Nr. M Lrftes Blatt 183. Jahrgang Samstag, 20. Mai 1933 Tri cheinl täglich, autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert« ©ieRener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle monau-Bejngsprels: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsvrechanschlüsse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Bnjetger Oietzen. poflfcheckkonto: Sranlfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vni» UN» Verlag: vrühl'lche Univeiftlülr-Vuch. und Steinönidtrel B. lange In «letzen. Sdjrtftleitung und SeschästrNelle: rchnMatze 7. Annahme oon Lnzet-e» für die Tagesnummer Di» zum Nachmittag oorher» Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mra Breite örtlich 8, ausmärt» 10 Reichspfennig,' für Ne- klameanzeigen oon 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrist 20’. mehr. Chefredakteur Dr. Frredr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Crnst Blurnschein undfür denAn« zeigentetl i. B. TH.Kümmel sämtlich in Gie ren. französischen Alliierten au8i gierig auf, Amerika und Gens hat das Wort. Ein kaum noch zu.überbietender Derleumdungs- felHug, eine Welle von Hast und Tleoelwollen, Mißgunst und älnrerstand stürmte von allen Seiten gegen das neue Deutschland an, suchte das Deutschland der nationalen Erhebung in der öffentlichen Meinung der Welt mit allen Mitteln brutaler und schamloser Propaganda zu diskreditieren und es als ewigen Querulanten und Friedensstörer zu brandmarken. Schon spielte die französische Presse, von der Rüstungsindustrie bezahlt, mit dem frevelhaften Gedanken eines Präventivkrieges, schon fiel in England das unerhörte Wort ton notwendig werdenden Sanktionen, in Warschau und Prag griff man das von dem gegebene Stichwort be- _ die Neutralen gingen ton wohlwollender Haltung zu kühler Reserve über. Der Ring hatte sich geschlossen, um Deutschland zum Sündenbock für das Scheitern der Abrüstungskonferenz, zum Alleinschuldigcn an der Fortdauer des Unfriedens in der Welt zu stempeln. 3n diese düster verhangene Atmosphäre fuhr die große staatsmännische Rede des Reichskanzlers wie ein reinigendes Gewitter. Das deutsche Volk hat durch den Mund des Schöpfers seiner nationalen Wiedergeburt vor aller Welt endgültig dargetan, das; es auch im neuen staatlichen Rahmen fest entschlossen ist, eine Dormacht des Friedens und nicht des Krieges zu fein. Die erste Wirkung der großen Friedensrede des Kanzlers auf das Ausland ist erfreulich. Wir konnten nicht erwarten, daß die öffentliche Meinung Frankreichs, wenigstens soweit sie von den Pariser Boulevardblättern gemacht wird, einer besseren Erkenntnis offen Ausdruck geben würde. Hier fühlt man vorwiegend nur feine eigene Propaganda von einer besseren durchkreuzt und sucht schon eifrig nach neuen Dorwänden und Ausreden, um gegen den deutschen Angriff auf die eigene Stellung in Genf gewappnet zu sein. Aber in den Ring von Uebelwollen und Unverständnis ist doch eine spürbare Bresche geschlagen. In Amerika und England nicht minder wie bei den Neutralen beginnt man doch wieder die Scheuklappen zu lüften, um die tatsächliche Situation nicht mehr krampfhaft ausschliehlich von einer Seite zu sehen. Das ist noch nicht viel, geben wir uns darüber keinen Illusionen hin. Böswilligkeit, Mißtrauen und Skepsis sind auch heute noch riesengroß, und leicht kann die Stimmung Umschlagen, wenn wir nicht alles daransehen, von der Bresche aus, die der Kanzler mit der klugen, großzügigen und beispielhaften Selbstbeherrschung, die immer den bedeutenden Staatsmann aus- zeichnet, in unerhörter nationaler Disziplin die ganze Mauer zum Einsturz zu bringen, die Haß, Neid und Mißtrauen unserer Gegner mit Bedacht um uns errichtet hat. Der großen Linie deutscher Außenpolitik, die Adolf Hitler in seiner Rede vor dem Reichstag weltanschaulich untermauert und auf hohe, sittliche Forderungen an die Welt wie an das eigene Volk aufgebaut hat, sind wir an dieser Stelle bereits nachgegangen. Sehen wir nun, welche konkreten Folgerungen sich daraus für das zunächst aktuelle Problem der Weiterführung der Verhandlungen auf der Genfer Abrüstungskonferenz ergeben. Der Reichskanzler hat noch einmal bestätigt, daß wir den dort im Augenblick zur Erörterung stehenden Macdonald-Plan als Derhandlungsgrundlage annehmen. Deutschland ist bereit, auf den Kern dieses Planes, die Verein- h eitl ichu n g der kontinentaleuropäischen S) ? e> reseinrichtungen, einzugehen und sein ihm in Versailles aufgezwungenes lang dienendes Berufsheer in eine kurz ausgebildete Miliz umzuwandeln, aber es verlangt, daß diese Umwandlung nur Zug um Zug mit der tatsächlichen Ab- rüftung der hochgerüsteten Nachbarstaaten erfolgt. Denn das von modernen Kriegswaffen gänzlich entblößte, ohne ausgebildete Reserven, ja ohne hinreichenden Schutz gegen Luftbomben- und Gas- krieg in seiner nationalen Sicherheit auf das äußerste bedrohte Deutfchland kann nicht feine einzige Einrichtung zur Verteidigung der Heimat, das zahlenmäßig winzige aber wohlgeschulte Berufs- Heer, zerschlagen um irgend welcher Wechsel auf die ouhmft willen, deren Einlösung durch die Rü- ftungsmäd)te so fragwürdig ist, wie die des feierlichen Abrüstungsoersprechens im Versailler Vertrag. Der Grundsatz des Zug um Zug und des gleichen Rechts für alle beherrscht auch die andern Punkte bes deutschen Angebots, wie es der Welt aus dem Munde des Reichskanzlers verkündet wurde. So erklärt sich Deutschland in diesem Sinne bereit, auf die ihm bisher als einziger Großmacht vorenthaltenen Angriffswaffen auch in Zukunft zu verzichten, wenn die Gegenseite sich dazu verpflichtet, die eigenen Bestände innerhalb eines gewissen Zeitraums zu vernichten und eine internationale Konvention diese künftig allgemein verbietet. Ja Deutschland würde nicht einmal vor der restlosen Zerstörung aller seiner ohnehin äußerst beschränkten militärischen Einrichtungen zuruck- schrecken, wenn der Ruf: „Die Waffen nieder! auf der Gegenseite ein ebenso williges Ohr fände. Die Frage, an der in der vergangenen Woche die Abrüstungskonferenz um ein Haar zerplatzt wäre, drehte sich um die Anrechnung der sogen, deutschen Wehroerbände aus die im Macdonaldplan festgelegten Heeresstärken. In besonders feierlicher und eindrucksvoller Form hat der Reichskanzler, der als Gründer und oberster Führer der SA. und SS. dazu in erster Linie berufen war, die gänzliche Haltlosigkeit der Behauptung von der militärischen Verwendbarkeit dieser zu rein innerpolitischen Zwecken gegründeten und ausschließlich im Kampf gegen das drohende kommunistische Chaos einge- Nationalsozialismus, Volk und Staat. Reichsminister 0r. Goebbels spricht über die Aufgabe der NSDAP, als Träger der nationalen Revolution. Berlin, 19. Mai. (CNB.) Auf dem Gau- ttag des Gaues Groß-Berlin der NSDAP, im Sportpalast sprach als erster Redner Staatssekretär Hier! über das nationalsozialistische Arbeitsdienstprogramm. Deutschland sehe sich mehr auf den Binnenmarkt und auf die Selbstversorgung angewiesen. Cs gelte darum, das Mißverhältnis zwischen deutscher Dolkszahl und dem geschmälerten deutschen Lebensraum auszugleichen durch bessere Ausnutzung des deutschen Bodens unter vollstem Einsatz unserer brachliegenden deutschen Arbeitskraft. Durch eine große Landeskulturarbeit könnte der Ertrag der deutschen Landwirtschaft um 2 bis 2,50 Milliarden Mehrwert gesteigert werden. Die größte Aufgabe des Arbeitsdienstes wird es aber sein, unserem Dolle die fehlende und dringend notwendige Erziehungsschule für die reifere Jugend au geben. Der Arbeitsdienst soll mit seiner Erziehung zur Volksgemeinschaft Klassenhaß und Klassenhochmut endgültig überwinden. Die allgemeine gleiche Arbeitsdienstpflicht ist ein Kind der nationalsozialistischen Revolution. Dieser Arbeitsdienst wird in ft r a f f - ster staatlicher Ordnung und Disziplin, aber auch im nationalsvAialisti- s ch e n G e i st e aufgebaut und geleitet sein. Der Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels führte aus, die nationalsozialistische Bewegung sei ein immer neu werdendes, immer neue Ideen aufnehmendes, lebendes Gebilde. Die Partei ist die Trägerin für uns auch in der Staatsleitung, und die nationalsozialistische Bewegung an sich ist der Staat. Wir wollen niemand eine bejahende Stellung zu diesem Staat verwehren, aber welche Gesetze diesen Staat regieren und wie er innerlich und.äußerlich auszusehen hat, das bestimmen wir. Wir geben diesem Staat das Tempo, den Rhythmus und den Elan und auch die ununterbrochene aktive Angriffslust. Wir tragen die Revolution unvermindert weiter, und am Ende dieser Revolution steht der erste deutsche Nationalstaat, der alle Klassen, Stände, Berufe, Landschaften und Konfessionen in sich umschließt und dessen Inhalt das einig gewordene deutsche Dolk fein muh. (Stürmischer Beifall.) Nationalsozialismus und deutscher Staat sind nur zwei Worte für einen Begriff. (Lebhafter Beifall.) Wenn mancher meint, wir könnten jetzt die Partei auflösen, weil wir ja die ganze Staatenmacht haben, so antworten wir: „Olein, die Partei muß weiter die Garde der Macht fein, und aus ihr muß sich das Staatsleben entwickeln." Ich halte es nicht für richtig, daß seit dem 30. Ianuar so ungeheuer viele Neuaufnahmen in unsere Partei getätigt worden sind. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) Diese neuen Mitglieder sind zum Teil kein Gewinn, sondern eine Belastung der Partei. Man darf die alten Kämpfer, die 1924 in die Partei eintraten, nicht auf eine Stufe stellen mit den Kon- junkturhaschern. (Lebhafte Zustimmung.) Die alte Parteigarde besitzt ein unabdingbares Dorrecht. Wir wollen keinem den Eintritt in die Partei verwehren, aber um dieser Partei würdig zu sein, muß man sich um sie Verdienste erworben haben. Cs brauchen ja nicht alle Deutschen unsere Parteimitglieder zu werden. Auf das Kontingent der Neuaufgenommenen führe ich manche Mißstände zurück, die sich jetzt in der Par- ftei zeigen. (Lebh. Zustimmung.) Diese Leute wollen uns angeblich radikal machen, obwohl sie früher diesen Radikalismus nie gezeigt haben. Wir lassen uns nicht von diesen wild gewordenen Spießern unsere Aufbauarbeit stören. Wer in der Partei noch nichts geleistet hat, hat auch nichts zu meckern. Ebenso ist es mit den Eingriffen in d i e Wirtschaft. Da kommt ein Kommissar daher und erklärt, er wolle einen Wirtschatfskonzern säubern. Er macht sich selbst zum Generaldirektor und wirft sich dabei auch ein dickes Gehalt aus. So ein Mann glaubt dann, mit dem neu angeschafften Braunhemd fei er dann vor der Polizei sicher. Er irrt! Ich sage dahier mit Klarheit: Solche Kommissare werden wir von nun ab hinter Schloß und Riegel setzen. (Stürm. Beifall./ Was in der Wirtschaft zu geschehen hat, das bestimmen wir. So ein Kom- miffar macht durch feinen flinken Zugriff die Arbeiter brotlos und kann ihnen dann selber kein Brot geben. Dieser ilnfug muß aufhören. Sie Äeusschenhehe in der Tschechoslowakei. Aergste Bedrängnis für sudetendeutsche Nationalsozialisten. Prag, 19. Mai. (TU.) Die brutale Knechtung des Sudetendeutschtums, die sich in ihrem jetzigen Stadium in der Verhaftung von Hunderten von Deutsch en äußert, hat in der sudetendeut- schen Bevölkerung oft zu spontanen Abwehrmaß- nahmen geführt, nach dem Grundsatz: „Wehrlos, aber nicht ehrlos!" So berichtet das tschechisch natio- naldemokratische Blatt, die „Narobny Listy, von den Vorgängen bei der Verhaftung des bei der Bevölkerung hochverehrten Hauptschriftleiters des „Deutschen Boten" in Braunau in Böhmen, Hubert Birke. Das Blatt läßt sich darüber berichten: Hauptschriftleiter Birke sollte in das König- größer Kreisgericht eingeliefert werben. Auf diese Nachricht bemächtigte sich eine ungeheure Erregung der Bevölkerung, die spontan in Gruppen die Stadt durchzog und die Befrei- u n g des Verhafteten erzwingen wollte. Der schwerbewaffneten Gendarmerie gelang es nur unter äußersten Anstrengungen, den Bahnhof zu erreichen. Vor der Abfahrt des Zuges warf die Menge den Zaun am Bahnhof um und stürmte gegen den Zug, um den Verhafteten zu befreien. Gendarmerie mit aufgepflanztem Bajonett vereitelte ihr Vorhaben. Als das Signal zur Abfahrt ertönte, legten f i ch alle Demonstranten vor bie Gleise, Männer unb Frauen, Kinber unb Greise, und brachen in ben Ruf aus: ,^H e i l Hitle r!" — „E s lebe S u d e t e n b e u t s ch l a n b." Die Gen- barmerie trieb bie Massen mit dem Kolben von den Gleisen. Erst dann gelang es, mit dem Verhafteten abzufahren." In der Sitzung der böhmischen ßanbesoertretung in Prag kam es am Freitag zu einer Einheits- frontberSozialbemokraten,berKom- muniften unb ber Tschechen, um bie beut- schen Nationalsozialisten am Sprechen zu Hinbern. Als ber subetenbeutsche Nationalsozialist Ingenieur Gebauer, bas Wort zu einer wirtschaftlichen Vorlage ergriff, stürmten bie beutschen Sozialdemokraten zur Rebnertribüne unb verhinberten Gebauer, bas Wort zu ergreifen. Es erschallten wilde Rufe wie „Hitler schlägt unsere Genossen, solange Hitler herrscht, lassen wir Sie nicht sprechen." Ein anderer rief: „Ihr Gesinnungsgenosse Karg (Hauptspriftleiter des nationalbeutschen „Tag") war beim Hitler im Braunen Haus in München. Sie haben mit Hitler Verbindung! Ein anderer Sozialdemokrat ries: ,Ihr habt bie ganze europäische ftultur ge- schänbet." Auch bie tschechischen Mitglieder ber ßan- besoertretung ergingen sich in Schmährufen und verlangten die Entfernung Gebauers ausbem Saal. Darauf unterbrach ber Präsibent bie Sitzung. Nach ihrer Ußiebercröffnung versuchte Gebauer nochmals sich verständlich au machen, aber ein Kommunist stieß ihn von der Rednertribüne. Die Sitzung mußte wieder unterbrochen werben. Tschechisches Schreckensregimenf gegen die Minderheiten. Lord Nothernrcre fordert schärfste Kontrolle der tschechischen Rüstungen. L o n b o n , 19. Mai. (TU.) Lord Rothermere beschäftigt sich in einer Zuschrift an die „Daily Mail" unmißverständlich mit den außerordentlichen Rüstungen der Tschechoslowakei. In ber Zuschrift heißt es u. a.: Ohne zu fragen, was für Menschen innerhalb der Grenzen dieses neuen Landes lebten, lieferten bie Alliierten ber Tschechoslowakei Millionen von Deutschen unb Ungarn aus, ohne sie in einer Volksabstimmung befragt zu haben, ob sie sich bem neuen Staat anschließen wollen oder nicht. In Mißachtung bes Geistes bes Versailler Vertrages, ber bie Tschechoslowakei überhaupt erst ins Leben rief, unterhält dieses Land heute Armeen unb Rüstungen, bie im Verhältnis zur Bevölkerung vielleicht d i e ungeheuer st en in Europa sind. Das ist setzten Verbänbe und des aus bem Geist ber alten Frontkamerabschast entftanbenen Stahlhelms über* zeugenb nachgewiesen. Aber ber Reichskanzler ist ba- bei nicht stehengeblieben, er hat aus dem Bewußt- fein eines reinen Gewissens heraus freimütig an- geboten, diese deutschen Verbände einer internationalen Kontrolle zu unterstellen, sobald die anderen Staaten die gleiche Bereitwilligkeit zeigen, inzwischen hat ber Genfer Effektivausschuß mit oerblüffenber Einmütigkeit ben tschechischen o o f o l s jebe militärische Verwendbarkeit ab gesprochen, obwohl diese in engster Verbindung mit “CF Qft'DCn Armee im militärischen Felddienst ge- Drillt und im Gebrauch moderner Kriegswaffen unterwiesen werden. Man schämt sich also in den «reifen der Genfer Militärsachverständigen nicht, auch nach ber Rede bes deutschen Kanzlers das 1 Spiel mit dem zweierlei Maß zum Nachteil Deutschlands fortzusetzen. i^ . bkanzler 'Adolf Hitler hat sich auch nicht ge« h 5 - geradezu phantastische Sicher- y e 11 beb u r f n i s einzugehen, bas Frankreich stets ps^gt, wenn es ihm darum geht, LS. hTr eJf“!un9 seiner Abrüstungsverpflichtun- jf?"Der Kanzler hat an Frankreich in* Gh??n?hrid) e!' „roeld)e Sicherungen Deutschland ^rnJ°U' und sich bereit erklärt, sich an 5 “nhP'Sirnr^* l * * * 5?Derpfn^tun9en internationaler Biermächt^parientwu^M^ s ffiX^wSerb auch bie amerikam che Deffentlidifpit k- m- »erlöge Wilson- in Bertoli« auf M d,° Nie. kopilcheu gemocht er,.'longso7'o'n7; eU7oL',7len Kurswechsel m dem Verholtm- der Bereing en «taoten ,u den europai|d)en Dingen oorbereitet wer. den muß, so kann boch nicht geleuanet msrh»» V c. die Botschaft Roosevelts tatsächlichen eriten ernft& hasten Versuch bebeutet, ^mlritas Machtfulle wieder verantwortlich unb mitmirfpnh im Sinne bes Ausgleichs und ber Derrn ittiun«^ bie europäischen Dinge fruchtbar zu maX! reichs jahrelanges zähes Werben um eine amerila« Nische Garantie bes europäischen Status quo wirb enblich belohnt. Die Vereinigten Staaten bieten ihre Beteiligung an einem Nichtangriffspakt an, ber ben Unterzeichnern verbietet, bewaffnete Streitkräfte irgendwelcher Art über ihre Grenzen zu schicken. Amerika wäre ferner bereit, im Falle eines bewaffneten Konflikts an ber Feststellung bes Angreifers mitzuwirken unb in gewissen Grenzen sich auch an seinem wirtschaftlichen unb militärischen Boykott zu beteiligen. Eine stärkere Sicherheitsgarantie ist auf vertraglichem Wege wohl kaum auszuben- ken. Aber Roosevelt verlangt bafür auch von Frankreich etwas, omis dieses bislang mit dem Hinweis auf mangelnde Sicherheit stets verweigert hat: die Beseitigung aller Angriffswaffen, da erst mit ihrem Fehlen jeder erfolgversprechende Angriff unmöglich, jeder Friedensbruch unwahrscheinlich gemacht werben. Des deutschen Reichskanzlers grundsätzliche Zustimmung zu diesem Programm Roosevests bringt bie Franzosen in eine arge Zwickmühle. Das ebenso verlegene wie kleinliche Bekritteln unb Herumnörgeln ihrer Presse an ben großzügigen Angeboten Roosevelts unb Hitlers zeigt, wie unbequem sie bie neue Situation empfinben. Deshalb auch bie törichte unb gänzlich abwegige Ausrebe, man müsse nach ber Rebe bes Kanzlers er ft Deutschlanbs Taten abwarten. Wenn unbegreiflicherweise auch englische Blätter in bie gleiche Kerbe hauen, so wird diese Argumentation dadurch nicht richtiger. Deutschland h a t abgerüstet, es hat keine andere Absicht, als feine Verteidigung unter ben gleichen Bedingungen aufzubauen, wie sie seine Nachbarn für sich beanspruchen. Ja es ist bereit, bis zur Herstellung ber gleichen Sicherheit ben anbern eine Uebergangsperiobe