Nr. 167 Erstes Blatt 183. Jahrgang Donnerstag, 20. Juli 1933 (Er|d)etm tägltd), autzei Sonntags und Feiertags Beilagen; Die DDuftriert» Gietzener Familienblattei Heimat >m Bild Die Scholle Monatr-Vezugrprets: Mit 4 ‘Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüfse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Stehen, poftfdfedionto: Hranlfun am Main 11686. MtzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick mid Verlag: vrühl'sche Univerfifäts-Vuch- und Steinbruderei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re- lilarneanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blurnschein und für den An. zeigenteil i.B.Th.Kümmel sämtlich in Gießen. e l des zu einer B e r k ü r nerstai sich au1 nämlii f otts g e der. Führung. Weder auf der Linken ist ein Poli- unschwer Voraussagen. Der einzige zweifelhafte Punkt ist die Frage der. Führung. Weder auf der Rechten noch auf der Linken ist ein Politiker zu entdecken, der der Aufgabe Herr sein dürfte. Aber Bewegungen, und ganz besonders in Frankreich, haben die Eigentümlichkeit, den geeigneten Mann an die Oberfläche zu bringen. Es wäre gewagt, nur wegen der Frage der Führung einen Mißerfolg vorauszusagen. rische , . . . dustrie auch ohne Anwendun Neue Mittel zur Instandsetzung von Umbauarbeiien. Berlin, 15. Juli. (WTB.) Auf Grund des Gesetzes zur Derminderung der Arbeitslosigkeit hat der Reichsarbeitsrninister für 3 nstand - Parteibuchbeamten. Nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums find Parteibuchbeamte, also solche Beamte, die ohne die vorgeschriebene Ausbildung und Eignung seit dem 9. November 1918 in das Beamtenverhältnis eingetreten find, ohne A n - spruch auf Ruhegeld oder War fege Id zu entlassen. Im Falle der Bedürftigkeit kann aber eine jederzeit widerrufliche Rente gewährt werden, und Zwar in der Höhe bis zu einem Drittel des Grundgehaltes. Die neue Durchführungsverordnung sieht nun vor, daß eine solche jederzeit widerrufliche Rente auch Hinterbliebenen bewilligt werden kann. Sie darf 60 Prozent d - s Betra - ges nicht Übersteigen, der dem verstorbenen Beamten als Rente hätte bewilligt werden können. Aufhebung des Verbots der „Deutschen Zeitung". B e r I i n, 18. Juli. (WTB.) Amtlich. Das auf Anordnung des preußischen Ministerpräsidenten durch Verfügung des Geheimen Staatspolizeiamtes Saarbrücken. 19. Juli. (TU.) 3m Hinblick auf den bevorstehenden Abstimmungskampf an der Saar Hal d i e Regierungstommiffion folgende öffentliche Kundgebung erlassen: Das Saargeblel ist ein A b st i rn m u n g s g e b i e t. Die Bevölkerung des Saargebietes ist berufen, durch Abstimmung ihren willen über drei durch den F r i e d e n s v e r t r a g näher bezeichnete Fragen zu äußern. Die Abstimmung Hal frei ohne jeden Zwang zu erfolgen, woraus sich ergibt, daß jedermann das Recht hat, f ü r feine Ueberzeugung einzutreten und für sie zu werben. Ls ist somit selbstverständlich, daß jede politische Betätigung im Saargebiet, welche sich im Rahmen der Gesetze mit der einen oder der anderen der durch den Friedensvertrag vorgesehenen Lösungen besaht, gleichmäßig g e st a t t e t ist und unter dem Schuhe der Staatsgewalt steht. Es darf daher in dieser Hinsicht nicht zu unzulässigen Kamps-. Mitteln gegriffen werden, wie ;. V. Verrufsoder Aechlungserklärungen, Ehrverletzungen und vor allem« Drohungen. Es ist u n st a t t h a f t. daß jemand ;. B. als Verräter gebrandmarkt wird, weil er im Hinblick auf die Volksabstimmung die eine oder andere politische Auffassung vertritt. Die Regierungskommisson als Vertreterin des Völkerbundes greift weder zugunsten der einen noch der anderen Partei in den politischen Kampf ein. Ebenso müssen die Richter und sonstigen mittelbaren und unmittelbaren Staatsbeamten im Dienste dieselbe Neutralität gewissenhaft beachten. Die Regierungskommission ist somit ver- pslichtet, dann einzugreisen, wenn die durch den Friedensvertrag gewährleisteten Rechte b e - droht erscheinen, und sie ist auch entschlossen, in dieser Hinsicht alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Washington, 19. Juli (TU.) Die Sitzung Uebertabinetts, in der über die Zwangsverordnung (Blanket Code) für diejenigen Industrien beraten wurde, die sich nicht freiwillig der Arbeitszeit, j h n e und einer Neu- Deutschland braucht seine Kolonien wieder. Dämmert auch in England die Erkenntnis? London. 19.3uli. (WTB.) Ein konservatives Parlamentsmitglied Oberst Moore trat auf einer Llnionisten-Versammlung dafür ein, daß Deutschland seine früheren Gebiete in Westafrika zurückerhalten soll, um ihm Raum für seine Energien zu geben. 3m 3nteresse einer Stabilisierung der Lage in Europa müsse man auf den Völkerbund ein- wirken, um eine kluge, duldsame und sichere Abänderung der Friedensverträge sicherzustellen. „Wir haben Deutschland Kolonien weggenommen und sein Gebiet verkleinert, aber wir haben seine Bevölkerung nicht wegnehmen können und seine nationale Vaterlandsliebe, die in der entfachten 3ugend des neuen Deutschland ständig erstarkt. Man hat dies große Land Wie die Regierungskommission die „Freiheit" der Gaarabstimmung zu sichern gedenkt Schuh den Landfremden und Landesverrätern. — Eine erstaunliche Kundgebung. einer der gröbsten Verstöße gegen den Charakter des Saarlandes als Abstimmungsgebiet, d i e vertragswidrige Besetzung durch französische Truppen beseitigt worden ist. Eine weitere Selbstverständlichkeit ist es, daß die Abstimmung ohne jeden Zwang zu erfolgen hat und jeder für seine Lieberzeugung eintreten darf. Eine Beschränkung dieser natürlichen Freiheit der Meinung und der Propaganda ist es aber, wenn die 'Regierungskommission in dem gleichen Erlaß Richtlinien aufstellt, die so gehalten sind, daß sie sich ausschließlich gegen d i e Befürworter der deutschen Lösung der Saarfrage wenden. Das Wort „V e r r ä t e r“, das die Regierungskommission für unzulässig erklärt, kann nach Lage der Dinge im Saargebiet nur für diejeni - gen in Frage kommen, die sich zu dem Willen der überwältigenden Mehrheit der Saarbevölkerung und ihrem deutschen Empfinden i n Widerspruch sehen und die 3 n t e r e f f e n einer fr e m b e n Macht besorgen. Auch die Regierungskommisskvn sollte wissen, daß derartige Leute überall und unter allen Umständen als Verräter bezeichnet werden und daß das Ehrrührige in der Handlungsweise und nicht in der verdienten Kennzeichnung liegt. In ihrer mehr als 13jährigen Tätigkeit hat die Regierungs- so eingeengt, daß e s kein Ventil für s ne n Ausbau willen hat." Roosevelts Arbeitsbeschaffungsplan. Voykottandrohung gegen widerstrebende Industrien. kommission hinreichend Gelegenheit gehabt, den wahren Willen der Saarbevölkerung, die keiner Bevormundung bedarf, kennenzulernen Ihre Aufgabe ist es, alle Maßnahmen zu treffen, damit dieser Wille, der durch all die Jahre hindurcb konstant geblieben ist, unverfälscht zum Ausdruck kommt, nicht aber die Bekundung dieses Willens durch Ausnahmebestimmungen zu Gunsten landfremder Elemente zu erschweren. Der Völkerbund als Treuhänder des Saargebietes wird darüber zu wachen haben, daß der oberste Grundsatz des Saarstatutes, das Selbstbestimmung s r e ch t der Bevölkerung nicht durch ein nur scheinbar neutrales System beeinträchtigt wird. Kirchenwahlen tm Gaargebret verboten Saarbrücken, 19. Juli. (WTB.) Die Regie- rungskommisfion hat die auch im Saargebiet für Den 23. Juli in Aussicht genommenen kirchlichen Neuwahlen verboten mit der Begründung, daß das Reichsgesetz vom 14. Juli über die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche, auf Grund dessen die Neuwahlen ausgeschrieben sind, im S a a r • gebiet keine Gültigkeit hat. Die kirchlichen Neuwahlen könnten daher bis zur gesetzlichen Regelung dieser Frage im Saargebiet nicht ft 11 • finden. gegen Den Lilien o e r d e völkerung diese Abstimmung der Entspannung willen — erfunden haben. Die an der Spitze des Erlasses verzeichnete Tatsache, daß das Saargebiet ein Abstimmungsgebiet ist, hat in den vergangenen 3ahren in den Handlungen der Völkerbunds- reqierung n i <6 t immer i&te voll- Würdigung gefunden. Bekanntlich mußte die deutsche Regierung jahrelang darum kämpfen, daß wenigstens polnisch-russische Geheimverira'ge gegen Deutschland? Linier französischem Patronat. — Sabotage des Viererpakts durch Frankreich, Berlin, 19. Juli. (CNB.) Aus Wien wird Der „Germania" geschrieben: In Dem Kampf, Den die Diktatoren Europas um die künftige Gestaltung Des AbenDlandes führen, entfaltet Die franzö - fische Diplomatie eine fieberhafte Tätigkeit. Ihr Hauptbestreben geht jeDerzeit Dahin, Das na« tionalsozialistische DeutschlanD unbe« Dingt zu isolieren. Dieses Ziel wirD auf allen Linien verfolgt: in EnglanD unD Amerika sowohl wie in Oesterreich unD in Polen. Einen überaus be- Deutfamen Abschnitt in Diesem Ringen stellt e i n Geheimoertrag zwischen Polen unD Sowjetrußland Dar. Mit ihm roirD bezweckt. Den Viermächtepakt zu paralysieren unD Die 23er- stänDigung, Die sich zwischen DeutschlanD unD Polen angebahnt hat, zu stören. Der polnische Außenminister Beck, einer Der mächtigsten Männer Des Can- Des, steht bei Diesen Bestrebungen beDingungs- los auf feiten Frankreichs. lieber Den Inhalt Des nunmehr perfekt geroorDenen Geheimvertrags zwischen Polen unD SowjetrußlanD erfährt Die „Germania" von ihrem russischen Son- Derberichterstatter folgenDe Einzelheiten: Die beiDen Regierungen roerDen Durch Den Vertrag zu gemeinsamen Aktionen f ü r D e n F a l l verpflichtet, Daß i m Rahmen Des Viererpakts EntscheiDun- gen zustanDekommen, Die entroeDer Direkt oDer inDirett Die Interessen Der beiden Vertragspartner verletzen könnten. In einem Spezialprotokoll, das dieser Tage in Moskau unterzeichnet werden wird und dessen Wortlaut bereit- feststeht, sind die Richtlinien festgelegt, nach denen ein gemeinsamer Kampf Polens und Sowjetrußlands gegen „imperialistisch-chauvinistische Tendenzen des Deutschen Reichs" geführt werden soll. Nach Den Erklärungen Krestinskis im Politbureau soll DeutschlanD in erster Linie wirtschaftlich bekämpft werben. Im Falle eines bewaffneten Konflikts zwischen Polen unD Dem Deutschen Reich roürDe Sowjetrußland nicht nur neutral bleiben, sonDern Polen inDirett unterstützen, unD zwar vor allem DaDurd), daß ihm Die KriegsinDustrie Der Sowjetunion zur Verfügung gestellt unD Die Komintern angewiesen roerDen, im Sinne Der Des- Die Proklamation Der Saarregierung zeigt roieDer einmal Deutlich, ro i e wenig sie Der Tatsache Rechnung trägt, Daß Die erDrütfenDe Mehrheit Der Saarbeoölkerung Deutsch i ft unD Deutsch fühlt. Die Proklamation will Demgegenüber' Die Dinge so hinstellen, als gäbe es in Der Tat D r e i P a r t e i e n, von Denen jeDer ernsthafte BeDeutung zukommt. Dabei ist es in Wirklichkeit so, Daß Die Deutschgesinnten f a ft alle Abstimmungsberechtigten umfassen, unD daß Die erklärten Gegner Des Deutschtums u n - ter Den CanDfremDen, Emigranten unD ähnlichen Interessenten zu suchen sind. Bei Den Aus- einanDersetzungen über innenpolitische Probleme, Die erfahrungsgemäß mit einer mehrmonatigen Verspätung im Saargebiet zum Austrag kommen, geht es leDiglid) um Die «Regierung s form. Die Regierung Des Saargebiets versucht Die Dinge so hinzustellen, als hanDele es sich um Fragen Der staatlichen Zugehörigkeit. Man kann sich Des VerDachts nicht erwehren, als beDeute Die Proklamation Die Ankündigung oon Zwan g s- maßnahmen gegen Die erDrütfenDe Mehrheit Der Saarbeoölkerung zugunsten einer oerschwinDenDen Minderheit. Daß eine Abstimmung, bei Der es um Die völkische Zu - k u n f t geht, zur Erregung führt, liegt in Der Natur Der Sache. SchulD Daran sind aber nicht Die Abstimmungsberechtigten, Die ihre Deutsche Heimat retten wollen, sonDern Diejenigen, Die en Den Willen Der betroffenen 23 c- । — gewiß nicht nm den. An Dieser einseitigen Bevorzugung roirD in einem Teil Der öffentlichen Meinung noch starke Kritik geübt unD man befürchtet eine Auflehnung weiter Bevölkerungskreise. In Diesen Kreisen roirD ch erklärt, Roosevelt besitze genügenD Dittato- Machtmittel, um Die Geschäftswelt und die Jn- iDungdesBoy- zur Durchführung des Regierungsprv- gramms zu zwingen. Der Verlauf Der Besprechungen beweist. Daß Die Durch Die Abwertung Des Dollars geschaffene Lage Der Entscheidung zutreibt. Roosevelts Endziel ist bekanntlich, daß Die Arbeiterlöhne unD Die Neueinstellungen in Das gleiche Verhältnis zum Anziehen Der Preise gebracht werden. Offiziell schätzt man, daß allein im Monat Juni 500 000 Arbeitslose neu eingestellt worden einer Erhöhung e i n ft e 11 u n g von Arbeitslosen bereit erklären wollen, hat einen sehr stürmischen Verlauf genommen. Präsident Roosevelt persönlich konnte infolge einer Erkältung nicht an ihr teil» nehmen. Die Entscheidung über Den „nationalen Boykottplan" ist nach hitziger Aussprache aus Don» g vertagt roorDen. Der Bvykvttplan soll is ähnlicher Linie bewegen, wie Die Krieg s» anleihekampagne, woraus zu ersehen ist, von welch einschneidender BeDeutung Die augenblicklichen EntscheiDungen über Den nationalen Boykott für Die verschieDenen JnDustrien sind. Nach Dem Boykottplan sollen Die Arbeitgeber, Die Die Regierungsmaßnahmen durchführen, berechtigt sein, ihre Waren in den Schaufenstern unD an Den öaDenein» gängen mit einem offiziellen Erkennungszeichen zu versehen und gleichzeitig durch Rundfunk und Presse zu wer- erfolgte Verbot der „Deutschen Zeitung" auf die Dauer von drei Monaten — bis zum 15. Oktober — ist wieder aufgehoben worden- nachdem 23erlag und Redaktion Der „Deutschen Zeitung" eine Erklärung abgegeben haben, daß sie das durch Fahrlässigkeit des verantwortlichen Hauptschriftleiters geschehene Versehen aus Das tief ft e beDauer- t e n unD von Dem Inhalt Der Das Verbot oeran- lassenDen unzutreffenDen Verlautbarungen, Die fie nicht billigten, mit EntschieDenheit ab» r ü tf t e n. Um Der WieDerholung Derartiger Entgleisungen für Die Zukunft vorzubeugen, ist Der bisherige Hauptschriftleiter Der „Deutschen Zeitung" von seinem Po st en entfernt unD Durch eine Persönlichkeit ersetzt roorDen, Die nach Auffassung oon Verlag unD Redaktion Die unbeDingte Gewähr Dafür bieten soll. Daß Verstöße gegen Die gewissenhafte Erfüllung Der Dem verantwortlichen Schriftleiter obliegenden Sorgfallspflicht s i ch n i ch t w i e» Der ereignen. Der preußische Ministerpräsident hat sich nach Kenntnisnahme dieser Erklärung aus sozia le n und wirtschaftlichen Rücksichten Da- Organisation Des Deutschen Hinterlandes tätig zu sein« Ein Spezialartikel Des genannten Ergänzungsproto» kolls zu Dem russisch-polnischen Geheimabkommen sieht auch weitgehenDe Maßnahmen gegen Die ukrainisch-nationale Bewegung, die beiden Staaten sehr unangenehm ist, vor. Sowohl Polen als auch Sowjetrußland werden in Zukunft dem ukrainischen Separatismus erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden und ihn gemeinsam bekämpfen statt ihn, wie bisher, im Nachbarland zu fördern. Oie Enteignung Der deutschen Landbesitzer in Polen. Klage int Haag. Vorbeugende Maßnahmen beantragt. Den Haag, 19. 3uli. (TLI.) Dor dem ständigen 3ntemationalen Gerichtshof im Haag begann die Behandlung des deutschen Antrages auf Erlaß von vorbeugenden Maßnahmen in der Angelegenheit der Anwendung der polnischen Agrargesetzgebung auf die deutsche Minderheit. 