Samstag, 19. August O33 183. Jahrgang Nr. 193 Erstes Blatt ■ Em Mchsgesetz zur Zekämvsung des Lärm, eine Forderung der Volksgesundheit. fand- Bewahren wir den beflügelten und feierlichen Geist dieser Wochen, wir werden ihn nötig hoben in den nächsten wahren- Harte Prüfungen stehen uns erst noch bevor, und es wird vornehmlich der Geist jener gemeinsamen groben Erlebnisse, jener zusammenverbrachten Feierstunden eineS ungeheuren seelischen Aufschwunges sein, der uns befähigt, Volk und Nation zu bleiben, wenn die Stunde der großen Prüfung gekommen ist. August 1914 ... unendlich nahe der Erinnerung, unendlich ferne und eingegangen in den MythoS der Nation. Wir fühlen uns Deinem Geiste und Deiner Kraft ehern verpflichtet, und wir geloben im Gedenken der feldgrauen Millionenkameradschaft, die damals unter der blauen Kuppel deS sonnendurchglühten Himmels dem Feinde entgegenmarschierte: unser letzter Tropfen Blut, unser ganzes Denken und Tun sei künftig nur einem geweiht: der Revolution der deutschen Seele, die im August 1914 begann, und dem ewigen Reich der Deutschen,- das die Erfüllung und Sinngebung unserer Revolution zu sein hat. Revolution, denn in diesen Tagen trat für jeden, der sich zur Nation bekannte, das verpflichtende Gesetz der Gemeinschast an die Stelle des selbstischen Zweckes und des privaten „Ich". Das „W i r". das in allen Epochen der deutschen Geschichte alle Männer von Rang unlöslich ihrem Volke verkettet hatte, schuf aus Einzelnen ein Volk, aus Individuen eine Nation. Dom August 1914 datiert, wie einst von Dalmy an, ein neuer Abschnitt der Weltgeschichte. Unö wiederum können wir wie Goethe damals, voller Stolz von uns bekennen: „W ir sind dabei gewesen!" Ein Volk hat feierliche, hat stolze und hat bittre Tage. Stolze Tage sind uns Tannenberg und Skagerrak, Sedan und Leipzig. Leuthen und Fehrbellin. Bittere und schwarze Tage sind der 8. August und der 9. November 1918, sind Jena und Dersailles. Tage des feierlichen Glanzes aber sind die ersten Wochen des August 1914, in denen das beste und heldenmütigste Heer aller Zeiten auf die Entscheidungsfelder der deutschen Zukunft marschierte und sind uns die Märzwochen des Jahres 1933, da das Wollen dieses Heeres und das Erbe der Gefallenen Erfüllung in den Herzen und Seelen zu vollenden hat. im August 1914 begann. Damals erwiesen sich geschichtliche Kernsubstanz und die Kräfte des Blutes allen materialistischen Überlagerungen überlegen, mit denen eine allzu lange und allzu glückliche Friedenszeit das deutsche Dolk überschwemmt hatte. Dor der Sprache des Blutes und dem Appell an das ewige Soldatentum im deutschen Menschen verblaßte das elende Geschwätz der internationalen Parteien und das kalte Dernünfteln mit abstrakten Theorien. Die Scheinwerte versanken in einer Welt, in welcher ein billiger, unverpflichtender Patriotismus ebenso wesenlos war wie der Glaube an die Interntationale oder an die Allmacht des Geldes. Die Oberhoheit der Nation über alle Werte und Wünsche des Einzelnen — also die Grundidee des Nationalsozialismus — schmolz bereits damals das Dolk in eine Schicksalsgemeinschaft um, die zwar zerbrochen werden konnte, deren Kern aber — das Gemeinschaftserlebnis der Front — untilgbar ist und sich von Jahr zu Jahr stärker als geschichtsbildende Macht erwies. 2m August 1914 begann die nationalsozialistische Annahme von Anzeigen für dir Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An. zeigenteil L D.Th.Kümmel sämtlich in Gießen «rscheia» tägltd),autza Sonntags and Feiertags reilagen: Die Illustriert, Hjeßener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, Monats-vezagspreis: MU 4 Beilagen MR. 1.9b Ohne Illustriert, . 1.80 Zustellgebühr . , -25 Auch bei Nichterscheinen Don einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanlchlüsse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Giehea. Postscheckkonto: Rranlfurt am Main 11686. Die Großmächte und Oesterreich Beschränkung auf wirtschaftliche und finanzielle Hilfe? «srvg sNsMtiT d i e Arbeitskraft und - leistung erheblich schwächen. Es zeigt sich immer deutlicher, daß mit örtlichen Polizeimaßnahmen nur wenig zur Abstellung dieser Uebelstande getan werden kann, da die eigentliche Handhabe fehlt. Es ist daher durch den Staat einer volksgesundheitlichen Forderung Erfüllung zu verschaffen: Ein ReiHsgeietz zur Bekämpfung des Lärms, das die Ausr-uffgeräusche von Motorfahrzeugen a u f eine bestimmt meßbare Größe festsetzt. Ein Rcichsgesctz zur Bekämpfung des Lärms würde sich nicht nur als ein B e i t r a g z u r E r h ö h u n g der Volksgesundheit besonders in den Schluchten der Großstädte und zur Leistungssteigerung darstellen, sondern es birgt auch eine wirtschaftliche Möglichkeit: Ein Anstoß zum Fortschreiten der Motorisierung. Denn was weite Bevölkerungskreise davon abhält, sich der Kleinkraftfahrzeuge zu bedienen, ist die natürliche Abscheu vor der außerordentlichen Lärmentwicklung dieser kleinen Maschinen. Die Straft aber, die dieses damalige Dolk der Parteien und Stände und Klassen über Nacht zur gewaltigen Einheit des Erlebens und Wollens zusammenschweißte, jene ungeheuerliche Erhebung einer ganzen Nation aus der Stumpfheit des unverbindlichen Alltags in die grelle Feuer- -robe eines Wcltcnbrandes, dieser seelische Gleichllang und dieses Ineinanderschlagen von 70 Millionen Herzen, dies alles ist uns unendlich ferne, auch wenn wir es bewußt erlebt haben, denn es gehört nun einmal nicht mehr dem Erlebnis des Einzelnen an, sondern ist Mythos, ist Sage aus grauer Heldenzeit geworden, ist cingeqangen in das unveräußerliche Seelentum des ganzen Dolkes samt seinen Toten von der Schlacht im Teutoburger Walde an bis zu dem Sterben der kriegerischen Auslese in den einsamen Abwehrschlachten im Herbst 1918 und bis ju den Toten der Sturmkolonnen unserer Revo- lution. August 1914 ... Erlebnis der Einzelnen und Mythos der Nation, gleichermaßen nahe und ferne herzbeklemmende Verpflichtung angesichts der deutschen Zukunft, die wiederum einen Kampf aeqen die ganze Welt zu verheißen droht wir rufen, August 1914, Deinen Geist auf, um Stärke zu empfangen für das Werk, das vor uns liegt. „Es sind Klügler und Schwäher auf* gestanden ...". so beginnt eine flammende Anklage Ernst Moritz Arndts gegen die Zer- reder und Zerdenker aller großen Taten und aller großen Ideen. Jawohl, es w a r e n Klug- | ler und Schwäher aufgestanden, die haben Dem deutschen Dolle einreden wollen, der europäische Dulkanausbruch vom August 1914 sei das böswillige und vorsätzliche Werk einer Clique von verbrecherischen Staatsmännern gewesen die aus materialistischen Beweggründen das deutsche Dolk in eine äußerliche Begeisterung hineingehetzt hätten, um Absatz für Industrien zu schassen und um Erzbecken und Seehäfen zu erobern. Das Dolk ist inzwischen aufgestanden und hat diese Schänder der deutschen Ehre hinweggefegt, aber es hat dieses Hinwegfegens nicht erst bedurft, um uns zu jeder Stunde bewußt sein zu lassen, daß wie das Brausen des Sturmes und das Zucken des Blitzes, wie Erdbeben und Sturmflut nicht Werke aus Menschenhand sind, ebensowenig die Erhebung vom August 1914 „gemacht" war. Gewiß, die Augustbegeisterung hielt nicht vor, wie ailch der Revolutionsrausch vom Frühling 1933 niemals zum Dauerzustand werden kann: aber aus der über alle Maßen gewaltigen Der- schwendungssucht des ganzen Dolles, aus diesem schicksalhaften Opfer, das von der Blute des deutschen Mannestums im August 1914 dem Genius der Nation dargebracht wurde, entstand im Hammerwerk des großen Krieges die schwel» genöe Verbissenheit und die stählerne Pflicht- erfüllung, die uns gegen das Material des qaiuen Planeten durchhalten lieh. Ohne fen? Flamme, die im August 1914 lodernd empor- uhr, wäre niemals der Funke der duschen Revolution durch die lange Nacht der Schande und der Selbstentmachtung nach 1918 gerettet toDjöem das heilige Wort „Revolution" nicht zum Schlagwort geworden ist der bekennt voll tiefer Ergriffenheit, daß die deutsche Revolution, die sich ebenso im Staat und in der Wirtschaft wie Nach einer Berechnung des Statistischen Reichsamts hat die Zahl der beschäftigten Arbeiter gegenüber dem saisonmäßigen Tiefpunkt im Januar d. 3. bereits um 1 5 Prozent zugenommen. Die Gesamtzahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden hat sich sogar um 25 Prozent erhöht. In vielen Betrieben konnte nämlich von der Kurzarbeit wieder abgegangen werden. Infolgedessen ist die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit des deutschen Industriearbeiters, die im Januar nur noch 6,7 Stunden betrug, wieder auf 7,2 Stunden im Juni gestiegen. Es unterliegt also keinem Zweifel, daß in Deutschland durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung eine echte, konjunkturelle Besserung der Wirtschaftslage erreicht worden ist. Diese beschränkte sich keineswegs auf die Verbrauchsgüter herstellenden Industrien. Vielmehr ist auch in einem großen Teil der Industrien, die Träger der Anlagetätigkeit sind und deren Beschäftigung nur geringen saisonmäßigen Schwankungen unterliegt, eine Zunahme der Produktionstätigkeit sestzustellen. So haben z. B. die Klöcknerwerke über eine Besserung des Absatzes von Roheisen und Roh stahl gegenüber dem Vor- jahr sowie ferner über eine Steigerung des Abrufs von Kohle berichtet. Allerdings bc- schränkt sich auch bei diesem Montanunternehmen die Geschäftszunahme auf den Binnenmarkt, und es wird ausdrücklich betont, daß die erhoffte Belebung im Exportgeschäft noch nicht eingetreten sei. Sogar die Maschinen- Industrie, die besonders stark am Export interessiert ist, berichtet über ein Ansteigen des Auftragseingangs aus dem Inland e, die nunmehr für die unbefriedigende Gestaltung des Auslandgeschästs einen vollen Ausgleich bot. Hervorgehoben wird, daß die neuen Aufträge nicht lediglich unmittelbar auf die Arbeitsbeschaffungsaktion der öffentlichen Hand zurückzuführen, sondern teilweise auch von privaten Bestellern erteilt worden seien. Besonders lebhaft war das Geschäft in Landmaschinen, in Maschinen und Apparaten für die chemische Industrie sowie in Verbrennungsmotoren. Trotz alledem war der deutsche Maschinenbau freilich I Ende Juni nur mit 35 Prozent feiner Leistungsfähigkeit beschäftigt, und es werden in dieser Industrie noch immer -.0 ) 000 Arbeitslose gezählt, obwohl die Gesamtbelegschaft in den letzten Monaten um 2 bis 3 Prozent vermehrt werden konnte. Der allgemeine Stimmungsumschwung in der deutschen Wirtschaft kam besonders deutlich in einer Rede des Oberbaurats Heck in der Generalversammlung der Dessauer Continental-Gas-Gesellschaft zum Ausdruck. Die deutsche Wirtschaft könne, so hieß es in dieser Verwaltungserklärung, mit Gewißheit einen neuen Aufstieg in dem von dem Vollskanzler geführten Deutschland erhoffen. Freudig begrüßte Oberbaurat Heck besonders die Förderung der Slnternehmungslust durch staatliche Maßnahmen wie z. B. den nunmehr in Angriff genommenen Bau der großen Magdeburger Zinkhütte. Erwähnung verdient ferner die Feststellung, daß der vorjährige llprozentige Rückgang der elektrischen ctromabgabe jetzt völlig verschwunden, im Gegenteil sogar wieder eine Zunahme des Elektrizitätsverbrauchs einge re- len sei. m .. . Allem Anschein nach hat auch der Rückgang der deutschen Ausfuhr nahezu den Tiefstand erreicht. Diese hat im Monat Juli sogar eine kleine Zunahme erfahren, da die Verminderung der Ausfuhr von Textilfertigwaren und Maschinen durch eine Steigerung des Exports von Steinkohlen, Koks, elektrotechnischen Erzeugnissen usw. reichlich ausgeglichen wurde. Allerdings hat die Einfuhr wertmäßig noch stärker zugenommen als die Ausfuhr, so daß der deutsche Ausfuhrüberschuß abermals von 28 auf 25 Millionen Mark sank. Wenn der Rückgang auch nicht mehr bedeutend ist, Paris, 19. Aug. (ENB. Funkspruch.) Der offiziöse „Petit Parisien" will berichten können, daß sich in dem Meinungsaustausch zwischen Paris, London und Rom über die österreichisch-deutsche Spannung eine gemeinsame Linie ergeben habe. Ein endgültiger Beschluß fei' zwar noch nicht gefaßt, doch denke man an eine sofortige wirtschaftliche und finanzielle Aktion zugunsten Oesterreichs. Das Blatt begründet diesen Entschluß auf weitergehende Absichten mit der Erwägung, daß man im gegenwärtigen Augenblick nicht versuchen dürfe, sich mit ehrgeizigen Plänen für eine Neuordnung in Mitteleuropa zu beschäftigen: das würde zuviel Zeit beanspruchen und sicher allerhand Befürchtungen (gemeint ist wohl die Rivalität der Großmächte) auslösen. Selbst wenn die in Aussicht genommene schnelle Unterstützung für Oesterreich eine behelfsmäßige Maßnahme wäre, würde sie dennoch dem österreichi- AM i um , M befefti’ hSg'S *ZäL sehen Volk nicht nur beweisen, daß es die moralische Unterstützung der Großmächte habe, sondern auch, daß diese, ebenso wie die Kleine Entente, fest entschlossen seien, Oesterreich lebensfähig zu machen. Damit würde Oesterreichs Vertrauen in die Zukunft und zu sich selber wiedergegeben wer- den. Es gäbe, so fügt das Blatt wie zur Entschul- digung vor der immer noch auf hochpolitische Aktionen vorbereiteten französischen Oeffentlichkeit hinzu, kein besseres Mittel, gleichzeitig die Autorität der Regierung zu festigen. Em Fußballverein als Opfer der Oollfußjustiz. Innsbruck, 18. Aug. (TLI.) Der Innsbrucker Fuhballverein trug kürzlich in Kufstein gegen den dortigen Spielklub ein Wettspiel aus. Auf der Rückfahrt benutzten die Spieler und Wo steht die deutsche Wirtschaft? ckSprozeniigeZunahme derBeschäfiigien.—Das Exportgeschäft aus dem Tiefpunkt.