Donnerstag, 2».April 1933 183. Jahrgang Nr. 92 Erstes Blatt Berlin im Zeichen des Kanzler-Geburtstages Konzentrationslager Oranienburg. Amsterdam, 19.2lpriL (LAD.) Der Berliner Berichterstatter des ^Telegraaf" hat dem in Oranienburg auf einem ehemaligen Fa- ännahmt von Hnjtigei für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20" . mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tbynot; für den Übrigen Teil Ernst Blumschein und cür den Anzeigenteil t.D. Th.Kümmel sämtlich in (Siegen. Hitler - Geburtstagfeier der Wiener Nationalsozialisten. BegeisterteKundgebungen fürdenAnfchlust Wien. 19. April. (CAB.) DerGauWien der RSDAP. beging heute den Geburtstag des Führers Adolf Hitler du.ch eine offizielle Feier, an der der deutsche Gesandte Dr. Aieth mit Botschaftsrat Prinz Erbach und zahlreiche Ehrengäste aus den Borständen der nationalen Verbände in Wen teilnahmen. Gauleiter Frauenfeld gab ein Bild vom Lebenslauf des Kanzlers und führte u. a. aus, Hitler habe trotz mehrfach w.ederkehrenden Kleinmutes seiner Gefolgschaft es vermocht, allein durch den Glauben an seine Berufung der Führer und Kanzler des deutschen Bolles zu werden. Daher wolle auch Oesterreich, die engere Heimat Adolf Hitlers, bei der Feier seines Geburtstages nicht abseits stehen. Wir geloben, schloß Frauenfeld, unter stürm'.schen Heilrufen, nicht zu ruhen und zu rasten, bis wir unserem Führer einst seine Heimat, das Land seiner Väter bringen und einfügen in das große Deutsche Reich. Paris, 20. April. (CAB.-Funkspruch.) Die Ausführungen des Botschafters Nadolny über die neue Phase der Abrustungskov seren z smd der französischen Presse außerordentlich unbequem. Sachlich vermag sie nichts zu erwidern und greift daher zu dem Vorwurf der Sabotage. mit dem aber gerade Frankreich sehr vorsichtig sein sollte. Das nationalistische „3 our- n a l" erklärt, am Vorabend der Wiederaufnahme der Konferenzarbeiten bekunde Deutschland den gleichen Geist, der bisher jede Einigung verhindert habe. Die Verantwortlichkeit eines jeden einzelnen müsse einwandfrei festgestellt werden. damit man ün Falle eines Mißerfolges wisse, wer ihn hervorgerufen hat. Dringendste Ausgabe der Konferenzdelegierten werde es ie- denfalls sein, sich mit den Mitteln zu belchäftigen, durch die Deutschland an der Aufrüstung verhindert werden kann Richt besser verhält sich das Organ Herriots, die ..Ere Rouvelle", die kurz und bündig erklärt, Deutschland fordere mit Arroganz die Rüstungsgleichhcit, verweigere aber ieg- liche Garantie für eine kontraktlich zu vereinbarende Sicherheit. — Das scheint auch die Ansicht des ..Oeuvre" zu sein, das meint: Wenn Deutschland bereit ist, eine nicht etwa theoretisch, sondern auch effektiv ständige und selbstverständlich für alle gleiche Kontrolle anzunehmen wird ein wichtiger Schritt auf dem Wege der Abrüstung zurüchgelegt sein Man 6,426 45,55 16-2 171-66 0 «4 si 3ff 15, rpni____ 3,053 171,67 71. 65.07 76.03 14.65 0,642 4J5< 50.16 21'9 16-73 81-83 35,94 Z.43 ,866 0,241 5,145 13.26 yjr«i geb._______ Revakiion« n Uhr. SameteS 58-88 64eltn6 Für deutsche Rechtspflege. Oie Zustizminister Krank und Kerrl sprechen vor dem Nationalsozialistischen Zuristenverein in München. schule. 6cn. n der überWta, die seierlicht onfinnanben fta‘L eine fionfirmanbin eingefegnet) P!ar« Mendmahl bchtts« c Schneidersan« schöne Chöre. . Am l.M tri« : Kraemer, ans nnung seiner lang« )cn Äuhesland. Er Gemeinde. Leber cclsorger im Dienst l Gestern sand hier esiährigen Sdiuleni- Kinder, 4 Knaben 1 unserem HenundLMadW Herriot die Aussprache t m Unterhaus als eine „glückliche Tatsache" und sagt dann man könne aufatmen. Der Viermächteplan den er im Ramen des Rechtes der Völker bekämpft habe, schwimme im Wasser. Die starke englische Demokratie habe verstanden, was sich hinter dem Sophismus der Vet- tragsrevision verbc. ge. Diese Wendung erleichtere seiner Ansicht nach die Verhandlungen in Washington. Zu dem deutschen Prote st schritt in London schreibt Herriot u. n, Frankreich könne sicher sein, daß England die Freiheit seiner Entschlüsse zu verteidigen wissen werde. Deutschland irre sich fast nie bei der Beurteilung der technischen Seite der Probleme. Deutschland irre sich jedoch fast immer bei der Bewertung moralischer Elemente. Amerika gibt die Glühung des Oollarkurses auf. Aber Festhalten an einer gesunden Währung Washington, 19. April. (XU.) Präsident Roosevelt gab bekannt, daß die amerikanische Regierung ihreBemühungen zurkünst- lichen Dollar st ühung aufgebe und keine weitere Goldausfuhr zu diesem Zweck erlauben werde. Die Regierung werde vielmehr den Dollar sich seine eigene Wertbasis suchen lassen. Den gestern vom Schatzamt gebrauchten Ausdruck „kontrollierte Inflation" hält brikgebäude errichteten Konzentrationslager einen Besuch abgestattet, von dem er in seinem Blatt eine interessante Beschreibung gibt. Er stellt darin auf Grund von Gesprächen, die er mit verschiedenen der politischen Gefangenen hat führen können, fest, daß in Anbetracht der besonderen Umstände alle Internierten mit ihrem Lose zufrieden feien. Sie würden viel im Freien beschäftigt und hätten auch reichlich Gelegenheit zu sportlicher Betätigung. Es herrsche strenge, aber keineswegs unerträgliche Diiplin. Der Führer der SA.-Kommandos habe ihm erklärt, daß man die früheren politischen Gegner davon überzeugen wolle, daß der Geist in der SA. besser sei als ihr Geist und daß die nationalsozialistische Theorie und Praxis derjenigen des Kommunismus weit überlegen [et 3,047 171.33 ÜZ ft 0,838 4,146 59.04 21-58 16,69 81.67 35,80 §,27 0,894 0$ 5,l£ 13,24 Helmer begleitet hatten, in einem gemeinsam gespielten Marsch feinen Abschluß. Um 11 Uhr fand a n der Feldherrnhalle eine Helden- ehrung statt. Innenminister Wagner hielt eine Ansprache. Reichsprasidek'.tundReichLkunzer Ehlenvuraer von Bayern. München, 20. April. (WTB. Funkspruch.) Das Gesamtministerium des Freistaates Bayern ha, auf Grund des tz 1 Absatz 1 des vorläufigen Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vom 31. März 1933 folgendes Gesetz beschlossen: Der Reichspräsident Gensralfeldmar- schall von Hindenburg, der Führer der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei, Herr Reichs« kanzler Adolf Hitler, der Statthalter des Reichs in Boyern, General Ritter von Epp, der Stabschef der SA. der NSDAP., Hauptmann a. D. Staatssekretär Ernst Röhm, haben sich um die nationale Erhebung in Deutschland und damit u m Bo l k und Vaterland verdient gemacht. Es wird ihnen dafür das Ehrenbürgerrecht des Freistaates Bayern verliehen. Dieses Gesetz ist öffentlich onzuschlagen. f'5 ®SD|) „ »es Ä'ld) "ahm an X JeJn‘ 'n Anteil rer " Si, »'' ging bir ?51 'mahak irauen iiihr/1- •« 1 ti,Q9QnbQ. SWbelm.’Diufj- ^rud n.d) irern &H5'ührer n ; Abends fanb n Dostes fionvrf N gut W wer non Erdoch, die ßrjdjiene, ibesjuhrer Weib? Mit bi- cie. rl*cn ^eis errang ben zweiten hie Gruppe Michel. Preis ebenfalls bie Preis erhielt bie '^'maligen Front. Mache unterst'ich chihcim vor oBem Pflegen wolle u».b tlchen Jugend in bie gute Kamerad \ bie auch zu den * Norm als Gäste tferbenfmat et. 118. April. Das in genüScr dem Vis« 'pscrdenkmal, Hauers Benno El.. baut. Das Den!« engeftalt in Inieen- i vielen Kreisen als Menten der Toten )elanntlich ist auch das Mainzer Ae« i Wochen entfernt Roosevelt für irreführend, denn die Vereinig« ten Staaten beabsichtigen keine Inflation in dem Sinne, daß die Regierung ihre Ausgaben mit wertlosem Papiergeld bezahle, das eigens zu diesem Zwecke gedruckt werde. Amerika werde vielmehr wie bisher an dem Grundsatz einer gesunden Finanzpolitik und einer gesunden Währung festhalten. Man habe sich lediglich entschlossen, den unnützen Kampf gegen spekulative Attacken des Auslandes gegen den Dollar aufzuge- ben und den Dollarkurs sich selbst zu überlassen. Das Echo her Nadolny-Erklcirung Frankreich macht Ausflüchte. - Deutschland tvieöer einmal an allem schuld. Berlin, 20. April. (ERD. Funkspruch.- Die I ! Feierlichkeiten zu Ehren des Geburtstages des Reichskanzlers Adolf Hitler wurden heute früh i durch eine Parade vor dem preußischen । Innenministerium eincelcüeU Die ö,fent- luhen Gebäude und Privathäuser hatten Flaggenschmuck angelegt. Trotz des wenig freundlichen Wetters hatte die Beranstaltung eine » a hl r e i ch e Z u s ch a u e r m e n g e (erbe g ockt. Pünktlich um 8 Uhr erklangen vom Bt-nd.nbur- ger Tor her militärische Weisen. An der Spitze , des Zuges, der sich über die , Linden" bewegte, ( marschierte eine Bereitschaft der Polizei a b t e i l u n g 3 03*23. , ihr folgte die deutsche Kriegsflagge und die ^ikencreuzfahne. Daran schlossen sich je ein Sturm der SS. und 3 A. ; den Schluß bildete eine Kompaniedes Stahlhelms. Die Parade wurde vom Oberstleutnant Wecke, dem Kommandeur der Polizei- abtcilung ZBV. vom Balkon des Ministeriums aus abgenommen. Die gesamten Formationen nahmen in zwei Gliedern vor dem ausgedehnten Gebäude des preußischen Innenministeriums Aufstellung und die Kapelle spielte das Deutschland- unb das Horst-Wcssel-Lied. Die Reichshauptstadt hat überaus st a r - . scn Flaggcnschmuck angelegt. Ein festliches Bild geben Die Geschäftsstraßen, wo der größte Teil Der Geschäfte die Hakenkreuz, und die •- schwarzweißrote Flagge zeigen. In der Wilhelin- straße haben sich vor dem Reichskanzler- Palais viele Schaulustigen eingefunden, um dos Kommen und Gehen der zahlreichen Gra- t u l a n t e n . die sich in das Gästebuch eintragen, zu beobachten. Die Post hat einen besonderen Dienst einrichten lassen, um die nach vielen Tausenden zählenden Glückwunsch - ^schreiben und Telegram m c in die Reichskanzlei au befördern. Bereits mit der ersten Post sind mehrere Waschkörbe und einige Sacke eingelaufcne Glückwunschschreiben in der Reichskanzlei obgeliefert worden und die Telegramme häufen sich zu einem unübersehbaren Berg. Der Geburtstag steht im Zeichen der Wohlfahrt. Weit über 2020 Sammler und Sammlerinnen der RS.-Wohtsahrt bieten die Licblingsblume des Kanzlers, das Edelweiß, auf der Straße zum Verkauf an. Der Ertrag dieser Sammlung dient zur Verschickung ^erholungsbedürftiger Kinder. An den 160 Derteilungsstellen der Hitler-Geburtstagsspende, die um 9 Uhr geöffnet wurden, standen bereits in der achten Stunde die Rentenempfänger und Arbeitslosen in langen Reihen an. Da noch im Laufe des gestrigen Tag.s größere Geldsummen und Raturaispenden eingegangen waren, hofft die Leitung der Spende, daß tatsächlich am heutigen Tage niemand in Berlin zu hungern braucht. Im Berliner Dom fand heute morgen ein F e st - qottesdienst statt, dem Reichsminister Dr. Goebbels, Prinz 21 u g u ft Wilhelm, sowie zahlreiche Reichstags- und Landtagsabgcordnete der NSDAP, beiwohnten. Unter den Klängen eines Dr- gclpräludiums erfolgte der Einmarsch von zwölf Hakenkreuzfahnen. Domprediger D. Richter legte feiner Festpredigt das Bibelwort „Der Herr, dem Gott ist mit dir in allem was du tun wirst zu Grunde. Hindenburgs Glückwunsch. Berlin, 20. April. (WTB. Funkspruch.) Reichspräsident von Hindenburg hat an den Reichskanzler Hitler folgendes Telegramm gerichtet: „Aw heutigen Tage gedenke ich in aufrichtiger Dankbarkeit der großen vaterländischen A r b e i t, die Sie geleistet haben, und die noch vor Ihnen liegt M i t Ihnen in Treue verbunden in dem willen, unser Volk und Vaterland aus der Rot der Zeit wieder aufwärts zu führen, spreche ich Ihnen meine herzlich st e u wünsche für Ihr weiteres wirken wie für ähr persönliches Wohlergehen aus. Mit kameradschaftlichen Grüßen Ihr ergebener gez.: von Hindenburg." Der R e i ch s w e h r m i n i st e r hat an den Reichskanzler das nachstehende Glückwunschtelegramm gc- cichtet: „3 m Ramen der deutschen Wehrmacht sende ich Ihnen, Herr Reichskanzler, zu Ihrem Geburtstage in treuer Verbundenheit aufrichtigste Glückwünsche. Möge in Ihrem kommenden Lebensjahr der Reubau unseres Reiches, den Sie sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, weiter so tatkräftig gefördert werden. G evon Blomberg." München feiert Hitler. München, 20. April. (WTB. Funkspruch.) Die Stadt München, in der die große nationalsozlallfti- sche Freiheitsbewegung geboren wurde, begeht heute den Geburtstag des Reichskanzlers besonders feierlich Die ganze Stadt prangt im cdjmucf Der schwarzwei'ßroten, Hakenkreuz- und blauweitzen Fahnen. SA.- u n d S S. - M u s i k z u g e sammelten sich schon kurz vor 6 Uhr in Schwabing und im Westen der Stadt beim Gewerkschaftshaus, von wo sie noch dem Max-Josef-Platz zogen Hier fand do s W e ck e n im Beisein einer nach taufenden zahlenden Menschenmenge, die die Musik-Korps und die gleichfalls mit Spielleuten anmarschierenden Stahl- Z München, 19. April. (WTB.) Der Nationalsozialistische Jur ist en verein, der Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes, die Gau- leitung München-Oberbayern und die Betriebszel- Lenleltung München-Oberbayern der NSDAP, veranstalteten am Mittwochabend im Zirkusgebäude Krone eine Kundgebung gegen das Judentum in der Rechtspflege und in der Rechtsprechung, in welcher der bayerische Zustizminister Dr Krank im Namen der bayerischen Staatsregierung erklärte, daß General v. Epp und seine Regierung gewillt seien, den Kampf des Nationalfozialismus f ortzusetzen bis zum Endziel, insbesondere auch den Kampf gegen das Judentum. Maß und Tempo dieses Kampfes bestimmtderFührer, erklärte Dr. Frank, wir haben zu gehorchen. Es wird mir nicht möglich fein, die reichsge - setzliche Verordnung über die Zulassung des Judentums zur Rechtspflege sofort restlos durchzuführen, denn ich fürchte, aufgeregte Volksmassen würden dann in die Gerichtssäle einbringen; Ich werde die Verhältnisse genau prüfen müssen. Wir haben nicht 14 Jahre gekämpft, um uns in unseren Programmpunkten schließlich das eine ober andere abwinden zu lassen. Oer preußische Zustizminister Kerrl betonte, die nationale Revolution werbe nicht vollendet sein, wenn nicht erreicht wäre, daß deutsch die Rechtspflege und deutsch die Rechtsprechung sei. Die in Preußen gegen das Judentum in der Rechtspflege getroffenen Maßnahmen hätten den Juden eher genützt als geschadet, denn es hatte sonst lercht zu einer Explosion gegen das Judentum kommen können. Wenn gewisse Stellen besorgt fragten, was denn aus den vielen stellungslos werdenden Juden werden solle, so müsse er darauf verweisen. bah zu Zeiten Eeverings niemand gefragt habe, was aus den auf die Straße geworfenen nationalsozialistischen Beamten werden „Der Viermächteplan schwimmt im Wasser." Ein bezeichnender Artikel .Herriots. Paris. 