3n den Woiwodschaften Posen und Pommerellen bis der Gerichtshof seine Entscheidung in dec in dieser Angelegenheit eingereichten deutschen Klage gefällt haben wird. Der deutsche Vertreter Prof. Dr. Bruns erklärte, daß die Anwendung des Agrargesetzes auf die polnischen und die zur deutschen Minderheit gehörenden Großgrundbesitzer nicht gleichmäßig vor sich gehe. Vielmehr würden letztere dabei stark benachteiligt, da die ihnen gegenüber durchgeführten Enteignungen verhältnismäßig viel größer seien, sowohl global als individuell. Er bat das Gericht, vorbeugende Maßnahmen anzuordnen, damit keine weiteren Vollstreckungen stattfänden und sich auf den zu Llnrecht enteigneten Ländereien nicht Bauern niederlassen. Der polnische Vertreter bestritt in kurzen Darlegungen die Berechtigung des deutschen Antrages. Die Verhandlungen wurden auf Donnerstag vertagt. feien. Frankreich gerät in Bewegung. Der Zug zur Autorität. London, 19. Juli. Die faschistischen Tendenzen, Die auf Dem Kongreß Der französischen Sozialisten zutage getreten finD, roerDen aus- führlich erörtert. Der Pariser KorresponDent Der „Times" äußert Dazu: Die französischen Kleinbürger roerDen klassenberoußt. In ihren Kreisen herrscht Gärung unD Empörung. Auf Diese Kreise richtet Die MinDerheit Der Sozialistischen Par- tei ihr Augenmerk. Auch bei oberflächlicher Beobachtung ist es zu sehen, wie groß bei Dem französischen Publikum Der ZustanD unterDrücfter Unruhe ist gegen Die Nachlässigkeit unD allge- nve ine UnorDnung, Die Den staatlichen Apparat gelähmt Haden. In gleicher Weise hat Das Publikum Die parlamentarischen MethoDen unD Das Treiben Der Politiker, ganz gleich ob rechts oder links, satt. Angesichts Des russischen, italienischen unD Deutschen Experiments finD Die Massen in Frankreich von Dem GeDanken DurdjDrungen, Daß Die Heilung von Diesen Hebeln nur Durch eine Bewegung zustanDegebracht roerDen muß, Die in s i ch selb st ein starkes Element Der Autori - t ä t trägt. So zeigt es sich, Daß Der französischen faschistischen Bewegung, Die von TarDieu unD FlanDin auf Der Rechten eingeleitet roorDen ist, eine Bewegung Der französischen S o - z i a l i ft e n folgt. Sollte sich eine Dieser Bewegungen entwickeln, so Dürfte Die anDere im Geiste Des Wettbewerbs Das gleiche tun. Die Folgen lasten sich setzungs- und ilmbauarbci ten am Hausbesih, insbesondere auch an Gebäuden, landwirtschaftlichen Betrieben fünfzig Millionen Reichsmark auf die Lander verteilt. Von der Verteilung eines wetteren Betrages ist nur deshalb abgesehen worden, weil die Preise für diese Arbeiten zum Teil unge- rechtfertigt gestiegen waren. Die Verteilung wird nur erfolgen falls weitere Steigerungen unterbleiben. Neue Ausführungsbestimmunaen zum Leamiengeseh. Berlin, 20. Juli. (VDZ.-Funkspruch.) Der Reichsinnenminister und Der Reichsftnanzmmlster haben eine neue Durchs üh r u n g 5 o e r o r D- nung zum Gesetz über Die WieDerherstellung Des Berufsbeamtentums erlassen. Wie Das VDZ -Büro meldet bringt Die neue VerorDnüng im wesentlichen Die Klärung einer Reihe von Zweifelsfragen. Nur in einem Punkte enthält sie eine Bestimmung von materieller Bedeutung, nämlich über Die Renten» * gewährung an Hinterbliebene von Kasseler Fleischmarkt absetzten. Die beiden Qter- dächtigen hatten sich gestern vor dem Marburger Schöffengericht zu verantworten, das die Sitzung in Homberg abhielt. Nach einer bis in die späten Abendstunden dauernden Verhandlung konnte das Gericht aber zu keiner Verurteilung der 2Inge- klagten gelangen. Sie muhten trotz der vorliegenden schweren Verdachtsmomente freigesprochen werden, weil auch noch andere Personen als Täter in Frage kommen können. mit einverstanden erklärt, daß die „Deutsche Zeitung" ab Mittwoch, 19. Juli, w i eder erscheint, obwohl die unwahren Ausführungen der „Deutschen Zeitung" geeignet waren, die Beziehungen des Reiches zu einer befreundeten auswärtigen Macht zu beeinträchtigen und hierdurch die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gefährden. Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes in der Beamtenschaft. (Berlin, 18. Juli. (MTV.) Amtlich. Ministerpräsident Göring hat einen Erlaß an die preu» hische Beamtenschaft gerichtet, in dem es beißt: Anläßlich der älebernahme der Dienstgeschafte des preußischen Ministeriums des Innern habe ich die Beamtenschaft aufgefordert, getreu den Idealen altpreuhischen Beamtentums Preußen wieder zum Hort der Sauberkeit, Sparsamkeit und hinge ben d en Pflichterfüllung zu machen. Ich habe Veranlassung, erneut darauf hinzuweisen, daß es Pflicht jedes Beamten ist, diesen Zielen nachzu- leben. Dazu gehört in erster Linie, daß jeder ferne eigenen Wünsche, Interessen und vermeintlichen Ansprüche zurück st eilt gegenüber dem Dienst amGanzen. Dies aus innerer Lebrr- zeugung zu tun, wird einem jeden um so leichter gelingen, je mehr er bestrebt ist, sich mi t dem Gedankengut der nationalsoziallstl- schen Weltanschauung und Staatsauffassung vertraut zu machen. Nur dann wird die Gewähr gegeben sein, daß die Arbeit der Behörden volksverbunden bleibt und die richtunggebenden Anordnungen der Staatsführuna verständnisvoll, ziel bewußt und einheitlich ausgeführt werden. Alle Dehördenleiter haben die Beamten zu eingehender Beschäftigung mit den Grundsätzen der heutigen Staatspolitik und mit dem Gedankengut des Nationalsozialismus anzuhalten. Sie haben dafür zu sorgen, daß jedem Beamten sowohl die grundsätzlichen Ausführungen der Landtagsrede vom 18. Mai 1933 als auch insbesondere die wichtigsten Werke des nation a.lsoz iali st ischen Schrifttum e s in ausreichendem Maße zugänglich gemacht werden. Auf das Buch des Führers „M ein Kampf" weise ich besonders hin. Ich erwarte, daß alle Behördenbüchereien der Anschaffung des nationalsozialistischen Schrifttumes und seiner Verbreitung unter der Beamtenschaft ihr besonderes Augenmerk zu- wenden. Die Leiter von Behörden, die über keine eigene Bücherei verfügen, haben aus den ihnen für Geschäftsbedürfniszwecke zur Verfügung stehenden Mitteln wenigstens die wichtig- sten Schriften zu beschaffen und ihre Beamten darauf hinzuweisen. Den Dehördenleitern mache ich zur Pflicht, auch persönlich aufklärend und belehrend auf die Beamtenschaft in diesem Sinne einzuwirken und sich bei Gelegenheit davon zu überzeugen, daß den Beamten das wesentliche Gedankengut der Bewegung nicht mehr fremd geblieben ist. Fortführung der vorstädtischen Kleinsiedlung. Berlin, 18. Juli. (WTB.) In diesen Tagen gelangte ein Teilbetrag von 50 Millionen Mark für die Fortführung der vorstädtischen Kleinsiedlung durch den Reichsarbeitsminister zur Verteilung. Bisher sind rund 120 Millionen Mark für dis Kleinsiedlung verwendet worden, mit denen rund 4 6 0 0 0 Siedler st eilen gefördert wurden. Mit den neuen 50 Millionen Mark hofft man weitere 20000 Siedler st eilen schaffen zu können. An Orten, an denen die Kleinsiedler voraussichtlich künftig keinen Erwerb finden werden, dürfen Kleinsiedlungen nicht geschaffen werden. Zum Zweck der Entlastung der Großstädte und Jndustriebezirke sollen bevorzugt solchen Personen Siedlungsdarlehen gegeben werden, die aus dem Land in die Stadt gezogen und nunmehr willens sind, auf das Land wieder zurückzukehren, um dort eine neue Existenz zu gründen. Während bisher als Kleinsiedler nur solche Personen angesetzt werden konnten, die eine Unterstützung aus öffentlichen Mitteln bezogen, können nunmehr allgemein solche Familien als Siedler ausgewählt werden, deren Einkommen d a s d u r ch- schnittliche Einkommen von Erwerbslosen nicht wesentlich übersteigt. Voll- beschäftigte Arbeiter können jedoch angesichts der beschränkten Mittel noch nicht zugelassen werden. Dagegen können kinderreiche minderbemittelte Familien mit fünf und mehr minderjährigen Kindern auch dann als Siedler angesetzt werden, wenn der Siedleranwärter in voller Arbeit steht. Anträge auf Gewährung von Siedlungsdarlehen sind allein an die örtliche Gemeindebehörde zu richten. Kleine politische Nachrichten. Der Vorsitzende der Abrüstungskonferenz, Henderson, wird sich bereits am Donnerstag von Prag nach München begeben, um mit Reichskanzler Adolf Hitler zusammenzutreffen. Reichs- außenminister vonReurath wird zu dieser Aussprache nach München fahren. * Vizekanzler v. Papen ist in Rom ein- aetrofsen Zu seinem Empfang hatten sich der deutsche Botschafter beim Quirinal, v. H a s s e l l, der Geschaftsträaer der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl, Botschaftsrat Klee und der bayerische Gesandte beim Heiligen Stuhl, Baron Ritter, sowie Vertreter der deutschen Kolonie eingefunden. Die Unterzeichnung des Reichskonkordats mit dem Heiligen Stuhl ist für Donnerstag vorgesehen. Reichsbankpräsident Dr. Schacht und der regierende Bürgermeister von Hamburg, Krogmann sind nach Deutschland abgereist. Die Führung der deutschen Abordnung auf der Weltwirtschaftskonferenz übernimmt der deutsche Botschafter in London von Hoesch. * Nachdem mehr als die Hälfte der Mitgliedsstaaten des Völkerbunds sich für eine Vertagung der Völkerbundsversammlung um einige Wochen ausgesprochen haben, hat der Generalsekretär heute den Negierungen die Mitteilung gemacht, daß die diesjährige Völkerbundsversammlung erst am 2 5. September zusammentreten wird. oiuf Veranlassung des Untersuchungsrichters ist d°r TS D-NI in Danzig wegen des dringenden Verdachtes des Betruges, der Unterschlagung und der Kovit al Verschiebung im Zusammenhang mit der Aktion gegen die Freien Gewerkschaften verbaftet worden. Es soll sich um eine Summe von 15 000 Gulden handeln. Drill ist Dolkstagsabgeordneter und Führer der sozialdemokratischen Fraktion. Aus aller Well. Das Löwenbaby in Berlin. In der Nähe des Preußischen Landtags in Berlin bot sich dieser Tage den Fußgängern em nicht alltägliches Bild. Auf dem umzaumten Gelände der jetzt abgerissenen Schauburg tummelte fich ein junger Cötoe, der sich auf dem Berliner Boden offensichtlich sehr wohl fühlte. Es stellte sich heraus, daß es sich um.den erst wenige Monate alten Löwen handelt, den der Leipziger Zoo dem Ministerpräsidenten Göring zum Geschenk gemacht hatte. Der kleine Löwe vollführte wie eine junge Katze allerliebste Spiele mit seiner Pflegerin. Museum „Großes Hauptquartier 1917/18 in Bad Kreuznach." Am 23. Juli wird in Bad Kreuznach im Oranien- Hofpark ein Museum „Großes Houpt- quartier 1917/18 in Bad Kreuznach" eröffnet. Unter den Ehrengästen befindet sich auch General d. Inf. v. Kuhl, ehemaliger Chef der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern und zur Zeit der Marneschlacht Generalstabschef der 1. Armee. Das Museum ist errichtet mit Unter, stützung des Reichsarchivs zur Erinnerung an die Anwesenheit des Großen Hauptquartiers in Bad Kreuznach während des Weltkrieges. Es enthält Sammlungen von hochinteressanten Dokumenten, Karten, Bildern, Schriftstücken, Erinnerungsgegen- ständen, sowie Stiftungen Kaiser Wilhelms II., nie. ler Heerführer und anderer Persönlichkeiten. Die durch einen Teil der Presse gegangene Nachricht, wonach zur Eröffnung Reichswehrminister von Blomberg und Ministerpräsident Göring nach Bad Kreuznach kommen werden, ist unzutreffend. Das Museum findet jetzt schon großes Interesse im In- und Ausland. Schlageler-Flammenmal in Kaiserswerth. Als Symbol der Wacht, die die Hitlerjugend zu Ehren Schlageters hält, wird demnächst auf der Südseite der alten Barbarossa-Pfalz in Kaiserswerth am Rhein ein schlichtes Flammenmal Aufstellung finden. Auf einem 3 Meter hohen Sockel — im Grundriß in Kreuzesform — ruht eine einfache Schale aus Bronze, auf der lediglich das Wort Schlageter steht. In den Kunststeinsockel, auf dem die Schale ruht, sind die Worte eingemeißelt: .Heilige Flamme, glüh', glüh' und verlösche nie — fllr's Vaterland." Die Flamme, die ihre Nahrung aus dem städtischen Gasnetz erhält, brennt tagsüber mit gedrosselter Flamme und des Nachts mit vollem Licht, also eine ewige Flamme. Die Kosten dieses Gasverbrauchs werden in der Form aufgebracht, daß alljährlich einmal am Schlagetertag jeder Hitler- junge seinem Führer einen Pfennig geben muß. Der Entwurf des Flammenmals stammt von Regierungsbaumeister Knothe und Architekt Clemens Traut- mann, beide in Düsseldorf. Die Vorbereitungen sind soweit gediehen, daß die Schlagcterflamrne schon bald von der Barbarossa-Pfalz weithin über den Rhein sichtbar emporlodern wird als mahnen- des Zeichen der Unlösbarkeit der Jugend vom vpfergedanken Schlageters. Die Berufsbezeichnung „Ingenieur". Der Verein deutscher Ingenieure hat beschlösse, seinen Mitgliedern zur Pflicht zu machen, daß sie ihrem Namen bei Vordrucken die Buch- st a b e n V D I hinzufügen. Da der Verein deutscher Ingenieure nur den Ingenieuren die Mitglied- schäft zuerkennt, die eine bestimmte theoretische und praktische Ausbildung nachweisen können, bedeutet der Zusatz VDI nicht nur Zugehörigkeit zu einem Verein, sondern bietet Gewähr- für Erfüllung persönlicher und fachlicher Voraussetzungen. Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß nur durch Mitarbeit der Jugend der Weg in eine bessere Zukunft führt, hat der Verein wesentliche Erleichterun- gen für die Aufnahme von Jungingenieuren geschaffen. Blassenvergiftungen in Sizilien. — Sechs Tote. Ein noch unaufgeklärter Fall einer MassenVergiftung, der bisher sechs Opfer forderte, ereignete sich im Dorfe Ficarra bei Messina, wo ein Bauer mit dreien seiner Töchter sowie zwei Säue- rinnen gleichzeitig an Vergiftung starben, während die Frau des Bauern und noch drei andere Tochter des Ehepaares an den gleichen Erscheinungen mit dem Tode ringen. Der Staatsanwalt hat sich sofort an Ort und Stelle begeben und die 23er- haftung von vier der Schuld verdächtigen Personen anneorbnet. Sedjs Häuser niedergebrannt. In Wiensteig (Württ.) brach in der Nacht ein »ranb aus der m kurzer Zeit fünf Anwesen und die alte Zehntscheuer erfaßte. Der Göppinger Löschzug war zusammen mit dem Geislinger Löschzuq und der Wlesensteier Feuerwehr bis zum Morgen tätig um das Feuer einzudämmen. Die Wehren r?. en aber nicht verhindern, daß die bereits er- satzten Gebäude meberbrannten. Einwandfreie Feststellungen über die Ursache des Brandes konnten noch nicht getroffen werden, doch wird Brand- stiftung vermutet. Fünf G-chwerverlehte bei einem Autounsatt. WSN. M a i n z. 19. Juli. Vergangene Nacht Segen » M^r war der Chauffeur Georg Heinz aus Hahnheim (Kreis Oppenheim) mit seinem mit vier Personen besetzten Auto auf der Fahrt Darmstadt nach Mainz begriffen. In der Nahe der Dreschhalle bei Bischofsheim fuhr der Lenker des Wagens gegen einen Linden- ff??!?’ 3et heftigen Anprall wurden der Chauffeur und sämtliche vier Insassen, die alle aus Mainz stammen, schwer verletzt Da sämtliche Personen bewußtlos waren, konnten die werden Fahrgäste noch nicht festgestellt Ein sonderbares Verbrechen unaufgeklärt. WSN. Marburg. 19. Juli. Ein sonderbares Verbrechen verursachte im vergangenen Frühjahr mehreren Landwirten in der Gegend von Homberg (Esze) schweren Schaden. Als die Landwirte morgens ihre Kuhställe betraten, fanden sie einige ihrer besten Kühe mit schweren Verletzungen vor. Ein unbekannter Täter hatte den Tieren die Bäuche aufgeschliht, so daß teilweise die Eingeweide heraushingen. Natürlich mutzten die Kühe sofort notgeschlachtet werden. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich auf zwei Händler, Vater und Sohn, aus Lenderscheid bei Treysa, welche auffallenderweise immer kurz nach den sonderbaren Vorfällen im ®orf erschienen, das Fleisch der notgeschlachteten Tiere billig erwarben und es dann mit gutem Verdienst am Das „Hans her Deutschen Kunst" in München. l"".'' ...... ' ’ ........................""