von fünf Jahren einzuräumen, in ber es sich mit bem Zustand ungleicher Sicherheit abfinden wird. Deutsch, land hat feinem klaren und eindeutigen Angebot, bas in allen technischen Einzelheiten auszugestalten unb zu erläutern Sache ber biplomatischen Verhanb- lungen in Gens ist, nichts Grundsätzliches hinzuzufügen. Die Entscheidung liegt einzig unb allein bei Frankreich. Dessen Sache ist es nun, burch Taten feinen ernsthaften Willen zur Abrüstung unb Sicherung bes Weltfriedens unter Beweis zu stellen. Auch die Angst vor einer gewastfamen Revision der Verträge in Bezug auf bie Grenzziehung im Osten, mit ber Frankreich unb noch mehr feine Trabanten Polen, Tschechen, Rumänen, Serben ihre Weigerung, abzurüsten zu bemänteln suchten, kann nicht länger mehr verfangen, nachdem der Reichskanzler mit größter Offenheit unb Aufrichtigkeit aus bem nationalistisch-völkischen Prinzip heraus es abgelehnt hat, anders als auf bem Wege einer neuen Vereinbarung Deutschlanbs berechtigten Ansprüchen auf eine Revision zum Erfolg zu verhelfen. Also auch in diesem Punkt fallen bie Vorwände der Gegner für ein weiteres Verschleppen bes Slbrüftungsproblems in sich zusammen. Wenn nun nach Botschafter Nadolnys Rückkehr aus Berlin gestern in Genf die Derhand- hingen auf der Abrüstungskonferenz wieder begonnen haben und, wie es aus dem Gebahren» ihrer Presse den Anschein haben könnte, die Franzosen und vielleicht auch die Engländer in Versuchung geraten könnten, das alte fruchtlose und hinterhältige Kulisfenspiel mit verteilten Rollen wieder aufleben zu lassen, um Deutschland vor der Welt als Saboteur des Friedens hinzustellen, weil sie selber sich nicht entschließen können, aus der vergifteten Atmosphäre von Versailles zum Neubau einer besseren Welt die Hand zu bieten, dann sei ihnen zur Mahnung und Warnung das eine gesagt. Mögen sie über die weise Mäßigung und Selbstbeherrschung, von der jedes Wort des Reichskanzlers geleitet war, nicht die gesammelte Kraft übersehen, die die geeinte und in ihrem Selbste bewuhtsein gestärkte deutsche Ration zur Bekräftigung der Erklärungen ihres Führers einzusehen entschlossen ist, wenn man in Genf den Versuch machen sollte, durch sattsam bekannte Winkelzüge und Diplomatenkniffe von uns eine älnterschrift zu erpressen, die wir als OSergetoaD tigung empfinden müßten. Der Kanzler hat selber, für alle Welt sichtbar, deutliche War^ nungssignale aufgerichtet. Mögen sich unsere Verhandlungspartner in Genf heute schon baN nach richten und von Methoden Abstand nehmen, die niemals zum Ziel einer wahrhaften Befriedung der Welt führen können. der Dank der Tschechoslowakei für den Edelmut der Sieger im Weltkrieg. Diese bewaffneten Kräfte werden jetzt zum großen Teil benutzt, um die deutschen und ungarischen Minderheiten zu tyrannisieren und unter Zwang zu halten. In manchen Teilen der Tschechoslowakei herrscht heute ein richtiges Schreckensregi- ment. Genf sitzt da mit gekreuzten Armen und erlaubt, daß dieses ungeheuerlich st e Unrecht fortgesetzt wird. Dr. Bene sch ist einer der notorischen Feuerfreffer Europas. Ist es nicht höchste Zeit, daß eine Konferenz von drei oder vier Großmächten einberufen wird, um sich mit den Rüstungen der Tschechoslowakei zu befassen und die unerträglichen Ungerechtigkeiten, unter denen die Minderheiten in diesem Londe leiden, wieder gutzumachen? Was geht im Saargebiei vor? Durchsichtige Politik der Sozialdemokraten. Lreugelöbnis aller bürgerlichen Parteien. Saarbrücken, 19. Mai. (WTB.) Im Landesrat wurde die Verordnung der Regierungskommission zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Saargebiet verabschiedet. Der Entwurf enthält folgendes: Alle öffentlichen politischen Versammlungen und Aufzüge sind zu verbieten und aufzulösen. Parteien, deren Mitglieder gegen diese Verordnung verstoßen, sind aufzulösen, Plakate und Flugblätter zu verbieten und die Zeitungen bis zu sechs Monaten zu unterdrücken. Ein weiterer Verordnungsentwurf sieht eine Abänderung des Reichsvereinsge- etzes vor. Danach werden Vereinigungen, die bisher als Zweigorganisationen nichtaarländischer Zentralverbände be- tanden haben, künftig als besondere Vereine angesehen. Vorstandsmitglieder und Leiter politischer Vereine dürfen nur Saareinwohner sein. Vereine können aufgelöst werden, wenn sie Einwohner des Saargebietes wegen ihres religiösen oder politischen Bekenntnisses in ihren Ansprüchen auf Gleichberechtigung beinträchtigen, wenn sie Ziele verfolgen, die mit der durch den Friedensvertrag im Saargebiet geschaffenen Ordnung nicht zu vereinbaren sind. Sämtliche von einer nichtsaarländischen Behörde der Verbandsleitung oder im Auftrage solcher getroffenen Maßnahmen, welche die öffentlich-rechtlichen oder die prioatrechtlichen Rechtsverhältnisse von politischen sowie gewerkschaftlichen oder beruflichen Vereinigungen betreffen, bedürfen rückwirkend ab 1. April 1933 der Genehmigung der Regierungskommission. Sämtliche bürgerlichen Parteien lehnten die Verordnungen einstimmig a b, weil die Voraussetzungen für derartige einschneidende Maßnahmen nicht gegeben seien. Der Vorsitzende derSozialdemokratischenPar- t e i des Saargebietes Braun erklärte, daß die Verordnungen notwendig seien, um den freien Willen der Saarbevölkerung gegen den von Deutschland und den Anhängern der nationalen Bewegung ausgehenden Terror zu schützen. Abgeordneter L e o a ch e r (Zentrum) gab im Namen seiner Fraktion und der anderen bürgerlichen Fraktionen folgende Erklärung ab: Seit unserer letzten Erklärung bei Eröffnung des Landesrats haben sich die politischen Verhältnisse in Deutschland grundlegend geändert, in unserer Einstellung zu unserem Vaterland ändert sich nicht das geringste. Unser großes Ziel, dem wir mit allen Kräften zustrebten, war stets dierestloseRückführungunserer Heimat zu unserem Vaterland. Diesen Kampf wollen wir nach wie vor Schulter an Schulter mit allen deutschen Brüdern und Schwestern führen und wollen nicht eher ruhen noch rasten, bis das Ziel erreicht ist. Wir wissen uns dabei eins mit der neuen Reichsführung, die sich zur Aufgabe gestellt hat, alle Deutschen zur nationalen Volksgemeinschaft zusammenzuführen. Wei lei Wil Ein vaterländischerRoman vonHansVietzke Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. 3. Fortsetzung. Rachdruck verboten! Der scharfe Anpfiff reißt ihn aus seinen Träumen. Er springt mit einem Satz vor den Sergeanten hin und schlägt krachend die Hacken zusammen. „Ist das vielleicht Stimmung — du Rindskopf?!" Landry versucht gemütlich zu sein. „Das nennt ihr Weihnachten feiern — ihr Jammerlappen?!" Und der Korporal bestehlt: „Hol deine Quetschkommode, du langweiliger Pinsel! Spiel meinen Marsch — aber mit Pauken und Trompeten! Verstanden?! ... Ich will Stimmung haben — zu Weihnachten!" Dann wendet er sich wieder dem Stairntrtisch zu. Der kleine Gefreite streicht sich müde den blonden Haarschopf aus dem Gesicht und langt die Ziehharmonika von der Wand. Und intoniert den alten Marsch. Landry hat wieder eine neue Lage kommen lassen. Unablässig rollt der Würfel. Die schweren Reiterstiefel unter dem Tisch treten den Takt, daß die Gläser zu tanzen beginnen. „Alles mitsingen!" brüllt L-andry. „Wirt — eine Lage für die Soldaten Seiner Majestät!" Hitze, Tabaksqualm und Branntweindunst füllen den ■Xuum. Gröhlende Stimmen machen den vergeblichen Versuch, zu singen. Jämmerlich dünn quäkt darüber die Stimme der Ziehharmonika. Der blonde Gefreite spielt mit marionettenhaften Bewegungen. Sein Mund formt die Worte des Marschliedes — ohne Sinn. Er singt — er muß singen! In ihrer düsteren Ecke sitzen schweigend zwei alte Grenadiere. Die haben Moskau brennen sehen, die haben das Blutbad an der Beresina überstanden — aber werden sie Frankreich, werden sie die Heimat je wiedersehen? ... Ihre gichtkranken Gestalten hocken verfallen auf der Eichenbank. Ihr Blick ist tot. Sie hören nichr den Lärm um sich. Jedes Fühlen ist aus ihrem Körper geflohen. Ihre Gedanken sind fern, ganz fern, irgendwo in der sonnigen Provence, bei Haus und Hof, bei Weib und Kind. Landsknechte, auf fremder Erde — in heiliger Nacht. Mit seinem riesigen Paket, das er aus Dresden mitgebracht hat, voll Geschenken, betritt der Reitknecht Jean die Wirtsstube „Zum Hirschen". Ein Höllenspektakel schlägt ihm entgegen. Als die besoffene Bande vom Stammtisch das Pflaster aus seinem Kopf sieht, bricht eine Welle von Hohngelächter los. Aber der helle Sachse Jean kümmert sich nicht um Guter Eindruck der Nadolny- Erklärung in England. London, 20. Mai. (WTB. — Funkspruch.) Die Blätter äußern ihre Befriedigung über die Genfer Erklärung des Botschafters Aadolny. „Daily Telegraph" sagt, der Llmschwung in. der deutschen Stellung hat das Fortschreiten der Arbeiten ermöglicht. Der tote Punkti st überwunden und der Weg ist wieder frei. Herr Aadolny hat zwar die deutschen Abänderungsanträge nicht direkt zurückgezogen, aber er hat das nächstbeste getan, nämlich den britischen Entwurf als Grundlage der abzuschließenden Konvention zu akzeptieren. — Times sagt, Deutschland, das bisher ein herausfordernder Kritiker war, hat sich in einen Mitarbeiter bei den gemeinsamen Aufgaben verwandelt. Es wird für die Konferenz ein ungeheuerer Borteil sein, wenn diese Aenderung der Stimmen von Dauer ist. Jetzt besteht einige Hoffnung darauf, daß die freundschaftliche Verbindung anderer Länder mit Deutschland erhalten bleiben wird, und daß der Geist des Biermächtepaktes sich auch als Schlüssel für andere Schwierigkeiten erweisen wird. Reichsbankpräsident Dr. Schacht in London. London, 19. Mai. (WTB.) Reuter. Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist auf der Rückreise von den Vereinigten Staaten in London eingetroffen, um mit dem Präsidenten der Bank von England, Montague Norman, zusammenzutreffen. Die Berliner S t i l l h a l t e k o n f e r e n z mit den Vertretern der ausländischen Gläubigerschaft Deutschlands ist mit Rücksicht aus die Reisedispositionen der amerikanischen Teilnehmer vom 26. auf den 29. M a i verlegt worden. Oer preußische Ministerpräsident Göring in Korn. Rom, 19. Mai. (TU.) Reichsminister Göring ist am Freitag geaen 17,00 Uhr mit dem Flugzeug in Rom eingetroffen und noch am Freitag abend von Mussolini empfangen worden. Wie wir erfahren, weilt Ministerpräsident Göring zum Besuch seines persönlichen Freundes, des Prinzen Philipp von Hessen, des Schwiegersohns des Königs von Italien, in Rom. Prinz Philipp von Hessen wird Oberpräsident von Hessen-Nassau. Berlin, 20.Mai. (CNB. Funkspruch.) Die Ernennung des Prinzen Philipp von Hessen zum Oberpräsidenten von Hessen-Nassau soll, wie wir erfahren, durch einen Beschluß in der nächsten Ku- binettssitzung bestätigt werden. Der bisherige Oberpräsident von Hülsen, der Kurator der Universität Marburg war, hat sich d e m S t a a t e w e i t e r zur Verfügung gestellt. Er soll mit besonderen Ausgaben betraut werden, um seine wertvolle Kraft dem Staate zu erhalten. Prinz Philipp von Hessen aus der landgräflichen Linie des hessischen Fürstenhauses ist der älteste 1896 geborene Sohn des Landgrafen Friedrich Karl und der Prinzessin Margarete von Preußen, der Schwester Kaiser Wilhelms. Der Prinz ist seit 1925 mit der 1902 geborenen Prinzessin Mafalda, zweiten Tochter des Königs von Italien vermählt. Das junge Paar hat einen Sohn, den 1926 geborenen Prinzen Moritz. Der japanische Vormarsch auf Peking. Peking, 19. Mai. (TU.) Lieber den Vormarsch der japanischen Truppen gegen Peking wird vom chinesischen Hauptquartier gemeldet, das Gesindel. Er steht unter dem persönlichen Kommando seines Hauptmanns — er kann sich solche Nichtachtung leisten. Mit keiner Silbe antwortet er auf die verfänglichen Fragen, die ihm entgegenschwirren. Er setzt in aller Seelenruhe sein Paket neben der Theke nieder, steckt seine klammen Hände in die Hosentaschen und dreht der gröhlenden Horde seinen Allerwertesten zu. „Ich bitte um einen Doppelten, Herr Wirt!" Dann trinkt er Zug um Zug seinen Schnaps, der ihn mit sichtlichem Behagen auftaut. So nebenbei fragt er leise den alten Mertens: „Ist Eure Hanne da?" Der Wirt deutet mit dem Daumen über die Schulter nach dem kleinen Hinterzimmer. Jean nickt. Er vergewissert sich, daß die Luft rein ist: Die Soldateska nimmt von ihm keine Notiz mehr. Landry hat abgewinkt — lohnt sich ja nicht, mit dem blöden Kerl. Und nun schlüpft Jean, den Blicken der anderen entzogen, mit seinem Paket in das Hinterstübchen. Hanne, die im Zimmer beschäftigt ist, hat sein Eintreten nicht bemerkt. Jean zieht seine Uniform zurecht, nimmt artig seine Pelzkappe in die Hand und hüstelt verlegen. Hanne blickt sich um. Ein Schrecken fährt ihr in die Glieder, als sie die Soldatengestalt im dunklen Türrahmen stehen sieht. Dann aber heitert sich ihr Gesicht zusehends auf. „Ach Sie sind's, Jean...?!" Und wie sie ihn lächelnd mustert, entdeckt sie feine Blessur. „Was ist denn das da?" Ihre Frage klingt ehrlich besorgt. Jean winkt ab. „Ach, Fräulein Hanne, da hat's unterwegs mal geknallt — na und bann..." Er sieht sie treuherzig an; er will jetzt von etwas anderem reden. „Aber lassen wir das! Und jetzt — einen schönen guten Abend!" Er reicht ihr die Hand zum Gruß, die er erst vorsorglich an seinem Rock abgeputzt hat. „Und das da — hab ich Ihnen mitge- bracht, aus meiner Heimat!" Mit verliebtem Blick reicht er Hanne das schwere Paket hin. Das Mädel guckt ihn erst groß an, dann lacht es hell auf. Braver Bursche, dieser Jean. Verliebt ist er auch. Bei allen Heiligen — sie muß dem Jungen gut sein — auch wenn er die verhaßte Uniform trägt. Sie weiß ja, daß sie ihn gepreßt haben, wie tausend andere auch. Sie weiß, daß er des französischen Kaisers Rock anziehen mußte — sie hätten ihn sonst füsiliert. „Aber Jean — Sie sollen doch nicht immer solche Geschichten machen! Da ist doch wieder die ganze Löhnung draufgegangen!" Hanne versucht energisch zu sein, aber Jean lacht bloß. „Sehen Sie, Fräulein Hanne, so ist das nun mal im Leben. Die andern oersaufen's, und ich --ach was", er hat das Reden satt, „nun machen Sie aber endlich die Futterkiste auf!" Und stolz fetzt er noch hinzu: „Meine Mutter läßt Ihnen bestellen: Sie sollen sich's gut schmecken lassen!" daß die Japaner sich in zwei Kolonnen von Borden und Osten her gegen die Stadt bewegen. Die beiden Kolonnen haben das 65 Kilometer von Peking entfernte Tung schau erreicht. Die nördliche Kolonne ist in nächster Bähe des wichtigen strategischen Punktes Mijun eingetroffen. Die chinesischen Truppen gehen geordnet zurück. — Die Panik unter der chinesischen Be- vöUerung in Peking wächst stündlich. Die chinesischen Verluste in den Kämpfen bei Kupeikan sollen 10 000 Mann betragen. Zwei kantonesische Brigaden haben sich nach Bordchina in Marsch gesetzt, um entgegen dem Befehl Tschiangkai- scheks den Japanern entgegenzutreten, obwohl er sie zur Unterdrückung der Kommunisten in der Provinz Kiangsi eingesetzt hatte. Am Freitag kreiste wieder ein japanisches Bombenflugzeug über Peking, das sieben Bomben abwarf. Chinesische Luftabwehrgeschühe traten in Tätigkeit, jedoch erfolglos. Die Wacht- truppen des Gesandtschaftsviertels in Peking sind um 150 Mann verstärkt worden. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident v. Hindenburg empfing den Reichskanzler Adolf Hitler, sowie den Reichsinnenminister Dr. Frick zum Vortrag. Reichskanzler Adolf Hitler traf am Samstag um 8.07 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug aus Berlin kommend in München ein. In feiner Begleitung befand sich der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß. Der Oberpräsident von Oberschlesien Dr. L u k a s ch e ck, der der Zentrumspartei nahesteht, ist auf Grund seines Gesuches von seinem P o - stenenthoben worden. Als sein Nachfolger wird der Oberpräsident von Niederschlesien, Brückner, genannt. * Nach Anordnung der Reichsleitung der NSDAP.-Beamt en abteilung ist die Aufnahme in die B e a m t e n a b t e i l u n g mit sofortiger Wirkung gesperrt. * Der Gemeinderat Ludwigsburg bat auf Antrag der Nationalsozialisten einstimmig beschlossen, dem von hier stammenden früheren Reichswehrminister General Groener das Ehrenbürgerrecht, das ihm während des Krieges verliehen worden war, zu entziehen. — Die Groener-Straße erhält nach dem württembergischen Statthalter Murr künftig den Namen: Murr-Straße. Das Ehrengericht des Landesverbandes Berlin im Reichsverband der Deutschen Presse hat den früheren Chefredakteur der Vossischen Zeitung, Gg. Bernhard wegen gegen das neue Deutschland gerichteter grober Beschimpfungen und Verleumdungen im „Journal de Geneve" aus dem Beichsverband ausgeschlossen. Wegen der Schwere der Verleumdungen, ihres landesverrate- rischen Charakters und der Niedrigkeit der Gesin- nung ist Bernhard cum infamia aus dem Verband ausgestotzen. * 3n Ecuador ist ein neuer ÜHilitär auf » stand ausgebrochen. Ein in Bio Bamba liegendes Artillerie-Regiment meuterte und marschierte nach Guamote, wo sich die Führer der politischen Opposition anschlossen. Die Regierung hat Truppen entsandt, um den Aufstand zu unterdrücken. