nr. 195 KvüVattSsabL 185. ZahrgtMg Samstag, 19.August (955 Lrlcheini «ügUch, autza Sonntags and Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte (Eichener JJamilienblätter Heimat im Bild Die Scholl» monatS’BejugspreU: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr .. . -25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrist für Drahtnach- nchten Anzeiger Lieben. Postscheckkonto: £ranffitri am Blain 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnitf und Dtrlog: vrühl'sche Universttülr-Vuch. und Stetnörutferei R. Lange in Stehen. Zchriflieitnng und SeschSstrftelle: Zchnistrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen VON 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» Kiameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20*, mehr. Chefredakteur Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unbfür denAn» zeigenteil i.B.Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. Das Retz der neuen Reichöauiobahnen. Generalinspekieur Or. Todt erläutert Zweck und Durchführung des Plans. Lpd. Frankfurt a. M., 18. Aug. Anläß- lich der Generalversammlung der Hafraba hielt der Generalinspekieur für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, einen richtunggeben- den Dortrag über die Reichsautobahnen. 3m Dürgersaal des Rathauses waren aus allen Teilen des Reiches die Spitzen der Landes- behörden und der politischen Organisationen vertreten, darunter Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen, Kassel, und der stellvertretende Gauleiter H e y s e für den Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger. Generalinspekteur Dr. Todt erklärte in seinem aufschlußreichen Dortrag u. a., die Idee der Auto- bahnstrahen sei entstanden aus dem Miß - hältniszwischen derEntwicklungdes Krastwagens und dem Zustande der Landstraßen. Selbst die serienmäßig herge- stcllten Kraftfahrzeuge könnten Geschwindigkeiten bis äu 150 Kilometer entwickeln, der Zustand der Landstraßen lasse aber nur eine Geschwindigkeit von 40 bis 60 Kilometer zu, so daß die Geschwindigkeit des Wagens noch nicht einmal zu 50 Prozent ausgenuyt werden könnte. Kurven, unübersichtliche Stellen, Ortsdurchfahrten, Heuwagen, Radfahrer. unabgcblendete Scheinwerfer böten alle zwei bis drei Kilometer ein neues Hindern s. und das Auto komme sich auf der Landstraste wie ein gerupfter Dogel vor, der nicht fliegen könne. Man dürfe nicht mit dem Vorwurf kommen, daß das Autofahren eine Sache einer kleinen Schicht der Bevölkerung fei. Denn gegenwärtig liefen in Deutschland 1,5 Millionen Kraftwagen mit 3 bis 4 Millionen Insassen, und es unterliege keinem Zweifel, daß sich diese Zahlen nach der Fertigstellung der Autobahnen leicht verdoppelten. Zur Rechtfertigung der außerordentlichen Auf. gaben für die projektierten Autobahnen führte Dr. Todt folgende drei Punkte an. 1. In den vergangenen Jahren seien Unsum. men für die Verbreiterung der Landstraßen von 4 auf 6 und von 6 auf 8 Meter aus- gegeben worden, ohne daß man aber .damit bas Uebel an d e r Wurzel habe fassen können. Trotz der großen Ausgaben hätten wir heute doch keine vernünftigen Auto st raßen, da sei cs doch besser einmal eine ordentliche Ausgabe zu machen, und dafür auch etwas Vernünftiges zu schaffen. Gerade Adolf Hitler, der beste Kenner der deutschen Landstraßen, denn er habe in den legten 14 Jahren 1,3 Millionen Kilometer auf d e n deutschen Land st raßen zu- r ü cf g c 1 e g t, d. h. eine Strecke, die 33mal um die Erde reicht, habe seine Erfahrungen gemacht, die ihn oon der Notwendigkeit der Schaffung eines Netzes guter Autostraßen in Deutschland überzeug- ten. So müsse die Frage 6er Rentabilität aufgefaßt werden. 2. Auch vom verkehrspolitischen Standpunkte aus sei der Dau der Auto- straßen zu begrüßen. Die Rcichsbahngesellschast sei zwar ein wunderbares Verkehrsinstrument, aber bei weitem nicht vollkommen. Sie könne die Güter nur sammeln und von einer Station nach der anderen schaffen. Das Abholen u n d d a s An liefern der Güter müsse aber durch andere Verkehrsmittel geschehen, am idealsten durch dasAuto. Die Wirtschaft habe nun das größte Interesse daran, daß auch das Abholen und das Anliefern mit dem eigentlichen Transport der Güter verbunden werde. Das könne natürlich nur geschehen, wenn dem Auto ausgezeichnete Straßen zur 'Verfügung ständen, auf dem es die zur schnellen Deförderung der Güter notwendige Geschwindigkeit entwickeln könne. 3. Richt zu unterschätzen, vielleicht sogar der größte Vorteil der Autostraßen sei der, daß durch sie eine Vereinigung der Eis en- b a h n g e s e l l sch a f t und der Kraftfahrwirtschaft erreicht werden könne. Seither waren sich in Deutschland, wie auch in allen anderen Ländern der Welt, Eisenbahn und Kraftverkehr feindlich gesinnt. Es fei nun der genialste Gedanke des Kanzlers, die beiden feind- l'chen Brüder zusammenzubringen zum Ruhen des Volksganzen. Die Ausgaben, die im Rahmen des Aulobahn- vrojektes der neuorganisierten hafraba ;u- koinmcn, gehen nicht über die Linienführung, allerdings aller Autobahnen hinaus, während sich die hafraba bisher nur mit dem Projekt der Autostraße Hamburg — Bafel beschäftigte. Der Leitung der Hafraba sei zu empfehlen, sich mit nichts anderem als dieser Linienführung zu beschäftigen, keine Zenrtalisierungspotttil zu treiben, sondern nur die örtlichen Baubure a u s einzurichten unb bei den Arbeiten namentlich den Techniker, den Ingenieur, zu Wort kommen zu lassen. Für die Linienführung habe sich die Hafraba in der Hauptsache av die zwischen zwei großen Endpunkten verkehret m Eisenbahnlinien und Landstraßen zu halten^ Än der Regel werde die neue Autobahn kürzer als die bestehenden Landstraßen werden, aber nicht immer bie Kürze der Eisenbahnlinie erreichen können. Ibeal wäre es natürlich, wenn bie Autobahn bie kürzeste Verbindung zwischen den jeweiligen Endpunkten darstelle. 2m allgemeinen soll die Autobahn keine Rennstrecke werden, denn schließlich baue man eine deutsche Autobahn, die deutschen Charakter, unter Umständen sogar romantischen Charakter tragen dürfe. Man hoffe durch einen zehn- prozentigen Längenzuschlag diesen Charakter der Autobahn schafsen zu können. In ungefähr 14 Tagen würden bie ersten Auf träge vergeben, auch soll sehr bald die zweite Auto- bahnstrecke in Angriff genommen werden. Die DemmgiW der evangelischen Landesürchen im grvßheisischen Raum. Eine Verfassungskonferenz in Berlin. — Vor entscheidenden Beschlüssen des Landeskirchentags. Berlin, 18. Aug. (TU.) Am 16. und 17. Au- gust tagte in Berlin unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Jäger vom preußischen Kultusministerium ein Ausschuß, berbie Verfassung der künftigen evangelischen Landeskirckie Groh-Hessen-Nassau beriet. Es handelt sich darum, die bisherigen evangelischen Landeskirchen in Hessen-Darmstadt, Hessen-Kassel, Frankfurt a. M. und Nassau zu einer größeren Landeskirche zu vereinigen. Auf Einladung des Vorsitzenden als des hierzu Bevollmächtigten der Deutschen Evangelischen Kirche waren erschienen: Prälat D. Dr. Dr. Diehl für d i e Landeskirche in Hessen, Metropolitan Dr. Dithmer für die Landeskirche in Hessen-Kassel sowie Präsident Pfarrer Dber- chmidt und Kirchenrat Trommershausen ür die Landeskirche Frankfurt a. M. Der Vor- itzcnbe vertrat zugleich in seiner Eigenschaft als Mitglied der Reichsleitung der Bewegung „Deutsche Christen" und damit als Vertreter der Bewegung in Nassau den Bezirk der evangelischen Landeskirche in Nassau. An den Beratungen nahmen u. a. als Gäste teil: Der Reichsleiter der Bewegung „Deutsche Christen", Pfarrer H o ß e n f e l • d e r und Dr. Werner vom Evangelischen Oberkirchenrat. Der Bevollmächtigte des Reichskanzlers, Landesbischof Müller, erschien selbst, um seiner Freude über den roeit.-ren Bau an der Einheit der Kirche Ausdruck zu geben. Er äußerte seine volle Zustimmung zu dem Inhalt der Beratungen. Nachdem am 5. September die General- f t) n o b e 'd er Altpreußisch en Union getagt haben wird, werden am 12. September die Landeskirchentage in Nassau, Frankfurt a. M., Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel zusammentre- ten, um entscheidende Beschlüsse über die kirchliche Entwicklung unb Einheit in Sübwest- beiU[d)lanb zu fassen. Rußlands und Italiens) Jrenndschastsverlrag. Berlin, 18.Aug. (CNB. Funkspruch.) Die So» rojetbiplomatie ist in den letzten Wochen mit Erfolg bestrebt gewesen, die schwierige politische und wirtschaftliche Lage des großen Reiches durch Erweite- rung unb Festigung seiner Beziehungen zu ben Nachbarn unb zu ben Großmächten zu erleichtern. Wäh- renb bie Wirtschaftsverhanblungen mit Eng 1 anb trotz ber politischen Entspannung noch nicht weit gebieten finb, mit 5 r a n t r e i d) in ber Schuldenfrage erhebliche Differenzen bestehen, und die Anerkennung durch die Vereinigten Staaten auf große Widerstände stößt, haben sich die Beziehungen zwi- schen der Sowjetunion und Italien entsprechend dem beiderseitigen Interesse in der letzten Zeit sehr günstig entwickelt. Im Juli waren Bestrebungen im Gange, auch Italien in das System der Londoner O st p a f t e, die mit der Definierung des Angreifers eine politische Annäherung der teilnehmenden Staaten bezwecken und ein Gegengewicht gegen den Viermächtepakt darstellen sollen, einzubeziehen. Italien ist auf diese Angebote, die die politische Konstellation in Europa völlig verändert und die eben erst geschaffene Arbeitsgemeinschaft der westlichen Großmächte entwertet hätten, zur Enttäuschung Rußlands und Frankreichs nicht eingegangen. Es hat sich daraus beschränkt, mit der Sorojetregie- rung, mit der es bisher nur durch Handelsverträge verbunden war, einen eigenen Pakt auszuarbeiten, der in seiner Bedeutung etwa dem deutsch-russischen Vertrag von Rapallo entsprechen dürfte, indem er deutlich den Charakter eines Freundschaftsvertrages trägt. Seine wichtigsten Bestimmungen werden eine Nichtangriffsklausel und eine Neutralitätsklausel, d. h. die Verpflichtung zur Nichtbeteiligung an ir- gendwelchen sowjetfeindlichen Unternehmungen ober Koalitionen enthalten. Dieser Ausbau ber Beziehungen zwischen dem faschistischen Italien unb bem bolschewistischen Rußland entspricht, vom Standpunkte des italienischen Interesses gesehen, der latfaaje, daß Italien als roh- Öarmes Land für eine ganze Reihe wichtiger erialien, insbesondere für Petroleum, auf den Importangewiesen ist und deshalb Rußland, dessen Ausfuhr nach Italien die italienische Ausfuhr nach Rußland beträchtlich übersteigt, als einen wichtigen Lieferanten betrachtet. Teuerung in LISA. Roosevelts Kampf gegen die Krisis. Don unserem He-Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Reuyork, August. Daß die Vereinigten Staaten sich mitten in einer 3nf lation befinden, von der man noch nicht weiß, wo sie Halt machen wird, kann niemand, trotz des vorübergehenden Stillstandes der Wechselkurse für den Dollar, bestreiten. Sie Regierung hat aber vorerst einmal gebremst, um eine überstürzte Entwicklung zu verhindern und um in Ruhe den „Industrial Recovery Act‘ (industrielle Industrie-Gesundungs-Altion- durchführen zu können, der die Einführung einheitlicher Arbeitszeit und einheitlicher Entlohnung für die einzelnen 3ndustriezweige vorsicht. Trotzdem ist nicht ifa leugnen, daß bereits letzt eine weitgehende Beunruhigung in der Bevölkerung Platz gegriffen hat, die nicht ohne eine getollte Sorge in die Zukunft sieht. Denn bie erfte geige der neuen Wirtschaftspolitik in ben UbA. ist ein allgemeines Steigen der Preise fur ben täglichen Bebars, vor allem für alle Rah- rungsmittel, die zum großen Teil Verteuerungen um bis zu 60 v. H. auftoeifen, also um einen Vertag, der sehr erheblich unb spürbar ist. Die Frage, die daher allgemein interessiert, ist toohl, toie man das in den USA. aufnimmt, und was der Einzelne toohl zu dieser Teuerung sagt. Man könnte sich toohl vorstellen, daß eine solche Teuerung allgemeine -Entrüstung erregte, wenn nicht gleichzeitig die Einkommen stiegen. Gerade bas ist doch aber nicht ber Fall, benn gerabe jetzt werben überall erst einmal bie Einkommen für die großen Massen genau festgelegt. Die hier aufgeworfene Frage laßt sich erftaun- lichertoeise sehr schnell unb ganz anbers beantworten, als man das in Europa anzunehmen scheint: Man muß feststellen, daß die große Masse zunächst einmal noch durchaus zufrieden ist, unb baß ernstliche Zweifel an der Vernunft des Regierungsprogrammes vorerst nicht geäußert werden. 