............... ...... । • ' 1..... "IINI111 111111 .....। ■ * . Das Modell von Professor Paul Tro ost für das Ausstellungsgebäude, das auf Veranlassung des Reichskanzlers an Stelle des niedergebrannten Glaspalastes in München errichtet werden und den Namen „Haus der Deutschen Kunst"erhalten soll. Aus der Provinzialhauptstadt. 3m Kampf gegen den Hausbeiiel... Wohl jeder Hausbesitzer hat sich schon über bas zur Lanbplage geworbene Hausbetteln geärgert und wartet sehnsüchtig auf biesbeziigliche, burchgreifenbe Gegenmaßnahmen. Mancher Leser benkt jetzt vielleicht: „Wie kann man ben armen, notleitenden Menschen ein Stückchen Brot mißgönnen?" Das geschieht auch nicht; aber bie Art, in ber man basfelbe hergeben muß, ist nicht bie richtige. Die Belästigung ist für Einzelne zu groß. Wer unabhängig in seinem Hause wohnt, schließt einfach bie Tür zu unb sieht ruhig und schabenfroh zu, wenn ber ungebetene Gast nach vergeblichem Rütteln weiterzieht, um seinen Nachbar, ber nicht abschließen barf, glücklich zu machen. Wer dber im übertragenen Sinn ein „offenes Haus" hat, kommt nicht so leicht burch. Der „zähe" Gast schellt einmal, wenn man sich nicht innerhalb einer viertel Minute gemelbet hat, schon zum zweiten Mal unb wirb, wenn bann nicht sofort geöffnet wirb, ärgerlich; denn er pocht auf fein gutes Recht unb — hat keine Zeit zu verlieren. Zeit ist bei ihm Gelb. Er zerrt an ber Klingel. Im Galopp ist ber Türpförtner ja längst unterwegs. Er befand sich aber im 3. Stockwerk. Unten ange= kommen, finbet er niemand mehr vor. Er hatte sich also noch nicht genug geeilt. Aber was ist benn bas? Was ist mit der Klingel passiert? Der ungebetene Gast hat aus Aerger über bie Bummelei ben Klingelknopf abgerissen unb mitgenommen. Ein Nachbar sieht gerabe noch, wie ber „arme, bebauernsroerte" Mann etwas Glänzendes in bie Gegenb wirft. Er hebt es auf unb gibt es feinem Besitzer roieber, ber es burch seinen Nachbar Schlossermeister roieber befestigen läßt. Anbere machen roieber anbere Erfahrungen. Ein Bettler trank in einem Wirtshaus fünf große Schoppen unb bezahlte sie mit, sage unb schreibe, 30 ungekochten Huhnereie r n. Ob bas ber nachher zu erroähnenbe Familienväter war, ber angeblich seine Familie ernähren mußte, entzieht sich meiner Kenntnis. Wieder ein anderer machte am Schluß der Woche Kassensturz und stellte ein Saldo von 23,75 Mark fest. Auch die Anschaffung von Wohlfahrtsmarken hat nicht zum Ziel geführt. Die Belästigung bleibt die gleiche. Die Zahl der Bettler ist vielleicht etwas zurückgegangen. Da sind die beiden vorher erwähnten Nachbarn auf ein neues Mittel verfallen: bas Mittel ber Arbeitsbeschaffung, benn bie armen Menschen betteln ja nur, weil sie keine Arbeit haben, also nichts vevbienen können. Auf ber gegenüberliegenben Seite der Straße hat der Nachbar einen Wagen Sand abgeladen. Ah! Jetzt haben wirs! Eine pensionierte Diakonieschwester bringt der Sache trotz ihres angeborenen, aber auch noch anerzogenen guten Herzens ebenfalls ein warmes Verständnis entgegen. Die Gründung eines Vereins vollzieht sich reibungslos. Statuten werden nicht schriftlich niedergelegt. Es wuß sie jeder im Kopf auswendig behalten. Also! Jeder Bettler erhält 21 Pf., wenn er die Hälfte des Sandhaufens auf die andere Seite schafft. Eimer unb Schippe werben gestellt. Anfangs Juli entstand der genannte Verein. Manche Bettler gingen ein und aus. Es ging aber wie bei dem Fest in der Bibel: Alle hatten eine Entschuldigung. Da, am 17. Juli, fand sich der erste , „arme" Mann, der sich die 21 Pf. verdiente. Arbeitszeit etwa eine Viertelstunde. Interessant sind überhaupt die Entschuldigungen, mit denen sich die einzelnen von der Arbeit drücken. Einer erklärte, ihm fehle an jeder Hand ein Finger. Die Sache wird fachmännisch untersucht. Eins der Vereinsmitglieder ist im Nebenberuf zufällig noch Arzt. Die Daumen sind unverletzt. Die amputierten Fingerstümpfe sind mit gutverschieblicher Hautnarbe längst verheilt. Zweite Entschuldigung: Es fehlt auch eine Fußzehe. Dies wird aus begreiflichen Gründen nicht untersucht, aber geglaubt. Dritte Entschuldigung war: er sei auch noch Epileptiker. Da strahlt der Doktor. Der Mann ist wie geschaffen zur Arbeit. Mit einem verächtlichen Blick über die Achsel zieht der „kranke" Mann weiter. Die anderen Absagen sind wieder in anderer Art humorvoll: Einer sagt, er habe keine Zeit zur Arbeit, er sei Familienvater und müsse seine Familie ernähren usw. Nachbar und Vereinsbruder Schlossermeister kann wieder mit anderen Humoristika aufroarten. So hat man auch durch bie Bettelplage seinen Zeitvertreib. Schließlich muß alles aber einmal ein Ende nehmen. Man hofft sehnlichft, baß in absehbarer Zeit auch in btefer Angelegenheit einmal höheren Orts ein Machtwort gesprochen wird. Wiedersehenöseier alter Gießener Gymnasiasten. Gelegentlich der Weihe des Gefallenendenkmals im Landgraf-Ludroigs-Gymnafium fand eine Zusammenkunft der sog. „Jubiläums-Oberprima" statt, die im Jahre 1907 anläßlich der Dreihundertjahr- fcier des Lanbgraf-Lubroig-Gymnapums die Antigone aufgeführt hat und die dann 1908 das Abitur bestand, zu dessen 25jähriger Wiederkehr sie sich jetzt zusammengefunden hatte. Bei ber Wiebersehens- feier waren insgesamt 15 Konabiturienten versammelt, von ben übrigen waren schriftliche unb telegraphische Grüße eingetroffen, barunter auch ein Kabeltelegramm aus Amerika. Die Zusammenkunft begann am Sonntagvorrnittag mit einer Erinnerungsfeier an bem Gebenkstein im Gymnasium, an bem ein Kranz mit ben Namen ber Gefallenen des Jahrgangs 1907/08 nlebergelegt würbe. Die Ansprache hielt babei Pfarrer Linbenstruth, Butzbach, ein Abiturient von 1908. Nachmittags folgten Kranznieberlegungen an verschobenen Ge- benksteinen auf bem Neuen Friebhof. Sonntag abend vereinigten sich bie alten Gymnasiasten zu einer geselligen Zusammenkunft im „Hinbenburg, bie in Form eines zwanglosen Bierabenbs in schönster Kamerabschaft verlief unb mancherlei Erinnerungen wach werben ließ. Zu ber Wiebersehensfeier ber alten Schulkameraden wurde den Konabiturienten von 1908 von ihrem Schulkameraden Hermann Schlosser in Frankfurt und zugleich auch dem Landgraf-Ludroigs- Gymnafium ein besonderer Gruß in Gestalt eines wertvollen Erinnerungsbuches gewidmet, das auch lokalgeschichtlich von besonderer Bedeutung ist. Die interessante Schrift ist unter dem alten Kampfruf ber Jubiläums-Oberprima „Sehr zum sechsundzwan^ig- ften" geschrieben unb bringt neben dem ehrfurchtsvollen Gruß für bie verstorbenen Kameraden mancherlei Gedenken aus der Gemeinschaft der alten Schulkameraden. Neben einem Gedenkartikel für die im Weltkrieg gefallenen Kameraden der Jubiläums- Oberprima enthält das wertvolle Buch Schreiben des Oberftubienbireftors Altenborf, der früheren Lehrer Urstadt und Professor Hüter, ferner einen Aufsatz des früheren Lehrers Leopold Geller, einen Abdruck des Programms von der Aufführung der Antigone am 2. November 1907, ein Verzeichnis und Bilder der Jubiläums-Oberprima 1907/08 bzw. Sexta 1899 und ein Gedenkblatt mit dem Gebäude des Gymnasiums. Die wertvolle Erinnerungsgabe wird nicht nur bei den alten Schulkameraden, sondern auch bei den anderen Empfängern dieser schönen Jubiläumsschrift mit Recht als ein bedeutsames Erinnerungsstück in Ehren gehalten werden. Gießener Wochcnmnrktpreise. "Gießen, 20. Juli. Es kosteten auf bem heutigen Wochenmarkt. Lanbbutter 120 bis 125, Kochbutter 100, Matte 25 Pf. das Pfund, Käse 4 bis 10, Eier, inländische, 8,5 Pf. das Stück, Wirsing, grün, 10 bis 12, Weißkraut 10 bis 12, Notkraut 20, Gelbe Nüben 12 bis 15, Note Rüben 10 bis 15, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen, grün, 2(* bis 30, gelb 25 bis 30, Erbsen 12 bis 15, Mischgemüse 10, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 10 bis 12, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln, neue, 4 bis 6, Pfirsiche 40, Himbeeren 35 bis 50, Birnen 20, Kirschen 20 bis 28, Heidelbeeren 25 bis 28, Stachelbeeren 15 bis 18, Johannisbeeren 12 bis 15, Pflaumen 40, Junge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. das Pfund, Tauben 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 4 bis 8, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 6, 06er- Kohlrabr 5 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück Radieschen 5 Pf. das Bund, Kartoffeln, neue 3. bis 3.50 Mk. per Zentner. 'L .notigen. — lagesfalenber f ü r Donnerstag. Bergschenke (Leihgesterner Weg): 20 Uhr, Künstler- konzert — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Liebelei . . ionäfeft der Lutherge- mem oe. Em Missionsfest wird Sonntag, 23. PU o/1 Luthergemeinde gefeiert. Am Mon- tag, 24. Juli, 20 Ähr, hält der Festprediger in Ft* orlebhofskapelle einen zeitgemäßen Vortrag über Mission und Rasse. ** Sonntags-Rückfahrkarten zur r~a Regatta. Zu ber am Samstag und Sonntag (22. und 23. Juli) in Mainz stattfinden- den 49. Internationalen Mainzer Ruder-Regatta werben von allen Bahnhöfen im Umkreis von 200 Kilometer um Mainz Sonntagsrückfahrkarten aus- gegeben. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom nn 0 Uhr bis 23. Juli, zur Rückfahrt vom 22. Juli 12 Uhr bis 24. Juli 12 Uhr. Bis zum letzt- ^euannten Zeitpunkt muß bie Rückfahrt angetreten SÄ-- SM S-S 'MeiineM" Ate- ober Ssiestllern to Die QWt Sü' muß durch stand l testen« bei der w Arbeitnehmerin a zu verpflichten, e wi-d-r von mehr als IN das Darlehen nid Die Sevahruns ,4Ä: *»« W 6« WJ Denn nach der der beiden Shega sich nicht iederzcit Staat einseht; Wenn einer der lichen geistigen ode die feine Wir der Dolksgemmsc Wenn nach dem eines ober beider die Ehegatten ih zahlung des Sark Die öi Das Darlehen t Der Antrag ist be len, in deren Dezii Wohnsitz ober ( Oertlich zuständig meinte des Dohnl vorhanden ist, die Aufenthaltes. Der nen Mitgliedern d Zveckmäßigleitsgrün der Bearbeitung zu zick ter Stabt ®; Anordnung erganger gehend dahin zu prüf aussehmgrn für die «füllt lind. Aann hi ioähri werden, |o ist Dttg Gtaatslc .'Lich, 19. Juli, nicht nur im Glan Sommertages, fonbi M des neuen Rcict en- Östliche Stimn Sahen. Aus w Wen Bauern q( Statt felbft nahm le commermarft, ber ®ar und im Sujamn- tiM'Wen bestes stand am Hrei "r die Bauern ih, res Ami E t W btr £ Ngetrieben ; LtzL' Miete. Sezägi Eurnhaiie Um? tLilt !°r Äft** $e,t von 13 Ä. "'Ne ,ih7* tat jie . Rut Nl. «Mae «»er, I- v-gen > na* SS ttlt 5y vor kL^jben % ^VS". "ins*^ •i&mLh,,an*« ^Iet °>°rden und den M nsseier ^mnasiaflen. J.\5 ®^Q^nhentmD[3 .^Oberprima“ Vet ^">hunderiiahr. I^Wnauums die M 'eh l?08 bas Abitur Wiederkehr sie sich jetzt Bei der Meeschens- itonabiturienten oeriam- P schriftliche und tele« JH darunter auch ein nt°. Die Zusammcnlunst •llQ9 mit einer Erinne- lte,n im Gymnasium, an amen der Gefallenen des gelegt mürbe. Die An- rrer Lindensiruth, non 1908. Nachmittags 'n an verschiedenen Ge- Friedhof. Sonntag abend Gymnasiasten zu einer m „Hindenburg", die in Bierabends in schönster mancherlei (Erinnerungen der alten Sdfultame» rienten von 1908 von mann Schlößer \n Dem Landgral-Lndwigs. Trutz in TetzaU eines ;es gewidmet, das auch lerer Bedeutung ist. Die : dem alten Kampfruf der hr zum fechsundzmanzig' gt neben dem ehrfurchls- irbenen Kameraden man« ■ Temeinfchaft der alten rem Sebenfartifel für die ameraben der Iubiläums- toolle Buch Schreiben des endorf, der früheren Irofeffor Hüter, ferner i Lehrers Leopold Bei» Jroaramms von der Hui« n 2- November 1907, em ier Iubiläums-Vberpnma und ein Tedenkblatt mit isiums. Die wertvolle Er- nur bei den alten bei den Q.nbcr?.nSft äumsfchrist mit Recht - igsstück in Ehren gehalten enmarktpreise. Ls kosteten auf dem M sSS gs bas Stuck, rt 10 bis 12. «KZ 510S&n“n.Äf O?S:L» :S*ss SKZ 5SW . Zentner. !^"'^nerstag- Ä&r sot Lutherse' zfest vird^^Äon' inde ^ÄtpreAer K ■„ 5JlaM Bcgatl« li) lP ,.r Mder^^M ValNZer DOn Iten Zur Rückfahrt ° Axs- Wer erhält Ehestandsdarlehen? Don DerwaltungS'Amimann Keiher in Gießen. Im großen Rahmen ihres Arbeitsbeschaffungsprogramms hat die Reichsregierung im Geietz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 unter anderem die Gewährung von Ehestands- .Darlehen vorgesehen. Im Hinblick auf die große volkswirtschaftliche und bevölkerungspolitische Bedeutung dieser Maßnahme sollen in Folgendem wm Zwecke der allgemeinen Orientierung einige Ausführungen gemacht werden. Der kreis der Empfänger. Ehestandsdarlehen können nur deutschen Reichsangehörigen gewahrt werden, die nach dem 3. Juni 1933 die Ehe schließen oder bereits geschlossen haben. Die Ehefrau muß in der Zeit vom 1. Juni 1931 bis 3 1. Mai 1 933 mindestens 6 Monate lang in einem Arbeitnehmeroerhältnis gestanden haben. Das Gesetz spricht zwar nicht von einem oersiche- rungspflichtigen Arbeitnehmeroerhältms, es ist je- doch bestimmt, daß wenn Zweifel bezüglich der Richtigkeit der Angaben über die Beschäftigung der Arbeitnehmerin bestehen, die Bescheinigung der Krankenkasse gefordert werden kann. Daraus wird zu folgern sein, daß ein oersicherungspflichtiges (im Sinne der Reichsversicherungsordnung) Arbeitsverhältnis Vorgelegen haben muß. Arbeitnehmertätigkeit im Haushalt oder Betrieb von Verwandten aufsteigender Linie (Eltern, Großeltern) oder Adoptiveltern oder Stiefeltern kommt nicht in Betracht. Die Qlüliigt zui .. .. ----- ^.,^)ließung muß durch standesamtliches Aufgebot nachgewiesen werden. Die künftige Ebefrau muß spätestens bei der Eheschließung ihre Tätigkeit als Arbeitnehmerin aufgeben. Ferner hat sie sich zu verpflichten, eine solche Tätigkeit solange nicht wieder aulzunehmen, als ihr Gatte Einkünfte von mehr als 125 Mark monatlich bezieht und das Darlehen nicht völlig zurückbezahlt ist. Die Gewährung des Darlehens ist ausgeschlossen: Wenn einer der beiden Ehegatten nicht im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist: Wenn nach der politischen Einstellung eines der beiden Ehegatten anzunehmen ist. daß er sich nicht jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat einsetzt: Wenn einer der beiden Ehegatten an vererblichen geistigen oder körperlichen Gebrechen leidet, die seine Verheiratung nicht als im Interesse der Volksgemeinschaft liegend erscheinen lassen. Wenn nach dem Vorleben oder dem Leumund eines oder beider Ehegatten anzunehmen ist, daß die Ehegatten ihrer Verpflichtung zur Rückzahlung des Darlehens nicht nachkommen werden. Die örtliche Zuständigkeit. Das Darlel>en wird nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist bei derjenigen Gemeinde zu stellen, in deren Bezirk der künftige Ehemann seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Oertlich zuständig ist hiernach zunächst die Gemeinde des Wohnsitzes. Wenn ein solcher nicht vorhanden ist, Die Gemeinde des gewöhnlichen Ausenthaltes. Der deutsche Gemeindetag hat seinen Mitgliedern die Anregung gegeben, aus Zweckmäßigkeitsgründen die Wohlfahrtsämter mit der Bearbeitung zu beauftragen. Für den Bezirk der Stadt Gießen ist dementsprechende Anordnung ergangen. Die Anträge sind eingehend dahin zu prüfen, ob alle gesetzlichen Voraussetzungen für die Gewährung des Darlehens erfüllt sind. Kann hiernach ein Darlehen nicht gewährt werden, so ist er ohne Angabe des Grundes abzulehnen. Gegen den ablehnenden Bescheid ist kein Rechtsmittel zugelassen. Bestehen nach Aufsassung des Wohlsatzrtsamtes gegen die Gewährung des Darlehens keine Bedenken, so ist er mit einer gutachtlichen