Nr. 245 Erster Blatt 183. Zahrgang Donnerstag, 19. Moder 1935 •r|d)«*m ' agllch, autzv Sonntage und Feiertag» Beilagen. Dte 3Duftnert» Gietzener Jamilienblättet tzeimai >m Bild Die Scholl» Monatr-Sezugspretr Mii 4 'Beilagen NM 1.9b Ohne Illustriert» i 80 Zustellgebühr . -2b Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern tnfolg» höherei Gewalt Hernsprechanschlllfie anker Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Stantfurt am Blain 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'fche Untversitüi§-Vuch- unö Steindruckerei H. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme oon flnjetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig' für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“,,, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i D.Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. Oie miutarifayei. Kernfragen der Abrüstung. Von Generalleutnant a. O. v Altrock, Hauptschriftleiter des Militär-Wochenblattes. Deutschland hat die Abrüstungskonferenz verlassen und seinen Austritt aus dem Völkerbund angemeldet. Es hat endgültig die Ueberzeugung gewonnen, daß es den Völkern — mit verschwindenden Ausnahmen — nicht um Abrüstung, sondern Verschleierung ihrer steigenden Rüstungen unter Verewigung deutscher Wehrlosigkeit zu tun ist. Das Schicksal der Abrüstungskonferenz ist ungewiß geworden, da Deutschland, der Hauptgegenstand der Verhandlungen, zugleich der einzige in Wahrheit an der Abrüstung interessierte Staat, nunmehr fehlt. Trotzdem wird auch weiterhin die Notwendigkeit bestehen, sei es auf unmittelbarem Wege von Staat zu Staat oder innerhalb des Viermächtepaktes, sich über die nunmehr einzuschlagenden Wege zu verständigen. Der den letzten Verhandlungen unterlegte, auch von Deutschland dafür anerkannte Macdonald-Plan wird aber wohl vernünftigeren Vorschlägen weichen müssen, wenn es zu greifbaren Ergebnissen der Beruhigung in der Welt kommen soll. Einer der Hauptpunkte im englischen Plan sieht eine zahlenmäßige Begrenzung der Effek- tiostärken der Heere der einzelnen Länder vor. Zu diesem Zweck soll für die Landstreitkräfte aller festländischen europäischen Staaten ein und dieselbe Wehrform geschaffen werden. Diese Einheitswehrform stellt sich als stehendes Rahmenheer mit kurzer, durchschnittlich etwa achtmonatiger Dienstzeit dar, ist also keine Miliz. Deutschland hat, trotz schwerster Bedenken, sein kleines langdienendes Heer wieder auflösen zu müssen, schließlich das große Opfer gebracht und seine Zustimmung zu dem Vorschlag erklärt. Als Heeresstärken waren für Deutschland, Frankreich, Italien und Polen je 200 000 Mann, für die Tschechoslowakei 100 000 und für Belgien 60 000 Mann angesetzt. Entsprechen schon die Ziffern an sich keineswegs den Bevölkerungsverhältnissen und der Gewährleistung nationaler Sicherheit der einzelnen Staaten im Vergleich zu Deutschland, so bekommen sie je nach der Länge der Dienstzeit, der Anrechnung oon Polizeikräften und sonstigen For- matiönen ein ganz anderes Gesicht. Vor allem ist das Verhältnis der Längerdienenden zu den nur auszubildenden Kurzdienenden offengelassen, ebenso die Anrechnung der ausgebildeten Reserven. Hier ist Frankreich besonders stark im Vorteil, zumal ihm neben den Heimatstreitkräften noch 200 000 Mann Kolonialtruppen (meist Farbige) zu freier Verwendung zugeoilligt sind. Da heute etwa 60 000 Mann der Kolonialarmee auf französischem Boden und 180 000 in Nordafrika stehen, ist ihre Verwendung in Europa beabsichtigt und auch jederzeit sichergestellt. Schon aus Gründen der Rasseerhaltung sollten sich die weißen Völker erneutem Einsatz schwarzer Truppen gegen Weiße widersetzen. Die vorgeschlagenen Bestimmungen über das Material sind ähnlich einseitig und ungleich in ihrer Wirkung festgesetzt. Zwar wird die Höchstgrenze des Kalibers der beweglichen Geschütze der Landartillerie für die Zukunft mit 105 mm bemessen, zunächst können aber alle Geschütze bis zu 155 mm beibehalten, nur nicht durch neue ersetzt werden. Da Geschütze bei Auswechslung von Einzelteilen und pfleglicher Behandlung eine sehr lange Lebensdauer aufweisen, bedeutet diese Bestimmung, daß die rüstungsfreien Staaten ihre gesamte schwere Artillerie behalten, Deutschland aber nach wie vor keine erhält. Weiterhin sollen zwar innerhalb von drei Jahren sämtliche beweglichen schwersten Geschütze über 155 mm Kaliber zerstört sein, wer aber wird ein Land daran hindern können, diese Geschütze dann angeblich unbeweglich zu machen oder der Küstenartillerie einzugliedern, für die ein Kaliber bis zu 406 mm gestattet ist? Die von Deutschland vorgeschlagene völlige Abschaffung der Kampfwagen ist nicht berücksichtigt, nur sollen die schwersten Wagen von über 16 Tonnen Gewicht, von denen es nur wenige auf der Welt gibt, nicht mehr hergestellt werden. Deutschland soll also weiter ohne diese besonders wichtige Waffe sein, während z. B. Frankreich seine Tausende von Tanks behielte. Der Vorschlag Macdonalds für die G e st a l - tun g der Luftwaffe ist in derselben Weise unzureichend für eine wirkliche Abrüstung zur Luft. Zwar ist ein allgemeines Bombenabwurf- verbot vorgesehen, doch mit der Ausnahme der Erlaubnis dazu für polizeiliche Zwecke in entfernten Gegenden. So bleibt die Möglichkeit, Bombenflugzeuge und Abwurfmunition zu unterhalten, nach wie vor bestehen, lieber die gänzliche A b - schaffung der Militärluftfahrt, wie sie Deutschland vorschlug, sollte noch verhandelt werden. Kommt darüb-r keine Einigung zustande, so sollen Höchstzahlen ,jr die im Dienst befindlichen Flugzeuge der rüstungsfreien Staaten festgesetzt werden, die nicht genannten Staaten aber auf dem Stand vom 1. Januar 1933 stehen bleiben. Deutschland und die Übrigen abgerüsteten Staaten bekämen also wie bisher überhaupt keine Flug- zeuge. Die endgültige Entscheidung über die mog- lüfte Abschaffung der Militärluftfahrt soll fünf ober gar acht Jahre hinausgeschoben werden. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Flugzeuge von, mehr als 3 Tonnen Leergewicht zerstört sein, mit Ausnahme von Wasserflugzeugen und solchen, die dem Truppen- transport dienen. Weitere Bestimmungen sehen ein Zurückziehen einer Anzahl Flugzeuge aus dem militärischen Diehft oder Abstellung in die Reserve vor, wobei den einzelnen Staaten die Auslegung der verschiedenen Begriffe überlassen bleibt Also Äeulschland will den Frieden und nichts als den Frieden! Reichskanzler Adolf Hitler auf der Führertagung der NGOAp.-Oas nationalsozialistische Deutschland nimmt nur als gleichberechtigte Macht an internationalen Konferenzen teil. Qie Wahlparole des Führers Berlin, 18. Ott. (WTB.) Die Reichspressestelle der NSDAP, teilt mit: Die Führertagung der NSDAP, fand ihren Höhepunkt und Abschluß in einer großen, richtunggebenden Rede, die d e r Führer am Abend vor den versammelten Reichsleitern, Gauleitern, höheren SA.- und SS.-Führern, sowie den Gaupropagandaleitern im Plenarsaal des Preußischen Landtages hielt. Rudolf Heß eröffnete die eindrucksvolle Tagung mit Begrüßungsworten. Dann nahm der Führer das Wort. In feinen groß angelegten Ausführungen zur politischen Lage und über die Aufgaben, die sich für den Nationalsozialismus daraus ergeben, besaßte sich der Führer zunächst mit der außenpolitischen Situation, die in engem Zusammenhang stehe mit der innenpolitischen Arbeit der nächsten Wochen. Das außenpolitische Ringen um die Gleichberechtigung, in dessen entscheidendes Stadium die deutsche Nation nunmehr eingetreten fei, fei untrennbar verbunden mit dem Kampf um den wirtschaftlichen Wiederaufstieg, dem Kampf um das Brot, den das deutsche Volk feit über acht Monaten zielbewußt führe. Die politische Befriedung der Welt sei die Voraussetzung zu der wirtschaftlichen Genesung. Der große Irrtum der bisherigen nachnovemberlichen Regierungen in Deutschland fei die Nichtbeachtung des Grundsatzes gewesen: Ehe nicht die Gleichberechtigung zugestanden ist, ist jede Beteiligung an internationalen Konferenzen von vornherein zwecklos! Seine Vorgänger in der Regierung seien gewissermaßen von jener „Genfer Krankheit" befallen gewesen, die sie zu Pessimisten für die Nation und zu Optimisten für den Völkerbund werden ließ: Er dagegen sage: Optimistisch bin ich auf mein Volk, und pessimistisch bin ich auf Genf und den Völkerbund." Deutschland sei nie friedliebender gewesen als in dem Augenblick, da es der bisher so wenig ec- sreulichen Atmosphäre dieser Stadl den Rücken gekehrt habe. Das ganze deutsche Volk stehe hinter der Regierung, wenn sie gegenüber demütigenden Zumutungen erkläre: Wir wollen den Frieden, aber wir lassen uns nicht behandeln wie eine Ration zweiten Ranges! 2Ml derselben Entschlossenheit, mit der die nationalsozialistische Bewegung in den letzten 14 Jahren in Deutschland für ihr Recht gekämpft habe, werde Deutschland ernst und unerbittlich auch außenpo- litisch aus seinem Recht bestehen und an seinem Anspruch auf Gleichberechtigung festhalten. Die Ehre sei genau so wenig ein leerer Wahn, wie es die Treue sei. 2Han könne ohne sie auf dieser Welt nicht leben. Deutschland wolle den Frieden und nichtsals den Frieden, aber es sei entschlossen, in Zukunft zu keiner Konferenz, in keinen Bund zu gehen, in keine Konvention zu treten, gar nichts zu unterschreiben, solange es nicht als gleichberechtigt behandelt werde: Irgendwo gäbe es eine Grenze, unter die man nicht gehen dürfe, sonst sei man nicht würdig, ein Volk zu führen. Unsere Propaganda für diese Wahl sei getragen auch auf diesem Teilgebiet ist oon wahrhafter Abrüstung und Gleichberechtigung nichts zu spüren. Auf dem Gebiet der S e e r ü st u n g e n hat man von vornherein auf frühere Vorschläge, wie Abschaffung der U-Boote und Verminderung der Größe der Linienschiffe verzichtet und nur gefordert, daß der Rüstungsstand von Ende 1932 nicht Überschritten werden soll. Die neuesten Flottenbaupläne der Seemächte lassen auch erkennen, daß nicht Abrüstung, sondern A u f r ü st u n g d e r Flotten trotz gegenteiliger Behauptungen im großen Umfange vor sich geht. Was bleibt nun noch für eine tatsächliche Abrüstung zu hoffen? Auch der gutgläubigste Optimist wird an die Erfüllung auch nur einer wahrhaften Abrüstungsforderung nicht mehr glauben können. Deutschland hat Entgegenkommen, Geduld ,a erneut Opferwillen zum Wohle der Gesamtheit gezeigt bis an die Grenze des Erträglichen. Wenn es sich heute in einmütiger Geschlossenheit gegen die fortgesetzte beleidigende Behandlung in Gens empört und fein höchstes Gut, die Ehre, wahrt, ist alle Schuld bei den Feinden der Abrüstung. Bei jenen Staaten, die Abrüstung und Gleichberechtigung im Munde führen, in Wahrheit aber selbstsüchtigen Machtinteressen leben und die nicht ein- sehen wollen, daß von einer friedlichen Zusammenarbeit und gegenseitigen Anerkennung berechtigter Lebensnotwendigkeiten das Wohl und Wehe aller abhängt. Oie Frage des 42. November. Worauf das deutsche Bott antworten soll. Berlin, 18.Oft (OB.) Im Reichsgesehblatt ist heute die Aenderungsverordnung zur Verordnung zur Durchführung der Volksabstimmung über den Aufruf der Reichsregierung an das deutsche Volk vom größten Ernst, denn diese Wahl sei moralisch einwandfrei und werde für das Lebensrecht der Nation geführt. Mehr vielleicht als irgendjemand hänge das nationalsozialistische Deutschland am Frieden, weil die nationalsozialistische Idee dem völkischen Begriff einer bluts- mäßigen Staatsführung nach innen zugewandt fei und deshalb eine imperialistische Eroberungspolitik nach außen nicht kenne. Indem wir so jede Gewaltpolitik ablehnten, konnten und würden wir andererseits zur Wahrung unseres Rechtes ebenso entschlossen sein. Die Wahlpropaganda der Partei müsse in diesem Rahmen gesehen und unter Zurückstellung alles Unwesentlichen auf diese ganz großen Fragen konzentriert werden. Unser Volk werde in diesen Wochen im Zeichen eines tiefen und heiligen Ernstes stehen. Seine Begeisterung sei nicht auf irgendeiner oberflächlichen Hurra- ftimmung aufgebaut, sondern auf tiefinnerster Erkenntnis vom Bewußtsein seines Rechts. Diese seine Haltung ruhe auf dem Vertrauen zu seinen Führern, die mit größtem Verant- wortungsbewußtsein an die vor ihnen liegenden Aufgaben Herangehen. Die Arbeit der Partei in den kommenden Wochen müsse oon der Ueberzeugung getragen sein, daß die Tatkraft sich nicht in kleinen Operationen dokumentiere, sondern nur durch Konzentration auf die großen Fragen. Die innere Freiheit und Geschlossenheit der Bewegung müssen mehr denn je in die Erscheinung treten. Das große Werk der Versöhnung in u n s e r e m v 0 l k, das der Rationalsozialismus begonnen habe, müsse nunmehr seine Krönung finden. Auchunserenfrühereninnen- politischen Gegnern würden wir in Zeiten des Ringens der ganzen Ration entgegenkommen und ihnen die Hand reichen, wenn sie beweisen, daß sie Bekenner der deutschen Ehre u n d F r i e d e n s li e b e seien. Jeder Nationalsozialist möge sich bei seinem ganzen Tun und Lassen der Verantwortung bewußt sein, die er vor der Nation trage. Im Bewußtsein dieser Verantwortung und unserer Pflichten müßten wir von der größten Härte gerade gegen uns selb st sein. Wer etwa als Nationalsozialist gegen seine nationalen Pflichten verstoße, müsse wissen, daß er noch weniger Schonung erwarten könne, als andere Volksgenossen. Die Partei habe ihr großes nationales Ziel, und dem sei alles andere rücksichtslos unterzuordnen. Wir alle müßten dabei auch ein Beispiel von Einfachheit und Schlichtheit geoen. Indem wir Nationalsozialisten blieben, was wir immer waren, erhielten wir uns nicht nur unsere Stärke, sondern auch das Vertrauen im Volk für alle Zukunft. Der Führer streifte kurz auch die wirtschaftlichen Fragen. Wenn die Nation heute das Gefühl habe, daß es wirtschaftlich vorwärts gehe, dann müßten wir alles tun, um diesen Antrieb zu verstärken. Mit dem Blick nur auf das Große und Entscheidende gerichtet, müsse alles Ungeklärte in den nächsten Wochen vor den wirklich großen, jur Der- wirklichung reifen Arbeitsprojekten zurückgestellt werden. „Wenn wir diesen unseren Kamps aus dem Gefühl der höchsten Verantwortung heraus führen, dann bin ich sicher, daß wir ihn erfolgreich suh- ren. Wer mutig sein Recht vertritt, wird am Ende auch Recht bekommen. Wenn wir alle unsere Pslicht bis ;um äußersten erfüllen, bann wird unser Volk das erkennen und wird am 12. Rovember uns fein vertrauen aussprechen, weil es zu anständig ist, dem das vertrauen zu verweigern, der es verdient." Mit einem Sieg-Heil auf den Führer, den Wahrer der deutschen Ehre, schloß Rudolf Heß die bedeutsame Führertagung. Das britische Kabinett wünscht Entspannung der Lage. Simon begibt sich zur Berichterstattung zum König. London, 18. Okt. (TU.) Das englische Kabinett nahm am Mittwochvormittag seine regelmäßigen Wochensitzungen wieder auf. Der Außenminister Sir John Simon erstattete Bericht über die Abrüstungsfrage. In Kabinettskreisen herrschte der Eindruck vor, daß es im Augenblick keinen Zweck habe, weitere Schritte in dieser Frage zu unternehmen. „Evening Standard" berichtet über die Sitzung des Kabinetts, daß die Minister die Vorwürfe des Reichsaußenministers von Neurath gegen Sir John Simon erwogen hätten. Es handele sich um zwei strittige Punkte: 1. Ob Simon in nicht zureichender Weise den deutschen Standpunkt an Amerika übermittelt habe, 2. ob Deutschlands Forderung hinsichtlich der Wiederaufrüstung in den letzten Tagen erweitert worden sei. „Times" schreibt u. a.: In manchen Kreisen besteht die Neigung, Sir John Simons Genfer Rede als Schilderung der Politik der britischen Regierung allein hinzustellen. In Wirklichkeit ist sie eine Darstellung des freundschaftlichen Meinungsaustausches zwischen Vertretern verschiedener Nationen. Es wird bedauert, daß eine Meinungsverschiedenheit zwischen Freiherrn von Neurath und Sir John Simon entstanden ist. Die Regierung wünscht über dringend, daß dadurch die Hauptfrage nicht verdunkelt werde: die Gründe, aus denen Deutschland die Konferenz verließ. Die Regierung ist deshalb bereit, die ihr verfügbaren Dokumente zu veröffentlichen, falls es wünschenswert ist. Anderseits ist sie entschlossen, nichts geschehen zu lassen, was zu erschienen. Der Stimmzettel auf grünem Papier, der am 12. Rovember bei der Volksabstimmung abgegeben wird, trägt entgegen der früheren Fassung solgenden Aufdruck: Billigst Du, deutscher Wann, und Du, deutsche Frau, die Politik Deiner Reichsregierung, und bist Du bereit, sie als den Ausdruck Deiner eigenen Auffassung und Deines eigenen Willens zu erklären und Dich seierlich zu ihr bekennen? — Unter diesem Ausdruck befinden sich zwei quadratische Felder, von denen eins mit 3a, bas andere mit Rein überschrieben ist. Neue Kundgebungen für die Reichsregierung. Berlin, 18. Okt. (WTB.) Der Reichsregierung sind aus Anlaß ihrer letzten außenpolitischen Entschließungen erneut zahlreiche Ergebenheitsadressen und Treuebekundungen zugegangen. Es schrieben u. a. der Reichsoerband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, der Deutsche Landwirtschaftsrat, der Reichsverband deutscher Arbeitsdienst-Vereine, der Landarbeiterverband, der Land- und Forstangestelltenverband, der Metallarbeiterverband, der Lederarbeiterverband, Holzarbeiterverband, Arbeiterverband des graphischen Gewerbes, Verband der deutschen Theaterangestellten, Textil- arbeiteroerband, Steinarbeiterverband, Arbeiteroerband der öffentlichen Betriebe, Arbeiterverband des Baugewerbes, Heimarbeiter- und Hausgehilfenver- band. Verband der weiblichen Angestellten, Reichsverband deutscher Schriftsteller, Reichsverband deutscher Zeitschriftenverleger, Verband angestellter Aerzte und Apotheker, der Leiter des Amtes für Beamte der NSDAP., der NS.