3m Gegenteil, trotz der Teuerung sieht man der Zukunft noch durchaus optimistisch entgegen, und man hat weitgehend das Gefühl, es ginge wieder aufwärts — trotz des letzten Börsenkrachs. Daß die Regierung diesen Krach so schnell abgestoppt hab, hat übrigens wesentlich zur Stärkung des Vertrauens in Roosevelts „Reues Spiel" beige- tragen. Es ist eben etwas anderes, wenn eine Teuerung plötzlich aus heiterem Himmel einseht, gegen den Wunsch der Regierung, oder wenn eine Teuerung erwartet wird wie ein Regen vom Landmann nach langer Dürre. Man hat der Bevölkerung seit langem, unb zwar recht gründlich, eingehämmert, daß die Tlrsache ber Krise bie niebrigen Preise seien. Rur sie wären daran schuld, da.h die Farmer nicht mehr kaufen könnten, und daß der Industrieabsah zurückgegangen sei. (Der Außenhandel zählt in Amerika nicht.) Die Preise müßten wieder steigen, dann werde alles wieder besser. Das hat man so oft wiederholt, daß jeder daran glaubt, so daß der Einzelne auch bereit ist, dafür Opfer zu bringen. 3a, es besteht kein Zweifel daran, daß die große Masse das Steigen der Preise freudig begrüßt hat, weil sie nun hoffte, daß die schlechte Zeit vorbei sei. Davon, daß die Wechselkurse fielen, hat man ja nichts gemerkt, denn man lauft in Amerika eben keine ausländischen Waren. Es kommt hinzu, daß bas Steigen ber Preise sich zunächst einmal nicht auf allen Gebieten gleichmäßig bemerkbar gemacht hat. Die Lebensmittel unb bie Textilien finb teurer geworben, aber noch nidjtbie Mieten, bie in Amerika fast bis 50 v. H. ber kleineren Einkorn- men aufzufressen pflegen, nicht bie Fahrgelegen. Helten, unb nicht ein ganzer Haufen sonstiger Br- barfsartifel. Die Teuerung setzt hier vielmehr erst langsam ein, so baß sie nicht so spürbar wirb, wie bas wohl sonst ber Fall wäre. Auch hat sie im Allgemeinen noch nicht bas Ausmaß ber Dollarentwer- tung erreicht, so baß nur einzelne Artikel bie an- angegebene hohe Verteuerung ausweisen — was in ben Einzelsällen prompt zu Schwierigkeiten geführt hat (BrottraroaUe in einzelnen Stabten). Aehnlich günstig ist auch zunächst bie Wirkung des Industrial Recovery Acts mit feiner Festsetzung ber Löhne unb ber Arbeitszeit. Aus europäischen Kritiken geht hervor, baß man Sinn unb Ursache dieser Maßnahme im allgemeinen in Europa mißverstanden hat. Es handelt sich nicht um eine „marxistische" Planwirtschaft, die man hier einführt, sondern zum erstenmal um eine Regelung der Verhältnisse auf bem Arbeitsmarkt, bie gerade infolge ber Krise notwendig geworden war. Man hat in Europa die primitive Vorstellung, daß in Amerika alles ungeheuer modern, typisiert und vereinheitlicht fei, weil man immer nur Neuyork im Auge hat. Äichts ist jedoch so falsch wie das, und zwar ganz besonders in ber amerikanischen Industrie. Neben Anlagen, die so mechanisiert sind, baß ber Mensch daneben fast überflüssig geworden ist, gibt es ganz veraltete und primitive Fabrikationsmethoden, neben hochmoder- nen Einrichtungen solche, die noch aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts flammen, und die sich nur dank der Tatsache zu halten vermögen, daß es keine Regelung der Arbeitslöhne gab, und baß jeber Unternehmer nur soviel zahlte, wie er bei ent» sprechenbem Gewinn zahlen konnte. Das hat in ber Krise dazu geführt, baß jeber Arbeitgeber nur noch ben Lohn zahlte, ber ihm paßte, baß bie Arbeitszeit überall enblos ausgebcljnt würbe — bis zu sechzehn Stunben am Tag (!) unb baß schließlich überhaupt kaum eine rechte Kalkulation möglich war, da bie amerikanischen Unternehmer natürlich bie Gelegenheit wahrnahmen, um zu brücken, wo sie konnten. Es ist so bazu gekommen, daß zweifellos der amerikanische Arbeiter, einst nominell ber bestbezahlte in ber Welt, heute einer ber schlechtbezahlte st en unb am schamlosesten ausgenutzten geworben war. Dagegen Haden auch die amerikanischen Gewerkschaften nichts burdj- zusetzen vermocht. Nicht nur, daß ihnen überhaupt nur etwa ein Sechstel ber Arbeiterschaft angehörte, bie Arbeiter waren ber Auffassung, daß ihnen die Gewerkschaften doch nicht zu helfen vermochten, so daß auch Terrorakte einzelner Gewerkschaften an ber Lage nichts änderten. Die Folge war denn auch, baß die Belebung ber Industrie zunächst nur sehr wenigen zugute kam, und so gut wie nichts zur Behebung der Arbeitslosigkeit tat. Da hat man es außerordentlich begrüßt, daß die Regierung durchgegriffen hat, unb zunächst einmal einheitliche Löhne und Arbeitszeiten festgesetzt hat, selbst wenn das in Einzelfällen Opfer kostete. Erst so kann ja die Masse an dem Aufschwung teilneh- men, unb erst mit diesem Mittel wird der Unternehmer gezwungen, mehr Arbeiter einzustellen, wenn mehr Arbeit gegeben ist, anstatt wie bisher einfach Ueberftunöen machen zu lassen. Und auch erst durch diese Mittel wird der elende Konkurrenzkampf der Arbeiter gegeneinander, bas sich gegenseitige Unterbieten der einzelnen Arbeiter untereinander um die einzelne Stelle, beseitigt, was in ben letzten Jahren ben Arbeiter zum Lohnsklaven gemacht hatte. Wenn gleichzeitig nun auch Gewerkschaften für alle Arbeiter und Angestellten, unb zwar Zwangsgewerkschaften geschaffen werden, so ist bas zwar Sozialismus, aber eben ein Sozialismus, der begrüßt wird, weil er dem Kampf aller gegen alle ein Ende bereitet, der sich bisher in der amerikanischen Wirtschaft breit machte... Das macht es auch verständlich, warum man angesichts der Teuerungswelle zunächst einmal mit einer Festlegung der Löhne einverstanden ist: Bc- beutet bas doch eben einen so ungeheuren Fort- schritt gegenüber dem Chaos des bisherigen Zustandes, daß man darüber die Gefahr der Inflation zu vergessen geneigt ist. Es muß eben eine gewisse Zeit dauern, bis man merkt, daß die Bindung der Löhne bei steigenden Preisen auch seine Schatten- selten haben kann. Neue Maßnahmen Roosevelis Washington, 17. Aug. (WTB.) 3n wirtschaftlich interessierten Kreisen ist man verschiedentlich in der Beurteilung der neuen Maßnahmen der Regierung etwas skeptischer geworden, wozu u. a. auch die Tatsache beiträgt, daß der von Roosevelt erstrebte Arbeitsfrieden bisher nicht völlig zu erreichen war, vielmehr die arbeitsmarktpolitische Lage durch den Ausstand von ungefähr 60 000 Konfektionsarbeitern s ich verschärft hat. Das besondere 3nteresse konzentriert sich auf die Maßnahmen, die zur Einordnung der wichtig st en Grundindustrien — Kohle, Eisen, Erdöl — in das Programm des nationalen Wiederaufbaus ergriffen tocrLen sollen. B s- her haben sich gerade hier erhebliche KomPlika- tionen ergeben) so daß die Befürchtung aufgetaucht ist, daß die wünschenswerte Regelung der Produktion und des Absatzes nicht mit der notwendigen Schnelligkeit erfolgen kann. Der zur Durchführung des nationalen Wie- deraufbauprogramms eingesetzte Administrator Hugh 3 o h n s o n hat einen Entwurf für einen Blankett-Code für die Oelindustrie ausgearbeitet. 3n ihm sind Vorschläge zur Regeluna der Erzeugung und der Preise des Erdöls enthalten. 3n einer Besprechung zwischen Präsident Roosevelt, 3ohnson und dem Staatssekretär des 3nnem Ickes wurde eine Einigung über die tarifliche Arbeitszeit und Ar b ei ts- entlohnung in der Petroleumindustrie erzielt. Roosevelt ist bemüht, auch die Tarife für Lie Kohlen- und Eisenindustrie noch in dieser Woche auszuarbeiten. Daneben laufen die Arbeiten zur Reorganisation des Bankenapparates weiter, die nach der Bankenkrise im Februar und März d. I. durch die neue Regierung eingeleitet wurden. Cs sind jetzt wieder rund 1 4 000 Danken eröffnet worden, deren Geschäftsbetrieb keinerlei Beschränkungen mehr unterworfen ist. Etwa 2900 Danken sind noch geschlossen oder können nur einen durch die damals erlassenen Gesetzesbestimmungen beschränkten Geschäftsverkehr durchführen. Reben der Frage der Hinterbringung von Arbeitslosen im Produktionsprozeß spielt auch — namentlich für die großstädtische Arbeiterschaft — das Problem der Lebensmittelversorgung eine besondere Rolle. Es besteht in den Bereinigten Staaten keine staatliche Llnterstüt- zung. so daß trotz weitgehender Fürsorge chari- tativer Verbände vielfach Rot herrscht. 3n diesem Zusammenhang ist ein Projekt von Interesse, das die Abschlachtung mehrerer Millionen Schweine vorsieht, die zur Ernährung der arbeitslosen Bevölkerung dienen sollen. Der Präsident soll diesem Plan, der offenbar auch eine gewisse Entlastung des Schweinemarktes zugunsten der Schweinezüchter erreichen will, feine Zustimmung gegeben haben. Braniing drückt sich. Ausweichende Antwort auf das Schreiben des Oberreichsanwatts. Stockholm, 18. Aug. (TU.) Die linksliberale Stockholmer Zeitung „D a g e n s N y h e t e r" bringt eine Unterredung, die ihr Pariser Vertreter mit Rechtsanwalt Branting, dem Sohn des verstorbenen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Branting, gehabt hat. Rechtsanwalt Branting, der gleichfalls Sozialdemokrat ist, ist in Paris ein- betroffen, um an der berüchtigten „Untersuchung" über den Reichstagsbrand teilzunehmen. Der schwedische Rechtsanwalt, der sich bereits mehr- inals durch Verteidigung von Kommunisten und Marxisten u. a. in Finnland herostratischen Ruhm erworben hat, sagt u. a.: „Es scheint mir sehr beachtenswert, daß die deutschen Behörden, nachdem sie eine Anzahl Personen unnormal lanae wegen des Reichstagsbrandes in Haft gehalten yaben (!), jetzt im Auslande eine weitere Aufklärung der Sache erstreben. Die Reflektio- nen hierüber überlasse ich der gleichen Oeffentlich- feit, welcher der Oberreichsanwalt seinen Brief übergeben hat. Was die Sache selbst betrifft, so kann natürlich kein privates Mitglied der Juristenkommission die Anfrage von sich aus beantworten (!). Eine Antwort der in Paris arbeitenden Untersuchungskommission dürfte nicht ausbleiben. Ich habe jedoch noch nicht Gelegenheit tzehabt, mit den Betreffenden Rücksprache zu neh- men." Vor Erlaß eines Veichstierschuhgesetzes. Verschärfte Strafen für Tierquälerei. Berlin, 18. Aug. (WTD.) 2m Anschluß an das vom preußischen Ministerpräsidenten für Preußen erlassene Verbot der Vivisektion gibt der Reichsmini st er des Innern folgendes bekannt: Nachdem durch das Reichsgeseh zur Abänderung strafrechtlicher Vorschriften vom 26. Mai 1933 die bisherigen Strafbestimmungen bei Tierquälereien bereits eine erhebliche Verschärfung erfahren haben, hat die Reichsregierung alsbald durch das zuständige Deichsministerium des Innern den Entwurf eines .Reichstierschutzgesetz es' vorb- reiten lassen, dessen Erlaß in nächster Zeit zu erwarten ist. Die Deichsregierung hat sich dabei von dem Gedanken leiten lassen, daß in den weitesten Kreisen des Volkes das Verlangen nach verstärktem Schuh