auf den Reichspräsidenten. Unter den Klängen des Deutschlandliedes wurde dann das Fahnentuch der alten Kriegsflagge vom Rarnensschild weggezogen. Em Anschlagversuch auf den Reichskanzler in München vereitelt. Der Reichskanzler zum Rürftritt Dr. Luthers. Berlin, 20. März. (WTB. Funkspruch.) Zum Rücktritt Dr. Luthers erklärte Reichskanzler Adolf Hitler: „3n einem Teil der Presse werden an den Rücktritt des früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Luther Kommentare geknüpft, die den Tatsachen nicht entsprechen. Der Rücktritt Dr. Luthers erfolgte im Zuge der gesamten zur Zeit stattsinden- den Umbildung. (Er erfolgte auf dessen eignen Wunsch, da das Reich an sich nicht die Möglichkeit gehabt hätte, den Reichsbankpräsidenten irgendwie zum Rücktritt zu veranlassen. Dr. Luther hat aber von sich aus auf diese internationalen Abmachungen nicht Bezug genommen, sondern ausdrücklich erklärt, daß trotz ihnen für i h n nur deutsche Interessen und damit die deutsche Regierung maßgebend seien. Die Unterredung mit Dr. Luther war daher getragen von einer außerordentlichen Loyalität des scheidendenReichsbankpräsidentender Regierung gegenüber.“ OieZentrumssührerbeimReichSkanzler Berlin, 20. März. (OB. Funkspruch.) Reichskanzler Adolf Hitler empfing heute kur; nach 10 Uhr die Führer der Zentrumspartei, darunter Reichsminister a. D. S tegerroalb, Reichskanzler a. D. Brüning und Prälat Kaas zu einer Besprechung. Um 11.30 Uhr begab sich Reichskanzler Hitler dann zu einer Minifkerbesprechung, an die sich eine Kabinettssitzung anschloß. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis - zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrist 20u . mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Dcrantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teck Ernst Diumschein und iür den Anzeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich m (fiic :en. llebernahme des alten Emden- Mdes aus Kreuzer „Emden". .Wilhelmshaven, 19. März. (WTB.) Auf dem Kreuzer „Emden" erfolgte die feierliche Anbringung und Uebernahme des Namensschildes der alten „Emden". Man hat das vor einigen Sagen von Berlin nach Wilhelmshaven über- geführte Schild auf dem Achterdeck, oberhalb des letzten Geschützes, angebracht. Das australische Bott, sagte der Stationsches Vizeadmiral Förster vor der Besatzung, hat dem deutschen Bott das Namensschild unseres alten Kreuzers wiedergegeben. Die Rückgabe erfolgte, wie der Vertreter Australiens unserem Reichspräsidenten sagte, in Anerkennung der ritterlichen Kriegsführung der ersten „Emden". Die Feindschaft zwischen beiden Völkern sei nun endgültig begraben. Wir danken dem australischen Volk, daß es so großmütig auf diese Eiegestrophäe verzichtet hat, und legen das Gelöbnis ab, im Geiste der alten „E m de n" für Volk und Vaterland einzutreten. Die Ansprache schloß mit einem dreifachen Hurra! Macdonald vor der presse. Rom, 20.März. (WTB. Funkspruch.) Mac- donald und Sir John Simon verlassen heute nachmittag im Flugzeug Rom, um über Genua und Paris nach London zurückzukehren. Vor seiner Abreise hat Macdonald die Presse empfangen. Den größten Wert legte der Ministerpräsident auf die wiederholte und eindringliche Feststellung, daß keinerlei Grund zur Nervosität über die Besprechungen vorhanden sei, und daß die großen Staaten in keiner Weise beabsichtigten, den an dem römischen Meinungsaustausch interessierten Ländern irgendeine Lösung zu diktieren. Auf die Frage eines französischen Journalisten, welche Modalitäten der italienische Plan für die Revision der Friedensverträge vorsehen, erwiderte Macdonald, die Lage sei derartig im Fluh und so delikat, daß abgewartet werden müsse, bis durch weitere Besprechungen sich absehen lasse, wie man zu Werke gehen könne. Die römischen Besprechungen hätten nicht dem Abschluß eines Bündnisses oder eines Paktes gegolten, sondern nur der Klärung, um zu sehen, bis zu welchem Punkte ähnliche Auffassungen vorhanden seien. Man sei in Rom zusammengekommen in der Erkenntnis der Notwendigkeit der Wiederheist.llung der internationalen Zusammenarbeit: „Wir sind in Rom und in Genf als Europäer aufgctracn“. Auf die Frage eines deutschen Journalisten, was mit dem Passus über eine lange Friedensperiode gemeint sei, antwortete Macdonald, man wolle n i d) t e i n e n „gestickten Frieden" mit einer Lösung finden, unter deren Einfluß nach drei bis vier Zähren eine noch gefährlichere Lage entstehen müsse als die heutig.'. Dazu sei vor allem Vertrauen notwendig, Vertrauen besonders auch in bezug auf die Durchführung der Abrüstung, die ohne das Vertrauen aller Staaten zunächst nicht möglich sei. Kühle Aufnahme in Paris Die französische Presse zum neuen Plan Mujfo.rnis Paris, 20.März. (WSB. Funkspruch.) Dic Einstellung der französischen Presse zu dem Plan Mussolinis für die Befriedung Europas ist im großen und ganzen ablehnend, man Das Echo des Mussotini-plans. Die Weiterentwicklung der Aktion zur Verständigung der vier Westmächte sich keine Illusionen machen, denn sicher würde der Plan Beunruhigung bei gewissen Ländern und Staatsgruppen Hervorrufen, mit denen Frankreich der Ansicht, es sei eine günstige Atmosphäre geschaffen, die eine Verständigung ermöglichen könne. An einer solchen Verständigung habe man seit Jahren vergeblich gearbeitet, da eben diese günstige Atrno- durch die Bande der Sympathie verbunden sei. Die Meinung in London. L o n d o n , 20. März. (WTB.-Funkspruch.) Die Blätter begrüßen mit wenigen Ausnahmen Mussolinis Vorschlag eines Diermächtepakts. Da in dem Kommunique nur von Ideen Mussolinis die Rede ist. glaubt man, daß Macdonald sich mit diesen Ideen in Liebe rein- st i m m u n g befindet. Man rechnet damit, daß es zu einer Viermächte-Konferenz in Rom kommt. „D aily Telegraph" ist der Meinung, die italienischen Anregungen stellten bis zu einem gewissen Grade eine Rückkehr zum „europäischen Konzert" der Vorkriegszeit dar. das bei wichtigen Fragen den hauptverantwortlichen Mächten maßgebenden Einfluß gesichert habe. Doch sei dieses westeuropäische Konzert nur die Wiederbelebung und Ausdehnung der Idee des Locarnopaktes. „Times" meint: Der Pakt werde zu begrüßen sein, wenn er die grundsätzliche Anerkennung der deutschen Gleichheit in die Praxis umsehe. Dies erfordere zunächst eine Milderung derjenigen Bestimmungen des Versailler Vertrages, die einzelnen Ländern nur ein minderes Recht gebe. Die eigentliche Vertragsrevision könne dann später folgen. Rom, 20. März. (ERB.) Von englischer Seite hört man, daß die Begegnung mit Mussolini b e i Macdonald größteZufriedenheit her- vorgerusen hat. Man fügt hinzu, daß Macdonald schwerlich mit der Bekanntgabe des italienischen Schrittes einverstanden gewesen wäre, wenn er nicht gewisse Möglichkeiten für seine Diskussion in Paris sehen würde. — Von französischer Seite wird die italienische Anregung als sehr interessant bezeichnet. Eine glatte Ablehnung könne nicht in Frage kommen. Eingewandt wird jedoch, daß der italienische Vorschlag im gewissen Sinne den Völkerbund ausschalten könnte. Paris will deshalb den italienischen Plan in den Rahmen des Völkerbundes eingliedern, mit dessen Geist er nicht unvereinbar sei. Die französische Tendenz zielt also auf eine Verbreiterung der Grundlage des italienischen Vorschlages unter Einschaltung des Völkerbundes. Einen ähnlichen Anspruch scheint die Kleine Entente geltend machen zu wollen, die nach ihrer Umbildung durch den Genfer Pakt und Der darin enthaltenen Verpflichtung einer einheitlichen und gemeinsamen außenpolitischen Vertretung als ein mit den vier Großmächten gleichgestellter Staa- tenblock betrachtet werden will. Wie weit von Italien eine solche Weiterentwicklung seines Vorschlags ins Auge gefaßt werden kann, läßt sich noch nicht absehen. Italien sieht auf jeden Fall mit größter Spannung der weiteren Aktion Macdonalds entgegen, der anscheinend zunächst die A b r ü • stungskonferenz einem Abschluß zuführen und dann eine Vierer-Konferenz der europäischen Großmächte zur Lösung der politischen Fragen als Vorbereitung der letzten Etappe der Londoner Weltwirtschaftskonferenz versuchen will. Selbstverständlich, daß unsere Forderungen nicht darauf ^bzielen werden, die uns zugestandencn Möglich!.' ten der Aufrüstung zu erhöhen. Linser Ziel ist und wird bleiben, daß die zahlenmäßige und qualitative Abrüstung der anderen Mächte in stärkerem Maße und in schnellerem Tempo durchgeführt wird, als das in Macdonalds Tabelle vorgesehen ist. Es wird aber nicht die Aufgabe der deutschen Politik sein können, die von England angebotene Verhandlungsgrundlage zurückzuweisen. Der jetzt erzielte Fortschritt ist ja nur auf die Erkenntnis zurückzu- führen, daß Deutschland „unter allen Umständen" zur tatsächlichen Gleichberechtigung gelangen will. Wenn wir an unserem unbeirrbaren Willen nach dieser Richtung keine Zweifel aufkommen lassen, so sollten auf Macdonalds Verhandlungsgrundlage weitere Erfolge zu erzielen fein. Die große Frage ist nur, ob sie auch von Frankreich angenommen wird. Den Franzosen die Verantwortung für eine Ablehnung zu erleichtern, kann gewiß nicht unsere Aufgabe sein. Potsdam rüstet. Fensterplätze und Fernsprecher ausverkauft Potsdam. 