-Lehrerbund. Ferner ist eingegangen ein Telegramm in Namen von mehr als' 2600 evangelischen Pfarrern, die der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" nicht angehören. Bischof H 0 s f e n f e I b e r hat sich in einem Aufruf an bie Angehörigen ber Glaubensbewegung „Deutsche Christen" geroanbt, in bem es u. a. heißt: Das in ber Glaubensbewegung geeinte beutsche Kirchenvolk weiß, baß unserem Volksführer Adolf Hitler für bie Entscheidungen dieser Wochen aus unbeugsamem Christenglauben Kraft und Weisheit wachsen. Am 12. November tut die Glaubensbewegung ihre Pflicht. Jedes Mitglied wird zur Volksabstimmung feine Ja-Stimme bringen. — Schließlich hat die Universität Heidelberg folgendes Gelöbnis gesandt: „Die Universität Heidel-' berg, die älteste Stätte der Pflege deutschen Geistes, stets von denen besucht und begrüßt, die jenseits der Grenzen ehrlich sich mit dem deutschen Wesen auseinandersetzen, durch den Kampf der jüngsten Tage für immer an bie Seite des Führers gestellt, begrüßte die Entscheidung des Führers als befreiende Tat, die der Erkenntnis der Wahrheit dient und allen Völkern den Weg zu einem natürlichen und gerechten Frieden weist." Reichsführerschule der Deutschen Studentenschaft. Berlin, 19. Okt. Die zukünftigen Führer der Karneradschaftshäuser berStudentenschaft und der Korporationen sind zur Zeit in Kursen der Deutschen Studentenschaft in Rittmarshausen bei Göttingen zusammengefaßt. Sie erhalten dort praktische Anweisungen für ihre Arbeit als Führer. Die Deutsche Studentenschaft hat sich endgültig entschlossen, den seit langem bestehenden Plan emer Reichsführerschule zu verwirklichen, und zwar wird diese nach Rittmarshausen gelegt werden. Man hofft, daß eine Vereinigung mit den in Aussicht genommenen Reichsführerschulen der Assistentenschaft möglich ist. •hier Vermehrung der unfreundlichen Gefühle führen könnte, da sie wünscht, daß Deutschland ,ede Gelegenheit gegeben werden sollte, d i e Besprechungen wieder aufzunehmen, wenn und sobald es dies wünscht. Aus diesem Grunde dürften vor dem Wiederzusammentritt der Abrüstungskonferenz voraussichtlich Besprechungen zwischen Großbritannien. Frankreich, Italien und den Bereinigten Staaten stattfinden. Dies ist selbstverständlich kein feindseliger Schachzug gegen Deutschland. Das Ziel würde (ein, ausfindig zu machen, ob es ein Mittel gibt, das Deutschland ermöglichen würde, an den weiteren Verhandlungen teilzunehmen. Soweit die britischen Minister in Frage kommen, wird nichts gesagt oder getan werden, was die Lage schwieriger machen könnte. Die englisch-deutschen Beziehungen machten zur Zeit eine kritische Phase durch, und alles, was eine Aufklärung von Unklarheiten und Förderung ehrlicher Zusammenarbeit verspreche, fonne in England nur ehrlich begrüßt werden. Niemand habe jemals die Aufrichtigkeit des Präsidenten Hindenburg ober des Reichskanzlers Hitler angezwei- seit. Der Reichskanzler verlange nach seiner eigenen Erklärung aber absolute Gleichheit der . Rechtsstellung. Diplomatische und politische | Gleichheit seien, so meint „Times", bei seinem Eintritt in den Völkerbund zugestanden worden. Derwickelter liege der Fall b c i b e r R u st ungs- gleichheit. Schon die Erörterung dieser Frage müsse unvermeidlich die Sieger und die B e - siegten des Krieges von einander trennen. Dies sei zweifellos der Grund für den dringenden Wunsch Hitlers, die Frage aus dem Wege zu räumen. Auf Wunsch des Königs hat sich_Sir Iohn_Simon am Miliwochnachmittag nach Schloß Sand- rinaharn begeben, um dem König Bericht über die Lage der Abrüstungsoerhandlungen und die damit in Zusammenhang stehenden Ereignisse zu erstatten. Gerüchte, daß er dem König seinen Rück- tritt mitteilen werde, treffen schon aus technischen Gründen nicht zu, well ein Außenminister nicht dem König, sondern zunächst dem Ministerpräsidenten fein Rücktrittsgesuch zu übergeben hat. Auch sachlich entsprechen sie durchaus nicht der Lage. Angesichts der unzweifelhaft bestehenden außenpolitischen Krise und insbesondere im Hinblick auf die besonderen Umstände der gegenwärtigen Lage ist mehr denn je mit einer engen Zusammenarbeit des Kabinetts der nationalen Regierung zu rechnen. Sir John Simon genießt die volle Unterstützung feiner Kollegen. Oie parlamentarische Stellung des Kabinetts Oaladier. Paris, 18. Okt. (TU.) Der Finanzausschuß der Kammer hat unmittelbar nach der Vertagung der Kammer mit der Beratung der Regierungsvorlagen begonnen. Finanzminister Bonnet wies darauf !iin, daß das Schatzamt in der Lage fei, allen An- orberungen bis zum Januar zu entsprechen. Trotz- em forderte er den beschleunigten Ausgleich des Haushalts, damit Frankreich für den Fall gewappnet fei, daß England und Amerika ihre Währungen stabilisierten. Die Parteien haben bisher nur zum Teil zu der Finanzvorlage der Regierung Stellung genommen. Sie Radikalsozialiften stehen selbstverständlich hinter Daladier. Die Rechte verhält sich zurückhaltend oder ablehnend. Die sozialistische Fraktion scheint sich mit einigen Vorbehalten auch hinter die Regierung stellen zu wollen. Den sozialistischen Abgeordneten wird eine Entscheidung nicht leicht gemacht, weil sofort nach Bekannlwerden der Einzelheiten der Finanzvorlage eine Abordnung der Beamten-Gewerkschasten bei ihnen erschien, die heftig gegen die Kürzung der Gehälter und Pensionen protestierte. In einer Entschließung hot die sozialistische Kammerfraktion sich bezeich- nenderkveise ganz eindeutig gegen jeden Ser- f u (6 einer Konzentration ober nationalen Union, also gegen jede Verlegung der Regierungsmehrheit nach rechts und für die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Linksmehrheit ausgesprochen. Die sozialistische Kammergruppe strebt folgende Ziele an: 1. Wirtschaftliche und finanzielle Gesundung des Landes, ohne daß die Arbeiter die Rechnung bezahlen und Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch eine Ankurbelung der Wirtschaft. 2. Eine Außenpolitik, die Beweis von der Kaltblütigkeit der Ration ablege, und die Sicherheit Frankreichs mehr denn je auf der internationalen Solidarität der Organisierung des Friedens mit den anderen Völkern zusammen und auf dem Verbot der Aufrüstung Deutschlands begründe, wobei die französische Landesverteidigung nach den Grundsätzen or- ?amtiert werden solle, die Frankreich vor dem Döl- erbunb und in der Abrüstungskonferenz vertreten habe, und wobei ferner das Verbot der freien Herstellung von Kriegswaffen, den Waffenfabrikanten das Privileg ihrer Macht nehmen und die Gefahren Ihrer Manöver ausschalten sollen. In parlamentarischen Kreisen wird diese Entschließung der Sozialisten als eine weitere Stärkung der Lage Daladiers bewertet, da aus ihr hervorgeht, daß die Sozialisten bereit sind, über den Ausgleich des Fehlbetrages mit sich reden zu lassen, weil sie ein Auseinanderfallen der Linksmehrheit vermeiden und gerade unter den heutigen Umständen keineRechtsmehrheitans Ruder kommen lassen wollen. Oie Haltung« Italiens. „ttiornale d'Italia" zur neuen Lage » Rom, 19.Okt. (WTB. Funkspruch.) Der Direk- tor bee „(B i o r n a I e d ' Italia" erklärt in einem Artikel, Deutschlands Austritt aus der Abrüstungs- tonserenz habe eine Lage geschaffen, deren Grundelemente sich klarten, für die man aber noch keine Klarheit hinsichtlich der Lösungsmöglichkeiten habe. Die gleichzeitigen Erklärungen des französischen Ministerpräsidenten und des englischen Außenministers stellten sich den Erklärungen der italienischen Regie- Olenina xur Seite und seien mit ihr in dem Willen solidarisch, bis zur Grenze d e s Möglichen nicht von der Politik der Zusammen- ar beit abzugehen. Man müsse vor allem wissen, wie weit Deutschland über die allgemeinen Ausführungen seines Willens zum Frieden und zur Zusammenarbeit hinaus zu konkreten laten bereit fei. Die Zusammenarbeit schließe abfolute und dogmatische Einstellungen aus. Welche Politischen Elemente der Verständigung sei Deutschland für die Wiederaufnahme einer aktiven folibari- schnl Politik Europas zu bieten bereit? Man müsse wissen, wie weit die deutsche Regierung ihre Hand- hinge,reibeit und ihre verbindliche Anpassungsfähigkeit an die Einstellung der anderen Mächte gegenüber der leidenschaftlichen nationalen Bewegung wahren könne, die durch die neuen Wahlen hervor- perufen werde Die Lage bleibe also unbe- nimmt, wenn auch nicht beunruhigend Italien sei stets zur Aktion bereit, wenn die Vor- ausseyungen für ihren Erfolg geschaffen würden. Man müsse aber daran erinnern, daß Italien wie die anderen Großmächte von den deutschen Beschlüssen überrascht worden sei, die eine vollendete Tatsache ohne vorhergehende Ankündigung geschaffen hätten, eine Tatsache, die weder mit den schwebenden Verhandlungen noch mit der politischen Linie in Einklang stehe, die Italien bisher eingehalten habe, um zu einer im Interesse aller Staaten einschließlich Deutschland gelegenen Verständigung beizutragen. Da» Blatt greift bann gewisse Kombinationen auf, die auch In der englischen Presse erörtert werden, wenn es schreibt: Solange keine substanziellen Klärungen erfolgten, seien die Vermutungen ausländischer Blätter über die der- zeitige und zukünftige Haltung Italiens voreilig und wlllkürlich. Es fei ein A u g c n b l i berechtigte Aufbesserung der Preise in der gegenwärtigen Zeit soweit zurückgestellt wird, als das ohneGefährdung de» beteiligten Wirtschaftszweiges irgend möglich erscheint. Soweit ausländische Rohstoffe verarbeitet werden, deren Preise gestiegen sind, datt eine Preiserhöhung nur im richtigen ver hä 11niv zum Rohstosfanteil stehen. Aach ist cs nicht angängig, dann die handelsauf- schlüge gleichfalls anteilmäßig iu erhöhen. Ja einer Zeit außergewöhnlicher 2virtschast»oerhältniste muh erwartet werden, dah sich jeder mit einem Nutzen begnügt, der an der unteren Grenze ber Wirtschaftlichkeit liegt. Diese Richtlinien finö auch dort unbedingt zu beachten, wo sich die Unternehmer zu ITiarftrcgdangcn (Kartellen) zusammengeschlosten haben. Oie Llniernehmeriniiiaiive derLungborn der Wirtschaft. Berlin, 18. Okt. (WTB.) In der konstituierenden Sitzung des von dem Präsidenten des Reichsverbandes der Deutschen Industrie einberufenen Ausschusses für allgemeine Wirt- schafts- und Sozialpolitik schilderte Dr. Krupp non Bohlen und Halbach in kur- l.en Umrissen die organisatorische Entwicklung, die ich bei der Spihenorganisation der deutschen Jndu- trie in den letzten Monaten vollzogen hat. Er habe )aoon ausgehen müssen, daß die Verarmung unseres Volkes nicht nur eine äußerste Verein- achung des Staatsapparates erfordere, andern auch die Beseitigung aller Heber- chnei düngen im Verbandswesen. In lebereinftimmung mit den Grundgesetzen des neuen Staates glaubte er fernerhin auch die Heber- nähme des F ü h r e r p r i n z i p s auf die Or- ganifation der Industrie einleiten zu sollen. Das Führerprinzip des Staates könne aber nicht schema- tisch auf die Wirtschaft übernommen werden. Er habe sich deshalb von vornherein das Führerprinzip verbunden gedacht mit der Einrichtung beratender Ausschüsse. Seine endgültige Form könne der Reichsstand der Deutschen Industrie erst dann erhalten, wenn die Reichsregierung durch Aufstellung von Richtlinien die Grundlage für die letzte Formung gegeben haben werde. Der Wunsch müsse dahin gehen, das große Wirtschaftsgebiet der Industrie nicht irgendwie zum Experi- mentierfelö zu machen, sondern unter verantwortlicher Leitung einer zentralen Stelle ber R e i ch s r e g i e r u n g zielsicher unter Vermeidung von Erschütterungen einer dauerhaften, gesunden und klaren, nicht auf Theorien, sondern auf den Gesetzen des Lebens beruhenden Organisation zu unterstellen. Die größtmögliche Förderung de» kleineren und mittleren Unternehmertum» müsse schon deshalb Pflicht sein, weil die schöpferische Unternehmerinitiative nicht zur Erstarrung kommen dürfe, sondern einen sich immer wieder erneuernden 3ungborn in einer möglichst großen Zahl selbständig und unter eigener Verantwortung tätiger Unternehmer sinden müsse. Er sei überzeugt und wisse es von allen industriellen Unternehmern, die sich hinter ihn stellten, daß alle nicht nur sozial dächten, sondern ebenso auch sozial handelten. Das Unternehmertum der deutschen Industrie fühle sich auf das engste verbunden mit den übrigen Berufsständen. Der Reichsstand der Deutschen Industrie bedürfe aber auch der tatkräftigen und freudigen Mitarbeit aller Kreise der Industrie. Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt dankte Herrn v. vohttn und Halbach für die Hervorhebung de» Gedanken», daß gerade der in der Industrie unter eigener Verantwortung selb- ständig tätige Unternehmer ein Garant der Durchsetzung de» Willens des Führers sein müsse. Die wichtigste Kraftquelle für die Arbeit der Reichsregierung fei und bleibe die Privatinitiative de» Einzelne^. Als Voraussetzung für Erfolg und Wiederaufstieg bezeichnete der Minister gläubiges Vertrauen und dadurch berechtigten Optimismus und schließlich vorsichtiges, aber zielbewußles Fortschreiten auf dem als richtig erkannten, vom Führer gewiesenen Wege. Bei den Aufgaben auf organisatorischem Gebiet lege er auf die Mitarbeit des Reichsstande» der Industrie den größten Wert, um den Arbeitswillen und die Erfahrungen der Industrie dem hohen Ziele der Reichsregierung nutzbar zu machen. Reichsarbeitsminister Seldte unterstrich hielt Aeutzerungen im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ministerien. (Er kenne keinen Dualismus zwischen Reichswirtschaftsministeriu'r. und Reichsarbeitsminlfterium. Gemeinsam müsse versucht werden, das Problem der Arbcitsbeschcn- fung für alle Volksgenossen zu läsen, und zu diesem Zweck sei es notwendig, die Erfahrung Der alten bewährten Wirtschaftsführer mit den neuen Kräften und neuen Ideen des jetzigen Staates im Sinne der Führung harmonisch zur gemeinsamen Leistung zusammenzubringen. Die Ausgaben des Handwerks im Rahmen der deutschen Dolkswirtschast. Die Fürsorge her Reichsregierung für Öen gewerblichen Mittelstand. Berlin, 18. Okt. (TH.) Der Reichsstand des Deutschen Handwerks und die Berliner Handwerkskammer hielten Qm Mittwochnachmittag im Beisein von Vertretern der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden und befreundeter Berufsoerbande eine stark besuchte staatspoljtische Handwerker - Kundgebung ab, in deren Mittelpunkt eine Ansprache des Relchswirtschaftsminlsters Dr. Schmitt stand. Unter den Ehrengästen bemerkte man u. a. den Reichskommissar für den Mittelstand, Ministerialdirektor Wienbeck. Oberbürgermeister Dr. Sahm, Staatskommissar Engel. — Nach dem Einmarsch der Fahnen und Banner der Handwerkerinnungen wurde die Kundgebung von dem Präsidenten der Berliner Handwerkskammer, Lohmann, eröffnet, der in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung der Hand- werkswoche hinwies. Reichswirtschaftsminister Or. Schmitt überbrachte die herzlichen Grüße des Reichskanzler» und der Reichsregierung und führte dann e. a. aus: Heute, wo das deutsche Volk sein Letztes daran setzt, sich aus schwerer Krise zu erheben, ist es ein Gebot der Stunde, den Sinn für bas Handwerk im ganzen Volke wieder wach zu rufen und lebendig zu gestalten. Trotz der Entbehrungen und Mühen in dieser Notzeit hat der Mittelstand und vor allem das Handwerk seine wirtschaft- liche Selbständigkeit und den Stolz darauf bewahrt. Ihm gilt die besondere Sorge des Führers und der Reichsregierung. Noch zählt man saft IVt Millionen Handwerksbetriebe, in denen nahezu 2>> Millionen Gesellen, Lehrlinge und sonstige Hilfskräfte beschäftigt werden. Mit den Familienangehörigen, die aerobe im Handwerk vielfach in den Betrieben Mitarbeiten, kommt man auf etwa 8 Millionen deutscher Menschen, die auf Gedeih und Verderb mit der Handwerkswlrtschaft verbunden sind. Das sind beinahe 12 v. H. unserer gesamten Be- oölkerung, d. b. fast ebensoviel Menschen, wie die Bauernwirtschaft ernährt. Auch heute noch ist je- der zweite Handwerker Hausbesitzer, nennt also ein Stück deutschen Grundes und Bodens fein einen. Das Gesicht der Mittel- und Kleinstadt — uno ich selbst stamme aus einer kleinen Stadt — wird auch beute noch wesentlich durch den Handwerker bestimmt. Die politische Einheit ist errungen. Die Klassen- und Interessengegensätze sind beseitigt, die mora- lischen und kulturellen Grundlagen des staatlichen und wirtschaftlichen Lebens sind erneuert. Altt diese Fundament, gestützt, muß nunmehr der Kampf gegen bie Arbeitslosigkeit durchgeführt werden. Der großzügige Arbeitsbeschaffungsplan der Reichsregie. rung kann jedoch nur Hilfswerk für eine Heber- gangszeit fein. Die wirtschaftliche (Entfaltung auf die Dauer kann nur aus eigener Kraft erreicht werden. In dieser Erkenntnis haben Sie ja ■ die Werbewoche veranstaltet, nachdem Sie auf der Leipziger Messe im Rahmen der „Braunen Tlefle* zum erstenmal geschloßen auf dem Markte en schienen sind. Die Reichsregicrung wirb alle» tun, um den (Erfolg be» Kampfe» ja sichern. Deerocgcn hat sie zunächst bievielsachenhemmnissebe- s e i t i g t, bie auf den Grenzgebieten der Hand- werkswirtschaft lagen. Sie hat Sperren für bie Reuerrichtung von Einzelhanbelsgeschäften aller Art, so auch von Linheitsprelsfilialgefchäflen unb Warenhäusern erlassen, bie Auswüchse auf dem Gebiete des Zugabewescn» beseitigt. Diese» Gesetz wird eine Ergänzung durch eine gesetzliche Regelung be» Rabattwefens finden. Die Aufgaben der w arenhäaser nutz so tök. StM 'ttbt{ Wirf töit |elh StT-Ä 7 "C> faileili?,! Bct- -7 6«« T, la6'9 -u J^ul. UnlErenffl, Üegl. liefe S".i! bt«te,Änn "*• litte iN. r-srr JSfttt; |u löfen, unb yi bieten 1 Erfahrung v« dtex mit den neuen Sräi- - 0gen Staates im vniich jux gemeinsamen P- WM ii burchgeführt werben. Ser S"kL Erlemtnir haben 6le I« M «tauntn Wff nchtt"- ^Hltbe- -Slk'^ z^ren füt^ SsK Aonfttmoeteine im Rahmen der Berkel- lungswirtschaft und ihre Anpassung an die Belange des gewerblichen Mittelstandes bedürfen noch sorgsättigster Prüfung. Bei den großen Werten am Boiksoermögen, die in diesen Betrieben angelegt sind, könnte blinder Uebereifer nie wieder gut zu machenden Schaden onrichten. Deshalb hat sich die Reichsregierung die Cut- scheidung in diesen Fragen allein Vorbehalten. Sie hat bereits den A b b a u derhand- werksbetriebe in den Warenhäusern angeordnet, sie wird weiterhin für eine wirtschaftlich tragbare Beschränkung dieser Grogbetriebe Sorge tragen. Zur Eindämmung der Regiebetriebe, soweit sie nicht zur Versorgung der Bevölkerung oder aus Gründen des allgemeinen Verkehrs unentbehrlich sind, hat die Reichs- regierung Vorschriften über regelmäßige Prüfungen der Dirtschastsbetriebe der öffentlichen Hand erlassen. Sie wird dafür sorgen, daß diese Bestimmungen in dem Sinne, in dem sie erlassen worden sind, durchgeführt werden. Diese Maßnahmen sollen den unberechtigten Wettbewerb eindämmen, der dem Handwerk erwachsen ist. Unmittelbar Arbeit und damit Brot sollen vor allem die 500 Millionen Mark bringen, die die Reichsregierung außer den bereits früher bereit- oeftellten 200 Millionen Mark für bie I n - ftandsetzung von Wohngebäuden zur Verfügung gestellt hat. Die Verordnung bedeutet praktisch, daß insgesamt mehrere Milliarden Mark für Arbeiten zur Verbesserung unseres Hausbesitzes aufgewandt werden sollen und können, die in erster Linie dem Bau Handwerk, d. h. dem Schlüsselgewerbe des Handwerks, zufließen. Trotz aller grundsätzlichen Bedenken hat die Reichsregierung die Ende 1931 eingeleitete Stützungsaktion für bie gewerblichen Kreditgenossenschaften fortgesetzt und er- heblich erweitert. 