Aeuherung über die Höhe des zu gewährenden Darlehens an das Finanzamt weiterzugeben, in dessen Bezirk das Ehepaar seinen Wohnsitz nehmen wird. Dieses Finanzamt entscheidet endgültig, ob und in welcher Höhe ein Darlehen gegeben wird. Ein etwaiger Wohnungswechsel ist dem Finanzamt zu melden. Die höhe de» Darlehn». Das Darlehen darf höchstens 1000 Mk. betragen. Die Gewährung erfolgt in Form von Dedarfs- deckungsscheinen, die in Beträge von 10 Mk. und 100 Mk. gestückelt werden. Sie werden vom Finanzamt bar eingelöst. Die Verkaufsstellen. Die Dedarfsdeckungsscheine berechtigen zum Erwerb von Möbeln und Hausgerät in solchen Verkaufsstellen, die zur Annahme von Bedarfs- deckungsscheinen bereit sind. Als solche Verkaufsstellen kommen nicht nur Ladengeschäfte, sondern auch solche Schreinereien und Handwerksbetriebe in Betracht, die offene Ladengeschäfte nicht unterhalten. Die Gemeindebehörden haben zu bestimmen, welche Verkaufs- (teilen zugelassen werden. Die diesbezügliche Entscheidung wird Aufgabe der städtischen Körperschaften sein. Bis zum 1. August 1933 ist dem Finanzamt eine Liste der im Bezirk der Gemeindebehörde belegencn zugelassenen Verkaufsstellen zu übersenden. Den Inhabern der Verkaufsstellen, die um Zulassung nachzusuchen beabsichtigen, Jei daher empfohlen, diesbezügliche Anträge unverzüglich bei der Gemeindebehörde zu stellen. Die Tilgung. Das Ehestandsdarlehen ist unverzinslich. Es ist jedoch in monatlichen Raten von 1 v. H. zurückzuzahlen. Bei dem Darlehnsgeschäft entsteht ein privates Schuldenverhält- n i s zwischen Fiskus und Darlehnsnehmern, bei dem zwar die Eheleute gesamtschuldnerisch haften, die Abtragung der DarlehnLschuld aber sehr wohl durch Dritte erfolgen kann. Die Eltern bzw. Schwiegereltern der Eheleute haben damit die beste Gelegenheit, in wirtschaftlich erträglicher Form einem jungen Haushalt aus die Beine zu helfen. Das Gesetz sieht hinsichtlich der Tilgung noch folgende Milderungen vor, deren Ausnutzung den Darlehnsnehmern nachdrücklichst empfohlen sei: Bei der Geburt jedes in der Ehe lebend geborenen Kindes werden 25 v. H. des ursprünglichen Darlehnsbetrages erlassen. Kinder die zwar vor der Ehe geboren, aber nach der Eheschließung der Eltern als ehelich legitimiert werden, wie auch Adoptivkinder bedingen diese Erleichterung nicht, ebenso nicht solche voreheliche Kinder, die den Familiennamen ihres Stiefvaters erhalten. Rach der Geburt eines Kindes kann das Finanzamt aus Antrag die Tilgung des Darlehens bis zu 12 Monaten aussehen. Die Geburt eines Kindes ist dem Finanzamt durch Vorlage einer Geburtsurkunde nachzuweisen. Auf die heutige Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. Oer große Licher Gommermarkt Siaatskommiffar Dr. Wagner spricht über aktuelle Bauernfragen. Der Reichsernährungsminister DarrL habe in Wetzlar gesagt, daß es nicht allein darauf ankomme, die Preise zu bessern, sondern wichtig sei es, ein Bauernrecht zu schaffen, das auch den Enkeln ein Recht auf den Hof sichere. Das Recht des Bauern auf seinen Hof habe gefestigt werden müssen. Hand in Hand damit gehe die Preispolitik. Die Aufgaben in dieser Hinsicht seien nicht leicht zu bewältigen. Rur ein kleiner Kreis geschulter Landwirte können die bisher getroffenen Maßnahmen ganz verstehen. Es sei nicht damit getan, die Preise für Milch und für Schlachtvieh einfach zu erhöhen, obwohl diese Notwendigkeit vollkommen eingesehen werde. Der Weg sei aber bereits — er erinnere an die Bildung der Rhein-mainischen Milchabsatz-Genossenschaft beschritten. Es gehe besonders darum, dem Bauern einen höheren Milchpreis zu verschaffen, der für größere Zeiträume feststehe. Die gesamte Milchproduklion müsse verkauft werden können. Jeder müsse sich der Milchabsatzgenossenschaft an- schließen, wenn er in Zukunft seine Milch verkaufen wolle. Der gleiche Weg müsse auf dem Gebiete der Schlachtviehoerwertung eingeschlag^n werden. Die Metzger dürften nur noch beim christlichen Diehhandel oder bei den Genossenschaften kaufen. Dazu sei allerdings noch eine große Erziehungsarbeit notwendig. Die Milchfrage sei aerobe für Oberhessen sehr wichtig. Es bedürfe besonders einer Kontrolle in der Werkmilch - und der Frischmilch- Verarbeitung. Die Molkereien dürften nur noch entweder Werkmilch- oder Frischmilchverarbei- tungsbetriebe sein. Diese Regelung müsse nicht zum Wohle für andere Kreise, sondern für den Bauern getroffen werden. Regelungen grundsätzlicher Art müßten noch in der Frage des Frühkartoffelpreises, des Brotpreises, des Backlohnes usw. getroffen werden. Das alles seien aber w nur Maßnahmen von augenblicklicher Wirkung. Hauptsache sei, daß in Zukunft verhindert werde, daß ein Bauer von seinem Haus und Hof vertrieben werden könne. Die Schuldenlast aus bäuerlichen Höfen müsse erleichtert werden. Damit der Bauer frei auf freiem Grund sei. Die Schuldenlast müsse tragbar gestaltet werden. 14 Jahre lang sei das deutsche Volk ausgebeutet und das Steueraufkommen leichtfertig verschleudert worden. Nun aber werde es anders. Adolf Hitler sei zum Siege gekommen und dieser Sieg bedeute Wendung nicht nur im deutschen Geschick, sondern auch eine Wendung in Europa, wenn nicht sogar in der ganzen Welt. Die große Tat, die Beseitigung des Parteienstaates sei nur gelungen, weil dem Führer Hunderttausende deutscher Männer zur Seite standen, die selbst ihren Leben für die Bewegung zu * Lich, 19.Juli. Unser Städtchen prangte heute nicht nur im Glanze der Sonne eines prächtigen Sommertages, sondern auch im Schmuck der Flaggen des neuen Reiches, die von allen Häusern wehten. Festliche Stimmung herrschte in allen Straßen und Gassen. Aus weitem Umkreis waren die ober- hessischen Bauern gekommen. Die Bevölkerung der Stadt selbst nahm lebhaften Anteil.am diesjährigen Sommermarkt, der als Kreistierschau aufgezogen war und im Zusammenhang damit verschiedene andere Veranstaltungen brachte. Im Mittelpunkt des Interesses stand am Vormittag die eigentliche ttreistierschau, zu der die Bauern ihre Tiere in stattlicher Anzahl aufgetrieben hatten. Rinder, Kühe und Bullen des Hessischen Fleckviehs und der Vogelsberger Rasse waren in hochwertigsten Qualitäten vertreten. Außerdem wurden auch Ziegen zur Schau gestellt und gleich den Kühen, Rindern und Butsa« prämiiert Ai-geüchts des ausgezeichneten Materials hatten die Preisrichter ein schweres Amt. Aufgetrieben waren insgesamt 201 Rin- der, Kühe und Bullen. Gleichzeitig fand eine Eberschau, sowie eine Schafbockoersteigerung statt. Ein Ferkelmarkl, zu dem etwa 430 Tiere angefahren waren, fand ebenfalls viel Interesse. Der Krämermarkt war bei guten Umsätzen sehr stark besucht. Im Turnhallen- ?arten wurde eine Ausstellung Neuzeit- icher landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte gezeigt, die von der Firma Georg Schiefer st ein (Lich) hergerichtet waren, in der Turnhalle selbst wurde eine Ausstellung des Vereins für Handel und Gewerbe viel beachtet. In der Zeit von 13.30 bis 14 Uhr wurde von der Kapelle der Freimilligen Feuerwehr ein Platzkonzert gegeben, das viele dankbare Zuhörer fand. Im Anschluß daran fand im Schatten der Bäume vor d"r Kirche eine Kundgebung statt, die durch Bürgermeister Geil eröffnet wurde. Bürgermeister Geil begrüßte insbesondere den Staatskommissar für die Hessische Landwirt- schäft, Dr. Wagner, die SA.-Kameraden, ferner den Vertreter des Kreisamtes Gießen, Regierungsrat Schmidt, und die vielen Teilnehmer der Kundgebung auf das herzlichste. Im Anschluß daran sprach SiaaiSkommiffar Dr. Wagner über aktuelle- Fragen des Hessischen Bauernstandes. Der Redner führte u. a. aus: Wenn er heute nach Lich gekommen sei, so sei es wegen der Kreistierschau, die seit 1926 wieder die erste Tierschau im Kreise Gießen sei. Die Tierzucht im Kreise habe einen bedeutenden Aufschwung genommen. geben bereit seien. SS. und SA. hätten der Be- wcgung zur Siege verhalfen, nur mit ihrer Hilfe sei der Gegner niederzuringen gewesen. Solange SS. und SA. marschierten, regiere der Nationalsozialismus. Wer aber nicht inmitten der Bewegung stehe, fei deshalb nicht ausgeschlossen van der Arbeit am Aufbau des Staates. Das deutsche Dalk müsse sich nur umstellen. Damit es eines Tages nur nach ein einiges Reich im Nationalsozialismus gebe. Wenn dieses Ziel erreicht sei, werde man nicht nur Sieger im Inneren sein, sondern Deutschland werde bann auch roieber bie erste Ralle unter ben Völkern der Erbe spielen. Jetzt sei im hessischen Rieb mit einer großzügigen Melioration begonnen worben. Die Landesplanung werbe auch in Oberhessen burchgeführl. In einem Jahre werbe Oberhessen frei van Arbeits- lasen sein". Die Arbeitslosigkeit müsse aber burch vollbezahlte 21 r be i t behoben werben, denn bann werbe auch bem Bauern auf die Beine geholfen sein. 14 Jahre lang habe man die Riedentwässerung versucht, und die Bauern seien zwecklos belastet worden. Während zweier Jahre sei aber in aller Stille von den Nationalsozialisten an einem durchführbaren Plane für dieses Kultivierungsprojekt gearbeitet worden. Das Projekt sei bereits vom Reiche genehmigt, bie Arbeit habe schon eingeletzt, am 1. August würben 2500 Mann bafür eingesetzt. Die Schulbenlast, bie heute ben Bauern brücke, fei nicht burch besten schlechte Wirtschaft entftanben, sondern burch falsche Maßnahmen ber Regierung unb burch zu hohe steuerliche Belastung. 5er Hugenbergsche Entschulbungsplan sei nicht nach bes Reichsernährungsministers Geschmack. Der Ertrag ber Ernte von 1933 müsse so verwertet werben, baß im nächsten Jahre eine noch größere Ernte ermöglicht werbe. Das Deutsche Reich müsse, so sage ber Führer Adolf Hitler, ein Bauern-Reich sein unb bürfe nicht vergehen wie bas Reich der Staufen und Hohenzollern. Der Bauernstand habe die Aufgabe, die Städte mit seiner unverfälschten Volkskraft zu regenerieren, denn der Bauernstand sei der einzige Stand, der einen 25prozenligen Geburtenüberschuß aufzuweisen habe. Wenn der Geist bes Nationalsozialismus von allen aufgenommen sei, wenn jedermann wisse, was Adolf Hitler wolle, bann werbe bie Nation zu einer unwiberstehlichen Kraft gelangen und dann sei der deutsche Aufstieg gesichert. In der Notzeit aber dürfe keiner nach seinen Rechten fragen, sondern er müsse der Pflichten eingedenk sein gegenüber dem Vaterland, den Eltern, der Bewegung, den zukünftigen Geschlechtern, gegenüber den Vorgesetzten und auch gegenüber ben Untergebenen. Erst bann könne man von seinen Rechten sprechen. Der Geist der Uneigennützigkeit, ber Freiheit, ber Brüberlichkeit und der Geist, der in den Worten „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" lebendig fei, gehe rot. Es müsse ber Zeitpunkt kommen, zu bem keiner mehr sage, er sei Bayer, Hesse ober Preuße, sonbern jeder sagen könne, er sei Nationalsozialist. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Mit bem Gesang Des ersten Verses bes Horst- Wessel-Liebes würbe die Kundgebung geschlossen. Nach dieser Kundgebung begaben sich bie Teilnehmer zu bem Wiesenplan außerhalb ber Stabt, auf dem eine Flugsporlwerbeveranslaltung vorbereitet war. Der Flugtag, der von der Süd- westdeutschen Sportfliegervereinigung Gießen im Einvernehmen mit dem Derkehrsverein unb ber Stabt Lich, sowie mit Unterstützung bes S21.«Sturmbannes veranstaltet würbe, vereinigte eine große Zu- schauermenge auf der Wiese am Fuße bes Harbt- berge» neben ber Wetter beim Hof Kollnhausen. Neben großen Scharen von Erwachsenen hatten auch zahlreiche Schulen aus ber Umaegenb von Lich unter Führung ihrer Lehrer Aufstellung genommen, um bem sehenswerten Schauspiel beizuwohnen. Die Darbietungen ber Flieger würben allenthalben mit außerorbentlich starkem Interesse verfolgt unb mit herzlichem Beifall belohnt. Ein besonders bemerkenswertes Ereignis war bie Ankunft bes Luft- fchleppzuges mit anschliehenbem Seaelslug, nachdem bas Segelflugzeug sich aus bem Schlepp bes Motorflugzeuges gelöst hatte. Beibe Flugzeuge, insbesondere auch bas Segelflugzeug, lanbeten mit präziser Sicherheit inmitten bes Flugplatzes, von ber großen Menschenmenge mit herzlichem Beifall begrüßt. Das Segelflugzeug würbe von bem Segelflieger Erich Wiegmayer gesteuert. Anschließenb folgten interessante unb sportlich hervorragende Flüge bes Erbprinzen z u Solms-Hohensolms- Lich, bes Fluglehrers Lubwia Maier unb des Fliegers Albert Dietrichs. Hierbei wurden u. a. Loopings, Trudeln, Rückenflüge ufro. in schneidiger Durchführung gezeigt, die sämtlich von den Besuchern mit großer Spannung verfolgt wurden unb mit Recht lebhaften Beifall auslöften. Ballonjagb- flüge bes Erbprinzen z u Solms-Hohen- solms-Lich, sowie eine interessante Gasschutzübung, die von ber SS. Lich im Zusammenwirken mit zwei Fliegern mustergültig burchgesührt wurde und starke Aufmerksamkeit ber Menschenmenge fanb, gaben ben Vorführungen noch eine befonbers interessante Note. Ein weiterer Höhepunkt war der von bem Flieger Erich Wiegmayer aus einem von Fluglehrer Maier gesteuerten Flugzeug ausgeführte Fallschirmabsprung, ber ausgezeichnet gelang unb ben Flieger dicht neben dem yluggelänbe zu Boden kommen lieh. Am Schlüsse der flugsoort- lichen Darbietungen fanden noch ausgeloste Freiflüge, ferner Passagier Rundflüge statt, Die den Teilnehmern viel Vergnügen bereiteten. Die Feuerwehrkapelle L i ch wartete während der Veranstaltung mit guter Konzertmusik auf. Die S 21. von Lich versah in trefflicher und umsichtiger Weise den Absperrdienst. Die gesamte flugsportliche Veranstaltung, bie auf hohem sportlichen Niveau staub, bedeutete für Lich unb Umgegend ein bemerkenswertes Ereignis, das den Veranstaltern zur Ehre gereicht unb von ben Besuchern sicherlich in bester Erinnerung gehalten werben wirb. Der Verlauf des ßither Sommermarktes, ber von einem einheitlichen Geiste getragen war, darf als sehr harmonisch bezeichnet werden unb wirb noch lange in ber Erinnerung Der Teilnehmer lebenbig bleiben. Oberhessen. SO-Zahrfeier der evangelischen Kleinkinderschule Laubach. D Laubach, 17. Juli. QIm Sonntag konnte die hiesige Kleinkinderschule auf ihr bOjähriges Bestehen zurückblicken. Bei dem am Vormittag abgehaltenen Festgottesdienst hielt der Vorsteher des Clisabethenstifts in Darmstadt Pfarrer Hickel die Festpredigt. Um 18 Uhr fand ein besonderer Gottesdienst für die Kinder statt. Anschließend traf sich jung und alt im Stiftsgarten zur Rachfeier, die sich ebenfalls wie alle Veranstaltungen des Festes eines großen Besuches erfreute. Auch von jenen war eine große Anzahl erschienen, die als erste im Gründungsjahr 1883 die Kleinkinderschule besucht hatten. Die von den Kleinen gezeigten Spiele fanden großen Beifall. An die Versammelten hielten Pfarrer Hickel (Darmstadt), Dekan i. R. V o l p und der derzeitige Leiter der Kinderschule Pfarrer Kornmann Ansprachen, die auf den großen Wert und die segensreiche Tätigkeit dieser Einrichtung hinwiesen. Rach den Darbietungen wurden die Kleinen mit gestiftetem Kuchen und Kaffee bewirtet. Bei der Verlosung, deren Ertrag für die Zwecke der Kleinkinderschule bestimmt ist, kamen etwa 500 gestiftete Gewinne zur Verteilung. Die Rachfeier wurde durch die Mitwirkung der Kapelle des Laubacher Musikvereins verschönt. Schadenfeuer in Friedberg. WSR. Friedberg. 