Nr.m Srübausgabe 183. Jahrgang Dienstag, 20.Juni 1933 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prurf vnd Derlog: vrühl'sche Univerfitätz-Vuch- und Steinönitferei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schnlftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer "bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undiürdenAn. geigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (BieQeiL Erscheint täglich, außer Sonntag» und feiertags Beilagen; Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Vezugsprels: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ifernsprechanschlufse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Sietzen pokschecklonlo: firanffurt am Main 11686 Dollfuß verbleiet hie NSDAP., SA. und SS. in Oesterreich. Gin Anschlag gegen Hilfspolizei. Wien, 19.3uni. (WTB.) Wie aus ft r e m s (Donau) gemeldet wird, wurden heute nachmittag gegen eine Abteilung Hilfspolizei, die von einer Uebung zurückkehrte, drei Handgranaten geworfen, dop. denen zwei explodierten, während eine unwirksam gemacht werden konnte Bon den Hilfspolizisten sollen zwölf Mann schwer und acht leicht verletzt worden sein. Die Täter entkamen unerkannt in den nahen Wald. Es sollen sofort außerordentliche Polizeimaßnahmen getroffen und aus Wien Militär - und Polizeioer st ärkungen nach Strems beordert worden sein. Es wird weiter bekannt, daß es sich um eine Kruppe der als Hilfspolizisten in Ausbildung stehenden Ehri st lich Deutschen Turnerschaft handelt, die auf dem Schießplatz im Alauntal eine Uebung abgehalten hatte. Von einem Waldhang herab wurden zwei zusammengebundene Handgranaten auf die Abteilung geworfen. Beide Granaten explodierten. Nach einer amtlichen Feststellung wurden 16 Verletzte ins Krankenhaus eingeliefert, davon sind drei schwer verletzt. Ser Beschluß des Mmsterrats. Wien, 19. 3uni. (WTB) Die Amtliche yiatfy- richtenslelle meldet. Der Bundeskanzler Dr. Dollfuß ries sofort nach Erhalt der Nachricht von dem Anschlag auf eine Assislenzkompanie in Krems den Älinisterrat zusammen, der bis in die späten Abendstunden tagte. Der Sicherheitsmini st er berichtete, daß die polizeiliche Untersuchung und teilweise Geständnisse der verhafteten bezüglich der letzten Sprengst o f f a I l^n täte in Wien einwandfrei erwiesen haben, daß die Teilnehmer an diesen Attentaten der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und deren Schutzstaffeln (SS.- und SA -Abteilungen) angehoren Aus Grund dieser Tatsachen beschloß der winisterrat, die SA.- und S S. - Abteilungen, sowie den vaterländischen Schutzbund aufzulösen und der österreichischen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (Hitler-Bewegung) jede Betätigung in Oesterreich und insbesondere auch die Bildung irgendwelcher Parteiorganisationen zu verbieten. Damit sind auch alle Abzeichen der Partei verboten. Bezüglich der Vorfälle in Krems sind alle Maßnahmen getroffen worden, um Weiterungen restlos zu verhindern. Die strengste Untersuchung ist eingeleitet. Wiener amtliche Darstellung des Vorfalls in Krems. Wien, 19 3uni. (WTB.) Zu den Vorfällen in Krems meldet die Amtliche Nachrichtenstelle: Heute um 17 Uhr marschierten vom Egelsee unweit von Krems, wo eine Schießübung abge- halten worden war, eine Abteilung der Hilfs- Polizei in Stärke von 56 Mann und hinter ihr eine Kompanie des Infanterie-Regiments Ar. 6 nach Krems zurück. Während des Marsches wurden von zwei bisher unbekannten Tätern gegen die Hilfspolizeiabteilung drei Handgranaten geschleudert. Zwei Handgranaten explodierten innerhalb der Abteilung, die dritte wurde von einem Hilkspolizisten aufgefangen und geistesgegenwärtig auf das freie Feld hinausgeworfen, wo sie, ohne Schaden anzurichten, explodierte. Von der Abteilung wurden 3 0 Mann verletzt. Von ihnen mußten 16 ins Spital gebracht werden- Drei davon sind schwer verletzt. Außer den Hilfspolizisten wurde auch ein Zivilist, ein pensionierter Portier der Tabaksabrik in Krems, Mohko, der 'Blumen pflückte, verletzt. Den Tätern, von denen Personenbeschreibungen vorliegen, gelang es. zu flüchten- Ihre Verfolgung durch Gendarmerie und Militär wurde ausgenommen. Der Vezirkshauptmann von Krems hat für die Gemeinden. Krems, Stein und Mautem zum Schuh von Sicherheit und Eigen- t u m mit sofortiger Wirksamkeit entsprechende Maßnahmen ungeordnet. Die Hausflure muffen um 20 Ahr, die Schanklokale um 21 Ahr geschloffen fein. Ansammlungen und Gruppenbildungen in den Straßen find ver- boten. Zur Verstärkung des Sicherheitsdienstes wurden von Wien die Gendarmerie-Schulabteilung und eine Gruppe der Kriminalbeamtenabteilung entsendet und außerdem wurde die Garnison Krems entsprechend verstärkt. der Stadt wurde die Ruhe nicht gestört. Die Bevölkerung ist über das Bombenattentat entrüstet. Die Heimwehren als Scharfmacher? Wien, 19. Juni. (TU.) Obwohl man seit langem wußte, daß bei der österreichischen Regierung eine starke Strömung bestand, die Nativ- nalsozialistische Partei zu verbieten, kommt der Beschluß des Ministerrats doch überraschend. Noch in den späten Nachmittagsstunden wurde ausdrücklich von einer dem Sicherheits- m i n i ft e r i u m nahestehenden Seite erklärt, daß es nicht beabsichtigt sei, am Montag die Angelegenheit der Anschläge in Wien im Ministerral zu besprechen, da man noch Ergänzungen zu den Erhebungen wünsche Außerdem steht fest, daß der Landbund bis zum letzten Augenblick einen Be- Ichluß auf Verbot der Nationalsozialistischen Partei Wider st and geleistet hat. Wenn nun trotz, dem dieser Beschluß in aller Schärfe zustandegekom- men ist, so ist a n g e b 11 ch die unmittelbare Ursache für den Beschluß der aus ft r e m s gemeldete Anschlag. Allerdings kann man wohl der Meinung fein, daß auf feiten der Heimwehren alles geschehen ist, um diesen Anlaß zur Durchsetzung der gerade von dieser Seite seit langem geforderten schärfsten Bestimmungen gegen die NSDAP, zu benützen. Oie Auswirkung des Verbots. Wien, 19. Juni. (WTB.) Die unmittelbare Wirkung des Verbots der politischen Betätigung Der Nationalsozialistischen Partei erstreckt sich, wie die „Neue Freie Presse" berichtet, auch auf die U n - terlassung jeder parteipolitischen Tätigkeit im nationalsozialistischen Sinne, auf die Auflösung der Parteiorganisationen, auf Unterbindung jeglichen Verkehrs in den Vereinslokalitäten, auf Unterlassung der Verwendung von Papier und Stempeln mit Parteiaufdrucken und auf das Tragen von Parteiabzeichen. Die Parteipresse muß, wenn ihr weiteres Erscheinen überhaupt in Frage kommt, sich vollkommen umstellen und weder hinsichtlich der nach dem Preßgesetz vorgeschriedenen Angaben über Eigentümer, Herausgeber und Druckort, noch auch im Inhalt der Aufsätze die Beziehung zur Partei erkennen lassen. Eine weitere Frage, die aber im heutigen Ministerrat noch nicht emschieden worden ist, betrifft die Mandate der nationalsozialistischen Abgeordneten in den Landtagen und im Bundesrat. Nach Auffassung maßgebender Stellen können diese Mandate, da sie eine parteipolitische Tätigkeit im verbotenen Sinne ermöglichen, annulliert werden. Die verfassungsrechtliche Frage soll noch geklärt werden. Die Vertreter des L a n b b u n b c s in ber Regierung Haden sich bisher stets gegen eine Maßregelung ber Nationalsozialistischen Partei ausgesprochen unb die Meinung vertreten, daß man nicht d i e Partei als solche verantwortlich machen dürfe. In welcher Form die Landbundminister trotzdem das Zustandekommen des heutigen Ministerrats beschlusses ermöglicht haben, ist noch nicht bekannt. Nach einer Version sollen sie für den Beschluß gestimmt haben, nach der anderen Version hätten sie sich der Stimme enthalten. Sämtliche Gar nisonen Oesterreichs, sowie die Polizei sind seit heute abend in Alarmbereitschaft. Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung werden mit Geldstrafe bis zu 2000 Schilling oder mit Arrest bis zu sechs Monaten oder mit beiden Strafen belegt. Gegenstände, auf die sich die strafbaren Handlungen beziehen, können eingezogen werden. Der Versuch der Zuwiderhandlung gegen die Verordnung ist strafbar. Straffällige, die nicht österreichische Bundesbürger sind, find nach dem Schulgesetz vom 27. Juli 1871 zu behandeln. Iustizminister Schuschnigg sprach im Wiener Rundfunk über die Beschlüsse des Ministerrats. Er erklärte u. a., die Regierung habe immer wieder betont, daß sie den Frieden wolle. Run seien die Bomben explodiert. Oesterreich fei im Verlauf feiner Geschichte mehr als einmal der Vorwurf gemacht worden, daß es zu spät gekommen fei. Die Bundesregierung habe einen solchen Bortourf nicht auf s i ch und auf Oesterreich laden können. Daher der Beschluß des Ministerrats. - Das Hauptblatt derNSDAp. verboten Wien, 20. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die „Deutsch-österreichische Tageszeitung", das Haupt- blatt ber NSDA P., i ft verboten worben. Der in Gang befinbliche Druck ber Morgennummer würbe von ftriminalbeamten angehalten. Dem verantwortlichen Schriftleiter würbe aufgetragen, sich zur Verfügung ber Polizei zu halten. Oollsuß' „Dank" an einen deutschen Kämpfer. Wien, 19. Juni. (WTB.) Das Mitglied der deutschen Gesandtschaft Heinz E o h r s wurde Montagnachmittag mit dem fahrplanmäßigen Berliner Flugzeug abgeschoben. Eohrs war Dienstagfrüh verhaftet worden, hat also eine Woche im Polizeigefangenen- h a u s in Wien zugebracht. Eohrs ist als Oberleutnant der deutschen Armee an der Is on- zofront mehrfach verwundet worden. Wegen seiner Arbeit in Kärnten war ihm seinerzeit die besondere Anerkennung der Landesregierung ausgesprochen worden. Die Polizei stört ein Lichterfest. Wien, 19. Juni. (WTB.) Wie alljährlich, sand auch diesmal am Samstag, 17. Juni, das Lichter- f c ft in Melk an der Donau statt, das sich zugleich zu einer nationalsozialistischen Sonnwendfeier gestaltete. Die Teilnehmerzahl war, wie ber „ftampfruf" meldet, infolge ber be- hörblichen Gegenmaßnahmen geringer als sonst, so würben z. B. vier Gesellschastsautos mit Nationalsozialisten von ber Gendarmerie nicht in bie Stabt hineingelassen. Ganz Melk glich einem Heerlager, überall sah man Gendarmerie, die sich auf „Heil - Hitler" - Rufer mit ausaepflanztem Bajonett stürzte. Als sich Nationalsozialisten auf dem Hauptplag sammelten, wurde eine regelrechte Attacke gegen sie unternommen. Auf einen Wiener Autobus wurde bei der Heimkehr ein Anschlag verübt, lieber bie Straße war ein brei Meter langer, einen halben Meter dicker Baumstamm gelegt worden, und nur durch die Geistesgegenwart des Wagenlenkers wurde ein Unglück verhütet. England und die österreichische Rroge. London, 19. Juni. (TA.) Auf eine Anfrage im Anterhaus gab der englische Anterstaats» sekretär Eden eine Erklärung zur österreichischen Frage ab, die allerdings die Frage