19. April. (£111) In der „Depeche de Toulouse" veröffentlicht Herriot einen Artikel über den Viermächteplan. Wie man sieht, hat der ehemalige Ministerpräsident seine journalistische Tätigkeit nicht eingestellt, trotzdem er sich auf hoher See befindet. Zunächst bezeichnet Gichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn'kk vnd Verlag: vrühl'sche Univeiftlair-Vuch. und steinöruderei n. Lanze in Siegel. Zchnftleitung und Seschiftsftelle: §chulltrakze 7. iErjd)eini tagltd), autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Vie Illustrierte Eieyener Familienblatter Heimat mBild DieScholl» monais Beiugspreis: Mit 4 ‘Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. >iernfvrechanschlüfse anterSammelnummer2251. Anschrift |üi Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: yronlfurt am Main 11686. sollte. Wenn seine Maßnahmen in Preußen zahl- re.chen Juden bie Existenz raubten, bann würben andererseits Tausende von deutschen Gerichtsassessoren in die Lage verseht, sich eine Familie gründen zu können. Pressevertreter hätten das Reichsgeseh über die Zulassung der, -- —- ---- -- . . ■ - Rechtsanwälte so ausgelegt, daß in Berlin wie- Emen tm regulären internationalen j)anbelsDen der 1300 b s 1400 jüdische Anwälte zugelassen kehr zustande gekommenen etwaigen P a s s i v ° werden müßten. Diese Auslegung des Geseyes s°ldo ber amerikanischen Zahlungsbilanz werbe sei unzutreffend. Er lege das Gesetz an- man dagegen nadjntie D r a u s g e i d) e n. Zu ber 8 aus. sonst würde das Doll aufstehen und d i e f e m Zweck werden Goldverschtffungen auch sich sein Recht verschaffen. Die Zulassung werde fernerhin zugelassen. sehr sorgfältig geprüft und die jüdischen Rechts- Das Ziel der lehigen awertlanischen Geldpo t il antoälte würden warten müssen, b.s diese sei es. ein Steigen der 3 n l a n b P r c i f e Prüfung beendet sei. Die Reinigung des deut- auf eine vernünftige Hohe zu e* ® ® schen Volkskörpers von allen Rassenfremden go rtkantsche Regterung hoffe, in absehbarer Zeit mit höre zu den großen Zielen des Rationalsozialis- den ausländischen Regierungen zu einer Verein, mus. zu dessen Verwirklichung die Justizminister barung zu ^langen die eme allgemeine in erster Linie berufen seien. Rückkehr zum stabilen Goldstandard ' ermögliche. Vielleicht sei allerdings die m Amerika vorgeschriebene 40prozentige Golddeckung zu hoch. Man sei in Amerika durchaus darauf gefaßt, daß der Dollar im internationalen Handel b i s zu 10 Prozent nachgeben werde. Doch sei man sest davon überzeugt, daß es sich dabei nur um eine vorübergehende Erscheinung handeln werde, denn Amerikas Kreditpolitik und insbesondere fe ne Finanz- und Budgetpolitik gäben die beste Gewähr für die innere Gesundheit des amerikanischen Dollars. Mmiflerialdireklor Kreisler-Berlin betonte glaichfalls, daß es nicht darauf ankomme, wie gewisse Kommentatoren ein Gesetz verstünden. Dieses werde vielmehr so durchge^ührt. wie es der Führer verstehe. In seinem Sinne würden die Justizminister Preußens und Bayerns die Rechtspflege restlos säubern und den Sumpf ber Korruption trockenlegen. Die großen Schieber würben in die Zuchthäuser unb Zwangsarbeitslager kommen. Es gelte, ein neues beutschesRecht aufzubauen, wie es das sitt- , .„ lich-gcsunde Empfinden eines Volkes verlange. - OaS eNgNscke Einfuhrverbot für Reichstagsabgeordneter Streicher verbreitete rnififrfto IHnrpn sich schließlich über die Rassenfrage im allgemein runnaje XDarcii. neu unb über die jüdische Rassenfrage im beson» London. 19. April. (WTB.) Die britische beten, wobei er vor allem durch praktische Bei- Regierung verbietet die Einfuhr einer großen spiele aus dem Leben und der Geschichte der Döl- Anzahl der versch edenartigsten russischen Erker diese Frage beleuchtete. Die Frage, ob es zeugnisse, die ungefähr 80 Prozent der möglich sei. eine rein deutsche Rasse wieder zu Gesamteinfuhr aus Rußland darstel- schaffen, sei durch das Gleichschaltungsgesetz ihrer len. insbesondere Butter, Getreide. Rohbaum- Lösung einen bedeutungsvollen Schritt näherac- wolle. Petroleum und Bauholz. Die Auswahl gebracht. — Sämtlichen Rednern wurde stürmischer wisset wichtiger Einfuhrartikel wird damit be- Beifall gezollt. gründet, daß ein Einfuhrverbot in dieser Beschränkung wesentlich leichter durchzuführen sei als eine allgemeine Einfuhrsperre gegenüber Rußland. Das Einfuhrverbot tritt am 26. April in Kraft, um die Verwertung der gegenwärtig aus dem Wege nach England befindlichen Schiffsladungen. die den englischen Käufern gehö-en. zu erTnöglichen. Die diplomatische 3m» , munität der drei führenden Mitglieder der braucht dann nur noch die Kontrolle zu o r - Sowjethandelsvertretung ist ausdrücklich auf» ganisieren. gehoben worden. Die genannten Handels- Die nationalistische Liberte erklärt kurz unb bum vertretet unb ihre Geschäftsräume genießen kei- big, bie Erklärung von bcutfcher «ecke erheifche nur ncn befonberen Schuh mehr. eine Antwort, nämlith bie Debatte in Genf ein- ---------- C5| Holländischer Journalisten-Besuch im Ausführungen Nabolnys bewiesen, baß bie Regierung Hitler entschlossen sei, bezüglich ber Rüstungen bie Dinge zu überstürzen. Deutschlanb habe mit ber Herabsetzung ber Rüstungen nur eine Komö - bie gespielt mit bem Ziel, feinen Willen zur Wioberherstellung ber militärischen Organisation zu proklamieren. Durch ben Gebauten bes Viererpaktes unb burch die beseitigen Ziele ber römischen Politik ermutigt, schicke Deutschlanb sich an, bie Militärklauseln bes Versailler Vertrages zu zerreißen, währeitd es sich bisher ba= mit begnügte, sie insgeheim zu verletzen. -Ijf I. _ Gesetzliche Maßnahmen gegen 0en „nationalen" Kitsch. Berlin, 19. April. (CNB. Funkspruch.) Gewisse Streife in Industrie und handel versuchen gegenwärtig in stärkerem Maße die Begeisterung der nationalen Erhebung für ihregeschästlichen Zwecke auszunützen und bringen die unsinnigsten K i t s ch a e g e n st ä n o e , die auf die nationale Erhebung in irgendeiner Form Bezug haben sollen, auf den Markt. So gibt es jetzt sogar fd)°n ein „Spiel der nationalen Erhebung", das „jeder Deutsche" besitzen müsse. Eine Bleistiftfabrik ^^ngt Bleist,fte heraus, auf denen das Horst- Wessel-Lied verzeichnet ist. Weiter kann man Haken- kreuz-Housstuben und Fridericus-Tanzhäuser sehen. Amtlich wird erklärt, daß die Regierung sich derartigen Kitsch nicht länger ansehen und in schärf st er Form dagegen vorgehen wird. Im Rohmen der Osterbesprechungen zwischen dem Reichskanzler und dem Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels in Berchtesgaden sind auch Verhandlungen darüber geführt worden, in welcher Form gesetzliche Maßnahmen getroffen werden können, die derartigen Kitsch unterbinden. Amtlich wird die Mahnung an die Oeffentlichkeit gerichtet, sich nicht mit solchen Dingen in Unkosten zu st ü r z e n , da die Regierung nicht zögern wird, von heule auf morgen mit Verboten vorzugehen. Das Ziel des Kampsbundes für den gewerblichen Mittelstand. Essen, 19. April. (ERB.) Eig. Meld. Der Kreis Esien des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes veranstaltete eine Kundgebung, auf der das geschäftsführende Mitglied des Hauptvorstandes des Einzelhandelsverbandes, Dr. Paul 5) t l- land - Berlin, u. a. erklärte: Als erstes Bollwerk fei die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels genommen worden, deren Bereinigungen heute bis zu 90 Prozent im nationalsozialistischen Sinne gleichgeschaltet worden seien. Der Kampfbund wolle die 2 u d e n zwar nicht gänzlich aus den Verbänden entfernen, sie ober unter verschärfteKon- trolle nehmen. In allernächster Zeit soll ein völliges Zugabeverbot und eine Sperre für neue Geschäfte auf die Dauer von zwei Jahren durchgeführt werden. Die Reichsregierung werde die Warenhäuser zunächst einmal mit einer Steuer belasten, die diese Unternehmen auf das gleiche Selb st ko st en Niveau mit dem Einzelhandel stelle. Der Kampfbund werde seinen Kampf weiter auf die Werkskonsumvereine richten, wenn diese nicht selbst vorzögen, das Feld zu räumen. Auf steuerlichem Gebiete fordere der Kampfbund vor allem den gänzlichen Fortfall der ungerechten Hauszins st euer. Alle diese Bestrebungen liefen im Endziel auf die Einführung des vom Nationalsozialismus erstrebten Stände st aa- t e s hinaus, der keinerlei Klassenunterschiede mehr kenne. Ausschlaggebend solle immer wieder die Persönlichkeit sein. Oberstes Gesetz des Kampf- bundes sei und bleibe das Wort: „Gemeinwohl geht vor Eigennutz.' Arbeit und Brot für alle!" Oie erstefeierlicheMensur in Heidelberg Heidelberg, £0 April. (TU.) Auf historischem Boden, aus der alten traditionellen Mensurstätte in der Hirschgasse, fand am Mittwochnachmittag nach achtjähriger Verbotszeit in Anwesenheit zahlreicher Wafsen- studenten, des Rektors der Universität sowie verschiedener Professoren und zahlreicher Vertreter der nationalen Verbände und der Behörden der erste Mensurtag statt. Die historische Rolle des ersten öffentlichen Pauk- tages war den Landsmannschaften „Teutonia" und „Zaringia" sowie den Turnerschaften „Ghim- bellingia" und „Rheno-Palatia" zugefallen. Der älnparteiische der ersten Mensur, Privatdozent Dr. Buh, sprach der badischen Regierung im Ramen des Waffenstudententums den Dank dafür aus, daß sie die Studentenmensur wieder freigegeben habe. Anschließend fand ein Kommers statt, bei der der Rektor Dr. An- deas eine längere Rede hielt, in der er besonders des bevorstehenden Geburtstages des Reichskanzlers gedachte, dem der erste Salamander gebühre. Spontan wurde das Horst- Wessel-Lied gesungen. Schließlich wurde noch an den Reichskanzler ein Telegramm gerichtet, in dem dem Führer unverbrüchliche Treue gelobt wird. Reform des Geschichtsunterrichts in den Schulen. Braunschweig, 19. April. (TU.) Am kom- menden Samstag werden sich die Unter- richtsminister aller deutschen Länder hier zu einer Konferenz vereinigen, auf der dre Herausgabe einheitlicher, für ganz Deutschland geltender Bücher für den Geschichtsunterricht in den Schulen durchberaten werden soll. Der Konferenz gehen Besprechungen voraus, die bereits ihren Anfang genommen haben. Reben diesen Be- strebunaen zur Schaffung eines einheitlichen Geschichtsbuches gilt die Zusammenkunft weiter auch der Aufstellung neuer einheitlicher Erziehungsund Unterrichtsliniem Oer falsche SA.-Mann Orlowski. Düsseldorf, 19. April. (TU.) Wie berichtet, wurde am Sonntagnachmittag in der Umgebung H'Krs auf dem Obersalzberg ein falscher SA. Mann verhaftet, der sich Unterarzt z. D. Paul Orlowski aus Schweidnitz nannte. Rach Feststellungen in Schweidnitz ist dort lediglich ein .Krankenpfleger und Chemiker" Paul Orlowski, geboren am 28. Dezember 1896 in Düsseldorf-Gerresheim gemeldet. Bei dem Verhafteten scheint cs sich um den in Düsseldorf geborenen Orlowski zu handeln. Wie nun die „Volksparole" meldet, stand Orlowski seit langem mit der Sowjethandelsoertre- tung Berlin in Verbindung und lieferte dorthin lange Jahre hindurch M a t e r i a l f ü r d i e K P D. Im Frühjahr 1929 wurde er mehrfach bestraft, u.a. wegen Fälschung von Rezepten zum Nachteil der Allgemeinen Ortskrankenkasse. Don Beruf ist Orlowski Chemiker und hat sehr viele Verbindungen mit Rauschgifchändlern. Er selber ist M o r p h i n i st. Oie Verlobung des Prinzen Wilhelm ohne Wissen des Familienoberhauptes und der Eltern. Berlin, 20. April. (CNB. Funkspruch.) Die ®_e neralverwaltung des ehemaligen königlichen Hauses teilt mit, daß die in der Presse veröffentlichte Verlobung des Prinzen Wilhelm von Preußen, des ältesten Sohnes des Kronprinzen, mit Fräulein von Salviati ohne Vorwissen des Familienoberhauptes und der kronprinzlichen Eltern erfolgt ist. Kleine politische Nachrichten. Am 18. April 1933 wurde der Ministerialrat bei der hessischen Vertretung in Berlin, Dr. Edward, zum stimmführenden Bevollmächtigten des Volks st aates Hessen im Reichsrat ernannt. * Reichskommissar R u st hat den Führer der Deutschchristen, Pfarrer Hossenfelder, ins preußische Kultusministerium als Hilfsreferent berufen. Der Herzog von Sachsen, Koburg und Gotha ist als Mitglied der NSDAP, beigetreten. Auf Weisung des Reichskommissariats für Luftfahrt geht das größte Flugschiff der Welt, d i e zwölfmotorige Do X, in den Betrieb der Lufthansa über. Die Do X wird in diesem Jahre einen Europa-Rundflug unternehmen. * Der Gesamtausschuß des Reichsverbandes der landwirtschaftlichen Genossenschaften — Raiffeisen, wählte einstimmig als Präsidenten den agrarpolitischen Be- auftraaten des Reichskanzlers und Vorsitzenden der Reichsführergemeinschaft des deutschen Bauernstandes R. Walter Darr 6. Als weitere Präsidenten wurden gewählt der mecklenburgische Ministerpräsident G r a n z o w, Verbandsdirektor Berg- Darm- I stadt und Generalsekretär Trumpf-Hannover. Dem Präsidium wurde die Ermächtigung erteilt, die entsprechende Gleichschaltung auch in den Provinzen und Ländern durchzuführen. Da sich herausgestelll hat, daß verschiedene Per- sonen die liechtensteinische Staatsbürgerschaft aus offenbar unlauteren Motiven erworben haben, hat die Regierung die Abänderung der Einbürgerungsbestimmun- a e n erwogen. Bis zum Inkrafttreten des neuen Gesetzes wird die Regierung Einbürgeruimsbeschlüsse liechtensteinischer Gemeinden nicht genehmigen, so daß bis auf weiteres die Aufnahme in das liechtensteinische Bürgerrecht gesperrt ist. Seit dem Jahre 1920 haben sich rund 120 Ausländer inklusive Staatenlose in Liechtenstein eingebürgert; hiervon sind etwa ein Viertel Reichsdeutsche, ein Viertel Ausländsdeutsche. Die spanische Regierung hat mit Wirkung vom 20. April 1933 den Sichtvermerks- Zwang f ü r deutsche Reichsangehörige wieder eingeführt. Aus Gegenseitigkeitsgründen sind auf Anordnung des Reichsministers des Innern spanische Staatsangehörige für die Einreise nach Deutschland von dem genannten Tage ab gleichfalls dem deutschen Sichtvermerkszwang unterworfen. Lebensmittel außer Kartoffeln im Vorjahre erklärt sich aus dem vergangenen reichen Obstjahr. Besonders erfreulich ist, daß die Liebesgaben an Brenn- ' material über das Dreifache und die Liebesgaben an Kleidung über das Doppelte der vorjährigen Winterhilfe erreicht haben! Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, daß 450 000 Haushalle durchschnittlich mit je zwei Zentner Kartoffeln und 1,3 Millionen Familien mit je drei Zentner Brennmaterialien durch die Winterhilfe versorgt werden konnten. Die Zahlen sind nur ein mäßiger Ausschnitt besten, was überhaupt vom Opfersinn der Bevölkerung trotz steigender Not durch die örtlichen Sammlungen und die Spenden von Mensch zu Mensch an Winterhilfe in Deutschland im letzten Winter geleistet worden ist. Die Reichsbahn bat sich bereit erklärt, auch noch während des April Liebesgaben an Lebensmitteln frachtfrei zu befördern. Ihre große Spende durch die frachtfreie Beförderung erreichte bei der diesjährigen Winterhilfe die Summe von 1,86 Millionen RM. gegen 693 000 RM im Vorjahre. Der Rheinlandflug der Deutschen Verkehrs-Fliegerschule. Der Rheinlandflug der Deutschen Verkehrsfliegerschule wurde planmäßig beendet. Zu der letzten Etappe starteten die Flugzeuge in Friedrichshafen und flogen über Frankfurt a. M. nach dem Heimathafen Braunschweig. Das Ergebnis des Rheinlandfluges wird von der Leitung der Deutschen Verkehrssliegerschule dahingehend zusammengefaßt, daß das Unternehmen sowohl unter dem Gesichtspunkt der Ausbildung und der Sammlung von Erfahrungen als auch unter dem der Werbung für den deutschen Luftfahrtgedanken voll befriedigend ift Aus aller Well. Starker Schneefall in München. Ein jährer Temperatursturz ist in München in der Rächt vom Dienstag zum Mittwoch erfolgt. Während am Dienstagmittag noch 17 Grad Wärme festgestellt wurde, sank das Thermometer in der Nacht auf den Gefrierpunkt. Gleichzeitig ist starker Schneefall eingetreten. 2m Tal liegt eine Schneedecke bis zu 10 Zentimeter. Jungflieger Schwabe im afrikanischen Sandsturm. Der auf dem Heimweg befindliche deutsche 2ungflieger und Luftglobetrotter K. Schwabe, Partenkirchen, hatte auf seinem Rückflug in Afrika eine Reihe von schwierigen Situationen zu bestehen. Auf dem Flug von Khartum nach Wadi Halfa geriet er in einen Sand sturm und hatte gegen so schweren Gegenwind anzukämpfen, daß er für die Strecke von 30J Kilometer mehr als vier Stunden brauchte. Er kam aber mit seinem kleinen Touristit-Flugzeug gut durch. Schwabe wird, dem Laufe des Rils folgend, seinen Flug nach Luxor fortsehen. Eine Schnupftabaksdose Friedrichs des Großen in Reuyork gestohlen. 2n einer der letzten Rächte zertrümmerte ein Einbrecher mit einen in Papier gewickelten Backstein das Schaufenster eines Iuwellergeschöfts in der 5. Avenue in Reuhork und raubte eine dort ausgestellte Schnupftabaksdose Friedrichs des Großen. Die Dose, die vor einiger Zeit nach den Vereinigten Staaten verkauft worden war, ist mit 10 000 Dollar versichert. Der tatsächliche Wert des Stücks ist jedoch bedeutend höher. Es handelt sich um eine Dose aus Gelbgold mit einem grünen 2ade- stein, acht großen Diamanten, 24 Marquis-Diamanten und 1866 kleinen Diamanten. Bemerkenswert ist, daß der Einbrecher lediglich diese Dose gestohlen hat, obwohl das Schaufenster zahlreiche andere wertvolle Stücke enthielt. Jahrestagung der Deutschen Landsmannschaft zu Pfingsten. Die Deutsche Landsmannschaft hat in diesen Tagen ihren Hauptausschuß an ihrem ständigen Tagungsort Coburg versammelt, um ihre Iahrestagung zu Pfingsten vorzubereiten. Es wird beabsichtigt, der allgemeinen Rotlage wegen nur eine reine Arbeitstagung abzuhalten. 2m Vordergründe der Verhandlungen wird die Lage des Studiums und der Studierenden stehen und insbesondere die Lage der Deutschen Studentenschaft als der Kulturgemeinschaft an Deutschlands Hohen Schulen. Daneben werden organisatorische und wirtschaftliche Fragen behandelt werden: Weiterer Ausbau der in heutiger Zeit besonders segensreichen Linker- stühungskasse, der Berufsberatung und Stellenvermittlung, Bereitstellung von Geldmitteln für den Wehrsport, die Grenzlandarbeit und die übrigen Arbeitsgebiete der DL. Reden und Vorträge werden im Zeichen der nationalen Erhebung und der Aufrichtung des nationalen und sozialen Staates stehen, für dessen Durchsetzung und Entwicklung die Landsmannschaft von Anbeginn in vorderster Linie der völkischen Bewegung mitgekämpft hat. Bunbeefagung der Inspektoren und Amtmänner der Reichspost. Der Bund der 2nspettoren und Amtmänner der Deutschen Reichspost begann in Berlin seine dresiahnge Dundestagung. Zur Eröffnungssitzung waren als Vertreter des Reichs- Postministeriums Oberregierungsrat H e n s ch und für das Reichspostzentralamt Oberpostrat Do- "°.^^^5,Eenen. il. a. sah man die national- '^allMschen Relchstagsabgeordneten 2entzen und Kunkel und die Abgeordneten H a r - monh und Laverrenz von der DRVP. Der Vorsitzende verwies in seiner Ansprache auf die nationale Revolution und betonte, daß sich der Bund freudig zur Mitarbeit an dem Wiederaufbau bekenne. Der Dundesvorsihende Ober- Postinspektor Schäfer-Barthold erstattete den Geschäftsbericht, wobei er mitteilte. daß der Bund seinen Wiedereintritt beim Deutschen De- amtenbund angemeldet hat. Der Vertreter des Hamburger Bezirks gedachte des Reichspräsiden, ten und seiner vier engsten Mitarbeiter Hitler, Papen Hugenberg und Seldte. Die Versammlung stimmte begeistert in die Heilrufe ein. Der Bundestag hat als Treuegelöbnis für die Re- glerung der nationalen Erhebung einstimmig eine t?tJ“)Llc“un8 angenommen, in der es u a peibt: .Der 27 Bundestag des Bundes der 2n-‘ hjenoren und Amtsmänner der deutschen Reichs- Post betrachtet eä als seine vornehmste Auf- gave, namens aller im Bunde vereinigten Beamten zu erklären, daß er geschlossen hinter der Regierung der nationalen Erhebung steht. Er begriißt freudig die von ihr ergriffenen Maß- nahmen der Gleichschaltung der Beamtenorgani- sattonen und deren Befreiung von dem schädlichen parlamentarisch-demokratischen System." 2m Sinne dieser Kundgebung wurden Begrü- ßungstelegramme an den Reichspostminister und an den Führer des Deutschen Beamtenbundes, Reichstagsabgeordneten und Reichskommissar Sprenger abgesandt. Einordnung des Speditionsgewerbes in die nationale Front. Die mehr als 50 Jahre bestehende Spitzen vertretung des deutschen Speditionsge- w e r b e s, der Verein Deutscher Spediteure EV., Reichsoerband des Deutschen Spediteurgewerbes, hat in der Vollsitzung des Erweiterten Gesamtvorstandes in Berlin in Anwesenheit und unter maß- gebender Mitwirkung der beauftragten Vertrauensleute der NSDAP, die Einordnung des Speditions- Ejeroerbes in die nationale Front vollzogen. Vorland und Ausschüße des Vereins Deutscher Spe- iteure sind dementsprechend zusammengesetzt. Eine R e s o l u t i o n , in der zum Ausdruck gebracht wird, daß sich der Verein als die allein berufene Standes- uertretung des gesamten deutschen Speditionsgewerbes geschlossen hinter die Politik der nationalen Regierung stellt, wurde an den Reichskanzler, den Reichsverkehrsminister und den Reichswirtschaftsminister übersandt. Kommunistenüberfall auf SA -Leute. — Ein Schwerverletzter. In Hüls bei Recklinghausen wurden in einer der letzten Nächte drei SA.-Leute von Kommunisten überfallen. Der SA.-Mann Heinrich Popp aus Hüls erhielt mit einem Beil mehrere wuchtige Schläge auf den Kopf und brach schwer verletzt zusammen. Ein anderer SA.-Mann wurde mit Zaunlatten mißhandelt und mit einer Pistole bedroht. Die Polizei, die sofort die Ermittlungen aufnahm, konnte bereits drei der Täter fest - nehmen. Sie wurden ins Polizeigefängnis gebracht. Die Verletzungen des SA.-Mannes Popp sind sehr schwerer Natur. Lin Jahr neun Monate Gefängnis wegen Gotteslästerung. Das Große Schöffengericht Dessau verurteilte den 23 2ahre alten Schriftsetzer Franz Bauer wegen Gotteslästerung zu einem 2ahre neun Monaten Gefängnis. Unter Bauers Leitung war im März vorigen 2ahres im .Tivoli" zu Dessau durch die „Rote Fanfare", eine Abteilung der Sozialistischen Arbeiterjugend, das Tendenzstück .Pfaffenspiegel" aufgeführt worden, wodurch die Einrichtungen und Diener der Kirche und des Staates in ungeheuerlicher Weise verlästert wurden. Riesige Fänge der neufundländischen Seehundsjäger. Die neufundländischen Seehundsfänger haben in diesem 2ahr eine ganz ungewöhnlich reiche Ausbeute gehabt. 2n dem Hasen von St. 2ohns auf Reufundland ist der Fangdampfer „2mogene“ mit 56 0)0 Fellen, die hoch an Deck aufgestapelt waren, eingelaufen. Dies ist der größte Fang, der bisher von einem Dampser gemacht wurde. Der .Eagle" hat 26 000 Felle entladen. Die „Llngava" nähert sich mit einer fast gleichgroßen Ladung dem Hafen. Die Gesamtausbeute beläuft sich bis jetzt auf 160 000 Pelze gegenüber 48 000 Fellen im Vorjahr. Die 14 Seehundjäger des „2mogcne" haben an einem Tage 11 498 Seehunde geschossen. Ein Mann allein hatte eine Strecke von 931 Seehund n Am gle ch.n T ge, dem 11. April, sollen die Fänger der „Llngava" 15 000 Seehunde geschossen haben. Seit vier 2ahren haben die Besatzungen der Fangdampfer nicht mehr derartig ungeheure Mengen von Seehunden gesehen wie jetzt. Lin halbes Dorf in Siebenbürgen niedergebrannt. 2n der Gemeinde Turda bei Klausenburg brach nachts ein Brand aus, der infolge Wassermangels rasch um sich griff und mehr als die Hälfte des Dorfes zerstörte. Eine Frau wurde vor Schrecken wahnsinnig, eine andere fiel vom Schlage getroffen t o t nieder. Der Abschluß der Winterhilfe. Bei der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege liegen jetzt die Abschlußzahlea über die Liebesgaben vor, die von den großen Sammelbecken wie Laichwirtschaft und Gruben von der Reichs- bahn frachtfrei in die Verteilungsgebiete für die diesjährige Winterhilfe befördert worden sind. Es sind dies von Steptember 1932 bis Ende März 1933 insgesamt rb. fünf Millionen Zentner gegen rb. zwei Millionen Zentner im Vor- Jaljre oder 25 000 Wagaons, die einer Zuglänge von etroa 225 Kilometer entsprechen. Im einzelnen waren von diesen Liebesgaben 900 000 Zentner (583 640 Zentner tm Vorjahre) Kartoffeln, 144 000 (156 000) Zentner andere Lebensmittel wie Obst, Gemüse Drotgetreide, Mischsendungen, Fleisch und Fett usw., 3,9 Millionen (1,2 Millionen) Zentner Kohlen, Bri ketts und Holz unb über 4 000 (über 2 000) Zentner Kleidungsstücke, Die größere Spendenmenge der * Kunst und Wissenschaft. Adolf Stolhe f. 3n Frankfurt a. Main verschieb Aböls S t o l h e , der weit über die Mauern seiner Heimatstadt hinaus bekann'.e Frankfurter Lokallichter. 2m Sommer dieses 2ahres hätte er seinen 91. Geburtstag feiern können. • 75. Geburtstag des Nobelpreisträger» Professor Max Planck. Der berühmte Berliner Physiker Geh. Rat Professor Dr. Max Planck, Nobelpreisträger von 1918, begeht am 23. April feinen 7 5. Geburtstag. Reichskommissar Rust richtete aus diesem Anlatz folgenden Glückwunsch an den greifen Gelehrten: Zur Vollendung Ihres 75. Lebensjahres spreche ich Ihnen meine besten Glückwünsche aus. Ich gedenke dabei in aufrichtiger- Dankbarkeit Ihrer für Staat unb Wissenschaft geleisteten Dienste. 57. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Die 57. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie wurde im Langcn- beck-Virchow-Haus in Berlin durch den Vorsitzenden, Prof. Röpke aus Wuppertal, unter starker Beteiligung eröffnet. Der Vorsitzende wies in feiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß die diesjährige Tagung im Zeichen einer verheißungsvollen und Glück verkündenden Zeit stehe: er wünschte, daß allen, die die Führung haben, in dieser zur Einigkeit und Größe Deutschlands füh- renden Zeit, und die ihr Streben und ihre ganze Kraft für dieses Werk eingesetzt haben, der Segen von oben nicht fehle, daß ihnen voller Erfolg be- schieden sei. Prof. Röpke erinnerte ferner an seinen früheren Lehrer. Bernhard Riedel aus 2ena, den er als Vorbild des deutschen Chirurgen in all seiner Bescheidenheit und Wahrhaftigkeit hinstellte, dessen Wirken nur dem Wohle des Patienten gewidmet gewesen sei. 2n schar,en Worten wandte er sich gegen die immer mehr zunehmende Zersplitterung auf den Gebieten der Medizin unb betonte, daß die Einzelfächer nur Wert haben, insoweit sie den Boden mit ihrer Mutter, der allgemeinen Chirurgie, nicht verlieren. Die fruchtbringenden Gedanken in den Spezialgebieten, z. B. in der Orthopädie und der Anfallheilkunde, seien immer von Chirurgen ausgegangen: eine weitere Befruchtung sei nur möglich durch enges Zusammenarbeiten mit der Chirurgie. Der Vorsitzende gedachte der verstorbenen Mitglieder und ermahnte die Anwesenden trotz der zur Verfügung stehenden bescheidenen Mittel nach wie vor der deutschen Chirurgie die führende Stellung zu erhalten. Freudig begrüßte er es, daß die Farben des alten Reiches, unter denen in glorreicher Zeit bie Deutsche Gesellschaft für Chirurgie gegründet sei, sowie das Zeichen des erwachten Deutschland die Teilnehmer an der diesjährigen Tagung grüßten. An die Begrüßungsrede schlossen sich Fach- vorträge. Oie Klagenfurter pfingsttagung des VOA. Die diesjährige Haupttagung des VDA. findet in der deutschen Südmark, in Klanen- furt, in Kärnten, statt. Reben den üblichen Veranstaltungen und Arbeitssitzungen wird eine Gedenkfeier für die um die Befreiung Kärntens gefallenen S e l b st s ch u tz kä m p f e r stattfinden. Bei der religiös-nationalen Morgenfeier werden hohe geistliche Würdenträger der beiden Bekenntnisse das Wort ergreifen. Der Festzug gewinnt in diesem 2ahre dadurch einen besonderen Charak- II ter, daß aus allen Gebieten des Kärtner Landes II die Bewohner inihren Trachten teil- n nehmen und der anläßlich des Abstimmungssieges durchgesührte Festzug wiederholt wird. Besichtigungsfahrten und Tagesausflüge werden in das seinerzeit umkämpfte Gebiet unternommen. Die Teilnahme aus dem Reich wird durch Sonder- züge mit halbem Fahrpreis und darüber erleichtert. Wettervoraussage. Obwohl sich die Luftbruckgegensätze etwas ausgeglichen haben, bleibt unsere Wetterlage weiterhin im Zeichen ber aus nördlichen Breiten zufließenden kühlen Luft. Infolgedessen behallen die Temperaturen ihre verhältnismäßig niedrigen Werte bei unb kommen nacht» noch etwas unter den Gefrierpunkt ZU liegen. Die Kaltluft wird fortgesetzt wechselhafte Bewölkung mit zwischenzeitlicher Aufheiterung ver- ankiffen und dürfte vereinzelt auch zu leichten Schauern führen. Aussichten für Freitag: Ziemlich un- freundlich unb kühl bis zu leichten Nachtfrösten, wechselnb wolkig nUt Aufheiterung, stellenweise leichte Schauer. Aussichten für Samstag: Noch keine wesentliche Aenberung ber Wetterlage. Lufttemperaturen am 19. April: mittags 6,2 Grad Celsius, abenbs 0,5 Grab: am 20. April: morgens — 0,9 Grab. Maximum 6,7 Grad, Minimum —5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. April: abenbs 12 Grad: am 20. April: morgens 4,1 Grad. — Sonnenscheindauer 9>j Stunden. MS» 6nn«eIU”L »en ? 3d«. «'S wd-r- t®® ' rf, ei® jrfÄ -r« " WM PST Seile lei«. KAL Sä? 1 W[e, . . rea verlor Ä «• ä tu der guten M £cb toiÜ euch Liters lag - ein C"Älä9Ii4M”«c"*„ Wn Mehlungen, von Sen d- n denen mir bisher au U»,?“ Ä; tun fommt der mch jeder Darbietung d Leb immer Treu unb ini) ahnen es, was d risen wollen: Es muß es nicht bleiben. Längst vergessene x kn uns ein. Wie war dieses Lied m der < haarigen Gesangslehrei t-on allem Zweifel, iu trauen, fo fangen to; M Liedes, ahnten i nis nun in den Ohren Md Wahner zu gleich: gar oft in der Schule ches noch nicht verstehe Leben würde uns v:e. auch geschehen. Am für Liede. Es ist auch gut, dah hören, dah es in der & es acht dem Lied wic Ehrlich währt am längj Wahrheit, die ewig bei Man sage nicht: 3n i solche Gedichte nicht me M solche Mahnungen n glauben, unsere Menn it den Dind schlagen. 1 frtn Rinim noch nach Leben, wenn sie dielleich verführerische Lage kom ihnen das Lied zurusen: lieb immer Trei bis an dein kühlet uno welche teur von Gottes Weg Der militärisch $ Ergänzung unseres Frischen Zapfenstreich de, Reichskanzlers witjuteilcn, daß der @rc Wuit an der Sicher k JSJJ folgende S, s'.< Ludwigsplah, Ne eelfersmeg, Westanlage $ durch die Neu ^rrch die WaUtorstraße zu wtrag gebrach, der Leu Marchs 2g" Dergnügu! M iiempe' einer Weisung'^ ?er5ebrie ^eisämter । S-w; S^men IT61 fil Mellen N??den, Do .^eichen ist 2fr steir Sank fes >2 P-SK UM Aus der Provinzialhauptstadt Leb immer Treu und Xedlichkeü! i. 2. 3. 1. 1. 1. 2. 3. aus 1. 7. 8. 9. 10. 11. 4. 5. 6 7. 2. 3. 4. 5. 2. 3 4. 2. Kramer, Jakob Aug. Wilhelm, Rockenberg. 3. Schudt, Richard, Landgerichtsdirektor a. D., Gießen Vereinigte Nationale Rechte. Bayer Dr. Heinrich, Volkswirt, Bad-Rau- heim. Reuenhagen, Ludwig, LandgerichtSpra- sident, Gießen. Wegener, Kurt, Fabrikant, Blihenrod. Stellvertreter: Schmahl, Karl, Landgerichtsdirektor, Gießen. strahe 22 ; 14. Minna Kutzer. geb Wook, 42 Jahre. Kaiserallee 61; 14. Wilhelm Kahl, Mehgermeifter, 50 Jahre, Bleichstr. 23; 14. HanS-Joachim Mandler, 4 Monate, Walltorstr. 35. *• Unfall. Gestern nachmittag ereignete sich in Climbach ein schwerer Unfall. Der ekwa 50 Jahre alle Reichsbahnossistent Ferdinand Stein aus Allendors an der Lumda stürmte in einer Scheune anscheinend von einer Leiter ab und fiel so unglücklich, daß er schwere innere Verletzungen erlitt Der herbeigcrufene Arzt ordnete die sosortige Uebersüh- rung in die Chirurgische Klinik an. Die Freiwillige Sanitötskolonne vom Roten Kreuz brachte den bedauernswerten Mann nach Gießen. Das Befinden des Verletzten ist den Umständen entsprechend befriedigend. Lebensgesahr besteht zur Zeit nicht •• Marine - Verein Gießen. Man schreibt unS: Auf vielseitigen Wunsch feiert am 31. Mai der Marlne-Vcrein Gießen e. V. in größerem Rahmen und unter den alten ruhmreichen Farben im Cas6 Leib den Gedenktag an die größte Seeschlacht, die die Weltgeschichte 1. Schäser HL, Heinrich, Arbeiter, Vadenrod. 2. Diehl, Philipp Konrad, Landwirt, Hochweisel. 3. Faulstich II., Heinrich, Landwirt, Sillen* dorf a. d. Lda. Vilbel. G e r l a ch , Friedrich, Angestellter, Wieseck. Rößler. Josef, Bildhauer, Dad-Rauheim. Häuser, Heinrich, Parteisekretär, Gießen. Seipp, Wilhelm, Schreiner, Lollar. Stellvertreter: Verlach, Friedrich, Gewerkschaftsangestellter, Wieseck. Häuser, Heinrich, Parteisekretär, Gießen. Maier, Joses, Angestellter, Gießen. Seipp, Wilhelm, Schreiner, Lollar. , t Wecker. In Deutschland hat 11 erster den Anfang ; bringen. Für manchen lmodlsche Weise sein, ai Klostermann, Alfred, Lehrer, Vockenrod. 2. Seipel II., Wilhelm, Landwirt, Fauer» Schmidt, Anton, Eduard, Bürgermeister und Landwirt, Ober-Mörlen. S ch m a h l, Karl, Landgerichtsdirektor, ®ie- ßen. Reuenhagen, Ludwig, Landgerichtspräsident a. D., Gießen. M e u s e r , Gottfried, Landwirt, Ockstadt Wegener, Kurt Fabrikant, Dlitzenrod. R o r t h, Franz, Postassistent i. R., Gießen. S c r i b a , Fritz, Buchhändler, Friedberg. epö. epo. 1. Moosdorf, Kurt, Bürgermeister a. D. bach v. d. H. 3. Bartholomäus, Heinrich. Arbeiter, Gießen. 4. Vogt, Heinrich, Rechtscnw lt, Alsfeld. 5. Kurz, Adolf, Oberingenieur, Gießen. 6. K r o m m II., Wilhelm, Fabrikant Schotten. 4. Mörschel, Dr. Richard, Finanzbeamter. Bruchenbrücken. 5. Malkmus, Karl, jun., Bauingenieur, Alsfeld. 6. Weller, Otto, Mühlenbesiher, Schlitz. 7. Hofmann, Emil, Landwirt, Freienseen. 8. Löffler Dr. Karl, Tierarzt, Ortenberg. 9. Schröder, Ferdinand, Landwirt, Elpenrod. 10. Philippi, Ernst, Küfer, Ridda. 11. Weber, Karl, Arbeiter, Ranstadt. '5«egtts Äi«®« en den üblichen W wyS Ä SsS Parade der Polizei und Wehrverbände D o r m st a d t, 19. April. (WSN.) Aus Anlaß des Geburtstages des Herrn Reichskanzlers Adolf H 11 • l e r findet morgen um 11 Uhr eine Paradeaufstellung der Landespolizei Darmstadt, der Landespolizeischule und sämtlicher Wehrver- bände auf dem Mercksplatz statt Rach einem großen Marsch durch die Stifts-, Alexander-, Zeughaus- und Rheinstraße findet am Museum ein Vorbeimarsch vor den Führern statt. Für die Veranstaltungen, die am 20. April — -„laß unb zu Ehren des Geburtstages des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler und am 1. Mai aus tnlaß und zu Ehren des Feiertages der na- I analen Arbeit unternommen werden, ist ge- rc| einer Weisung des Staatsministers Dr. M ü l - hc an die Kreisamter die Freistellung von iti Vergnügungssteuer geboten. Dem Gr- sichen des Reichsministers der Finanzen entspre- itcnd, werden daher die Kreisämter angewiesen, die ieranftaltungen, die 1. am 20. April bzw. 1. Mai TB3 stattfinben, 2. durch den Geburtstag des 'kichskanzllrs bzw. durch den Feiertag der natw- iilen Arbeit veranlaßt sind und 3. zu Ehren dieser iittrnommen werden, von der Vergnügungssteuer freizustellen. Notwendig ist..daß alle diese Voraus- teungen gleichzeitig zutreffen. Weiterhin hat der Qiatsminifter diese Veranstaltungen für st em p e l- hei erklärt und damit angeordnet, daß die Cr- Inchnisscheine für sie stempelfrei auszustellen sind lesgleichen ist für die Nacht vom 20. auf 21. April tnb vom 1. auf 2. Mai die Polizeistunde ur die Gemeinden des Landes einheillich auf 5 Uhr Für die Reubildung des ProvinzialtagS und d s ProvinzialausfchusfeS Oberhessen sind von den Parteien folgende Wahlvorschläge eingereicht worden: provinzmltag: NSOAp. (Hitler-Bewegung). 1.Klostermann, Alfred, Lehrer, Dockenrod. 2-Seipel II., Wilhelm, Landwirt, Fauerbach v. d- H. 3-Dieht Konrad Phllipp, Landwirt, Hoch- Weisel. 4-Bartholomäus, Hch. Arbeiter, Gießen. 5. H o s m a n n. Franz, Landwirt, Ranstadt. 6. D ö r r s ch u ck, Adam, Landwirt, Zriedel- hausen. 7. F i s ch e r, Konrad, Landwirt, Hartershausen. 8. S t r a u b, Heinrich, Spengler, Schotten. 9. K u r z, Adolf, Oberingenieur, Gießen- 10 Faulstich, Heinrich, Landwirt, Allen- dors a. d- Lda. 11. S ch ä f e r HI., Heinrich, Arbeiter, Vadenrod. 12- V o g t, Heinrich, Rechtsanwalt, Alsfeld. 13. Weller, Otto, Mühlenbesiher, Schlitz. 14- Df ann stiel, Otto, E- August, Landwirt Bcrmutshain. 15. Dr. Löffler, Karl, Tierarzt, Ortenberg. 16. Hofmann, Emil, Landwirt, Freienseen. 17. Kr o mm ll., Wilhelm, Fabrikant, Schotten. 18. Fuhr, Konrad, Fabrikant, Altenburg. 19. S ch m i d t, Robert, Landwirt, Steinheim. 20. H a h n, Karl, Landwirt, Laubach 21. Fl ach HI-, Heinrich, Landwirt. Rad-Müht 22. Dr. M ö r s ch e t Richard, Finanzbeamter, Druchönbrücken- 23- W a l t e r, Karl, Landwirt, Ossenheim. 24- P h i l i p p i, Ernst, Küfer, Ridda. 25- W e b e r, Karl, Arbeiter, Ranstadt. 26. L i n d, Julius, Tierarzt, Echzell. 27. Scheer, Fritz, Kraftfahrer, Lauterbach. 28- S t r a u b, August, Landwirt. 29. I o r d i e s, Wilhelm Franz, Schreinermeister, Friedberg. 20 Schröder, Ferdinand, Landwirt. Elpenrod. 31. Lotz, Heinrich, Postschaffner, Eckartshausen. 32. S i e g e r t, Karl, Landwirt, Hof-Engelthal. 33. W e i d e m e i e r, Adam, Sattler. Ortenberg. 34- D e ck e r, Karl, Kaufmann, Alsfeld. 35- H e h m a n n, Emil, Uhrmacher, Alsfeld. 36. D i e h, Willi, Landwirt, Stumpertenrod. 37. R i e s, Hans, Laaerl. F. D. A, Alsfeld. 38. Mal km us, Karl jun , Bauingenieur, Alsfeld. 39- V ö l s i n g, Ludwig, Sattlermeister, Groh- Felda. 40. Res ch, Georg, Buchhalter, Alsfeld 41-Weitzel, Georg, Schreiner, Alsfeld. Vereinigte Nationale Rechte. (Zentrum, Christlich-soz. Volksdienst, Kampffront Schwarz-Weih-Rot, Deutsche Volkspartei.) UsfÜ^' all- negen|äÖc c \ ®eüerlfl0cini<' halten d>e bel ur. unter f0d9SteruC M 5 » * । leichte" iheiteru"S- gistag - S»« ** Ke LU 1. Lux, Anton, Gastwirt, Rieder-Florstadt. 2. H ä u s e r, Heinrich, Parteisekretär, Gießen. 3. Moosdorf, Kurt, Bürgermeister a. D., Vilbel. 4. S e i p p, Wilhelm, Schreiner, Lollar. 5- R ö h l e r, Josef, Bildhauer, Bad-Rauheim. 6. Braun, Hans, Angestellter, Alsfeld. 7. Ackermann II.» Ludwig, Bürgermeister a. D, Ossenheim. 8. R o l t Christine, Hausfrau, Gießen. 9. B ö h m, Adam, Maurer, Heldenbergen. .0 Sandmann, Karl, Gastwirt. Angersbach. 11. Ger lach, Fritz, Angestellter, Wieseck. 12. G e i s e t Ferdinand. Packer, Alsfeld. 13-Fehr l., Heinr-ch, Maurer, Schlitz. 14- W e h l, Heinr ch, Schlosser, Holzheim. provinzialausschuß: NSDAP. (Hitlerbewegung). a) Ordentliche Mitglieder. Oderheffen Oer neue Grünberger Gemeinderat. H- Grünberg. 19. April. Im neuen ®c* meint)erat erhält die RSDAP. 10 ©the, die SPD. 2 Sitze. DVP. und Kampffront Schwarz- weißrot, deren Stimmen im einzelnen nicht zur Erlangung eines Sitzes ausreichten, denen aber beim Zusammenschluß ein Vertreter zugestanden hätte, hatten keinen Wahlvorschlag eingereicht Als Vertreter der RSDAP. ziehen in den Ge- meinderat ein: 1. Heinrich Spengler, Arbeiter; 2. Hermann Gehringer, Heizer; 3. Georg Feichtenbeiner, Kaufmann; 4. Otto Stein, Schneidermeister: 5. Konrad Trink- ous, Landwirt; 6. Jakob Queckbörner, Landwirt; 7. Georg Stein, Gefängnisaufseher; 8. Wilhelm K r e u b e r , kaufmännischer Angestellter, 9. Karl Möller, Dankvorstand; 10. Philipp Bender, Rektor. Die Liste der RSDAP. weist weiterhin noch die Ramen von 14 Ersatzleuten auf. Die zwei Vertreter für die SPD. sind Wilhelm Schmidt, Kaufmann und Heinrich Stock, Weber. Beide gehörten dem seitherigen Gemeinderat an, während sämtliche Vertreter der RSDAP. autu ersten Male daS Amt eines Demeinderotes bekleiden. Oer Gemeinderat in Hungen. k Hungen, 20. April. Der neue Gemein d e r a t unserer Stadt wird sich aus neun Mitgliedern zusammenfetzen. Acht Mitglieder gehören der RSDAP-, ein Mitglied der Kampffront Schwarz-Weih-Rot an. Die SPD- hatte keine Liste eingereicht und sich dadurch selbst ausgeschaltet. Als gewählt gelten: für die RSDAP-: Heinrich Kirch Höfer, Deraver- walter; Adolf Würtz, Fuhrknecht: Wilhelm Wieder st ein, Kaufmann; Fritz Hesse, Landwirt; Karl Köhler, Obersteuerinspektor: Georg Müller, Schneidermeister; Richard Schäfer, Landwirt; Karl Hofmann, Angestellter: für die Kampffront Schwarz-Weih-Rot: Walter Seibert, Landwirt Landkreis Gießen. £ Wieseck. 