19. Juli. Auf dem Löwenhof bei Oberroßbach brannte heute eine große Feldscheune mit großen Strohvorräten nieder. Auch wurde eine Anzahl wertvoller landwirtlicher Maschinen ein Raub der Flammen. Evangelisches Jugendtreffen in Heidelbach. * Heidelbach, 18. Juli. Lanbesjugendpfarrer Lic. v. b. A u, ber Amtswalter Der evangelischen Iugenb in Hessen unD zugleich auch im Stabe ber Hitlerjugend, hielt, diesmal schon im fünften Jahre, ein evangelisches Jugendtreffen für bas nördliche Oberhessen ab. Im Vergleich zu früheren Jahren erfreute, sich dieses (Jugendtreffen eines besonders starken Besuches. Trotz des un- beständigen Wetters strömte Jugend zu Fuß und zu Rad nicht nur aus dem Kreise Alsfeld, sondern aus weitem Umkreis nach Heidelbach. Da der Fest- gottesdienst wegen plötzlich einsetzenden Regens nicht auf dem Festplatz stattfinden konnte und die Kirche die Besucher nicht faßte, muhte rasch ein Parallelgottesdienst in einem Gasthaussaal eingerichtet wer- den. Im Mittelpunkt stand Die PreDigt von Herrn Pfarrer Lic. v. d. A u. Ausgehend von Dem im Aufbruch Der Nation neuerwachten Drängen hin zu Kirche unD Religion, zeigte er in überzeugenden Worten, daß Kirche unb Volk nicht nebeneinander, sondern mit- und ineinander leben müßten. Der innere Aufbau, eben das Ausrichten, könne nur durch die Kirche geschehen: Kirche aber seien eben bie, bie ihren Gott kennten. Die Iugenb als bie Zukunft unseres Volkes könne nur in evangelischer Mann- Hastigkeit Mitarbeiten am Aufbau unseres Volkes. Umrahmt war ber Gottesbienst von den Klängen des Posaunenchores Holzburg, Wechselgesängen in- nerhalb ber Oemeinbe unb Kanons eines jugenblichen Thores, bie Herr Pfarrer v. b. A u unb Pfarrer Kalbhenn rasch unb sicher eingeübt hatten. Dekan Unverzagt überbrachte bie Grüße der kirchlichen Obrigkeit, bes Prälaten und des Superintendenten. Auf dem Festplatz sammelte man sich unb lernte zunächst noch unter leichten Regenschauern nach der Weise des Wilhelmusliedes ein Lied des Deutschen. Pfarrer H i l l - Heidelbach grüßte sodann die versammelte Gemeinde. Eine Vogelsberger Spielschar zeigte ein Spiel: „Wem ist das Land?" von Amts- walter K. D e u ch e r t-Altenschlirf, welches allgemeinen Beifall fand. Burschen und Mädchen aus Stum- vertenrod zeigten schöne Volkstänze. Mädchen des Alsfelder BdM. boten eine Aufführung von Volks- lieberreigen, unb Die Heidelbacyer Schulkinder erfreuten mit reizenben Lieberreigen. Maulbacher Mädchen unter Leitung von Pfarrer Kalb h en n ließen liebliche alte Weisen mehrstimmig erklingen, bis bann nur zu rasch ber Tag ausklang in einem Schlußwort von Pfarrer K a l b h e n n - Maulbach. Landkreis Gicsten. s. Hungen, 19. Juli. Der Bezirk Hungen Des N ationalsoziali st ischen Lehrerbundes hielt im „Solmser Hof" eine Versammlung ab. Der Obmann, Lehrer Arnold (Utphe), erstattete zunächst Bericht über bie Hessische Erziehertagung in Darmftabt und roürbigte ihre Bedeutung. Lehrer Dr. Kammer (Villingen) hielt einen Vortrag über „Die Grunbzüge Der Krieck sehen Pädagogik". Es schloß sich eine kurze Abschiebsfeier für Lehrer Müller an, Der von seiner bisherigen Wirkungsstätte Nonnenroth nach Gießen versetzt wurde. — Die Lehrer des Bezirks Hungen haben für bie Spenbe zur Forderung der Arbeit Den ansehnlichen Betrag von 118 Mark gezeichnet. s. Trais-Horloff, 20. Juli. Kurz nach dem Krieg hat sich hier auf dem Wohnhause des Landwirtes Hermann Beltzer ein Storchenpaar eingenistet, das seitdem alljährlich wiedergekehrt ist und regelmäßig gebrütet hat. In diesem Jahr aber hatte es mit fremden Störchen Kämpfe »u bestehen, wobei das Gelege zerstört wurde. Infolgedessen hat das Storchenpaar diese Brutstätte verlassen und sich ein neues Rest auf einem Baum außerhalb des Dorfes gebaut. Kreis Büdingen. w. Nidda, 20. Juli. Am kommenden Sonntag, 23. Juli, hält Reichsstatthalter Sprenger in der Turnhalle vormittag um 9.30 Uhr eine Kreis- arntswalter-Tagung ab. Um 10.30 Uhr findet ein Appell der gesamten SA. Des Kreises Büdingen statt. Kreis 2llsscld. * Schadenbach, 19. Juli. Gestern hat Lehrer Döll unser Dors verlassen und ist nach seinem neuen Wirkungsort Rieder-Ohmen übergesiedelt. Ungern sah man diesen allzeit freundlichen und pflichttreuen Erzieher von hier scheiden, der es in der Zeit seiner Tätigkeit an der hiesigen Schule verstanden hat, nicht nur die Sympathie seiner Schüler, sondern der ganzen Gemeinde zu gewinnen. BlihschlagineineMissionSversammlung WSR. Biedenkopf, 19. Juli. Während eines im Freien abgehaltenen Missionsfestes in Oberasphe schlug bei der Predigt des Pfarrers der Blitz in Die unter Den Bäumen sitzenden Zuhörer unb traf Den Schuhmachermeister Lind und seine Frau aus Sintshausen. Beide, die unter einem Regenschirm dicht zusammensahen, wurden einige Meter weit fortgeschleuderL Die Frau hat schwere Brandwunden erlitten, der Mann liegt noch besinnungslos darnieder, obwohl er am Körper keine Verletzungen aufweist. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft unD Sport: I. D.: H. L. Neuuer. Nachdruck verboteni fürWOCHENENDE UND WANDERN! Vermählte Trohe (Wirtschaft zum Äurgkeller), den 20. Juli 1933 4646 D Vereine Urastpost Altersvereinigung 1870-1920. c Plockwurst schnittfest % Pfund Feinkost-Käse Schachtel 12 Emmenthaler o.R. eteii.schachtel 50 S&F-Tafel butter y2Pfund 65 Eier aus der S&F-Eier-Spezialabt. 3 St. 25 S Obstwein Liter 26 4668 A KYffHÄUSW TECHNIKUM h für Jnqenieut-e und Werkmeister O BAD FR A NKENMAUS€N ■ Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 rke ■ IFWalH-l-’FUl %Pfund %Pfund 20 24 24 25 27 M M Mettwurst Braunschw. Art... %Pfund Salamiwurst .... Pfund SS, y4Pfund Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten Bierwurst in Blasen Preßkopf.............. Zervelatwurst Holsteiner.. i/4Pfund 29 Gekochter Schinken .... y4Pfund 30 Geid-Lotterie Ziehung 27. Juli 1933 Gesamt-, Höchst- und Hauptgewinne RM Wilhelm Hchwarz Lina Schwarz, geb. Rahn | Oelsardinen .. 250 brutto ~35~| Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser lieber Altersbruder und Vorstandsmitglied Herr Philipp Breitwieser nach langem Leiden entschlafen ist. Der Vorstand. Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Juli, nachmittags 21/2 Uhr statt. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung unserer Mitglieder. ^90 23 Sortier z Jos. Chambre; F. Eifert; S. Loeb: Friseur Lots; 11 Lnblinsky; W.Semmler; W.Weber; Koni .Emmerich; L.Joost; Herm.Knhl. ,1536v Sie läuft Das meiste Wasser geht so verloren. Aergern Sie sich nicht länger. Eine neue Gießkanne bekommen Sie preiswert bei J.B.Häuser Am Oswaldsgarten Gießen, Ruf 2145/2146 §5 , SB der „Berliner lllustrirten Zeitung" vom 23. Juli 1 933. Nr. 29 Achten Sie auf das KOLYNOS-Vexierbi Id-Rätsel 5000 4000 Lose zu 50 Pfg. P.ft.?ü&Ä J.schweicKert Fernspr.26641, Postsch. Stuttgart 2056 WW Hier In allen Verkaufsstellen gQ Laden mit 2 Simmern zu vermieten. 4Sb?v Bahnhofstraße 41. NWiiltt«ii!sg Vornan von Helma von Hellermann. Franzose während des Fluges eingetragen. Dazu eine Skizze des Werkes, wie es die Frau am letzten Tage scharf und treffend gesehen. Der Mann, der sein Freund gewesen und den sie zum Verrat verführt, war seit ihrer Abreise ebenfalls verschwunden. Viel Freude würde ihm aus dieser Serbin« duna nicht erwachsen, dem armen schwachen Heinz Gebier, den seine Gläubiger nun überall suchten... Auch das Verhalten der Kalesso hatte einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. War sie auch oberflächlich, ein echtes Kind ihrer Zeit — em wenig mehr Anstand und Tiefe des Gefühls hatte er ihr doch zugetraut. Ueberall Lug und Trug, hinter der Maske von Liebe und Freundschaft verbarg sich nur die Gier nach seinem Geld. Vandro fühlte, was in des anderen Seele vor- ginq, und litt mit ihm. Aber das Bewußtsein seiner Stellung als Untergebener verschloß ihm die Lippen. Ruhig, korrekt wie stets, in unveränderter Freundlichkeit tat er seinen jetzt oft schweren Dienst. Das Wetter war rauh geblieben. Schneestürme kündeten den Winter an, der lang und hart zu werden drohte. Die weiten Fahrten, meist im offenen Wagen, das lange Warten in Kälte und Wind waren nicht geeignet, die Kraft zu ersetzen, die Krankheit und Unterernährung ihm im Laufe der letzten Jahre geraubt. _ Aber nie kam ein Wort der Klage über Georg von Dandros Lippen, die stets ein Lächeln fanden, wenn er durch die nächtliche Dunkelheit des Parks dem kleinen Hause zustrebte, dessen erleuchtete Fenster ihn schon von weitem grüßten. Dann pfiff er ein paar Takte irgendeines Volksliedes — die Tur flog auf, auf der Schwelle stand die Frau, die der Inbegriff aller Seligkeit für ihn geworden, und breitete die Arme aus in zärtlichem Willkommen. Es war eine glückliche Heimkehr, auf die er sich den ganzen Tag freute. Und einmal, als fein Herz besonders stark davon erfüllt war, vergaß er feine Zurückhaltung und sprach davon zu Steinherr, mit dem er eben von weiter Fahrt nach Hause gekommen. „Man muß sich auf etwas freuen können, um das Leben zu ertragen", sagte er, und seine Augen hingen besorgt an dem verschlossenen Gesicht, das jetzt nie mehr ein Lächeln erhellte. Steinherr nickte langsam. „Ja, Sie in Ihrem Ehe- glück! Möchte es Ihnen lange erhalten bleiben! Enttäuschung ist ein bitteres Brot." „Nehmen Sie teil daran, Herr Steinherr", bat Vandrr. „Schon längst wollte ich gestehen, daß Ihre freundliche Teilnahme an unserem Dasein uns schmerzlich fehlt, wollen Sie uns nicht einmal wieder mit Ihrem Besuch erfreuen? Freilich, wir können Ihnen wenig bieten ..." „Ihr Wenig ist tausendmal mehr wert als das Viel der anderen", unterbrach ihn Steinherr, die Hand auf feinen Arm legend. $um ersten Male war der alte warme Klang in der Stimme, die Vandro lange Wochen nur hart und herrisch gehört. wie eine Königin ihr Prunkgewand. Und der Mann meinte, nie etwas Schöneres gesehen zu haben. „Werden Sie dem Eindringling verzeihen, der Ihre kurzen Stunden mit dem Gatten stört?" fragte er, ihre Hand in der seinen haltend. „Oder den Egoisten schelten, der Ihre Gesellschaft der Einsamkeit in seinem großen Kasten da drüben vorzieht? Ihr Mann forderte mich auf, mitzukommen — und die Versuchung war größer als der Takt, der gebot, zwei glückliche Menschen sich selbst zu überlassen." Eine feine Röte färbte das zarthäutige Gesicht, das sich ihm voll unbewußter Anmut entgegenhob. „Der Gast meines Mannes ist auch mir von Herzen willkommen", erwiderte sie, in leichter Befangenheit ihre Finger aus seinem Griff lösend, „wenn er vorliebnehmen will mit unserer einfachen, kleinen Häuslichkeit." „Ist sie einfach?" Versonnen schweifte fein Blick durch den Raum. „Mir scheint sie schön und heimelig." „Das bewirken diese Wunderhände", sagte Vandro und neigte sich über die schlanken Finger seines jungen Weibes, dessen Augen ihn in samtweichem Glanz anstrahlten. „Und nun sage, ob du zwei hungrigen Männern etwas zu essen geben kannst, wogegen keiner etwas einwenden würde!" Wera nickte, ein wenig verlegen lächelnd. „Die Herren werden schon satt werden." Und verschwand in die kleine Küche, von wo durch die geschlossene Tür das gedämpfte Geräusch von klappernden Tellern und Töpfen herüberklang. Magnus Steinherr, behaglich feiner ganzen Länge nach in Vandros altem Ledersessel ausgestreckt, lächelte still vor sich hin. Er hätte ja leicht seinen Koch mit einem fertigen Abendessen hierher zitieren können, aber es reizte ihn, zu sehen, wie die kleine Gräfin — wie er sie in seinen Gedanken stets nannte — sich mit der Ausgabe eines unerwarteten Besuches abfinden würde. Vandro, der sich nebenan schnell umgezogen, erschien im dunklen Anzug, erfrischt und heiter. Sein Gast nickte ihm zu: „Das war ein guter Gedanke von Ihnen, Doktor — den Sie noch bitter bereuen werden, wenn ich den Aufbruch vergesse!" Und dann begann er von dem zu reden, was seinem Herzen am nächsten lag, vom Gang der Arbeit in den Werken. Dem interessiert lauschenden Mann war es, als ob sich ihm eine Seele erschließe. Und seine Liebe zu diesem Manne, dem er Brot und Glück verdankte, wuchs und vertiefte sich. Als die junge Hausfrau mit eifergeröteten Wan- gen hereinkam, um den Tisch zu decken, sand sie die beiden ins Gespräch vertieft. Aber da sie das Zimmer betrat, schwieg Magnus Steinherr, und die Frau spürte, wie das' Blut in ihren Wangen sich vertiefte unter seinen Blicken, die unbewußt ihre Hantierungen verfolgten. l Fortsetzung folc' ' „Ich danke Ihnen für die freundliche Einladung, Doktor —aber bei drei ist immer einer zuviel. Gehen Sie, Ihre junge Frau wird Sie erwarten, sie hat ohnedies wenig von Ihnen." Doch Vandro blieb vor ihm stehen. „Kommen Sie doch mit, Herr Steinherr, gleich jetzt! Meine Frau wird sich ebenso sehr über den willkommenen Gast freuen wie ich!" . Der große Mann sah ihn lange durchdringend an, als wolle er die Tiefen seiner Seele erforschen. Aber was Magnus Steinherr in dem offenen, klaren Blick las, schien ihn zu befriedigen. „Das letzte bezweifle ich — komme aber trotzdem. Und die Folgen fallen auf Ihr Haupt. Nanu — verschluckt?" Georg von Vandro war jählings von einem heftigen Hustenanfall gepackt worden, der seine ganze Brust zusammenzuschnüren schien. Ganz gekrümmt lehnte er gegen die Tür und rang mühsam nach Atem. Steinherr schob ihm einen Stuhl hin und klingelte nach Wasser, das Vandro, sobald der Krampf sich ein wenig gelegt, gierig trank. „Vielen Dank!" Er wischte sich den Schweiß vom dunkelroten Gesicht, saß ein paar Minuten still und zusammengesunken da. Hörbar, schnell und ein wenig rasselnd ging sein Atem, bis er sich allmählich beruhigte. Dann richtete er sich auf. „Verzeihen Sie, Herr Steinherr!" Schon lag der gewohnte, ruhig freundliche Ausdruck auf dem vornehmen Gesicht, das Magnus Steinherr, der es scharf betrachtete, schmäler als ehedem vorkam. „Haben Sie Schmerzen?" fragte er, während sie das Haus verließen und langsam durch den Park gingen, dessen Schneehülle geheimnisvoll im abendlichen Dunkel schimmerte. Vandro verneinte. „Nur ein bißchen heiß und trocken ift’s in der Brust, und es sticht ab und zu — aber das gibt sich bald wieder. Zu Anfang des Winters erkältet sich jeder mal. Nur — wenn ich Sie bitten dürfte, meiner Frau nichts von dem dummen Hustenanfall zu sagen? Sie sorgt sich nach Frauenart allzusehr um solche Kleinigkeiten." „Hm." Es klang mehr nach Zweifel als Zustimmung. Aber als Steinherr über die Schwelle des kleinen Hauses trat, vergaß er alles andere über dem reizenden Bild, das sich ihm bot. Behagliche Wärme erfüllte den niedrigen Raum, der wie zum Fest in allen Winkeln und Ecken mit selbstgezogenen Blumen geschmückt war. Goldgelbe Astern leuchteten froh in der Mitte des Tisches, über den die große Lampe traulich sanften Schein goß. Und so festesfroh wie das Zimmer war die Erscheinung der jungen Frau, die ihm mit der verbindlichen Liebenswürdigkeit der großen Dame die Hand zum Gruß reichte. Ein helles Kleid hatte Wem angelegt, eingedenk der Vorliebe des Gatten für freundliche Farben. Billigster Art waren Stoff und Verarbeitung, aber sie trug es mit der gleichen Anmut und Würde | Vermietungen" Wohnungs- Vergebung. InunsererSiedlung Am Kugelberg ist ein 4-Zimm.-Einsam.- Haus und in der an der Liebigstrahe eine 3-Zimmer-Wohng. alsbald z.vermieten. NurschriftlicheMel- dungen sind bis spätestens Montag, den 24. Juli, an den Vorstand der Baugenossenschaft, Am Kugelberg 53, zu richten. 