auf dem Gebiete des Impfwesens anschließen. Prospekte und Anfra- gen durch Herrn Professor Georg Herzog, Pathologisches Institut, Klinikstraße 32g. ** Keine Haltestelle Erdkauterweg mehr. Vom kommenden Montag, 25. September, ab hält der Personenzug Nr. 51^ (nur werktags) Hungen—Gießen (Hungen ab 5.45 Uhr, Gießen an 6.21 Uhr) nicht mehr am Erdkauterweg. ♦♦ Herb st pferdemarkt in Gießen. Am 27. September findet, wie wir gestern bereits berichteten, auf den städtischen Marktanlagen an der Rodheimer Straße der diesjährige Herost-Pferdemarkt statt. Nichtarier finb vom Besuch des Marktes ausgeschlossen. Auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei sei besonders aufmerksam gemacht. ** Spende für das Winterhilfswerk. Die Firma Bänninger GmbH, in Gießen hat zu dem von der Reichsregierung veranlaßten Winterhilfswerk den Betrag von 5000 Mark als ihren Beitrag abgeführt. ** Erfolgreiche Razzia auf Bettler. Bei der im Laufe des gestrigen Tages von der Gendarmerie durchgeführten Razzia wurden in Lang-Göns, Allendorf, Wieseck, Alten-Buseck und Reiskirchen insgesamt 11 Bettler festgenommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Gegen die Bettler wurde Haftbefehl erlassen. Sie befinden sich im hiesigen Untersuchungsgefängnis. ♦* Deutsche Modenschau der Hausfrauenberatung. Die Hausfrauen-Beratung , Gießen veranstaltet am Donnerstag um 16 Uhr und um 20 Uhr eine „Deutsche Modenschau". Neben sehr schöner farbiger Konfektion werden auch selbst- gearbeitete Kleider gezeigt. Aus den Kursen der Aliceschule kommen ebenfalls Kleider und Jacken zur Vorführung. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ** Die Städtische Maschinenbauschule Darmstadt weist auf den Beginn des Winterhalbjahres hin, insbesondere auf die Neuaufnahmen in die Mafchinenbauschule und Abendkurse zur Vorbereitung auf den Besuch der Höheren Maschinenbauschule. (Siehe heutige Anzeige.) Reichsstatthalier Sprenger bei Darmstädter Veranstaltungen. WSN. Darmstadt, 17. Sept. In Anwesenheit des Reichsstatthalters Sprenger weihte heute bie Darmstädter Turnerschaft einen aus Granitfindlingen zusammengefügten Block als Zeichen des Gelöbnisses und der treuen Gefolgschaft für den Führer. Die Weiherede hielt der Reichsstatt. Halter. Vormittags sand ebenfalls in Anwesenheit des Reichsstatthalters am Großen Woog eine Ka tast rophen- Schuhübung der Darmstädter und Borortstürme statt. Hände ans der Tasche! Sträflicher Uebermut, maßlose Eitelkeit und tyrannische Herrschsucht waren die Beweggründe, die Geßler zur Anordnung der Grußpflicht eines aufgepflanzten Hutes veranlaßten. Für die geknech- teten und gepeinigten Schweizer wurde dies das Zeichen der Freiheit. Sie schafften sich die Symbole, deren Trager sie selbst waren, unter denen sie im Freiheitskampf ihr Blut vergossen, und die das 8anb in Ehren hielt. Wieber sieht bie Geschichte ein Symbol, bas Männern aus dem Volke im Kampfe gegen verbrecherische Ausbeuter bis zum endlichen Siege vorangetragen wurde. Vierzehn Jahre waren seine Träger blutigstem Terror ausgesetzt. Unendliche Opfer mußten gebracht werden. Hunderte starben für das Wahrzeichen ihrer Idee in der Ueberzeugung ihrer gerechten Sache. Das Hakenkreuz auf rotem Felde ist es, das über dcm Deutschland von heute leuchtet, Licht und fttaft spendet. Jeder ehrliche Volksgenosse achtet es, denn cs ist mit dem Blute der Besten des Landes hundertfach geweiht. Jeder Deutsche sieht in ihm ein Denkmal für die Blutopfer der Jahre des Ringens um die deutfche Seele, sieht in ihm die Ehre der Millionen Braunhemden, die hinter dem Freiheitsbanner stehen. Ja, mehr noch, er sieht im Hakenkreuzbanner seine eigene Ehre. Mit der Ehrung dieses Symbols ehrt er sich selbst. Die Sturmfahnen der deutschen Bewegung sind kein Gehlerhut, sondern das Feldzeichen derer, die als erste die Wege und Ziele des Führers erkannt und sich selbstlos mit aller Hingebung und Idealismus hinter ihn gestellt haben. Ihr den deutschen Gruß erweisen, wo es immer auch fei, und damit gleichzeitig die braunen Kämpfer und ihren Führer zu grüßen, ist keine Demütigung, keine Knechtung. Alle, die die Fahne in den Jahren de^ Kampfes hochgehalten haben, nur um der Idee und des Volkes willen, ohne Absicht und Aussicht auf persönliche Vorteile, wollen auch keinen Gehlerhut aus ihrem Symbol gemacht wißen. Sie sähen es als Beleidigung an, wenn ihre Banner jetzt von denen gegrüßt würden, die es nicht mit Ueberzeugung tun und anders denken als handeln. Sie würden es als Schmacht empfinden, Juden mit erhobener Hand zu sehen. Sie würden nicht zu halten sein, wenn ein glücklich aus seinen Pfründen vertriebener fetter Nooemberbonze nunmehr sein „nationalsozialistisches" Herz entdeckt. Aber sie verlangen mit Recht, daß die Volksgenossen, die beim Aufmarsch brauner Kolonnen die Dege säumen, die Standarten und Fahnen durch würdige Haltung ehren. Noch immer gibt es Frauen, die gerade beim Vorbeimarsch der Fahnen sich etwas Wichtiges zu erzählen haben, noch immer satte Bürger, die ausgerechnet diesen Augenblick zu einem kräftigen Zug an der Zigarre benutzen. Immer wieder sieht man junge Bengels, die auch nicht einen Augenblick ihr Mädel aus dem Arm lassen können: manchmal sogar zeigen sich Leute von hinten, weil gerade etwas Interessanteres im Schaufenster, oder an der Häuserfront zu erblicken ist. Diese Arten der Stellung und Haltung werden beliebig verbunden mit erhobenem Arm, Kratzen am Bart, Binden des aufgegangenen Schuhriemens und dergleichen. Das Schlimmste aber und das Beleidigendste ist das Versenken beider Hände in die Hosentaschen. Diese Schmähung der Fahnen wird sich von jetzt an niemand mehr gefallen lassen. Wer nicht mit reinem Gewissen die Wahrzeichen des Dritten Reiches grüßen kann, bleibe den Aufmärschen fern, oder gehe denselben aus dem Wege. Duckmäuser und Heuchler sind ebenso verhaßt, wie die Neugierigen und Gedankenlosen, die in einem Aufmarsch eine billige Unterhaltung für sich er- blicken. wer sich nicht außerhalb der Volksgemeinschaft stellen will, wer aus Ueberzeugung stolz auf sein Vaterland und seinen Führer ist, handle danach. Die Parole aber lautet: „Hande aus der Tasche!" Oie Büraersteuer 4934. Wie bas DDZ.-Büro meldet, wird zugleich mit den neuen Bestimmungen über die Bürgersteuer vom Reichsfinanzministerium nochmals das gesamte Bürgersteuergesetz als Bürger st euergesetz 19 3 4 veröffentlicht. Die Bürgcrfteuer wird von allen im Gemeinde- bezirk wohnenden natürlichen Personen für das Kalenderjahr erhoben. Maßgebend für die Steuerpflicht sind die Verhältnisse am 10. Oktober des vorausgegangenen Jahres. Die Bürgersteuer darf nicht erhoben werden von Personen, die am Fälligkeitstage Arbeitslosenunterstützung oder Krisenunterstühung empfangen, öffentliche Fürsorge genießen, insbesondere Kleinrentner oder eine Fusahrente aus dem Reichsversorgungs- geseh beziehen. Ferner find von der Bürgersteuer befreit die Personen, deren gesamte Jahreseinkünfte 120 v. H. des Betrages nicht übersteigen, den der Steuerpflichtige nach feinem Familienstand im Falle der Hilfsbedürftigkeit von dem zuständigen Fürsorgeverband nach den Richtsätzen der allgemeinen Fürsorge als Wohlfahrtsunterstützung in einem Jahre erhalten würde. Für die Bemessung der Bürgersteuer gelten im Gegensatz zu früher Reichs- s ä tz e. Die Staffelung gegenüber früher ist nicht geändert. Der Reichssah beträgt für Personen mit einem Jahreseinkommen von nicht mehr als 4500 Mark sechs Mark, bis 6000 Mark neun Mark, bis 8000 Mark zwölf Mark ufro. Der Höchstsatz beträgt 2000 Mark bei einem Einkommen von mehr als 500 000 Mark. Der Reichssah ermäßigt sich für Personen, bie einkommensteuerfrei sind, auf die Hälfte des niedrigsten Reichssatzes. Die Ermäßigung gilt nicht für Personen, deren landwirtschaftliches, forstwirtschaftliches und gärtnerisches Vermögen, Grundvermögen und Betrie vermögen zusammen 10 000 Mark übersteigt. Als Einkommen für die Berechnung der Bür- gerfteuer gilt das Einkommen im Sinne des Einkommensteuergesetzes für den Steuerabschnitt, dessen Ende mindesteps ein Jahr vor Beginn des Kalenderjahres liegt. Gleichzeitig hat der Reichsfinanzminister eine Durchführungsverordnung zur Bürgersteuer erlassen. Von Minderjährigen wird die BSt. nur erhoben, wenn sie am Stichtag das 18. Lebensjahr vollendet haben. Wenn sich bei der Berechnung der Freigrenze nach den Richtsätzen der allgemeinen Fürsorge ein Betrag von weniger als 3000 Mark ergibt, so beträgt die Freigrenze 300 Mark. Die Bürgersteuer ist auf Antrag zu ermäßigen bei Personen, von denen anzunehmen ist, daß sie für das Kalenderjahr 1934 einkommensteuerfrei sein werden, ebenso bei Personen, von denen anzunehmen ist, daß ihr Einkommen im Sleuer- adschnitt 1933 gegenüber dem Einkommen im Steuerabschnitt 1932, das für die Berechnung der Bürgersteuer zugrundegelegt wird, um mehr als 30 o. h. zurückgegangen ist. Die Kürzung soll in diesem Falle entsprechend dem Hundertsatz des Einkommenrückganges erfolgen, wobei jedoch ein Rückgang von 30 v. H. außer Betracht bleibt. Im übrigen gilt für die Berechnung der Bürgersteuer das Roheinkommen; Sonderleistungen, steuerfreier Einkommensteil und Familienermäßigungen sind nicht abfluMeljen. Besondere Vorschriften gelten für Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft. Die Bürgersteuer wird, wie bisher, für Lohn- und Gehaltsempfänger in 24 b^w. 12 Teilbeträgen erhoben. Sie wird vom Steuerpflichtigen, tue neben dem Arbeitslohn kein sonstiges Einkommen oder ein solches von weniger als 500 Mark hatten, im vollen umfang auf der Steuerkarte angefordert. Obecheffen. Gemeinderat in Grünberg. + Grünberg, 19. Sept. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden zunächst die Steuersätze für das Jahr 1933 festgesetzt. Es wurden folgende Ausschlagsätze für je 100 Mark Steuerwert beschlossen: a) Grundsteuer von Gebäuden und Bauplätzen 34 Ps.; b) Grundsteuer von land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken 65,8 Ps.; c) Gewerbesteuer vom Oe- werbekapital 74,8 Pf.; d) Gewerbesteuer vom Ge- roerbeertrag 334 Pf. Der Ausschlag für die Son- bergebäubefteuer beträgt bei einem Steuerwert bis 7000 Mark 45,75 v. H?, bei einem höheren Steuer- wert 39,93 o. H. des staatlichen Steuersatzes. Es gelangen bamit bie gleichen Steuersätze wie 1932 zur Erhebung. — Der ©emeinberat nahm bann eine Ortssatzung über bie Erhebung einer Filialsteuer an, nach ber ab 1. April 1933 biefe Steuer in der von der Regierung zugelassenen Höhe von 200 v. H. Zuschlag zur Gewerbesteuer erhoben werden soll. — Der Waldwirtschaft s° plan für das Wirtschaftsjahr 1934 wurde in der vom Forftamt oorgefchlagenen Form mit kleineren Aenderungen, die Beigeordneter Möller beantragte, genehmigt. Vorgesehen ist ein Hiebsatz von 3200 Fe st meter. Die Einnahmen sind mit 39 400 Mark, die Ausgaben, in der Hauptsache Holzhauerlöhne, mit 10 975 Mark veranschlagt. Nicht mit eingerechnet bei den Ausgaben sind hierbei die Kosten für die Forstbesol- düng, Steuern und Beitrag zur land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenosienschaft. — Für Anbringung von Antennen auf städtischen Gebäuden wird die Erhebung einer Anerkennungsgebühr von 1 Mark beschlossen. — Der Gemeinderat bewilligt die Mittel für die Anschaffung eines V o - gelsberger Bullen. — Desgleichen wird der Betrag von 108,75 Mark bewilligt, um eine ausreichende Beleuchtung des Gallusmarkt- p l a h c s herzustellen. — Die Einstellung eines städtischen Pfandmeisters wird genehmigt. Die Stelle soll ausgeschrieben werden. —‘Den ständigen städtischen Arbeitern soll bei Zahlung des Lohnes jähr» lich ein Urlaub von sieben Tagen gewährt werden. — Die itn Ortsbauplan vorgesehene Verbindungsstraße zwischen Gießener und Adolf-Hitler-Straße, die zwischen Turnhalle und Weberei Schmidt liegt, auf welche der Erweiterungsbau der Turnhalle übergreift, soll aufgehoben werden, da ein Bedürfnis für sie nicht besteht. — Die Instandsetzung des zweiten Pfarrhauses, die mit 1100 Mark veranschlagt ist, soll erfolgen, sofern die zu dieser Pfarrstelle zählenden Filialorte Lehnheim, Lumda und Stangenrod den auf sie entfallenden Betrag von 500 Mark hierfür übernehmen, den restlichen Betrag von 600 Mark übernimmt alsdann Grünberg. Stadtratssitzung in Buhbach. pb. Butzbach, 19. Sept. In der gestrigen Stadtratssitzung wurde solgendes beschlossen: Die Stadt besitzt für Randsiedlung kein geeignetes Gelände, es wird daher beschlossen, den staatlichen Acker Fl. IV Nr. 49, 11483 Quadratmeter groß, 3um Preise von 0,40 Mk. pro Quadratmeter zu kaufen.— Weiterhin wurde beschlossen,die Filialsteuer für das Rechnungsjahr 1933 von 100 auf 200 v. H. zu erhöhen. — Zur Abschätzung der Entschädigungen bei Viehverlusten werden dem Kreisamt als Schätzer Heinrich Sauerbier und Heinrich Eiif, und als Vertreter Heinrich Leidig und Adolf Sauerbier vorgeschlagen. — In der Frage der Strompreise ist bis jetzt mit der Provinz noch keine Einigung erzielt worden. Die Stadt ist nunmehr von der Provinzialbirektion aufgefordert worden, sich bis zum 20. d. Mts., 12 Uhr, zu erklären, daß sie das Angebot der Provinz annehme, wenn nicht, würde der Strombezug gesperrt. Der Stadttat beschloß: Die Stadt Butzbach ist nach wie vor bereit, die Verhandlungen wegen probeweiser Durchfüh. rung des Grund- und Arbeitsgebührentarifs fort- zusetzen. Sie will nur das Sachverftändigen-Gut- achten abwarten, um die Mitglieder der Ortsgruppenleitung und des Stadtrats ausreichend zu unterrichten. Die Fragen wirtschaftlicher, rechtlicher und tariflicher Art sind derart einschneidend, daß ohne dieses Gutachten kein Entschluß gefaßt werden kann. Große Iugendbundtagung in Ebentadt. • Eberstadt, 19. Sept. Am Samstag und Sonntag hielt der Rhein-Main-Gau des Jugendbundes für E. C. seine 23. Ver- banöstagung in Eberstadt ab. Der Samstag mittag war geschäftlichen Besprechungen gewidmet. Am Abend wurden mit zwei Filmstreifen Bilder aus der Arbeit des Iugenbbunbes gezeigt. Die Zuhörer der voll besetzten Kirche folgten mit großem Interesse diesem „Gang durch den Jugendgarten". Was man sah, war Jugend bei verschiedener Arbeit, auf Wanderung, beim Turnen, beim Basteln, bei Hilfe sozialer Virile u. a. Der Sonntag führte noch mehr evangelische Jugend herbei. Im F e ft • gottesbienft sprach Pfarrer Lautenschlö - g e r - Dexheim von dem, wie evangeliiche Jugend sein soll. Nachmittags setzte sich ein stattlicher Fest- 3 u g in Bewegung. Voraus ein Wald von Fahnen und Wimpeln, begleitet von drei eigenen Musikkapellen. Der Zug der frohen Jugend im strammen Gleichtritt bot ein erhebendes Bild. Auf dem Marktplatz nahm der Zug in geschlossener Ordnung Aufstellung. Gauführer H i l d - Lich bekundete in kernigen Worten unsere Stellung und die alten Aufgaben der evangelischen Jugend im neuen Deutschland. Er brachte ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf unseren großen Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, auf den verehrten Reichspräsidenten und die hessische Regierung aus, das von der begeisterten Jugend mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lieb brausend ermibert würbe. Danach begrüßte als Vertreter ber Kirche Super- intenbent Oberkirchenrat Dr. Müller die Teilnehmer. Nach einer Ansprache von Stadtmissionar Inspektor Bringmann - Darmstadt über echtes Jugendglück schloß die Kundgebung mit einem ge- meinsamen Lied. Dann ging der ganze Zug tm Gleichttitt an den Führern vorbei, bie sie mit erhobener Hanb grüßten. Mit einer Massenversammlung, in ber Inspektor Bringmann - Darmftabt und Prediger Kühne- Wetzlar über „Wehrhafte und wahrhafte Jugend" sprachen, sand die Tagung ihren