19. März. (ERB) Der letzt- Sonntag vor dem großen Staatsakt anläßlich der Reichstagseröffnung hatte Zehntausende in die schöne Havelstadt gelockt. In den Straßenzügen, durch die sich der feierliche Zug der Teilnehmer des Staatsaktes von der Rikolaikirche und der katholischen Pfarrkirche zur Garnisonkirche be« wegen wird,'ist auch nicht ein Fensterplatz mehr zu haben. Amerikaner haben dafür bis zu 500 Mk. gezahlt. Der starke Ansturm der in- und ausländischen Presse macht sich auch in der Weise bemerkbar, daß in der Rähe der einzelnen Festplähe für die Festzeit kaum noch ein Telephon verfügbar ift. Die Telephonbesitzer haben ihre Apparate einfach pU. Lrlchernt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Dienener Familienblätter Heimat m Bild Die Scholle Monat,-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr .. . - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anfchrift Iür Drahtnach- richtens Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: gronlfurl am Main 11686. Dieses Verdienst hat sich Macdonald unbestreitbar geschaffen. Es ist bemerkenswert, daß ftch der Vorschlag Macdonalds mit den französischen Sicherheitsforderungen überhaupt nicht befahl. Sem Ausgangspunkt ist die wiederholte und betonte An- erkennung der deutschen Gleichberechtigungsforderung und ihr konkreter Inhalt eine Tabelle für den Rüstungsausgleich in einem Ueber- gangsstadium. Es ist von oornherem festzustellen, daß Macdonalds Tabelle noch nicht annähernd die Verwirklichung des Prinzips bringt, bas er mit ihr zur Geltung bringen möchte. Aber es wäre töricht, wenn wir in der Beurteilung feines Planes das Kind mit dem Bade ausschütten wollten. Um die Zahlen werden wir kämpfen müssen — und wir Huben dafür die wirksamsten Argumente zur Verfügung —aber es muß von unserer Seite nun olles vermieden werden, was uns von dem Ausgangspunkt wieder entfernen könnte, von dem allein dos angestrebte Ziel erreicht werden kann. Unsere ganzen taktischen Anstrengungen müssen zunächst darauf gerichtet fein, die Abrüstungskonferenz an der Stelle festzunageln, an die sie durch Macdonalds Vorschlag geführt wurde, und zwar so, baß der kleinste Schritt zurück uns vor der öffentlichen Meinung der Welt vollkommen rechtfertigt, wenn wir ein solches Zurück zum Anlaß nehmen, um unser Lebensrecht und unsere Gleichberechtigung unabhängig von internationalen Vereinbarungen zu verwirklichen. Der erste amtliche Kommentar läßt klar er- tennen, daß die Männer der neuen Regierung fcie neugeschaffenen Möglichkeiten a l s nüchterne Realpolitiker voll ausnützen wollen. Auch Hitlers „Völrischer Beobachter" setzt sich scharf ab von der außenpolitischen Instinktlosigkeit eines Kraftmeiertums, das den Vorschlag Macdonalds in Bausch und Dogen zurückweist, in ihm nur neue Fallstricke und den Versuch erblicken will, die Abrüstungslonferenz zu teilen, um die Abrüstung zu verhindern. Der .Völkische Beobachter" will den Plan Macdonalds als Derhandlungsgrundlage annehmen und sagt sehr weitgehend: „Da auf diesem Gebiet (der Militärflugzeuge) dieAusnahme in der Gleichberechtigung besonders hervorgehoben wird, bedeuten die übrigen Vorschläge in der Frage der Artillerie und der Lanks, daß hier der Rüstungsausgleich auf vollkommen gleichberechtigter Grundlage zugestanden wird." Das soll selbstverständlich nicht bedeuten, daß wir uns mit den Zahlen in Macdoyalds ^-.abelle zufriedengeben könnten. Es ist doch wahrhaftig noch keine Gleichberechtigung, wenn Deutschland mit 200 000 Mann d i e s e 1 b e .H e e r e s z i f » fer wie Polen erhallen soll, wenn der nach der Einwohnerzahl hinter uns zurückstehenden Kleinen Entente 350 000 Mann, und den Franzosen mit den Koloniallruppen 400 000 Mann zu- gestanden werden. Bei der Regelung für das Artilleriematerial bleibt Macdonalds Vorschlag nach unserer Auffassung auch noch auf halbem Wege stehen, indem er die Höchstgrenze für die Reuproduktion nicht gleichsetzt mit der Forderung nach Zerstörung bestehender Bewaffnungen. Dinklar ist auch noch, wie weil die Bestimmungen für die Tanks uns den Weg zur Rüstungsgleichheit eröffnen, und unmöglich erscheint der für Deutschland ins Auge gefaßte Ausnahmezustand für die Militärluftfahrt. Aus der geographischen Lage Deutschlands bn Herzen Europas ergeben sich Argumente für unsere Sicherheilsforverungen, die nicht zurückgewiesen werden können, ohne daß dem Prinzip der Gleichberechtigung Unrecht getan wird. bezeichnet ihn sogar ironisch als den Statuten» enttourf eines Friedensklubs. Wie immer bisher bei allen derartigen Anlässen, werden die Alliierten Frankreichs wieder ins Treffen geführt. Die rechtsstehenden Blätter erklären, daß 1919 die Bolschaflcrkonferenz ein Direktorium zur Durchführung der Friedensverträge öarge- ftellt hat. Mussolini aber wolle jetzt ein Direktorium zur Vernichtung der Frie- densverlräge einsehen. Die maßvoll eingestellten Blätter hallen vorläufig noch mit ihrer Stellungnahme zurück. Sie warten die Besprechungen ab, die morgen zwischen Macdonald und Daladier in Paris staltfinden sollen. „Echo de Paris" erklärt, die Verträge, die Frankreich mit Polen und der Kleinen Entente abgefchlojfen habe, verböten es Frankreich, in den „römischen Friedensklub" einzutreten. Der „Friedensklub" fei in Wirklichkeit ein „Kriegs- klub", selbst wenn Macdonald zusätzliche Verträge mitbringe, die Frankreich gefügig machen sollten, wie etwa einen englisch-südslawifch-französischen Vertrag, den Frankreich im Jahre 1926 gern abgeschlossen hätte. — „Journal" meint, der Vorschlag Mussolinis führe geradewegzur Ab- r ü ft u n g und dann zur Revision der Verträge. Der Plan könne eine günstige Entwicklung nehmen, wenn gewisse unerläßliche Abänderungen daran vorgenommen würden. Frankreich jedenfalls könne sich bei einer Partie nicht abseits halten, die es zwar nicht selbst gesucht habe, die es aber jetzt, nachdem die Karten auf dem Tisch lägen, au gewinnen verstehen müsse. — „Petit P a r i f i e n" ist sphäre gefehlt habe. Richtsdeswweniger dürfe man McdonaldsAbrWlingsplan Zahlen — nicht Formeln. Ein findiger Statistiker hat ausgerechnet, daß der von Macdonald vorgetragcne Abrüstungs- Vorschlag der 57. wär, der der Genfer Konferenz unterbreitet wurde. Der Mann hat Unrecht. Der neue Plan ist in Wirklichkeit der c r ft e, ber dem Problem so zu Leibe rückt, daß der ehrliche Wille erkennbar ist und daß er die Aussicht auf einen greifbaren Erfolg öffnet. Zur Abrüstung kann dic Well niemals durch Spiegelfechtereien mit spitzfindigen Formeln und scheinheiligen Phra- Jen gelangen. "Wie hat man diese weltpolitische Aufgabe zerredet und kompliziert, indem man sie einspannle in ein Programm von Sicherheits- Projekten und unmöglicher Rlilitärorgan.fationcn des Völkerbundes, indem man sie eickhüllte in das hohle Pathos moralischer Verpflichtungen, die, wie der Kelloggpakt, erst auf dem Boden tatsach- sicher Abrüstung praktische Bedeutung erlangen können. Labei ist das Problem der Abrüstung seinem Wesen nach so einfach gestellt. Wenn man es einmal aus dem Gestrüpp der verwirrenden Formeln heraus- nimmt, so ist die Ausgabe — wenn der ehrliche Wille auf allen Seiten vorhanden wäre — verhältnismäßig leicht mit Zahlen zu lösen. Mit Zahlen für die Truppenstärke, mit Zahlen und Maßen für die Waffen, für die Schiffe, für Fahrzeuge und Maschinen des Krieges und für Verteidigungsanlagen. Um die Zahlenverhältnisse wird natürlich ge- kämpft werden müssen, weil sie nicht einfach von den Bevölkerungsziffern abzuleiten sind, sondern in Zusammenhang gebracht werden müssen mit der geographischen Lage und mit den besonderen weltpolitischen Aufgaben bA einzelnen Länder. Ader erst bann, wenn Einigkeit darüber geschaffen ist, daß die Ausgabe im wesentlichen fast ausschließlich auf die Abgrenzung der Zahlen und Maße gestellt ist, er ft bann ift ein fester Boden für die Abrüftungsverhand- lungen geschaffen. am 2Rontagoormittag ein Anschlag auf den Reichskanzler durch die Wachsamkeit der Bevölkerung und das rasche Zugreifen der Behörden vereitelt werden konnte. Durch Meldungen aus der Schweiz war man seit mehreren Tagen darüber unterrichtet, daß von kommuni ft ischer Seite Attentate gegen