60 Millionen Mark sind als verlorene Zuschüsse bestimmt und für weitere 50 Mill. Mark hat die Reichsregierung Bürgschaften zugunsten dieser genossenschaftlichen Institute übernommen. Darüber hinaus wird sie nach ben gestrigen Kabinettsbeschlüssen in einem besonderen Fonds weitere Bürgschaften in höhe von 10 Millionen Mark übernehmen, die dazu bestimmt find, endlich wieder dem Personalkredit einen Platz in der deutschen Kreditwirtschaft zu verschaffen. Alle diese wirtschaftlichen Maßnahmen genügen aber nicht, wenn sie nicht durch organisatorische Maßnahmen ergänzt werden. Die Reichsregierung hat deshalb ebenfalls gestern ein Gesetz beschlossen, das mich ermächtigt, für den Aufbau des deutschen Handwerks eine vorläufige Regelung auf der Grundlage allgemeiner Pflichtinnungen unb des Führerprinzips zu treffen. Bei ber Neuregelung ber Verhältnisse werden die Belange der Gesellen, der Lehrlinge und sonstigen Hilfskräfte des Handwerks die gebührende Berücksichtigung finden. . Vertieft muß auch werden die Erziehung des jungen Menschen, der in das Handwerk eintritt. Die Erziehung dahin, daß er Verständnis erhält für den hohen ethischen Wert, ber gerade in ber schöpferischen Tätigkeit bes hanbwerks liegt unb feinen Ausdruck in dem Stolz auf die felbst- aefdjaffene Arbeit erhält, denn das Ethos heißt Ethos ber Arbeit. „Ein Handwerk recht wissen und ausüben, gibt höhere Bildung als Halbheit in hundertfältigem." 2lber auch in ber Allgemeinheit muß bas Verständnis für bie schöpferische inbivibuell geftaltenbe Kraft bes hanbwerks unb bie Freube an ber Wertarbeit wieder geweckt werben. Geht so bas Handwerk an feine Arbeit und erkennt die Allgemeinheit ben Wert bes hanbwerklichen Schaffens, bann wirb bie Werbewoche ein Werk bes Segens für uns alle werben, aus dem neue Ströme nationalen Geistes unb nationaler Kraft für ben Wiederaufbau unseres ganzen Volkes fließen. öer Aufbau des deutschen Handwerks Berlin, 18. Oft. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Das von der Reichsregierung am 17. Oktober beschlossene Gesetz über den vorläufigen Aufbau bes deutschen Handwerks will — ohne der Regelung des ständischen Aufbaues der Wirtschaft vorzugreifen — die gesetzliche Grundlage schaffen, um das jetzt in Organisationen mannigfacher Art zergliederte Handwerk zu einem Ver bände zusarnmenzufchweißen und durch lieber» tragung bes bisher ben Ländern obliegenden Vollzugs des handwerksrechtes auf die Reichsregierung die Wege für weitere Maßnahmen zu ebnen. Die Zusammenfassung des Handwerks in einer Spitzenvertretung soll unter Ersetzung des bisherigen demokratischen Prinzips durch den Führergrundsatz und durch die Einführung allgemeiner Pflichtinnungen zur organisatorischen Erfassung aller selbständigen Handwerker verstärkt und vertieft werden. Diese Zusammenfassung stößt auf keine besonderen Schwierigkeiten, weil alle Betriebe, die dem Handwerk zuzurechnen sind, durch die Eintragung in die Hand- werfsrolle (Handwerks - Novelle von 1929) namentlich fe ft gelegt sind. Bei ber Neuregelung der Verhältnisse bes Handwerks werden die Belange ber Gesellen, Lehrlinge und der sonstigen Hilfskräfte die gebührende Berücksichtigung finden. Baldur v. Gchirach spricht zur Hitlerjugend. Berlin, 17. Okt. (TU.) Aus Anlaß der Eingliederung der Berliner Jugendbetriebszellen in die Hitler-Jugend sprach Reichsjugendführer Baldur von Schirach im Sportpalast vor der hitler- unb Betriebszellenjugend. Die breite Masse bes Bürgertums, f' führte er u. a. aus, vermochte bie sieghafte (Bernau unserer Idee nicht zu erkennen, wir mußten bie bittere Erfahrung machen, baß sich ene Menschen unserem jugenblichen Wollen oer- chlossen und nicht bereit waren, Opfer unb Ber- olgung auf sich zu nehmen. Anders beim Arbei - e r. hier fanden wir die Gefolgschaft, bie Deutschland groß gemacht hat. hier fanden wir untere treuesten Kameraden, unb ich möchte es auch yier wieder feststellen: Nicht das Bürgertum hat Deutschland befreit, sonder d i e Arbeiterschaft! (Stürmischer Beifall und Bravorufe.) Dieser Staat, der in ben letzten lagen des Januar dieses Jahres geboren wurde, ruht nicht auf den Schultern der sogenannten oberen Zehntausend, er ruht auf ben Schultern ber unteren Millionen, unb Reue Feststellungen im Neichstagsbrandflifierpwzeß. Das Gericht besichtigt den unterirdischen Gang.-Keine SA im Reichstagsprasidentenpalais. Berlin, 18.Okt. (WTB.) Zu Beginn ber heutigen Verhcmblung gibt ©enatspräfibent Bünger zunächst bekannt, baß u. a. zahlreiche Zeugen aus Moskau, bie bie Angeklagten Popoff und Taneff in Sowjetrußland gesehen haben sollen, geladen werden sollen, desgleichen der frühere Dezernent für das Feuerlöschwesen Ahrends, der sich über gewisse Gerüchte im Zusammenhang mit den Löscharbeiten äußern soll. Den Antrag des Angeklagten Dimitroff auf Aushändigung des sogenannten „Braunbuches" hat der Senat abgelehnt. Die Bekanntgabe dieser Entscheidung veranlaßt Dimitroff zu erregten Zwischenrufen. Der Vorsitzende weist bann auf auslänbische Presseäußerung hin, in benen immer wiebcr behauptet wirb, man könne in ben Reichstag verbotenes Material nur burch ben unter» irbischen Gang hineinbringen. Durch die Portale sei das wegen der Kontrolle der Pförtner nicht möglich. — Reichstagspförtner Wocköck erklärt dazu, daß weder Abgeordnete, bie, mit einer Mappe versehen, burch bas Reichstagsportal kommen, noch die Fremden, bie zusammen mit einem Abgeordneten kommen, kontrolliert werben. Durch Fremde in Begleitung eines Abgeordneten konnten nach und nach erhebliche Mengen verbotenen Materials unbeanstandet in den Reichstag gebracht werden. Auch kommen ständig Boten in ben Reichstag, bie Material für die Abgeordneten bringen. Auch deren Taschen werden nicht kontrolliert. Der Nachtpförtner des Reichstagspräsibenten- hauses Adermann erklärt auf die Frage des Vorsitzenden, ob zu der in Frage kommenden Zeit jemand durch bas Präsibenten- haus in benGang gelangt fein könne, baß etwas derartiges nicht vorgekommen sei. Wenn jemand im Gange war unb sich nicht ganz leise verhielt, wurde er in der Loge des Nachtpförtners gehört, selbst wenn unten im Gang Licht geschaltet werbe, könne man bas oben hören. Wenn nun gar zehn ober mehr Wann durch den Gang gekommen wären, so hätte mindestens einer Geräusch gemacht. Vorsitzender: Sie haben früher einmal Schritte im Gang gehört? Zeuge: Ja, das war mehrmals zwischen 23 unb 1 Uhr, bas letzte Mal etwa zehn Tage vor bem Branb. Er habe angenommen, baß kontrolliert würbe, ob er nicht schlafe, unb wenn ber Branb nicht ausgebrochen wäre, würde er dabei nichts gefunden haben. Die Mitteilung in ausländischen Zeitungen, daß im Präsidentenhaus eine Wache von 30 SS.- unb SA.-- Männern gewesen sei, bezeichnet der Zeuge als: Glattweg Schwindel. Auch habe er nie bemerkt, daß in ben Kellerräumen, bie an ben Gang angrenzen, Material für die Brandstiftung aufgestapelt war. Der Angeklagte T o r g l e r wirft bann die Frage auf, ob nicht auch bie Möglichkeit bestehe, vom Reichstagsuser aus durch das Beamten haus in den Reichstag zu gelangen. Der Zeuge Adermann gibt zu, daß diese Möglichkeit bestände, aber wenn er um 20 Uhr feinen Dienst antrete, wurde auch dieser Zugang versperrt. ... Angeklagter Torgler : Ist es richtig, daß fast täglich im Garten des Präsidentenhauses SA. - oder SS. - Männer mit einem Hund heruintollten? Ich komme zu dieser Frage, weil mir von unserem Fraktionszimmer aus direkt m den Garten hineinsehen und das beobachten konnten. Zeuge: SA.-Männer kommen nicht in Frage. Der Herr Präsident hat eine Stabswache gehabt, und er hatte auch einen Hund. Da ist öfter ein SA.-Mann mit dem Hund in den (Barten gegangen. Angeklagter Torgler: Es waren aber meist mehrere, nicht einer. Zeuge: Tagsüber bin ich nicht da. Ich konnte nur nachts meine Beobachtungen machen. Die Mitglieder des Gerichtes begeben sich nun unter Führung des Betriebsingenieurs Risse zur Inaugenscheinnahme in den unter- irdischen Gang, wobei sich herausstellt, daß ohne Geräusch selbst ein Mann auf Strümpfen den Gang kaum passieren kann, ohne gehört zu werden. Der Zeuge Adermann erklärt bann, bah ber Reichslagspräsident eine Stabswache von etwa sechs Wann gehabt habe. Wenn Winisterpräsibent Göring jeboch nicht im Prä- sidentenhaus gewesen sei, seien die Leute von der Stabswache auch nicht dorthin gekommen. An bem Branbabenb sei Winisterpräsibent Göring nicht im Hause gewesen, also auch nicht die Stabswache, wenn Herren in Uniform gekommen seien, so habe es sich um Besucher gehandelt. Die Frage des Angeklagten Dimitroff, ob es möglich fei, daß trotz der Bewachungsmaßnahmen fremde Personen unbemerkt durch den unterirdischen Gang hindurchgehen konnten, verneint der Zeuge mit Entschiedenheit. Der Pförtner Mütter, der am Brandtage von 8 bis 14 Uhr ben Dienst im Präsibentenhaus versehen hat antwortet auf bie Frage, ob im Präsi- bentenhaus ständig eine SS. - Wache von 30 Mann gewesen fei, das fei ausgeschlossen. SA.-Leute seien niemals im Präsibentenhaus gewesen. SS.-Leute nur dann, wenn Ministerpräsident Göring als Reichstagspräsident Besprechungen abhielt. Auch der Pförtner Wutstrack macht die gleichen Bekundungen. Der Drogist Weber, der als Führer eines SS. - Kommandos st ändigzum Gefolge Görings gehört, bekundet, baß er am 27. Februar Dienst im Winisterium des Innern gehabe habe. Als der Winisterpräsibent gegen 21.30 Uhr die Weldung vom Brande erhielt, habe erdenWinisterpräsidenken sofort i m 6 r a f t w a g e n z u m R e i ch s- tag gefahren. Am Reichstage habe ihm Hauptmann Jakobi befohlen, zusammen mit drei Schupowachtmeistern ben Kellergang zu durchsuchen. Lr habe im Präsibentenhaus die Schlüssel gesorbert unb sei mit den Beamten in den Gang gegangen. Der Zugang und auch die Tür im Reichstage seien ordnungsmäßig verschlossen gewesen. Ausfälliges sei nicht bemerkt worden. Rechtsanwalt Dr. Sack weist auf eine Behauptung in ber auslänbischen Presse hin, baß Ministerpräsident Göring an jenem Tage sozusagen beschäftigungslos im Ministerium gesessen unb nur auf bie Melbung vom Reichstagsbrand gewartet habe. Der Zeuge Weber bezeichnet diese Behauptung als vollkommen unzu- treffend und erlogen. Der Zeuge Ader- mann erklärt auf Befragen, daß vor bem Zeugen Weber niemanb in den unterirbischen Gang gekommen fei. Er hätte auch ihn nicht hineingelassen« wenn nicht Polizeibeamte babei gewesen wären. Die Durchsuchung habe etwa sieben bis acht Minuten gebauert. Dann schilbert der Zeuge Ingenieur B o g u h n ausführlich seine Beobachtungen am Brandtage. Er sagt u. a.: Als ich in die Nähe des Portals II kam, hörte ich einRaffeln an berTür,als wenn jemand eine Tür aufreißen will. Ich sah hinüber unb bemerkte bort einen Mann mit glattem Gesicht unb dunklem Paletot, heraus ber Tür heraussah. Als er mich sah, stutzte er und sah nach ber Tiergartenseite nach zwei Frauen, bie ihm entgegenkamen. Die Damen winkten, worauf ber Mann z u laufen anfing. Mir fiel auf, baß bie Tür nicht verschlossen wurde. Ich bin dann in der Richtung des Generalstabsgebäudes gegangen. Dort standen einMannmit einer Lederjacke und eine Frau und sahen nach dem Reichstagsgebäude. Ich hörte noch, wie eine Frau sagte: Ach Kurt komm man, e s wird fchon werden! Als ich nach Hause kam und hörte, daß ber Reichstag brenne, sagte ich mir gleich, baß ber Mann am Portal bamit im Zu- s am menhang stehen müsse. Als ich P o p o f f bei ber Gegenüberstellung sah, stutzte ich, benn ich glaubte, sofort den Mann wiederzuerkennen. Ich hatte gleich den Eindruck, daß seine Haltung, Bewegung unb Fußstellung ähnlich waren. Auch ber Hut war ber gleiche. Die Möglichkeit eines Jrrtumes ist aber nicht ausgeschlossen. Es entspmnt sich bann eine längere Erörterung über Widersprüche in ben Aussagen bes Zeugen. Rechtsanwalt Teichert beantragt, Polizeileul- nant ßateit zu fragen, was ber Zeuge a m 21 b e n b desBranbtaaes über die Bekleidung des Mannes von Portal II gesagt hat. Weiter beantragt er, ben Zeugen Thaler darüber zu vernehmen, ob er nicht bei seinen Bemühungen, seine Anzeige zu er- statten, am Bortal II gerüttelt hat unb bann weiter gelaufen ist, um einen Polizeibeamten zu suchen. Der Angeklagte Poposf erklärt, daß er v o r feiner Verhaftung ganz anders ausgesehen habe als am Tage der Gegenüberstellung mit dem Zeugen. In ben brei Wochen seiner haft habe er sehr unter Grippe und furchtbaren Magenschmerzen gelitten. Er habe in dieser kurzen Zeit fünf bis sechs Kilogramm am Körpergewicht verloren. Popoff weist weiter darauf hin, daß der Zeuge Boguhn über seine Kopfbedeckung fünf einander widersprechende Aussagen gemacht habe. Nächste Verhandlung Freitag. das ist seine Kraft unb bas ist unser Glaube an bie Zukunft. Wir von ber nationalsozialistischen Jugenb finb stolz barauf, baß 70 v. h. unserer Gefolgschaft aus ber hanbarbeitenden Jugend besteht. Das ist auch das Geheimnis unseres Erfolges. Die große Kameradschaft, die die Hitlerjugend darstelle, fragt nicht mehr nach dem Woher, nach Bildung ober Besitz, sie fragt nur nach ber ßeiftung unb nach bem Wert für bie Gemeinschaft. So ist bie hitlerjugenb zu einem Begriff geworben, der sich inhaltlich mit dem Begriff des Sozialismus deckt. Im Zuge dieser großen Bewegung zur Einheit hat es sich auch als notwendig erwiesen, alle solche Formationen einzugliedern in die hitler- lugend, die spezielle Kampfformationen der Zeit des Ringens um die Macht waren, und die nun ihre besondere Aufgabe erfüllt haben. Unb so lösen wir jetzt auch die große Organisation ber nationalsozialistischen Jugendbetriebszellen auf, nachbem wir festgestellt haben: Diese Organisation hat ihre Pflicht erfüllt unb hat ihre Aufgabe hun- bertprozentig gelöst. Nun wollen wir bie Tore ber hitlerjugenb öffnen unb diese Pioniere des Nationalsozialismus in den Betrieben eingliebern in die große Front der Jugend. Wir wollen aber nicht zu uns zwingen, was freiwillig kommen soll. Aber wir erwarten, unb wir glauben, baß boch einmal bie Stunde kommt, da die aefamte deutsche Jugend in ber Hitlerjugend organisiert ist. Wenn bie ausländischen Zeitungen geschrieben haben, die Hitlerjugend wolle die Welt erobern, dann ist das geradezu lächerlich. Demgegenüber erkläre ich: Wir wollen niemand bezwingen als uns selbst und erobern nichts als Deutschland! Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels hat als Reichs- propaganbaleiter ber NSDAP, bie Führung bes bevorstehenden Wahlkampfes übernommen. Der Wahlkampf wird von der Reichspropagandaleitung ber NSDAP, im Benehmen mit bem Reichspropaganbaministerium burch- geführt. Der Herr Reichspräsibent hat bem Ehrenmeister bes Deutschen Handwerks Harry Plate (Hannover) anläßlich der Vollendung des 8 0. Lebe n s j a h r e s in einem herzlichen Schreiben feine Glückwünsche übermittelt. Zugleich hat er ihm sein Buch „Aus meinem Lebe n", mit einer eigenhändigen Widmung versehen. Überreichen lassen. Reichskanzler Adolf Hitler hat an den großen schwedischen Forscher Sven hedin nach Peiping in China folgendes Telegramm gerichtet: Dem großen unerschrockenen Forscher zum Tage seines 40jährigen Wirkens herzliche Glückwünsche! * Zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschrei, ben empfing der Herr Reichspräsident den neuen Kgl. Großbritannischen Botschafter Sir Eric Phipps und die neu ernannten Gesandten Polens, Portugals und Brasiliens. Das Rheinifch-Weftfälifche Kohlen- f y n d i k a t hat als Vertreter der Ruhrmontan- inbuftrie bem Winterhilfswerk bes beutfchen Volkes einen Betrag von 2,5 Millionen Mk. gefpenbet. Der Generalsekretär der F a s ch i st i s ch e n P a r - t e i Italiens hat dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, den Ehrenbolch der Faschistischen Partei überreichen lassen. * Der Reichsbischof empfing den Reichsführer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, Dr. Steinacher, in dessen Begleitung sich Assessor Neumann befand, zur Aussprache über Bolts- tumsfragen im Ausland. * Der ungarische Ministerpräsident Gömbös und Außenminister Sonja trafen auf der Reise nach Ankara in Sofia ein. Der Ministerpräsident lud die ungarischen Gäste zu einem Frühstück ein. Bus aller Welt Neue Aeberschwcmmungskatastrophe in China. Die Telegraphen-Agentur der Sowjet-Union verbreitet eine Meldung aus China, derzufolgc es im Gebiet des Gelben Flusses wieder zu einer Rie - senüberschwemmung gekommen ist, die sogar noch die große Ueberschwemmung vom Jahre 1931 übertreffen soll. Die Bevölkerung der notleidenden Gebiete ist furchtbar heimgesucht. Die Zahl der Opfer steht noch nicht annähernd fest. Die Katastrophe ist durch einen Dauerregen verursacht, ber weite Gebiete unb große Teile mehrerer Provinzen in einen unübersehbaren See oerroanbelt hat. Die Bewohner biefer Gebiete haben all ihr hab und Gut verloren. Unter ihnen herrscht eine furchtbare Hungersnot, von der minde- ftens 20 Millionen Menschen betroffen sind. Den Betroffenen ist bisher keinerlei Hilfe zuteil geworden. Sieben Jahre Zuchthaus für einen Wilderer. Der Taglöhner Max Seidl von Raimundsreut, ber schon lange im Verdacht des Wilderns stand, wurde im Mai d. I. vom Revierförster Stad- l e r aus Mauth auf frischer Tat ertappt. Seidl schoß auf den Förster, ber nur durch einen glücklichen Zufall nicht getroffen wurde. Das Gericht in Passau verurteilte nun den Angeklagten wegen Toischlagsversuchs, fortgesetzten gewerbsmäßigen Wilderns und Verletzung des Schußwaffengesetzes zu insgesamt 7 Jahren 4 Monaten Zuchthaus. ».Graf Zeppelin- unterwegs nach Rio de Janeiro. Nachdem das Luftschiff „Graf Zeppelin" nach der Rekorbfahrt von 63 V2 Stunben am 17. Oktober um 13 Uhr in Pernambuco gelandet war, erfolgte, wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, der Start zum Weiterflug nach Rio de Janeiro am 18. Oktober um 10 Uhr. Um 16.40 Uhr befand sich das Luftschiff bei Bahia. Es macht 98 Stundenkilometer. Auf seiner letzten planmäßigen Südamerika- fahrt hatte das Luftschaff „Graf Zeppelin" nicht weniger als 18 Königinnen an Bord. Es handelt sich dabei allerdings nicht um gekrönte Häupter, sondern um Bienenköniginnen, die an der Spitze ihrer Schwärme nach Santo reiften. Die königlichen Gäste wurden zunächst mit bem Sonderflugzeug der Deutschen Lufthansa nach Friedrichshafen gebracht, um dort in das Luftschiff verladen zu werden, das sie mit nach Rio beförderte. Bon dort reiften sie mit einer Maschine der Syndicato Condor Ltda. nach Santo, wo sie nach ber langen Luftreise wohlbehalten eintrafen. Nordwolle unb Danatbanf im Lahusen-Prozetz. In der letzten Sitzung des Lahusen-Pro- z e f f e s kam u. a. auch der Betrug an ber Danatbanf zur Sprache. Die Anklage wirft Karl Lahu - s e n vor, unter falschen Vorspiegelungen von ber Danatbanf Krebite bezogen zu haben. Ueber das Banfhaus Lohse war die Nordwolle mit der Danatbanf in Verbindung gefommen. Karl ß a - Husen schilderte, wie der Leiter ber Danatbanf, Golbschmibt, sich bemüht habe, den gesamten Kreditbedarf der Nordwolle in der Danatbanf zu konzentrieren. Ein Kreditangebot von 5 Millionen Pfund wurde von der Nordwolle dagegen nur zur Hälfte angenommen, obgleich die Danatbanf barauf gebrungen habe, ben Kredit voll auszunutzen. Im Jahre 1930 seien bie Kredite aber plötzlich ein- geschränkt worden. In großer Erregung führte Karl Lahusen dann weiter aus, daß, wenn die Danatbanf die Nordwolle nicht überall schlecht gemacht hätte, die Nordwolle heute noch bestände. Wettervoraussage. Da sich über Finnland ein kräftiges hoch aufgebaut hat, ist der ozeanischen Störung ber Weg nach Osten versperrt, weshalb sie sich mehr füb- östlick auszubreiten versucht. Ueber den britischen Inseln sind durch sie bereits verbreitete Niederschläge gefallen. Ueber Deutschland herrschen zur Zeit zwei verschiedene Windströmungen, die eine läßt aus dem nordöstlichen hoch fontinentale Kaltluft ausfließen, während die andere an der Vorderseite des westlichen Tiefs Warmluft zum Aufgleiten bringt. Infolgedessen kommt es zu stärkeren Dunft» unb Söolfenbilbungen, wobei stellenweise sogar leichter Regen möglich ist und die Temperaturen sich zwischen Tag unb Nacht mehr ausgleichen. Zwischenburch bürste sich aber auch noch der Hochdruckeinfluß bemerkbar machen und Aufheiterung bringen. Aussichten für Freitag: Neblig-wolkig, auch aufheiternd, milder, stellenweise etwas Regen. Aussichten für Samstag: Weiterhin vielfach dunstig unb bewölkt, babei Temperaturen zwischen Tag unb Nacht mehr ausgeglichen. Lufttemperaturen am 18. Oktober: mittags 10,6 Grad Celsius, abends 4,2 Grad: am 19. Oktober: morgens 2,1 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum 0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Oktober: abends 8,4 Grad: am 19. Oktober: morgens 6,2 Grad. — Sonnenscheinbauer 3 Stunden. macht au» der Wäfche Haa^efi$fl< OKTOBER ötn Derha gord war na udaub“ in Jel Detroits, küm vertrieb sich rr.it dem Bau Dir \7?A., ö-e r^örter um ö.A Wohl Unitrldjriit des bieltr ruhig an unb erklärte, ba1 lobe, sich Zu äu er nicht „3nbuftrie«®ei perplcr, bann vi bah f)?nrt) Forl Etachel tu lört an Brol ■äs®;; S.?S7 &;«$ Är,!l< Dies ft 6 ^er sii ft» »i£abt h- “4nbe "5 Uns teäS- ‘”*3; (Nachdruck' 0 C A"l " 1^" gieidjblei J;Äii9eber v mnöglichketiki Ä"sach>.'nlang ieieill** Zwilch- KTS« Administration), if«bei rt'f,39c't ttridj-n 6e|rtz« " l? gebauer *jr wurde, da E'n Sieb vom Glück. Vornan von Anny von panhuys. 28 ifortjeRung Nachdruck verboten.' „Wo ich länger bleiben muh als vier Wochen, ‘ fühle .ch mich nicht wohl", ertinrte er. ,^ch liebe Abwechslung und Veränderung sehr." Olga nahm am Gespräch nicht teil — sie dachte nur traurig: 2a, es war so, Abwechslung und 23er» änderung liebte Ramon Dega über alles und übersah dabei, daß es ein Herz gab, das für ihn jedes Opfer fähig gewesen wäre. Er wandte sich an sie. „Run werden Sie uns bald verlassen, baronessa, Ihre Freundin wird Sie na» natürlich sehr vermissen!" Er blieb stehen. „Gestatten Sie, meine Damen, daß ich mich jetzt verabschiede!" Er reichte beiden die Hand und ging dann aus ein elegantes, ein wenig versteckt liegendes Weinlokal zu. Kaum war er in der lür verschwunden, wovon sich Olga durch eine Kopfwendung überzeugt hotte, say sie eine Dame auf das Lokal zusteuern. „Entschuldige einen Augenblick", raunte sie Marlene zu, „ich muß die Dame da von nahe sehen." Sie machte schon kehrt, und Marlene beobachtete mit Verwunderung, daß Olga aus das Restaurant zuging und einer sehr eleganten jungen Dome den Weg abschnitt. Diese selbst war auch ein wenig erstaunt, als eine schmale Rotblonde sie am Weitergehen verhinderte, sie mit großen Augen zornig anfunkelte unb den Mund öffnete, als wolle sic erregt losschimpfen. Aber sie schwieg, wurde sehr blaß, murmelte etwas, was vielleicht Verzeihung! heißen konnte und lief einfach davon. Die elegante junge Dorne zuckte die Achseln und verschwand gleich darauf hinter der Drehtür des Restaurants. Olga aber hatte nun Marlene erreicht, die auf sie gewartet hatte und vorwurfsvoll sagte: „Was wolltest du denn nur eben von der Dome? Kennst du sie benrt? Es sah von weitem fast so aus, als hättest du die Absicht, ihr Vorwürfe zu machen." Olga nahm den Arm der Freundin, preßte ihn fest. „Ich wollte das auch, und ich konnte nichts dafür, es kam so über mich." Sic zog sie in eine stillere Seitenstraße, stotterte: „Ich dachte, die Dame ginge vielleicht zu Ramon Vega: er hat doch sicher in dem Weinrestaurant ein Zusammentreffen. Ich — ich — ‘ Sie schluckte, schloß mühsam: „Ich habe aber nichts 3u der Dame gesagt. Ich riß mich zsammen." Sie stöhnte: „Ich bin ja verrückt." Marlene war bestürzt. Daß Olga in den Argen, linier verliebt war, darüber war sie sich klar. Aber sic hatte nicht geglaubt, die Liebe säße besonders tief. (£s mar also die höchste Zeit für Olga, aus seiner Nähe zu kommen, denn ihre Liebe war aussichtslos. Es wäre schade um Olga, wenn sie sich noch tiefer . verstrickte In das Netz der Liebe. S»e selbst wußte I ja, wie weh die Tränen taten, die man einer Unglück» I lichen Liebe nachweint. Sie wußte, w:e heiß Tränen brennen, die man in stiller Nacht in die Kissen weint. Sie kauften später ein unb spazierten bann gemächlich den Steinbamm hinunter, wo sich auch das große Bariet6 befand, in dem „los quatro Argentinos“ auftraten. Plötzlich stieß Olga die Feunbin an. „Sieh boch, Marlene! Da drüben geht er ja mit ihr." „Wer geht mit wem?" fragte Marlene, die mit den Augen auf der anderen Straßenseite herumsuchte. O-'go erwiderte fast ungeduldig: „Ramon Sega mit der auf getafelten Person von vorhin!" Jetzt begriff Marlene, und eben entdeckte auch sie das Paar. Ramon Vega schritt neben der Dame von vorhin her. Sie trug ein weißes Kleid mit Jäckchen aus schwarz und weiß getupfter Seide. Sehr schick sah bie Dame aus, wie aus einem eleganten Mobe- jcurnal herausgeschnitten. Das Wort „aufgetatelt" mußte man Olgas Zorn zugute halten. Unglücklicherweise kam das Paar über den Fahrweg, und eine Minute später grüßte Ramon Sega Marlene unb Olga. Die Dame grüßte mit unb stutzte beim Anblick Olgas. Sie erkannte sie anscheinenb sofort wieder und sagte lebhaft etwas zu Ramon Sega. Marlene stellte fest: bie Dame war sehr hübsch. Olga war wie gelähmt. Ganz deutlich hatte sie bemerkt, baß bie Begleiterin Ramon Vegas ihn auf sie aufmerksam gemacht hatte. Sie zog Marlene an ein Schaufenster. „Wir wollen ein paar Minuten hier stehenbleiben, bis bas Paar einen orbentlichen Vorsprung hat." Sie weinte fast. „Nun hat ihm bie widerliche Person das von vorhin erzählt. Ach, ich bin froh, bald wegzukommen. Am liebsten reise ich schon morgen, damit ich ihn nicht mehr sähe." Marlene erwiderte ernst: „Das solltest du wirklich tun. Ich glaube, es wäre für dich am besten." Olga nickte: „Ich werde es tun, Marlene, es ist wirklich für mich das beste. In ein paar Tagen müßte ich ja boch weg." Sie tupfte heimlich mit ber Spitze bes rechten Zeigefingers an den Augenwinkeln herum. Sie verspürte eine tolle Eifersucht auf bie Frembe in bem weißen ftleibe unb beneidete sie glühend. Die Vergnügungsstätten der großen Hafenstadt wurden lebendig. Vor bem Varietö auf bem Stein- dämm fuhren bie Autos an, denen Herren unb Damen in elegantem Adenbanzug entfliegen. Es war Sommer, unb viele Durchrcifenbe waren unter ben Besuchern bes großen Varietes. Auf ben Anschlägen unb auf ben Programmen war die Nummer: „Los quatro Argentinos“ besonders fett gedruckt. Die Baronesse befand sich in ber Garderobe Marlenes unb half ihr beim Ankleiden. Sie hatte das , von Anfang an sehr gern getan. Später ging sie dann manchmal in dcn Saal, wenn chr Marlene eine Eintr.ttskarte besorgt hatte: aber oft hörte sie auch van einer Kulisse aus ben Sorträgen „her vier Argentinier" zu. Marlene ftanb vor bem großen, einfachen Spiegel ihrer Garderobe unb legte noch ein wenig von bem dunklen Puder auf, ben sie abenbs benützte, um etwas süblänbischer zu wirken. Sie trug schon das hellgraue Kostüm unb bie Reitstiefel aus glänzend» schwarzem Lackleder. Um den Hals trug sie ein weißes Tuch, in einen einfachen Knoten geschlungen. Sie nahm die bereitliegenbe Gitarre, übte ein paar Griffe. „Mit bem Spiel wirb es jeden Tag besser", meinte sie zufrieden. ,Zch zupfe schon kräftig die Begleitung mit." Sie trug im braunen Wellenhaar über den Ohren zwei rote Nelken, dazu fingerlange, goldene Ohr» gelänge. Beides gab chr ein fremdländisches Aus» sehen Sie blickte sich ernst und prüfend im Spiegel an, stellte fest: „So würde mich vielleicht nicht einmal mein Vater erkennen, wenn er nicht genau wüßte, wer in dem Kostüm steckt. Das heißt, er hat mich bisher ja auch noch nicht so gesehen." Sie lächelte matt und dachte, Achim von Mallen konnte unten im Saal sitzen, unb es fiele ihm sicher nicht im entferntesten ein, sich mit ber Argentinierin in Zusammenhang zu bringen, bie neben Ramon Vega saß. Wie aus weiter Ferne hörte man Marschmusik. „Die Eröffnungsnummer!" sagte Olga. „Wir haben also noch sehr lange Zeit bu bist heute viel zu früh fertig." Sie spielte mechanisch mit einer kleinen Schere. .Höre, Marlene, es bleibt also babei, ich reife morgen." Es klopfte an unb eine wohlbekannte Stimme klang: „Darf ich eintreten?" Olga zuckte zusammen, wollte Marlene verhindern, bie Frage zu bejahen: aber ehe sie bazu kam, hatte Marlene bereits geantwortet, unb gleich barauf trat Ramon Vega ein. Er grüßte, blickte zu Olga hinüber. „Baronesse verzeihen Sie — aber ich dachte mir, daß ich Sie hier finden würde! Ich soll Sie nämlich im Namen einer Dame fragen, bie Sie absichtlich anrempelten, was Sie eigentlich von ihr wollten?" Olgas Gesicht hatte sich vor Derlegenhett bunfel- rot gefärbt; aber ber Ton war fast trotzig, in bem sie zurückgab: „Ich glaubte, in ber Dame eine unangenehme Person zu erkennen, ber ich etwas zu sagen hatte. Ich sah bann aber, ich hatte mich geirrt Bestellen Sie das, bitte, der Dame, und dazu meine Entschuldigung!" Sie erhob sich unb ging aur Tür. „Marlene, ich werbe jetzt in ben Saal gehen. Auf Wiebersehen nach deinem Auftreten." Sie nickte bem Argentinier flüchtig zu unb verließ bie Garderobe. Ohne sich um Marlene zu kümmern, folgte Ramon Bega sofort der Baronesse. Er Holle sie auch ein, faßte sie beinah schroff am Arm unb zog sie mit sich in einen Gang, ben nur spärliches Licht wenig erhellte. Mit beiben Hänben hielt er sie fest, neigt* sich und küßte sie. Wie Feuerbränbe, die er in ihr Blut warf, waren seine Küste, unb sie sah seine schwarzen Augen so nahe vor ihren Augen, baß sie verwirrt die Lider schließen mußte. Sie taumelte, als er sie endlich losließ, aber als sie beseligt zu ihm aufschaucn wollte, raunte er ihr zu: „Eifersüchtige kleine Person, jetzt bist bu wohl zufrieben?" Er lachte mll seinem Raubtiergebiß auf sie nieder unb oerschwanb, benn es kam jemand den Ganz entlang. _ Olga aber, die ebenfalls die näherkommenden Schritte hörte, fief wie gejagt hinaus sie ftanb bann auf ber Straße mitten im abenblichen Leben ber Großstadt, das sie wie ein Strom mit sich riß. Ohne zu wissen, was sie tat, ging sie mit so vielen in einer Richtung, ließ sich treiben. Sie war vollständig ver- stört. Sie schämte sich zum Erbarmen. Ihr war, als müste ihr jeder Mensch ansehen, was chr geschehen war. ^Die Alster war plötzlich da, schimmerte, lockte: spring hinunter! Dann ist alles wieder gut! Es lauste unb brauste in Olgas Ohren, sie hörte unb fah nichts mehr, torkelte barauflos, gelockt von dem Wasser. Am Ufer wollte sie entlang gehen, bis sie irgendwo eine stille Stelle sand. Dort sollte es geschehen, was geschehen mußte Und sie fand diese stille Stelle nach einer halben Stunde. Hier war der rechte Platz. Eine Hand legte sich auf ihren Arm, und als sie verwirrt hochsah, blickte sie in bas Gesicht einer alten Frau — ein Gesicht, bem Güte unb Menschenliebe einen wundersam harmonischen Ausdruck gegeben hatten. Olga fragte verwirrt: „Was wollen Sie von mir?9. Wie eine Bettlerin sah die Frau nicht aus, das erkannte sie auf den ersten Blick. Die Alte lächelte ernst: ,Hch wollte Sie von etwas zurückhalten, was kein Mensch tun sollte, am aller- wenigsten aber ein so schönes, junges Menschen» kind wie Sie! Warum wollen Sie sich das Leden nehmen? Olga hatte große Tränen in den Augen unb erwiderte offen: „Der Mann, den ich liebe, hat mich abscheulich behandelt." Die Alte nickte: „Es kommt oft vor, daß Tlänner liebende Frauen schlecht behandeln; aber umgekehrt gibt es das auch. Kommen Sie, Kind! Ich wohne nahe von hier. Und bei mir zu Hause erzählen Sie mir Ihr Leid." Olga wußte nicht, warum sie so schnell nachgegeben: aber es lag etwas Beruhigendes in der Stimme der asten Frau. Wie Frieden unb Trost ging es von ihr aus. (Fortsetzung folgt.) * a Jl* a ___ Ä _ hattet den Samstagabend (2l.Ottober) frei für die Stabtkirche. Der Evangelische Lund labet hiermitzu einem IvIlflllllPlllmi) BilflHiW ®ßoflnaeiuitjenKöenö yjlllllll H 111 lieg /Ha Ml 91 BH Sf I BEßBlB 'MW 68 83 ■ 18 Außerdem wirken mit der Evangelische Kirchengesangverein (Dirigent Lehrer Linbenstruth), ^rl. IdaSlommler (Alt), W V H10 $1 vlll v Vm V W 8B 30 & m U>V LF «( W& LL U Ä/ 31 der Organist der Stabtkirche Herr Lehrer Simon. Der neue Führer des Zweigvereins Gießen vom Evangelischen ——--___________ w 2und Herr Pfarrer Trapp wird durch ben Äundesführer Herrn Pfarrer 3erd In sein Amt eingeführt Jeder (Joan- gelische muß es als seine pflicht betrachten, teilzunehmen, vieles für ihn Wissenswertes werben bie JUbner vor- I bringen. - Eintritt ist frei, Programm 10 Pfennig. KirchenSffnung 19 sthr, Anfang 19.30 Uhr. Dauer 2 Stunden. ---- 2-A.des Hessischen Hauptvereins-Dorstanbes: Fischer. (6436D)5ür ben Zweigoerein Gießen: v. (5all, (Schmoll. Voranzeige: Am Samstag, 28. Ott., 20 Uhr, spricht im Martussaal Herr prof. (S. Hans Schmidt-Halle (früher In Gießen) über Luther unb das Such der Psalmen". Alle Svangellschen sind auch hierzu herzlichst elngeladen.SIntrttt frei. Strickwaren flotte, solide Machart Damen-Pullover reine WoUe ... 3.30. 2.90, 2.50 Damen-Jäckchen reine WoUe. .. 4.70, 4.50. 3.95 Damen-Westen reine WoUe .. 7.20, 6.50. 4.50 Herren-Westen reine Wolle.......6,45, 3.90 Herren-Pullover 0 u. m. Arm reine Wolle... 3.30. 2,50, 1.90 Kind.-Pullover,-Sweater, -Westchen, größte Auswahl M. G. Grode Frankfurter Straße 17 __6442 0 Vereinigung eßem. liess. Grenadiere. Anläßlich deo 2iöbr. Bestehens hnbet am Samstag, dem 21. Oktober 1933, s Ubr im „vefi. Hoi" ein Familien abend ftatt. ftür Unterhaltung ist bestens geforgt. (433 D Ter Vorstand. V.LB. Gießen Samstag, 21. Ott. abends 87» Uhr Samiitenabenö ,,BeremSbeim"^«>M Stadttheater <■ieU.ii «Mi > Freitag, 20. CfL, 20—22.30 Uhr 3. ffrreitrm • Abonn. Gewöhnliche Prelle Tie Hermannsschlacht. Drmnao.H.o.KIeiÜ Jin Zeichen des Wiederaufbaus der Wirtschaft bietet altangefebcne deutsche Gebens - v ersieh evungs - Gesellschaft tüchtigem s-achmann aussichtsreiche, gutbezahlte Anstellung im Außendienst. Der wichtige Srsaukfattous- und Rcifevosten wird vornehmlich zur Untcrtüfcuna beü über- lüfteten öeajnäleitert« eingerichtet. Gleichzeitig wirb auch Nichtfachleuten, deren Einarbeitung durch geschultes Personal erfolgt, Oicleaenbcit »ur Gründung einer guten Ernten, geboten. Beste Aufstiegsmöglichkeiten bei Bewährung! Ausführliche Bewerbungen mit Lebenslauf, Lichtbild und bet Fachkräften irnolgSnachwellen erbeten unter 6437V an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Berich vieaenbeit ungesichert! 