Nr.43 Krühausgabe 183. Jahrgang Montag, 2O.Sebruarl933 Ericheini tägltd), äuget Sonntags und Ieieriag» Beilagen: Die DDuftnerte (Bienener ftamihenblatter Heimat m Dild Die Scholl» Monats Bezugspreis: Mit 4 ‘Beilagen ‘HU 1 95 Ohne Illustrierte . I 80 Iustellgedühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt lieritforechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrist tür Drahtnachrichten Bnjeiger Giehea Pofiftbedtonto: .sronlfvrt am moin 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ürntf vnd Verlag: Vrühl'sche Untverfiiair Buch- unö Steinöruderci R. £ange in Gießen. Sd^riftleitung und Geschäftsstelle: Zchufttraße 7. änna-tme von .'tiijeuc.i für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig: für Re* klamean teigen oon 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20" . mehr. Chefredakteur Dr Friede. Wilh. Longe. Verantwortlich tür‘Politik Dr Fr Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tdyr>ot; für den übrigen Teil Ernst Blumlchein und ürie'An- zeigenteil i. V. Th.Kümmel sämtlich m Gieren. Der Wahlkampf-Aufmarsch der Parteien. Reichsinnenminister Krick spricht m Dresden. Dresden. 19. Febr. ($11) 3n einer von mehreren tausend Personen besuchten nationalsozialistischen Kundgebung im Zirkus Sarrasani sprachen am Sonntagnachmittag Reichsinnenminister Dr. Frick und Prinz August Wilhelm. Prinz August Wilhelm machte allgemeine Ausführungen über die politische Lage im Zeichen der Reichstagswahlen. Die Rede gipfelte in einer Mahnung zur Opserbereitfchast. Disziplin und Einigkeit, wenn der Entscheidungskamps gegen den Marxismus beginnt. Stürmisch begrüßt ergriff hierauf Reichsinnenminister Dr. F r i ck das Wort. Roch einmal und zum letzten Wale fei jetzt aufgerufen worden zum Kampf gegen die Kräfte der Zerstörung. Dieser letzte Wahlgang müsse eine überwältigende Mehrheit für die Reichsregierung erbr.ngen. Es gebe kein Paradies auf Erden. Das gelte ganz besonders für das deutsche Volk. .Sollte die wohl jedoch keine Mehrheit der Regierung bringen, so werde dennoch das Rettungswerk am deutschen Volke unbeirrt fortgesetzt werden. Dir find, fo erklärte der Minister unter starkem Beifall, nicht gewillt, das Feld freiwillig zu räumen. Wenn die Linke jetzt sage, die nationale Re- gierung habe statt Arbeit und Brot nur Verbote und Reuwahlen und kein Programm gebracht, so sei er der Meinung, daß der Rame Adolf Hitler gerade Programm genug sei. Richt auf Programme komme es an, sondern auf den Willen und die Kraft zur Tat. Dr. F r i ck beschäftigte sich dann mit den Versuchen gewisser Landesregierungen, der Politik der Reichsregierung Widerstand zu leisten. Eine Regierung, die aus parteipolitischen Gründen die Autorität der Reichsregierung herabzusetzen versuche, dürfe sich nicht wundern, wenn die Reichsregierung die Folgerungen daraus ziehe, und die Autorität dieser Landesregierung Schaden erleide. Dr. Frick ging dann auch auf die Beseitigung der sog. Hoheitsregierung inPreußen ein und erklärte: „Heber den Rechten der Länder steht das Recht des deutschen Volkes, zu leben. Die marxistische Regierung in Preußen ist beseitigt und sie bleibt beseitigt. Auf einen Zuruf: „Unö Sachsen?" fügtf bcr Minister hinzu: "wir werden die Entwicklung in allen Ländern beobachten, und wo Veranlassung gegeben ist, die notwendige Kraft haben, durchzugreifen." Zu den Vorschlägen, die KPD. zu verbieten, erklärte der Minister, daß sie a b g e l e h n t' worden seien in der Erwägung, daß man Marxismus und Bolschewismus nicht nur durch polizeiliche und justizielle Methoden bekämpfen könne, sondern vor allem dadurch, daß man ihnen eine stärkere Weltanschauung entgegensetze und die sei einzig und allein der R a - tionalsozialismus. Wenn ferner das Zentrum jetzt auf die Rationalsozialisten böse sei, so müsse daran erinnert werden, daß diese Partei stark durch die Entwicklung der letzten 14 3ahre belastet sei. Vor allem müsse man sich dagegen verwahren, daß der Kampf vom Zentrum auf die falsche Ebene eines Kulturkampfes verschoben werde. Demgegenüber genüge es wohl, darauf hinzuweisen, daß an der S p i h e des Kabinetts ausgerechnet zwei Katholiken stünden. Hitler und P a p e n". Voraussetzung für den Erfolg auch der wirtschaftlichen Reugestaltung sei in erster Linie die geistige, seelische und willensmäßige Umstellung des deutschen Volkes im Sinne der Ausbildung seines nationalen Wollens und seines Freiheits- Willens. Zunächst aber müssen die Feinde des deutschen Volkes, die im Volke selbst säßen, unschädlich gemacht werden. Es müsse ein Gesetz geschaffen werden, wonach Landesverrat ohne weiteres mit dem Tode bestraft werde. Das werde der Anfang der Gesundung fein. Die Regierung sei nicht gewillt, die starte Führung der Reichspolitik durch irgendwelche parlamentarischen Quertreibereien sabotieren zu lassen. Die Kundgebung verlief ruhig. Der Minister erwähnte sodann die von der Reichsregierung inzwischen getroffenen Maßnahmen zugunsten der Kriegsopfer und der L a n d w i r t s ch a f t und sagte: Wenn die Wirt- schäft überhaupt wieder gesunden solle, so müsse beim deutschen Dauer der Anfang gemacht werden. Unser Wirtschaftsprogramm lautet in einem Sah: Schuh jeder ehrlichen nationalen Arbeit! Rur fo wird es auch möglich fein, die Millionen Erwerbsloser allmählich wieder in den Produktionsprozeß einzugliedern. Die Durchführung der einzelnen Maßnahmen hierfür muß uns überlassen bleiben. Rach vier Jahren wird das Volk wieder Gelegenheit haben, sein Urteil über uns abzügebcn. Auch während dieser vier Jahre werden wir in enger Fühlung mit dem Volke bleiben, das nicht teilnahmslos beiseitestehen soll. Und nun, fo schloß Dr. Frick, lotssen Eie uns an die Arbeit gehen. Wir vertreten nicht die Politik der 3nteressentenhaufen. sondern das 3 n- t e resse der gesamten Ration. Richt für die Partei, sondern für Deutschland! Mit dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied und dem Horst-Wefsel-Lied schloß die Kundgebung. Brüning in Würzburg. Würzburg, 19. Febr. Reichskanzler a. D. Dr. Brüning hielt am Samstagabend in Würzburg seine erste Wahlrede. Er legte die Stellung des Zentrums und der BayerischenDolks- Partei zur jetzigen Reichsregierung dar. Die Versammlung in der Frankenhalle war derart überfllt, daß in der Stadthalle noch eine Parallel- Vers^mmlung statifinden mußte. Einleitend wies Dr. Brüning auf die besondere Bedeutung hin, daß er die erste Rede gerade hier an der Mainlinie oder besser gesagt an der Mainbrücke halte. Die heutige Zeit habe erwiesen, daß das Zentrum auf Gedeih und Verderb mit der Bayerischen Volkspartei zum Kampf für Recht und Freiheit und Verfassung verbunden sei. Zentrum und Bayerische volksparlei würden in Zukunft die lebendige Mainlinie in Deutschland sein. Der Parlamentarismus sei, das leugne er nicht, reformbedürftig gewesen. Als er, Brüning, Reichskanzler geworden sei, habe er den Eingriff des Parlamentarismus stark zurückgedrängt. Auch habe er den Kommunismus bekämpft. Während seiner Zeit habe aber der Kommunismus an Anhängern ständig verloren, wärend das heute nicht der Fall sei. Man schimpfe heute sehr über die Verfassung. Keine Verfassung der Welt sei aber i so elastisch, wie gerade die Weimarer Verfassung. ' Man müsse aber Besonnenheit genug besitzen, mit ! dieser Verfassung richtig umzugehen. Das Zentrum habe der Regierung einige einfache Fragen gestellt. Eine Antwort sei jedoch auf keine der Fragen erfolgt. Zu dem Dierjahresplan der Regierung könne man noch keine Stellung nehmen, da er noch nicht bekannt sei. Man habe aber Grund zu der Annahme, daß der Vierjahresplan den Zweck habe, die heutige Regierung vier Jahre an der Macht zu halten. Rur der sehe sich durch, und nur der rette das Vaterland, der nicht die Kritik scheue, sondern ein fachliches Ziel planvoll vor Augen habe und nur diesen einen Deg für das deutsche Vaterland gehe. Man dürfe nicht von einem Trümmerhaufen sprechen, wenn Deutschland nach zwei Jahren seiner (Brünings) Politik wieder in die Reihe der Weltmächte eingetreten sei. Dr. Brüning schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis, das Zentrum und die Bayerische Volkspartei würden sich nicht unterdrücken lassen. Sie hätten wohl Sorge um das Vaterland, aber keine Angst vor der Gewalt. Wir kämpfen für das Vaterland und das christlich-politische Ideal!" Die Forderung des Stahlhelms. Halle, 19. Febr. (ERB.) In der von 1400 Stahl- belmern besuchten Jahreshauptversammlung des Gaues Halle-Land des Stahlhelms sprach heute nachmittag der zweite Bundesführer Otvrft- leutnant a. D. D ü st e r b e r g über bie 21 u f g o b e n des Stahlhelms in diesem Jahre. Nach neun