465 8d Gießen,20Zulil933 Baugenossenschaft 1804 e.G.m.b.H. Der Vorstand. Der Aufsichtsrat. Schöne, sonnige 2-3imm.UJoöo. an kinderloses Ehepaar ob. alleinsteh. Dame ob. Herrn zu verm.Schr.Ansr. u. 04351 a. b. Gieß. A. Gouda-Käse 4o%Fett, pfd.58,y4pf. 15 Schweizer-Käse saftig.... y4ptund 25 Hnimeraogen unb Hornhaut beseitigt in kurzer Zeit mein Hühneraugen-Rabikal Germania-Drogerie Carl Seibel frankfurter Sir. 39 Ein rätselvoller Ausdruck von Spott und Schmerz war in dem blassen Frauengesicht, das sich ihm ent- aegenhob. „Wozu das, Magnus Steinherr? Auch Sie leiden!" Mit einer impulsiven Bewegung reichte sie ihm ihr silbernes Handtäschchen hin. „Da, nehmen Sie sie, zum Andenken! Ihr Inhalt dürfte Sie interessieren, für mich hat er keinen Wert mehr." Ein letztes Aufleuchten der Augen, bann, neigte die Maloreen das Haupt: „Leben Sie wohl." Hart fiel da« Tor hinter ihr ins Schloß. Und das metallische Geräusch dünkte den Mann wie das Fallen eines eisernen Vorhangs über einem Spiel, das froh begonnen und traurig geendet. Er sah herab auf bas Täschchen, bas er in ber Hanb hielt. Was sollte bas? Halb mechanisch öffnete er es. Zwischen Spitzentüchlein, einem silbernen Puber- döschen unb anbcren Toilettenutensilien lag ein kleines, schwarz eingebundenes Heft voll rätselhafter Zeichen. Das enthielt auf ber letzten Seite eine in Bleistift hingeworfene Skizze irgendeines Grund- *Da strafften sich Magnus Steinherrs Schultern. Er verwahrte die Tasche, tat einen tiefen Atemzug unb trat an ben Schlag: „So, bas wäre erledigt. Weiter, Vanbro!" 26. Kapitel. Die folgenden Wochen waren nicht leicht für Georg von Vanbro, ber seinen Freunb unb Brotherrn nun von jener Seite kennenlernte, bie ber Außenwelt zur Genüge bekannt, von ber er aber bisher verschont geblieben. gebe Spur von Wärme war aus seinem Wesen geschwunden; es war, als hätten bie Ereignisse ber letzten Zeit ihn völlig oeränbert. Kalt unb ver- schlossen ging er seines Wegs, ohne Rücksicht unb ohne Teilnahme am Ergehen seiner Mitmenschen. Nur bie nötigsten Worte würben gewechselt, Einlabungen abgesagt, Besuche verbeten. Magnus Steinherr lebte nur noch für bie Arbeit, in bie er sich ganz vergrub. Trotz ber schweren Zeiten nahm bas Werk einen ungeahnten Aufschwung, rastlos würbe geschafft, bie Hochöfen dampften, unb bie Arbeiter waren zufrieden. Dennoch fraß Bitterkeit wie ein giftiger Stachel an bes Mannes Herz, dem dieser Erfolg beschieden. Gerade diesmal, wo er — der sich so selten einem Menschen zu erschließen vermochte — Vertrauen geschenkt, wurde er getäuscht unb betrogen. Alles, was er je ber Maloreen erzählt, seine Lebensgewohnheiten, fein Umgang, kleine Bemerkungen über besonders tüchtige Beamte — alles war in dem kleinen, vom geheimen Nachrichtenbienst entzifferten Heft enthalten, nebst ben Instruktionen, bie ber Erfrischungs-Waffeln. y4Pfund 17 Gemischte Bonbons .... y4Pfund 15 Eisbonbons eingewickelt... %Pfund 20 Gefüllte Fruchtbonbons %Pfund 25 Himbeer-Sirup 7^1.1.25,^fi/zo, Pfd.50 Besonders erfrischend und durststillend: MunglMeMnfet Zreilag,. 21. Juli 1933, morgens 7 Uhr emtrefrenb, em Waggon Ia ßvlsrhe Heidelbeeren 9.50)1000, (Siegen, DöHtotonölg. Zozelsgasse 9 . j6aap Telephon 2270 lleiie FrühkarloHeln la gelb fleisch. Ware, per Zentn. Mk.2.20 m.Sack versendet ab Station Echzell geg. Nachnahme^ meD Heinrich Holler I. Echzell (Wetterau). Hühneraugen Warzen,Hornballen beieitiflt restlos auch m den hartnäckign Fällen rotsicher uni Gar.innerh.5-6Tg. Hühneraugeo-Rapid Ei bau, nin Löwen- Drogerie W. Kilbinger Nacht. Seltersweq 69 Zug. einen besonders der gründhch rein'g r .ebig im Gebrauch " 165 POrt,°n^ Gesangverein »Heiterkeit«, Giefoen. Wir benachrichtigen hiermit unsere Mitglieder von dem Ableben unseres passiven Mitgliedes Herrn Phil. Breitwieser, Kulturinspektor i. R. Der Verstorbene, der während seiner langjährigen Mi^jüedschatt einige Jahre unserem Vorstand angehört hat, ist uns stets ein guter Berater gewesen, seine stets fördernde Mitarbeit für den deutschen Männergesang läßt ihn uns nie vergessen. Die Beerdigung ist am Freitag, dem 21. Juli, nachmittags 273 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. 4660d Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. Deutscher Stenogravhenbund Qrtsgruvve Gießen (früher Verein und Gesellschaft) Samstag, 22. 7. 33 llöenöflüsflng auf öle iMisriitz mit-Siegerehrung u. Ausgabe d.Divlome oom Verbandswett- schreiben. 4663d Treffpunkt 87? Uhr Ecke MarburgerStr. —Hitler-Wall. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Turnverein von 1846 Gie ben Samstag, 22. Juli, abends 8.30 Uhr, im ..Bäuerischen Hof" Bahnhofstraße igl-tannDlDng Mitteilungen über das Deutsche Turnfest in Stuttgart. Auszahl, der Reisekasse. Ausgabe der Fest- u. Fahrkarten. Sämtliche Turnerinnen und Turner, besonders aber alle Stuttgart - Fahrer, haben zu erscheinen. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Geßllschastrsahrt am Sonntag, 23.Juli, mit Aufenthalten auf dem Hoherodskovf von 11—15 Uhr, und inBad Salzhausen v. 16.30—18 Uhr. Abfahrt Postamt I Gießen 8.30, Rückkunft 19 Uhr. Fahrpreis 3.80 RM. Kar- ______tenausgabe Postamt I, Schalter 6. Mainzer Dornhan-!? Q. 15 OOO Wttitap zur Mitnahme von Gütern ver 25.d.M. vonFrankfurt a.M. bietet an Stückrath & Bender, Möbel-1 transport, Walltor- str.53,Tel.3519. 1 | Mietgesuche | Verkäufe Sonnige 5-6-Zimmer-wohnung mit Zentralheizung ober kleines Ein- samilien - Haus zu mieten gesucht. Schr. Ang. u.4604d a.d. Gieß.Anzeiger. Motorrad 200ccm,Mod.l933, z.v.Ederstr.23ll.^^ Gashevd mit Tisch billig zu verkaufen. Zwischen 2 und o Uhr. 04352 LeihgesternLVeglö Stud. sucht einfach möOnunet für Wintersemester, mögl. Nähe Kliniken L^chr. Ang. m. Preis u. 04347 a.Gß. Anz. | Stellenangebote| Jg. Mann ad. Fräulein mit guter Schulbildung u. Kenntnissen in Stenographie u. Schreibmaschine als Lehvllng von größerem hies. Büro gesucht. Eintritt sofort. Bewerbung unt.4655D an den Gieß. An meiner. Garage heizbare Einzel-Garage i.Kliniksoiertel au mieten gesucht. Schnftl. Anged. u. 4664D g. d. Gß.Az. Kaufgesuche | Zu kaufen gesucht gebrauchtes, gut erhaltenes Fahrrad mit Äallonbereisg. Schriftl.Angeb. mit Preis unter 4667D au den Gieß. Anz. (Verschiedenes -Z» üamenöai entf.m.d.Wur- zel für immer Frau B.Gulden, Gießen, Hindenburgwall 15. Svrechst.|eil.Freitg. 9-7 Uhr durchg. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. (67 Zweites Blatt Sonnerrtag,2tt.ZuIi(y3Z Nr. 29 fite 'M den 20. W1933 W6D Vereine II- e n s Z’ ä 1. 2. M MW 3. vonl846 B hwar; ilment' stobt ) 3aU5 Übfahrt ickkunit R. Kar- lalterß. ist die Feststellung des einfachen Artendest a n d e s im einzelnen Lebensraum. Die nächste Stufe hat den Grad der Verbundenheit mit dem jeweiligen Lebens- raum zu untersuchen. Die weitere Entwicklung der Forschung hat die Tierschutzvereins und seit Verkündung der grotzange- legten Pläne zur Gründung des Hessisch H e i m a t b u n d e s auf der Jubiläumsfeier in Die neue Dichtung in der hessischen Tier- und Heimaiforschung. Nach Vorträgen, gehalten auf den ZubiläumStagungen des Hessischen Tierschutz- und des Vogelschutzvereins für Hessen in Darmstadt. Von Or. Karl Rudolf Fischer, staatlichem Vertrauensmann für Naturschutz in Hessen. Deutscher Lienogravbsnbwd Lttsgrubve Gießen Sr $erem unb -amstag, 22.7.33 womsto nol 3? - 71 riseur Weber; 1. 4536V m orgens ggon evett \* -•S ft u f e n ZU unterscheiden: Die niedrigste Stufe der Lebensraumforschung Hieben aben^?:T,n w* Turn' seit fer W, Slus^qiuMbe der lalle. ^‘$r!nriert' Felb Tarne' firner' Änen pralle deionde^ Wahrer' LüittS^cheinen- also nicht zum Ziele führen. Dagegen könnte Frankreich durch den U-Boot-Krieg Englands Ernährung und Rohstoffversorgung in Frage stellen. Kann also England allein gegen Frankreich nichts ausrichten, so müßte es sich dafür nach Bundesgenossen umsehen. Wer kommt hierfür in Frage? Italien könnte zwar ein militärisch be- achtlicher Bundesgenosse fein, aber die weite räum- liche Trennung von England erschwert ein Zusammenwirken der Streitkräfte und die sehr schwierigen Grenzverhältnisse zwischen Italien und Frankreich aestatteten es diesem, einen etwa beabsichtigten Einfall der Italiener in Südfrankreich in den Alpen mit verhältnismäßig geringen Kräften abzuwehrcn. Ein Bündnis Englands mit Italien allein würde demnach schwerlich die Entscheidung gegen Frankreich bringen. Spanien ist militärisch so schwach, daß es als Gegengewicht gegen Frankreich nicht in Frage kommt, abgesehen davon, daß sich in absehbarer Zeit keine Möglichkeit bieten dürfte, es für Englands Interessen gegen Frankreich einzuspan- nen. Ueberdies liegen durch die Pyrenäengrenze Frankreichs Derteidigungsmöglichkeiten gegen Spanien mindestens so günstig wie gegen Italien. Bleibt also Deutschland. Rur über Deutschland könnte England auf einen kriegerischen Erfolg gegen Frankreich hoffen. Was liegt also näher, als daß England alles tut, um Deutschland die Möglichkeit zu bieten, seine militärische Kraft zu Lande wiederherzustellen, um mit ihm im Bunde Frankreich im Schach halten zu können? Was tut aber England? Mit allen Mitteln will es bei den Ab- rüstungsoerhandlungen Deutschlands militärische Ohnmacht aufrechterhalten, denn anderes bedeutet der Macdonald-Plan nicht. Selbst, wenn Frankreich in Genf den Maedonaldschen Vorschlägen im vollen Umfange entsprechen sollte, was wohl im Ernst niemand glaubt, jo wäre immer noch seine militärische Ueberlegenheit gegenüber Deutschland gewahrt und es bliebe unangreifbar, da ihm feine Grenzbefestigungen bei dem Verbot aller wirksamen An- grisfswaffen für Deutschland völligen Schutz gewähren. Wenn England seine Militärpolitik nicht grundlegend ändert, wird seine Gesamtpolitik auch fernerhin im Schlepptau Frankreichs bleiben. Damit aber wird das Inselreich aufhören, eine Weltmacht zu bedeuten. Schon jetzt knistert es allenthalben im Gebälk des britischen Weltreiches. Werden ihm Tlänner erstehen, die das einsehen und das Steuer umlegen, ehe es zu spät ist? Klärung zu bringen: „W arum leben nur diese Tiere hier?" Dies geschieht durch Feststellung der Vorherrschaft physikalischer, chemischer, geologischer und biologischer Faktoren. 4. Dann kommt das vergleichende Lebensraum st udium, dem die Aufgabe zu- fällt, die Beziehungen aller Lebens- räume untereinander abzuleiten und allgemeine Gesetzmäßigkeiten f ü r denNaturhaushalt ausfindig zu machen. Wir können sagen, daß wir mit Ausnahme der kleinen und kleinsten Tiergruppen in der tierkund- lichen Heimatforschung heute zwischen der ersten und zweiten Stufe stehen und daselbst nicht weiter als über die Feststellung der Landesbestandsliste hinsichtlich der vertretenen Arten gekommen sind. Wir sind also hier weit zurück hinter der pflanzen- kundlichen Forschung. Das kommt daher, daß in der zoologischen Forschung im Gegensatz zu der Botanik erhebliche Schwierigkeiten in der Erforschung der Beziehungen zwischen Lebensraum und Tierwelt bestehen. Zum Teil sind diese daher na« turbedingt, daß dem Tier freie Beweglichkeit gegeben ist, was bei Pflanzen niemals vorkommt, und daß ein Tier unter Umständen mehrere Lebensräume gleichzeitig nebeneinander benützt, so daß man gezwungen ist, mitunter einen Nahrungs-, äS#;-- auf iS btuben / n'am. - 'hn in fnmölnes UN. ,*en ÄS'W iur»o!" 1 hrch bie ' ®Äetau9Qn?enainge Ää hnnnT 6en' menn 'ch den r nnn begann er Berten ^serfen. Dem interelfiert es, als ob sich ihm eine neri!ebVU h^mTOanne, hantle, wuchs und ner. m mit eifergerötefen Üßon- 1 "'ch / decken, and sie > °erbest.^er da sie & Magnus Steinherr, und die S chren Wangen sich olicken, die unbewußt ihre Mg folr" Wenn heimatkundliche Studien aus irgendeinem Zweig der Geschichte oder Naturforschung einer streng wissenschaftlich urteilenden Kritik standhalten sollen, wenn sie dem Fehler dilettantischer Urteilsvereinseitigung subalterner Meinungsverflachung und Engstirnigkeit überhoben werden sollen, dann ist daraus zu achten, daß allen Folgerungen aus der Erkenntnis von speziellen Forschungen eine gründliche Vororientierung über die historischen und zeit- gleichen geophysikalischen Verhältnisse vorauszu- gchen hat, die diesen Spezialforschungen zugeordnet sind. Insbesondere hatdietierischeund pflanzliche Erforschung unserer Heimat unter dem Gesichtswinkel zu erfolgen, daß Tierwelt, Pflanzenleben und der zugehörige landschaftliche Lebensraum keine zufallsgegebene Tatsache oder eine gesetzmäßig nicht weiter bedingte Naturlaune sind, mit der man sich „einfach" abfinden muß, sondern daß diese aus drei Grundelementen bestehende Lebensgemeinschaft unter dem Einfluß mannigfaltiger, von außen einwirkender Kräfte der Vor- und Jetztzeit ein außerordentlich intimes Zusammenleben und Jneinandergreifen erhalten hat, die es zur Kardinalaufgabe machen, bei allen rein bota- nischen und zoologischen Bestandserhebungen einer Landschaft, die sich auf die gegenwärtig vorkom- menden Arten beziehen, gleichzeitig^auch die lier- uni) Pflanzengeographie, also die Siedlungskunde, sowie die Abhängigkeit aller Lebewesen vom geologischen Aufbau und Untergrund des Bodens, von der — die Landschaftsform bestimmenden — Landoberfläche und von dem Einfluß des Klimas zu klären. Leider ist aber in der Zeit der bei der Wissenschaft modern und aber auch zwangsläufig gewordenen Tendenz, alles zu spezialisieren, auch für die Anhänger der von Humboldt vertretenen universellen Intelligenz nicht mehr die Möglichkeit gegeben, mehrere naturwissenschaftliche Fächer so intensiv zu beherrschen und damit die einzelnen überkommenen und geisteseigenen Bausteine harmonisch in das Gesamtmosaik unseres Wissens einzuordnen. Denn trotz auch des heute noch bei der akademischen Jugend vorhandenen Dranges, sich möglichst vielseitig zu bilden, wird man bei der Fülle, das heißt der Ausdehnungsbreite und dem Tiefgang des Stofflichen außer feinem engbegrenzten Spezialfach hinsichtlich der Nachbargebiete nicht weiter als über eine gutfunbamentierte Allgemeinbildung hinauskommen, der je nach dem individuellen Jntelligenz- grad mehr oder weniger brauchbares Fingerspitzen» gefühl, nützliche Kombinationsbefähigung und Einpassungstaktik von der Vorsehung beigesellt ward. Da aber alles Fingerspitzengefühl von der wissenschaftlichen Exaktheit mit Recht nur als „Spekulation" gewertet wird, so ist es zu verstehen, wenn man sich nach neuen Wegen umsieht zu einer Zeit, da es darum gilt, alle der neuaufblühenden Heimatforschung dienenden Kräfte dahingehend zusammenzufassen, daß eine in allen Einzelteilen vollwertige Gesamtschau des heimatlichen Naturlebens zustande- kommt, eine Synopsis, welche es für alle Zeiten unmöglich macht, daß auch in diesem neuen und lebensnotwendigen Lehrfach das in den anderen Disziplinen eingerittene Neben- ober gar Segen« einanberarbeiten, sowie bie im Verfolg jedweber Spezialisierung wahrzunehmenbe Zersplitterung ber besten Kräfte ihre erkenntnishemmenben Blüten treibt. I n biefer Richtung also soll an bieder Stelle auf neue Gesichtspunkte hingewiesen wer- ben hinsichtlich ber von nun an anzustrebenben Forschungsmethoben bei jeglicher Art von heimat- kunblichen Erhebungen. Darmstadt, von sich sagen zu können, baß bie Belange ber hessischen Heimatforschung einen neuen unb mustergültigen Aufschwung zu nehmen versprechen. Die Intensität unb Geschäftigkeit, mit ber man allenthalben an bie neu gestellten Ausgaben herangeht, beweist, wie bereit man allerwärts bie Männer fanb, bie gern unb freubig unter einem günstigeren Zeichen, als seither ihrer Heimat unb bannt ihrem Daterlanbe bienen wollen. Wenn es gelingt, in ber großen Richtung ber hier oorgetrage- nen Gebauten alle fähigen unb arbeitsbereiten Kräfte zusammenzusassen, wie bas vorgesehen ist, bann barf Hessen sich rühmen, anberSpitzeber beutschen Lanbesforschung zu marschieren unb ridjtunggebenb zu sein für bie Arbeit ber an- bereu. Denen oben im Staate, bie biefen Weg an« bahnten, gilt unser Dank unb unsere Anerkennung. Ihren Weitblick wirb bas Werk einst krönen. Denen aber, bie mit uns arbeiten, ist unsere gegenseitige Hilfe gewiß. Vivant sequentes! Wettervoraussage. Der hohe Druck über Zentraleuropa verlagert sich ostwärts und wirkt aber trotzdem noch auf unsere Wetterlage ein. Durch die zunehmende Erwärmung einerseits und andererseits durch die sich im Westen entwickelnde Störungstätigkeit werden sich aber allmählich Gewitterstörungen bilden. 