3% bemJVfiJßutetia S-^/ h n erschienen.^ ?£fis tt'Ä -Ms guten :ben- , SÄ'?* * **; ,gn« ««» »»rf'LCy'in .®r;; ziDs:^" ^^Mt'^Lslichtet '52-S-S.S- -SiLsr-- veE d°s SE Ä"'" s«.l" «,rl»«L"w »* a^'inWV «äi"i|a,h Dienstag, (9. September M3 Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 219 Drittes Blatt Alder von der Gefechtsübung und dem Mak der Reichswehr. Während des Gefechts: Der Feind zieht sich hinter künstlichen Nebelwolken zurück. Li' '.v k §T' .' v T I '**, ^ieichsstatthalter Sprenger (der Siebente von links) besucht die Gießener Reichswehr im Biwak zu Wetzlar. Links neben ihm der Bataillonskom- mandeur Major von Wachter. Der Vierte von rechts: Adjutant Oberleutnant B e i t h a u p t Biwakplatz zu Wetzlar: Der Feuerbaum des Nachrichtenzuges. Das Bataillon auf dem Marsche nach Wetzlar. Mittagsrast bei Waldgirmes: Kleine Kostprobe aus der Feldküche. („Ha, das schmeckt aber fein!") Aus -er Provinziathauptsta-t. ^Betteln un'ö Hausieren verboten!" Biele Häuser in den deutschen Städten und Dörfern sind mit dem Schild „Betteln und Hausieren verboten!" geziert, an anderen prangt die Aufschrift „Mitglied des Vereins gegen Hausbettelei", das Strafgesetzbuch verbietet ausdrücklich die Bettelei, und die Organe der öffentlichen Sicherheit sind seit Jahr und Tag bemüht, Gesetzesverächtern mehr oder weniger nachdrücklich das Verbot in Erinnerung zu bringen. Aber was ist bisher damit schon erreicht worden? Aus der Bettelei ist ein Bettel». Unwesen geworden, die Hilfsbereitschaft des Menschen wurde so ausgenutzt, daß die Bettelei eine schwere Plage wurde. Der Großstädter kennt das Klingeln und Klopfen dieser „fahrenden Gesellen" zur Genüge, vom frühen Morgen bis zum späten Abend geht das so, und Sonn- und Feiertage werden anscheinend deshalb besonders dafür in Anspruch genommen, weil die „ansprechenden" Erscheinungen sich von der natürlicherweise oorhande- nen besseren Laune der Menschen für sich mehr Erfolg versprechen. Dem Landmann auf dem Dorfe geht es kein bißchen besser. Alle Tage erscheinen die ungebetenen Gäste und sind dann schwer wieder loszuwerden. Wo offensichtlich Not und Elend vorhanden ist, gibt jeder Mousch gern und schnell entschlossen. Und es soll hier auch nicht bestritten werden, daß Not und Elend immer noch in Teilen unserer Bevölkerung zu finden sind. Aber keinen Augenblick dürfen wir darüber die Tatsache vergessen, daß kein Volks- genösse bei uns Hunger zu leiden braucht. Dafür ist denn doch gesorgt, daß für jeden dos Allernotwendigste an Lebensbedarf bereitsteht, um wenig- Ens Hunger und Durst zu stillen. Unsere Wohl- hrtsämter, die Kirchengemeinden, die Unterkunfts» itten aller Art, die Asyle und die Herbergen zur Heimat können davon erzählen, wie umfassend der Hilfsdienst der Allgemeinheit ist und wie er für jeden offensteht, der seine Bedürftigkeit nachweisen kann. Es wird sich darum bei den Bettlern — soweit sie nicht ojis bestimmten, sehr naheliegenden Gründen ihre Existenz den Behörden verschweigen wollen — oft genug, ja fast immer darum handeln, zu der Unterstützung für den schlimmsten Fall noch ein zusätzliches Einkommen aus dem Ertrage der Bettelei zu erzielen. Und weil dem so ist, erleben wir die häßlichen Ueberraschungen, daß dargebotene Lebensmittel von den Bettlern und voraeblichen Hausierern zurückgewiesen werden oder daß ein Stück Brot zwar angenommen, aber dann irgendwo hingelegt wird, wo es verkommen muß. Jeder von uns ist schon dadurch abgeschreckt worden, und wenn er trotzdem noch etwas abgab, so nur darum, weil er fürchtete, er könne einem wirklich Hungernden Unrecht tun. Die Bettelei muß aufhören, die Plage muß beseitigt werden. Das wird möglich sein, wenn wir fortan alle Spenden nur den behördlichen Stellen zuführen, damit sie die Not und das Elend da mildern können, wo es wirklich vorhanden ist. Unsere Härte allein kann zur rechten Wohltätigkeit führen! Oie Werbewoche des deutschen Handwerks. „Segen der Arbeitsbeschaffung im kleinen. Auf den Einzelnen kommt es an". Nur noch wenige Wochen trennen uns von der Reichshandwerkswoche, die mit Unterstützung des Reichspropagandaminifteriums seitens des Reichsstandes des deutschen Handwerks in der Zeit vom 15. bis 22. Oktober überall in Deutschland zur Durchführung gelangt. Diefe Werbewoche des deutschen Handwerks unter dem Motto: „Segen der Arbeitsbeschaffung im Kleinen. — Auf den' Einzelnen kommt es an", will in erster Linie durch restlosen Einsatz der Organisationen, sowie jedes einzelnen Berufsangehörigen durch die Mobilisierung auch des kleinsten Auftrages den Kampf des Führers gegen die Arbeitslosigkeit unterstützen, darüber hinaus aber für das Handwerk und feine Wertarbeit roefben, auf daß dem Handwerksmeister und dem Handwerksgesellen wieder Arbeit und Brot wird. Die Reichswerbewoche will aber auch Die deutschen Volksgenossen aus dem materialistischen Denken der Vergangenheit wieder hineinführen zu beseelter Handwerksarbeit und der Bedeutung des Handwerks für die deutsche Kultur. Der Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden und des Reichs- verbandes des deutschen Handwerks, Pg. Schmidt, hielt aus diesem Grunde im Frankfurter Handwerkerhaus einen Mobilmachungsappell sämtlicher Orqanisationsleiter für den Gau Hessen-Nassau ab. Zelte werden aufgeschlagen. -TT—-- l!4- jkjtV- wobei er in ausführlicher Weise über Ziel und Zweck der Reichshandwerkswerbewoche und ihre Durchführung referierte. Presse, Rundfunk und Film werden in dieser Woche für das deutsche Handwerk mobil gemacht werden, auf daß auch hier Der letzte Volksgenosse begreife, wie wichtig Die Aufrechterhaltung des Handwerks für den gesamten Wieder- aufbau des deutschen Volkes fei. Diese Propagandaarbeit werde aber nur bann von Erfolg begleitet sein, wenn das Handwerk selbst auch dazu beitrage. Das Volk wieder mehr als bisher von feiner Bedeutung und Volksverbundenheit zu überzeugen. Bunter Abend im Stadttheater auSverkaust! Aus dem Stadttheater-Büro wird uns gefchrie- ben: Der von der Intendanz für heute angekun- digte „Bunte Abend" erfreute sich einer so regen Nachfrage, daß bereits um 11 Uhr sämtliche Karten verkauft waren. Die Intendanz entschloß sich daher, für Donnerstag, 20 Uhr, eine Wiederholung anzu- setzen, die bis frühnachmittag ebenfalls bereits ausverkauft war. Da beide Werbeveranstaltungen restlos ausverkauft sind, erübrigt sich jegliche Karten- nad)frage. Wir erhoffen dasselbe Interesse auch für den weiteren Verlaus der Spielzeit. AGOAp. Gießen. Die Ortsgruppenleiterin der NS.-Frauenschast, Frau Wrede, teilt mit, daß am heutigen Dienstag, 20.30 Uhr im Cafs Ebel eine Besprechung sämtlicher Ortsgruppen- und Zellenleiterinnen der NS.- Frauenschaft wegen der „Braunen Messe" stattfindet. NS.-Frauenschast Gießen-Ost: Zellenabend der Zellei, Mittwoch, 20. September, 20.30 Uhr bei Böß; Zelle 2, Donnerstag, 21. September, 20.30 Uhr, Schützenhaus. DerObmann fürVolkswohlfahrtder Ortsgruppe Mitte erwartet von allen Blockwarten der Ortsgruppe Mitte bis spätestens Samstag, 23. September, die Angabe der Zahl der zu seinem Block gehörigen Haushalte. Ferner sind für jeden Block geeignete Parteigenossen (kinderreiche Familien) zu melden, die den Verkauf von Druckschriften gegen Entgelt übernehmen können. NG.-Lehrerbund, Kreis Gießen. Der Kreisobmann teilt mit, daß die nächste Kreis- verfammlung des NS.-Lehrerbundes am kommenden Freitag, 15.30 Uhr im Caf6 Leib stattsindet. Professor Dr. Volkelt (Leipzig) spricht über „Die neue Lehrerbildung". Der Kreisobmann spricht über „Das Wesen und Wollen des NS.-Lehrerbundes im neuen Staat". Das Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Die Sänger erscheinen zu einer Probe eine Stunde früher im Versammlungslokal, die Teilnehmer des Orchesters treffen sich eine Stunde vorher in ihrem Uebungslotal. Bornotizen. Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 Uhr, Bunter Abend. — Lichtfpielhaus, Bahnhofstraße: „Das Ende von Maradu". Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 19. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Malte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wir-- fing (grün) 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Unterkohlrabi 4 bis 6, Tomaten 10, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 6 bis 8, Pilze 25, Kartoffeln 3, der Zentner 2,30 bis 2,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 15 bis 20 Pf-, Falläpfel 5, Pfirsiche 25 bis 40, Preißelbeeren 25 bis 30, Aepfel 12 bis 15, Birnen 8 bis 15, Zwetschen 6 bis 8, Mirabellen 15, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 65 bis 70, Gänse 60, Tauben, das Stuck 40, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 10, (Salatgurten 15 bis Das Gefecht wird abgebtafen. 