Jahren Kämpfen und Irrungen sei unter schweren Opfern aller Beteiligten das K a b i n e t t d e r Nativ n a 1 e n Konzentration gebildet worden. Mögen alle Beteiligten, fo sagte Düfferberg, sich der ungeheuren Verantwortung bewußt bleiben, die sie tragen, und möge dieses Verantwortungsgefühl die Führer zufammenfchliehen zu einer untrennbaren Führergemeinfchaft. Der Stahlhelm bedauere die Neuwahlen und das Nichtzustandekommen einer Einheitsliste. Nachdem die nationalen Kräfte außerhalb der N>sDAP. sich zur Kampffront Schwarzweißrot zusammengefch.offen haben, komme es darauf an. mit allen Kräften dafür zu sorgen, daß die Zukunftsfahne des Reiches wieder schwarzweißrot werden könne. Der Ausgleich zwischen Landwirtschaft, Industrie und Handwerk, Arbeiterschaft und Handel müsse und könne gefunden werden. Der Redner kam bann auf die Wehrfragen zu sprechen. Alle internationalen Abmachungen hatten nicht den demütigenden Zustand deutscher Entrechtung zu beseitigen verstanden. Rur ein machtvoller Staat könne seine Rechte mit Erfolg vertreten Gleichberechtigung und Dehrhoheit, diese alten Stahlhelmforderungen, feien staatliche Forderungen geworden. Die heutige Verfassung könne einem so bedrohten Deutschland in Mitteleuropa nicht auf die Dauer genügen. Appell der Vaterländischen Verbände. Berlin, 18. Febr. (TU.) 3n der heutigen Sitzung des Gesamtvorstandes der Vereinigten Vaterländischen Verbände Deutschlands wurde einstimmig die bisherige Haltung des Präsidiums gebilligt und folgende Cnt- schli^' "g angenommen: „Richt nur unsere innere Rot, sondern auch die ernste außenpolitische Lage erfordern eine in sich einige nationale Regierung klügster und charakterstarker Sachverständiger. Frankreich, diesem Friedensstörer feit Jahrhunderten. und feinen Trabanten muß endlich durch diese Wahlen klargemacht werden, daß wir uns die Ausbeutung und Ausschaltung unseres großen und nur allzu friedlichen und geduldigen Volkes nicht länger gefallen lassen wollen. Rur national und sozial geeint kann DeutschlandnocheineZukunfthaben. Wer feinen Kindern ein besseres Dasein erkämpfen will, stelle alle kleinlichen Bedenken zurück und wähle eine der Parteien der nationalen Erhebung, gez. Graf von der Gol h." Kundüebung des Reichsbanners Berlin, 19. Febr. (TU.) Das Reichs- bannet Schwarz-Rot-Gold. Gau Berlin-Brandenburg, veranstaltete am Sonntagnach- mittag eine Kundgebung im Lustgarten unter dem Schlagwort „Lieber tot als Sklave". Etwa 8—10 000 Reichsbannerleute marschierten in geschlossenen Zügen an. 3m Lustgarten hatten sich außerdem 10 000 Angehörige der SPD. eingefunden, daneben zahlreiche Kommunisten. Der Bundesführer Höltermann wurde mit F r e ich e i t r u s e n empfangen, in die sich immer wieder Rot-Front-Rufe mischten. Hölter- I mann hielt eine Rede, in der er den Reichs- | WTB. Berlin, 18. Febr. Amtlich wird verlautbart: Der Herr Reichspräsident und die Reichsregierung halten es für eine der vordringlichsten Ausgaben, die durch die Rotverordnungen yervorge.usenen Härten soweit und sobald als möglich zu beseitigen ober wenigsten zumildern. Dem He.rn Reichspräsidenten liegen dabei vor allem die Kriegsopfer, vornehmlich, also die alten Soldaten, deren Angehörige und Hinterbliebenen am Herzen. Er hat es daher besonders begrüßt, daß die Reichsregierung chm bereits jetzt einen wesentlichen Schritt auf diesem Wege vorgeschlagen hat. Die neuen Maßnahmen sind teils durch eine Rotverordnung angeordnet, die der Herr Reichspräsident soeben unterzeichnet hat. teils im Verwaltungswege durch einen Erlaß des Reichsarbeitsmini stets, dessen Veröffentlichung unmittelbar bevorstehl. Die Einzelheiten werden anschließend kur; erläutert. Die Reichsregierung wird, soweit es die finanzielle Lage gestattet, auf dem Dege der Beseitigung von Härten weitergehen. Der Herr Reichspräsident hat seine besondere persönliche Anteilnahme an dem Fortgang dieser Arbeiten der Reichsregierung bekundet. Der 3nhalt der neuen Rotverordnung ist folgender: Durch b>e von dem Herrn Reichspräsidenten am 18. Februar 1933 vollzogene Verordnung wird die Anrechnung von Vet- sotgungsgebührnissen der Kriegsbeschädigten auf die Renten aus der 3nvaliden-, Angestellten- und knappschaftlichen Pensionsver- sichetung dahin wesentlich gemildert, daß vom 1. April 1933 ab dex ruhende Teil dieser Renten weder zwei Dritt6l7 noch den Betrag von 50 Mk. übersteigen darf. Es verbleibt dem Berechtigten kanzlet, die Reichsregierung und den Berliner Polizeipräsidenten scharf angriff. Die Angehörigen des Reichsbanners hätten die Freiheit Deutschlands im Kriege verteidigt und würden diese Freiheit auch gegen jeden inneren Gegner verteidigen. „Rach H.t.cr",rief ' öltermann, ..kommen wir. und es werden wieder die deutschen Republikaner und die deutschen Arbeiter sein, die einen Scherbenhaufen auf räumen müssen." Zum Schluß setzte sich Höltermann mit den Kommunisten auseinander. Während der Rede Höltermktnns mischten sich in die Beifallskundgebungen immer wieder die Rot-Front-Rufe der Kommunisten. Die Veranstaltung verlief ohne größere Zwischenfälle. Qllit dem Absingen der Internationale wurde die Kundgebung beendet. Em Ausruf her Windthorffbünde Köln, 18. Febr. (ERB ) Der Reichsverband der deutschen Windthorstbünde und der Re chsjugendausschuß der D e u t s ch e n Z e n- trumspartei veröfsentlichen in der „Kölnischen Volkszeitung" einen Wahlaufruf, in dem sie sich an die jugendliche Wählerschaft wenden. Es heißt in dem Wahlaufruf, es gebe für Deutschland nur noch eine Rettung, die in einem starken Kampsblock der Mitte bestehe, der alle aufbauwilligen Kräfte aus allen Fronten sammle und einsetze für das Ziel: nationale Einheit. soziale Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Aufstieg. somit neben seinen Versorgungsgebührnissen mindestens ein Drittel seiner Bezüge aus der Sozialversicherung, während diese Bezüge bisher unter Umständen in vollem Umfange wegfielen. Eine entsprechende Regelung gilt übrigens für pensionierte Beamte, die neben ihrer Pension Bezüge aus der Sozialversicherung erhalten. Das Reichsversorgungsgesetz wurde dahin geändert, daß Kinderzulagen und Waisen- renten vom 1. April 1933 ab bis zur Dollen- düng des 16. (bisher des 15.) Lebensjahres zu zahlen sind. Bei Berufsausbildung können die Bezüge wie bisher zur Vollendung des 21. Lebensjahres gezahlt werden. ferner werden auf dem Gebiete der Reichsversorgung im Verwaltungswege folgende Erleichterungen angeordnet: Die Hauptversorgungsämter werden ermächtigt, zur Erhaltung der von Zwangs- Versteigerung bedrohten Eigenheime der Kriegsbeschädigten, die eine Kapitalabfindung er^ halten haben, im Unterstützungswege Beihilfen zur Tragung der mit dem Grundbesitz verbundenen Lasten zu gewähren. Außerdem werden zur Unter- stützung gewisser weiterer Gruppen von Kriegsbe- schädigten und Hinterbliebenen Mittel zur Verfügung gestellt. Die nach dem Reichsoersorgungsgesetz versorgten Witwen, die nicht mehr für Kinder zu sorgen haben, erhalten künftig in größerem Umfange als bisher Zusatzrenten. Endlich sind auch die Be- ftimmungen über Zuschüsse für ehemalige Offiziere und ihre Hinterbliebenen gemildert worden. Die gesamten Maßnahmen erfordern einen Mehraufwand von etwa 30 Millionen Mark jährlich. Soweit der Mehraufwand bei den Trägern der Invalidenversicherung entsteht, wird er vom Reiche erstattet. DerReilbswebmiMerbesuckldieMrine Der neue Reichswehrmmister General oon Dlomverg besichtigte in Kiel Teile unserer Marincstrcit- kräfte. — General von Blomberg und Admiral von Raeder (der Zweite oon links), Chef der Marineleitung, beim Abschreiten der Front der Marinesoldaten. ■ 1 v ■ i- D • V a EWf ' WM J Veseiügung von Aolverordnungsha'rten. Wesentliche Erleichterungen für die Versorgungsberechtigten. WiederausMhobenes Derbolder Zentrumspresie. Ein Aufruf der katholischen Verbände wird beanstandet. — Oer ehemalige Reichskanzler Marx bei Reichsminister Göring. Münster. 