2lussichtensür Freitag: Fortdauer des sommerlichen Wetters, später aufkommende Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 19. Juli: mittags 24,0 Grad Celsius, abends 18,2 Grad: am 20. Juli: morgens 14,8 Grab. Maximum 24,0 Grab, Minimum 11,5 Grab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe a$n 19. Juli: abenbs 25,7 Grab: am 20. Juli: morgens 18,5 Grad Celsius. — Sounenscheinbauer 11X Stunben. Englands MMpoM von Versailles dis Gens Von Erhard Wegeli, Oberstleutnant a. O. Durch bie Politik Englands vor ber Regierungszeit Ebuarbs VII. zog sich wie ein roter gaben stets bas Bestreben, auf bem europäischen Festlanbe bas Gleichgewicht ber Mächte zu erhalten. Die klugen Politiker bes Jnselreiches wußten recht wohl, wie nützlich es für ihre Zwecke war, wenn auf bem Festlanbe militärisch etwa gleichstarke Mächte sich gegenseitig im Schach hielten. Um fo leichter war es für Englanb, Weltpolitik zu treiben, b. h. sich mög- lichst große Teile ber bewohnten Erbe anzueignen unb ihnen bie Segnungen ber Kultur bes von Gott hierfür auserwählten britischen Volkes angebeihen zu lassen. Daß babei bas Inselreicht recht schon ver- biente, schabete ja weiter nichts unb war Golt sicher wohlgefällig. Daß Englanb mit biesem Grunbsatze unter ber Regierung Ebuarbs VII. brach unb burch ben Ab- fchluß ber (Entente eine starke Gleichgewichtsverschiebung zu Ungunften ber Mittelmächte, vor allem Deutschlands herbeiführte, war Mittel zu bem Zweck, biefen Nebenbuhler im Hanbel unb Jnbuftrie nieberjuringen unb feine wachsende Seemacht zu zertrümmern. Soweit ist bie englische Politik ver- ftänblicf), wenn sie sich auch als falsche Rechnung erwiesen hat, insofern als bie wirtschaftliche Schädi- flung Deutschlanbs keineswegs ber englischen Wirtschaft zugutegekommen ist. Deutschland war 1918 mit Hilfe ber Vereinigten Staaten von Amerika niebergebrodjen. Jetzt trat an bie englischen Politiker bie Frage heran, was zu tun wäre, um bas Gleichgewicht auf bem Fest- lanbe wieberherzustellen unb dadurch ber englischen Staatsführung roieber bie Freiheit zu schaffen, un- gebinbert burch irgend eine Festlandsmacht Weltpolitik zu treiben. Was taten dagegen bie englischen Politiker in Versailles? Lloyd George ließ sich lediglich von dem Bestreben leiten, das verhaßte Deutsch- land, das England im Weltkriege zu nie geahnten militärischen und finanziellen Opfern unb Anstrengungen gezwungen hatte, bas nur mit H'lfe ber Vereinigten Staaten von Amerika unb ber meisten Völker bes Erbballes niebergerungen werben konnte, zur bauernben militärischen Ohnmacht zu verurteilen. Haß ist in ber Politik ein schlechter Berater, sie erforbert vielmehr kühle Köpfe unb weites Dorausbenken. Beibes hat Lloyb George gefehlt. Es war vom englischen Stanbpunkt aus ver- ftänblid), baß bie beutsche Flotte vernichtet würbe. Durch bas Erstarken ber Flotten ber Vereinigten Staaten, Japans, Frankreichs unb Italiens war ber englische Anteil an ber Welttonnage ber Kriegsflotten erheblich gesunken. Das Axiom ber britischen Kriegsslotten-Politik, ber Zwei-Mächte- Standarb, ließ sich nicht mehr aufrechterhalten, war doch allein bie norbamerikanische Flotte bei Kriegs- eiibe fast auf bie Höhe ber britischen anaewachsen. Es lag also im englischen Interesse, ben Anteil seiner Kriegsflotte an ber Welttonnage burch Vernichtung bes größten Teiles ber beutschen Kriegsflotte zu heben. Wir müssen bies objektiv betrachten, so schmerzlich cs auch für uns ist, baß unsere herrliche unbesiegte Kriegsflotte dieser Erwägung zum Opfer gefallen ist. Anders lagen aber die Verhältnisse bei den Landarmeen. Eine noch so starke deutsche Landarmee konnte England nie gefährlich werden, wenn ihr nicht eine Kriegsflotte zur Seite stand, die in der Lage war, die englische vernichtend zu schlagen. Weder den britischen Inseln noch den Kolonien konnte von Der deutschen Landmacht allein Gefahr drohen. Wurde bie beutsche ßanbarmee tn etwa ber gleichen Stärke wie bie französische einschließlich beren Bunbesgenossen belassen, so war bas militärische unb damit das politische Gleichgewicht auf bem europäischen Festlanbe wiederhergestellt. Einerseits war Deutschlanb trotzbem nicht in ber Lage, etwa einen Vergeltungskrieg gegen Frankreich gegen Cnglanbs Willen zu entfesseln, ba bas Fehlen Der Seemacht Deutschlanb von der Duldung Englands abhängig machte. Andererseits war Frankreich bann verhinbert, bie Hegemonie auf bem europäischen Festlanbe an sich zu reißen unb damit jeden Einfluß Englands auf die Festlandspolitik auszu- schalten. Es war eine Verblendung der englischen Politiker sondergleichen, daß gerade sie in erster Linie Deutschlands Entwaffnung zu Lande betrieben und ihm ein Heeressystem auszwinaen halfen, das in seiner Beschränkung das Deutsche Reich wehrlos und damit auch bündnisunfähig machte. Daß nach der Völkerbundssatzung die Entwaffnung Deutschlands bie Abrüstung ber alliierten 3)läd)tc nach sich ziehen sollte, war eine Phrase, beren ganze Verlogenheit wir gerabe jetzt klar sehen. Sollte aber wirklich Lloyb George bar an geglaubt haben, so wäre bies ein Zeichen von Torheit, bie bei einem verantwortlichen Politiker ans Verbrechen grenzt. Jebenfalls verschaffte bie einseitige beutsche Abrüstung Frankreich d'e Hegemonie Europas burch seine erbrudenbe militärische Ueberlegenheit. Englanb ging in seiner unglaublichen Kurzsichtigkeit aber noch weiter, indem es feine eigene, allerbings wenig volkstümliche, a 11 = gerne ineWehrpflicht roieber ab schaffte beren Notwendigkeit boch gerabe ber Weltkrieg ihm gezeigt hatte. Nicht bnmit genug, entlebigte es sich bes größten Teiles seiner Luftrüstung unb räumte damit Frankreich gerade in dieser für bie fetzige Kriegführung so wichtigen Waffe eine starke Ueber- leqenheit ein War früher Englands bester Schutz neben seiner Kriegsflotte seine insulare Lage gewesen, so hatte boch ber Weltkrieg gelehrt, baß durch die Entwickelung der Luftwaffe dieser «chutz einen großen Teil seiner Wirksamkeit verloren hatte England hätte im Gegenteil seine ßuftruftung uitf den höchsten Grad steigern müssen, um öaburd) den Schutz des Jnselreiches weitgehend sicherzustellen. Es hat dies ja später eingesehen und feine ßuft» rüstung allmählich erhöht. Den Vorsprung Frank- reichs wird es aber wohl kaum einholen können. England hat auch in der Entwickelung seiner technischen Kampfmittel, wie Kampftagen, motorisierte Geschütze, Nachrichtenmittel usw. m den letzten Jahren viel getan und pflegt auch die Militärische Jugendvordilbung in gewissem Maße. Dav alles kann aber keinen vollgültigen Ersatz für ein starkes sofort oerwendungsfähiges Frledensheer mit ben nur burch bie allgemeine Wehrpflicht zu schaffenden Reserven gebienter Mannschaften bieten Unbegreiflich ist es, baß Englanb auch ber Unterseeboots-Frage nicht bie 2Iufm.e^amte,t geschenkt hat, bie ihr gebührt hatte, nachdem der beutsche U-Boot-Krieg bas britische Reich fast au| bie Knie gezwungen hätte. Man sollte es kaum für möglich halten, baß auch in biefer wichtigen Waffe Englanb bie Ueberlegenheit Frankreich überlassen hat. Frankreich ist aber in ganz anberer Welle in ber ßage, von (einen Kanal- und atlantischen Häsen aus Englands Seeverkehr durch den U-Boot-Krieg lahmzulegen als Deutschland im Weltkriege mit seiner sehr ungünstigen U-Boot-Basis. Vergebens versucht England, bei Abschluß von Flottenbegren- zungspokten auch die U-Boot-Frage zu lösen, indem es auf gänzliche Abschaffung ober boch starke Einschränkung dieser ihm besonders gefährlichen Waffe bringt Keine ber interessierten Mächte, am wenigsten Frankreich, tut Englanb biefen Gefallen. Es scheint in ber Tat, als ob Englanb aus bem Weltkriege militärpolitisch nichts gelernt hat. Ober träumen bie englischen Politiker vom eroigen Frieben unb glauben sie insbesondre, baß Reibungen mit Frankreich, bie zum Kriege führen rönnen, für alle Zukunft ausgeschlossen seien? Sieht Englanb nicht schon jetzt, baß seine militärische Un- terlegenheit gegenüber Frankreich es politisch diesem stets machthungrigen Volke ausgeliefert hat, daß es keine selbständige Entscheidung ohne Frankreichs Duldung treffen kann? Macht man sich in England nicht klar, daß Frankreich in kolonialer Hinsicht ein weit ernsterer Konkurrent ist als Deutschland es je hätte werden können? Daß Frankreich auch seine Industrie mehr und mehr entwickelt und England diesem Umstande einen großen Teil seines Arbeitslosenheeres verdankt, sollte doch ebenfalls dort nicht unbekannt sein. Es gibt also Reibungsflächen genug zwischen beiden ßänbern. Wenn die englifqje Politik auch nur ein wenig von ihrem früheren Weitblick hätte, so müßte man sich dort sagen, daß dereinst eine kriegerische Auseinandersetzung mit Frankreich im Bereich der Möglichkeit liegt, und müßte seine Militärpolltik daraus einstellen. Tatsächlich hat sich aber England selbst völlig außerstand gesetzt, bei einem Konflikt mit Frankreich diesem seinen Willen aufzuzwingen. Eine ßanbung in Frankreich wäre bei Englands militärischer Ohnmacht undenkbar und selbst, wenn sie an einzelnen Stellen durch Uederraschung glücken sollte, so würden die gelandeten Kräfte, um ein Bismarck-Wort zu brauchen, dort „verhaftet" werden. Frankreich zur See niederzuringen wäre aussichtslos, da das reiche ßanb sich selbst ernähren kann. Eine Hunger- blocfabe wie gegen Deutschlanb im Weltkriege würbe Brut- unb Balzbiotop (wie bei ben Vögeln zum Beispiel) zu unterscheiben. Um nun bie heimische Tierforschung aus dem seitherigen toten Stanb herauszuheben unb in ein lebenbiaes Stabium zu bringen, war es notwendig, neue Mittel unb Wege zu finden, die es gestatten, ber Forschung weiter zu helfen. Folgerichtigerweise mußten sie sich auf den vorhin festgelegten zweiten Forschungsgrab konzentrieren, ber es sich zur Aufgabe gesetzt hat, ben Grab ber Verbundenheit mit bem jeweiligen ßebensraum ber Art zu ermitteln unb bann weiterhin bie Frage zu klären: „Warum leben nur biese Tiere hier?" Zu biesem Zwecke würben im Rahmen ber im Gang befindlichen Arbeiten zur Erforschung ber Wirbeltierfauna von Heften, als beren erster Band bie Veröffentlichung zu erwarten ist „Die Dogelwelt Hessens in ihrem biologischen Aufbau", neue Forschungsmethoden angewandt, die durch nahezu 800 Einzelerhebungen in allen ßandesslellen belegt sind unb unter Unterstützung zahlreicher sachzustänbiaer Mitarbeiter zusammengetragen würben. Diese Un- tersuchungen beziehen sich barauf, bieSieblungs- bichte unb Vorkommensbreite ber vertretenen Arten in einem einheitlichen, b. h. nicht burch natürliche Beränberungen irgenbwelcher Art burchbroche- nen ßebensraum festzustellen. Im einzelnen hanbelt es sich barum, flebensräume von einer bestimmten umroeltgcgcbenen Einheitlichkeit unb Umgrenzung au burchsvrschen, wie wir sie als „Wiese", „Kultur- selb", „Buchenhochwalb", „Nabelwald", „Fichtendickung", „ßaubholzniederwalb", „Brachgelänbe", „Park" usw. zu bezeichnen pflegen. Es kann heute schon mitgeteilt werden, daß diese Erhebungen über die jeweils in diesen ganz bestimmt gearteten ße- bensräumen unzutreffende Siedlungsdichte der darin vertretenen Arten hochinteressante Einblicke in den inneren Zusammenhang unseres heimischen Natur- lebens ergeben haben. Hinsichtlich der praktischen Arbeitsmethoden sei mitgefeilt, daß bei den vogel- kundlichen Erhebungen z. B. nach bestimmten Verfahren die Anzahl der singenden Männchen in einem bestimmten Gelände und zu einer bestimmten Zeit festgestellt wurde, um somit einen Hochprozentischen Wahrscheinlichkeitseinblick in bie Dichte ber brüten- ben Arten zu bekommen. ßogischerwcise ergab es sich bei berartigen Untersuchungen, baß man in Gebirgen barauf achten müßte, ob unter dem Einfluß von Pflanzen- ober Klimawechsel ober unter bem Einfluß von Veränbe- rungen beiber Faktoren gemeinsam in vertikaler Hinsicht von unten nach oben eine Abnahme in ber Sieblungsbichte bestimmter, befonbers weicher Tierarten wahrzunehmen war. Im Vogelsberg, in ber rauhen Rhön, an geographisch befonbers exponierten Punkten bes Taunus unb offenbar (bas Material ist noch nicht vollstänbig) auch in bestimmten Formationen bes Obenroalbes haben biese Erhebungen ebenfalls sehr wertvolle unb interessante Ergebnisse in biefer Richtung gehabt. Unb nun komme ich an Hanb biefer methobisch ausgeprobten Forfchungsrichtung zu ben im Aus- gana meiner Betrachtung ausgestellten Forberungen an Die neue Heimatforschung. Es ist nur bann möglich, bie mannigfaltigen unb intimen Beziehungen unb Zusammenhänge bes Naturlebens nach außen hin sichtbar, üderzeugenb unb beweiskräftig barzustellen, wenn man bie Möglichkeit hat, sich bie in ber gleichen Richtung laufenben Ergebnisse ber benachbarten Forschungsreihen als Grunbverbjnbung zum eigenen Stoff zu eigen zu machen. Es wäre, zum Beweis, ohne Zuhilfenahme ber geologischen Blätter, ohne gleichzeitigen Eintrag ber in geologisch befonbers gearteten ßanbeslaaen vertretenen Pflanzenvergesellschastungen, ohne Kenntnis ber jeweiligen Höhenlage unb bes mit ihr meist ibentifizierbaren Klimas nicht möglich gewesen, eine solche Gesamtschau ber naturoerbunbenen Ver- hältnifse, ihres organischen Zusammenhanges und ber logischen Notwendigkeit ihres augenblicklichen Aussehens zu vermitteln. Deshalb muß für jeglichen wissenschaftlich produktiven Fortschritt in der Heimatforschung die Aufgabe zur Kardinalforderung erhoben werden, durch staatlich herbeigeleiteten Zusammenschluß aller der Darstellung und bem Verstänbnis bes gegenseitigen Angepaßtseins ber Tier- unb Pflanzenbesieblung an ben bobenftänbigen ßebensraum unb bie Umwelt bienenben Erfahrungen zu einem abgerundeten Gesamtbild soweit zu kommen, daß die einzelnen Zweige der Heimatforschung auch wirklich gegenseitigen Nutzen vo ne inander haben und nicht mehr wie seither fremd und unerkannt nebeneinander herlaufen und sich zerarbci- ten statt zusammenzutragen unb aufzubauen. Hessen ist in ber ßage, seit ben programmatischen Richtlinien bes in Sachen ber Heimatsorschung außerorbentlich rührigen Ministerialrates Ringshausen auf der Vorstandssitzung des Hessischen Mit -wenigen Worten läßt sich bas Wesentliche, worum es hierbei geht, folgenbermafjen sagen. Wir müssen bei unserer Heimatforschung so weit kommen, baß es gelingt, zur Feststellung einer ein= roanbfreien Gesamtschau bes Naturlebens auf organisatorischen Wege alle Fachspezialisten unter staatlich betonter Initiative so in ben Forschungsapparat einzugliebern, baß es jebem als sein Beitrag zur ßöjung einer bestimmten gestellten Auf. gäbe zittällt, aus bem reichen Schatze feiner speziellen Kenntnis für einen bestimmten Punkt bas „Typisch e" aufzuzeigen, aus bem „Topischen" bas Dermittelnbe Binbeglieb zum Nachdarfach herbeizuleiten unb so aus ber gleichzeitigen organischen Verbinbung aller einzelnen Fächer einen wohlge- orbneten unb gesetzmäßig in ben gegenseitigen Abhängigkeitsbeziehungen ibentifijierbaren Zusammenhang zu finben. Für bie praktische Verwirklichung biefer zeitgemäßen Jbeen kommt ein Weg in Frage, besten Enbstation auf ben Folgerungen nachstehenber Betrachtungen aufgebaut ist. In ben letzten Jahren ist in Deutschlanb eine planmäßig organisierte Erforschung ber sogenannten Pflanzenassoziationen in Schwung gekommen. Sie hat bie ersten Versuche zu einer syste- malischen Vergesellschaftungsforschung ins ßeben gerufen. Es konnte von vornherein keinem Zweifel unterliegen, baß bas Ziel ber zoologischen Bebens» raumsorschung ein Parallelstück zur Vegetations- kunbe sein würbe, unb wie biese von ber naturge« bunbenen Erschließung aller Assoziationsbeziehungen ausgeht, so muß bas Stubium ber zu einem großen ßanbschaftsraum vereinigten kleinen Einzellebensräume bie Grunblage unserer künftigen Forschungen bilben. Aus biesem Rückblick auf ben Werbegang ber Heimatforschung ergibt sich bie von nun an anzu- ftrebenbe Forschungsrichtung. Man hat je nach deren Entwicklungsgrad vier Forschungs- für die p Jlr. 39 Inhaltsübersicht: Bedecken der Sti bie Ihird)(üf)UH jrt 2(iij Grund des § 1 der Länder mit dem 1 und der hessischen Erir iReg.