3‘fai am nationalen Daß 9br alle den Willen habt m Dem wervenden, freien Deutschland! Kein Deutscher ohne ©parbud). 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Heute Mittwoch, morgens 8 Uhr. verschied plötzlich durch Herzschlag unsere Mutter, Schwiegermutter, Grobmutter, Schwester und Tante Frau J.Wolf Ww., geb. Kluge. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Karl Wolf, Glasermeister Bernhard Wolf, Kaufmann. Gießen, Wieseck, den 18. Oktober 1933. Die Beerdigung findet Samstag, den 21. Oktober, vormittags um 11% Uhr, aut dem Neuen Friedhot statt Belr.: Beschaffung von Bildern für Volks- unb Berufsschulen. Die Beschaffung von je 97 Bildern Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg unb des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler, mittlerer Größe, und von je 7 großen Bildern ist aur Ausschmückung ber Schulräume in Aussicht genommen. 6445C Brav, tucht. oeo?« Hausmädchen für tagsüber gesucht. Wilbelmftrafre 45 p Mbl.Zimmer mit voller Pension in Privathaus gesucht. Sckr. Augcb. mit Preis u. 06079 a. d. Gießener Anz. Schach KAISER’S KAFFEE beliebte Sorten H Mk. 2 -, 2.40, 3.- das Pfund Tätiger oder stiller oeina Teilhaber für reelles Unternehmen am hiesigen Platze gesucht. Erf. Kapital 12000 RM. Paul Mehl, Seilersweg 38 Amtsverkundigungen aus den oberhessischen Kreisen. ÄreiS Gießen. Die Molkereigenossenschaft e. G. m. b. H. Hungen in Hungen beabsichtigt, auf ihrem Grundstück Niddaer Straße 2 in Hungen zum Betrieb ihrer Molkerei einen feststehenden Dampfkessel einzubauen. Pläne und Beschreibung der Kesselanlage liegen 14 Tage lang, vom Erschei» nen dieser Bekanntmachung im Amtsver- fünbigungsblatt an gerechnet, auf der Bürgermeisterei Hungen zur Einsichtnahme für Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind bei Mcidung des Aus- fchlusfes binnen dieser Frist schriftlich ober zu Protokoll bei ber Bürgermeisterei Hun» gen vorzubringen. 6451C ÄreiS Büdingen. Die bem Kreisveterinäramt Büdingen obliegenben Amtsgefchäfte werben bis auf weiteres von ben Äreisoeterinärämtern Schotten unb Friedberg mitversehen. Der Dienst wird zwischen diesen Aemtern in ber Weise verteilt, daß die an der Bahn» linie Ober-Widbersheim — Nibba — Stockheim unb an der Bahnlinie Stockheim — Attenstabt — Höchst a. 0. N. unb alle östlich davon gelegenen Gemeinden in den Dienst- bereich des Kreisoeterinäramtes Schollen fallen, während alle wesllich dieser Linie lieyenden Orte von dem Kreisveterinäramt Friedberg in oeterinärpolizellicher Hinsicht Angebote für die Lieferung, getrennt für gerahmte und ungerahmte Bilder, sind bis zum 24. Oktober 1933, 11 Uhr, mit Mustern, verschlossen, mit der Aufschrift: „Angebote auf Lieferung von Bildern für die Volks- unb Berufsschulen" versehen bei uns, Stabthaus, Bergstraße 20, Zim» mer Nr. 12, einzureichen, woselbst bie Deffnung ber Angebote unb Bekanntgabe ber Angebotspreise im Beisein ber erschienenen Vertreter der anbietenben Lieferfirmen erfolgt Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Bartholomäus. . , «UllJC ciosD solvente eingeführte Verkäufer meiner erstklassigen Wollgarne Friedrich Otto Wernshausen Th. Vermietungen IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIL In unser. Häusern i. derBeethovenstraße haben mir 6081V 2X3«Kim.»Wohng. mit eingerichtetem Babu.Etagenheizg. unbinberHänbelstr. lX2-Zim.-Wobng nt. eingerichtet. Bad ver sofort ob. fväter zu vermieten, «omd Gieß. Wohnungsbau - 6e- noMenschft.Llcheretr.B p llllllllllllllllllllllllllllllllllll Gut möbliertes 0*077 WohD.-u.Schlafzinimer mit 1 ober 2 Betten, fl. warmes u. kaltes Waller,^entralhzg.' mruhiger Lagelauch an Ehevaar) au vermieten. Zu erfra.i.b. GefchäftSst. b. G. A. HAUSHALT.MARGARINE StammabschniH mit Bestellschein bitten wir jetzt zur Eintragung vorzulegen. KAISER’S WEIN und preiswert aus eigenen Kellereien Nr.2^Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, (9. Oktober (933 Henry Iord geht seinen eigenen Weg. Die Durchbrechung des amerikanischen Auto-Eode. Von unserem H.W v. D.-Äenchterstatter (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Neuyork, Anfang Oktober 1933. Henry Ford hat mal wieder die Lacher auf seiner Seite! Monateland haben sich die amerikanischen Autofabrikanten in Washington die Zähne an dem Entwurf des „Codes" für die Auto- I n d u ft r i e abgekaut, der gemäß Roosevelts Order gleiche Fabrikations - und Arbeitsbedingungen für die gesamte Automobil-Industrie schaffen und durch niedrigere Arbeitszeit und wenigstens glcichbleibende Löhne größeren Umsatz für die Arbeitgeber und erhöhte Arbeits- und Ver- dienstmüglichkeiten für die Arbeitnehmer schaffen soll. Wochenlang gab es viele Konferenzen und viel Gefeilsche zwischen den Gewerkschaften, den Fabrikanten, dem „Industrie-General" Johnson und anderen Beamten der NRA. (National Recovery Administration), bis glücklich der Entwurf des Codes fertiggeftellt war und durch Roosevelts Unterschrift Gesetzeskraft erlangte. Und wochenlang hat es gedauert, bis man sich endgültig darüber klar wurde, daß sich der größte Auto-In - d u ft r i e l l e , Henry Ford, absichtlich nicht an den Verhandlungen beteiligte. Henry Ford war nämlich währenddessen auf „Sommerurlaub" in seinem Sommer-„Camp" in der Nähe Detroits, kümmerte sich nicht um die NRA. und vertrieb sich die Zeit in seiner Tischlerwerkstatt mit dem Bau eines kleinen Windmotors Während die NRA., die liebe Konkurrenz und die Zeitungsreporter Himmel und Hölle und Bewegung setzten, um den Autokönig zu einer Stellungnahme und zur Unterschrift des Auto-Codes zu bewegen, bastelte dieser ruhig an seinem kleinen Windmotor weiter und erklärte, daß er keine zwingende Veranlassung sähe, sich zu äußern. Den Auto-Code unterschrieb er nicht. gleichschaltete und für die somit geschaffenen neuen Arbeitsstellen 5000 Kriegsteilnehmer einstellte. Diese Geste zog gewaltig. Aber Johnson ließ nicht locker. Er wollte Ford wirtschaftlich zur Unter- schrift zwingen und veranlaßte verschiedene einzel- staatliche Behörden zum Erlaß einer Verordnung, daß staatliche Betriebe ihren Bedarf nur bei solchen Produzenten decken dürften, die durch Unterschrift des Codes ihres betreffenden Industriezweiges die Berechtigung zur Führung des „Blauen -Adlerzeichens" erwirkt hatten. Das war gegen Ford gerichtet. Aber als diese Amtsstellen die nächsten Ausschreibungen für Kraftwagen erließen und Fords Angebot unter Hinweis auf die neue Verfügung ablchnten, wies dieser ihnen juristisch unanfechtbar nach, daß sie sich auf Grund des Strafgesetzes, dem der Begriff des „Blauen Adlers" unbekannt ist, bei q u a l i - ativ gleichem Angebot für die billig- st e Offerte zu entscheiden hätten. Zu ihrem Leidwesen mußten sie F o r d w a g e n kaufen. — Um aber einen möglichen Boykott der Amtsstellen durch um so größere Gunst beim Publikum aufzuwiegen, ließ Ford gleichzeitig durchblicken, daß er mit dem Gedanken spiele, seinen Wagen während eines bestimmten Zeitraumes (genannt wurde zunächst ein Jahr) zum Selbstkostenpreis zu verkaufen, eine Andeutung, deren bloße Erwähnung seine Konkurrenten erschaudern ließ. Aber „Industrie-General" Johnson gab sich noch immer nicht geschlagen. Als nämlich die Fordwerke in Chester (Pennsylvania) und Edgewater (New- Jersey) eine nur viertägige Arbeitswoche mit einem höheren Wochenlohn als dem von der NRA. für die fünftägige vorgeschriebenen einführte, gelang es ihm auf dem Umwege über einige Gewerkschaftsführer, diese 8000 Fordarbeiter zu einem Streik gegen die viertägige Arbeitswoche zu veranlassen, um hierdurch die Herstellung von Fordteilen zu unterbinden. Aber auch in dieser Rechnung Johnsons schien etwas nicht zu stimmen, denn Henry Ford erklärte, daß er reichlich Einzelteile auf Lager hätte,und ließ kurzerhand beide Werke bis auf weiteres schließen, weil der Auto-Code hiergegen keine Bestimmungen enthält. Nachdem hierdurch Henry Ford der NRA. die Fürsorge für diese 8000 Mann zugeschoben hatte, mußte sich der „Industrie-General" nolens volens persönlich bemühen, die streikenden Arbeiter wieder zur Aufnahme ihrer A r be i t für seinen Widersacher zu bewegen. So steht der Kampf der NRA. gegen Henry Ford heute. Niemand kann Voraussagen, ob und wie er enden wird. Henry Ford hat aber mal wieder alle Trümpfe in seiner Hand: Der Name seines Produktes ist in aller Mund, die Sympathien der Massen sind auf seiner Seite und schließlich hat er ja noch immer den Ausweg, einen drohenden Zwischenfall durch Unterschrift des Auto-Codes im rechten Augenblick zu vermeiden. Die größte Ironie aber ist, daß Henry Ford von dem NRA.-Comite in Dearborn bei dessen Bildung zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde und auch heutigen Tages noch ist, da sich die Komitee-Mitglieder bei einer kürzlichen Abstimmung nicht darüber einigen konnten, ob man dem Industrie-Gewaltigen seinen Rücktritt nahelegen sollte oder nicht. Ob Henry Ford gegen den Auto-Code Stellung nimmt, weil er durch ihn gezwungen wäre, seine Geschäftsbücher der amerikanischen Handelskammer für die Auto- Industrie zugänglich zu machen, ist problematisch, da er sie bereits früher bei verschiedenen Gelegenheiten dem amerikanischen Schatzamt vorlegen mußte. Volkswirtschaftlich genommen hat aber der Wettstreit eine viel bedeutungsvollere Bewandtnis: Es ist der Verzweiflungskampf des letzten großen Vorkämpfers für industriellen Individualismus gegen die gleichschaltende Nationalisierung einer neuen Zeit. Aus der Provinzialhauptstadt. „Industrie-General" Johnson war zunächst perplex, dann verärgert und schließlich böse darüber, daß Henry Ford es wagte, wider Roosevelts NRA.= Stachel zu löcken und die Qualität des alleinseligmachenden „Blauen Adlers" anzuzweifeln. „Industrie-General" Johnson von der NRA war, wie gesagt, sehr böse und hätte ohne Präsident Roosevelts mildernden Einfluß sicherlich stärkere Maßnahmen gegen Henry Fords passiven Widerstand ergriffen. Aber solche Maßnahmen ließen sich nur ergreifen, w-mn dieser die für die Automobil-Industrie im Auto-Code festgelegten Bestimmungen verletzte, und da war guter Rat teuer, denn die nach Deaborn (bei Detroit) entsandten NRA.= Schergen konnten nur berichten, daß Henry Ford für seine dortigen 45 000 Arbeiter b e r e i ts seit Jahr und Tag Arbeitszeit und Löhne eingeführt hatte, welche diejenigen von der NRA. vorgeschriebenen um ein Beträchtliches übertrafen. Wie zum Hohn auf die NRA. führten die Fordwerke in jenen Tagen eine neue, teilweise um zwanzig Prozent verbesserte Lohnskala ein, und das Publikum applaudierte. Da der Auto-Code keine Zwangsmaßnahmen gegen solche Unternehmer vorsieht, die zwar seine Bedingungen einhalten, dagegen die Formalität der Unterschrift ablehnen, nahm der Wettstreit NRA. contra Henry Ford schließlich den Charakter einer reinen Prestige-Frage an, den das Publikum mit größtem Interesse und sportlichem Vergnügen verfolgt Da rechtlich nichts zu machen war, versuchte Johnson mit Hilfe des amtlichen Apparates den „Druck der öffentlichen Meinung" spielen zu lassen. Aber damit kam er nicht weit Denn erstens hatte Henry Ford den Beweis erbracht, daß er seine Leute erheblich besser entlohnte, als es die NRA. vorschrieb, und zweitens ging er zur Gegenoffensive über, indem er diefenigen seiner Betriebe, die noch mehr als die vom Auto-Code vorasschnebe- nen 35 Stunden arbeiteten, auf diese Arbeitszeit Hanöwerk — Lobenswert Wer einmal darüber nachdenkt, was das Handwerk für den Menschen bedeutet, der es ausübt, was es von ihm fordert und welchen Lohn es ihm schenkt, der wird finden, daß dies alles schon in dem Wort Handwerk liegt. Gleich einer Schale umschließen die Worte Hand und Werk das Dasein eines Menschen, der sich einem Handwerk gewidmet hat. Damit das Werk werde, müssen die Hände sich regen, fleißig, unermüdlich! Richt gleich find sie geschickt genug, den Stofs zu formen. Lange Jahre der Hebung gehören dazu. Man sieht den Händen die Arbeit an. Oft find sie schwielig und zerfurcht, der Stoff hat ihnen feine Merkmale aufgedrückt. Hände find es, aus denen die Arbeit eines ganzen Lebens spricht mit feinen Mühen und Sorgen, feinem Kampf um das Werk. Hände sind es, die am Lebensabend nur noch das Werk streicheln können, das ihre Kraft verbraucht und verzehrt hat. Die Hände formen den Stoff. Gleich ist es, ob sie sich an Metall, Holz oder irgend einem anderen Material versuchen, denn ein Werk kann nur entstehen, wenn der Mensch dem Stoff seine Seele ein- haucht. Der Mensch ringt mit dem Stoff, ihm will er seinen Willen aufzwingen. Die Hände werden zu Mittlern der Seele, des Charakters. Der Mensch gibt dem Werk erst einen Sinn, er legt seine Liebe und Freude, einen Teil seines Selbst hinein. Wie die Hände, so meistert auch der Mensch nicht gleich den Stoff. Manch einer kann arbeiten, aber noch nicht gestalten. Erst der Mensch, der einen gefestigten Charakter hat, einen geschlossenen Willen besitzt, kann schöpferisch tätig sein und den Sieg über den Stoff erringen. Darum spricht auch jeder von einem Werk mit Achtung-, weiß er doch, daß es etwas Wertvolles ist. In der Werkvollendung liegt zugleich die Freude. Sie ist Lohn für das Geschaffene und Antrieb zu weiterer Vervollkommnung, zu neuem schöpferischen Tun. So wird sie zum Segen, denn sie läßt den Menschen nicht stillstehen, ihn vor dem Stoff zurück- schrecken oder ihn gar unterliegen. Scheint es nicht, als ob uns beim Wort Handwerk der Ablauf des ganzen Lebens entgegentritt? In der Kindheit ist der Staff noch stärker, als der Mensch. Je älter und reifer der Mensch wird, desto mehr wachsen die Kräfte. Schon meistern die Hände den Stoff, noch ringt aber mit ihm der gestalten- wollende Mensch. Dann winkt der erste Sieg: der Mensch macht sich den Stoff untertan, zwingt ihm seinen Willen auf. Und weiter geht es van Aufgabe zu Aufgabe, zu neuem Ringen und Gestalten, bis am Lebensende die Kräfte versagen. Wahl fühlt der Mensch eine leise Wehmut, wenn die Zeit des Kampfes vorbei ist, aber er fühlt auch die Freude und den Segen aus feinen Werken strömen. Er sieht sich selbst in ihnen, denen er sein Bestes gab. Und im Werke lebt er weiter, auch wenn er nicht mehr ist. So wird der Handwerksmeister zu einem Träger der Kultur feines Volkes, einer Kultur, die in ihren edlen Werken Zeugnis ablegt für das Streben und Können vergangener Zeiten, aber gleichzeitig die Gegenwart anspornt, in rastlosem Schaffen und Ringen aufwärts zu streben zu den Höhen der Menschheit. H. O. ASDAp. Die Kreisleitung weist alle Ortsgruppen des Kreises Gießen darauf hin, daß — soweit noch nicht geschehen — die Meldungen von der Straßensamm- lung am 10. Oktober und von den Listensammlungen für das Eintopfgericht bis spätestens Freitag, 20. Oktober, erfolgen müssen. Die nicht verkauften Gießener Gtadtthectter Schwenzen-Malina: „Am Himmel Europas." Dieses Schauspiel ist im richtigen Augenblick geschrieben worden: was hier dargestellt wird, ist von bezwingender Gegenwärtigkeit und brennender Aktualität in einer Zeit, da wieder einmal die Augen der ganzen Welt auf Deutschland gerichtet sind. Es rührt an-Probleme, von deren Lösung unsere Zukunft und die Zukunft Europas abhängen kann. Und wenn das von einem Schauplatz aus geschieht, der für solche Diskussionen zunächst etwas ungewöhnlich erscheint, so erweist sich im Lause des Abends, daß es nicht fo sehr auf einen vielleicht ein wenig abgelegenen Punkt unserer Landkarte ankommt, sondern darauf, wo der Herzschlag der Ration am lebendigsten zu spüren ist: wo nämlich die Jugend, die kommende Generation gläubig und tätig für die Zukunft des Volkes sich einfetzt. * Wir befinden uns in einem Segelfliegerlager an der Ostsee. Wir werden von jemandem, der dabei war, mitten hineingeführt in den Betrieb und lernen das Leben und Treiben, das Tun und Denken dieser jungen Leute — und auch der älteren, die dabei sind — aus nächster Nähe kennen: ihre unbeschwerte Fröhlichkeit, ihre unbedingte Kameradschaftlichkeit, ihre Werkgemeinschaft, ihre Freude an der Eroberung und Beherrschung der Lust: und aus der Gemeinschaft heben sich auch bald die Einzelschicksale heraus, die heiteren und die ernsthaften. Da ent- spinnt sich eine kleine, zarte Liebesgeschichte. Und da enthüllt sich ein Stück bitteren Alltags, wie er heute in Deutschland von Tausenden und aber Tausenden durchlebt und erlitten • ib überwunden wird. Zwar ist dies alles nur eine Milieuschilderung, eine sehr treffende und lebendige ohne Zweifel: auch ist das Stück in allen vier Akten nicht eigentlich im tiefsten Wesensgrunde dramatisch, sondern eher ein Schauspiel der Stimmungen und der Diskussionen: aber diese Diskussionen — das ist entscheidend für den Betrachter und Zuhörer — kreisen um Dinge, die uns gerade heute bewegen und innerlich an- gehen müssen, uns, die wir soeben aus dem Völker- bunde ausgetreten sind und die große Friedensrede des Kanzlers an die Welt mitangehörk haben. Es findet nämlich in dieser Fliegerschule am Rande des Reiches eine Begegnung zwischen den Sager« bewohnern und fremden Besuchern statt, zwischen Deutschen und Franzosen. Es ist da eine Studienkommission französischer Journalisten auf der Rundreise durch Deutschland begriffen und kommt auch zu einem kleinen Abstecher zu den Segelfliegern in den Ostseedünen. Ach, der Besuch ist kurz und flüchtig, die Herren haben keine Zeit und sie sind überhaupt keine Zierde ihres Berufes, sie verstehen nicht einmal deutsch, und was sie in ihrem Blatt berichten