20. April. Für den Gemeinde- r a t liegen zwei Wahloorschlage vor, unb zwar von ber NSDAP, mit Karl Euler, Reisender, 2ldolf Sommerlab, Schlosser, Karl Weller V., Eisenbahnwagenmeister, Starl Seibert, Sanbgrubenbefißer, Heinrich Robenhausen, Landwirt, ftarl Daupert, Bankbeamter, Friedrich Mietzner, Postschaffner L R., August Strack, Reisender, Wilhelm Rodenhausen, Arbeiter, Heinrich Werner HL, Landwirt, Heinrich Hetterich, Schlosser; Michael Becker, Händler, Karl Schneider, Lehrer, Otto Schmidt, Krankenpfleger, Heinrich Hartmann, Student. S P D.: Karl Oswald, Maurer, Karl Doch V., Spengler, Ludwig Schneider, Schreiner, Heinrich $ riegel, Arbeiter, Otto Schorn- Ir er, Arbeiter, Karl ßemp, Schlosser, Wilhelm Kreiling III., Schlosser, Johann Karl Benner, Gewerkschaftsangestellter, Friedrich Gerlach, Gewerkschafts- angeftelüer, Otto Müller, Arbeiter, Otto Dälzel, Schlosser, Anna Kreider, Hausfrau, Heinrich Ringel, Arbeiter, Adolf Seibert, Zugführer i. R. )( Großea-Linden, 20. April. Dem neuen ©emeinberat gehören an: 7 Nationalsozialisten, nämlich Wilh. Becker, Wilh. S ch m i b t, Wilh. Magnus, August Rinn Heinrich Faber, Ludwig Steinmüller, Georg Textor unb 5 Sozialdemokraten, und zwar August Stein- m ü 11 e r, Heinrich Falk, L. Rinker, W. Luh unb W. Jung. ler »Mainz, sprechen wird. Alle Handwerksmeister seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. Aufgehobenes Verbot. Das Hessische Gesamtministerium hat durch Der- orbnung vom 19. April 1933 bas durch Verordnung vom 12. Mai 1923 erlassene Verbot für Beamte, im Dien ft politische Abzeichen zu tragen, aufgehoben. Eltern, verbietet spielenden Kindern die Straße! Schickt sie auf Spielplätze, selbst wenn es etwas weg kostet! Zum Ausgleich für manche Entfagung hat der Frühling seinen Einzug bei uns gehalten. Es sieht alles schon so heiter, sonnig und vergnüglich aus, und es wird nicht lange dauern, dann kommen die Mädels wieder in hübschen, hellen Sommer- kleidchen. Der Winter ist vergessen. Er war nicht so grimmig, wie wir ihn in vergangenen Jahren kennenlernten. Am intensivsten scheint die Jugend den Frühling zu spüren. Sie stürzt auf die Strahe und wagt in ihrem Liebermut manchen Leichtsinn. Die Kinder spielen Kreisel und Murmeln und sind so leidenschaftlich vertieft, so ganz bei der Sache, dah ihnen die vorbeijagenden Autos scheinbar auch nur als Spielzeug erscheinen. Eltern! Jetzt ist es Zeit, auf eure Kinder mehr denn je acht zu geben! Schärft ihnen ein, dah das Spielen auf dem Fahrdamm das größte Verbrechen ist, das sie begehen können! Was nützt Klagen und Weinen, wenn das Unglück geschehen ist! Verbietet diese Frühlingsspiele auf der Straße! Schickt die Kinder auf die umhegten Spielplätze! Was schadet es, wenn sie einen kurzen Weg bis dahin machen müssen. Es hat keinen Zweck, in diesem Punkte Rachgiebigkeit zu zeigen. Sie rächt sich oft bitter. Es ist durchaus nicht immer Schuld des Fahrers, oder der Fahrerin, wenn etwas passiert; denn die Kinder in ihrem Spieleifer können nicht mehr die Entfernungen richtig abmessen. Ihrem treibenden Kreisel nacheilend, laufen sie blindlings in die Maschine, die selbst von dem geschicktesten Chauffeur und mit der besten Bremse nicht so schnell zum Stehen gebracht werden kann, wie es nötig ist. um ein Unglück zu verhüten. Handelt es sich doch oft nur um den Bruch- teil einer Sekunde! Der Frühling kommt nicht, um Leid in die Familien zu bringen! Gichencr AZochenmarktpreise. • Giehen, 20. April. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 1'0 Pf., Landbutter 1.0 Kochbutter 90, Matte 20 bi8 25, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, Rüben (gelbe) 10 bis 15, (rote) 10, Zwiebeln 10, Spinat 15 bis 18, Spargel 70 bis 100, Llnterkohlrabi 6 bis 8, Feldsalat £0 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 20 Obstmus 40 bis 45. Kartoffeln 3 volkstümlich, dah sie uns unwillkürlich im Lhre nachklingt und mit unS geht. Und ich glaube dah wir zur Zeit kaum ein iisscres Lied wählen konnten für den Deutsch- Inlfcnöcr. Es verkörpert gewistermahen die wue Zeit, die zugleich wieder Fäden knüpft -»l der guten alten Dergangenheit. Aber das 2(t will auch — wie eS in der Absicht des richters lag — ein Mahner fein, sogar ein sehr Der Deutschlandsender hat seit einigen Wochen Mc Erinnerung an den denkwürdigen 21. TZär* ■ Garnisonskirche in Potsdam erklingen läßt. ADamit ist das seitherige Pausenzeichen, der ■tr te, nichtssagende Wecker, verschwunden. Wir |rren ja viele andere Sender, die dazu überlangen sind, eine kleine Melodie spielen zu Icn. ES sind aber nur wenige. KuckuckSrus, achttgallenschlag und Glockentöne wechseln in int er Reihenfolge. In der Hauptsache aber lt während der Pausen bei fast allen Sendern Oie stummen Gäste von Zweilinden Roman vonAnnyvonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sie war sich jetzt darüber klar: die Blumenver- käuferin bedeutete eine große Gefahr für ihren Sohn. Seinem Wunsche schroff zu widersprechen, war vielleicht nicht klug, oft reizt Widerspruch erst, darum antwortete sie harmlos: „Meinetwegen kaufe noch Blumen, aber, bitte, keinen solchen Riesenstrauß wie am Vormittag. Wenn du ihr auf diese Wiese etwas Mohr zu verdienen geben willst, dann lege ein paar Peseten außerdem hin." Er schüttelte den Kopf. „Das würde ich nicht wagen, Mutter, sie hat einen so stolzen, vornehmen Ausdruck im Gesicht." Frau Bettina drängte: „Dann kaufe aber, bitte, schnell, ich möchte heute doch recht zeitig nach dem Hafen fahren." „Komm mit an den Kiosk, Mutter", bat er, und Frau Bettina begleitete ihn über die Straße, sie konnte doch auf diese Weise kontrollieren, was zwischen den beiden gesprochen wurde. Sie bemerkte, daß das schöne Mädchen rot bis zu den Schläfen wurde, als Konrad sie grüßte. Er sagte: „Ich habe meine Mutter mitgebracht, ihr gefallen Ähre Blumen sehr gut, Senorita, und wir wollen uns noch ein paar Lilien und einige Nelken oder Margueriten mitnehmen." Angelas kleine schmale Hände zogen die gewünschten Blumen aus den hohen Gläsern, und dabei blickte sie manchmal ein bißchen scheu auf die Dame, die ihren Gruß nur mit kühlem Kopfneioen erwidert hatte. Sie schien nicht so freundlich zu sein wie ihr Sohn. Aber die Dame trug Trauerkleidung, vielleicht litt sie unter einem schweren Verlust und war deshalb so zurückhaltend und ernst. Sie fragte: „Wie groß darf der Strauß sein, mein Herr?" Frau Bettina fand, Konrad war so abwesend durch die Nähe des schönen Geschöpfes, daß er es fertigbrächte, chr nochmals so ein Ungetüm wie heute vormittag als Geschenk zuzumuten. Deshalb mischte sie sich ein: „Ein schlankes schmales Sträußchen genügt." Angela sagte sich, daß dieser Blumenkauf nur ein Dorwand war. Warum brachte der Deutsche aber seine Mutter mit, die gar kein besonderes Verlangen nach ihren Blumen zu haben schien? So eine Dame stellte doch auch keine künstlichen Blumen in chre Wohnung. Und sie dachte, wie schade, daß er nicht allein gekommen war, man hätte so gut ein Weilchen miteinander plaudern können, denn es war jetzt vor dem Kiosk ziemlich still. Sie reichte den Strauß Konrad ZweUinden, und er dankte, als hätte sie ihm ein wertvolles Geschenk gemacht. Er bezahlle und gab Angela die Hand. Er konnte einfach nicht anders, und Angela legte ihre Hand in die feine. Ein jäher Schmerz durchzuckte sie dabei. Sie kannte den Deutschen nicht, hatte ihn heute vormittag zum erstenmal im Leben gesehen, aber chr war jetzt, als kenne sie chn schon sehr lange und müßte nun von chm scheiden. Frau Bettina zwang ein mattes Lächeln um chren Mund und neigte wieder den Kopf. Als sie ein Stück von dem Kiosk entfernt waren, fragte Konrad: „Ist sie nicht ein wundervolles Geschöpf, Mutter, eigens dazu geschaffen, daß man sich ohne Besinnen bis über beide Ohren in sie verliebt?" Sie erwiderte ein wenig betont: „Mir scheint, Konrad, du hast es bereits getan, aber ich rate dir dringend, vergiß tzas Mädchen wieder. Für eine Liebschaft ist sie zu schade." Konrads Gesicht färbte sich dunkler. „Das Mädchen gehört zu denen, die man heiratet, Mutter", entgegnete er mit tiefem Ernst. „Es ist eine köstliche Reinheit um sie." Frau Bettina dachte, daß es wohl am besten fei, wenn man abreiste, um der Gefahr zu entrinnen, die ihrem Sohne durch diese Blumenverkäuferin drohte. Im Autobus redeten beide von anderen Dingen, und als man am Platz Catalunja ausgestiegen war, hatte Konrad die Blumen im Autobus vergessen. „Dem Himmel sei Dank!" seufzte seine Mutter heimlich und zufrieden. Was sollte sie mit den vielen künstliche Blumen? Sie bedeuteten ja nur eine Reiseunbequemlichkeit. Angela hatte den beiden nachgeblickt, und sie grübelte nun immer wieder, warum der Deutsche eigentlich jnit seiner Mutter hier gewesen war. Er hatte sie anscheinend seiner Mutter zeigen wollen. Die Mutter aber war still und ernst gewesen, fast abweisend. Auf dem Verkaufsbrett lagen noch Blumen durcheinander. Sie räumte mechanisch ein wenig auf, und dabei kam unter ein paar dicken Nelken etwas Glitzerndes zum Vorschein. Ein Armband mit allerlei Bildern. Die vornehme Dame in Trauer mußte es verloren haben, überlegte Angela, so schöne Armbänder besaßen die Frauen und Mädchen nicht, die gewöhnlich bei ihr kauften. Sie betrachtete es genauer und lächelte, als sie auf einem der Medaillons, aus denen sich das Armband zusammensetzte, das Gesicht des Blumenkäufers erkannte. Nun wußte sie bestimmt, daß dieses Armband der Dame gehörte: es hatte sich wahrscheinlich von ihrem Handgelenk gelöst, als sie sich leicht auf das Derkaufsbrett gestützt. Angela betrachtete flüchtig auch die anderen Bildchen, um sich bann wieder in das des Mannes zu vertiefen, an den sie mit so seltsam süßem Schmer; denken mußte. Sie überlegte, was sie mit dem Armband anfangen sollte. Mußte sie es auf die Polizei tragen? Es war schade, daß sie nicht wußte, wo die Deutschen hier wohnten, bann hätte sie ihnen bas Armband bringen können. Doch sie wußte weder ihren Namen, noch ihr Hotel. Sie grübelte: vielleicht war es gut, eine Annonce in einer gelesenen Tageszeitung aufzugeben. Das war wohl der einfachste Weg. Aber dem Vater wollte sie nichts davon sagen. Obwohl sie bisher noch nie ein Geheimnis vor ihm gehabt. Wer er war kurz und unfreundlich zu dem Fremden gewesen, es war besser sie erwähnte nichts mehr von ihm. Weber davon, daß er mit seiner Mutter Blumew bei ihr gekauft, noch davon, daß sie ein Armband seiner Mutter gesunden. Schade, daß sie nicht gleich gehen konnte, um die Annonce aufzugeben. Wer am Montag wollte sie es tun. Au Hause verwahrte sie das Schmuckstück sorgfältig in einem Kästchen, in dem sie einige billige Schmuckstücke von der Mutter aufhob, und in der Nacht träumte sie, alle die Personen, beren Gesichter sie auf bem Armband gesehen, säßen mit ihr um einen großen Tisch, und neben ihr saß der Blumenkäufer und lächelte zärtlich: „Jetzt sollst du für immer bei uns bleiben!" Dann küßte er sie, und die andern, die am Tisch saßen, lächelten auch und sagten im Chor, es klang wie dumpfes Murmeln: „Wir sind schon tot, aber wir segnen euch!" Als Wgela erwachte, war es heller Morgen. Sie mußte sich erst zurechtfinden, der Traum war plötzlich so scharf und klar da, daß sie unwillkürlich tief seufzte. Er war nicht häßlich und beängstigend gewesen, aber am hellen Tage hatte er fast etwas Unheimliches. Sie holle das Armband hervor und schaute sich die Bilder noch einmal genau an. Sie dachte, man träumte oft Unsinn zusammen, denn wohl alle diese Menschen lebten noch, deren Gesichter man hier auf den Medaillons sah, wie er lebte, der sie im Traum geküßt, und zärtlich zu ihr gesagt: „Jetzt sollst du für immer bei uns bleiben!" Sie fuhr sich vorsichtig mit den Fingerspitzen der Rechten über die Lippen, als müsse sie dort etwas suchen, und sie erschauerte leicht. Suchte sie die Spuren des Kusses dieser Traumnacht? Ihr Vater klopfte an ihre Kammer und sagte: „Steh auf, Angela mia, die Sonne scheint dir schon aufs Bett. Sie ist heute so schön wie noch nie. Auf, Langschläferin, du mußt unseren Palmenzweig weihen lassen." Da wusch sich Angela und machte sich zurecht. Ein neues Kleid aus schwarzer Kunstseide zog sie an, das silberne Bärtchen um Halsausschnitt, Manschetten und Rocksaum und einen Gürtel aus Silberband hatte. Neue Halbschuhe mit Lackspitzen trug sie dazu, und über ihnen glänzten matt die grauen Sei den- strümpfe. Ihr Palmenzweig war lang, und sie hatte ihn mit Gold- und Silberfaden und einer hellblauen Schleife geschmückt, in die zwei Lilienköpfe eingeknüpft waren. Sie willigte ein. „Also will ich mir die von dir entdeckte Sehenswürdigkeit betrachten", lächelle sie. „Komm mit zur Palmenweihe", bat sie den Vater, denn da er ja zum erstenmal gewünscht halle, sie solle einen Palmenzweig weihen lassen, durfte sie auch hoffen, daß er sie begleite. Ader er lehnte hastig ab, und so ging sie denn allein. In ganz Barcelona, um alle Kirchen herum, wogten heute die gebleichten Palmenzweige, in ganz Spanien trugen an diesem Vormittag Männer, Frauen und Kinder die blassen, geschmückten Wedel in den Händen, die meist aus bem berühmten Palmenhain von Elche stammen, ber wie ein Wunbergarten Afrikas nahe bei Alicante liegt. Ein zauberhaft schöner Ort am Mlltelmeer. Zur Mittagsstunde war ber Palmenzweig, den Angela hatte wechen lassen, schon an der Tür des kleinen Häuschens befestigt, das Wulf Speerau mit feiner Tochter bewohnte. Nichts lag ihm mehr daran, baß man wußte, wer er einmal gewesen, in wie glänzenden Verhältnissen er gelebt hatte. Was war das jetzt für ein Unterschied gegen damals! Obgleich er mit ber Vergangenheit abgeschlossen, mahnte ihn boch bas Gewissen an bie Tat, bie er einst begangen. Man nannte den Vater Angelas hier Esperao, benn Speerau konnte man nicht aussprechen, unb Esperao nannte er sich auch längs selbst, es war Wulf Speerau nur recht gewesen, daß fein richtiger Name auf biefe Weise unterging. 