Nr. 297 Erstes Blatt 183. Jahrgang Dienstag, 19. Dezember 1935 Erschein» lagltd), nutz« Sonntags und Feiertag» Beilagen. Die Illustriert, Gienener Familienblätte» Heimat im Bild Die Scholl, Olonats Bezugspreis; Mit 4 ‘Beilagen ‘BDI 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höhere» Gewalt üernsprechanschliisse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krantturt am Main 11686 GießenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniS vnd Verlag: vrühl'sche Univerfiläir Such' und Stehiörutferei TL Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchnlstraße 7. Annahme oon Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher» Preis für 1 mm höhe fs* Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen oon 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20"mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D. TH.Kümm ei sämtlich in (Bienen. Großangriff des Winterhilfswerks. Don Sürgernmster Saug, äarmstadt. Gau lührer des Wmterhilsswerks. „Wir werden einem schlimmen Winter entgegen gehen" — das war 14 Jahre des vergangenen Systems letzter Schluß. Dazu brauchte man kein Prophet zu sein, aber „Staatsmänner" wie Herr Brüning, verkündeten es stets zu Beginn der Wintermonate. Im übrigen war die Republik von Weimar, die einmal den sozialen Ausgleich versprochen hatte, der Wintersnot der Millionen Volksgenossen Hilfs- und tatenlos gegenüber. Wenn sie nur hatten, die Bonzen des Marxismus und des feigen Bürgertums. Was galt ihnen schon die Not deutscher Arbeiterfamilien, was der Zusammenbruch der Bauern, des Handwerks und des kleinen Geschäftsmannes. Im Parlament, dem unseligen — und nun doch selig entschlafenen — Überboten sie sich im unerfüllbaren, demagogischen Winterhilfs - Anträgen und wußten doch alle dabei, daß ihre Erfüllung nie möglich war. Denn ihre Luderwirtschaft hatte schon längst die Kassen des Staates und der Kommunen leer werden lassen. Wenn die Quatschbude bann nach der Annahme der Anträge nach Hause ging, bekam kein Mensch auch nur einen Zentner Kohlen ober Kartoffeln mehr. Unsere Zeit lebt so schnell, diese sich in jedem Winter wiederholende Farce war eine nur zu wahre Tatsache. Als wir Nationalsozialisten im letzten hessischen Landtag diesen Hohn nicht mitmachten und entgegen den unerfüllbaren Anträgen der marxistischen Parteien aus eigener Initiative einen Antrag einbrachten, der, um die Not etwas zu lindern, eine lOprozentige Erhöhung der Richtsätze forderte — ein Antrag, der praktisch durchführbar war, mußten wir wüste persönliche Angriffe der Bonzen vom Schlage der Hamann und Lorenz entgegennehmen. Vierzehn Jahre trieb das „hohe" Parlament Schindluder mit der Not der Aermsten. Diese Lage mußt du dir Deutscher wieder ins Gedächtnis rufen, du darfst sie nicht vergessen, sie waren das Spiegelbild des Staates, der einmal das bekannte Leben in „Freiheit, Schönheit und Würde" verkündet hatte. Und dann kamen die Tage, in denen die „Phantasten" Adolf Hitlers die Regierungsgewalt im Vaterland übernahmen. Es kam keine Nacht der langen Messer, es kam kein Krieg — aber es kam der Tag, an dem es zum erstenmal nicht mehr abwärts ging, der Tag war da, an dem bas Arbeitslosenheer sich nicht mehr vergrößerte, sondern Tausende wieder in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden konnten. Auch der Winter 1933/34 wurde nicht mehr tatenlos und als unabänderbar entgegengenommen. Der Führer gab seine Parole, daß in diesem Winter feiner hungern und frieren dürste. Ein großes und nicht leicht zu erfüllendes Wort. Mancher machte dabei vielleicht ein skeptisches Gesicht, die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege hatten bis dahin einen verhältnismäßig kleinen Kreis der Bedürftigen so gut sie konnten betreut, nun aber war die Zahl der in Fürsorge zu nehmenden weit größer gesetzt worden. Der Nationalsozialismus blieb sich treu, er ging ans Werk und schuf in wenigen Wochen ein gewaltiges Werk, das seinesgleichen niemals oorher fand. In unserem Gaugebiet Hessen-Nassau fanden wir eine besonders schwere Ausgabe vor. Das landwirtschaftliche Hinterland ist nur klein und leidet selbst unter den Regierungskünsten des bauernfeindlichen Systems. Dafür aber haben wir die vollkommen dar- nieberliegenben Städte Frankfurt, Offenbach a. M., Hanau, Darmstadt, Wiesbaden, Worms usw. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes betreut heute in unserem Gau 300 000 Familien oder rund 900 000 hilfsbedürftige Personen. Und doch war es möglich, jeder hilfsbedürftigen Familie zwei Zentner Kartoffeln zu geben. Jede Familie erhält laufend im Monat ein Rentner Kohlen oder Briketts. Erhebliche Mengen neuer und ausgebesserter Kleidungsstücke und Schuhe sind bereits zur Verteilung gebracht. Wer aber weiß, welche Arbeit und welcher Opfersinn in diesen Zahlen liegt? Das Einlaufen eines Kartoffelzuges, die Verteilung der Kartoffelgutscheine, die Ausgabe der Slleibungsjtücfe und Lebensmittelgutscheine sieht sich so einfach an. Tausende aber waren am Werk, vom Einsammeln der Kartoffeln angefangen, um die Ausgabe zu ermöglichen. Alle Frauenschasten und sonstige Verbände nahten, schneiderten und reinigten Tag für Tag die gesammelten Sachen, bis sie ausgegeben werden konnten. Keiner aber hat einen Begriff, welche Vorbereitungen und Arbeiten bei der Gauführung, bei den Kreiswaltern und Gruppenführern des Winterhilfswerks zu leisten waren. Eine lückenlos" Bedürftigenkartei mußte aufgestellt werden, um Doppelbetreuungen und Fehlausgaben zu vermeiden. Die Organisationsarbeit forderte schnell arbeitende Stellen und restlosen Einsatz. Die nationalsozialistische Bewegung besteht aus Opfern und Selbstlosigkeit. Das nationalsozialistische Winterhilfswerk reiht sich würdig hier an. Tag und Nacht wurde gearbeitet, keinem war ein Opfer zu groß. Es war nur möglich, weil der Führer das große Vorbild gab und Glaube und Hoffnung die Herzen wieder erfüllte. Dabei wird so gut wie alle Arbeit ehrenamtlich geleistet. Die Verwaltungskosten, die an persönlichen Ausgaben entstehen, sind vollkommen unbedeutend. Die Sammlungen an den Eintopstagen, bei den Haus- und Straßensammlun- gen, können daher restlos ihrer einzigen Ausgabe, die Not zu lindern, zugeführt werden. Die Weihnachtswoche nun sieht das Winterhilfswerk in unserem Gau im Großangriff. Es kommen in diesen Tagen an alle Hilfsbedürftigen zur Verteilung: Ein Zentner Kohlen, 2 Pfund Mehl, 2 Md. Preußen ordnet seine innere Verwaltung neu. Oer Oberpräsident wird Chef des Provinzialverbandes. — Führerprinzip in der Gemeindeverwaltung. — Oie Oorfversammlung. 23 e r I in 18. Dez. (WTB.) Das Preußische Staatsministerium hat eine Reihe von Gesetzen verabschiedet, die für die Staats- und Gemeindeverwaltung von höchster Bedeutung sind. Die Gemeinde- verfasfung wird in Verwirklichung nationalsozialistischen Gedankengutes neu geordnet. 1. Ein Gesetz über Die Siaatshaus- haliSordnung erklärt unter Aufhebung des unübersichtlichen, unvollständigen und zum Teil auch veralteten preußischen Rechtes auf dem Gebiete des Haushalts-, Kaffen- und Rechnungswesen die Vorschriften der Reichshaushaltsordnung als entsprechend anwendbar. Das Gemeindefinanzgesetz d.ient der Wiederherstellung und Erhaltung der Grundsätze, die die altpreußische Verwaltung von jeher ausgezeichnet haben: Gewissenhaftigkeit, Sparsamkeit, höchste Wirtschaftlichkeit und unbedingte Sauberkeit. Es regelt das Haushalts-, Kaffen- und Rechnungswesen der Gemeinden in Anlehnung an die verbesserten Vorschriften der Reichshaushältsordnung und gibt eingehende Vorschriften über die wirtschaftliche Betätigung der Gemeinden. Es bringt auch noch eine Neuordnung des Prüfungswesens für die Gemeinden. Für die kleinen, ehrenamtlich verwalteten Gemeinden, besonders die Bauerngemeinden, ist der Erlaß erleichterter, wesentlich vereinfachter Vorschriften in Aussicht genommen. 