Abschluß. Nutzviehvermittlung der Äiehverwer- tungSgenoffenschasten. O Butzbach, 19. Sept. Dieser Tage sand hier eine Vorstands- und Aufsichtsratssitzung der B c - zirks-Viehverwertungsgenossenschaft Butzbach statt. Bürgermeister Hildebrandt- Niederweisel leitete die Verhandlungen. Geschäftsführer F a h n e y-Butzbach hielt einen Vortrag über die geplante Zuchtviehvermittlung. Es müsse erreicht werden, daß der Nutzviehhandel von Bauer zu Bauer erfolge. Um dies zu erreichen, müßten jetzt die Viehoerwertungsgenossenschaften die Vermittlung übernehmen. Das Vieh müsse in den Zuchtgebceten aufgekauft und bann auf Auktionen ober Märkten an bie ßanbroirte abgegeben werben Die Finanzierung erfolge zweckmäßig über bie örtlichen Spar» unb Darlehenskassen. In ben größeren Orten seien wieber überall kleinere Nutzviehmärkte einzusühren. Es wurde dann eine Kommission gebildet, die die Vorarbeiten für die Zuchtviehvermittlung weiter in die Hand nehmen solle und der angehören: Bürgermeister Hildebrandt- Nieberweisel, Geschäftsführer F a h n e y - Butzbach und Landwirt Philipps- Fauerbach. Es sollen stattfinden: Märkte in Butzbach am 12. Oktober und 13. November, in Hungen am 11. November. Kreisfachberater Dörschuk - Friedeihausen teilte mit, daß er am kommenden Sonntag in Lollar eine Viehoerwertunasgenosfenschaft ür das dortige Gebiet gründen werde. Lanbwirt- chaftsassessor P a st o r - Lauterbach, der Geschäfts- ührer des Rinderoereins Lauterbach, teilte mit, daß m Vogelsberg genügend Zuchtvieh vorhanden sei, das in den hiesigen Gebieten abgesetzt werden könnte. In der weiteren Aussprache kam noch zum Ausdruck, daß die gesamte Organisation berZucht- viehvermittlung über ben agrar» politischen Apparat ber NSDAP, geleitet werben soll. Den LOF. in ben einzelnen Orten liege es ob, bas gebrauchte Zuchtvieh anzuforbem und bie ganze eingeleitete Aktion durchzuführen. Landkreis Giesren. & Klein-Linden, 19 Sept. Der Hessische Sängerbund erwartet, daß sich die Männergesang- oereine, unter Ausschaltung jeder Wirtschafts- und Interessenpolitik, ohne Rückficht auf Traditionen und alte, jetzt unzeitgemäße Wünsche, in den einzelnen Orten zu einem leistungsfähigen, wirkungsvollen Klangkörper zufammenschließen, der nicht nur in gesanglicher Hinsicht als leistungsfähig erscheint, sondern der auch in seinem äußeren Rahmen dem Sinn und dem Willen des Führers entspricht. Mit dem Willen, diese große und begrüßenswerte Idee in bie Tat umzusetzen, traten bie Vorstänbe der hiesigen drei Männergesangoereine, „Eintracht", „Harmonie" unb „Arion", in gemeinsamen Sitzungen zusammen. Es bestanb bie Absicht, bie drei Vereine mit insgesamt etwa 120 Sängern z u einem großen Chor zusammenzu- schließen. In der am vergangenen Sonntag abgehaltenen endgültigen gemeinsamen Sitzung, in der der hiesige Schulleiter Dr. G r ö ß m a n n als Vertreter der NSDAP, anwesend war, gelangte man leider nicht zu dem gewünschten Erfolg. Während sich die Gesangvereine „Eintracht" und „Harmonie" als „Nationale Sängervereinigung Eintracht-Har- monic Klein-Linden" zusammenschlossen, blieb der Gesangverein „Arion" als solcher bestehen. Als Führer der Nationalen Sängeroereinigung wurde der seitherige Fürer des Gesangvereins „Harmonie", Kaufmann Fritz Jung, bestimmt. Zum Chor- meister wurde der seitherige Dirigent des Gesangvereins „Eintracht", Musiker Köhler aus Großen- Linden, berufen. Der Führer ber neuen Nationalen Sängeroereinigung wirb seine Mitarbeiter — ben stellvertretenben Führer, Schrift- unb Kassenwart, sowie bie weiteren Vorstanbsmitglieber — in ber erst, am morgigen Freitag in ber Wirtschaft „Zur Burg" ftattflnbenben Uebungsftunbe bestimmen. Die Uebungsstunben sollen im allgemeinen im Saale ber Wirtschaft „3ur Burg" (bem seitherigen Vereinslokal bes Gesangvereins „Harmonie") stattfiii- ben. Uebungsstunben einzelner Stimmen will man in bem seitherigen Vereinslokäl bes Gesangvereins „Eintracht" in Der Wirtschaft „Zum brutschen Ho," abhalten. Die neue Sängervereinigung wird mit etwa 80 Sängern beginnen und bann weiter fortfahren in bem Bestreben, burch bie Liedgemeinschast zur Volksgemeinschaft beizutragen unb bamit an Der Erreichung ber hohen Ziele, bie von unserem großen Führer unb Volkskanzler verkünbet finb, mit ganzer Kraft mithelfen. ! Aus bem südlichen Kreise Gießen, 18. Sept. Die Obsternte wird in diesem Jahre bald erledigt sein. Aepfel und Birnen gibt cs nur strichweise, dagegen viel Zwetschen. Ein Teil davon Als nadon-Kurz ans Hoftheater engagiert wurde, da Preußen Mit rat der Winternothilfe. Weihe der SA-Llnterkunst der Standarte 81. Denkt an die „Gtlfiung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgefellfchaft Berlin W 8, Behrensstrahe 21/22, fowie auf deren Reichsbankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer ber Arbeit". Mehr als 12 000 englische Automobilisten haben laut „L’Auto“ im Laufe dieses Jahres bis Ende August Frankreich mit ihren Wagen besucht. Die drei sowjetrussischen Automobilfabriken lieferten im Juli 3432 LKW. auf den Markt der UdSSR, (im Juli des Vorjahres 1913 LKW.). Die sowjetrussische PKW -Produktion betrug im Juli 1050 Personenwagen. Der Monatsplan für Juli hatte nur 3330 LKW. vorgesehen. In den ersten sieben Monaten sollen insgesamt 21961 Lastkraftwagen gegen 9890 Wagen in dem gleichen Zeitabschnitt des Vor- jahres geliefert worden sein. An Traktoren sind von den drei Werken in Stalingrad, Charkow und Tscheljabinsk im Juli 6900 Traktoren gegen 6875 Stück nach dem Plan fertiggestellt worden. Die Produktion der ersten sieben Monate 1933 soll 39 958 Traktoren erreicht haben, während in der gleichen Zeit des Vorjahres nur 24 764 abgeliefert worden sind. Frankfurt a. M., 19. Sept. (WSN.) Unterstützung der Stadtverwaltung ist es der Frankfurter SA.-Standarte 81 gelungen, in der Elisa- bethenschule eine Unterkunft zu schaffen. Die Weihe der neuen Unterkunft war mit einer großen Kundgebung auf dem Börsenplatz verbunden, bei der die gesamte Standarte 81 aufmarschierte. Der Reitersturm der SA.-Standarte 81 eröffnete den Aufmarsch. Dann folgte Sturm auf Sturm mit den Fahnen in endlosem Zuge. Den Notstandsarbeiten durchgeführt, sollen jetzt hiermit beginnen. Der Kreisfunkwart der NSDAP., G e u ß (Aßlar), hielt einen Vortrag über „den deutschen Rundfunk im Dienst des Staates". Land- Grillo sprach noch über die Durchführung unter der Regierung der Kaiserin Maria Theresia von dem zum Intendanten ernannten Italiener Burazzo, der kein Deutsch konnte, die Truppe des damals berühmten Hanswurstes Der- wurde auch die bei diesen Truppen übliche Bezahlung beibehalten. Als Beispiel dieser Entlohnung ist aus dem Theater-Archiv der Wiener Burg eine „Gagen-Abrechnung" veröffentlicht worden, die also lautete: „Diese Woche sechs Arien gesungen — 6 Gulden. Einmal in die Luft geflogen — 1 Gulden Einmal ins Wasser gesprungen — 1 Gulden. Einmal begossen worden — 0,34 Gulden. Zwei Ohrfeigen bekommen — 1,08 Gulden. Einen Fußtritt erhalten — 0,34 Gulden. In Summa 9,76 Gulden, worüber dankbarlichst quittiere .. Neues aus der Krastfahrt. Der Automobilclub von Deutschland hat seinen sämtlche nAngestellten, auch denen in verantwortlicher Position, zum Jahresschluß gekündigt. Die Kündigung trägt vorsorglichen Charakter. die Elisabethenschule als Unterkunft zur Verfügung stellte, bezeuge sie die enge Verbundenheit mit den braunen Kämpfern Adolf Hitlers. Er übergab sodann das neugeschaffene Heim an Standartenführer Wehner. Der Standartenführer dankte der Stadtverwaltung für die Unterstützung, die sie der SA. bei der Schaffung der Unterkunft zuteil werden ließ. Reichsstatthalter Sprenger, der ebenfalls mit seinem Stabe erschienen war, betonte, daß jeder, der heute nach Deutschland komme und mit offenen Augen das Geschehen in sich aufnehme, die Ueberzeugung gewinnen müsse, daß der Sieg des Nationalsozialismus endgültig sei. Unter den Klängen der Flaggenparade wurde darauf die Flagge der SA.-Standarte 81 auf dem Gebäude gehißt. Nach dem Gesang des Liedes „Volk an's Gewehr" hielt noch Brigadeführer Grenz eine Ansprache. Der gemeinsame Gesang des Horst-Wessel-Liedes beschloß die eigentliche Kundgebung, worauf die Wache aufzog und die Fahnabordnungen einmarschierten. Neue Straße durch freiwilligen Arbeitsdienst sertiggestellt. WSN. Marburg, 18. Sept. Etwa zwei Stunden westlich von Marburg liegt in einem idyllischen Waldtälchen die D a m m ü h l e , ein beliebter Ausflugsort der Marburger, den man seither nur auf Waldwegen erreichen konnte. In etwa einjähriger Arbeitszeit ist nunmehr von Wehrshausen aus durch die Freiwilligen des Arbeitslagers Neuhöfe, hauptsächlich Studenten, eine 12 0 0 M e - ter lange und 4 Meter breite Landstraße gebaut worden, die am Sonntagnachmittag im Beisein von Landrat Schwebe! und sonstiger Behördenvertreter ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Feierlicher Schluß der Wallfahrt zur Hl. Kreuz-Neliquie in Limburg. WSN. Limburg, 18. Sept. Die Wallfahrt zur Limburger Hl.-Kreuz-Reliquie fand am Sonntag ihr Ende. Man schätzt die Z a h l d e r P i l g e r während der Aussetzung der Reliquie auf r u n d 8 0 0 0 0. Der Limburger Dom war am Sonntag zum Pontifikalamt, bei dem der Bischof die Messe zelebrierte und predigte, bis auf den letzten Platz von Tausenden von Pilgern besetzt. Sonderzüge waren aus Frankfurt a. M., Wiesbaden, aus dem Westerwald und aus der näheren Umgebung eingetroffen. Nachmittags fanden im Dom und in den anderen Kirchen Festpredigten statt, anschließend eine Prozession und abends eine feierliche Lichter- Prozession. Kommunisten und Separatisten ins Konzentrationslager. WSN. Diez, 19. Sept. Aus dem Zentral- qefängnis Freiendiez ging dieser Tage ein Transport von über 40 Köpfen von ehemaligen K o mm unisten und Separatisten in ein Konzentrationslager an ber Nordsee ab. Kreis Wettlar. # Krofdorf, 18. Sept. Die von Krofdorf ausgehenden Straßen befinden sich zum größten Teil in schlechtem Zustand. Es wird allgemein Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, fanden im „Braunen Haus" in München wiederholt Verhandlungen statt über die zur Hebung deutscher Kraftfahrt erforderliche Senkung der Treibst o f f p r e t { e. Wenn bisher die Brennstoffpreise nicht gesenkt würden, so war die Schutz- und Inter- essenpolitik für die deutschen Brennstoffe (Leuna- " Benzin und Zechen-Benzol) dafür in erster Linie maßgebend. Die maßgebenden Stellen der neuen Regierung sind sich darüber einig, daß dieser Schutz, der ganz überwiegend der Leuna-Produktion zugute kommt, nicht kraftverkehrshemmend und damit wirtschaftshemmend sein darf. Deshalb ist damit zu rechnen, daß in absehbarer Zeit ein Brennstoffpreis von 28 bis 32 Pf. amtlich festgesetzt, und das Leuna-Werk der JG.-Farben durch fiskalische Aufträge oder aber durch eine Reichs-Subvention entschädigt werden wird. Amtsgericht Gießen. Der in Gießen wohnhafte und schon mehrmals wegen Betrugs vorbestrafte Kellner Gg. F. hatte sich heute wegen desselben Deliktes zu verantworten. Bei einem Besuch der Wirtschaft „Zur Waldeslust" im Juli d. I. bestellte der Angeklagte in erheblichem Maß Getränke und Zigaretten, die er teilweise bezahlte. Für den Rest stellte er dem dort bedienenden Kellner ein Schuldanerkenntnis aus, obwohl er nie gewillt war, feine Schuld zu begleichen, was aus einer von ihm gemachten Bemerkung klar hervor- ging. Das Gericht hielt den Angeklagten nach Aussage der Zeugen überführt und verurteilte ihn wegen Betrugs im zweiten Rückfall entsprechend dem Antrag des Amtsanwalts zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. Außerdem wurde wegen Fluchtverdachts sofort Haftbefehl erlassen. Bürgernieisteriagnng in Wetzlar. * Wetzlar, 15. Sept. Im „Schützengarten" fand hier heute morgen eine Tagung der Amts- nnd Ortsbürgermeister des Kreises Wetzlar statt. Landrat G r i l l o eröffnete die Tagung und betonte, es sei die erste Bürgermeisteroersammlung seit der Einführung der Hessen-Nassauischen Landgemeindeordnung. Regierungsassessor E n g f e r hielt dann einen Vortrag über die Arbeitsbeschaffung im Kreise Wetzlar. Er führte u. a. aus: Im Januar habe die Zahl der Erwerbslosen im Kreise Wetzlar 6494 betragen (auf 1000 78), heute seien es noch 4643 (aus 1000 54). Der Rückgang betrage 28 v. H. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen sei um 30 v. H. von 2098 auf 1540 zurückgegangen. Für die Instandsetzung von Wohngebäuden und landwirtschaftlichen Gebäuden seien an Darlehen in den Kreis gekommen 57 000 Mk., an Reichsbaudarlehen 21480 Mark. An Mitteln zur Instandsetzung von öffentlichen Gebäuden erhalte der Kreis 210 000 Mk. Bei dem Lahndurchstich bei Altenberg würden 200 Mann vom Kreis und weitere 250 Arbeiter von der Stadt Wetzlar beschäftigt. Bei der Bieber-Regulierung würden aus den Gemeinden Rodheim und Fellingshausen 30 Arbeiter beschäftigt. In Kinzenbach solle die Wasserleitung gebaut werden. Bei Wißmar werden zum Schutze der Aecker und Wiesen und zur Verbesserung des Lahnbettes Deicharbeiten ausgeführt, wobei insgesamt 150 Arbeiter aus den Gemeinden Wißmar und Launsbach beschäftigt werden. Dr. R o m p e l vom Arbeitsamt Wetzlar sprach sodann über die neuen Förderungssätze durch die Arbeitsämter und gab einige Anweisungen, wo und wie noch Arbeit geschaffen werden könnte. Kreistiefbaumeister F l e n d e r gab einen Ueberblick über die Notstandsarteiten im Kreise. Zur Zeit würden 15 Maßnahmen durchgeführt. Wichtig sei die Durchführung von Waldrodungen zum Zwecke der Anliegersiedlung. Pflicht der Ortsbürgermeister sei es, dafür zu sorgen, daß Baüern blieben. U i,resied ch bfsk umlhwww die Landhelfer auch über Winter bei den Bauern blieben. Die Gemeinden, die noch keine ist schon gepflückt und verladen. Zur Zeit werden 4 Mk. für den Zentner bezahlt. Durch die Trockenheit starben auch die Kartoffelpflanzen fast überall ab. Die Landwirte beginnen mit dem Ausmachen. Die Auswerfmaschinen können in diesem Jahre gut gebraucht werden. Der Ertrag ber Kartoffelernte ist bis jetzt als recht befriedigend zu bezeichnen. Die ständige Trockenheit kam dem Ungeziefer sehr zu statten, besonders machen sich die Feldmäuse, die sich schnell vermehrt haben, unangenehm bemerkbar. Die Arbeit der Dreschmaschinen ist nahezu vollendet. Der Körnerertrag ist überall sehr gut. cx) Langsdorf, 19. Sept. Die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatz- genossenschaft hielt dieser Tage ihre General- Versammlung ab, um über die Frage der Gleichschaltung zu beraten. Von dem Verband der Hess. Landwirtschaftlichen Genossenschaften war Dber= Revisor Hartmann (Gießen) zugegen. Als Vertreter der NSDAP, wirkten Bezirksfachberater Hesse (Hungen) und der örtliche Fachberater Wilhelm Bender III. mit. Da Oberrevisor H a r t - mann die scchr gute Leitung der hiesigen Genossenschaft hervorhob, einigte man sich dahin, neben den bisherigen Führern geeignete Vertreter der NSDAP hinzuzunehmen. Nachdem der seitherige Vorstand und Aufsichtsrat ihre Aemter zur Verfügung gestellt hatten, gestaltete sich die neue Führung folgendermaßen: Emil Bausch und Karl D e r n als gleich- berechtigte Direktoren, Eduard Köhler und Heinrich Schiel I. (Rechner) als Vorstandsmitglieder. Aufsichtsrat: Karl Köhler IV., Präsident; Karl Bausch I., Stellvertreter. Mitglieder: Emil Walther, Adam Hofmann, Ernst Bender I., Wilhelm Bender III. b. ß a u t e r, 19. Sept. Bei einer Verpachtung privater Grund st ücke wurden für den Morgen 30 Mark und darüber Jahrespacht bezahlt; es handelt sich, soweit die Aecker und Wiesen in der Gemarkung Lauter liegen, um erstklassiges Land, dagegen erhielten 3A Morgen Acker und Wiesen, in ber Gemarkung Grünberg gelegen, infolge der sehr schlechten Anfuhrwege überhaupt kein Gebot. Kreis Friedberg. WSN. F r i c b b e r g , 18. Sept. Beim Birnenpflücken stürzte in Groß-Karben der 54 Jahre alte Weißbinder Vetter vom Baum und zog sich hierbei so schwere Verletzungen zu, daß er ■ in das hiesige Bürgerhospital gebracht werden mußte. Noch in den Nachmittagsstunden verstarb er. WSN. Bad-Nauheim, 19. Sept. Eine seit längerer Zeit nervenkranke Frau stürzte sich in der Nacht zum Montag aus dem Fenster ihrer Wohnung und blieb t o t im Hofe liegen. pb. Butzbach, 19. Sept. Auf Einladung der Bürgermeisterei waren gestern abend im Restaurant .Gambrinus" die Vorstände der verschiedenen Vereine und andere Personen erschienen, um über die Bildung eines V e r k e h r s v e r e i n s zu beraten. Bürgermeister Dr. Scheller legte in längeren Ausführungen dar, aus welchen Gründen die Bildung eines solchen Vereins eine dringende Notwendigkeit fei, dabei betonend, daß seitens der Stadtverwaltung allein die Werbung zur Berkehrshebung nicht in die Wege geleitet werden tön ne. Hier müßte die private Initiative einsetzen und mitwirken. Verschiedene Vertreter stimmten den Ausführungen zu, woraufhin die Bildung eines Verkehrsvereins beschlossen wurde. Als Vorsitzender wurde Kaufmann Wilhelm S e i p p e I bestimmt, der die weiteren Vorstandsmitglieder ernennen soll. Der Beitrag beträgt pro Einzelmitglied 50 Pf. monatlich, bei korporativem Beitritt pro Mitglied 25 Pf. Krcic Vksield. —.