16. Am Montag früh wollte Angela die Annonce in die Straße Palayo bringen, wo sich bie oielgelesene Morgenzeitung „Vanguarbia" befand, aber ihr Vater fühlte sich nicht wohl, unb sie konnte erst spät in ihren Kiosk gehen, ba muhte sie den Gang not- gebrungen auf ben Nachmittag verschieben. Nach dem Essen erklärte ihr Vater: „Ich fühle mich wieder ganz wohl und möchte nachher einen längeren Spaziergang machen." Angela dachte, daß sich ihr heute vielleicht die Gelegenheit bot, zu erforschen, wohin ber Vater ging unb wo er immer gewesen, wenn er mit so nachdenklicher unb boch zufriedener Miene nach Hause zurückkehrte. Sie wartete fein Weggehen ab und folgte ihm. Er ging schnurstracks nach der Station der Untergrundbahn. Sie mußte sehr vorsichtig sein, um nicht von ihm gesehen zu werden, aber es gelang ihr, da er sich nicht umwandte. Sie nahm eine Fahrkarte bis zum Ende ber Strecke, unb als er in ben ersten Wagen stieg, bestieg sie ben zweiten. Vom oorberen Fenster aus konnte sie in den ersten Wagen hineinsehen. Sie sah, wie sich der Vater setzte, und daß er sitzen blieb bis zum Platz Catalunja. Nach dem Aussteigen ging er ein Stück die Ramblas hinunter, diese schöne, alte Hauptverkehrsstraße der Stadt, unb bann bog er nach ber Straße Carmen hinüber. Jetzt war Angela wirklich gespannt, wohin er seine Schritte lenkte. Sie hatte sich ihr helles Kleid mit bem (silberbesatz angezogen und sah so schön aus, daß ihr die Leute nachblickten. Aber sie achtete nicht darauf. Sie kam so selten einmal in diese Gegend, wo das Herz der großen Stadt am wärmsten und kräfttgsten schlug. Alles interessierte sie, und dabei mußte sie noch auf ben voranschreitenden Vater achten, benn bie Spannung der Frage wuchs D.in Sekunde zu Sekunde: wo ging ber Vater denn eigentlich nur hin? An ber Ecke ber Straße Carmen verweilte er flüchtig, bann trat er in bie Kirche ein, war ihren Augen entschwunben. - Angela blinzelte in ben strahlenden Nachmittag. Sie mußte sich geirrt haben. Es war doch nicht möglich, was ihre Augen eben gesehen hatten. Und bann, nach einem Weilchen, betrat sie ebenfalls die dämmerkühle Kirche und spähte nach bem Vater umher. Endlich fand ihn ihr Auge: dort drüben saß er aus einer Bank nahe dem Seitenallar, ben viele Kerzen umflammten. Sie setzte sich zwei Bänke weiter zurück unb beobachtete ihn. (Fortsetzung folgt.) ■ • SW MO In Gießen alleinige Niederlage1 wollen Sie gut schiefen - “OFMlS“ wlt Haus der Handarbeit anschaffen! Seltersweg Nummer 73 02468 Gießen, den 19. April 1933. Die Beerdigung findet Freitag, den 21. April, nachmittags 3/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. In tiefer Trauer: Emilie Lüdeking, geb. Herrnbrodt Familie Karl Lüdeking jr. Gestern abend um */?8 Uhr entschlief unerwartet mein guter Mann, unser treuer Vater und Großvater Karl Lüdeking sen. im 86. Lebensjahre. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 6% Uhr unseren herzensguten, lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Herrn Anton Dietz Zugführer i. R. im Alter von 65 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Liesel Kröck, geb. Dietz Hans Dietz Karl Kröck, Dachdeckermeister Minna Dietz, geb Ruppel. Gießen (Krofdorfer Straße 22). den 19. April 1933. Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 21. 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Aber anderes unter den Äm gleichen Ta gentinische Svndei nördlich der Mer d.e deutschen Mn. re chs empfangen, überreichte. die 2t finales aus seine harmlos aus, es in aller Harmlos ihm im Sande vc in der Luft lii England, Sc nicht zustande Io gerechnet werden spräche aufgegebc in seinem Garten tische Löwe zwisct kreuz zu sehen ist es bereits einige sie haben nicht u Aun gibt es z U nen Lerdauungsfr der liegende und b gestört werden ms: man toigij sein Will net werden kann: c nicht traut und daß- und Ätberiche zu sc vor allem aber d Ule Bündnis drei Grohmäch ersticken möchte. Ze nung bildet das loc menschlich der „jüj verhüten Daher L schönsten Worte, d Mussolini. Erstes Ergebnis sagt nicht Za unt PE, es seht nur, mert und mit dem - Aaoemic für stiljs Voten, der Pax ror entgegen. Gerade ö toll Durchaus de fWn Einerlei mi allen Wirb, wenn 1 Inh I'eber ein, undllar zu fagen. Deutsches 1. eins ^on Jjto sich 160) ’S; MZ § bet'T ^eund, öc i“nst £fcI" i Zelter fSn ,6tüUl «Vetci| ®ut Ä öe *’M Ä r«» „Äb°nli inc eifrig ^schnell !!^enger?^t tour& Aus x: ,®e ein r S^la9e US Qli Irlich , da« Qci ^'chniacj v hiebei ^orzu ' aus ' Sa ^MetVn ei$1' rihiine Nr. 92 Zweites Blatt Donnerstag, 20. April 1933 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Römische Ostem. Von un|crcm römischen ^ Korrespondenten. Rom, an Ostern. Das Ringen um die Pax romana, der Kamps zwischen den im Geiste des Friedens erneuerten Mächten und den finsteren Gewalten der Kriegspsychose, zwischen dem neuen Europa und einer falschen, im Romantizismus stcclengebliebe- nen Glorie, der Kampf zwischen heute und gestern ist in vollem Gange. So sieht es wenigstens für den Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts aus, der sich nach einer dem technischen Fortschritt, der Grenzenverschiebung angemessenen Atmosphäre sehnt. Die Politiker freilich sehen keine Aushebung der Grenzen durch den Luftverkehr, der unserer Zeit das Gesicht gibt, sondern im Gegenteil einen Rückfall in die Kleinstaaterei, und in dem Mussolinipakt bestenfalls einen Versuch, zu einem zehnjährigen Waffen still st and zu kommen. Die Offiziere schließlich glauben, im Grunde gehe es doch nur um die R ü st u n g, und da die besten Geschütze getarnt zu werden pflegen, finden sie es ganz in der Ordnung, wenn die Diplomaten von Abrüstung sprechen. Jeder hat jedenfalls seine eigene Anschauung, keiner weist etwas Genaues, und zweck- mähig must es daher scheinen, nach Rom zu gehen an den Herd des politischen Werdens und Geschehens. Wieder einmal ist das Tiber» babel »um Rabel der Welt geworden. Groß- Britannien macht sich auf zu Mussolini, Deutschland kommt, Oesterreich ist Da, Ungarn schickt seine besten K^pse. Alles kreist um den Duce, ähnlich wie während des Krieges alle Blicke nach Amerika sich richteten und von dort das Heil erwartetem Aber freilich, jeder versteht etwas anderes unter dem Heil. Am gle chen Tage mußte Mussolini eine argentinische Sondergesandtschaft, deren Mission nördlich der Alpen viel zu wenig beachtet wurde, b.e deutschen Minister und den Botsch. fter Frank- re chs empfangen, der ihm das „Memorandum" überre'chte, die Antwort des mächtigsten Militär- । staates auf seinen Friedensvorschlag. Es sieht harmlos aus. es ist harmlos gedacht und wird in aller Harmlosigkeit wie so viele andere vor ihm im Sande von Genf verlaufen, wenn — die in der Luft liegende Entente zwischen England, Deutschland und Italien nicht zustande kommt. Andernfalls darf damit gerechnet werden, dast die übliche Kabinettssprache aufgegeben und Franlre ch ein Osterei in seinem Garten finden wird, auf dem der britische Löwe zwischen Liktorenbündel und Hakenkreuz zu sehen ist, ohne zu brummen. So malen es bereits einige Pariser Zeitungen aus, und sie haben nicht unrecht. Run gibt es zwei Frankreich: eines, das seinen Verdauungsfrieden haben und so wenig wie der liegende und besitzende Fafner in feiner Ruhe gestört werden möchte und daher tatsächlich, wenn man witzig sein will, als .,p a z i f i st i s ch" bezeichnet werden kann ein anderes, das dem Siegfried nicht traut und daher am liebsten sämtliche Mime und Albcriche zu seinen Bundesgenossen machen, vor allem aber das gefährliche vertikale Bündnis zwischen den übrigen drei Großmächten Europas im Keime ersticken möchte. Den Hauvtsaktor in dieser Rechnung bildet das logische Bestreben, einen Zusam- menschluh der „zwei faschistischen Rationen" zu verhüten. Daher Liebäugeln mit England und die schönsten Worte, die sich auftreiben lassen, für Mussolini. Erstes Ergebnis: das Memorandum. Es sagt nicht 3a und nicht Rein zu dem Vierer- Pakt, es seht nur, wieder einmal anders garniert und mit dem neuesten Zierrat der Genfer Akademie für stilistische Spitzenleistungen dargeboten, der Pax romana eine paix ä la tran^aise entgegen. Gerade das, was man in Rom nicht will. Durchaus denkbar daher, daß Rom, des ewigen Einerlei müde, Herrn de Jouvenel einladen wird, wenn nicht an Ostern, so an Pfingsten, doch lieber einmal Rom-Karthago zu spielen und klar zu sagen, was er in seiner Toga berge. Mit Sophistereien ist heute nicht weiterzukommen. 3n der Tat muh einem der Vecleider kommen, um es schweizerisch auszudrücken, wenn man Tag für Tag die französischen und italienischen Zeitungen dieselben Gegensätze Wiederkäuen sieht. „Die fränkische Demokratie kann einer Rückkehr zu dem System der Bündnisse nicht zustimmen."- So der Extrakt der Doulevardpresse. Darauf stellt die römische sest, daß ja gerade Frankreich mit seinem Bundesgenossensystem an der Spitze der Vorkriegsmentalitäten stehe. „Frankreich kann einen Viererpakt niemals an- nehmen." ilnb Rom: Gerade Frankreich hat in seinem Interesse den Viererpakt von Locarno geschaffen. Wo ist die Wahrheit? Vielleicht in — Po - I e n. Aus dem Osten kommt uns tt enn nicht das Licht, so doch die Erleuchtung. Der polnische Gesandte in Paris soll Paul Boncour rundheraus erklärt haben, dast Polen den sofortigen Krieg einer Revision der Verträge vorziehen würde, ilnb unwidersprochen blieb es, dast in Warschau auf der Straße zum Krieg gehetzt wird. Mussolini seht sich hin und schreibt für englische Zeitungen einen geharnischten Artikel gegen den Größenwahn der Kleinen Entente. Die gezierte Sprache des „Memorandums" kommt da nicht mit. Göring unterhält sich mit Balbo über die Luftschiffahrt, über die Fesseln, die nur noch auf der deutschen lasten, und findet volles Verständnis. Da es zum guten Ton gehört, nicht mehr am römischen Bahnhof, sondern am römischen Himmel einzutreffen, und nach einem Respektbogen um die Peterskirche vor Balbo zu landen, ist auf diese Weise plötzlich auch Doktor Dollf uh, der „österreichische Bismarck" da. ilebcrall ein neuer Ge'.ft gegenüber dem gestrigen des Memorandums. Und man setzt sich zusammen und verhandelt, statt wie in Genf zu palavern. Es zeigt sich, daß Staatsmänner, die gewiß auch in Genf ihren Redner stellen würden, am Tatgeist eines Mussolini sich entflammen und Akteure werden können, Männer. Die Franzosen tun ihrem Botschafter unrecht, wenn sie ihm das Rückgrat absprechen und ihn gleichzeitig zwingen, immer noch auf dem ausgefahrenen Geleise hin- und herzurutschen. Feucrgeister an die Front! Quertreiber und Wichtigmacher wie Herr Titulescu sind wenig gefragt, berufsmäßige Deutschenfresser so unbeliebt wie das recht kommerzielle „Weltgewissen" in Rom. Wenn nicht der Ausmachung, so doch der Bestimmung nach tagte in der SUrtoodje in Rom eine Art Wiener Kongreß. Wenn alle guten Willens sind, haben wir noch in diesem Sommer den Frieden. Und wenn es bloß ein zehnjähriger Waffenstillstand wäre, man müßte ihn nach einem fast zwanzigjährigen Kriegszustand begrüßen. Der Vatikan m.id)t inzwischen — Herr von Popen, der vielgeschmähte, wird es erreichen — seinen Frieden mit dem Nationalsozialismus, wie er ihn mit dem Faschismus gemacht hat. Am Öftermorgen erschien der Papst auf der äußeren Loggia der Peterskirche und erteilte den großen Segen urbi et orbi. Empfänge beim Staatspräsidenten. Darmstadt, 19. April. (WSN.) Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Der Staatspräsident empfing am Mittwoch den Präsidenten des ReichsbundesderKinderreichen Herrn K o n r a b. Die Frage der kinderreichen Familien ist bekanntlich eine der wichtigsten und grundlegendsten der deut,chen Zukunft, was schon daraus hervorgeht, daß der Herr Reichskanzler — trotz seiner beschränkten Zeit — dem Präsidenten des Reichsbundes der Kinderreichen Herrn Konrad eine Unterredung von über einer Stunde gewährte. Ferner sprach vor eine - borönung der nationalsozialistischen Pfarrer Hessens. Es wurden organisatorische Fragen und das Verhältnis zwischen Staat und Kirche behandell. Des weiteren überreichte eine Abordnung der Allgemeinen Deutschen Kunst-Genossenschaft von 18ö6 dem Herrn Staatspräsidenten eine künstlerisch ausgeführte Glückwunschadresse. Ferner sand eine Unterredung statt mit Rechtsanwalt Meisel. dem Staatskommissar für die Hessische Anwaltskammer. Es sprachen außerdem vor Vertreter des Verbandes hessischer Schornsteinfeger und Vertreter der hessischen Aerzte- kainmer unter Führung von Dr. Brüning. Staatsregierung und Konsumvereine. Darmstadt, 19. April. (WER.) Die Pressestelle bet Staatsregierung teilt mit: Der Staatspräsident empfing am Dienstag die Vertreter des Südwe st deutschen Verbandes deutscher Konsumvereine. 3n bezug auf die weitere Duldung der Konsumvereine drückte der Herr Staatspräsident im Verlause der Unterhaltung den Wunsch aus, daß die Beamten, soweit sie Genossenschafter der Konsumvereine sind, aus diesen a u s t r e » t e n müßten. Außerdem sei es selbstverständlich, bah bie steuerliche Bevorzugung bet Konsumvereine gegenüber ben sonstigen Geschäftsleuten in Zukunft auf hören müsse unb werbe. Nächtliche Polizeiaktion im Kreise Wetzlar. Wetzlar. 