2. Das Gesetz über die Erweiterung der Befugnisse der Oberpräsidenten gibt dem Oberpräsidenten nunmehr über die Behörden der allgemeinen und inneren Verwaltung die klare Befehlsgewalt und macht ihm unter Beseitigung aller bisher bestehenden Verwaltungsgremien zum Träger der Verwaltung des Provinzialoerbandes, dessen Bestand als Selbft- oerwaltungskörperschast dadurch nicht berührt wird. Beraten wird der Oberpräsident auch in Angelegenheiten des Prooinzialverbandes durch den Provinzialrat, dem leitende Kommunalbeamte aus den Gemeinden und Gemeindeverbänden her Provinz eingefügt werden. 3. Das Gesetz zur Anpassung der preußischen Landesverwaltung an die Grundsätze des naLwnalsoz-alistischen Staates überträgt die Geschäfte der Beschlußbehörden auf den Regierungspräsidenten, den Landrat und den Bürgermeister. Die Verwaltungsgerichte bekommen eine ihrem Wesen entsprechende Bezeichnung (Bezirks-, Kreis- und Stadtverwaltungsgericht). Ihre Laienmitglieder werden durch Ernennung bestimmt. Im Kommunalaufsichtswege erlassene Verfügungen sind nicht mehr durch Klage angreifbar. Ihre Anfechtung findet künftig nur noch im Verwaltungswege statt. 4 Das Gememdeverfaffungsgesetz enthält eine grundlegende Neuordnung der Verfassung der Verfassung der Gemeinden mit dem Ziel der Wiederherstellung einer echten Selb st Verwaltung, die unbedingt sparsam, wirtschaftlich und sauber arbeitet. An der Spitze der Gemeinden steht mit ausschließlicher Verantwortung für alle Entscheidungen in Bauerndörfern der Dorfschulze, in Landgemeinden der Gemeindeschulze und in Städten derBür ge r = meister. Zum Vertreter des Leiters der Gemeinden und Hilfeleistung werden Schöffen, in Städten mit der Bezeichnung ©t ab trat Beigeordnete berufen. Der Leiter der Gemeinden, die Schöffen und die Beigeordneten werden vom Staat auf 12 Jahre berufen. Zwecks engster Verbindung mit der nationalsozialistischen Bewegung sind als Gemeinderäte stets der oberste örtliche Leiter der NSDAP, und der rangälteste Führer der Sturmabteilungen oder der Schutzstaffeln der NSDAP, zu berufen. Bei der Berufung der übrigen Gemeinderäte sind die Berufsstände, die der Gemeinde ihr Gepräge geben, angemessen zu berücksichtigen. Die Gemeinderäte und sonstige Sachverständige und erfahrene Bürger können auch zu Beiräten b e ft e 111 werden, die den Leiter der Gemeinde oder seine Schöffen und Beigeordneten auf b e - stimmten Arbeitsgebieten ständig beraten. Für die Bauerndörfer ist als Besonderheit die Möglichkeit vorgesehen, daß an die Stelle der Gemeinderäte die urdeutsche Einrichtung der Dor f- Versammlung tritt; ihr ist für die Berufung des Dorfschulzen ein Vorschlagsrecht eingeräumt. Günstige Gestalinng der Finanzlage in Hessen. Bedeutende Verbesserung gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres. — Verstärkte Steuereingänge. —Gehobene Einnahmen aus den Betneben.-Minder- bedarf durch Einsparungen.-Aussicht auf einen ausgeglichenen Jahresabschluß. Darmstadt, 18. Dez. (WSN.) Das Staats- Presseamt teilt mit: Ende vorigen Monats wurden die Zahlen über die Finanzlage Hessens Ende September 1933 erörtert und ebenfalls im Rundfunk durchgegeben. Hierzu ist nachträglich noch folgendes zu bemerken: Nach dem Ausweis ergibt sich eine Mehrausgabe oon 3,93 Millionen Mark. Es wäre verfehlt, wollte man aus dieser Ziffer allein irgendwelche Schlüsse auf den Abschluß des laufenden Haushaltsjahres ziehen. Einnahmen und Ausgaben eines Jahres laufen niemals zeit- l i ch ganz parallel; der größte Teil der Ausgaben — die persönlichen Aufwendungen — sind oon Monat zu Monat etwa zu gleicher Höhe zu leisten; sachliche Ausgaben verteilen sich ganz ungleich über die einzelnen Monate des Jahres. Dasselbe gilt auch oon den Einnahmen. Größer und kleiner werdende Spannungen zwischen Einnahmen und Ausgaben innerhalb eines Jahres sind deswegen nichts außergewöhnliches, selbst wenn der Voranschlag von vornherein tatsächlich schon ausgeglichen ist. In dem 1933er Staatsvoranschlag ist indessen ein Betrag von 3,273000 Mark als Einnahme- p o ft e n eingestellt, der sich allem Anschein nach nicht realisieren läßt. Wenn man diese monatlichen Ausweiszahlen als Beurteilungsgrundlage für den Ablauf der Finanzgebarung eines Jahres benutzen will, so hat dies nur einen Sinn, wenn man sie mit den gleich- gearteten des Vorjahres in Vergleich fetzt. In dem Ablauf der einzelnen Haushaltsjahre zeigt sich, im großen und ganzen gesehen, immer eine gewisse Analogie. Aus dem Maße der Verschiedenheit der Abschlußzahlen der jeweiligen gleichen Monate läßt sich dann der Grad der Verbesserung oder Verschlechterung ableiten. Bei einem Vergleich dieser Art ergibt sich für das laufende Haushaltsjahr eine ganz bedeutende Besserung gegenüber dem Vorjahr. Der Septemberabschluß des Jahres 1932 ergab eine Mehrausgabe oon 9,14 Millionen Mark; der Septemberabschluß des Jahres 1933 weist dagegen nur eine Mehrausgabe von 3,93 Millionen auf, das bedeutet eine ziffernmäßige Verbesserung oon 5,21 Millionen Mark gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres. Von besonderem Interesse ist es nun, auf Grund einer Zergliederung der Abschlußergebnisse im einzelnen die Gründe zu erkennen, auf denen die Verbesserung beruht. Bis Ende September des Vorjahres betrugen die Gesamteinnahmen 29 426 000 Mark; am gleichen Zeitpunkt des Jahres 1933 waren bereits eingegangen 34 286 000 Mark, das bedeutet eine Verbesserung von 4,86 Millionen. Sie verteilt sich auf Landes» fteuern mit 4,1 Millionen, auf die übrigen Einnahmen mit rund 700 000 Mark, worunter sich eine erfreuliche Verbesserung der wirtschaftlichen Betriebe befindet, insbesondere der F o r st v e r w a 11 u n g. Die Einsparungen aus den verschiedenen Ausgabegebieten ergeben in ihrer Gesamtheit einen Minderbedarf von rund 400 000 Mark. Daß trotz des Anwachsens verschiedener auf gesetzlichen Bestimmungen ruhender Ausgaben diese Einsparung an den Ausgaben möglich wurde, zeigt, mit welcher Schärfe die Ausgabennotwendigkeit überall dort geprüft wird, wo einer Herabminderung rechtliche Bindungen oder andere fachlich gegebene Hemmungen nicht entgegenstehen. Auf Grund der seitherigen Entwicklung und sofern nicht unvorhergesehene Fälle eintreten, ist es nicht ausgeschlossen, daß unter Umständen das Rechnungsjahr 1933 ohne Fehlbetrag ab» schließt. Litauischer Vorstoß gegen das Deutschtum im Memelgebiet. Hundert reichsdeutsche Beamte entlassen. - Verletzung des Memelstatuts. — Deutscher Einspruch in Kowno. ©ries, 1 Pfd. Bohnen, 1 Pfd. Schinalz, 1 Pfd. Zucker, die Pfundpakete der Ortsgruppen mit Lebensmittel aller Art. Daneben geben die Ortsgruppen weiter Schuhe, Kleider und Wäsche aus, die sie aus Mitteln, die ihnen die Gauführung zur Verfügung stellte, kauften. Manchem mögen die Sammlungen und Opfer viel scheinen, welche Beträge aber die große Zahl der Hilfsbedürftigen im Gau verschlingt sieht keiner. Die Ausgabe des einen Pfundes Fett an die Hilfsbedürftigen erfordert im Gau die stattliche Summe von 270 000 Mk. Hieraus kann jeder sich errechnen, was die laufende Ausgabe der Kohlengutscheine, der Schuhreparaturen erfordert. Zur Ausgabe kommen vor Weihnachten noch große Mengen von Gebäck und Spielsachen für die Kinder. Die