18. Febr. (£11.) Auf Grund eines in der Zentrumspresse erschienenen von einer Reihe katholischer Verbände unterzeichneten Aufrufs ist außer für die „Germania" dem Berliner Zentrumsorgan auch für eine Anzahl Zentrumszeitungen in Westfalen und im Rheinland das Verbot ausgesprochen worden. Das Oberpräsidium Münster hat versucht, auf dem Verhandlungswege mit dem Ministerium des Innern in Berlin eine Rückgängigmachung des Verbots zu erreichen. Das ist jedoch nicht gelungen. Oberpräsident Granowski hat in diesem Zusammenhang u m seine Beurlaubung nachgesucht. In der Provinz Hessen-Rassau wurden verboten die Zentrumsblätter „Hessischer Kurier" Kassel und die „Fuldaer Zeitung" in Fulda, ferner eine Reihe anderer Zentrumsblätter in Erfurt, Breslau, in Heidelberg u. ä. Das Verbot der Zeitungen, die den Aufruf der katholischen Verbände Deutschlands wörtlich nachgedruckt hatten, war wie folgt begründet: Der Kommissar des Reiches für das preußische Ministerium des Innern hat sich gezwungen gesehen, sämtliche Zeitungen, die den Aufruf der katholischen Verbände Deutschlands veröffentlicht haben, auf drei Tage zu verbieten. Der Aufruf stellt einen un- qualifizierbaren Angriff auf die Reichsregierung dar. Er ist von Verbänden unterzeichnet, die der Zentrumspartei aufs engste verbunden sind oder einen Bestandteil von ihr bilden. Die Behauptung jedoch, daß durch diese Verbote ein Kampf gegen den katholischen deutschen Dolksteil beginne, ist eine böswillige und unwahre Unterstellung. Keine Regierung, die sich nicht selbst aufgeben will, kann sich eine derartige Herabsetzung bieten lassen. Da jedoch die betreffenden Zeitungen in ihrer eigenen Kritik sich Herabsetzungen von der Art des Aufrufes enthalten haben, hat der Kommissar des Reiches für das Ministerium des Innern das Verbot auf nur drei Tage beschränkt. Göring hebt das Verbot auf. Eine Erklärung des Vorsitzenden der katholischen Verbände. Der Amtliche Preußische Pressedienst meldet: Auf dieses Verbot hin fand nun am Sonntagvor- mittag eine Besprechung zwischen dem Reichskanzler a. D. Dr. Marx (Vorsitzender der katho- lischen Verbände Deutschlands), Dr. Vockel (Generalsekretär der Zentrumspartei) und dem Kommissar des Reiches für das preußische Ministerium des Innern Reichsminister Doering statt. Dr. Marx und Dr. Vockel gaben die Erklärung ab, daß in dem Aufruf in keiner Weise ein« Beleidi - gung oder böswillige Verächtlichmachung der Reichsregierung gemeint fei, sondern der Aufruf von der Sorge über die politische Entwickelung getragen war, wie sie nach Meinung der katholischen Verbände die Zukunft nehmen könnte. Daraufhin entschloß sich Reichs- Minister Goering, das bereits verhängt« dreitägige Verbot der Zeitungen aufzuheben, da durch die obige Erklärung der Standpunkt der Regierung Genugtuung erfahren hat. Der Minister nahm zugleich Anlaß, die betroffenen Zeitungen zu warnen, Aufrufe, die beleidigend« Erklärungen enthalten, einsach abzudrucken, da ein solches Verfahren für di« betreffenden Zeitungen zum Rach- teil gereichen muß. Frankreichs Hirienberger Schuß gegen Italien. Frankreich hat mit den schärfsten diplomatischen Waffen auf das wehrlose Oe st erreich ein- geschlagen. Ein Riese tritt einen Zwerg, aber nicht der Zwerg begehrt auf, sondern der Ä i d e r h a l l auf die Drohnote Frankreichs kommt aus R o m. Manche Zusammenhänge werden dabei klar, vor allem auch, daß der erneute Abschluß desKlei - nen Verbandes, sich durch wechselseitige Verträge machtpolitisch auszubauen, nicht nur zufällig dieser Tage bekannt geworden ist. Frankreich hat auf den Abschluß gedrängt. Es wird nicht zu widerlegen sein, daß der Kleine Verband nicht nur Ein- richiung, sondern auch eine Waffe Frankreichs ist, dazu bestimmt, Italien in Süd- osteuropa unter Druck zu halten. Um dem Kleinen Verband eine für Italien unmittelbar gefährliche Spitze zu geben, ift es nur noch notwendig, D e ft c r r c i d) freiwillig ober unfreiwillig zu einem Teilhaber zu machen. Dadurch wäre Ungarn völlig eingekapselt, also auch völlig wertlos für Italien als Bundesgenossen, zumal jede Verbindung zu Wasser oder zu Lande zwischen Italien und Ungarn entweder über Oesterreich oder über Süd- flaroien führt. Indessen sind die diplFinatischen Mittel, deren sich Frankreich bedient, um aus Oesterreich ein willenloses Werkzeug der französischen Gewaltpolitik zu machen, doch sehr ungewöhnlich. Sie werden auch dadurch nicht besser, daß es Frankreich gelungen ist. die englische Regierung zu veranlassen, sich der Drohung an Oesterreich anzuschließen, wobei die Gründe nicht so offen zutage liegen, wie das bei Frankreich der Fall ist. England hat sich zwar an der Anleihe für Oesterreich beteiligt, aber gerade deshalb hat England doch wohl ein Interesse daran, daß Oesterreich sich wirtschaftlich etwas regen kann. Die Wiederherstellung von einigen 10 000 Gewehren, wie das in Hirtenberg besorgt werden sollte, wird zwar nicht Dutzende von Millionen Raritäten in der Rumpelkammer. Lon Heinrich Hauser. Es gibt Gegenstände, Dinge der Vergangenheit, die mir so deutlich sind, daß ich nur die Augen zu schließen brauche, um ihr Gesicht, ihren Geruch und chr Gefühl vollkommen zu erleben. Habe ich sie nicht tausendmal betrachtet und betastet auf dem Boden? Es war heiß dort unter den Dachziegeln. Ich stemmte die Dachluken auf, aber trotzdem gab es wenig Licht. Wie Gefängnisgitter waren die Latten der Zwischenwände. Tief tauchte ich ein in die Bäuche halbzertrümmerter Kisten, zerriß mir die Hände an starrenden Nägeln und leckte das Blut ab. Immer hatte ich Angst, es käme wer die Treppe herauf. Seltsame Dinge fand ich: Immer stand der Apoll von Belvedere mir im Weg und klang hol. Staub lag auf feinen Locken und auf seine Schultern aus Gips und wenn ich ihn wegschob, zart, doch ablehnend, dann bröckelte er etwas. Da war das Gestell des Damenrads. Auf dem Kopf stand es, aufgestützt auf Lenkstange und Sattel. Höchst untechnisch waren die ausgebogenen, verlöteten Stangen seines Rahmens und bedeckt mit goldenen Rosenranken. Es trug ein Netz über seinem Hinterteil aus bunten Wollfäden geknotet, mit Glasperlen darin und oben mit Karabinerhaken in das durchlöcherte Schutzblech eingehakt: cs fläpperten die Häkchen. „Du steifbeiniges Gestell", redete ich es an, griff ihm in die Speichen des Vorderrades, gab ihnen Schwung — und es drehte sich «rnd drehte sich leise schwirrend mir im Rücken und klirrend glitt das Kettchen der Ventilklappe an einer Speiche auf und ab. Von Zeit zu Zeit sah ich mich um: es kreist immer noch. Da waren die Tennisschläger meiner Eltern. 3d) faßte einen am Griff und mein Gesicht verzog sich breit: Was waren das für Dinger! Wie Schmetterlingsnetze, oben kreisrund und übergewichtig und unten ein dünnes Stöckchen dran. Und so sah es ja auch immer aus, wenn sie Tennis spielten, die Alten: als ob sie Schmetterling« hoschm wollten in der Luft. Die Keulen, das war ihr anderer Sport. Häßliche Dinger wie Hühnerschenkel, oben fett und unten dürr und knochig mit einem kleinen Knauf. Nußbaum, poliert. In halberhobenen Händen ließen sie die Dinger kreisen, als ob sie damit schmeißen wollten, aber sie schmissen nie. Wenn fie steif Mark nach Oesterreich bringen, wohl aber eine Entlastung für die schwerheimgesuchten alten Waffenstädte Stehr und Hirtcnberg. Fast sieht es so aus, als ob sich die englische Regierung von Frankreich hat an der Rase herumführen lassen, denn das eigentliche Ziel der französischen Politik, Oesterreich dem Kleinen Verband in die Arme z u treiben, dient weder mittelbar noch unmittelbar Englands Interessen auf dem Balkan, oder im Rahen Osten. Englands Stellung im Mittelmeer ist nur dann einigermaßen gesichert, wenn es Frankreich und Italien gegeneinander ausspielen kann. Stellt sich aber England an die Seite Frankreichs, so wird es im Mittelmeer auf ©nabe oder Ungnade Frankreich ausgeliefert fein, daS mit U-Booten alle Wege zwischen Gibraltar und Port-Said sperren kann. Die Regierung Oesterreichs hat nicht die geringste Veranlassung, sich der Drohnvte Frankreichs zu beugen, zumal Oesterreich in keiner Weise die Verträge als solche verletzt bat Stärkstes Befremden in Berlin. Berlin, 18. Febr. (ENB.) Die Note wegen der Hirtenberger Waffenangelegenheit, die der englische und der französische Gesandte in Wien überreicht haben, hat in hiesigen politischen Kreisen stärkstes Befremden hervorgerufen. Sie kann nach Form und Inhalt nur als geradezu unerhört bezeichnet werden, und sie stellt eine glatte Vergewaltigung d e r kleineren Staaten dar. Völlig unverständlich ist insbesondere das Verlangen nach einer eidesstattlichen Versicherung, zumal es sich überhaupt nur um ganz geringfügige Materialien handelt. Ebenso unverständlich ist das Verhalten Englands und Frankreichs auch im Hinblick auf die gegenwärtig im Gang befindlichen Verhandlungen sich verbeugten ober zurück, bann keuchten sie stark. Sie stemmten bie Hänbe in die Hüften unb sahen zum äußersten entschlossen aus: Kniebeuge. Da waren ihre Moben: in langen, stoffbespannten Kasten bie Hutnabeln. Köpfe aus farbigem Glas, aus Zelluloid unb Jett, aus lackiertem Blech: aus allem, was unecht war. Da waren Streifen von selbem Fischbein, gelöchert und geschlitzt: ich bog ie, ließ sie wegspringen wie Flöhe. Das nähten ich die Frauen um den Hals, bamit die Klagen ihrer gestickten Blusen aufrecht