— Homberg, 17. Sept. Den Bemühungen des Verkehrsvereins und des Gemeinderats ist es erfreulicherweise gelungen, bei der Deutschen Reichsbahn die Ausgabe von Sonntagsrückfahrkarten von Homberg nach Alsfeld oder Neustadt (Kreis Kirchhain), nach Grünberg oder Freienseen, nach Kirchhain (Bezirk Kassel) und nach Marburg (Lahn) zu veranlassen. Ein Verzeichnis der erwähnten Sonntagsrückfahrkarten hängt am Bahnhof Homberg aus. Die Karten werden ab 7. Oktober ausgegeben. — Der Konfirmandenunterricht nahm in der vergangenen Woche wieder seinen Anfang. Er wird von 31 Schülern besucht. ss. Grebenau, 19. Sept. Da ein großer Teil der Schüler von der Schule Bieben an Masern Abschluß bildete die Motor-SA. mit Motorrädern und Kraftwagen. Die „Rienzi"-Ouvertüre eröffnete die Kundgebung. Namens der Stadtverwaltung begrüßte sodann Oberbürgermeister Dr. Krebs die SA. Dadurch, daß die Stadt Frankfurt der SA. begrüßt, daß die äußerst löcherige Wegstrecke Im und am Ausgang des Ortes nach Gießen zu nun« mehr bis zur Schreinerei Schubecker instand ge« fetzt wird. Die Walzarbeiten sind seit einigen Tagen im Gange. — Dem hiesigen Schulvorstande gehören nach der Neuwahl an außer dem Ortsbürgermeister, dem Pfarrer und deni Lehrerkollegium die Herren Hermann Haibach, Hermann Schleenbecker, Ferd. Jochem, Ernst Stork (69), Karl Leib (82) und Ernst Schleen- becker (218). Buntes Allerlei. Oie Gagen-Rechnung. erkrankt ist, mußte die Schule bis auf weiteres geschlossen werden. — Gestern abend gelangte hier in unserer sehr geräumigen Turnhalle der Tonfilm .Blutendes Deutschland" zur Vorführung. Da dies der erste Tonfilm war, der hier zur Vorführung gelangte, war die Turnhalle bis auf den letzten Platz besetzt. — Am Freitagnachmittag wurde in Schwarz in dem Hause eines Landwirts eingebrochen, sämtliche Wur st waren und ein neuer Anzug gestohlen. Da der Einbruch gleich gemerkt wurde, wurde auch die Gendarmerie von Grebenau benachrichtigt. Die sofort aufgenommene Verfolgung noch am selben Abend verlief leider ergebnislos. Am nächsten Tage konnten die beiden Einbrecher in Hersfeld je st genommen werden. Es handelt sich um zwei Hersfelder, die öfters hier in unsere Gegend kommen und die Wohnverhältnisse gut kennen. ÄM Oer neueOeze Der von der Le veranstaltete Bun pellen Zweck: für die nahe beoorstehe ben, und die neue semb/es dem Gießi darf als eine gute! daß die Veranstalt ausverkauft war ui Das Stadttheate Kapellmeister Fritz zu „Figaros hoch einen festlichen ur betrat, vorgestellt di Rrei^propagai die Bühne zu einer er u. a. ausfuhrte, e nationalsozialistischen TM die früher Ader die Ambition tischen Lebens erqrii Die Kunst reprasenti seien eine untrennbi die Kunst Spiegelt) (Innung gewesen. ' gebracht werden, d und Ziele weisen. > gongenen Jahre u des Judentums mol deutschen Kunst, ü grojje Vergangenhei mitjubauen am W Sinne des Wortes Ein Denkmal bür werbe für das The was die national^ Oas Theater hinein! ten, sondern die Fo Gra Md Ä* £r- Ermann wneraileutnan N„@raf preußisch-deM Manien Di enthält u w Po SVWan Vqreibet diese« a?.s» Spitts wachsen fofo° rlQi muß, orf feine Ä J°Äe Q“f5 ^regeln t ^hössi Quf: bas an?0 f'"d • 5005 Da 8eu,li S*ne @e[9,ner. betrjs $ JJ’i W 9'nS Hi w®? Beim Treffen der Äußerungen iW /Misten, die es! Lied anstimmte nlieren PW-10* stehen. 5777C Anmeldung zur Prämiierung an Herrn Rentner August Schwan, Gießen, Wil- helmstrahe 41. Prämiierungsplan ist dort erhältlich. Ab 11 Uhr auf dem Gelände neben dem Pferdemarktplatz reitsportliche Darbietungen der Reichswehr, des Reit- und Fahrklubs Gießen und der Reiteroereine der Umgebung, Konzert, Preisverteilung. Veranstalter: Verkehrs- und Verfchönerungs- verein Gießen. Eintritt 20 Pf. Nichtarier find vorn Besuch des Marktes ausgeschlossen. Bürgermeisterei Gießen. Amtsverkündigungen aus den oderhessischen Kreisen. Wegen Ausführung von Brückenumbauarbeiten wird die Provinzialstraße: Ortsdurchfahrt Garbenteich im Zuge der Straße Hausen — Garbenteich — Dors-Gill vom 20. September 1933 ab für jeglichen Verkehr gesperrt. 5788C Umleitung erfolgt über Steinbach und Watzenborn-Steinberg. Die ausgestellten Warnungstafeln sind zu beachten. Betr.: Feldbereinigung Rödgen; hier: den Kostenausfchlag. In der Zeit vom 20. bis einschließlich 26. September 1933 liegt auf dem Amtszimmer der hessischen Bürgermeisterei Rödgen der Kostenausschlag nebst Abschrift des Kommissionsbeschlusses vom 22. Juli 1933 zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Mei- dung des Ausschlusses während der Offenlegungszeit daselbst schriftlich und mit Gründen versehen einzureichen. detOft-üferöernotn Wen am 27. September 1933 auf dem städtischen Pferdemarktplah an der Rodheimer Straße. Auftriebszeit: VA bis SA Uhr vormittags. Musterung und Prämiierung für alle gemeldeten Pferde vormittags 8.30 Uhr; anschließend Prämienverteilung, wozu 1800 Reichsmark von der Stadt Gießen, der Hessischen Bauernkammer — Tierzuchtamt Gießen — und dem Landes-Pferde- zuchtverein Darmstadt zur Verfügung Sninibus-Bahvien! Preise bedeutend ermäßigt Sportvereine Sonderrabatt! o C.Hoos, Telefon Gießen 3646 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii la Diinge-U biM^t I C.RUbsameD/Fernruf 3659 lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll ; Donnerstag, den 21. September 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 57891) 1 Radioanlage mit Lautsprecher, 1 Spiegel, 1 Cautsch, 2 Grammophone, 1 Korbmöbelgarnitur, 2 Bettstellen, 4 Schränke, 2 Nachtschränkchen, 1 Friseurtoilette, 1 Haarschneidemaschine, 1 Bücherschrank, 1 Schreibmaschine, 1 Broschüren-Heft- maschine, 1 Klubsessel, 4 Schreibtische, 1 Harmonium, 3 Vertikos, 2 Trumeau- spiegel, 2 Klaviere, 4 Büfetts, 10 Flaschen Scharlachberglikör, 4 Sofas, 4 Sessel, 17 Bände Brockhaus, 2 Bilder, 2 Tische, 6 Stühle und 2 Chaiselongues, 1 Kommode. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal).- 2 Schreibmaschinen, 2 Registrierkassen, 1 Flügel, 2 elektrische Kühlschränke, 1 Kassenschrank, 1 Registraturschrank, 1 Eadentheke, 2 Stämme. 2TCÖU, Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 331 — Telephon 3239 Betr.: Sprechstunden bei ifem Kreisschul- amt Gießen. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die Sprechstunden bei dem Kreisschulamt fallen , , Donnerstag, den 21. September, aus. Klein-Torpedo Die stabile vollwert. Schreibmasck.,schon für monatl.8,75 bei Barzahlg. hoher Rabatt. [5438D Niederhausen Bürobedarf Bahnhofstr.l gegenüber Hotel Schütz) Da ist's gut aufgehoben SosolltenSie auch Ihr Obst aufbewahren. In einer Horde. Dann haben Sie auch Im Winter noch Obst Sehen Sie sich die Obsthorden an bei J.B.Häuser Am Oswaldsgarten Gießen-Ruf 2145/2146 Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Bücher für den Vogelfreund (Durch jede Buchhandlung oder vom Verlag zu beziehen) Die Vögel Mitteleuropas in allen Lebens- und Entwicklungsstufen photographisch aufgenomrrfen und in ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beobachtet von Dr. Oskar und Frau Magdalena Heinroth. Mit 129 Färb- und 280 Schwarztafeln. 3 Bände in Halbleder geb. RM. 207.—, in Ganzleinen gebunden RM. 180.—. Bei Einzelbezug Band I RM. 90.—. Band II RM. 58.50, Band III RM. 85.50. Bezug auch in 80 Lieferungen je Reichsmark 2.50. Ergänzungsband z. Z. im Erscheinen: 20 Lieferungen zu je Reichsmark 3.—. Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer von P. F. Weckmann-Wittenburg. Einführender Text von Prof. Dr. F. Dietrich. Mit 64 Kunstdruck tafeln. 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Deshalb ist damit zu rech- ■ Zeit ein Brennstosspreir von rstgeW, Md dos Lrooo-Dnt ) slslMche AuMgr oder oder j rudvmtM enWdlgt werden ssischen Automobilfabriken tiefer- W. auf den Markt der UdSSR, ahres 1913 LW )- Die sowjef. duktion betrug im Juli 1050 Per- Monatsplan für Juli hatte nur eben. In den ersten sieben Mo- amt 21961 Lastkraftwagen gegen n gleichen Zeitabschnitt k^s Lor- rden sein. An Traktoren nd° Stalingrad, Charkow uE Sk 1933 ioü 39958 Ira 2 rend in der gleichen 3e>t des M .hneliejert worben finS.___ rfhur i I i Ul' ffpflicht-, lutions-# lebstohl-i Henten-f ussteuer-r n9eld" ttung«11 9 v^gerll"-111 Nr. 220 Drittes Blatt Mittwoch, 20. September 1055 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheflen) Beim Treffen der nationalftändifchen Front in Graz, bei dem Vizekanzler Winkler feine vielbeachteten Äußerungen gegen die Heimwehr-Koalitions-Genoffen machte, kam es zu Zusammenstößen mit National- sozialisten. die es sich nicht verwehren taffen wollten, ihr Deutschtum zu bekennen und das Deutschland- Lied anftimmten. Für dieses „Verbrechen" wurden die Sänger von der Dollfuß-Polizei verhaftet. Bunter Abend im Gtadttheater. Oer neue Dezernent, der neue Intendant und die neuen Mitglieder stellen sich vor. Der von der Leitung des Stadttheaters gestern veranstaltete Bunte Abend diente einem doppelten Zweck: für unsere Bühne im Hinblick auf die nahe bevorstehende Spielzeit tatkräftig zu werben, und die neuengagierten Mitglieder des Ensembles dem Gießener Publikum oorzustellen. Es darf als eine gute Vorbedeutung angesehen werden, daß die Veranstaltung bis auf den letzten Platz ausverkaust war und wiederholt werden muß. Das Stadttheater-Orchester unter Leitung von Kapellmeister Fritz C u j 6 gab mit der Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit" von Mozart dem Abend einen festlichen und würdigen Auftakt. Hierauf betrat, oorgestellt vom Intendanten, Kreis -Propagandaletter Hopfenmüller die Bühne zu einer Werbeansprache, in der er u. a. ausführte, er spreche als Vertreter der nationalsozialistischen Bewegung hier von einer Stelle aus, die früher der Politik ferngeblieben sei. Aber die Revolution habe alle Regungen des völkischen Lebens ergriffen, und also auch die Kunst. Die Kunst repräsentiere das Volk-, Volk und Kunst seien eine untrennbare Einheit. Zu allen Zeiten sei die Kunst Spiegelbild des Volkes und seiner Gesinnung gewesen. Die Jugend müsse ins Theater gebracht werden, denn das Theater solle erziehen und Ziele weisen. 2m Gegensatz zur Kunst der vergangenen Jahre unter dem verderblichen Einfluß des Judentums wollen wir zurück zur echten, alten, deutschen Kunst. Wir müsien anknüpfen an die große Vergangenheit Jeder Deutsche ist verpflichtet, mitzubauen am Werk: jeder muß beitragen im Sinne des Wortes, das über unferm Theater steht: Ein Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns! Jeder werbe für das Theater und bekenne sich zu dem, was die nationalfozialiftifche Bewegung neu in das Theater hineinträgt. Nicht die falschen Propheten, sondern die Fahnenträger der neuen deutschen Zukunst sollen uns den Weg weisen! (Starker Beifall.) Nach Dankesworten an den Redner und unter Hinweis auf das neugegründete Stadttheater- Orchester ergriff Intendant pg. Hanns König das Wort zu einer Rede über das Thema „Aus der Werkstatt des Regisseurs", in der er das Publikum zunächst mit eindringlichen Worten an seine vaterländische und kulturelle Pflicht erinnerte, sich einzusetzen für das Theater, wie die gesamte Künstlerschaft mit Leib und Seele sich für die Bühne und für das Publikum einsetzt. Da sich der Durchschnittstheaterbesucher im allgemeinen gar keine oder nur ziemlich vage Vorstellungen mache von der Arbeit, die der Bühnenkünstler leistet, sei es angebracht, — so führte der neue Intendant aus — an dieser Stelle ein paar aufklärende Worte zu sagen. Er ging aus von der literarischen und dramaturgischen Arbeit des Bühnenleiters, er entwickelte seine aus praktischer Erfahrung schöpfenden Ansichten über das, was man dem Publikum zu bieten habe. Es komme auf die Erfassung der breiten Masse des Volkes an. Das Volk soll wieder ins Theater kommen, und wir wollen das Volk erheben und auch es wieder lachen lehren im Theater. Im Folgenden gab der Intendant einen aufschlußreichen Einblick in den internen Betrieb hinter den Kulissen und richtete, bei Erwähnung des Kostenvoranschlages, zugleich einen beherzigenswerten Appell an die Zuhörer, Verständnis zu haben für die von der Zeit geforderte Einfachheit und Sparsamkeit in Ausstattung und Kostüm. Es wurde ferner anschau- lich und nicht ohne Humor der Werdegang einer Aufführung von der Stellprobe bis zur Premiere geschildert und auch das Verhältnis zwischen Regisseur und Schauspieler. Der Bühnent habe zu dienen — dies sei oberster Grund- — zu dienen dem Dichter, seinen Mitarbei- im Theater und dem Publikum, dem Volke — aus der Idee des Staates, in dem wir leben. Den Abschluß der oft wochenlangen Vorberei- tungsarbeit bilde die Generalprobe mit ihrem Fieber und ihrem Zauber, mit ihrer großen Un- ordnung und ihrer doch im entscheidenden Augenblick sich bewährenden inneren Form. Und zuletzt die große Frage: wird es gefallen? „Wird es 5chnen gefallen, fo daß Sie hingehen und werben für das Theater, für die Künstler als Träger einer neuen Idee — feien Sie unsere Apostel und werben Sie für uns, dann werben Sie für sich selbst!" (Herzlicher Beifall.) Anschließend hielt der Vorsitzende der Theater- beputation, Beigeordneter Bartholomäus eine Werbeansprache, in der er, anknüpfend an einen bekannten Ausspruch des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels, davon ausging, daß die nationalsozialistische Bewegung mit der Machtübernahme auch die deutschen Theater übernommen habe; es handele sich um eine innere Wiedergeburt, und die deutschen Theater müßten daher in der Revolution an der Spitze marschieren. Eine grundlegende Umwandlung im nationalsozialistischen Geiste müsse sich im Theater, in den Autoren und im Publikum vollziehen. Voraussetzung für die Erhaltung der deutschen Theater sei dies, daß sie der Erziehung im neuen deutschen Geist dienten. Im Anschluß an ein Wort des Führers — der Wert eines Volkes fei an feiner Kultur zu erkennen — gab der Redner einen Rückblick auf die letzten 14 Jahre. Wir müssen wieder gutmachen, wir müssen zurückfinden zum Geist und zum Vermächtnis unserer Vorfahren. Und wir müssen dem Nationalsozialismus zum Durchbruch verhelfen im Theater — gerade m einer Zeit materieller Not. Die Opfer, die man bringe, feien nur Entgelt für das, was