anderen können dem nichts entgegenftellen Sie waren groß im Wort, wir aber lassen die Tat sprechen. Das Urteil fällt das Volk. Wir vollbringen das Werk nicht um zu glänzen, nicht um billige Dankergüsse zu ernten. Nein, wir opfern, wir arbeiten Tag für Tag, weil die Not ohne ihre Schuld darbenden Volksgenossen auf der Seele brennt. Wir glauben, daß man sein Christentum nicht durch Muckertum, daß man sein Deutschsein nicht durch Hurrapatriotismus beweist, sondern daß nur so die Rettung des ärmsten Volksgenossen möglich ist Weihnachten naht. Freudige Herzen und zufriedene Gesichter werden an den deutschen Weihnachtsbäumen stehen. Wir haben viel Not gelindert, viel Hunger und Kälte gebannt. Jeder der opferte, jeder der mithalf, hat seinen Anteil an dieser Tat. Wir haben gezeigt, daß wir wirkliche Sozialisten sind, mehr wollen wir nicht. Wir haben geholfen beim großen Werk unseres Führers, bas ist unser Stolz. Wir haben bewiesen, daß der Gedanke der Volksgemeinschaft, für den wir einst als kleines Häuflein stritten, an den wir glaubten, der uns hochhielt, wahr geworden ist. Wir können auch dem kritischen Urteil gegenüber bestehen. Wir haben unsere Pflicht getan. fiorono, 18.Dez. (TU.) Der neue Gouverneur des ZHemelgebieles, Ravakas, hat den lang erwarteten großen Schlag gegen das Deutschtum im Memelgebiet geführt. Er hat, wie die litauische Telegraphenagentur heute meldet, den Präsidenten des Direktoriums des Memelgebietes, Dr. Schreiber, angewiesen, 10 1 Reichsdeutsche, die bisher im Memelgebiet im öffentlichen Dienst t ä - t i g waren, zu e n 11 a f f en. Die Entlassungen aus dem Dienst haben in drei Gruppen zu erfolgen und Zwar bis zum 18. Januar 1934 3 2 Reichs - deutsche, darunter Staatsanwalt Schwientek und die Gerichtsräte Dr. Linder und Mirtsch, sowie zwei Volksschullehrer und zwei Mittelschullehrer; b i s Z u m l.Aprill934rnüssen34 und b i s ; u m 1. Juli 1 9 3 4 weitere 35 Reichsdeutsche aus dem Dienst entlassen werden. Der Gouverneur hat gleichzeitig mit der Anordnung dieser Dienstenlassungen dem Präsidenten des Direktoriums e i n e £ i ff e übergeben, diedie 7! a - men derjenigen Lehrer an den litauischen Schulen enthält, die als Nachfolger für die entlassenen Reichsdeutschen in Frage kommen für den Fall, daß durch die Entlassungen im Memelgebiet ein Lehrermangel einfreten sollte. Zum Schluß der Meldung wird gesagt, daß der Gouverneur 3 8 Ausländern die Genehmigung im Me- melgeblel Dienst zu tun, erteilt hat. ♦ Wie wir von zuständiger Stelle dazu erfahren, Hal der deutsche Generalkonsul in Memel bereits am Montagnachmittag ernste 23 o r Teilungen beim Gouverneur des Memelgebiets wegen Verletzung des Memel st atuts erhoben. Desgleichen wird der deutsche Gesandte in fiorono am Dienstag bei der litauischen Regierung wegen der Verletzung des Memelstatuts nachdrücklichst Einspruch erheben. Kommunisten demonstrieren vor der deutschen Votschaff in London. London, 19. Dez. (TU.) Vor der Londoner deutschen Botschaft tarn es bei einer kommunistischen Demonstration zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei und englischen Faschisten. Unter den Angreifern befanden sich auch viele Frauen, die mit Stöcken und Retzenschirmen auf die Polizei los« gingen. Ein Polizeikraftwagen wurde umgestürzt. Schließlich gestattete die Polizei dem Sekretär der kommunistischen „Internationalen Arbeiterverkeidi» gung" der Botschaft ein Schriftstück zu überreichen, in dem die Freilassung der Angeklagten im Reichs- tagsbrandstifterprozeß verlangt wird. Auch auf dem Trafalgarplatz überfielen Kommunisten die Faschisten mit den Rusen: „Nieder mit den Faschisten". Die Schutzleute gingen mit dem Gummiknüppel vor und konnten nach der Vornahme mehrerer Verhaf« tungen die Ordnung wiederherstellen. Die sestgenommenen Kommunisten standen am Montag vor dem Polizeirichter. Die Anklage lautete auf Landfriebensbruch und tätlichen Widerstand gegen die Polizei. Ein Jugendlicher, der sich seiner Verhaftung widersetzt hatte, wurde mit 10 Schilling Geldstroft bestraft. Gegen drei weitere wurde die Verhandlung unter der Bedingung ausgesetzt, dah sie sich wahrend der nächsten sechs Monate keines neuen Landsriedensbruche» schuldig machen. Der deutsche Botschafter hat sich bei den Polizeibehörden nach dem Befinden der bei den Demonstrationen verletzten Polizisten erkundigt. Vie großzügige bauliche Umgestaltung Roms unter Mussolini. Mussolini hat bestimmt, daß die Straße zwischen dem Palatin und dem Aventin in Rom, an der die Reite des Zirkus Maximus liegen, am 2S. Qrtobcr 1934 durch eine Parade der italienischen Sportverbände eingeweiht werden soll. Schon vor einigen lagen hatte Mussolini dos erwähnte alte Viertel Roms um den Aventin besichtigt und die Richtlinien für seine Neugestaltung er- I teilt. Die Aventinstraße, die am Südrand des j)ü- 8 eis gegen den Iber zu führt, wird als Fortsetzung | er kürzlich geschaffenen Straße der „Monumental- Triumphe" verbreitert werden. An ihrem Beginn, d. h. am Ende der Straße der Triumphe, wird man das „neue Auditorium", ein riesiges Sloruertgebäube, errichten, bas den berühmten xon» zertfaal de» Augufteums ersetzen soll. Die Meldungen, die durch eine amtliche österreichische Agentur verbreitet wurden, daß das Kolosseum au einem riesigen Auditorium ausgebaut werden solle, sind barer Unsinn. Die Aoenlinslraße wird zugleich mit der freigclegten Engelsburg bereits am nächsten Geburtstag Rom» (21. April) eingeweiht werden. Am 28. Oktober sollen bann die beiden Straßen, die den Zirkus Marimus entlangführen, fertiggestellt sein. Die eine, schon bestehende, wird von allen den kleinen Häusern befreit werden, die auch die Reste des Zirkus Maximus überwuchern. Sie erhält den allen Namen „Straße des Zirkus Mari- mus". Die andere wird auf der westlichen Seite des Zirkus unmittelbar am Aventin entlang laufen und neu geschaffen werden. Der Zirkus Marimus soll ganz freigelegt und archäologisch durchforscht werden. Darauf wird das ungeheure Projekt einen vorläufigen Abschluß finden, das mit der Freilegung der ftaiferforen begann und einen neuen gewaltigen Eindruck von dem antiken Rom zwischen dem Kapitol und der alten Dia Appia vermittelt. Die Reichsbank ermäßigt ben Transferbetrag der Anslanbsschntben auf 30 Prozent. Ungenügender Vev senonfalt aus dem Exportüberschuß. Berlin, 18. Dez. (WTB) Im Zentralausschuß der Reichsbank erörterte Reichsbankpräsident Dr. Schacht das Transferproblem. Die Reichsbank fei bemüht, ben Ansichten der Auslandgläubiger nach Möglichkeit Rechnung zu tragen. Eine eingehenbe Prüfung habe jedoch ergeben, daß die von ben (ölaubigeroertretcrn aufgestellte Meinung, es brauche an ber bisherigen 50prozentigen Transferguote nichts geänbert zu werden, ben Tatsachen nicht stanb- halte. Seit bem 1. Juli bis zum 15. Dezember b. I. habe bie Reichsbank eine Erhöhung ihrer Währungsreserven um127Miilionen Mark erfahren. Daooii stammten rund 100 'JJhllio non Mark aus Ablieferungen auf @runb des Gesetzes über wirtschaftlichen Volksoerrat, also aus einem nicht wiederkehrenden, mit dem Transferaufschub nicht zusammenhängenben Zuwachs. Es liege beinnach ziffernmäßig klar, daß ein SOproAentiger Transfer bas Höchstmaß dessen barftclle, was überhaupt transferiert werden konnte. Da der H a n b e l s ü b e r f ch u ß währenb ber ersten fünf Monate bes Jahres monatlich 52 Millionen Mark betrug, nahm bie Reichsbank einen 50prozen- tigen Transfer in Aussicht, wozu monatlich 4 1 Millionen Mark Ueberschuß hätten genügen müssen, so baß noch Plan für eine bescheidene