stünden. Speckige kleine Dinger wie Zähne mit vier Wur- |dn: Kragenglätter, bah bie harten Ränder sich nicht cheuerten, viel zwerghast-gelenkiges Metall, schnap. »ende unb klappernde Stückchen, vergolbetes Mes- ing, eingelegt mit Perlmutt: bas Arsenal der Kragentnöpfe. Ich würbe kribblig, zerknitterte mir bie Finger, wenn ich sie ausprobierte. Da waren alte, blaugebrannte Brennscheren unb bie ledernen Schwänzchen ber Lockenwickler. Ballhanbschuhe wie bestickte Raupen, schlaff, lang, auf famtne Kissen gebreitet. Da waren Hüte aus vertrockneten Möwenleibern mit gläsernen Augen unb andere aus faltigem Samt mit Agraffen unb Reiherfebern. Schlaff hingen bie feibenen Futter nach unten. Da waren bie Instrumente ihrer Krankheiten: Patentierte Wärmeflaschen, Zinkblechkasten, weiß oxidiert, innen mit Salz gefüllt. Ein Inhalations. apparat mit grünem Blecherhitzer, Tabletten von Trockenspiritus, seltsame Glaskolben, gewinkelte Röhren und Abzweighähne, Gebrauchsanweisung mit Bildern: Querschnitte durch Menschen mit edel- geformten Nasen, unb Buchstaben an Luftröhren unb Lungen, mit a, b, c. Es waren Mann unb Frau, bie sich im Bilbe gegenübersaßen, unb heiter lächclnb sogen sie burch ben Querschnitt ihrer Lippen aus gläsernen Kolben krause Wolken heilender Dämpfe ein. Ich fanb messingne Äugeln mit Schraubstiften, bie Knäufe von Betten. Umsponnene Sosatroddeln brach ich auf unb rippelte bie Fäben unb fand im 3nnern gedrechselt« Hohlkörper aus Holz. Ich fand geschweifte Beine zerbrochener Möbel, geschnitzt unb unten mit eisernen Rollen verschraubt: allerlei Haken unb Ziernägel für Silber. Eine unbeschreibliche Art von schleichendem Tod ging von ben Dingen aus. Sie quollen von 21t- mosphäre. Ich spürte im Rücken ber Sdjneiberpuppe: staubiger Rumpf aus Pappe, ftrdff überspannt mit schwarzem Alpaka über üppiger# Formen, oben fo glatt geköpft. Unb ich fühlte, es müßte etwas geschehen, mich wiederherzustellen, und ich setzt« bie Pupp« in das der Abrüstungskonferenz, deren wesentlichste Aufgabe es ist, die in den Friedensoerträgen enthaltenen Diskriminierungen zu beseitigen. Es ist eigentlich unbegreiflich, wie gerade diejenigen Staaten, die ihren 21 b - rüftungsDerpflidjtungen feit 14 Jahren nicht nachgekommen find, einen derartigen Schritt unternehmen können. Schluß der Lausanne-poM? Berlin, 18. Febr. Unter dieser Ueberschrift chreibt die „Berliner Börsenzeitung" u. a.: Wir stauben nicht falsch unterrichtet zu fein, wenn wir agen, das Bundeskanzler Dollfuß heute zu der Erkenntnis gekommen ist, daß feine Lausanne- Politik ein Irrweg war. wir glauben sagen zu können, daß er bereit ist. aus dieser Einsicht die Folgerung zu ziehen, die Lausanne-Politik zu liquidieren, vorausgesetzt, daß sich auf reichsdeutscher Seite die Mitspieler finden. Daran wird e» prinzipiell nicht fehlen. Denn auch In Berlin wird man die Chance erkennen, die Dinge in Oesterreich mit raschem Entschluß wieder dem gesamtdeutschen Kurs zuzuwenden. Noch ist Lausanne nicht praktisch Wirklichkeit geworben. Die notwendigen rund 7 5 Millionen konnte Oesterreich auch von Deutschland unb befreunbeten Staaten bekommen, wie ihm ja auch burch ben beutschen Reiseverkehr mühelos kräftig geholsen worben ist. Damit wurde das Lausanner Protokoll hinfällig werden unb Frankreichs Plan ber dauerndes! Trennung der beiden deutschen Staaten wäre zunichtegemacht. Italien durchschaut die französische Intrige. Mailand, 18. Febr. Die scharfe Stellungnahme ber italienischen Presse gegen Frankreich hält unvermindert an. „(Sortiere bella Sera" beleuchtet in fei» nein Leitartikel bie Genfer Ereignisse unb schreibt, baß die Bildung des neuen Dreibundes den Vor- teil habe, Gründe und Ziele ber französischen Pressekampagne gegen Italien unb bie verblüffenden Erklärungen Herriots über ein italienisch-ungarisch- deutsches Bündnis zu klären. Man wolle in Frank- reich Italien um jeden Preis als unversöhnlichen, aggressiven unb drohenden Feinb hinstellen, um ein moralisches Alibi für eine italienfeindliche Politik zu haben, bie ja keinem guten Franzosen im Gedenken an bie alten geistigen Beziehungen, bie gemeinsame Kultur, das gemeinsam im großen Kriege vergossene Blut verstänblich sein würbe. Um eine der letzten Taten des Qual d'Orsay, die Schaffung der Donau-Dreibundes, einem so leichtgläubigen Volke wie den Franzosen klarzu- machen. fei man in Frankreich auf die Nachricht über einen anderen Dreibund, nämlich den Halle- nisch-deutsch-ungarischen verfallen. Das Manöver sei zu plump, als daß es nicht durchschaut würde. Wan habe wahrhaft hoffen können, daß man nach soviel Erklärungen, von ber Geheimdiplo- matie abzulassen, mit bleiern System bes „ancien rtgime“ Schluß machen würbe. Aber nur Mussolini habe bas getan unb man werbe an bem praktischen Refulkät eines Tages sehen, baß er Recht gehabt habe. Der .,P o p o l o b'I t a l i a“ beleuchtet in einem Leitartikel die Auswirkungen ber Aktion ber Kleinen Entente auf ben Bölkerbunb- Frankreich unb seine Vasallen hätten zum Abschluß des neuen Pattes ausgerechnet Genf gewählt, weil sie in dec kindlichen Illusion befangen seien, dadurch Sank) in bie Augen ber Dummen zu streuen- Die aus rein militärischen Gründen erfolgte Bildung des Balkanblocks negiere die Existenz und Arbeitsberechtigung des Völkerbundes überhaupt. wenn nämlich gewisse Staaten sich ver- bündelen, um für sich die politischen Beziehungen mit dem Ausrnnd zu regeln, bann sei die Existenz einer höheren Organisation einfach überflüssig. Damenrad unb obenauf den Apoll und auf den Apoll den Taffethut mit Straßenfedern und besteckte ihn mit allen Hutnadeln, als Arme und Hände gab ich dem Popanz Tennisschläger an die Lenkstange. Apoll lächelte. Und ich ging fort Geschichten von Orchideen-Zagern. Die Abenteuer ber Orchibeen-Iäger, bie in den Dschungeln von Südamerika, Sumatra oder Madagaskar seltene Arten sammeln, lassen Groß- tierjagden und Forschungsreisen in bas Polar- gebiet als ungefährlichen Zeitvertreib erscheinen. Das zeigen einige Geschichten, die in „Reclams Universum" von den Erlebnissen dieser kühnen Pflanzer sommler erz hlt toerben. Jeder Dschungel forbert seinen Tribut an Orchibeen-Iägern, unb Die Rainen ber Pioniere, bie jahrelang jeber Zivilisation en sag en unb ewiger Gefahr ins Auge sahen, um neue, unbekannte Orchibeen-Arten zu entbeden, werben von ben Sammlern mit Ehrfurcht genannt Fieber, feindselige Eingeborene, wilde Tiere, giftige Insekten und Reptilien sind die gewöhnlichen Gefahren. Dazu wachsen bie Or- chideen in den Wipfeln hoher Bäume: es erhebt sich also die Frage, ob der Jäger ben Baum er- klettern soll oder ob er ben Ast. auf bem bie Pflanzen schmarotzen, mit dem Lasso fangen kann, unb falls bas nicht gelingt, ob der ganze Daum gefällt werden muß. Der Engländer Hamlin, der auf Madagaskar Orchideen suchte, fand keinen andern Ausweg, zu seinem Ziele zu gelangen, als daß er sich mit der königlichen Familie imMoya. bassam-Gebiet verband. Er nahm die Häuptlingswürde an und schloß Blutsbrüderschaft mit dem König: schließlich mußte er die Familie des königlichen Schwagers übernehmen, als dieser bei einer Orchideen-Iagd von Jaguaren getötet wurde. Der deutsche Orchideen-Sammler Fostermann, der über 40 neue Arten entdeckte, bemerkte eines Tages tief in den Dickichten Siams kurz vor Sonnenuntergang durch seinen Feldstecher eine prächtige flamingofarhone Orchidee hoch über sich in einem Daum. Da er fürchtete, ben Daum am nächsten Morgen nicht mehr feststellen zu können, teilte sich die Gesellschaft: ein Mann ging voraus, einen Lagerplatz zu suchen unb Fostermann blieb bei dem Daum. Plötzlich horte man einen furchtbaren Schrei, und als der Jäger mit seinen Leuten ihm nachging, sanden sie nur noch Tigerspuren, ber Gefährte war verschwunden. Am nächsten Morgen stießen sie auf die traurigen ileberrefte des Orchideensucher-, den der Tiger zerrissen hatte. Denn um das Gleichgewicht wieder herzu-» stellen, würden nun Gegenblocks entstehen zur Verteidigung ber bebrohten gemeinsamen Interessen. Hierin liege bie große Gefahr der Blocib ldung deren Urheber eine Verantwortung, die vielleicht tragisch werden könnte, auf sich, geladen hätten. Aus aller Welt. Reichstagung der evangelischen Schulgemeindebewegung. Dor Reichsverband deutscher evangelischer Schulgemeinden EV. Sitz Wuppcrtal-Darmen hält vom 22. bis 23. April in Mülheim (Ruhr) seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Die Tagung wird sich mit folgenden Hauptthemen beschäftigen: „Volk in Rof, „Kind in Roll" Nebenher geht eine Reihe von Fachvertreterversammlungen, in denen u. a. bie schulpolitische Lage unb Gestaltung beraten werben