man empfange: Erlebnis und Vorbild für die Zukunft. Auch der Arbeiter müsse ein neues Verhältnis zum Theater gewinnen, das nicht mehr einer Klasse diene, sondern (Eigentum des ganzen Volkes werden müsse, das kein Modesalon sei, sondern eine Erziehungsstätte. Das Theater als Erlebnis und als Erziehung: in diesem Sinne werben wir für das Theater im Geiste der Kultur unserer Väter. — Die ersten Strophen des Deutschland- Liedes und desHorft-Wessel-Liedes sowie ein vom Vortragenden ausgebrachtes dreifaches „Sieg Hetl" auf die deutsche Kultur, auf das deutsche Vaterland und auf den Volkskanzler Adolf Hitler beschlossen die mit stürmischem Beifall aufgenammene Ansprache des Beigeordneten Bartholomäus. Buntes Programm. Nach der Pause leitete die vorn Stadttheater» Orchester unter der bewährten Stabführung von Kapellmeister Cujö gespielte „Fledermaus"-Ouver. türe von Johann Strauß eine abwechslungsreiche, teils ernste, teils heitere Vortragsfolge ein. Intendant König machte selbst den Ansager und stellte mit launigen Worten die neuen Mitglieder des Ensembles vor, die jeweils mit einigen, ihrem Fach und ihrem Temperament angemessenen Proben auswarteten. (Aber auch etliche geschätzte Kräfte vom alten Stamm beteiligten sich an der in angeregter Stimmung entgegengenommenen Vortragssolge.) Der neue Charakterspieler Anton Neuhaus brachte zwei Rezitationen: das wundervoll zeitgemäße Testament Friedrichs des Großen, markant und ganz unpathetisch gesprochen, und eine wirkungsvoll dargebotene Ballade' „Der Weichensteller". Der beliebte Tenor Alfred Fierment sang sympathisch, schlicht und klangschön zwei von dem Gießener Komponisten Paul Buchwald vertonte Volkslieder, „Das schönste Röslein" und Mägdlein, ich bin dir fo aut! , begleitet vom Stadttheater-Orchester unter Leitung des Komponisten. Der Nachfolger Hauers als erster Held, Karl L ö - (er, sprach klar und eindringlich die berühmte und noch heute überaus beherzigenswerte Rede Hamlets Hindenburg, Wer und Göring sind Taufpaten dieferZaniilie U-M" 8 Der Arbeiter Franz Brandenburg aus Arnswalde mit seiner Frau und seinen 13 Kindern. Für das 13. Kind haben Reichspräsident von Hindenburg, Reichskanzler Adolf Hitler und Reichsminister Göring die Patenschaft übernommen, um so darzutun, daß dem gefunden Erbnachwuchs des deutschen Volkes die größte Ehre gebührt. Graf Pourtolee für Richard Wagner. Im Propyläenverlag erscheint soeben, mit Einführung und Anmerkungen von Professor Dr. Hermann O n ck e n , herausgegeben von Generalleutnant a. D. Albert Mutius das Buch „Graf Albert Pourtalös, ein preußisch-deutscher Staatsmann". Das an interessanten Dokumenten und Bildern reiche Werk enthält u. a. den nachstehenden Brief des Grafen Pourtales an feinen Schwiegervater Bethmann Hollweg, in dem sich der Schreiber dieses Briefes in seiner Eigenschaft als fgl. vreuhischer Gesandter in Paris für Richard Wagner einsetzt: Paris, 17. Februar 1860. Ich habe heute einen längeren Brief an die Prinzessin zugunsten des Komponisten Richard Wagner geschrieben, dessen Bekanntschaft ich gestern machte. Er wünscht seine neueste Oper auf deutschen Bühnen zu produzieren. Nun will aber der König (Johann, 1854 bis 1873) von Sachsen aus verkehrter Pietät gegen den Bru- der (Friedrich August II., 1836 bis 1854), den armen Teufel nicht begnadigen?) Kommt Wagner mit einem Sauf-conduite, und mehr verlangt er für seine Aufgabe nicht, nach Berlin, so verlangt traft des Kartellvertrages Sachsen sofort seine Auslieferung, uni) er muß, statt fein Vaterland durch ein Meisterwerk zu bereichern, auf dem Königstein sitzen. Wahrlich, eine bitterere Ironie auf deutsche Einheit gibt es nicht. Handelt es sich um Gemeinnütziges, z. B. einen Telegraphendraht durch bückeburgifches Gebiet, da sind "die Fürsten Herren in ihrem Land, und da kann der Teufel die Gesamtheit holen. Handell es sich aber um gehässige, vexatorische, schmähliche Maßregeln, da sind die Herren einig und pochen auf: das ganze Deutschland muß es (ein! Was Wagner betrifft, so fragt sich nun ob das infame Gesetz nicht zu umgehen sei, etwa dadurch, daß man dem Mann pre ußische ^Bürgerrecht verleiht, oder kann die Prinzessin von dem König Johann als Faveur verlangen, daß er und *) Wagner ging nach dem Dresdener Aufstand tm Mai 1849 zunächst nach Weimar, dann nach Paris, und flüchtete zuletzt, steckbrieflich verfolgt, nach Zürich. sein Gesandter') ein Auge zudrückt, wenn Wagner auf vier Wochen nach Berlin kommt, um seine Oper in Szene zu fetzen? Wagner sagte mir gestern mit Tränen im Auge,, fein ganzes Wesen, Dichten Trachten und Streben seien so deutsch, daß er sich nicht dazu entschließen könne, feine letzte Schöpfung hier zu produzieren, und er müßte es schließlich, wenn man ihm nicht gestattet, die Proben in Deutschland irgendwo selbst zu leiten. Er wolle dann getrost wieder fort, aber er flehe wie ein Vater um sein Kind, man möge letzteres nicht auch verbannen. König Johann, ein juristischer Pedant, hat berits die Verwendung des Großherzogs von Weimar und der Großherzogin von Baden zurückgewiesen. Aus Prinzip! Ich weiß nicht, ob ich mich über solche Misere mehr ärgern als schämen soll. Bedenkt man nun, daß die Teilnahme an dem Dresdner Aufstand höchst problematisch ist, daß zwölf Jahre darüber verstrichen sind, endlich, daß es deutsche Fürsten sind, die sich für ihn driegend verwendet haben, und daß, wenn er Badenser ober Oesterreicher wäre, er schon längst begnadigt wäre, so kann man nicht umhin, ihn zu beklagen, ein S a d) f e unb — ein Deutscher zu fein. Ich glaube, baß er in Königsberg, weil jene Stabt nicht bas Glück hat, deutsch zu sein, sich aufhalten konnte. Aber er bedarf einer größeren Bühne * nb geht nun mit bem Gebauten um, hier, auf Gefahr, sein ganzes Vermögen babei aufs Spiel zu setzen, eine deutsche Truppe zusammenzutrommeln, um ben Pariser badauds eine beutsche Oper in beutschen Versen tant bien que mal aufzutischen. Und da wundern sich die Leute daheim, daß Tausende auswandern, daß Deutschland draußen weder geachtet noch gefürchtet ist, und daß sich ab und zu Michel erzürnt unb Revolutiönchen macht. Gegen solche Wirtschaft bin ich auch babei. Bitte, besprechen Sie boch biese Sache mit den allerhöchsten Herrschaften. Wahrlich, auch bas wäre eine liberale, echt beutsche Demonstration, wenn man malgi'6 Johann und Hohenthal Wagner nach Berlin kommen liehe, wenn man den Deutschen ihre Lieder nicht verkümmerte, wenn man den Buchstaben der Bundesgesetze den frischen, leben- digen Geist deutschen Wesens und Gesanges entgegenstellte. Dazu sollte doch Preußen stark genug sein, um sich nicht von bem winzigen Könige zu Dresben Polizeimaßregeln vorschrieben zu lassen. ') Graf Hohenthal, sächsischer Gesandter in Berlin Altjapanische Orachenspiele. Wenn der erste Herbstwind über die Stoppeln weht, beginnt für die Kinder wieder das luftige Spiel des Drachensteigens. In Japan ist diese Beschäftigung seit uralten Zeiten ein mit Leidenschaft gepflegter Nationalsport, unb er wirb bort nicht nur auf freiem Felb unb auf Bergeshöhen betrieben, (onbern auch auf ben Dächern mitten in ben Stählen. Wahre Volksfeste, an benen große Menschenmengen teilnehmen, finb bie Drachen-Kampfspiele, bie mit Vorliebe im Herbst ftattfinben. Es gibt noch Altmeister ber Drachenkunst, bie bie ehrwürbigen Überlieferungen in ber Führung unb Lenkung ber Drachen lebenbig erhalten. Bei diesen Wettspielen sucht man bem Gegner die Drachenschnur abzu- schneiden, und zu diesem Zwecke sind am oberen Ende der Drachenschnur biegsame Feilen, Glassplitter ober metallene Werkzeuge befestigt. Der Drachenlenker beweist baburch seine erstaunliche Geschicklichkeit, baß er burch Ziehen unb Nachlassen ober Drehen ber Seine feinen Drachen nach rechts ober links, nach oben ober unten führt, solange, bis bie Schnur unter eine anbere gerät und sich mit dieser kreuzt. Dann ein rasches Steigenlassen, ein kräftiger Zug, und der gegnerische Drache schwebt geschlagen ins tiefe Tal hinab. Ein berühmter Meister dieser Kunst führte sie einmal dem deutschen Generalkonsul Dr. M ü l - l e r vor, unb biefer berichtet barüber: „Zum richtigen Steigenlaffen gehören wenigstens zwei Mann, ber Lenker unb ein zweiter, ber in einer (Entfernung von zehn bis zwölf Meter ben Drachen in bie Luft wirft. Nachbem bies geschehen war, erhob sich ber Drache, erst allmählich, bann in beschleunigtem Tempo, bis er bie Hohe von etwa 1000 Meter erreicht hatte unb dem bloßen Auge nur noch als kleiner Punkt erschien. Herr Obija kommandierte: „Rechts um!" — Der Drache schwebte nach rechts; bann „Links um!" — Er gehorchte willenlos: bann „Tanze!" — Er überschlug sich mehrere Male; „Senke dich!" — Ein Zucken und schnelles Nachgeben der Leine und der Drache begann, mit ber Spitze voraus, sich nach unten zu senken. Darauf ein weiterer Befehl — er strebte roieber aufwärts." In Tokuschirna baut man für bie Drachenfeste, bei benen früher hohe Wetten abgeschlossen würben, kreisförmige Drachen von so ungeheurer Große, daß 150 Mann erforderlich finb, um eins biefer „Wan Wan"genannten Ungetüme zum Steigen zu bringen. Der Durchmesser beträgt 20 Meter, so baß auf ber Drachenfläche gut ein Haus stehen konnte; mit feinem 150 Meter langen und 24 Zentimeter starken Schweif wiegt ein solcher Drache nicht weniger als 55 Zentner, und man begreift, daß zu feiner Lenkung eine hohe Kunst gehört. Ernsthafte japanische Chronisten haben behauptet, daß solche Riesenbrachen in früheren Zeiten als Flugzeuge verwenbet würben, unb jebenfalls gibt es oerlchie- bene Geschichten, bie bavon erzählen. So soll unter der Herrschaft des dritten Tokugawa-Schoguns vor etwa 150 Jahren der ebenso tapfere wie gelehrte Jui no Schosetsu ben Plan gefaßt haben, bie Toku- gawa-Herrschaft zu stürzen, unb mit einem gewaltigen Drachen bis zum Schogun-Palast in Tokio oorgebrungen sein. Seine Absicht gelang ihm zwar nicht, aber ber Herrscher war barüber so erschrocken, daß er ben Bau von großen Drachen bei lobesftrafe verbot. Ein Meisterstück ber Flugkunst soll ber Räuberhauptmann Jschikawa Gojemon, ber gegen Enbe bes 17. Jahrhunberts lebte, ausgeführt haben. Auf bem Turm bes Schlosses von Nagoja stehen zwei riesige golbene Delphine, unb um sich biefer zu bemächtigen, bestieg ber Räuber einen großen Drachen, mit besten Hilfe es ihm gelang, brei goldene Flossen zu entwenden. Sein Heldenstück nützte ihm aber wenig, denn er wurde ergriffen und mit feiner ganzen Familie in Del gekocht. 21600 Flaschen Bier in den Fluß. Große Mengen Bier werden von Holland nach den Vereinigten Staaten ausgeführt, aber sie finden nicht immer Aufnahme, sondern müssen wieder die Rückreise arureten. So wurde kürzlich eine Ladung von 21 600 Flaschen holländischen Bieres aus Neuyork nach Rotterdam zurückgebracht, und da dieses Gebräu für den einheimischen Geschmack zu schwach war, so wußten die Eigentümer nichts anderes damit anzufangen, als das Bier in die Maas auszugießen. Mit dieser ungewöhnlichen Aufgabe waren sechs Männer betraut. Zwei von ihnen entkorkten die Flaschen, zwei andere entleerten den Inhalt in den Fluß und die beiden letzten stellten die leeren Flaschen wieder in die Kästen. Der Platz, den man für diese Arbeit auserkoren hatte, war eine Stelle, an der das Flußufer sehr schlammig ist, und die Männer standen bis über die Knöchel in Schmutz und Schlamm. Sie luden die Zuschauer, die sich eingefunden hatten, dringlich ein, so viel Bier zu trinken, wie ihnen mS möglich sei. Aber das Getränk fand so wenig Beifall, daß nur einig? Flaschen getrunken wurden und fast alles in den Strom gegossen werden mußte. an die Schauspieler Hansi Stadler und Kurt Lüpke gaben ein parodistisches Duett, sehr frei nach „Wilhelm Teil", zum Besten. Maria Perry ist für die Operette verpflichtet-, sie führte sich mit der Arie der Gräfin aus dem „Figaro" und mit einem Lied aus der Operette „Gräfin Dubarry" recht vorteilhaft ein. Peter Schorn sprach mit jugendlichem Schwung zwei Gedichte von Storm und von Körner. Liesel B e l > n g und Herr Fier- ment brachten ein rassiges Tanzduett gewissermaßen als Vorspann zu der Operette „Wo die Lerche singt", die wir demnächst hier im Programm haben. Ein heiterer Einakter „Wie sich ein Dichter durchsetzt", von Heinz Albrecht Marcks (dem Nachfolger Eggemanns), Gert Geiger und Wolfgang Kühne mit gutem Humor gespielt, bildete den Schluß des Programms, das in allen Teilen sehr herzlichen Beifall fand. Möge der ungemein starke Erfolg dieser Werbe-Veranstaltung ein verheißungsvoller Vorklang der kommenden Winterspielzeit sein! hth. Zubiläumstagung -er deutschen Wanderer in Frankfurt. Der Reichsverband Deutscher Gebirgs- und W a n - deroereine (Reichsführer Ministerpräsident a. D. Dr. Werner, Darmstadt) versammelte in den Tagen vom 15. bis 18. September 1933 die Vertreter seiner 300000 Mitglieder zur Feier seines 50jäh- rigen Bestehens und zum 4 2. Deutschen Wandertag in Frankfurt a. M. Die Beteiligung war sehr gut, es waren Abgeordnete fast aller angeschlossenen Verbände anwesend, auch die Massen der um Frankfurt liegenden großen Wandervereine legten in wirkungsvollem Aufmarsch vor dem Römer ein Bekenntnis zur deutschen Wanderbewegung ab. Nach einem frohen Begrüßungsabend der Gäste beim berühmten „Aeppelwoi" begann am Samstag in der Frühe die eigentliche Tagungsarbeit. Unter der Leitung des geschäftsführenden Vorsitzenden Iafpert (Frankfurt) wurden im Beirat in vierstündiger Beratung die laufenden Aredler Werte verbinde. Großen Beifall fand die Anordnung des Reichssportführers, die Jugendorganisationen wieder aufzubauen. Denn die Wander- vereine hätten die Aufgabe, die Werte, die sie geschaffen, und die im deutschen Wandern stecken, weiter zu vererben auf das kommende Geschlecht, auf unsere Jugend. Dazu müsien die Wanderer sich mitten in die Jugend hineinstellen, nicht als Lehrer und Belehrer, sondern als Freund und Kamerad. So schaffen wir das Beste für unsere Zukunft. Dieser Aufbauarbeit des Reichsverbandes sichere der Herr Reichssportführer — im Rahmen des Möglichen — feine und der Reichsregierung Hilfe und Förderung zu. Stürmischer Beifall dankte dem Reichssportführer-, Stadtrat Iafpert gab diesem Dank beredten Ausdruck mit einem donnernden „Frisch auf!" Weitere Glückwünsche übermittelte Regierungsrat SW»! " Wß Professor Dr. Werner, der Reichswanderführer, hält die Ansprache vom Balkon des Römers aus. beiten und die Tagesordnung der Hauptversammlung besprochen. Am Nachmittag fand unter der Leitung des Reichsführers die eigentliche Hauptversammlung statt. In seiner tiefempfundenen Ansprache umriß Ministerpräsident a. D. Dr. Werner die ideale Aufgabe des deutschen Wanderers, der, wenn auch oft unbewußt, stets Wegbereiter des neuen Reiches gewesen und auch in Zukunft berufen sei, wertvollste Mitarbeit am Ausbau unseres Volkes zu leisten. Besonders lebhaften Beifall fanden die Ausführungen des Reichsführers über die Seelenkultur des deutschen Wanderns und die klare Abgrenzung den eigentlichen Sportverbänden gegenüber. Die anschließenden geschäftlichen Verhandlungen brachten eine Besprechung der einzelnen Arbeitsgebiete und Zielpunkte für die Arbeit in Zukunft. Sie zeugten von übersichtlicher Führung und ließen das gemeinnützige Wirken der Wanderver- bände klar heroortreten. Den Schlusi bildete ein aufschlußreicher Lichlbildervortrag von Lermessungs- direktor Hofmann (Freiburg i. Br^) über die Kartenwerke der deutschen Gebirgsvereine. Am Samstagabend fand im überfüllten Palmen- garten-Festsaal ein Begrüßungsabend statt, den die Frankfurter Wandervereine ihren Gästen aus dem Reiche boten. Musikvorträge des ausgezeichneten Orchesters des Vogelsberger Höhenclubs Offenbach umrahmten das auf den Heimatgedan- ken abgestimmte Programm. Höhepunkte bildeten die mit der Fahnenweihe des Vogelsberger Höhenclubs — durch Ministerpräsident a. Ä. Prof. Dr. W e r n e r vollzogen — verbundene Ansprache des Reichsführers, die die Kulturarbeit des Reichsoerbandes während der verflossenen 50 Jahre heroorhob und wiederum ein eindrucksvolles Bekenntnis zum deutschen Wandertum darstellte, und ein farbenprächtiges, Heimatduft atmendes Fest- spiel „3 m schönen deutschen Vater- l o n d". Gesangliche und turnerische Darbietungen ergänzten das Programm, das mit einer Begrüßungsansprache Stadlrat Jasperts eröffnet und einer Dankrede Pfarrer Löschers geschlossen wurde. Stürmischen Beifall fanden ein Telegramm des Herrn Reichspräsidenten und ein Begrüßungsschreiben des Herrn Reichskanzlers. Die eigentliche Feier des 50jährigen Bestehens des Reichsverbandes war dem Sonntag Vorbehalten Nach nnem Empfang der Tagungsteilnehmer und geladenen Gäste durch den Oberbürgermeister Dr. Krebs im altehrwürdigen Kaisersaal des Römers fand im Bürgersaal des Rathauses die eigentliche Feierstunde statt. Musikvorträge der 2. SS.