Stärkung der Währungsreserve gewesen wäre. Diese» Ziel sei n i ch l e r r e i ch t worden, hauptsächlich, weil die Exportüberschüsse nicht voll 1 n Devisen heretngekommen seien. Der aus dem warcnexportüberschuh zu deckende monatliche Betrag betrage nicht, wie ursprünglich errechnet, 81, sondern nur 74 Millionen Reichsmark. Für den Durchschnitt der Monate Juli bi« November betrug der deutsche Ausfuhr- übersäruß rundö5 Millionen Reichs- m a r k. wenn die Reichsbank trotzdem nicht In der Lage sei, den 50prozentigen Transfer auf- rechlzuerhalten, so liege da» daran, daß dieser Exportüberschuß nicht in voller hohe mit Devisen bezahlt werde, sondern zum erheblichen Teil mit Sperrmark unddeutschen Ausland- b o n d», die dem Auslande gehörten. Die Reichsbank habe sich auch jetzt wieder entschlossen, für die nächsten sechs Monate das Maximum dessen zu transferieren, was möglich sei, nämlich 30 Prozent. Die Reichsbank würde glücklich fein, wenn eine Belebung des Welthandels und ber beutschen Ausfuhr ihr Unrecht geben sollte, da sie dadurch in den Stand geweht werden würde, für das zweite Halbjahr 1934 die Transserquoie wieder zu erhöhen. Zur Erreichung dieses Zieles werde bie deutsche Deoisenwirt- schäft auch in Zukunft darauf bedacht sein müssen, zusätzliche Exporte nach Kräften zu fördern. Würden diese zusätzlichen Exporte nicht mehr möglich fein, so mühte der Transfer auf die Auslandoerschuldung überhaupt eingestellt werden. Was Deutschland durch dieEnt- wertung von Sterling und Dollar buchmäßig auf dem Bilanzkonto gewinne, werde durch bie effeftioen 23 e r (u ft e, bie Deutschland im internationalen Warengeschäft durch bas Valutadu m v i n g von England, Skandinavien, Japan und Amerika erleide, um ein Vielfaches übertroffen. Die Reichsbank fei bestrebt, auf eine Aenderung ber zwischenstaatlichen Schulden und Handelsverhältnisse hinzuwirken in bem Sinne, daß ein freier internationaler Zahlungsverkehr ohne künstliche Beschränkung und Währungskontrollen wieder möglich werde. Die Erklärung der Reichsbank wurde vom Zentralausschuß nach Erörterung einstimmig gebilligt. öte englische presse kritisiert bie neue Transferquote. London, 19. Dez. (CNB. Funkspruch.) Die englische Presse beschäftigt sich einaehend mit ber neuen Transferquote. „Times" behauptet, baß Deutschland sehr wohl im Stande sei, seine Zahlungen zum mindesten in der bisherigen Höhe fort- zusetzen, „ohne feiner Bevölkerung irgend welchen Schaden zuzufügen", wenn es nur den Willen dazu habe. Im übrigen wird Dr. Schockt beschuldigt, die schweizerischen und holländischen Ansprüche begünstigt und somit eine unterschiedliche Behandlung in die ganze Angelegenheit hineingetragen zu haben. Man könne es zwar nicht vollkommen auf Deutschlands Konto schreiben, wenn es seine Aus- lanbsgläubtgcr nicht voll habe bezahlen können. Das ändere aber nichts an der Tatsache, daß ein ehrlicher Schuldner sein äußerstes tun müsse, um zahlungsfähig zu werden und daß er seine Gläubiger nicht verschieden behandeln dürfe. „Financial Jltror fordert ein Eingreifen ber britischen Regierung. Dazu seien zwei Wege offen, nämlich bie Schaffung von Sonder-Zolltarifen und die Einführung eines Devisen-Clearing- Systems. Um nicht den amerikanischen Gläubigern die Hauptlast aufzubürden, müßten sich alle interessierten Länder an einem solchen Deviscn-Clearing- System beteiligen, damit das Nettoergebnis eine gerechtere Verteilung erfahre. Verlängerung her Dienstzeit Tardicu spricht für Ausbau her Armee und des Bündnissystems. der Mobilmachung, der Besetzung ber Befestigungsanlagen und ber für ben Bewegungskrieg in Frage tommenben Truppen gewährleistet wird. Die zweite besteht darin, uns durch bestimmte Bünd- Uum blc Saflc )u versetzen, im Namen ber 150 Millionen Europäer zu sprechen, bie bie glei- x n ,n*er ■en haben wie wir und von benen uns Das Viermächteabkommen etwas getrennt hat werben wir ohne theatralische Zusammen- als eine einfache Mitteilung auf biploma- "schem Wege Reichskanzler Hitler bie Ören je n bekanntgeben können, bie roeber mögen ®reunbe Z" überschreiten ver- Verstärkung her britischen Lustflotte. Bonben 19. Bc,;. „Dailn S W te * mI“tikn bah in bem Im April nächsten Jahres fälligen Etat für bas fommenbe Öman3iabr eine Verstärkung ber drill- |d)en Luftstreitmacht um vier Geschwader e- »T?C,f°hr 60 Flugzeuge, größtenteils X a mp ff I ug x e u g e, vorgesehen sei. Das Blatt das diese Zahl „enttäuschend niedrig" nennt schreibt im Jahre 1932 (ei festgestellt war- de", daß bie Minbeststarke ber heimischen Luftstreit- wacht 52 Geschwaber betrage. Tatsächlich habe Onglanö aber gegenwärtig nur 42 Geschwa- ber. Aber bie Regierung halte bie Lage nicht für ernst genug, um eine wellergehenbe Bermehruna ZU machen. * “ Pari», 18. Dez. (WTB.) Der „Temps" will berichten können, baß in ber heutigen Sitzung des Obersten Kriegsrates ein Gesetzentwurs über bie Rekrutierung erörtert worden sei. Es handele sich um Maßnahmen im Hinblick auf ben aus ber Ariegojeit sich ergebenben Geburtenausfall. Die (Einberufung ber Rekrutenjahrgänge 1933 35 soll um zwei Monate verschoben werden. Den dadurch entstehenden Mannschasts- aussall von rund 18 000 Mann hoffe man reichlich zu decken durch die Einstellung von 15 006 S p eziolisten und die Heranziehung der in Marokko stehenden Truppen. Gewisse Kreise de» Kriegsministeriums sollen daran denken, bie drei-, vier- unb fünfjährigen Dienstverpflichtungen wiebereinzuführen, weil man baburch etwa ÜOÖOO Mann zu gewinnen hofft. Der. französische Koresponbent be» „Daily leie- araph" meldet, Kriegsminister Daladier habe in ber gestrigen Sitzung des Obersten Kriegsrates die Wiedereinführung der zwei jäh- rigen Dienstzeit vorgeschlagen, wodurch d i e Friedensstärke der französischen Armee u in ungefähr 40000 Mann erhöht werden würde Zu den (Er Märungen bes deutschen Reichskanzler» zur Abrüstungsfrage habe so heißt e» in ber Pariser Meldung bes „Daily Telegraph" weiter. Ttinifterpräfibent Ehautemp» offenbar noch nicht endgültig Stellung genommen Der französische Botschafter in Berlin sei angewiesen worden, wegen gewisser Punkte ber beutschen Mitteilungen weitere In- formationen einzuholen Der Führer ber französischen Rechtsoppofition Andrö Tardieu legt In ber Agence Economlaue et Financi-re bar, wie nach seiner Ansicht auf die beutfche Bereitschaft zu einer Aussprache mit Frank- reich geantwortet werden müßte. Er schreibt: Die birekte Aussprache scheint für Frankreich weniger dringend zu sein als zwei v o r s i ch t s m a . nahmen, auf die ich Immer wieder h?nmn| von Oven al» Beauftragter be» Herrn Dlpl.-Ing. Feber. Hierzu wirb von Dr. Tobt mitgeteilt: In Verfolg dieser Anorbnung habe ich bie Vorarbeit zum organisatorischen Zusammenschluß ber gesamten Techni- kerschast (Architekten, Chemiker, Ingenieure) eingeleitet Um biefen Zusammenschluß sicherzustellen, Ist e» ersorberlich, baß alle Volksgenossen, bie für bie Reichskammer ber Technik in Frage kommen, fick den Weg hierzu freihalten. Die Zusammenfassung ber bestehenden Verbände ist im Gange. Die Mitglieder verbleiben zunäch st auch, um zuiatzliche finanzielle Belastung zu vermeiden, in ihren bisherigen Organisationen Das Verhältnis bes einzelnen, der künftigen Reichskammer angehörenden Techniker» zu anderen Organisationen wird durch die Reichskammer geregelt Eingliederung des Verbandes der Deutschen Theaterangefteilten und ahn- licher Berufe m die Retchskuliurkammer Berlin, 18. Dez. (WTB. Amtlich.) Auf Grund des Reichskulturkammergesetzes wird der Verband der Deutschen Theaterangestellten und ähnlicher Berufe in die Reichskulturkammer durch Vermittlung der Fachkammer eingegliedert. Die überwiegende Mehrzahl der Verbandsmitglieder gehört nunmehr der Reichsmusikkammer an. Die beim Theater und Film tätigen Verbandsmitglieder werden in die Theater- bzw. Filmkammer eingegliedert. Die Ansprüche der Verbandsmit- glieoer gegenüber dem bisherigen Verbände werden gewährleistet. Die Eingliederung erfolgt durch die Fachkammern. Die Fachkammern haben bis zum 30. Dezember mitzuteilen, daß die Eingliederung vollzogen ist. Kleine politische Rachrichten. Der Stabsleiter der NS.