spll. Acht Todesopfer des Einsturzunglücks auf der „fiönigin-Cuife“-(Brube. Wie von der Verwaltung der Preußag in Hindenburg mitgeteilt wird, ist der bei dem Ein- sturzu n glück auf der ,Fönigin-Luife".Trube schwerverletzte Wagenstößer Thomas Burek in- zwischen gestorben. Sein Ableben kam ganz unerwartet, da fein Befinden in den vergangenen Tagen zu keinerlei Besorgnissen Anlaß gab. An der Unglucksstelle wurde das letzte Opfer, der Wagenstößer Michael G r a l k a , aus den Gesteinsmafsen als Leiche geborgen. Die Bergungsarbeiten find danach eingestellt worden. Das Unglück hat fomit insgesamt a ch t Todesopfer gefordert. Kesselexplosion in einem Krankenhaus. — Ein Toter, zwei verletzte. Im St. Rochus-Sp.tal in Budapest explodierte ber Sterilifierungskessel, der erst vor drei Wochm einmont'.ert worden war unb jetzt ausprobiert werden sollte. Die Detonation ber- ursochte im Spital e ne Panik. Durch bie Explosion wurde ein 35jähriger Kramenwärter auf ber Stelle getötet, außerbem wurde ein Mechaniker schwer und ein anderer Arbeiter leicht verletzt. Bis zur Stunde konnte die Ursache der Explosion nicht ermittelt werden. Dreifacher Mord. Selbstmord und Brandstiftung. Eine furchtbare Bluttat ereignete sich in einer ber letzten Rächte auf bem Dominium in ©triefe, Kreis Trebnitz (Schlesien). Der Invalidenrentner Paul Liebethal erschlug feine beiden Söhne unb seine Tochter mit einem Beil, zündete das Haus, in bem die Familie wohnt, an unb erhängte sL ch in einer Scheune. Der Täter war vor einiger Zeit in einer Grube verschüttet worden unb feitbem nicht mehr zurechnungsfähig. Er hatte sich schon einmal eine Kugel in ben Kopf gejagt, bie noch nicht entfernt werden konnte. Mehrmals hat er ben ältesten Sohn, der in diesen Tagen heiraten wollte, bedroht, seine Kinder zu erschlagen, wenn es zu ber Hochzeit kommen sollte. Die in einer anderen Stube schlafende Frau des Täters unb auch die Braut des Sohnes sind dem Blutbad entgangen. Der Dachstuhl des Hauses ist abgebrannt. Straßenbahn entgleist. — Sieben verletzte. In Mannhe.m sprang der Anhängewagen eine- zum Schloß fahrenden Dtraftenbahnzuges auS noch nicht festgestellter Ursache aus den Schienen und stellte sich quer zur Fahrtrichtung. In diesem Augenblick stieß ein entgegenkommender Straften» bahnzug gegen ben Anhängewagen. Durch ben Zusammenstoß gingen bie Scheiben bes Anhängewagens größtenteils in Trümmer. Sieben Personen wurden verletzt. Arme Spatzen. Der angeblich überhandnehmenden Spatzen- plage will «man in Mollenfelde (Kreis Kassel) dadurch zu Leibe gehen, daß man jeden Grundbesitzer verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Spatzen je nach der Größe seines Besitztums abzuliefern. Wenn er das vorgesehene Jagdergebnis nicht erreicht, soll er für jeden fehlenden Spatzen 10 Pf. Strafe an die Gemeindekasse zahlen. Mit diesem Gelbe sollen dann die geschädigten Feldbesitzer entschädigt werden. Die Orchidee erhielt ben Ramen„Tger-Orchidee". In Südamerika hatte ein Orchideen-Jäger, als schon die Regenzeit und damit das Ende ber Jagd für ihn herannahte, noch keine seltene Blume gefunden, als ihm ein Indianer eine Auslese von fast hundert Exemplaren brachte. Darunter war ein so prachtvolles Exemplar, wie er noch keines gesehen hatte. Er nahm es in die Hand, um es näher zu betrachten, unb in bem Dämmerlicht glühten die Farben, als wären sie lebendig. Plötzlich regte sich einer ber tiefen juwelenartigen Flecken unb setzte sich in Bewegung — ber Orchi- deen-Sammler warf bie scheinbare Blüte auf ben Boden unb sprang entsetzt zur Seite. Was er in Händen gehalten hatte, war keine Orchidee, sondern eine Giftschlange. Kein Wunder, baß bei solchen Schwierig! iten für den Sammlur die Orchideen teuer sind. Dazu kommt, daß die Pflanzen schwer aus ihrer Heimat fortgebracht werden können. Von einer Schiffsladung von 21003 Orchideen aus Südamerika überstanden nur wenige Pflanzen bie Seereise, von einer nach Deutsch- lanb bestimmten Ladung von ben Philippinen unb Boninen-Inseln von 1C03 Pflanzen nicht eine. Kommen sie auch wohlb halten im Treibhaus an, so gelingt es oft nicht, biefe Orchideen unter künstlichen Bedingungen zum Blühen zu bringen. Zeitschriften. — Das Februarheft ber „S übdeutschen Monatshefte" (Verlag München) ist ben Problemen des deutschen Films gewidmet. Aus dem reichhaltigen unb vielfältig oricnticrenben Inhalt seien bie folgenden Beiträge genannt: Den Kulturstandpunkt verfechten Peter Dörfler („Film und Dichter") unb Tim Klein (.Film unb Theater"). Den Weg vom alten Pantomimus zum Film skizziert Eduard Stemplinger. Vom Film als „Erlebnis" plaudert aus filmkritischer Erfahrung R. Prevot. Einen aufschlußreichen „Querschnitt durch das deutsche Filmwesen" zieht Hugo Rütters. Adolf Engi spricht „Von der Bedeutung des deutschen Filmtheaters": Produktion und Filmindustrie behandelt E- H Gorrell; über das bedeutsame Gebiet des „Lehr- und Kulturfilms" unterrichtet Walther Günther; über „Film und Musik" Hans Deneke: in bie Rechtsfragen des Films führt W- Plügge ein: in die kulturpolitischen Maßnahmen deS Staates E. Seeger: Djrellor E. Schopen behandelt die ©onberfragen des FilmS im süddeutschen Kulturkreis; in einem Aichang äußern eine Reihe bekannter Filmschauspieler und Regisseure ihre Gedanken unb Wünsche. I Aus der Provinzialhauptstadt 6 « n ft SA.-Ausmarsch in Gießen und Wieseck Geschichten aus aller Welt ♦ 0 Tagung der hessischen Turnlehrer n n r r e n s s ll r ) t fl n n n b s n e 4 d l?sung des Landtage- einbringe. _ . löfung hätten sich aber Sozialdemokratie und Kommunisten verkrochen und dagegen gestimmt. Hitler-Regierung im Reich bedeute auch Httler- Regierung in Heilen. Hessen wolle keine Geschäftsführung mehr, sondern Männer, die das Vertrauen des hessischen Volkes hätten. Del der Reichstagswahl werde auch das hessische Geschick entschieden. Dann werde sich hoffentlich zeigen, daß Reichsrecht Landesrecht und Reichsmacht Landesmacht breche. 3m Vertrauen auf die eigene Kraft allein könne sich das deutsche Volk den Weg in die Freiheit bahnen. Die RSDAP. werde immer zum Kampf bereit sein, am 6. wie am 4 März, nach den Anordnungen des Führers für das deutsche Volk. Mit Heilrufen auf Deutschland und den Führer Adolf Hitler, die begeistert ausgenommen wurden, schlaft die An- V&S elt. Der Hessische T u r n l eh r e r v e r e i n ver- einigte am Samstag im „Bayerischen Hof seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. D-r Vereinsvorfitzende K i r s ch. Mainz, eröffnete die Tagung und begrüßte die ^eil- neftmec. Lehrer Paul. Gießen. ftteft bie Gaste im Ramen der Ortsgruppe Gießen willkommen. Zunächst wurde der Kassenbericht er- stattet. Die Einnahmen betrugen 1253,12 9*“.. Die Ausgaben 811.84 Ml. Io daft ein Ucbcrjcbuft von 4,1 03 Mk. zu verzeichnen war. Die Rech- nung war geprüft w^^en. dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Vorsitzende erstattete sodann den Zahres- bericht. Das Jahr 1932 habe viele ödjtoiccig- keitcn, erheblich- Drosselungen im Schulwesen viele Hemmungen gebracht, und auä bet -arbeit deS Vereins sei Kampf geworden. Die Schaffung einer Interessengemeinschaft zwischen Zeichen-, Musik- und Turnlehrern sei leider g e - scheitert. Der Verein sei bestrebt, die Interessen seiner Mitglieder im Rahmen des Möglichen zu vertreten. Rach wie vor solle die gründ- lichste Ausbildung der Turnlehrer gelordert werden. Notwendig fei vor allem, daft viel mehr Turnlehrer im Schuldienst Verwendung finden. Die gegenwärtigen Verhältnisse bedürften einer gründlichen Bereinigung. Rach dem gegenwärtigen Stand der Dinge seien die Aussichten der jungen Turnlehrer für eine Anstellung die dent- bur schlechtesten. Die Bemühungen um die Unterbringung von Turnlehrern in den verschiedensten Schulen seien bisher leider fast erfolglos gewesen. Zwar finde man bei allen Vorhaltungen Verständnis für die Rottoendigkett der Abhaltung eines zeitgemäße Turnunteir.chts, aber die Konsequenz werde von den auflanDigen Stellen nicht gezogen. Man werde seitens des Ve.eins hessischer Turnlehrer nun andere Schritte ergreifen und sich an den Staatspräsidenten wenden. Gefordert müsse auherdem eine Stelle werden, eine Landeshauptstelle gewissermafteu, die die Belange des Turnunterrichts in den Schulen amtlich vertrete. Diese Hauptstelle müsse von fachmännischer Seite geleitet werden. Die dringendsten Forderungen .Tger-Orchid«". >ideüil-üägei, ms as önde der Jagd seltene Dlime y« eine Auslese von e. Darunter war oie er noch kein» die Hand, um » e lebendig- M- eirSi”1'!"' WjjJ Pfl«-» । zu bringen- llünchen) tun W IM n ltscheM der SÄE in die ‘As der Turnlehrer im Interesse eines geregelten