- Standort? und Chöre des Gesangvereins Konkordia gaben den weihevollen Rohmen Stadtrat I a s p e r t hielt die Festrede über „Die Sendung des deutschen Wanderers" Er sah sie in der Stärkung des Körpers und der Formung der deutschen Seele, in der Erziehung zu einem hoffnungs- frohen Optimismus Eine programmatische Rede hielt der 2Reid)$fporffü(?rer v. Tschammer-Osten. Nach herzlichen Glückwünschen im Namen der Reichsregierung führte er etwa folgende Gedanken aus Er betonte, daß er gern die Gelegenheit benütze, um die Verbindung mit den ihm unterstellten Wanderveretnen aufzunehmen. Die Wander- vereine gehören in die Gruppe der Sportoerbände, nicht, weil sie irgendwo hingehörten, sondern weil ^re Arbeit den Körper stähle und damit fertig, mache für Leistungen für Volk und Vaterland, eine Leistung, die sich bei den Wanderern in besonderem Maße mit der Schaffung kultureller und Jacobs (Wiesbaden) für den Oberpräsidenten und den Regierungspräsidenten, Postdirektionspräident P l e i n für das Reichsverkehrs- und ras Reichspostministerium, Stadtrat W a m b o l d ür die Landesstelle für Volksaufklärung und Propaganda und im Namen von Reichsminister Dr. Goebbels. Alle Redner zollten den Wandervereinen Anerkennung und verhießen tatkräftige Unterstützung ihrer gemeinnützigen Arbeit. Anschließend verkündigte Ministerpräsident Dr. Werner eine Reihe von Ehrungen verdienter Wanderführer aus allen deutschen Gauen, vor allem des einzigen noch lebenden Gründers, Dr. K i h n , Aschaffenburg. Eine Reihe verdienter Förderer des deutschen Wanderwesens wurde mit der silbernen Ehrennadel des Reichsoerbandes geehrt. Diese Auszeichnung erhielten u a. Ministerpräsident a. D. Dr. Werner, Ober- regierungsral Haas- Darmstadt, Dr. Bruch- Häuser- Ulrichstein und Rektor Sern- Offenbach. Während dieser Feierstunde hatte sich das weite Rund des Römerberges gefüllt mit den Massen der Wanderoerbände um Frankfurt, die mit klingendem Spiel m mächtigen Säulen anrückten, um in einem Aufmarsch sich zur deutschen Wandersache zu bekennen. In Sonderzügen waren sie schon am frühen Morgen herbeigeeilt aus Odenwald und Vogelsberg, aus Taunus, Spessart und Pfalz und gaben dem Straßenbild der Großstadt eine besondere Note. Wohl 6000 bis 8000 Menschen blickten zum Reichsführer aus, der inmitten der Ehrengäste vom Balkon des Rathauses zu den Massen der deutschen Wanderer sprach, goldene Worte tiefsten Empfindens. Ausgehend von zwei Dichterworten hob er die Bedeutung des deutschen Wandertums für die Gestaltung der deutschen Seele in der Vergangenheit hervor und gab der festen Entschlossenheit Ausdruck, diese Seele des deutschen Wanderers nicht von anderen aushöhlen zu lassen. Wandern ist zwar eine sportliche Leistung, aber damit ist nur der Anfang dessen gegeben, was die tiefste Aufgabe des deutschen Wanderers darstellt: Hinausführen der deutschen Seele zu den höhen des Idealismus, der tief verwurzelten heimat- liebe. In dieser Arbeit war die Arbeit der Wanderer eine Vorstufe der jetzt entstehenden deutschen Volksgemeinschaft, die überweht ist von den Fahnen des deutschen Reiches mit dem alten Germanenzeichen des Hakenkreuzes. Die oft von Beifallsstürmen unterbrochene Rede klang in einem „Frisch auf" auf das Vaterland und seine Führer Hindenburg und Hitler aus. Das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied erklangen machtvoll Massenchöre umrahmten auch hier die gewaltige Kundgebung aus dem sonnenüberstrahlten Römerberg Am Nachmittag vereinigten sich die Angehörigen der einzelnen Wanderoerbände des Reichsverbandes in einzelnen Sälen der Stadt zu landsmannschaftlichen Zusammenkünften Ueberall wurde der Reichsführer jubelnd begrüßt und sprach anfeuernde Worte zu seinen Wanderern. Die Abgeordneten der anderen Wanderverbände aber fuhren indessen in Autobussen zur Saalburg und nach Bad Homburg, wo sie im Kurhaus begrüßt wurden. Eine große Rundfahrt durch den Taunus und an die Lahn soll den Tagungsteilnehmern die Schönheiten dieser Landschaften zeigen. In Wiesbaden treffen sie sich dann aum Abschied; sie werden mit Genugtuung auf die durch die vor- bereitenden Arbeiten des Taunusklubs wohlgelun- gene Tagung zurückblicken, die einen Markstein in der Geschichte der deutschen Wanderbewegung bildet. Mittelalterliche Schiffe auf dem Mein. WSN. Vom Neckar und vom Rhein fahren am Samstag, 30. September, reich beladene und festlich geschmückte Schiffe talwärts, um sich in M a inz zu treffen. Von der Nahe, von der Mosel und der Lahn kommen Schiffe hinzu, die dann zu einem endlosen Zug von Dampfern und Kähnen vereinigt, ihren Weg nach Koblenz zum Deutschen Eck fortsetzen. Jeder Ort, der ein Schiff ausrüstet, wird damit seine kulturelle Eigenart zum Ausdruck bringen. Längst vergangene Zeilen werden farbenfroh in ihrem Schmuck und ihrer Tracht auf den Schiffen wieder auferstehen, die in buntem wechsel mit Ernte- und Industrieschiffen rheinabwärts fahren. Die kleineren Ernteschifse werden ebenso wie das große Ernteschiff von Künstlerhanü ausgestattet sein. Das Regierungsschiff, das den Festzug eröffnet, wird schlicht durch die Symbole des neuen Deutschland und seiner Länder wirken. Der Kampf- bund für Deutsche Kultur wird ein Schiff ausrüsten, das der Bedeutung dieses Bundes für die heutige Kulturgestaltung Deutschlands entspricht. Das Frankfurter Schiff wird alte, bedeutsame Hi- storien zeigen, Worms an seinen wundervollen Som, Speyer an die Zeit der Salier anknüpfen. Sie Denkmäler einer Jahrhunderte alten Kultur wer- de an den ehrwürdigen Zeugen deutscher Vergangenheit, am Ehrenfels, der Burg Rheinstein, Sonneck, dem Nöllich, an der Loreley, Burg Rheinfels, der Katz und Maus, dem Stolzenfels und an vielen anderen malerischen Burgen und Ruinen vorüber- gleiten. Dor den Augen der vielen Tausende, die sich an dielen Tagen aus fern und nah an dem deutsche- jten aller Ströme zusammenfinden, wird ein Stück Mittelalter in seiner vielgestaltigen Form und seiner Farbenfreudigkeit erstehen und Zeugnis von einer großen Vergangenheit geben, auf der sich der Kultur- gedanke des neuen Deutschlands aufbaut. Unterwegs sammeln die Schiffe an den Haupt- anlegeorien die ländlichen Gaben auf und tragen sie, von den geschmückten Booten der wasser- jporfoereine umgeben, mit Böllern begrüßt, von feierlichem Glockengeläute begleitet, unter fest licher Anteilnahme der Bevölkerung rheinad- wärts nach Koblenz. Dort, wo am Deutschen a (f das Denkmal Kaiser Wilhelms 1. die deutsche Einheit und Einigkeit verkörpert, werden am Sonntag, 1. Oktober, die Gaben feierlich dem deutschen Volke geweiht. In dieser Feier wird die Veranstaltung ihren Höhepunkt finden. Oertliche Feiern werden den Schiffs-Festzug in dem ganzen Gebiet umrahmen, die den kulture' en Gedanken in volkstümlicher Weise zum Ausdruck bringen. Volkstänze und Gesänge, Musik, Festzüge der Trachtenoereine und der Zünfte werden zu der festlichen Gemeinsamkeit beitragen. Auch Vergnügungs- und Gaststätten werden in den verschiedenen Orten durch künstlerische Darbietungen in den Rahmen der Deranstallung mit einbezogen. Nach der Feier am Deutschen Eck tritt derSchisfs- v e st z u g seine Heimfahrt rheinaufwärts an. Nach bem Einbruch der Dunkelheit werden Feuer auf dem Ehrenbreitstein lodern, Tausende und Abertausende von kleinen Lampen aus den Fenstern und Fenster- chen der rheinischen Orte grüßen und sich in den Wellen des Rheins spiegeln. Die Burgen und Ruinen auf den rebumkränzten Hügeln schauen, in eine Flut von Licht getaucht, auf die langsam dahingleitenden, festlich illuminierten Schiffe herab. Denkwürdig wird in der Erinnerung vieler Tausende dieser Tag, der den Dank für die deutsche Ernte, der Ernte in zweifacher Hinsicht: dem Ertrag an Früchten des Geistes und des Bodens, geweiht ist, haften bleiben. Ein stark innerliches und doch stark bewegtes Erlebnis werden alle hinübernehmen in den nüchternen Werktag, die dem Rufe des Kampfbundes für Deutsche Kultur folgten, dem Ruf „ZumRhein.zum Rhein!" Damit möglichst viele unserer Volksgenossen an dieser einzigartigen Veranstaltung teilnehmen können, hat sich die Reichsbahn bereitwilligst in den Dienst der Sache gestellt und Sonderzüge zu erheblich ermäßigten Preisen vorgesehen. Nähere Bekanntgaben erfolgen noch durch Pressenotizen. Tag desFungvolkes in Friedberg. Friedberg in Erwartung des Jungvolkes! In den Läden der Friedberger Geschäftsleute hingen die neuen Werbeplakate des Oberjungbannes Oberhef- fen, die jetzt in den nächsten Tagen über ganz Oberhessen künden werden von dem Willen und der Arbeit des Jungvolkes. Zaghaft am Sarnstagmit- tag hier und dort eine Fahne, am Sonntag war die ganze Stadt ein Meer von Fahnen. Auf der Kaiserstraße kein Haus fast, das nicht geflaggt hat. Regste Anteilnahme der Bevölkerung. Die Bürgerschaft reißt sich darum, einen Jungen zum Mit- tageffen oder zum Schlafen zu bekommen, überall und allerorten hilfsbereit, uns verstehend ... (Eintreffen der Gruppen. Gegen 16 Uhr treffen die ersten Gruppen ein. Von da ab unaufhörlich. Immer neue kommen an, geben ihre Meldung ab, empfangen ihren Quar- zettel und rücken in Die ihnen zugeteilten Herbergen ab. Schon die Hinfahrt war für manche Gruppen eine Leistung: die Gießener, achtzig an der Zahl, kamen zu Rad, die Reichelsheimer waren gar zu Fuß erschienen. Aber dennoch strahlten ihre Augen. Sie hatten alle Müdigkeit vergessen, lachten und tollten. Kundgebung in der Burg. 21m Samstagabend bewegt sich ein Fackelzug durch die Straßen der Stadt nach der Burn Im Viereck marschieren sie auf, rings um den Brunnen des heiligen Georg. Die eine Seite ein Wald von Fahnen und Wimpeln, davor als Fahnenwache mit der Oberjungbannfahne das Sonderkommando Bad-Nauheim, mit Schwertern ausgerüstet ... Fan- farenstöße. Dann Schweigen. Ringsum eine unübersehbare Menge. Der Oberjungbannführer, Rupprecht Hainer spricht. Er überbringt zunächst die Grüße des Führers des Jungbannes Langobarden, der in Friedberg sich heute getroffen. Er kann heute nicht mehr da fein, weil er als Oberjungbannführer nach Essen befohlen wurde und unverzüglich seinen Dienst antreten mußte. Aber Heinz Dieter wird weiterhin mit seinem einstigen oberhessischen Jung- bann verbunden bleiben. Darauf sprach kurz der Jungvolkgebietsführer Heini Jung (Frankfurt). Er ermahnte zu Trutztreue und Einigkeit Diese Generation, die heute im Jungvolk marschiert, wird einst die Generation sein nach dem Willen und Wunsch des Führers. Mmpelweihe. Mit dem Deutschlandlied beginnt Dann die Wimpelweihe. Das Sonderkommando „präsentiert" mit den Schwertern. Dumpfe Paukenschläge hallen über den Platz. Die verhüllten Wimpel im Halbkreis senken sich, berühren die Fahne des Oberjungbannes. Der Oberjungbannführer spricht Worte zur Weihe. An diese Fahne seid Ihr gebunden, sie ist Euer Zeichen, sie ist Euer Band, sie ist Eure Ehre. „Die Fahne hoch!" Hunderte von Armen recken sich, Hunderte von Kehlen singen dieses Lied, das stets mahnen soll, hart zu bleiben und rein, im Sinne derer, die für Deutschland, die für uns ihr Leben geopfert haben. Führerkreis. Die einzelnen Gruppen sind in ihre Quartiere abgerütft. Vierhundert Jungen schlafen in Friedberg-Stadt, die übrigen in Friedberg-Fauerbach. Die Gießener haben bei Niederrnörlen ein Zeltlager. Vier Zwölferzelte und drei kleinere. Kalt ist die Nacht, aber sie haben genügend Stroh. Sie wickeln sich in ihre Decken und schlafen. In den Räumen der Oberjungbannführung auf der Neuen Berg- kaferne tagt der Führerkreis des Oberjungbannes. Alle Stammführer und alle Jungbannführer sind vertreten, ferner die Mitglieder her Oberjungbannführung. Schon beraten sie über Die KunDgebung am NieDerwalb am Sonntag, 24. September. Am 28. September beginnen Die „Herbstübungen" Des Oberjungbannes. Bis spät in hie Nacht hinein Dauert Der Führerkreis... Der Sonntagmorgen. Um 6.30 Uhr wecken sämtliche Spielmannszüge. Um 7 Uhr ist Ausgabe Des Morgenkaffees, um 8 Uhr rücken sie ab zur Seeroiefe, wo gegen 9 Uhr her FelDgottesDienst ftattfinhet. AnfchließenD finhen die sportlichen Wettkämpfe statt. Um 12 Uhr rücken die Gruppen ab zum Mittagessen. Soweit sie nicht bei Einwohnern zu Gast sind, sorgen zwei große Kessel für die Verpflegung. Sie sino hungrig nach den Anstrengungen Des Vormittages. Marsch durch die Stabt Um 14 Uhr setzte sich von Der Burg aus ein Zug von enDlofer Länge in Bewegung. An Der Spitze eine Reitergruppe, dahinter Der Grünberger Spiel- mannszug, Dann Der Stab Der Oberjungbannführung, Die Fahnenabteilung mit Der OberfungQann- sahne... Dann kommen Die Gießener, tabeUos aus- gerichtet, mit Gesang unb Sprechchören, von an- gehenden Dichterlingen aus bem Stegreif improvisiert. In langen Kolonnen geht es burch bie ganze Stabt nach Fauerbach. Von hort wieher auf an- berm Weg zurück zur Stabt. Der Rückmarsch in Sechserreihen. Großartiger Anblick... Grüßend nimmt auf der Kaiserstraße Oberbannsührer Seifert mit dem Adjutanten des Gebietsführers den Vorbeimarsch des Zuges ab. lurnierfpiel 21uf die Seewiese sind sie bann roieber gezogen. Es ist 16 Uhr. Zwei volle Stunben hat her Marsch durch bie Straßen her Stabt gebauert. Der Ober- jungdannführer mit seinem Stab nimmt ben Vor- beimarsch ab. Dann tummeln sich bie Gruppen nach eigenem Ermessen. Die Gießener haben ihr Lager inzwischen von Niebermörlen nach her Seewiese verlegt. Manchen kritischen Blick eines alten Sonaten müssen bie Zelte aushalten, aber sie bestehen die Prüfung... Dann bilben sich zwei Abteilungen, jebe etwa fünfhunbert Jungen stark, treten einanber gegenüber in Entfernung von einigen hunbert Meiern an, rennen bann auf ein gegebenes Zeichen mit Jnbianergeheul, Trommelwirbel unb Fanfa- rengeschmetter aufeinanber los, um wenige Meter vor bem Zusammenprall ben Angriff plötzlich abzustoppen. Langsam kehren sie an ihre Ausgangspunkte zurück. Abermals geht e» gegeneinander... Der Stab bes Oberjungbannes in her Mitte. Immer noch steigert sich bas Gebrüll, um sich bann Luft zu machen in bem Lieb „Wir traben in bie Weite..." Schluhappell. Danach treten sie an. Der Oberjungbannführer mit seinem Stab schreitet bie Fronten ab, kritisiert sehr scharf. Mancher wirb aber auch gelobt... Noch einmal treten sie an im Karree, noch ein Schlußwort von Rupprecht Hainer, bann rücken sie ab nach Hause ... Ausländische Journalisten auf der Heffenfahrt. WSN. Darmstabt, 17. Sept. Auf Einlabung der hessischen Regierung haben am Freitagabenb bie Vertreter auslänbischer Zeitungen eine kurze Stubienfahrt nach Hessen an- getreten, unter ihnen bie Vertreter skanbinaoischer, italienischer, spanischer, norb- unb sübamerikanischer Blätter Vor her Abreise aus Berlin hatte her hessische Bevollmächtigte Dr. Ebwarb Freitag abenb zu einem kurzen Empfang gebeten, bei bem er ein Begrüßungstelegramm Des Ministerpräsidenten Dr. Werner verlas unD Die Vertreter im Namen Hessens willkommen hieß. Sonntag weilten Die Journalisten in DarmftaDt. Bei Dem gemeinsamen Mittagessen im Hotel „Zur Traube" nahm Oberbürgermeister Dr. Müller auch als Vertreter Des Reichsstatthalters Sprenger unb des Ministerpräsibenten Dr. Werner bas Wort Zur Begrüßung her Gäste, für bie her Berliner Vertreter bes „Meffagero", 6 e n a t r a, herzliche Dankesworte fanb. Sitzung der obersten Bauleitung der Autobahn Frankfurt-Mannheim. WSN. Darmstabt, 19. Sept. Gestern nachmittag fanb im Festsaal her Hessischen Lanbesbauschule eine öffentliche Sitzung Der ober ft en Bauleitung über ben ersten Abschnitt her Autobahn Frankfurt —Mannheim statt. Zu her Sitzung war auch eine Reihe von Vertretern her an her Führung her Bahn interessierten Gemein- her Jnbustrieunternehmungen usw. erschienen, benen Gelegenheit gegeben war, Einwänbe ober Wünsche oorzubringen Es gelang in verhältnismäßig kurzer Zeit in burchaus harmonischer Aussprache, über alle in Frage stehenden Punkte eine allen Betei- ligten Rechnung tragende Klärung herbeizuführen. . Dort, ton ® ltonab. ^4 Weisst ZSW M-Zß ou^^unb5«? Quf dem JÄ el’S lanÄu ?lne S'ut bchlste herab, "^^itenden, „v» M*bÄ" ** -*\ÄSS*ta "Änehmen?