der Tiere lebendig und ein besonderes Reichstierschuhgeseh Das Urteil im Kölner Gotteshaus-Prozeß Köln, 18. Aug. (TU.) Im Prozeß in der Angelegenheit des Konkurses der Kölner Görreshaus AG., des großen katholischen Verlages, in dem auch die Kölnische Volkszeitung erschien, wurde von der 3. Großen Ferienstrafkammer das Urteil gesprochen. Es wurden verurteilt: Verleger Maus zu drei Jahren Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe, Iustizrat Mönnig zu drei Monaten Gefängnis und 400 Mark Geldstrafe, Verleger Stockh zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe, Dankdirektor a. D. Dr. Drüning zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis und 600 Mark Geldstrafe, Dankprokurist Dr. Conrad wurde freigesprochen. Die Verurteilung der Angeklagten Maus, Stockh und Drüning erfolgte wegen gemeinschaftlich fortgesetzten Detruges und Vergehens gegen § 313 St.G.B., d. h. wegen falscher Angaben zum Register und wegen verspäteter Konkursanmeldung. Den Angeklagten wurde die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Mönnig wurde nur wegen verspäteter Konkursanmeldung verurteilt. Die auf drei Monate erkannte Strafe wird als durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende u. a. aus, daß Maus, Stocky und Brüning im Gegensatz zur Auffassung der Anklage nur wegen Betruges, nicht aber wegen Untreue verurteilt werden könnten. Die Angeklagten hätten bei der Werbung unter Verschweigung der wahren Lage ihrer Jahreseraebnisse und unter falscher Behauptung günstiger Aussichten mit inkriminierten Werbebriefen gearbeitet, die zusammen mit Empfehlungen hoher katholischer Würdenträger herausgeschickt wurden. Durch dieses Werbeschreiben wurden die Aktionäre getäuscht. Maus und Stocky seien die Haupttäter, denen jedes Mittel recht war, während Mönnig eine ehrenrührige Handlung nicht habe nachgewiesen werden können. Brüning habe auch die wahre Lage gekannt. Was den Vorwurf der Untreue gegenüber der Deutschen Bank angehe, so sei Brüning hier nicht überführt. Zwar habe er auf dem Umwege über das Konto DHV. seiner Bank eine Million Mark entzogen, aber er habe dadurch die Gründung der Aktiengesellschaft gefördert, ohne die die Deutsche Bank die alten Schulden der Görreshaus G. m. b. H. in Höhe von 3,3 Mill. Mk. niemals wieder hereinbekommen hätte. Der Angeklagte Bankprokurist Konrad sei nicht der Beihilfe zu überführen. Zusammenfassend könne gesagt werden, daß das Geschäftsgebaren der Hauptangeklagten Maus, Stocky und Drüning als eine Verwilderung der kaufmännischen Ehrauffassung anzusehen sei, die weit entfernt sei von dem Ziel eines ehrbaren Kaufmannes. Kein Mittel sei ihnen zu schade gewesen, selbst die Revision habe Erhalten müssen, um ihre eigensüchtigen Pläne zu verwirklichen. Sogar hohe kirchliche Stellen habe man mißbraucht. Mönnig, im 70. Lebensjahre stehend, könne auf ein untadeliges Leben zurückblicken und auch auf besondere nationale Verdienste, die das Gericht bei der Strafbemessung selbstverständlich entsprechend berücksichtigt habe. Die Geschäftsmoral der Angeklagten müsse als Verfallserscheinung angesprochen werden. Der Prozeß sei kein politischer Prozeß gewesen. Der „Prosperity-Taumel" sei auf die Leitung des Görreshauses nicht ohne Einfluß gewesen. Dies entschuldige aber nicht die von den Angeklagten begangenen strafbaren Handlungen. notwendig ist. In diesem Reichsgeseh sollen neben anderen wichtigen und berechtigten Forderungen des Tierschutzes auchdieDersuche an lebenden Tieren für das gesamte Reichsgebiet geregelt werden. Hierbei wird auf die notwendigen Dedürfnisse der Wis- senfchaftRücksicht genommen werden. DasBerbo: der Vivisektionen. Die Bedürfnisse der Wissenschaft weitgehend berücksichtigt. Berlin, 18. Aug. (ERB.) Der Leiter der Medizinalabteilung im preußischen Innenministerium, Ministerialrat Dr. Conti gab der Presse Erläuterungen über den Erlaß gegen die Vivisektion. Die Gesetzgebung habe bisher hinsichtlich der Bestrafung der Tierquälerei sehr große Lücken. Mit dein Erlaß über das Verbot der Vivisektion ist die Schutzgesetzgebung wieder einen erheblichen Schritt Dorangetommen. Der Erlaß wird in absehbarer Zeit a u f das ganze Reichsgebiet ausgedehnt werden. Dr. C o n t i erläuterte dann im einzelnen die auch nach dem Erlaß zu Zwecken der Forschung noch zu gelassene n Tierversuche. Selbstverständlich seien Tiertötungen zum Zwecke der Ernährung ohne weiteres erlaubt. Ebenso selbstverständlich sei es, daß operative Eingriffe an Tieren zu Hei1ungszwecken nicht unterbunden werden sollen. Darüber hinaus bestünden aber noch eine ganze Reihe von Möglichkeiten operativer Eingriffe am Tier, die ebenfalls weiter gestattet blieben, vor allem die Fälle der diagnostischen Verwendung von Tieren und zur Herstellung von Seren. Bei einer ganzen Reihe schwerer Krankheiten, Nierentuberkulose usw. sei eine Diaanose nur möglich durch Einschaltung eines Tierversuches. Die Herstellung und dauernde Erprobung der verschiedenen Seren, vor allem des Germanin zur Bekämpfung der Schlafkrankheit, mit dem Deutschland Weltruhm erworben hat, benötige ebenfalls ständige Kontrolle durch den Tierversuch. Das gleiche gelte für die aanze Gruppe der organischen Leiden und der Beschaffung von Hormonen. Verboten seien lediglich Vivisektionen im engeren S i n n e, d. h. die operative Zerstückelung von Tieren und Eingriffe an lebenden, unbetäubten Tieren. Deutsche Hitlerjungeu als Gaste Ungarns. Herzlicher Empfang in Budapest. Budapest, 18. Aug. (TU.) Einen ungewöhnlich herzlichen Empfang bereitete die Devölkerung der ungarischen Hauptstadt der vom Ministerpräsidenten G ö m b ö s nach Ungarn eingeladenen 80 köpfigen Hitler - Iugendgruppe, die Freitagabend mit dem fahrplanmäßigen Donaudampfer aus Preßburg kommend in Duda- Pest eintraf. Das Schiff der reichsdeutschen Iugendgruppe, das schon in allen ungarischen Zwischenstationen warm begrüßt worden war, wurde in Budapest von einer großen Menschenmenge jubelnd empfangen, die sich an dem auch aus Anlaß der bevorstehenden St. Stephan-Feierlichkeiten in Fahnenschmuck bekleideten und festlich beleuchteten Donaukai einfand. Von der sie erwartenden Menge begeistert umjubelt betrat die Hitler-Iugend- gruppe die Landungsbrücke, worauf von einer ungarischen Kapelle zuerst das Deutschlandlied und dann das Horst-Wessel-Lied erklang. Rach dem Abspielen der ungarischen Nationalhymne von der Kapelle der Hitler-Jugend, wobei einzelne der deutschen Gäste bereits den ungarischen Text mitsangen, wurde die deutsche Gruppe von zwei führenden Mitgliedern des Verbandes gesellschaftlicher Vereine, dessen oberster Führer Ministerpräsident G ö m b ö s ist, begrüßt und mit herzlichen Worten willkomm'en geheißen. 2m Ramen der Gäste dankte Oberbezirksführer Rabersberg. Dann rückte die deutsche Gruppe in die Stadt ein und bezog das Schulgebäude, das ihnen als Quartier zugewiesen ist. Am Samstagvormittag werden die Hitlerjungen vom Ministerpräsidenten G ö m b ö s empfangen. Interessantes von der Zunkansstellmig. Berlin, 19. Aug. (TU.) Wie der „Lokalanzeiger" meldet, unternahm Reichsminister Dr. Goebbels nach der Eröffnung der Funkausstellung einen Rundgang durch alle Abteilungen und folgte mit gespanntester Aufmerksamkeit den Erläuterungen. Ausführlich ließ er sich u. a. den Verlauf der Skagerrakschlacht an einem großen Relief erklären. In der Abteilung für den postalischen Funksprechverkehr wurde eine drahtlose Sprechverbindung hergestellt zwischen den Hauptstädten Berlin und Bangkok (Siam). Klar und deutlich meldete sich tric Stimme eines deutschen Monteurs am Sender in Das Los zu einer Mar«. 1 Mark = 1 Arbeitsbeschaffungslos-, 1 Mark kann gleich fein: den Haupttreffer: 1 Mark = 1/ Stunde Arbeit und Brot für den Feiernden! Bangkok. „Hier Dr. Goebbels Berlin." Der Monteur antwortete: „Hier deutscher Monteur in Bangkok. Guten Tag Herr Reichsminister. 2ch freue mich sehr, daß ich Sie hören kann." Dr. Goebbels erwiderte: „Auch mir ist es eine Freude, Ihnen auf diesem Wege einen Gruß übermitteln zu können. Ich habe auf eine so große Entfernung noch nicht gesprochen. Ditte grüßen Sie alle deutschen Landsleute von mir!" Kurz darauf meldete sich der Ozeandampfer „Breme n". Dr. Goebbels ließ den Kapitän rufen, der sich auch bald darauf meldete. Er gab feiner Freude Ausdruck, daß er so unverhofft den Reichsminister begrüßen könne und teilte mit, daß sich das Schiff gerade aufderRückfahrt von Reuyork nach Cherbourg befinde und daß das Gespräch auf eine Entfernung von etwa 4000 Kilometer stattfinde. Dr. Goebbels antwortete: „Herr Kapitän! Ich wünsche Ihnen weiter gute Fahrt. Grüßen Sie bitte die Passagiere und die Besatzung." Die Besichtigung ging dann weiter, wobei der Reichsminister sein besonderes Interesse dem neuen Volksempfänger und Dolksfernseh-Emp- f ä n g e r zuwandte. Beurlaubung des mecklenburgischen Landesbischofs D. Rendtorff. Schwerin, 18. Aug. Wie die Pressestelle des mecklenburgischen Staatsministeriums mitteilt, empfing am 11. August 1933 der mecklenburgische Ministerpräsident E n g e l l den Landesbischoff D. Rendtorff und teilte ihm mit, daß es dem Staatsministerium zu seinem Bedauern nicht mög- ' lich sei mit dem derzeitigen Landesbischof in dem Vertrauensverhältnisse zusammen zu arbeiten, wie es für die Interessen der Kirche erforderlich sein würde. Das Staatsministerium könne nicht dulden, daß der Landesbischof, der gleichzeitig Mitglied der NSDAP, sei, in vertraulichen Rundschreiben Steuerungen und Werturteile über eine Bewegung verbreite, die von allen Nationalsozialisten gefördert werde (die Glaubensbewegung „Deutsche Christen"). Die von ihm geübte Kritik falle aus die nationalsozialistische Welt und damit auch auf das Staatsministerium zurück und fei der Autorität des neuen Staates im höchsten Maße abträglich. Der Ministerpräsident hielt darauf Vortrag beim Reichs st atthalter. Dieser hat dem Landesbischof mitteilen lassen, daß er nach diesen Vorfällen nicht mehr in der Sage sei, ihn zu empfangen, und daß er die Stellungnahme des Staatsministeriums billige. Der Landesbischof hat eine Sitzung des Oberkirchenrates einberufen und seine Beurlaubung beantragt. Diesem Antrag wurde einstimmig stattgegeben und dem Staatsministerium eine entsprechende Mitteilung gemacht. Mit der Führung der Geschäfte des Landesbischofs ist einstweilen Oberkirchenrat G o e s ch betraut worden. Die ewige Kompanie. Don Heinrich Zillicb. Wißt ihr noch, Kameraden, wie Erde aussieht? Kameraden des Kriegs? Nichts lernten wir besser kennen, in der Farbe, in der Körnung, im Gemisch mit Wasser und Stein — als Erde. Die Pfarrer sprechen das düstere und einfache Wort: Erde zu Erde, Staub zu Staub. Steer der Tote, den sie der Erde übergeben, sieht diese nicht mehr. Ein Bretterverschlag trennt seine ewig blinden Augen von der tragenden Erde. Nur unsere gefallenen Kameraden sahen sie wie wir in tausend Formen, lebten mit ihr, griffen in sie, nacktes Fleisch in den Grund der Welt. Und wenn sie in die Finsternis sanken, fiel Erde auf ihr erlöstes nacktes Gesicht. Kein Deckel schied sie vom Staub. Wenn wir in jenen Jahren — 1915, 1916, 1917 oder 1918 — den Tornister über die Straßenbänder schleppten, die nach Italien, nach Frankreich, nach Rußland ununterbrochen sortzogen — denn Straßen haben niemals ein Ende —, dann beugte sich unser Blick der Erde zu. Das Emportanzen der Lerchen im Morgen, die Last der Sonne im Mittag und das ermattete Falten des Abendlichts — wo immer wir marschierten: unser Blick sah die Erde. Wir kannten sie, Sand und