Turnunterrichts an den Schulen brachte der Redner in umfassender Vorlage zum Vortrag- Die Vo läge ziele hin auf eine zeitgemäße Au s- gestaltung des Turnunterrichts tm Interesse der körperlichen Ertüchtigung der Iu- gend Die bisher gemachten Einsparungen, die du.ch die Einschränkung des T^nuntcrrichts erzielt worden seien, mühten als höchst unzweck- mäftig bezeichnet werden. Im gesamten Ausland werde der Ertüchtigung der Jugend viel mehr Aufmerksamkeit zugewandt, als in Deutschland. Ls gebe insbesondere in Hessen viele Schulen, die keinen Turnlehrer beschäftigen und den denkbar geringsten Turnunterricht erteilen. Die Versammlung beschäftigte s.ch dann in reger Aussprache mit den im Iahresbericht vorgetra- genen Fragen und beschloß, die vom Vorsitzenden vorgetragenen 5o-‘"" ungcn in einer Eingabe andie Fraktionen des Landtags und an den Staatspräsidenten weiterzuleiten. Ein weiterer gesonderter Antrag ioll hinsichtlich der Schaffung einer amtlichen Hauptstelle für Turnen gestellt werden. Der Vorstand soll die dementsprechenden Schritte unternehmen. Im weiteren Verlaufe der Tagung berichtete der Leiter des Instituts für Leibesubungen an der Universität Gieften, Dr. Möckelmann, über d.eAusbildungderjungenTurn- philologen am Institut für Le.besubungcn. Die Ausbildung, so führte er u. a. aus, erstrecke sich gegenwärtig noch auf den Zeitraum von 8 Semestern. Eine gemeinschaftlich- tob;en- schaftliche Prüfung beschließe das Studium. Praktisch- Prüfungen werden vorher abgehalten. Leider würden nur sehr wenige Studierende in den Lehrberuf übernommen. Ueber die körpert.ch-n Leistungen der Studenten werde ein ..Leistungsbuch' geführt. LeibeS- übung an der Landesuniversität werde als Haupt- und Rebenfach betrieben. Allerdings feien bi« aufgetretenen Widerstande gegen diese Reu- crung sehr groft gewesen. Man müsse s.ch vor Augen halten, daft es unmöglich f«, !das Turnfach mit anderen wissenschaftlichen »achern In Zw- samrnenhang zu bringen. Für die Auswahl und keinen Bürgerkrieg. Hitler verlange für die Durchführung seines Aufbauprogramms vier Iahre Zeit, um dadurch Arbeit und Brot zu schassen. Rach diesen vier Iahren werde der Marxismus von selbst tot sein. DieseS Programm fordere auch eine saubere und geordnete Staatsführung im ganzen deutschen Vaterlande. Er (Redner) habe angeordnet, daft die Fraktion der RSDAP. auch in Hessen einen Antrag auf Aus- I’funa des Landtage« einbringe. Vor dieser Aus- - Reichsbahn-Rückfahrkarten für die Osterferien. Auch in diesem Iahre wird die Reichsbahn den Festtagsverkehr zu Ostern durch Ausgabe von verbilligten Fcsttagsrückfahr- karten erleichtern. Die Geltungsdauer der Festtagsrückfahrkarten ist für die Zeit vom 6. A p r 11 (Donnerstag vor Palmsonntag) bis zum 19. April (Mittwoch nach Ostern) festgesetzt, und zwar gelten die Festtagsfahrkarten zur Hinfahrt an allen Tagen vom 6. April 0 Uhr bis zum g April 24 Uhr und vom 13. April 0 Uhr vis zum 18. April 24 Uhr (die Hinfahrt muft am 9. und 18. April um 24 Uhr beendet fein), zur Rückfahrt an allen Tagen vom 8. April 12 Uhr bis zum 10. April 24 Uhr und vom 13. April 12 Uhr bis zum 19. April 24 Uhr (die Rückfahrt muft am 10. und 19. April um 24 Uhr beendet fein). Die Arbeiterrückfahrkarten können während der ganzen Geltungsdauer vom 6. bis 19. April an jeöcm Tage zur Hin- und Rückfahrt benutzt toerben; die Rückfahrt muft am 19. April ebenfalls um 24 Uhr beendet fein. Die Fefttagsrückfahrkarten sind bereits vom 10. Tage vor dem ersten Geltungstage, also von Montag, 27. März, ab zu erhalten. Hierauf setzte die Standarte ihr4n Marsch fort durch die Ostanlage, Walltorstrafte, Kirchenplatz, Schulstrafte, Sonnenstrafte, Seltersweg, Westan- läge, Bahnhofstraße, Reustadt, Oswaldsgarten. Eleinstrafte, Marburger Strafte, Wieseckerweg nach Wies eck. Dort standen starke Polizei- postierungen mit Karabiner, um beim Durchmarsch bet Standarte durch eine Reihe von Ortsstraften die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. In mustergültiger Ordnung durch- schritten die SA.-Formationen bei Marschmusik und Gesang von SA.-Liedern den Ort, vorbei an einer großen Menge von Schaulustigen. Durch das Wiesecktal und den Philosophenwald ging es dann zum Trieb zurück, wo noch ein Vorbeimarsch der Standarte vor dem Standarten- sührer-Slellvertreier M ü n k e r stattsand. Damit war der Aufmarsch, der überall vyne Zwischenfall verlief, beendet. Die Polizei hatte umfangreiche Sichcrungsmaftnahmen getroffen, die sie überall vorbildlich und anerkennenswert in entgegenkommender, aber doch bestimmter Weise durchführte. Am Abend fchloft sich in der Volkshalle eine sehr stark besuchte öffentliche Kundgebung der RSDAP. an, bei der der preußische Kultusminister Dr. Rust sprach. Wir werden über diese * Kundgebung noch berichten. s« Ä* (//Renen Ät te « tjoio, n 0,1 V°i n mar unb ini Detonation ixt« Durch die h. iitentoätter auf ® wurde ein berer Arbeiter we konnte die mittelt werden, vrandsliftung. Mete sich üt n Dominium in ')■ Der Indali- erschlug seine mit einem Dell, e Samüii iei Scheune. Drt einer Trübe der- icht mehr zurrch- einmal eine Äu» nicht entfernt t er den ältesten traten wollte, be- n, wenn es zu der in einer anderen lers und auch dir üutbab entgangen, 'gebrannt eben Verlehd. Mgewazen einei nbaljnzugcS aus nrs den Schienen htung. In bit'tm menbtt Eüahen- agrn. Durch den >?n des Anhänge« ner. Sieben Per- Bewertung bet Studierenden sei nicht allein die Leistung, sondern die ganze seelische Struktur deS Anwärter- maßgebend. Die Auslese sei also eine sehr problematische, beim eS gelte, den ganzen Menschen zu erfassen, wenn er wahrer Turnlehrer sein solle. Besonder» Forderung sei naturgemäß pädagogische Fähigkeit. „ Die Leibesübung müsse, um sie aller Anfeindung . ;u entheben, endgültig eingeschaltet werden in den fiulturfrei» der Gesamtheit. Hier gelte eS besonders daS in Hessen noch reichlich stiefmütterlich behandelnde Wandern zu pflegen. Sodann referierte Fräulein LüderS, die Leiterin des TurnlehrerinnenseminarS in Gießen, über ihre Arbeit. Sie schilderte den Aufbau der Arbeit (die in einem Artikel im Sportteil des Gießener Anzeiger- bereits vor einiger Zeit eingehend gewürdigt wurde) und wie- besonder- daraus hin, baß das Wandern im Turn» lehrerinnenseminar bereits eine beachtliche Förderung erfaßten habe. Sie schilderte ferner die vielen Möglichkeiten, die das Seminar durch die glückliche Verbindung mit dem Institut für Leibesübungen an der Landesuniversität genieße. Besonder- erfreulich sei eS. daß den Schülerinnen des Seminars viel Gelegenheit zu wertvoller Lehrprobe gegeben sei. Der Vorsitzende deS Verein-, Herr Kirsch- Mainz berichtete kurz über die Arbeit de- lurn- lehrerinnen-Seminars in Mainz und forderte eine zuverlässige körperliche Ausbildung der Schüler Die Standarte 1 16 der RSDAP- veranstaltete gestern nachmittag einen Aufmarsch in Gießen und in Wiescck. «« te Anzahl -patzen tzlums abjuhefetn. Ergebnis nicht «• n Spatzen 10 Pf- ihlen. Mit diesem n Feldbefitztr ent« Alsdann bittschön: Der Herr Bürgermeister möge Gnade für Recht ergehen lassen und die Kochkurse abbestellen. Schließlich gibt es nicht nur eine krisenbeschwerte Gegenwart, sondern auch eine schö- nere Zukunst. Hoffentlich hat der Bürgermeister der Donaustadt Verständnis für die „letzte Waffe' und für den hausaemachten, oft kopierten, nie erreichten Wiener Apfelstrudel ... Mari?, Marie ... (Avk) Bubapeft Lang, lang ist', her. Graf Bethlen war noch am Ruder und hielt im ungarischen Parlament eine seiner bekannten großen Reden. Auf der Tribüne saß jedoch ein weltoergeßenes Pärchen, ein bekannter Budapester Rechtsanwall mit einer kleinen unbekannten Schauspielerin. Auch er hielt ihr eine große Rede, und die hatte augenscheinlich mehr Erfolg als die des Grafen Bethlen: Sie war bald „besiegt" und schenkte ihm die kirschroten Lippen. Der „Kuß im Unterhaus" erregte ziemliches Auf- sehen, und Fräulein Marie Sz. wurde plötzlich ebenfalls bekannt ... Monate waren vergangen. Graf Bethlen zog sich von der Politik zurück, die Sitzungen de« Unterhauses verliefen rußfrei, und die kleine Marie machte auch nicht mehr von sich reden. Bis sie neulich abermals eine Reichstagskarte geschenkt bekam. Diesmal besuchte sie aber ohne Begleiter die Sitzung und benahm sich recht manierlich. Ein Ab- geordneter erkannte jedoch die dereinstige „Ruhestörerin" und meinte: „Kinder, die Kuß-Marie ist wieder da. Sie will sich wohl der neuen Gömbos- Regierung vorstellen !!! . An diesem Nachmittag gingen alle Regierungs- anträge ohne Debatte durch. Alles wartete auf bif „Vorstellung". Leiber ohne Erfolg ... MaulschclliN-Wettbcwerb. (s) Belgrad. 