nur äußerlich behandelte und am Kern der Dinge vorbeiging. Er erklärte, die englische Regierung verfolge mit Interesse und Sympathie die Anstrengungen, die der österreichische Bundeskanzler nicht nur zur Wiederherstellung der österreichischen Finanzen auf einer gesunden Grundlage, sondern auch zur Aufrechterhaltung des Ansehens und der Anabhängigkeck Oesterreichs mache. Die Abgeordneten hätten wahrscheinlich in der Presse die neuerlichen Zwischenfalle gelesen, die, wie er leider sagen müsse, zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich geführt hätten. Die englische Regierung beobachte die Lage genau und hoffe, daß ein rasches Mit- B u d a p e ft, 19. Juni. (TU.) Der „Az Est" bringt eine ilnterrebung seines Wiener Berichterstatters mit dem ungarischen Ministerpräsidenten G ö m - bös bei dessen Durchreise in Wien über seine in Deutschland gewonnenen Eindrücke. Gömbös erklärte u. a., daß der Wahlspruch ^Deutschland erwache!" überholt sei, da Deutschland bereits tatsächlich erwacht sei. Er habe Erfurt mit der Aeberzeugung verlassen, daß i n Deutschland eine grenzenlose Begeisterung herrsche. Charakteristisch sei, daß sich die deutsche Arbeiterschaft massenhaft zu Hitler bekenne. Der ,Hitle- rismus" fei eine endgültige Lösung so, wie auch der Faschismus eine endgültige Lösung in Italien sei. Daraus ergebe sich für Ungarn die Folgerung, daß dabei mit einer ständigen politischen Richtung zu rechnen sei. In politischer Hinsicht fei Reichskanzler Hitler derselben Aeberzeugung wie er, Gömbös. Durch den D i e n st am Frieden diene man am besten auch den Interessen seines eigenen Landes. Aeber die d e u t f d) - ungarischen W i r t s ch a f t s f r a g e n erklärte Gömbös, daß die in Ungarn begonnenen Verhandlungen von Sachverständigen weiterfortgeführt würden. Die erörterten Mrischastsfragen. Wien, 19. Juni. (WTB. Funkspruch.) Mi- nisterpräsident Gömbös, der heute vormittag hier eingetroffen ist, erklärte einem Pressevertreter über das Ziel seiner Reise, daß die bevorstehende Erntezeit unb die Tatsache, daß der Absatz der ungarischen Bodenprodukte auf den Märkten seiner Rachbarn nicht ausreicht, es angezeigt erschienen ließen, schon jetzt die Gelegenheit einer Aussprache mit dem Reichskanzler zu ergreifen, deren Rotwendigkeit sich in den in Budapest begonnenen Besprechungen mit reichsdeutschen Wirtschaftspolitikern ergeben hatte. reicht mir zur großen Genugtuung", erklärte der Ministerpräsident, „daß ich beim Reichskanzler ein weitgehendes Verständnis für die wirtschaft lichen Bedürfnisse Angarns gefunden habe und zweifle nicht, daß die noch zu treffenden Abmachungen für die gesamte mitteleuropäische Wirtschaf tsregelung von weittragender Bedeutung sein werden. Selbstverständlich haben t e l gesunden werden möge, um die Arsache zu beseitigen, die zur Reibung zwischen den beiden Ländern geführt habe. KeineLleberraschung in Berlin. Ter Eindruck des Verbots der österreichischen NSTUP. Berlin, 19. Juni. (ERB.) In Berliner politischen Kreisen hat das Verbot der RSDAP. in Oesterreich keine besondere Acberraschung aus- gelöst. Die Vorgänge dev»lehten Wochen haben bewiesen, daß die Regierung Dollfuß seit langem auf dieses Ziel b i n arbeitete. Ohne Beweise dafür zu erhalten, sind von österreichischer amtlid>er Seite die Anschläge, die sich u. a. in Innsbruck, tn Wien und heute in Krems ereignet haben, denRationalsozia- listen zur Last gelegt worden, um auf diese Weise Maßnahmen gegendiePar- t e i ergreifen zu können. Die österreichischen Ra- tionalsozialisten haben ihrerseits Demgegenüber wiederholt mit aller Entschiedenheit erklärt, daß sie mit den Attentaten nichts zu tun hätten und jede Illegalität auss schärfste mißbilligten. Wenn sich die österreichische Regierung trotzdem dazu entschlossen hat, der RSDAP. jede Betätigung in Oesterreich zu untersagen und die nationalsozialistischen Formationen auszu- lösen, so muß ihr bie Verantwortung für dieses Verbot überlassen bleiben, dessen Folgen noch nicht abzusehen sind. Der Vormarsch ber nationalsozialistischen Bewegung in Oesterreich wirb allerbings auf biefem Wege nicht aufzuhalten fein. wir bei biefer Gelegenheit alle Fragen durchgesprochen, die die Interessen unserer beiden Länder berühren. Es erübrigt sich, zu betonen, daß Ungarn unverändert an seinen bewährten Freundschaften fest hält, unter denen das Verhältnis zu Oesterreich einen hervorragenden Platz einnimmt. Oer Eindruck im ungarischen Parlament. Budapest, 19. Juni. (WTB.) Ministerpräsident Gömbös begab sich unmittelbar nach feiner Rückkehr aus Deutschland in die Sitzung des Parlaments. Die Mitglieder der Regierungspartei brachten ihm stürmische Ovationen dar, während die Sozialdemokraten mit Zwischenrusen zu stören versuchten. Der demokratische Abgeordnete R a s s a y kritisierte die Reise Gömbös, und zwar behauptete er u. a., sie hätte dazu beigetragen, das Vorgehen der österreichischen Regierung gegen den Rationalsozialismus zu erschweren. Der nationalsozialistische Abgeordnete M e s k o gab seiner Befriedigung darüber 'Ausdruck, daß der ungarische Ministerpräsident mit dem mächtigen nationalsozialistischen Deutschland Fühlung genommen habe, zumal ja die RSDAP. zuvor ihre Delegierten zu wirtschaftlichen Studien nach Angarn entsandt habe. Im übrigen werde der Anschluß über kurz oder lang doch erfolgen, und Ungarn tue am besten, wenn es sich zu dieser Frage gänzlich neutral verhalte. 3n parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß Präsident Gömbös am Dienstag im Parlament ausführlich über seine Reise nach Berlin Bericht erstatten wird. Französische Gedanken. Paris, 19. Juni. (WTB.) Mit der Reise des ungarischen Ministerpräsidenten beschäftigt sich heute vormittag eine Anzahl von Blättern, die, wie der „Quotidien", die Frage stellen, ob Ungarn Deutschland die Tür nach dem Osten öffnen wolle. Allgemein wird die Reise Gömbös', die in Budapest erst im letzten Augenblick bekannt geworden sei, politische Bedeutung beigelegt. Ministerpräsident Gömbös (links), Vizekanzler von Papen (Mitte) und der Reichskanzler bei öei.i großen Reichswehrkonzert im Berliner Deutschen Stadion, an dem 20 Musikkorps teilnabmea. o Äflerpräfibenl Gömbös über SeuWani). 0er Wille zum Neuen in der Kirche. Eine Erklärung D. von Bodelschwinghs. Berlin, 17. Juni. (TU.) Von der Kanzlei des Reichsbischofs ergeht folgende Mitteilung: In einer Form, die in breitesten Kreisen schon auf scbarfe Ablehnung gestoßen ist, wird gegen D. d. Bodelschwingh der unbegründete Vorwurf der Reaktion erhoben. Da diese Darstellung offenbar planmäßig verbreitet und wiederholt wird, gibt der Reichsbischof folgendes bekannt: „Die immer wieder erhobenen Vorwürfe, daß d i e Reaktion sich hinter mir v e r st e ck e , erkläre ich in allem Ernst vor der deutschen Oeffent- lichkeit für unwahr. Wer mich kennt, weiß, daß ich mit Reaktion nichts zu tun habe. Die bisher von mir vertretene Arbeit hatte darin ihr Merkmal, daß sie für alles Neue offen war und entschlossen es in den Dienst unseres Volkes zu stellen. In diesem Sinne werde ich vorwärtsschauend auch mein jetziges Amt führen." Protestkundgebung der Glaubens- bewegung Deutsche Christen. Berlin, 17. 3uni. (£11.) Die Glaubensbewegung Deutsche Christen, Kreis Berlin, Land I, veranstaltete einen Protestaufmarsch des Berliner Ostens, um, wie es in der Ankündgiung hieß, den Kampf gegen die Benennung des Pfarrers v. Bodelschwingh zum Reichsbischof einzuleiten. Mehrere tausend Personen, darunter größere SR-Züge, Hitler-Jugend und Detriebszcllenorganisationen des Berliner Ostens nahmen an der Kundgebung teil. Nach einleitenden Worten des Reichsleiters, Pfarrers H o s s e n f e l d c r, hielt der Ber- trauensmann des Reichskanzlers, Wehrkreispfarrer Müller, eine Ansprache. 3n längeren Ausführungen betonte er, daß eine neue Zeit neue Menschen brauche. Die Glaubensbewegung Deutsche Christen wolle nicht die Politik in die Kirche hineintragen. Es müsse aber daran erinnert werden, daß die Nationalsozialisten es gewesen seien, die 14 Jahre lang gegen diejenigen kämpften, die Volk und Kirche zersetzen wollten. Sie hätten darum das Recht und die Pflicht, in der Kirche des neuen deutschen Volkes einen entscheidenden Einfluß zu gewinnen, damit das neue Gemeinschaftsgefühl und die neue Volkskameradschaft auch seelisch untermauert würden. Der Reichspropagandaleiter Pfarrer Kassel erklärte, die Glaubensbewegung Deutsche Christen sei nicht irgendeine kirchenpolitische Partei oder Gruppe, sondern sie sei die Kirche von heute und von morgen. Sie werfe die Bischossfrage nicht als Prestigefrage auf. Der zukünftige Reichsbischof habe so große Aufgaben zu lösen, daß er des allertiefsten Vertrauens der obersten Führerstellen bedürfe. Bodelschwingh sei aber ohne Rücksichtnahme auf die obersten Reichsstellen und auf das Kirchenvolk kurzerhand von drei Männern benannt worden. Man handele bereits, als ob er kraft geltenden Rechtes Reichsbischof sei. Es sei undenkbar, daß an der Spitze der evangelischen Kirche ein Reichsbischof stehe, der nicht in Uebereinstim- mung und in vollem Vertrauen mit dem Staat arbeiten könne. Wir sind von der persönlichen Lauterkeit Bodelschwinghs überzeugt, wir möchten nur bitten, da ihm augenscheinlich die Möglichkeit fehlt, sich in den Geist des heutigen Deutschlands hineinzufinden, die Führung als Reichsbischof einem Mann zu überlassen, der seit langen Ächren der persönliche Vertrauensmann des Kanzlers ist, der mit uns in Reih und Glied gestanden hat, als es noch gefährlich war, eine Hakenkreuznadel zu tragen. Wir sind zu jedem Frieden bereit, wird sind aber auch bereit, mit nationalsozialistischer Zähigkeit, wenn es sein muß, den Kampf bis zum Ende zu führen! Am Schluß der Kundgebung wurde eine Entschließung angenommen, in der die Entscheidung der Kirchenführer in der Reichsbischofsfrage entschieden a b g e l e h n t wird, weil diese Führer k Archen- und oolksfremd seien und im Volke keine geistige Verwandtschaft besäßen. Reichspräsident und Reichskanzler, an die die Entschließung telegraphisch übermittelt wurde, werden Deutscher Garten — deutscher Mensch. Von Ulrich Sander. Zu Hause hatten wir einen kleinen Garten zwischen den Hinterhöfen mit Torwegen und Pserde- ställen. Bei uns war es still in den Ställen, denn mein Großvater, dem das Haus gehörte, hatte seinen Wein> hinter den verstaubten und blinden Spinnwebfenstern. Das Ziegeldach der Ställe war so flach, daß man auf ihm hoch bis zum First klettern konnte, und dann ringsum in die Höfe und Hausgärten sah. Unser Garten war nur klein. Eine Laube, zwei alte Birnbäume, eine junge, von meinem Vater gepflanzte Süßkirche, ein paar Schneebeerenbüsche und Buchsbaumrabatten. Auf den Beeten Schwert- und Feuerlilien, Vergißmeinnicht und Porzellanblumen. In einer Ecke die Pfingstrosen, rote und weiße. Damals lebte meine Mutter noch, und es ist mir erinnerlich, daß sie im Garte» gearbeitet hat und eine Schürze trug, dunkel und grob, die sie sonst nie umgebunden hatte. Sie pflanzte gerade Porzellanblumen um. Und seitdem verbinde ich Porzellanblumen mit dem Andenken an meine Mutter. Der Garten soll ihr im Frühjahr schädlich gewesen sein. Ich entsinne mich an große Reisen und Kurhäuser in Baden-Baden und Davos. Ich weiß auch noch, wie der Garten dann eines Tages von einem Arbeitsmann umgegraben wurde, und der mir nicht glauben wollte, daß das alte Wurzelzeug, was er mit dem Spaten zerstach und untergrub, die so ^kostbaren Porzellanblumen waren, um die sich nun niemand mehr kümmern konnte. Ich vermochte nichts gegen den Mann, denn ich war erst sechs oder sieben Jahre alt. Eine Kostbarkeit hatte der Garten noch, die mein Vater betreute: die alte Bauernrose aus seinem elterlichen Garten. Sie blühte Jahr für Jahr in prangender Verschwendung von Farbe und Duft. Als dann alles anders wurde und wir ausziehen mußten, kamen wir in eine Wohnung ohne Garten. Mein Vater kaufte schließlich am Wall einen* kleinen Garten, und dorthin kam auch die Rose. Ich war noch einmal im alten Hause und suchte nach den Porezellanblumen, aber es war dort alles so anders geworden, daß man rasch wieder ging. * Darin unterscheidet sich Garten und Ackerland am tiefsten. Der Acker wird bestellt, der Garten Oie deutsche Delegation verläßt die Genfer Arbeitskonferenz Protestschritt gegen schwere Beleidigung der deutschen Abordnung. Genf, 19. 