Lehm, die lose Scholle und den Stoppelstich der Brache. Wir sahen sie von innen in Höhlen, wir lehnten an ihrer Mauer in Gräben, wir wateten durch ihren Schlamm. Denken wir heute der glühenden großen Zeit, durch die wir zogen, so dunkt es uns fast, als regnete es stets, wenn die Gafahren sich ballten. Als sei mit Dem Menschenkampf auch die Erde in wilde Verschlingung mit dem Wasser geraten. Sturm und Schlacht waren wolkenverhangen. Feucht war das Land und der Boden. In unheimlicher Nüchternheit sah uns Strauch und Stein an, die uns vor dem Tode deckten. Wir griffen mit den erdigen Fingern täglich in die kühle nasse Erde. Sahen wir nicht einen faustbreiten schwarzen Brocken stundenlang an, aus dem fahl die Stengel geköpfter Blumen im Nebel bebten? Lag nicht unser Arm unbeweglich auf der Grasnarbe des Grabenbords und kannten wir nicht jeden Halm im Umkreis, im Gebirge das Geäder im Schiefer, die Kanten des Kalksteins, die wechselnde phrasenlose Farbe der Erde, auf der wir lagen? Freude war der trockene warme Atem der Wiese. Schauer war die ausgelaugte Tönung der Nooemberfelder, aus denen die kahlen Bäume wie Balken der Unterwelt ragten. Und welche Erlösung brachte die erste Erd« insel, die aus dem Märzschnee emporwuchs. Immer, immer war Erde an unseren Fingern, am Rock, am Gewehr, im Brot, in den Schuhen, im Gesicht. Wie sie nach uns rief! Wie sie überall um uns war. Abends unter dem Rücken, tags im Auge und in den schwersten Stunden unter der Brust. Erde, Erde. Auch heute trägt sie uns. Steer wir sehen sie nicht mehr. In den Städten überdeckte man sie, die Rufende, mit Platten und geformtem Stein. Geht doch hinaus ins Land und seht die Herbststraßen, wo sich der Grund emporstülpte — da ruft sie wieder nach euch, die Schützende. Wo wären wir, hätte sie uns nicht geborgen? Sie schwankte oft als Decke der Unterstände, auf denen Der heulende Tod zersprang. Sie rieselte und stürzte uns in den Nacken. Sie war nicht zuverlässig, denn sie ist das Schicksal, das sich nicht ergründen läßt. Doch schützte sie dich und mich, die wir noch den Boden treten. Wir kennen sie. Wir riechen sie. Ihre Farbe verriet uns ihre Absichten. Nur unser Dasein ward inzwischen kleiner, da wir sie heute so oft vergessen. Steer manchmal, siehst du den gelben Strich der Straße in den Steckern, packt dich der Griff der 23er- gangenheit, du schmeckst den Duft des Lehms und den nüchternen Geruch des Sandes. Du gehst endlos hinaus in das Land, stahlklirrend, lederächzend, ins Ungeheure der Zeit und des Menschengeschicks. Schreite ich, den Bergstock am Arme, eine Almwiese hinab, Die Grate ferne steigend um mich, von denen der Regen bald herüberzieht, so ist es mir oft, als käme die Kompanie hinter mir. Ich wende mich nicht um, ich störe die alte Kameradschaft nicht. Rauch steigt im Tal. So war es im Borkolapaß — der Rauch stieg aus den Troßhütten empor, wenn wir aus den Stellungen anrückten. In Der schweigenden Luft singt das Klirren der Nagelschuhe wieder, Klappern des Kochgeschirrs und das Murmeln der Kompanie. Manchmal geht ein Ruf hoch, und Lachen rauscht ihm nach wie ein Echo. Von den Hängen summt die Drahtseilbahn, die Munitions- kisten poltern. Ich höre euch, traumhafte Stimmen des großen Einst, da wir die Stirne mit jedem Schritte der Erde zubogen, die uns bei jedem Schritte an sich reißen wollte, der wir bei jedem Schritte zunickten, als grüßten wir das Grab. Ich trage wie einst den Bergstock am Arme, die Hand ans Bajonett gestemmt. Wie einst rührt mich die Erwartung warmer Stuben im Tale. Wie einst zieht mein Atem rauchend um die Wangen. Und hinter mir schreitet die Kompanie. Sie ist gelichtet — auch dies wie einst —, aber sie geht und wartet nicht. Sie findet kein Ende im Gehen, die Kompanie. Sie marschiert durch das Tal. Sie bleibt beim Troß nicht stehen. Sie gräbt ihre Schuhnägel in die Lehmstraße. Und die Berge sind fern. Du erinnerst dich doch? Denke ein Weilchen nach. Welcher der Feldzüge ist es, der dich anfaßt? Wo zogst du in endloser Kolonne, tagelang, wochenlang auf ankunftslosen Straßen? Immer im Rücken die Kompanie, das Singen, das Lachen, den Schrei. Die Erde, die Erde unter den Sohlen. Du hebst die Hände. Sieh, in den Falten liegt Erde. Du schlägst an den Rock. Erde stäubt. Du reibst die Zähne aneinander — es knirscht der Sand von der Feldwache drei im Gebiß. Du rufst sie an — die Kompanie. Wohin noch nach soviel Märschen? Wo wollt ihr halten, Kameraden? Wo sind die Unterstände, die Gräben? Wie ist die Erde in euren Stellungen? Hält die Deckung? Sind die Grabenwandungen fest? Hat jeder Mann den Spaten am Gurt, den Spaten zu graben, zu graben die Erde? Sind die Gewehre geputzt von Sand und Erde? Schnittet ihr gut die Schießscharten in die Erde? Sie schweigen und schreiten. Sie wachsen im Schreiten. Sie wachsen hinaus über Berge und Wälder. Ihr Schatten fällt eisig über mich her. Es bringt sie kein Ruf und kein Schrei mehr zum Halten, selbst kein Befehl. In die Ewigkeit! sagt ihr Schritt. In die Ewigkeit! funkeln die Helme. In die Ewigkeit! glänzen die Stirnen. Groß vor den Fernen wuchten sie vorbei: Züge und Reiter, Geschütze und Wagen, unendliche Brigaden und meine Kompanie, erdfarben, ftaubfarben, sandfarben. Im schweigenden Dröhnen ruft dich der Appell der Erinnerung! Wer ihn nicht hört, den lautlosen Trompetenklang der Vergangenheit, nicht sieht die Gröhe seiner eigenen Tat, den verwarf das Schicksal zu den Sendungslosen, zum Eintagskehricht. Hier scheiden sich die Vergeßlichen von den Sinnhaften. Hier, wen das Schicksal wandelte, von dem, den es austeie. Und erkenne: es trägt die ewige Kompanie die Gewichte der neuen Zeit auf den grauen Män- teln in schweren Tornistern, die Lichter der Zu- kunft in gehämmerten Herzen, die Herrschaft des Morgens im Funkeln der Waffen, den Sinn für die Söhne im zeitlosen Blick. Wer sie nicht sieht, hat die Zukunft verloren. Wer sie vergaß, den hat der Tod schon verschluckt. Wem die Pulse nicht fliegen, hat seine Erbschaft vertan. Aber die Kompanien schreiten und hallen nicht, ruhen und rasten nicht. Kein Brunnen wartet am Dorfrand, kein Stroh lockt die Glieder. Sie fingen und pfeifen nicht. Sie schreiten, sie schreiten, sie schreiten. Aber die Erde trägt sie nicht stumm. Springt in Tropfen empor an den Beinen, rjängt sich in Trau- ben an Stiefel und Tuch. Liegt in den Augen, schleicht in den Sinn, lockt und quält, birgt und verrät, schützt und gibt preis und ist trächtig von tau- send nährenden Wassern, von tausend Wäldern, die einstens erwachsen, von tausend Brunnen, die dereinst entspringen. Von Weizen und Aehren, von Erzen und Schätzen, von Gräbern und Wiegen, von Schauern und Glück, von Schurken und Helden und goldenen Reichen, von tausend Herrschaften für den, der sie will. Mit ehernen Schritten treten Millionen-Heere der Erde ins emporgewandte Gesicht, in das nicht Gottes Wetter und Wind allein Runen und Rinnen zog, auch der Schritt der Brigaden, die Faust auch, der Kampf auch und die gebärende furchtbare Zeit, die wir schufen und die uns ewig ruft zu unserer Kompanie, Kameraden, die noch immer marschiert, marschiert, marschiert — durch Lehm und Stein, durch Sand und Fels. Aus einem antiken „SremhemSud)'. Die alten Römer, die das erste Reisevolk der Geschichte waren, haben auch zuerst die Freuden der Ferien-Fahrten ausgekostet und ihren Urlaub mit Mutze in den Bädern der italienischen Küste genossen. - Reue Aufschlüsse darüber bietet ein merkwürdiges „Fremdenbuch", das bei den jüngsten Grabungen zu Pompeji und Herkulanum anS Licht getreten ist. Es handelt sich dabei natürlich um kein „Buch" in unserem Sinne, sondern um merkwürdige Inschriften, mit denen die Mauern der freigelegten Häuser bedeckt waren. Ihr Inhalt ist klar: Es sind Aufzeichnungen römischer Touristen, die schon damals ihre Gefühle dort verewigten, wo sie eigentlich nicht hingehorten: wie auch Heu e ncch Ausflügler auf Tischen und Bänken die Spuren ihrer Anwesenheit zurücklassen, so machten es auch die Römer bei ihren Sommeraufenthalten in den von ihnen besuchten Erholungs- Orten. „Morgen reise ich nach Rom zurück", schreibt z. B. ein sentimentaler Besucher vor 2000 Jahren. „Wirst Du mich Wiedersehen, Herkules, an den Orten, an denen ich das wahre Glück kennengelernt habe?" Ein anderer, der mehr Wert auf die leiblichen Genüsse legt, hinterlätzt die folgende Eintragung: „In diesem Hause, das dem Kult des Bacchus geweiht ist, habe ich eine ausgezeichnete Küche und gute Weine gefunden." Rach den Inschriften, die man an einem Gasthaus von Herkulanum fand, kann man auch berechnen, daß die Pension dort die verhältnismäßig bescheidene Summe von etwa 2 Mar? kostete. Die Römer flohen im Hochsommer aus der Hitze der Hauptstadt und dehnten ihre Ferien bis zum Oktober aus, wo das Stadtleben erst wieder richtig anfing. Nfeut ' Ader A te tei 0] bei 2 tälte ün ( deitidn i ben «rie. 116". denen T durch di. > Ä Wien u wuchs, wurde c gründet Wailloi ?Q|lerm brachte Stelle t Mben Jörnen ö Bl h 5 Uferen9 Sri . M 5.9? ÄKe? Denn l'f re« 8« Gieb^ . Ä Ä terland ff Mal Aer tigvu M *5 L-Z It .qrvhev martert, nal für? in der Dar D ie Aw der 2aiw Erhebung bei 2auh im Mi folgende 1 herzogliche Herrn Gr dem im v 3nfanten Obersten i Sataillon Zufrieden lone zu Namen, lergnäditz bisherige Schönber ment uni in der L die hessis Darmstal reich geb sein schöi wandelt, tember 1 seinem C schlage h oft das, datischer per" pv der Groß Haber uni Großhe führte. Als 18t überjugrci bil gemad)i ÄiHLM wechmg bei ,Hessrn-De Wischen 2 war Data In diesen Offenbach legt. Ho schichte b brütet f( sche Div Lausach Goebe Hessen i tarkonve Hessische bischen I Das( in die ment bii Hier wc ferne un zur Heir terlanb. fen, in j deutschen nahm es Dionville 18. Augus Gießenern ein Gesches Henn In ix Sturm be «t m । Bit CTfa. 34 *.*S15l* einen ©ruh luL^ine EE ?jMas 6en könne undKiltemst luiilVVt8 befinde 6?t,ernunfl °meter flattsinde. ®£ Man. 3d) toün# M Truhen Sie bitte Wunn.“ Die Desich, r. W der AeichSmm. reffe dem neuen Dolk-, olkrsernseh.Emp. u*S. fSÄfe Dr, burch Q[^ J5unlQll|, AifS gütlich mel?2°rig- l,ncr %r' I^affungslog; ÄrS. ^uplireffn- ll8,tbeil °"d 8tol ' mecklenburgischen >V.Mdtorss. Wie die Preffestelle bei ninisteriums mitieilt, emp. der melklenburgische Mini- I den Londesbifchoss D. 1 ihm mit, dah es dem nem Bedauern nicht mög- - gen Landerbifchos in dem liammen zu arbeiten, wie er Kirche erforderlich fein erium könne nicht dulden, r gleichzeitig Mitglied der hen Kundschreiben Aeuße- ber eine Bewegung per- ionaifyialiften gefördert mg „Deutsche falle auf dir uaiivnal- Ät auch auf i>as Staats« der Mivriiät der neuen : adträglich. hielt daraus Sortrag alter. Dieser hat dem lassen, dah er nach diesen der Lage sei, ihn zu emp- Stellungnahme der Staats- >r Landesbischos hat eine ites einberufen und seine JÄÄJ3 szas )2s°e sch betraut 7^d ist trächAvon tau« tausend Brunnen, die der KM- 62«Kd-<. sK-K KEZS nw.