19. April. (WSR.) Unter Leitung bcs Staats komnnssars Stephan und unter Hinzuziehung von SA, LS., Landjägern und Beamten der kommunalen Polizei wurde in der Rächt zum Dienstag ein als besonders kommu- nisnsch bekanntes Dors im Kreise Wetzlar umstellt unb Haus für Haus systematisch durchsucht Die Maßnahme war notwendig geworden, weil der dringende Verdacht bestand, daß aus dem angrenzenden Hessen verbotene Druckschristen der KPD in das Kreisgebiet eingeschleppt unb unter bie Arbeiterschaft verteilt würben. Aus biefem Grunbe wurden auch bie Verbinbungs- straßen nach Hessen, sowie alle anbern Straßen überwacht unb Passanten zu Fuß unb zu Rad burchsucht. Reben zahlreichem verbotenen Material (Druckschriften, Waffen usw.) fanben sich Anhaltspunkte dafür, daß die in Hessen zuletzt bekannt gewordenen Hetzblätter infolge der augenblicklich scharfen Überwachung in weit geringerer Zahl in ben Kreis Wetzlar gelangten. Das Rätsel des Vogelzuges im Lichte der neuesten Forschung. Ein Vortragsabend in der Technischen Hochschule zu Darmstadt. Dor geladenen Gästen der Technischen Hochschule unb der naturwissenschaftlich interessierten Vereinigungen sprach im Auftrage des Dogelschuhvereines für den Dolksstaat Hes- . fen Dr. Karl Rudolf Fischer vorn Forstzoo- log.sehen Institut der Universität Gießen. Rach der Begrüßung durch ben Ches ber Ministerial- verwaltung, Lanbsorftmeister Hesse, führte ber Redner in seinem Vortrag über „D ie Psychologie des Vogelzuges unb b i e Aerobynamik des R e s o n a n z s l u g e s keilförmig geschlossener Vogelformationen" xl a. folgendes aus: Die Psychologie bes Vogelzuges ist bas schwierigste Kapitel der gesamten Ornithologie. Der Klärung ber Zentralprobleme ist man noch außerordentlich fern. Und dennoch ist ber instinktive Trieb zum Wandern bei den Zugvögeln so selbstverständlich, wie der ozeanische Pulsschlag von Ebbe unb Flut. Heber bie Entstehung des Wandertriebes sind die Ansichten sehr verschieden. Allgemein wird seine Entstehung hergeleitet von der Ansicht, daß die in ferner erdgeschichtlicher Vergangenheit zurückliegenden Veränderungen auf der Erdoberfläche die Voraussetzung geschaffen hätten. Richt im Klaren ist man sich über die organgebundene Vermittlungsstation zwischen Ursache unb tierpsychologischer Wirkung. So steht man vor ber Erwägung, entweder bie in Betracht kommende treibende Kraft in jener Aeußerung physiopsychifcher Organisationshöhe zu erblicken, für die man das Wort „Vernunft" geprägt hat, ober man muß zu bem heißumstrittenen unb damit definitionsmäßig fadenscheinig gewordenen Begriff „3nstinkt" seine Zuflucht nehmen. Vernunft ist abzulehnen, da sie nur beim Menschen vorhanden, abstrakt-geistige Kombinationsmöglichkeit voraussetzt. 3nstinkt ist unglücklich, weil hinsichtlich seiner Begriffsbestimmung, von der menschlichen Psychologie hergeleitet, eine haltlose Begriffserweiterung in ber Richtung eines „gefühlsmäßigen Verstehens" in bieses Wort hin- eingetragen würbe. Bei ber Begriffsdeutung muß man davon ausgehen, daß die drei Stei- gerungselemente aller Lebenstätigkeit, nämlich ..Empfindung", „Instinkt" und „3ntelligenz" die Gradhöhe jeglicher Entwicklungsorganisation bestimmen, die das Lebensniveau eines Tieres zu charakterisieren imstande sind. Man muß weiter die Möglichkeit zugeben, baß biefe bem ?weiten Steigerungselement zugeordneten „3nstinkte" eine Monopolangelegenheit des psychischen Erbgutes sein können, dessen aufbauende Ahnenkette bereits eine historische Angelegenheit zu sein vermag. Demnach die Definition: Instinkt ist zweckmäßiges Handeln ohne vorausgehendes Zweckmäßigkeitsbewußtsein. Damit wird ber Instinkt zu einer Angelegenheit des An- oder Eingeboren- seins. Dieser Hinweis legt es nahe, die psychischen Qualitäten der Instinkte ihrer Herkunft nach zu untersuchen. Man erkennt, daß sie eine Frage der „Reizbewegungssysteme" (Sommer) sind, bei denen durch Reizung von bestimmten Sinnes- flächen, infolge einer präformierten Anlage von Rerven und Muskelapparaten, bestimmte Impulse und Dewegungsmechanismen ausgelöst werden. Die Frage: „Wann zieht der Vogel?" können wir reell beantworten auf Grund der Tatsachen, die vor unseren Augen liegen. Die Frage: „Warum zieht der Vogel i m voran s?" bedarf eines umfassenden Ausblicks. Um die Entstehung des Wandertriebes streiten sich zwei Meinungen. Gräsers naturhistorische Theorie, unb der biologische Erklärungsversuch von Meiden- b a u e r. Gräser sagt, unter der Einwirkung gewaltiger geologischer und klimatischer Veränderungen nahmen die Rahrungsflüge der Vögel inz sofern einen regelmäßigen Charakter an, als nach Rorden gerichteten Flüge im Herbst unb die nach Süden gerichteten im Frühjahr als dauernd schädlich ausgeschieden wurden. Die Meidenbauer- sche Theorie dagegen beruht in ber Verbindung der Ernährungsfrage mit der Tagesdauer während der Brutzeit. Es ist bekannt, daß bie Zugbedürftigsten unter den Vögeln sich von Insekten unb Würmern ernähren, eine Rahrung, die in unseren Breiten im Sommer leicht, im Winter gar nicht aufzutreiben ist. Rur ein langer Arbeitstag kann die Höchstleistung der Drutversorgung bewältigen. Der Zwölfstundentag des dämmerungslosen Aequatorialgurlels kann dieser Anforderung nicht genügen. Das vermag der Sechzehnstundentag der gemäßigten Zone. Wir müssen jetzt erkennen, daß alle auf Empfindungen beruhenden unb ber Orientierung bienenden Triebhandlungen psychische Elemente sind und das Crregungsprodukt bestimmter sensibler Rerven nach Reizung durch die zugehörigen Sinnesorgane. Danach bleibt nach jedem Reiz, der die Empfindung als subjektives Psychisches Erlebnis ausgelöst hat, im Gehirn bie Spur bes durch Sinnesreiz irgendwo zustande gekommenen Vorgangs zurück. Damit ist eine organi* s ch e Grundlage gewonnen für die Vorstellung, daß Erinnerung unb Gebäch t nis beim Tier vermöge ber Ratur der Rervensubstanz denkbar sind. Wenn uns auch bislang noch völlig bie Einsicht in bie Art ber Reizung unb bie Stelle Deutsches Männerchorwesen einst und jetzt. hon Artur Holde. Als sich 1903 die Sänger aus allen Gauen in Frankfurt zum „Kaiser-Wetlsingen" zusammenfanden, konnte bas deutsche Männerchorwesen aus fast ein Jahrhundert Lebensdauer zurückblicken. Ein fröhlicher Kreis von Künstlern unb Kunstfreunden war in Berlin, als man ein nach Wien übersiedelndes Mitglied der Tafelrunde mit Wort und Ton wegfeierte, auf den Gedanken gekommen, den gesanglichen Improvisationen eine feste Form zu geben Der angesehenste Musiker dieses Zirkels, Karl Friedrich Zelter, Goethes intimer Freund, der schon seit Jahren Dirigent der dem gemischten Ehorgesang dienenden „Singakademie" war, übernahm den organisatorischen Ausbau. Damit war die Gründung ber ersten „Liedertafel" für Männerchor erfolgt. Der junge Verein brauchte geeignetes Liedmater,al. Zelter stellte bereitwiiligst eigene Gesänge zur Verfügung, von denen manche noch heute als edelstes Gut volkstümlicher Volallun't zum eisernen Bestand der Männerchöre gehören- Für die eingeborene Sangesfreude des Deutschen hatte man eine neue, verhältnismäßig leicht zugängliche Form künstlerischer Betätigung gesunden. Ueberall in Deutschland ahmte man das Berliner Vorbild nach, unb selbst auf die Schweiz und später auf Oesterreich griff die Bewegung über. Schon in den dreißiger Jahren befaß Deutschland ein dichtes Retz von Vereinen, in denen die schnell wachsende Männerchorliteratur eifrig gepflegt wurde. Während man im Rorden strengere Tendenzen, auch in gesellschaftlicher Hinsicht hatte, gab der Süden, besonders die Schweiz, der Chorpflege ein mehr volkstümliches Gepräge. Auf die kühnen Anläufe der ersten Z it folgten Rüäschläge: das gesellige Moment beginnt ungebührlich breiten Raum zu gewinnen, und die Bezeichnung „Liedertafel" bekommt einen Beigeschmack, der auf Vereinsmeierei und auf bie Bevorzugung „leichtfahlicher", ebenso effektvoller wie banaler Chorlieber hinbeutet. Schon Robert Schumann jammert über bje „ewigen Quart- sextallorde" des Schaffens feiner Zeit. Uns ist es auffällig, wie verhältnismäßig wenig sich bie großen Komponisten bes vorigen Iahrhunberts des so verbreiteten Klangmelobiums ber Männer- chöre bebient haben. Rein organisatorisch unb bamit später auch künstlerisch bekam das Männerchorwesen ein vorteilhaftere ficht, als man 1852 zur Gründung des „D c i e n Sängerbundes" schritt, der dunäu; nen lockeren Zusammenschluß einzelner Qkix.nc unb Bünbe barstellte. Damit war ber Idee, große gemeinsame Sängerfeste zu veranstalten, praktisch der Boden geebnet. In Qlb» ständen von mehreren Jahren kam man in deutschen Großstädten zusammen, um in mächtigem Ausmaße die künstlerische Situation des Männerchorgesanges klarzustellen. Allmählich werden alle Volkskreise in die Bewegung hineingezogen: Einzelne Berufsgruppen wie die Lehrer schließen sich zu eigenen Vereinen zusammen, ebenso die schon von Anfang an am chorischen ’ Gesang interessierten S t u - deuten, die selbständige Sängerschaften ins Leben rufen Starke Impulse bekommt das Männerchorwesen bann burch bie Zusammenfassung ber (in ihren Ansätzen schon auf die sechziger Jahre ,uirüdrcid)cnben) Arbeiter- chöre in dem i. 03 gegründeten „Deutschen Ar- beiterfängetbunb", ber sich mit ausgeprägt methodischen Mitteln um die vokale Erziehung der werktätigen Bevölkerung bemüht. Er war es auch, der die Angliederung von Frauen- und gemischten Chören systematisch durchgeführt hat. Für alle Gesangvereine, am einschneidendsten naturgemäß für bie Männerchöre, brachte der Krieg eine schwere Krise. Eine noch größere, anhaltende Bedrohung bedeutete schon vorher das Aufblühen des Sports. Die nachwachsende Generation entzog sich mehr und mehr einer von den Vätern freuöig geübten Pflicht. Dieser Gleichgültigkeit ber Iugenb sind die Bünde in ne"er Zeit mit kraftvollen Maßnahmen entgegen- i etreten. Man ist sich bewußt geworden, daß eine Regeneration mit ernsthaften Bemühungen um die Hebung ber Männerchorliteratur verbunden sein müsse. Dieser Gedankengang hat zur Einrichtung der „Rürnberger Sängerwoche" geführt, in ber seit 1927 wertvolle neue Chorschöpfungen vorwiegend fortschrittlicher Haltung von hervorragend geschulten Vereinen vorgetragen werben. Wer bie Veranstaltung in Nürnberg unb ben gewaltigen für bas Frankfurter Sängerfest auf- gebotenen künstlerischen Apparat zum Maßstab nimmt, wer überdies die Kleinarbeit ber Vereine beobachtet, ber wirb sich bewußt, bah sich das deutsche Männerchorwesen im Aufschwung befindet. Man hat überall einsehen gelernt, daß der Chorgesang mehr als ein unterhaltsamer Zeitvertreib für müßige Abendstunden fein kann. Die steigende künstlerische Tendenz wirkt sich zunächst in einer strengeren, verantwortungsbewußteren Auslese des vorhandenen Roten- materials aus. Man umgeht zunehmend Texte, die pseudovolkstümlich das Schähelein, den guten Tropfen und andere Freuden des irdischen Daseins scherzhaft Preisen. Man räumt auch mit dem Unfug der Wiegenlieder auf, die, in vierfachem Piano schmelzend gesäuselt, ehedem als Prunkstücke des Programms betrachtet wurden. Auch von ben „stimmungsvollen" Balladen mit ihren groben, dem Vokalen wesensfremden Instrumentalwirkungen rückt man ab. Die gesunde Auffassung bricht sich wieder Bahn, daß es nicht darauf ankommt, auf Wettstreiten mit Werken zu paradieren, die an die Höchstgrenze virtuosen Etiles gehen. Man wird sich vielmehr bewußt, daß die Intensität des musikalischen Erlebens und die innere Wahrheit der künstlerischen Arbeit entscheidend ist. Dieser Aufwärtsbewegung kommt entgegen, daß sich zahlreiche Komponisten von gediegenem Kön- nen unb selbständiger Haltung neuerdings auf das Gebiet des Männerchorgesanges begeben haben. Die Hersteller massiver Dutzendware, die ihre Produktion mit geschickter Reklame im Selbstverläge verbreiten, sehen sich plötzlich in Konkurrenz mit angesehenen Tonsetzern. Erwin L e n d v a i s reiches, wertvolles Männerchorwerk gibt ehrgeizigen Vereinen lohnendes Material. Armin K n a b , ein Lyriker von Geblüt, ber an bie Wurzeln bes deutschen Volksliedes vorzudringen weiß, wartet mit melodisch ansprechenden, wohlgesormten Gesängen auf, und Walter Rein stellt mit charaktervollen Arbeiten die Beziehungen zum frühmittelalterlichen Lied her. Roch einer ganzen Reihe von begabten Tonfehern ber jungen Generation verbankt der Männerchor überdies beachtenswerte Arbeiten. Zu ihnen gehören Otto I o - ch u m , Franz Philipp, Hugo Herrmann. Bemerkenswert» ist, daß sich diese Komponisten überwiegend von dem üppig ausgebreiteten „schönen" Klang der Vorkriegszeit lossagen. Man weicht auch gern von der srüher üblichen Dier- stimmigkeit ab unb wählt brei ober auch, bem Stll ber Madrigalzeit angepaht, fünf Stimmen. Man greift ferner mit Vorliebe zu geistlichen Dichtungen, bewußt um die Vertiefung des religiösen Lebens unserer Zeit bemüht. Werden instrumentale Mittel herangezogen, dann geschieht es nicht in der früher bevorzugten Form des großen Orchesters, die heute schon aus wirtschaftlichen Gründen aussichtslos wäre. Der Instrumentalapparat wird vielmehr differenziert, indem man den Vokalklang mit Holzbläsergruppen, Blechinstrumenten ober StreicherEnsemdles gesondert ober ge- mischt, oft auch in Verbindung mit Schlagzeug, ein- foßt. Früher nie gekannte Wirkungen reizvollster Art entstehen auf diese Weise und die Komponisten sehen Entfaltungsmöglichkeiten, die in einer Epoche konventioneller Liedertafelei nicht bestanden haben. Die neue künstlerische Situation der Chöre ist eng mit dem Umstand verknüpft, daß jetzt ein musikalisch besser fundierter, auch in der Allgemeinbildung höher stehender Dirigentennachwuchs vorhanden ist. Reben den vielen tüchtigen Chorführern der älteren Generation hatten sich überall Dilettanten eingeniftet, bie sich ihre Stellung mehr durch organisatorische Geschicklichkeit und durch gesellige Talente als durch fachmännisches Können geschaffen hatten. Die jüngeren Dirigenten wenden sich jetzt zunehmend von dem System der Wettstreite ab; sie wissen, daß ein wohlvorbereiteter „Liedertag", ein einfaches „Sängertreffen" mehr künstlerischen Gewinn bringt als ein mit falschem Ehrgeiz übersteigertes Konkurrenzsingen, dessen Vorarbeit nur zu oft in geistloses Training ausgeartet ist. Das jetzt in allen Gauen sichtbare Aufblühen des Männerchorwesens beweist deutlich, daß der Männergesang zu den besten, unerschütterlichen Grundlagen der Musikpflege in Deutschland gehört. bessert die Minusaktivität der schwächeren an, so daß die Schwarmverbindung nie abreißen