3m Zeitalter der Rekorde und des Rekordwahn« sinns fühlten sich auch zwei beamtete Würdenträger der serbischen Gemeinde Kragujevac (1915 von der Heeresgruppe Mackensen besetzt!) veranlaßt, einen neuartigen Wettbewerb auszutragen. Der Kirchendiener und der Magistratsbote nahmen aus dem Marktplatz Ausstellung, die schaulustige ivevol- kerung gruppierte sich um die „Matadoren , unb nun begann ein Zweikamps sondergleichen. Es ging darum, wer von den beiden mehr Maulschellen vertragen könne! Nach einiger Zeit hatten beide Parteien rote und angeschwollene Gesichter. Nichts- destotrotz führten sie ihr sreundliches Duell weiter bis zur Kampsunsähigkeit des Kirchendieners Dieser Schwächling hielt „nur" knappe 27 Maulschel- len aus und fiel in Ohnmacht. Der Sieger Des neuesten jugoslawischen Weges zur Kraft und Schon- hell wurde angemessen gefeiert. Der Zustand des Besiegten ist nicht unbedenklich. BacchuS'Scherze am Schwarzen Mccr. (Br) Sofia. Anchialo am Schwarzen Meer, Stadtgründung der Griechen aus Byzanz, ist eine berühmte bul- garische Weinstadt. Dort kostet der Liter Wem „von der Quelle" — aber ohne Wasserbeimischung — 4 Lewa, 12 Pfennig. Kein Wunder, daß die Burger von Anchialo gerne einen Schoppen trinken. Und wenn sie mehr trinken, dann haben si-e zu ihren Füßen das Meer, das ihnen Kühlung ver- chafft. So faßen unlängst im „Casino" die Honoratioren beisammen und becherten tüchtig. Draußen heulte mit Eis und Schnee der Wind übers Schwarze Meer. Zur nächtlichen Stunde bot da der Wein- Händler Ewloimenoff eine Wette aus; Gegenstand: ein nächtliches Bad im Meer in voller Kleidung! Der Stadtrat Mascharoff hielt die Wette und zwar mit 100 Lewa Bargeld für ein weiteres Zechgelage mit 250 Liter Wein zu den billigen Preisen Anchia- los, dazu zwei Spanferkel, zwei große Topfe eingemachter Pfefferschoten und 20 Brotlaiben Die Sitzung" wurde unterbrochen, die ganze Gesell- schall begab sich an den Kai und schon hatte der Weinhändler seinen Hechtsprung in die dunkle, eisige Flut getan. Er tauchte, machte ein paar Schw mmst^ße und ging wieder an Land, wo er mit gewaltigem Jubel empfangen und im Triumph ins Casino zu- rürfgeleitet wurde, wo am rotglühenden Dien ein Kleiderwechsel stattfand. Anschließend wurde die Wette ausgetragen und das hat (der kühne und abgehärtete Schwimmer allen voran) bis zum nächsten Mittag gedauert. Eine Triumphbrücke fällt intz Waller. (?) Istanbul. Außer der großen Galatabrücke, hie Galata mit dem Stambuler Stadtviertel Emin Denü, dem Hauptgeschäftsviertel verbindet, führt noch eine zweite, die Alte Brücke, etwas weiter oberhalb über das Goldene Horn. Sie verbindet das stille Kassim Pascha mit dem uralten Handwerkerviertel von Unkapan. Der Verkehr auf ihr ist sehr germg tm Verhältnis zu dem der Galatabrucke, es führt auch nicht einmal eine Straßenbahn über diese »rucke. So war man sich eines Tages klar darüber, daß diese Brücke neu erbaut, ein Teil des Verkehrs der und Schülerinnen. Er forderte insbesondere via Ausbildungszeit von zwei Iahren. In einer kurzen Au-sprache warnte Dr. Möckelmann vor einer Ver-Theoretisierung der Tumiehrer-Au-bildung. Hieraus sprach Lehrer Reinhard (Main-) über seinen Besuch im Wehrsportlager Ohrdruf, daS er auf Einladung deS ReichS- kuratorium- für Iugendertüchtigung für den Hessischen Turnlehrerverein kennenzulernen Gelegenheit hatte. Er gab vielerlei Aufschluß über die Art dieser Arbeit, schilderte da« Milieu, die Ausgaben, die Vorzüge und Rachteile der Arbeit in diesem Lager, betonte aber, daß für den Turnunterricht in den Schulanstalten keine Anregung von diesem Lager au-gehen könne, da diese Arbeit im Rahmen de« Lehrplanes der Schulen nicht durchgeführt werden könne. In d-n Beratungen nach der Mittag-paufe beschäftigte sich die Versammlung mit verschiedenen Fragen interner Ratur. Lehrer Mohr (Gießen) referierte über die Teilnahme von sechs jugendlichen Turnlehrern an der Schulungswoche in Berlin, die vom ReichSverdand für Fachturnlehrer veranstaltet war. Im Rahmen der Tagung wurde tm Laufe de« RachmittagS von Fräulein Mendel (Mainz) im Phyfikfaal der Goethcschule ein Lichtbildervortrag über den Segelflug gehalten, bei dem sich die Rednerin mit grundsätzlichen Fragen des Segel- fluge« beschäftigte und außerdem von ihrem eigenen Werdegang al« Segelfliegerin erzählte. Die 1 Zuhörer folgten mit großer Aufmerksamkeit. Vornotizcn. — Au« dem Stadttheater-Bureau wird un« geschrieben: Morgen, Dien«tag, 20 Hßr, 20 Vorstellung im DienStag-Abonnement: -Aar- aelö lacht", Lustspiel von Eammerlohr und Sber- matjer ; gewöhnliche Preise. Ende 22 Ähr. —■ Rillt- woch, 22. Februar, 19.30 Uhr, südwestdeutsche Erstaufführung des BauernkriegSdrarnaS „Ser Bundschuh", von Karl Reurath (2. Abend im Zykiu« hessischer Dramatiker). 20. Vorstellung tm Mittwoch-Abonnement. Gewöhnliche Pre.se. Ende nach 22 Uhr. — In Vorbereitung ist ein dem Fasching-fest besonders angepaftte« Programm. Da« Faschingstreib-n eröffnet am SamStag. 25- Februar, ein .Große- ZirkuS-Kabarett". Dieser ZirkuS-Premiere folgt am FafchingSfonntag eine Wiederholung der Operetten-Revue .Im weißen Röft l" (18.30 Uhr bi- 21.30 Uhr). Am gleichen Tage, um 22.15 Uhr ein mit vollkommen neuem Programm ausgestattetes und auf Fasching eingestellte- „Racht-Kabarett". Der Vorverkauf zu diesen Faschingssonderveranfialtungen hat bereits eingesetzt. V'S'" • (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Der „Engel von Bowcrh". (d) Neuyork. Jene Frau, die man einst nur den „Engel von Dowery" nannte, weil sie wohltätig war wie keine andere, weil sie in East Sidc im ärgsten Elend half wo sie konnte, Überrascht die Welt auf einmal als Malerin. Der „Engel" Irving T. Bush, jetzt die Gattin eines bekannten Finanzmanns, betrachtet sich freilich nicht selbst als Malerin, sondern nur als Werkzeug, als Medium. Sie malt nämlich „Geisterbilder". Hunderte von Bildern sind so entstanden. Sell- same Malereien, die beträchtliches Aufsehen erregten. Seit elf Fahren hat der „Engel von Bowery" dauernd Bilder gemalt. Damals starb ihre Mutter, und nun ijt sie überzeugt, daß der Geist ihrer Mutter chre j)anb führe. Da sie keine Kunstschule besucht hat, da sie ferner eine sehr eigenartige Technik entwickelt, sind die Kritiker stutzig geworden und haben sie darüber befragt, wie sie male. Sie erklärte: „Ich brauche nicht zu denken, sondern ich kann an der Leinwand träumen. Wenn ich beginne, weiß ich nie, was daraus wird. Aber nachher ist immer ein Bild daraus geworden, das andere zu deuten und zu bewundern wissen ..." Die Bilder des „Engels sind augenblicklich Die große Sensation von Neijyork. Man weiß, daß Mrs Irving Bush nichts um des Geldes willen tut, weil sie selbst sehr reich ist und auch schon reich war, ehe sie den Finanzmann Bush heiratete. Sie traf ihren Gallen übrigens in jenem East dicke, wo sie lange als Wohltäterin lebte. Dort begegneten sie einander bei der Verteilung von Geschenken an die Aermsten. . e_,r . Erst viel später erkannte Bush, em kühler, smarter amerikanischer Kaufmann, baß er „eines der größten spiritistischen Medien Amerikas geheiratet hatte. Ordnung muh sein! (r) Amsterdam. Ein Kolonialbeamter auf Sumatra, der seit fünf Jahren gewissenhaft unb fleißig seinen amtlichen Pflichten nachgekommen ist, erhielt vor einiger Zell bie Mitteilung seiner vorgesetzten Behörde, baß ihm ein halbes Jahr Heimaturlaub nach Europa bewil- ligt sei. Wer konnte froher sein, als biefer Mann, der in ber genannten Zeit fast nur in einer halben Wilbnis gelebt unb in stillen Stunben sehnsüchtig der fernen nieberlänbischen Heimat gedackst hatte? Flugs bestellte er, was gar schnell geschah, sem Haus, übergab seinem Nachfolger bzw. Stellvertreter sein Amt unb seine Obliegenheiten unb war gerade im Begriffe, den Ort seiner bisherigen Tätigkeit zu verlassen, als ihm von einem Eingeborenen ein Diensttelegramm gebracht wurde. Er überflog es unb knickte zusammen. — Denn in diesem Diensttelegramm teilte ihm seine vorgesetzte Behörde mit, bei einer Durchsicht ber Kos- senbücher habe es sich herausgestellt, baß er, ber Mynheer X., ber Behörde noch mehrere hundert Gulden schulde für Vorschüsse, bie er in Den letzten fünf Iahren auf fein Gehalt gezogen habe. Die llrtaubsbemifligung könne selbstverstänblich nur be« (tätigt werben, wenn Mynheer vor ber Heimreise dieses Saldo begleiche. l)a diese Summe jedoch gerade bte Halste pes Reisegeldes ausmachte, das er benötigte, um seine heimatlichen Tristen Wiedersehen au können, packte Mynheer betrübt unb resigniert seine Koffer Bieber aus und blieb in seiner Wildnis. Die Zeitungen regen sich über diesen Unverstand- sichen