^a pahre v Aert HM M- im Regi- bie Gründung bei Regiments vor 120 Jahren. MAedenmg des hessischen Bauernstandes 1835). Bornotizen. fürs Da- sie dieses Kähnen heraus! Unsere Mitbürger werden hiermit bdngenb gebeten, anläßlich der Arier des 120jährige« Bestehens unseres früheren Gießener 3afantrdc- Regiments Kaiser Wilhelm Jlr. 116 und des mit bte- fer Feier verbundenen großen Aufmarsches der Standarte 116 die Häuser mit Jlaggia- schmuck ;u versehen. Kein Haus fei ohne fchwarzweißrote und ohne haken, kreuzslagge! Jedermann bekunde durch diese« Schmuck seine innere Verbundenheit mit bet groben nationalen Veranstaltung am Samstag und Sona- tag! Wenn sich am 19. und 20. August dieses Iah- re« zahlreiche Offiziere unfercs alten, stolzen Gießener Regimentes tme alhahrlich leit Kriegs, ende zur Anlohfeier in ihrer alten Garnison zusammenfinden. um in Treue der Tausende braver Kameraden zu gedenken, die ment und in seinen Kriegsformationen terlanb gefallen sind, dann verbinden QHal damit die Erinnerung an führte. AlS 1848 die badischen Unruhen noch Hessen überzugreisen drohten, wurde das Regiment mobil gemacht und kämpfte bei Freiburg gegen die Aufständischen. Später nahm es an der Rieder- Wertung des Ausstandes in Frankfurt teil, wo das „Hcsten-Denkmal" heute noch an den Einsatz der hessischen Truppen erinnert. Dis zum Jahre 1860 war Darmstadt die Garnison des Truppenteils. 3n diesem Jahre wurde das 1. Bataillon nach Ofsenbach, das 11. Bataillon nach Friedberg »erlegt. Roch einmal sollte es ihm in seiner ©e- schichte beschieden fein, gegen deutsche Stammesbrüder fechten zu müfsen. 1866 kämpfte die hessische Division auf der Seite Oesterreichs bei Laufach und Weiler gegen die preußische Division Soeben. Durch eine zwischen Preußen und Hessen nach diesem Kriege abgeschlossene Dlili- tärkonvention wurde die „25. Grobherzoglich Hessische Division", wie sie nun hieß, in die preußischen Armeekorps eingegliedert. Das Jahr 1868 brachte dann die Verlegung In die Garnison Gießen, der das Regiment bis zu seiner Auflösung treu geblieben ist. Hier war das altehrwürdige Zeughaus zur Ka» ferne umgebaut worden, die nun dem Regiment zur Heimat wurde. Doch schon bald rief das Vaterland. 1870/71 durfte das Regiment mithel- fen, in Frankreich die Grundlagen eines einigen deutschen Reiches zu schaffen. Am 16. Auaust 1870 nahm es an den Heldenkämpfen der Hessen bei Dionville und Mars la Tour teil und stritt am 18. August bei Gravelotte und St. Privat. Dielen Gießenern ist das Bild bekannt, dessen Original, ein Geschenk des deutschen Kaisers, im Offiziers- heim In der Zeughauskaserne hängt und den Sturm bei 1. Bataillons des 2. Hess. Regiments auf die Ferme Lhampenoy darstellt. Am 31. August half es, einen Ausfall der Armee Bazaine aus dem belagerten Metz bei Roiseville abwehren, kämpfte im Dezem- ber bei Orleans und stand schließlich im Januar 1871 bei Driare 21 Tage lang in eisiger Winter- kälte im Gefecht. Am 1. Januar 1872 trat eine neue Militärkonvention in Kraft. Durch sie erhielt das Regiment den Damen: „2. Grohh. Hess. Infanterie - Reg iment (Grohherzog) R r. 116". Lange Friedensjahre folgten nun. in denen Tausende von Söhnen der Hessenheimat durch die Friedensschule des Regiments hindurch- dingen, und in denen das Regiment mit Ober- hefsen und seiner Bevölkerung aufs engste verwuchs. Im Rahmen einer Heeresvermehrung wurde am 8. April 1881 das 111. Bataillon gegründet, daS bis zum 4. Januar 1889 „ Füsilierbataillon' hieß. 1891 nahm das Regiment an den Kaisermanövem in Thüringen teil. Dort überbrachte der Grohherzog dem Kaiser die Ditte, die Stelle des Chefs des Regiments „Grohherzog" zu übernehmen. Am 13. September traf bei dem Regiment folgendes Telegramm des Kaisers ein: ,Hch setze hierdurch das Regiment davon in Kenntnis, daß Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog Mir heute als an höchftseinem Geburtstage die Stellung eines Chefs des Regiments angetragen und Ich Mich gerne bewogen gefunden habe, dieselbe anzunehmen. Ich freue Mich, gerade an diesem Tage in eine nähere Verbindung mit dem tapferen Regiment zu treten, das die ehrenvollen Traditionen von Gravelotte und Orleans in treuer und erfolgreicher Friedensarbeit zu erhallen gewußt hat. Am 5. November erhielt das Regiment dann feinen letzten Namen: Infanterie-Regiment .Kaiser Wilhelm' (2. Großh. Hess.) Nr. 116", während ihm am 30. Januar 1892 der Namenszug Die hessische Staatspresse st eile teilt mit: Die hessische nationalsozialistische Regierung erachtet als eine der vordringlichsten 'Ausgaben die Stützung und Erhaltung eines gesun- d e n Bauern st andes als Grundlage jeden Staatswesens und Volkstums. Sie ist bestrebt, sowohl auf technischem, wirtschastlichem wie kulturellem Gebiete den Bauernstand zu heben, in der sesten Ueberzeugung, damit dem Volke in seiner Gesamtheit zu nützen. Es sind bereits die verschiedensten Maßnahmen durchgeführt bzw. eingeleitet, die zweifellos eine Besserung der Lage bringen werden. Zu natürlich ist es, daß nichtvonheuteauf morgen Rosen ausblühen können, wo seither nur Disteln wuchsen. Es ist zunächst notwendig, von Grund auf zu säubern und damit die Voraussetzungen zu schassen für eine gedeihliche Aufwärtsentwicklung. Richtlinien für alles Tun und handeln bilden einmal der Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" und zum andern „Richt Augenblickspolitik, sondern Zukunftspolitik". Es ist nicht allein damit getan, dem Bauern nur im Augenblick die Lage zu erleichtern, sondern wesentlich ist die ernste Sorge um den dauernden B e • stand eines gesunden, freien, mit dem Boden verwurzelten Bauernstandes. Die uralten typischen Dauerneigenschasten Einfachheit und Sparsamkeit bei größter Entfaltungsmöglichkeit und Wirksamkeit aller Maßnahmen bilden die Grundlagen, auf denen aufgebaut wird. Unter diesem Gesichtspunkte ist auch Die erfolgte Ueberleitung der seither staatlichen Landwirtschaftsämter, Landwirtschaftlichen Schulen usw. an die Bauernkammer aufzufassen. Es mußte aus Gründen der Sparsamkeit und der Vereinfachung der Verwaltung die Ueberorganifation und das Nebeneinanderarbeiten der staatlichen und sonstigen landwirtschaftlichen Behörden beseitigt werden. Insbesondere war eine Bereinigung und Neuordnung notwendig bei dem landwirtschaftlichen Beratungswesen, das zum Teil in den Händen der staatlichen Landwirtschastsamter und zum anderen Teil in der Hand der Landwirt- schastskammer lag. Es wurde vielfach em und die- selbe Maßnahme sowohl von Beamten der Kammer, alA auch der Landwirtschaftsämter durchgeführt, vor allem auf dem Gebiete des Vortrags- und Versuchs, wesens, hierdurch entstanden unnötige Kosten, die zu vermeiden gewesen wären. Weiterhin ergaben sich hieraus Mißstände, die nicht nur die beiderseitige Tätigkeit erschwerten, sondern sie auch häufig in ihrer Wirksamkeit herabsetzten. Trotz d;r eifrigen und er- spriehlichen Arbeit der Kammer und der Landwirt- schaftsämter im einzelnen konnte der Erfolg 'M gesamten nicht befriedigen. Er stand vor allem in keinem Verhältnis zu den gemachten Aufwendungen. Es war deshalb notwendig, im Interesse des Bauernstandes und der Verwendung der von ihm und dem Staate aufgebrachten Mittel grundlegende Abhilfe zu schassen. Dies hat Landesbauernprastdent Dr. Wagner, M. d. R., mit seinen Mitarbeitern Oberlandwirtschaftsrat Dr. Görlach und Lber- landwirtschaftsrat Dr. Finger, in kürzester Zeit und in einer Weise getan, die allseitig Zustimmung gefunden hat. Im Zuge der allgemeinen Reugliederung des Bauernstandes wurde« alle technische« Förde- rungsmahnahmen der Kammer übertrage« und ihr die Landwirtschaftsämter als aus- führende Organe unterstellt. An ber Spitze ber Bauernkammer steht als Präsident der Landesbauernführer Dr. Wag- ner, ber gleichzeitig Leiter ber Ministenalabteilung 120 Jahre Infanterie -Mgimeni „KaiserWi1helm"2.Großh.Heff.7rr.ll6 23on Leutnant d.R.a.O. Ernst Holzel, im Kriege Kompanieführer der 5/116. — TageSkalender für Samstag: Derein der Offiziere des 2. Großh. Hess. Infanterie-Regiments dir. 116, 18 älhr. Landgraf-Dbi- lipp-Platz, Anloy-Feier. — DolkSbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Dießen: Derein der Osfiziere dcS 2. Großh. Hess. Infanterie- Regiments Är. 116, Logengebäude, Gartenstraße 1, 15 bis 18 Tlhr, Ausstellung von Modellen und Bildern deutscher Ehrensriedhöse in Frankreich und im Osten. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Tänzerin von Sanssouci". Der eigentliche GründungStag ist der 17. Juni 1813. Damals wurden die beiden vorher selbständigen Bataillone, das „Garde-Füsilier-Bataillon" und das „Leib-Füsilier-Bataillon" zu einem Regiment miteinander vereinigt. Da Hessen Gligd des Rheinbundes war, hatten diese hessischen Bataillone unter Dapolecms Fahnen an der Donau und an der Ostsee gefochten und waren mit ter .großen Armee" tief nach Rußland hinein- marschiert, bis der Brand von Moskau zum Signal für einen grauenvollen Rückzug wurde. Kampffähig biS zum Schluß hatten die Hessen in der Dachhut den Rückmarsch decken Helsen. Die Anerkennung für die vorzügliche Haltung der Bataillone war ihre Zusammenfassung und Erhebung zu einem Regiment. Rach der Schlacht bei Bautzen am 21. Mai 1813 lag die Truppe im Feldlager bei Lüben, wo sie am 29. Juni folgende vom 17. Juni datierte Ordre der groh- herzoglichen Generaladjutantur erreichte: „Des Herrn Großherzoas Königliche Hoheit haben, um dem im vorigen Feldzug zu einem provisorischen Infanterie-Regiment unter dem Kommando des Obersten v. Schönberg vereinigten Garde Füsilier Bataillon und Leib Füsilier Bataillon Hochdero Zufriedenheit zu bezeugen, diese beiden Bataillone zu einem wirklichen Regiment unter dem Damen „Garde Füsilier Regiment" Al- lergnädigst erhoben und dessen Kommando seinem bisherigen braven Kommandeur, Obersten von Schönberg, übertragen." Doch stand das Regiment unter Dapoleons Befehl und focht für ihn in der Schlacht bei Leipzig, kehrte aber dann in die hessische Heimat zurück und zog Ende 1813 in Darmstadt ein, nachdem 1500 Mann für Frankreich geblieben waren. Am 4. Juli 1820 wurde sein schöner Dame in „2. Garderegiment" umge- wandelt. Dieses Regiment erhielt am 13. Se^ tember 1827 weiße Schulterklappen, die es bis zu feniem Ende behielt. 1848 tarnen Weiße Aufschläge hinzu. Danach wurde das Regiment auch oft daS „weiße Regiment" benannt, während soldatischer Humor den Spitznamen „Schneeschippe r" prägte. Am 11. April 1830 ernannte sich der Groh^rzog Ludwig li. selbst zu seinem Inhaber und verlieh ihm den Damen „R e g i m e n t Grohherzog", den es bis zum Jahre 1891 Aus der Provinzialhauptstadt» Vorsicht bei Auslandreisen! Die Hessische Staatspressestelle macht darin- aufmcrllam, dah bei Auslandreisen, die mit ungenügenden Geldmitteln unternommen werden, Schwierigkeiten und gegebenenfalls sogar Zurückweisungen schon beim Grenzübertritt au erwart« sind. Es ist wiederholt vorgekommen. daS deutsche Touristen von ausländischen Grenzpvlizeibehbrd« zurückgewiefen worden sind, weil sie nicht im Besitze genügender Geldmittel waren. Die Staats- Pressestelle weist ferner darauf hin. bei der Der» sendung von Briefen nach dem Ausland größt« Dorsich tbei der Abfassung deS Inhalts walt« zu lassen, da in einigen Ländern das Briefgeheimnis nicht gewährleistet ist, wodurch eventuell den ausländischen Adressaten älnannehmlrch- leitcn entstehen können. OaS Los. Ist es Zufall, oder nicht vielmehr in der lief« deutschen Lebensgesühls begründet, dah unsere Mut- tcrsprache diesem Wort einen doppelten Sinn gibt? Daß es damit das Schicksal des Einzelnen und jeden Glücksfall ins große Spiel der naturhafte«, der nationalen Kräfte einordnet? Und war je ein „Los sinnbildlicher als dieser braune odjein der „dem deutschen Volke gewidmete« Nationalsozialistischen Hrbeitebe« schassungs.Lotterie? Der Do ksschrei nach Solidarität, nach Gefolgschaft im Geiste des Fuß- rers äußert sich im Opfer, zunächst im bescheidenen Opfer einer einzigen Mark, kann aber reichlich Lohn und Glück für den Einzelnen werde«, wie jeder Beitrag es bestimmt für die Gesamtheit ist. Warnung vor einen Schwindler. Die Kriminalpolizeistelle bei der Polizeidirettton Gießen meldet: Seit einigen Tagen treibt sich in hiesiger Stadt ber Montage ührer Gläser umher. Unter dem Dorgeben, daß in hiesiger Stadt Mvntagearbeite« auszuführen eien, mietet er für seinen Ehef und die nachkommenden Montagearbeiter Zimmer und Betten. Bei dieser Gelegenheit versteht er es, de« Vermietern Geldbeträge zu entlocken. Dor dem Schwindler wird ausdrücklich gewarnt. Bei etwaigem weiteren Auftreten wolle man sofort die Kriminalpolizei benachrichtigen. Landwirtschaftliches EntschuldungSver» fahren und Handwerlerforderungen. Es dürfte noch nicht genügend bekannt fein, daß beim landwirtschaftlichen Entschuldungsoersahren ohne Zwangsoergleich Forderungen, die nach dem 12. Juli 1931 entstanden sind, auf Wunsch des Gläubigers von ber Entschuldungsstelle bar ousgezahll werden, wobei allerdings zu Gunsten des Reiches bestimmte Abzüge (10 bis 20 v. H.) gemacht werden. Doll ausbezahlt (also ohne jeden Abzug) werden die nach dem 31. März 1932 begründeten Lohn- und Gehattsforberungen und bie nach biesem Tage, aber vor dem Inkrafttreten des Gesetzes entstandene« Handwerker- und Lieferantenforderungen. Es können also z. B. Landwirte, die in letzter Zeit gebaut haben und denen es an Mitteln fehlt, die Bauhandwerker restlos zu befriedigen, bei Erfüllung der sonstigen Voraussetzungen durch ein Entschuldungsverfahren die Begleichuna ihrer Bau- schulden erreichen, ganz abgesehen von den sonstige« Vorteilen eines Entschuldungsversahrens (Herabsetzung des Zinsfußes und bergt.). Taten für Samstag, 1V. August. 