werden, wird ein falsHes und schiefes und oberflächliches Bild des Landes.ergeben, das sie bereifen. * Es ist aber noch einer zu Besuch gekommen, ein junger Außenseiter mit offenem Blick und herzhafter Aufnahmebereitschaft, der auf eigene Faust auszog von Paris, das rätselhafte Land jenseits der französischen Ostgrenze zu entdecken. Der sieht mehr und erlebt etwas ganz anderes als die bejahrten und eiligen und offiziellen Kollegen: er entdeckt das Deutschland von heute, wie es wirklich ist; er entdeckt und erlebt es so impulsiv und so gegenwärtig wie eine erste Liebe, und er stellt sich in ehrlicher Begeisterung zu kameradschaftlicher Mitarbeit unter die jungen Deutschen * Am schönsten wird das, worauf es Schwenzen- Malina in seinem Schauspiel antam, im zweiten Akt formuliert, in einer Unterhaltung zwischen diesem jungen Franzosen und einer deutschen Segelflieger-Studentin. Beide gehören der gleichen Generation an, beide haben ihre Väter an den Fronten des großen Krieges verloren, beide find tüchtige, gültige und überzeugte Repräsentanten ihres Lanoes und Volkes. Und beide erkennen in einem einfachen, manchmal ganz heiteren Gespräch den tieferen Sinn ihrer vielleicht zufälligen Begegnung ... Ziel und Aufgabe einer nahen ober ferneren Zukunft, das zu schaffen, was den Aelte- ren nicht gelang und den Kommissionen und Konferenzen nicht gelingen konnte: Verständigung von Jugend zu Jugend auf nationaler Grundlage, „und jede Jugend unter dem Signum ihrer nationalen Ehre". So ist dieses Schauspiel nicht nur ein gegenwärtiges Stück, ein Zeit-Stück im eigentlichen Sinn, sondern auch ein jugendliches, ein zuversichtliches und nach vorwärts weisendes Stück. Das sind die Elemente, die in der gepflegten und frischen Aufführung unter der Spielleitung von Anton Neuhaus mit Nachdruck betont wurden. Die Regie hat sich in die Atmosphäre und die geistige Haltung des Werkes inftinktsicher eingefühlt: sie fand ihren Höhepunkt in der verdichteten Stimmung und inneren Spannung jener grundlegenden Gespräche des zweiten Aktes. — Die Bühnenbilder der Herren Löffler und Keim gaben in ihrer hellen Farbigkeit, Weiträumigkeit und gestuften Beleuchtung eine glücklich empfundene Illusion vom Schauplatz. * Die Ensemble-Besetzung verriet ein gutes Gefühl für die hier notwendige Verteilung der Kräfte. Den Leiter der Schule, den „Käpten", gab Herr Hub sympathisch und überzeugend als einen richtigen Segelfliegervater, ruhig, energisch, zielbewußt, mit offenem Blick und offenem Herzen für seine Sache und die ihm anvertraute Jugend. Eine ausgezeichnete Leistung sah man von Herrn Marcks, der den jungen Vidal spielte: mit der anmutigen Leichtigkeit, der Heiterkeit und dem beweglichen Temperament, aber auch mit der Klarheit und zukunftsgläubigen Jugendlichkeit, die feine Rolle verlangt. Herr Löser stellte mit sicherem Gefühl den vollkommenen Gegentypus auf der deutschen Seite dar: ernst, ein wenig schwerfällig und manchmal gehemmt im Gefühl und aus früher Erfahrung, aber zuverlässig, begabt und zu außergewöhnlicher Leistung befähigt. * Sehr fein zeichnete Herr Kühne den alten Studienrat mit dem jugendlichen Herzen, in seiner illusionssemen, oft sarkastischen Humorigkeit, aber auch mit überlegener und manchmal nachdenklicher Lebenserfahrung. — Fräulein Wielander als junge Flugschülerin fand sich aus anfänglicher Verhaltenheit schnell in die wache Bereitschaft des gemeinsam klärenden Gesprächs und später in die heitere Gelöstheit eines starken und in sich ruhenden Gefühls. — Mit liebenswürdiger Unbekümmertheit sprach Frau Koch die treffsicheren und anzüglichen Randbemerkungen der studienhalber im Fliegerlager weilenden Gewerbelehrerin Minna Heckler. — Einen fröhlich lärmenden Chorus junger Flugschüler stellten Förderer, Michel, Tank, Nieren und Schorn, während die Herren L ü p k e, Volck, Geiger und F e u ß e r ein amüsant ab- geftuftes Quartett französischer Journalisten zum Besten gaben. * Der Beifall war herzlich und ausdauernd: mit den Darstellern erschien zuletzt auch der Spielleiter an der Rampe. hth. Festabzeichen sind bis zu diesem Termin zurückzugeben. — Der Beitrag zur Hilfskasse für den Monat November muß bis spätestens 18. bei Pg. Pape bezahlt fein. In der Ortsgruppe Gießen-Nvrd finden am kommenden Sonntag im Gewerkschafthhaus folgende Amtswaltersitzungen statt: 14 Uhr alle Amts- und Stabsroalter der Ortsgruppe, um 15.30 Uhr alle Amtswalter der NS.-Volkswohlfahrt. Die Führerin des BDM. Gießen-Stadt, Frau Elfriede Fischer, bittet alle Führerinnen, auch die der Jungmädels, zu einer Besprechung am morgigen Freitag, 18.20 Uhr, zu sich. Evtl, kann eine Vertreterin geschickt werden. Für die Ausführung des Films „Hitlerjunge Quex" im Lichtspielhaus Gießen find Karten im Vorverkauf bei den Amtswaltern der NSDAP, zu haben. Der neue Pfarrer der petrusgemeinde. Durch einstimmigen Beschluß des Kirchenvvrstan- des unserer Petrusgemeinde wurde Pfarrer Otto Trapp von Ulrichstein dem Landeskirchenamt als Pfarrer der Petrusgemeinde in Gießen und Nachfolger des verstorbenen Seelsorgers Lic. Waas kürzlich in Vorschlag gebracht. Die amtliche Ernennung des neuen Pfarrers durch die Kirchenbehörde steht unmittelbar bevor. Pfarrer Trapp wird morgen feinen Wohnsitz nach Gießen verlegen und am kommenden Samstag gelegentlich des Evangelischen Abends in der Stadtkirche bereits in das Amt des Führers des Zweigvereins Gießen des Evangelischen Bundes eingeführt werden. Pfarrer Trapp, der einer bekannten Gießener Familie entstammt, hat in den letzten sechs Jahren in großem Segen in Ulrichstein gewirkt. Ein neues Stück alter Gießener Baukunst. Ein günstiger Zufall fügt es, daß gerade in der Reichshandwerker-Woche ein Zeugnis alter Zimmer- mannsfunft wieder sichtbar geworden ist, das wahrscheinlich seit mehr als einem Jahrhundert unter Putz verdeckt lag. Durch Zusammenarbeiten der Bürgermeisterei mit dem Hausbesitzer (R. Lange) ist es gelungen, das Gebäude Sonnen st ratze N r, 5, das im Putz neu hergestellt werden sollte, ganz von diesem zu befreien und das schöne alte Fachwerk wieder zutage treten zu lassen. Als zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter dem Landgrafen Ludwig V. der botanische Garten, der bis an den Neuenweg reichte, zur teilweisen Bebauung frei- gegeben wurde, erfolgte die Verlängerung der jetzigen Schulstraße als „Neue Säue". Im Jahre 1612 war diese Durchlegung beendet, und die an der neuen Straße errichteten Häuser entstammen alle der Zeit um 1620. Sie haben auch sämtlich die gleiche Formengebung. Deshalb kann auch das neue, jetzt wieder im alten Kleid dastehende Haus in der Sonnenftrafje auf ein 300jähriges Bestehen zurückblicken. Es wird mit feinem kräftigen Fachwerk und den reichen Tauwerksprofilen zwischen den Balkenköpfen ein schönes Zeugnis alter Baukunst sein und gleichzeitig ein wertvolles Ergänzungsstück für das alte Straßenbild ,Hn der Sonne" bilden. Kartenausgabe „Deutsche Bühne". Man schreibt uns: Am Donnerstag, 26. Oktober, findet für die Donnerstag-Abonnenten der „Deutschen Bühne" (blaue Mitgliedskarten, ungrade Nummern) die für den Monat Oktober zweite Abonnements-Vorstellung statt mit einer Aufführung des Lustspiels: „Die Freundin eines großen Mannes", ein heiteres Spiel um eine Bühne, von Möller und Lorenz. Das reizende Lustspiel, das an den meisten Bühnen des deutschen Theaters lebhaftesten Anklang gefunden hat, wurde auch bei den bisherigen Aufführungen im Abonnement des Gießener Theaters mit herzlichstem Beifall ausgenommen. K a r t e n a u s g a b e für die Mitglieder des Donnerstag-Abonnements nur Samstag, 21. Oktober, von 16 bis 19 Uhr an der Theaterkasse, Johannesstraße. Als Ausweis sind die Mitgliedskarten mitzubringen. Nicht abgeholte Karten wer- Zeitschriften. — Die „I 11 u st r i r t e Zeitung" (Verlag I. I Weber, Leipzig) widmet in ihrem neuesten Heft dem Dichter Gustav Frenssen zum 70. Geburtstage einen reich illustrierten Beitrag, der sein Schaffen behandelt und zugleich einen Einblick gibt in das Land Dithmarschen, in dem Frenssen wurzelt. — Außerdem enthält diese Nummer einen schönen Bildartikel über den Baumeister und Plastiker Andreas Schlüter, den großen Schöpfer des norddeutschen Barocks. — Ein Aufruf zum Winterhilfswerk von Hans Friedrich Blunck appelliert an die Hilfsbereitschaft des deutschen Volkes. — Zahlreiche Kunftberlagen, unterhaltende Beiträge, Modeberichte u. a. m. runden den Inhalt des Heftes ab. Ood)fd>ulnod)rid)tetL Der Rektor der Universität Heidelberg, Professor Dr. Wilhelm Groh, wurde zum ordentlichen Professor für Arbeitsrecht, Prozeßrecht und deutsches bürgerliches Recht ernannt. Professor Groh ist am 13. August 1890 in Darmstadt geboren, habilitierte sich als Privatdozent 1922 an der Hessischen Landesunioersitcit Gießen und wurde hier zwei Jahre später zum Extraordinarius ernannt. Im Frühjahr 1927 folgte er einem Rufe nach Heidelberg. Von feinen Arbeiten seien genannt: „Erbfall und Verzug", „Koalitionsrecht" und „Deutsches 2lr« deitsrecht". In Berlin ist im Alter von 72 Jahren der bc« kannte Frauenarzt und Professor an der Universi- tät Dr. Alfred D ü h r s s e n an den Folgen eines schweren Nervenleidens gestorben. Dührssen, der seit 1888 an der Berliner Universität lehrte, hat in der chirurgischen Gynäkologie eine Anzahl grundlegend neuer Operationsmethoden angegeben und im Laufe der Jahre zahlreichen Müttern und Kindern durch seine segensreiche Tätigkeit das Leben gerettet. Landgerichtsrat Dr. Karl S i e g e r t, Privat- dozent für Strafrecht und Strafprozeßrecht an der Universität Münster, hat einen Ruf an die Universität Göttingen als Nachfolger von Professor Richard Honig angenommen. Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums ist Professor Hugo Steiner- Prag vom Reichsstatthalter in Sachsen als Lehrer an der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig entlassen worden. den (L Bedingungen durch den Kassenboten der Deutschen Dühne^bei einem Zuschlag von 0,10 Mk. pro Karte zugestellt. ^Hitlerjunge Quex" im Lichtspielhaus. Der Film ,^)itlerjunge Quef, der von heute ab im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, gezeigt wird, steht unter dem Protektorat des Reichsjugendführers Baldur von Schirach. Heute finden drei Fest- vorstellunge» statt, in denen die (Siebener Hitler- Jugend mitwirken wird. Zu jeder dieser drei Darstellungen wird der Einzug der Banner der Jugendoerbände erfolgen, ferner werden Fanfarenblasen und ein Dorspruch, von einem Gießener Hitler- Jungen gesprochen, den Austakt der BorfteUungen bilden. Um 18 Uhr ist eine geschlossene Dorstellung für die Jugendverbände vorgesehen. Der Film ,F)itlerjunge Ouex" wurde nach dem gleichnamigen Roman von K. A. Schenzinger aeschafsen und stellt das Hohelied des Kampfe, der Kameradschaft, der Liebe und der Menschlichkeit in packenden Bildern und Szenen dar. Strahlende, kernhafte, opferbereite Hitler-Jugend steht im Mittelpunkt der Handlung und des tragischen, heroischen Geschehens. Der Film will gleichzeitig ein Dokument der um Vaterland und Zukunft kämpfenden deutschen Jugend sein. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Berufsberatung und Lehrstellen« Vermittlung Dor einigen Tagen fand beim Landesarbeitsamt Hessen eine Besprechung mit Vertretern der Deutschen Arbeitsfront und der Wirtschaft über Fragen der Berufsberatung, Berufsauslese und Lehrstellen- Vermittlung statt Die Versammlung beschloß, daß in Zukunft grundsätzlich die gesamte Lehrstellenver- mittlung durch die Berufsberatungsstellcn der Arbeitsämter in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern der Wirtschaft erfolgen soll. Auf diese Weise wird vermieden, daß Jugendliche, die für einen Beruf nicht geeignet sind, trotzdem in die Aus- bildung zu einem solchen Beruf eintreten. Es sollen ferner nur diejenigen Lehrstellen besetzt werden, die eine Gewähr für eine gute und sachgemäße Ausbildung der Jugendlichen bieten. Die Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter werden eine genaue Feststellung der Berufseignung der einzelnen Jugendlichen vornehmen und entsprechend die Zuteilung derselben zu den verschiedenen Berufs- zweigen durchführen. Richtlinien über die Handhabung der Arbeit im einzelnen sind in Vorbereitung. Gießener Wochcnrnarktprenc. * Gießen, 19. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1,— Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse 4 bis 10, Eier (inländische) 13, Wirsing (grün), das Pfund 6 bis 12, Weißkraut 5 bis 7 Pf, der Zentner 3,— Mark, Rotlraut, das Pfund 6 bis 12 Pf., Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15, Rö- mischkohl 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, Unterkohl- rabi 6, Grünkohl 20, Rosenkohl 20 dis 25 Pf., Feldsalat 1,— Mark, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 25 bis 50, Schwarzwurzeln 25, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 50, Kartoffeln 3% Pf-, der Zentner 2,50 dis 2,80 Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 15, junge Hahne 70 bis 75, Suppenhühner 65, Gänse 60 bis 70, Enten 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 10 bis 30, Salat 5 bis 10, Salatgurten 15, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 6 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 15 bis 30, Radieschen, das Bund 10 Pf. Wornoti.icn. — Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 16 und 20.30 Uhr (18 Uhr geschlossene Vorstellung für die Jugend- Verbände) große Festvorstellungen ,Hitlerjunge Ouex". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die große Fahrt". — DAB. Gießen, Burschenschaftliche Ortsgruppe, 18 Uhr, „Hindenburg". — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, dritte Vorstellung im Freitag-Abonnement, Heinrich von Kleist: „Die Hermannsschlacht". Spielleitung der Intendant. Gewöhnliche Preise. Anfang: 20 Uhr, Ende: 22.30 Uhr. — Schachklub Gießen 1858. Am morgigen Freitag findet, veranstaltet vom Schachklub Gießen, wieder ein großes Simultanspiel statt. Dieses Mal ist es der Deutsche Meister Brinkmann, der dem Schachklub und allen Schachsreunden und Schachfreundinnen in Gießen die Gelegenheit gibt, im Simultanspiel an 30 Brettern gegen ihn spielen zu können. Da die Beteiligung entsprechend den bereits vorliegenden Voranmeldungen stark sein wird, bittet der Vorstand um rechtzeitiges Erscheinen um 20.15 Uhr im 1. Stock des Gewerkschaftshauses, Schanzenstraße, und um Mitbringen der eigenen Spiele, insofern es Normalspiele und Nor- malbretter sind. Zuschauer sind willkommen. Es ist niemand gezwungen, etwas zu verzehren. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. •* Des Tragen von Uniformen in den Schulen., Das Hessische Staatsministerium hat ungeordnet* daß innerhalb der Schulen ober bei Schulveranstaltungen außerhalb der Schulen andere Uniformen ober Trachten als bie ber nationalsozialistischen Organisationen nicht getragen werden dürfen, um unliebsame Zwischenfälle mit Angehörigen anderer Verbände zu vermeiden. •• Die Beschaffung von Bildern für die Volks - und Berufsschulen wird von der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil öffentlich ausgeschrieben. Es handelt sich dabei um Bilder Des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers zur Ausschmückung der Schulräume. Ein Einundachtzigjähriger. Schneidermeister Konrad Oehler, Neustadt 8, kann am heutigen Donnerstag in geistiger und körperlicher Frische feinen 81. Geburtstag feiern. "Am Sonntag kommen wir zu Ihnen! Aus dem Stabttheaterbiiro wirb uns geschrieben: Es bürste wohl ber Wunsch aller sein, „Die Vier Naihrichter" wieber einmal sehen zu können (Nauheimer Zeitung), benn foroas ficht man wirklich nicht alle Tage (Neue Leipziger Zeitung), ein solches Maß von Humor (Völkischer Beobachter), daß man sich in ber Tat Bauchschmerzen anlachen kann (Hannoverscher Anzeiger). Das macht ihnen keiner nach! (Leipziger Neueste Nachrichten.) Der Humor ist nicht bie geringste Kraft zum Wieber- ausbau (Wiesbadener Zeitung). Das Stück paßt in bie heutige Zeit wie nach Maß! (Neueste Zeitung Frankfurt.) Es müßte jebem zur Pflicht gemacht werben, bie Vorstellung ber „Nachrichter" zu be- suchen!!! (Leipzig am Wochenende.) Wir erwarten auch Sie! Das Gastspiel ist baher außer Abonnement unb zu Preisen von 0,50 bis 2,50 Mk. Die luftigen Burschen bringen ein tolles Stück mit Musik, Gesang unb Tanz zur Anführung: „Der Esel ist los". Anfang: 19,30 Uhr, Ende: 22 Uhr. • • Platzkonzert zur Reichs-Hand- w e r k e r w o ch e. Am morgigen Freitag, 16.30 Uhr, findet aus Anlaß der Reichs-Handwerkerwoche am Hitlerwall ein Platzkonzert statt, das von der Reichs- wehrkapelle unter Leitung von Obermusikmetster K r a u ß e ausgeführt wird. Vortragsfolge: 1. „Deut- scher Gruß", Tlari$ (Schifferi); 2. Dramatische Ouvertüre (Blon): 3. „Aus dem Süden Italiens", Tarantella (Friedemann): 4. Rujsijche Rhapsodie (Heusser): 5. Szenen aus ber Oper „Der Trouba- bour“ (Verdi), 6. „3m bunten Rock", Marsch (Jesjel). Ausstellung alter Zunstbriefe. Aus Anlaß der Reichshandwerker - Woche zeigt gegenwärtig Wagnermeister Heinrich M ü h l i ch, Damm- straße 22, an feinem Hoftor hinter Glas und Rahmen vier prächtige alte Zunftbriefe aus ber Zett des Gründers der Firma. Es handett sich um Dokumente aus den Sauren 1807 und 1809 usw , die Arbeitsbescheinigungen darstellen und von den Zünften ausgestellt worden waren. Die zum Tett in Stahlstich, zum Tett in Buchdruck hergestellten Ur- künden zeigen interessante landschaftliche Darstellungen (Gießen, Weilburg) in Verbindung mit den verschiedenen Zunftzeichen der Wagner. Schöne alte Siegel erhöhen den Wert und bie fulturbifto- rische Bebeutung biefer Dokumente. Die Wagnerei Mühlich befinbcl sich seit über einem Jahrhundert im Besitz der Familie Mählich. . • * Evangelischer Abend in Gießen. Der Evangelische