30 Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 8 Pf. • ** Der Verkehrsoerein h a t damit nichts zu tun ! Wie wir erfahren, werden in Gießen von Haus zu Haus Briefmappen nut Brief- bogen, auf welchen Gießener Ansichten aufgedruckt find, vertrieben. Bei dem Vertrieb wird angegeben, daß derselbe im Auftrage des Verkehrs- und Der- fchönerungsoereins erfolge. Der Verkehrs- und Ver- fchönerungsoerein weift darauf hin, daß diese Angabe nicht zutrifft und daß er mit dem Vertriebe Der Briefbogen nichts zu tun hat. *♦ E i n Verkehrsunfall ereignete sich gestern gegen 15.30 Uhr an der Ecke Hindenburg- wall und Gartenstraße. Dort stießen ein Automobil und ein Motorrad zusammen, zum Glück verlief aber der Unfall noch glimpflich. Eine Mitfahrerin des Motorradlers erlitt einen Bluterguß, im übrigen entstand nur an dem Auto und dem Motorrad geringer Sachschaden. Die Polizei war zur Klärung des Tatbestandes rasch zur Stelle. ** „Mütter kämpft für eure Kinder." Von der Oberpoftdirektion Darmstadt wird uns geschrieben: Auch die Deutsche Reichspost hat sich in den Dienst der für die Herbstmonate vorgesehenen bevölkerungspolitischen Propaganda gestellt und beteiligt sich am Vertrieb der zu Gunsten der NS.-Volkswohlsahrt herausgegebenen Broschüren. Die zunächst erschienene Broschüre „Mütter kämpft für eure Kinder" ist an allen Postfchaltern zum Preise von 10 Pf. zu haben. Auch die Landzufteller nehmen Bestellungen auf die Broschüre entgegen und überbringen sie auf ihren Zustellgängen, fo daß der Weg nach der Postanstalt erspart wird. Jedermann sollte diese Broschüre erwerben, die ihm sagt, wie das Deutsche Volk vor dem drohenden Untergang zu retten ist. ** 2 5 Jahre Firma Carl Schunck. Der Inhaber des Elektrotechnischen, ^Technischen und Haushaltungswarengeschäftes Carl Schunck, Bahnhofstraße 64, konnte in diesen Tagen aut ein 25jähriges Bestehen seines Geschäftes zurückblicken. Der Jubilar hatte Die Firma im September des Jahres 1908 gegründet, nachdem er sich bei angesehenen führenden Unternehmen der elektrvtech- nischen Branche ein umfassendes fachliches Wysen ungeeignet hatte. Zur Erweiterung seines Geschäfts- Betriebes erwarb er eine bereits bestehende Fabrik für wissenschaftliche Spezialapparate und bald zählten zahlreiche Universitäten der Welt zu seinem Kundenkreis. Im Seltersweg wurde ein gutgehendes Ladengeschäft eröffnet. Bei Ausbruch des Krie- Ses kam der Inhaber der Firma mit dem 116ern i das Feld und kehrte, allerdings schwer verwundet und krank, zurück. Dadurch war Herr S ch u n ck in seiner geschäftlichen Entfaltung für die Zukunft stark behindert. Das Ladengeschäft wurde nach der Bahnhofstraße verlegt, die Fabrik mußte aufge- geben werden, die Installation konnte auch nicht mehr ausgenommen werden. Das Geschäft in der Bahnhofstraße, das sich einen treuen Kundenkreis erhalten hat, führt der Jubilar in gewohnter Weife fort. ** Bund der Freundinnen junger Mädchen. Man berichtet uns: Am Sonntag fand im Gemeindesaal der Krippe die Oberhessische Mitgliederversammlung des Bundes der Freundinnen junger Mädchen statt. Trotz des ungünstigen Zusammentreffens mit anderen Veranstaltungen war die Versammlung gut besucht. Die Nationalschriftführerin, Frau Dr. B l an k - Heidelberg, wußte interessant und packend zu sprechen: wie der Verband im neuen Reich eingegliedert ist in das Frauenwerk der evangelischen Kirche, wie aber seine Arbeit und Pflichten dieselben bleiben wie früher: Schutz der weiblichen Jugend in Heimat und Fremde. ** Herb st-Pferdemarkt Gießen 1933. Vom städtischen land- und forstwirtschaftlichen Ver- waltungsausscbuß unter der Mitwirkung des Hessischen Landespferdezuchtvereins Darmstadt, der Hessischen Bauernkammer und des Tierzuchtamtes Gießen wird am Mittwoch, 27. September, 8,30 Uhr, auf den städtischen Marktanlagen an der Rod- heimer Sttaße der Herbst-Pferde- untP -Fohlenmarkt veranstaltet, mit dem auch in diesem Jahre wieder eine Prämiierung verbunden sein wird. Die Hessische Bauernkammer, der Hessische Landes- Pferdezuchtverein und das Tierzuchtamt Gießen haben wieder Geldbeträge als Preise für die Prämiierung gestiftet. Für die Zeit von 11—13 Uhr ist ein Konzert vorgesehen. Nach Beendigung des Pferdemarktes (etwa gegen 12 Uhr) veranstaltet der Verkehrsverein Gießen auf den Wiesen hinter dem Schlachthof reitsportliche Darbietungen, Jagdspringen usw., ausgeführt von der Reichswehr und den Reitervereinen des Oberhessischen Provinzialverbandes. ** Sonntagsrückfahrkart en z u den Messen na ch Köln. Zu der in den Tagen vom 16. bis 24. September in Köln stattfindenden Westdeutschen Gastwirtsmesse, zu der Herbstmesse für Haus- und Küchenbedarf (17. bis 19. September) und zu der für die Zeit vom 23. September bis 1. Oktober vorgesehenen Rheinischen Gartenbauausstellung werden von allen Bahnhöfen im Umkreis von 150 Kilometern um Köln und von den Bahnhöfen Gießen, Wetzlar und den Frankfurter Bahnhöfen Sonntagsrückfahrkarten nach Köln ausgegeben. Die Sonntagsrückfahrkarten haben im Einzelnen folgende Geltungsdauer: vom 16 bis 19. September. Hinfahrt: vom 16. September 0 Uhr bis 19. September 24 Uhr. Rückfahrt: vom 16. September 12 Uhr bis 19. September 24 Uhr (Antritt der Rückfahrt); am Gastwirtetag (21. September) mit eintägiger Geltungsdauer von 0 bis 24 Uhr (Antritt der Rückfahrt); am 23. und 24. September sowie am 30. September und 1. Oktober (Samstags ! und Sonntags) Hinfahrt: jeweils vom Samstag 0 Uhr bis zum folgenden Tag (Sonntag) 24 Uhr (Ende der Hinfahrt), Rückfahrt: jeweils vom Samstag 12 Uhr bis zum Montag 12 Uhr (Antritt der Rückfahrt). Am 18. September (Montag) nach 12 Uhr, am 19. September und am Gastwirtetag (21. September) sollen die Sonntagsrückfahrkarten nur dann zur Rückfahrt als gültig anerkannt werden, wenn sie auf der Rückseite von der Messe- und Ausstellungs-Ges. m. b. H. in Köln im Ausstellungsgebäude abgestempelt werden. Bürgermeister Haug (Darmstadt) spricht. 4,- • w * i Einbringung der Wimpel der Frauenschasten in die Volkshalle. Die oberhessische Sängertagung in Gießen wenn sie gäbe zu, deutscher Männer in dem Titel „Mutter", es sei. Der Mutter falle die große Auf- Gestalterin der Werte im Kind, Hüterin Art zu sein; sie habe es in der Hand, und Frauen zu bilden, wie sie das Vater- Kreislreffen der AationalsozialiMchen Frauenschast. Festgoiiesdienst und Kundgebung. — 7000 Krauen und Mädchen in der Volkshalle Das Interesse der Volksgemeinschaft erfordere entschiedenes Auftreten gegen diese Eigenbrödelei. Alle Sänger mühten sich zur Förderung der großen gemeinsamen Sache ein- und unter- ordnen und den Führergedanken als mah- geblich anerkennen. Erfreulicherweise habe sich in den Vereinen ein harmonisches Zusammenarbeiten entwickelt, auch die Opferbereitschaft werde überall rege bekundet, ebenso sei die tätige Mitarbeit innerhalb der Vereine recht eifrig. Als nächste Hauptaufgabe sei die Neugliederung der Gaue und die Zuteilung der Vereine zu den neuen Gauen vorzunehmen. Dabei dürfe es nicht mehr vorkommen, daß in einem Orte sogar mehrere Gau vertreten seien. In diesem Zusammenhang rühmte der Redner die bisherige, jahrelange verdienstvolle Tätigkeit des Lahntal-Sänaerbundes unter seinem Führer, Berufsschullehrer Gengnagel - Grünberg. Wenn jetzt infolge der Neugliederung der Gaue die Tätigkeit des Lahntal-Sängerbundes aufhören dürfte, so solle doch fein vorbildliches Wirken nicht vergessen werden und beispielgebend für die weitere Arbeit sein. Dem Lahntal-Sangerbund land brauche. Der Strom der Rasse müsse durch die Frau verantwortungsbewußt geleitet werden. Den Pflichten, Die sich hier ergäben, dürfe sich niemand entziehen, der seinen Pflichten gegenüber Volk und Vaterland genügen wolle. (Lebhafter Beifall!) Das Frauenschaftslied und ein Marsch der Standartenkapelle beschlossen darauf die erhebende Kundgebung. Auf der Tagung des Provinzialoerbandes Oberhessen des Hessischen Sängerbundes, die am Sonntag im Gewerkschaftshaus zu Gießen stattfand, berichtete der Prooinzial- führer Wendler- Bad-Nauheim im