1662: gestorben der französische Philosoph Blaise Pascal (geb. 1623); — 1780: geboren ber Dichter Jean Pierre be. Bsranger in Paris (geft. 1857); -- 1819: gestorben James Watt, ber Verbesserer ber Dampfmaschine, in Heathfield (geb, 1736). Taten für Lonntag, 20. August. 1827: geboren der belgische Schriftsteller Charles de Coster in München (geft. 1879; — 1854: aestarben ber Philosoph Friedrich Wilhelm Josef von Schelling in Bad Ragaz (geb. 1775); — 1914: Einzug der Deutschen in Brüssel; — 1917: gestorben der Chemiker Adolf v. Bayer In München (geh. Heranwachsenden Generation zur Dacheiferung. Zweimal hat der Kaiser sein Rcgcment auch im Felde besucht, wo es b i» zum letzten Tag« am Feinde stand. Schcer unfaßbar erschien eS denen, die dort wochenlang Tag für Tag um jeden Fußbreit Boden rangen, was inzwischen in Heimat und Etappe geschah. Keiner vonunS, die babei waren, wird den Augenblick vergessen, als dem Regiment in einer Dachmi^tagsstunde des 9. Dovember in Jurbise in der Dähe von Mons in Belgien die Abdankung des Kaisers bekanntge- geben wurde. Gin letztes Hurra galt dem Ehef des RegimenlS Der Rückmarsch folgte, über Lüttich, Düren, Remscheid. Radevormwald. Erndtebrück. Laasphe. Weidenhausen und Staufenberg wurde im Fußmarsch am 13. Dezember 1918 Gießen erreicht. Jnsolge der Wassenstill- staichsbedingungen durfte 116 alS einzige- hessisches Regiment in seine alte Garnison zurückkehren. .So oft jedoch die Erinnerung an dieses ungeheuere Dölkerringen lebendig werden wird, werden Gießens Bürger bis in die fernste Zeit voll Stolz und Dankbarkeit reden von .ihrem' Regiment. das treue Wacht im Westen gehalten und die Heimat sicher behütet hat." So rief Oberbürgermeister Keller dem heimkehrenden Regiment namens der Stadt zu. Dur wenige ahnten damals, welch furchtbare Bedingungen der .Frie- densvcrtrag" unS bringen würde. Unser Heer, unsere Wasse, wurde zerschlagen, und damit auch unser altes, ruhmreiches Regiment. Die Form konnte man zerstören, aber den Geist nicht. Er lebte weiter in vielen, die einst mit Begeisterung im Regiment gestanden hatten, oder bemen eS im Kriege eine SchicksalSgemcin- schast unerhörten Erlebens gewesen war. Sie setzten ihren toten Kameraden und mit ihnen auch denen, die den Geist deS Regiments in seine Kricgsformationen hincintrugcn, ein Ehrenmal. Die Reichswehr erwarb sich ihren Dank, als sie ber 2. Kompanie 15. Jnf.-Regt. befahl, f) ü l e - rin ber Irabltlon des alten Regiments zu fein. So ging der Geist nicht unter, wenn er auch bei vielen nur schwelte wie ein langsam brennendes Feuer, das erst cm frischer Luftzug zu neuem Leben erweckt und dort auflodern läßt, wo sich die Begeisterung für Große- und Schönes nicht unterkriegen läßt, in den Herzen der Jugend. Wenn heute die Zahlen, die unS allen so vertraut waren, die alten Soldaten vom 2. hessischen Regiment von den Sturms ahnen der Jugend im Braunhemd grüßen, dann wissen wir, daß der Geist der Daterlandsliebe, der Unterordnung, der Wehrhaftigkeit, der Einfachheit, der Treue, und der Kameradschaft wieder erwacht ist, der einst das Regiment erfüllte und es erst befähigte, das zu sein, was es war. Und so bekennen wir heute, wo wir mit Stolz zurück- blicken auf die Geschichte des weihen Regiments freudig: Das Regiment ist tot, aber sein Geist lebt.“ ** Don ber ßanbes-Unioerftlät Don ber Pressestelle ber Universität Gießen wird mitgeteilt: Der ao. Professor Dr. Karl Hummel hat einen ehrenvollen Ruf auf ben ordentliche« Lehrstuhl für Geologie unb Mineralogie an ber Hochschule Ankara (Türkei) erhalten. Professor Hummel hat ben Ruf abgelehnt. ** Besuchszeiten ber Musee«. Die Museen unb Sammlungen im Allen unb Neuen Schloß sinb am Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr geöffnet. *• Spende zur Förderung ber nationalen Arbeit. Die Beamten und Angestellte« des Städtischen Elektrizitätswerkes habe« als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit für ben Monat August 73,70 Mark überwiesen. *• Fe st genommen wegen Notzucht würbe ein Schlosser aus Wieseck. Er kam in Unter- < juchungshaft. seines Allerhöchsten Chefs verliehen wurde, ben auch heute ber Sockel bes 116er-Denkmals trägt. Das Regiment war sich stets bewußt, daß biefe hohe Auszeichnung eine starke Verpflichtung in sich barg unb war im Frieben wie im Kriege bemüht, ihr gerecht zu werben. Diele Beweise der Gnade und des Vertrauens haben das Regiment und sein Offizierkorps durch ben Kaiser erfahren. Es waren Tage stolzer Freude für Regiment unb Garnison, wenn Seine Majestät sein hessisches Regiment in Gießen besuchte unb es beauftragte, Neuerungen ber Ausbildung ober ber Ausrüstung zu erproben. Ebenso stolz war jeder 116er, wenn sein Regiment als einziges, das nicht in Mainz in Garnison stand, zu der alljährlichen Parade auf dem Mainzer Sand hinzugezogen wurde, und wenn dann der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompanie, der Leibkom- panie 116, in die Festung eituog. Am 24. Januar 1898 hatte der Großherzog dem Regiment zur Paradeuniform den schwarzen Haarbusch verliehen. 3m Jahre 1913 fand bei großem De- such alter Angehöriger des Regiments die Feier seines 100jährigen Bestehens statt. Dor der Front des Regiments hatte einst Großherzog Ernst Ludwig dem Kaiser zuge- rufen: „Euer Majestät hessisches Regiment hat nur das eine Ziel: Allzeit bereit für des Reiches Herrlichkeit!" Daß dies nicht nur ein Bekenntnis der Lippen war, sondern auch des Herzens, sollte eS bald beweisen können. Heber vier Jahre hat das Regiment ausschließlich an der Westfront gestanden unb mit den übrigen Regimentern les 18. AK. treue Waffenbrüderschaft gehalten. Es gehörte mit ihnen zu Divisionen, die überall dort eingesetzt wurden, wo die oberste Führung in Angriff oder Abwehr besondere Leistungen von der Truppe erwartete. Unerhört waren schon seine Blutopfer am Tage von Anloy, dem 22. August 1914, an dem es 36 Offiziere unb 1011 Unteroffiziere unb Mannschaften als tot, verwundet ober vermißt verlor. Rainen wie Marne, Reims, Roye, Derdun, Arras. Somme, St. Quentin unb Flandern kennzeichnen seinen Weg. In meisterhafter Weise, die der am besten erfaßt, der draußen selbst die Geschichte des Regiments machen half, hat der Adjutant des dritten Bataillons, Leutnant der Landwehr Hiß in Band 104 der „Crinnerungsblätter deut» cher Regimenter" den 266 Offizieren und 10 645 Unteroffizieren und Mannschaften, die in den Verlustlisten des Regiments geführt wurden, em leuchtendes Denkmal gesetzt, ihnen zur Ehre, der Landwirtschaft bei dem Hessischen Staatsministerium ist, so daß jede Gegensätzlichkeit zwischen taatlicher Wirtschaftspolitik unb bem Wollen bes bauernftanbes beseitigt ist. Zur Erledigung ber vielseitigen Aufgaben der Bauernkammer wurden folgende Abteilungen gebildet: Schulabteilung, Ackerbau- und Grünlandabteilung, Wein-, Obst-, Gemüse- unb Gartenbauabteilung, Tierzuchtabteilung, Betriebs- unb Volkswirtschaft- liche Abteilung, Dauberatungsabteilung, Rechts- abteilung unb Rechnungs- unb Umlageabteilung. Jeder einzelnen Abteilung steht ein selbständiger, dafür aber auch voll verantwortlicher Leiter vor. Die drei Prooinzausschüsse wurden aufgehoben und die seither von ihnen erledig- ten Arbeiten größtenteils ben Lanbwirtschaftsämtern übertragen. Zur Bearbeitung ber Tierzuchtfragen wurden in den drei Provinzen Tierzuchtämter eingerichtet, bie der Tierzuchtabteilung der Bauernkammer unterstellt sind. Sie haben in Zusammenarbeit mit den Lanbwirtschaftsämtern in erster Linie dafür zu sorgen, daß eine einheitliche Richtung in der gesamten Tierzucht der einzelnen Provinzen eingehalten wird. Den Beamten ber Landwirtschaftsämter ist Gelegenheit gegeben, als Mitglieder ber staatlichen unb Herbbuchkörkom- Missionen Einfluß auf bie Gestattung ber Tierzucht zu nehmen. Zur Herstellung einer Einheitlichkeit in der Forderung des Obstbaues wurden neun Obstbauinspektionen eingerichtet, die jeweils den Lanbwirtschaftsämtern unterstehen. Organische Gemeinschaftsarbeit mit gleicher Zielstrebigkeit ist an bie Stelle bes Gegeneinander unb Nebeneinanber getreten. Die Beamten ber seither staatlichen Landwirtschaftsämter wurden unter voller Wahrung ihrer wohlerworbenen Beamtenrechte von ber Bauernkammer übernommen. Ihnen ist nunmehr die Möglichkeit zu voller Entfaltung ihrer Arbeitskraft unb Arbeitsfreudigkeit gegeben. Sie können auf allen Gebieten ber technischen Förderung beratend, einflußnehmend und selbstgeftal- tend tätig sein. Das Landwirtschaftsamt bildet zukünftig die landwirtschaftliche Zentrale eines bestimmten Bezirks. Der in diesem Bezirke ansässige Bauer weiß nunmehr, wohin er sich zu wenden hat. Daraus erwächst aber auch ben Beamten ber Landwirl- schaftsämter die Pflicht, nicht allein ihre Aufgabe darin zu erblicken, bem Bauern in technischer Hinsicht zur Seite zu stehen, sondern auch in kultureller und weltanschaulicher Hinsicht bie Träger und Uebermittler des nationalsozialistischen Staatsge» dankens zu sein. Die neu geschaffene, in sich geschlossene Organisation unter straffer einheitlicher Leitung gewährleistet eine wirksame und nachhaltige Durchführung aller Förderungsmaßnahmen auf billigste Weise. Sache des Bauernstandes ist es nun, milja- helfen, dieser Organisation, der mit der Neuregelung zunächst die äußere Form gegeben ist, Leben einzuslößen. Vertrauen und tatkräftige freudige Mitarbeit des gesamten Bauernstandes werden die Bauernkammern befähigen, den ihr gesellten wichtigen und schweren Aufgaben voll gerecht zu werden. Als oberste und heiligste Aufgabe betrachten es bie bei der Bauernkammer unb bei ben Lanbwirtschaftsämtern tätigen Beamten und Angestellten, bem Bauern ft anbe zu bienen, ihn wieber gesund unb lebensfähig zu machen, damit unser Volk bald wieder neues Blut durchströmt. S.JL-^fpoti VfB. Gießen. Die Ligamannschaft folgt am morgigen Sonntag einer Einladung des S po. Nauborn. Die Nauborner haben Sportfest, bei dem die Mannschaft als Propagandamittel wirken soll. Die Elf fährt in ziemlich starker Aufstellung, so daß ein Sieg zu erwarten ist. Die Platzverhältnifse sind dort allerdings sehr schlecht (klein und uneben). Die zweite Mannschaft ist spielfrei. Die Dritte spielt gegen die Erste von Krofdorf dort. Die Siegesaussichten sind günstig. Jugend und Schüler sind spielfrei. Spielvereinigung 1900 Gießen. Jugend. Anläßlich des Aufmarsches der Standarte 116 und des SA.