/^^" 6r* ;§MZ WPZ- ? $riei>6etfl. h durch die Stobt Moon her Burgaus ein Zug J in Semegung. ber Spitz! baljinter ber (Brünberger Spiel, er Stab der OberjungbonMH. Jteilun^ mit der Dberiungbann« imen die Siebener, tadellos aus. ng und Sprechchören, von an« gen aus dem Stegreif tmprooi. ■ ilonnen geht es durch die ganje ad). Son dort wieder auf an* wr Stabt. Ser ftüdmarfä in Artiger Hnblitf... (frü&enb rftrafie Oberbannführer Sei> unten des Cebietsführers ben zes ab. \irvb \\t bann wieder gezogen, i volle Stunden hat der Marsch bet Stabt gedauert. Der Ober« t feinem Stab nimmt den Bor« i tummeln sich die Truppen nach Die Gießener haben ihr Lager iebermörlen nach ber Seemiefe ritifdjen Blick eines alten Saida- lte aushalten, aber sie bestehen inn bilden sich zwei Abteilungen, ert Jungen stark, treten einander >mung von einigen hundert Me- lann auf ein gegebenes Men il, Trommelwirbel und Fan a- einander los, um wenige »tut enpraü den Angriff ptohlich ab- N kehren sie an ihr« Ausaangs- rmals geht es -rjungbannes in der Mitte. 3m sich das Gebrüll, um sich ^nn , dem Lied „Wir traben in die upprecht S)atnei. idt, Freitagabend rung ^Zeitunge" i»lanbV* An«"an> n die Dertteie ! erikanifcher Hag«0 - ö ' Zuleitung, •sWta« Ujunghn Abl^'jrn statt- •ÄsSrs iSto&sS gelaHö Jer Ä 8^ nfltrav Aus der Wett des Films. Der Film vom Reichspatteiiag. Bon der Londesftlmstelle Südwest der NSDAP., Frankfurt a. M., wird uns geschrieben: In den Herren der Teilnehmer am Reichs- Parteitag der NSDAP, in Nürnberg tft das Erlebnis unvergeßlich. Millionen, die nicht dabei fein konnten, wollen sich die herrlichen Bilder auch einprägen. Dazu hat die Reichspropagando- leitung einen Film drehen lassen. Unter der Leitung des Pg. Oberregierungsrat Raether haben 5Ö Filmleute alle hervorragenden Geschehnisse der großen Zusammenkunft in Bild und Ton festgehalten. Nur das Beste und Interessanteste wurde an vielen Stellen, wo man Filmkameratürme errichtet hatte, in vielen unbeobachteten Szenen erfaßt, auch die Handkamera hat inmitten der Massen gearbeitet. Das Ganze wurde zu einem laufenden, abendfüllenden Tonbildstreifen verarbeitet. Die bis jetzt vorliegenden Bilder übertreffen alle Erwartungen. Wir sehen und hören den Führer auf den oer- schiebenen Tagungen, erleben die Auf- und Vorbeimärsche und nehmen Teil an allen Ereignissen, die auch den Zuhausegebliebenen am Lautsprecher die Herzen höher schlagen ließen. Der ftilm zählt mit zu den größten filmischen Erlebnissen, und jeder Nationalsozialist und guter Deutsche soll die Gele- genheit nicht versäumen, wenigstens durch das Lichtbild am Ehrentag des Nationalsozialismus dabei gewesen zu sein. Die Filmwochenschauen bringen nur kurze Auszüge. Der offizielle Reichsparteitagfilm kommt ausschließlich durch die Landesfilmstelle Süd- west der NSDAP., Frankfurt a. M., Burgerstraße 9 bis 11, in unserem Bezirk an Lichtspieltheaterbesitzer und Ortsgruppen der NSDAP, zum Verleih. Schnellste Anfrage ist notwendig, damit Dor- sorge für reibungslosen Verleih getroffen werden kann. Es wird erwartet, daß kein nationaler Deutscher ben Film versäumt. Der deutsche Film propagiert das deutsche Handwerk. Von der Landesfilmstelle Südwest der NSDAP., Frankfurt a. M., wird uns geschrieben: In den Dienst der Werbeaktion für das deutsche Handwerk hat sich auch der deutsche Film gestellt, der mehr als eine zweite Institution berufen ist, dem deutschen Volk Art und Wesen seiner Stände und Berufsgruppen optisch nahe zu bringen. Seitens des Reichsministeriums für Propaganda und Volksaufklärung, Abteilung Film, ist dem Reichsstand für das deutsche Handwerk vollste Unterstützung für die Propagandierung der großen Handwerkswoche, die vom 15. bis 21.Oktober 1933 in ganz Deutschland durchgeführt wird, zugesagt worden. In der Zeit vom 1. Oktober bis zum 21. Oktober 1933 werden auch die Kinocheater in den Spielplänen durch Kulturfilme auf die große Bedeutung des Handwerker st andes für die Gesamtwirtschast, auf Art und Arbeit der einzelnen Berufsgruppen des Handwerks Hinweisen und so dem Kinopublikum auszeigen, wie wichtig es ist, wieder zum guten, soliden Handwerksmeister zu gehen, um das Möglichste auch hier zum Wiederaufstieg der ganzen deutschen Wirtschaft beizutragen. Eine große Anzahl von Kulturfilmen über alle Gebiete des Handwerks, des Kunstgewerbes und den Wert solider deutscher Arbeit stehen zur Verfügung, und es wird kein Kino geben, welches in dieser Zeit nicht für die Propagandierung dieser gerechten Sache eintritt. Der deutsche Film hat hier eine große kulturelle und volkaufklärende Aufgabe erhalten, die er voll und ganz erfüllen wird. Außerdem ist geplant, durch Sonderveranstaltunaen während ber Werbe- woche den Film „Einer für alle, alle für Einen" durch die Einrichtung der Landesfilmstellen in bas Volk tragen zu lassen, um biefes Werk, bas sich mit Hanbwerk unb Gewerbe unb ber Bebeutung für Technik des Films. Von A. K. von Hübbenet Als ber Tonfilm einen Siegeszug antrat, wie er wenigen Erfinbungen beschieben gewesen ist, geriet bie Filmwelt in einen technischen Neuerungstaumel. Nicht nur, baß fast täglich neue (Erfinbungen gemel- bet würben, bie ben Tonfilm verbessern sollten ober auch verbesserten, was ja lehr vonnöten war: mit einem splenbiden Mut, ber Dem Bewußtsein bes (Erfolges urfb ber Konjunktur entsprang, warf man sich barauf, bem Film, Der gerabe sprechen gelernt hatte, gewissermaßen im Handgalopp auch bie beiben noch fehlenden Möglichkeiten zu erschließen: bie Farbe unb bie Plasti t. Dabei muß man eine wesentliche Unterscheiduna machen: währenb ber Farbfilm tatsächlich mit allen zu Gebote stehenben Mitteln forciert würbe, tat sich beim plastischen Film ber Feuereifer seiner Verfechter mehr in Worten benn in Taten kunb. Es war zweifellos kein ganz faires Manöver, wenn man es von Amerika aus immer wieder versuchte, uns mit „Prosperity“ weniger gesegneten unb ahnungslosen Europäern ben vielgepriesenen „Breitfilm" als Erfüllung bes dreidimensionalen Films in schwungvollen Anpreisungs- artiteln aufAuschroatzen. Der sogenannte Breitfilm hatte nämlitt) mit dem eigentlichen plastischen Film nicht bas geringste zu tun. Daß man die projizier- ten Riesenbiiber nicht auf einmal überschauen konnte unb demzufolge bie Mitte bes Bilbes sich etwas her- aushob, ist so wenig eine stereoskopische Wirkung, wie ein Grammophon ein Rabioapparat ist. So kam es, wie es kommen mußte, nämlich: Rückzug auf her ganzen Linie. Mi! bem Farbfilm war es anders. Hier wurden, vor allem wiederum in Amerika, alle finanziellen, technischen unb publizistischen Kräfte eingesetzt. Farbfilmfabriken schosien wie Pilze in bie Höhe, immer neue Verfahren würben erfunben unb aus- probiert, Gesellschaften gegrünbet, fusioniert unb wieder aufgelöst, unb wirklich eine Menge großer und kleiner.Farbfilme hergestellt, von denen wir in (Europa allerdings nur einen verschwindenden Bruch- teil zu sehen bekamen. Denn schließlich stellte es sich heraus, daß es mit bem Farbfilm trotz aller Mühe nicht so recht vorwärts ging. So überzeugen!) sich der Tonfilm durchgesetzt hatte, — dem Farbfilm gelang es nicht, in feine Fußtapfen zu treten. So wurde denn nach und nach auch diese Offensive ab- geblasen. Nun sind der farbige und der plastische das Dolksganze befaßt, werden zu lasten für deutsche Arbeit unb deutschen Fleiß. Durch biese volksausklärenbe Arbeit bes Films im Dienste bes beutschen Hanbwerks, wirb allen Volksgenossen burch bas Lichtbilb klar gemacht, baß heute noch, wie in ben vergangenen Tagen ber Zünfte, bas alte Wort Wert unb Berechtigung hat: JDeutfldje, ehrt eure beutschen Meister!^ Wie entsteht die Wochenschau? Don Viktor Gchühler. Ein Auto huscht vorüber im Straßengewühl, eine große Limousine. Kaum anders als jeder Wagen. Nur drinnen — sieht man durch die Fenster — ist er vollaedaut. Schon ist er den Blicken entschwunden. „Die Wochenschau", sagt jemand. Dor den Tribünen des Rennplatzes trifft man ihn wieder. Auf dem Dach der Limousine steht der Kameramann vor dem Apparat. Die Kopfhörer hat er um den Kopf gehängt. Jetzt spricht er ein paar Worte in bie Muschel. „Anfahren!" Leise schnurrt bie Kamera. Leicht schwenkt ber Apparat über Die vollen Tribünen. „Aus!" Wem gelten bie mertroürbigen Kommanbos? Dem im Wagen brinnen, bem Tonmeister. Kopfhörer um, fitzt auch er vor ber Tonkamera. Wie ein Rabioapparat mutet sie an, mit Zeigern, Skalen unb Meßapparaten. Unb bie beiben Hänbe bes stummen, horchenden Mannes ba brinnen hinter ben geschloffenen Scheiben regulieren an Drehscheiben. Er Höri burch bas Telephon, was ber Kameramann sieht. Das Rennen beginnt. Der Apparat läuft. Die Pferbe finb gut vom Start abgekommen. Mit Objektiven, bie gleich einem Fernrohr wirken, hat ber Kameramann das Feld ganz nah herangeholt. Der Sucher folgt dem eilenden Geläuf, und das leicht schwenkbare Stativ, das den Apparat trägt, ermöglicht ein dauerndes Verfolgen. (Immer find bie Pferbe im Bilb.) Das ist bes Rätsels Lösung. Der Apparat bleibt immer an einem Ort! Er fährt nicht etwa — wie man meinen könnte — neben bem Geläuf einher, bas Objekt erspart es. Die Hand greift nach vorn. Für eine Sefunbe oerschwinbet bas Bilb, ba ist es roieber. Riesengroß unb noch viel näher ist jetzt bas fiegenbe Pferd im Sucher. (Ein neues, noch stärker als Fernrohr wirkendes Objektiv ist eingeschaltet. Fünf solcher Objektive fitzen an ber Kamera, eine einzige Sefunbe nur — unb es ist eingeschaltet. Fünf verschiebene Ausschnitte bes Bilbes, eine Kamera bringt sie fertig, ohne bas sie selbst vom Platz bewegt wirb. Im Wagen brinnen mixt unterbes ber Tonmeister ben rechten Klang. Er vernimmt burch bas „Abel mit der Mundharmonika." Gespräch mit Manfred Hausmann. — Wie ein Dichter ein Zilmproblem sieht. Daß ber Dichter Manfreb Hausmann kein Groß tabtmensch ist, braucht bem, ber auch nur in eine einer Geschichten hinemgeguckt hat, nicht erst gesagt zu werden. Schon bie beiben Larnpioon- Bücher .Larnpioon küßt Mäbchen unb kleine Birken" unb „Salut gen Himmel" unb seine zarten Frühlingsnooellen zeuaen von einer so hamsunschen Volks- unb Landschastsverbundenheit, klingen bei aller romantischen Berspieltheit unb Träumerei in |o erboerbunbenen Grundakkorben aus, wie sie nur in ber freien Gottesnatur erstehen können. So begegnen wir bem Dichter auch nur selten in Berlin, nur, wenn er gerab’ roieber einmal bem Ruf feiner hiesigen Lesergemeinbe Folae leisten muß ober wenn er in ber bramaturgifdjen Abteilung ber Ufa wichtige Verhandlungen zu führen hat, Verhanblungen, bie bie Verfilmung feines reizenben unb oielgelefenen Romans „Adel mit ber Munbharmonika" betreffen, ben Erich Waschneck breht. Wir treffen Manfreb Hausmann kurz vor feiner Abreise in Die bei Bremen gelegene bekannte Künstlerkolonie Worpswebe an, wo er, ber nach seinen eigenen Worten eigentlich mehr in ber weiten Welt zu Hause ist, seinen ftänbigen Wohnsitz hat. „Die gesegnete Ruhe, bas unbefangene Leben, bas sich mir hier bietet, soll natürlich auch unserm Film zugute kommen. Denn barüber muß man sich wohl klar sein, bah bie Großstabt alle möglichen rounberbaren Dinge zustanbe bringen mag, baß aber ein Film wie ber ,2lbel* niemals von Groß- standtmenschen erlebt unb bichterisch gestaltet merken kann." Unb ba finb mir schon mittenbrin im eigentlichen Thema, über bas sich der Dichter anfangs gar nicht verbreiten wollte, weil „über meinen Film schon so viel Seltsames in den Zeitungen veröffentlicht worden ist". Doch nun ist unsere Unterhaltung darüber schon im Gange. Ja, es hätten sich auch schon vor der Ufa verschiedene Firmen mit ihm in Verbindung gesetzt. (Es handelte sich da in erster Linie um die Herstellung von Landschaftsfilmen, die das Leben von Menschen in einer besonderen Landschaft zeigen sollten. „Da ich aber schon bei ben ersten Verhanblungen merkte, baß bie betreffenben Leute überhaupt kein Verhältnis zu ben künstlerischen Werten des Films hatten, sondern ben Film rein als Geschäft betrachteten, habe ich mich schnell zurückgezogen." „Sie glauben also an ben Film als Kunst?" — Manfreb Hausmann lächelt unb bekennt: „Der Film hat meiner Meinuna nach ungeahnte unb bisher noch längst nicht erschöpfte Möglichkeiten als Volkskunst. Verstehen Sie mich bitte recht, bas soll keineswegs eine Herabwürbigung sein." Unb wie Hausmann nun seine Formulierung fortsetzt, bas ist ganz typisch für ben Dichter, ber, obwohl er selber bas vielleicht bestreiten würde, doch als Maler sieht; er holt nämlich zum Vergleich Renoir heran. „Sehen Sie z. B. Renoir", sagt er. „Schließlich hat dieser Meister, wenn er Dienstmädchen malte, wie er sie sah: kitschig und süß, derb und bunt, xart und traurig, ohne sich um irgendwelche künstlerischen Gesetze zu kümmern, auch Volkskunst gemacht. Der übliche Film würde natürlich das rein Dichterische, das in meinen Büchern liegt, zerstören. Wenn wir, mein Freund und Mitarbeiter, der Maler Walter Müller, und ich, versuchen, den ,2lbel‘ ins Filmische zu übertragen, so kommt es uns dabei aber gerade auf die Erhaltung des Dichterischen an. Denn wir sehen da Möglichkeiten, die bislang überhaupt noch nicht ausgenutzt sind, und hoffen, einige davon auch einigermaßen zu verwirklichen." Unb immer roieber betont Manfreb Hausmann, daß es sich dabei in erster Linie um ein unartistisches Schaffen, ein Schaffen aus dem Volks- empfinden heraus, handelt. „Das ergibt zwangsläufig eine .neue Linie*, die erfreulicherweise auch von den Filmfachleuten gewürdigt unb unterstützt wirb. Außerbem finb wir davon überzeugt, daß wir in dem Regisseur Erich Wasch- neck .unseren Mann* gefunden haben." „War der .Abel* Ihr erstes Drehbuch?" „Allerdings — und diese Arbeit wurde noch dadurch erschwert, daß ich bei der Niederschrift des Romanes nicht einen Augenblick an eine spätere Verfilmung gedacht hatte. Ich habe auch vorläufig nicht die Absicht, weitere Drehbücher zu schreiben, aber das eine habe ich mir doch für bie Zukunft gemerkt: es ist immer besser, man konzi- piert ein Drehbuch unmittelbar als solches. Liegt ber Stoff erst einmal in Romanform vor, so bebarf es