—Besserung des Maschinenabsatzes. - Steigender Kohlen- und Elektrizitätsverbrauch. - Türken und Japaner kaufen deutsche Waren. August 1914. Don Friedrich Wilhelm Heinz GOS. 3n diesen Tagen, da das goldene Korn der (Ernte entgegenreift und das deutsche Volk nach vollendeter Revolution in eine Epoche heroischster Anspannung aller Kräfte eintritt, geziemt es sich. 5er Geburtsstunde unserer deutschen Revolution ■u gedenken Der Ausbruch zur Revolution ist j immer Mythos, ihr Zustand ist immer em An- ' soorn, ihre Zukunst ist ebenso groß und ebenso ' tunfcl wie das Schicksal- Solange jedoch unserm | Marsch in das Morgen der Stern der ersten Stunde strahlt, ist uns um diese Zukunst nicht j Bange. iln« Front- und Marschsoldaten des Krieges I unb der Revolution liegt der August 1914 unendlich nahe, und er liegt uns gleichzeitig unendlich ferne Wir lassen die Stadt hinter uns und shreiten über Aecker und Wiesen, wir streifen 1 Lurch die Wälder und verweilen auf den Hängen, ton denen der Blick weit hinausreicht in deutsches Heimatland: prall glüht die Sonne vom Himmel, j Lessen blaue Kuppel den Horizont überspannt, Lie Flüsse dampfen in der Mittagsglut und wie eine blasse Sichel hängt der Mond am östlichen Horizont. Der Sommer steht in seiner höchsten fiüllc, heute wie vor 19 Jahren, da sich das | Volk zum erstenmal erhob- Was wir sehen und s toas die Erinnerung bewahrt, das ist und bleibt unä nahe: der unerhörte Schwung der ersten ? Begeisterung, die exakt-preußische Mobilmachung : Ler Armee, der Aufbruch des „Volles in Waffen l Lie langen sangerfüllten Züge durch Tag und ! Nacht hinter der rauchenden Fahne der Loko- I xnotiDen, das Ausladen und das fiebernd er- toartctc erste Sturmsignal, der hetzende, rastlose Vormarsch über flimmernde, staubüberwehte Straßen, das sirrende Pfeisen der ersten Geschosse über Wiese, Hang und Weizenfeld, der Lröhnende Aufschrei aus heiseren Kehlen, das tausendfache Sinken der Kameraden ringsum. Der seelenzersprengende Waffenstol) über die Kette herrlichster Siege, und dies alles unter der clutcnben Sonne und inmitten der hochsommerlichen Landschaft des August, jawohl dies alles ist und bleibt uns unendlich zeitnahe, unvergessen, niemals auszulöschen, heute und immer. August 1914. 17'Niftlto J- 44759 l 102846 L Ä 377617 16560 "'RI 300178 24726 86941 101751 -S'SS so beweist er doch, daß die Aussichten auf eine Besserung der deutschen Devisenlage und damit auf eine Stärkung der deutschen Trnnsserfähigkeit zunächst keineswegs groß sind. Mancherlei Anzeichen einer Besserung der deutschen Handelsbeziehungen mit einzelnen Ländern verdienen jedoch immerhin Beachtung. So ist z. B. der An- teil Deutschlands ap der türkischen Einfuhr von 20 Prozent im Vorjahr auf 25 Prozent gestiegen. Deutschland hat im ersten Halbjahr 1933 für 18!, Millionen Mark Waren nach der Türkei exportiert. Ebenso scheinen sich auch die deutsch -japanischen Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen. Japan hat einen erheblichen Teil der für die wirtschaftliche Entwicklung des neuen Mandschukuo - Staates erforderlichen Jndustrieaufträge nach Deutschland gelegt und z. B. soeben den größten Teil der Maschinen für das neu errichtete große Stahlwerk in Mandschukuo in Deutschland gekauft. Einen ausgezeichneten Eindruck hat in allen Wirt- schastskreisen des In- und Auslandes die Kölner Rede des Reichswirtschaftsministers Dr. Schmitt gemacht. Denn in dieser Rede wurde die Lage ohne Schönfärberei fo dargestellt, wie sie dem Wirtschaftspraktiker erscheint. So warnte der Wirtjchastsminifter insbesondere nach verschiedenen Seiten hin auch vor einem Zuviel und unterließ es nicht, auf die Gefahren hinzuweifen, die den deutschen Wirtschaftsausstieg hemmen oder gefährden könnten. Bedenklich sind in dieser Hinsicht.namentlich die hier und da zu beobachtenden übertriebenen Preissteigerungsten- denzen In manchen Landesteilen, so z. B. in Ostpreußen, haben staatliche Behörden bereits Gegen- maßnahmen ergriffen. Auch in dem obenerwähnten Bericht des Vereins Deutscher Maschinenbauanstal- ten wird gesagt, daß auf manchen Gebieten der Roh- und Halbfabrikate sowie der Hilssstofse Prelssteige- rungen von 30 bis 100 v. H. cingetrelen seien, und cs wird gefordert, daß solchen Tendenzen tatkräftig entgegengetreten werde. Die Mahnung Dr. Schmitts, bei allem Wagemut und allem berechtigten Optimis- mus nur das zu tun, was wirtschaftlich vernünftig ist, kommt hier gerade zur rechten Zeit. Der Saatenstandsbericht des Deutschen Landwirt- schastsrats berechtigt zu der Erwartung, daß der diesjährige Ernteausfall im allgemeinen dem vorjährigen gleichen wird. Auch die Landwirtschaft bedarf aber des Schutzes gegen Ausfchreitun- gen der Spekulation. Der angeordnete Umbauber Berliner Produktenbörse ist daher zu begrüßen. Die Börsen dürfen niemals Selbstzweck sein, sondern sie müssen Instrumente der Wirtschast bleiben, und nur soweit sie dieser dienen, haben sie eine Existenzberechtigung. Stuttgart, 18. August. (ERB.) Der „NS.- Kurier" hebt die Notwendigkeit eines Reichsgesetzes zur Bekämpfung des Lärms hervor. Das Blatt schreibt u. a.: Die A u s p u s f g e r ä u s ch e der Kraftfahrzeuge stellen eine Lärmgröße dar, die die Neroenkraft des Menschen erheblich schwächt. Insbesondere in den Städten erreicht diese Lärmgröße ein Ausmaß, daß selbst die Verkehrspolizei ihre Aufmerksamkeit darauf richtet, jedoch mit vergeblichem Bemühen, da ein allgemein gültiges Gesetz fehlt. Nur den schlimmsten Auswüchsen aus diesem Gebiet kann sie entgegentreten. Die Stadtbewohner bleiben dem Geknatter jedoch ohne Schutz preisgegeben. Die schlimmsten ßärmqueUen sind die sogenannten „K l e i n st f a h r z e u g e", Motorräder, Personen- und Nutzsahrzeuge, die durch ihre normale Auspuff - Leistungen nachts den Bürger aus dem Schlaf schrecken,, die bei Tag den Aufenthalt in den unteren Stockwerken der Häuser zur Dual machen, die das Wohlbefinden und, wie die Untersuchung namhafter Autoritäten zeigen, Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnllk und Verlag: vrühl'lche Universtlälr-Vuch' und Stetnörudcrei H. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: rchnlstraße 7. einige andere Klubmitglieder, insgesamt 20 Personen, darunter auch einige Mädchen, ein Lastauto. Nach einer privaten Anzeige sollen bei der Fahrt durch Kufstein vom Lastauto herab Schmährufe gegen Bundeskanzler Dr. Dollfuß gefallen sein. Da die Rufe nicht einwandfrei festgestellt werden konnten, wurden nunmehr von der Dezirks- hauptmannschaft Kufstein alle männlichen Teilnehmer an der Fahrt zu je sechs Wochen Arrest und zur Zahlung von je 1000 Schilling Geldstrafe verurteilt. 3m Falle der Llncinbringlichkeit der Geldstrafe wird die Arreststrafe bei jedem einzelnen Verurteilten u m je 4 Wochen verlängert. Da es sich meist um Arbeitslose handelt, dürften also alle 20 Mitglieder des F u h b a l l v e r e i n s 10 Wochen Arre st absitzen müssen. Die an der Fahrt teilnehmenden weiblichen Personen erhielten je 5 Tage Arrest und je 50 Schilling Geldstrafe. Nationalsozialistische Kundgebungen im Lande Salzburg Wien, 18. Aug. (TU.) Bei dem Leichenbegängnis des nationalsozialistischen Vizepräsidenten des Salzburger Landtags, Franz K o e i n d l, ist es in Fauris zu großen politischen Kundgebungen gekommen. Die christlich-soziale „Salzburger Chronik" berichtet darüber, der Verblichene sei im neuen nationalsozialistischen Vereinsheim aufgebahrt gewesen, wo SA.-Leute in Uniform die Ehrenwache hielten. Die Gendarmerie wollte dies nicht dulden. In Verhandlungen, die darauf mit der Bezirkshauptmannschaft angeknüpft wurden, wurde die Ehrenwache zwar gestattet, jedoch nur in Turnerkleidung. Die Beisetzung auf dem Ostfriedhof fand unter riesiger Beteiligung statt. Schon schien alles ruhig zu verlaufen,, als die Menge, während die Kapelle die Bundeshymne anstimmte, mit dem Deutschlandlied einsetzte, das bekanntlich die gleiche Melodie hat. Ein großer Teil der Trauergäste nahm mit dem Hitler grüß von dem Grabe Abschied. Als sich nun die Leute in der Kirche zu versammeln begannen, um dem Requiem beizuwohnen, kam es draußen neuerlich zu Zwischenfällen. Ein Nationalsozialist rief am Grabe „Heil Hitler", worauf sich am Marktplatz eine große Zahl Menschen ansammelte, die in „Heil-Hitler"- Rufe ausbrachen und das Horst-Wessel-Lied sangen. Die in der Kirche versammelten Leute strömten nun alle heraus und vergrößerten die auf dem Marktplatz versammelte Menge. Die auf 20 Mann verstärkte Gendarmerie machte von dem Seitengewehr Gebrauch, um die Menge aus dem Ort herauszudrängen. NerNeichskanzlerinNürnberg Die Vorbereitung des Reichsparteitags. Nürnberg, 18. Aug. (TLl.) Reichskanzler Adolf Hitler weilte in Nürnberg zu Besprechungen über den R e i ch s p a r t e i t a g. Im „Deutschen Hof" waren die von der Stadtverwaltung angefertigten Modelle des Adolf-Hitler-Platzes mit der vorgesehenen Tribüne und der festlichen Ausschmückung des Luitpoldhains, des Stadions und der Zeppelinwiese aufgestellt. Die Modelle fanden alle den vollen Beifall des Reichskanzlers. Weiterhin sprach Dr. Ley über die Organisation des gewaltigen Aufmarsches der Amtswalter und der NSBO. auf der Zeppelinwiese. Nachdem noch einige Borträge über die Ausgestaltung dov Festhalle im Luitpoldhain usw. gehalten worden waren, begab sich der Führer in Begleitung des Aufmarschstabes in den Luitpoldhain, wo er sich an Ort und Stelle von dem Fortgang der dortigen Arbeiten überzeugte und eine Reihe von Anordnungen traf und dann, von Tausenden umjubelt, Nürnberg wieder verlieh. Tagung her deutschen Angestelltenschaft in Danzig. Danzig, 18. Aug. (TLl.) Die Führer des Gesamtverbandes der deutschen Angestellten hielten hier eine große Arbeitstagung ab. Der Führer der deutschen Angestellten, Staatsrat F o r- ster, hielt zur Begrüßung eine Rede über organisatorische, erzieherische und sonstige Fragen. Dann besichtigten die Vertreter der deutschen Angestellten den Danziger Hafen. Am Freitagabend fand im altstädtischen Rathaus ein Empfang der Angestelltenführer durch den Danziger Senat statt, an dem neben dem Führer der Angestellten, Gauleiter Forster, zahlreiche Vertreter der Angestellten aus allen Gauen Deutschlands teilnahmen, außerdem eine Reihe Danziger Ehrengäste, so der deutsche Generalkonsul Dr. F r ei - Herr von Thermann und SA.-Oberführer Linsmaher von der Untergruppe Danzig- Westpreuhen. Der Vizepräsident des Senats, Greiser, begrüßte die Gäste namens der Regierung und ging besonders auf die Verdienste des Gauleiters Forster ein, der dem Nationalsozialis- rnus in Danzig zum Siege verholsen habe. Ministerpräsident M a r s ch l e r - Thüringen dankte namens der reichsdeutscyen Gäste und wies besonders auf die Bestrebungen des Führers Adolf Hitler hin, die darauf hinausgingen, einen Wiederanstieg der Erwerbslosigkeit auch für den kommenden Winter zu verhindern. Vor vermehrtem Getreideanbau wird gewarnt. Kein Bedarf. — Keine lohnenden Preise für die Nebererzeugung. Berlin, 18. Aug. (DDZ.) Unter der äleber- schrift „Warnung!" veröffentlicht die nationalsozialistische „Landpost" beachtliche Ausführungen, die sich gegen den Mehranbau von Getreide wenden. Die Erhebung über die voraussichtlichen Anbauflächen von Getreide im Wirtschaftsjahr 1933/34 in wichtigen Getreideanbau- «ebieten des Reiches zeige, daß in den verschiedensten Gebieten eineAusdehnungder Anbauflächen für Weizen, Roggen und Hafer beabsichtigt sei, so daß die Getreideproduktion im nächsten Jahr eine weitere Zunahme zu verzeichnen hätte. Die deutsche Getreideproduktion, so wird weiter ausgeführt, ist in ihrem jetzigen Umfang völlig ausreichend, um den Bedarf zu decken. Die Tendenz der Vermehrung des Getreideanbaues entspricht deshalb nicht den volkswirtschaftlichen Bedürfnissen des deutschen Volkes und es muh mit aller Eindringlichkeit vor einer Durchführung dieser Anbaupläne gewarnt werden. Jeder Bauer muh sich darüber im klaren sein, dah er, wenn er seine Getreideproduktion trotz dieser Warnung verstärkt, im ' M V. • n vc>!krei»M«tzrs | t i. < • TB&W" Oie 10. Funkausstelümg eröffnet. Unten: Die Links: Fanfarenbläser der Reichswehr geben das Signal zum Beginn der Eröffnungsfeier. — Rechts: Reichspropagandaminister Dr. Goebbels bei feiner Eröffnungsansprache. Oben: Blick in die Ehrenballe mit den symbolischen Gestalten des deutschen Volkstums. — große Ausstellungshalle mit den Ständen der einzelnen Firmen. nächsten 3ahre nicht damit rechnen darf, dah ihm die vermehrte Produktion zu lohnenden Preisen abgenommen wird. Die in manchen Gegenden beabsichtigte Vergrößerung der Gerstenanbaufläche hat dagegen Sinn, da wir bisher noch einen Zu schuhbedarf an Gerste und Mais hatten. Das nationalwirtschaftlich zu verfolgende Ziel ist nicht eine Vermehrung der Tetreideerzeugung, sondern eine Vermehrung der Zuckerrüben-Anbauflächen. Di Reichs- regierung hat für diejenigen Früchte, an denen es in Deutschland fehlt, eine Preisgestaltung herbeigeführt, die ihren Anbau lohnt. Damit ist der Landwirtschaft eine neue Produktionsrichtung gegeben. Es ist deshalb der Landwirtschaft dringend zu raten, ihre Anbauflächen an Getreide schon jetzt im Herbst mit dem Ziele zu vermindern, statt Getreide mehr Oelfrüchte, Zucker und Faserpflanzen anzubauen. Deutschland baut Zigarettentabake. Ein Erfolg deutscher Forschung. Berlin, 18. Aug. (VDZ.) Das Deutsche Tabaksforschungsinstitut in Forchheim (Baden) legt soeben seinen Jahresbericht für die Arbeiten im Jahre 1932/33 vor. Daraus ergibt sich die bemerkenswerte Tatsache, daß die Züchtungen von Zigarettentabaken auch in unserem deut- ch e n Klima als gelungen angesehen werden können. Die Lösung dieser Aufgabe wurde im Jahre 1932 so weit gefördert, daß der Anbau von deut- chen Zigarettentabaken jetzt auch praktisch beim Tabakpflanzer durchgeführt werden kann. Auch die Verfahren der Trocknung und Vergärung sind oweit ausgearbeitet, daß Erzeugnisse hervorgebracht werden können, die den mazedonischen und türkischen Zigarettentabaten gleich e n. Der neue Tabak wird allen Pflanzern Beschäftigung geben, aber auch neue Tabakge - biete können erstehen und Arbeit und Brot für manche Familie bringen. Bisher gelang es, zwei Sorten deutschen und zwei Sorten akklimatisierten orientalischen Zigarettenfabrik der Praxis zu übergeben. Die wünschenswerten Mischungsmöglichkeiten sind schon vorhanden, und es steht eine g e - nügend reiche Auswahl von Zigaretten in Bälde für die Auswertung in der Praxis bevor. Auch die Züchtung nikotinfreier und nikotinarmer Zigarren-, Zigaretten- und Rauchtabake haben im vergangenen Jahre große Fortschritte gemacht, so daß von jetzt ab auch nikotinfreier Zigarren- und Zigarettenfabrik bei Pflanzern angebaut werden kann. Der Boden soll den Bauern gesichert werden. Berlin, 18. Aug. (DDZ.) Der Reichswirtschaftsminister hat die zuständigen Aufsich sb-ehör- den angewiesen, die Genehmigung zum Erwerb landwirtschaftlicher Grundstücke über fünf H e k t a r zu versagen, wenn der Erwerber die Landwirtschaft nicht im_ Hauptberuf ausübt oder ausgeübt hat. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß seitens des Finanzkapitals eine re ge Nachfrage nach Gütern zu beobachten ist und daß man ohne Rücksicht auf die Rentabilität Anlagen im Grundbesitz sucht. Dadurch wird der Erwerb von Siedlungsland auch auf dem Wege b. s Vorkaufsrechtes erschwert. Die Siedlungsgesellschaften vermögen naturgemäß der steigenden Richtung der Güterpreise nicht zu folgen, wenn sie nicht die Lebensfähigkeit der Siedlungen gefährden wollen. Währungsstreit im amerikanischen Kabinett? Kampf um ein Borwärtstreiben der Inflation. London, 18. Aug. (TU.) Der „Daily Telegraph" läßt sich aus Washington melden, daß über die zukünftige amerikanische Währungspolitik ernste Unstimmigkeiten innerhalb des Kabinetts bestünden. Unter dem Eindruck der jüngsten Preisrückgänge für Baum- wolle, Weizen und andere Rohmaterialien mache die inflationistische Gruppe in der Regierung alle Anstrengungen, um Roosevelt zu einer weiteren Inflation zu zwingen. Hinter dieser Gruppe stehe eine Reihe einflußreicher Kongreßführer und 3ndustrieller, die behaupteten, daß nur eine weitere Wertver» Minderung des Dollars einen verheeren- den Sturz der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse verhindern könne. Demgegenüber verträten der Staatssekretär des Schatzamtes und der Handelsminister sowie auch Bankkreise die Ansicht, daß we itere Währungsexperimente unbedingt vermieden werden sollten. Roosevelt selbst verhalte sich vollkommen schweigend. 3m Weißen Haus verlaute, daß er keinerlei Mitteilungen darüber machen tonne, was sich ereignen würde. Kleine politische Nachrichten. Nach einer halbamtlichen Meldung der bayerischen Regierung empfing Reichskanzler Adolf Hitler in Obersalzberg u. a. Staatsminister Hermann Esser. Gleichfalls in Oberfalzberg sand eine längere Aussprache zwischen Reichsminister und Ministerpräsident Göring und Staatsminister Esser über Luftfahrt- und Fremdenverkehrsfragen statt. • Reichsminister Darre besuchte in Begleitung des stellvertretenden Staatssekretärs im Reichsministe- rium für Ernährung und Landwirtschaft, Reichs- kommlsfar Backe den Reichswirtschaftsminister Schmitt auf seinem Hof Tiefenbrunn in Ober- urn mit ihm die gemeinsame Linie der Wirtschaftsgestaltung in den kommenden Monaten durchzusprechen. * Im Berliner Palais Friedrich Leopold versammelten sich die Leiter und Referenten der Landes- stellen für Volksaufklärung und Propaganda zu einer dienstlichen Besprechung. Reichsminister Dr. Goebbels richtete an die Versammelten eine längere Ansprache, in der er dir politische Lage und die Aufgaben der Sanbespeopa- ganbaorganifationen des Reichsministeriums erörterte. Nach einer im „Kyffhäufer" bekanntgegebenen Führeranordnung haben alle Mitglieder deS Kyffhäuferbundes untereinander sowie im Verkehr mit Kameraden der Wehrmacht, SASS. und des Stahlhelms den deutschen Gruß anzuwenden. e Die Leitung des Dessauer Bauhauses, das vor etwa einem 3ahr von Dessau nach Berlin verlegt wurde, hat den Beschluß gefaßt, das Bauhaus aus wirtschaftlichen Gründen aufzulösen. * Der Führer der von ihrer Fahrt durch Deutschland zurückgekehrten Avantgardisten Cen- turione G i g l i hat an Reichsminister Dr. Goebbels folgendes Telegramm gerichtet: „Nach 3talien zurückgekehrt, danken 3hnen die Avantgardisten Mussolinis durch mich von Herzen für den äußerst liebenswürdigen Empfang, den Sie ihnen bereitet haben. Sie nehmen in ihre Vg- terstadt die Erinnerung mit, die die großartige Vision des faschistischen Deutschlands in ihrem jungen Geist hinterlassen hat. Empfangen Sie meinen persönlichen Dank und meine ergebensten Grüße." * Der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. 'Ra eder , wird sich am 20. August nach Travemunde begeben, um am 21. August an bon' Torpedoschießübungen der Flotte an Bord des Kreuzers „Leipzig" teilzunehmen. Am 22. und 23. August werden der Reichswehrminister General v. Blomberg und der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. Raeder, die Marineschule in Kiel-Friedrichsort, die Torpedo- Versuchsanstalt in Eckernförde, die Torpedo- und Nachrichtenschule und die Marineschule in Flensburg-Mürwik besichtigen. 3n dem Strafverfahren gegen den Nürnberger Oberbürgermeister a. D. Dr. Luppe und Dr. Fritz Schul, Professor in Nürnberg, wurde Anzüge wegen je eines fortgesetzten gemeinschaft- licb begangenen Vergehens der Untreue, gegen Dr. Luppe auch wegen eines weiteren selbständigen Vorgehens der Untreue erhoben. Wegen Hochverrats vor Gericht. Kassel, 16. Aug. (WSN.t Vor dem Strafsenat des Oberlandesgerichtes in Kassel wurde in den letzten Tagen eine Reihe von Fällen von Hochverrat bzw. Vorbereitung dazu abge- urteilt. U. a. befand sich unter den Angeklagten der militär-technische Leiter des verbotenen Notfront- kampferbunbes Gau Hessen-Frankfurt a. M., Peter Heinrich A n d e r aus Frankfurt a. M., der im De- ember 1932 in einer Gaukonferenz und in einer Ausbilbungsoersammlung des Notfrontkämpferbundes Anweisungen über die Ausbreitung des Rot» rontkämpferbunbes in Südbeutschlanb, Besetzung der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte erteilt und die Ausbilbung der Mitglieder des Rotfrontkämpfer, bunbes mit Schießwaffen und Sprengstoffen und ähnliches vorgenommen hatte. Er wurde zu der gesetzlich höchsten Strafe von drei Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren verurteilt. Der Kellner Wilhelm Mohr aus Frank- urt a M., der bei der zweiten Versammlung Posten lestanden und die einzelnen Teilnehmer zu dem Ver ammlungslokal gebracht hatte, erhielt zwei Jahre Gefängnis. Der nächste Angeklagte war der Spengler Friedrich Hauser aus-Frankfurt a. M., der feit 1920 Mitglied der KPD. ist. Später war er Funktionär und zeitweise bei der Arbeiterzeitung, dem Organ der KPD. Frankfurt a. M., angeftellt. Er ist angeklagt, dem Herausgeber des „Sturmes", dem Organ des Gaues Hessen-Frankfurt des Roten Frontkämp. serbundes, Mithilfe geleistet zu haben. Er ist geständig mit der Einschränkung^ daß ein Unbefann- ter ihn dazu veranlaßt habe. Wegen Beteiligung an einem hochverräterischen Unternehmen erhielt er Zwei Jahre und neun Monate (9 e f ä n g • n i s. Der Arbeiter Adolf Fries aus Cadenbach, Kreis Montabaur, hat im Auftrage eines kommunistischen Funktionärs den Bergmann Richard Fluckinger aus Cadenbach veranlaßt, von feiner Arbeitsstätte, der Grube Hoffnungshütte bei Bad Ems, Dynamit- Patronen zu entwenden, die er Kurieren der KPD. zur Weiterbeförderung übergab. Die Dynamitpatronen wurden im April dieses Jahres als Teil eines umfangreichen Sprengstofflagers in der Nähe von Vallendar bei Koblenz gefunden. Fries wurde wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Flückinger, der offensichtlich . - Drück .unter g n 1 ’S werunei“ fo!fflnunW °e«K, V i>" 315rl - . «V* tjernlQ) ha IHündyenet U' Der Mimchei Dergsträbe nianns abgeI nenswerten Bei schlag die e>g Rettungsstelle ■ eine nicht befon len war, bald a vier englis Bei der Les! nina-AIpen stn f a b 6 e ft ü r 31 ren Bergfuhre führen wollter entdeckt. Es a fiert, die die ! fen soll. Die ' englische Lehre Bergsteiger. M ijdatz sie in der • wand mit ihrei Die Nordwa Einer der Alpen, die 21, Dolomiten, di ist nmmehr ge suhrern Josef tina und Emil hartem Kamps Rordlvand, eist. Die groß t u. a. daraus h von kaum fünf bin angcflrengte m. Ums non Das schwedisch E xpedilion . Zeit verschollen britischem $obi Marsch in Koh einem Telegrai i. zählt Dr. Ami gerkrieg it . länder wurden ' bekehrt. Eine kurzerhand ge Turkestan. Die verschollen Die beiden Dar beran 21. Juni von startet waren, damals Vers jetzt eine Lösu phantastisch a Amerika wird Seug sei auf abgeschosse stammt von । Schutzgarde Ndcnt Machado dänisches MM letz/ die beiden ** westlich v wussen. körbet au Ä Erstochenen, b Erdacht vech 'emem Knecht ' er bamai Men und der ' er^r?Urüct9e fr h?be jetz,; tr faulste, six $anM Hw $ine Erntend Aus aller Welt rgsburaer Zeitung" meldet, hatte Wörisyofen am Mariä-Himmel- Wie die „Neue Au ■Ti war, bald auf. vier englische Alpinisten tödlich abgestürzt. MtMGM — die Qualitäts-Zahnpaste — 11« ils freundliches und meist trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 18. August: mittags 22,8 Grad Celsius, abends 19,6 Grad: am 19. August: morgens 18 Grad. Maximum 23,6 Grad, Minimum 16,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. August: abends 22,6 Grad: am 19. August: morgens 19,1 Grad Celsius. — Niederschläge 0,7 mm. — Die neue Form her Landes-ÄgendweMmpse. $ür alte Schulen, Schüler und Schülerinnen verbindlich. — Oer Einzelne wird im Nahmen der Gemeinschaft gewertet. sem. Die Bestimmungen über die Bildung der Kampsgemeinschaften einer Klasse, die Bewertungsart der Leistungen, die Zusammenfassung in Klassengruppen, die Auszeichnungen finden ebenfalls unverändert Anwendung. lenem Knecht Jaidhaujer angestistet zu haben, er damals auf 1000 Kronen hatte versichern tritt der wettkämpferische Gedanke im allgemeinen nicht so stark in Erscheinuni aussen. Lin Mörder auf Grund einer Selbstbezichtigung verhaftet. ahren gegen den Nürnberger i.$. Dr. Luppe und Dr. sor in Nürnberg, wurde An« ti fortgesetzten gemeinschast« rgehens der Untreue gegen ien eineS weiteren selbständig ntreue erhoben. laisen und der von einem Gang auf die Alp nicht n ?hr zurückgekehrt war. Der alte Mann erklärte, tn habe jetzt Angaben über seine Tat gemacht, weil tu glaubte, sie sei bereits verjährt. Ianziger Hitler-Jugend bei Krakauer Pfadfindern zu Gast. «Line Gruppe der Danziger Hi11er - 2 u Wettervoraussage. Der hohe Druck setzt sich über dem Kontinent weiter durch und bestimmt vorwiegend die Wetterlage. Durch die Wettluft wird wohl vorübergehend noch wechselhafte Bewölkung auskommen, doch bleibt das Wetter im allgemeinen freundlich und meist trocken. Aussichten für Sonntag: Teils heiter, teils wechielnd bewölkt, Temperaturen der 2ahres- zeit entsprechend, meist trocken. Aussichten für Montag: 2m ganzen und verlebten dort zwei Tage als Gäste der Krakauer Pfadfinder. Bei dem Empfang durch die polnischen Pfadfinder erschienen diese mit der polnischen Fahne, die jungen Danziger mit der Danziger Fahne und mit nationalsrziali- stischen Wimpeln- 2.de Gruppe erwies der Fahne der anderen Gruppe ihre Ehrenbezeugung. Beide Gruppen veranstalteten dann Kundgebungen zu Ehren der beiden 'Soifer und sangen polnische und deutsche Lieder. Es folgten in herzlichem Ton gehaltene Reden- Sodann wurden Telegramme an den polnischen Generalkommissar in Danzig P a p 6 e und an den Danziger Senat-Präsidenten R a u s ch n i n g gesandt. Die Danziger 2ugend besichtigte Krakauer Denkmäler und die Salzbergwerke von Wieliczka. „Der fidele Bauer“ wird nicht mehr ausgeführt. nekitung, 2&mira! Dr. h. c im 20. Qluguft nad) Trave« am 21. August an drn der Flotte an ‘Sori bd ttlzunehmen. Am 22. un'. er Reichswehrminister De> g und der Ehes bei NRa- Dr. h. c Aaeder, di« -Friedrichsort, die Torpedo« iemförbe, die Torpedo- unb die Marineschule in Flenr« iigen. nicht so stark in Erscheinung, wie bei den Jungen. Trotzdem soll der erzieherische Einfluß eines Wettkampfes, besonders wenn dabei eine Gemeinschaft um die bessere Leistung kämpft, auch hier wirksam wurde hierfür zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr drei Monaten verurteilt. Aus Erfurt hatten sich zwei Angeklagte zu verantworten, der 30jährige Schlosser Ludw. Bischof und der ebenso alte Arbeiter Otto H a r t w i ck. Beide waren angeklagt, mit dem Vertrieb des kommunistischen ,.Thüringer Dolksblatts" au tun gehabt zu hoben. Bischof erhielt zwei Jahre Zuchthaus, Hartwick ein Jahr Gefängnis. Sie beiden spanischen Ozeanflieger Hauptmann $»a rberan und Leutnant Collar, die am 2ll. 2uni von Havanna in Richtung Mexiko gestartet waren, blieben, wie erinnerlich sein wird, damal- verschollen. 2hr Verschwinden schemt je -t eine Lösung zu finden, die allerdings etwas phantastisch anmutet. Auf dem Umwege über Umerila wird aus Havanna berichtet, das Flug- 1C31 g sei auf einen Geheimbefehl Machados a b g e s ch o s s e n worden. Diese Darstellung stammt von einem Mitgliede der besonderen 3 huhaarbe Herraras, der unter Prä- "er war. Ein tu- Ministerialrat Ringshausen hat an die Leitung sämtlicher Schulen ein Rundschreiben über die Durchführung der Landesjugendwettkämpfe gehen lassen, die am 8. September stattfinben werden. Die Richtlinien, zu denen Einzelbestimmungen für 6 Leistungsgruppen (Klettern und Steigen, Schweben und Schwingen, Zielwurs mit Ball oder Keule, Hindernislauf, Schwimmen und Gruppenmarfch) nach Altersstufen gegeben werden, besagen: „Die Schulwettkämpfe sollen allen Schülern und Schülerinnen Gelegenheit geben, in vielseitigen Forderungen ihre Körper- und Willenskräfte miteinander zu messen und sie damit dem erziehlich bedeutungsvollen Einfluß eines sachlich einwandfreien Leistungsvergleichs unterstellen. Die planmäßige Borbereitung und Durchführung der Landesjugendwettkämpse ist für a l l e Schulen verbindlich. Da Wettkämpfe in der Schule nur dann Berechtigung haben, wenn sie neben förderndem Einfluß auf die allgemeine Arbeit jedem einzelnen 2ugendlichen erziehlich körperlichen Gewinn bringen, müssen alle Schü- ler(innen) teilnehmen. Befreiungen können nur auf amtsärztliches Zeugnis erfolgen. Aus der Aeberzeugung heraus, daß der Einsatz der Willens- und Körperkräfte eines Einzelnen im Rahmen und zur Förderung eines gemeinschaftlichen Wollens am höchstwertigsten ist, sind die Wettkämpfe als Mannschaftswettbewerbe gestaltet. Die Klasse wird daher in mehrere Kampfgruppen eingeteilt, deren jede entsprechend der Gesamtzahl der Schüler dieser Klasse 5 bis 8 Teilnehmer aufweist. Bei der Bildung der Kampfgruppen trägt der Lehrer oder die Lehrerin dafür Sorge, daß das Kräfteverhältnis der einzelnen Gruppen untereinander bestehen kann Ob die Zusammenstellung der Gruppen durch Auswahl der bestimmten Gruppenführer ober auf einem anderen gerechten Weg erfolgt, bleibt der betreffenden Schule überlassen. Cs ist dabei ratsam, die endgültige Zusammensetzung der genannten Kampfgemeinschaften einer Klasse erst etwa vier bis sechs Wochen vor dem Wettkampftag vorzunehmen, dann aber keine Umstellung mehr zu- zulassen. Diese Kampfgruppen einer Klasse stellen unter sich in einem Mehrkampf den Leistungsver- gleich an. Diejenige Gruppe der Klasse, die die meisten Punkte im Mannschaftsmehrkampf erreichen konnte, ist Siegergruppe ihrer Klosse und erhält eine Urkunde der NJlinifterialabtei- lung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volks- tum. Sie soll in einem Wechselrahmen in dem be- treffenden Klassenzimmer aufgehängt werden. Die Send, die im Lager von Mezana geweilt :tte, und eine Abteilung Danziger Pfad- snder, die aus Gödöklö in äl n g a r n ! Sonnenscheindauer 7 Stunden, znrückkehrte, kamen vorgestern nach Krakaus ------- ’&ttt Fahri durch Deutsch. Avantgardisten Len« at an Deichsminister Dr. Egramm gerichtet: .Dach danken Ihnen die Nfoan*« ; durch mich von Herzen für ourbigen Empfang, den 6;« L Eie nehmen in ihre Nk, uug mit, die die groharti« chen Deutschlands in ihr« ssen hat. Empfangen Sie