-Sportfestes auf dem 1900er-Platz haben Jugend und Schüler von 1900 am nächsten Sonntag Spielverbot. Die 1. Jugend folgt am Samstag einer Einladung der 1. Jugend des Sportvereins Wetzlar. Die Liga von Wetzlar spiel an diesem Tage um 16.30 Uhr gegen Eintracht-Frankfurt Liga. Vorher ist das Spiel der beiden Jugendmannschaften. Die 1900er müssen sich anstrengen, um ein gutes Resultat mit nach Hause zu bringen. OGC.-Leichiathletik. Der OSC. trägt am kommenden Sonntag einen Mannschaftskampf gegen den Turn- und Sportverein Odenhausen a. d. Lahn aus. Um recht viele Leute beschäftigen zu können, sind noch eine Klasse B und verschiedene Jugendkonkurrenzen eingelegt. Zur Austragung gelangen fast olle Disziplinen der Leichtathletik: besonders auch die sonst weniger gepflegten Hebungen, wie Steinstoßen, Hammerwerfen, Schleuderball, Dreisprung und ein 300-Meter- Laufen. Wenn auch der OSC. den Kampf gewinnen wird, so hat Odenhausen in S p e i e r , Zecher, A. Simon und W. Simon gan^ vor- zügliche Leichtathleten, die nicht leicht zu schlagen sind. Interessante Kämpfe sind zu erwarten. Bezirks-Schwimmsest bcr Seffenturner in Grünberg. lieber dem schönen Freibad der Stadt G r ü n - berg wird am morgigen Sonntag der Turnerwimpel wehen. Der Bezirk (Gau) Hessen veranstaltet dort sein diesjähriges S ch w i m m f e st. Es ist die 11. derartige Veranstaltung der Hessenturner. Die Meldungen sind zahlreich eingegangen. Mit rund 180 Turner- und Turnerinnenteilnehmern ist im Vergleich zum vorjährigen 10. Gauschwimmen in Laubach wieder ein Zuwachs zu verzeichnen. Dazu kommen noch etwa 40 Teilnehmer aus dem Arbeitslager Grünberg und Laubach. Die höchste Zahl von Meldungen hat wieder der T v. 18 4 6 Gießen mit 38 abgegeben. Es folgen Tv. Wetzlar (20), T. u. Spv. Marburg (19), To. Nidda (14), Tgm. Laubach (14) und Arbeitslager für Frauen (15), To. Alsfeld (13), Tv. Grünberg (13) usw. Etwa 40 Riegenführer und Kampfrichter werden den Bezirks- fchwimmwart Franz Sauer (Gießen) bei der Durchführung der Wettkämpfe unterstütze. Die Stufeneinteilung sieht Einzelwettbewerbe und Mehrkämpfe für Murner und Turnerinnen, für die Jugend und für Altersturner vor. Den Vereinen ohne Winterbad wird durch besondere Ausschreibungen Rechnung getragen. Größtem Interesse dürften die Staffeln und die Wasserballspiele begegnen. C>cf)ülerturnen in Hausen. Das Wetturnen der Knaben und Mädchen, das stets reges Interesse bei den Kreis-Vereinen her- oorrief, findet am kommenden Sonntag in Hausen statt. Die Beteiligung wird gegenüber dem Vorjahr geringer sein. Dies liegt an der Durchführung der Wettkämpfe nach den DT.-Bestimmungen, wonach nur die drei ältesten Jahrgänge an dem Turnen teilnehmen dürfen. Trotzdem weist das Meldeergebnis eine ansehnliche Zahl auf. Ausgetragen wird für Schüler ein Fünfkampf, bestehend aus: Weithochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen, 75-Meter- lauf und Freiübung: für Schülerinnen ein Vierkampf, der sich aus Hochsprung, Weitsprung, 75- Meter-Lauf und einer Freiübung zusammensetzt. Desgleichen findet die Austragung des Wanderpreises in Form der 4X100-Meter-Pendelstaffette statt. Verteidiger aus dem Vorjahre ist der Turnverein Wiefeck. Rheinische Handballgäste ans dem Bergischen. Nächsten Sonntag hat der Turnverein Launsbach eine spielstarke Handballmannschaft des früheren Rheinisch-Westfälischen ADT.-Verban- des, den Dahlbecksbaumer Turnverein Velbert zu Gast. Die Gästemannschaft ist in ihrer Heimat eine der spielstarksten und erfreut sich ob ihrer fairen und schönen Spielweise großer Beliebtheit. Die Mannschaft konnte in den vorjährigen Meisterschaftsspielen ihrer Gruppe entscheidend eingreifen und unterlag zum Schluß nur knapp gegen die Meistermannschaft des To. Jahn-Schwarzenberg. Da die Gäste komplett antreten und auch die Platzmannschaft in stärkster Aufstellung den Kampf aufnehmen wird, ist ein schönes Spiel zu erwarten. Die Einheimischen werden alles hergeben müssen, um einigermaßen ehrenvoll zu bestehen. Kurze Sportnoüzen. Badens Gauliga im Fußball wurde jetzt zusammengestellt. Sie umfaßt folgende zehn Vereine: Freiburger FC., 1. FC. Pforzheim, Germania Brötzingen, SC. Freiburg, Karlsruher FB., Phönix Karlsruhe, VfB. Karlsruhe-Mühl- burg, VfB. Mannheim, SB. Waldhof und VfL. Neckarau. Neue Sportführer wurden ernannt. Notar Bauer-Nabburg wurde zum Führer der Gruppe 11 des Neichsführerringes (Bergsteigen und Wandern) bestimmt, während der bisherige Vorsitzende des Deutschen Kanu-Verbandes, Dr. Eckert, die Führung des Kanusportes im Deutschen Wassersportverband übernommen hat. „14. Rhön." Neue große Leistungen. Fliegerlager Wasserkuppe, 18. Aug. Der so lange vermißte Westwind — Rekordwetter — herrscht nun seit einigen Tagen. Der heutige drittletzte, 13. Wettbewerbstag sollte von besonderer Bedeutung werden. Er stand vorwiegend im Zeichen großer Dauerflüge. Der große 2000 7Nark preis der Ausschreibung für den längsten Flug über 12 Stunden lat es unseren Rhönfliegern ohne Leistungsabzeichen an. Steifer Westwind fegte feit den frühen Morgenstunden über die Kuppe, die zeitweise im Nebel verschwand. Bereits um 4.30 Uhr stieg der Stettiner Richter auf „Pommerland" und um 6.03 Uhr der Wüttemberger Hakenjos auf ,Lore" zum Angriff auf den bisherigen Rhön-Dauer-Rekorü von 12 Stunden auf. Richter mußte nach einem Flug von 5% Stunden landen, startete aber wieder kurz vor 12 Uhr. Hakenjos befand sich seit 6.03 Uhr ununterbrochen in der Luft und war auch um 20.15 Uhr noch in den Lüften. Damit hat er bereits einen neuen Rhöndauerrekord ausgestellt. 3m Anschluß an die beiden Starts von Richter und Hakenjos setzte dann ein reger Flugbetrieb am Westhang ein. Insgesamt waren bis gegen Mittag 40 Flüge zu verzeichnen. Um 12.15 Uhr mußten bei aufziehendem schweren Nebel alle Flugzeuge landen, nur Richter und Hakenjos blieben mit ihren Maschinen weiter in der Luft, obwohl die Kuppe zeitweise vollkommen im Nebel verschwand. In Würdigung dieser hervorragenden Sport- leiftung hat sich die Wettbewerbsleitung entschlossen, einen Sonderpreis an die beiden Piloten Richter und Hakenjos zu verteilen. Nach etwa eineinhalb Stunden setzte bei aufklärendem Wetter wieder lebhafter Flugbetrieb ein, so daß weitere 25 Starts im Laufe des Nachmittags ausgeführt werden konnten. Die Gesamtzahl aller Wettbewerbsflüge hat nunmehr die Zahl 430 erreicht. Mit Wolkenanfchluß gingen heute auf Strecks: Fischer auf „Darmstadt" 47 Kilometer bis Salzungen, Baur auf „Fledermaus" 45 Kilometer bis Vacha, Riedel auf „Fafnir" 43 Kilometer bis Schmalkalden. Großartiges haben unsere Segelflieger heute wieder geleistet. Wir Deutsche dürfen stolz auf unseren Fliegernachwus sein. Die letzten Tage des Wettbewerbes scheinen vom Glück begünstigt zu sein. Nun steht nur noch der Höhenpreis aus. Wird auch dieser noch gewonnen werden? Es scheint fraglich. Hierzu brauchen wir Gewitterfronten, und die lassen leider bei den gegenwärtigen Wetterverhältnissen auf sich warten. Hoffentlich bringen die beiden letzten Wettbewerbslage weiterhin einen so erfreulichen Aufstieg. Nachmittags traf die z. Z. in Kisfingen zur Kur weilende Kronprinzessin auf der Wasserkuppe ein. Ferner befinden sich auf der Wasserkuppe zu Gast der Präsident des Deutschen Luftsportverbandes, der Pour-le-merite- Flieger Bruno Loerzer in Begleitung seines Adjutanten Bieber, der Staatskommifsar für Luftfahrt in Bayern und Referent für das Flugwesen bei der obersten SA.-Führung in München, Theo C r o n e i h , der Führer der Landes- gruppe VI des DLB., der Pour-le-merile-2agd- flieger L a u m a n n , sowie Professor Hoff von der Technischen Hochschule in Berlin, und Professor Madelung von der Technischen Hochschule in Stuttgart. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Hroduktenmarkt. Die matte Tendenz an der Frankfurter Getreidebörse hielt auch in dieser Woche an. Die Preise gaben überwiegend weiter etwas nach. Da neues Brotgetreide ziemlich eingefahren ist, hat sich das Angebot verstärkt, was bei der herrschenden Kaufunlust naturgemäß zu leichten Rückgängen führte. Das ungemein schleppende Mehlgeschäft gestattete den Mühlen nur die Aufnahme kleinster Quantitäten. Da das M e h l g e s ch ä f t trotz nochmals ermäßigter Preise (1 Mk.) keine Belebung erfuhr, wurde das Material von den Mühlen nur sehr zögernd ausgenommen. Der Preis änderte sich zwar nur wenig, doch neigte er um 1,50 Mari zur Schwäche und notierte 188,50 Mk. per Tonne. Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen kostete 27,50 bis 28,75 Mk., derselbe ohne Austausch- weizen 26,50 bis 27,75 Mk. je 100 Kilogramm. Roggen war ziemlich stark angeboten und ließ um 4,50 Mk. auf 152,50 Mk. per Tonne nach, auch Rdggenrnehl sand nur zu gedrückten Preisen langsame Llnterkunft. Roggenmehl 0- bis 60prozentige Ausmahlung notierte 22,50, südd. Spez. 0 22,75 Mk. je 100 Kilogramm. Braugerste ist in schweren Qualitäten reichlich am Markt, doch hat sich das Geschäft infolge der Zurückhaltung der Brauereien noch nicht recht entwickelt. Der Preis blieb indes mit 177,50 bis 180,00 Mk. per Tonne behauptet. Hafer alter Ernte begegnet kaum noch Jln- teresse, neuer Hafer ist noch wenig am Markt, doch rechnet man in der nächsten Woche mit stärkeren Zufuhren. Alter Hafer ermäßigte sich um 1,50 Mk. auf 147,50 bis 150,00 Mk. per Tonne. Futtermittel liehen überwiegend um 20 bis 25 Pf., Erdnußkuchen um 50 Pf. per 100 Kilogramm nach: das Geschäft war schleppend. Weizenkleie 7,40 bis 7,50, Roggenkleie 7,80, Soha- schrot 8,15 bis 8,70, Palmkuchen 8,50, Erdnuh- kuchen 9,90, alles ohne Monopolzuschlag. Treber 13,75 Mark. Kartoffeln hatten bei geringer werdenden Zufuhren behauptete Preislage aufzuweisen, das Geschäft blieb klein. Frühkartoffeln hiesiger Gegend notierten mit 1,80 Mk. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug ohne Sack unverändert. Wochenbericht vom Frankfurter Scklachtviebmarkt. Das Hin und Her der Preisbildung am Schlachtviehmarkt war auch in dieser Woche zu verzeichnen. Trotz der etwas kühleren Witterung blieb das Geschäft klein. Am Rindermarkt traten auf der ganzen Front Abschläge von 1 bis 2 Mark ein. Rach ruhigem Handel wurde der Auftrieb von 1331 (gegen 1245 Stück nahezu ausverkauft: etwa 50 Prozent des Auftriebs wurden in die umliegenden Versorgungsgebiete ausgeführt. Am Kälbermarkt ergab sich auf Grund der wesentlich schwächeren Beschickung (1263 gegen 1766) eine Besserung um 4 Mark: nach anfangs ruhigem, später mittelmäßigem Geschäft wurde der Markt geräumt. Schafe hatten trotz erhöhter Zufuhr (193 gegen 147 Stück) eine Erhöhung um 1 Mark aufzuweisen: das Geschäft war mittelmäßig. Am Schweinemarkt blieben die schon anfangs der Woche eingetretenen Erholungen um 3 Mark behauptet. Bei mittlerem, später ruhigem Geschäftsgang wurde die um 135 Stück verringerte Beschickung von 4371 Stück ausverkauft. Frankfurter Abendbörse still. Frankfurt a. M., 18. Aug. Nachdem bereits im Mittagsschluhverkehr Abschwächungen von 1 bis 1,5 Prozent eingetreten waren, zeigte sich auch an der Abendbörsse auf manchen Marktgebieten noch kleine Abgaoene.gung, die bei der herrschenden Geschäfts st ille weitere Abbröckelungen von 0,25 bis 0,50 Proz. gegenüber dem Berliner Schluß verursachte. Montanwerte lagen allerdings widerstandsfähiger, Stahlverein waren im Verlaufe sogar leicht befestigt und auch Gelsenkirchen kamen um 1 Prozent über den schwachen Berliner Schluß zur Notiz. Einiges Interesse zeigte sich ferner für Aku (plus 0,25 Prozent) und für die Scheideanstalt (plus 0,50 Prozent). Am Rentenmarkt blieben Altbesitz und Neu- besih gehalten, währrend späte Reichsschuldbuchforderungen und Schutzgebiete etwas nachliehen. 