3uni. (WTB.) Dem Präsidenten der 17. Tagung der Internationalen Ar- beitskonferen; haben der deutsche Re- gierungsvertreter, dec deutsche Ar- beitgebervertreter und der deutsche Arbeitnehmervertreter heute folgende Erklärung übergeben: Zu Beginn der Konferenz sind in einer Grup- pensihung der Arbeitnehmer überaus schwere Beleidigungen gegen Deutschland und seine Delegierten gefallen. Diese sind, wie nun in aller Deutlichkeit gesagt werden muß, von dem Vorsitzenden der Gruppe trotz der Bitte um Zurückweisung und um Schuh der deutschen Interessen bis jetzt nicht zurückgewiesen worden. « Anschließend daran brachten Genfer Zeitungen Aeußerungen, die der deutsche Arbeitnehmeroertreter Herr Dr. Ley auf einer Presse- besprechung getan haben soll. Herr Dr. Ley hak alle ihm unterstellten Aeußerungen entschieden in Abrede gestellt und öffentlich dementiert. Darüber hinaus ist von den maßgebenden deutschen Stellen erklärt worden, daß Deutschland größten Wert lege aus freundschaftliche Beziehungen zur Bevölkerung aller Lander, insbesondere auch zu den südameri- konischen Staaten. Dessen ungeachtet wurde auf sogenannten offiziösen Tagungen der Arbeitnehmergruppe der Konferenz, zu denen man den deutschen Delegierten den Zutritt brüsk verweigerte, der abgetane Borfall wiederholt besprochen und alsdann von dem Bor- sitzenden dieser Gruppe öffentlich behandelt. Diese sogenannten offiziösen Tagungen sind durch Berlautbarungen in den amtlichen Drucksachen der Konferenz zustandegekommen, obwohl wir gegen den nicht korrekten Borgang zu verschiedenen Malen, leider vergeblich, an zuständiger Stelle Einspruch erhoben haben. Wir erblicken in den bezeichneten Borfällen eine schwere Beleidigung der deutschen Abordnung in ihrer Gesamtheit. Angesichts dieser Sachlage sieht sich die deutsche Delegation gezwungen, die Konferenz zu verlassen. Sie bedauert lebhaft, an der sachlichen Arbeit, zu der sie sich wiederholt und eindeutig bereit erklärt hat, so lange verhindert zu sein, als den deutschen Forderungen nicht Genüge getan und den berechtigten deutschen Beschwerden nicht abgeholfen worden ist. Genf, den 19. Iuni 1933. (gej.) Hans Engel. Mansfeld. Bogel. Dr. Robert Ley. um Maßnahmen gebeten, damit dos ganze evangelische Volk in dieser obersten Führerfrage in Uebereinstimmung mit dem Dolkskanzler Adolf Hitler selbst entscheide. — Am 27. Juni sollen in Groß-Berlin 19 Massenkundgebungen veranstaltet werden, die sich gegen die Ernennung Bodelschwinghs zum Reichsbischof richten. Bundesrat Motta gegen deutschfeindliche Hetzer. Basel, 19. 3uni. (£11.) 3m Sch weize- rischen Rationalrat schnitt am Montag- nachmittag der Züricher sozialdemokratische Abgeordnete Oprecht die Frage der von Deutschland erlassenen schweizerischen Zeitungsverbote an und fragte den Bundesrat, ob keine Möglichkeit zu Gegenmaßnahmen bestehe. Der Sozialdemokrat Reinhardt wollte wissen, welche Gegenmaßnahmen die Regierung in der Transferfrage ergreifen wolle, nachdemDr. Schacht die schweizerischen Wünsche schroff zu- rückgewiesen habe. Bundesrat Motta stellte als Leiter des Departements des Auswärtigen zu der Anfrage O p r e ch t s fest, daß die Grundlage für die Beziehungen zwischen den einzelnen Staaten darin bestehe, daß man sich nicht in d ie inneren Verhältnisse des anderen Staates einmische. Das gelte auch für die deutschen Verhältnisse. Er möchte der ganzen Oeffentlichkeit sagen, daß man sich bei der Erörterung solcher Fragen vor allem vor Verdächtigungen und leichtfertigen Verurteilungen hüten müsse. Zu der Anfrage Reinhardts erklärte Bundesrat Motta, daß bis jetzt die Schweiz von Deutschland nicht anders behandelt worden sei als andere Staaten. Es sei nicht richtig, daß Reichsbankpräfident Schacht die schweizerischen Forderungen schroff zurückgewiesen habe. Minister S t u ck i habe mit Dr. Schacht und Minister Hugenberg konferiert und die Besprechungen würden fortgesetzt. aber bewohnt. Der Garten' ist eine grüne Wohnung, eine Stube im Freien, oft nur durch eine Glastür von den anderen Stuben getrennt. Mit dem Acker wird der Mensch ohne Vieh und Maschi- schinen nicht fertig. Den Garten aber pflegt er mit kleinem Handwerkszeug und macht die feinste Arbeit nur mit der Hand, seiner eigenen Hand. Bis auf das Kartoffelracken steht oder geht der Mensch auf dem Acker, nein, er steht nicht einmal, er geht nur aufrecht oder halb gebeugt über ihn hinweg. Im Garten muß man vieles fnieenb erledigen, man liegt beim Veredeln fast lang auf der Erde. Man steht vor seinen Beeten, und die Fußtritte des Herrn düngen den Garten, sagt man. Der Mensch lebt in seinem Garten, er verwächst mit ihm durch ihn, heiratet sich ein in eine Verwandtschaft von Blumen und Früchten, die ihn nicht wieder loslassen. Nur der ist ein voller Mensch, der einen ©arten hat. Einen Garten muß man haben, wie man eine Frau und ein Kind haben muß. * Da war zu Hause noch ein anderer Garten, eine Gärtnerei. Sie lag unten an einem Graben, und wir standen abends oder nachts oft in der Nähe auf einem Hügel und fangen unsere Lieder über den Grund. Ringsum war freies Feld. Nur der Garten lag hinter seinen Hecken. In dem kleinen Haus war noch Licht. Sehr fleißige Leute wohnten unter dem Dach, hatten viele Kinder und darunter auch unsere Freundin Dürfen. Tagsüber rackte sie in Kopftuch und Schürze auf den Beeten herum, mietete oder pflanzte aus, verstopfte die Sämlinge, schnitt und band die Blumen, nahm im Gewächshaus die Gurken und Tomaten ab. Wir haben ihr oft dabei geholfen und ihr dann abends und nachts ein Ständchen gesungen. Das wollte bei uns etwas heißen, weil es nicht landesüblich ist, Leute anzusingen. Wir glaubten hier glückliche, wahrhaft glückliche Menschen gefunden zu haben. Fleißig und fruchtbar, gesund und sauber. Menschen, die auf viel weniger Land mehr anbauten, als die Bauern. Wir sahen in dieser Gärtnerei und ihren Menschen eine wahrhaft paradiesische Lösung. Wir waren uns darüber einig, daß mir, sobald es einmal ginge, zu einem Garten kommen müßten. * Man hat dann noch viele Gärten kennen gelernt, plunbrige und verbogene, so, mie ihre Menschen waren, feine, stille, kluge und gute Gärten, wie ihre Menschen waren. Auch ängstliche Gärten, pedantische, geizige und schwächliche. Wie ihre Menschen waren. Auch darin unterscheidet sich der Garpolizeimaßnahmen gegen die „Schwarze Front". Berlin, 19. Juni. (WTB.) Ende der vergangenen Woche sind in allen Teilen des Reiches polizeiliche Maßnahmen gegen die sog. Kampfgemeinschaft Revolutionärer N a t i o n a l s o z i a l i st e n , die „Schwarze Fron t", durchgeführt worden. Wie erinnerlich, wird die Schwarze Front von Dr. Otto Straßer geführt, der mit einem Kreis seiner Vertrauten Deutschland bereits wenige Tage nach dem Siege der nationalen Erhebung verlassen hat. Er hat es, wie die Führer der marxistischen Parteien, vorgezogen, vom sicheren Port des Auslandes aus seine verlogenen und staatsgefährlichen Angriffe gegen die Regierung der nationalen Revolution zu betreiben. Bei der Aktion sind mehrere der noch in Deutschland befindlichen Führer der „Schwarzen Front" in S ch u tz h a f t genommen worden. Bei den Durchsuchungen wurde umfangreiches Material gefunden, das die staatsfeindliche und gefährliche Einstellung der Schwarzen Front eindeutig beweist. Die Schwarze Front hat ihre Anhänger aufgefordert, sich Eintritt in die nationalen Kampfverbände zu verschaffen, um dann dort zersetzend und störend wirken zu können. Das beschlagnahmte Material beweist, daß auch sehr weitgehende politische Zusammenhänge mit der KPD. bestehen. Die „Schwarze Front" hat, da ihre Berliner Geschäftsräume feit längerer Zeit geschlossen sind, von Wien aus mit Hetzmaterial gearbeitet. Ehrung der siegreichen Romreiter in Hannover. Hannover, 18.3uni. (WTB.) Die Stadt Hannover stand im Zeichen der offiziellen Ehrung der siegreichen Romreiter durch die Reichsregierung, die mit einem großen Aufmarsch der SA. aus den vier niedersächsischen Untergruppen verbunden war. Riesige Menschen- massen bewegten sich zum großen Stadion und Rahmen des Festprogramms die offizielle Ehrung ten vom Acker; er nimmt das Wesen seines Gärtners an. Der Acker wohl auch bis zu einem gewissen Grad. Der Garten aber wird wie ein Mensch, wie sein Mensch. Wird gestaltet und ein« geteilt, unaufhörlich gepflegt und bearbeitet, ja, das Profil der Erdoberfläche verändert sich mit dem Augenblick, in dem der ©arten beginnt Der Acker richtet sich nach den Entwicklungsstufen der Erde, aber der Garten bildet eine eigene. Der Mensch richtet sich nach seinem Acker, aber der ©arten richtet sich nach seinem Menschen und nimmt ihn dann doch gefangen und wächst ihm über den Kopf durch die Persönlichkeitskräfte, die der Mensch in den ©arten gesteckt hat. So gewaltig ist die Spannung, daß der ©arten mit dem Augenblick durchschießt, an dem der Mensch seine Hand von ihm läßt. Die verwilderten Gärten an der Westfront gaben ein erschütterndes Bild von diesen entfesselten Kräften. Der wilde Acker wurde zur Weide. Der wilde Garten aber zu einem unheimlichen Urwald. Rosen und Wein berankten die zerschossenen Gewächshäuser. Die nicht mehr beschnittenen