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen. Aus aller Wett. Organisierung der Referendare im Nationalsozialistischen Deutschen Juriffenbunb. Anläßlich der gegenwärtig in Berlin stattfindenden ersten Reichstagung Deutscher Referendare haben die Vertreter der Lan- Hanne glaubt nicht richtig zu sehen, als das riesige Paket offen vor ihr liegt. Ein Duft von feinstem Backwerk strömt ihr entgegen, daß ihr das Wasser im Munde zusammenläuft. „Echte Dresdner Christstollen!" sagt Jean schmunzelnd. „Und hier, das ist besonders für Sie! Eigenes Fabrikat von meinem Vater, dem Hofzuckerbäcker: Marzipanpralinen. Da werden Sie Augen machen, kosten Sie mal!" Und ohne Umstände schiebt er ihr die duftenden Kugeln in den ohnehin offenstehenden Mund. Als Hanne endlich die reichliche PorUon herunter hat und wieder sprechen kann, drückt sie Jeans Hand. „Jean — Sie sind wirklich ein Engel!" „Das ja nun gerade nicht, Fräulein Hanne." Er macht eine komisch abweisende Geste. „Mit dem Engel hat's hoffentlich noch eine Weile Zeit." Er rückt mutig einen Schritt näher. „Aber — wie wär's, wenn ich jetzt zur Belohnung fo'n kleines Küßchen bekäme ...? Mit dem „Engel" warte ich gerne noch ..." Hanne schaut ihm lieb in die Augen. „Komm her, mein Junge..." und schon drückt sie Jean einen auf, daß er wirklich alle Engel im Himmel fingen hört... „Und noch einen sollst du haben — unter einer Bedingung", schränkt Hanne ein, „du mußt Weihnachtsmann spielen heute abend! Wir gehen jetzt zu meiner Schwester hinüber und werden bescheren, da werden wir richtig und von Herzen Weihnacht feiern — und die herrlichen Sachen hier nehmen wir mit!" „Für einen Kuß können Sie von mir alles haben--." Er faßt sich ein Herz und hascht nach ihrer Hand. „Hanne — du ...!" Jean strahlt über das ganze Gesicht. „Das nenne ich Weihnachten!" * Das Haus des Schmiedes Jochen Wemper, der Anna Mertens — Hannes Schwester — zur Frau hat, liegt fast am Eingang des Dorfes. Svärlicher Lichtschein bringt aus dem Fenster der Stube. Ganz still liegt das windschiefe Haus. Heute ruht die Schmiede. Das Feuer ist gelöscht, Hammer und Ambos liegen in Feiertagsruh. Jochen Wemper sitzt bei den Seinen. Das Söhnchen Christian reitet stolz auf dem einfachen Schaukelpferd, das ihm der Vater gezimmert hat. Frau Anna hält reglos die arbeitsmüden Hände im Schoß gefaltet. Schmucklos steht der frische Tannenbaum vor ihr, den Jochen am Berghang geschlagen hat, damit sie nicht ganz vergessen, daß Weihnacht ist. Die Stille in der kleinen Stube liegt drückend auf den Menschen. Breit und trotzig sitzt die Gestalt des Schmiedes am Tisch. Im Kerzenschein vor ihm liegt bas Flugblatt, das vor Tagen ein Parteigänger heimlich gebracht hat. Wieder und wieder lieft er die flammenden Worte, die zu Freiheit und Kampf aufrufen. Schwer liegen die Fäuste des Mannes auf dem Tisch. Seelische Anspannung steht in seinem Gesicht. desverbände des Reichsbundes deutscher Referendare beschlossen, den Bund mit sofortiger Wirkung aufzulösen und den bisherigen Mitgliedern den Beitritt zum Bationalfo- zialistifchen Deutschen Iuristenbund zu empfehlen, bei dem eine Llntergruppe für Referendare besteht. Die erste Reichstagung Deutscher Referendare wird daher als Veranstaltung des Bationalsozialistischen deutschen Iuristenbun- des durchgeführt. Die Veranstaltungen finden ihren Höhepunkt in einer großen öffentlichen Kundgebung in den Tennishallen, bei der Reichs- justizkommisfar und Bayerischer Iustizminister Dr. Frank über das Thema spricht: „Gegen jüdische Rechtsverdrehung. — Für ein neues deutsches Volksrecht." Eine Rundfunkübertragung dieser Rede findet entgegen der ursprünglichen Absicht nicht statt. Der THörbec eines SA.-Führers verhaftet. Dieser Tage ist es der Iserlohner Kriminalpolizei gelungen, den M ö r d e r des SA.-F hr rs Hans B e r n f a u , der bei den kommunistijchen Änruhen Ende des vergangenen Jahres auf dem Bahnhofsvorplatz in Iserlohn erschossen worden war, in der Person des 35jährigen Kraftwagenführers Franz S ch i d z i k aus Iserlohn zu ermitteln und f e st z u n e h m e n. Der Verdacht der Polizei, die Schidzik in der letzten Zeit dauernd beobachtet hatte, hatte sich in den letzten Tagen so verstärkt, daß sie sofort zu seiner Festnahme schritt. Im Verlaufe seines Verhörs legte Schidzik ein umfassendes G e st ä n d n i s ab. Er wurde in das Hagener Gerichtsgefängnis übergeführt. Vergeblicher Angriff auf den Gipfel des 2Hounf Everest. Die englische Mount-Everest-Expedition hat, Pressemeldungen zufolge, in den letzten Tagen einen Versuch gemacht, den Gipfel des Everest zu besteigen. Sie hatte ein Lager in etwa 8000 MeterHöhe errichtet und versuchte von dort aus den Gipfelaufstieg. Obwohl genaue Nachrichten noch nicht oorliegen, nimmt man an, daß der Versuch mißlungen ist und die Kletterer wieder zu einem tieferen Lager herabgestiegen sind, wahrscheinlich in den Schutz der großen Eismauer auf dem Nordsattel, der in etwa 7000 Meter Höhe liegt. Ein neuer Versuch könnte wahrscheinlich erst in einigen Tagen gemacht werden. Am Donnerstag sei das Wetter beim Mount Everest sehr schlecht gewesen. Bombenanschlag auf den Bahnhof von Tientsin. — Zahlreiche Tote und verletzte. Auf den Bahnhof von Tientsin ist ein Bombenanschlag verübt worden. Da der Bahnhof mit Soldaten und Flüchtlingen aus den Kampfgebieten überfüllt war, sind schwere Opfer an Menschenleben zu beklagen. Nach den bisher eingegangenen Meldungen spricht man von Hunderten von Toten und Verletzten. Das Bahnhofsgebäude hatte nach dem Anschlag Feuer gefangen; es wurde zum größten Teil vernichtet. Der Täter ist unerkannt entkommen. 60jähriges Bestehen des Rudolflädler SL. Der Rudolstädter Senioren-Convent wird Pfingsten in Rudolstadt sein 60jähriges Bestehen in würdiger und feierlicher Form begehen. Die Tagung wird im Zeichen der Farben Schwarzweißrot und der Hakenkreuzfahne stehen. Wie immer bleibt auch diesmal der Hauptteil der Kongreß, dem ein feierlicher Feldgottesdienst am Heldenmai vorausgeht und eine Festsitzung im Landestheater folgen wird. Die innere Geschlossenheit des Verbandes wird zu Tage treten in der Art der Beschickung der Tagung durch die Corps; die Disziplin wird sich zeigen in den Wehrsportvorfuhrun- gen, die der Tagung eine besondere Note geben. Gesellschaftsabend und Wettspiele werden das gute Einvernehmen bekunden, das den Verband von jeher mit seiner Patenstadt verbunden hat. Der Kommers aber wird der Sammelpunkt sein, der die Alten Herren aus dem ganzen Reiche auf die Beine bringt und manches Wiedersehen nach langen Jahren ermöglichen wird. Da geht draußen die Haustür. Schritte werden laut. Frau Anna springt auf — sie erkennt die Stimme der Schwester, in die sich, dunkel die eines Mannes mischt. Eine Sekunde horchen die Schmiedsleute nach draußen, verschreckt sucht der Blick der Frau die Stubentür, die polternd sich auftut. Jean, als Nikolaus, Rute und Sack in der Hand, tritt ein. Hinter ihm Hanne, die der Schwester verstohlen ein Zeichen gibt. Wie der Blitz ist der kleine Christian herunter vom Schaukelpferd und am schützenden Rock der Mutter. Aber Frau Anna geht auf den Scherz ein, obwohl sie noch gar nicht weiß, wer die Rolle des Nikolaus so gut spielt. Jean läßt das Kind hübsch artig sein Gebet sprechen, und dann darf es in den großen Sack fassen. Da kommen Nüsse, Naschwerk und buntscheckige Aepfel zum Vorschein, daß den Schmiedsleuten die Augen überaehen. Für jeden hat der Nikolaus etwas. Auch Vater Jochen bekommt seinen Teil: Ost- indischen Kanaster und eine Buddel echten Danziger Lachs. Und so schnell wie der Nikolaus gekommen, so schnell ist er auch wieder verschwunden. Aber er hat frohe Herzen und strahlende Gesichter zurückgelassen. Als nun der Schmied fragt, wer denn dieser wahrhaftigste Nikolaus, den er je sein Lebtag gesehen, gewesen sei — gibt ihm Hanne lachend zur Antwort: „Nicht so neugierig fein, lieber Schwager!" Kurzerhand entkorkt Jochen die Buddel und nimmt einen Danziger, innerlich, zur Kenntnis. Der ruft alle müden Lebensgeister wach. Und zur Vorsicht, daß sie nicht wieder sogleich entschlafen am Heiligen Abend, schickt der Schmied noch zwei Danziger die Kehle hinunter, und hält die neugeborene gute Laune mit einer schön gefüllten Pfeife ost- indischen Kanasters unter Dampf. Inzwischen aber haben die Frauen zu dem Mitgebrachten einen duftenden Kaffee bereitet und bald prangt auf dem alten, nüchternen Studentisch, überstrahlt vom leuchtenden Grün der Tanne, eine echte deutsche Weihnachtstafel. „Wie im Frieden ...!" muß Jochen sagen. Aber als er weitersprechen will, verschlägt ihm ein polternder Gang draußen auf dem Flur die Rede. Ehe er noch von feinem Sitze hoch ist, steht bef Förster Brinkmann in der Stube. Sein beschneiter Pelz trägt eine Flut Kälte herein. Mit eigentümlichem Blick sieht der Förster auf die Tafel, als wolle er sagen: „Fein lebt ihr yier!" Aber er schweigt. Die Leute im Dorfe sagen, man könne die Sätze zählen, die der Alte gesprochen hat, seitdem man ihm die Nachricht brachte, daß fein Sohn bei den Schill- schen gefallen ist. War damals in Stralsund, als Wilhelm von Löbau und Joachim Döllnitz Schulter an Schulter mit Brinkmanns Sohn für Preußens Freiheit fochten. (Fortsetzung folgt.) Aus der Provinzialhauptstadt tigften der durch das werden. Hinter der Entstehen begriffen, welche rer —a— ler in sich ein. sah jur „Gartenfrau . Und dabei bückte er sich und machte ein Pflanzenspitzlein von Erde frei. Darauf zeigte er hier und dort hin. „Wie das alles geguckt kommt!" Was da an Freude und Zärtlichkeit mitschwang In der Stimme des sonst wortkargen Mannes, der eigentlich seines Handwerks ein Mau- ift! In diesem Augenblick hätte ich viele von den krampsten und Verhärteten, den Müden und Za- (tzictzerier Wochenmarktprcise. * Gießen, 20. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter 130, Matte 20 bis 25 Pf. dos Pfund, Käse 5 bis 10, Eier, inländische, 8 Pf. das Stück, Wirsing, grün, neuer, 20, Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Spargel 35 bis 55, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 12, Kar- 1 toffeln 3, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 70 bis 80, ObstmuS 40 bis 45. Rüste 60. Junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. das Psd., Tauben 40 bis 60. Blumenkohl 40 bis 70, Salat 10 bis 15. Salatgurken 30 bis 45. Ober-Kohlrabi 15 bis 18, Lauch 5 bi« 10, Rettich 15 bi« 20, Sellerie 10 bis 25 Pf. das Stück, Gelbe Rüben, neue, 20. Radieschen 8 bi« 10 Pf. da« Bund, Kartoffeln 2,30 Mark per Zentner. ZAHNPASTA erhält die Zähne I schön weiss » gesund eine neue Anlage im . , die Pflanzen der Heimat vorführt, zumal diejenigen, welche im systematischen Teil des Garten« nicht gezeigt werden. Herr Rektor Hellwig hat sich in außerordentlich dankenswerter Weise und mit großer Sachkenntnis um die Zusammenstellung dieser Gruppe bemüht. Lebenö-Znnigkeit! Don Reinhold Braun. Und wieder will ein Tag dir froh sich geben! Nimm ihn, den blühenden, zum Kameraden! Wer Gottes ist und weih um heiliger Freude Weben, dem ist die Welt voll lauter Gnaden. „Wie das alles geguckt kommt!" sagte mit seinem guten, frohen Licht in den Augen mein „Gartenmann", wie ihn meine Jungen nennen — im Gegen- •• Dom Botanischen Garten. Rachdem die Schwierigkeiten, welche die Eisheiligen für die Gärtnerei bedeuten, überwunden find, zeigt sich der Botanische Garten wieder in vollem sommerlichen Schmuck. Die Freunde de« Garten« werden eine Reuerung begrüßen, die dem Ratur- nenb sah ich am Schreibtisch, als mein Aeltester etwas ungestüm gegen die sonstige Gepflogenheit ins Zimmer trat. Freude leuchtete aus feinen Blau- Augen. Schlankweg zog er mich von meinem Schreibtisch fort und heraus aus dem Grübeln, von dem er natürlich keine Ahnung hatte, und ich muhte mit ins Buben-Zimmer kommen. „Molli hat Junge!" rief mir mein Jüngster strahlend entgegen. Richtig, Molli, der Feuersalamander, hatte Junge. Nun sahen Eltern und Buben um die seltsame Wochenstube in Gestalt eines sebstgebauten „Terrariums" herum. Da habe ich mir abermals neue Lebensinniykeit geholt. Unb nun leuchtet der Maien, ein rechter, deutscher Maien. Wenn wir seinen Sinn recht erfassen wollen, so müssen wir uns aus ihm soviel Lebens-Innigkeit holen, wie es nur an- geht Denn wir brauchen davon sehr viel nach all dem, was hinter uns liegt und für das, wa« noch zu schaffen ist. Wir können nicht genug an Lebens-Innigkeit besitzen. Wir waren in den verflossenen Iahren zu sehr Disputierer geworden und viele auch Grübler. Das Mittelbare und immer nurch durch Zweite und Dritte Vermittelte hat uns in den vergangenen Iahren zu sehr gefangen genommen und hin und her gezerrt- Was wir brauchen, ist das Unmittelbare. Das aber muh eines der Hauptmerkmale der Reugestalt von Zeit und Volk sein, denn es ist gleichbedeutend mit innerer Jugend, mit Klarheit und Wahrheit, begeistertem Sinn und einem Herzen voll Liebe Es ist gleichbedeutend mit Hingabe und Opfermut! Die Welt des Mittelbaren ist die Welt der Gesellschaft- Aber die der schönen, reinen Unmittelbarfeit, ist die Welt der Gemeinschaft, und die ersehnen wir doch! Rur das Unmittelbare, das Quellenvolle schenkt Lebens-Innigkeit. Wir wollen wieder ein Volk in der Sonne werden, eine frohe, starke, deutsche Ration- Deshalb Lebens-Innigkeit hereingeholt, was nur hereinzuholen ist- Cs ist genug Himmel da und genug Erde, und immer noch genug an treuen, guten Herzen und lichtem Geiste Der Mai ist da- „Herrlich leuchtet mir die Ratur - -." Gleichnis will alles sein, Gleichnis der großen, gott-geschenkten Unmittelbarkeit. Sei lebendig. Seele, und hole die Lebens- Innigkeit zu dir hereinl Auf allen Wegen wartet sie auf dich ... Vornotizcn. — Tageskalender für Samstag- Vereinigung ehemaliger hessischer Grenadiere: 20 30 Uhr, ..Hessischer Hof", Versammlung. — Turnverein von 1846 : 20 Uhr, Turnhalle am Oswalbsgartcn, große Werbe-Veransta tung. — Männer-Turnverein. 20 30 Uhr, Cafe Ebel, außerordentliche Mitglieder - Versammlung. VfB 03: 20.30 Uhr, Vereinsheim, Monats-Versammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße „Die ^erkämpften und Verhärteten, den gcnben herbeigewünscht, baß sie bas Licht in den Augen bes Mannes gesehen unb seine Stimme gehört hätten. Unb er ist boch auch einer von denen, bie burch viele Jahre hinburch bas Leib ber Arbeits- losigkeit an sich erfuhren unb manches anbere Bittere auch noch. Aber in bem schlichten Worte unb eben in ber Art, wie er es sagte, tönte etwas von ber Unverwüstlichkeit seines lebensinnigen Herzens auf. Gerade an jenem Morgen war ein böses Erlebnis über mich hingegangen, unb ba habe ich mir selber an ben Pflanzenspitzlein unb meinem „Garten- manne" neue Lebens-Innigkeit geholt. Unb bann kamen roieber sehr kritische Tage. Sin- kann wegen anberroeitiger Inanspruchnahme erst später erscheinen — bie Festrebe halten. Hierauf folgt bie Aufführung der Heimatbichtung von Georg Heß, bei ber ebenfalls Trachtengruppen, Dolkslieberoorträge ber Gesangvereine. Volkstänze usw. bie Darstellung illustrieren unb bereichern werben. Mit D o l k s s e st unb Sonberbarbietungen am Abenb wirb ber mit großer Umsicht vorbereitete Heimattag seinen Ausklang sinben. Man bars ber Veranstaltung wünschen, bah sie recht zahlreich besucht wirb. Konzert der Diolinschute Schattier. Obwohl bie Dortragssolge zeitlich sehr ausgedehnt war, wird wohl niemand diese Vänge empfunden haben, da sie, in kluger Steigerung aufgebaut, stets in Spannung hielt. Sie erfüllte den Zweck in vollkommenster Weise, bem Uneingeweihten einen Einblick zu gewähren in die schwere Arbeit eines veranwortungsoollen Lehrers, der bestrebt ist, das von ber Elternschaft in ihn gesetzte Vertrauen in vollem Maße zu rechtfertigen. Die Leistungen zeigten, daß die systema'ische Schulung den Schülern jenes technische Rüstzeug gegeben hat, das allein ein erfolgreiches öffentliches Auftreten, auch auf der unteren Stufe, gewährleistet. Die eingelegten chori- jchen Darbietungen sind im Sinn des Gemeinschaftsgefühls auf muskalischem Gebiet durchaus am Platz. Sie wurden sehr gut roiebergegeben. Rudi und Heinz Junker hatten die schwere Aufgabe, bie Einzeldarbietungen zu eröffnen. Herzlicher Beifall belohnte die mit sicherem Strich und guter Intonation schlicht vorgetragenen Stückchen Ebenso erfreute Hildegard Ireppinger durch ihr tonreines Spiel. Eine schon beachtliche Bogen- technik zeigte Friedrich Schaaf in bem frisch unb keck hingeworfenen Bauerntanz, unb Käthe Hum- m e ( in dem nicht leichten Mozartstück eine gute Geläufigkeit der linken Hand. Dynamisch recht reif und mit viel Einfühlung musizierte Aenne Frank. Wolfgang Speck ist augenscheinlich gut veranlagt, er hat bie erforderliche Leichtigkeit für bie Spic- catos unb Sicherheit ber Grifshanb. Eine Bachkom- Position wurde von Hannelore Bues mit ber für diese Werke nötigen dynamischen Gegensätzlichkeit stilvoll wiedergegeben. Kleine Intonationsjchwan- kungen in der Musette kommen auf das Konto einer durch die Hitze verstimmten (B-Saite. In einem Mozartkonzert, von Gretel Senf- farth zierlich und gewandt gespielt, zeigte sie eine gereifte Technik, die auch den Anforderungen einer anspruchsvollen Kadenz gewachsen war. Waltraud Schüttler spielt schon fast wie eine große Geigerin. Ganz ungewöhnlich ist die weit über ihre Jahre hinausgehende Tiefe ber Auffassung. Technisch ganz heroorragenb war das Perpetuum mobile. Robert Häuser spielte zwei Sätze des Mendels- sohnkonzertes mit zwar nicht großem, aber hübschem Ton und konnte in dem riskanten dritten Satz den hohen Stand der Technik offenbaren. Den Abschluß der Einzeldarbietungen machte Karl I o ft mit dem dankbaren Q-Moll-Konzert von Bruch, das er mit Bravour und im Adagio mit viel Empfindung wiedergab. Wohl aus der Erkenntnis heraus, daß bie Pflege der Kammermusik eine der edelsten und bildendsten Ausgaben einer vollkommenen Musikerziehung ist, waren in die Dortragssolge Quartette und ein Trio von Mendelssohn und Haydn aufgenommen. Sie wurden von Schülerinnen und Schülern des Herrn Schüttler mit Unterstützung von Heilwig R o - [off (Cello) und Rose Trümpert (Klavier) schön und echt kammermufikalisch in der gegenseitigen Einfühlung vorgetragen. Einige Stücke wurden von Schülerinnen von Frl. Holzapfel (Marianne Schaaf und Rose Trümpert) und von Frl. Körner (Margret Muhl) sicher und anschmiegend begleitet. Frau Marie Schneider-Eckhard und Frl. Irmgard stellten in den schweren Begleitungen der Konzerte ihr Können unter Beweis. Der reiche Beifall der sehr zahlreichen Zuhörer nach den einzelnen Darbietungen schloß zugleich den Dank für die erfolgreiche Arbeit des Herrn Schütt- Tochter des Regiements". — Astoria-Lichtfpiele: „Ich geh' aus unb Du bleibst da" und ..Eirenen um Mitternacht". — Tageskalender für Sonntag. Oberhesfifcher Kunstverein: TurnhauS am Brand- plah. 11 bis 13 Uhr. Ausstellung. — Volkshochschule: Pflanzenkundlicher Ausflug. Treffpunkt 7.30 Uhr, Volkshalle. — Turnverein von 1846: 16 Uhr. „Karlsruh", Familien-Zusammenkunft. Lichtspielhäuser: Programm wie am Samstag. Besuch des Reichsftatthatters in Oberheffen. Der Herr ReichSstatthalter Gauleiter Sprenger wird am Sonntag, 2 8. W a i der Provinz Oberheffen einen Besuch abstatten. Die Fahrt des Herrn Reichsstatthaltcrs wird durch folgende Orte gehen: Friedberg, Bad-Raubeim, Wölfersheim, Butzbach, Gießen, Grünberg, Lehnheim, Atzenhain, Dernsfeld, Homberg, Appenrod, Erbenhausen. Lehrbach. Kirtorf, Angenrod, Alsfeld, Lauterbach, Rebgeshain, Schotten, Ridda, Ranstadt, Bleichenbach, Büdingen. Einweihung des Stahlhelm-Heimö. Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Ortsgruppe Gießen, nimmt — wie man uns schreibt — am 27. unb 28. Mai die feierliche Einweihung seines Heimes vor. Das Stahlhelmheim besindet sich Kaiserallee 27, in der früheren Fieserschen Zigarrenfabrik. Die Räume, ein großer Saal im Erdgeschoß, sowie sechs Zimmer in der ersten Stage, wurden von arbeitslosen Kameraden neu hergerichtet und dienen sämtlich dem D^enstbetrieb der Ortsgruppe. In den letzten Tagen wurde ein Eingang von der Moltkestraße her geschaffen. Am Samstag, 27. Mai, findet um 17 Uhr ein Festakt im Heim statt, zu dem die Spitzen der Behörden, Vertreter der Reichswehr, der studentischen Korporationen, Verbände unb Militärvereine, sowie die Förderer der Ortsgruppe Gießen eingeladen lind. Der Landessührer des Landesverbandes Groß-Hessen des Stahlhelm, Kapitän z. E-a. D. Weiße, wird die Weiherebe halten. Ab 20 Uhr ist kameradschaftliches Zusammensein in sämtlichen Räumen bes Heims. Am Sonntag, 28. Mai, findet anläßlich ber Heimeinwcihung ein Gau-Wehrsport- Treffen auf bem Trieb statt. Die Wettkämpfe beginnen um 7 Uhr. Um 8 30 Uhr ist gelb- g o 11 e s b i e n st, bei bem die beiden Gießener Militärgeistlichcn, Pfarrer A u s f e l d unb Pfarrer Dr. Hemmes, sprechen- Rach bem Gottes- bienst nehmen bie Wehrsportkämpfe ihren Fortgang. Von 11 bis 12 Uhr gibt bie Etahlhelm- kavelle auf bem Hinbenburgwall (Sübanlage) ein Platzkonzert. Die Wehrsportteilnehmer erhalten ab 12 Uyr auf bem Trieb Feldküchen-Verpflegung. Um 14.30 Uhr treten die Ortsgruppe unb die von auswärts erschienenen Kameraden auf dem Oswaldsgarten an zum Marsch durch die Stadt nach dem Trieb- Auf der Liebigshöhe findet dann Zusammensein mit Gästen und Angehörigen statt- Konzert. Um 20 Uhr ist auf der Liebigshöhe Festfeier, bei der die Stahlhelmkapelle, der Bauersche Gesangverein und die Wehrsport-Kompanie Gießen (lebende Bilder) mitwirken- Anschließend CB all. Die Bevölkerung der Stadt Gießen unb ber Umgebung ist zu den einzelnen Veranstaltungen herzlich eingeladen. jßeimaftog in Garbenteich. Am morgigen Sonntag veranstaltet die Ortsgruppe Garbenteich der Heimatvereinigung Schiffenberg in Garbenteich einen Heimattag, in dessen Mittelpunkt nachmittags ein großer F e st - zug und die Aufführung einer heimatlichen Dichtung von Georg Heß stehen werden. Der Festzug, der um 14,15 Uhr abmarschieren soll, wird u. a. vielseitige Trachtengruppen und hei- matverwurzelte lebende Bilder bringen, ferner durch die Mitwirkung von SA.-Reitern, Hitlerjugend, Schulkindern, Gesang- und Turnvereinen, Kriegerverein usw. in vielfältiger Weise ausgestaltet sein. Nach der Ankunft des Festzuges auf dem Sportplatz und der Begrüßung durch den Ortsbürgermeister wird Bürgermeister Dr. Hamm - Gießen als 2. Vorsitzender der Heimatvereinigung Schiffenberg — der 1. Vorsitzende Oberforstmeister Nikolaus •• Die Instandsetzung»« und Umbau« arbeiten mit Reichszuschüssen müssen, nach einer Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil unter allen Umständen vor dem l.Iuni begonnen und bis spätestens 1. September beendet sein. ** Vorverlegung eines Wochenmark- t e s. Der Wvchenmarkt am nächsten Donnerstag (Himmelfahrt) wird auf Mittwoch, 24. Mai, vor- oerlegt. ** Diehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche wird hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt sein, am Mittwoch wird Schweinemarkt folgen. ** Keine Sperrung der Damm st raße mehr. Im neuesten Amtsverkündigungsblatt ver- äffentlicht das Kreisamt Gießen eine Anordnung des Polizeiamts über eine Abänderung der Verkehrsregelung in der Stabt Gießen, soweit dabei die Dammstraße in Betracht kommt. Nach die- ser Anordnung wird die früher wegen des bekannten Engpasses an der Walltorstraße angeordnete Sperrung der Dammstraße zwischen Walltorstraße und Nordanlage für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art aufgehoben. •* Der Orche st erverein 190 8 feiert, wie man uns schreibt, in diesem Jahr das Fest seines 25jährigcn Bestehens. Aus diesem Anlaß gibt er am Donnerstag, 6. Iuli, in ber Volks- Halle ein Konzert zu Volkspreisen. Zur Aufsüh- rung gelangt Beethovens Rcunte Symphonie. Um diesem gewaltigen Werke den richtigen Ausdruck verleihen zu können, werden etwa 350 Sänger und Sängerinnen, sowie 80 Musiker mitwirken. Die Leitung liegt in den bewährten Händen deS Herrn Universitätsmusikdirektors Prof. Dr. Temes - bart). Wettervoraussage. Unser Wetter bleibt zunächst noch unter bem Ein- fluß bes ausgebehnten kontinentalen Hochdruckgebiets. Bei vielfach heiterem Himmel wird sich die Sonnenstrahlung kräftig auswirken und tagsüber starken Temperaturanstieg veranlassen. Die neue Atlantikstörung läßt vorerst keinen Witterungsum- schlag befürchten, doch dürfte späterhin durch sie Neigung zu lokalen Gewitterstörungen aufkommen. Aussichten für Sonntag: Vielfach heiter, sehr warm und trocken. Aussichten für Montag: Weiterhin warm und vielfach aufheiternd, später aufkommende Ge- roitterneigung. Lufttemperaturen am 19. Mai: mittags 16,4 Grab, abends 9 Grad, am 20. Mai: moraens 9 Grab. Maximum 16,6 Grad, Minimum 2 Grad. — Erd- temperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Mai: abends 20,5 Grad: am 20 Mai: morgens 12,3 Grad. — Sonnenscheindauer 12% Stunden. schuhgefetz vorn 14. Oktober 1931 Rechnung tragen soll: In einer neu angelegten Abteilung (neben den Gift- unb Arzneipflanzen) werben die wichtigsten der durch das Gefetz in Hessen geschützten Pflanzen vorgcsührt. Die neue Abteilung darf der Beachtung der Gartenbesucher empfohlen Mittelgebirgsabteilung ist ar Geld lacht auch dann, wenn man es ausgibt, vorausgesetzt, daß man etwas Wertvolles dafür eintauscht. Der Ramses- Raucher bereut nie die 37a Pfennige, die seine Lieblingsmarke kostet. Jede dieser köstlich-frischen, dicken Ramses-Cigaretten bedeutet für ihn ungetrübten, freudigen Genuß. — Uebrigens liegen in den Packungen die bekannten, von Alt und Jung mit Begeisterung gesammelten Ramses-Filmbilder. Eine weitere Serie ist soeben erschienen! WAMSES- mit neuen Film-Bildern V Wer doß MA Mi lAmtsv^rkündigungen aus deniZweigverein Gießen Wir stellen ein oberhessischen Kreisen Kreis Gietzen. i Wir bieten 16. 3412 D ny bereits zehn Wochen :tflag. Wir sehen uns daher und mehr zurücklag Dr.Baur, 1. Vorsitzender amD jugend zum 42?P mit l der Betr.: Gießen, den 17. Mai 1933. 3392C Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. flamm, 03110 .03117 a. d. G.A. Laco 1 Alleinverkauf: Fr.Levermann,Seltersweg71 Schrift!. Ang. unt.l genHammstraße 2, 03107 a. d. G. A. 11. Stock. [03113 Stachel-und Spanndraht Knitterfrei! Der neue Selbstbinder Nähmaschine auch des., z. ff ges. Schr. Äng. m. Pr. u. 03138 a. d. G. A. Das Kreisschulamt Gießen teilt das abschriftlich nachstehende Ausschreiben des Hess. Ministeriums des Innern, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, vom 7. Avril 1933, zur Kenntnisnahme und Beachtung mit. „Bei Divhtherie- Epidemien wurde in letzter Zeit mehrfach beobachtet, daß Infektionen von Dauerausscheidern ausgingcn, deren klinische Genesung bereits zehn Wochen Der heutigen Gesamtausgabe des Gießener Anzeigers liegt ein Werbeblatt des Rheinisch-Westfälischen Koblen- chndtkats, Essen bei. z«,«v Hühneraugen sehn dich an, [Hühneraugen tun dir weh, 1 .Hühneraugen-Lebewohl •“ Hühneraugen löst vom Zeh! ) Gegen Hühneraugen und Hornhaut Blechdose (8 Pflaster) 68 Pig. in Apotheken und Drogerien. Sicher iu hoben: Sämtliche itluNkator-Erzeugnisse zu haben bei: Schade &. Füllgrabe A.-G., Bahnhofstraße 26, Ludwigstr. 20. Walltorstr. 24, Kaiserallee 20, Mäusburg 1, Bleichstr. 20, Wilsonstraße 9. Friedrichstr. 14, Frankzielbewußt arbeitende Damen u. 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Die durch das Kreisveterinäramt Büdingen angeordneten Schutzmaßnahmen werden hiermit bestätigt; Zuwiderhandlungen sind nach § 74 des Reichsviehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 strafbar. Kreis Lauterbach. Die Bekanntmachung des Kreisamts Lauterbach vom 8. April — veröffentlicht im Amtsverkündigungsblatt Nr. 19 vom 12. Mai 1933 — wird hiermit zurückgezogen, da nach einer Verfügung des Herrn Staatskommissars für das Polizeiwesen in Hessen der Schokoladenver- kaufsapparat „Primosa" zunächst noch weiter verw idet werden darf. 3417 C Wir suchen für unsere Abteil. Kinder- tottgen, Puppenwagen, Kindersport- gerate (Marke Welt) einen tüchtigen Provisionsvertreter zur Bearbeitung des größten Teiles des hessischen Gebietes. Es wird ein Herr bevorzugt, der mit Auto reist und bei der in Frage kommenden Kundschaft bestens eingeführt und dem möglichst auch die Branche nicht unbekannt ist. Bewerbungen mit Lichtbild und Referenzen erbeten. Metall-Industrie Schönebeck A.-G. 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Anz. _____________2062V | Kaufgesuche | Gute, frischmelkend. Äiege zu kaufen ges. [0313s Wiefeck, Gießener Str. 66. veranlaßt, den § 6 Abs. 3 der „besonderen Anweisung zur Verhütung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten durch die Schulen" (Reg.-Blatt vom 12. März 1929 Seite 28) dahingehend zu erweitern, daß auch bei den Di.-Dauerausscheidern die Wiederzulassung zum Schul- besud) von dem Gutachten des zuständigen Kreisgesundheitsamts abhängig zu machen ist. In Epidemiezeiten ist die Ausffndung und Ueberwachung von Bazillenträgern und Dauerausscheidern von besonderer Bedeutung und die Frage ihrer Wiederzulassung zum Schulbesuch besonders sorgfältig zu prüfen. Es find oud) Zweifel über die Behandlung der an Tuberkulose erkrankten Schiilkinder aufgetreten. Sie sind selbstverständlich ebenso wie erkrankte Lehrer vom Schulbesuch fernzuhalten, solange es sich um offene und ansteckende Tuberkulose handelt. Die Wiederzulassung zum Schulbesuch der an Tuberkulose erkrankt gewesenen Kinder ist, wie in der obengenannten Anweisung bereits angeordnet ist, nur dann möglich, wenn nach dem Zeugnis des Schularztes, des Fürsorgearztes oder des beamteten Arztes keine Ansteckungsfähigkeit mehr besteht." Kreis Schotten. Mit Rücksicht auf die außergewöhnliche Trockenheit und die dadurch bestehende Gefahr der Entstehung weiterer Waldbrände ordnet das Kreisamt auf Grund des Artikels 65 der Kreis- und Prooinzialordnung vom 8. Juli 1911 auf die Dauer von vier Wochen an: 1. Das Rauchen in Waldungen und in einer Entfernung bis zu 20 Meter von ihnen, sowie 2. das Feueranzünden außerhalb von Gebäuden in Waldungen und tm Umkreis von 20 Meter von ihnen ist verboten. ein bischen Auge hot, der sieht ich für die Bratpfanne zu schade Durch Muskator-Kükenfutter, dieses gehaltvolle Eintopf-Gericht, bin ich so prachtvoll schnell gediehen. Jetzt ist's April. Ab Oktober lautet mein Motto: „Leben heißt LegenI" Und mich selbst nennt man: das fleißige Hühnchen Dü.teldorf-Hofen__________\tiÄJ Nr. M Zweites Blatt Siebener Anzeiger (Senecal-Anzeiger für Gderheffeii) Samstag, 20. Mai 1955 Nationaler Witte und nationale Ideologie Don Dr. Paul Rohrbach. Wir befinden uns in Deutschland mitten in einem sieghaften Sturmlauf auf den historischen Materialismus. Wir verlangen danach, Ideen- Politik zu machen und haben sie im Innern auf das Schild unseres nationalen Willens gehoben. Da ist es nützlich, daß wir uns bei anderen grohen Nationen umsehen, aus welcher Art von nationaler Ethik sie ihr nach außen wirkendes politisches Kraftgesühl nähren. D'_» französische Ideologie heißt: Frankreichs Sache ist stets zugleich die Sache der Menschheit! Der Franzose empfindet darum niemals einen inneren Konflikt zwischen dem Recht Frankreichs und. dem Recht anderer Völker. Frankreichs Recht geht immer vor. „üesta Dei per Francos!“ Gottes Taten durch die Franzosen — so schrieb schon ein frühmittelalterlicher französischer Chronist. Heute heißt es modernisiert: „Frankreichs Taten für die Menschheit!" Der Frankfurter Friede von 1871 war ein „Angriff aus die Menschheit"; das Der- sailler Diktat war ein Dienst an ihr. Wer diese Sinnesart des Franzosen vergißt, wird ihm gegenüber immer falsch und eindruckslos argumentieren. Das gilt auch für so akute und praktisch« Fragen, wie Abrüstung, Schuldenzahlen u. dgl. Aehnlich wie die französische lautet auch die englische nationale Ideologie: Wenn die Welt besser werden soll, so muß sie nur immer englischer werden! Ein so typischer Engländer wie Lord Curzon, der spätere Ricekönig von Indie setzte seinem berühmten Buch über die Probleme des Rahen Ostens die Widmung voraus: „Denen, die da glauben, dah das englische Weltreich das größte Gnadengeschenk Gottes an die Menschheit ist." Rücksichtsloser war Cecil Rhodes, als er sagte: Lins Engländern ist die Verantwortung für die Zukunft unserer Ration auferlegt, und darum müssen wir von der Welt so viel für uns nehmen, wie wir bekommen können! Die nationale Ideologie des Engländers bildet auch den Hintergrund zu der oft gemachten Erfahrung, daß cs für ihn keine politischen Prinzipien gibt. Man handelt von Fall zu Fall und trägt den „Tatsachen" (tacts) Rechnung. Selbstverständlich dient dabei jede Handlung Englands dem Fortschritt der Menschheit. Die Ideologie des Amerikaners ist von der englischen abgeleitet. Ieder Amerikaner fühlt sich als Missionar für die politischen, sozialen und kulturellen Ideale, die in „Gottes eigenem Lande" gelten. Mit der Parole „Rettet die Welt für die demokratische Idee!" konnte Wilson das amerikanische Volk in den „Kreuzzug" gegen Deutschland treiben. Alle Verhetzung durch die alliierte Propaganda, alle materiellen Interessen des Großkapitals, das den Alliierten Kriegsanleihen gewährt hatte, hätten nicht ausgc- rcicht, die amerikanische Leidenschaft zu entflammen, wenn nicht das dabei gewesen wäre, was ein so guter Kenner seines eigenen Volkes, wie Frank Simonds, die Missionsidee des Amerikanertums nennt. Die so charakterisierten Ideologien der brci genannten Völker haben alle einen nahe verwandten Hintergrund: den Glauben an eine universale Berufung des eigenen Volks. Sogar das R u s s e n t u m erhob im Zarismus mit feiner Predigt vom „Heiligen Rußland" und erhebt jetzt im Moskauer Bolschewismus den Anspruch, eine universale Idee zu verfolgen. Lehrreich ist es, unter diesem Gesichtspunkt die jetzigen Vorgänge in O st a s i e n, den Konflikt zwischen Iapan und China zu beobachten. China war im alten chinesischen Bewußtsein der Weltstaat schlechthin, das Mittelreich; die chinesische Kultur war die Weltkultur. Diese Ideologie zerbrach aber unter der Erfahrung, bas abendländische Technik und abendländische Kriegsmaschinen stärker waren, als das konfuzianische Kulturideal. Der Sohn des Himmels, dessen göttlich gedachte Autorität das Reich zusammenhielt, verlor seinen Thron, und China fiel darüber auseinander. Es hat keine große, universal gerichtete Ideologie mehr, und es ist heute ebenso wenig mehr ein Staat, wie das Heilige Römische Reich Deutscher Ration vor zwei Iahrhunderten ein Staat war. Das Umgekehrte sehen wir bei Iapan. Aus dem Zusammenwirken der heroischen japanischen Ethik und des explosiven Drucks der Heber- völkerung hat sich, genährt durch die politischen Erfolge von vier glänzenden Zahrzehnten, eine kraftvolle nationale Ideologie entwickelt. Iapan will den großen asiatischen Völkerbund schaffen, der ein nordchinesisch-mandschurisches Kaisertum, eine zentral- und südchinesische Republik, ein selbständig gewordenes malayisches Indonesien, eine von Amerika unabhängige Republik der Philippinen und ein von den Engländern befreites Indien unter japanischer Führung gegen Europa zusammenschweißen will. Diese Idee ist bei den geistigen Führern Iapans in raschem Wachstum, und sie gibt der japanischen Politik ihre gewaltige Kühnheit und Stoß- kraft. Bei keinem der Völker, die wir genannt haben, ist der nationale Wille von der nationalen Ideologie zu trennen. Wie steht es nun damit bei uns Deutschen? Wenn wir auf diese Frage antworten sollen, so müssen wir davon ausgehen, dah wir kaum erst dazu gelangt sind, einen nationalen Staat zu bilden, ja, unser deutscher Rational-Staat ist auch heute noch erst eine Hoffnung, noch keine volle Wirklichkeit. Wir befaßen ein nationales Selbstgefühl zur Zeit des mittelalterlichen Kaisertums. Dieses aber ging zugrunde, und als wir der nationalen Zensplitterung anheimgefallen waren, blieb uns nichts übrig, als unser nationale- Ziel in der staatlichen Einigung zu suchen, d. h., im Vergleich zu unfern vorgeschritteneren Rachbarn, in der Beschränktheit und in der Rähe, denen kein universaler Zug anhaftete. Aehnlich erging eS den Italienern. Wir Deutsche — und von den Italienern gilt dasselbe — können nur dann daran denken, mit unsrer nationalen Idee Eindruck auf die Welt zu machen, wenn wir imstande sind, ihr eine universale, missionarische Ideologie zu geben. Sollen wir also sagen, wie die Engländer: Wenn die Welt besser werden soll, muh sie deutscher werden? oder wie die Franzosen: Deutschlands Sache ist immer die Sache der Menschheit? Retn. Kopien überzeugen niemanden. Wir haben etwas Besseres. Wir sind das einzige große Volk, das eine Ideologie der Arbeit besitzt. Wir können zu all den Völkern, die noch emporkommen wollen, sprechen: Kommt zu uns, lernt arbeiten und steigt auf! Sittliche Kultur haben heißt: Arbeit tun um der Arbeit willen, arbeiten, wie das deutsche Volk arbeitet. Das zu sagen, ist keine Lieberheblichkeit. Deutsche Arbeitskultur in Forschung, Wirtschaft, Erziehung und auf allen andern Gebieten des Lebens ist nicht bloß reale Leistung, sondern sie hat darüber hinaus etwas Schöpferisches in sich, das aus dem deutschen Geiste kommt. An diesem I Stück unseres Wesens mag in der Tat einmal | die Welt genesen. Oer Fall Gereke vor Gericht. Berlin, 18. Mai. (ERB.) Der Prozeß gegen den früheren Reichslommissar für Arbeitsbeschaffung, Landrat a. D. Günther Gereke, der beschuldigt ist, in der Zeit seiner Verwaltung des Verbandes der Deutschen Landgemeinden und bei der Leitung des für die Wahl des Reichspräsidenten v. Hindenburg aufgestellten Komitees Untreue und Betrug verübt zu haben, nahm vor der VIII. Strafkammer des Landgerichts I feinen Anfang. Reben Dr. Gereke ist der frühere Derbandssekretär Arthur Fr ei gang ange- klagt. Der Angeklagte hat erklärt, daß er die ihm zustehende Aufwandsentschädigung nicht entnommen und auch sonst kein Entgelt erhalten habe. Diese Angaben seien unrichtig gewesen, er habe für die Zeit vom 1. Iuli 1922 bis Ende 1925 42 000 Mark entnommen. Er habe auch später noch eine Umlage, zugunsten notleidender Gemeinden für sich verwertet. Dieser Betrag habe sich auf etwa 32 000 Mark belaufen. Außerdem habe er noch 10 000 Mark auf andere Weise erhalten. Von dem Geld des Hindenburg-Wahlkomitees habe Dr. Gereke große Summen für Wahlpropagandazwecke auf Bankkonten überschreiben lassen, deren Verwalter der Angeklagte Freigang war und deren Inhaber Tochtergesclttchaften des Lanbgemeindeverlages waren. Für den ersten Wahlgang seien 685 000 Mark, für den zweiten Wahlgang 706 000 Mark übertriefen worden. Da die Beträge für die genannten Zwecke nicht restlos verbraucht worden seien, habe sich ein Ueberschuß von insgesamt 452 000 Mark ergeben. Mit Hilfe des Angeklagten Freigang habe sich Gereke von einer Druckerei in Berlin quittierte Rechnungen über in Wahrheit nicht geleistete Arbeiten in Höhe von 481 000 Mark beschafft und an Hand dieser Rechnungen dem Hindenburg-Ausschuß seine Abrechnung voraelegt. Anstatt der obengenannten Ueberschüße habe die Abrechnung dann Fehlbeträge aufgewiesen. Hiervon konnten etwa 350 000 Mark beschlagnahmt werden- Den Rest in Höhe von etwa 96 000 Mark hatte er in Teilbeträgen auf sein Konto überweisen lassen. Tartarin auf -em Kriegspfa-e. Don unserem A. 8.-Derichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Toulouse, Mai 1933. Dah Frankreich eine Einheit ist, hat sich längst als ein Märchen erwiesen. Paris ist seit Jahrhunderten nicht mehr die „Hauptstadt der Welt", auch nicht mehr das „Kulturzentrum Europas". Lind auf französischem Boden selbst gehen die Stämme und Minderheiten ihre eigenen Wege. Mag auch noch immer die Tatsache, daß eine Pariserin, die in einer Provinzstadt erscheint, ein rotes, blaues oder sonstwie gefärbtes Band am Hute trägt, fast alle Frauen und Mädchen dieser selben Stadt veranlassen, ein ganz ähnliches Band als letzten Modeschrei auf ihre Hüte zu nähen. Im übrigen aber denkt man am Quai d'Orsay, im Pariser Auhenamt, anders als in den neuen Kaffees auf den Champs Clysees, wo sich die „Flüchtlinge" aus Deutschland ein Stelldichein geben, und ganz anders denkt man in der Rormandie, in der Bretagne, in Savoyen oder im Tarn, im Roussillon oder im Ariöge. Die Welt kennt eigentlich nur Paris und macht sich wenig Gedanken darüber, wie der französische Katalane denkt oder der Bretone oder, ganz allgemein gesprochen, der französische Provinzler, der Kleinrentner, die Söhne und Enkel des Herrn Tartarin aus T a r a f i o n, jener so glücklich umrittenen Phantasiegestalt des französischen Kleinstädters aus der Feder des großen Alphonse Daudet, der sich im übrigen, wie es so schön heißt, im Grabe umdrehen würde, könnte er vernehmen, was sein viel kleinerer Sohn L6on in der nationalistischen „Action Franxaise" verzapft und verzapfen läßt ... Dieser Tartarin des Iahres 1933 will, ins Alpendeutsch übersetzt, feine Ruh' Ha n. ilnö dieser Tartarin hat Angst. Er ist seltsamerweise fest davon überzeugt, daß das „Hitlerreich" ihn überfällt, und er weiß nicht recht, ob Frankreich besser daran tut, aufzurüsten, noch mehr al- bisher, um Deutschland Schrecken cinjujagcn, oder ob man nicht lieber Deutschland in Gottes Ra men seine Gleichberechtigung — ein Wort übrigens, das in den französischen Zeitungen gesperrt, in deutscher Fassung, unüberlegt, gleichsam als Begriff, gedruckt wird — gibt, damit Deutschland keine Ursache mehr hat. au’jubegebrcn. Wenn Herr Tartarin mit einem spricht, so gibt er sich als Nationalist, ist stolz daraus, daß der neue Kreuzer „Emile - Berlin" im Zeichen der „Abrüstungskonse- renz" vom Stapel gelaufen ist, ober dah auf die Bitte des Ministerpräsidenten und Kriegsministers Daladier der Innenminister Chaulemps die Präfekten Frankreichs in einem Rundschreiben auffor- berte, zusammen mit den Militärbehörben dem Pazifismus in Frankreich mit allen Mitteln und radikal den Garaus zu machen, sowie alle Kriegs- bicnftocrrocigerer entweder zu bekehren ober rücksichtslos einzulochen. Aber ebenso, wie der französische Provinzler Ziel und Methode sowie die ganze Denkungsart des neuen Deutschland verkennt, so sind auch seine Äußerungen unwahr und u n a u f r i d) t i g. Er rasselt mit dem Regenschirm und hat Angst, sieht Gespenster. Da hat man das Gerücht ausge- streut, die Reichsregierung hätte in den Pyrenäen eine Radiostation errichtet und wäre draus und dran, irgendwelche dunklen Pläne durch Unterwerfung der ganz und gar unter französischem Einfluß stehenden Bergrepublik Andorra zu verwirk- lichen. Tatsächlich hat man jetzt einen sehr energischen Herrn nach Andorra geschickt, wo ihm die „Joventud andorrana“, also die andorranische Jugend, bereits zugejubelt haben soll. Man unterschätzt eben ein wenig die Sorgen, die Deutschland hat. Aber Herr Tartarin hat ja Zeit. Und er schließt von sich auf andere. Das ist eine der Erklärungen dafür, daß man auch im französischen Süden von „deutschen Machenschaften" spricht und deutschen Annektionsabsichten in den Pyrenäen. An der etwas trägen Earonne liegt friedlich in einer friedlichen Landschaft louloufe mit feinen schönen alten Kirchen, seiner ehrwürdigen Kathedrale, an der die Bauhandwerker dem Zahn der Zeit entgegenwirken, mit seiner berühmten Basilika, seinem bereits stark spanisch orientierten Leben und seinen dunkelhaarigen Menschen mit dem rollenden, unfranzösischen „R" in der Sprache. Die guten Leutchen kennen nicht den Kummer und die Sorgen, die entsetzliche Not des mitteleuropäischen Menschen, der unter der Knute der Friedens- biftate unb ihren Folgen stöhnt. Unb diesem von Natur aus so friedlichen Äüdfranzosen wird nun mit Gewalt eingeimpft, daß er bedroht sei, wenn der Deutsche sich anschickt, den Strick zu zerreißen, der ihm die Kehle zuschnürt! Es sitzen die Hetzer in Paris im „Le Dome“, im „Collisec“ und im „Cafd dc la Paix“ und predigen Haß gegen Deutsch- landland. Und ein wenig davon flutet auch bis an die Ufer der Garonne und ölt die ohnedies schon schnelle Zunge eines Touloujer Bürgers, der feinen tiefschwarzen, fürchterlich starten Kaffee trinkt und dabei von einer Gefahr durch ein Deutschland spricht, das er mit dem besten Willen von der Welt nicht begreifen kann. Die schlimmsten Dinge, die auf dieser Welt geschehen, verdanken ihren Ur- jprung dem Unoer st and, jener Geistesver- faffung, von der man behauptet, daß selbst Gotter gegen sie vergebens kämpfen. Dabei ist Tartarin gar nicht dumm, und wenn er sich auf sein eigenes Urteil verließe, er würde so manchem Pariser „Patrioten" das Leben sauer machen. Aber die französische Regie klappt eben vorzüglich unb erstreckt sich leider nicht allein auf übrigens herzlich schlechte Tabakwaren. 3ufammenfaffung der Gaue Hessen und Hessen-Nassau-Süd der NSDAP. WSR. Rach einer Mitteilung des „Dölkischen Beobachters" hat der Führer verfügt, daß die Gaue Hessen und Hessen-Rassau-Süd der RSDAP. zu einem Gau „Hessen-Rassau" unter der Leitung des Gauleiters Sprenger zusammengefaßt werden. Der Gau Hessen- Rassau-Rord führt von jetzt ab die Bezeichnung Gau „Kurhessen". Oeutsche Gchnst. (£ine zeitgemäße Anregung. Man hatte sich in Deutschland langsam daran gewöhnt, daß die deutsche Schrift in immer stärkerem Maße verschwand und von der internationalen Lateinschrift verdrängt wurde. Auch heute findet niemand etwas Besonderes daran, daß man in den Straßen deutscher Städte oft weit gehen muß, um in dem Wust von Gcschäftsauffchriften doch einmal eine vereinzelte zu finden, die in deutscher Druckschrift angefertigt ist. Auch auf dem Gebiet des Buchwesens nimmt immer stärker der Lateindruck über- Hand. Ja, vor kurzem kam gerade hier eine „Sieges- nachricht" in die Oesfentlichtcit. Während bisher seit dem Kriege die in Deutschland gedruckten Bücher zu rund 57 v. H. in deutschen Buchstaben gedruckt wurden und nur rund 43 v. H. in lateinischen, hat sich dieses Verhältnis in den letzten vier Jahren er- schreckend gewandelt unb nun in bas Gegenteil ver- kehrt. Im Jahre 1932 gab es nur noch 43 v. H. deutsch gedruckte Bücher, während schon 57 v. H. m Lateindruck erschienen. Also ein erschreckender Rückgang des Frakturdruckes sogar schon auf einem Ge- biet auf dem er bisher immerhin noch das Ueber- gewicht besaß! Dementsprechend ist die Propaganda jener Kreise in der letzten Zeit auch immer starker geworden, die uns die fremde schrist aufdrangen wollen. _ . Deutschland hat sich in der letzten Zeit zu sehr vielen Dingen zurückgefunden, die eine verstoßene Epoche als „zu deutsch" verpönte. Diele einst selbstverständliche Gedankenlosigkeiten sind nahezu ver- schwanden. Sollte es da nicht möglich sein, daß ein nationales Deutschland auch zu einem Kulturgut zu- rüdfänöe, das bis heute leichtfertig verschleudert wird? Dar wenigen Tagen hat eine überwältigende Mehrheit der Stadtverordneten einer Stadt in der Öberlausitz beschlossen, im amtlichen Verkehr nur noch deutsche Schrift zu verwenden, die städtischen Beamten dazu anzuhalten, daß sie sich nicht nur im amtlichen Verkehr der deutschen Schrift bedienen und bei allen städtischen Aemtern ausschließlich deutsch- schriftige Schreibmaschinen zu verwenden sind. Ist das ein Anzeichen dafür, daß Deutschland sich auch auf diesem Gebiet auf sich selbst besinnt? Heißt das, daß Deutschland trotz der hochschlagenden Wellen der inneren Politik schon jetzt so zu alten Quellen zurückkehrt? Zwar erscheint es so, als wäre die Frage, ob wir nun deutsch ober lateinisch schreiben ober brücken, nicht so wichtig, besonbers wenn man auf ber Gegenseite sagen hört, baß bie lateinische Schrift „auch" eine beutsche sei, ober von ber „sogenannten" beutschen Schrift spricht; es tue dem Deutschtum keinen Abbruch, wenn man die deutsche Schrift allmählich durch die lateinische verdrängen ließe; überhaupt fei es lediglich ein« reine Äußerlichkeit, ob man nun so ober fo schreibe unb brücke, und da man mit der „eigensinnigen" deutschen Schrift ja doch nur eine schädliche Grenze ziehe und weil das Ausland sie nicht lesen könne, fei die lateinische oorzuziehen. Also reine Zweckmäßigkeitsgründe sollen es sein, die die Aufgabe eines fo wichtigen Kulturgutes befürworten? Es wird da auch darauf verwiesen, daß ja auch die junge, doch bestimmt sehr nationale Türkei von ihren alten Schriftzeichen abgegangen fei. Das ist allerdings salsch; die Schriftzeichen, die in der Türkei vor der Schriftreform gebräuchlich waren, waren keine türkischen, sondern den Türken fremde, nämlich die arabischen. Zudem ist da denn doch noch ein kleiner Unterschied. Während die arabischen ebenso wie die Schristzeichen der in Rußland und Teilen des Balkans gebrauchten Cyrillika für den Ausländer völlig unleserlich sind, kann der gleiche Ausländer die deutsche Druck- und auch die Schreibschrift sehr gut lesen. Wie wäre es sonst möglich, daß eine so große Zahl englischer, französischer, amerikanischer, spanischer Zeitungen ihren Kopf in deutschen Zier- buchstaben führen, etwa „Times", „Matin", „New Port Times", „De Telegraaf" (Holland) unb viele andere? Dagegen steht wohl eines unbedingt fest: Hätten etwa Franzosen oder Engländer wie wir Deutschen eine Eiaenschrist, die für jeden Ausländer lesbar und kein Hindernis ist, sie würden den, der für den Ersatz durch sogenannte Weltlettern wirbt, ächten und ein so wichtiges Volksgut politisch aus- nutzen. Ihnen läge nichts daran, durch eine Verbeugung vor irgendeinem Ausland und eine damit verbundene Vernichtung alten, eigenständigen Volksgutes Wohlgeneigtheit einzuhanoeln, die dann doch ausbleibt. Bismarck wurde immer sofort mißtrauisch, wenn bas Auslanb, auf das wir Deutsche so schrecklich gern sehen, mit einer seiner Maßnahmen uneingeschränkt einverstanden war. Sehen mir, wie sich das Ausland, besonders das uns nicht wohlgesonnene, zur deutschen Schriftfrage stellt; hier fei der Blick ins Ausland erlaubt. Alle Völker, die seit langer Zeit mit dem Deutschtum in enger Nachbarschaft leben, sehen die deutsche Schrift als einen eindeutigen Ausdruck deutschen Wesens und deutscher Gesinnung an. In Italien, Polen und Jugoslawien ist der Gebrauch ber deutschen Schrift in deutschen Schulen, soweit diese überhaupt bestehen dürfen, streng untersagt; die Tschechoslowakei, Litauen und eine Reihe anderer Staaten kennen zwar kein'Verbot, aber sie sehen den Gebrauch deutscher Schrift äußerst ungern. Sie wissen sehr wohl, daß durch die deutsche «chrift das Eindringen ihrer eigenen fremdvölkischen Propaganda und die Aufsaugung des deutschen Volkstums stark erschwert wird. Sie wissen aber auch, was man im Deutschen Reich nicht wissen will: unsere Grenzlandsdeutschen sind in ^anj überwiegender Mehrheit der Ansicht, daß ihr Deutschtum mit der deutschen Schrift geradezu steht und fällt. Dor einiger Zeit wurde das Ergebnis einer Umfrage bekannt, die der Deutsche Schutzbund bei einer sehr großen Zahl führender Auslandsdeutscher veranstaltet hatte. Hier ergab sich ein einhelliges Bekennt- n i s zur deutschen Schrift, das auch in Deutschland nachdenklich stimmen sollte. Die deutsche Schrift ist gerade für diese Deutschen ein Volksgut von größter Wichtigkeit. Jedes deutsche Dorf jenseits der Reichsgrenzen ist sofort daran zu erkennen, daß alle Häuseraufschriften in deutschen Buchstaben gehalten sind, unb die Auslandsbeutschen finb stolz daraus, daß sie sich auch dadurch von ihren fremden Nachbarn deutlich unterscheiden. Bei ihnen herrscht völlige Verständnislosigkeit dafür, daß man in der großen Heimat, nach der sie immer hoffend blicken, ein so bedeutungsvolles Kulturgut leichtfertig verschleudern will, oie kennen die Bedeutung der Tatsache, dah — etwa in Sudetendeutschland — tschechische Regierungszeitungen, die in deutscher Sprache erscheinen, wie etwa die berüchtigte „Prager Presse", in lateinischen Lettern gedruckt sind. Sie haben es einst begrüßt, als eine große westdeutsche Zeitung, die jahrelang an den lateinischen Settern festhielt, dann doch durch den Einspruch ihrer Leser gezwungen wurde, wieder zur Fraktur zurückzukehren. Sie verurteilten es aber auch mit Recht, wenn zwar alle reichsdeutschen Zeitungen in deutscher Druckschrift erscheinen, aber in steigendem Maße zwischen den deutsch gedruckten Text lateinische Zwifchenüber- schristen einschieben; ein Brauch, der leider gerade in den letzten Jahren imnzer mehr eingerissen ist. Nicht zuletzt übrigens auch bei nationalen Zeitungen, wie gerade zwei ganz rechts stehende große Zeitungen zwar in deutschem Druck erscheinen, aber an ihrem Kops den Namen in lateinischen Settern setzen. Keine Äußerlichkeit ist es also, wenn von dustch- bewußter Seite in stärkstem Maße die Verdrängung ber deutschen Schrift bekämpft und für die Wiedereinsetzung in ihre Herrschaftsrechte gefochten wird. Keine Aeußerlichkeit ist es auch, wenn von der nationalen Regierung auf das Bestimmteste erwartet wird, daß sie so bald wie möglich mit dem Unfug aufräumt, daß an vielen Schulen des Reiches die lateinische Schrift den ABC.-Schützen als erste unb pätcr erst unb nur nebenbei bie beutsche Schrift bei» gebracht wirb. Die Fibeln in fremben Buchstaben oIlten so bald wie möglich verschwinden, zumal da die Sehrerschaft in überwiegender Mehrheit in dem Widerstand gegen diese Gedankenlosigkeit einig ist. Es darf jetzt nicht mehr so sein, daß man, wie es bei früheren Regierungen geschah, von oben her diesen Versuchen, der Verdrängung ber beutschen Schrift burch bie Schule Vorschub zu leisten, untätig zusieht. In Deutschland muß es wieber zu einer Selbstverständlichkeit werden, daß die Schrift herrschend ist, die in ihrer heutigen Form auf Albrecht Dürer zurückgeht, der die bis dahin gebräuchlichen Zeichen in deutschem Geist erneuerte. Höchste Notwendigkeit ist die Besinnung darauf, daß kein anderes Kulturvolk wie das deutsche, achtzig Jahre nach Gutenbergs Erfindung sich eigens für dey Buchdruck eine besondere, dem gesteigerten Schänheitsbedürfnis ebenso wie seiner Sprache unb der neuen Technik argepafjte Stilart ber mittelalterlichen geschriebenen Schrift geschaffen hat. F. L. Film. „Fräulein", sagte ein Herr zu einer Dame, „ich komme zwar nicht viel ins Kino, aber Sie haben Ähnlichkeit mit einer Filmschauspielerin. Ich glaube, es ist Renate Müller — nein, doch nicht. Aber, warten Sie mal — Magba Schneider — nee, bie ist anders. Vielleicht verwechsle ich Sie mit Lee Parry?" „Möglich." „Sie sollten zum Film gehen. Ich habe Beziehungen." „Vielen Dank. Ich heiße Lilian Harvey." Ms MW < I HM FW AK I _ für M. M fengcrichi vei haft boigefü! kas und der beide aus £ zu je 151 300 M We bestraft ist, nafc Gef< tourde eine billigt Der dieses Jahre hvlländis dem er touß. Wen vorder w Angeklac die ersten 30' ^SSKilov Ichlagnahmt i 0enl für! Linzahlunss W8, Lehrenr bankgirokonlo unter Angabe Opfer der Art die Tat ausg Anzeige und so lange Bert wurde inzwis anloalt oorc des Deweisr sländnis fünf Schu Hemmung ei unmöglich g gelungen, d enthielt, sn hat nun di< genommen aufgeklärt h die Moröge den kann ur rechte Sühne @1 In der 2li fängnis in < ausaebro eingeliefert l geleiarbeiter den Fuhrmc scher Fran den Äcker । »01 at «A KK KzL SB w “ (D[ (Tr t* J1"' LK Frankfurt iu Jeiterhiu 9' ni ftcn fei' in Zragekou 6trs * ließen vpar- und D besDogelsbe^ »rcech tneacr ?000 As ( ^igen M Morden. Ti nach i öu!}9 veiter< Ein Landt dem b geger ®efangni Mutige Zew Assvolkzieh ^tl>ch angeg Dorfen. 9 .®"de 2lug, L-n Zusam £*, anfe ; Ä ?°I!