Öen Reichskanzler und führende Persönlichkeiten des heutigen Staates geplant find. Am Montagvormitlag wäre es nun beinahe zu einem folchen Anschlag gekommen. Ls wurden drei T f ch e k i ft e n. von denen einer deutsch und zwei russisch oder tschechisch sprachen, in der Nähe des Richard-wagner-Denkmals, also der Mphnung des Reichskanzlers in München, feft- geffeUL Sie tarnen mit einem Kraftwagen an, der das Berliner Kennzeichen la trug und legten drei Handgranaten und Munition in der Rühe des Denkmals nieder. Rach Angaben der Zeugen, die diese Borgänge beobachteten, steht es fest, daß geplant war, beim Anfahren des Kraftwagens des Reichskanzlers durch die Prinz-Regenten-Straße ein Attentat mit Handgranaten auf ihn auszuführen. Durch das hinzukommen von Polizeikräften, die von den Zeugen alarmiert wurden, wurden d i e drei Männer verjagt und konnten bisher noch nicht gefaßt werden. Die Handgranaten mit Sprengkapseln wurden f i d) e r g e ft e 111. Der Polizeipräsident fügte hinzu, er sehe in jedem Versuch eines Attentats die schwerste Gefahr für die Ruhe und Sicherheit. Sobald der erste Schuß auch nur fiele, felbft wenn er fein Ziel nicht erreichte, würde es in Deutschland zu einem Chaos ohnegleichen und zum größten Progrom kom- General-Anzeiger für Oberhessen VrrS und Verlag: Brübl’fdjc Univeifiläti-Vuch. unö Steinörutfcrei H. c-mge tn Sletzei. Schristleltung und S-schift-ltell-: Schuld- 7. Nr 67 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, 20. niarz 1955 GietzenerAnzeiger München, 20. März. (MTB. Funkfpruch.) 3n i men, was keine Staatsmacht der wett verhindern der Pressekonferenz teilte heute der kommissarische könne. Lr gab dem dringenden Wunsche Ausdruck. Münchener Polizeipräsident Himmler mit, daß daß es nicht zu weiteren derartiger ' ' ‘ ' versuchen kommen möchte. Stunden an einzelne Zeitungen und Pressevertreter vermietet. Schon jetzt haben zahlreiche fliegende Händler mit Würstchen und Süßigkeiten für Potsdam angemeldet. 3n den Buchhandlungen sieht man überall Bücher über den Reichskanzler, ferner Bilder von Hindenburg. Hitler und anderen Mitgliedern des Kabinetts. Schtoarztoeih- rote Fahnen und Hakenkreuzfahnen sind in Potsdam nicht mehr zu bekommen. Mit der Vorbereitung der Hörberichte des Rundfunks und der Herstellung der vielen für die Hebet- tragung aus Potsdam und Berlin erforderlichen technischen Anlagen sind seit Tagen zahlreiche Kräfte beschäftigt. 21 verschiedene Mikrophone mit teils wechselnden Standorten werden die fortlaufende Berichterstattung ermöglichen. Neuordnung der Krankenversicherung. Berlin, 18. März. (WTB.) Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht heute die vom Reichskabinett beschlossene erste Verordnung zur R e u - ordnung der Krankenversicherung. Die Verordnung befaßt sich mit der Aufsicht über die Krankenkassen, ihre Verbände und Vereinigungen und führt eine Stellensperre bei Krankenkassen ein. Die Oberversicherungsämter werden ermächtigt, den Dersicherungsämtern Weisungen für die Aufsichtsführung zu erteilen. Der Reichsarbeitsminister kann selbst in die Aufsicht eingreifen, indem er im Einzelfall Fachbeamte alsKom- m i s s a r e bestellt und sie nötigenfalls ermächtigt, die Aufgaben derOr^anezuüberneh- m e n. Die von den großen Kassenvereinigungen eingerichteten Prüfun^sstellen werden der Aufsicht der Oberversicherungsämter unterstellt. Die Verordnung ermächtigt ferner den Reichsarbeits- minister, die Aufsicht über die Spitzenverbände und ihre Eigenbetriebe selbst zu übernehmen. Mit einer entsprechenden Anordnung ist in den nächsten Tagen zu rechnen. Dis auf weiteres dürfen die leitenden und sonstigen gehobenen Stellen bei den Krankenkassen und ihren Verbänden nicht neu besetzt, oder ihre Inhaber hinsichtlich der Besoldung oder der Dauer der Anstellung günstiger gestellt werden. Eine ähnliche Regelung ist für die Stellenbesetzung in der Reichsknappschaft getroffen. Kleine politische Nachrichten. Eine Verfügung des hessischen Staatskommissars für das Polizeiwesen Dr. Best ordnet an, daß das Verbot der sozialdemokratischen Presse in Hessen bis zum 2 6. März verlängert wird. Wie verlautet, wird in den nächsten Tagen auch in Hessen durch eine Verordnung die Einsetzung von kommissarischenBür- germeistern verfügt werden, die die Oberbürgermeister, Bürgermeister oder Beigeordneten, die der KPD. oder der SPD. angehören oder sich im Sinne dieser Parteien betätigt haben, e r - setzen sollen. Die Ersetzung kann auch erfolgen, wenn das Verbleiben der jetzigen Stelleninhaber eine Störung der öffentlichen Ordnung befürchten läßt. Wie der „Montag Morgen" meldet, wird sich die Eiserne Front, die aus dem Reichsbanner, den Hammerschaften der Gewerkschaften und den Arbeitersportorganisationen besteht, selbst a u f l ö s e n. Besonderen Wert auf die Selbstauslösung legen die Gewerkschaftskreise, die der Auffassung seien, daß für die Eiserne Front zur Zeit keine Aufgaben mehr vorlägen. Wie sie ihn bezwang Originalroman von 3 Schnewer-Zoerstl. Urheberrechtsschutz: Verlag O. Meister, Werdau i. S. 21 Fortsetzung Nachdruck verboten > „Warum bist du so still?" frug er legte die Zigarre beiseite und kam zu ihr in den Erker herüber. Auf die Seitenlehnen ihres Stuhles gekauert, strich er ihr das Haar zurück. „Ich wollte Dir nicht wehe tun. Aber ich ertrüge keine zweite Enttäuschung. Zu Hause die Frau, an deren Treue ich glaubte. Und wenn nun auch du jetzt, während ich bei dir bin, an einen andern denkst! Das wäre zu viel!" Die Augen von zurückgedämmten Tränen verschleiert, sah sie zu ihm auf. Er küßte sie rasch auf die Lider: „Wir wollen uns den Abend nickst verderben, Kind. — Soll ich dir ein bißchen von mir erzählen? Du weißt ja sonst gar nicht, mit wem du es zu tun hast", und als sie nickte, entdeckte sie eine neue Eigenschaft an chrem Manne, nämlich die, daß er ein glänzender Gesellschafter sein konnte. Sie hatte ihn nur als Schweiger in Erinnerung. Er sprach ihr von seiner Tätigkeit in Konstanz, seinen Plänen, ließ sie Einblick in seine Erfolge und Mißerfolge tun. Er erklärte ihr seine neuesten Erfindungen und die Widerstände die er noch zu besiegen hatte. Wie ein guter Kamerad legte er jein Leben vor sie hin. Sie saß mit geweiteten Augen und horchte auf jedes Wort und verlor keines von allem, was er sagte. Ein brennendes Verlangen ergriff sie, die Arme um ihn zu werfen und ganz in sie hinein zu betten. Aber da stand wieder das andere. Ungeklärte, und siegelte ihr die Lippen zu. Er würde, wenn sie sich ihm jetzt zu erkennen gab, wohl ausspringen und sie von sich stoßen. Und sie wollte und wollte die Süßigkeit dieser Tage bis zur letzten Neige kosten, sie hatte so lange nach seiner Liebe gehungert. Die Schulter gegen seinen Arm gelegt, unterbrach sie ihn mit keinem Worte. Als er geendet hatte, nahm er ihre Linke hoch un-d legte sein Gesicht darein. „Nun weißt du alles, Kind! Es ist eigentlich nur ein Leben der Arbeit, geteilt, zwischen Erfolg und Enttäuschung, das ich führe. Um so mehr aber will ich dankbar sein für jede Stunde Der Liebe, die du mir schenkst. Wollen wir jetzt zur Ruhe gehen?" In dem kleinen Schlafzimmer standen die Fenster geöffnet. Man vernahm den Wellenschlag des Meeres, der in ewig gleichem und doch immer neuem Rhythmus gegen die Küste schlug. Ein Trupp sorgloser Jugend zog mit Gitarren und Mandolinen vorbei und sang einer Herzliebsten ein Schlummerlied. Die vom Wind bewegten Gardinen zauberten ein allerliebstes Schattenspiel auf Den Boden. Es tanzte in Ringeln, wand sich in Kreisen, flatterte nach den Ecken zu und stand dann für Sekunden reglos. | Im Nürnberger Rathaus wurden in einer abgelegenen verschlossenen Bodenkammer 112 Selbstladepistolen, 20 Trommelrevolver, Totschläger. Gummiknüppel und 10 000 Schuh Munition gefunden. Oberbürgermeister Dr. Luppe wurde von der Landespolizei in Schu tzh a f t genommen. Das thüringische Volksbildungsministerium hat verfügt, daß Lehrkräfte, die marxistischen Organisationen angehören, ferner solche, die sich zur marxistischen Weltanschauung bekennen oder deren Verhalten sie als Vertreter dieser Weltanschauung kennzeichnet, Religions-, Deutsch- und Geschichtsunterricht in den höheren und mittleren Schulen,'sowie in Den oberen Klassen der Volksschulen vom Schuljahr 1933'34 ab nicht mehr erteilen dürfen. Den Beamten und Ange st eilten des Staates ist die Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei und ihrer Hilfs- oder Nebenorganisationen verboten. • Die politische Bluttat in Freiburg, bei der durch den oziald.m.krct schm Abgeordneten Rußbaum der Polizeihauptwachtmeister S ch e l s - Horn tödlich verletzt wurde, hat nunmehr ein zweites Opfer gefordert. Zur