Bund veranstaltet am kommenden Samstag, 21. Oktober, in der Stadtkirche bei freiem Eintritt einen Evangelischen Abend. Das Thema des Abends lautet: „Wir Protestanten im Dritten Reich". Maßgebende Führer des Evangelischen Bundes in Hessen werden sprechen. Der eoange- lisch« Kirchengesangverein unter Leitung von Lehrer Lindenstruth, Frl. Stammler und Stadt- kirchenorganist Lehrer Simon werden durch ihre Kunst zur Verschönerung des Abends beitragen. Unsere evangelischen Mitbürger seien auf die heutige Anzeige besonders hingewiesen. " Die Baugenossenschaft 1 894 versammelt ihre Mitglieder am morgigen Freitag, 20. Oktober, 20.30 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Schanzenstraße, zu einer außerordentlichen Generalversammlung. («iehe Anzeige im „Gießener Anzeiger' vorn 9. Oktober.) Die neue Leitung der Ge- nosienschaft wird Bericht über ihre Tätigkeit seit der Amtsübernahme erstatten. Wie man hört, soll bei dieser Gelegenheit auch über die weiter zurück- liegenden Geschäftsvorgänge bei der Genossenschaft berichtet werden. Den Mitgliedern der Genossenschaft ist das Erscheinen zur Pflicht gemacht. • • Sterbefälle in Gießen. In der Zett vom 1. bis 15. Oktober starben in Gießen: 2. Luise Kling, geb. Rüspeler, Wwe., 64 Jahre alt, Stephan- strahe 36; 5. Sardine Hirsch, aeb. Kay, Wwe., 88 Jahre alt, Marktstraße 32; 6. Lina Keil, geb. Mal- fomefius, Wwe., 62 Jahre alt, Neustadt 6; 6. Karl Stroh, ohne Beruf, 80 Jahre alt, Schulstraße 4; 9. Ottilie Böhm, 8 Monate alt, Löberstraße 7; 9. Earl Nowack, Hitlerwall 29; 10. Klara Helfenbein, geb. Bayer, 32 Jahre alt, Buddestraße 3; 12. Marie Büppel, geb. Klingel, Wwe., 79 Jahre alt, Frankfurter Straße 175; 13. Katharine Schlabach, geb. Hofmann, Wwe., 83 Jahre alt, Licher Straße 106; 14. Marie Elisabeth« Herter, geb. Schenk, 24 Jahre alt, Hammstraße 10. * • Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Ortsdurchfahrt Garbenteich ist wieder aufgehoben. Vom ehrbaren Glaserhandwerk. Don 3nnungefüf)rer Heinrich Marx Das Glasergewerbe als eines der ältesten und vielsettigsten Berufszweige hat. im Laufe seiner Entwicklung ein besonderes Handwerk hervorgebracht. Beginnend mit der einfachsten Verglasung und dem primitivsten Fenster, umfaßt es heute einen beträchtlichen Anteil am Ausbau des Hauses und läßt sich zugleich die Bearbeitung eines der wichtigsten Rohbaustofse, des Glases und des Holzes, angelegen sein. Das Fenster als eines der wichtigsten Bauelemente dient als Verschluß des Hauses gegen Wind und Wetter. Darum wendet auch der gute Fachmann sein Hauptaugenmerk auf ein gut gearbeitetes und aus gutem Holz und Glas hergestelltes Fenster, damit es allen Anforderungen gewachsen ist. Der Handwerker verarbeitet den Stoff mit Hilfe geeigneter Werkzeuge unb da früher die Ausführung ausschließlich von Hand geschah, war jedes Glaserstück eine individuelle Arbeit, an dem jeder Meister und Gehilfe feine Freude hatte. Die Gegenwart brachte auch für das ©lafergeroerbe eine Umstellung der überlieferten Handwerks-Gepflogenheiten, indem die Holzbearbeitungs- und Glasschneidemafchinen auch in den kleineren Werkstätten eingeführt wurden. Man darf den Wert der Maschine nicht verkennen, und ihre Erfindung und Vervollkommnung ist in erster Linie nicht die Laune denkender Techniker, sondern das Mittel, um die Bauaufgaben der Gegenwart überhaupt bewältigen zu können. Man darf jedoch nicht vergessen, daß der kleine Betrieb die wiege des Handwerks ist und zwar eines lanbgebunbenen Handwerks, das zugleich völkische Kraft besitzt. Darum ist es Pflicht eines jeden, der irgendwelche Aufträge zu vergeben hat, diese an den selbständigen Meister zu geben, um dadurch mitzuhelfen, daß auch das deut- sthe Handwerk wieder den Platz unter den Volksgenossen einnimmt, ber ihm gebührt. Gebt eure Glaserarbeiten dem Glasermeister! Die Handwerkskunst des Friseurs. Gut gepflegtes Haar, Schönheit und Einfachheit der Form, Kleidsamkeit und Natürlichkeit! TDas ist die Grundform der Frisur unserer deutschen Frau. Der Haarschnitt ist nach wie vor bei jeder Frisur notwendig, ebenfalls ein schöner, natürlich geformter Nackenabschluß. Kleider- und Hutmode haben auch zur Wandlung der Frisur beigetragen und ihr eine aufwärtssteigende Form verliehen. Die Seitenpartien werden schmal gehalten und auf halber Höhe des Hinter- kopfes tn Locken- ober Wellenplastik angeorbnet. Maßgebend für die Gestaltung der Frisur ist ber Typ ber Trägerin. In Haarpflege und Dauerwellen, den wichtigsten Arbeiten des Friseurs für die Dame, leistet der geübte Fachmann Hervorragendes. Auffallend billigen Angeboten sollte niemand, dem sein haar lieb ist, Folge leisten, denn billig unb schlecht gehören zusammen. Für die Frisur des Herrn sollte ebenfalls stets das Individuelle in Frage kommen. Der sogenannte moderne Haarschnitt, die Seitenpartien kahl bis an den Scheitel unb fast ohne Uebergang, ist zu verwerfen. Der auf fein Aeußeres bedachte Herr legt Wert auf einen im Nacken kurzen unb nach oben gut oerlaufenben Haarschnitt. Zur Haut-, Hand- unb Fußpflege wende man sich an seinen Friseur. Der moderne Friseur hat seine Kenntnisse auf dem Gebiet ber Schönheitspflege vervollkommnet, ausgestaltet und entwickelt. Er erteilt sachgemäßen Rat auf dem Gebiet der Schönheitspflege, jener Kunst, die Schönheit erhöhen, entwickeln und zurückerobern kann. Gutes Aussehen ist für jedermann zwingende Notwendigkeit. Tausende von Gehilfen sind stellungslos, dennoch läßt sich leider das Publikum noch häufig genug um eines kleinen Vorteils willen vom Schwarzarbeiter bedienen, der nach der Arbeits- ober Stempelzeit ben schwer um ihre Existenz ringenden Geschäftsinhabern ins Handwerk pfuscht und ihnen die Kundschaft roegnimmt. Förderung der Schwarzarbeit ist Schädigung des Staatsganzen. Das Publikum sollte ben Friseur bei der Aufrechterhaltung seiner Existenz unterstützen unb mit bafür Sorge tragen, daß arbeitslose Gehilfen Arbeit unb Brot finden. Niemand hat auch bei ben derzeitigen erschwinglichen Preisen Veranlassung, zur Selbstbedienung zu greifen. DasOach,dasWichiigsteamHaus Die allerwenigsten Hausbesitzer schenken dem Dachwerk, als dem den Wttterungseinflüssen am meisten ausgesetzten Teil des Gebäudes, die Beachtung, die es als das Wichtigste und Wesentlichste am Bauwerk verdient. Mit Recht nennt man das Dach „den Schirm des Hauses". Line Dachreparatur ist daher eine Derlrauens- sache, und man sollte damit nur einen Fachmann beauftragen, der nachweislich das Dachdeckerhandwerk erlernt hat und den Meistertitel zu führen berechtigt ift. Ein Sparen am falschen Ende wird es immer bleiben, wenn eine notwendige Dacherneuerung oder Umdeckung nicht der Bedeutung des Gebäudes entsprechend ausgefübrt wird. Vielfach kann man bie Beobachtung machen, baß alte Schiefereindeckungen, die sich Jahrhunderte bewährt haben unb eine Zierde des Hauses waren, heruntergenommen werden unb an ihre Stelle entroeber ein Teerpappdach, bestenfalls aber eine teerfreie Pappeindeckung angebracht wird. Wer so handelt, der handelt falsch. Daß ein Papdach nicht das fein kann, was ein Schieferdach ist, sollte eigentlich auch jedem Laien klar fein. Abgesehen von den periodisch notwendigen Unter- Haltungsanftrichen der Dachhaut, die sich an Wohngebäuden recht unangenehm bemerkbar machen können, verliert das Gebäude zweifellos an Wert, wenn es an Stelle eines Schieferdaches mit einer Pappeindeckung versehen wird Die Beeinträchtigung des Gesamtbildes in solchen Fällen sei nur angebeutet Sehr wichtig ist aber die Herstellung der erforderlichen Anschlüsse, die bei Nichtbeachtung aller Fachregeln des Dachdeckerhandwerks zu einer Wertminderung des Daches führen. Das hier gesagte gilt besonders für die Erneuerung der Dach- kehlen Nichts ist verkehrter, als Schiefer- und Ziegelkehlen durch Zinkkehlen zu ersetzen. Bevor sich daher ein Hausbesitzer in Ermangelung der erforderlichen Mittel zu Maßnahmen Der bespräche- nen Art entschließt, sollte er sich immer erst an einen ihm bekannten Fachmann wenden. Der Dachdeckermeister wird dem Hausbesitzer immer ein aufrichtiger unb wohlrneinenber Berater fein, dem der Hausbesitzer unbedingt Vertrauen und Gehör schenken sollte. Es ist keineswegs die Absicht, im Rahmen dieser Abhandlung zu dem einen ober anderen Dach- deckungsstosf irgendwie kritisch Stellung zu nehmen. Jeder Bedachungsstoff hat feine Berechtigung; allerdings immer unter dem Gesichtspunkte: Jedes an seinem Platze! Man befrage den Dachdeckermeister als Fachmann, er wird dies bestätigen. In solchen Fällen, in denen die zur Verfügung stehenden Mittel, z. B. zur Umdeckung eines alten Schiefer- oder Ziegeldaches, nicht ausreichen, empfiehlt es sich: die Erneuerung in zwei oder je nach Umfang des Daches in drei oder mehr Abschnitten auszuführen. Dies kann unbedenklich unb ohne Schaben für bas übrige Dachwerk sowie für das gesamte Gebäude geschehen. Als ein besonders großer Uebelftanb hat sich die zur Uebung gewordene Gewohnheit herausgebilbet, Dacharbeiten von ungelernten Arbeitern ober unselbständigen Leuten ausfüfjren zu lassen, in der Meinung, auf diese Weise eine „billige" Arbeits- ausführung zu erhalten. Jeder Hausbesitzer sollte sich aber Darüber klar sein: „Billigkeit" ist nicht gleichbedeutend mit „Qualität". Man glaubt, Ersparnisse zu machen, und muß über kurz oder lang einseben, das Opfer des eigenen Irrtums geworden zu sein. In welche Gefahren sich ein Hausbesitzer durch die Inanspruchnahme eines Schwär zarbei- t«r s — denn um Schwarzarbeit handelt es sich hierbei — begibt, ist oft genug ermähnt worden, von den sonstigen schädlichen Auswirkungen der Schwarzarbeit, die ebenfalls zur Genüge in der Oeffentlichkeit erörtert worden sind, gamicht gesprochen. So sehr das Handwerk Daran interessiert ift, daß Dem Hausbesitz Erleichterungen geschaffen werben, und gern und freudig dahingehende Bestrebungen unterstützt, so sehr hat es ein begreifliches und begründetes Jnteresie, auch feine eigene Existenzmöglichkeit gesichert zu sehen. So schwierig auch die Verhättnisse für den einzelnen manchmal liegen mögen, so notwendig erscheint es aber, nicht nur das, was uns an Werten geblieben ift, zu erhalten, sondern auch vor weiteren Minderungen au bewahren. Hierzu gehört in allererster Linie neben der Instandhaltung des Gebäudes an sich die sorgsame Pflege und (Erneuerung des Dachwerkes durch einen geeigneten Fach- mann. Sicherheit zuerst! Eine schlecht ausgeführte elektrische Anlage ist nicht nur nicht haltbar, sondern u. U. lebens- und feuergefährlich. Immer wieder erfolgten in landwirtschaftlichen Gebieten Brände infolge schlecht ausgeführter elektrischer Anlagen, Branbc, die weniger auf schlechtes Material als auf technisch ungenügend oorgebilbete, unzuverlässige Installateure zurückzugehen. Solche Elektro-Jnstallateurc nennt man Pfuscher. Zu ihrer Bekämpfung lassen hie Elektrizitätswerke unb UeberlanDjeniralcn zur Ausführung elektrischer Anlagen nur solche Unternen- mer zu, die auf ihre technische unb geschäftliche Zuverlässigkeit geprüft sind. Die Arbeit von nicht zugelassenen Unternehmern bietet keine technische unb geschäftliche Gewähr. Nur Anlagen, die von zugelassenen Elektro- Jnstallationsfirmen ausgeführt sind, werden von den Elektrizitätswerken und Ueberlandzentralen an Deren Stromnetz angeschloffen. Es ist Leichtsinn und grobe Fahrlässigkeit, die u. U. empfindliche gerichtliche Strafe nach sich ziehen, Arbeiten einem nicht zugelassenen „Elektriker" in Auftrag zu geben! Man sichere sich vor Strafen und vor Schäden dadurch, daß man die Arbeiten an elektrischen Anlagen und den Bedarf an Elektromaterial nur von einer beim Elektrizitätswerk zugelassenen Elektro-Jnstallationssirma deckt. warum Sorgfalt gegenüber elektrischen Einrichtungen? Bei Erstellung und Betrieb elektrischer Einrichtungen müssen bekanntlich die Vorschriften des Verbandes deutscher Elektrotechniker e. V., Berlin (DDE.-Vorschriften), beachtet werden. Wer sie ier- nachlässigt, handelt fahrlässig unb setzt sich strafrechtlicher Verurteilung und Schadenserfatzansprüchen aus. Die Unkenntnis des Laien muß durch die Zuziehung einer beim Elektrizitätswerk zugelassenen Elektro-Installationsfirma ersetzt werden. Wer die Errichtung ober Veränderung einer Jnstallationsanlage nur einer zugelassenen Elektro - Jnstallationsfirma überträgt. Wer beim Auftreten von Mängeln (z. B. defekter Isolation an Drähten, zerbrochenen Schaltern unb Steckdosen, schadhaften Catn- penfaffungen usw.) unverzüglich eine zugelassene Elektro-Installationsfirma zuzieht unb Den Man- gel in Ordnung bringen läßt. Wer nur vorschriftsmäßige Sicherungen verwendet und die leider noch oft geübte Unsitte des Flickens und Ueberbrücfen« von Sicherungen vermeidet. Wer in regelmäßigen Zettabständen feine elektrische Anlage von einer zugelassenen Elektro- Jnstallationsfirma auf ihren ordnungsgemäßen Zustand prüfen läßt. Wer, um alle unvorfchriftsmäßigen Apparate zu vermeiden, feine elektrischen (stebrauchsgegen- stände nur im Elektro-Fachgefchäft kauft, hat getan, was man von ihm verlangen konnte unb ist gegen ben Vorwurf bet Fahrlässigkeit mit allen rechtlichen Weiterungen geschützt. Oer Farbanstrich als Sachwerierhalter. Einer der wichtigsten Räume im Hause ist bie Küche, sie ist der Stolz der Hausfrau, wenn sie sich in tadellosem Zustand befindet. Die Küchenmöbel verlangen hin und wieder einen neuen Anstrich. Man sehe sich manches alte Möbel genau an: ber alte Anstrich ist verbraucht unb rissig. Manche Stellen sind ganz von Farben entblößt. Ein unerfreulicher Anblick! Schlimmer ist aber, daß die Küchen- Dämpfe Das ungeschützte Holz langsam aber sicher zerstören. Am Küchenfenster sieht man Die zerstö- renbe Wirkung Des Schweißwassers: einige Pinsel guter Delfarbe unD Lack werDen einen wertvollen ©ebäuDeteil retten. Wie schützt man ein wertvolles Haus vor Dem Verfall? Wie schützt man Sachwerte am wirkungs- vollsten vor Dem nagenDen Zahn Der Zeit? „Nur allein Durch fachmännische Renovierung! lautet auf diese Fragen bie Antwort. Millionenwerte geben jährlich burch Nachlässigkeit, durch Unterschätzen Der Gefahren zu GrunDe. Sauber gestrichene FassaDen erfreuen den Besitzer, ben Passanten, Den Stabt- fremden. Ein Geschäftsmann benutzt klug Die Vor- teile Dieser Sachwerterhaltung, er wird durch Den feinen Reiz harmonischer Farbwirkungen Den Kun- Den anziehen. Große volkswirtschaftliche Werte, Die gerettet werDen konnten, gehen täglich, ja stünDlich, verloren. Balkon- unb Garten-Gitter. Turmspitzen unb Wetterfahnen, Anker unb Riegel, Schlösser und lierbänber usw. könnten von unbegrenzter Haltbarkeit und Dauer sein, wenn man auf genügenden Schuh bedacht sein würde. Sie zu schützen unb zu erhalten, bedarf es nur einiger Einsicht und eines verhältnismäßig geringen Kostenaufwandes. Hier könnten dem deutschen Volke jährlich viele Millionen Mark erhalten werden, wenn jeder einzelne fein Eigentum hüten würde. Ein gediegener Anstrich, den ein erfahrener Fachmann, kein Pfuscher, aussührt, ein Anstrich mit erprobtem Material, wie es ber erfahrene Meister auswählt, verleiht den Sachwerten doppelte, ja vielfach verlängerte Lebensdauer. Daß man zugleich ästhetischen und gesundheitlichen Forderungen mit der Erneuerung ber Anstriche Rechnung trägt, mag nur nebenbei erwähnt werden. Auch im Winter lassen sich in heizbaren ober trockenen Räumen Anstreicher- unb sonstige Arbeiten gut unb dauerhaft ausführen. Man säume deshalb nicht, bas Heim, bas Haus zu schmücken, vor allem Die Sachwerte burch schützenbe Farbanstriche zu erhalten. Die Kosten sinb gering im Vergleich zu berji großen Nutzen, ben man burch bauembe (Erhaltung ber Werte bat. Auch sei erneut auf bie Reparatur-Zuschüsse hin- gewiesen, bie nun auch dem Mieter im gleichen Maße zustehen wie dem Hausbesitzer.__ Lvrktnnunvcn Der 'JicDattton. 1130 bl» 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Oberhessen wie Gallusmarkt in Grünberg Ab- den das Ke- das Wir gehen in die Betriebe! IG.