Bürokratismus der Kolonialbehörde mächtig auf. Sie haben gut reden, denn wenn Mynheer unterwegs etwas passieren sollte, brauchen sie das Defizit in ber amtlichen Kasse nicht auszugleichen. Dio tctztc W> is . (c. s.) W i e n. „Nehmt uns nicht unsere letzte Waffe!" — Diesen nicht alltäglichen Hilserus richteten, man höre und staune, bie vielgepriesenen, ostbesungenen Wiener Frauen an den Magistrat ber Donaustabt. Die seschen, unwiberstehllchen „Weanerinnen", über deren Charme und vielseitige Begabung bte ganze Welt unterrichtet ist. Was war bie Ursache? Em folgenschwerer En - schluß ber Stabtoerwaltung, wonach für beschäftigungslose Männer städtische Gratis-Kochkurse eingerichtet werben fällten. Sämtliche Frauenoereine ber Donaustadt pro- testierten „wie ein Mann" gegen den geplanten Dolchstoß. Sie führten aus, baß in ben heutigen wenig rosigen Zeiten bie Kochkunst die einzige und letzte Waffe des schwachen Geschlechtes sei. Daß lediglich bie Zubereitung von krästiaer, schmackhafter Hausmannskost „reizvoll" sei unb ben einzigen Anlaß für die ehemüden Männer bilde, sich em Heim zu gründen. Wenn nun die Herren selbst im Stru- , belfeigtneten unb sonstigen Finessen unterrichtet werben, dürfte die Liebe gar bald nicht einmal , mehr durch den Magen gehen. Dann wird aus , Wien, der Stadt der Träume,^ ein Irümmerfelb von i unzähligen alten „Schachteln" G.JL-fport Wirtschaft 769,0 843,3 Die Zunahme im Jrontfun a. Dl. Zkrlin Datum | 17.2, 60,9 61,5 83,5 83,9 Banfnolen. Krttzner oi iMoinkraftwerke Höchst a.M.'"' ± Süddeutscher Zucker ........ g| 28 I 65 | 27,5 1 65 145 28,75 6,13 5.35 28 144 79 94 78,75 68 9,13 37,25 46 49 25 24,25 37,5 36,5 137.5 47 92 60,25 87,25 Schluß-! hin 38,5 46 49 25 24 37 36,5 137 Zinsfuß 5 0. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M7 13,5 1,3 6 6,9 10,9 25,25 6,4 5,4 5,9 6,1 6,95 10,75 5,75 25,2 47 91,25 58 86,25 154 106,5 44,5 60 23,5 35 192,5 75,75 6,25 5,4 12,75 1,3 61,5 83,9 83,5 86,65 86,25 83,5. 84 12,25 1,3 6,1 6,9 10,9 5,65 78,75 93,9 78,75 68,5 9,175 76,5 64 61,13 84,25 84 87 86,5 83,5 84 13 6,4 5,45 5,95 6 05 7 10,65 5,7 25,1 108,25 44,5 61 22,5 35,5 194,5 76,5 79 ; 93,75 79,25 67,4 I 9,13 77 I 47 91,4 58,25 86,65 53 150,5 107,9 44,5 60,25 23 69,5 .35 192,5 75,9 102,5 37,25 45,5 49 25,13 113,5 23,9 36,5 41,4 36,5 137 gerlln, 18. Februar Amerikanisch, Rotal. Belgische Noten.............. Dänische Noten . Englische Noten .............” Französische Noten . " Holländische Noten ........ Italienische Noten .. Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten Schweizer Noten, ... Spanische Rote» Ungarische Noten 46,75 92 60,5 86,25 53,5 150 108 44,5 60,75 23 70 35,13 194,5 76,5 'ISÄ’l Schluß-1^5'uß'. ! 18-2. 117.2. | 18.2- 101,9 38,75 46 49 25,5 113,5 23,5 37 40 75 36,5 137 78,5 । 93,5 ! 79,5 67,65 ' 9.1 77 4.20 58.63 63,92 14,41 16,52 169,46 21,42 73,75 2,46 76,20 81,30 34,58 Fußball Gießener Mannschaften. r-?^r?b'n. Sportplatz an der Liebigshöhe trafen sich gestern im Gesellschaftsspiel die 1. Mannschaften öer Sp,elvere,nigung 1900 und des VfB. Friedberg. Man sah einen fesselnden, prächtigen Kampf, der mit einem knappen, aber unverdienten Sieg der Gaste endete. 1:2 (0:0) lautete das Ergebnis Die L auwechen waren in ausgezeichneter Verfassung. Die 2. Mannschaft der Spieloereinigung spielte vorher gegen die zweite von Friedberg und verlor mit cv?Veu" des VfB. weilte zum Verbandsspiel in Ockershausen und mußte eine Niederlage von 21 Toren hmnehmen. ■?ire. 11 H^ndballmannschaft der Spielvereinigunq erzielte mit verstärkter Vertretung gegen die 1 Elf non Klein-Linden ein überraschend hohes Ergebnis von 16:2 Toren. fußball in Hessen-Hannover. Borussia Fulda zum erstenmal geschlagen. In Hessen/Hannover fanden am Sonntaq nur £att' da das Treffen Spielverein Hermama-Kassel ausfallen mußte. Ä^f fond in Fulda zwischen dem Veztrksmeister Borussia und den Kasseler Kur- en statt. Der Altmeister, Kurhessen Kassel, entschied den Kampf überraschend mit 3:2 für sich toobct zu berücksichtigen ist, daß die Borussen mit Ersah antreten mußten. Im zweiten Spiele sich Tura Kassel und Kurhessen Marburg nach wechselvollem Kampfe 3:3. Die Fuldaer Boruffen hegen auc^ nach der ersten Niederlage gegen den schärfsten Widersacher Kurhessen Kassel immer noch mit 3 Punkten Borsprung vor die- ^-26:4 Punkte gegen 23:7 - klar in Front unö tverden Wohl kaum noch einzuholen sein. Oie süddeutschen Endspiele. A/o Deuische Neichsanleihe v. 1921 tv $L9icid,6anl-D-1929 6-4^ Doimg-Slnleihe von 1930 . Srutldie Am.-Ablos.-Schuld ml Äuslol.'Rechien ... Desgl. ohne »luslos.-Rechte .'' s' 6% ehern. 8% He«. Boik-staai 1929 trüüzablb. 102%) Proo,nz-Anleihe"m« Auslos.^Rechten .......... Deutsche Komm. Commelab'i.An Irifte Serie! mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Irankf. Hnv.-Ban, Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 7% Iran». Hnv.-Ban! wolbpfe. iß unkündbar btS 1936 Wi% ehem. 4>/2% Franks. Hyp. Bank.Liqu..Psandbriese .. Wi% ehern. 4%% Rheinische " HyP.-Bankf<- 6% eftem. 8% Pr. Londespsand briesanstch,. Pfandbriefe R. 19 *% ehern. 7% Pr. Landespfand btiefonfialt, Pfandbriefe R. 10 4% Cefterreldilldie Goldrente... Lesierreichifche Silberrente 4% Ungansche Goldrente 4% Ungarische Siaotsrente v. 1910 4/i% desgl. von 1913 6% abaekt. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlelhe von lSH 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Eenet ............. <% Deegl. Serie 11 ............. 6% Rumhn. vereinh. Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. »54% «naiolter .............. Salatabrucke hierher abgelenkt, und die Brücke eine -^.'?ml>h^rucke für den Staatspräsidenten werden mußte. «ie sollte daher den stolzen Namen „Gasi Mustapha Kemal Pascha-Brücke" führen. Darüber also war man sich klar, nur noch nicht über die Form des neuen Prachtbaus. Die einen wollten es Ätn\nhC^ei^errPOmpö€n Zusammenschluß gut fun- teerter Sirmerb einen Zwischenkredit zur Belebung k .r^>"ch^5llch^sl zur schaffen. Das in der Oef- cSx1 lursierente Schlagwort von den Robl- !?ssun?o^9^A^^len" sei Ansinn. Die Veranlassung zur Gründung der „Darmstädter Wob- nungsbaugenossenschaff fei von Architektenkreisen bestehende Schuld die- ^^fsenschaft von 14 000 Mark bei der Volks- angesAs öer haftenden Genossen Weiche Kreditlage bestehe ^Kindlichkeiten von 18 000 JRarf tes „Darmstadter Baubundes". 3m Zusammenhang mit der 600-Iahrfeier der Stadt aus biete? der Künstler-Kolonie an Der Bosenhohe eine kleine Kolonie zu erriebten. öie der Wohnungsnot steuern sollte. Damals sei nin '.'G?lne,nnutzige Gesellschaft für Wohnungsbau^ mjrUh\.Ct ?orörlk.^fs bie Stadt Darm stad? dann Örüni?» %Clten verzichtete und andere teiH»? Ausführung des Bauplanes verändert aeniMt S°be m°nfföas schon erworbene Gelände un- liegen lassen müssen. Aber auch die $er- l^OOO W^rP bf,e-Genossenschaft in Hohe von nnteni*«9? n‘^ Derloren- Alle drei Ge- ^chs^lUlen seien gegründet worden in der ehr. uchen Absicht, die Bauwirtschaft zu unterstützen SinfF™06 bes Vorsitzenden, warum drei Genossen-' seien, beantwortet N o h l hm hnH»6 b*e beteiligten Architekten nicht gemein- £m hatten oorgehen wollen. Bei der Erörterung Pnmpn°nh 6cn ^I"°^!^s^sten gegebenen Kredite n nann I lud)c ?‘e inanzwechsel der ° sse n scha fte n zur Sprache. Ende 1930 wurde nämlich eine Schuld der drei Genossenschaf, ten in Hohe von fast 250 000 Mark in Wechsel chul. « » rf pUrm9ei^animClt' ®ie Angeklagten Noh 1, Becker und W e r n e r erklärten die Umwand- un^u- er Absicht der Unkostenverringerung. Da der Angeklagte Werner die Aeußerung, die Wechsel -en ausgestellt worden, um der Bilanz „ein schön- neres Aussehen zu geben" in den Akten des Un- i^luchungsrichters bestritt, soll die Stenotypistin, die der Vernehmung beiwohnte, gehört werden Direktor Becker betonte, wenn die Wechsel zum r r‘lIC* n -Le5 an^ ausgestellt worden seien, wä- sie doch nicht prolongiert worden. Abschließend wur. den noch einige andere Spekulations- und Kredit- L°J] en, besprochen, bei denen der Volksbank zum Teil beträchtliche Verluste erwuchsen. Ser Ruhrgas-Absatz. !Su!>r9'>5-2t.-@. in Gffen wird mit. G-g-nüb-r 718,3 Mi,!, cbm in 1930 und 796 0 ÜRiIf. cbm in 1931 betrug derAbsutzimRuhr. 0 a snetz im Jahre 1932 insgesamt 843,3 Mill cvm, kne sich, gegenüber den entsprechenden Monaten des Vorfahres, wie folgt verteilen- Die Tabellenführer in beiden Abteilungen geschlagen. Die süddeutschen Endspiele des 19. Februar tea$ten eine Reihe von sehr hart durchgeführten teiteUnor&?U-? verschiedene äleberraschungen. x .Abteilungen mußten die Tabellenfüh- rer Riederlagen einfteden. 9 . )e Abteilung 1 hatte ihr großes Ereignis !m