kann. So kommt es. daß ein Individuum, das mehr an Arbeit leistet, als zu seiner Fortbewegung — in gleichzeitiger Beziehung zu dem Tempo des elastischen Feldes gesetzt — notwendig wäre, auf diese Weise überschießenoe Vortriebsenergie auf die Gesamrfur- mation und dadurch an schwächere Zugpartner überträgt. Spannt aber umgekehrt ein Individuum infolge des Vorhandenseins von allzu großer Unterenergie das elastische Verbindungselement des Wechselfeldes so stark an, daß es eigentlich hinter dessen automatischer Kollektivbewegung herfliegen müßte. dann liegt „Phasennacheilung" vor, die dadurch ausgeglichen wird, daß ihm der gesamte erforderliche Energiefehlbetrag vom Kraftfeld zugeführt wird. Ein neutraler Fall ist gegeben, wenn die Eigenperiode des Tieres gleich der resultierenden Periodenzahl des Feldes ist, d. h. die Eigengeschwindigkeit des Tieres hät mit der des Feldes gleichen Schritt. Mit Worten des Dankes schloß Landforstmeister Hesse den außerordentlich Instruktiven Abend, der infolge der scharfen und klaren Definitionen und erschöpfenden Ausführungen über die moderne Vogelzug- und Flugforschung eine sehr wertvolle Wissensbereicherung brachte. Wirtschaft. der Einwirkung am Körper fehlt, so ist es doch wahrscheinlich, daß es sich um eine physikalisch bedingte Erregung bestimmter Hautnerven des LIlnarisgebietes handelt. Der Zugtrieb an sich entsteht unter dem Einfluß gewisser innensekretorischer Dorgänge. Der Referent hat hinsichtlich der Orientierung die These ausgestellt, daß der Dogel organisch irgendwie befähigt ist, im Frühjahr die Richtung der Kälteflucht und im Herbst die Richtung der Wärmestucht wahrzunehmen und im Zugversolg zu kontrollieren. Reizschwelle wird dabei ein gewisses Temperaturminimum sein. Die „Veranlagung" kann sich im Laufe der stammes- geschichtlicyen Fortentwicklung sowohl, als der umweltgebundenen Anpassungserzieyung der Art, sowie der individuellen Criahrungsbereicherung verfeinern und spezialisieren. Wit anderen Worten, es liegt der Orientierung nicht, eine erlernte oder vererbte Kenntnis des einzuschlagenden Weges zugrunde, sondern eine organische „Befähigung". Außer Empfindungen und Antrieben können auch noch Erinnerung und Vorstellung bei der Auffindung des Weges beteiligt sein. Für die Zugrichtungbestim- mung kommen biochemische Gründe in Verbindung mit den physikalischen Eigenschaften der Materie in Frage. Die Aerodynamik des Resonanzfluges beruht auf folgenden Tatsachen: Die Flügeljchläge aller in den Zug eingeschalteten Tiere erfolgen in gleichem Rhythmus. Die linienhafte Verbindung aller Flügelspitzen ergibt eine sinusförmige, symmetrische Kurve. Der erste Vogel des Geschwaders erzeugt eine in dem Raum sich weiter bewegende Schwingung. Bei der Einstellung auf den geringsten Luftwiderstand muß nun jedes Tier bestrebt sein, seine Flügelstellung den vom Vordermann hinterlassenen Luftwellen anzugleichen. Da dieser Vorgang sich gleichzeitig bei allen Tieren wiederholt, kommt ein regelrechter Gleichschritt zustande. Jeder Vogel ist dabei als Schwingungsgenerator in dem resultierenden Gesamtfeld anzusehen. Bei dieser Art von Schwm- gungserzeugung sind hinsichtlich der Periodenzahl zwei Verbindungsfälle möglich, und zwar erstens in Form von Schwebung (Interferenz) und zweitens in Form von Abstimmung (Resonanz). Interferenz liegt vor, wenn sich in einer gekoppelten Zugformation Individuen verschiedener Größe befinden, da körperliche Dimensionsdifferenzen im Fluakeil verschiedene Eigenperioden zur Folge haben. Umgekehrt tritt in allen Fällen, in denen gleich starke Tiere mit gleicher Eigengeschwindigkeit sich einem Schwarm genügend nähern, automatisch ein Zustand ein, bei dem sich jede Leistungsdifferenz, die sich vorher in einer Perioden- und Amplitudendifferenz ausdrückt, in einer Phasendifferenz kenntlich macht. Sind also Kraftunterschiede im W^chselfeld vorhanden, dann tritt eine Art resultierende Eigenperiodenzahl auf, bremst die Plusaktivität der starken Tiere ab und Frankfurt: Aktien fest, Renten schwach. F r a n k f u r t, 20 April. (WTB. Drahtmeldung.) Die währungspolitischen Maßnahmen Amerikas führten an der heutigen Mittagsbörse zu einer merklichen Befestigung der Aktienkurse, während Renten infolge von Tauschoperationen allgemein schwächer lagen. Das Geschäft war für Spezialwerte etwas großer, während es im übriaen infolge Fehlens von Kundschaftsorders ziemlich klein blieb Die Spekulation schritt nach den gestrigen Rückgängen wieder zu Deckungen, so daß gegenüber der Abendbörse durchschnittliche Erhöhungen von 1 bis 1,50 o. H eintraten. Im Mittelpunkt des Interesses standen außer IG (plus 2,75 v.H.) Deutsche Erdöl (plus 2 v. H.), Scheideanstalt (plus 2 v. H.) und Siemens (plus 2,65 v. S) ) Ferner kamen am Montanmarkt Harpener 3,25 v 5)., Mannesmann und Rhein- stahl je 2,25 v. Sy und von Aktienwerten Westeregeln 2 v. S) fester zur Notiz. Von 1 bis 1,50 v H. hoher setzten noch ein Buderus, Gelsenkirchen, Klöck- nerwerke, Metallgesellschaft, AEG., Gesfürel, Süddeutsche Zucker und Schuckert. Bei Reichsbank, Schiffahrtswerten, Rütgerswerke und Daimler betrugen die Befestigungen 0,25 bis 0.50 v. H Bau- unternehmungsaktien, sowie Zellstoffaktien blieben gut behauptet. Am Elektromarkt lagen Licht. & Kraft 1,25 v. H. schwächer, auch Bekula und Lah- meyer waren knapp behauptet, ebenso am Montanmarkt Pbönix und Stahlverein Letztere waren allerdings gestern abend relativ fest Nach den ersten Notierungen ergaben sich mehrfach Schwankungen, es überwogen aber meist Befestigungen von 0,50 bis 1 v. Sy Deutsche Erdöl gewannen sogar 1,50 v. H. Am Rentenmarkt büßten Altbesitz 1,50 o Sy, Stahlvereinbonds 1,40 v Sy, Reichsschuldbuchforderungen 1 v. H. und Neubesitz 0,50 v. Sy ein, während Reichsbahnvorzugsaktien mit 100 v ^ behauptet blieben. Dollarbonds lagen im Freiverkehr von 1 bis 2 d. Sy schwächer. Von fremden Werten eröffneten Zolltürken etwas befestigt, während Bagdad- Bahn-Serien knapp behauptet lagen. Am festverzinslichen Markt bestand etwas Angebot, so daß die Kurse auf allen Gebieten zirka 0,50 bis 1 v Sy zurückgingen. Deutsche Anleihen konnten sich im Verlaufe um etwa 0,25 bis 0,75 v. Sy erhöhen. Im Verlaufe setzte sich die Aufwärtsbewe- Sfort, und insbesondere Spezialwerte, wie sche Erdöl, Harpener, Mannesmann, Siemens und andere erzielten neuerliche Erhöhungen von 1,50 bis 2 v. Sy, während auf den übrigen Marktgebieten Besserungen bis zu 0,50 eintraten, IG. blieben jedoch nur behauptet. Im späteren Verlauf beobachtete man infolge des Ausfalls der heutigen Abendbörse aus Anlaß des Geburtstages des Reichskanzlers Adolf Hitler kleine Glattstellungen der Kulisse. Die Grundtendenz blieb aber durchaus fest. Tagesgeld war zu 3 v. H. unverändert und leicht. tiranffurtci «(Diactnv.iibHarh. Frankfurta. M., 20. April. Auftrieb: 857 Rinder (268 Ochsen, 65 Bullen. 222 Kühe, 210 Färsen), 3568 Kälber, 41 Schafe, 4562 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere/ 29 bis 32 Mark, (ältere) 26 bis 28, sonstige fleischige 23 bis 25, Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 30, sonstige vollfleischige oder ausge- mäftete 22 bis 25; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 21 bis 24, fleischige 16 bis 20; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischiae ausgemäftete, höchsten Schlachtwerts 30 bis 33, voll- fleischiae 26 bis 29, fleischige 23 bis 25. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 41 bis 44, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 40, geringe Kälber 30 bis 35. Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 34 bis 37, von etwa 200 bis 240 Pfund 34 bis 38, von etwa 160 bis 200 Pfund 34 bis 37; fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 32 bis 36 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberftanb, Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine schlecht, erheblicher Ueberftanb. G. A Sport. Spielvereimaung 1^00 (Stkfcert. Grohen-Vuseck I — 1900 II 2:5 (1:2). Diese Begegnung fand am 1. Oster,eiertag in Großen-Buseck statt. Beim Seitenwechsel lautete das Ergebnis nach ausgeglichener Partie 2:1 für Ne Gießener, die aber dann leicht überlegen wurden. Drei weitere Treffer waren die Ausbeute. Das faire Spiel war stets interessant und stand unter guter Leitung. Grüningeu I — 1900 IV 2:3 (2:0). 1900 hatte zu diesem Spiel in Grüningen eine ziemlich zusammengewürfelte Wannschaft entsandt. Darunter litt das Zusammenspiel. Der Gastgeber erzielte denn auch bei leichter Zeldüberlegenh.it mit zwei Toren die Führung. Rach dem Wechsel kamen die Blauweißen in Fahrt. Zwei verwandelte Elfmeter und ein dritter Treffer sorgten für einen knappen 3:2-Sieg. Von Darmstadt nach dem Gaargebiet im Secre stuazeug. Am Wittwochnachmittag stieg hier der bekannte deutsche Segelflieger und Fluglehrer Riedel mit seinem Segelflugzeug, einer Condormaschine, auf. Er ließ sich von einem Motorflugzeug ungefähr 0 Meter hoch schleppen und steuerte dann seine Maschine westwärts über den Rhein, den Donnersberg, Kaiserslautern nach dem Saargebiet, wo er nach vierstündigem Fluge in der Rähe des saarpsälzischen Ortes Mimbach bei Blieskastel niederging. Es ist dies das erstemal, daß das Saargebiet von einem deutschen Segelflieger angesteuert wurde. Rach Erledigung der Zollformalitäten und einer Begrüßung durch die saarländische Fliegergruppe wird Riedel mit seinem Flugzeug wieder nach Darmstadt zurückzufliegen versuchen. Kurze Sporinotizen. Die Deutsche Turnerfchaft hat dem Reichskanzler Adolf Hitler aus Anlaß seines Geburtstages ein Glückwunschtelegramm übermittell. Der Deutsche Fußball-Bund stiftete aus dem gleichen Anlaß 5000 Mark für die Hitler-Geburtstagsspende. Der Deutsche Reichsausschutz für Leibesübungen sprach seinen Glückwunsch ebenfalls mit einem Telegramm aus. * Das Endspiel um die süddeutsche Fußballmeisterschaft zwischen dem Futz- ballsportverein Frank urt und 1860 München wird am 30. Aprll im Frankfurter Stadion ausgetragen werden. Winkrfhu? 7rv fündig Pfund 0*28 Versicherungen Mitarbeiter überall gesucht ■Ml V Weißer Tischwein Literflasche 0.80 Lichtspielhaus • Gießen Pfaffenschwabenheimer Li en lasche 0.90 CtüsseratherKönigsberg,Flasche 0.95 Liebfraumilch S&F-BACK ARTIKEL Sultaninen FEINKOST S&F-KAFFEE AMÄMM gegründet 1878 .667 A Filialen in allen Stadtteilen und die UEA-TON-WOCHE 26760 Tafel-Rotwein. Niersteiner. Goldbarsch Filets HaseinuQkerne...... Süße Mandeln....... 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Düsseldorf Knabeninstitut Lucius We - Schulverein ZorflhE bei Schzen, Oberhessea. 612 d Sämtliche Lehranstalten beginnen Erziehung und Bildung von Zunaen zwischen 10 und 16 Jahren aus Indio. Grundlrae. Alle DorziUe tlnti Land« heimö bei irbrpla g> mäßemunlerrichl und soras.Erziehung zu SeibslLndigkeil und pflichlbewußlsetn. Keine privat« Hunden erforderlich. Stpa—Unlersek.,Ob.«Rcolsch. u. Realgymnasium. Kein Zei vcrlu .Umschulungen.Gesunde Lage an ausgedehnten Waldungen. Anfragen an Dr. Lorins. Bekanntmachung. Betr.: Gleichschallung der Länder mit dem Reich; hier: Neubildung des Stabt- rate. Die Prüfung der Wahlvorschläge und die Zuweisung der zu verteilenden Sitze findet in öffentlicher Sitzung der Gemeindewahlkommission am 2666C Samstag, dem 22. Avril 1933 vormittags 11 Uhr im Stadthaus. Bergstraße 20, Zimmer Nr. 6, stall. Gießen, den 20. April 1933. Bürgermeisterei Gießen. (Gemeindewahlkommissar.) I. V.: Dr. S e i b. 2665 D Millas, Henri. Mil, 8 W Gehr. Limousine ni v Adler-Stand. 6; 12/45 PS; 4- Sitz., lehr bill. geg. Barzahl. so!. 1. verk. Näh. d. die Vereinigte Kugellagerfabriken A.-G., Ing.-Büro Frankturt/NL, Neue Mainzer Straße 14/16; Telefon 29554 Speisezimmer Elche mit Nußbaum 268t d Büfett. 180 cm breit, mit Vitrine, QCA Tische und 4 Stühle..... Mk. Bü ett, 200 cm breit, mit Kredenz jnn Tische und 4 Stühle.......Mk. luv.* Heinrich Vetter, Wiesenstr. 4. Bekanntmachung. Aus Anordnung der Hessischen Handwerkskammer Darmstadt müssen alle Innungen, Gewerbe-Vereine und sonstigen handwerklichen Organisationen die Gleichschaltung bis zum 28. April 1933 durchgeführt haben, und zwar in der Weise, daß die Vorstände der gesamten handwerklichen Organisationen mit mindestens 51 0. H. nationalsozialistisch eingestellter Mitglieder besetzt evll. durch Neuwahl ergänzt sein müssen. 26680 Am Sonntag, dem 30. April 1933, findet eine vesprechuna dieser neuen Vorstände vormittags 10 Uhr im Saale des Cafä L h statt, um deren zahlreichen Besuch besonders gebeten wird. Nachmittags um 1% Uhr findet ebenda eine große handwerkerkundgebuna statt, in der auch der neue Vorsitzende der Handwerkskammer, Herr Metzgermerster vlüller aus Mainz, sprechen wird. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Handwerkers, an dieser Kundgebung teilzu- nehmen. hessische Handwerkskammer-Rebenstelle Gießen. Gez.: Schimmel, komm. Vorsitzender. Gez.: Röhr, Syndikus. I ■ Wo nichts half — hilft immer Frucht’« Schwanenweiß Gegen 1.60 u. 3.15 Milesser. Pickel und alle Haulunreinheiten Schönheitswasser Aphrodite 1.60 u. 3.15 26S4A Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz Nr. 10 Zwangsversteigerung 123/32 Am Donnerstag, dem 27. April, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgericht-gebaude zu Gießen, Zimmer 107, das tm Grund» buche von Gießen den Kart Valentin Lhc- leuten ;u Gießen zugejchriebene Grundstück 2001V Jlur 20. Jlt. 40 = 4700 qm Acker hinter dem waldbrunnen. geschätzt 564 Reichsmark, versteigert, und unar zum Zwecke der Auseinandersetzung. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an oer Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 20. März 1933. I- A des Hessischen Amtsgerichts Gießen:. Leo, Ortsgerichtsoorsteher. mm