mti« ank und meine ergebensten Zwei Jahre Gefängnis für einen untreuen Landbundkasfierer. Limburg, 18. Aua. (WSN.) Der gestern abend verhaftete frühere Kassierer des Nasiauischen Land- bundes W. Braun wurde heute bereits durch den Schnellrichter abgeurteilt. Braun war geständig und wurde wegen schwerer Urkundenfälschung und Unterschlagung zu zwei Jahren (8 e f än g n i 5 verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 1% Jahre Gefängnis beantragt. Braun war in der vergangenen Woche unter Mitnahme von Geldern aus der Kasse des Landbundes mit seiner Geliebten geflüchtet. Seine Frau hatte aus Gram über die Tat des Mannes einen Selbstmordversuch gemacht und liegt noch immer schwer krank darnieder. Die Nordwand der Großen Finne bezwungen. Eines der letzten großen Kletterprobleme der Illpcn, die Rordwand der Großen Zinne in den Dolomiten, die bisher als unbezwingbar galt, jit nunmehr gelöst. Den bekannten Dolomitenberg- IJbrecn 2osef und Engelbert Dimai aus Co^ I na und Emil Conici aus Triest gelang nach hartem Kampse die D u r ch k l e 11 e r u n g der D ordwand, die vollständig senkrecht und glatt i't. Wie groß die Schwierigkeiten waren, geht u a. daraus hervor, daß zu einem Queergang r»n kaum fünf Metern allein zweieinhalb Stun- angestrengtester Kletterarbeit benötigt tour- Neues von der Soen-Hedin-Lxpcdition. Das schwedifche Mitglied der Soen-Hedin- Expedition, Dr. Nils A m b o l b t, der lange t it verschollen war, ist jetzt in Leh in Kaschmir auf )riti|d)cni Boben eingetroffen. Er begann (einen W orsch in Kohtan (Dftturteftan) am 14. Juni, In t rum Telegramm an „Stockholms Tibningen" er- litlt Dr. Ambolbt von einem furchtbaren Bür- ierkrieg in Turkestan. Chinesen und Aus- Umdcr würben mit Gewalt zum Mohammcdanismus t« lehrt. Eine Menge Jnber unb Chinesen würbe izerhand getötet. Jetzt herrsche jeboch Ruhe in lurfeftan. Di« verschollenen spanischen Ozeanflieger Opfer eines Anschlags? Mter dem Druck van Drohungen des Fries unb ’iner fjintermännerftanb, würbe mit zwei Iah- en unb sechs Monaten Gefängnis be- Außerdem ftanben noch neun Angeklagte wegen ij^oerrats vor dem Strafsenat, bie zu O e fang- iisstrafen von ein bis zwei Jahren rtiyrteilt würben. Aburteilung Oer 78jähriae Gelegenheitsarbeiter Habacher in L inz an der Donau würbe auf Grunb seiner An- aeben verhaftet, daß er im Sommer 1917 auf einer * tüpe bei Spital am Pyhrn einen Mann, ber ihn urgebettelt unb schließlich überfallen unb gewürgt b«cbe, burch einen Messerstich in ben Bauch getötet habe. Gleichzeitig würbe ber Dienstgeber bes Erstochenen, ber Bauer Rentner, unter bem F-r dacht verhaftet, den Habacher zum Mord an flauer Bauhauses rÄ ‘’E * n°ch tourte, ben Beschluß 18 °us toittschastlichenN Bei ber Besteigung bes Piz Roseg in ben Ber- iiir.a-2llpen sinb vier englische Touristen löblich idge stürzt. Ihre Leichen würben von mehre- i m Bergführerpartien, bie bie gleiche Tour aus- > 'utren wollten, am Fuße einer hohen Felswanb nlbedt. Es würbe eine Bergungskolonne oraani- nett, bie bie Verunglückten nach Pontresina schaf- jen soll. Die Abgestürzten — es hanbelt sich um malische Lehrer unb Professoren — waren geübte Bergsteiger. Man erklärt sich bas Unglück baburaj, )as> sie in ber obersten weichen Schicht ber Berg- rrinb mit ihren Steigeisen keinen Halt mehr fanden. Zur Herstellung der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont-Zahnpaste werden nur die anerkannt besten Rohstoffe verarbeitet. Chlorodont, morgens und vor allem abends benutzt: beseitigt häßlichen Zahnbelag und üblen Mundgeruch ist sparsam im Verbrauch und daher preiswert. DSN Kassel, 18. Aug. (WSN.) Der Strafemat des Oberlandesgerichts Kassel ver- ,nudelte heute gegen kommunistische Agitatoren. Cor 38 Jahre alte Elektrotechniker Karl Knörzer Franksurt a. M. war dabei erwischt worden, er mit Schreibmaschine und Verfielsältigungs- die Liedertafel Bad , . fahrtstag in Anwesenheit des Reichsministers und Reichsbauernführers D a r r 6 die Overette „D e r fidele Bauer" zugunsten der SA. aufgeführt. Darmstadt, 18. Aug i WSR.) Zur 6. AuS - kandlehrertagung haben sich etwa 300 Lehrer und Lehrerinnen in Darmstadt eingc- fanden. Die heutige Tagung im Fürstensaal, zu der sich u. a. Schulrat Großmann als Vertreter des Reichsstatthaltcrs, Ministerpräsident Prof Dr- Werner unb zahlreiche Vertreter der interessierten Reichsministerien und Fachschaften, sowie der Rcichsführer des VDA-, Dr. Steinacher, eingcfunden hatten, eröffnete der erste Vorsitzende Staatsrat Block-Oarmftadt. Er wiederholte die Worte, die er bei der Entstehung des Vcrein-verbandes vor sieben Jahren gesprochen und die auch heute noch Geltung hätten. nur mit dem Unterschied, daß aus der damaligen Sehnsucht nach Volksgemeins ch a f t und Einheit, nach Einigkeit der Führer und Erzieher die Verwirklichung ein- gctrosfcn sei. Mit Worten herzlicher Freude und aufrichtigen Dankes über diese Vollendung verband er das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue an den Führer, den un- die Vorsehung in der Stunde größter vaterländischer Rot geschenkt habe. Rach herzlicher Begrüßung der Ehrengäste gedachte er besonders Dr. Steinachers, bed Reichsführers des VDA., der im Wcltlrieg und in der RachkriegSzeit, in Kärnten, Oberschlesien, an der Ruhr und beim Separa- tistenspul dem Vaterland unvergängliche Dienste geleistet habe. Getragen von dem Vertrauen des Reichskanzlers vereinigten sich in der Hand Dr. Steinachers immer mehr die Fäden der neben der amtlichen Fürsorge zu leistenden freiwilligen Volkstumsarbeit. Die Auslandlehrer, betonte Staatsrat Block, sähen voller Vertrauen und Zuversicht der weiteren Entwicklung der Auslandschulen, der fürsorgcnden Förderung durch das Reich und der wachsenden Erkenntnis von der Bedeutung der deutschen Auslandschulen in allen Volkskreisen entgegen. Sie erwarteten ' erhöhte amtliche und reichseinheitliche Betreuung und stärkere Auswirkung der Erfahrungen der Auslandlehrer im Bereich der diplomatischen Auslandverttetungen. Rach einem Rückblick auf das Wollen des Weltbundes der Auslandlehrcr schloß Staatsrat Block mit dem Ausruf: „Frischauf zur neuen Arbeit im Geiste des Führers." 2m Auftrag« d«S Reichsstatthalters in Hessen, Gauleiter Sprenger, und des verhinderten Ministerialrats Ringshausen betonte Schulrat Großmann den hohen Wert der Pionierarbeit des Auslandslehrers für den deutschen Gedanken in der Welt. In Anerkennung der hohen kulturellen und politischen Bedeutung habe dal hessische Kultu-mini- sterium verschiedenen deutschen Schulen Bildnisse des Führers verliehen. Seiner besonderen Freude, als Volks - und Bcrussgenosse vor den Auslandslehrern sprechen zu können, gab Ministerpräsident Dr Werner Ausdruck, der den AuSlandslchrern zu ihrer Arbeit reichsten Erfolg wünschte. Rach weiteren Vegrühung-ansprachen der Vertreter der Rcichsstellen, u. a. Geh. LegationSrat Dr. Böhme sür da- Ministerium de- Auswärtigen und das ReichS.ninisterium des 2nnern. Ministerialrat Dr. H e n s c als Vertreter de- preußischen Kultusministeriums gedachten die Aus- landslchrer der Toten der nationalen Erhebung. Den Reigen ber Vorträge eröffnete bann ber Reichssührer bes VDA. Sr. Slctnacher-VerUn Er behanbelte in seinem Fcstoortrag b i e B e b c u • tung der deutschen Auslandschulen im Rahmen der Weltausgaben bes Deutschen Reiches. Ausgehend von bem Umschwung im Reiche umriß er bie großen Auswirkungen, bie daburch bereits in ber ganzen Welt zu spüren seien. Staat und Volk hätten sich im Reiche gesunden. Im Sinne Fichtes, Arnbts, Steins unb Scharnhorsts müße basür gesorgt werben, baß wir jetzt nicht in bcnselben Fehler wie vor 100 Jahren fielen. Volk unb Volkstum seien bas Primäre. Der Kampf gegen bas brutsche 100- Millionen-Dolk sei namentlich gegen bie Deutschen im Auslanbe mit aller Krast geführt worben. Der PDA. werbe bie deutsche Heimat mobilisieren, um ben in ber Frembe Kämpfenden einen Rückhalt zu bieten. Zum Schluß unterstrich Dr. Steinacher die Notwendigkeit, den deutschen Auslandsichrer unb -lehrerinnen zu Hilfe zu kommen. Oie Vorträge des Nachmittags leitete Direktor Weber (Berlin) mit einer Schau über die Lehrrnittel-Dücherbetreuung für dideutschen Auslandschulen, die unter dem Mangel an Lehrmitteln und Büchern stark zu leiden hätten, ein. Das Radiogerät bedeute für viele einsame AuSIandgemeinden ost die einzige lebendige Verbindung mit dem Vaterlande. 2edes deutsche Buch erhalte uns einen deutschen Menschen, bedeute aktive Verbreitung der deutschen Sprache in der Welt und stelle damit eine Vorbedingung dar für die internationale Aufklärung und Werbung im Ausland. Lehrer Lapper (Feldkirchen) sprach über die aus dem Mangel an Lehrmitteln geborene Selbsthilfe des AuS.andlehrers. Heber die Auswahl der Lehrkräfte für die die AuSlandlehrtätigkeit sprach Dr. Dernahki' (Rieborowitz, O.-Schl.). Charakter und Leistung, innere Reife, Autorität und Deutschtum seien die Voraussetzungen, die an den AuSIandlehrer gestellt werden mühten, der aus Rassestolz, nationaler Würde und im Bewußtsein deutscher Kul- turmission Führer sein könne dem Deutschtum im Auslande. Den Schlußvortrag hielt Direktor Sch röter (Petershagen), der einen Einblick in die schwierige finanzielle Lage der Auslandschulen, insbesondere in Südamerika, gab. ' 2er Münchener Universitätsprosessor Dr. Georg h erg st räßer ist an ber Südfpitze bes Watz- gnanns abgestürzt. Da ber Körper keine nen- nswerten Verletzungen aufwies, bürste ein Her z» 1 t)l Q g die eigentliche Tobesursache sein. Die alpine Whtfer“ ■ Rettungsstelle Berchtesgaben sanb den Toten, ber iben Ee NHÜ r^^enal m< n,d,t besonders steile Felswanb hinuntergefal- 7 MK- «S.K: « Siri '!»uK « U' " kl Wegen ber satirischen Behandlung des Bauern in diesem Stück und wegen der darin enthaltenen Hervorhebung von Klassenunterschieden, bie unvereinbar ist mit bem Gebanken, baß ber Bauernstanb die Grundlage für das neue Deutschland ist, hat Reichsminister DarrL veranlaßt, daß weitere Aufführun- gen dieser Operette u n t e r b l*e i b e n. Riesiges Brücfenbauprojeft für Neuyork. Die Bundesregierung der USA. hat 44 Millionen Dollars zum sofortigen Baubeginn einer riesigen breiarmigen Brücke bewilliat, bie Manhattan mit ben Stabtteilen Bronx unb Queens oerbinben soll. Die Gesamtlänge ber aus vier Einzelgliebern bestehenben Brücke wirb etwa sechs Kilometer betragen. Die Brücke soll bereits im Frühjahr 1935 fertiggestellt sein. Man rechnet mit einer täglichen Verkehrsziffer von 27 000 Kraftwagen. Die Kosten bes Brückenbaues sollen burch ein Brückengelb, ähnlich wie bei ber George-Washington-Brücke, aufgebracht werben. Bei bem Bau werden zunächst 18 000 Arbeiter beschäftigt. Schamlose Ausbeutung von Blinden. Ein seit langen Jahren durchgeführter grober Betrug, den Düsseldorfer Konzertunterneh- | mungen an blinden Künstlern begangen | haben, wurde vor kurzem aufgedeckt. Die Künst» ; ler erhielten jeweils nur 30 bis 40 Mk. Den Löwenanteil aber, tO) bis 800 Mk. pro Veranstaltung, steckten die Llnternehmer in die eigene Tasche. Unter der Angabe, daß etwas für die Blinden getan werden müßte, ließen sich die Konzertbesucher oft bewegen, Geldbeträge für diesen guten Zweck zu zeichnen. Die gezeichneten Beträge aber wurden wieder ausradiert und kleine Kartenpreise eingesetzt Wie hoch die Einnahmen der Unternehmer infolge dieser fortgesetzten Betrügereien waren, ist daraus zu ersehen, daß sich einer der Unternehmer eine Villa, zwei Personenkraftwagen und Pelzmäntel im Werte von 1103 Mk. zulegen konnte. Die Festgenommenen wurden vom Schnellrichter zu längeren Freiheits- und Ehren strafen verurteilt. Der Kampf gegen die Lhikagoer „Unterwelt". Die Bunbesregierung der USA hat zu einem großen Schlag gegen bas Chikagoer Ver- bredjertum ausgeholt unb bie lang angetünbigte Einkreisungunb Bekämpfung bes Gangsterunwesens begonnen. Mit einem großen Polizeiaufgebot würbe der Kamps ausgenommen. 300 Polizisten mit Maschinenpistolen unb Gasbomben, von Armeeflugzeugen mittels Kurzwellenfunk unterstützt, umstellten ben im westlichen Stabttei! gelegenen Schlupfwinkel ber berüchtigten Entführerbanbe, bie kürzlich ben bekannten Delfpetulanien John Factor, sowie ben Delmagnaten Charles Ur f bei, ber erst gegen ein Lösegelb von 270 000 Dollar freigelassen würbe, entführt hatten. Die Gangsters waren auf ber Hut unb empfingen bie herannahenben Polizisten mit schar- fen Schüssen, woraus sich zwischen ben Banbiten unb ber Polizei ein regelrechtes Feuergefecht entwickelte. Die Gangsters leisteten sehr harten Wiber- stanb, burchbrachen schließlich ben Polizeikorbon unb enttarnen in einem 16zylinbrigen Panzerauto. Namen ber Teilnehmer ber Siegergruppe sinb auf ber Urhinbe einjutragen. lieber biefe Mannschaftskämpfe innerhalb einer Klasse hinaus sinb M a n n schaftsmchr- kämpfe ber Klassen gleicher Alters- stufen durchzuführen. Dafür wirb in jeber Klasse eine Kampfgruppe aus ben 8 leistungsfähigsten Schülern aebilbet. Das Alter spielt babei keine Rolle: enqdjeibenb ist allein bie Klassenzugehörigkeit. Für ben Leistungsvergleich ber Klassen miteinander werben folgenbe Gruppen gebildet: 1. Gruppe: 5. unb 6. Schuljahr — Sepa unb Quinta. 2. Gruppe: 7. unb 8. Schuljahr — Klasse IV unb lllb 3. Gruppe: Klasse Illa unb Ilb. 4. Gruppe: Klasse Ila, Ib unb la. Die siegende Klassenmannschaft jeder Gruppe er- hält als Wanderpreis einen Wimpel bes Herrn Reichs ft atthalters unb bie teilnehmenden anberen Mannschaften eine U r f u n b e, bic Leistung und Namen der Teilnehmer nachweist. Während die Mannschaftsmehrkämvfe innerhalb einer Klasse ohne besondere Veranstaltung durchge- führt werden können, sollen die Leistungsvergleiche verschiedener Klassen und Schulen einen Hauptteil des Tages ber Iugenb barstellen, ber in seiner Gesamtgestaltung bie Kennzeichen trägt: Körper- liche Tüchtigkeit — Gemeinschaftsstreben — Vater- lanb." Für die weibliche Fugend Aernschreibverkehr auf Telegraphen- unb Fernsprechleilungen. Die Reichspvst hat sich entschlossen, einen besonnen Fernschreibvermittlungsbienst iut Telegraphen- unb Fernsprechleitunyen einzusüh- en. Die Teilnehmer an bem Bermittlungsbienst ib«er Telegraphenleitungen, der zunächst zwischen Barlin und Hamburg eingerichtete wird, werben nu:ch besondere Anschlußleltungen mit ber Fern- ch.:eibvermittlungsstelle oerbunben. Die Anlage ist iiü! Selbstwähler ausgestattet. Der Fernjchreibver- cfjr auf Fernsprechleitungen wickelt sich ähnlich ab. Münchener Universitätsprosessar am wahmcmn tödlich abgestürzt. fu t a. fD?„ W 3 chutzgarbe Ferraras j) her im > htent Machabo firiegsmimfte. - un) in einer banifcM Militärflugzeug habe auf Machados Bc- ..