Spaliere schossen steil und wucherisch in die Luft. Erdbeeren waren viele Meter weiter gekrochen. Der Spargel ein Dickicht. Die Büsche eine einzige Wildnis. Kohl und Salat hatten sich schon in vielen Geschlechtern ausgesät und waren in die knappen, harten und kleinen Urformen wieder zurückgekehrt, in denen sie ganz auf sich selber angewiesen waren. ♦ Eines Tages kam man dann zu feinem eigenen ©arten. Die Landwirtschaft ging nicht. Man baute bei Zeiten um zum Garten. Kleiner, aber dafür ertragreicher. Höchste Ernte auf schmälstem Schlag. Erst ein schüchterner Vorstoß. Ein paar hundert Quadratmeter, weil das Geld zur Pflanzung und Draht nicht weiter reichte. Dann Jahr für Jahr em Stück weiter vorgetrieben, bis man eines Tages an der Grenze angekommen war. Ein feierlicher Augenblick. Feierlich, als die aus den Stecklingen der allerersten Beerensträucher gezogenen Büsche zum ersten Mal Frucht trugen. Feierlich, als sich zum ersten Mal ein Vogel in einen selbst- gezogenen Busch setzte. Jahre um Jahre hat es gedauert. Meter für Meter mußte mühselig erobert werden, ging wieder an den Acker verloren, mußte zurückerobert werden, bis die Stellung befestigt war. Fünfundeinhalbes Jahr hat man wegen seiner Heimat draußen herumgelegen. Aber bald sind es zehn Jahre, daß man um feinen Garten kämpft. Nur zweimal ist man im Felde getroffen worden. zu dem benachbarten Turnierplatz, auf Lern du der Romreiter durch die Reichsregierung vvp» gesehen war. Auf der Tribüne fab man u. a. Vizekanzler v. Papen, Reichswehrminister v.Blomberg, Kultusminister Rust und 3w» stizminister K rrl. Richswehrminister v.Blomberg übermittelte den siegreichen Romreitern den Dank der Reichsregierung und der Wehrmacht. Der Sieg sei ein Triumph gründlichster Arbeit und unerschütterlichen Siegeswillen gewesen und das Ergebnis zielbewuhter jahrelanger Zusammenarbeit aller Offiziere und schließlich auch ein Triumph der deutschen Pferdezucht und des deutschen Pferde überhaupt. Ministerpräsident Göring habe den „Wotanpreis", der in Hannover ausgetragen werden solle, gestiftet. Der Reichswehrminister schloß seine Ausführungen mit einem dreifachen Hurra! auf die siegreichen Romreiter, auf die Kavallerieschule in Hannover, auf die deutsche Reiterwache und auf das geliebte deutsche Vaterland, das von der vieltausendköpfigen Menge jubelnd ausgenommen wurde. 3m Anschluß an die Ehrung der Romreiter wurde ein großer Appell der gesamten SA. von Südhannover-Braun- schweig im Stadion abgehalten, bei dem Gauleiter Kulutusminister Dust die Ansprache hielt. Kunst und Wiffenschast. Die Dirigenten der Berliner Sfaatsoper. An der Berliner Staatsoper konnte jetzt die viel- umstrittene Dirigentenfrage endgültig geklärt werden. Zum ersten Staatskapellmeister ist, wie schon bekannt, Wilhelm Furtwängler ernannt worden. Eine Stellvertretung Furtwänglers rangmäßig ist nicht geplant. Man hat also den Titel eines zweiten Staatskapellmeisters fallen gelassen. Erich Kleiber, der frühere Generalmusikdirektor, von dem es hieß, daß ihn die Stadt Frank- furt engagieren wolle, bleibt in Berlin. Er führt den Titel Staatskapellmeister". Denselben Titel erhalten Leo Blech und der neu verpflichtet« Dirigent Professor Dr. Robert Heger, der zuletzt an der Wiener Oper tätig war. Damit ist die gesamte Dirigentenfrage gelöst und auch der Titel „Generalmusikdirektor" an der Staatsoper hinfällig geworden. Ferienkurse für Deutsche in Spanien 1933. Das Jbero-amerikanische Institut in Hamburg teilt mit, daß auch in diesem Jahre wieder Sommerkurse für Ausländer an der Universität Granada (August), Barcelona (Juni-Aumist), Madrid (Juli-Oktober-November), I a c a (Juli- August), San Sebastian (August) und in der von der spanischen Regierung neu gegründeten Internationalen Sommerunioersität in Santa n° der (August) stattfinden. Der Besuch der spanischen Kurse durch deutsche Lehrer, Studenten und Kaufleute liegt ebenso wie die Teilnahme von Spaniern an unseren deutschen Ausländerkursen im Interesse der Aufrechterhaltung der besonders seit dem Weltkrieg so freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Auf Grund des niedrigen Standes der spanischen Pesete ist die Nachfrage deutscher Interessenten in diesem Jahre sehr rege. Aus aller West. Zwei Mörder zum Tode verurteilt. Das Stuttgarter Schwurgericht verurteilte den 21jährigen Tapezierer Robert Gröhinger aus Reckarweihingen, Oberamt Ludwigsburg, wegen Mordes zur Todesstrafe und dauernden Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts. Der Mörder hatte im März d. 3. seine Braut, die gleichalterige Haustochter Elise Sieber aus Hoheneck, Oberamt Ludwigsburg, von einem Felsvorsprung 21 Meter tief in die Weinberge hinuntergestürzt, um sich ihrer zu entledigen. Als die Schwerverletzte noch nicht tot war, schleuderte er aus nächster Rähe große Steine auf das Mädchen, bis sie endlich blutüberströmt tot zusammen- brach. Der Angeklagte zeigte während der Verhandlung keinerlei Spuren von Reue. * Der 33 3ahre alte Arbeiter Emil Schiller aus Petermühle (Kreis Schwerin a. d. W.) ist wegen Mordes an einem Landwirt zum Tode verurteilt worden. Aber tausendmal um feines ©artens willen. Um dies kleine Stück Land sind ganze Aktenstöße geschrieben, viele hundert Kilometer Fußmarsch zu Gläubigern, Rechtsanwälten und Gerichten gelaufen. Diele Male hat der Garten in der Zeitung gestanden und sollte versteigert werden. Aber er ist drum gut angewachsen. Vielleicht gerade deswegen. „’XBaä Frauen träumen.^ Der Titel ist ein wenig altmodisch und ein wenig farblos —: das ist das Einzige, was wir gegen diesen Film einzuwenden haben. Sonst ist er ausgezeichnet; ein Kriminalstück ohne Schablone, mit Phantasie, mit ausgesprochenem Sinn für zündende Wirkungen und Kontraste, mit liebenswürdigem Witz und federnder Spannung. Die Fabel ist ungewöhn- lick sowohl in ihren Voraussetzungen wie in ihren Folgerungen; das Ganze ist nicht als Reportage, sondern eher novellistisch gefaßt. Manuskript und Drehbuch enthalten eine Reihe so hübscher und filmisch brauchbarer Motive, daß wir bedauern, die Verfasser nicht im Programm genannt zu finden. Die Regie führt G6za v. B o l o a r y : eine der sichersten und geschmackvollsten Leistungen, die wir seit längerer Zeit erlebt haben; er inszeniert fließend, gibt Tempo und Stimmungen, blendet im richtigen Augenblick ab, läßt den Zuschauer nie aus der Hand und hat eine Menge überraschender Einfälle. (Das Schmuckmotio und das Spiel mit dem Schatten beispielsweise sind mit spürfinnigem Instinkt für eine filmische Inszenierung eingeführt.) Dazu ein sehr gepflegtes kleines Ensemble in den tragenden Rollen. Nora Gregor, hier kaum bekannt, eine sehr hübsche und elegante Dame; wenn sie singt, kann man von fern an die Alpar denken, aber sie kann mehr als schön fingen und gut aussehen: sie verfügt über die schauspielerischen Qualitäten, welche diese psychologisch nicht unkomplizierte Figur verlangt. Ihr-Partner ist Gustav Fröhlich, der sich in seinen Ausdrucksmitteln sympathisch gefestigt hat; er spielt seine Rolle, die wie für ihn geschaffen ist, so knapp, beherrscht und mit Humor, daß es eine Freude ist. Außerdem Kurt Horwitz, Peter Lorre und Wallburg: alle drei trefflich an ihrem Platz. Robert Stolz schrieb eine liebenswürdige musikalische Begleitung. Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus; man sollte ihn sich ansehen und wird sich zwei Stunden aufs ange« neymste unterhalten. —r— Provinzialtag der Provinz Oberhessen. Gestern mittag trat der neue Prooinzial- tag der Provinz Oberhessen zu feiner ersten Sitzung im Regierungsgcbäude zu Gießen zusammen. Der Sitzungssaal war zur feierlichen Begrüßung der in der großen Mehrheit des Houses zum 'Ausdruck kommenden nationalen Revolution mit schwarzweibroten Jahnen und Hakenkreuzfah- nen, sowie mit frischem Grün geschmückt; rechts und links einer großen Hakenkreuzfahne in der Mitte der nördlichen Stirnwand des Saales waren die Bilder des Reichspräsidenten, Generalfeldmarschalls o. Hindenburg und des Dolkskanzlers Adolf Hitler aufgehängt. Die Mitglieder der national- sozialistischen Fraktion waren fast sämtlich im Braunhemd erschienen. Von den fünf Mitgliedern der sozialdemokratischen Vertretung im Provinzial- tag war nur ein Mitglied erschienen, der Schreiner Wilhelm Seipp (Lollar) hat am vorigen Sams« tag sein Mandat niedergelegt, die anderen fehlten zum Teil entschuldigt. Don den 25 Mitgliedern des Provinziallags, waren 20 zugegen, ferner die Mitglieder des Provinzialausschusses, soweit sie zu den nationalen Verbänden gehören. Rach der Konstituierung des neuen Prooinzial- tags und der Dienstcinführung, sowie der Verpslich- tung der Mitglieder hörte das Haus die nachstehende Ansprache von Provinzialdirektor Graes: Nachdem bei der Reichstagswahl am 5. März die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes sich zur Politik der am 30. Januar gebildeten '.Regierung der nationalen Konzentration bekannt und der Reichstag mit oerfassungsändernder Mehrheit das Ermächligungsdesetz für die Reichsregierung angenommen hat, sind in Ausführung dieses Ermächtigungsgesetzes die gesetzlichen Bertretungen der Länder, der Gemeinden und der Gemeindeverbände neu gebildet worden. So ist denn auch der Prooinziallandtag der Pro- vtnz Oberhessen neu gebildet und heute zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten. Meine Herren! Große Not lastet auf breiten Schichten des deutschen Volkes: überaus groß ist die Verantwortung unserer nationalen Regierung. Ein Weg nach aufwärts kann nur gefunden werden, wenn das gesamte deutsche Volk sich geschlossen hinter die Regierung stellt und bestrebt ist. ihr die Arbeit zu erleichtern. Es hat jeden vaterländisch empfindenden Men- schen mit liefern Schmerz erfüllt, daß unser beut- sches Volk bisher innerlich so zerrisien war, und daß sich einzelne Klassen feindlich gegenüberstanden. Das Streben, aus dieser Unglück bringenden Lage her- auszukommen und eine wahre Volksgemeinschaft auf nationaler Grundlage zu schaffen, muß von jedem Deutschen u n • t e r st ü tz t werden, denn es ist die erste Voraussetzung für einen neuen Ausstieg. So wie die Ehrfurcht gebietende Gestalt unseres Herrn Rcichspräsidenten. Generalfeldmarfchall von Hindenburg, und der Schöpfer einer nationalen Volksbewegung von gewaltiger Gröhe. Herr Reichskanzler Adolf Hitler, sich am 30. Januar die Hande reichten zur gemeinsamen Arbeit am deutschen Volk und Vaterland, so sollen sich alle Deutschen für den Dienst an Volk und Vaterland verbinden und damit bekunden, daß sie unter Zurückstellung aller Meinungsverschiedenheiten gewillt find, im vollen vertrauen zur Reichsregierung und unserer hessischen Stpatsregierung am Neubau des Reiche» mitzuwirken. Der Provinzialtag hat