-Hago, Heck, teilte mit, daß die Anmeldungsfrist zur Deutschen A r b e i t s f r ont auf Betreiben der RS.-Hago mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft abermals vo m 31. Dezember auf den 15. Januar verlegt worden sei. * Aus den Konzentrationslagern Oranienburg und Brandenburg wurden in Verfolg des Gnadenerlasses des preußischen Ministerpräsidenten die Schutzhäftlinge entlassen, die auf Grund ihrer bisherigen Führung die Gewähr bieten dürften, daß sie sich voraussichtlich in Zukunft politisch einwandfrei bewegen werden. * Feldzeugmeister Potiorek, der sich als Heerführer im Weltkrieg besonders im Feldzug gegen Serbien einen Namen gemacht hat, ist in Klagenfurt, 81 Jahre alt, gestorben. Potiorek war vor Kriegsausbruch Statthalter in Bosnien. * Der deutsche Gesandte in Caracas wird dem P r ä - sidentenGomezvonVenezuelazu seinem 25jährigen Regierungsjubiläum am 19. Dezember als Geschenk des Herrn Reichspräsidenten einen Ehrendegen mit persönlicher Widmung überreichen. * Die Vertreter Boliviens und Paraguays auf der panamerikanischen Konferenz in Montevideo unterzeichneten einen vorläufigen Waffen still- st a n d s o e r t r a g, der die Kampfe im Gran Chaco beenden soll. * Der Mörder des afghanischen Königs Nadir Khan und sein Helfershelfer, die am Samstag nach dreistündigem Prozeß vom afghanischen höchsten Gerichtshof einstimmig z u m Tode verurteilt wurden, sind unmittelbar darauf h i n g e r i ch t e t worden. Zwei weitere Angeklagte erhielten lebenslängliches Gefängnis. Aus aller Welt. Lis- und Hochwassergefahr in Oberwesel. Die Bewohner der Stadt, der nächsten Ortschaft oberhalb der Loreley, wurden gestern abend durch die neuerdings in Bewegung geratenen Eismassen und ihr Getöse aus dem Schlafe geweckt. Angestaute Wassermassen stiegen in kurzer Zeit mehrere Meter hoch und schoben die dicke Eisdecke über die Ufer hinweg und in den Sicherheitshasen hinein. Durch die Gewalt der Eisschollen wurden die Schiffe von ihren Tauen losgerissen und uuf das Land gesetzt. Mehrere Schiffe erlitten schwere Beschädigungen. Die Eismassen sind inzwischen wieder etwas zur Ruhe gekommen. Für die Nächte wurde Alarmbereitschaft und eine Eiswache ein- ?gerichtet, die bei geladenen Böllern im Gefahrsalle die Einwohner wecken und zur Hilfeleistung herbeirufen soll, da das Wasser bei weiterem Steigen in die Stadt eindringen würde. Die Feuerwehr und die gesamte SA. ist an der Bereitschaft beteiligt. Riesige Holzstapel am Hafenufer sind durch die Eismassen kreuz und quer durcheinander geworfen. Der Brüsseler Besiechungsskandol. — Auch der Löwener polizeiches verhaftet. Die Korruptionsaffäre in der Brüsseler Polizeioerwaltung, mit der sich jetzt auch der Ministerrat beschäftigt hat, breitet sich immer weiter aus. Im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen den Polizeichef von Brüssel ist nunmehr auch der Löwener Polizei chef wegen ähnlicher Beschuldigungen verhaftet worden. Im Zusammenhang mit der Untersuchung gegen den Brüsseler Polizeichef Angerhausen ist nunmehr auch seine Geliebte, Frau van B i l l o n, verhaftet worden. Frau van Billon hat, wie festgestellt werden konnte, für Angerhausen die Quittungen für die Provisionsgelder unterzeichnet, die er für Benzinbestellungen bei der Firma P a u w e l s erhielt. Der Bürgermeister von Brüssel, Max, hat die SolWsverweriung im Kraftverkehr. Der Ausschuß für Technik in der Forstwirtschaft in Berlin hatte zu einer sehr interessanten Besichtigung und Probefahrt des Holzgas-Autobusses eingeladen. Der Sauggasgenerator, wie er bei Kraftfahrzeugen verwandt wird, ist jetzt soweit entwickelt, daß alle für die Praxis notwendigen Voraussetzungen, so u. a. einfache Bedienung, geringes Gewicht und möglichst große Unempfindlichkeit und Elastizität erfüllt sind. Er läßt sich ohne viel Platzbeanspruchung in jedem größeren Auto gut unterbringen, wobei bemerkt werden muß, daß ein solcher Holzgasgenerator jedem gewöhnlichen Explosionsmotor vorgebaut werden kann. Die B e - triebsstoffersparnis ist gegenüber den flüssigen Treibmitteln, so Benzin, ungewöhnlich groß, bis etwa 90 o. H. Man rechnet vergleichsweise einen Liter Benzin gleich zwei Kilogramm Holz. Bis jetzt sind etwa 500 Holzgas-Lastkraftwagen und Omnibusse in Deutscbland in Betrieb, die sich sämtlich bewährt haben sollen Natürlich geht die Holzgasverwendung etwas auf Kosten der Bequemlichkeit, aber die kleine Mehrarbeit wird reichlich aufgehoben durch die größere Wirtschaftlichkeit. Uebrigens wird die Holzgasverwendung den Lastkraftwagen und großen Omnibussen vorbehalten bleiben, da bei den kleinen Personenwagen die Ersparnis keine allzu große Rolle spielt. Uebrigens kann jedes trockene Holz verwendet werden. Die Holzgasverwendung ist von größter forsllicher und volkswirtschaftlicher Bedeutung. Die Brennholzoerwertung, die etwa 30 Millionen Kubikmeter jährlich ausmacht, wird immer schwieriger. Bei der Holzoergasung im Kraftverkehr wird ein Liter Benzin durch rund 2,5 Kilogramm Holz ersetzt, d. h. ein größerer Lastwagen oder Autobus benötigt für 1 Kilometer 1,2 Kilogramm Holz. Bei 170 000 Lastkraftwagen in Deutschland würde bei einer jährlichen Fahrstrecke von 30 000 Kilometer der einzelne Wagen etwa 50 Raummeter Knüppelholz, im ganzen also 8,5 Millionen Raummeter Holz verwendet werden, das ist weniger als ein Viertel des deutschen Brennholzanfalles. Wir würden eine bessere Verwertung des kleinen Abfallholzes erzielen und uns außerdem von ausländischen Treibstoffen unabhängiger machen. Außerdem würden viele deutsche Arbeiter Arbeit erhalten. Der Bauer könnte übrigens auch für seine stationären Anlagen und Schlepper ein billiges Kraftmittel erhalten. Dor allem aber ist eine größere Wirtschaftlichkeit und dadurch eine Belebung im Kraftverkehr möglich. Leitung der Polizei selbst übernommen, um die Untersuchung gegen den verhafteten Polizeichef durchzuführen. Uebrigens war Angerhausen während des Weltkrieges französischer Spitzel, der Frankreich über die Bewegung der flämischen Aktivisten unterrichtete. Neben dem Benzingeschäft hat Pauwels anscheinend auch noch einen schwunghaften Ordenshandel getrieben. Unter den ausländischen Orden, mit denen Pauwels Handel trieb, wird auch der Orden der Ehrenlegion genannt. Zehn Todesurteile bestätigt. — Sühne für einen feigen Alordüberfall. Das Reichsgericht in Leipzig verwarf die Revision von zehn zum Tode verurteilten Angeklagten gegen das Urteil des Düsseldorfer Schwurgerichtes im Hilmer-Prozeß. Auf die Revision der örtlichen Staatsanwaltschaft verhängte das Reichsgericht gegen den Maurer Otto L u k a t, der von der Vor- i'nftanz wegen Mordversuches zu 15 Jahren Zucht- haus verurteilt worden war, über dieses Urteil hinausgehend antragsgemäß wegen Mordes die Todesstrafe. Die Verurteilten hatten in der Nacht zum 20. Juni 1932 auf die vor dem ©21.» Heim in Erkrath (Bezirk Düsseldorf) stehenden Posten einen feigen Mordüberfall verübt, bei dem der SA.