Anschluß an die grundlegenden Ansprachen und den Vortrag von Prof. Dr. Temesvary (siehe gestrigen Bericht) über geschäftliche Angelegenheiten des Provinzialverbandes. Einleitend teilte er mit, daß dem Prooinzialoerband Oberhessen des HSB. vor zwei Jahren 287 Vereine mit etwa 8000 bis 9000 Mitgliedern angehörten, jetzt dagegen nach der Gleichschaltung und Neuorganisation 410 Gesangvereine mit fast 14 000 Sängern im Provinzialoerband zusammengeschlossen sind. Die Tätigkeit der Verbandsvereine soll in vorragendem Maße auch der Förderung und Hin- austragung des Gemeinschaftsgedankens, selbst in den kleinsten Orten und Vereinen, durch das deutsche Lied dienen. Den sog. „wilden^ Vereinen, die sich bisher noch abseits hielten, sei nur noch eine kurze Lebensfrist gegeben. nach den Worten Löhes: „Was will ich? Dienen will ich!" Wem will ich dienen? Dem Herrn in feinen Elenden und Armen. Und was ist mein Lohn? Ich diene weder um Lohn noch um Dank, sondern aus Dank und Liebe; mein Lohn ist, daß ich darf. Und wenn ich dabei umkomme? Komme ich um, so komme ich um, sprach Esther, die doch ihn nicht kannte, dem zu Liebe ich umkomme, und der mich nicht umkommen läßt." Sein Thema lautete: „Dem Meister das herz, dem Führer die Hand, so diene Gott und dem Vaterland." Auch die Frau habe dem Dritten Reich ihren Blutzoll gebracht, in Sorge um den von der roten Meute umlauerten SA.-Mann und Hitlerjungen ist manche in einem Jahr vor dem Umschwung mehrere Jahre älter geworden. Das sei die Zeit der Gebetsschulung gewesen, in der man in dem Ueberwinder von Sünde und Schuld, Tod und Grab Frieden fand. Das so viel gebrauchte Wort „Heil" sei ein bibli - sches Wort: Das sollte nicht vergessen werden. „Dem Führer die Hand"! Das Wort „Führer" kommt in der Bibel nur einmal vor (Psalm 141: ,.2hre Führer müssen gestürzt werden über einen Fels"). Das habe unser Volk durch Adolf Hitler, das Werkzeug Gottes, in höchster Not und letzter Stunde erleben dürfen. Die blinden Blindenleiter seien entlarvt, und es sei Aufgabe der Frauenschaf- ten, dafür zu sorgen, daß der Ekel an ihnen auch noch die abseits Stehenden erfasse. Die Zeit der kalten Bolschewisierung, einst eingeleitet durch Frauen wie Helene Stöcker und die Jüdin Adele Schreiber, die zum Ziele hatte die Entsittlichung, Ent- mutterlichung, Entweiblichung und Vermännlichung der Frauenwelt, sei vorbei. Neidlos erkenne die Frauenschaft die Vevdienste der Neuland-Bewegung, des Deutschen Frauenkampfbundes unter Führung der nun 65jährigen Guida Diehl, ebenso wie die Arbeit der evangelischen und katholischen Frauen- oerbande an. Ganze Arbeit wurde erst unter Adolf H"ler möglich, der aufräumte mit der Zerspaltung in Klassen und Ständen und auch der unserm Volk besonders aufgetragenen Auseinandersetzung der Konfessionen das Bittere nahm. Weil sie diesem Führer vertraue, gebe die deutsche Frau der Schu- lung des braunen und schwarzen Heeres den Mann und den Sohn, den Jungen und das Mädel, ver- zichte auf manches, weil sie in dieser Schule zur Volksgemeinschaft ihre Sieben gut aufgehoben wisse. So werde das Frauenleben zum Gottesdienst, indem es Gott etwas von dem Dank abftatte für das, was Gott an unferm Volk getan. So helfe sie daß es „Gottes Volk" werde; nicht ein auserwähl^ tes Volk, aber eines mit deutschem Wesen, an dem noch einmal die Welt genesen solle. Es bleibe höchste Aufgabe der NS.-Frauenschaft, dazu mizuhelfen, daß das Geheimnis des Dritten Reiches das Geheimnis des Reiches Gottes fein werde. Nach (gebet, Daterunfer und Segen endete mit dem gemein- tarnen Lied „So nimm denn meine Hände" der ein- drucksvolle Gottesdienst. Die Kundgebung am Nachmittag. Schon lange vor Beginn der Kreisfrauenfchafts- tagung am Nachmittag hatte sich eine nach Tau- senden zählende Menge von Frauen der NS.- Frauenschaft, sympathisierenden Frauen aus Stadt und Land, Mädchen des DdM. und Knaben des Jungvolks, sowie der Hitlerjugend in der Volkshalle eingefunden. Bei weitem reichten die Stühle nicht aus, allen Teilnehmerinnen einen Sitzplatz zu verschaffen. Bänke mußten aufgestellt werden, Tische wurden herbeigeholt — kurzum: die Volkshalle war bald bis auf den letzten Platz besetzt. Die Kapelle der Standarte 116 unterhielt zunächst mit einigen schneidig wiedergegebenen Märschen. Mit dem Badenweiler-Marsch wurde dann die Kreis-Frauenschaftstagung eröffnet. Feierlich wurden die Fahne der Hitler-Jugend und die zahlreichen Wimpel der NS.-Frauenschaften und des BdM. eingebracht, von der Menge mit dem deut- scherz Gruß begrüßt. * Kreisleiter Or. Harth hiett eine kurze Begrüßungsansprache. Wenn auch Gießen, so führte er u. a. aus, heute zum Treffen der Frauen nicht geschmückt sei, wenn auch Die Die zweite große Aufgabe sei die Heranziehung einer tatkräftigen, opferbereiten nächsten Generation. Hier komme es wesentlich auf die Frau ynb Mutter an Die Erziehung müsse vor Volk uni) Vaterland verantwortet werden. Man wolle heute keine geschminkte und gepuderte Frau. Mit der deutschen Frau sei auch lange Schindluder — von der Mode her — getrieben worden. Modewechsel, dreimal im Jahre, sei um der Warenhausjuden willen geschehen. Deutsche Frauen und Mädchen sollten wieder so werden, wie die Mütter waren. Ohne die Frau sei eine Umstellung des Geistes in unserem Volke nicht möglich. Es dürfe in Zukunft niemand mehr nach Geld und Gold eingeschätzt werden, sondern nach der Arbeit, die er leiste für Volk und Vaterland. Diese Geisteshaltung bedeute Bruch mit allem Liberalismus. Es gebe in der Zukunft Aufgaben für den Mann, in die sich keine Frau drängen dürfe. Die Frau habe ihre ureigensten Gebiete. Sie müsse in Zukunft in der deutschen Sozialpolitik an erster Stelle stehen. Da sei überall die Frau zur Mitarbeit heranzuziehen. Sozialpolitik müsse anders als bisher und nicht ohne breite Grundlage getrieben werden. Ader auch auf dem Gebiete der Fürsorge müsse nationalsozialistisches Denken Einzug halten. Nebeneinander und Uebereinanber in der Fürsorge werde unter der Dachorganisation, unter Führung und Kontrolle der NS.- Dolkswohlfahrt betrieben. Nicht internationale Solidarität, sondern ein deutscher Sozialismus müsse dem gesamten deutschen Volke vor Augen stehen. Es sei dem Nationalsozialismus ernst mit feinem Sozialismus. Wenn heute ein Fürst zu feinem Volke zurückkehre, so wolle das nichts bedeuten, es fei aber viel wert wenn 100 000 Arbeiter sich wieder dem Vaterland mit innerstem Herzen zuwenden. Mit der bisherigen Form der Sozialpolitik werde gebrochen. Für die soziale Arbeit würden in Zukunft nur noch drei Organisationen anerkannt sein: das Rote Kreuz, der Eharitasverband und die Innere Mission, überwacht durch die NS.-Volkswohlfahrt. Man werde dafür sorgen, daß jede Spende richtig eingesetzt werde. Das bevorstehende große Winterhilfswerk werde nicht möglich sein ohne das Opfer eines jeden Volksgenossen. Sozialismus der Tat in nationaler Verbundenheit fei der Weg. Zum Opfer müsse jeder bereit'fein, solange es noch Arbeitslose gebe. Wer Besitz habe, sei verpflichtet. Es dürfe nicht mehr sein, daß nur der ärmste Sohn des Vaterlandes treuester Sohn fei. Der Nationalsozialismus könne eine Mission nur mit Hilfe der Volksgesamtheit er üllen. Angesichts der Forderung zu neuem Opfer olle man sich der zwei Millionen deutschen Toten des Weltkrieges und der 300 Toten der Freiheitsbewegung erinnern. Es gelte, die Zeichen der Zeit zu verstehen, zu wissen, daß der Nationalsozialismus die letzte Reserve für die Erhaltung deutschen Wesens sei. Jeder sorge dafür, daß er nicht einst zu leicht befunden werde. Jeder müsse an Deutschlands Zukunft glauben, denn unser Vaterland soll über Jahrtausende sicher und felsenfest stehen. (Starker Beifall!) Deutsche Volkskunst. Mit großer Freude wurden sodan» die deutschen Lieder und Volkstänze ausgenommen, die durch den Bund deutscher Mädchen zum Vortrag und zur Aufführung gelangten. Der Heimatdichter Georg Heß hatte sich zur Verfügung gestellt und Lieder und Tänze mit luftiger Dialektdichtung feines Hüt- tenbergs verbunden. Er rief alte Sitte und Tugend herauf, er sprach von der Liebe zur Heimat in urwüchsigster Sprache, er erzählte in luftigen Reimen von alten Gebräuchen und begleitete außer- dem einen der Volkstänze auf der Ziehharmonika In der dichtbesetzen, schön aeschmückten Volkshalle zogen am Sonntag um 11.30 Uhr unter dem Vorspiel „Preies und Anbetung" der Standartenkapelle (Leitung Pg. N e b e l i n g) die Wimpelträgerinnen ein und nahmen vor der Bühne Aufstellung. Auf dieser war der Altar vor einem vier Meter hohen, silbernen Kreuz mit Grün, Blumen und brennenden Kerzen aufgebaut. Nach zwei Versen des Ehorals „Großer Gott wir loben Dich" hielt pg. Pfarrer Sattler-Wieseck die Festpredigt über das Wort: „Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden." Im Blick auf das gleichzeitige 100- Jahr-Jubiläum der weiblichen Diakonie wünschte er I der NS.