11. a. notierten: Neubesitz 10,40, Altbesih 77,50, Schuhgebietsanleihe 6,88, Buderus 67,75, Gel- fenkirchen 53,50, Klöckner 54,50, Mannesmann 56,25, Rheinstahl 85, Stahlverein 34 bis 34,50, AEG. 19,50, Aku 29, Scheideanstalt 174, IG.- Farben 129,75. Metallgesellschaft 50,50, Hapag 11,25, Norddeutscher Lloyd 12,38, Reichsbahn- VA. 99,75. Gewinnauszug 5. Klasse 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr________________Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 8. Ziehungstag 17. August 1933 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 öetoinne ju 75000 M. 44759 2 Eewinnr zu 25000 ®l. 102846 4 Gewinn« zu 10000 M. 77059 377617 12 Gewinne zu 5000 M. 16560 141381 300176 322996 342529 366447 12 Gewinne pu 3000 M. 24726 86941 101751 114192 191137 192554 52 Gewinne ,u 2000 M. 15101 23107 28329 39489 40634 43768 66310 80841 103319 105182 124541 125965 126158 129665 142455 145199 152250 186193 210495 243479 297710 304496 313101 320978 324498 329154 128 Gewinn, >u 1000 M. 2154 7638 10079 14373 29618 35973 38725 48994 53396 54758 79065 83197 85434 89822 92631 100265 100629 106847 112781 126300 130466 133442 153009 159521 159676 171920 175077 175582 176124 179583 179853 182868 185321 187200 208083 219131 220162 225002 227654 231985 236745 242918 269933 283301 288353 300179 301826 304357 313555 317356 337160 348073 348687 348916 357879 360028 360527 360948 382023 382910 386586 392870 395018 397956 1 74 Sewmn« tu 500 Dl. 6306 7756 9355 28677 29001 29274 30471 32903 32934 34171 36266 39193 41560 42051 44210 44733 47311 48176 55355 63031 64305 65049 68463 72011 76595 77576 81170 86696 92726 97685 104869 110926 122105 128558 132728 137734 140200 155238 160768 166360 168371 169091 185130 186501 190077 191751 192731 193939 200024 200869 204784 206534 215496 217305 219719 231969 235781 236550 238930 243277 244697 253284 255055 257042 275404 277202 280202 286464 289570 290868 291382 294353 297093 311813 320127 327241 329971 335044 339812 344150 352828 352868 378298 380149 380388 389198 397235 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinn« zu 75000 M. 36979 8 Gewinne tu 5000 M. 44879 197125 342519 367748 22 Gewinne ,u 3000 M. 30367 115384 157215 181286 191923 277445 283676 294316 299245 371879 387133 52 Gewinne zu 2000 M. 15617 25745 67334 108226 113837 119755 121698 131352 136413 137261 161016 162613 188217 193936 224880 256179 277577 283987 301253 305883 318902 326916 329668 348185 361952 395853 120 Gewinne zu 1000 M. 20208 23242 29686 30188 33282 41226 41926 47641 51540 54131 55485 55655 55677 62874 65509 76031 79522 84321 92886 102939 116212 127056 127628 129412 132742 133510 134018 138323 142710 144266 156968 159469 164830 174139 174462 178779 179815 202082 207260 218762 224859 233493 256537 294347 320785 325913 327309 337969 339827 343868 345247 349757 352112 354707 356714 368759 370386 383805 391423 393030 176 Gewinne zu 500 M. 2260 11793 28014 38233 45765 46678 50143 51249 56636 62852 64573 70920 78245 79572 89738 94831 98693 104766 107557 109455 119697 122234 123067 128109 128676 137516 138808 139990 141843 145622 161387 164450 180176 181094 182824 195766 195790 209039 220581 227167 232473 234061 235209 242217 242281 245287 248644 250406 255046 260425 268548 269760 270796 271415 276280 287716 238229 288821 290308 291482 294749 295281 300989 302816 306216 312365 321767 324393 325852 336348 341105 341852 341959 342390 344564 351458 353002 360106 364590 364863 365980 366155 373215 382321 387364 393323 393506 393769 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 501)000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 600000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 2 zu je 75000, 8 zu je 60000, 24 äu je 25000, 154 zu je 10000, 856 zu je 6000, 706 zu je 3000, 2102 zu je 2000, 4184 zu je 1000, 6914 zu je 500, 21034 zu je 400 M. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzi beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdisloni 4 o. Sy. Lornbardzinsfuß 5 o. H. Franktun a. JW. Berlin Schluß- furd Echlußk. Abend» börfe Gchluß- fur« Schlußk. Mittag- bflrfe Dalum 17.8 18.8. 17.8 18.8. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 83,5 83,5 84 83,5 e%ehem.7%Dt.Reichsanl.v.iSLS 99 98,75 99 98,25 6/i% Doung-Anleihe von 1930 .. 83,5 83,25 83,75 83 Deutsche Anl.-Ablös.^chuld mit Auslos.-Rechten ............. 78,25 10,75 77,5 10,4 78,13 10,7 77,5 10,45 Tesgl. ohne AuSlos.-Rcchte...... 6% efjem.8% Hess. VolkSstaat 1929 (tüdjofjlb. 102%).......... 74 74,5 74,5 75 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 81,5 81,5 81 6/i% Hess. LcmdeS-Hypotheken. bank Darmstadt ßiqui;........ 84 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .......... 67,5 67,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mtt AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 70 69,5 69,65 69,25 Goldpse. 15 unkündbar biS 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 18 unkündbar bis 1936 81,75 81,75 — — 81,5 81,5 •— — 5/i% ehem. 4/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbricse....... 85,4 85,4 6/i% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 86,75 86,1 — 82,75 82,75 82,75 82,5 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanstall, Pfandbriefe R. 10 83,25 83 83 83 Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. 86,2 86,3 86,2 86,3 4% Oesterreichifche Goldrente.... 11,5 10,75 _ — 4,20% Oestcrreichische Gtlberrente 0,7 0,7 — — 4% Ungarische Goldrente....... 4,5 4,25 4 4,2 3,7 4,4 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4 4'/.% desgl. von 1913.......... 4,3 — _ 6% abgest. Goldmexikaner von 99 f ,25 6,25 6,25 6,15 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkiiche Bagdadbahn-Anleihe 4,95 5,5 5 5,1 Serie l..................... 5 4,95 5 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Echlußk. Abend- börsc Schluß, kurs Echlußk. Mittag. 65.1t Datum 17-8 18-8 17.8- 18.8- 4% besgl. Serie II ............. 4,85 L,1 — 5,1 5% Rumän. vercinh. Rente v. 1903 3 3,25 3,25 4!4%Rumän.vereinh.Rcntev.l913 — 5,2 — 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2,4 2,5 2,4 2,45 2*4% Anatolter............... 23,25 23,5 23 23,5 Hamburg^lmerika-Pakel .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 11,25 11,25 11,4 22 11,25 22,5 Hanso-Dampfschiff...........0 —- 17,75 17,75 Norddeutscher Lloyd .........0 12,5 12,4 12,5 12,4 81.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 43 43,5 43 43 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 84,5 85,25 86 85,5 Commerz- und Privat-Bank... 0 48 48 48,25 48,25 Deutsche Bank und Tisconto- Gesellschaft................ o 32,5 52,75 52,5 52,75 Dresdner Bank..............o 44,5 44,5 44,5 44,5 Reichsbank ................ 12 148,5 148,5 148,5 148,25 A.E.®....................... 19,5 19,5 19,65 19,5 Bekula...................... 108 107,13 107,65 107,25 Dektr. Lieferungsgesellschaft... 6 82,5 82,5 82,75 83 Licht und Kraft .............G 95,5 95,5 95,5 »eilen & Guilleaume.........0 46 46 45,9 46,13 Unternehmung. 5 80 80,8 80 79,75 Rheinische Elektrizität ........ 5 Schuckert «To.......... 5 Siemens L Halske. 7 LahmeyerLTo............. 10 80,75 97 151,5 122,25 80,5 95 151 122 96,75 152 123 80,25 94,25 150,5 123 Buderus ................. 0 68,5 67,75 68,25 67,75 Deutsche Erdöl .............. 4 105 104,5 105 104 Gelsenkirchener..............c 55 53,5 55,25 52,5 Harpener................... g 89 88,75 89,25 89 Hoesch Eisen—Köln-Ncucssen .. 0 —r 59,75 59,5 File Bergbau ............... g 133 134 135 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 103 102 103,5 103 Klöcknerwerke ... ...........0 Mannes mann-Röhren........0 54 57 54,5 56,25 54 57,13 55 55,75 Frankfurt a. 2)1. Serlm Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Echlußk. Minag- bSrse Datum 17.8. 18-8. 17-8 18.8- Monsselder Bergbau...... .. 0 24,25 23,9 24 23,5 Kvlswerke............... .. c — — 75 74,5 Phönix Bergbau.......... .. c 35,75 35,5 35,75 35,13 Rheinische Braunkohlen ... . 10 189 188,75 189,65 187,75 Rheinstahl............... .. 0 86 85 86 85 Vereinigte Stahlwerke..... .. 0 34,75 34,5 34,75 34 Otavi Minen ............ .. 0 12,5 12,5 12,25 12,25 Kaliwerke Aschersleben..... .. 5 122 121,25 122 Kaliwerke Westeregeln..... .. b 125 125 — Kaliwerke Salzdetfurth .... 1/-. 168,5 168,5 169 169 I. G. Farben-Jndustrie .... Scheideanstalt............ .. 7 130,4 129,75 130,5 130 .. 9 173,75 174 — — .. 0 46 45,5 53,25 46,75 54,4 _ Rntgerswerke............ .. 0 54,75 53,25 Metallgesellschaft.......... .. 0 51 50,5 50,4 50 .. 0 47 46,75 4/ 47 ,, 0 82 Cementwerk Karlstadt...... .. 0 — Schultheis Payenhofer .... .. 0 '— — 106 106,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 27,65 29 27,25 28,75 Bemberg................ .. 0 45 45 45,75 —— Zellstoff Waldhos ......... .. 0 39,5 39,5 39 39 Zellstoff Aschaffenburg .... .. 0 21,25 21,25 22,25 — Dessauer Gas............ .. 7 — — 113 105 Daimler Motoren......... .. 0 26,75 25,5 26,75 26 Deutsche Linoleum........ .. 0 40,75 41 40,25 40,65 Orensteln & Koppel ....... .. 0 — — 31,75 31,75 Leonhard TIeh ........... .. 0 14 14 14,4 152 14 Ehade................... ..10 150,5 153,5 153,9 Accumulatoren-Fabrik..... .. 0 — 170,5 169,75 170,25 Tonti-Gummt............ .. 0 153,25 150,25 153 150,5 Gritzncr................. .. 0 20,5 20,5 21 Mainkrastwerke Höchst a.M. .. 4 57,75 Süddeutscher Zuck: c ...... ... 8 152 152,5 152,5 153 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. 17. August 18.August Amtliche Notierung Gela | Srie Amtliche Notierung Geld f Dric Helsingfors.. 6,124 6,136 6,124 6,136 Wien....... 47,45 47,55 47,45 47,55 Prag....... 12,415 12,435 12,415 12,435 Budapest ... — —— —— — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,63 169.97 169,58 169,92 C8I0....... 69,81 69.95 69,81 69,95 Kopenhagen. 61,89 62.01 61,94 62,06 Stockholm... 71,48 71,62 71,53 71,67 London ..... 13,84 13,88 13,87 13,91 Buenos Aires 0,928 0,932 0,928 0,932 Neu York .... 3,157 3,163 3,077 3,083 Brussel..... 58,57 58,69 58,57 58,69 Italien..... Paris ...... 22,10 22,14 22,10 22.14 16,435 16,475 16,435 16,475 Schweiz .... 81,03 81,19 80,98 81,14 «panien.... 35,06 35,14 35,06 35, U Danzig..... 81,67 81,33 81,62 81,78 Japan ...... 0,826 0,828 0,826 0,828 Rio de Ian. . 0,244 0,246 0,244 0,246 Ingoslawien. Lissabon.... 5,195 5,205 5,195 5,205 12,66 12,68 Sanfnoten 12,71 12,73 Berlin, 18.August Geld Bries Amerikanische Noten.............. 3,03 3,05 Belgische Noten.................. 58,41 58,65 Dänische Noten ................. 61,68 61,92 Englische Noten ................. 13,83 13,89 Französische Noten............... 16,395 16,455 Holländische Noten............... 169,16 21,98 169,84 2 2,06 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 69,64 69,92 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling — — giumänische Noten............... —— — Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 71,36 80,80 71,64 81,12 Spanische Noten................. 34,93 35,07 Ungarische Noten...........«. ..