-Mann Hilmer getötet und sein Kamerad Groß schwer verletzt wurde. Der Ueber» fall war sorgfältig vorbereitet worden. Raubmord in einem sächsischen Dorf. In dem sächsischen Dorf Benndorf wurde der 56- jährige Obsthändler Oskar Karte in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Karte, der in seinem Häuschen allein lebte, war seit mehreren Tagen von den Nachbarn nicht mehr gesehen worden. Man verständigte die Polizei, die Karte mit schweren Kopfverletzungen tot vorfand. Der Täter hat den Toten nach der Tat mit Petroleum übergossen und den Körper angezündet. Dadurch sollte vermutlich ein Brand heroorgerufen werden, um die Spuren zu vernichten. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Raubmord, denn so viel bisher festgestellt werden konnte, fehlen etwa 100 Mark Silbergeld. Generalkonsul Torsten ftreuger zu Zuchthaus verurteilt. Vor dem schwedischen Reichsgericht wurde das endgültige Urteil in dem Aufsehen erregenden Prozeß gegen den früheren polnischen Generalkonsul Torsten K r e u g e r, den Bruder des Zündholzkönigs Ivar K r e u g e r, gefällt. Torsten Kreuger wurde wegen öffentlichen Betruges zu einem Jahr Zuchthaus, einem Jahr Ehrverlust und zu IV» Millionen Kronen Schadenersatz verurteilt. Mehrere andere Schadenersatzansprüche sind noch nicht entschieden. Der Gesamtschadenersatz dürfte sich auf ungefähr 2 bis 3 Millionen Kronen belaufen. Vorn chofgericht war Kreuger zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Die Strafe wurde herabgesetzt, weil ihm kein Konkursverbrechen nachgewiesen werden konnte. Verheerender Hagelsturm über der Insel INytilene. Die griechische Insel Mytilene wurde von einem Hagelsturm heimgesucht, der ungeheuren Schaden anrichtete. Eine Million Ziegel wurden zertrümmert, wodurch 35 Häuser unbewohnbar wurden. Die Einwohner sind genötigt, unter freiem Himmel zu übernachten. 40 Schafe wurden durch die ungewöhnlich großen Hagelkörner getötet, auch in den Olivenhainen ist der Schaden sehr groß. Die Kältewelle in Italien. In Italien hat sich die Kältewelle bis nach Toscana ausgebreitet. In der Landschaft Friaul ist die Quecksilbersäule an einigen Stellen auf 2 8 Grad unter Null gesunken. Schneestiirme haben an vielen Stellen den Verkehr lahmgelegt und I auch Opfer an Menschenleben gefordert. In Florenz und Umgebung herrscht ebenfalls aufjerge- wöhnliche Kälte, begleitet von Schneegestöber. Die Züge haben große Verspätung. Die Apenninpässe von Collinar und Adetone sind völlig gesperrt. Schweres Autounglück. — Lin Toter, drei Verletzte. Ein Lastkraftwagen mit Teilnehmern an einer Versammlung der NS.-Bauernschaft in Stellen bei Meßkirchen (Baden) verunglückte auf der Heimfahrt. Ein Landwirt erlitt einen schweren Schädelbruch, dem er kurze Zeit später c r - l a g. Drei Landwirte wurden schwer verlegt, zehn Personen erlitten leichtere Verletzungen. Kunst und Wissenschaft. Erstmalige Verleihung des Dietrich-Lckhart-Preises in Hamburg. Der Hamburger Senat hat den in diesem Jahre zum erstenmal zur Verteilung kommenden Diet - rich-Eckhart-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg dem Dichter Sigmund Grafs verliehen und zwar in erster Linie für das Werk „Die endlose Straße". Da dieses Werk aber von dem Kameraden Graffs, dem vor zwei Jahren an den Folgen einer Kriegsverletzung verstorbenen Ernst Karl Hintze, mitverfaßt worden ist, hat der Senat die Preissumme von 5000 Mark so geteilt, daß Graff 3000 Mark und den Eltern von Hintze 2000 Mark zugewiesen worden sind. Furtwängler zum Operndirektor ernannt. Der preußische Ministerpräsident Goring hat auf Vorschlag des Generalintendanten der Preußischen Staatstheater in Berlin den Ersten Staatskapellmeister Staatsrat Dr. Wilhelm Furt w ä n g° ler zum Operndirektor ernannt. Uraufführung von Siegfried Wagners Oper „Der Heidenkönig". Die Uraufführung von Siegfried Wagners Oper „Der H e i d e n k ö n i g" im Kölner Opernhaus gestaltete sich xu einem großen gesellschaftlichen Ereignis, das sein besonderes Gepräge erhielt durch die Anwesenheit von Frau Winifred Wagner und ihrer Kinder. Als Winifred Wagner in Begleitung des Staatsrates Gauleiter Grohö, des Regierungspräsidenten zur B o n f e n und des Kölner Oberbürgermeisters Dr. Riesen erschien, wurden ihr langanhaltende Ovationen dargebracht. „Der Heidenkönig" führt zurück in die Zeit der polnischen Eroberung Preußens in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Christliche Mönche haben zwar eine äußerliche Bekehrung des Volkes herbeigeführt, im geheimen hängt es aber immer noch fest am alten Götterglauben und an den alten Brauchen. Auf diesem geschichtlichen Hintergrund spielt sich die Tragödie eines preußischen Mannes Radomar und zweier ihm in Liebe anhängender Frauen, Ellida und Wera, ab. Siegfried Wagner, der auch für diese Oper sein eigener Textdichter ist, enfaltet in seinem Werk eine eigene Melodik von feiner Farbigkeit und wohltuender Wärme. Das Werk fand eine überaus freundliche Aufnahme. Frau Winifred Wagner wurden nach Schluß der Aufführung zahlreiche Blumensträuße überreicht. Reiche Ergebnisse der jüngsten Frobenlus-Expedillon. Wie wir aus Rom erfahren, sind die Ergebnisse der jüngsten Expedition des deutschen A f r i k af o r s ch e r s Leo Frobenius, ^nieder außerordentlich reich. Frobenius war mit dein ungarischen Grasen Almasi vom Nil aus mit drei Fahrzeugen nach Ouvenat, dem Grenzgebirgsstock zwischen der italienischen Kolonie Lybien, Aegypten und dem Sudan vorgestoßen und hatte dort einige Wochen lang Forschungen betrieben. Der zweite Teil seiner Tätigkeit spielte sich dann in Kufra ab. Mo 8k GckurtenzaHk zuriukgmg Auf 1000 CinfvAw/r kanten JJbbendgeburten im Jährt: <87V 40 1900 35 18*0 36 1933 14,3 Soll Deutschland ein sterbendes Volk bleiben? Dem deutschen Volk droht langsam sicheres Aussterben, wenn sich die deutschen Mütter nicht besinnen. Vor 30 Jahren wurden in Deutschland mehr als doppelt soviel Kinder gehören als heute, und es werden bereits weniger Kinder in Deutschland geboren, als zur Erhaltung des jetzigen Bestandes notwendig sind. Von 1000 Frauen im fortpflanzungsfähigem Alter müßten über 83 Kinder jährlich zur Welt gebracht werden, wenn der Bestand des Volkes erhalten bleiben soll. In WirNich- keit werden aber nur noch 75 Kinder geboren. Das Bild verdeutlicht einprägsam, wie ungeheuer der Geburtenrückgang in Deutschland in den letzten 30 Jahren ist. Geht es so weiter, so wird Deutschland schon in zwei Generationen nicht mehr Einwohner zählen, als heute Frankreich. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, daß von Osten her Völker vordringen, bei denen im Verhältnis noch mehr Kinder geboren werden als in Deutschland. So kommen in Rußland auf 1000 Einwohner noch 44 Kinder, in Polen etwa 42 gegen 14 im heutigen Deutschland. Wenn das deutsche Volk weiterhin durch völkischen Selbstmord den deutschen Lebensraum freigibt, dann werden die Völker des Ostens vordringen und Deutschland überfluten. An der östlichen Forschungsstelle fand Frobenius unter einer großen Menge vorgeschichtlicher Felsmalereien die Werke einer früheren ägyptischen Kunst. Außerdem fanden die Forscher etwa 12 vorgeschichtliche Siedlungen, die dem Zeitraum zwischen der Eiszeit Europas bis in die Frühzeit Aegyptens angehören. Die italienische Regierung hat der Expedition alle erdenkliche Hilfe und Unterstützung zuteil werden lassen. Geheimrat Frobenius wird in diesen Tagen in Rom erwartet, wo er M u s s o l i n i Bericht erstallen wird. Eine Reuausgabe von Gustav Freitags „Ahnen". Das berühmte kulturgeschichtliche Romanwerk Gustav Freitags bringt soeben der Kurt Wolff-Verlag A. G. in Berlin in einer neuen reichillustrierten Ausgabe in einem Bande heraus, der alle sechs Romane enthält und in Ganzleinen 4,80 Mk. kostet. Soziologentagung in Jena. Zum Treffen der Deutschen Soziologen in Jena am 6. und 7. Januar 1934 stehen folgende Vorträge auf der Tagesordnung: Prof. Dr. Ernst Krieck, Frankfun a. M.: „Erziehung durch die Dolksordnungen." Prof. Dr. Andreas Walther, Hamburg: „Die neue Idee organischer Gesellschaft." Pfarrer Dr. Kraus köpf, Magdala: „Bericht über die gegenwärtigen Probleme der Religions- foziologie." Prof. Dr. Hans F. K. Günther, Jena: „Soziologie und Rassenforschung." Prof. Dr. Franz W. Jerusalem, Jena: „Gemeinschaft als Problem unserer Zeit." Dr. Reinhard Höhn, Jena: „Die praktischen Aufgaben der Soziologie in der Gegenwart." Wettervoraussage. Da sich der hohe Druck über den britischen Inseln verstärkt hat, ist in Deutschland in Verbindung mit der nordöstlichen Störung eine Westströmung aufgekommen, die milde ozeanische Luft heranbrachte. Unter ihrem Einfluß schwächt sich der Frost ab, doch bleibt das Wetter noch nicht frostfrei. Bei dem Aufgleiten der Warmluft entstehen verbreitete Dunst- und Wolkenbildungen und stellenweise ist noch mit etwas Schneefall zu rechnen. Aussichten für Mittwoch: Neblig-wolkig mit zwischenzeitlichem Ausklaren, Nachlassen des Frostes, vereinzelt etwa Schnee. Lufttemperaturen am 18. Dezember: mittags — 1,1 Grad Celsius, abends —2,2 Grad: am 19. Dezember: morgens —1,6 Grad. Maximum —1,5 Grad, Minimum — 9,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Dezember: abends —3,9 Grad: am 19. Dezember: morgens —3,2 Grad. — Niederschlag 0,2 mm. — Schneedecke % cm. Amtliche Dintersporlnachrichlen. Vogelsberg, Hoherodskopf: Dunstig, minus 4 Grad, 20 Zentimeter Schnee, 2 bis 3 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit im Walde gut. I 'M 5 5 I § ■§ 5 tz I L s L »82 V EchwarrMm herrlich frische *1 Aff 3 V Feft-Zigaretten in eleganten 10=Stück=Packungen mit 5 doppelt großen BilÖern wünscht sich jeder Raucher. Und dazu für 75 Pfg. das prächtige Sammel =Älbum: L Raimer und froignif _______ Tauschzentrale: Bilderstelle Lohse, Dresden-A 24, Nossener Straße 1. B 518 tyvonnes Geheimnis Vornan von Klothilde von Stegmann llcheberrechldschuh: lyflnf-Türme »Serlag Hakle (Saale) 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Freudestrahlend fuhr Irene noch Hause und teilte der Mutter und Berta die Neuigkeit mit. Die Freude Frau von Mertens war groß. Auch Berta strahlte über das ganze faltige Gesicht „Wie schon, Fräulein Irene! Ihnen ist das gar nicht gut bekommen, das Zuhausesitzen Sie sehen schon ganz blaß aus. Aber mit Fraulein Dumont wird das jetzt eine schöne Geschichte geben, wenn Sie aus dem Hause sind. Die hat mir in ihrem Französisch wieder allerhand oorerzählt. Ich sag' jeßt bloß immer: „Bon*. Dann ist sie entweder zufrieden, ober sie fangt an, noch schneller zu sprechen. Die macht sich noch mal 'nen Knoten in die Zunge. Nachher ist die gnädige Frau gekommen, und da hat sich herausgestellt, daß Fräulein Dumont den kleinen Handkoffer haben wollte, weil sie auf einen Tag verreist. Ich kann mir nicht helfen — wenn ein anderer mal auf einen Tag wegfährt, dann redet er nicht so viel.* 11. Kapitel. Seeburg hatte sich im Amt zwingen muffen, fein Pensum gewissenhaft zu erledigen. Immer wieder mußte er an TJoonne denken und an den kommenden Abend. Noch nie waren die Stunden so geschlichen wie jetzt! (Einmal ertappte er sich dabei, daß ihm mitten in der Bearbeitung eines Aktenstücks eine Szene aus seiner Primanerzeit plötzlich einfiel. Es war vor dem ersten Nendezoous mit seiner Tanzstundendame gewesen. Die kleine Breesen war seine erklärte Flamme. Das gehörte damals zur Tanzstunde. Und genau die gleiche Spannung, das leichte Herzklopfen und die gleiche Erwartung, mit etwas Schuldgefühl gemischt, wie jetzt hatte er damals empfunden! Schuldgefühl? Der Gedanke blieb bei ihm haften. Wem gegenüber? Er war doch frei und unabhängig. Warum sah er plötzlich das blaffe Gesicht Irene von Mertens vor sich? Was hatte er eigentlich mit Irene zu schaffen? Eie ging ihn doch nichts an und hatte ihm doch deutlich genug gezeigt, daß er auch ihr gleichgültig war. Unwillig griff Seeburg nach den Akten und murmelte halblaut vor sich hin: „Wenn du so weiter trödelst, mein Iunae, wirst du nicht zur Zeit im .Esplanade^ sein. Also, nun Schluß mit der Grübelei — und an die Arbeit —* Alles ging so, wie Seeburg und Yvonne es verabredet. Sceburg schickte seinen Koffer mit Nachtsachen und Abendanzug ins Hotel .International* und bezog gegen sieden Uhr das telephonisch bestellte Zimmer. Nachdem er gebadet und sich um- gekleidet, fuhr er ms Hotel ..Esplanade*. Korrekt begrüßte er die dort bereits wartende ’JJoonne mit einem Handkuß. Sie schien ihm an dem Abend schöner und begehrenswerter. Noch nie hatte er sie in großer Abendtoilette gesehen, sondern nur in der diskreten Eleganz ihrer Tageskleidung. Und wenn er in ihrer Nahe nur immer ganz leise eine (Erinnerung an ihr Parfüm zu verspüren meinte, so flog ihm jetzt der betäubende Duft voll entgegen, der für ihn mit Yvonnes Person untrennbar oer- knüpft war, als er sich herabbeugte, ihre Hand zu küssen. Das mittelgroße, zierliche Persönchen wirkte in dem bis zur Erde wallenden Kleid größer. Ihre Haltung hatte etwas Stolzes, Triumphierendes, und auch im Gesicht lag ein Zug stolzer Befriedigung. Das Duell Lucienne—Yvonne schien zu ihren Gunsten ausgefallen zu sein. Auch wenn er diese Frau nicht geliebt hätte, würde er sich vor so viel Scharm, Grazie und Schönheit beugen müssen. Wie eine schillernde Haut schmiegte sich der Goldbrokat an ihre Figur. Yvonne verstand, solche Sachen zu tragen. Der Hals und die Arme zeigten den Schimmer von mattem Elfenbein. Direktor Perloin, der mit Yvonne geplaudert hatte, als Seeburg eintrat, war nun nähergetreten. Yvonne machte die Herren miteinander bekannt. Perlain schien Ende der Fünfzig zu fein; er hatte ein kluges und angenehmes Gesicht, in dem nur die kohlschwarzen Augen ein wenig zu listig um- herblickten. Sein Haar war grau, während der Schnurbart, nach der neuesten Mode geschnitten, noch fast ganz schwarz erschien. Auf scherzhafte Fragen wegen dieses Kontrastes pflegte Perlain gutgelaunt zu erwidern: „Sie sind im Irrtum. Die schwarze Farbe des Bartes ist echt, nur das graue Haar ist gefärbt." Perlain versuchte liebenswürdig, die Unterhaltung in gebrochenem Deutsch aufzunehmen. Er war erfreut, als Seebnrg ihn in fließendem Französisch bat, sich seiner Muttersprache zu bedienen, die auch ihm ganz geläufig sei. Yvonne sah Direktor Perlain fragend an. Der verstand den Blick und sagte: „Wenn es Ihnen recht ist, Herr Baron, lassen wir uns jetzt die Filme vorführen, die Fräulein Dumont die Güte hatte, vorbereiten zu lassen. Ich hoffe, daß unsere Berufsarbeit Sie nicht langweilt; aber es wird auch Sie interessieren, die Vielseitigkeit einer so großen Künstlerin bewundern zu können. Seien Sie glücklich, daß Sie, Herr Boron, als Laie sich ungestört dem Genuß bingeben können, während wir armen Leute vorn Bau selbst bei den Darbietungen einer schönen Frau kritisch prüfen müssen. Fräulein Yvonne hat die Güte gehabt, sich zur Mitwirkung an einem neuen Großfilm bereit ZU erklären. Einige fachliche Fragen sind zwischen uns noch im Zusammenhang mit dieser Vorführung zu regeln." (Er zog die Uhr. „Es wird jetzt alles bereit fein — wenn es den