gleichen Zeit, als zum Staatsbegräbnis für seinen Kameraden Schclshorn die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, ist Kriminalsekretär Weber, der von Nußbaum einen Bauchschuß erhalten hatte, gestern nachmittag seinen schweren Verletzungen erlegen. ♦ Reichskanzler Adolf Hitler empfing im Drau- nen Haus in München eine Abordnung des Gemeinderates von Dietramszell. Bürgermeister I a u d überreichte dem Herrn Reichskanzler im Ramen der Gemeinde Dietramszell die Ehrenbürgerurkunde. Gleichzeitig übergab er ein Gemälde von Dietramszell. Der Herr Reichskanzler dankte in kurzer herzlicher Rede. * Der bisherige Intendant des Deutschland senders Professor Dr. S ch u b o tz ist auf seinen Wunsch bis auf weiteres beurlaubt worden. Mit der vorläufigen Leitung des Deutschlandsenders ist Götz Otto Stoffregen, Dem zur be= fonDeren Verwendung Eugen Hadamowski zu- geteilt worden ist, beauftragt worden. Professor Schubotz, der seinerzeit aus Dem Kultusministerium zum Rundfunk übertrat, ist für eine Wiederverwendung innerhalb der preußischen Verwaltung in Aussicht genommen. Aus aller Welt. Zangaras Hinrichtung. Rach einer Meldung des „Rew Bork Herald" aus Miami wird der Italiener Z a n g a r a, dessen Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten Roosevelt der Bürgermeister von Chicago, C e r m a k, zum Opfer gefallen ist, heute (Montag) durch den elektrischen Stuhl h i n gerichtet. LA.-Mana ermordet aufgefunuen. Unweit Angerburg (Ostpr.) wurde auf der Chaussee nach Waldheim die völlig verkohlte Leiche des 22jährige Mechanikergehilfen Hermann G r i g o w aus Surminnen aufgefunden. Etwa l1/2 Meter von Der Leiche entfernt lag ©ri- gows völlig verbranntes Motorrad. Die Mmftänbe lassen darauf schließen, daß Grigow, der der SA. angehörte, von politischen Gegnern ermordet worden ist. In dem Tank des Motorrades wurde eine Deffnung entdeckt, die von einem Schuh herrühren dürfte. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt. Raubmord in Essen. Einem Raubmord fiel Der Lotterieeinnehmer Dolkening in Essen zum Opfer. Polizei fanD ihn in seiner Geschäftsstelle, an Händen und Füßen gefesselt, ermordet auf. Der in Der Lotterieeinnahme befindliche Geldschrank Stephanie zog mit dürstenden Lungen die Luft ein, die zu Den Fenstern hereindrang. Sie war von köstlicher Milde und obgleich sie der Frische entbehrte, war sie doch immerhin kühl gegen die Schwüle, welche Der Tag gebracht hatte. Während sie sich entkleidete, trat Hans Jörg auf die Loggia. Unter das weiße Leinen der Decke schlüpfend, hörte sie, daß er mit jemand sprach. Er mochte unten im Vorgarten stehen. Sie täuschte sich nicht: es war eine Männerstimme. Nach einer Weile kam er zurück und neigte sichrer sie: „Wer war bei dir?" flüsterte sie etwas erschreckt. „Nur mein Freund! Er wollte mir noch gute Nacht sagen!" „Das heiße ich anhänglich sein!" Ihre Arme hoben sich zu ihm auf und zogen ihn dann zum Kissen herab.„Du bist ihm wohl sehr gut,Hans Jörg?" „Ja, mein Kind! Sehr gut! Obwohl er meine Frau liebt!" Ihre Hände fielen von seinem Nacken. Halbgeöffneten Mundes starrte sie ihn an. Er nickte und legte ihr die Hand über die Augen. „Es ist so, mein Kind. — Soll ich ihn deswegen verdammen? Nur deshalb, weil sein Herz die Frau verehrt, die nun zufällig mein eigen ist? Kann er Dafür?" — „Das ist — es ist — Jörg — „Warum erregst du dich?" beschwichtigte er. „Ich kenne ihn doch! Er würde sich eher die Zunge herausreißen, als ihr das zu sagen. Und sich eher eine 'Kugel durch die Schläfen jagen, als mich zu hintergehen. Er glaubt sein Geheimnis so gut gehütet und ist der sicheren Annahme, daß ich nichts von seinen Gefühlen weiß. Was soll ich ihm da den Frieden stören?" — „Ein anderer —" Er unterbrach sie: „Ich frage nie, was ein anderer in dieser oder jener Lage tun würde. Man soll immer nur so handeln, rote das eigene Innere es für recht und gut heißt. — Willst du mich jetzt für ein paar Minuten entschuldigen? Er steht noch unten. Möglich, daß er mir noch etwas zu sagen hat." Ihr Blick wurde angstvoll beschwörend: „Du kommst wieder?" „Aber sicher, Kind! Was denkst du überhaupt von mir? — Schon gestern in der Champagna hast du gefürchtet, daß ich dich allein lassen könnte, und heute srägst du mich das gleiche!" „Ich trage solche Angst in mir!" „Weshalb?" beschwichtigte er. „Ich liebe dich doch — Sollte ich aber wirklich zu irgend einer Besprechung nach Rom müssen, — es ist gut möglich, daß ich es vergessen habe, — dann komme ich erst noch zurück und sage es dir." Er küßte sie auf Den Mund und rückte sie in die Kissen zurecht. An der Türe winkte er noch einmal nach ihr herüber. Sie hörte ihn die Treppe hinabgehen und den Riege! der Haustüre zurückschieben. Er hatte wohl recht vermutet, daß Oehme wartete, Denn sie vernahm seine Simme, auf die Hans Jörg Antwort gab, war aufgebrochen. Den Raubmördern sind 450 Mark in Die HänDe gefallen. Offenbar haben Die Täter in großer Eile gchanDelt, Da Der Geld- schrank nicht völlig ausgeraubt war. Auf Die Ergreifung Der Täter ist eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt worden. Acht englische Fischer ertrunken. Bei schwerem Sturm stießen an Der schottischen Küste ungefähr 150 Kilometer von AberDeen entfernt ein englischer FischDampfer und ein von Danzig kommender TankDampfer zusammen. Der FischDampfer sank: acht Mann ertranken. Englischer Fischdampfer und nordischer Robbensänger gesunken. Ein furchtbares Unwetter, Das an Der norDnorweg.fchen Küste namentlich im Weihen Meer herrscht, hat mehrere Schiffe als Opfer geforDert. Der englische FischDampfer „LorD Dear- more" aus Hüll scheiterte nachts bei Der Hornö in Der Rähe von Vardö unD sank im Laufe von Drei Minuten. Vier Maschinenheizern gelang es nicht mehr, sich an Deck zu begeben. Sie gingen mit dem Schiff unter. Der Kapitän, ein geborener Däne, weigerte sich, sein Schiff zu verlassen und ertrank ebenfalls. Sei- Sohn, Der sich an BorD befanD, konnte gerettet toerDen. Ein Rettungsboot mit 10 Mann erreichte Den norwegischen Fischerei-Inspektions- Dampfer „Michael Sars", Der gerade fünfzehn Fahrgäste des norwegischen Passagier- Dampfers „Prinzeß RagnhilD" an BorD genommen hatte. „Prinzeß Ragnhild", die in Der Rahe a u f GrunD gestoßen war, gehört zu Den schnellsten Passagierschiffen, Die zwischen West- und Rord-Rorwegen verkehren. Es dürfte sehr zweifelhaft sein, ob Dieser Dampfer gerettet werden kann. Die Geretteten des Fischdampfers erklärten, daß ein anderes Passagierschiff, „Kong Walfdan", das Rettungsboot passiert hatte, ohne es zu bemerken. Ferner ist ein norwegischer Robbenfänger im Weißen Meer untergegangen. Er . wurde vom Eise niedergedrückt, das der Sturm gegen ihn aufgetürmt hatte. Die Mannschaft des Robbenfängers würde von einem anderen Robbenfänger an Bord genommen. Aus der Provinzialhauptstadt Dil- bei' für und das zur Volksaufklärung werden anläßlich des Reichstagszusammentritts am Dienstagabend in allen Städten und Dörfern Fackelzüge der nationalen Parteien und Verbände, der Studentenschaft und der Schuljugend stattfinden. Auch in Gießen ist ein solcher Fackelzug vorgesehen, zu Dem Die StaDtverwaltung außer Den Hessen und die feiern zur Rechstagöeröffnung. Schulfrei am 21. März. WSR. Der Minister für Kultus und dungswesen hat angeorDnet: Aus Anlaß des Zusammentritts des ersten im neuen Geist gewählten Deutschen Reichstags am 21. März in Potsdam um 12 Uhr mittags fällt an diesem Tage Der Unterricht in allen Schulen des Voltsstaats Hessen aus. In Der letzten Unter- richtsstunDe am Montag toerDen Die Schüler auf Diese Tatsache unD ihre BeDeutung hingetoiesen. Wo es sich ohne Kosten ermöglichen läßt, empfiehlt es sich, Die Klaffen um Die Mittagszeit in geeigneten Räumen zu versammeln, wo sie Die ReDen Des ReichspräsiDenten und Reichskanzlers durch den Lautsp Her anhören können. Samt- Feier der Reichstagseröffnung am Dienstag sämtliche unterstellten Behörden Des Staats unD Der Gemeinden mir Der schwarz-toeiß-roten unD Hakenkreuzfahne flaggen. Die Behörden haben Sonntagsdienst. Militärische Feier auf dem Kasernenhof. Anläßlich der morgigen Reichstagseröffnung findet auf Dem Hofe Der Reuen Kaserne eine große militärische Feier statt. Um 11.45 Uhr beginnt Der FelDgottesDienst, Der bis gegen 12.30 Uhr 'Dauern toirD. An- fchliehenD hält Der Bataillonskommandeur, Major von Wachter, beim Appell eine Ansprache, an Deren Schluß Das DeutschlanDlieD gesungen toirD, während Das Bataillon präsentiert. Hierauf erfolgt Parademarsch in Zügen vor Dem BataillonskommanDeur. Die ganze Feier ist öffentlich, jedermann hat daher Zutritt zum Ka- sernenhof. liche Schulgebäude aben an Diesem Tage die Den Fahnen Des neuen Reichs