-Frauenschaft Mariensinn und Marthaart I mit origineller Musik. Don einem Chor der Frauen, schäft wurde das „Deutsche Frauenliod" von Marie Wolkewitz (Gießen) gesungen. Nach einer längeren Pause sprach der Sachverständige für Rassefragen beim Reichsministerium des Innern, Dr. Achim (Serke. Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Die Tage von Nürnberg seien verklungen. In allen Reden, die in diesen denkwürdigen Tagen gehalten worden seien, sei nie vergessen worden auf die Wichtigkeit der Rassefragen einzugehen. Rasse gehe jeden einzelnen an. Jeder müsse wissen, was Rasse sei. Unter Rasse verstehe man, ganz allgemeinverständlich ausgedrückt, eine große Gruppe von Menschen mit gemeinsamen Anlagen. Das deutsche Volk werde wieder ganz zu sich selbst finden müssen. Die Bande des Blutes müßten enger verknüpft werden. Man werde den Nationalsozialismus nie ganz verstehen, wenn man nicht lernen wolle, was Rasse bedeute. Rasse fei ein Strom, der Erbgut mit sich führe, von den Ahnen her, durch uns hindurch, hin kommenden Geschlechtern. Der einzelne habe ganz bestimmte Verpflichtungen gegen Volk und Vaterland zu erfüllen. Erbgut müsse schlackenlos an die Nachfolgenden weitergegeben werden. Für ein Volk in seiner Gesamtheit komme es darauf an, die Rasse gesund und rein zu erhalten. Griechenland, Rom und Sparta hätten vergehen müssen, weil sie ihre Art nicht rein zu erhalten vermochten. Rafsenverfall gehe einig mit Sittenverfall. Kulturgut, auf das engste mit Blut und Heimat verbunden, könne nicht gehalten werden, rBcnn die Rasse verfalle. Rasse dürfe nicht in Großstädten verloren gehen. Wer sich Heimatsinn bewayrt habe, werde immer zur Heimat zurück wollen. Der Einzelne habe die Aufgabe, seine Gesundheit und seinen rassischen Wert zu verteidigen; wer es nicht tue, aber Kinder zeuge, begehe ein Verbrechen. Rassische Werte gelte es nicht nur nach außen, sondern auch gegen sich selbst zu verteidigen, wenn es notwendig sei. Der „Jch-Mensch" habe im Dritten Reich keinen Platz. Leistung für die Volksgesamtheit sei richtungweifend. Das Recht auf den Körper sei nicht so wichtig, wie die Verpflichtung gegen den eigenen Körper. Die hoffnungslos Kranken wolle die Regierung unfruchtbar sehen, damit nicht an ihren Nachkommen Volksvermögen verloren gehe, das besser den Gesunden zur Förderung dienen könne. Deutschland brauche gesunde Geschlechter. Dieses Ziel gelte es eisernen Willens zu verfolgen. Der Kampf um die Volkskraft werde nicht einfach fein. Rassefragen dürften aber nicht mehr nur Angelegenheiten des grünen Tisches und der Wissenschaft sein, vielmehr müsse jeder Volksgenosse über die Probleme der Rasse aufgeklärt fein. Der im besten Sinne Deutsche müsse sich entfalten können. Das Schöne dürfe nicht dem Verderben anheimfallen. Schön sei immer, was gesund und kräftig sei. Platinblond und nachgezogene Augenbrauen, rotgeschminkte Lippen und gefärbte Fingernägel seien nicht schön; schön allein fei der Mensch in strahlender Gesundheit. Liebe solle man nur Menschen entgegenbringen, die ihrer wert seien. Die Leistung des Mannes sei bisher vielfach durch den Titel ausgedrückt worden. Die Leistung der Frau müsse ausgedrückt werden Behörden nicht geflaggt hätten (obwohl sie eigentlich selbst wissen müßten, was sich in solchen Fallen gehöre), so seien doch die Teilnehmerinnen der Tagung innerlich geschmückt, eins mit der Bewegung und gewillt, mit den Männern zusammen zu kämpfen für die deutsche Zukunft. Leider müsse er aber mitteilen, daß die Reichs-Frauenschaftsführerin Lydia G o ttsch e w s ky - Berlin durch eine wichtige Besprechung in Berlin am Erscheinen verhindert sei. An ihrer Stelle spreche der Sachverständige für Rassefragen im Reicysministerium des Innern, Dr. Achim G e r f e. Ein schöner Vorspruch, von Fräulein Messinger verständnisvoll oorgetragen, sand Beifall. Sodann sprach die Gauleiterin, pgn. Brüchmann-Oarmstadt. »sein, heiße treu fein, so führte sie aus, treu olke und dem Vaterland. Treue fei kein leerer Wahn. Zur Genüge hätten das die Helden des Weltkrieges bewiesen, Strapazen, Not und Tod aus sich nehmend. Aber auch die Frauen in der Heimat hätten es bewiesen, die die Arbeit der Männer auf sich nahmen. Not und Hunger sei von den Frauen ertragen worden und in heroischer Stille auch die Nachricht vom Tode des Mannes, des Sohnes oder des Bruders. In Spitälern habe die deutsche Frau die Kranken gepflegt, nichtachtend der eigenen Gesundheit. Treue werde auch in Zukunft gehalten. Aeußeres Zeichen der Treue der deutschen Frau im Dritten Reiche sei der Wimpel der NS.-Frauenschaften, der Wimpel sei ein Zeichen des Glaubens an die Unvergänglichkeit Des Nationalsozialismus. So weihe sie auch die Wimpel der NS.-Frauenschaften des Kreises Gießen, des Kreises Friedberg und des Kreises Alsfeld, als das Zeichen der Ehre, als ein Zeichen des Bekennt- niffes zum Nationalsozialismus und zum Geiste des Gedankens „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!". — Spontan wurde sodann der erste Vers des Deutschland-Liedes gesungen. Als erster Redner sprach hierauf Pg. Bürgermeister Haug-Darmstadt: Mit Stolz und Freude stehe heute, so begann der Redner, der alte Nationalsozialist vor dem Volke. Er tue es deshalb mit Stolz, weil er wisse, daß der Kampf der Bewegung nicht umsonst geführt worden sei. Das Samenkorn des neuen deutschen Staatsgsdankens fei prächtig aufgegangen. Der Na- tionalfozialift habe aber auch nicht nur vor den jeweiligen Wahlen um den deutschen Volksgenossen gerungen, sondern zu jeder Stunde. Heute sei der Nationalsozialismus der Staat und das deutsche Volk. Uebera'? sei das Bekenntnis zu Volk und Reich lebendig geworden. Auch diese Versammlung der NS.-Frauenschaft sei dafür ein Zeichen und stehe hn Zeichen der Gesundung. Es gebe keine Gesundung unseres Volkes ohne die deutsche Frau! Der Nationalsozialismus habe wie ein Magnet die gesund empfindende Frau angezogen. Die deutsche Frau habe die große Mission, Trägerin und Mittelpunkt der Familie zu fein. Der Staat, der sich in feinen kleinsten Einheiten aus der Familie bilde, könne deshalb auf die Arbeit der Frau und Mutter nicht verzichten. 1 Hsr-Ä Ndeszei-A^W'' «-.tfrfl lhK11 ... «nflom Damit falle jebodj in l der @e[angoereine ober he», sondern man woll Sängergeist überall sein machen tonne. Der hessische leine Privator; eine amtliche Sie sation, die im 3 im Dritten Reiche füllen habe und al- Dabei werde sich bi, in Debatten und fi liehen, sondern die gi diger Unterordnung gehen müssen und , beim kulturellen Wii Vaterlandes werden. Dank or Anschließend brach Z- k sSchlitz) nam provinzial,uhrer uni l-chen Dank für ihre und zugleich ein rück ’R »eiferen Führun y Vertrauen, daß u । h leint1" *^)on! ul^ Eventuell solle eine I siundeabends m wenn aus anderem T beiderseitigen Lerpslich (gesangvereinsmitgliede Der Provinzialsuhri letzter Zeit Bestrebt die Gründung von (! abteilungen in Fabr usw. abzielten. Um die gerbewegung entgegen Vorstand beschlossen, gründungen übe wo sie nicht angängig RS.-Lehrer-Sängercho lungen der verschied! Kriegervereine, Schütz Die Gesangvereine Sängerbund eingeg ständen werde der W ® w . RU" 5penbi ^ Hes tiie flus ^Äitiatnben Grf1 Ra'^'Ihe M'tglU jk föl^Lnerwerb l «er °° N teil gez^mete der WZ i i fiül. uno •Ä’Sg vinziolfuhrer den Le Vereinbarung m« o zu treffen, durch d Wunecn ermöglich Dienstleisfungen in Di tiooen auch **)t£n genügend nach «Achten.^ t - MÄZ-N- ^77—■—___ ^llchr «fr»"Ilio i«A"w 4S*"3** Wirtschaft 3- ®. Farben-Industrte ScfieibeanfiaU........ 53,5 K Teiche ZoNanleihe von 1911 Bagdadbahn-Anlethe .. 01 17,751 ..4 - .. Sl 1561 113,75 169,5 41,5 46 10,5 0,70 Gedanke der Volksgemeinschaft muh von Sängern immer eifrig gepflegt werden, neue Reich will erkämpft sein. Jeder von hat die Pflicht, an seinem Teile dazu bei- 115.5 171,5 47,75 28,25 43 33 20 24,5 36,75 10,25 155 177,5 128 115 41,5 48 52,5 56,5 28,65 42,75 35 19.5 25 38 10,5 156,5 178,5 132,25 94 28,13 42,13 34 21 97,25 25,25 37,75 27,13 10,4 156 179 130,5 Der den Daun» Ichiedensten Vereine (Turnvereine, vchützenoereine usw.). 