°n Z°> Statt Karten! Dina Körner, pfarrgehilfm E r n st H o h, Pfarrverwalter zeigen ihre Verlobung e*»d>' sich ZU Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Das finanzielle Gesamtergebnis ist befriedigend. Der Ueberschuß beträgt sfr. 2 013 531,65, der, weil Aktionär-Dividende nicht ausgezahlt wurde, fast ganz in den Dioidenden-Fonds für die Versicherten flieht. Mauer-Isolierpappe beste Qualität, allerbilligst C. Rübsamen Fernsprecher 3658 Bildhauer Kurt Schmid-Ehmen bei der Arbeit an dem Ehrenmal, das von Professor Troost im Auftrage der bayerischen Regierung entworfen wurde, und das am 9. November auf der Ost feite der FeldherrnhalleinMünchen zum Gedenken an die Gefährten Adolf Hitlers errichtet wird, die im November 1923 dort für ihre Idee in den Tod gingen. Mitglieder, über 29,5 Millionen Mk. unkündbare Darlehen zugeteilt Dem Gedenken der Gefallenen des November 1923. „Winterthur-Versicherungen." Nach dem Rechenschaftsbericht für 1932 vom „Winterthur-Unfall" ging die Prämieneinnahme auf sfr. 65 042 213,69 zurück. In Deutschland ist die Prämieneinnahme um mehr als 10 v. H. gesunken. Am wenigsten wurde das Geschäft in der Schweiz selbst von der wirtschaftlichen Depression betroffen. Deshalb konnte die gleiche Dividende wie im Vorjahr ausgeworfen werden. 441V „Winterthur-Leben" berichtet, daß der Neuzugang an Kapitalverficherungen außerhalb der Schweiz stark zurückging. Dazu kam noch der starke Abgang an Versicherungssumme im ausländischen Geschäft. Der Gesamtoersicherungsbestand an Kapitalversicherungen stieg auf sfr. 291,5 Millionen. Der Rentenversicherungsbestand erfuhr eine ganz außerordentlich hohe Zunahme von mehr als 50 v.H., allerdings nur in der Schweiz. Der Sterblichkeitsverlauf war besser als im Vorjahre. ließ dabei die Fänge lang herunterhängen. fiel mir besonders auf, da ich diese Stellung der Fänge bei anderen rüttelnden Raubvögeln, wie Bussard und Turmfalke, nicht beobachtet hatte. Zweimal stieß der Adler, so daß ich annahm, er würde im nächsten Augenblick mit einem Fisch in den Fängen davonstreichen, aber er stieß offenbar nur aus Spielerei (Nein, sondern, weil der zu tief stehende Fisch ihn rechtzeitig spitz bekommen hatte und abgehauen ist. Der Vers.), denn er stoppte beidemale unmittelbar über dem Wasserspiegel ab. Nachdem er auf einer Weide kurz gefußt und darauf mit einem Mäusebussard, der zufällig herangestrichen war, ein paar Kreise gezogen hatte, entschwand er, weiter stromaufwärts streichend, meinen Blicken." Wer meine Ausführungen oben tierpsy- chologisch gut verstanden hat, der wird mir aufs Wort glauben, daß auch dann, wenn Graf Sch w e - r i n den Vogel nicht selbst als Fischadler erkannt hätte, aus der Art seiner Beobachtungswiedergabe es für den Kenner eine Kleinigkeit bedeutet hätte, ohne selbst dabei gewesen zu sein, nach Kenntnisnahme dieser Schilderung herauszubekommen, welcher Vogel allein und zweifelsfrei Gegenstand die- Kreis Schotten. s. S ch 0 t t e n, 19. Mai. Der Rechner der hiesigen B e z i r k s s p a r k a s s e, August P l 0 ck, konnte dieser Tage sein 25jähriges Jubiläum begehen. Im Jahre 1898 trat er als Gehilfe in den Dienst der Kaffe, bis er nach dem Ableben des früheren verdienstvollen Rechners Heinr. Glock die Rechnerstelle übertragen erhielt. In einer schlichten Feier übermittelte Bürgermeister Menge! als Direktor der Kasse dem Jubilar Dank^uno beste Glückwünsche unter Hervorhebung der großen Verdienste, die Herr Plock um die Kasse hat. Die Sparkasse wird am Lud- wigstag, 25. August, ihr lOOjähriges Jubiläum begehen. — Die Vorbereitungen für das große Motorradrennen „Rund um Schotte n", das am zweiten Pfingstfeiertag hier ftattfinbet. sinh in vollem Gange. Die ersten Rennfahrer Deutschlands haben sich für den Meisterschaftslauf gemeldet. Ministerpräsident Dr. Werner hat sein Erscheinen zugesagt. Tags darauf am 3. Pfingstfeiertag, findet, wie alljährlich, der altbekannte Schottener Prämiierungsmarkt statt. □ Laubach, 19. Mai. Der Gem einde- r a t beriet in seiner jüngsten Sitzung den von der Finanzkommission vorgelegten Entwurf des Gemeindevoranschlages für das Rechnungsjahr 1933. Mit einigen kleinen Aenderun- gen wurde der Voranschlag einstimmig angenommen. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit rund 135 000 Mk. ab und ist ausgeglichen. — Am Mittwochnachmittag zog im flaggengeschrnücken Städtchen die 1. Kompanie der in Cannstatt liegenden 5. Nachrichten-Abteilung in Stärke von 128 Mann mit 19 Kraftwagen ein und bezog, von der Bevölkerung freudig begrüßt, Quartier. Gegen Abend traf, von Grünberg kommend, die Musikkapelle auf dem Marktplatz ein und gab unter lebhaftem Beifall der zahlreichen Zuhörer ein schönes Konzert. Heute morgen marschierte die Truppe zu einer Felddienstübung in die Rabenau weiter. Fischadler über Obecheffen Von Or. Karl Nudolf Fischer. Fr. Schröder nahm hierauf die Wahl des Führers vor. Mit Einstimmigkeit fiel die Wahl auf den seitherigen ersten Sprecher, Lehrer Wenzel. Dieser bestimmte dann den Turnrat in folgender Zusammensetzung: Stellvertretender Führer und Dietwart: Fr. Gehringer; Oberturnwart und Wehrturnwart: K. S ch m a d e l ; Geschäftsführer und Schriftwart: Hrch. L i st m a n n , Stellvertreter: K. M ö s e r ; Presse- und Werbewart: Fr. Frank, Stellvertreter: Hrch. Schmidt III; Schatzmeister: E. Schmidt, Stellvertreter: K. Büttel. Als Fachwarte wurden noch bestimmt: für Männerturnen: Phil. Bender und K. Keil, für Frauenturnen: Fr. Gehringer und Gertr. Bock, für Schwimmen: O. Ma11hies, K. Wenzel und M. Z i p p, für Spielen: O. M a 11 h i e s, für Fechten: Herm. Pfeffer, für Schülerinnen: M. Z i p p, für die Trommlerabteilung: Fr. Schröder. Mit einem Treugelöbnis auf die D. T. und Gut Heil Hitler! verpflichtete der Führer sämtliche Unterführer. Es folgte das Horst-Weffel-Lied. Eine Anregung des Dietwartes, am Sonntag geschlossen den Gottesdienst All besuchen, fand freudige Zustimmung. Nach der Besprechung einiger Vereinsangelegenheiten, sowie dem Gesang alter Turnerlieder schloß der Führer mit einem dreifachen Gut Heil! auf den Reichspräsidenten, den Reichskanzler und den Führer der D. T. die eindrucksvolle Versammlung, die mit dem Deutschlandlied ausklang. )( Cid), 18. Mai. Die evangelische Gemeinde veranstaltete im überfüllten Geineindesaal einen Mutterabend, zu dem auch die Jugend eingeladen und in großer Zahl erschienen mar. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Pfarrer D r a u d t über das Thema „Ehre deine Mutter". In gewisfenschärfenden Ausführungen forderte der Redner die Jugend zur Ehrfurcht vor der Mutter und die Mütter zum Verständnis für die Heranwachsende Jugend auf. — Der evangelische Posaunenchor hielt seine Generalversammlung ab. Der von stud. theol. Schäfer erstattete Jahres- bericht konnte von einer regen und segensreichen Tätigkeit des Chors im abgelaufenen Jahre berichten. Der Chor trat 58 mal im Gottesdienst, beim Choralblasen an bestimmten Sonntagen und sonstigen Gelegenheiten auf, seine Dienste wurden immer dankbar entgegengenommen. Er nahm an dem Ver- bandsfest in Langenbergheim und an der Freizeit in Södel teil. An Himmelfahrt wird er, wie alljährlich, bei dem Missionsfest in der Meilbach mitwirken. Missionar Keller, Heidelberg, hat die Festansprache übernommen. O Holzheim, 19. Mai. Dieser Tage fand Frau Anna Laux beim Graben ihres Pflanz- stückes einen noch sehr.gut erhaltenen, sehr breiten und dicken Damen-Eh?ring. Er trägt die Inschrift PH. H. 5. 9.1895 und den Stempel 535. Er dürfte dem Ramen nach keiner Holzheimerin gehören. Vielleicht ist er mit auswärtigem Stalldung hierher gekommen. Kreis itriebberq $ Steinfurth, 19.Mai. Unser Turnver- e i n hat, einem allgemeinen Wunsche Rechnung tragend, eine Riege für Schülerinnen gebildet. Anläßlich des Anturnens am vorigen Sonntag veranstaltete man abends im Saalbau Hengst einen Werbeabend, zu dem eine Damenriege des Bad-Nauheimer Turnvereins unter Leitung von Turn- und Sportlehrer S i n n w e l I eingeladen war. Die vielseitigen Darbietungen der Gäste (Freiübungen, rhythmische Gymnastik und Geräteturnen) zeigten hervorragendes Können und körperliche Durchbildung und Disziplin, die allgemein Bewunderung und Staunen erregten. Unsere Tur- I ner zeigten ebenfalls beachtliche Leistungen an sämtlichen Geräten, und die Turnspiele und Boden- I Übungen der Schülerriegen brachten viel Freude I und Humor. Die 1. Sieger bei den am Nachmittag ausgetragenen Wettkämpfen blieben: Zöglinge- Hrch. T h ö n g e s I — 1. Schülerriege: Karl T h ö n g e s und Richard Thönges. — 2. Schü- lerriege: Ludwig Alles und Wilhelm V 0 l p. I fer Beobachtung war. Darin liegt das obenerwähnte höchftwichtige grundsätzliche Element. Es ist zu begrüßen, wenn Zeitungen von Zeit zu Zeit Notizen über Naturbeobachtungen durch Nichtfachleute bringen, denn ohne Zweifel bezeugen sie ein erfreuliches Interesse. Sollen diese Beobachtungen Wert erhalten und nutzbringend der kritisch arbeitenden exakten Forschung dienen können, dann sollte jeder Laie sich folgende Grundsätze zu eigen machen: Hauptwert einer brauchbaren Mitarbeiterschaft und Prüfstein für Eignung und Glaubwürdigkeit ist zunächst die notwendige Selbstkritik. Jeder Beobachter kann sich einmal täuschen. Deshalb wird die Brauchbarkeit einer Mitteilung von außen von jedem Forscher auf die Fähigkeit des Gewährsmannes, sich selbst zu beurteilen, hin angesehen. Ein gewissenhafter Außenbeobachter wird bei der Feststellung von Seltenheiten und sonstigen wichtigen Tatsachen stets Zeugen heranzuziehen suchen. Hat er sie im Augenblick nicht zur Hand, dann wird er, um gegen Einsprüche gesichert zu sein, sofort die typischen Merkmale sich einprägen und — wie dies Graf Schwerin in musterbeispielhafter Form tat — bei etwaigen Mitteilungen über das Vorkommen von ungewöhnlichen Arten in kurzen Wort- teristisches Verhalten anzuzeigen. So sichert er am besten gegen die Gefahr, nicht geglaubt bekommen und für unzuverlässig zu gelten. Die intereffante und willkommene Notiz des Grafen Schwerin über die Beobachtung eines Fischadlers bei Friedelhausen an der Lahn (Gießener Anzeiger Nr. 96 vom 25. April), veranlaßt mich, einige Daten zu veröffentlichen, die in letzter Zeit über Fischadler-Vorkommen in Ober- Hessen gesammelt worden sind. Erst vor 3 Wochen ging mir durch Archtiket Großmann eine einwandfreie Benachrichtigung über das Auftreten des Fischadlers bei Nidda zu. Für den Fachmann war diese Mitteilung von vornherein schon deshalb als zutreffend legitimiert, weil der Beobachter in der Lage war, sofort auf Zwischenfrage das typische Erkennungsmerkmal anzugeben, nach dem der Fischadler zweifelsfrei angesprochen werden konnte. Zu diesem Punkte wird unten eine wichtige grundsätzliche Bemerkung zu machen sein. Weiterhin liegen Angaben über den Fischadler in Oberhessen vor von folgenden Herren, die als gute . Vogelkenner Anspruch auf Anerkennung ihrer Beobachtung haben: Freiherr Ferdinand von Schenk zu Schweinsberg (Rülfenrod) beobachtete den Fischadler mehrmals in den benachbarten Ehringshäuser Revieren, Professor Balser, Friedberg, sah ihn ein paarmal im Vor- taunus. Ob es sich bei diesen Exemplaren immer um dasselbe Stück handelt, kann nicht gesagt werden, obwohl z. B. eine im Vorjahr gemachte Beobachtung an der Lahn bei Gießen (Stud.-Ref. Henning) und eine von einem anderen Herren ausgesprochene Vermutung, daß sich ein Fischadler- Horst bei Trais a. d. L. befände, darauf schließen läßt, daß der Fischadler hierzulande Standvogel ist. Da man überzeugt sein kann, daß der Fischadler hier häufiger vorkommt, als man denkt und nur nicht erkannt wird, weil man seine Merkmale nicht weiß, desgleichen, daß man nur selten von ihm hört, weil ihm verhältnismäßig roenig Vogelkenner begegnen, sei hier eine kurze biologische Erörterung seines Aussehens und seiner Lebensweise gebracht in der Hoffnung, daß vielleicht der eine oder andere Naturbeobachter nachträglich oder in Zukunft eine weitere Angabe über das Auftreten unseres einzigen heimischen Adlers zu machen vermag. Der Fischadler, Pandion haliaetus haliaetus L., bewohnt Europa vom Lappland bis zum Mittelmeer. In Norddeutschland und von da nordwärts ist er Zugvogel, zieht im September oder Oktober weg und kehrt im April wieder. Seine Nahrung — der Name sagt's — besteht einzig und allein aus Fischen. Daher ist er in seinem Vorkommen an offene Gewässer gebunden und bewohnt demzufolge die deutschen Fluß-, See- und Großteichufer. Der weiß-schwarze Adler, dessen Kops, Hals und Unterseite weiß oder rahmfarben und dessen Oberseite dunkelbraun gezeichnet ist, besitzt Bussardgröße und bietet im Fluge mit [einen langen Flügeln ein schneidiges Bild. Die Wasserflächen pflegt er nach Bussardart kreisend abzuspähen. Oft unterbricht er den Weiterflug einen Augenblick und „rüttelt", um sich eingehend nach etwas zu vergewissern, worunter man jene Flugübung versteht, die mit unserem „Taktgehen an Ort" verglichen werden kann. Hat er einen Fisch erspäht, dann stößt er wie Sausewind mit voller Wucht ins Wasser, daß es hoch aufspritzt. Nicht selten taucht er dabei für Augenblicke ganz im feuchten Element unter. Man hat einmal beobachtet, daß ein Fischadler einen Fisch schlug, der zu schwer für ihn war und zu zäh, io daß er seine Fänge nicht mehr aus ihm lösen konnte und auf diese Weise in Menschenhand geriet. Sein Ruf ist fern vom Horst ein hohes kai-kai-kai, beim Befliegen des Nestes (Ankündigungssignal) ein kreischendes ki-ki-ki-ki-ki. Seinen Horst baut er in Deutschland fast stets auf die dürren Wipfel hoher Bäume, besonders auf Eichen und Kiefern. Es ist interessant, zu bemerken, daß das Wasserflugwild vor ihm, der doch aussieht wie ein gefährlicher Raubvogel, nicht die geringste Scheu zeigt, iuch dann nicht, wenn er z. B. dicht neben einem Wasserhuhn mit ausgestreckten Fängen und angelegten Flügeln ins Wasser saust. Ost kommt es allerdings vor, daß er sich beim Stoßen verfehlt, besonders, wenn der Fisch tief im Wasser stand und. flüchten konnte. Bisweilen, jo erzählt Floericke, verleitet ihn seine angeborene Freßgier dazu, sich an Fische heranzumachen, die viel zu stark für ihn sind, und die, angeschlagen, mit ihm durch die Fluten schießen oder ihn gar mit in die Tiefe ziehen, so daß er jämmerlich ersaufen muß, falls er nicht noch im letzten Moment seine verkrallten Fänge losbefommen kann. Nicht selten kann man auch bemerken, daß stärkere Fische beim Fluge über Land wieder verloren gehen, indem sie sich, wie ich es einmal 1923 am Steinhuder Meer bei Hannover sah, durch kräftiges Umfichschlagen aus den Warzenballen seiner Fänge entwinden. Und nun fei mir noch eine wichtige grundsätzliche Bemerkung an Hand der Graf Schwer in- schen Darstellung gestattet. Grundsätzlich auch deshalb, weil sie für die Art der Mitarbeit der breiten Öffentlichkeit an der Erforschung d e s heimischen Tierlebens von ausschlaggebender Bedeutung ist. Was ich mit diesem Erziehungswink zur exakten Beobachtung und zur richtigen Beobachtungsdarstellung meine, das möge jenes Beispiel zeigen, das diesen Zeilen ihre Entstehung gab. Graf Schwerin schreibt in seiner Notiz lolgenbes: „Mit Hilfe meines Glases konnte ich den Vogel genau beobachten und die eigenartige Stellung, die er während wiederholten Rüttelns (über der Lahn) einnahm, bewundern. Er iiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinin Evans. Stadtmission • Löberstr. 14. Sonnt., 21.6., 8* „ Vortrag: ..Die Macht der Zukunft“. 03100 iinHiiiHiinHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiip ia Zement Schwemmsteine Bimsdielen / Schlackensand Auflösung der SPO. in Friedberg. Friedberg, 19. Mai. (WSR.) Rachdem der hiesige Ortsverein der SPD. seine Ruflösung beschlossen hat, wurde jetzt die gesamte Liste der sozialdemokratischen Stadtratsfraktion ebenfalls zurückgezogen. Schottener Prämiierungsmarkt. • Schotten, 20. Mai. Der altbekannte Schottener Prämiierungsmarkt findet am dritten Pfingstfeiertag (6. Juni) unter Mitwirkung der Landwirtschaftskammer statt. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht (Siehe heutige Anzeige), daß Anmeldungen zur Prämiierung bis spätestens 27. Mai bei der Bürgermeisterei Schotten zu erfolgen haben. Lanvkreis (Sicfcen CO Klein-Linden, 19. Mai. Der hiesige Kriegerverein hielt im Gasthaus „Zur Burg" seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Beigeordneter Friedrich Schimmel, eröffnete mit dem Hinweis auf das nationale Erwachen Deutschlands die Versammlung. Es wurde beschlossen, daß sich der Verein am Hüttenberger Krieger- f e ft, das am Sonntag, 25. Juni in Hochelheim gefeiert wird, beteiligt. Ferner sollen Abordnungen des Vereins am Bezirkstag der Hassia in Allendorf an der Lumda am 28. Mai und an der Landesoerbandstagung der Hassia in Nidda am 11. Juni teilnehmen. Eine längere Aussprache galt der in unserm Dorfe immer noch nicht geregelten Denkmals- frage. Man rechnet bestimmt damit, daß im Herbst mit dem Bau des Ehrenmals für unsere Gefallenen des Weltkriegs begonnen wird. 8 Alten-Bufeck, 19. Mai. Heute verläßt unser langjähriger Lehrer Dr. Meuer unsere Gemeinde, um nach Schotten überzusiedeln, wo er mit der kommissarischen Verwaltung des Kreisschulamtes beauftragt worden ist. Aus diesem Anlaß veranstaltete gestern abend die Einwohnerschaft unter Beteiligung der Ortsvereine und der Schulklassen einen Fackelzug, um von dem scheidenden Lehrer und seiner Familie Abschied zu nehmen. Rachdem die „Sängervereini- gung" in ergreifender Weise das Lied „Morgen muß ich fort von hier" vorgetragen hatte, folgten Abschiedsreden des Ortsgeistlichen, des Bürgermeisters, des Schulvorstandsvorsihenden und eines Vertreters der RSDAP., in denen Dr. Meuer aufrichtiger Dank und Anerkennung für sein 13- jähriges, segensreiches Wirken in unserer Gemeinde ausgesprochen und ihm die besten Wünsche für eine ebenso erfolgreiche Tätigkeit in seinem neuen Amt und gleichzeitig für sein und seiner Familie persönliches Wohlergehen zum Ausdruck gebracht wurden. Tief gerührt dankte Dr. Meuer allen, die ihm auf diese wohltuende Weise ihre Anerkennung für sein 13jähriges Wirken an der hiesigen Volksschule und ihre aufrichtigen Beweise persönlicher Freundschaft zum Ausdruck gebracht hätten. Er werde Alten-Duseck, das seine zweite Heimat geworden sei, niemals vergessen. + Grünberg, 19. Mai. Dieser Tage hielt der hiesige Turnverein in seinem Vereinslokal „Taunus" eine stark besuchte außerordentliche Hauptversammlung ab. Der erste Sprecher, Lehrer Wenzel, wies auf die nationale Erhebung hin, der sich auch die D. T. unter ihrem neuen Führer Dr. Edmund Neuendorff willig untergeordnet habe. Auch im Turnverein Grünberg, der in diesem Jahre sein 50jähriaes Jubiläum begehen könne, habe schon von seinen Gründern her stets echter Jahnscher Turnergeist geherrscht, und der Verein werde sich gern noch den Anordnungen seiner übergeordneten Führer im Gau und Kreis in vaterländischem Sinne betätigen. Zwecks Gleichschaltung im Sinne des Führerprinzips innerhalb der D. T. legte hierauf der Gesamtvorstand feine Aemter nieder. Der zum Versammlungsleiter bestimmte Turner Kommunistische Mordtat an einem SA-Mann. QBSOl. Frankfurt a. M., 19.Mai. Bekanntlich wurde der SA. - Mann Hans Handwerk zusammen mit seinem Bruder am 4. Juli v. 3. in der Langestrahe überfallen und durch mehrere Schüsse so schwer verletzt, daß er am folgenden Tage den Verletzungen erlag. Bis vor kurzem war es nicht gelungen. Licht in diese Angelegenheit zu bringen, und cs schien, als sollte diese abscheuliche Tat nie ihre Sühne finden. Vor etwa zwei Wochen hat nun die SA. die Aufklärung des Falles selb st in die Hand genommen, da man eine neue Spur gefunden hatte. Die Ermittlungen der SA., die von dem SA.