Herrschaften recht ist, gehen wir in den Vorführungsraum." Mit einfachen Mitteln war ein kleiner Saal des Hotels zur Filmvorführung eingerichtet worden. Die Fenüer waren mit dunklem Stoff verhängt; der Dorführungsapparat, den drei Leute bedienten, skand aui einem kleinen Podium. An der gegenüberliegenden Schmalseite des Raumes war in einem Rahmen eine weiße Wand gespannt. In der Mitte des Raumes standen vier Sessel. Yvonne ging noch einmal zur Tür und wies den dort stehenden Pagen an, unter keinen Umständen eine Störung zu gestatten. Der Raum fei für die Vorführung reserviert, der Zutritt jedermann untersagt. Man nahm Platz. Nun gab Direktor Perlain das Zeichen zum Beginn. Für Seeburg hatte diese Vorführung einen eigenartigen Reiz. Hier gab es keine Einführung des Geschehens. Bilder zogen an feinen Augen vorüber und rollten ab, ohne jeden gedanklichen Zusammenhang, verschwanden; bann tauchte eine spätere Szene des gleichen Films auf, aus dem Zusammenhang gerissen, plötzlich ein- setzend Eine andere Handlung, eine andere Landschaft, scheinbar sinnlos. Und doch war für ihn ein Sinn in diesem Durcheinander. Ein Mittelpunkt: Yvonne! Sie wollte er sehen, sie allein interessierte ihn. Yvonne als Geliebte, Yvonne als Verschmähte, Yvonne im Glück, im Jubel, in tiefstem Schmerz, in rasender Eifersucht, gütig, höhnend, liebevoll, lockend, verführend, kalt, abweisend — Yvonne, Yvonne, nichts als Yvonne in tausend Gestalten, und doch immer sie selbst! Es kostete Seeburg übermenschliche Anstrengung, die gesellschaftliche Form 3U wahren und ruhig neben der Frau sitzenzu- bleiben, die er mit allön Fasern feines Seins begehrte. Welche Wandlungsfähigkeit und vor allem: wie schön war Yvonne! Das überschwengliche Wort der Verliebten^.„Für mich bist du immer schön!*, Seeburg lernte es erst jetzt verstehen. Ein starkes, atemberaubendes Glücksgefühl durchftrömte ihn. Diese wunderbare Frau, diese geniale Künstlerin, sie liebte ihn, liebte ihn so sehr, daß sie alle Schranken zwischen ihnen niederreißen wollte, nichts sein als Frau, als liebende Frau, die Glück gewähren will .. Die Leinwand verdunkelte sich, die Deckenbeleuchtung wurde eingeschaltet. Der erste Teil der Vorführung war beendet. Lächelnd wandte sich Yvonne Dumont zu Seeburg: ,,S)ab’ ich dir so wenig gefallen in meinen Glanzrollen, Cheri, daß du kein Wort für mich hast?" Flüsternd war es gesprochen. Seeburg ergriff Yvonnes Hand und küßte sie stürmisch. „Das ist meine Antwort! Ich wußte ja nicht, welch große Künstlerin du bist, Yvonne." „Nicht die Künstlerin, die Frau fragt nach dem Eindruck, den sie gemacht hat." „Der ist so stark, daß er nicht mehr gesteigert werden farm, Yvonne*, gab Seeburg tn gleichem Flüsterton zurück. Direktor Perlain, der aleich nach dem Schluß der Vorführung aufgeftanoen war und mit Dem Operateur gesprochen hatte, gesellte sich jetzt wieder zu ihnen. „Es hat mich doch sehr interessiert, Fräulein Dumont, auf diese Weise einen Ueberblirf zu erhalten. Denn ich auch längst wußte, wie groß Ihr Können ist, so war ich dach überrascht. Ich habe durch meine Reisen die eine und die andere Premiere versäumen müssen. Und zu anderen Aufführungen kommt unsereins doch nicht. Aber ich freue^ mich, daß es meiner Gesellschaft gelungen ist. Sie für unseren neuen Film zu gewinnen.* Er verbeugte sich verbindlich gegen Yvonne. „Für Sie, Herr Baron, muß das ja ein tolle« Durcheinander gewesen fein! Aber jetzt sollen Sie dafür etwas Zusammenhängendes zu sehen bekommen. Leider konnte der Film, den ich Ihnen nun zeigen will, in Deutschland noch nicht aufge- führt werden. Irgendeine Instanz der Prüfung- beworben hat da Schwierigkeiten gemacht. Wir konnten leider nie erfahren, welche. Auch den Grund nicht. So wird Ihr Urteil sehr interessant für uns fein. Ich bebaute hoppelt, baß ber Film hier nicht gespielt werben konnte, weil Fräulein Dumont nicht nur als Künstlerin, fonbern auch finanziell bar- unter leibet.. .* „3a, Herr Baron*, fügte Yvonne hinzu, „bas Verbot war ein schwerer Schlag für mich Nach jeder Richtung. Ich habe einen Teil meines Geldes mit hineingesteckt. Auf diese Schwierigkeiten waren wir wirklich nicht vorbereitet." „Liegt denn ein direktes Verbot vor?" fragte Seeburg. „Um welchen Film handelt es sich denn >* „Er sollte ,Ostfronf genannt werden für Deutsch, land. Es spielt da eine Verräterei eine Rolle. Ich glaube, die deutschen Behörden haben sich daran gestoßen", fiel Perlain schnell ein. „Aber Sie werden sich ja gleich selbst ein Urteil bilden können, Herr Boron. Ich habe angeordnet, den Film im Zusammenhang laufen zu lasten. Wenn es Ihnen recht ist, lasse ich anfangen — ja?" Perlain gab das Zeichen zum Beginn. Schon beiden ersten Szenen wurde Seeburg aufmerksam. Er erinnerte sich des Falles, der viel Aufsehen gemacht hatte. Sein Vorgänger in diesem Dezernat, das Seeburg zur Zeit selbst bearbeiten mußte, hatte den Ausschlag beim Verbot des Films gegeben. Jetzt schwebte die Sache beim Oberprüfungsamt. Und er selbst würde den Einspruch zu wiederholen ober zurückzuziehen haben. Das war eigentlich eine peinliche Situation, in ber er sich jetzt befanb! Da saß er nun und ließ den Film an sich vorbeiziehen, den er in wenigen Tagen erst offiziell sehen würde. Bis jetzt war wenig zu beanstanden. Aber er konnte doch nicht gut anders entscheiden als Cegationsrat von Matzow. Da müßten schon ganz zwingende Gründe vorliegen. (Fortsetzung folgt.) und preiswert! Schenken Sie ’Ä«"Zutnedenhe,. -usta.lt WO1IStO«e, Samtm“"^g®Cb?eto"lle Neuheiten zu durchaus mäßigen Preisen _ . JEÄ V WT TW WJF Inhaber: Carl Heinz Schlüter W Aw A1L Das gute Spezial-Geschäft I 7614 A Schuh und in bester Harmonie durch Steilem esuuhe Verkaufe Hiiimiiii n. xu perf i^irfrif. nröö. Weg Junge», kinderlose» Ubevaar furtit 2-3 Slm.-lDoönana rünlil. Miele ume- ftdicrt.2d)r.'1lna.u. OTOSta.b.Wicf; An,. CulmöblierLZimmer im Zentrum, nibme Lage, von beniMa- imer Dame ver fof. ßefurtn. Möal.Patt ^dmftl. Ang. mit. 07005 a. d. G. A. Meine liebe Frau Margarethe Pfaff, geb. Seiler ist am Sonntag nach schwerem Leiden im 35. Lebensjahr helmßcßanßen. Im Namen der Hinterbliebenen: Heini ich Ptaff und Kinder nebst Angehörigen Gießen, Wiesede. Lollar, den 19 Dezember 1933. Die Beerdigung findet Donnerstag. 21 Dezember, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhot statt. IIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIli Junger Mann fuebt Volontär- Stelle m tandivniikiinft- likdeiv Betriebe bc 'reier ofi u. Vom* -i nuvrcxniriu! SurVrmfubninnem. koukurrenü. Ionien inert. Waitbnntiele Betireiet(lDtini) t. C'aum- od. Nebenerwerb überall nei. "üiier dauernd.Ber- bienst, da ied. -Kauffrau d Artikel kauft und immer wieder verl.Mufteraea 0 45 in Marken Bewerü erb. unter t»7o07 an den Gießen. Anzetu. Felles Mmih an Privatmann tu verkaufen Wo?fagt die <’*>cid)äfti'ftelle d. '.'hu. 0TM6 Föhn Bolt, u :t* neu. Urbrlidice,anfianbirt. JlHdchen mit (Uil.-Bcmmificn, nidit unulOdabren, nun 1. Ian. 34 gef. 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Außer dem großen Geschenk, die photographische Kamera von Photo-Winterhoff, gehört unter den Weihnachtsbaum unbedingt noch eine Kleinigkeit. Vielleicht ein Fläschchen Parfüm und Köln. Wasser, dazu ein Karton feiner Toilettenseife. Einige Präparate von Elise Bock’s Gesichtspflege ist ja auch etwas Ideales. Nun ich gehe mal hin. Ich weiß, ich finde das Richtige bei Dregerls Xreeiplati II 1 Otei, rot •■alliiert 1 Priemen las 1 Kinderbett 1 paar Fensterladen 1 Pappenbans 1 Pappenkerbvagen Hl verkaufen