hochzuziehen. Flaggenanweisung. In Uebereinstimmung mit Dem Flaggen» Diensterlah Des Reichsinnenministers hat hessische Gesamtministerium angeorDnet, Daß Fackelzug in Gießen. Rach einem Aufruf Des Reichsministers genannten Vereinigungen alle auf vaterländischem Boden stehenden Vereine, überhaupt die gesamte nationale Bevölkerung Gießens aufruft. Zu einer Besprechung über Ausgestaltung und Beteiligung an Dem Fackelzug toerDen Die Vertreter Der Vereinigungen, Der Vereine und sonstigen Organisationen, sowie Der Schulen, heute, Montag, 18 Uhr, im Sitzungssaal Des Stadthauses, Bergstraße, zusammentreten. Der Oberbürgermeister lädt im heutigen Anzeigenteil zum Schmuck Der Häuser Durch Flaggen unD zur Beteiligung am Fackelzug ein. Morgen frühzeitiger Bankenschluß. Die hiesigen Geldinstitute machen im heutigen Anzeigenteil Darauf aufmerksam, daß am morgigen Dienstag aus Anlaß Der Eröffnung De8 Reichstages die Kassen bereits um 13 Uhr geschlossen werben. Auf Die Anzeige sei besonders hingetoiesen. Wieder normale Uniformen und Oienstgruß bei der Polizei in Hessen. Der hessische Minister des Innern hat über Das Tragen von Hakenkreuzbinden unD schtoarz-weih- roten DinDen im Dienste Der Polizeibeamten ungeordnet: Die Tage der Feier des Sieges Der nationalen Bewegung finD vorüber. Die Arbeit Des Alltags beginnt toicDer. Ich ordne daher an: Mit Ablauf des Samstags, 18. März 1933, sind von den Polizei- und Gendarmeriebeamten die Haken- kreuzbinde und Die schwarz-weiß-rote Armbinde im Dienst nicht mehr zu tragen. Bei Der Teilnahme an Auf» unD Umzügen ist das Tragen dieser Armbinden gestattet. Mit dem Ablauf des gleichen Tages ist Dienstlich wieder Der normale Gruß zu erweisen. Bornotizen. — TageskalenderfürMontag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Rebell". * ** Die Fristverlängerung für Zuschüsse Des Reiches für die Instandsetzung von Wohngebäuden. Der hessische Minister des Innern gibt bezüglich der Zuschüsse dcs Reiches für die Instandsetzung von Wohngebäuden, für die Teilung von Wohnungen und den Umbau gewerblicher Räume zu Wohnungen nach den Bestimmungen vom 17. September 1932 bekannt, daß nach diesen Bestimmungen die Jnstandsetzungs- und Umbauarbeiten vor dem 1. April 1933 begonnen und spätestens am 1. Juli 1933 vollendet sein mußten. Nach ihm zugegangenen Mitteilungen könne in einer großen Anzahl von Fällen der Zeitpunkt für den Es litt sie nicht mehr im Bett. Sie mußte wissen, was Die beiden sprachen. Aus bloßen Füßen schlich sie über den Steinboden nach der Loggia und horchte nach dem kleinen Garten hinab. Sie konnte die beiden nicht sehen. Wahrscheinlich standen sie unter dem Vorsprung Der Loggia. Nur ihre Stimmen klangen im Flüsterton herauf. — Ein Name fiel. Sie vermochte nicht meyr zu entscheiden, ob es Das Meer war, Das in ihren Ohren rauschte, oder ob Das Brausen von ihrem eigenen Blute kam. Ihr Gehirn glich einem Hämmerwerk.— Immer war es Der eine Name, Der Darin anschlug: Joe Brandt! — Joe Brandt! — Joe Brandt! — Obgleich er von Hans nur einmal genannt worden war, hallte er immer wieder in ihr nach. War sie zu laut gewesen? — Sie sah ihren Mann unter Dem Vorsprung heraustretend und nach oben spähen. Dann ging er mit Oehme durch die Gartentüre. Nach einer Weile tarnen sie wieder zurück. Der Doktor schien ihn zu beschwichtigen. Aber es war nichts, was sie sprachen, zu verstehen. Sie schlich sich nach dem Zimmer hinein und sah nach Der Uhr, Die er mit offenem Deckel auf Den Nachttisch gelegt hatte. Es war sieben Minuten nach zehn. , Als unten die Tür einschnappte, schlüpfte sie erschrocken ins Bett. Sie hörte Hans Jörg Die Treppe heraufkommen und sah ihn gleich Darauf ins Zimmer treten. Es glückte schlecht, jetzt irgendwelches Schlafbedürfnis oorzutäuschen. UnD als er nun zu ihr trat, frug fie: „Nun bleibst Du aber! Ja?" „Ich wollte so gerne. Aber Oehme hat mir Da einige Telegramme gebracht, Die sofortige Rückantwort erheischen. Hier in Ostia gehen sie nicht vor morgen früh weg. Und es hat Eile." „Gib sie Doch Deinem FreunDe mit!" warf sie ein. Er wurde verlegen. „Es hanDelt sich um Wichtiges. In ein paar Stunden hast Du mich wieder. Du fürchtest dich Doch nicht, wenn ich Dich allein lasse?" „Doch ich fürchte mich. Ich gehe mit!" „Nein! —" Sie schrak zusammen, so befehlend war bas gesagt. „Sei vernünftig", bat er. UnD als sie Den Kops nach Der Wand drehte, bog er ihn sachte zu sich herüber. „Bist du denn böse, wenn ich tue, was meine Pflicht ist?" „Du hast nichts als Pflichten, bei Tag und Nacht!" Er lachte. „Es wird wohl stimmen. Bei Tag Der Beruf! — Bei Nacht du! — Ihr Frauen habt es schön! Ihr braucht nur zu lieben!" „Glaubst du, Daß das immer leicht ist?" „Wie Denn?" frug er. Sie sah ihn an, zog Das Spitzengeriefel ihres NachthemDes über Der Brust zusammen, zuckte Die Achseln und schwieg. „Warum antwortest du nicht?" Auf Dem Rand Des nieDeren Bettes fitzend, schob er mit Der Spitze seines Schuhes den gemusterten Plüschvorleger zurecht. „Lieben ist manchmal —" Sie ließ ihn nicht weitersprechen. Irgend etwas mahnte zur Vorsicht. Den Blick nach Der Decke gerichtet, sagte sie nachdenklich: „Früher habe ich geglaubt, daß Liebe immer und allezeit bezwingt. bis meine Mutter mich belehrte, daß es nur dann Der Fall ist, wenn sie erwidert wird!" „Das mag wohl stimmen", gab er zu und erhob sich. „Nun aber muß ich wirklich eilen. Ich werde sehr leise fein, wenn ich zurückkomme!" Er nahm den Mantel vom Haken und f(hüpfte hinein, ging nochmal zu ihr herüber und küßte si> „Auf Wiedersehen, mein Siebes!" „Auf Wiedersehen!" Sie hielt einen Moment seine Hände fest. „Wie lange bleibst du?" „Ich kann es dir nicht sagen. Jedenfalls werde ich mich nach Möglichkeit beeilen, daß du nicht lange warten mußt!" Er lief eilig über Die Treppe. Unten fiel erst Die Haustüre, Dann Die Gartenpforte ins Schloß. Dann entfernten sich Die Schritte zweier Männer. Demnach hatte Oehme auf ihn gewartet. Sie saß bereits aufrecht, lauschte noch eine Weile unD setzte Dann die Füße zu Boden. Im Zimmer, Das an Die Küche stieß, hatte sie bet ihrem Rundgang ein Telephon gesehen. Leise, Damit Die Stufen nicht knarrten, schlich sie sich hinab. Die ©egenftänDe warfen einen bizarren Schatten, alles war zum Unwirklichen verzerrt. Die weiße Scheibe Des Apparats leuchtete. Sie mußte Licht machen, Die Ziffern, zu sehen. 8—0—7—5—5— Eine Stimme melDete sich. „Kann ich Frau von Guielmo sprechen?" Etwas verärgert kam Die Antwort. „Sie gaben sich in Der Nummer geirrt." „Verzeihen Sie!" Ist bas möglich? Dachte sie. Einen Moment war sie starr vor Schrecken. Dann beruhigte sie sich. Die Nummer stimmte. Nur ihre Finger hatten fehlgegriffen. Vorsichtig, Daß ihr Das nicht zum anDernmal passierte, setzte sie Die Scheibe wieder in Bewegung. Es mochte der Bediente sein, der Antwort gab. Sie hatte teilt Glück mit ihrem Anruf. Frau von Guielmo war ausgegangen und Joe Brandt gleich nach Dem AbenDtjsch mit einem Taxi weggefahren. Wohin, Darüber habe er keinen Bescheid gegeben. Vielleicht könne sie später noch einmal telephonieren. Sie legte Den Hörer in Die Gabel und verspürte eine ungeheure Depression, als sie nun wieder nach Dem Schlafzimmer hinaufstieg. JeDenfalls würde sie morgen Vormittag unter irgend einem Vorwande nach Rom hineinfahren und Joe aufmerksam machen, Daß Gefahr Drohte. Heute nacht war wohl nichts mehr zu befürchten. Es ging beinahe auf ein halb elf Uhr. Die Schwüle in Dem Hause Dünkte sie mit einem Male unerträglich. TrotzDem Die Fenster offenstanden, war die Hitze lähmend. Jetzt sich wieder zu Bett zu legen, war unmöglich. Sie legte in ihrem Zimmer Das Nachtkleid ab und warf ein dunkles Gewand über, über Das sie noch einen schwarzen Seidenmantel nahm. Geräuschlos schlüpfte sie über Die Treppe. Die Gartentüre knarrte kaum hörbar als sie diese öffnete. (Fortsetzung folgt)) Holzversteigerung. Am IHiltrood), dem 22. März 19j6, kommen aus den Waldungen der Stadt Avendorf an der Lumda aus der Försterei I (Treis an der Lumda) aus den Forstorten: Kalkbeih Abt. 28a, Zimmerplatz Abt. 33a, Kalkberg Abt. 29e, Schuchardsgrab Abt. 35a und verschiedene nachstehende Holz- sortimente zur Versteigerung: 192 ID Nutzholz. Derbstangen: Fichte 1. Kl. 90 St. = 8,10 fm; 2. Kl. 62 St. - 3,72 fm; 3. Kl. 315 St = 9,45 fm. Reisstangen: Fichte 4. und 5. Kl. 82 Stück - 1,57 fm. Brennholz. Scheit: Buche = 43,9 rm; Eiche = 4,5 rm; Kiefer = 15,6 rm; Fichte = 14,7 rm; Lärche -- 1 rm. Knüppel: Buche - 36,3 rm, Eiche = 2,8 rm; Kiefer = 39,5 rm; Fichte = 20,9 rm. Reisig: Buche - 193 rm; Eiche = 12 rm; Kiefer = 5 rm; Fichte = 29 rm. Stöcke: Buche = 3 rm. • Die Zusammenkunft ist vormsttags 9 Uhr im Forstort Kalkberg 2lbt 29e, bei Brennholz Nr. 1239. Allendorf a. d. Lda., den 18. März 1933. Hessische Bürgermeisterei: Schneider. | Stellenangebote j Sausmabchen welch perfekt kochen kann, sofort gesucht, öl?» Marktstr. 