-Mann B l o e - s e r rom früheren Polizeisturm gesührt wurden, haben zur völligen Aufklärung geführt. Der unermüdlichen Tätigkeit Bloesers ist cs gelunacn, den Täter in der Person des zwanzigjähvgen Kommunisten Josef Reitinger aus Frankfurt zu ermitteln und fest zunehmen. Weiterhin gelang cs noch zwei Kommuni st en s e st z u n e,h m e n, die als Mitwisser in Frage kommen. Beide wußten, baß Reitinger Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Neichskredilgescllfchaft Berlin W 8, Behrensslrahe 21/22, sowie auf deren Reichs- bankgirakanlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobezeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit". die Tat ausgeführt hatte, unterließen jedoch die Anzeige und trugen so dazu bei, daß der Mörder so lange verborgen bleiben konnte. Reitinger wurde inzwischen von der SA. dem Oberstaatsanwalt vorgeführt und hat unter dem Druck des Bewcismaterials ein umfafsendes Geständnis abgelegt. Er gab an, auf Handwerk fünf Schüsse abgegeben zu haben, bis Ladehemmung eintrat, wodurch ein weiteres Schießen unmöglich gemacht wurde. Inzwischen ist es auch gelungen, die Mordwaffe, die noch zwei Schuß enthielt, ficherzustellen. Die Staatsanwaltschaft hat nun die weiteren Ermittlungen in die Hand genommen und wird den Fall in Kürze restlos aufgeklärt haben, so daß die Verhandlung gegen die Mordgesellen schnellstens durchgesührt werden kann und die gemeine Tat endlich ihre gerechte Sühne findet. Entsprungene Mörder. In der Rächt zum. Freitag sind aus dem Gefängnis in Frankfurt a. M. vier Insassen ausgebrochen, die dort wegen Mordes eingefiefert waren. Es handelt sich um den Zie- geleiarbeiter L e r k s aus Wiesbaden-Biebrich, den Fuhrmann Haas aus Kiedrich, den Kutscher Franz Reb aus Ober-Ingelheim und den Bäcker Eisenberger aus Mannheim. Schwere Strafen für Steuerhinterziehung. WSR. Mainz, 19. Mai. Das Bezirksschöffengericht verurteilte den aus der Untersuchungshaft vorgeführien 41 Jahre alten Gürtler L u - kas und den 39 Jahre alten Autoschlosser Bär, beide aus Finthen, wegen Steuerhehlerei zu je 151 824,1 0 Mark Geldstrafe und 300 Mk. Wertersahstrafe. Lukas, der bereits vorbestraft ist. erhielt außerdem noch sechs Monate Gefängnis. Dem Angeklagten Bär wurde eine dreijährige Bewährungsfrist zugebilligt. Der Angeklagte Lukas hatte im Januar dieses Jahres 30 Kilo und im Februar 96 Kilo holländischen Feinschnittabak, von dem er wußte, daß hierfür die Steuer hinter- zogen worden war. an sich gebracht. Mit Hilfe des Angeklagten Bär war es Lukas gelungen, die ersten 30 Kilo abzusehcn, während die zweiten 96 Kilo von der Zollfahndungsstelle noch be- schlagnahmt werden konnten. Strafkammer Gießen. * Gießen, 19. Mai. Der Rechner eines Spar- und Darlehnskassenvereins in einem Orte des Vogelsbergs war von dem Amtsgericht Lau- terbach wegen Unterschlagung in einem Fall zu 2000 Mk. Geldstrafe verurteilt, in den übrigen Fällen mangels Beweises sreigesprochcn worden. Die heutige Berufungsverhandlung mußte nach längerer Beweisaufnahme zwecks Ladung weiterer Zeugen vertagt werden. Ein Landwirt aus der Butzbacher Gegend war von dem dortigen Amtsgericht wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Da auch die heutige Beweisaufnahme ergab, daß er einen Gerichtsvollzieher während dessen Amtsausübung tätlich angegriffen hatte, wurde seine Berufung verworfen. ,, . Ende August 1932 kam es in Heuchelheim zu einem Zusammenstoß zwischen einem Motorrad- sahcer und einem Autofahrer. Ersterer fuhr die Gießener Straße in der Richtung Aybach. Als er die Kreuzung dieser Straße und der Brau- Hausstraße fast überquert hatte, wurde er von dem Auto, das aus der Brauhausstraßc in die Gießener Straße Richtung Gießen einblegen wollte, an feinem Hinterrad mit dem rechten vorderen Kotflügel angefahren. Seine auf dem Soziussitz befindliche Frau flog weit zur Seite er selbst kam unter das Auto zu liegen, das ebenfalls weggefchleudert wurde. Da der Autofahrer das ihm bekannte Vorsahrtrecht des Motorradfahrers verletzt hatte und auch nicht so langsam an die ihm bcwuhtermahen gefährliche Kreuzung herangefahren war, wie cs nach Lage des 5ullce nötig war. wurde das auf eine angemessene Geldstrafe lautende Mrteil des Amtsgerichts Gießen bestätigt. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus: Sonntag, 21. Mai: Zur Vorfeier von Richard Wagners 120. Geburtstag: Der fliegende Holländer. Anfang 19.30 Uhr. 22. Geschlossen. 23. Der Freischütz: von Weber. Anfang 19.30 ilijr. 24. Der Graf von Luxemburg. Anfang 19.30 Mhr. 25. Palestrina: von Pfihner. Anfang 19 Mhr. 26. Martha: von Flotow. Anfang 20Mhr. 27. Der fliegende Holländer: von Wagner. Anfang 19.30 Mhr. 28. Aida: von Verdi. Anfang 19 Mhr. 29. Geschlossen. Schauspielhaus: Sonntag, 21. Mai: Faust II., von Goethe. Anfang 18 Uhr. 22. Schla- geter: von Iohst. Anfang 15.30 Mhr: Der alte Textor, von Geisow. Anfang 20 Uhr. 23. Schla- geter. Anfang 20 Uhr. 24. Schlagctcr. Anfang 20 Mhr 25. Gastspiel von Terofals Schlierseer Bauerntheater: 's Iungsernweh. Hierauf: Erster Klaise: von Ludwig Thoma. Anfang 20 Uhr 26. 's Iungsernweh. Hierauf: Erster Klasse. Anfang 20 Uhr. 27. s Iungsernweh. Hierauf: Erster Klasse. Anfang 20 Uhr 28. 's Iungsernweh. Hieraus: Erster Klasse. Anfang 20 Uhr. 29. 's Jung- fernweh. Hierauf: Erster Klasse. Anfang 20 Mhr. Wirtschaft. Frankfurt beruhigt und freundlich. Frankfurt a. M, 20. Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Zum Wochenschluß trat mangels Anregungen und bei fehlenden Orders seitens der Kundschaft keine Geschäftsbelebung ein. Die Kulisse Übte weiterhin etwas Zurückhaltung und traf nur ganz kurzfristige Dispositionen. Mil starkem Interesse erwartet man die weiteren Abrüstungsverhandlungen in Genf, die am Montag in ein entscheidendes Stadium treten werden. Hier und da bestand etwas Kaufneigung, fo daß die Grundstimmung beruhigt und freundlich war. In den Kur- fen kam dies aber kaum zum Ausdruck. Die ersten Notierungen lagen wiederum uneinheitlich, wobei die Veränderungen allerdings nur Bruchteile eines Prozents ausmachten, abgesehen von Sonderbewcgungen. So lagen Kaliaktien bis zu 4,5 o. H. fester, während Akkumulatoren mit 184,75 v. H. zunächst unverändert einsctzten, später aber auf 177 o. Sy zurückfielen, offenbar in Nachwirkung der Nichtausschüttung des Bonus. Chemiewerte waren behauptet, Elektrowerte waren kaum verändert, Schuckert lagen unter Berücksichtigung des Dioidendenabschlags von netto 4,5 v. H. um 1 o. H. freundlicher. Montanaktien lagen überwiegend um 0,5 o. H. hoher, lediglich Braunkohlenwerte wie Har- pencr und Ilse Bergbau Genuß gingen um 1 bzw. 2 v. H. zurück. Relativ rege waren Schiffahrtswerte bei Erhöhungen bis zu 0,90 v. H. Don Verkehrs- werten zogen Lokal & Kraftwerke 2 o. H. an, AG. für Verkehrswesen blieben unverändert. Irn übrigen setzten Reichsbank und Zement Heidelberg je 0,25 vH. niedriger ein. In der zweiten Börsenstunde blieben die Kurse bei kleinstem Umsatz auf dem Anfangsniveau unverändert, vereinzelt ergaben sich Veränderungen von 0,25 bis 0,5 v. H. Der R e n t e n m a r k t lag sehr ft AI. Gegen über der Abendbörse waren Deutsche Anleihen nur knapp gehalten, wobei von Einfluß gewesen sein dürfte, daß die gestrigen Umtauschgerüchte für die Neubesitzanleihe sich bisher nicht bestätigt haben, was das Interesse naturgemäß sehr erlahmen ließ. Am Pfandbriefmarkt war kleine Nachfrage festzustellen, so daß Goldpfandbricfe und Liquidations- Pfandbriefe sowie Kommunalobligationen meist von 0,1 bis 1,25 v. H anzogcn, mit Ausnahme der Rheinischen Hypothekenbank, die nur knapp gehalten blieben. Staats- und Stadtanleihen lagen ruhig, Ausländer geschäftslos. Tagesgeld war leicht und wurde auf 3,25 v. H. ermäßigt. Aus aller Welt. Sensationelle Verhaftung eines verficherungsfchwindler» in Amsterdam. Eine Sensation bildete in der Amsterdamer Geschäftswelt die Verhaftung eines bekannten Amsterdamer Kasfeemaklers namens Dunes, des Besitzers des historischen Schlosses Nijenroode in der Nähe von Breukelen. Dnnes wird beschuldigt, den im März 1932 in seinem Schloß Nijenroode verübten Einbruch selbst v e r a n l a ß t zu haben, wobei sieben wertvolle Gemälde, 50 Miniaturen sowie eine größere Anzahl Gold- und Silbergegenstände gestohlen wurden. Acht weitere Personen, darunter einige bekannte Amsterdamer Geschäftsleute, wurden gleichfalls in Haft genommen. Ein berüchtigter Einbrecher der Amsterdamer Unterwelt, der verhaftet wurde, hat gestanden, die Einbrecher gedungen zu haben. Er habe genaue Anweisungen empfangen, welche Objekte gestohlen werden sollten. Der Zweck des Diebstahls war, die Versicherungssumme von 120 000 Gulden zu erhalten, was auch geglückt ist. Um den Tieffee-Meffungsrekord. Rachrichten aus Amerika gaben den Funkspruch des amerikanischen Marinetankdampfers „Rama- Po" wieder, er habe bei seinen Messungen an der japanischen Küste die bisher größte festgesteUtc Meere stiese von rund 10 000 Meter angetroffen. Dabei ist den Amerikanern ein Derschen unterlaufen. Denn schon im April 1927 glückte cs dem deutschen Kreuzer „Emden" in der Rähe der Insel Mindanao (Philippinen- Gruppe) durch Echo-Lotmcssung eine Tiefe von 1 0 800 Meter festzustellen. Dieser „Rekord" ist bisher nicht Überboten worden. Spielvereinigung 1900 Gießen. Bereits am Samstagabend trägt die Liga- mannfchaft ein Gesellschaftsspiel gegen den Sportverein 05 in Wetzlar aus. Beide Kontrahenten lieferten sich seither immer spannende Spiele: so wird es auch diesmal sein. Der Ausgang ist ungewiß. 1900 kann nicht in stärkster Aufstellung antreten. Besonders wird das Fehlen von Mittelläufer Bromm sehr in die Waagschale fallen: auch andere gute Kräfte wird man vermissen. AlK Ersah ist vorwiegend auf die Besten der ersten Iugendelf zurückgegriffen worden. In der letzten Saison traf man sich mit Wetzlar viermal. In Gießen 2:2 und 3:0, in Wetzlar 0:6 und 0:5. Einem Sieg und einem Mnentschieden stehen also zwei saftige Riedcrlagen 1900s gegenüber, die jedoch in der Hauptsache auf ungenügenden Ersah zurückzuführen waren. Man erwartet, daß 1900s Vertretung diesmal mehr Ehrgeiz und Siegeswillen zeigt, damit die wohl zu erwartende Riederlage nicht gar zu hoch ausfällt. Am Sonntagvormittag empfängt die Ligareserve auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe die erste Mannschaft vom Sport-Club 1921 Daubringen. Es handelt sich um ein noch ausstehendes Derbands- rückspiel, woraus die Punkte der Spielvereinigung seinerzeit kampflos zufielen. 1900s Aufstellung ist zur Zeit fo stark, daß es auch diesmal zu einem Sieg langen sollte, wenn auch erst nach anstrengendem Kampf. Zu unterschätzen ist der Gegner keinesfalls. In Lollar tritt 1900s dritte Elf zu einem Gesellschaftsspiel gegen den Sportverein 1920 Lollar an. Meber die Siegeschancen ist nichts vorauszusagen. Der Gastgeber stellt tüchtige Mannschaften, die dieses Jahr zwei Meisterschaften errangen. Die vierte Mannschaft der Blauweißen empfängt vormittags zu Hause die zweite Elf vom DfR. Lich in einem Freundschaftstreffen. Ein sicherer Sieg der Hiesigen müßte zustande kommen. Allerdings haben gerade die kleineren Vereine in letzter Zeit außerordentlich an Spielstärke gewonnen. Jugcnbfpiele am Sonntag. Iugend-Lokaltreffen 1900 A I — VfB. I. Seit langer Zeit treffen die ersten Iugendmann- schaften der beiden hiesigen Vereine wieder aufeinander, und zwar in einem Wimpelspiel. Diese wurden vorn Gaujugendleiter für alle Jugend- und Schü- lermannschaften als Pflichtspiele angesetzt, damit die Sonntage bis zur Sperre ausgefüllt find, und um den Mannschaften weite Reisen zu ersparen. Es wird in Gruppen zu je 3 Mannschaften nach dem Punktesystem gespielt. 1900 wird trotz Spielerabgangs in guter und starker Aufstellung antreten. Da der Gast ebenfalls über eine spielstarke Mannschaft verfügt, wird man sicher ein* interessantes und rassiges Spiel zu sehen bekommen. 1 900 A U — Wi eseck I. Die 2. Jugend steht im Wimpelspiel der 1. Jugend von Wieseck gegenüber und hat damit eine schwere Aufgabe zu lösen, da die Gäste sich in letzter Zeit sehr verstärken konnten. 1900 Schüler — V f B. Marburg Schü - I c r. Die Schüler fahren zum Rückspiel nach Marburg und werden dort kaum um eine Niederlage herum kommen: schon im Vorspiel mußten sie eine Niederlage auf eigenem Platz von dem technisch gut eingespielten Gegner hinnehmen. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Am Sonntag nehmen die 1903er Leichtathleten auf der Spilburgkampfbahn in Wetzlar an den leichtathletifchenGaumeisterschaften teil. Außerdem werden noch einige Rahmen- Wettbewerbe in Klasse IIl ausgetragen. Die 1603er dürften in der Lage fein, wie jedes Jahr, einen großen Teil der Gaumeistertitel an sich zu bringen. Die stärkste Vertretung kann allerdings nicht entsandt werden, lieber die Sprintstrecken wird wahrscheinlich E l d r a ch e r nicht starten können, und im Wurf und Stoß fehlen zwei so hervorragende Könner wie Kilo und Gugel. Ersterer wird erst nächsten Monat für Meisterschaftsveranstaltungen startberechtigt, G u- g c I weilt zur Zeit bei einem Sportkursus in Wünsdorf. Tisch-Tennis der Sp.-Dg. 1900. D3K.I — 1900 II 5:10. Vor kurzem standen sich beide Mannschaften zum Rückkampf gegenüber. Rach durchweg spannenden Spielen vermochten die 1900er wiederum die Oberhand zu behalten. Rachstehend die Ergebnisse (D2K. zuerst genannt). Einzel: Pflich t-G ros 1421, 21:15, 20:22, 21:23; Schmidtiehl — Oelcmann 1121, 23:21, 16:21, 16:21; Schick —Duill 22:20, 21:8, 18:21, 21:12; Weber-Götz 13:21, 18:21, 13:21; F r e y — M e Y e r h o f f 15:21, 1921, 19:21; Steinmetz—Fr. Koch 19:21, 15:21, 7:21. Krcu^^zel: P f l i ch t —O e l e m ann 21:11, 11:21, 21:18, 11:21, 21:19; Schmidtiehl — Gros 13:21, 21:23, 21:14, 21:16, 21:14; Schick -Götz 18:21, 19:21, 20:22; Weber-Duill 21:13, 21:18, 21:15; Frey — Fr. Koch 17:21, 21:17, 16:21, 18:21; S t e i n m e tz — M eY e r- hoff 12:21, 20:22, 10:21. Doppel: Pflicht, Schmidtiehl — Gros, Oelcmann 18:21, 21:19, 21:15, 17:21, 21:14; Schick, Weber — Götz, Meyerhofs 1821, 17:21, 10:21; Frey, Steinmetz — Fr. Koch, Duill 11:21, 9:21, 18:21. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 21. Mai. Rogate. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusaemeinde; 9.30: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinde; Pfr. Mahr. — Iohanneskirche. 8: Kandidat Walter; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 9.30: Missionar Walther; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibel- befprcchung im Johannesfaal; Missionar Walther.— Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Kandidat Wirtz; Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luther- gemeinde; Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luther- gemeinde; Pfr. Lenz. — pelruskapelle. 9.45: Pfarr- asfistent Sucker; 11: Kinderkirche für die Petrus- gemeinde; Pfarrassistent Sucker. — Saal der Reuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Thomasgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Gemeindefaal (Liebigstraße 56). 14: Taubstummen-Gottesdienst: Pfr. Bechtolsheimer. — Reue Aula der Landesuniverfität. 11.15: Uninerfi- lätsgollesdienst, Predigt: Professor D. Cordier. — wiefeck. 9.30: Beichte: 10: Predigtgottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; 15: Bibelstunde (Missionar Walther, Gießen). — Alten-Bufeck. 9.30: Beichte , Gottesdienst ; Feier des hl. Abendmahls für die männliche und weibliche Jugend. — Trohe. 13.30: Beichte; Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls. — Grohen-Bufeck. 10.30: Gottesdienst; anschließend Beichte und hl. Abendmahl. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10. — Annerod. 13: Jugendtreffen, 1. Festgottesdienst, 2. Nachfeier. — Stein- bach-Albach. 7.50: AIbach; anschließend hl. Abendmahl; 8: Steinbach. — Watzenborn-Steinberg. 9.15: Beichte; 9.30: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (weibliche Jugend); 11.15: Kinderkirche — Gröningen. 1330: Gottesdienst.— Klein- Linden. 10: Gottesdrenst, 11: Kindergottesdienst. — katholische Gemeinden. Samstag, den 20. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 21. Mai. 5. Sonntag nach Ostern Gießen. 6.30 Uhr: Messe; Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder: 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt, 14: Andacht. Dienstag, den 23. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Öffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01 Feuerwache: Telefon 2244 45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Wilhelm Klein, Dr. Hofmann. Zahnarzt: Dr. Baum Apotheke: Pelikanapotheke. Das gilt natürlich auch beim Waschen!Nehmen Sie das vorteilhafte Persil-Doppelpaket (es ist 5 Pf. billiger als 2 Einzelpakete). Nehmen Sie vor allem Persil allein, ohne jeden Zusatz. Persil enthält allerbeste Seife reichlich, so daß jeder weitere Zusatz vollkommen überflüssig ist. Persil-Ml P5'35e __________________________________■ Zum Einweichen: Henko Wasch? und Bleich-Soda! /Sardinen nur im Spezialgeschäft Ueberragende Auswahl / Handwerktachhche Beratung i Gebr. Seelbach J Hindenburgwall 20 3ti7D Mustergültige Ausführung / Niedrigste Preise ! Hindenburgwall 367 D BeiMte Seiden sind in dieser Saison besonders Meine Preise sind auch für diese L. 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Es lockt und fesselt auch den immer wieder, der es kennt. Es lockt nicht mit Veranstaltungen und besonderen Sehenswürdigkeiten — obgleich es deren genug und in Fülle besitzt — sondern schon als Stadt. Es fesselt nicht nur mit seinem Bilde, sondern auch mit seinem Wesen. Manche schöne Städte gibt cs, deren Schönheit öde ist — oder öde geworden ift: wie vergangen, todgeweiht, wehmütig und. verfallestd. Hier ist nichts von dem. Diese Stadt lebt und lockt. 3hr Blut ist nicht kalt geworden und ihre Steine sind warm. Selbst der Riesenbau der Residenz, ein Flügelbau über allen Flügeln und ein Frontbau über allen Fronten, Balthasar Reumanns köstlichste Tat, deren schimmernde Säle und üppige Pracht jetzt leer stehen, ist zu eingebo.ren, dem Leben dieser Stadt zu eingesenkt, ist zu krastvoll, zu jung, um vergangen zu sein. Die unzähligen Fenster nebeneinander zu sehen — jedes gleich und jedes schön — ohne Ermüdung über dem breitesten Grundriß, in wunderbaren Abständen und Verhältnissen, wie eine Selbstverständlichkeit: das ist zu kühn, zu grob gedacht, zu froh und zu stark, um zu sterben. Die Treppen bewahren ihren Schwung, ihre Macht und ihr Schweben, selbst wenn keine Dischofsschleppe über die breiten niedrigen Stufen schleift Der Hofgarten, die „schönste Anlage Deutschlands", mit seinen verwegenen, lustvollen, schmiedeeisernen Torflügeln, mit den steinernen Kindergruppen, den liebenden Kämpfen von Kindern und kindlichen Frauen: das alles ist näher, wahrer, stärker, belebter, volkseigener und volkstümlicher als anderswo. Unö im übrigen erst recht: die vielen Türme dieser Stadt. Taster und Empfänger menschlicher frommer Sehnsucht, sie ragen nicht über erkaltenden Kirchen in ihren Himmel; die langgestreckten Bauten, frühe eigenen und großen Gcmeinsinns, immer mit praktischem, tätigem, genießendem und schaffendem Leben verbunden, die Bürger- und 3uliusspitäler mit der schönen Unterwelt und ihrer Weinkeller und Zechstuben, aus denen sich mancher nur schwankend wieder ins Reich der Sonne emporhebt, alle die viel- räumigen Darockpaläste und -Häuser, sie dienen der Art der Bewohner dieser Stadt fröhlich und wohlgemut von altersher. Sie dienen ihr weiter und entsprechen ihr. Der Himmel, in den jene vielen Türme Würzburgs ragen, wird von einem geräumigen, mäßig hohen Rund von Bergen gestützt — von einem Kranz. Würzburg hat seinen eigenen Himmel. Einen der Berge, der hervorragt, hat die Stadt dicht an ihrer Seite und die Zitadelle liegt auf ihm. Der Berg beschützt die Stadt, und da er es mit seinen Befestigungen nicht mehr vermag, beschützt er sie landschaftlich. Man sicht den Fluß von weither zwischen seinen Bergen aus Süden in das geräumige Rund eintreten, und da er es durchfließt, durchfließt er die Stadt. Auch er begibt sich in den Schutz des Zestungsberges. Aber er gehört der Stadt mit beiden Ufern, mit vielen Fischen und schiffbarer, eifriger Strömung, mit der er sich an sanfteren Hügeln hin — wie nach einem besonderen Dienst — in westlicher Richtung entfernt und dem Auge entzieht. Der Kranz aber ist ein Rebenkranz. Er um- kränzt die Stadt. Würzige Trauben mit etwas schwermütigem Saft und gesunder unverhohlener Kraft verbergen sich unter dem Laubgewinde. Man könnte versucht sein, zu sagen, daß der Wein dieser Gegend von allen deutschen Weinen der deutscheste ist; deutscher als selbst der Rheinwein: einfacher, innerlicher, von sich selbst durchdrungen, nicht ganz leicht zu begreifen. Er ist vielleicht von geringerer Eleganz als die westlichen — der flüchtige Mosel- und der Der- führerische Rheinwein — aber von echtestem Blut- und Artbewuhtsein, von keiner Ueber- schwenglichkeit und von keinem fremden Windstoß bewegt. Hier ist fränkisches Land — das Land maßvoller eingeborener Schönheit, sowohl im Landschaftlichen als in den Städten und in der Kunst: hier ist deutsche Schönheit. Wenn man auf der alten Mainbrücke steht und dem Fluh nachgeht in Gedanken, an den kleinen geschlossenen Städten vorüber. Haßfurt, Ochsenfurt, Gmünd. Miltenberg, Wertheim. Aschaffenburg bis nach Frankfurt, wo das Fränkische endet und dem Rheinischen. Westlichen sich zuneigt, fühlt man fast körperlich, wie sehr man unter dem Himmel Würzburgs in einer Mitte steht. 3n großen, sanften, ausladenden Windungen, nicht reihend, nicht übereilt, nicht gewaltsam, still und doch froh geht der Fluh dahin, und hier — meint man — glänzt er am Abend am innigsten und tiefsten, am ungetrübtesten gemeinsam mit der Stadt im Kranz des weiten fruchtbaren Reben- geländcs. Die Stadt des Rokoko nennt man die Stadt. Aber es ist nicht das Rokoko anderer Städte. Es ist großartiger, sozusagen gediegener und deutscher geblieben als anderswo; es blieb dort von der Pracht und der Wacht des Barocks überschattet, das sich maßvoll verhielt, sich nicht verstieg wie in südlichen Ländern, das sein Blut aus eigenem Blut des Landes und der Menschen nahm. Dieses Blut der Menschen ist warm, froh und fromm. Es ist es noch immer. Es kann es ewig bleiben. Und alles in gutem Sinn Hier ist Frömmigkeit sinnlich geworden und Sinnlichkeit fromm. Diese irdischen Madonnen Riemen» s ch n e i d e r s. in höchster greifbarer handwerklicher Kunst in den Kirchen wahrnehmbar, selig und freundlich zugleich — sie grüßen dich aus tausend Gesichtern. Sie blicken dich, im Stein ein wenig lebloser, von hundert Straßenecken als die atmenden Geister dieser Stadt an, die den Fremden gerne zu sich kommen lassen. Und es regt sich wieder wie von selbst ein frühes Gedicht in mir. das sie mir abforderten, als ich sie das erstemal sah und verstand — sah und verstand als den Ausdruck dieser Stadt: die Würzburger Marien- Zweitägige Wanderung in das obere Lahniai. 1- lag: Laasphe — Schloß Wittgenstein — Jlsetal — Lahnhof. Ueberaus lohnend ist eine Wanderfahrt an die Quelle und den oberen Lauf unseres heimatlichen Flusses. Eine Landschaft von hervorragender Schönheit entschädigt uns reichlich für die etwas lange Bahnfahrt. Das Dampfroß bringt uns über Marburg nach dem im oberen Lahntal reizend gelegenen Luftkurort Laasphe, wo wir unsere Wanderung beginnen. Wir gehen von hier über das waldum- rauschte, leider nicht zugängliche Schloß Wittgenstein, durch das ehemalige Zigeunerdorf Saßmannshausen zur Feudinger Hütte. Hier treffen wir rote Striche, denen wir folgen und durch das überaus liebliche und romantische Ilsetal, das in Heiligenborn sein Ende findet, an der Ilsequelle vorbei auswärts gehen. Das Zeichen leitet uns weiter zunächst durch Wald, später auf der sog. Eisenstraße zum Lahnhof. (607 m), den wir nach 4%ftünbiger Wanderung erreichen. Hier finden wir für die Nacht gute und preiswerte Unterkunft. Im nahegelegenen Forsthaus befindet sich nach der landläufigen Annahme die Quelle der Lahn, die gegen ein geringes Entgelt besichtigt wer- den kann. Hinter dem Gasthof führt ein Weg in wenigen Minuten zur 635 m hohen Stiegelburg, von wo sich ein weiter Blick in das Siegerland bietet. 2. lag: Lahnhof — Forslhaus Hohenroth — Vormwald — Hilchenbach. Am andern Morgen wandern wir weiter auf der Eisenstraße, einer tadellosen Waldstraße. Wir kommen zunächst an der, von einer kleinen Mauer eingefaßten, von stattlichen Buchen überschatteten Siegquelle, später an dem gastlichen, anmutig gelegenen Forsthaus Hohenroth vorüber. Auf der ganzen Wanderstrecke zeigt vns nunmehr die Einheitliche Markierung des Sauerländischen Gebirgsoereins den Weg. Wir kommen an der Kronprinzeneiche am Fuße des Schloßbergs vorbei zur Bahnstation Vormwald, die eine ungemein idyllische Lage hat, und hierauf auf schönen, abwechslungsreichen Waldwegen nach unserem Endziel, dem sauberen Städtchen Hilchenbach, von wo wir über Marburg wieder zurückfahren. Diese Fahrt ist namentlich in ihrem ersten Teil äußerst interessant, da die Bahn auf einer (Entfernung von 6 km eine Steigung von 234 m zu überwinden hat, wodurch man mehrere Male einen prächtigen Blick auf das in der liefe liegende Hilchenbach und später eine weite Aussicht auf das mit zahlreichen Ortschaften und Fabriken übersäte Siegerland hat. Wanderzeit am zweiten Tag eben- falls 4% Stunden. Reifewinke. Dillenburger Lranier-Keslfpicle 1933. Die Oranierstadt Dillenburg begeht in diesem Jahre die 400. Wiederkehr des Geburtstages des Prinzen Wilhelm von Oranien. 3m Mittelpunkt der Feierlichkeiten, die im August ihren Höhe- punkt erreichen, steht ein großes historisches Festspiel „Wilhelm, Prinz von Oranien" auf der Freilichtbühne bei den Ruinen des ehemaligen Schlosses. Die Festsprele stehen unter der künstlerischen Leitung von Otto Fricke, ehemaligem Mitglied des Frankfurter Schauspielhauses. Der Uraufführung zu Pfingsten werden im 3uni, 3uli, August und September weitere Aufführungen folgen. Hcimaltrcffen aller Mccklenbugcr 1933. Ganz Mecklenburg rüstet zu einer Veranstaltung. wie sie in diesem Ausmaß bisher noch nicht stattgefunden haben dürfte. 66 Städte und Dörfer veranstalten unter dem Protektorat des Herrn Ministerpräsidenten G r a n z o w, Schwerin, und des Herrn Staatsministers Dr. v. Michael, Reustrelitz, in der Zeit vom Mai bis September heimatliche Feste der verschiedensten Art, die dazu dienen sollen, den aus der Feme herbeieilenden Landeskindern die Stätten der Kindheit erneut lieb und wert zu machen, ihnen die enge Verbundenheit des deutschen Menschen mit der Heimat- scholle zu zeigen. Zu dieser Veranstaltung hat man ein offizielles Werbe heft herausgegeben, das allen Mecklenburgern ein herzliches Willkommen zuruft mit der Aufforderung: „Kaamt all nah Huus!" Dieses Heft bringt in seinem Hauptteil neben den Geleitworten der Regierungen und verschiedenen illustrierten Aussätzen über Mecklenburgs Land und Leute vor allem das Programm aller Orte und gibt Kunde davon, wie zündend der Gedanke des Heimattreffens gewirkt hat, mit welcher Liebe den einkehrenden Landeskindern die Heimat entgegenkommt und wieviel Mühe und Sorgfalt aufgewendet worden ist, den Veranstaltungen auch einen hohen kulturellen Wert zu sichern. Darum wird das Mecklenburgische Heimatjahr auch für Richtmecklenburger einen besonderen Anlaß bieten, einmal Mecklenburgs eigenartige Schönheiten der Landschaft, der unzähligen Seen im Kranze prächtiger Wälder, der waldreichen Ostseeküste oder feinen außerordentlichen Reichtum an baulichen Schöpfungen von allergrößter Bedeutung für den Rorden Deutschlands kennenzulemen. und andererseits die heimatlichen Gebräuche und Feste zu studieren. Das Heimatjahr 1933 dürste in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht für Mecklenburg größte Bedeutung besitzen. Zur Lee nach Irland und England. Neun Tage nach Irland und England — mit einem der schönsten und größten Schiffe der deutschen Handelsflotte! zlm 29. Juli wird der 32 565 'Br.- Reg-Tonnen große Schnelldampfer „Kolumbus" des Norddeutschen Lloyd von Bremerhaven aus nach den britischen Inseln fahren. In Irland. der „grünen Insel", dem Lande alter keltischer Schlösser und Klöster und romantischer Seen, wird Glengariss angclaufcn, von wo aus die Möglichkeit besteht, die Kastelle von Killarney und Kenmare zu besuchen. In England—Southampton, von wo cs zu einem mehrtägigen Aufenthalt nach London geht und anschließend nach der Insel Wight, zur Teilnahme an der berühmten englischen Segelregatta von Eowes. Typisches englisches Leben wird man so kennenlernen. Ein Höchstmaß an Erholung und Abwechselung bietet das Leben an Bord, die Seefahrt und der Besuch Irlands und Englands. Trauerfeier für die verunglückten SA -Leute. W2N. F r a n f f u r t a. M., 19. Mai. Unter starker Anteilnahme der Bevölkerung geleiteten heute nachmittag die Formationen der NSDAP, ihre am vergangenen Sonntag bei Königstein auf jo tragische Weise ums Leben gekommene SA.-Kameraden zur letzten Ruhe. Nach einer kurzen Feier in der Trauerhalle des Hauptsriedhofes für die Angehörigen bewegte sich der Zug mit den beiden cärgen unter den Klängen eines Trauermarsches durch das Spalier der SA.-Leute zum neuen Friedhof, wo ein freier Platz für die öffentliche Trauerfeier her- gerichtet war. Die gesamten Formationen der NSDAP., sowie ein großer Teil der Frankfurter Bevölkerung umsäumten den Platz. Pfarrer P r o b ft ergriff nach dem Gesang eines Trauerliedes vom Sängerchor „Flügelrad", dem der verunglückte Willy B ü r I e r t angehört hat, das Wort zu einer kurzen Traueransprache. Er stellte seiner Ansprache die Worte voran: „Es ist nur ein Schritt zwischen mir und dem Tode." Das sei eine Mahnung an uns alle, wie auch der Tod dieser beiden deutschen Helden eine Mahnung fei, ihren Tod als Ansporn zu nehmen, selbst bereit zu sein für Deutschlands Wohl zu kämpfen und wenn es fein muß, das Leben hin- zugeben. Nach der Ansprache Pfarrer Probsts wurde der Sarg Fritz Rexrodts wieder zur Trauerhalle zurückgebracht, da die Leiche nach dem letzten Wunsch des Verunglückten verbrannt werden soll. Der Sarg Willy Bürkerts wurde, während das Horst-Wessel-Lied leise über den Platz klang und die Fahnen der SA. sich senkten, nach dem Grabe geleitet, wo die Führer der SA. und SS. kurze Ansprachen hielten. Obergruppenführer von Iagow überbrachte die letzten Grüße des Führers Adolf Hitler. Für die Frankfurter SA. legten Standartenführer Wehner und Gruppenführer B etter 1 e Kränze nieder. Gruppenführer Beckerle richtete an alle SA.-Kameraden den Appell, mitzuhelfen an der Aufstellung eines Gedenksteines, der die Namen aller gefallenen SA. Männer tragen soll. Reichsstatthalter Sprenger ließ durch den Gaupropagandaleiter Müller-Scheid feine letzten Grüße übermitteln, Kreispropagandaleiter Kläger legte für den Kreis Groß-Frankfurt einen Kranz nieder und Stadtverordneter Schimmel für die Stadtverordneten-Versammlung. Es folgten in langer Reihe die einzelnen Stürme der 6'21. und SS., sowie der Gesangverein, dem Bürkert angehört hat. Unter den Klängen des Liedes „Ich hott' einen Kameraden" und drei Gewehrsalven wurde der Sarg ins Grab gesenkt, während die Fahnen sich neigten. Das Kavag-tlrteil in vollem Umfange rechtskräftig. Frankfurt a. M., 19. Mai. (WER.) 3rt d"r Favagsache teilt die 3ustizpressestelle mit: Das Reichsgericht hat nunmehr auch die -i.cDifion des Rechtsanwalts Dr. K i r s ch b a u m gegen das Urteil der Strafkammer Frankfurt Dom 25. Februar 1932 als offensichtlich unbegründet durch Beschluß Dcrtoorfcn. Damit ist das Faoag-Urteil in Dollem Umfang rechtskräftig geworden. Die sämtlichen Verurteilten befinden sich in Strafhaft. 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Mai 1933. nach kurzem, schwerem Leiden heute im Alter von 62 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen, Hoizsormloil vernichtet alle Holzwürmer Masche--«—.90 Germania-Drogerie Carl Mel Frankfurter Sir. 39 Gott dem Allmächtigen bat es gefallen, meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Sophie Werner,geb.Schäfer TORPEDO und ERIKA Kleinschreibmaschinen schon für monatlich RM. 10.— Niederhausen&Co. SelterswegH, erst Stock von Kleider-Köhler. s?wd Die Beerdigung fand auf Wunsch der Verstorbenen in aller Stille statt. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Mai, nachmittags 4 Uhr. vom Sterbehause, Möserstraße 51 aus statt. Die Beerdigung findet Montag, den 22. Mai, nachmittags 3Vz Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Die Firma Wilhelm Gail'sche Tonwerke A.-G ihre Angestellten und Arbeiter Klaviere = WMilM werd, iachgemich u. vretswert gestimmt u. revar. Oöerts Giefcen, Lndwißstr.Sp Teleohon 2403 Verkauf o. neuen ii. nebr Sllnv Aut der Tagesordnung steht ein großer Autgabenbericht des neuen Vorstandes sowie notwendige Satzungsänderungen im Sinne der neuen Arbeit 3395D Vollzählige Teilnahme aller Mitglieder erbeten. Der Vorstand des Gleibergvereins.gez. Edler v.Graeve Meine liebe Frau, unsere unvergeßliche Mutter Frau Käthe Rohn, geb.Wolfi ist am 16. d. M. nach kurzem schweren Leiden sanft entschlafen. Geschäfts -Verlegung! Meine werte Kundschaft von Gießen und Umgebung setze ich hierdurch ergebenst in Kenntnis, daß ich meine Damenschneiderei von Stephanstraße43 nach Alacenstraße SO verlegt habe und bitte höflichst, das mir seither erwiesene Vertrauen auch weiterhin bewahren zu wollen Zur Bekämpfung v.Schädlingen u.Pflanzenkrankheiten empfehle gegen saugende u.fressende Insekten (Blatt-u.Blutläuse,Raup.,Erdflöheusw.) 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Nr. 33347 Von langem schweren Leiden wurde heute nacht mein lieber Mann, unser lieber, unermüdlich sorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Espich Sattlermeister nach einem arbeitsreichen Leben im 73. Lebensjahre durch einen sanften Tod erlöst. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christine Espich, geb. Vogel Lollar, Limburg, Darmstadt, den 18 Mai 1933. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Mai, nachmittags 1% Uhr, von der Friedbofskapelle aus statt. MoWltc Kilometer 15 Pf. K. Lorenz, 03160 Televh. 2375. Motorrad- Batterien Fabr. „Barta" gef. u. gel. 10,50 Mark. 03147 Althoff, Westanlage 31. • Alleinsteh., nettes, intell. Frl.,ev.,ang. Aeusi., einmandfr. Bergangenheit, mit 6000 Mk. bar und schöne Auöst., gute Kamille ersehnt Heirat mit geb. Herrn, 45 bis 55 Jahre, in sicherer Stell., auch Lehrer vom Lande angenehm. 93er- schwiegenh. ehren- wörtl. zugesichert u. erbeten. Schriftliche Angeb. nnt. 3384D an den Gieh. Anz. 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