keine großen politischen Fragen zu entscheiden, aber seine Beschlüsse sind immerhin in wirtschaftlicher Hinsicht für die Provinz Oberhessen von großer Bedeutung. Auch wir wollen im Rahmen unseres Arbeitsaebietes bestrebt sein, das zu tun, was im Interesse der Gesundung unseres Volkes und feiner wirtschaftlichen Verhältnisse getan werden muß und alles unterla|- |cn, was in den großen Verwaltungs- und Wirt- fchaftsapparat störend eingreifen könnte. Wenn jeder einzelne an seinem Platze und jede einzelne Körperschaft im Vollbewußtsein der Verantwortung zu positiver Mitarbeit bereit ist. dann dienen wir am besten dem gesamten deutschen Volke und leisten, wenn auch in kleinerem Rahmen, der Regierung der nationalen Konzentration Unterstützung, auf die diese Regierung einen berechtigten Anspruch hat. 3n diesem Sinne lassen Sie uns an die Arbeit gehenk Die dem Provinzialtag oorgelegten Voranschläge geben ein Bild von dem Stand der Dinge bei der Provlnzialverwaltung im engeren Sinne und bei den wirtschaftlichen Betrieben der Provinz. Der Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben der Provinz schließt in Einnahme und Ausgabe ab mit 4 053 391 Mark. Es ist dies ein Betrag von rund 100 000 Mark weniger gegenüber dem Jahre 1932. Der Straßenvoranschlag schloß auf der Ausgabenseite ab 1932: 2 721 000 Mark, 1933: 2 579 000 Mark, mithin im laufenden Jahr weniger 142 000 Mark. Dies ist durch folgenden Umstand begründet: Rückgang der Kraftfahrzeugsteuer um rund 57 000 Mark, Obfteinnahme weniger auf Grund des dreijährigen Durchschnitts 15 000 Mark, Wegfall des Straßenüberleitungsfonds 30 000 Mk., Wegfall von Neubauten, die im Jahre 1932 ein- gefetzt waren, mit 66 000 Mark, zusammen 168 000 Mark. Der Staatszuschuß ist vorsorglich mit 370 000 Mk. wieder in Einnahme gestellt. Wird er vom Landtag nicht noch nachträglich bewilligt, dann können die vorgesehenen neuen Straßendecken mit einem Kostenaufwand von 370 000 Mark nicht ausgeführt werden. Die provinzialskraßen erfordern den größten Teil der Miltel. die im Voranschlag der Pro- vin; vorgesehen sind. Das Straßennetz der Provinz Oberhessen umfaßt rund 2300 Kilometer, davon entfallen etwa ein Fünftel auf V-Straßen, der Rest auf L-Straßen. Starkenburg hat rund 2000 Kilometer, Rheinhessen rund 1000 Kilometer. Am 1. April 1933 waren feit dem Uebergang derKreis st raßen auf dieProoinz sechs Jahre oerfloffen. In dieser Zeit sind in der Pro- oinz Oberhessen folgende Straßenherstellun- g e n ausgeführt worden: Kleinpflaster rund 110 Kilometer, Gußasphalt (Topeka, Teer, Makadam, Beton) rund 47 Kilometer, Halb-Tränkdecken rund 19 Kilometer, Traß Decken, len neunen. Es wurden ausgegeben: a) aus Anleihemilleln einfchl. des Arbeitsbeschaffungsprogramm» 1932 b) aus sonstigen Mitteln R21L 7 239 614 17 574 024 Zementschotter-Decken rund 60 Kilometer, Oberflächenbehandlung auf Neuwalzung rund 80 Kilometer, Oberflächenbehandlung auf aller Schotter- decke rund 111 Kilometer, Walzung ohne Oberflächenbehandlung rund 23 Kilometer, zusammen 450 Kilometer. Hierbei sind die Arbeiten, die zur Zeit im Gange sind, noch nicht mitgerechnet. Diese Arbeiten wurden teils aus lausenden Mil- lein, teils aus Kapilalaufnahme finanziert. Am 31. März 1933 betrug die Reststraßenschuld der Provinz Oberhessen rund 4 945 000 Mark. Zum gleichen Zeitpunkt waren teils direkt, teils indirekt schon etwa 1 500 000 Mark an der ursprünglichen Schuld getilgt. Zu der obigen Schuld kommt noch der Betrag hinzu, der für die Durchführung des Arbeitsbeschas- fungsprogramms der Reichsregierung für 1932 erforderlich wird. Der erste Abschnitt des Arbeilsbefchaffung»- programm» 1932 ist durchgeführt, der zweite und dritte Abschnitt sind in Ausführung. Vorbehaltlich der genauen Abrechnung nach Fertigstellung der Arbeiten belaufen sich die Geiamtkoften des Programms 1932 auf rund 1000 000 Mark. Hiervon gebt ein verlorener Zuschuß der Reichsanftalt in Höhe von 15 Prozent - 150 000 Mark ab. Ein Betrag von 65 Prozent = 650 000 Mark ist aus Mitteln der Gesellschaft für öffentliche Arbeiten (Deffa) darlehensweise zur Verfügung gestellt, wäh- rend 20 Prozent = 200 000 Mark aus Mitteln der Provinz bereitgestellt werden müssen. Es muß also aus dem Programm 1932 der obigen Schuld noch ein Betrag von rund 850 000 Mark zugerechnet werden. Für das Arbeitsbeschaffungsprogramm (Gpreke- Plc n) hatten wir trotz der hohen Straßcnschmd im Interesse der oberhessischen Industrie und Arbeiterschaft Anträge gestellt im Gesamtwert von rund 350 000 Mark, von denen etwa 235 000 Mark auf die Provinz Oberhessen und 115 000 Mark auf die Gemeinden (Ortsdurchfahrten) entfallen sollten. In welchem Umfang die Anträge der Provinzialverwaltung genehmigt werden, steht zur Zeit noch nicht fest. Die Verzinsung und Tilgung der Straßenschuld erfolgt aus den Mitteln der Kraftfahrzeugsteuer. Der Anteil der Provinz Oberhessen an dieser Steuer ist bis zum Jahre 1930 dauernd gestiegen. Er vernichte im Jahre 1930 den Betrag von 1 215 332 Mark. Seit dieser Zeit geht infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse das Aufkommen aus der Kraftfahrzeugsteuer dauernd zurück. Das Jahr 1932 schließt mit einem Betrage von 992 346 Mark für Oberhessen ab. Infolge des Rückgangs des Aufkommens aus der Kraftfahrzeugsteuer mußte der Betrag für Schuldentilgung von 400 000 Mark pro Jahr bis auf weiteres auf 300 000 Mark gesenkt werden Durch die neuerdings eingetretene Aenderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (Befreiung der vom 1. April 1933 an zur Anmeldung kommenden neuen Personenkraftwagen) wird ein weiterer Einnahmeausfall zu erwarten fein. Für die Jahre 1933, 1934 und 1935 ist die Einnahme in Höhe ton 160 Millionen Mark durch das Reich garantiert. Obwohl für die Straßen in Oberhessen. wie allgemein anerkennt wird, in Anbetracht der wirtschaftlichen Derhältnisse recht viel geschehen ist, sind die Straßen doch unser Schmerzenskind. Wir sind über den Zustand der Straßen ifn allgemeinen unterrichtet und erkennen auch die Klagen im allgemeinen als berechtigt an, aber es fehlen uns die nötigen Mittel, um den Beschwerden in vollem Umfange abhelfen zu können. Um Ihnen ein Bild darüber zu geben, was in den sechs Jahren seit dem Uebergang der Straßen aus die Provinz geleistet worden ist, möchte ich Ihnen noch folgende Zah- zusammen 24 813 638 In den Jahren 1927 bi- 1932 haben die wirt - schaftlichen Betriebe der Provinz Oberhessen insgesamt 2 590 000 Mark zum Ausgleich des Voranschlags an die Provinzialkasse abgeliefert. Es ist dadurch erreicht worden, daß der Steuerausschlag beibehalten werden konnte. Die Mittel kamen restlos der Strahenverbesserung zugute. Die Finanzlage der Provinz hinsichtlich der oermögensrechtlichen Seile ist durchaus gesund. L» bestehen, abgesehen von den Strahenschul- dcn. keinerlei kurzfristige Schulden. Der voran- schlag 1933 ist unter Aufrechterhaltung der seitherigen Ausschlagsfähe ohne Fehlbetrag ausgeglichen. Auch die wirtschaftlichen Betriebe der Provinz können als durchaus gesund bezeichnet werden. Abg. LandtagSvizeprafident Klostermann (NSDAP.) nahm hierauf das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. sagte: Als im Jahre 1929 ein einziger Nationalsozialist hier einzog, begegnete ihm von der damals noch herrschenden Parieimehrheil nur eins: Ucbersehen und Lächerlichmachen. Inzwischen wurde aber auch in der Provinz Oberhessen der Beweis erbracht, daß der größte Teil der Bevölkerung hinter den neuen Männern von heule stehl, daß mit dem Allen gebrochen ist und in einer beispiellosen Umwälzung auch nach außen hin gezeigt wird, daß nun etwas Neues kommen muß. Heule sehen wir nur einen Mann hier anwesend von dem lächerlichen Rest der Sozialdemokratischen Partei. Ich wundere mich über den Mut und die Kühnheit dieses Mannes, der glaubt, hier noch erscheinen zu müssen, während doch die SPD. nur eines zu tun Hal: zu schweigen und sich zu schämen und dabei noch dankbar zu sein dafür, daß sie überhaupt noch geduldet wird. Wem ein Aufenthalt im Konzentta- tionslager noch nicht genügt hat, der kann ja vielleicht noch einen Aufenthalt dort genießen. Dieser Provinziallag Hal ein anderes Gesicht, lieber die Bedeutung des Provinziallags brauche ich nichts Näheres zu sagen, da es zwecklos ist, die Entbehrlichkeit dieser Einrichtung noch dadurch zu do« tumenlieren, daß hier lange Reden gehalten werden. Ich glaube aber auch hier zum Ausdruck bringen zu muffen, daß der Parlamentarismus im Sterben ist. Wir wollen keine anonymen Mehrheiten, fon- dcrn Männer, die in sich der Bevölkerung dafür bürgen, daß sie alle» tun znm Ausbau eine» Staate», in dem wir leben können. Wir haben das Vertrauen zu dem Vorsitzenden des Provinziallags, Prooinzialdireklor Graes, daß er nur das tun wird, was er vor seinem Gewissen, vor seinem Volke und vor Deutschland oer- antworten kann und was für das deutsche Volk gut ist. Wir beantragen deshalb, die ganze Tagesordnung e n bloc anzunehmen und da- durch die Möglichkeit zu schassen, daß Sachkenner zum Wohle der Provinz und ihrer Bevölkerung arbeiten köynen und nicht Leute in Sachen herein- reben, von denen sie nichts verstehen. Ich beantrage weiterhin, die Aussprache zu schließen und sofort über den nationalsozialistischen Antrag abzustimmen. Oie Abstimmung ergab die einstimmige Annahme des An- traas der Fraktion der NSDAP., wonach der Haushaltsvoranschlag der Provinz für das Rj. 1933, die Voranschläge des Wasserwerks Inheiden und des Uederlandwerks Oberhessen, die dazu gestellten Anträge und schließlich die Verwaltungsbe- richte einstimmig angenommen wurden. Provinzialdirektor Graes sprach noch dem Pro- oinzialausschußmitglied K r o m m (Schotten) Dank aus für die Rechnungsprüfung. Abg. Klostenmann (NSDAP.) richtete hierauf eine kurze Schlußansprache an den Preooinziallag, in der er u. a. sagte: Wir leben in einer unerhört großen Zeit. Ein jahrtau- sendelanger Kampf um die Einheit des Deutschen Reiches ist abgeschlossen mit einem kurzen Gesetz von 5 bis 6 Paragraphen, in denen diese Einheit jetzt verwirklicht wurde. Wir freuen uns, daß durch unfern Kampf die Gegensätze zwischen den Klassen und Ständen überbrückt wurden, daß eine Front der schassenden deutschen Arbeit aufgebaut ist, in der die Arbeiter, Angestellten, Beamten und Unternehmer zusammengefaht sind. Wir müssen Goll danken, daß es uns vergönnt ist, in dieser großen Zeil zu leben. Ein derartiger Sie- geszug ist noch nie in der Well dagewesen. Wenn auch heule unsere außenpolitischen Aussichten nicht ganz so günstig sind, dann bleibt uns aber doch eines zu tun: Wir müssen uns auf den Aufbau im Innern oerfleisen und hierfür innenpolitisch die letzten Kräfte mobil machen. Heule ist kein Platz mehr für Bruderkampf zwischen den verschiedensten