30. Bankvereinig. sucht Wraoe™ Mar Brand, Hannover-Linden, Wichernftr.27. evea Allgemeine Ortskrankenkasse Gteßen-Stadt. Die rückständigen Beiträge für den Monat Februar 1933 können noch bis zum 25. d. 7N. ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung und evtl. Beitreibung. 19281) Die Einzahlung kann täglich von 8 bis 1 Uhr bei unserer Kasse (außer Samstags) oder auf unser Postscheckkonto Amt Frank- su-t a. M. Nr. 10833 erfolgen. H. Hinkler, Rechner. Ein in all. Hausarb. erfahr., zuverlässig. Mädchen mit gut. Zeugn. sof. gesucht. 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(WTB. Funlspruch.) Die Reichsbank teilt mit: 3n ausländischen Zeitungen finden sich in den letzten Tagen wiederholt Mitteilungen, wonach der Präsident Dr. Luther von der Leitung der Reichsbank zu- rück^etreten sei, weil er ein angeblich geplantes inflationistisches Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung nicht habe finanzieren wollen. Das Reichsbankdirektorium erklärt hierzu, pah der Aeichsbank ein solcher Plan niemals Vorgelegen hat, so dah alle an die obigen Meldungen geknüpften Kombinationen hinfällig sind. Börse am Dienstag, 21. März, jeglichen Berkehr zu s ch l i e h e n. (Der gleiche Deschluh liegt für Frankfurt vor. D. Red.) und unschädliche 'Hausmittel In allen Apotheken erhältlich zum Preise von RM. 0.93, 134, t M. Nur echt mit dem Namenszug auf jeder Packung. Gestern fand hier unter der Leitung des stellvertretenden Inspekteurs der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Oberhessen, Regierungsmedizinalrats Dr. Kortüm, Gießen, eine Tagung der Aerzte und Führer der Kolonnen statt, die aus allen Teilen der Provinz stark besucht war. Die Verhandlungen am Dormittag im Saale des ,Aquariums ', zu denen auch Dertrcter des Kreis- amts. der Stadtverwaltung und der Reichswehr erschienen waren, wurden von dem stellvertretenden Inspekteur, Medizinalrat Dr. Kortüm, mit herzlichen Worten der Begrüßung an die Gäste und die Kameraden, sowie mit der Mitteilung eingeleitet, dah er an Stelle des erkrankten Inspekteurs, Danitätsrat Dr. Hahn, Bad-Rauhcim, vorläufig die Geschäfte führe. Der Redner betonte, er werde immer darauf sehen, dah treue Kameradschaft ohne Unterschied des Standes, der Herkunft und der Klasse in den Sanitätskolonnen herrsche, dah mit Freude und Liebe überall in den Kolonnen gearbeitet werde und sich dadurch ein festes Band der gemeinsamen, selbstlosen Arbeit im Dienste von Volk und Daterland um alle Glieder der Kolonnen schlinge. Anschliehend sprach der Borsihende des Hessischen Landesvsreins vom Roten Kreuz, Präsident von Hahn, Darmstadt, über gemeinsame Ausgaben der Zweigvereine und der Sanitäksko.onnen vom Roten kreuz. Rachdem der Redner die Grütze des Landesvereins an die Tagung übermittelt hatte, schilderte er, wie das Derhältnis zwischen den Zweigvereinen und den Sanitätslolonnen auf Grund der Satzungen beschaffen sein solle. Gr teilte dabei u. a. mit, dah in Hessen beim Ausbruch des Weltkrieges 32 Sanitätslolonnen bestanden haben, heute, aber 90 Sanitätskolonnen, -Züge und -Gruppen in Hessen bestehen. Als besonders dringlich bezeichnete der Redner eng st es 3 u • sammenarbeitenzwischendenZweig vereinen und den Sanitätskolonnen, damit hierdurch die Kolonnen finanziell gestützt werden, ihrerseits aber durch ihr Wirken in der Oeffentlichkeit den Zweigvereinen Sympathie und Förderung verschaffen könnten. Angesichts des Ernstes der Zeit sei diese Gemeinsamkeit der Arbeit besonders notwendig, denn nur dadurch könne das Ziel, für die Eanitätskolonnen und die Zweigvereine die größte Schlagfertigkeit zur Erfüllung ihrer Aufgaben herbeizuführen, erreicht werden. Ferner sei engeres Zusammenarbeiten und straffere organisatorische Bindung zwischen den einzelnen Bereinen und Kolonnen durch Kreisverbände sehr wünschenswert. Der Redner machte zum Schluß noch Beginn nicht mehr eingebaften werden. Es werde daher bestimmt, daß die Arbeiten vor dem 1. Jul, 1933 begonnen und spätestens am 1. September 1933 vollendet sein müssen. „ •• Kriegerverein Gießen. Man berichtet uns: Am Donnerstagabend sand zum erstenmal im Saale des neuen Bereinslokales „®af6 Ebel" eine WonatSversammlung statt, die einen sehr guten Besuch aufzuweisen hatte. In seinen BegrühungSworten wies der erste Bor- sitzende, Kamerad Landgerichtsrat Trümpert, einleitend auf die bedeutsamen Borgänge hin, die unser Daterland seit dem 5. März erlebte und die uns endlich die alte Reichsflagge Schwarz- weitzrot wiederbrachten, unter der die Kriegervereine stets gestanden. Er gab der festen Hoffnung Ausdruck, dah nunmehr ein Wiederaufstieg unsere- Daterlandes erfolgen werde. Die Ausführungen klangen auS in einem .Hoch" auf daS Daterland und unseren verehrten Reichspräsidenten, den Ehrenpräsidenten deS Kyffhäuser- bundes. Rach einigen geschäftlichen Mitteilungen gab der Vorsitzende das Scheiden des Kameraden Fenchel, eines langjährigen DereinSmitgliedes, bekannt, der als Postmeister nach Fürth im Odenwald verseht ist. Im Mittelpunkte des Abends stand ein Dortrag des Kameraden Oberleutnant a. D. Bonhard über .Die Spionage im Weltkrieg". Der Dortragende, der während des Krieges einige Zeit in einer Rachrichtenabteilung gearbeitet hat, gab durchs seine sehr interessanten Schilderungen den Zuhörern einen Einblick in das Spionagewesen, das im Weltkriege eine große Rolle spielte und geigte an vielen Einzelbeispielen, durch welche Personen Spionage Betrieben wurde, und welcher Mittel man sich dabei bediente. Reicher Beifall lohnte den Dortrag. Rach einigen Abschiedsworten des Kameraden Fenchel gab der Dezirks-Schieh- leiter, Kamerad A. Klein, bekannt, dah in diesem Iahre das Khffhäuser-WertungSschiehen in Potsdam stattfinde. An diesem werden auch drei Hassia-Derbandsmeisterschühen auS dem Kriegerverein Giehen teilnehmen. Der Abend wurde verschönt durch Mufikvorträge der Kapelle Weller, die sich wie immer in kameradschaftlicher Weise zur Derfügung gestellt hatte. •• Iugendsest auf dem Schisfenberg. Am Samstagnachmittag tagte auf dem Schissen- berg der Dorstand der „Heimatvereinigung Schiffenberg" und der Festausschuh des für den 18. Iuni festgelegten Iugendfestes, um über die Ausgestaltung des Festes zu beraten. Als Dor- sitzender des Festausschusses wurde Herr Wei- d i g - Giehen, als Schriftführer Herr G e i l f u h - Dießen gewählt. Ferner wurden durch Wahl die einzelnen Ausschüsse, wie Finanz-, Presse-, Musik- und Bauausschuh zusammengestellt. Als Leiter des Schüler-Massenchors wurde Lehrer Mar- steller- Watzenborn-Steinberg bestimmt. Für das Fest, an dem sämtliche Schulen der um den Sch ffenberg gelegenen Ortschaften teilnehmen und auch zwei Iugendgruppen aus Garbenteich und Klein-Linden Mitwirken, hat man sich auf folgende Festordnung geeinigt: Aufstellung des Fest- zuges am Fuße des Schiffenberges, Zug zum Sch.ffenberg, Ansprache, gemeinsam gesungenes Dolkslied, Massenchor der vereinigten Schulen, Sondervorführungen der einzelnen Schul- und । Iugendgruppen, anschliehend Volksfest. Wettervoraussage. Der neue Wirbel ist sehr schnell bis zur deutschen Nordseetüste und nach Dänemark weitergezogen und verursacht unbeständiges Wetter. Da an seiner Rückseite ziemlich tühle Ozeanluft südwärts befördert wird, hält auch die Wechselhaftigkeit des Witterungscharakters zunächst noch an, so dah bei rasch wechselnder Bewölkung weiterhin Schauer auftreten. Mit der Zufuhr der ÄalUuft ist aber Lustdruckanstieg verbunden, wodurch dann später mehr Aufheiterung einsetzt. Die Temperaturen bewegen sich dabei, in mäßigen Grenzen. AussichtenfürDienstag: Noch unbeständig, wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, vereinzelte Regenschauer, nur mäßig warm, um West drehende Winde. eine Gar-Rettungsübung der Kolonne Gießen in Gemeinschaft mit der Brandwache stall. Der Hebung lag folgender Plan zugrunde: „Durch defekten Kamin sind von der Heizungsanlage aus Kohlenoxydgase in einen Schulraum der Pcsta- lozzischule eingedrungen, wodurch eine Anzahl Schüler bewußtlos wurden. Die Freiwillige Sanitätskolonne und die Städtische Feuerwache wurden zur Hilfeleistung gerufen." Die Arbeit der Sanitäts- Mannschaften und der Feuerwehrleute ging mit ausgezeichneter Präzision vor sich und zeigte, daß die Ausbildung in der Kolonne und bei der Feuerwehr auch nach dieser Richtung hin aute Ergebnisse gebracht hat. Zn einer kurzen Würdigung am Schlüsse der Hebung brachte der stellvertretende Inspekteur, Dr. Kortüm, seine Anerkennung über den