boch eines außerordentlich komplizierten Arbeitsprozesses, um ihn wirklich ganz unb gar ins Filmische umzugestalten." Be. Film von ihrem mißglückten Ausflug in bie Öffentlichkeit ins Laboratorium zurückgekehrt und warten auf ben Ingenieur-Märchenprinzen, besten Einfall ihnen eine lebensfähige Gestalt schenken soll. Seitbem ist es um bie Filmtechnik ziemlich ruhig geworben, benn bie Erfindungen unb Verbesserungen, bie immer noch gemacht werben, finb für die große Öffentlichkeit meist nicht interessant genug. Nur eine Sache — wenn man von ben offenbar doch noch nicht gelösten Versuchen mit dem unentflammbaren Film absehen will — hat in letzter Zeit größeres Aufsehen erregt: bie Photographie mit infraroten Strahlen. Was es bamit für eine Beroanbnis hat, ist uns noch aus ben Zeiten erinnerlich, in benen wir bie Schulbank brückten. „Infrarot" ist nicht eine neue Modefarbe, sondern bie Bezeichnung für unsichtbare Strahlen, bie jen- jeits bes sichtbaren Spektrums liegen, jenes bunten Lichtbandes, in das sich ein Sonnenstrahl verwandelt, den man durch ein Glasprisma schickt. Alle diese bunten Strahlen, bie wir zusammenfassenb „Licht" nennen, finb elektromagnetische Schroin- gungen verschiedener, zwischen vierhunbert unb acht- hunbert Millionstel Millimeter betragender Wellenlängen. Das sichtbare Licht bilbet nur einen winzigen Teil ber bekannten elektromagnetischen Wellenskala, bie auf ber einen Seite mit Wellen von Kilometerlänge beginnt (drahtlose Telegraphie) und auf ber anderen Seite über die Röntgen- und Gammastrahlen zu ben noch unerforschten Höhen- ftrahlen führt, Deren Längen in Bruchteilen von Millimetermillionsteln liegen unb sich vorläufig jeber exakten Messung entziehen. Die an bas sichtbare Spektrum unmittelbar angrenzenben unsichtbaren Strahlungen — bie übrigens von manchen Tieren, z. B. Bienen, auch noch teilweise gesehen werben — nennt man je nach ihrer Lage zum Spektrum Ultraviolett ober Infrarot, unb die infraroten Strahlen hat man jetzt für bie Photographie und ben Film entbedt Die Entbeckung ist bas Resultat systematischer Verbesserungsarbeiten am Photoplatten- und Film-Material. Jeder Photoamateur weiß, daß bie ursprüngliche photographische Platte bie verschiebenen Farbwerke sehr ungleic - mäßig roiebergab, inbem sie violett unb blau unverhältnismäßig hell unb bagegen grün unb befonbers rot unverhältnismäßig bunfel, fast wie schwarz erscheinen ließ. Inbem man ber Bromsilberemulsion befonbere Farbstoffe zufügte, behnte man in bem orthochromatischen unb panchromatischen Photo- unb Filmmaterial ben Empsinblichkeitsbereich ins Grüne unb Rote aus. Nun ist man noch einen Schritt weiter gegangen unb hat in ben Infrarot- Platten unb -Filmen ein Aufnahmematerial geschaffen, besten Empsinblichkeitsbereich noch über bas Sehvermögen des menschlichen Auges hinausgeht und ins Gebiet der infraroten Strahlen hineingreift. Die praktischen Anwendungsmöglichkeiten des In- frarot-Materials sind wohl im Interesse der guten Sache etwas aufgebauscht worden. Mit bem sensationell anmutenben „Photographie ren im Dunkeln" hat es nämlich einen Haken. Wenn man sich in finstrer Mitternacht in einen Walb stellt unb Dort knipst, wirb auch bie Infrarotplatte nicht bie leisesten Konturen erkennen lassen, weil bort nicht nur bas sichtbare, sonbern auch bas unsichtbare „Licht" feylt. Trotzdem kann man im absolut dunklen Raum photographieren, wenn man nämlich bie Lichtquelle, ob es nun Sonnenlicht oder künstliches Licht ist, durch Infrarot-Filter so abdeckt, daß kein Strahl sichtbaren Lichtes in den Raum fällt unb ber Aufnahmegegenstand nur von ben in ber Ausstrahlung enthaltenen infraroten Strahlen „beleuchtet" wirb. In biesem künstlich präparierten Dunkel sieht bas menschliche Au^e nichts, — bie Infrarotplatte aber alles, unb wird baburch für bestimmte Sonberfälle unentbehrlich, nämlich alle Fälle, in benen unbemerktes Photographieren im buntlen ober halbbunklen Raum zum Ziel führt. Befonbers erwähnt sei die Möglichkeit, etwa die Vorgänge bei okkulten Sitzungen vom Medium völlig unbemerkt aufzunehmen. Ureigenstes Gebiet ber Infrarot-Photographie ist bie Fernauf- nähme. Wo die gewöhnliche Platte und sogar bas Auge nur nebligen Dunst und unscharfe Umrisse er- blickt, zaubert bie Infrarot-Photographie auf eine große (Entfernung überraschen!) beutlid) alle Einzelheiten hervor. Das liegt daran, baß bie roten unb infraroten Strahlen ein wesentlich stärkeres Durch - schlagsoermögen haben, als bie Strahlen auf ber anderen Seite bes Spektrums. Allerbings muß man nicht Unmögliches verlangen: fauftbitfer Webel ist auch für sie ein unüberroinblidjes Hinbernis. Die für ben Amateur reizvollste Anwenbung ber Infrarot-Photographie liegt aber wohl in ber Möglichkeit, am hellichten Tage bie prächtigsten Nachtaufnahmen zu machen. Sie finb mit jeder Kamera möglich, wenn man dem Objektiv einen Schwarz, filier vorfetzt. Der Nachteffekt kommt dadurch zustande, daß die Infrarot-Platte die blauen Farbwerte vernachlässigt und somit ben hellblauen HirnMikrophon das Getrappel ber eilenden Pferde, er bemerkt die steigende Spannung des Publikums. Er hört bie Leibenfchast steigen, bie rufenben Stimmen. Er fängt es ein, er steuert alles zum rechten Einbruck. — Bis bas Jauchzen erlischt über ben Sieg bes heißen Favoriten. lieber bie ßeinroanb in ber Rebaktion eilt bas Geläuf, bas Fluibum bes Rennlatzes füllt den Raum. „Schneiden Sie es, bitte, auf 40 Meter und brechen Sie ab, wenn der Sieger durchs Ziel ist." Der Chefredakteur hat gesprochen. Die Cutter gehen in bie Schneiberäume, unb währenb ber Schriftleiter den Titel bearbeitet, wirkt ihre Schere, lieber einem Tisch läuft die Arbeit des Aufnahmetrupps noch einmal ab. Zwei Filmbänder finb es, bie aufeinanbergelegt finb, bas obere ist ber Bilbftreifen, bas untere bie Tonaufzeichnung; benn Bilb unb Ton würben ja getrennt ausgenommen. Jetzt finb sie synchron eingefpannt, Bild paßt nun zu Ton. An diesem Tisch, Der eine kleine Vorführung ist, wird beides, das „Sujet", bearbeitet. Wichtiges behalten und Unwesentliches herausge- nommen, bis der rechte Bericht entstanden ist, der in die Wochenschau paßt. Zehn solcher „Sujets" werden so „geschnitten" und zur Wochenschau zu- fammengefügt. Viel eifrige, schwere Arbeit ist geleistet, ehe die „Musterkopie" in die Kopieranstalt geyen kann. Dort wird schnell das Negativ nach ihr eingerichtet, denn nur von ihm können die Kopien angefertigt werden. Was die Lettern für den Druck sind, das ist bas Negativ für bie Kopien. Schon wartet bie Lichtbestimmung; nicht gleichmäßig können bie vielen Einzeleinstellungen sein. Hunbert unb mehr hat bie gesamte Wochenschau an solchen verschiebenen Szenen. Für sie alle muß bas Kopierlicht festgelegt werben. Ein einfacher Streifen mit Einstanzungen ist entftanben. (Er wird mit bem Negativ in bie Maschine eingespannt, unb schon rasselt ber Apparat los. Automatisch wechselt das Kopierlicht, selbsttätig rollt bas Zelluloibbanb burch ben Entwickler, burch bie Trockenschränke. Unb nach kaum einer Stunbe prüft bas Auge bereits auf ber ßeinroanb bie erste fertige Kopie ber neuen Wochenschau. Stunbe um Stunbe rollt so bas weiße Filmbanb burch ben Kopierautomaten, Stunbe um Stunbe nimmt die Hand bie Rollen unb packt sie in fieberhafter (Eile in bie bereitstehenben Kartons. Sie hören nicht auf zu knattern, bie Motoren ber Berfanbautos. Sie rasen zu ben Theatern, sie jagen zur Bahn, sie hasten zum startbereiten Flugzeug. Aktuell, aktuell, bas ist bie ßosung ber Wochenschau! Silmfagb auf Steinböcke. Seit Monaten befinbet sich ber Aufnahmetrupp ber Kulturfilm-Abteilung ber Ufa unter Führung von Dr. Ulrich Schulz in Jugoslavien. Eine reiche Kamerabeute in Bilb unb Ton mürbe eingeheimst, ber eigentliche Zweck ber Expebition aber, bas scheueste unb seltenste Will) ber Älpenwelt aufzunehmen, nämlich Steinböcke in freier Wilbbahn, war bisher nicht zu erreichen. Jetzt enblich ist es nach unbeschreiblichen Mühen unb Strapazen gelungen, bie Aufnahmegeräte unb bie Bebicnungs- mannschaft so zu maskieren, baß die Steinböcke und Gemsen der albanischen Felsgebirge harmlos auf ihren Aefungsplätzen festgehalten werden konnten. Man darf auf das Erscheinen dieser Aufnahmen gespannt sein, zumal der Steinbock in Mitteleuropa zu einem fast sagenhaften Tier geworden ist. Die wundervollen Aufnahmen frei lebender Raubtiere, wie Nerz und Otter, die kürzlich in den ßichtspiel- hciusern gezeigt wurden und den gleichen Beifall fanden wie die früher gezeigten „Nordischen Vogelberge" lassen hoffen, daß es den Expeditionsteilnehmern gelungen ist, auch diesmal wieder als Preis für ihre Mühe Bilder von besonderer Schönheit mit Heimzubringen. mel fast schwarz erscheinen läßt. Solche Aufnahmen sind zwar auch mit anderem hochempfindlichen Material möglich, aber unter bem Schlagwort „Infra- rot" werden sie sicherlich Popularität erlangen. Vermutlich wird sich auch ber Film biefes Gebiet nicht entgehen lassen, so daß wir uns in der kommenden Produktion auf allerlei Mondscheinstimmungen gefaßt machen können. Mit bem p 1 astischen Film scheint es noch lange nicht so weit zu sein. Aus Amerika sind zwar Nachrichten gekommen, ber plastische Film fei erfunben, nur seien bie für bie Umstellung erforderlichen Kosten so hoch, daß an seine Einführung in der Zeit der Krise nicht zu denken wäre; aber das klingt reichlich unwahrscheinlich. Deshalb kann es für den Augenblick nur eine Diagnose geben: lassen wir die Berufenen Weiterarbeiten und warten wir wohlwollend ab. Schwieriger zu beurteilen ist Die ßage bes Farbfilms, insofern, als man nicht weiß, wo bie technischen Schwierigkeiten aufhören und bie psychologischen anfangen. (Es bürste bekannt sein, baß Der Farbfilm auf Teilgebieten schon beachtliche Resultate erziell hat, Daß jeDoch Die Zweifarbenverfahren unter einem für Die Spielfilmpraxis zu merkbaren Farbausfall unb Verfälschung ber Farbwerte leiben, bie Dreifarbenverfahren Dagegen noch nicht vräzise genug funktionieren. Inbessen ist es Kid), ob biese Mängel größer finb, als jene, bie nfang bem Tonfilm anhafteten. Es scheint, baß bie Hauptschwierigkeiten auf psychologischem Gebiet liegen. Währenb wir an die Schwarzweißphotographie von klein auf gewöhnt sind, gehören Die kolorierten Kitschpostkarten zu Den Schrecknissen unseres Daseins — unb barunter hat Der Farbfilm zweifellos zu leiben. Es ist stets so, daß nicht nur bie Techniker lernen müssen, bie neuen Är- finbungen besser zu hanbhaben, sonbern baß auch bie Zuschauer lernen müssen, bie neuen Einbrücke zu empfangen. Ein solches Umlernen setzt aber eine innere Bereitschaft voraus, bie jeber Neuerung erst bie Wege ebnet, unb bie Dem Farbfilm gegenüber offenbar noch nicht ba ist. Der Farbfilm wirb kommen, wenn sich bie Erkenntnis, daß Die Farbe zum Film ebenso gehört wie ber Ton, auch gefühlsmäßig allgemein burchgese. hat. Nicht zu vergessen, daß für uns Deutsche infolge de- Kraft ber sich auf allen Gebieten vollziehenben geistigen Umstellung, bie technischen Probleme in ben Hinter» grunb gerückt finb. Auch für ben Film ist im Augenblick weniger bie Farbe unb Plastik wichtig, als feine geistige Neugeburt und organische Neuordnung. S.Jtxfporf Deutsches Sportfest an der Saar. 15 000 beim Start dec Rationalmannschaft. Der Besuch der deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft und weiterer namhafter Athleten aus dem Reich gestaltete sich am Dienstag für Saarbrücken zum Höhepunkt der diesjährigen sportlichen Saison. Als die von Paris kommende Nationalmannschaft am Hauptbahnhof eintraf, wurde sie von Taufenden mit stürmischer Begeisterung empfangen. Entblößten Hauptes sangen die Massen das Deutschlandlied. Geradezu überwältigend war dann aber auch der Verlauf der Veranstaltung selbst. Mit 15 000 Zuschauern, einer Zahl, die bisher im Saargebiet noch nie bei einer Leichtathletik-Veranstaltung zusammenkam, war der Platz überfüllt. Der Landesführer der NSDAP., Staatsrat Spaniol, begrüßte unter jubelnder Zustimmung der Tausenden die Athleten aus dem Reich herzlichst und bat sie, in die Heimat die Gewißheit mitzunehmen, und dort überall zu verbreiten, daß die Saar in unerschütterlicher Treue mit dem Reich verbunden sei. Bei den anschließenden Kämpfen gab es trotz mäßiger Bahnverhältnisse durchweg ganz ausgezeichnete Leistungen, die zum Teil besser als die in Paris beim Länderkampf erzielten waren. Besondere Erwähnung verdienten der Sieg des Pfälzers Hornberger im 100-Meter-Lauf über die Internationalen Schein und Hen - drix, sowie der außerordentlich spannende 5000- Meter-Lauf, bei dem Syring Schilgen nur knapp schlagen konnte, während sich der Deutsche Meister Gebhardt mit dem dritten Platz begnügen mußte. Entschieden der Höhepunkt der sportlichen Wettbewerbe aber war die große Leistung des alten Kämpen Dr. Peltzer im 1000-Meter-La.uf. Dr. Peltzer schlug den Deutschen Meister König ganz überlegen und als der lange Doktor das Ziel passiert hatte, brachten ihm die 15 000 Zuschauer eine stürmische, langanhaltende Sympathiekundgebung dar. Handball im Sau XII der OT. 7Nto. Gießen I — To. Heuchelheim I 12:6 (6:0). Mit einer recht hohen Tordifferenz konnte die erste Mannschaft des Gießener Männer-Turnvereins das am vergangenen Sonntag auf dem Mtv.-Sport- platz ausgetragene Handball-Freundschaftsspiel gegen die gleiche Mannschaft des Turnvereins Heuchelheim beenden. Wenn auch bei den Gießenern durch mehrfachen Ersatz zahlreiche Lücken vorhanden waren, reichte das Können der Gäste doch nicht aus, das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Die Heuchelheimer Mannschaft ist vor allen Dingen zu stark verjüngt, wodurch ihr noch die nötige Spielerfahrung und Durchschlagskraft fehlt. Besondere Anerkennung verdient der große Eifer, den die Gäste- Mannschaft während des ganzen Spieles — auch als schon an einen Sieg nicht mehr zu denken war — zeigten. Bei den Männerturnern sah man zeitweise zuviel Solospiel des Sturmes und besonders gegen Ende der zweiten Halbzeit mehrere Deckungsfehler der Hintermannschaft. In der ersten Halbzeit waren die Gießener jederzeit überlegen und erzielten durch eine Anzahl schön vorgetragener Angriffe in fast regelmäßigen Abständen sechs gültige Tore. In der zweiten Halbzeit wurde die Heuchelheimer Mannschaft durch Umstellung etwas durchschlagskräftiger und konnte durch einige Treffer das Resultat etwas verbessern. So endete das jederzeit anständige und faire Spiel, das in Turner Mohr (Tv. 1846) Gießen einen gerechten Leiter hatte, mit einem überlegenen, in dieser Höhe auch verdienten Siege, der Gießener Mtv.-Mannschaft. 2Hfo. Gießen 1. Jugend — To. Heuchelheim 1. Jugend 20:3 (9:1). Einen noch eindrucksvolleren Sieg als die 1. Mannschaft konnte die 1. Jugend des Mtv. Gießen erringen. Die Gießener zeigten ein recht schönes und flüssiges Zusammenspiel, und werden in den kommenden Verbandsspielen sicher einen achtbaren Gegner darstellen. Den Gästen fehlte der Eifer und die nötige Spielerfahrung. Spielvereinigung 1900 Gießen. TfB. Friedberg A. I. —1900 Gießen A. I. 3 :2. Das Spiel der A. I. Jugend fand in Friedberg statt. Bei dem Spiel in Friedberg waren sich beide Mannschaften gleichwertig. Das Spiel durfte für Gießen nicht verloren gehen, wenn der Sturm etwas schußfreudiger gewesen wäre. Friedberg hatte Anstoß und kam gleich vor das 1900er Tor. Infolge falscher Abwehr konnten diese schon nach 3 Minuten in Führung gehen. Kurz vor Halbzeit gelang 1900 der Ausgleich. Nach Wiederbeginn arbeiteten die Gäste eine leichte Überlegenheit heraus. Der Sturm fand jedoch das Tor nicht. Bei einem Durchbruch des Linksaußen war die Verteidigung nicht auf dem Posten und schon hatten die Gastgeber wieder die Führung an sich gerissen, ja sie konnten sogar noch ein drittes Tor erzielen. Die 1900er spielten jetzt vorsichtiger und konnten ein Tor aufholen. 