Klassen, Ständen und den Konfessionen. C» muh im Innern ein Block von Lr; au» unserem Volke gemacht werden, der sich auch außenpolitisch durchsetzen kann. In einigen Jahren werden wir dann den innenpolittschen Siegeszug auch außenpolitisch antreten können. Wir werden uns auch dort durchsetzen, um dem deutschen Volke, unseren Kindern und den nächsten Generationen das Leben zu ermöglichen. Deshalb müssen wir auch dafür sorgen, daß alle Zersplitterung in unserem Volke weg- kommt, daß sich unser Volk in seiner Gesamtheit vereint, alles Fremdrassige ausscheidel, den Parlamen« larismu» überwindet, die Personlichkeilsmerte mit'- der herausstellk und den Führerpersönlichkeiten die Möglichkeit gibt, die besten Kräfte an die Front zu stellen. Wir wollen auch hier in der Provinz Oberhessen versuchen, diese Provinz i m • m c r mehr auszubaucn z u einem Bollwerk des Nationalsozialismus, das niemals mehr zu stürmen und zu erschüttern ist, daß unsere Provinz, die in ihrem Bekenntnis zum Nationalsozialismus schon jetzt an der Spitze Deutschlands stehl, diese Stellung immer beinhalten kann. Ich appelliere an alle Einwohner, eifrig rnilzu- helsen an der Arbeit zum Wohle unseres Volke», jeder an feinem Platze. Wir, die wir bisher geführt haben, werden weiter- führen und alle Kräfte fo einsetzen, daß daraus eine gedeihliche Arbeit erwächst. Wir wollen auf diefe Weise an unserem Teile rnilhelsen, das deutsche Volk aufzurichten, damit es wieder frei sich erheben kann, unerschütterlich haftest und 'Arbeit und Brot Hal für alle seine Volksgenossen. Diesen Willen wollen wir bekunden in dreimaligem Sieg-Heil auf unsere Führer, den (9c- neralfeldmarschall v. Hindenburg, den Volkskanzler Adolf Hiller und unser deutsches Vaterland. Die Versammlung stimmte freudig in diesen Ruf ein und lang anschließend den ersten Vers des Horst- Wessel-Liedes. Damit fand die Sitzung ihren Abschluß. ZinSsenlungsattion der hessischen Regierung. WSR. Ans Anregung de» Herrn Sfaalsfcfrc- tärs und stellvertretenden Staatsministers Jung haben die Generalversammlung und der Aussichtsrat der Hessischen Landes-Hypothekenbank A. G. Darmstadt in der Sitzung vom 17. Juni die Wittel bereitgestellt, die es der Bank ermöglichen, den Zinssatz der Auswertung s h y p o t h e k e n für das Jahr 1933 einmalig um % Prozent auf 5/: Prozent z u ermäßigen. Da die Zinsrate für da» erste Halbjahr 1933 bereits fällig ist, wird die Zins- ermäßigung bei der Zinsrate für das zweite Halbjahr 1933 in voller Höhe abgeschrieben werden. Wit dieser Waßnahme ist ein weiterer wirksamer Schritt auf dem von der Regierung angestrebten Wege zu einer allgemeinen Zinssenkung getan worden. Die geldliche Auswirkung wird besonders auch gerade solchen Beoölkerungsteilen zugute kommen, die als Kleinrentner, erwerbslose Arbeiter, ältere arbeitslose Angestellte usw. schwer um die Erhaltung ihres Allhausbesihes kämpfen. Nicht minder dürfte es eine Erleichterung aber auch für das bodenständige klein- und Witfcl- geroerbe fein. Pornotizen. — Tageskalender für Dienst a g. Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Dranv- plah, 15 bis 17 Ufjr, Ausstellung. — Neue- Schloß: 10 bis 13, 15 bis 18 Ahr. Werbe-AuS- stellung hessischer und rheinischer Kunsttöpfereien. Was gibt es Neues in der Medizin? Don Or. p. Wölffel. Zettbildung und Drüsen. Durch Forschungen ist die immer noch viel verbreitete Auffassung, daß Korpulenz hauptsächlich durch Ueberernahrung heroorgerufen werde, von neuem als Irrtum bestätigt worden. Bei der Fett- bilbung sind als ausschlaggebende Faktoren die Schilddrüse, die Hirnanhangdrüse und die Zirbel- drüse anzusehen. Für die normale Körperenlwick« lung bleibt Vorbedingung, daß jede dieser Drüsen für sich in geordneter Weile ihre Funktionen aus« übt und daß sich andererseits die Gesamtleistung dem Gesamtbetriebe des Organismus in harmonischer Form unterorbnet. Die normale Fetlrnenge beläuft sich beim Erwachsenen auf ungefähr fünf Prozent des Gewichts, also auf etwa fünf bis acht Pfund. Einer krankhaften Fettbildung ist die schmerzhafte Fettbildung (Adipositas dolorosa) gleichzuachten, eine Form der Fettsucht, die der Behandlung oft große Schwierigkeiten in den Weg stellt. Die schmerzhafte Fettsucht ist nicht nur mit erheblichen Beschwerden verbunden, sie kann auch die DewegungSsunkttonen ernstlich behindern. Heiße Getränke, nicht kalte, stillen den Durst. Professor Dr. L. Heidenhain weist auf Grund ausgiebiger klinischer und persönlicher Erfahrungen darauf hin, daß — im Gegensatz zu einet weitverbreiteten Auffassung — die größere durst- sttllende Wirkung nicht von kalten, sondern von heißen Getränken zu erwarten ist. Professor Heidenhain läßt den Kranken, bei denen sich höheres Fieber zeigt, ebenso solchen, die eine Operation erst kurze Zeit hinter sich haben, grundsätzlich nur heißen Tee verabfolgen. Man hat damit in allen Füllen die günstigsten Beobachtungen gemacht. Es hat sich feststellen lassen, daß die durstlöschende Wirkung erheblich früher eintritt als bei kalten Getränken. Prinzipiell nimmt man in der chirurgischen Abteilung immer nur Tee an Stelle eines anderen heißen Getränkes, da Tee sich als das Zweckmäßigste, auch im Vergleich zum Kaffee, erwiesen V t. Llebrigens werden von den Kranken größere Teemengen leichter als größere Kaffee- mengen ausgenommen. Geht man den Ursachen nach, weshalb von heißen Getränken der Durst schneller gelöscht wird als von kalten, so hat man einen Hauptgrund wohl darin zu suchen, daß dem 'Organismus durch die Zufuhr kalter Getränke eine größere Arbeitsleistung abverlangt wird. Das hängt damit zusammen, daß der Körper die kalte Flüssigkeit er ft auf eine höhere Temperatur bringen muh. Diese Anwärmung muh immer dem Aufsaugungsprozeß vorausgehen, weil das Aus- treffen des falten Getränkes auf die Rervenaus- läufer der Magen- und Darmschleimhaut eine Dlulgefäheverengerung nach sich zieht, die längere Zeit fortdauert. Die dadurch bewirkte, geraume Zeit anhaltende Stockung des Aufsaugungsprozesses tritt naturgemäß beim Trinken warmer Flüssigkeiten nicht ein. Witterung und Krankheitsbereitschast. Am häufigsten treten unter meteorologischen Einflüssen Müdigkeit, Gliederreißen, Ohrensausen, Reizbarkeit, Muskelschmerzen und DUrtdruck- veränderungen auf. Reuerdings sind sogar Zusammenhänge zwischen dem häufigeren Auftreten von Schlaganfall und Witlerungsveränderung gefunden worden. Ebenso lassen sich Störungen der Hautfunktionen und Störungen der Derdauungs- organe, ferner Lungenembolie, Asthmabeschwer- den usw. als Folge von Witterungsumschlag nachweisen. Reben den auffälligen Einflüssen des Lustdrucksturzes und der Guftörudftcigerung ist es namentlich die Luftfeuchtigkeit, welche die häufigsten organischen Beränderungen begünstigt. Als erheblicher Faktor, der vor allem bei Luftdruckrückgang mitspielt, scheinen nach den seitherigen Beobachtungen auch die Blulgase in Betracht zu kommen, die eine Art extremen Zustand dadurch Hervorrufen, daß sie ihren Weg in den inneren Darm nehmen. Desgleichen machen sich besonders wahrnehmbare Beränderungen im Gebiete der Lungen bemerkbar, auch die Schleimhäute werden in Milleidenschast gezogen. Schließlich darf es heule als erwiesen gelten, daß eine Reihe von Herzkrankheiten, vor allem durch mehr oder minder starke Deeinträchligungen der Blulbahn, Lurch meteorologische Einflüsse begünstigt werden. WarumiftderMenschenbLßsogefährlich? Eine Frage, die auch bis heute ihre restlose Klärung nicht gefunden hat. Aller Vermutung nach aber droht bei Wunden, die auf einen Men- schenbih zurückgehen, deshalb so häufig Infektionsgefahr, weil beim Beißen sehr angrifsstüch- tige Bakterien aus der Mundhöhle des Täters übertragen wurden, Bakterien, denen der Ver- lehte nicht die ausreichende Abwehr in der Form genügend wirksamer Gegengifte entgegenzusehen vermag. Der Täler selber trägt diese Bakterien als ungefährlich herum, weil seine Körpersäfte anders geartet sind und deshalb den schädlichen Einfluß der Bakterien zurückweisen können. Der Menschenbiß, wie er wohl am häufigsten bei Kindern vorkommt, darf niemals, auch wenn die Bißwunde noch so harmlos und unscheinbar aussieht, als unbedenklich hingenommen werden. Tritt infolge des Bisses Fieber auf, dann zögere man nicht, unversäumt den Arzt zu Rate zu ziehen, denn gerade beim Menschenbiß liegt die Gefahr einer Blutvergiftung sehr nahe und eine solche Blutvergiftung pflegt meist recht bedenkliche Formen anzunehmen. Auch bei den ganz einfachen, also nur oberflächlichen Bißstellen, muh eine sehr sorgsame Behandlung erfolgen, und zwar vor allem durch ein gründliches Betupfen mit Jodtinktur. Dor dem Betupfen mit Jodtinktur wird die Bißstelle sehr vorsichtig mit einer desinfizierenden Lösung behandelt. Unter keinen Umständen darf man die Bißwunde auswaschen, oder an der Bißstelle herumwischen. Dadurch würde die Gefahr nur erhöht. Deshalb darf auch die desinfizierende Lösung nur durch Baden an die verletzte Stelle herangebracht werden. Ist die Bißstelle so weit behandelt, dann streut man Jodoform auf und bringt schließlich einen keimfreien Verband an. Auf jeden Fall sei man recht vorsichtig, damit nicht die anfänglich noch leicht zu behandelnde Bißwunde zum Ausgangspunkt einer hartnäckigen Verschlimmerung wird. Man übersehe nie, daß der Menschenbiß einer der gefährlichsten ist und daß ßäffigfeit hier immer Komplikationen einträgt S.jf.