4,25 5,5 5,25 5,1 0,75 4 4,75 4,13 6,25 5,2 113,13 43 46,25 52 4,05 5 4 5,4 5.2 5,1 Goldschmidt .... Btütgerlroerte ... Metallgesellschast 10,5 0 70 4 4,3 3,9 5,5 5 2 5,05 91,13 28,13 42,75 32 96,4 24,75 37 27,25 10,25 154 177,13 127,5 zutragen und sich für die gute Sache einzusehen. Oie Kundgebung für Arbeit und Friede vor dem Niederwalddenkmal bei Rüdeecheim am Sonntag, 24.September 4933. f *• Pe*J*neW),ld>e Gold renke.... ‘l-°% Leslerrcichijche GUbenentc B Ungarisch, Oolbreme....... , ’ Un9‘Tr’f$e Staatsrente v. 1910 desgl. von 1913.......... ^oldmexkkoner von 99 55,5 I -\ Erläuterungen zum Neichsbankaus- weis vom 45. September 4933. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. September 1933 hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 65,1 Millionen auf 3 469,7 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 52,9 Millionen auf 3 054,8 Millionen Mark, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 10,2 Millionen auf 8,1 Millionen Mark, die Lombardbestände um 1,8 Millionen auf 86,9 Millionen Mark und die Effektenbestände um 0,2 Millionen auf 319,9 Millionen Mark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 35,7 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeslossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 36,7 Millionen auf 3 383,7 Millionen Mark verringert, derjenige an Rentenbankscheinen um 1,0 Millionen auf 388,9 Millionen Mark erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 21,7 Millionen auf 1 440,8 Millionen Mark ab. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen haben sich auf 23,1 Millionen Mark ermäßigt, diejenigen an Scheidemünzen unter Berücksichtigung von 0,1 Millionen Mark neu ausgeprägten und 0,5 Millionen Mark wieder eingezogenen auf 235,9 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 389,5 Millionen Mark eine Zunahme um 11,2 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 0,4 Millionen auf 397,0 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 12,6 Millionen auf 338,1 Millionen Mark zugenommen, die Bestände an deckunasfähigen Devisen dagegen um 12.2 Millionen auf 58,9 Millionen Mark abgenommen. Die Gesangvereine mühten dem hessischen Sängerbund eingegliedert werden, unter Umständen werde der Anschluß zwangsweise erfolgen. Die Preise für die Karten und Fest - a b z ei ch e n sind folgende: Karten für reservierte Sitzplätze zu 10, 5, 3 und 2 Mark: Festabzeichen, das zur Teilnahme berechtigt, das Stück 0,50 Mark, bei Sammelbestellungen 0,40 Mark. Der feierliche Festakt hat folgendes Programm: 1 Einleitung durch Fanfarenmarsch der vereinigten SA.- und SS.-Kapellen aus Wiesbaden. 2. Eröffnung durch den Gauleiter von Hessen- Nassau, Reichsstatthalter Sprenger. 3. Mit dem Badenweiler-Marsch wird der große Redner des Tages begrüßt. Anschließend Ueberreichung von Ehrenbürgerbrie- fen: dann Volksfest auf dem Marktplatz in Rüdes» heim. Bei der Saarkundgebung stauten sich die Menschenmassen um das Niederwalddenkmal, dem Wahrzeichen der Einigung der deutschen Stämme. Auch diesmal werden viele Zehntausende hinaufwallfahrten, um Zeugen der feierlichen Proklamation unseres Willens zum Frieden und zur Arbeit zu werden. Die Augen von ganz Europa sind an diesem Tage auf das Denkmal bei Rüdesheim gerichtet. Schultheis Patzenhofer ...... Aku (Allgemeine ftunftietbe) . Bembetg.................. Zellstoff Daldhof ........... Zellstoff 2tid)Qffenburg ...... Dessauer Gas .............. Daimler Motoren........... Deutsche Linoleum ... ...... Ctenfttin & floppe! ......... Leonhard Dietz ... ...... Tbade..................... Arrumulatoren-Fabrik....... Tonti-Gummi.............. Gritzner................... Mainkraftwerle Höchst L.M.. Süddeutscher Zucker........ Die Deckungder Noten betrug am 15. September 11,7 v. $). gegen 11,6 v. h. am 7. September d. 3. Frankfurter Börse schwächer. Frankfurt a. M., 18. Sept. Die Börse eröffnete die neue Woche in sehr stiller Haltung, obwohl aus der Industrie einige anregende Momente vorlagen. Das Publikum war nach dem Auf und Ab der letzten Tage kaum vertreten. Die herrschende Geschäftsstille in Verbindung mit einigen Abgaben führten überwiegend zu weiter nach- aebenden Kursen, so daß tm Vergleich zum Wochenschluß durchschnittliche Rückgänge von 1 v. h. Emiraten. Fester waren lediglich Südd. Zucker mit plus 1,50 v. h. und Th. Goldschmidt mit plus 1,25 o. h. Stärker waren dagegen abgeschwächt IG. Farben (minus 2 v. h.), Rheinstahl (minus 2,50 o. h.) sowie Siemens (minus 1,50 v. h.). Im übrigen eröffneten: Scheideanstalt, Reichsbank und Phönix je 1 v. h., Buderus, Klöckner, Stahloerein und Nordd. Lloyd je 0,50 v. h., Akkumulatoren, Bekula und Kunstseideaktien um bis zu 0,50 v. h. schwächer, während Zement Heidelberg, AEG. und Mansfelder Bergbau behauptet einsetzten. Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage nach späten Reichsschuldouchforderungen (plus 0,50 v. h.), auch Altbesitz lagen zunächst 0,13 o. h. höher, bröckelten aber rasch 0,50 v. h. ab. Stahl- verein-Bonds lagen matt und 1,25 v. h. schwächer, wogegen Reichsvahn-DA. um 0,40 v. h. anzogen. Der Pfandbriefmarkt lag sehr still und ohne nennenswerte Veränderungen, nur ganz vereinzelt ergaben sich Abweichungen um 0,25 bis 0,50 o. h. nach beiden Seiten. Stadtanleihen tendierten ebenfalls wesentlich ruhiger als in den letzten Tagen der Vorwoche, doch blieben sie ziemlich gehalten. Staatsanleihen blieben geschäftslos, ebenso wie der Auslandsrentenmarkt. Im Verlaufe war das Geschäft weiterhin Dazu ist erforderlich: sackliches Denken, erforderlichenfalls rücksichtslos auch gegen sich selbst, Opferbereitschaft in jeder Beziehung! Wenn wir in diesem Geiste an die Arbeit gehen, wird sie uns nicht schwer fallen. Unser großer Führer Adolf Hitler hat den Funken zur Flamme entfacht. Wir wollen nun die Flamme für das Ganze leuchten lassen und immer wieder daran denken, daß wir Deutsche sind und die Verpflichtung haben, alles für Deutschland zu tun und zu geben, auch in unserem Lied. In diesem Bewußtsein und Vorsatz wollen wir uns aufrichten an den großen Taten unserer großen Führer, des Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls von Hindenburg und unseres Volkskanzlers Adolf Hitler. Zum Schlüsse brachte der Redner auf diese beiden Führer der deutschen Nation ein dreimaliges „Sieg-Heil" aus, in das die Versammlung freudig einstimmte. Der gemeinsame Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes beschloß die Tagung. Anschließend traten die Gauführer zu einer internen Beratung zusammen. "•'-teSs Nim Geck. fei’4?”"8“'* oMsmus nie nQIU ner{l iW kbgul rnll sich sich« !t* Muns hindurch, hch }c "enden Geschlecht ganz bestimmte Verpflichte«« ,crronnLj“ erfüllen. Erbgut müsse Nachfolgenden weitergegeben o k m seiner Gesamtheit komme alle gesund und rein zu erhalten, unb Sparta hätten vergehen i ^r* rein zu erhallen ver« einig mit Silleriverfall. L engfle mit Bhil und heimal nicht gehalten werden, wina Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt belchlossenen Dividende an. —- Reichsbankdiskont 4 o. h., Lombardzinsfuß 5 v. h. denkbar klein. IG. Farben fielen vorübergehend 0,75 d. h. nach, waren aber später wieder leicht erhöht. Sonst kamen noch Lahmeyer 1,50 v. h., Holzmann 2 v. h. Deutsche Erdöl 1 v. h. und Mannesmann 0,90 o. h. schwächer zur Notiz. Eonti Gummi mit minus 4 v. h. und äunahans mit minus 3,50 v. h. lagen recht schwach. Don deutschen Anleihen waren Allbesitz mäßig höher, Neubesitz kamen 15 Pfa. niedriger zur Notiz und späte Reichsschuldbuchsorderungen gaben ihren ganzen Anfangsgewinn wieder her. — Tagesgeld 3,50 v. h. Die Abendbörse hatte im allgemeinen nur kleines Geschäft aufzuweisen und die Kursoerände- rungen gegenüber dem Berliner Schluß waren nur gering. Nach den Rückgängen im Mittagsoerkehr war Die Stimmung jedoch etwas freundlicher. Im Verlaufe zeigte sich bei relativ belebtem Geschäft einiges Interesse für IG. Farben, die zunächst mit 113 v. h. eröffneten, später aber auf 113,90 v h. anzogen, um gegen Schluß der Börse leicht abzubröckeln (113,75 v. h ). Zrantfurtcr Lchlachtvichmarkt. Frankfurt a. TL, 18. Sept. Auftrieb: Rinder insgesamt 1417 (gegen 1681 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 382 Ochsen, 105 Bullen, 510 Kühe, 391 Färsen und seit dem letzten Markt dem Schlachthof direkt zugeführt 29 Tiere. Kälber 450 (241), Schafe 76 (58) und Schweine 3935 (4030). Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 29 bis 32, a2) 25 bis 28, b) 21 bis 24. Bullen a) 27 bis 29, b) 22 bis 26. Kühe a) 23 bis 27, b) 19 bis 22, c) 15 bis 18, d) 11 bis 14. Färsen a) 29 bis 32, b) 26 bis 28, c) 21 bis 25. Kälber a) 40 bis 44, b) 34 bis 39, c) 28 bis 33, d) 22 bis 27. Lämmer und Hammel gestrichen. Schafe e) 27 bis 29, f) 23 bis 26. Schweine a) 48 bis 52, b) 46 bis 52, c) 46 bis 51, d) 44 bis 50, e) 40 bis 47, f) und g) gestrichen. Im Preisoergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Rinder eine Mark, Kälber 2 bis 3 Mark und Schweine 2 bis 5 Mark an. Marktverlauf: Rinder ruhig, lieber- stand. Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine mittelmäßig, später stark abflauend. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. Sept. Auf Grund des neuen agrarpolitischen Gesetzes herrschte an der heutigen Getreidebörse stärkste Zurückhaltung: Käufer und Verkäufer standen sich abwartend gegenüber. Indessen war die Stimmung eher etwas be- festigt, zumal das Angebot in Brotgetreide sowie in Futtermitteln nur mäßig war. Weizen konnte sich um 2 Mark, Roggen um 1,50 Mark, Sommergerste um 2,50 Mark und Hafer sogar um 3 Mark per Tonne befestigen. Die Mehlpreise lagen bei ruhigem Absatz unverändert. Don Kleie zog Weizenkleie um 35 Pf., Roggenkleie um 25 Pf. und ölhaltige Futtermittel um 10 bis 15 Pf. je 100 Kilogramm an. Das Geschäft war jedoch allgemein nicht groß, da sich die Käufe nur auf die Deckung des notwendigsten Bedarfs beschränkten. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 190, Roggen 156,50, Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 182,50, Hafer 132,50 bis 136, Weizenmehl Spez. 0 mit Auslandsweizen 27,75 bis 28,75, do. ohne Auslandsweizen 26,25 bis 27,25, Roggenmehl 0- bis 60prozentige Ausmahlung 22,25 bis 22,75. do. südd. Spez. 0. 22,75. Weizenkleie 8,60 bis 8,75, Roggenkleie 8,25, Soyaschrot 8,25 bis 8,70 ohne Monopolzuschlag (o. M.), Palmkuchen 8,85 o. TL, Erdnuß- kuchen 10,00 o. TL, Treber 14,50 bis 14,60, Heu 5,20, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2,00, do. gebündelt 160. Kartoffel: Industrie hiesiger Gegend 1,90 Mark per 50 Kilogramm bei Waggon- bezug. Tendenz: fest. Lieber 100 Staaisfeiride ins Konzen- traiionslager gebracht. WSN. Frankfurt a. M., 16. Sept. Gestern erfolgte wiederum der Abtransport einer größeren Anzahl von Schutzhäftlingen in ein Konzentrationslager. Es handelt sich um über 100 Personen, von denen der weitaus größte Teil Mitglieder der KPD. sind und sich bis in die letzte Zeit aktiv gegen den heutigen Staat betätigt haben. Die Staatspolizei wird nach wie vor ihr besonderes Augenmerk auf die illegale Tätigkeit der Kommunisten und Marxisten richten und dafür sorgen, daß Personen, die sich auch heute noch gegen den Staat betätigen, ihrer verdienten Strafe zugeführt werden. Fünf Marburger SA-Leute zu Fuß nach Berlin. WSN. Marburg, 18. Sept. Um dem Reicks- Präsidenten v. Hindenburg persönlich.zu seinem Geburtstag am 2. Oktober gratulieren zu können, haben fünf SA. -Männer des hiesigen Sturmes 5/11 einen Fußmarsch nach Berlin angetreten. Sie wollen die 450 Kilometer lange Strecke über Kassel—(Böttingen—Halberstadt—Potsdam in 15 Tagen zurücklegen. Damit solle jedoch in keiner Weise das Eigenleben der Gesangvereine oder -Abteilungen gelähmt werden, sondern man wolle nur sicherstellen, daß der Sängergeist überall seinen Einfluß und seine Mög- lichkeiten zur Fortbildung der Vereine geltend niachen könne. Der Hessische Sängerbund sei heute keine Privatorganisation mehr, sondern eine amtliche Stelle der Parteiorgan i- I ( a t i o n , die im Interesse der Sängerbewegung itn Dritten Reiche besondere Funktionen zu er« füllen habe und als Kulturträger anzusehen sei. Cabei werde sich die Tätigkeit des Bundes nicht in Debatten und fruchtlosen Streitigkeiten vollziehen, sondern die ganze Arbeit werde unter freudiger Unterordnung unter die Führung vor sich gehen müssen und auf diese Weise Wegbereiter beim kulturellen Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes werden. (Lebhafter Beifall.) Dank an die Führung. Anschließend brachte Gauführer Stadtsekretär Feik (Schlitz) namens der Versammelten dem Prooinzialführer und den Bundesführern herzlichen Dank für ihre bisherige mühevolle Arbeit unb zugleich ein rückhaltloses Treuebekenntnis zu ihrer weiteren Führung dar. Die Sängerschaft habe dos Vertrauen, daß unter der Leitung der neuen Männer nach den letzten 15 Jahren der Not auch für das deutsche Lied nun wieder eine bessere Zeit kommen werde. Der Redner brachte ein dreimaliges begeistert aufgenommenes „Sieg-Heil!" auf die Führer aus. Nach den Dan- kesworten des Provinzialführers Wendler folgte Die bereits in der Presse angekündigte Kundgebung, die anläßlich der 50. Wiederkehr des Tages der Einweihung des Niederwalddenkmals im Rahmen des großen Parteitages des Gaues Hessen- Nassau vor sich geht, steht unter der Forderung: „Arbeit und Friede". Diese Kundgebung unter diesem hohen ethischen Motto übt schon jetzt eine ganz besondere Anziehungskraft aus. D i e Beteiligung wird voraussichtlich sehr groß sein. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Täglich laufen zahlreiche Anmeldungen aus allen Teilen Deutschlands ein von Volksgenossen, die an diesem denkwürdigen Tage vor dem Niederwalddenkmal stehen wollen. Fast alle prominenten politischen Füyrer in Deutschland sind geladen. Die Kundgebung beginnt pünktlich um 10,ö0 Uhr. Es wird nur eine sehr beschränkte Anzahl von Ehrenkarten ausgegeben werden. Ls ist daher zweckmäßig, wenn Linzelperfonen unb vereine sofort bei der für dielen Zweck besonders eingerichteten Geschäftsstelle in Rüdesheim, „Darmstädter Hof", Karten und Festabzeichen bestellen, da es am Sonntag, 24. September, sehr schwer sein wird, noch Karten zu dem großen feierlichen Akt zu erhalten. GtzM ” . ,,nft erfordere ent' D°lksse"Aigenbr°dele>- n gegen 9 ng w -* L'-"» "L "5 'M anCrf^nb n Minen eM Win den ,. gn(h die tb,n; ? ff» 6-*u,5 bi- 3“' na S--ue “nuen VE' kö'ä' <• 1ßaVal'SrSVli>,,S6(arf>eS i ! sei"" v I unb seinem Führer Gengnagel sprach der Red- I ner herzlichen Dank und volle Anerkennung aus. Weiter wies der Prooinzialführer auf den jetzt im Gange befindlichen Zusammenschluß der Chormeister hin, wobei er die Jöeremsbtri- aenten aufforberte, ungeachtet ber noch im Flusse be inblichen Neuorbnung für bie Fortführung bes Singftunbenbetriebes in ben Vereinen Sorge zu tragen. Der diesjährige Bundes-Sange rtag fin- , bet am 28. und 29. Oktober in Bingen statt. Dort werde man neue Ausblicke für die Bundesarbeit I im kommenden Jahre gewinnen. Recht zahlreicher Besuch der Tagung durch die Bundesvereine sei drin- qend zu wünschen. t m SFerner empfahl der Redner den Bezug ber „hes- chen Sängerwarte" unb ber „Deutschen Sänger- unbeszeitung". Er rief auch auf zur tatkräftigen Unterstützung unb Förderung der Spcnbe für die nationale Arbeitsbeschaffung, bie aus dem Kreise des hessischen Sängerbundes mit einem überwältigenden Erfolg der Spende abschließen müsse. Den Sängern wurde der Beitritt zum Kampfbund für deutsche Kultur und als fördernde Mitglieder der SS. warm empfohlen. Den erroerbsIofenSangesbrü. be r n gegenüber solle von allen noch beschäftigten Sängern weite st gehende Kameradschaft in der Bekundung praktischer Liebestätigkeit gezeigt werden. Sodann widmete der Provinz'alverbandsführer dem in den letzten Tagen verstorbenen zweiten Füh« rer des Bauerfchen Gesangvereins Heinrich Pieper sowie den übrigen seit der letzten Tagung oerstorbe- nen Mitgliedern einen herzlichen Nachruf, während sich die Versammelten von ihren Sitzen erhoben hatten. Da in zahlreichen Gesangvereinen Mitglieder der SA. und SS. vorhanden sind, die an den Sing- stunde-Abenden auch zur Dienstleistung in der SA. unb SS. verpflichtet finb, würbe von bem Pro- I vinzialführer ben Vereinsvertretern empfohlen, eine Vereinbarung mit der SA.- und LS.-Führung zu treffen, durch die es den SA.- und 55.- TNännern ermöglicht werde, unbeschadet ihrer Dienstleistungen in den SA.- und SS.