1900 A. II. — VsR. Buhbach A. I. 2 :1. Die Butzbacher I. Jugend, neu zusammengestellt, verlor ihr erstes Spiel gegen die II. Jugend von 1900 mit 2 :1 Toren. Die Gießener waren etwas eifriger und rascher am Ball. Ihr Sieg war verdient. Sportverein 1920 Heuchelheim. Am Sontag standen sich auf dem Heuchelheimer Sportplatz zwei alte Gegner aus früheren Jahren, VfB. Aßlar und der Sportverein 1920 Heuchelheim, im Gesellschaftsspiel gegenüber. Den Heuchelheimer Zuschauern, die diesmal in etwas größerer Anzahl als sonst erschienen waren, stellte sich die erste Mannschaft des So. 1920 in der wahrscheinlichen Ausstellung der kommenden Verbandsspiele vor. Das Spiel selbst wurde von Heuchelheim verdient mit 6 :3 Toren gewonnen. Maßgebend dafür war die bessere Technik und das größere Stehvermögen der Platzbesitzer. Die Mannschaft als solche verdient ein Gesamtlob. Nur der Linksaußen, der anfangs einen guten Start hatte, fiel gegen Ende der ersten Halbzeit merklich ab, ihm fehlt noch die nötige Energie. Die sechs Tore, die alle aus schönem Zusammenspiel resultierten, teilten sich der Halblinke (1), der Mittelstürmer (3) und der Halbrechte (2). Bei Aßlar waren die Hintermannschaft und Läuferreihe gut, der Sturm dagegen im Schuß ungenau und schwach. Das Spiel selbst wurde hart geführt, blieb aber jederzeit innerhalb der Grenzen des Erlaubten, und hatte in Schiedsrichter Grote (Lollar) einen gerechten Leiter. Das Spiel der Jugendmannschaften wurde von Aßlar verdient mit 5 :1 Toren gewonnen. Gegen die bedeutend kräftigeren Aßlarer hatten die kleinen Heuchelheimer trotz allen Eifers wenig zu bestellen. Im Spiel der zweiten Mannschaften blieb Aßlar mit 3 :2 glücklicher Sieger. Dem Spielverlauf nach batten die mit Ersatz antretenden Gastgeber ein Unentschieden verdient. Wettkamps im Kleinkaliberschießen Reichsbahn - Reichspost. Vom prächtigen Wetter begünstigt, trat am Sonntag eine Sechser-Mannschaft des Reichsbahn- Turn- und Sportvereins gegen eine Mannschaft des Post-Sportoereins zum friedlichen Wettkampf an. Bedingung war: 15 Schuß (liegend, kniend, stehend) auf 50 Meter Entfernung ohne Anwendung irgendwelcher Hilfsmittel. Die Klein-Kaliber-Abteilung der Reichsbahn hatte ihre sturmerprobten Kämpfer: Eidmann, Heinbach, Motz, Niebergall, Schilling I und Schilling II ins Treffen geschickt, während die Klein-Kaliber-Abteilung der Reichspost mit Boßler, Flach, Friedrich, Kern, Schmier und Schmidt nur eine, in halbjähriger Uebungszeit eingeübte Mannschaft stellen konnte. Mit einer Gesamtzahl von 832 Ringen schoß denn auch die Reichsbahn den Vogel ab; die Abteilung der Post erzielte 762 Ringe. Da auch gleichzeitig die Vereinsmei st erschuft des Po st- Sportvereins ausgetragen wurde, hatten die Postschützen den nötigen Antrieb erhalten. Mit der Ringzahl von 144 wurde der Postschütze Schmier erster Sieger; ib er in dem, am Sonntag, den 24. September, stattfindenden Schlußkampf einen überlegenen Gegner findet, bleibt abzuwarten. Roi-Weiß Berlin Sieger der Meden-pokalrunde. In Bad Homburg wurde am Sonntag der Endkampf um den Medenpokal durchgeführt. Die beiden Berliner Mannschaften Rot-Weiß und Berliner Tennisoerband standen sich im Finale gegenüber, das die Vertreter von Rot-Weiß mit 5:4 knapp für sich entschieden. Der Kampf brachte folgende Ergebnisse: Einzel: von (Tramm — W. Menzel (BT.) 6:0, 6:0, Frenz (RW.) — Schwenker (BT.) 6:4, 6:1, Henkelll (RW.) — Tüscher (BT.) 2:6, 6:4, 6:8, Zander (RW.) — Lorenz (BT.) 6:2, 6:3, Henkel I (RW.) — Tüdben (BT.) 1:6, 6:4, Wilhelmi (RW.) — Heidenreich (BT.) 6:4, 5:7, 5:6. Doppel: v. Cramm/Kleinschroth — W. Menzel Gottschewski (BT.) 6:3, 6:4, Frenz/Henkel I (RW.) — Tüscher/Heidenreich 6:4, 8:6, Henkel Il/Wilhelmi (RW.) — Schwenker/Lorenz (BT.) 13:11, 2:6, 4:6. In der Tro st runde holte sich Baden über Hamburg ebenfalls einen Sieg mit 5:4 Punkten. Die beiden Mannschaftskämpfe des letzten Tages brachten ausgezeichneten Sport. Besonders der deutsche Meister Gottfried von (Tramm befand sich in ausgezeichneter Verfassung und zeigte sowohl. im Einzel als auch im Doppel Tennis in höchster Vollendung. Kurze Sportnotizen. Eine schwere Enttäuschung bereitete Exweltmeister Jack S h a r k e y seinen Anhängern am Montag beim ersten seiner für die nächsten Zeit angekündigten Kämpfe. In Chikago stand er King Leoinsky gegenüber, und er erlitt nach fünfzehn Runden eine verdiente Punktniederlage. * ß i n a r 15 Abschied von der Rennbahn oll nun endgültig sein. Der 45 Jahre alte ausgezeichnete Belgier will am 21. September in Paris ein letztes Rennen bestreiten. Er trifft dabei auf )ie Deutschen Sawall und Moller und die Franzosen Lacquchay, Paillard und Grassin. * Sonja Henie, die nordische Eiskünstlerin, wird auch im kommenden Winter wieder an den großen internationalen Eissportveranstaltungen teilnehmen. Sie hat sich bereits zum Training nach London begeben. * Eine Niederlage erlitt der westdeutsche Schwergewichtler Hans Schönrath in Brüssel gegen den Belgier Limousin, der ihn über zehn Runde« nach Punkten besiegte. * Eine süddeutsche Destleistung erzielt« der Neckarauer Mittelstreckler Abel bei einem internen Vereinssportfest. Er durchlief dabei die 1000-Meter-Strecke in 2:34,8 Minuten. * Der Fußbalk-Länderkampf Ungarn gegen d i e Schweiz in Budapest endete mit einem glatten 3:0- (1:0-) Sieg der Ungarn. * Die O8A-Hockey-Damen wurden zum erstenmal auf ihrer Europareise geschlagen; sie unterlagen gegen Grün-Rot Magdeburg mit 4:5 (2:3) Treffern. * Das Deutsche St. Leger in Grünewald nahm einen sensationellen Ausgang. Sieger wurde der Graditzer Arjamann (Jockey Grabsch) vor Jani. tor. Der Toto zahlte 33:10. * Einen Weltrekord stellte Olympiasieger B e cc ali-Italien im Rahmen des in Mailand ausgetragenen Leichtathletikkampfes zwischen Italien und England über 1500 Meter mit 3:49 Minuten auf. Der Länderkampf selbst wurde von den Italienern mit 85:62 Punkten gewonnen. Wirtschaft. Oie Kölner Herbstmesse. Die Erwartungen, die man auf den geschäftlichen Verlauf der Kölner Herbmesse für Haus- und Küchenbedarf gesetzt hatte, können schon nach Abschluß des ersten Tages als erfüllt angesehen werden. Der Besuch war weit stärker als am ersten Tage der letzten Frühjahrsmesse, und die Aussteller sind mit ihren geschäftlichen Ergebnissen durchweg zufrieden. Es herrschte allgemein eine zuversichtliche Stimmung. Der Besucherkreis der Messe hat sich gegenüber früher nicht wesentlich geändert. Ein gutes Geschäft machten die Firmen der keramischen Industrie Westdeutschlands. Die dem Verband angeschlossenen Firmen haben sich verpflichtet, keine minderwertige Ware herzustellen. Die Einkäufer bekunden einstimmig, daß das Angebot in allen Zweigen der Messe selten so reichhaltig und vielseitig gewesen sei. In der G a st w i r t s m e s s e herrschte ein sehr lebhafter Betrieb. Auch die Ausstellung „Gesunde Frau — gesundes Volk" hatte einen sehr starken Besuch. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzoieh-Markt standen 690 Stück Großvieh, 139 Fresser und 198 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 360 Mk., 2. Qualität 160 bis 220 Mk., 3. Qualität 100 bis 140 Mk. Schlachtkühe a) 120 bis 250, b) 40 bis 100 Mark. Rinder V2« bis Vijährig 50 bis 100, 3/<- bis 2jährig 50 bis 140, tragend 150 bjs 300 Mark. Kälber das Pfund Lebendgewicht 20 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. — Marktverlauf: schleppend, Ueberftanb. * * Warnung für den Brotgetreide- Großhandel. Der Vorstand der Frankfurter Produktenbörse hält sich für verpflichtet, alle beteiligten Kreise, also Mühlen, Genossenschaften und Handel, ausdrücklich aufmerksam zu machen, daß nach der Neuordnung Brotgetreide im Großhandel unter den amtlich notiertenPrei- s e n sowohl innerhalb, wie außerhalb der Börse nicht verkauft, gekauft und nicht an- geboten werden soll. Es gilt dies auch für Ge- schäfte aus entfernteren Gebieten. Im Falle von Zuwiderhandlungen haben die Beteiligten mit sehr unangenehmen Folgen zu rechney. * Weiter gesteigerter Güterverkehr auf der Lahn im August. Laut amtlicher Statistik des Staatlichen Wasserbauamts Diez hat sich der Güterverkehr auf der Lahn im August gegenüber dem Vormonat um weitere 2000 Tonnen auf 10172 Tonnen erhöht. Ganz außerordentlich stark war der SportfahrFeugver- kchr im August auf der Lahn. Der schon hohe Juliverkehr verdoppelte sich nochmals. Insgesamt wurden 2175 Sportfahrzeuge geschleust. Rechnet man die vielen Paddelboote hinzu, die von den Fahrern um die Schleusen herumgetragen werden, so kann man ermessen, wie stark die Lahn in diesem Sommer von den Wasserwanderern bevorzugt wurde. Frankfurter Börse. Mttagsbörse: im Verlaufe befestigt: Frankfurt a. M., 19. Sept. Die heutige Mittagsbörse erfuhr infolge der nur minimalen Publikumsbeteiligung zwar keine Geschäftsbelebung, doch war die Stimmung nach den gestrigen Rückgängen etwas freundlicher, wobei stimulierte, daß die gestrigen Abgaben keine Fortsetzung erfahren haben. Die Kulisse schritt daraufhin zu kleinen Rückkäufen, zumal aus der Wirtschaft günstige Nachrichten vorlagen. Ferner wirkte die Einberufung des Generalrats der Wirtschaft für den morgigen Mittwoch nach. Andererseits verursachten der Rekordtiefstand des Dollars und die bevorstehenden Genfer Verhandlungen über die Abrüstung gewisse Zurückhaltung. Die Kursgestaltung war zunächst uneinheitlich, und meist überwogen noch kleine Abschwächungen. Nach den ersten Kursen kam jedoch allgemein eine fettere Stimmung zum Durch- bruch. Es eröffneten u. a. Conti Gummi mit minus 3,50 v. H. recht schwach, ebenso Reichsbank mit minus 1,65 0. H. Dagegen gewannen Bekula 2,25 v. H. und Gelsenkirchen 2 v. H. IG. Farben zogen nach knapp behauptetem Beginn später 0,50 v. H. an, ferner lagen Scheideanstalt und Rütgerswerke je 0,75 v. H. höher. Montanaktien waren ziemlich gehalten, etwas fester Rheinstahl (plus 0,75 v. H ). Don Elektroaktien setzten Licht & Kraft 1 0. H., Siemens 0,75 0. H. niedriger ein. Zellstoff Waldhof gaben 0,90 0. H., Deutsche Erdöl und Schiffahrtsaktien bis 0,50 0. H. nach. Am Rentenmarkt eröffneten deutsche Anleihen je 0,13 v. H. niedriger. Späte Reichsschuld» buchforderungen, Stahlverein-Bonds und Reichsbahn-VA. waren behauptet. Am Pfandbriefmarkt Saben die Kurse geringfügig nach. Stadtanleihen lieben weiterhin gefragt und gut behauptet, von Länderanleihen lagen Hessen von 28 etwas hoher. Staatsanleihen lagen ruhig und meist unverändert. Von fremden Werten lagen Ungarn und Schweizer Bundesbahn-Anleihen fester. Im Verlaufe war die Tendenz allgemein etwas fester und die durchschnittlichen Kursbesserungen betrugen von 0,50 bis 1 0. H. Abendbörse: Freundlich, Renten fest. In Erwartung anregender Ausführungen auf der morgigen Tagung des Generalrats der Wirtschaft zeigte auch die Abendbörse eine weiter freundliche Haltung. Von der Kundschaft lagen einige neue Kauforders vor, so daß gegenüber dem Berliner Schluß meist Kursbesse- rungen von 0,50 bis 1 v. H. eintraten. IG. Farben und Montanwerte fanden etwas stärkere Beachtung. Sonst war das Geschäft auf den Aktienmärkten nicht sonderlich groß. Am Rentenmarkt erfolgten dagegen recht lebhafte Umsätze in deutschen Anleihen unter Bevorzugung der Neubesitzanleihe, die 20 Pf. gewann. Ältbesitz zog um 0,13 v. H. an, späte Reichsschuldbuchforderungen erhöhten sich um 0,25 auf 78 v. H. Ferner zeigte sich auf Basis der Mittagskurse nach Pfandbriefen und kommunalen Werten etwas Nachfrage. U. a. notierten: Neubefitz 10,05, Altbesitz 77,50, 6proz. Stahlverein 53, Schutzgebiete alle 6,85, 6prvz. Stadt Mainz von 26 und 28 je 55, 6prvz. Stadt Frankfurt van 26 53, 6proz. Frankfurter Hyp.-Bank Gold R. 1—15 80, 6prvz. do. Gold-Kommunal R. 2 63,65, Ungar. Goldrente 4,50, Reichsbank 141, Buderus 64, Harpener 84,50, Klöckner 54, Phönix 32,25, Rheinstahl 74, Stahloer- ein 31,50, Bekula 108,40, Conti Gummi 128, Scheideanstalt 171, IG. Farben 115,50, Gesfürel 72, Metallgesellschaft 52, Rütgerswerke 48,50, Schuckert 89,75, Siemens 135,50, Reichsbahn-VA. 98,40, Ha- pag 11,13, Nordd. Lloyd 12,25. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Sranflun o. Dl. Berlin Frankfurt a.M. »erlin Zranksun a. Dl. »erlin Schluß« kurS Echlußk. Abend« börse Schluß« turi Echlußk. Mittag« bSrse Schlußkurs Schluß!. Abend- bSrtc Schluß» kurs Echlußk. Mittag« bSrse Schluß« kurs Echlußk. Abend« börse Schluß« kurs Echlußk. Minag« bSrse Datum 18-9- 19.9. 18.9. 19-9- Datum 18.9. 19.9. 18-9. 19-9. Datum 18.9. 19.9. 18.9. 19-9. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ef)em.7% Dt.Reichsanl.v. 1929 83,75 83,75 83,4 83,25 4% desgl. Serie II ............. 5,15 3 5,2 5,2 5,13 Mansselder Bergbau....... Kokswerke................ .. 0 22,5 23,75 22,25 23,5 98,5 98,5 98,5 98,4 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 .. 0 61 65,25 57i% Doung-Anteihe von 1930 .. 81,13 81,9 81,13 81,4 4!4°/<>RumSn.vereinh.Rcntev.l913 4,5 4,5 4,3 2,4 — Phönix Bergbau........... Rheinische Braunkohlen .... .. 0 30,5 32,25 30,5 32,25 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 76,65 77,5 4% Rumäniscke vereinh. Rente 2,4 2.4 2,4 . 10 178,5 176j 178,25 176 Auslos.-Rechten ............. 76.6 77,4 9,85 2 *4% Anatolier ............. 24,9 25 24,75 25 Rheinstahl................ Vereinigte Stahlwerke...... .. o 70,75 29,9 74 70,75 29,9 74,25 31,65 Desgl. ohne AuSIos.-Rechte...... 9,6 10,05 9 65 .. 0 31'1] 6% et;cm.R% Hess. Volksstaat 1929 Hamburg-Amerika-Paket ..... 9)Hnen ............. .. 0 11,25 109 109,5 11 11 11,5 108 109 (rückzahlb. 102%)............ 74,5 74,25 74,75 75 0 11,25 11,13 11 11 QJf . . e e e e .. 6 109,25 109^5, 108 109,65 6% Hess. Landesbank Darmstadt Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampsschifs........... 0 — — Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 Gold R. 12.................. 78,5 78,5 77,5 77,5 0 20 20 Kaliwerke Salzdetfurth..... 17i 154 154 67i% Hess. LandeS^ypothelen- bank Darmstadt filqul......... Norddeutscher Lloyd ......... 0 12.5 12,25 12,13 12,25 82 82 — — A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank... 0 40 40,5 39,5 40,75 113,75 169,5 41,5 46 115.5 171 113,13 115 Oberhessen Provlnz-Anleihe mit Auslos.-Rechlen ............. 66,5 68 4 0 82,5 46,75 46,75 83,25 47 83,5 47 ScheideanstaU............. .. 9 D-utIche Komm. Sammelabl. An> leihe Serie 1 mit AuSIos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar btS 1935 70,13 70,4 70,13 70,75 Deutsche Bonk und Disconto- Geielllchakt________________ o 48 48 40,5 141 48 48 40,5 Goldschmidt ............. .. 0 .. 0 40 48.5 43 46,25 40 49 Dresdner Bank.............. 0 52 52 52 41 41 80,25 — — — Reichsbank ................ 12 140,9 140,9 140,9 .. 0 53,5 53,5 68,5 55 55,5 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar biS 1936 57i% ehem. *7i% Franks. Hyp^ 80.13 80 _ _ A.E.G..................... 17,5 105,65 17,9 108,4 17,75 106 18 25 108,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 0 68 - Bekula..................... 0 Zementwerk Karlstadt....... .. 0 70 - - 80,5 79,75 - - Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 71,5 68,5 73,25 67i% ehem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Llqu.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand» 85,25 Licht und Kraft ............. 6 — 88.5 89 89 förhitUhpfÄ ^Rnftpnbofer ..... .. 0 — 91,13 92,5 28,5 42,25 32,5 85 79 — Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.EIektr.Untemehmung. 6 40,5 70 42 72 40 69,75 42,5 72 Aku