-tfport Das Länderspiel Deutschland-Oesterreich doch abgesagt Am kommenden Sonntag sollte bekanntlich im Frankierter Stadion das Fußball-Länderspiel Deutschland—Oesterreich vor sich gehen, zu dem schon seit Wochen fast sämtliche Eintrittskarten ausverkaust waren. Aach einer Meldung aus Wien hat heute der Oesterrcichische Fußball-Bund beschlossen, zu dem Spiel nicht anzutreten. Begründet wird die Absage mit der gespannten politischen Lage. Der Deutsche Fuhball-Dund hat noch am Mon° i tagabend Verhandlungen ausgenommen, um einen I Die Turngemeinde Friedberg hat sich einen eigenen Spielplatz gebaut. Trotz der schweren Regenfälle während der letzten Tage war der Platz in sehr guter Verfassung. Die Einweihung des Platzes erfolgte am Sonntag in einer schlichten Feier. Rach stirn- inungsvollen Chören der Gesangsabteilung der Turngemeinde Friedberg begrüßte der Führer des Vereins, Studienrat Thierolf, die Gäste. Er dankte allen, die zum Gelingen des großen Werkes beigetragen haben und verband damit das Gelöbnis zu treuer Weiterarbeit für Volk und Vaterland. Das Deutschlandlied wurde anschließend gesungen. Als Vertreter der Stadt Friedberg übermitelte Stadtrat Dörr die Glückwünsche. Für den Turngau Hessen der DT. sprach dessen Führer, Dr. med. Rau (Butzbach), wo die Stadt Friedberg dazu beglückwünschte, daß ein einzelner Verein in vorbildlicher Weise im Interesse der Gemeinschaft und des Gemeinwohls eine Anlage geschaffen habe, die ohne Verwendung öffentlicher Mittel nun der gesamten Bevölkerung diene. Aus Anlaß der Platzweihe war der Sonntag vus- gefüllt mit -einer Reihe hochwertiger spielerischer und turnsportlicher Veranstaltungen. Die Spiele. Handball: Tgm. Friedberg Schüler — T. u. Spo. Butzbach Schüler 0:1 (0:1); Tgm. Friedberg Jugend — Tgs. Frankfurt - Sachsenhausen Jugend 2:6 (1:3); Tgm. Friedberg II — Tv. Rieder-Mörlen komb. 4:2 (2:0); Tgm. Friedberg I — Sportgem. Eintracht Frankfurt 10:12 (5:3); Tgm. Friedberg Schüler — To. Rieder-Mörlen Schüler 1:1 (1:0). Faustball: Tgm. Friedberg I — Tv. 1860 Frankfurt I 27:29; Tgm. Friedberg Alte Herren — Schupo Hanau 34:32. Wie aus obiger Zusammenstellung ersichtlich, hatte die Spielleitung der Tgm. Friedberg ein recht reichhaltiges Programm zusammengestellt, das durch die Paarung erstklasssigster Gegner in allen Sparten recht guten Sport brachte. Das wichtigste und auch schönste Spiel des Tages brachte das Treffen zwischen der ersten Elf der Tgm. Friedberg und der Handball-Liga der Sportgemeinde Eintracht Frankfurt. Es war ein Spiel, das die Zuschauer nur so mitriß. Von Anfang bis zum Schluß wurde in einem unheimlichen Tempo gespielt. Beide Mannschaften, in allen Teilen recht gut besetzt, spielten mit einer Hingabe und in einer Vollendung, wie man es hier in Friedberg noch nicht gesehen hat. Ein technisch sehr schönes Spiel zeigten die ersten Faustballmannschaften der Tgm. Friedberg und des To. 1860 Frankfurt. Bei technisch guten Leistungen beider Mannschaften konnte 1860 Frankfurt einen knappen, vielleicht auch verdienten Sieg erringen. Eine angenehme Enttäuschung brachten die Alten Herren der Tgm. Friedberg fertig, indem sie die gute Mannschaft der Schupo Hanau in ausgezeichnetem Spiel niederrangen Die leichtathletischen Wettkämpfe. Trotz des durch starke Regenschauer aufgeweichten Bodens und der noch weichen Laufbahn wurden bei den volkstümlichen Wettkämpfen gute Leistungen erzielt. In den kurzen Strecken dominierte Wagner vom To. 1860 Frankfurt über Eldracher, 1900 Gießen, der im 200-Meter-Lauf Zweiter wurde und im 100-Meter-Endlauf durch einen Fehlstart ausschied. Die 800-Meter gewann Bepperling, 1900 Gießen, während die 3000-Meter Holzapfel vom Mto. Gießen an sich brachte. Luh, OSC. Gießen, siegte iy Abwesenheit von Mengenroth, Tv. 1860 Frankfurt im Schleudern und mit recht guter Leistung im Kugelstoßen. Einen weiteren Sieg errang der OSC. Gießen im Speerwerfen durch Jakob. Der Weitsprung sah Jung, 1900 Gießen, in Front während der bekannte Reichswehr- Unteroffizier Steines (1900 Gießen) erwartungsebenbürtigen Ersah für die österreichische Mannschaft zu beschaffen. Als solch ebenbürtiger Ersah werden in erster Linie die Aationalrnannschaften von Italien und Ungarn angesehen. Sportabteilung des Tv. Wieseck. Vorn Turnverein Wieseck werden roir_ gebeten, zu dein Bericht vom 9. Juni über das Spiel am 2. Psingstseiertag, das zwischen der Sportabteilung des Turnvereins Wieseck und einer Mannschaft des VfR. Butzbach ausgetragen wurde, berichtigend mitzuteilen, daß es sich nicht um die 1. Mannschaft des VfR. Butzbach, sondern um die 2. Mannschaft dieses Vereins als Gegner handelte. gemäß den Stabhochsprung an sich brachte. Die 4X100-Meter-Staffel sowie die Olympische Staffel waren eine sichere Angelegenheit von 1900 Gießen vor Eintracht Frankfurt bzw. Mto. Gießen. Bei den Turnerinnen wurde in der 4X100-Meter- Stasfel 1900 Gießen von dem veranstaltenden Verein einwandfrei geschlagen. Die 100 Meter gewann hier Lotz vom Tv. 1860 Frankfurt, während im Hochsprung Schäfer, Tgs. Sachsenhausen siegreich war. Bei der Siegerverkündigung, die durch den Führer der Tgm. Friedberg Dorgenommen wurde, sprach der vom Riittelrheinkreis als Vertreter entsandte Kreisvolksturnwart B u r k e r t (Frankfurt). Er gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß die Veranstaltung, die zum erftenmale in dieser Art in Friedberg aufgezogen wurde, einen so glänzenden Verlaus genommen habe. Oie leichtathletischen Ergebnisse: 100-Meter-Lauf: 1. Wagner, Tv. 1860 Frankfurt a. M., 11,2 Sek.; 2. Lotz, Polizeisportv. Hanau, 11,3 Sek.; 3. Henrich, Sportgem. Eintracht Frankfurt, 12 Sek. 200-Meter-Lauf: 1. Wagner, Tv. 1860 Frankfurt, 23,8 Sek.; 2. Eldracher, 1900 Gießen, 24 Sek.; 3. Lotz, Polizeispv. Hanau, 24,4 Sek. 800-Meter-Laus: 1. Bepperling, 1900 Gießen, 2 Min.; 2. Holtje, Polizeispv. Hanau, 2,14 Min.; 3. Peters, 1900 Gießen; 4. Henninger, Tv. 1860 Frankfurt, 2:16,2 Min. 3 000-Meter-Laüf: 1. Holzapfel, Mto. Gießen, 10,7 Min.; 2. Schenk, Sportgem. Eintracht Frankfurt, 10,21 Min.; 3. Heydach, Mto. Gießen, 11:30,4 Min.; 4. Weidmann, Sportgem. Eintracht Frankfurt, 11,31 Min. Schleuderball: 1. Luh, Olymp.-Sp.-Cl. Gießen, 53,80 Meter; 2. Eller, Polizeispv. Hanau, 52,47 Meter; 3. Münch, Tv. 1860 Frankfurt, 52,32 Meter. Speerwerfen: 1. Jakob, OSC. Gießen, 39,63 Meter; 2. Luh, OSC. Gießen, 38,60 Meter; 3. Strauch, DJK. Friedberg, 35,60 Meter. Weitsprung: 1. Jung, 1900 Gießen, 5,88 Meter; 2. Wachs, Polizeispv. Hanau, 5,81 Meter; 3. Lindenstruth, Mtv. Gießen, 5,80 Meter. Stabhochsprung: 1. Steines, 1900 Gießen, 3,17 Meter; 2. Jung, 1900 Gießen, 3,12 Meter; 3. Künstler, Tgm. Friedberg, 2,70 Meter. Kugelstoßen: 1. Luh, OSC. Gießen, 13,34 Meter; 2. Dilges, Polizeispv. Hanau, 12,20 Meter; 3. Roth, To. 1860 Bad-Nauheim, 11,11 Meter. 4X100 -Meter-Stafsel: 1. 1900 Gießen? 48 Sek.; 2. Sportgem. Eintracht Frankfurt, 49,2 Sek.; 3. Polizeispv. Hanau, 50,2 Sek. O l nm pische Staffel: 1. 1900 Gießen, 4:8,5 Min.; 2. Mtv. Gießen, 4:16,8 Sek. 10 0 Meter der Turnerinnen: 1. Lotz, Tv. 1860 Frankfurt, 14 Sek.; 2. Tilly Reinheimer, Tgm. Friedberg, 14,2 Sek.; 3. Schäfer, Tgs. Sachsenhausen, 14,4 Sek. Hochsprung der Turnerinnen: 1. Schäfer, Tgs. Sachsenhausen, 1,36 Meter; 2. Else Eisenreich, Tgm. Friedberg, 1,33 Meter; 3. Tilly Reinheimer, Tgm. Friedberg, 1,33 Meter. 4X100 -Meter-Staffel der Turnerinnen: 1. Tgm. Friedberg, 60,8 Sek.; 2. 1900 Gießen, 61 Sek. Oie westdeutschen Tennis-Meisterschaften. Die Westdeutschen Tennismeisterschaften in Barmen konnten am Sonntag bis auf das Gemischte Doppel entschieden werden. Allerdings wurde die Abwicklung durch den strömenden Regen am Vormittag erheblich gestört. Man mußte verschiedentlich dazu übergehen, kurze Sätze zu spielen. Im Her- re n e i n z e l gab es sogar nur einen Satz. Nour- n e y war über Erwen und E. Pohlhausen (der seinerseits Meffert in drei Sätzen geschlagen hatte) ins Endspiel gekommen. Sein Gegner war Statz, der über Luther, Sommer und Tacke das Finale erreichte. Die beiden Kölner lieferten sich nur einen Satz, den Nourney mit 6:2 gegen Statz gewann. Im Dameneinzel siegte Frl. Plümacher über Frau Rosenbaum und Frl. Brunswick, während Frau Richter-Köln in einem außerordentlich inter- Neuer Tier- und Pflanzenschutz in Preußen. Die neue Derordnung zum Schuhe der Tier- und Pflanzenarten in Preußen, die am 1. April in Kraft getreten ist, wird von Prof. Moewes in der bei Hugo Bermühler in Berlin erscheinenden Monatsschrift „Der A a t u r f o r s ch e r" in ihrer Bedeutung gewürdigt. Sie beginnt mit der Aufzählung der geschützten Tiere und Pflanzen, wobei jetzt unter die vollständig geschützten Säugetiere auch die Fledermäuse eingereiht werden. Zu den mit Einschränkung geschützten Iagd- tieren Edelmarder, Elch und Reh treten nunmehr Edelhirsch und D a m m h i r s ch. Die Dogelschuhbestimmungen bleiben insofern unverändert, als nach wie vor alle in Europa einheimischen Vögel das ganze Iahr hindurch geschützt werden, mit Ausnahme der 13 schon früher geächteten Arten und einer Anzahl zum Federwild gehöriger Vögel. In der Liste der Jagdrögel sind Strandläufer, Wasserläufer sind Seeschwalben verschwunden, da sie völlige Schonung genießen. Auch die HoAl - und die Turteltaube sind aus der Iagdliste gestrichen und völlig geschützt; die Kosten trägt allerdings die Ringeltaube, deren Schonzeit jetzt nur noch vorn 16. April bis zum 31. Iuli dauert. Die Schonzeiten des Fischadlers und der Möwen sind um einen Monat verlängert. Dagegen haben die D u s s a r d e ihren völligen Schutz verloren, weil infolge dieser Maßnahme diese Vögel sich zu stark vermehrt hatten. Der Bussard-Schuh in Preußen ist damit auf das Maß zurückgeführt, das durch das Reichs-Vogel- schuhgefeh gewährt war. Don Kriechtieren und Insekten sind nach wie vor nur Sumpf- Schildkröte, Hirschkäfer und Apollo- Falter geschützt. In der Liste der geschützten Pflanzen haben nur geringfügige Veränderungen stattgefunden. Das Verbot des Schrot- und Postenschusses ist auf alles Schalenwild, also auch auf die Wild*- schweine ausgedehnt. Führendes, d. h. säugendes weibliches Haarwild darf vom 16. März bis 15. September nicht erlegt werden. Da kommt besonders den Sauen zugute. Die für ihren Fang oft verwendeten unweidmännischen „Saufänge" * Harpener Bergbau AG., Dortmund. Das Geschäftsjahr 1932 ließ eine weitere Verschlechterung der Absatzlage erkennen. Im letzten Viertel 1932 seien Anzeichen einer leichten Besserung erkennbar gewesen. Die Iahresför- derung der Zechen sank auf 86 Prozent der von 1931, und 69 Prozent der von 1930. Auf dem Markt dec Rebenprodukte setzte die Gesellschaft in Ammoniak 26 Prozent, in Teer 12 Prozent, und in Rohbenzolen 3 Prozent weniger ab, als 1931. Die Abgabe von Gas in die Ferngasversorgung belief sich auf 77 Prozent der vorjährigen Menge. Durch Senkung der Kosten wurde nach 4,91 Mill. Abschreibungen auf Anlagen und 0,26 Mill Mk. anderen Abschreibungen (i. V. zusammen 5,95 Mill.) ein Reingewinn von 331 965 Mark ermöglicht, der der gesetzlichen Reserve zugeführt werden soll. (I. V. 0,65 Mill. Mk. Verlust. der durch Buchgewinn aus der Kapitalherabsetzung gedeckt wurde.) Die Beschäftigung der Gesellschaft erreichte 1932 den bisher tiefsten Stand. Frankfurter Abendbörse still Frankfurt a. M., 19. Juni. Die Verfassung der Abendbörse war etwas freundlicher. Einmal wirkte der feste Verlauf der Börsen im Auslande, besonders in Neuyork, günstig, und weiter profitierten die Montanaktien zunächst in den Schätzungen durch den Rheinstahlabschluß, ebenso wie die Kunstseidewerte von dem Abschluß der Algemeene Kunstzisde Unie. Die absolute Gefchäftsstille brachte es aber mit sich, daß in den wenigen Notierungen meist doch wieder kleine Abschläge herauskamen. essanten Kampf gegen Frl. Weihe nach drei Sätzen gewann. Das Endspiel brachte Frau Richter gegen Frl. Plümacher mit 7:5, 6:4 an sich. Im Herrendoppel war Nourney-Statz über Tacke- Meffert 6:2, 4:6, 9:7 erfolgreich. Im Endspiel siegten Wenzel-J. Pohlhausen über die völlig übermüdeten Nourney-Statz mit 5:7, 8:6, 6:3. Das Damendoppel zwischen Fr. Rosenbaum-Frau