-Bl. 3.27 und li Die awtti 2«-3ulL*” in dm M»" 511 -wischen dem heilige Reich abgeschlossenen Bevollmächtigter des Seine Eminenz der pacelli, namens £ kanjler des Deutscher p a o en. Anwelend r bie 1 Ssa* W Krei; Der 3n Gemarkungen, ii rationen oder durch He esse Arbeit beHasst m orbnung des Ministerpi ietzungen des Feldberei, Eine aus solche W< au, einen Teil der Ge oder aus mehrere Gem- 00 3«r äujbringunq &tl SH"»5 |n’il 1 ®r j* ®tr“B»nbnut, 8*Ä bie S1)UIOC “15 M eine gemäß A gen nach-en Bestimme JyH der Be i duchuführen. ? nicht gültig zust 6er Ernennung der fonf m.lftS#«» S"" . $i, 51« «'M'."/Ik°miN-»bl° rt’Jji» W* smKS". j: "ÄS'-, sSsr S--> 4068 D Eine schöne Beschäftigung 4648 A Anhäkeln "S aus der in freien Stunden ist das Freitag, —------ MfchverM Äo6S Briketts Sol» Kappels So. GieSeu Stoblen« und Holzhandlung MübMraße 18 Nur 3925 41 7 0 Vorführung und Anleitung in der Handarbeits - Abteilung Taschentücher zum Anhäkeln aus fein. Mako-Stoff mit Q K gebogtem Rand.. Stück ” mitgebogt.Rand u.gest. nt Ecke oder Kante, Stück ”.O aus senrfeinem Mako m. A pr reichgestickter Ecke, St. aus la Mako m. apart ge- C C stickter Kante... St. -.75, “•ww t Selters- weg 73 Bekanntmachung. Bett.: Ehestandsdarlehen. Die Bürgermeisterei Gießen hat das Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen als zuständige Stelle für die Entgegennnahme der Anträge auf Gewährung von Ehestandsdarlehen bestimmt. 4666V Wir fordern diejenigen Verkaufsstellen, welche bereit find, Bedarfsdeckungsscheine auf Grund des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933, Abschnitt V, uno der Durchführungsverordnung über die Gewährung von Ehestandsdarlehen vom 20. Juni 1933 anzunehmen, auf, ihre Bewerbungen um Zulassung bis spätestens 25. 3uli 1933 schriftlich bei uns einzureichen. Verkaufsstellen im Sinne des Gesetzes sind nicht nur offene Ladengeschäfte, sondern auch solche Schreinereien und Handwerksbetriebe, die offene Ladengeschäfte .nicht unterhalten. Gießen, den 18. Juli 1933. I Bürgermeisterei Gießen. (Wohlfahrtsamt.) Kaufm Sie alles, was Sie für Ihren Haushalt brauchen, stets in hygienischem «Cellophan. Dann sind Sie gut bedient. «mu a co. AimiNotsiuscMAn. wiouDie „Emmach-Cellophan" nach dem neuen Sparschnitt und Sie werden selbst sehen: Glasklares „Einmach- Cellophan" ist der praktischste und wirtschaftlichste Gelee-Verschluft. Wirtschaft In Düngerstickstoff Denzinproduktion Winterthur Versicherungen Paul Otto Major von Eggersdorf Vorher gutes Beiprogramm u. Uia-Tonwoche Mitarbeiter überall gesucht 1661 < Unfall-, Haftpflicht-, Auto-, Kautions-, Einbruch-Diebstahl-, Lebens-, Renten-, Kinder-, Aussteuer-, Studiengeld" hat mein Spezialgeschäfthöher gebracht Meine streng befolgten Grundsätze: Qualität, Sorgfalt, Entgegenkommen und Pünktlichkeit — sie sind es, welche alle ernsthaften Photo-Amateure den Weg zu mir finden lassen. Wer sich vor Enttäuschungen bewahren will, wer restlos zufriedenstellend bedientsein möchte - der kauft sein Photo- Material und läßt seine Photo-Arbeiten machen bei Herren-u.Knabenkleidung.GleBen, Seltersweg 4654 A in den Leunawerken erfuhr gegenüber dem I.Vier- teljahr 1933 eine Steigerung. Die Zufuhr von deutschen Erdölen war nach wie vor gering. Der Ausfall Heiße Tage--- Machen Sie sich's doch leicht durch korrekte, aber unbedingt leichte,kühlende,luftdurchlässige Sommerkleidung. Die heißen Tage können angenehmer sein im Beruf, auf der Straße und auf der Reise, wenn Sie sich nur zweckmäßig anziehen. Sie können sich in Leinen, Lüster und in dünnenWoll- stöffchen so apart kleiden wie keinen Sommer zuvorI Sommerröcke, Leinenärmelwesten und -Hosen in schönster Auswahl und zu niedrigsten Preisen Angenehmer Garten - Hof enthalt in der neu hergerichteten, mit reichem Blumenschmuck verzierten Gartenterrasse des am Bahnhofsplatz sonnig gelegenen 4519 d Cafe Schwarz iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiw Prospekte und Auskünfte bereitwilligst: Subdirektion Frankfurt a.M. Mainzer Lendstr. 19 Tel. 8. Mr. 33347 Photo Wi nterhof f Kreuzplatz 9 nalobligationen waren gut behauptet. Aus bett Übrigen Gebieten des festverzinslichen Marktes waren Veränderungen nicht festzustellen. Frankfurter Schlächtviehmarkt. Frankfurt a. M., 20. 3uli. Auftrieb: 135 Rinder, 884 Kälber, 75 Schafe, 482 Schweine. Es kosteten Kälber: beste Mast- und Saug- kälber 37 bis 40 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 36, geringe Kälber 24 bis 32; Schafe: Mastlämmer und jüngere Mastyammel (Weidemast) 24 bis 27, (Stallmast) 20 bis 23; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 37 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfd. 37 bis 40, von etwa 160 bis 200 Pfd. 35 bis 39 Mk. — Marktver- lauf: Sn allen Mehgattungen ruhig, ausverkauft. weitgehende Zurückhaltung, zumal aus der Industrie keinerlei nennenswerte Anreaungen vorlagen. Di Umsaktätigkeit bewegte sich mfolaedessennurm kleinen Grenzen, wenn auch der Grundton nicht unfreundlich war. Nach den ersten Kursen kam wie der eine bessere Stimmung zum Durchbruch aller- dinas traten mehrfach Schwankungen auf. Das anhaltende Kaufinteresse im Revier jur Montanwerte waren der Gcsamtbörse eine starke Stutze -Besonders die Werte der Stahlvereinsgruppe blieben be- achtet und Phönix und Stahlverem eröffneten um 1 Prozent höher. Mannesmann ließen 1,13 Prozen nach, waren später aber wieder um 0,65 P-ozent erholt. Die übrigen Montanwerte gingen um,0,25 bis 0,50 Prozent zurück. Matt lagen jtah Aschersleben mit minus 3 Prozent. Don Chemiewerten verloren Rütgers-Werke 1,25 Prozent IG warben 0 90 und Deutsche Erdöl 0,50 Prozent. Scheidean- st'alt waren leicht gebessert. Elektropapiere tendier- ten uneinheitlich.' Bekula mit plus 1,40 lagen fest. Velten und Lahmeyer waren gut behauptet, andererseits büßten Siemens 2,50 Prozent, Schuckert und Gesfürel sowie AEG. je 0,65 Prozent em. Schwächer eröffneten Holzmann mit 1,65 und AG. für Verkehrswesen. Akkumulatoren Berlin und Zell- deskeaeln von schönem und trockenem geller SÄ-tiS Ä S Das sportliche Programm des Tages war äußerst mannigfaltig. Die Deutschen g Meisterschaften konnten zum großen Teil oereil Läd-t w-rd-a. st-h-n hi°r "°-h w n g° Entscheidungen aus. Die Deutschen Glub-Mei|ler schäften wurden fortgesetzt. Dagegen konnte der Deutschen Mannschasts-Meisterschaft bereit ein Meister ermittelt werden. Das Kegeln aus den Ehrenbahnen und das um die Sportabzeichen wurden ebenfalls fleißig gefordert. Schließlich wurden noch zwei neue Länderkämpfe in Angriff genommen. Die Schweizer, die am Vormittag mit einem größeren Agebotei traten, traten gegen Deutschland aus -A'pöa baha an und waren hier fd>on ange tot T«- enSigung des Tretens auSft«*!« Dagegen führte Schweden auf der ^mer nationalen Dahn gegen Deutschland mit knap pem Dorsprung. Die Schweden marschierten übrigens am Dor- mittag geschlossen ,um Gesallenen-Deudual aus dem Hohenzollernplah, um hier zum Gedächtnis der deutschen Gefallenen einen Kranz mit Schleife in den schwedischen Lan- beSÄ "ÄrTd) aft-kärnpfen stand der * Handelsverkehr mit den Vereinig, ten Staaten von A m e r l k a. Herr 9t ei n hardt vom Deutschen Konsulat in Seattle halt am Montag, 24. Juni, von 9.30 Uhr ab bei der Außen- Handelsstelle für das Rhein-Main-^ebiet, Frankfurt a.M., Börse, Sprechstunden über die wirt- chaftlichen Verhältnisse in seinem Amtsbezirk ab. Armen, die an den Sprechstunden teilnehmen wol- len werden gebeten, sich bis spätestens 21. Juli bei der Außcnhandelsstelle (Telephw, 20361) anzumelden, damit eine Verteilung der Besucher aus die zur Verfügung stehende Zeit erfolgen kann. Frankfurt uneinheitlich. Frankfurt a. M, 20. Juli. (WTB.-Drahtmel- Luna.) Die auf den amerikanischen Warenmärkten und an der Newyorker Effektenbörse auf Grund des festeren Dollarkurses einaetretenen Besserungen blieben an der hiesigen Börse meist ohne Einfluß. Stimmungsmäßig zeigte sich aber doch eine gewnse Erschrockenheit, wenngleich diese Entwicklung nach der starken Aufwärtsb«wegung nicht ganz unerwartet kam. Da von der Kundschaft nur kleinere Aufträge eingingen, und der Rentenmarkt zum Teil merklich schwächer war, bekundete die Kulisse betrug die Steigerung des Gesamtabsatzes gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres etwa 6,5 o. H. Die auf Grund der Absatzentwicklung im 1-Viertel- fahr 1933 angenommene Steigerung für das am 30. Juni 1933 abgelaufene Düngejahr 1932/33 ist somit nicht in vollem Umfange eingetreten. Die Ver- ringerung in der Absatzsteigerung erklärt sich dadurch, daß infolge der günstigen Witterungsverhalt- nisse in den Monaten Februar und Marz der Schwerpunkt des Jnlandabsatzes im 1. Viertelzahr lag. Der Auslandabsatz nahm den erwarteten Verlauf. Er bewegte sich ungefähr in demselben Umfang, wie im Vorjahre. Das 18. Deutsche Bundeskegeln. [portlidje Vrufung 0.lt Die diesem Jahre an Gruft e i ) Titel auf ftnff Aschaffenburg konnten sich um 1 Prozent be» festigen Reichsbank und Deutsche Linoleum waren - n t - n w ° - t - n waren IM-- Leichs- schuldbuchforderilngen angeboten und 1 Prozent schwäche? 2lltbesitz verloren 0,50 P^zent und Okeubesih 0,20 Prozent. Dagegen zogen Stahlver ein um 1 25 Prozent an. Reichsbahn-Dorzugsaktien waren gut gehalten. 3n der zweiten Dorfen- tunk? stockte das Geschäft fast voll ommen. Etwas Interesse erhielt sich für einzelne Montan- mertei>e unveränderten Kursen. Dagegen bröckel- ^n die Übrigen Papiere meist von 0^5 bis 0 50 Prozent, IG. um 1 Prozent ab. Olud) ®eut- sche Anleihen und Späte Reichsschuldbuchforde- ^l^undAquMtto^fm^briefe s-W^Kommu- ZG.-Iakbenindustrie AG Berlin 19.3uli. Die Belebung des deutschen Marktes hat sich nach dem Bericht der 2G -Farbenindustrie QI®., Frankfurt a. M., im 2 Dierteljahr 1933 verstärkt. Diese Entwick- TÜna wird sich durch die toeitgreifenben Maß- nahmen aut Delampsung der 21rb=itilof.g eü weiter fortsetzen. Jlnsbeosndere darf man sich von den Regierungsmahnahmen zur Befreiung der Wirtschaft von produktionshemmenden Steuern und Lasten und von den großzügigen Arbeitsbeschaffungsprojekten eine nachhaltige Wirkung versprechen. Einer günstigen Entwicklung des ausländischen Derkaufsgeschaftes im ganzen gesehen standen jedoch die anhaltenden Wrtschwieiigketien im Wege Aus den einzelnen Arbeitsgebieten der Gesellschaft wird folgendes berichtet: Die Llmsätze in Farben- und Färbereihilssprodukten zeigten im 2. Dierteljahr im Inland, wie in den europäischen Industrieländern im allgemeinen eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung. Die überseeischen Rohstoffländer leiden allerdings noch außerordentlich unter den gedrückten Rohstoffpreisen. 3k Chemikalien hat die langsam steigende Tendenz auch im 2. Dierteljahr angehalten. im 2. Vierteljahr U33. konnte durch die Hydrierung der deutschen Braunkohle, die jetzt nach Abschluß des Versuchsstadiums im regelmäßigen Betriebe durchgeführt wird, ausgeglichen werden. Das Geschäft in Pharmazeutika und Pflanzenschuhmitteln zeigte im wesentlichen einen Umfftng in vorjähriger Höhe. Dieser Umsatz gibt aber kein unbedingt einwandfreies Bild von dem tatsächlichen Verbrauch, denn die Unsicherheit der Verhältnisse führt in einzelnen Ländern zu Voreindeckungen. Im Exportgeschäft traten erhebliche Schwierigkeiten durch Konkurrenzangebote aus Ländern mit entwerteter Währung ein. Die internationalen wirtschaftlichen Schwierigkeiten berühren infolge von Sonderbestirn- niungen in mehr als der Hälfte aller Länder der Welt nunmehr auch das Geschäft in pharmazeutischen Spezialitäten. Photographika. Im deutschen Absatz ist im Verhältnis zum gleichen Quartal des Vorjahres eine leichte «Steigerung vorhanden. Im europäischen Auslande machten sich die verschärften Wirtschaftserschwernisse, vor allem Kontingentierungen einzelner Länder, sehr stark fühlbar. Gegenüber dem 2. Vierteljahr 1932 konnte der Absatz daher nicht gehalten werden. Das Ueberseegeschäft ist nach wie vor durch die Folgen des Pfund- und Dollarsturzes beeinflußt. Trotzdem konnte der überseeische Umsatz gegenüber den ent- sprechenden Monaten des vergangenen Jahres nahezu gehalten werden. Im deutschen viskose-kuustseide-Gefchäft machte sich in vorliegendem Quartal im Verhältnis zum Vorquartal eine etwas stärkere Saisonbewegung als im gleichen Zeitraum 1932 bemerkbar. Das Auslandsgeschäft konnte, soweit sich die Zahlen bis heute überblicken lassen, nicht ganz auf der Höhe des ersten Vierteljahres 1933 gehalten werden. Distrafaser: Der deutsche Absatz zeigt, ver- glichen mit dem 2. Quartal 1932, eine gute Weiter- entwicklung. Das Auslandsgeschäft war unbefriedi- genb. Die Acetatseide weist gegenüber den ent- sprechenden Dorjahrsmonaten eine recht gute Steigerung auf. Der Absatz nach dem Ausland ist nach wie vor behindert.______ ILichtlpielhaus Gießen i Ab heute Donnerstag: Magda Schneider s in dem Groß-Ton-Film Liebelei IEine Offiziersgeschichte aus M dem alten Wien, nach dem Schau- I spiel von Arthur Schnitzler 4650 c I Darsteller: Der alte Welring, Kammermusiker Paul Hörbiger I Christine Weiring, seine Tochter Magda* Schneider I Nizzi Schlager......................Luise Ullrich I Baron Eggersdorf..............Gustaf Gründgens I Baronin Eggersdorf.............Olga Tschechowa I Oberleutnant Theo Kaiser.......Willi Eichberger I Leutnant Fritz Lobheimer. .Wolfgang Liebeneiner I bci ben Einzel-Meisterschaften sidom.$erlin41412 s. 6d)umann=üatberftabi "S-n7°7°n: ülfpbalt: ^Wichm°nn.§EE P°y2. Dünger-Remscheid 696 P.; 3. Diettrich-Braun- ^r?u e n?Ähle- Frau Mauer - Treuenbritzen 746 P; 2. Frau Roack - Berlin 742 P.; 3. Frau Dunkel-Hamburg 740 P. - Schere: 1. Frau Schulte- Hameln 702 P.; 2. Frau Lauts - Bremen 695, 3. Frau Pfeiffer-Apolda 694. Um die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft. Auhei der Deutschen Klub-Meisterschaft wird auch noch eine Deutsche Mannschafts-Melsterschaft aus- »ekomoft Zuerst kam die Meisterschaft auf Bohle xur entf'dieibung. Hier konnte der Verband Hamburg nur mit einem Plus von zwei Holz vor Berlin | ÄÄW [Ö Berlin 3715 P.1 3. Verband Hannover 3687 P. LüWM der Photo-Amateure Vervielfältigungen Mscnrineh sauber, schnell, billig NI EDER HAU SEN Bahnhofstr. gegenüber Hotel Schütz