-Zarben Höchst und Frankfurter öffentliche Betriebe. stattfand, läßt sich feststellen, daß der diesjährige Markt sowohl in seiner Ausdehnung, als auch hinsichtlich des Besuches falt die doppelte Größe erreichte. Von Interesse dürfte es sein, daß der Frankfurter Rundfunk verschiedene Szenen vom Leben und Treiben auf dem Markte ausgenommen hat, die er demnächst in seinem Programm bringen wird. — Am Dienstagabend fand auf dem Marktplatz die offizielle Eröffnung statt, wobei Bürgermeister Dr. M i l d n e r auf die Bedeutung des Marktes im neuen Reiche hinwies. Reben der Hakenkreuzfahne wurde dann die Marktfahne (blauweißrot) am Rathaus gehißt. Soweit man feststellen konnte, sind die Geschäftsleute mit dem Verlauf des Marktes zufrieden. Eine besonders bemerkenswerte Beobachtung war zu machen: von den sonst an allen Ecken stehenden Bettlern, Krüppeln und Sängern waren nur ganz wenige zu bemerken. Auch der zweite Markttag verspricht durch die große Bauernkundgebung, bei der Reichsstatthalter Sprenger und Bauernpräsident Dr. Wagner sprechen werden, von großer Bedeutung zu werden. e Giadtvorstanbssihung in Llsfrld. <> Alsfeld, 17. Okt. In der heutigen Stadtvorstandssitzung befaßte man sich mit der Errichtung eines Arbeitsdien st lager s. Laut Verfügung des Gaues 22 Kassel des Freiwilligen Arbeitsdienstes ist der Stadt Alsfeld die Errichtung eines Arbeitsdienstlagers zuerkannt worden. Die Stadt Alsfeld erhält das zur Auflösung gelangende Lager in Schotten. Die Unterbringung der Stammabteilung mit 216 Mann Belegschaft erfolgt in dem Gebäude der ehemaligen Blechwarenfabrik an der Romröder Straße, das zu diesem Zwecke von der Stadt auf die Dauer von zehn Jahren gemietet ist Die für die Durchführung des Arbeitsdienstes erforderliche Anzahl von Tagewerken ist auf eine Reihe von Jahren hinaus durch umfangreiche Arbeiten f i ch e r g e st e l l t. Es wurde zu die- fern Zwecke eine Arbeitsgemeinschaft aus 16 Gemeinden und 4 Forstämtern unter Beteiligung der Stadt Alsfeld gebildet. Der für die Errichtung des Lagers und für den notwendigen Umbau der Räume erforderliche Kredit wurde bewilligt und der voraelegte Mietvertrag genehmigt. Die Errichtung des Lagers soll so beschleunigt werden, daß es am 1. Dezember bezogen werden kann. Mit den Umbauarbeiten ist bereits begonnen worden. Nachdem auf Grund der neuen Bestimmungen oer Reichsregierung bei Ausführung von No t st ands arbeiten auch Wohlfahrtserwerbs- lofe beschäftigt werden können, wurde beschlossen, für den Ausbau eines Verbindungswegs im Stadtwald Homberg im Wege von Notstandsarbeiten einen Kredit von 5000 Mark zu bewilligen. Eine Abänderung der Verkeyrspoli- zeiordnung für die Stadt Alsfeld hat sich als notwendig erwiesen. Danach soll die Fahrgeschwindigkeit für Lastkraftfahrzeuge innerhalb der Stadt auf 10 Kilometer pro Stunde und für Last- kraftwagen ohne Anhänger auf 15 Kilometer pro Stunde festgesetzt werden. Ferner werden die Ober- gasse und Mainzergasse mit Fahrtrichtung nach dem Marktplatz als Einbahnstraßen erklärt' ebenso die Obere Fuldergasse. Außerdem wird der Durchgangsverkehr für alle Lastkraftwagen durch die Stadt neu geregelt. Der hierüber oorgelegte Abänderungsentwurf der Verkehrspolizeiordnung wurde genehmigt. Die vom Marktausfchuß vorgelegte A b r e ch - nung vom Prämienmarkt 1933 wurde genehmigt. Die Rechnung schließt mit 4523 Mark in Einnahme und mit 4253 Mark in Ausgabe ab. Der städtische Zuschuß beträgt 1500 Mark. Auf Anregung von Bürgermeister Dr. V ö l - sing wurde beschlossen, dem neugegründeten Lan- desplanungsverband im Rhein-Main- Gebiet beizutreten. Die Aufgabe des Planungs- Verbandes ist es, die verkehrstechnische und wirtschaftliche Entwicklung des Rhein-Main-Gebietes zu fördern, insbesondere wird er die Eingliederung der neuen Reichsautobahnen, an denen das Gebiet in besonderem Maße beteiligt ist, und die zusam- menfassende Planung für die Arbeitsbeschaffung zu bearbeiten haben. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Alsfeld hat darum nachgefucht, den im Voranschlag für das Rechnungsjahr 1933 von 500 Mark auf 100 Mark herabgesetzten jährlichen städti- schen Zuschuß wieder auf den ursprünglichen Betrag zu erhöhen. Es wurde beschlossen, den Zuschuß für 1933 auf 300 Mark festzusetzen. Gs lag ein Gesuch der Jagdpächter der Gemarkung Alsfeld vor, worin diese beantragten, die Jagdpacht für das Bestandsjahr 1933 um 50 v. H. der ursprünglichen Pachtsumme aus der im Jahre 1929 erfolgten Verpachtung im Hinblick auf das im Jahre 1933 angeblich besonders schlechte Jagdergebnis zu ermäßigen. Das Gesuch wurde abqelehnt und beschlossen, für das Bestandsjahr 1933 dieselbe Regelung gelten zu lassen, wie für die vorausgegangenen Jahre 1931, 1932 mit einem Pachtnachlaß von 25 v. H. Bad-Aau^eim will feine Gp'elbanf. Bad-Nauheim, 18. Okt. (WSN.) Die mit der Frage der Errichtung öffentlicher Spielbanken befaßten behördlichen St'ellen haben in voller Ueber- einftimmunfl mit Den in Betracht kommenden wirt- schaft»ichen Kreisen es a b g e l e h n t, sich irgendwie für die Errichtung einer Spielbank einzusetzen. Hier glaubt faan, es nicht verantworten zu können, die Kurgäste den notwendigerweise mit einer Spielbank verknüpften Aufregungen auszufetzen. Bad- Nauheim rcklll das „H e r z h e i l b a d der Welt" fein und bleiben. Es fühlt sich mit feinen ihm von einer gütigen Natur gegebenen Anziehungskräften stark genug, feine Weltgeltung weiterhin zu behaupten, und legt Wert darauf, Heilbad und damit ein „B ab ohne Spiel" zu fein. Stallschau und Zungviehprämiierung im Schaubezirk Giünberg. * Grünberg, 18. Okt. Der Kreisrinderzuchtverein, Hessisches Fleckvieh, für den Kreis Gießen veranstaltete im Schaubezirk (Brünberg eine Stallfchau mit Jung- oiehprärniierung. Die Beteiligung der Züchter an dieser Förderungsmaßnahme war gut, namentlich in den Orten Stangenrod und Weitershain war sie sehr rege. Die Qualität der vorgestellten Jungtiere war mitunter recht gut, so daß den Preisrichtern die Arbeit nicht leicht wurde. Das Preisgericht setzte sich aus folgenden Herren zusammen: Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Direktor des Tierzuchtamts Gießen, Bürgermeister Müller- Ober-Hörgern und Landwirt Ludwig Schmidt- Langsdorf. Die Prämiierungs- ergebniffe waren folgende: 1. Preise erhielten Ludwig D a m e r - Röthges und Heinrich K n a u ß - Stangenrod. 2. Preise erhielten: Eduard K n a u ß , Karl Schultheiß und Johannes N e u n o d e l - Stangenrod, Heinrich Kna uß und Heinrich Theiß- Weitershain. 3. Preise erhielten: Rudolf Theiß- Stockhausen, Otto Wagner, Heinrich Klös III. und Karl Erb - S mgenrob. Wilhelm Niklas unb Heinrich Dörr- Weitershain, Heinrich Schelb- Harbach, Heinrich Erb- Beltershain und Wilhelm Stark- Wirberg. Mit Anerkennungen konnten Karl Feuerstein, Karl Weber und Georg Karl Hofmann- Stangenrod ausgezeichnet werden. Landkreis Gießen. z Großen-Linden, 18. Okt. Die „Vereinigung ehemaliger Pioniere undVer- kehrstruppen Hüttenberg" hielt bei Kamerad Pauli (Klein-Linden), eine Versammlung ab. - -..... ~ ~ ~ lenb fortab । < Vi klingen, 17. Okt. Zu einem Elternabend hatte die hiesige Schule am Sonntag in Stracks Saal eingeladen. Vor einem vollbesetzten Saale spielte der älteste Jahrgang der Schulbuben das Marchenspiel „Die Zaubergeige". Die Mädchen der Oberklasse hatten das Spiel „König Drosselbart" eingeübt. Frisch und lebendig und mit großer Freude brachten alle Kinder den tiefen Gehalt und Sinn der schönen Märchen den Zuschauern nahe. Die große Arbeit und Mühe, die das Einüben gekostet hat, wurde voll und ganz belohnt. Besonders eindrucksvoll wirkten auch Bühnenaufmachung und Kleidung der Spieler. Mit den einfachsten Mitteln, aber mit großem Geschick waren sie unter kundiger Leitung des Lehrers zusammengestellt und von den Kindern eigenhändig ausgeführt worden, schließend sprach Lehrer Dr. Kammer über Wert und Sinn dieser Märchen. Er zeigte, wie deutsche Volk in feinen alten Märchen um die ftaltung der deutschen Seele ringt. So bringt eine — „König Drosselbart" — zum Ausdruck, umc durch Liebe und Leid das tiefste Wesen der deutschen Frau geprägt wird. Das andere — „Die Zaubergeige" — zeigt den fröhlichen deutschen Burschen, der den Sinn und Segen des Opferns erfährt. Beides sind Dinge, um die gerade heute unser Volk bei feiner Wiedererneuerung ringt. Mit einem Gedenken an unsere Führer, Reichspräsidenl v. Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler, und mit dem Gesang der ersten Strophe des Deutschlandliedes schloß der schöne Abend. messen sei. Es gehe darum, den Arbeiter, Bauern und Handwerker sich seiner selbst und seiner Aufgaben bewußt werden zu lassen. Anschließend sprach der Haupredner, Pg. Stein aus Grünberg. Pg. Bürgermeister L a u n s p a ch forderte die Anwesenden auf, nicht ihre Türen zu verschließen, wenn in der Reichshandwerkerwoche die Handwerker von Haus zu Haus gehen und um Arbeit anfragen. k. Hungen, 18. Okt. Dieser Tage wurde von dem seitherigen Pächter „Der drei Teichen" die Ausfischung der Teiche vorgenommen. Der Fang brachte ein sehr gutes Ergebnis. U. a. wurden 3roolf Hechte, die ansehnliche Durchschnittsgewichte dis zu 14 Pfund aufwiesen, gefangen. — Nachdem ’S oer vorigen Woche der Jagdaufseher Albert Schuld einen kapitalen Hirsch erlegt hatte, konnte nun der Jagdpächter selbst — Dr. B u s ch aus Frankfurt a. M. — in diesen Tagen ein kapitales Tier zur Strecke bringen. = Grünberg, 18. Okt. Nachdem der Dienstag mit feinem Regenwetter die Aussichten für den Markt nicht besonders günstig erscheinen ließ, zeigte der Verlauf des ersten Markttages (Mittwoch), daß die Befürchtungen grundlos waren. Das Wetter hatte sich gebessert, zwar etwas kühl, aber trocken, am Nachmittag sogar Sonnenschein. Dies wirkte sich sehr künftig auf den Marktbesuch aus. Schon der am Morgen abgehaltene Vieh- markt war sehr stark befahren, ebenso war die Schar der Käufer groß. (Bericht darüber im Wirt- schaftsteil.) Reichhaltig waren auch der Krämer- markt — annähernd 100 Stände — und der I u x p l a tz besetzt. Gegen Mittag setzte starker Zustrom von Marktbesuchern ein. Die Bahn hatte zur Bewältigung des Verkehrs außer den verstärkt verkehrenden fahrplanmäßigen Zügen noch Sonder- z ü g e eingelegt, ebenso hatte sie durch Ausgabe von Sonntagskarten den Marktbesuch verbilligt. Daher war der Besuch des Marktplatzes auf der Käswiefe in der Hauptzeit von Mittag bis zum Abend ein sehr starker, der gleiche starke Verkehr zeigte sich auch in den Straßen der Stadt. Gegenüber dem vorigen Jahre, in dem der Markt wegen der spinalen Kinderlähmung drei Wochen später kräftig zu unterstützen. Er teilte ferner mit, daß der Vorstand beschlossen habe, sich dem Waffenring ehemaliger Pioniere anzuschließen. Das sei bereits geschehen. Ferner wurde beschlossen, Mitglied des Kyff- hauserbundes zu werden. Kamerad Weinandt Snb von einem Schreiben des Bundes ehemaliger ffiziere Kenntnis, in dem um Kriegserlebnisse und Photographien von der Front gebeten wurde. Die Gründung einer Schießabteilung wurde zurückgestellt. Mit einem „Sieg-Heil" auf die Führer des Reieches wurde die Versammlung geschlossen. Gemeinsam wurde der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. tu. L a n g - G ö n s , 18. Okt. Von der hiesigen Ortsgruppenleitung der NSDAP, wurde gestern im Saalbau Hebbel ein Filmabend veranstaltet, der äußerst gut besucht war. Gezeigt wurde neben kleineren Filmen der „B r a n d v o n M o s k a u", der den Untergang des französischen Heeres in packenden Bildern vorführt. In dem Hauptfilm „Reichsparteitag Nürnberg 193 3" sahen die Zuschauer die großartigen Auszüge, die Menschenmassen auf der Zeppelinwiese, die Hitlerjugend in ihren Zelten, die Weihe der Fahnen durch den Führer, den Vorbeimarsch in der alten, ehrwürdigen Stadt Nürnberg, die Amtswalter in Zwölferreihen, den Führer selber bei seinen Ansprachen usw. Nach den bargebotenen schönen Bildern konnte man einen starken Eindruck von dem gewaltigen Geschehen in Nürnberg gewinnen. Umrahmt wurden die Vorführungen von schneidig gespielten Märschen unserer SÄ.-Kapelle. Am Nachmittag waren Dieselben Filme den Schulkindern aus Lang-Göns, Holzheim und ©rüningen vorgeführt worden. Hierbei gab Ortsgruppenleiter Karl Wen - z e l die nötigen Erläuterungen. ? Reiskirchen, 18. Okt. Ein Bekenntnis zu Volk, Vaterland und seinen Führern war die Kundgebung des hiesigen Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand. Mittags versammelten sich Handwerker und Gewerbetreibende, sowie die Vereine mit ihren Fahnen an der Adolf-Hitler-Eiche. Kampfbundführer D e b u 5 hieß die Teilnehmer willkommen. In überzeugenden Worten legte er dar, welche Bedeutung für Stadt und Land diesen Kundgebungen deizu- Um ein wirklich abgerundetes, objektives Urteil über den Höchster Betrieb abgeben zu können, braucht man einige Tage. Man sieht von der Arbeit nicht Diel. Die Hantierungen sind geräuschlos. Noch nie gesehene Spezialmaschinen arbeiten. Es wird viel verlangt. JG.-Höchst ist längst ein Beriff von internationalem Klang. Die Erzeugnisse, die hier geschaffen werden, künden vom Ruhme deutscher Erfinderkraft, deutscher Organisation, deutscher kaufmännischer Begabung und bester deutscher Qualitätsarbeit. Täglich unb stündlich verkünden diese hochqualifizierten Wertprodukte in der ganzen Welt: Deutschland ist aller Greuelpropaganda zum Trotz das geistig hochstehende und riesig arbeitende Volk, ebenbürtig allen großen Nationen. Aber nicht nur in nationaler, nein auch in f o - zialerHinsicht kann sich die Firma sehen lassen. Wir hatten kürzlich bereits über die großzügige Siedlungspolitik der IG. berichtet, den gleichen Geist atmen auch die anderen sozialen Anlagen. Um nur eines herauszugreifen. Die Sanitätsstation ist ein kleines Krankenhaus. Die ersten ambulanten Behandlungen werden von zwei Aerzten und einer Aerztin vorgenommen. Peinlich sauber sind die Räume und Geräte. Ihr angegliedert sind Bäder, wie man sie nur haben will: elektrische, Sauerstoff-, Römisch-irische, Heißluft-Duschen. In einem anderen Saal befinden sich orthopädische Apparate in jeder nur denkbaren Verwendungsmöglichkeit. In der Lohn- und Bevölkerungspolitik hat die weitschauende Wiederaufbaupolitik unseres Kanzlers bereits Früchte getragen. Der Betrieb beschäftigt zur Zeit 5500 Arbeiter unb 1836 Angestellte. Das bedeutet eine Zunahme nach dem 30. Januar 1933 um 968 Arbeiter unb 57 Angestellte, die neu in den Arbeitsprozeß wieder eingegliedert werden konnten. Von den Arbeitern sind 50 v. H. ungelernt, 26 v. H. Handwerker und 15 v. H. Arbeiterinnen. 72 o. H. der Belegschaft sind verheiratet, im Gegensatz zu anderen Firmen eine außerordentlich günstige Ziffer. Der Durchschnittslohn beträgt für den ungelernten Arbeiter die Woche 35 Mark, für den Handwerker 42 Mark, für die Arbeiterin 21,60 Mark. Direktor Schwamborne r erzählte noch, daß die Firma 2563 Arbeiterpenfionäre versorge, die von der Firma 150 000 Mark monatlich „Arbeiterdividende" gelangt zum Geschäftsabschluß jeweils zur Auszahlung. Um sich ein Bild zu machen, welch ein gewichtiger Faktor die JG.-Farben Höchst im rheinisch- mainischen Wirtschaftsgebiet ist, dienen zwei Zahlen: Die Lohnsumme beträgt pro Stunde 4000 Mk., sie beträgt im Monat eine Million Mark. Niemand würde darauf kommen, daß der erst 25jährige Pg. Karl N e tz i n g e r der Arbeiterführer von 7000 Mann ist. Er ist uns ein lebendiger Beweis dafür, welche Werte im deutschen Arbeiter stecken. Durch Fleiß, Selbstzucht unb Bilbungseiser ist er bas geworden, was er heute ist. Wir wünschen uns, daß alle Betriebe in Hessen-Nassau finanziell in der glücklichen Lage wären, ein solch erfreuliches Bild von nationalem und sozialem Können zu bieten. PreufeeiL Das Kreisfest in Biedenkopf. WSN. Biedenkopf, 17. Okt. Die Kreisstadt Biedenkopf feierte am Samstag und Sonntag die Wiedererrichtung des Kreises, verbunden mit der Hundertjahrfeier feines Bestehens. Es gab fein Haus in Biedenkopf, bas an biefen benfroürbigen Tagen nicht reichen Flaggen- unb Grünschmuck angelegt hatte. Als feierlicher Auftakt zu bem Fest bes Kreises Biebenkopf würbe am Samstagnachmittag in ber Stadtverordnetensitzung auf einstimmigen Beschluß ber städtischen Körperschaften Gauinspekteur unb Kreisleiter Thiele, dem Rückeroberer des Kreises Biedenkopf, in feierlicher Handlung das Ehrenbürgerrecht der Stadt verliehen. Gleichzei- titz wurden Kreisleiter Thiele, Kreis-Hago- Führer K ö p p e unb Abjutant Neufinger burch Verleihung einer kunstvollen Silberplakette besonders geehrt. Abenbs formierte sich ein Fackel- zug, ber weit über 1000 Teilnehmer umfaßte. Am Sonntagvormittag fanb auf bem Marktplatz Gottesbien st statt, an ben sich bie Weihe von NS. -Fahnen burch Kreisleiter Thiele anschloß. Der Festzug am Sonntagnachmittag zeugte von ber Dankbarkeit, bie nicht nur bie Kreis- ftabtberoobner, fonbern bie gesamte Kreiseinwohnerschaft über bie Wiederherstellung bes Hinterlanb- kreises erfüllt. Im Anschluß an ben Festzug fanb eine Kundgebung auf bem Marktplatz statt, bei ber ber neue Landrat Pönisch mitteilte, baß er zu seinem Abjutanten das Kreisausschußmitglied Klein berufen habe. Jbm sei nur die eine Arbeit übertragen worden, Mittel und Wege zu finden, die im Kreise herrschende Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Gegenüber dem Stand vom 1. Oktober 1933 seien bis heute rund 50 Prozent ber Arbeitslosen wieber in Ar- 1 beit gebracht worden. Die restlichen 50 Prozent sollen noch vor Eintritt des Winters untergebracht werden. Weiter werde er dahin streben, den übernommenen ungedeckten Fehlbetrag von 250 000 Mark bis Ende des Haushaltjahres zu b e f e i • t i g e n. Der Leiter der Landesstelle für Volks- auftlärung und Propaganda, Müller-Scheid, überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Gauleiters Sprenger und berührte dann die jüngsten außenpolitischen Ereignisse. Er forderte die Versammelten auf, nicht zu nörgeln und schwarz ZU sehen. Der 12. November müsse der Tag eines so gewaltigen Bekenntnisses zum Führer und seiner Politik werden, wie einem Staatsmann Vertrauen noch nicht entaegengebracht worden sei. Mit der Aufforderung, so treu zum Führer zu halten, wie seither der Kreis Biedenkopf es bekundet habe, schloß Müller-Scheid seine Ansprache. Sein dreifaches Kampf-Heil auf den Reichskanzler Adolf Hitler fanb begeisterten Wiberhall. .ttrcte Heßlar. (D Krofdorf, 18.Okt. Nach nur kurzem Ruhestand verstarb im Alter von 66 Jahren ber staatlich-preußische Hegemeister Otto Echternacht. Von 1908 bis April 1932 betreute er ben Forstschutzbezirk Krofborf. Mit ihm ist ein urwüchsiger deutscher Forstmann von echtem Schrot unb Korn bahingegangen. Ein großes Trauergeleite zeugte von ber Achtung unb Wertschätzung, bie ber Verstorbene in unb außerhalb bes Ortes genoß. Be- sonbers bie Kollegen von nah unb fern waren stark vertreten, um bem Verstorbenen bie letzte Ehre zu erweisen. Im Namen ber Kollegenschaft legte mit scklichten Worten über bas Wirken bes Verstorbenen als eines braven, tüchtigen Betreuers seines Wal- bes unb Wilbes Hegemeister Saleck - Salzboden einen Kranz nieber. Anerkennenbe Worte sprach Holzhauermeister S ch n e p p im Namen ber Wald- arbeiter unb Waldarbeiterinnen. Für ben Turnverein, bem Hegemeister Echternacht seit 1911 ununterbrochen angehörte, legte ber 2. Vorsitzende E. Leib einen Kranz nieber. Kirche unb Schule. Dekanats-Pfarrkonferenz in Schotten. t et hingen zu besuchen, da abends starker Andrang sn erwarten ist. 6431 c Meine diesjährige AUSStßIIUflQ handgetriebener Silberschmuck findet statt im Hotel Prinz Carl am 21. u. 22. 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