Plümacher und FrauRichter-Frl.Krüger-Othberg wurde bei 5:6 wegen Dunkelheit abgebrochen. dürfen nur mit Genehmigung des Regierungspräsidenten angelegt werden. Die Verwendung von künstlichem Licht ist zum Fangen und Erlegen nicht nur wie bisher bei den Vögeln, sondern auch beim Haarwild untersagt. Leimruten dürfen nicht nur nicht benutzt, sondern auch nicht angeboten werden. Im Hunde- und Kahenpara- graphen ist die zulässige Entfernung einer „unbeaufsichtigten Katze" tom nächsten bewohnten Haus von 300 Meter auf 200 Meter herabgesetzt. Hat die Katze sich weiter entfernt, so kann sie vom Iagdberechtigten oder seinen Beauftragten getötet werden. Für Ausstopfer, Raturalienhänd- ler usw. ist die Führung eines Aufnahmebuches vorgeschrieben, in das auch Bälge eingetragen werden müssen. Bei den Vorschriften über den Schutz der Pflanzen ist das Verbot des Handels mit geschützten Arten für diejenigen Pflanzen aufgehoben, die in gärtnerischen Betrieben gezüchtet werden, doch ist dazu ein Ausweis nötig. Es können also jetzt nicht mehr geschützte wilde Pflanzen aus deutschen Ländern, in denen sie nicht geschützt sind, auf preußische Märkte gebracht werden. Eine besondere Fürsorge ist für den Elch vorgesehen, dem bestimmte Schutzgebiete in Ostpreußen zugewiesen sind. Renntier Koteletten. Die Aussicht, daß auch die europäische Hausfrau ihrem Küchenzettel durch die Einfügung von Renntier-Koteletten eine größere Mannigfaltigkeit verleihen könnte, scheint nicht mehr fern zu sein, wenn man den Bericht einer kanadischen Gesellschaft ließt, die sich zur Verwertung des Renntier-Fleisches entschloßen hat- Den Anlaß dazu bot die günstige Entwicklung einer Renntierherde von 3000 Stück, die vor drei Fahren von der kanadischen Regierung in Alaska gelaust und nach einem 1500 km großen Gebiet am Mackenzie-Fluh gebracht wurde. Diese Maßnahme sollte zunächst tzazu dienen, den dort wohnenden Indianern und Eskimos, die unter Nahrungsmangel litten, eine neue Quelle der Ernährung und Bekleidung zu erschließen. Die Herde hat sich unter den günstigen Bedingungen so gut entwickelt, daß man jetzt an die Verwertung und Ausfuhr des Renntierfleisches denkt. Es sollen Kühlhallen geschaffen werden, die für die längere Erhaltung des Fleisches sorgen, und außerdem Konserven von Renntierfleisch hergestellt werden. Am Rentenmarkt lagen Altbesitz gegen den Berliner Schluß % Prozent fester, Neubesitz 0,05 Prozent niedriger. Stahlverein-Bonds waren insgesamt 0,75 Prozent schwächer. Im übrigen war auch in Renten die Stimmung nicht unfreundlich. Altbesitz 78%, Neubesitz 12,40, Stahlveerin-Bonds 62,25 bis 62, Schutzgebiete 8,50, DD.-Bank 58- Frankfurter Getreidebörse. r an f f u r t a. M., 19. Iuni. Zum Wochenbeginn war das Geschäft an der Getreidebörse sehr ruhig. Die Mühlen und der Handel bekundeten trotz des ermäßigten Preisniveaus und des geringen Angebotes wenig Kaufneigung, zumal der Mehlabsah weiter störend wirkte. Roggenmehl blieb in greifbaren Posten beachtet, für Weizenmehl haben die süddeutschen Mühlen den Preis um 25 Pfennig je Sack ermäßigt. Die Festigkeit für Futterartikel hielt an; Mühlennachprodukte waren gegen die Vorwoche von 50 bis 75 Pfennige erhöht, auch ölhaltige Futtermittel lagen fest, aber still, da im Hinblick auf die Unsicherheit in der Berechnung der Monopolzuschläge mit Offerten zurückgehalten wird. Es notierten: Weitzen 207,50, Roggen 172,50 bis 173,50, Hafer 152,50 bis 155, Weizenmehl süddeutsches und dito niederrhein. 30 bis 31, Roggenmehl 23,50 bis 25,25, Weizenkleie 8,50 Roggenkleie 9, Sojaschrot einschl. Monopolzuschlag 12,50 bis 13, Palmkuchen und Erdnußkuchen gestrichen, Treber 12,25 bis 12,50, Heu 4,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2,60 bis 2,80, dito gebündelt 2,20 Mark. Tendenz: ruhig. SpWatzweihe -er Tiirngeniemde Friedberg. Schöne Erfolge Gießener Sportler und Turner. Buntes Allerlei. Wirtschaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben öle Höhe der zuletzt defchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. .tronnur u. JUL Berlin Schluß, kurs Schluß!. Abend- börlc Schluß- furd Schluß!. Mittag- börle Oalum 17.6. । 19.6. 17.6. 19.6. 6% Deunche Reichsameche o. i»2i 84,5 84,13 84,65 84,4 6% ehem.7% Dt. Relchsanl. v. 1029 6'/i% Do"ng°Anleil>e von 1930 .. Deutsche Aul.-Ablöj..Schuld ml 90.75 90,65 90,7 91 77 77,65 77 78 Auslos.Rechten ........... 78,13 78,13 78 _ Desgl. ohne AuLlos.-Rechte..... 6% ehern. 8% Hess. Voltestaat 1925 12,4 12,4 12,4 — (rückzahlb. 102%) ........... Oberhessen Provinz-Anleihe ml 78,5 78,75 79 79 Auslos.-Rechten ............ 69 69 — _ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12....... 654% Hess. Landes Hypotheken- 82,25 81,5 - — banl Darmstadt Clqui...... Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Geriel mit Auslos.-Rechten 85,' 86 — — 70,75 70,25 70,4 70,4 6% eliem. 8% Franks. Hyp.-BaM Goldpse. 15 unkündbar bis 193.', 6% ehern. 7% tzrants Hyp.-Ban 84 83,75 - — Äoldvse. 16 unkündbar bis 193«' 6y,% ehern. 4>/z% Urauks. Hyp 83,75 83,5 — — Bank-Llau.-Psandbriefe ..... 6y2% ehem. 4J/Z% Rheinische 86,25 36,13 • — Php.-Bank-Lmu.-Moldpse. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespsand 86,25 86 - — hrlefnnftall, Pfandbriefe R. Ik 6% ehem. 7% Pr. Landespfand 84,5 84,5 85 85 briefnnttall. Pfandbriefe R. 1< 84,5 84,5 84 84 Verrechnungskurs 85.75 85,75 85,75 85,75 4% Oesterretchlsche lyoldrente... - — 17 16,75 4,20% Oesterrelchische Silberrent- 1.25 — — 1,35 4% Ungarische Goldrenle ------- — — — — 4% Ungarische LtaatSrente v. 1910 — — — — 4>/.% hv.nl von 1913......... — —— — 6% abgeil. Goldmexikaner von 99 — — 11,4 11 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih 6.3 6,325 6,25 6,2 Serie 1 ............. — 6,3 .V 6,2 '.Vranlfurt a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend, börsc Schluß. lurS Schluß!. Dliilag. bärse Odium 17.6. 19.6. 17.6. 19-6. 4% desgl. Serie ll ............ 5% Rumän. verelnh. Rente v. 1903 4'/i%Rumän.verelnh.Ren«ev.lS13 4% Rumänische verelnh. Rente . O%% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....t Hamburg-Südam. Dampfschiff, o Hansa Dampfschiff...........v Norddeutscher Lloyd .........o M.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz, und Privat-Bank... o Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................< Dresdner Bank..............o Reichsbank ................. i 8L(E.®...................... Elektr. Llefcrungsgelellichast ... t Licht und Kraft .............e Felten & fflulUeaume ........o ®esellschafl für Elektrische Unter- nehmungen................ Rheinische Elektrizität ........6 Schuckerl S Co..............q Clemens & Halske ........... > Lahme yer L Co .............io Buderus ................... Deutsche Erdöl ............. 4 Gelsenkirchener..............o Harpener...................o boeidi Eisen—Köln-Neueisen.. 0 Ilse Bergbau ...............7 OKe Bergbau Genüsse........? Klöcknerwerke ...............0 Mannesmann-Möhre«........0 6,3 5,65 4,8 28 17,4 18,4 91 50,5 58 47 139,13 24.75 91,5 111 54,75 91,25 96,75 112,75 164,5 122 76 116 1,25 105 121,5 58 65.9 6,25 5,5 4,8 28 17,4 18,4 50,5 91 51 58 47 140,75 24,65 90,5 112 54,5 92,5 97 113 166 122 75 116,25 61 104,5 120,5 57 65.5 6,4 5,5 10,6 4,85 28,25 17,25 18,4 51,25 91,25 51 58 47 139,4 24,5 90,25 111,25 54,75 91,9 97 113,25 166 123 75,75 115,4 61,25 104,75 67 157.5 121,25 57.9 65.75 6,13 10,3 4,8 28,1 17,4 29,5 18,4 50,25 91,5 51 58 47 141,4 24,75 91,5 111,5 54,5 92,75 113,5 166 122 75 116,5 60,75 104,5 66,4 121,25 57 65,4 Jraniiun d. JJl. ÄerUu Schluß« fürs Schluß!. Abend« börse Schluß» !urs Schluß!. Millagbörse Oafum 17.6. 19.6. 17.6. 19.6. Manoielver Bergbau......... 0 24,5 24,5 24,5 24 Kokswerte .................. 0 — — 82,25 81,75 Phünlr Bergbau............. 0 40 39.5 39,65 39,5 Rheinische Braunkohlen ...... 10 206,5 208 207 209 Rbeinstobl ............. 0 93,25 94,5 93,75 94,5 Bereinigte Stahlwerke........ u 40 39 39,5 39 Olavi Dünen ............... 0 18,25 17,75 18,4 17,65 Kaliwerke Aschersleben........ 6 130,5 131,25 130,25 131,25 Kaliwerke Westeregeln........ 6 131,5 131,25 131,25 Kaliwerke Salzdetfurth....... 9 172 172 171 173,5 J G. Farben.Industne....... 2 131,13 131,65 131,65 131,5 Ccheldeanstalt............... 10 172 171 — —— Goldschmidt ................ 0 50 49,5 50,13 49,5 RütgerSwerke ............... 0 58,5 59,75 58,65 60 Metallgesellschaft............. 38,4 38,4 38,75 38,25 Pbtllvp Holzmann........... 0 56,75 57 57 57 Zementwerk Heidelberg ...... 4 80 79,75 Cementwerk Karlstadt......... 0 79 79 Schultheis Pahenhoser........ 0 _ 127,25 127,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 39 39,5 39,25 39,4 Bemberg................... 0 49,75 49,25 49 49,5 Zellstosl Waldhof ............ 0 50,13 49,25 50 49,5 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 22 22 21,75 22 Dessauer Gas ............... 7 — — 115 115,5 Daimler Molaren............ 0 50,75 30,25 30 75 30,25 Deutsche Linoleum .......... 0 49,5 49,65 49 49,75 Ctcnficin & Koppel ....... 0 47,5 47,5 Leonhard Ttetz.......... 6 '3,75 22,25 23,5 22 Chade................... 12 — 175 170,5 173 Grthner............. ( 26 26,5 6,5 26,13 Mainkrastwerke Höchst a.M. ... 4 69,5 64.5 Süddeutscher Zucker ....... 8 155,25 155 153,25 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. 2H. 17.Iuni 19.Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Meld 23rie, Geld Brie, Helslngsoro. 6,339 6,351 6,339 6,351 Wien...... 46,95 47,05 46,95 47,05 Prag...... 12.54 12,56 12,54 12,56 Budapest .. — — — Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland ... 170,13 170,47 170,08 170,42 Oslo...... 72,38 72,52 72,28 72,42 Kopenhagen 63,79 63,91 63,79 63,91 Stockholm.. 73,68 73.82 73,63 73,77 London ..... 14,325 14,365 14,325 14,365 Buenos Atrec 0,918 0,922 0,^23 0,927 Neuyork ... 3,521 3,529 3,W 3,473 Brüssel .... 59,04 59,16 59.04 59,16 Italien----- 22,10 22,14 22,15 22,19 Paris..... 16,62 16,66 16,62 16,66 Schweiz ... 81,57 81,73 81,57 81,73 Spanien.... 36,06 36,14 36,06 36,14 Danzig.... 82,57 82,73 82.57 82,73 Japan..... 0,889 0,891 0,889 0,891 Rio dc Ian. 0,229 5,195 0,231 0,229 0,231 Jugoslawien Lissabon... 5,205 5,195 5,205 13,04 13,06 13,04 13,06 Banknoten. Serlin, 19.3uni Kew Brief Amertkanstche Noten....... 3,43 3,45 Belgische Noten........... 58,88 59,12 Dänische Noten ......... 63,42 63,68 Englische Noten .......... 14,285 14,345 Yranzösische Noten........ 16,58 16,64 Holländische Noten....... 169,71 17C,39 Italienische Noten........ Norwegische Noten ....... 22,03 72,11 22,11 72,39 Deutsch Oesterreich, t 100 Schilling Rumänische Noten........ 2,46 2,48 Schwedische Noten........ 73.45 73,75 Schweizer Noten.......... 81,39 81.71 Spanische Noten.......... ..... 35,93 36,07 Ungarische Note» .........