Hebungsverlauf zum Ausdruck, jedoch mußte er mit Recht bemängeln, daß es bei der Hebung leider an jeder polizei lichenAbsperrung fehlte. Im weiteren Verlaufe des Nachmittags hörten die Tagungsteilnehmer im Großen Hörsaal des Physiologischen Instituts, nach Begrüßungs- und Dankes- warten von Dr. Kortüm an den Leiter dieses Instituts Professor Dr. Bürker für die freundliche Ueberlaffung des Hörsaals und an die Hörer für ihr zahlreiches Erscheinen, zunächst einen Vortrag von Oberst Schröder (Darmstadt) über Fragen des Gas- und Luftschutzes. Wie schon von Dr. Kortum in seiner Eröffnungsansprache zu dieser Sitzung eindringlich auf den vollkommenen Mangel eines Luftschutzes für Deutschland und die aus dieser Sachlage gegebenen Folgerungen hingewiesen worden war, so legte auch der Vortragende den Hörern eindringlich nahe, sich ernstlich mit diesem für unser Volk schwerwiegenden Problem zu beschäftigen. Er schilderte sodann eingehend die Möglichkeiten und die Grenzen des Gasschutzes, ferner die Maßnahmen des passiven Luftschutzes nachdem unserem Volke durch das Diktat von Versailles jeder aktive Luftschutz genommen wurde. Nachdrücklich riet er, sich vor allem auf den eigenen gesunden Menschenverstand zu stützen, die behördlichen Anordnungen natürlich zu beachten, dabei aber nicht einem unzweckmäßigen Schematismus zu verfallen und im übrigen sich nicht durch Panitmacherei und gruselige Stimmungsmache beirren zu lassen. Der ganze Ernst der Luftqefahr dürfe nicht verkannt werden, aber vor einer Heberschätzung sei trotzdem zu warnen. Die in Kürze zu erwartenden neuen Richtlinien des Reiches würden all" erforderlichen Aufschlüsse und Fingerzeige brin- gen, die jedermann und insbesondere die Sanitäts- kolonnen sich einprägen sollten. noch durch besonders dafür bestimmte Fahrzeuge ausgcsührt werden. — An den interessanten Dortrag schloß sich eine kurze Aussprache an, in der die von dem Dortragenden dargelegten Gesichtspunkte warm unterstrichen wurden. Den Abschluß der Dormittagssitzung bildete eine Besprechung von internen Kolonnenangelegenheiten. Am Nachmittag fand zunächst an der Pestalozzi- schule in der Nordanlage Wirtschaft. Frankfurt fest. F r a n k s u r t a. M.. 20. März. (WTB. Draht- meldung.) Die Börse setzte ihre Aufwärtsbewegung auf fast allen Marktgebieten auch zu Beginn des neuen Berichtabschnitts fort. Die Ausführungen Dr. Schachts am Samstag im Rundfunk fanben allgemeine Zustimmung. Das erneute Bekenntnis für die Stabilität der Währung führte besonders am Rentenmarkt zu neuen Bescstigun- oen. Späte Reichsschuldbuchfordcrungen und Altbesitz gewannen bis zu 1,50 Prozent, und Reu- besih 0,50 Prozent. Merklich erhöht waren auch Schutzgebiete, wobei man Hoffnungen hegt, daß das Reich etwas zugunsten der Inhaber von -Schuhgebietsanleihcn tun wird. Am Aktienmarkt betrugen die durchschnittlichen Kursbesserungen 1 biS 1,50 Prozent. Eine ganze Anzahl von Papieren erschien mit Plus-Plus-Zeichen und lag zunächst mehrprozentig höher. Sehr fest lagen Goldschmidt mit plus 5,75 Prozent, und AG. 1 ür Verkehrswesen mit plus 6 Prozent. Prägnante Befestigungen hatten ferner Zement Heidelberg (plus 4 Prozent), Bank für Drauindustrie (plus 3,50 Prozent), Phönix (plus 3,50 Prozent). Hebet 2 Prozent höher eröffneten Schiffahrtsaktien, Buderus, Stahlverein, Scheidcanstalt, I.-G., Deutsche Erdöl und Reichsbank. Das Geschäft war ziemlich lebhaft. Später wurde es ruhiger, da die Kulisse wegen der morgigen Börsenunterbrechung durch die Reichstagsfeierlichkeiten einige Zurückhaltung bekundete. Im Derlaufe setzten sich unter recht lebhaften Umsätzen die Befestigungen fürAktien fort. Der neue Durchschnittsgewinn betrug etwa 1 bis 1,50 Prozent. Spezialwerte, wie Reichsbank usw. gewannen bis zu 3 Prozent. Die zunächst um 4,50 Prozent schwächer liegenden Rheinische Elektroaktien konnten sich um 2 Prozent erholen. Deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen zunächst etwas leichter, zogen aber später erneut bis 0,50 Prozent an. Am Rentenmarkt kam in Gold- und Liquidationspfandbriefen, sowie verschiedenen Kommmunalobligationen etwas Angebot heraus. Liquidationspfandbriefe unJ Kommunalobligationen waren dabei von 1 bis 2 Prozent schwächer, wüh.end Goldpfandbriefe ziemlich gehalten waren. Krankfurter Lchiachtvieymarkt. Frankfurt a. ÜR., 20. März. Auftrieb: 1280 Rinder (358 Ochsen, 103 Bullen, 408 Kühe, 344 Färsen), 566 Kälber, 74 Schafe, 4387 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischigc, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 29 bis 32 Mart, (ältere) 25 bis 28; Bullen: jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 29, sonstige vollfteischige oder ausgemästete 22 bis 25; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schsachtwerts 23 bis 26, sonstige oollfleischige oder ausgemästete 20 vis 22, fleischige 16 bis 19, gering genährte 12 bis 15; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder) vollfleischige, ausge- mästete, höchsten Schlachtwerts 29 bis 32, vollftei- schige 25 bis 28, fleischige 22 bis 24; Sä Ib er : beste Mast- und Saugkälber 37 bis 41, mittlere Mast- und Saugkälber 32 bis 36, geringe Kälber 26 bis 31; Schweine: oollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 38 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 37 bis 40, von etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 40, fleischige von etwa 120 bis 160 Psund Lebendgewicht 34 bis 38 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig, ausverkauft, Kälber und Schafe mittelmäßig, ausverkauft; Schweine ruhig, geringer Heber- stand. Der Dortragende schilderte die verschiedenen ten des Gases und ihrer Einwirkung auf Menschen, wobei er von dem Krieg« als maßgebliche Crfahrungsgrundlage ausging. Er gab seinen Hörern wertvolle Aufklärung über die verschiedenen Grade der Gefährlichkeit des Gases und erläuterte zum Schluß die verschiedenen Arten von Gasmasken. Mit einem kurzen Schlußwort und Dank des stellvertretenden Inspekteurs an die Dortragenden fand die Tagung ihren Abschluß. darauf aufmerksam, daß die ministerielle Genehmigung des diesjährigen R o t»K r e u z-T a g e s jetzt erfolgt sei, und zwar für zwei Tage (10. und 11. 3 u n i), an denen für das Rote Kreuz durch Haussammlung und Strahensammlung geworben werden solle. Eine kurze Erläuterung von organisatorischen Fragen schloß den Dortrag ab, an den sich eine kurze Aussprache anknüpfte, in der Kolonnenführer Kratz (Gießen), Präsident von Hahn (Darmstadt) und Kolonnenarzt, Medizinalrat Dr. B a l s e r (Büdingen), kurz über Fragen der weiteren Stärkung der Kolonnenarbeit sprachen. Die Grüße der Behörden brachte Regierungsrat Grein vom Kreisamt Gießen und im Einverständnis mit dem äls Dertrcter der Stadt anwesenden Bürgermeister Dr. Hamm zugleich auch für die Stadt Gießen zum Ausdruck. Der Redner wies dabei auf das große Interesse hin, das die Kreis- und Kommunalbehörden bisher schon durch die Tat den Sanitätslolonnen vom Roten Kreuz bekundet gälten und dem sie auch in Zukunft nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten gerne durch Taten Ausdruck geben würden. Den zweiten Dortrag hielt hierauf Prof. Dr. K l i e w e , Gießen, Leiter des hessischen Sinter* suchungsamtes für Infektionskrankheiten, über das Thema: v „TBas ist beim Transport von Dnfefflons- kranken zu beachten?" Der Dortragende machte zunächst auf die große Verbreitung der Insektionskrankhcilen aufmerksam, betonte aber auch, daß die Arbeit der Wissenschaft und der Forschung gutes Rüstzeug zur Bekämpfung dieser Kranlheiten geschaffen hat. Er schilderte weiter in aufschlußreicher Weise die wichtigsten Bekämpfungsmöglichkeiten und vorbeugenden Maßnahmen bei ansteckenden Krankheiten, wobei er für die Tätigkeit der Kolonnenangehörigen zahlreiche wertvolle Winke gab. Eindringlich betonte er vor allem die strenge Befolgung des Gebots der peinlichsten Sauberkeit bei jedem Umgang und Transport in Fällen von Infektionskrankheiten, er warnte aber auch vor übertriebener Ängstlichkeit. Ferner forderte er eine Revision der jetzt bestehenden Kreissahungen zur Bekämpfung von ansteckenden Krankhei- te n, sowie ein striktes Verbot der Beförderung von Personen mit übertragbaren anmeldepflichtigen Krankheiten durch Fahrzeuge, die zum Gebrauch der Allgemeinheit, oder gar zum Transport von Lebensmitteln bestimmt sind. Derartige Transporte dürften grundsätzlich nur Ortsbausatzung für das Gelände hinter den Schiehgärten nördlich der Rodheimer Straße. Aus Beschluß der Stadtrates vom 15. De- zember 1931 wird nach Begutachtung durch den Kreisausschuß mit Genehmigung des Herrn Hessischen Ministers des Innern vom 31. Oktober 1932 zu Nr. 43 184 