-.-.Urhun. fe 51 die beiden spanischen Flreger fündig Serin eilen westlich von Havanna zur Strecke bringen SäffiSSt | laflung der Auslandlehrer in Darmstadt sechs Monate Zuchthaus • u -- - — — Bei bem Verteilen von Flugblättern war ber 24 Jahre alte Arbeiter Fritz Hanbwerk, ebenfalls aus Frankfurt a. TL, erwischt worden. Die Polizei hatte damals so schnell zugegrifsen, daß er nur ein einziges Flugblatt hatte absetzen können. Er »cÄ'ite?;< T kommunistischer Flugblattverteiler. MSN.) Vor bem Straffenat Gerichtes in Ka( Tagen eine Reihe non )tro9 Vorbereitung dazu Sunl.rii.nilne •sfS-5- sä gsfs wer M Frank- iss»-" ägie «« ‘‘Ä'l'.it8» franksurt Funktionär I Spater ^ er Organ arbeitender \\t * MS •sgefBst te bh erfriere" ^naniil. 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Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen, nach Ablauf der Osfenlegungsfrist kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Beitragsberechnung bei dem Vorstand der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenfchaft in Darm- tadt Einspruch erheben. (§§ 1021—1023 der Reichsoersicherungsordnung.) Der Einspruch schiebt die vorläufige ZahlungspflicL nicht auf. 5186D Gießen, den 18. August 1933. Versicherungsamt der Stadt Gießen. Dr. Seid. Aeivat Beamt, i. pemioni ber. Stell, sucht bs Lebensgef.,gute(r scheing., bis 50 fl auch Witwe 0. Aul Vermög, erwünscii Anon. verb. Sck Ang. m. Bild unt( 04790 a. d. Gß. 8 Berufstätige, 41 jährige Witwe suc netten, gebildete Herrn zwecks w Sckriftl. Angebo unter 04879 an öf Gießener Anzeisc la Grummetgras verkauft billig. 04505 (5. Niibs amen. | Kaufgesuche j Geschällshays in Gießen, in bester Geschäftslage, mit gr. Laden u. Lagerraum., zu kauf. ges. Schriftl. Ang. unt. 5193D a. ö. G. A. 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Fels und Ozean geben ein meilenlanges grandioses Bild. Gelbrot leuchtet der Fels, blau der Himmel, weiß die Brandung, purpurnoiolett die unendliche Weite des Meeres. Wohltuend schmiegt sich dazwischen das {9rün aus den Hängen der Berge. Die letzte felsige Spitze der Kap-Halbinsel besteht aus weißlichem, wie Kreide anmutendem Gestein. Dazwischen gelbliche Schichten und Blöcke und eine seltsame, ganz fremde, nur auf diesem Fleck der Erde am Südende von Afrika lebende Vegetation. Die Stürme, die hier toben, lassen keinen Baum und keinen Busch aufkommen, nur Kräuter und niedrige Sträucher. Ein Felsenpsad'von einer halben Stunde führt von der Autostraße bis auf das letzte, zwischen die Ozeane hinausgeschobene, einem zertrümmerten Riesenkastell gleichende Ende des Festlandes. Hier brandet zur Linken das Indische, zur Rechten das Atlantische Weltmeer. Aus den brauenden Nebeln und slurmgetriebenen Wogen um diese äußerste Spitze der Alten Welt erhob sich die düstre Seemannssage vom Fliegenden Holländer. Heute aber zab es weder Sturm noch Nebel, sondern Sonnen- chcin und nur ein leises, sanft aus der Ferne heran- treichendes Wehen um die Höhe des Kaps. Durch )ie lange Dünung rollte das Wasser aus ozeanischen Weiten heran und brach sich rauschend und schäu- land ist nicht mehr frei, die Politik eines unangreifbaren Insellandes zu machen, sondern nur noch eine solche, bei der es mit Frankreich nicht zusammen- stößt. Don allen Folgen des Weltkrieges, von allen Umgestaltungen der Weltlage, greift dies« am tiefsten. Daß England keine Insel mehr ist, macht eine Tatsache aus, die bis in die Fundamente der Weltpolitik hinabwirkt. Doch fehlt viel daran. daß die Welt es begriffen hätte. Haben es überhaupt schon die Engländer begriffen? Ich glaube, sie haben es. In der Stille, denn in England spricht man nicht von unangenehmen Dingen. Ich sehe drei nationale Lebenslinien konvergieren: die deutsche, die englische, die italienisch«. Deutsche, Engländer, und Italiener können alle drei gemeinsam nicht anders nationale Handlungsfreiheit erlangen, als indem sie sich verständigen, dem französischen Druck, der aus ihnen liegt, ein Ende zu machen. Krieg? Dicht nötig! Wenn die drei gemeinsam wollen, sind sie auch ohne Krieg stark genug. Politischer Unverstand als Hindernis, sei es hier, sei es dort? Gewiß, es ist ein altes Wahrwort, daß nicht viel Derstand aus die Weltregierung verwendet wird- Aber die Linien, die dem politischen Geschehen durch die innere Datur der Dinge vorgezcichnet werden, lassen sich wohl krümmen und vorübergehend verbiegen, aber nicht endgültig aus ihrer Dichtung bringen. England wird es lernen müssen, daß es keine Insel mehr ist. Die blaue Ozeansarbe bedeutet nicht mehr Englands ..übrigen Besitz"! Das Meer an Englands Kreideklippen und die Ozeane am Kap der Guten Hoffnung rauschen dasselbe: England ist keine Insel mehr! Dies Kap sollte einmal Cabo Tormentoso, daS Kap der Stürme heißen. So nannte es Dartholomeus Diaz. der portugiesische Seesahrer, der als erster Sohn Europas bis hierher gelangte. Er kehrte um, weil seine lecken Schiffe ihn nicht weiter trugen und meldete seinem König, er habe das Ende Afrikas gefunden König Iohann von Portugal aber sagte: Dicht Kap der Stürme, sondern Kap der Guten Hoffnung! Des Königs Hoffnung war Indien — unsere Hoffnung ist ein neue- befreites Deutschland, ein neues befreites Europa. Dom Kap der Guten Hoffnung wende ich den Schritt wieder der Heimat zu. Gute Hoffnung — Nomen sit omen! Oie Arbeitsmarktlage im Bezirk des Arbeitsamts Gießen. mend am Fuß der Felsen. Zum ersten, vielleicht zum letztenmal im Leben stand ich an diesem Punkt der Welt. Mir kam eine englische Landkarte in den Sinn, die ich einmal gesehen hatte. Die Farbenerklärung dazu lautete: rot — England und seine Kolonien: blau — Englands übriger Besitz. Blc^i kbaren die Meere und Ozeane. England gehört die See, England herrscht auf den Wogen! Bntannia rulcs the waves! Ist denn das "noch wahr? So fragte ich mich aus diesem vom Ozean umbrausten Fels, von dem die Schiffskurse hinüberziehen nach In» dien und Australien, nach Amerika und Europa. Es ist nicht mehr wahrl England, das in den Weltkrieg ging, um seine Suprematie auf dem Meere zu bewahren, hat sie verloren, auf immer verloren. Es ist nicht nur darum so, weil die Amerikaner jetzt eine Flotte besitzen, die der englischen ebenbürtig ist. sondern der letzte Grund liegt viel tiefer, ist für England viel furchtbarer. In Gedanken zog ich auf dem Stein mit dem Finger die Umrisse Englands, der Insel England. „5)ie8 Land ist eine Insel" so lautete die selbstbewußt hochmütige Festellung englischer Staatsmänner und Parlamentsredner durch mehr als zwei Iahrhun- derte. wenn die Dede auf Englands Gegnerschaften kam. Nein, ihr Engländer, euer Land i st keine Insel mehr! So antwortete ich jetzt in Ge- danken den Pitts und Cannings, den Palmerstons, Salisburys und Greys. Es hat aufgehört, eine Insel zu sein, seit Geschwader von Tausenden von Flug- zeugen in weniger als einer Stunde den schmalen Wassergraben überfliegen können, an dessen festländischem Ufer noch der erste Napoleon zähneknirschend stand. Nur einen Tag die Seeherrschaft auf dem Kanal, und England hätte ihm zu Füßen gelegen. Nicht nur England — die Welt. Er wußte es, der Korse, aber sein Wissen war wie das Wissen der verdammten Seele um den Abgrund zwischen Hölle und Paradies. Hundert Jahre sind vergangen, seit er auf dem ausgebrannten Dulkaneiland mitten im Südatlantik als ein ungroßrnütig behandelter Gefangener Englands verschied. Mit seinem Han- dclskrieg hatte er den Engländern hart zugesetzt, so wie wir ihnen im Weltkrieg mit den Unterseeboten, aber bis zur Unterwerfung Albions hatte es nicht gereicht. -Jetzt hat Frankreich die Genugtuung, daß es reinen Kanal mehr zwischen seiner und der englischen Küste gibt. Englands Luftmacht ist der französischen hoffnungslos unterlegen: Eng- Dom Arbeitsamt Gießen wird unsmit- gc teilt: Die Zahl der beim Arbeitsamt Gießen gemeldeten Arbeitslosen sank in der Zeit vom 1. bis 15. August 1933 um rund 250 auf 1 0 64 4. Im Dorjahre wurden 15 060 Arbeitsuchende gezählt. Die Abnahme der Arbeitslosigkeit im Bezirk des Arbeitsamts Gießen gegenüber dem Dorjahre beträgt also ein Drittel. Der Rückgang ist ein erfreuliches Zeichen für die stetige Besserung der Arbritsmarktlage. Die Dermittlungen von Wehrverbandsangehörigen schreiten weiter fort. Insgesamt wurden seit Beginn der Sonder-Aktion 182 alte verdiente Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung und des Stahlhelms in Arbeit gebracht, immer aber sind noch alte Wehrverbandsangehö- rige ohne Arbeit. Das Arbeitsamt bittet daher nochmals alle Arbeitgeber, sofort alle sreiwerdenden Arbeitsplätze dem Arbeitsamt zu melden, damit auch noch die restlichen arbeitslosen Mitglieder der wehr- verbände untergebracht werden. Es kann kein besserer Beitrag zur Hitler- spende von den Llnternehmungen gegeben werden, als in der Form zusätzlicher Einstellungen von arbeitslosen Kämpfern. 1200 Londhetfer im Arbeitsamtsbezirk Gießen anerkannt. Seit Beginn der Landhilfeaktion wurden rund 10 0 0 männliche und über 200 weibliche anerkannte Helfer in der Landwirtschaft un- tergebracht. 80 v. H. von ihnen stellte der Ärbeits- amtsbezirk selbst, 15 v. H. kamen aus anderen Bezirken des Landesarbeitsamtsbezirks Hessen herein, die übrigen 5 v. H. sind in anderen Teilen des Reiches beheimatet. 85 v. H. aller Helfer entstammen der Land-, 15 v. H. der Stadtbevölkerung. Ihre be- rufliche Gliederung ist etwa folgende: Hilfsarbeiter bzw. ungelernte,männl, etwa 33 v. H. weibl. „ 13 „ Landwirtschaftliche Arbeiter ... „ 10 „ Maurer.......... •• 8 „ Schlosser.......... » 6 „ Fabrikarbeiterinnen, landwirtschaftliche Dienstmädchen u. Hausmädchen „ 5 „ Weißbinder........- „ 4 „ Schreiner......... etwa 3 o. H. Installateure, Elektriker .... „ 2 „ Schmiede, Bäcker, Former, Steinarbeiter .........etwa je 1,5 „ Metzger, Zimmerleute, Schuhmacher, Schneider ......... „1 H Dachdecker, Buchbinder, Portefeuiller, Drechsler, Buchdrucker,Kellner und Sattler, zusammen .....etwa 7 „ Es wurden vermittelt im Alter von 14 bis 16 Jahren.....10 o. H.*) 16 „ 18.......13,3 „ 18 „ 20 „ .....25 „ über 25 „ .....1,7 „ über 20 „ .....50 „ Verpflichtet wurden vorläufig auf 6 Monate.......ca. 54 v. H. 6 bis 8 Monate.....„ 17 „ 8 bis 10 Monate ...... 4 „ bis zu 12 Monaten .... „ 25 „ Es waren beteiligt die Kreise: Büdingen.......mit 22 d. j) Gießen........„ 21 „ Friedberg.......„ 20 „ Alsfeld........„ 15 „ Schotten ........ 12 „ Lauterbach ...... 10 „ Bis zur Größe von 10 Morgen nahmen „ „ „ „ 20 „ M «l « ff 30 „ „ „ „ „ „ 40 „ „ „ „ H ff 30 „ „ „ „ „ „ 60 „ „ „ ,, 70 „ ...... „ 80 „ ........90 „ .......100 „ ........110 „ .......120 „ ........130 „ ........140 „ ft ft tf ff 130 it m ........160 „ 2 o. H. 12 25 21 15 10 5 3 2,5 „ 1 0,5 „ 1,5 ,, 0,25 „ 0,75 „ 0,25 „ 0,25 „ aller zugelassenen Betriebe Landhelfer in Anspruch. Die Aktion wird bis zur Auffüllung eines noch nicht feststehenden Kontingents fortgeführt mit der Bestimmung, daß die Einstellung der noch *) Der Anteil der weiblichen Helfer ist hier am stärksten. geforderten Helfer sich auf Empfänger von Arbeitslosen-, Krisen- und Ivohlfahrtsunterstüt- zung im allgemeinen bi» zum Aller von 25 Jahren beschränkt. Unter Bezugnahme auf die in der Presse bekanntgegebenen Pläne der Reichsanstalt für Arbeitsver- mittlung und Arbeitslosenversicherung erscheint es wünschenswert, daß die Landwirtschaft als „Winter- hilse" — soweit nicht schon gcscheben — von der Beschäftigung der Helfer bis zur höchstzuläffigen Dauer von 12 Monaten Gebrauch macht. Zum Landestreffen der ALSO. Frankfurt a M., 18. August. (WSN.) Die G a u - N S B O. teilt mit: Wir werden augenblicklich überlaufen mit Angeboten von Händlern, die am Main und im Stadion alles mögliche verkaufen wollen. Wir machen darauf aufmerkfam, daß die gesamte Drganifation der Verkaufsstände am Main, sowie alles, was sich auf dem Wasser abspielt, in den Händen unseres NSBO - Mitgliedes Direktor Hans Detter vom Frankfurter Derkehrsoerein, Bahnhofsplatz 8, liegt. Pg. Vetter teilt in Der- bindung mit dem Wirtschaftsamt der Stadt Frank- furt a.M. die Stände ein und gibt die Ausweise für die Verkäufer aus. Auf dem Main übernimmt Pg Vetter die Vermietung der Boote, sowie der Plätze aus der Untermaininsel. Man wolle sich also in allen Angelegenheiten, die Verkaufsstände betreffen, und das, was sich auf dem Main abspielt, nur an den Frankfurter Verkehrsverein wenden. Der Verkauf der Festabzeichen und Programme dagegen erfolgt durch die Dienststellen der N«BO. und den von diesen belieferten Geschäften. Längst hat die Zahl der Teilnehmer am Lan- bestreffen der NSBO. (26. und 27. August) 100000überschritten, und noch immer bringt die Post Berge von Zusagen. So erhielten wir heute z. B. die Nachricht, daß allein aus Marienberg und Hachenburg (im oberen Westerwald) 1155 deutsche Arbeiter nach Frankfurt a. M. kommen, und zwar schon am Samstag. Aber nicht nur aus dem Gebiet unserer beiden Gaue allein kommen die An- Meldungen, nein, auch in andere Teile des Reiches ist schon unser Aufruf zur Massenkundgebung des Deutschen Arbeitertums gelangt, und daß an diesen Tagen in Frankfurt a. M. etwas los ist. Soeben bekamen wir einen Brief aus Fulda, daß sich 400 nationalsozialistische Arbeiter freuen würden, nach Frankfurt zu kommen. Sie kämen schon am Samstag mit Fahnen und Kapellen, wir sollten nur alles vorbereiten. Unsere Fuldaer Arbeitskameraden sollen die Frankfurter Gastfreundschaft nicht umsonst an- gerufen haben. Geradezu rührend sind die Zuschriften, die wir manchmal bekommen. So schreibt eine Betriebszelle aus der Wetzlarer Gegend: „Einen Haken hat allerdings die Sache. Wir sind fehr arm (53 Pf. Kassenbestand) und die Mitglieder können auch nicht alle die teure Fahrt von ... nach Frankfurt und zurück erschwingen. Ist vielleicht ein Mitglied des NSKK. aus der Umgegend bereit, uns nicht zu teuer dorthin zu befördern? Wenn es nicht anders geht, fahren wir mit Fahrrädern, aber wir kommen." Zum letzten Mal ergeht unser Ruf an die bekannte Frankfurter Gastfreundschaft. Spendet Geld auf Postscheckkonto 6622, spendet haltbare Lebens- mittel; — wir haben erst 2000 Suppenportionen zusammen —, spendet Freitische und Nachtquartiere. Kein Auswärtiger soll am Abend des 27. August Frankfurt enttäuscht verlassen! Heideöheim ehrt Landespolizeipräsident Or. Best. Heidesheim, 18. Aug (WSD.) 2m Dah- men einer eindrucksvollen Feier wurde dem ersten Ehrenbürger der Gemeinde Heides- Heim, Landespolizeipräsident Dr. Werner B e st. durch den kommissarischen Bürgermeister M a i - son die