-Forrna- lionen auch ihren 5lngstundeverpflichtungen genügend nachkommen zu können. Eventuell solle eine Verlegung des Sing- | ftunbeabenbs in Betracht gezogen werben, wenn auf anberem Wege die Wahrnehmung der | beiderseitigen Verpflichtungen der SA.- und SS.- h Gefangoereinsmitglieder nicht möglich sei. Der Provinzialführer teilte weiter mit, daß in I letzter Zeit Bestrebungen aufgetaucht seien, die auf I bie Gründung von Gesangvereinen oder Gesangs- I abteilungen in Fabriken, Werkoerbänden I usw. abzielten. Um dieser Zersplitterung in der San- | perberoegung entaegenzuwirken, habe der Provinzial- I verstand beschlossen, alle derartigen Reu- ■ grünbungen überall ba z u verbieten, | wo sie nicht angängig seien. Das gelte auch für den I NS.-Lehrer-Sängerchor, wie für alle Gesangsabtei» 2 Kaffe verfalle. I ungen der oc m Lr.-ta , , | Kriegervereine, in ©roBftabten verloren gehen/ in bewahrt habe, werde immer das Schlußwort des stellv. Bundes' sührerS, Schulrat Born-Oarmstadt. Der Redner brachte dabei zunächst em Treuebekenntnis für den ersten Bundesfüyrer Dr. Kulz (Darmstadt) aus und betonte bann u. a. weiter: Wir finb innerhalb bes Dritten Reiches ein (Blieb. Wir haben eine Funktion. Wir müssen Opfer bringen. Wenn bas Ganze gebeten soll, muß auch ber Einzelne mit feinen Sonber« infereffen zurücktreten. Die Sänger haben sich bem Umbruch ber Zeit roürbig gezeigt. Das neue deutsche Wesen entspricht dem deutschen Volke viel mehr als die frühere Art mit ihren Zersplitterungen und Entzweiungen. PHUtpP Holzmann...........O| Zementwerk Heidelberg ......0 .Utnentroeif Karlstadt.........q| wollen. Der Einzelne habe die | ’untyeit unb feinen rassischen . ; wer es nidjt tue, aber sinter 'rbretyn. Waffilty Werte gelte > ußen, fonbern audi gegen sich wenn es notwendig sei. Der n Dritten Reich leinen 'M s^cnntM \t\ richtnnaroeHeck. Körptt \<\ nicht \o wichtig, wie mg gegen den eigenen nnngsios Franken wolle die Re- ar sehen, damit nicht an ihren svermögen verloren gehe, das m zur Förderung dienen tonne, he gesunde Geschlechter. Dieser •nen Willens zu versahen. Der lkskrast werde nicht ein,ach sein, n aber nicht mehr nur Ange- inen Tisches und der Wissenschaft msse jeder Bolksgenosse über r Rasse aufgeklärt feilt D-r ie Deutsche müsse sich s Schöne dürfe nicht dem Dm n Schon sei immer, was gesund Platinblond und schminkte Sippen und HU ickt worden. Der »*l*‘Äh# fein; bas W* en zu tife mülle Deoi enmartl Berlin — ' rantfurl a. 2H. 16. September 18-September Amtliche Notierung Amtliche Seid Dotierung Srle Meld »rlt- Hrllingfor».. 5,874 5,886 5,814 5.826 Wien....... 47,95 48,05 47,95 48,05 Prag 12,415 12,435 12,405 12,425 Budaoetz ... — — —— Loba...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... Cito....... 169,13 169,47 169,08 169,42 66,63 66,77 66.03 66.17 Kopenhagen. 59,19 59,31 58.64 58,76 Stockholm... 68,38 68,52 67,71 67,85 London ..... 13,255 13,295 13,13 13.17 Buonos Aires 0,933 0,937 0.943 0.947 SReupod .... 2,827 2,833 2,757 2,763 Brüssel..... 58,47 58,59 58,43 58,55 Italien..... 22,07 22.11 22,04 22,08 Baris ...... 16,40 16,44 16,40 16,44 Schweiz .... 81,12 81,28 81,08 81.24 Spanien.... 35,06 35,14 35,03 35,11 Tanzlg..... 81.42 81,58 81.40 81.56 Japan...... Rio be Ian.. 0,778 0,780 0,769 0 771 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien. Lissabon.... 5,295 5,305 5,295 5,305 12,67 12.69 3anfnoten 12.67 12.69 Jronllun a. M. Serim Schlvß- hir< Schluß!. Abend- bflrft Schluß« hiri ÄchlM Minag« birse Datum 16.9. 19.9. 16.9. 18.9. Mansselder Bergbau.........0 22 22,5 22,25 22,25 Kokswerte ..................C 61,13 61 Phönix Bergbau.............0 31 30.5 31,13 30,5 Rheinische Äraunlohlen .....10 179,75 178,5 180 178,25 Rheinstahl .................. c 72,5 70,75 72,75 70,75 Bereinigte Stahlwerke........0 30,25 29.9 30,5 29,9 Claoi Minen ...............c 11,5 11.25 10,65 11 Kaliwerke Aschersleben........ 5 108 109 108 108 Kaliwerke Westeregeln........ 5 109,5 109,5 108,25 109,65 Kaliwerke Salzdetfurth.....1/t - 153,75 154 ;tranlhir u. 4)1. 8crlm Schluß« hirt Schluß!. Abend- t>Sr«c Schluß- hird Schluß!. Mittag« börse Datum 16.9. | 18.9. 16.9. 18.9. 6% Deutsche ReichSanlethe v. 1927 83,5 83.75 84 83,4 6*4 ehe m.784 Tt.Rclchöanl.v.1929 98,5 98.5 98,75 98.5 5^94 Doung-Anlcihe von 1930 .. T-utsche Anl.-AbISs.-Schulb mit Ausloj.-Rechten ............. 80,75 81.13 81,75 81,13 76,75 76,65 76,9 76.6 D-sgl. ohne Auslos.-Rechte...... 9,7 9,6 9,8 9 65 6% eötm.8% Hess. Solksslaat 1929 «rückzahlb. 102%)............ 74,25 74,5 74,75 74,75 6% Hess. Landesbank Darmstadt Bold R. 12.................. 78 78,5 77,5 77.5 Hess- Lanbes^ypotheken- bank Darmstadt fiiqui......... 82 82 — — . Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 66,5 66,5 — — Drutsche Komm. Cammelabl. Anleihe Serie 1 mitAuslos.-Rechlen 70,75 70 13 70,75 70,13 6«, ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Soldpse. 15 unkündbar bis 1935 80,5 80,25 — 6% ehem. 7% Franks. Hnv.-Bank Soldpse. 16 unkündbar bis 1936 80,25 80 13 — — 51i% ehem. 4V,% Franks. Hyp.- Sank-Liqu.-Bfandbriese....... 81,25 80,5 — — 4!i% ebem. iy>% Rheinische Hyp.-Bank-Liou.-Goidpfe..... 84,75 85 — — 6', ehem. 8% Pr. Landcspsand- brietanstalt. Psandbriese R. 19 6.', -dem. 7% Pr. Landespsand- ^.bnesanstall, Psandbriese R. 10 79 79 79 — 80,5 80,5 80,5 80,5 S'euergutsch. Verrechnungskurs.. 86,7 86,7 — 86,7 Aranktun y.DI. 3trffn Schluß- turs Schlußl. Abend- b-rte Gchluß- hird Schlußt. Mittag- börte Datum 15.9. 18-9- 16.9- | 18.9. 4°4 vesgl. Serie 11 ........... 5,25 5,15 — 5,2 6% Rumtn. vereinh. Rente v. 1903 3 3 — «k%RumLn.vereinh.Renleo.l91l 4,5 4,5 4,5 4,3 4% Rumänische vereinh. Rente 2.4 2,4 2,5 2,4 24,5 24,9 — 24,75 Hamdurg-Amertka-Dakel ..... 0 11,4 11,25 11,25 11 Hamburg-Südam. Tampsschiss. 0 — — — —— Hansa-Tampfschifs . ......... 0 — — 19 20 Norddeutscher Lloyd ......... 0 12,5 12.5 12,25 12,13 A.G. sür Verkehrswesen Aki. .. 0 41 40 40,5 39,5 Berliner HandelSgesellschast ... 4 82.75 82,5 83.25 83,25 Lommerz» und Prioat-Bank ... 0 47.25 46.75 47,5 47 Deutsche Bank und Tis conto- Gesellschaft................ 0 48,5 48 48.5 48 Dresdner Bank.............. 0 41,5 41 41,5 41 Reichsbank ................ 12 141 140,9 141 140,9 s.s.s................. 0 18 17.5 18 25 17,75 Bekula........ O 106 105,65 106.13 106 Dekkr. Lieserungsgelellschaft ... 6 73,27 68,5 Licht und Kraft 6 90.5 91.5 69 Feilens Guilleaume......... 0 41,5 40,5 41 40 Geiellsch.f.Nekrr.Unternehmnna. 5 72 70 71,65 69,75 Rheinische Glektchitäi ........ 5 — 76,5 74,5 Schuckert LCo............... 6 88.25 86,5 87,5 86,5 Siemens S Halske.......... 7 135 133,5 135,5 132,75 Lahmeyer L La............. 10 114 112,25 115 113,5 Buderus ................... 0 63 62 62 62,13 Deutsche (fibdl .............. 4 96 95,5 96,75 95,5 Gelsenkirchener.............. 0 47 45 47 5 45,5 Harpencr................... 0 79,5 80,5 79,5 80,5 Harsch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 — 53,75 53,25 Ilse Bergbau ............... c — — 136 — Ilse Bergbau Genüsse........ e 99 97,65 99,4 97 klöcknerwerke ............... 0 51 51 51 51 Manne-mann-LLbreu IIHMM 0 52,5 52 53,5 52,5 Berlin, 18.September Selb Zriel * Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. 2,71 58,27 58,38 13,09 16,36 168,66 21,92 65,87 67,54 80,90 34,90 2,73 58,51 58,62 13,15 16,42 169.34 22.00 66.13 67,82 81,22 35.04 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Roten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten....... Deutsch Österreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische 9?ofMi................. Ungarische Note»................ Kirchengemeindetag in Gießen. Am Sonntag fand in unserer Stadt der diesjährige Kirchengemeindetag statt, der besonders aus der Umgegend von Gießen stark besucht mar. Eingeleitet wurde die Tagung mit einem vormittags in der Stadtkirche abgehaltenen Festgottesdienst, in dem Prof. D. Matthes aus Darmstadt die Festpredigt hielt. Die Chorvereinigung der Stadtkirche trug durch ihre Mitwirkung unter Leitung von Organist Simon wesentlich zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Anschließend an den Festgottesdienst fand im Jo- Hannessaal nach einer kurzen Einleitung von Prof. D. Matthes ein Vortrag von Schriftsteller Will). Michel-Darmstadt über das Thema: „Die Stunde des Gotteswortes" statt. Der Redner führte u. a. folgendes aus: „Wir alle kommen aus einer Welt von Trümmern. Nicht nur der religiöse Mensch spüre diesen Schiffbruch, auch die weltliche Welt merke den Zusammenbruch. Der Kapitalismus habe den Menschen aus dem Volksverband gestoßen. Aufstand des Menschen gegen den Menschen sei die Losung gewesen. Die Sachwerte triumphierten. Der Majoritätswahn, dieses aus dem Lebensoerband herausgerissene Denken habe Produktion ins Leere, Zollpolitik ins Leere, Zerreißung der Ehe, des Familienlebens und des Einvernehmens zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber usw. gebracht. Erfreulicherweise kehre sich der Äensch jetzt seiner Heilung zu. Er höre die Wahrheit von seiner Rettung durch das Wort Gottes. Aber nicht freiwillig; es fei die Stunde des Wortes Gottes, die Stunde des hörenden Menschen, die uns heile. Es widerfahre uns heute etwas, was Jahrhunderte nicht vorgekoinmen fei. Heute gebe es keinen Winkel, wo Gottes Wort nicht hinkommen könne, kein Mensch könne heute vor Gott ausweichen. Der verbissenste Unglaube müsse einsehen, daß er am Abgrund stehe. Das Wort Gottes sei wieder auf sein Urwesen zurückgekommen als ein goldklares unteilbares Kleinod. Es sei die Stunde, wo sich die volle Autorität des Wort Gottes offenbare. In dieser Umkehr fange das Leben an zu erstarken. Es finde seine Auswirkung in der Ehe, in der Familie und auch in dem Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Möge die Gemeinde die Gemeinschaft fein, die recht höre und die vom rechten Hören weitergehe zum rechten Tun. In der Nachmittagsoersammlung, die im gleichen Saal stattfand, begrüßte zunächst Prof. D. Matthes die Teilnehmer, insbesondere den Vertreter des Landeskirchenamtes, Oberkirchenrat D. Wagner, um dann kurz auf die Aufgaben des Kirchen- gemeindetages hinzuweisen. Sodann hielt Prof. D. Or. Cordier-Gießen einen Vortrag über „Die Bedeutung der G e - meinde für den kirchlichen Neuauf- b a u". Der Redner sprach zunächst über den kirchlichen Aufbau der Gegenwart, zeigte in diesem Zusammenhang das Bestreben nach Einheitlichkeit gegenüber der seitherigen Vielheit der Landeskirchen, erwähnte die Frage des Führerprinzips, des Ausschlusses der anonymen Kräfte, sowie die Verantwortlichkeit des Einzelnen. Er zeigte weiter das Streben nach Volksverbundenheit, nach neuer Sprache der Kirche, neuer Verantwortlichkeit des Kirchenvolkes und neuer nationaler Bestimmtheit der Kirche. Der Redner kam dann auf die Zeit nach dem Kriege zu sprechen, wo der freien evangelischen Kirche und der Trennung von Staat und Kirche das Wort geredet worden sei. Der neue Staat sei positiv an der neuen Kirche interessiert, er verlange aber, daß seine nationalen Grundlagen von der Kirche anerkannt würden. In einer nationalen Kirche müsse sich der Staat entsprechenden Einfluß sichern. Der Redner beschäftigte sich dann eingehend mit der Frage Führer- oder Gemeindeprinzip und wies in diesem Zusammenhang geschichtlich nach, daß bereits in der Zeit vor der Reformation der Gedanke der Mitarbeit der Gemeinde am Aufbau der Kirche Fuß gefaßt habe. Später habe Luther diesen Gedanken weiter ausgebaut. Er habe dahin gewirkt, daß die Gemeinden Träger des kirchlichen Lebens wurden. Der Redner zeigte dann die Auswirkung dieser Gedanken Luthers in Straßburg und später auch in unserem Hessenland. Neben der Gemeindearbeit habe auch schon zu Luthers Zeiten das Führerprinzip bestanden. Nur Führer- und Gemeindegedanken zusammen könnten eine lebendige Gemeinde schaffen. Die Christliche Gemeinde solle nicht allein bestehen bei der Verwaltung der Beamten, sondern auch bei der Gemeinde, die Jesus liebt. Die Christliche Gemeinde solle Glaubensbewegung sein. Zum Schluß betonte der Redner noch, daß die Kirche die äußere Einheit finde, wenn sie die innere Einheit gefunden habe, daß die Kirche volksver- bunben sei, wenn sie von der Gemeinde aufgebaut werde und daß sie die nationale Kirche sei, wenn sie die nationalen Belange auf betenden Händen trage. Die Volkskraft vollende sich im Dienst an Christus. Wichtiger wie alle kirchenpolitischen Fragen sei, daß'Christus am kirchlichen Aufbau mithelfe. Als letzter Redner sprach Oberreallehrer Irank-Darmstadt, der Führer des Verbandes der Evangelischen Män- neroereinigungen, über „Die männliche Diakonie im Dien ft e der Gemeind e". Der Redner wies zunächst auf die Notwendigkeit der Betätigung jedes einzelnen in der Gemeindearbeit hin, um dann weiter die Bedeutung der 100-Jahrfeier des Rauhen Hauses, des 9. Diakonietages und der 100-Jahrfeier der Errichtung des ersten Diakonissenhauses zu erläutern. Er schilderte in längeren Ausführungen die Aufgaben der Diakonie und praktische Durchführung derselben. Bei der Beschreibung der vielseitigen Arbeitsgebiete der Diakonie betonte der Redner dis Bedeutung dieser Arbeit für die Kirche und für die gesamte Menschheit. Aus der Gemeinschaft des Glaubens sei hier die Gemeinschaft der Liebe geworden. Der Redner kam ferner auf die Entfremdung deutscher Volksgenossen der Kirche gegenüber zu sprechen und erwähnte dabei, daß diese Entfremdung teilweise auf die Zurückhaltung der Kirche der Diakonie gegenüber zurückzuführen sei. Erfreulicherweise sei inzwischen in-dieser Hinsicht ein Wandel eingetreten. Er empfahl die Gründung von Männervereinen und Einrichtung von Männerheimen, in denen die Diafone ihre segensreiche Tätigkeit ausüben sollten. Oer Vertreter des Landeskirchenamts spricht. Nach dem Vortrag übermittelte Oberkirchenrat D. Wagner die Grüße des Prälaten D. Dr. Dr. Diehl, der der Tagung guten Verlauf und Gottes Segen wünschte. Der Redner wies besonders darauf hin, daß der Gedanke der Mitarbeit der Gemeinde am Aufbau der Kirche von der Hessischen Landeskirche stets gefördert worden sei. Außerdem habe die Hessische Landeskirche sich schon seit Jahren mit der Frage: W i e ist Führerprinzip mit dem Gemeindeprinzip zu vereinigen? eingehend beschäftigt. Zum Schluß erläuterte der Redner noch tuy die Stellung der Hessischen Landeskirche zur Verfassung der Großhessischen Kirche und der Reichskirche. Pfarrer Bechtolsheimer übermittelte die Grüße des Gesamtkirchenoorstandes und des Pfarrkollegiums. Oer Abschluß. Hieran schloß sich eine rege Aussprache über die einzelnen Vorträge. Es wurde eine Entschließung gefaßt, in der die maßgebenden Stellen, die bei bee Fertigstellung der Großhessischen Verfassung Mitarbeiten, gebeten werden, dafür Sorge zu tragen, daß das bewährte hessische Gemeindeprinzip in be< Großhessischen Verfassung erhalten bleibt. Buntes Allerlei. Kapernaum in Brandenburg. Das gibt es. Es gibt, nach dem Postverzeichnis der Provinz Brandenburg, sogar noch ganz andere Namen: Anapolis, Bellealliance, Ceylon, Charte- stown, Ernstoille, Havanna, Monpläsier, Ninive und Jamaika. Das Tierreich ist hier wohl mehr als in irgend einem andern deutschen Landstrich bei den Ortsnamen vertreten: Aalkasten, Alter Gaul, Am Damhirsch, Aurither Schnecke, Bärenklau, Bärenschlauch, Blauer Affe, Dohlennest, Entenfang, Eselshütte, Eule, Fliegendes Roß, Goldener Löwe, Grünhirsch, Hähnchen, Hammelstall, Hecht, Hühnerholz, Hunde- kehle, Hundesdelle, Hungriger Wolf, Käuzchenburg, Kaninchenhaus, Kuckuck, Kuhbier, Bullenwinkel, Krähwinkel, Schwan, Schwarzer Kater, Schweinepfeife, Sperlingsherberge, Uhlenhof, Wolfsluch, Ziegenhals, Ziegenwerder. \ Die großen Namen der preußischen Geschichte ' sind vertreten durch Bismarck, Blücher, Gneisenau, Nettelbeck, Zielen. Dazu kommen noch folgende merkwürdige Ortsnamen: Albrechts Teerofen, Almosen, Allzunah (das hochdeutsche Altona), Alte Hölle, Alter Kalkofen, Apostelgarten, Bahnwärter, Bierfäßchen, Die Ruh, Dübel, Elend, Erbenswunsch, Faulbaum, Fegefeuer, Fleckengarten, Gott mit uns, Hannemannei, Goldseelen, Holzseelen, Husar, Kiekemal, Kienäpfelbaum, Kienbaum, Kleeblatt, Kinderfreunde, Kurze Stücken, Landwehr, Letzte Groschen, Mißgunst, Paradies, Paterdamm, Pechhütte, Präsidentenmühle, Salzkossäthen, Schrafrichterei, Siehdichum, Totengräberhaus, Totenkopf, Top, Töpferschenke, Trinkemal, V aterswille, Verlorenwasser, Weiberwerder. M. A. das ist i&ie eE Machiai* om -Haase. 6r sc/umß ■Herz und'Menten.. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Maria Kübel Dr. phil. Anton Wetzel Landwirtschaftsassessor Gießen Berlin SW 11 Markt 16 Klein-Beerenstraße 10, III. September 1933 5751 r> K Lichtspielhaus Gießen I Heute letzter Tag: Das Ende von Maradu Ein exotisches Erlebnis aus den Urwäldern Borneos. 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