M. d. I. auf Grund des Artikels 21 der Hessischen Gemeindeordnung vom 10. Juli 19"1 und der Artikel 2 und 8 der Allgem. Bauordnung vom 30. April 1881 und der §§ 3 bis 5, 7 und 9 der Ausführungsverordnung zur Allgem. Bauordnung vom 1. Februar 1882, zu dem Bebauungsplan für das Gelände Hinter den Schießgärten nördlich der Rodheimer Straße folgende Ortsbausatzung erlassen: § 1. Zu Artikel 29 der Allgem. Bauordnung. Gewerbebetriebe die unter § 16 der RGO. fallen oder die durch Staub, Rauch, Dünste und üble Gerüche, Geräusche oder Erschütterungen Nachteile, Gefahren oder Belästigungen für die Anwohner herbeiführen, sind für das ganze Gebiet grundsätzlich verboten. Diese Vorschriften gelten auch für eine wesentliche Erweiterung bo- stehender Betriebe und Anlagen. § 2. Zu Artikel 59 der Allgem. Bauordnung Für die Bebauung wird die offene Bauweise vorgeschrieben. Außer Einzelhäusern können Doppelhäuser und Gebäudegruppen bis zu 40 m errichtet werden. Die Gebäude entlang der Krofdorfer und Rodheimer Straße sind dreigeschossig, an allen übrigen Straßen zweigeschossig zu errichten. Die einzelnen Straßenzüge müssen architektonisch einheitlich durchgeführt werden § 3. Die Entfernung der Gebäude von der Nachbargrenze hat bei der zweigeschossigen Bauweise mindestens 3 m und bei der drei- g:schossigen Bauweise mindestens 4 rn zu betragen. Bei Gebäuden entlang der Straße „Hinter den Schießgärten" wird dieser Abstand auf 2,50 m ermäßigt. § 4. Zu Artikel 37 und 59 der Allgemeinen Bauordnung und S 78 der Ausführungsverordnung zur Allgem. Bauordnung. Die Errichtung von Seiten- und Hintergebäuden ist nur auf den Grundstücken entlang der Rodheimer und Krofdorfer Straße gestattet. Stallungen oder Kraftwagenschuppen, sofern sie dem eigenen Bedarf der Wohnungsinhaber dienen, dürfen auch in den übrigen Gebieten errichtet wer- den; die Ausführung derselben muß jedoch der Bauweise des Hauptgebäudes angepaht sein. Die Grundstücke entlang der Rodheimer und Krofdorfer Straße (innerhalb der dreigeschossigen Bauweise) dürfen nicht, mehr als 8/io und bei Eckgrundstücken nicht mehr als ’/io ihrer Gesamtfläche bebaut werden. In den übrigen Gebieten mit zweigeschossiger Bebauung darf die Ausnutzungsziffer nicht mehr als ’/io und bei Eckgrundstücken nicht mehr als e/io betragen. Bei Gruppen- bauten kann die zulässige Bebauung der Grundstücke um */io erhöht werden. Lei Gebäuden innerhalb der zweigeschossigen Bauweise dürfen in Dachgeschossen nur Räume, die zu den unteren Stockwerken gehören, ausgebaut werden. Die Errichtung selbständiger Dachaeschoß- wohnungen in dreigeschossigen Häusern bedarf der besonderen Genehmigung der Bürgermeisterei Gießen. Die Gebäude müssen allseitig gut durchgebildet sein und architektonisch ein gefälliges Aeußere erhalten. § 5. Vorstehende Ortsbausatzung tritt mit dem Tage ihrer VeröffenlUchung in Kraft. Der Nachtrag zur Ortsbausatzuna oom 20. November 1925 wird hierdurch aufgehoben. 1925C Gießen, den 18. März 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Or. Hamm. Arbeitsvergebung. Das Oelen der Fußböden in den Schulen während der Osterferien soll vergeben werden. 1921D Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich ist, sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Eröfsnungstermin am Freitag dem 24. INarz 1933 vormittags 10 Uhr bei uns einzureichen. Gießen, den 18. März 1933. Städtisches Hochbauamt: Gravert. UUMMOHklMMM Der Oberbürgermeister: Or. Keller Gießen, den 20. März 1933 1935 C Wir geben unsere Verlobung bekannt Kassenständen nur von 8 — 1 Uhr 0177'» Winterthur Reichsbankstelle Gießen 1M6D kleines, möbliertes TOR££DO Pljhinpc 7immpP IS/WVIHIIWVWI Klein-Schrelbmaschi I ulliguu UlUIUlbl besond. Friedhofs-Bänke, -Sessel, zu niedrigsten Pre Kleines, Schreibmaschinen Preisen und kleinsten Raten bei Versicherungen Edgar Borrmann, Gießen. Lichtspielhaus Gießen Mitarbeiter überall gesucht 441 V Geschäfts-Drucksachen bei Brühl. Schulstraße 7 DER REBELL Vorstellungen, da abends starker Andrang. r 1923 C Telephonische Vorbestellungen unter Nummer 4077 erbetenl 3. AM OSWALDSGARTEN Die unterzeichneten Geldinstitute geben bekannt, daß ihre Geschäftsräume anläßlich der feierlichen Reichstagseröffnung Zur Feier der Eröffnung des neuen Reichstages sind alle Oienstgebaude mit der schwarz-weiß-roten Fahne und der Hakenkreuzflagge beflaggt. Fch fordere die Bürgerschaft auf, aus Anlaß des nationalen Feiertags am 21. März auch die Privathauser mit entsprechendem Fahnenschmuck zu versehen Außerdem ersuche ich um rege Beteiligung auch der Gießener Vereine an dem stattfindenden Fackelzuge am Dienstag, 21. März 1935 nachmittags geschlossen sind ns.it •tii) Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten Gießen Ostanlage 12 NIEDERHAUSEN t CO. Seltersweg 17, 1. Stock v. Kleider-Köhler. 1438d Bezirkssparkasse Gießen Commerz* und Privat*Bank Aktiengesellschaft, Filiale Gießen Deutsche Bank und Disconto * Gesellschaft Zweigstelle Gießen Dresdner Bank Zweigniederlassung Gießen Handels* und Gewerbebank e.G.m.b.H., Gießen Ein fester Drahtzaun als Gehege um den Hühnerhof, unten mit einem extradichten Spezial-Hühnergeflecht - da können Katzen, Hunde und Landstreicher sich den Braten von draußen besehen, die Hühner sind in Sicherheit I Die Eier liegen nicht mehr in heimlichen Nestern auf freiem Feld, die Küken schlüpfet/, nicht mehr durch die Maschen - so ist das reinste Hühner-Paradies geschaffen. Machen Sie’s nach — das zähe feuerverzinkte Drahtgeflecht ist ja so billig bei Lebensversicherungen mit und ohne Gewinnanteil, Renten- Schweizerische Unfallversicherungs- Gesellschaft Lebensversicherungs- Gesellschaft besond. ...—— ------- —, Gießkannen, Kranzständer usw. sowie herausnehmb., vat.Wasche- 1922Ä vfähle, ver Stück NM. 5.— u. 6.— =39 EEc Hörbach (Kr.Dillenburg) z.Z. Gießen, Frankt Str. 17 im März 1933 cand. rned. Lini Suppan Dr.phil.des. Franz Kirchheimer in d. Nähe d. Univ, ab 1. Avril gesucht. Schrift!. Ang. unt. 01775 a. d. GH. Az. !llllllll!llllllllllllllllllllllllll L s< c-. fc = .= - t’-'C v».c Unfall-, Haftpflicht-, Kautions-, Einbruch-Diebstahl-, Auto- Jsil W LuisTrenker in dem gewaltigsten, unbestritten größten Tonfilm welcher bisher in der Welt geschaffen wurde Ein Freiheitsfilm aus den Tiroler Bergen Eine grandiose filmische Höchst-Leistung, wie sie Menschenaugen noch nie gesehen haben. Niemand sollte dieses einzigartige Filmwerk versäumen! 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Verschiedenes. 9?ach § 31 der Satzungen sind Anträge (Punkt?)bis zum 28.März 1933,12Uhr, beim Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Gen. Hedderich, Gießen, Wilhelmstr. 88II, schriftlich einzureichen. Die Jahresrechnung 1932 liegt vom 21.—31. März 1933 in der Wohnung des 1. Rechners, Gen. Münster, Gießen, IHeringstr. 101, in der. Zeit von 12.30—13.30 und 19—21 Uhr, Samstags von 15—18 Uhr, zur Einsicht für die Genossen offen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates. Hedderich. iwv | Verkäufe \ Klein. EiDlamilieDhaas mit Garten sof. be- ziehb. f.Mk.7000zu verk. I. Baer, Ölt* anlage 43 I. 01770 iGlüdeWM verk. Fleck. m Gleten. lung •“J’^cvammluno UM 8.15 Uhr, tö Wetzlarer Weg 11mg: Rechnung 1932 uberd.Vetteilung Boritmdes AMchitzrat s neuen Mitglieder -- der Labung ngen sind Anträge Man 1933,12 Ufr, >es Auiiichtdrated, n,®ilbeltnitt.55II, . Die dabresreck- ri.-31.MiirzlS83 1. Rechners, Gen. ningin. 191, in der 30 und 19-21 Uhr, 18 Uhr, zur Einsicht ’n. !s AufsichtSrateS. erich. iwv r-» o E es y«- o a s M 2> ■8= e^_ LZ «s> - O O o S E. O ss o „ 2- L O o E -o 5lif E " E E*"3 O E S » *3 a *ev » S2 s _ » o Urs L Sä« jO P ?= o t*'®' 3 L 2 a £ rx E-S*e 5 g«- LZ3 <® *7- Oß E =-?i s^-E E E s C ‘t’2 o E 'E ■£ e L £ ’s 2 .- S>T L 3 ~ ----L O'2 m o CS 3 o O o D u cd -r o ---- -=z eg B2«, c. O- - O^ ss-x- EH o _C-= - .0*6^- ° S CD — CO o^ej: 5 >Se5; o z.o a e Sc - — » a c — L - — E »5e£L_£ EH H— E E KL 3 L 3 o-Z^di M O CJ D 2 2 ®b e Q «3 i*s 2 B CQ lD ID E e E H H 8S cP § § «e E ö e ’S? cy :C •r. 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Marineve^111 GSarn’21-81 Ab^AalBeZ ^eSn M,v°" Kete^' N'MstK- Ul ■ Ni) I tW;\(A nwy iffii txsüIiw ■^$W SW 3 0« g 2 ns> es ES E 2ifö •E" E- tC-Q) 2 E ej 3 E «u 2SL -E.S-2 e -s 0 ftK) E es 3*8" §3, 2 'c-.'H c® c na'O 3 o jz-’E'-c, L L d-/ E VC-'. §-8 3 E = = 3 C E o te) ±j 0 L •S oE#.^ o S-: 3(0 Ö 54-~ S=t iA=3 ZT3 E '_• ’S ID E 2 -3 « « E £5> L Njo >e m E ElPcS ‘O 3 = sr«E o O 2 LkS € §®2 e (S). L2 ^-<0 o <00 e = - e SB- 2-w« IX) OOO ^0 3 3 SIScs®t "O B a "5 E o tD S •- «S e«; 19*: c E •i «ii Z^L.03 2 S o ä o fC. C CD - O ^n» C r^>c 2 O o = E5-GQ-: ZZL-^Z! 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