Ehrenbürgerurkunde überreicht. Ferner soll die im Bau befindliche Ingelheimer Straße nach Fertigstellung den Damen „Werner-Best- Strahe" führen. kunst bei „Puhlmanns Sommerbühne" in der Schönhauser Allee anbot. Ich kannte Berlin ziemlich gut, hatte aber bisher von der Existenz dieser Bühne keine Ahnung gehabt. Zudem war es von meiner Wohnung am Moritzplatz nach der Schönhauser Allee eine kleine Reise. Die Fahrverbindungen waren 1873 noch nicht gerade glänzend zu nennen. Man fuhr mit einem Omnibus, den ein Pferd zog, gemütlich seinem Ziele zu. Mit diesem Omnibus konnte man für einen Silbergroschen bis zum Schönhauser Tor gelangen, von dort aus — hatte man mir gesagt, — sei es dann nicht mehr weit zu gehen. Ich machte mich also, nicht sehr hoffnungsreich, auf den Weg, flieg in den braven Rumpelkasten und fuhr los. Hinter dem Hackeschen Mark: war mir bic Gegenb unbekannt, aber so etwas Neues,^Unbekanntes reizt immer, zumal einen jungen Schauspieler. Ein bißchen ernüchternb wirkte ber erste Ein- druck, den ich von diesem Musentempel gewann. Ucber dem Eingang zu einem freundlichen Kaffee- garten grüßte mich der jedem Berliner bekannte Spruch: „Der alte Brauch wird nicht gebrochen, — hier können Familien Kaffee kochen!" In dem schattigen Garten neben einer recht primitiven Sommer- bühne ein Bierausschank, Schieß- und Wurfeibuden und allerlei sonstige Belustigungen. Die Fahne mit der 'Aufschrift: „Heute frische Blut- und Leberwurst" hatte mir schon am Eingang ent- aegenqeleuchtet. Es stellte sich auch bald heraus, daß die Leiter dieses Kunsttempels der Musikdirektor Kent sch und ein Oesterreicher waren, der als Spielleiter fungierte. Beiden Herren wurde ich vorgestellt und erfuhr von ihnen, daß unsere Borstel- hingen nachmittags um 5 Uhr begannen. Der -spiel- plan umfaßte verschiedene bekannte alte Einakter, die gelegentlich mit Gesangseinlagen verschönt wurden, wie das Publikum des Puhlmannfchen Etablissements sie liebte. Bei gutem Wetter wurde auf der Gartenbühne gespielt, bei ungünstigem Wetter war die Vorstellung im Saal, wo bann zwischendurch immer mal, für einen Sildergroschen die Tour, getankt wurde. Es bauerte einige Zeit, bis ich mich an diesen „Kunstbetrieb" gewöhnt hatte. Das nette Verhältnis des alten Direktors mit den cd)au(pie- lern trug aber dazu bei, das Ganze bald ertrag licher zu finden, und dann sorgte das Publikum auch dafür, daß einem die Sache Spaß machte.^Es war ja alles nur ein Uebergang für ein paar Sommermonate. Die Bekanntschaft mit dem Publikum, aus ber sich bald ein fast familiäres Verhältnis entwickelte, Gommertheater 1873. 23cm Kammersänger Robert Philipp. Robert Philipp, einer ber Senioren ber deutschen Bühne, ist kürzlich hochbetagt in Berlin gestorben. In den ersten Jahren meiner Schauspielerzeit steckte ich voller Begeisterung und Ideale. Ich war kaum 20 Jahre alt, hatte meinen ersten Schritt auf die Bühne in Berlin gewagt, und war bann, gutem Rat folgend, in die Provinz gegangen, um an kleineren Bühnen erst die nötige Routine zu bekommen. Damals schwebte mir als herrlichstes Ziel vor, das mit heiliger Scheu und tiefer Verehrung geliebte Schauspielhaus, da» zu erreichen, ich nur in meinen kühnsten Träumen z» hoffen wagte. Wer mir damals gesagt hätte, ich würde einmal — nach zwanzig Jahren — im Königlichen Opernhaus landen und dort an erster Stelle stehen, den hätte ich wahr- fcheinlich ob solcher Phantasterei ausgelacht. Zu Pvlmarum endete in der Provinz die Winterspielzeit, und bann hieß es für den Sommer ein Engagement finden, das über die Sommermonate bis zum Herbst, dem Beginn der neuen Spielzeit, hinhalf. In Berlin war dafür immer die meiste Aussicht, und so gab es denn alljährlich ein freudiges Zusammentreffen mit Kollegen aus allen Gegenden Deutschlands, die bei den Theateragenten der Metropole neue Abschlüsse zu machen suchten und wohl auch meist etwas fanden. Bei dieser Gelegenheit traf man sich bann zu einem fröhlichen Frühtrunk beim alten Weißbier-Haase in der Französischen Straße. Für 2!4 Silbergroschen hatte man seine schöne frische Märzweiße, Butter und 51äse, und Brot dazu, soviel man essen wollte. Das war meist ein sehr vergnügtes Wiedersehen, und viel wurde erzählt von Erfolgen und Erlebnissen, von neuen Hoffnungen und Aussichten. Ich möchte diese Zeit in meinen Erinnerungen nicht missen, was den Jüngern von heute gänzlich fehlt, diese Jahre voller Idealismus und köstlicher Schwärmerei, die vielleicht nur der ganz verstehen kann, der mit ganzer Seele beim Theater ist. Bei einer solchen Rückkehr nach Berlin hatte ich Pech gehabt. Ich war wohl ein bißchen verspätet zu meinem Agenten gekommen — kurz, die guten An- Sebote für den Sommer waren bereits vergeben. m nun nicht ganz ler auszugehen, mußte irf) einen Vorschlag annehmen, der mir eine vorläufige Unter- kam auf sehr einfache Weise zustande. Unsere Som- , merbühne war nur vom Garten aus, mitten durch bas dort sitzende Publikum, mittels eines Aufganges 3U erreichen, der einer Hühnerleiter sehr qhnlich sah. Auf diese Weise bildete sich bald ein freundliches Bekanntjchaftsverhältnis zwischen den biederen Leutchen, die dort jeden Nachmittag ihre Stammplätze hatten, und uns Schauspielern. Ich hatte in dieser Beziehung besonderes Glück bei der — hier schon etwas bejahrten — Weiblichkeit. Die Aufforderungen, vor ober nach der Vorstellung an den Tischen mit Platz zu nehmen, ergingen täglich von den verschiedenen Seiten. Eifersüchtig wurde darauf ge- sehen, daß man ja bei ber Nachbarin nicht länger blieb, als man vielleicht am Tisch der vielen andern Beobachterinnen gesessen hatte. Die verlockensten Angebote wie: „Philippchen, wollen Sie nid) mal unfern felbftgebadenen Napfkuchen versuchen — sind ooch Rosinen drin!" und ähnliche gastliche Aufforderungen ergingen täglich an den glücklichen Kunstjünger. Oder die mir sehr geneigte Schlächter- srau sandte ein Paketchen mit den verschiedensten Wurstsorten. Zu wem der Berliner einmal Zutrauen gefaßt hat, den läßt er so bald nicht wieder los, den läßt er aber auch seine Gutheit spüren. Die Art des Puhlmannschen Kunstbetriebes läßt sich am besten durch eine kleine Begebenheit während einer Probe oercßischaulichen. Der gute Puhlmann, der sich vernünftigerweise, da er vom Theater nicht allzu viel verstand, nur fetten auf den Proben sehen ließ, war eines Tages bei einer Probe anwesend und versuchte verschiedentlich in die Anordnungen des Regisseurs hineinzureden. Dieser, schon ziemlich erregt, verbat sich das schließlich. Da schlug der olle biedere Puhlmann auf den Tisch, daß es krachte: „Wenn Sie den Lehm besser vastehn, tep» pern Sie! Und auß^dem is bet m • i n Theater!" Sprach's und verließ beleibigt ben Schauplatz. In einem Einakter: „Die Rückkehr bes Landwehrmanns" hatte ich die Hauptrolle zu spielen und legte, da ich immer gern ein bißchen gesungen hatte, ein damals sehr beliebtes Lied „Die Königs- grenabiere" (Text von Wilkens) mit ein. Das würbe ein ungeahnter Erfolg. Ich mußte bas Lieb wohl vier- bis fünfmal wieberholen, immer wieder unter tosendem Beifall. Damit aber hatte ich mich auch in das Herz meines braven Direktors gesungen, der । daraufhin eine geradezu rührende Zuneigung zu mir I faßte. Ich war mit einem Schlage eins der belieb» I testen Mitglieder bes Puhlmannfchen Sommertheaters geworben unb mußte mich vorsehen, baß biese allgemeine Begeisterung meinen 20 Jahren nicht zu sehr zu Kopf ging. Damals schon prophezeite mir mein guter Kapellmeister Kentsch eine Sängerlauf- bahn, an bie ich in meiner Begeisterung für das Schauspiel aber nicht glauben mochte. Ich nahm eine wunderschöne Erinnerung mit an frohe Som- merwochen im Herzen des alten Berlin. Oer Bienenschwarm als Lebensretter. Ein Dienenschwarm, der in einem höchst gefährlichen Augenblick über den Kopf eines europäischen Reisenden flog, rettete diesem in einem abgelegenen Gebiet von Digerien das Leben, das durch Menschenfresser bedroht war und brachte ihn bei diesen Wilden zu hohem Ansehen. Diesen bemerkenswerten Dorfall erzäHlt Frank Penn-Emith, ein englischer Reisender und Abenteurer, der in den 70 Jahren seines Lebens durch die ganze Welt gewandert ist, in seinem soeben in London erschienenen Erinnerungsbuch „Das Unerwartete". Der Derfasser befand sich vor dem Kriege auf einer Wanderung im Innern Afrikas, um dort nach Gold zu suchen. Er sah sich plötzlich von Eingeborenen umringt, die eine drohende Haltung annahmen und ihn augenscheinlich für einen guten Braten ansahen. „Plötzlich stob die ganze Menge wild auseinander", so schreibt er. „Ich vernahm ein Sausen und Brummen in der Lust und sah, wie ein Bienenschwarm gerade über meinen Kopf wegflog. Als sie mit lustigem Schwirren verschwunden waren, klang mir ein Iubelgeheul von den Bäumen entgegen, und mein Dolmetscher stürmte auf mich zu. „Dun ist alles gut“, rief er, „sie sind von dir begeistert, denn sie denken nun, daß du ein freundlicher und heiliger Mann bist- Wer hätte ihnen das besser klarmachen können als die Dienen? Sind sie doch die ältesten Bewohner der Berge, älter als die Menschen selbst-. Sie wissen alles, und da sie dich so freundlich grüßten, so haben sie dir ein besonderes Ansehen verschafft" Oochschulnachrichten. Professor Dr. Moritz Weyer mann, Ordinarius für Wirtschafts- unb Sozialwissenschaften an Der Universität Jena, würbe auf seinen Antrag aus dem Staatsbienft entlassen. Aus der Provinzialhauptstadt. Großzügigkeit! . An kleinen Dingen muß man sich nicht stoßen, wenn man zu großen auf dem Wege ist. Hebbel. Die kleinen Lästigkeiten und Schwierigkeiten kosten vielen Menschen die meiste Kraft. Denn an diesen Kleinigkeiten ist das Leben unendlich reich. Und wenn man sie alle zusammenrechnet, wird ein Berg daraus in jedem einzelnen Menschenleben. Ein Berg, der oft steiler und hoher wäre, als selbst die größte und schwerste Aufgabe, die diesem gleichen Menschenleben gestellt ist. Unsäglich viel Nervenkraft geht bei diesen kleinen und kleinsten Sorgen alltäglich drauf. Aber man rechnet'-sie nicht, weil man sie in so unscheinbaren Portionen verausgabt. Erst wenn man mit seinem Vorrat zu Ende kommt, wenn man für irgend etwas Großes, Unerwartetes nicht mehr genug Ueberwindungskraft besitzt, dann schilt man auf das Schicksal. Dann begreift man nicht, wohin einem die Lebenskraft entronnen ist. Wir brauchen Großzügigkeit im Leben! Fassen wir hohe, weite Ziele ins Auge. Setzen wir uns zu den größten, bedeutendsten Geistern in . Beziehung. Großes Denken und großes Erleben macht reich und stark. Es gibt dem Dasein wirklich Sinn und Wert. Nichts ist trauriger oder lächerlicher, je nachdem, als der Pedant, die kleine, enge Philisterseele, die Klatschbase. Wer jedem kleinen Fehlerchen nach- läust und über jedes einzelne armselige Pfenniglein große Rechnungen anstellt und mit allen Minütchen und Sekündchen tagtäglich schachert, wer allen törichten Schwätzern nachgehen möchte, der verzettelt sich. Und sein Leben ist zuletzt ein Mosaik aus lauter winzigen Bruchstücken, und oft genug ein Mosaik, vom Zufall durcheinandergeworfen, ohne Sinn und Schönheit. Wo es sich um geringe Widerstände und Schwierigkeiten handelt, wo uns Steinchen oder Aestchen im Wege liegen, wo uns Mücken stechen oder der Sonnenschein brennt, da sollen wir den Blick drüber hinwegheben und das Herz mit wichtigeren Dingen füllen. Gerade die Strenge im wahrhaft Großen wird uns vor Pedanterie in anderen Dingen am besten bewahren. Ein guter Mensch zu werden, das ist das höchste Ziel. Und vor ihm schrumpft alles andere zur Nebensächlichkeit zusammen. Im Konflikt zwischen Welt und Gewissen vermag der Mensch selbst das Leben gering zu schätzen, um die Seele zu retten. Reden wir nicht von Gewissenhaftigkeit, wo es sich doch vielfach nur um bloße Kleinigkeitskrämerei handelt. In der Hinsicht wird viel gesündigt, end; lose Zeit vergeudet, wertvollste Kraft verbraucht. Nein, in allem, wo es sich nicht um das sittlich Gtoße handelt, wo es nur das Schema oder die Bequemlichkeit, wo es nur den Klatsch oder die Kurzsichtigkeit gilt, da geh deines Weges grade drüber hinweg. Beim Lenken und Steuern bleibt der in der direktesten Bahn und kommt am ersten ans Ziel, der nicht vor sich auf jede Unebenheit achtet, sondern der sein Ziel im Auge hat. Das ist die große, die einzige Hauptfach". Soviel Seitenblicke behält er dabei immer noch übrig, daß er nicht grade über große Hindernisse in Gefahr zu kommen braucht. Wer ober vor lauter Seiten- und Rückblicken das Ziel nicht sucht und sieht, der läuft in der Irr« herum und sieht zu spät, wenn er müde hinsinkt, daß seine ganze Fahrt überhaupt vergeb- lich war. Oie Ereignisse beim morgigen Standarten-Aufmarsch. Es sei noch einmal daran erinnert, daß am morgigen Sonntag bei dem großen Aufmarsch der Standarte 116 in Gießen um 9.15 Uhr Feldgottesdienst auf dem Trieb vor der Dolkshalle stattfindet. Die Feldpredigt hält Pfarrer Lenz. Um älteren Teilnehmern, insbesondere such Kriegereltern, die Teilnahme äm Feld- gottesdienst ohne körperliche Anstrengung möglich zu machen, hat die Standartenführung angeordnet, daß vor der V o l k s h.a l l e , in der Nähe des Altars, Stühle aufgestellt werden, die für die älteren Teilnehmer bestimmt sind. Bon 10 bis 13 Uhr werden auf dem Sportplatz der Spieloereinigung 1900 sportliche Darbietungen folgen. Um 16 Uhr werden die Stürme der Standarte auf Oswaldsgarten angetreten sein und von dort durch die Stadt marschieren, wobei folgende Straßen durchschritten werden: Neustadt, Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Äreuzplatz, Sonnenstraße, Landgraf-Philipp-Platz, Vorbeimarsch am Brigadeführer vor dem 116er-Denkmal, Adolf-Hitler-Wall, Moltkestraße, Kaiserallee, Trieb, am Schützenhaus vorbei, Weg nach den Spielplätzen. Um 20 Uhr beginnt ein kameradschaftliches Zusammensein in der Dolkshalle mit Konzert, Ansprache von Generalmajor a. D. Mohr, Vorträgen des Heimatdichters Georg Heß und Aufführungen des BdM. unter Leitung von Frau Dr. Fischer. Oie Sonderzüge zum Standarten-Aufmarsch in Gießen. Am morgigen Sonntag werden zum Standarten- Aufmarsch in Gießen auf den Strecken Grünberg—Gießen und Hungen — Gießen Sonderzüge der Reichsbahn gefahren. Von Grünbera fährt der Sonderzug um 6.54 Uhr ab, er hält bis Gießen nicht und trifft im Gießener Bahnhof um 7.28 Uhr ein. Auf dieser Strecke kann die Rückfahrt ab Gießen 20.15 Uhr erfolgen; dieser Zug hält auf allen Stationen und trifft- in Grünberg um 20.51 Uhr ein. Von Hungen wird der Zug um 6.37 Uhr ab- fcchrcn, unterwegs auf allen Stationen halten und um 7.16 Uhr in Gießen eintreffen. Die Rückfahrt auf dieser Strecke erfolgt mit dem Zuge ab Gießen 22.54 Uhr, der Zug hält auf allen Stationen und trifft in Hungen um 23.26 Uhr ein. Ermäßigte Fahrkarten gelten n u r für diese Züge. rvornoNzcn. — T agesfalenber f ü r Samstag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Tänzerin von Sanssouci". — Tageskalender für Sonntag. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge; Verein der Offiziere des 2. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Kaiser Wilhelm) Nr. 116: Logengebäude, Gartenstraßei, Ausstellung von Modellen und Bildern deutscher Ehrenfriedhöfe in Frankreich und im Osten, 10 bis 13, 15 bis 18 Uhr. — 16 Uhr, „Liebigshöhe": Reichswehrkonzert. — Eo. Stadtmission, Löberstraße 14. 20.30 Uhr, Vortrag „Der religiöse Mißerfolg". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Tänzerin von Sanssoue-i". Oie „Braune Messe" in Gießen. Hochbetrieb im Messe-Bureau. Wie in anderen Städten, in denen „Braune Messen" bereits stattgefunven haben oder in Vorbereitung sind, macht sich die lebhafte Anteilnahme an dem Werden der „Braunen Messe" auch in Gießen jetzt schon bemerkbar. Der Andrang auf dem Messebureau (itn Lerkehrsverein am Seltersweg) ist den ganzen Tag über stark. Der verfügbare Ausstellungsraum in der „Volkshalle" ist schon zum großen Teil vergeben. Soweit Sonderwünsche noch berücksichtigt werden können, wird dies geschehen, es empfiehlt sich aber, mit den Entschlüssen nicht zu lange zu warten, weil auf keinen Fall belegte Plätze wieder frei gemacht werden können. Daß die „Braune Messe" eine Werbeveranstaltung für Einzelhandel, Handwerk und Gewerbe ist, haben alle bereits stattgefundenen „Braunen Messen" eindeutig bewiesen. Anderseits ist auch der Nachweis erbracht, daß Handel, Handwerk und Gewerbe in den Nachkriegsjahren von den verschiedensten Unternehmungen in den Hintergrund gedrängt wurden. Die „Braune Messe" soll diesen Zustand beendigen. Es soll nach der „Braunen Messe" nicht mehr möglich sein, wie wiederholtim Messebureau fest- gestellt worden ist, daß Firmen in Gießen seit Jahren Geschäfte unterhalten, ohne daß ein größerer Kreis der Bevölkerung in Gießen davon Kenntnis hat. Werden für deutsche Ware, für den deutschen Handel, für das deutsche Handwerk und Gewerbe, das ist der Sinn der „Braunen Messe" in Gießen. Oas Reichskartell der deutschen Berufsnurfiker. Der Reichsverband Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer hielt — wie man uns berichtet — am vergangenen Sonntag eine Sitzung in der hiesigen Ortsgruppe ab. in deren Verlauf der Vorsitzende die von allen Mitgliedern freudig aufgenommene Mitteilung machte, daß es im neuen Staat zu einer zentralisierten Sammlung der deutschen Musikerschaft gekommen ist. Staatskommissar Hinkel hat am 24. April dem Pg. Prof. Gustav Hävern a n n, Berlin, die Vollmacht erteilt, das neue Reichskartell der deutschen Berufsmusiker zu führen. In diesem Reichskartell vereinigen sich drei Gruppen, und zwar: 1. Der Einheitsoerband deutscher Berufsmusiker; 2. der Reichsverband deutscher Tonkünstler und Musiklehrer; 3. der Bund deutscher Konzert- und Vortrags- künftler. Die neue Organisation ist von Reichskommissar Hinkel in seiner Vollmacht als einzige Stan- desorganisation anerkannt und stellt somit eine Einrichtung dar, in deren Rahmen die gesamte deutsche Musikerschaft vereinigt ist. Diese nicht nur in wirtschaftlicher, sondern vor allem auch in kultureller Beziehung ausgezeichnete, des neuen Staates würdige Tat erfüllt jeden deutschen Musiker, sei er er nun konzertierender Künstler, Musikpädagoge, oder Orchestermusiker mit großer Freude. Besonders die Musikpädagogen begrüßen diese neue Regelung. Wird doch damit endlick die greifbare Möglichkeit gegeben, gegen das besonders im Musikunterricht so außerordentlich verbreitete und die Allgemeinheit schädigende Pfuschertum vorzugehen. Einerseits wird jeder Musiklehrer (es handelt sich hier in erster Linie um den Privatmusiklehrer) zwangsmäßig von der Organisation erfaßt, anderseits kann nur derjenige Mitglied des Kartells sein, der die erforderliche Vorbildung besitzt. Dadurch ist in Zukunft den interessierten Eltern ebenfalls ein Schutz gegeben, wie er vom Reichsverband deutscher Tonkünstler und Musiklehrer schon so lange erstrebt war. In Zukunft erhält jeder Privatmusiklehrer eine mit Lichtbild versehene Unterrichts - Lizenzkarte, ohne deren Besitz er nicht unterrichten darf und die nur dem zum Unterricht Fähigen erteilt wird. Sie soll die Allgemeinheit ebenso wie den verantwortungsbewußten Lehrer vor denjenigen Elementen schützen, die besonders in den letzten vierzehn Jahren dadurch unsere Kulturpflege zu untergraben drohten, daß sie nicht fähig waren, den köstlichsten Teil unseres Volkes, die deutsche Jugend, zum richtigen Verständnis unserer herrlichen Musikgüter zu führen. Für Gießen ist der kommissarische Beauftragte des Reichskartells für Oberhessen Herr Musiklehrer A. Kasten, Löberstraße 20. Sprechstunden täglich von 11 bis 12 Uhr. WichiigeRichtlinien fürOSB.-Vereine SBK. Der Vorsitzende des DSB., Rektor G. Brauner- Berlin, veröffentlicht in der „Deutschen Sängerbundeszeitung" wichtige Ricktlinien für das Verhältnis der DSB.-Vereine zu bisher bundesfremden Vereinen und zum Kampfbund für Deutsche Kultur. Es heißt dort u. a.: Oberster Grundsatz: Neu aufzunehmende Vereine müssen die Gewähr bieten, daß sie sich freiwillig und überzeugt zu den nationalen Grundsätzen des DSB. bekennen wollen. Ihre Vorstandschaft muß der NSDAP, angehören, oder ihr nahestehen. Auf keinen Fall darf in der Leitung jemand geduldet werden, der die nationalsozialistische Bewegung bekämpft oder bekämpft hat. Vereine, die früher dem Arbeiter-Sängerbund angehört haben, sind auch geschlossen aufzunehmen, wenn ihre Vorstandschaft den obigen Richtlinien gemäß neu gebildet wird. Irgend welche politische Betätigung oder Gruppenbildung innerhalb der neu aufgenommenen Vereine darf nicht gestattet werden. Vor der Aufnahme von Vereinen, die bisher keiner Organisation angehörten, ist in Zweifelsfällen die Billigung der örtlichen Leitung der NSDAP, einzuholen. Im allgemeinen wird die Einsetzung einer Aufnahme-Kommission, bestehend aus zwei Mitgliedern eines Bundesvereins und einem Mitglied der örtlichen Parteileitung, empfohlen. Das Bestreben des DSB. muß dahin gehen, die bisher außenstehenden Vereine nicht abzustoßen, sondern heranzuziehen. Aber selbstverständlich darf für Leute, die sich kommunistisch betätigt haben, oder die noch heute Organisationen angehören, die im Gegensatz zur nationalen Regie- rung stehen, kein Platz in einem Bundesverein sein. Der Hauptvorstand des DSB. muß dem KfDK. angehören. Die Mitglieder der Kreis- ober Gauleitungen melden sich einzeln bei ihrer Landesleitung Zur Aufnahme. Zu den wichtigeren Sitzungen ist ein Vertrauensmann des Kampfbundes als Berater hinzuzuziehen. Die Dereinsmitglieder werden durch diesen Schritt nicht zugleich Mitglied des Kampfbundes. Ein Zwang zum korporativen Eintritt in den KfDK. liegt für Kreis-, Gau- und Dereinslei- tungen nicht vor; der Eintritt wird aber empfohlen; auch interessierten Vereinsmitgliedern ist er anzu- raten. Chorleiter, welche sowohl im DSB. als auch im Arbeiter-Sängerbund beschäftigt sind, dürfen nur beibehatten werden, wenn ihre nationale Gesinnung außer Zweifel steht. Es muß von ihnen erwartet werden, daß sie solche auch in den Arbeiter-Gesangvereinen betätigen; mit der bloßen Aufstellung zeitgemäßer Vortragsfolgen ist es nicht getan. Für die Mitgliedschaft in den Vereinen dienen als Grundlage die Bestimmungen der Reichsregierung über die Beschäftigung von Nicht-Ariern in öffentlichen Aemtern. Demgemäß ist von den Bundesvereinen folgendes zu beachten: Nichtarische Amtswalter, insbesondere Leitungsmitglieder und Dirigenten, müssen ihre Aemter unverzüglich niederlegen. Neuaufnahmen von Nicht-Ariern in die Bundesvereine sind nicht zulässig, denjenigen, die nach dem 1. August 1914 eingetreten sind, ist nahezulegen, ihre Mitgliedschaft baldigst aufzugeben. Bei Frontkämpfern wird weitgehende Rücksichtnahme empfohlen. Gictzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 19. Qlug. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter 125 bis 130 Pf.. Kochbutter 10J, Matte 25, Wirsing (grün) 8, Weißkraut 8, Rotkraut 10 bis 12, Spinat 15, Rüben (gelbe) 10, (rote) 10, Römischkohl 5 bis 8, Bohnen (grüne) 15 bis 20, (gelbe) 15 bis 20, Erbsen 20, Mischgemüse 10, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10, Pilze 25, Pfirsiche 30 bis 40, Kartoffeln (neue) 3 (pro Ztr. 2,30 bis 2,50 Mk ), Frühäpfel 20 bis 35, Falläpfel 6 bis 8, Birnen 15 bis 30, Pflaumen 12 bis 15, Zwetschen 15 bis 18, Mirabellen 20 bis 25, Reineclauden 12 bis 15, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 80 bis 90 Pfennig pro Pfund; Tauben 40 bis 50, Eier (inländische) 8,5 bis 9, Käse 4 bis 10, Blumenkohl 5 bis 40, Salat 8, Salatgurken 5 bis CO, Einmachgurken 1 bis 3, Oberkohlrabi 5 bis .0. Rettich 10, Sellerie 5 bis 10 Pfennig pro Stück; Radieschen 5 Pf. pro Bund. * * * Vorübergehende Einstellung des Straßenbahnbetriebs. Die Direktion der Straßenbahn gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß am morgigen Sonntag während des Marsches der SA.-Standarte 116 der Straßenbahnbetrieb in der Bahnhofstraße und im Seltersweg ruhen wird. * * Rindermarkt in Gießen. Am kommenden Dienstag findet in Gießen Rindvieh-(Nutz- vieh-)Markt statt. ' Straßensperre. Wegen Ausführung von Bahngleisarbeiten wird die Provinzialstrahe Garbentei ch—W a h e n b o r n am 23. und 24. August für jeden Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Hausen. ** Eine Ausstellung von Schlachtfeld- Skizzen und- Zeichnungen aus denStel-« hingen des Infanterie-Regimen! s Kaiser Wilhelm Rr. 116 veranstaltet anläßlich der Feier des 120jährigen Bestehens des Regiments und des Anloy-Tages der ehemalige Regimenisangehörige Emil Becker am morgigen Sonntag auf der Liebigshöhe. Die Abstellung dürfte für die alten Soldaten des Regiments als wertvolles Erinnerungsstück recht sehei.swert sein. Es sei besonders darauf hingewiefen. " Größte Rücksichtnahme auf Schwerkriegsbeschädigte. 3n einer Verfügung an die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises Gießen weist das Kreisschulamt Gießen darauf hin, daß der Herr Reichskanzler aus Anlaß eines Einzelfalles den Wunsch aus- gedrückt hat, daß Schwerkriegsbeschädigte künftig von allen Behörden und Dienststellen mit der ihnen gebührenden Rücksicht behandelt werden. ** DieHeberollefürdieBeiträgezur Land- und forstwirtschaftlichen Bern f sg e n o s s e n s ch a f t für 1 93 2 liegt im Städtischen Versicherungsamt während zwei Wochen zur Einsicht offen. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Der zweite Gesellschaftszug zur Berliner Funk-Ausstellung fährt am Donnerstag, 24. August, ab Frankfurt a. M.-Haupt- bahnhof 22.34 Uhr, ab Friedberg 23.04Uhr, ab Bad- Nauheim 23.11 Uhr; ab Gießen 23.46 Uhr. Ankunft in Berlin Bahnhof Friedrichstraße: 25. August, 8.19 Uhr; Rückfahrt am 27. August mit Schnellzug ab 21.10 Uhr Bahnhof Berlin-Friedrichstraße. Fahrpreis bei genügender Beteiligung: Für Hin- und Rückfahrt ab Friedberg, Bad-Nauheim und Gießen 29 Mark. Die Preisabmachung für Unterkunft, Stadtrundfahrt und Ausstellungsbesichtigung beträgt für den zweiten Gesellschaftszug ab Friedberg, Bad- Nauheim und Gießen 55,40 Mark. Anmeldungen bei allen Funkwarten, Kreisleitungen der NSDAP., Zweigstellen der Hapag. •* GerdaIäger-SprengelimRund- funk. Am Dienstag, 22. August, singt die bekannte Opern- und Operettensängerin, Pgn. Gerda Jäger-Sprengel im Rundfunk. Die Sängerin ist bekannt durch ihr Mitwirken an deutschen Abenden und an dem RS.-Frauen- schafls - Hausfrauen - Rachmittag im Frankfurter Zoo und durch ihre Engagements an ersten deutschen Theatern. Mordnmg der Mchversorglmg in Gießen. Der Milchversorgungsverband Rhein-Main hat durch seinen Beauftragten, Diplomlandwirt Birkenholz, folgende Anordnung betr. die Errichtung einer Milchverteilungs- und Berre ch n u n g s st e l l e für das Milchversorgungsgebiet der Stadt Gießen erlassen: § 1. Für die Stadt Gießen wird eine Milch- Verteilungs- und Verrechnungsstelle des Milch- versorgungsverbandcs Rhein-Main errichtet. Sämtliche aus dem Einzugsgebiet der Stadt Gießen angelieferte Milch ist ab 21. August 1933 an die Verteilungsstelle zu liefern. Die Verteilungs- und Verrechnungsstelle befindet sich in Gießen Am Pfarrgarten 4, in dem Gebäude der Milchzentrale Gießen. Rähere Bestimmungen werden den lieferungsberechtigten Milchabsatzgenossenschaften noch bekannt gegeben. § 2. Der konzessionierte Handel hat die für die Milchversorgung der Stadt Gießen benötigte Milch von der Berteilungsstelle zu beziehen. Die zur Trinkmilchversorgung der Stadt Gießen nicht benötigte Milchmenge wird von der Milch- zentrale Gießen verarbeitet. § 3. Die Abrechnung über die ahgelieferte Milch mit den Milchabsatzgenossenschaften erfolgt durch die Verrechnungsstelle. Nähere Anweisungen hierüber ergehen durch die Verrechnungsstelle. § 4. In Ergänzung meiner Preisanordnung vorn 12. August 1933 wird die Spanne des Handels bei Verkauf frei Haus auf 0,05 Mark je Liter, bei Verkauf ab Laden auf 0,03 Mark je Liter festgelegt. § 5. Wer den Vorschriften dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird mit einer Ordnungsstrafe bis zu 300 Mark im Einzelfalle belegt. Die Strafen werden nach Maßgabe der Landesgesetze im Verwaltungs- zwangsverfahren beig^Tag deö Pferdes^ in Darmstadt. Die Schaunummern sind auf deutschen Reit- und Fahrturnieren und auch auf Turmeroeranstaltun- Sen des Auslandes, und zwar nach deutschem Qufter, zu den bedeutsamsten Zugstücken geworden. Ohne Schaunummern sind modern aufgezogene Rcit- und Fahrturniere gar nicht mehr denkbar. So wird auch gelegentlich der großen Turnier- Veranstaltung am Tag des Pferdes In Darmstadt den Schaunummern breitester Raum gegeben. Als erste Schaunummer ist geplant „Das Pferd in feinen Rassen und Leistun- g e n". Hier werden in einem Schaubild fast sämtliche Pferderassen, die sich zur Zeit in Deutschland oorfinden, in der Turnier-Arena erscheinen. Das Schaubild wird angeführt von den Kleinsten der Kleinen des Pferdegeschlechts, den Shetland-Ponys. Darauf folgt das Schönste und Edelste des Pferde- geschlechts, der Vollblut-Araber, und zwar in einem riginal arabisch aufgezogenen Produktes. Anschlie- ßend folgen die größeren Edelpferd-Typen, und zwar das Vollblutpferd in seinen drei verschiedenen Zuchtvariationen, deutsch, englisch und französisch, sodann der edle Trakehner, das ostpreußische Halb- olutpferd, das Zweibrücker, Hannoversche, Holsteinische Warmblutpferd, schließlich die schweren Warmblut-Typen, und zwar das hessische Warmblut, der Ostfriese und der Oldenburger. Den Abschluß bilden die ganz schweren Pserde- typen, und zwar Ermländer Kaltblut aus Ostpreußen, hessisches Kaltblut, rheinisch-deutsches Kaltblut in Belaier-Tyv. Unmittelbar an die Rasen-Parade der Pferde folgt anschließend eine Lei - tungsbarbietung, welche den Höhepunkt larin findet, daß am amerikanischen Zugkraftmeß. wagen zum ersten Mal auf dem großen Turnier- platz die stärksten Gespanne ihre Kräfte messen werden, und zwar findet ein Ausscheidungs- We11ziehen vor dem Kraftmeßwagen statt, von dem stärksten Brauereigc,pann und Dem stärksten landwirtschaftlichen Gespann Hessens. lIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII»IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!II»IIIIIIIII> Sonntag, den 20. August und Montag, den 21. August 1933 WMW in Fellingshausen Es labet freundlichst ein: 5206d sei Wk Wl.MvettI.viio die legend Das Wunder der Maguffi Weiser Vornan von Ar. Lehne. Urheberschutz durch T. Ackermann, Stuttgart. 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Beinahe entsetzt sah Magussi die Freundin an, die in diesem Augenblick ihr wahres Denken offenbarte. Bisher hatte Lilo ihr also immer nur nach dem Munde geredet: nichts war eigene Ueberzeugung ge- gewesen! Förmlich abgestohen fühlte sie sich von ihrer Unwahrheit und Oberflächlichkeit — und ihrer Grobheit des Empfindens. Kunstschwindel — wie tief beleidigte sie dieses Wort in dem, was der Inhalt ihres Lebens war! Aber es lohnte sich nicht, nur ein Wort noch darüber zu verlieren, und ausgeschlossen war es, je wieder mit ihr über ihre Kunstträume zu sprechen. In dieser Stunde war ihr die Freundin weltenfern gerückt. Das Stubenmädchen kam. „Gnädige Frau werden ans Telephon gewünscht. Baronesse Andrä, die Gesellschafterin von Durchlaucht, möchte gnädige Frau sprechen!" Magussi sprang schnell auf mit einer Bitte um Entschuldigung. Langsam ging Lilo der Freunoin nach. Neugierde trieb sie, Zeugin des Telephongesprächs zu werden; Geheimnisse erörterte man ja nicht. Es handelte sich um die Aufforderung der Fürstin, sich gegen siebzehn Uhr zum Tee bei ihr einzufinden — und da war auch plötzlich die lebhafte und gütige Stimme der hohen Frau selbst am Telephon zu ver- nehmen mit einigen sehr herzlichen Worten, wie Lilo wohl hörte. „Du bist zu beneiden", sagte sie, als Magussi den Hörer einhängte, „so schnell Persona grata bei der Durchlaucht geworden zu sein —" „Durch die Musik, Lilo!" „Du hättest mich gestern abend der Durchlaucht vorstellen können. Ich war doch auch im Künstlerzimmer!" „Wenn es möglich gewesen wäre, Lilo, gern! — Aber es ging nicht: ich konnte mich doch nicht vordrängen. Die Fürstin war ja so in Anspruch genommen." . Lilo zuckte ungläubig mit den Achseln, eine Bewegung, über die Magussi sich doch ärgerte. Wie konnte die Freundin so unvernünftig sein! Magussi mußte daran denken, ihr bequemes Morgengewand abzulegen und sich umzukleiden. Als ganz selbstverständlich ging Lilo, wie sie cs früher immer getan, mit in Magussis Ankleidezimmer, das ein sehr interessanter Raum für sie war. Sie öffnete die Kleiderschränke und spähte hinein, und was sie darin hängen sah, erregte ihren heimlichen Neid — es war einfach lächerlich, wie Eduard Weiser seine Frau verwöhnte, und noch lächerlicher, das' die so gar keinen Wert auf Abwechilung in ihren Gewändern legte. Was ihr gerade gefiel, trug sie eine Zeitlang jeden Tag — wie jetzt wieder: hatte sie sich an dem Kleid aus bunter Seide noch nicht satt gesehen, da sie glückliche Besitzerin so vieler anderer schöner Kleider war? „Ich halte dich doch nicht auf, Magussi? Jetzt muß man immer fragen, ob man nicht stört." „Nein, Lilo! Doch wenn du erlaubst, werde ich an dem Deckchen arbeiten, das ich Mama zum Geburtstag zugedacht habe." „Gib mir auch etwas Arbeit. Du hast ja allerlei Angefangenes. Bitte, wenn möglich, Weißstickerei. Dabei plaudert es sich am besten; man braucht nicht so aufzupassen." In leichtem Geplauder verging die Zeit; Magussi hörte kaum darauf, was Lilo ihr alles erzählte, da ihre Gedanken mit ganz anderen Dingen ausgefüllt waren. Die jungen Damen saßen in der Loggia von Magussis Empfangszimmer, und der Blumenflor darin war eine gar reizvolle Umrahmung für den blonden und den dunklen Frauenkopf. „Ich glaube, du bekommst Besuch, Magussi!" Trotz ihrer Arbeit hatte Lilo ihre Augen fleißig umherschweifen lassen: niemand entging ihr, der vor- beikam; in der vornehmen, stillen Straße, in der die Weisersche Billa lag, war wenig Verkehr. Magussi blickte auf — in der Tat, Lilo hatte recht — es war Kapellmeister Bruno Halling, der eben in den Vorgarten trat. Ein flüchtiges Rot färbte ihre Wangen, und ihr Herz klopfte schneller, — hatte sie ihn nicht im Geheimen erwartet? War ihr darum Lilas Anwesenheit gerade heute nicht so angenehm? An Fortgehen schien Lilo aber nicht zu denken, denn erfreut rief sie aus: „Nun lerne ich den interessanten Mann auch endlich kennen. Er wird ja so sehr umschwärmt!" Sie warf einen Blick in den Spiegel, der an langer, silberner Kette über ihrem Kleid hing, und fuhr rasch mit einem winzigen, immer bereiten Pu- derquästchen über ihr Gesicht. Erwartungsvoll sah sie dem vom Stubenmädchen Gemeldeten entgegen, während Magussi den Eintretenden freundlich begrüßte und ihn dann mit der Freundin bekannt machte. In der ihr eigenen lebhaften, temperamentvollen Art riß Lilo sofort die Unterhaltung an sich und erging sich in den größten Lobpreisungen über Ma- gussi und über des Herrn Kapellmeisters wundervolle Begleitung. „Solche Stimmen zu begleiten, ist ein Genuß, Bn- ronin, der einem nicht jeden Tag bereitet wird", erwiderte er höflich: dann wandte er sich an Magussi: „Gnädige Frau, einen Sondergruß und aufrichtige Bewunderung soll ich Ihnqn von unserer Baumann sagen. Sie Ulktet dringend um den Vorzug, einmal einen Nachmittag mit Ihnen zu verplaudern. Die paar Worte, die Sie gestern abend mit ihr gesprochen, hätten ihr nicht genügt. Wörtlich sagte sie: .Diese entzückende Frau, die für mich die verkörperte Poesie ist, sollte einmal die Sieglinde oder Elsa fingen, da hätte das Publikum etwas zu schauen und zu hören!'" „Wirklich, Herr Kapellmeister, hat Frau Baumann das gesagt?" Magussis Blick ruhte ausdrucksvoll auf Lilo, die einen Augenblick verlegen beiseite sah. Was hatte die ihr vor kaum einer Stunde erzählt? Magussis Gefühl war ja gleich gewesen: sie lügt! Sie will dich bloß ärgern und heruntersetzen! Aber der gewandten Lilo Verlegenheit dauerte kaum eine Sekunde. Unschuldig sah sie den Kapellmeister an. „Oh, und ich habe doch selbst gehört, daß Frau Baumann sich etwas abfällig über die Stimme meiner Freundin geäußert hat — die Höhe sei zu scharf —" „Verzeihung, Baronin, das ist ausgeschlossen", widersprach Bruno Halling lebhaft, „denn gerade diese lerchenfrohe, jubelnde Höhe lobte sie sehr. Die Baumann ist ehrlich, und — was man nicht allzu häufig bei Künstlerinnen findet — aus ihrem großen musikalischen Empfinden heraus erkennt sie neidlos bei den Kolleginnen das Gute an, ohne sie herabzusetzen!" „Ich habe mich bestimmt nicht verhört!" beharrte Lilo, „ober die Dame, die das geäußert, habe ich irrtümlich für die Baumann gehalten. Sie war groß und hellblond in einem resedafarbenen Seidenkleid —" „Aber, Lilo, du hast doch Frau Baumann auf dem Konzertpodium gesehen, — sie ist doch nicht blond, ist kastanienbraun, und das Kleid, das sie trug, war von einer eigenartigen Terrakottafarbe." Lilo, die sonst nie um eine Ausrede ober Erfinbung verlegen war, war jetzt boch außer Fassung. Himmel, ba hatte sie sich schön vertan — unb noch peinlicher: Magussi hatte sie burchschaut unb in einer etwas boshaften, ihr sonst nicht ähnlichen Art ihre Verbesserungen angebracht. „Ach, es war ja ein so großes Durcheinanber unb solch Stimmengeschwirr, — ich muß bie Damen verwechselt haben, habe gebacht, bie Baumann sei es gewesen, bie so geurteilt hat, — denn biefe Worte sind gefallen", redete sich Lilo aus. „Nun, wer sie gesprochen hat, soll mir gleich sein! Ich bin dankbar, wenn man mich auf Fehler ruf- merksam macht. Ich habe noch viel zu lernen, um das Ziel zu erreichen, das mir als vollkommenes vor Augen steht." „Nein, Magussi, du bist am Ziel. Was gibt es für dich denn noch zu lernen! Du bist schon die Vollkommenheit, nicht wahr — Herr Kapellmeister?" rief Lilo in ihrer theatralischen Art. Bruno Halling hatte bie Unterhaltung der beiden Freundinnen verfolgt und herausgefühlt, daß die Baronin neidisch auf die Triumphe der anderen war und, um sie herabzusetzen, sich da einen kleinen Roman zusammenphantasiert hatte. „Was ist denn vollkommen auf der Welt, Baronin!" antwortete er auf Silos Bemerkung, „wirt- liche Künstlerschaft kennt nicht das Gefühl der Vollkommenheit, — sie strebt und sucht bis zum letzten Atemzuge. Nur Spießbürgertum, gedankenlose Ober- flächlichkeit fühlt sich vollkommen unb glücklich." „Sie sprechen bas aus, was ich empfinbe, Herr Kapellmeister", sagte Magussi lebhaft, „wie habe ich unter Schmerzen gerungen unb an meinem Können gezweifelt — unb dabei bin ich ja nicht einmal schuf- fend, sondern nur nachschaffend. Aber ganz kann ich mich in die Seele des schaffenden Künstlers versetzen, wie er mit dem Gott in sich ringt — ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!" In Bruno Hallings klugen, dunklen Augen leuchtete es auf, — „ob schaffend ober nur nachschaffend, Künstlerin sind Sie, gnädige Frau, was ich barunter verstehe! Unb wenn Sie keinen Ton fingen könnten, bennoch wären Sie Künstlerin, durch Ihr Empfinden allein!" Magussi errötete leicht. Lebhaft und interessiert gingen Lilas Augen von einem zum andern — das war interessant —, sollte sich da etwas anspinnen, etwas Ernstlicheres? Bei der herben, strengen, kühlen Magussi? Doch bie Kunst konnte eine gar gefällige Vermittlerin sein, wer sich ihrer bebienen wollte. Bruno Halling war enttäuscht gewesen, daß er Magussi nicht allein angetroffen hatte, ba er mit einer für ihn wichtigen Angelegenheit gekommen war. Nun mußte er bas auf eine gelegenere Stunbe verschieben. Er erhob sich. Sein Blick hastete beredt auf den roten Rosen, die in einer schlanken Kristall- aase auf dem runden Tisch standen — und ba wußte Magussi, was sie ohnedies schon erraten: dieser Mor- gengrufj war von ihm. Als er sich nun verabschiedet, sagte Lilo gering« schätzend: „Ich hatte mir den Mann im Privatleben eigentlich interessanter vorgestellt: er ist ziemlich fade unb langweilig. Seltsam, baß man gerabe burch Künstler so häufig enttäuscht wirb. Am besten ist, man genießt unb berounbert sie aus ber Ferne; bann bleibt wenigstens die Illusion gewahrt." „Ist es barum, weil er dir nicht hen Hof gemacht unb versucht hat, mit bir zu flirten, daß du so enttäuscht bist?" mußte Magussi denken; auf Lilas Worte erwiderte sie nichts. Wie eine leise Spannung lag es aber jetzt zwischen den beiden Freundinnen, bie wieder arbeitend in ber Loggia saßen, unb nicht so leicht wie sonst floß bas Plauderbächlein bahin. Am liebsten wäre Lilo gegangen; boch für die sonst so Gewandte fand sich nicht ber richtige Augenblick. (Fortsetzung folgt.) 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Huguft 1955 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 193 Drittes Blatt Zad Aaicheims Ehrenmal für die Opfer des Krieges SJi.-'fpOTt In der Weltersburg bei Wieseck fand ein außerordentlicher Delegiertentag statt, bei dem . einstimmig der Beitritt zum Deutschen Kegler- | 3u dem LeichlachlM-ränderkampf NeMIand-Eiiglaiid icfljug Rundfunkprogramm 1900 I. — Wehlar-Nieder-GirmeS I. 1900s 1. Mannschaft ist morgen Gast des Turnvereins Wehlar-Niedergirmes. Die Einheimischen stellen eine schnelle und wuchtige, die Gießener eine eingespielte und körperlich gut geschulte Mannschaft. Der Ausgang des Spieles ist offen. Man erwartet ein faires und schönes Spiel. Keglerbund Lahn-Buseckertal. Fräulein Dr. Theysfcn (Freiburgs, die älteste Aerzlin Deutschlands, vollende! demnächst in voller geistiger und körperlicher Frische ihr 95. Lebensjahr. Fräulein Dr. Theyssen kann im nächsten Fahre auch ihr 70. Doktorjubiläum begehen sähen: Treue zum Führer. Gewissenhaftigkeit. Einfachheit und restlose Hingabe des Einzelnen an die Gemeinschaft. Zwei Lahre Zuchthaus wegen Münz- verbrechenS. WSA. Mainz. 17. Aug. Der mehrfach be- strafte 5Sjährigc Arbeiter Georg Gener au« Darmstadt, wohnhaft zuletzt in Nürnberg, Würbe im Mai d. 3. beim Umsatz täuschend nachgemachter Dreimark st ückc erwischt. Bei seiner Festnahme hatte er noch 17 falsche Dreimarkstücke und außerdem 95 Mark echtes Geld und eine größere Menge Waren m Lefitz für die er die falschen Dreimarkstücke in Zahlung gegeben hatte 3n der Hauptsache hatte Geyer in kleinen Geschäften das Falschgeld auS- gegeben. Er behauptete. 45 Falsifikate von einem Unbekannten" am Arbeitsamt in Nürnberg erhalten zu haben. Wie sestgestellt wurde, waren gerade diese falschen Dreimarkstücke besonders in Hessen stark verbreitet. Etne Durchsuchung seiner Wohnung in Nürnberg verlief ergebnislos. Die Ferienstrafkammer verurteilte den Angellag- tcn zu zwei Jahren Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust. Kircfoe und (5(foule. daridtl** 2. was eskannl 'EeLSoer^«1 deutsche Rekord des Polizeimeisters Guttsche (16 47 Stunden) beinahe die Grenze bedeuten dürfte. Die gewaltige Leistung des Weltrekordfliegers Schmidt wird immer eine rühmliche Tat bilden, die nicht verallgemeinert werden kann. Wolkenflüge L la Mayer, also in einer Kumuluswolke von deren Basis bis zum Gipfel, die ein eingehendes Studium des Blindfluges erfordern, sind allerdings recht gefährlich. In diesen Wolken finden sich nämlich besonders turbulente Strömungen vor. die der Motorflieger meistens meidet." „wie steht es denn eigentlich mit dem dynamischen Segelflug?" „Zu den Erkenntnissen der „13. Rhön" gehört aber auch die Tatsache, daß die Verwirklichung des rein dynamischen Segelfluges, d. h. des motorlosen Fluges ohne Ausnutzung aufsteigender Luftströmungen, allem Anschein nach unmöglich sein wird. Doch ist dieses Problem im Augenblick nur ein intere,jantes fliegerisches Experiment, ohne irgendeine praktische Bedeutung für die weiteren Leistungssteigerungen. Vielleicht wird der dynamische Segelflug einmal die höchste Form des motorlosen Kunstsluges darstellen, falls sich die Konstruktion ganz anderer tfluggerate ermöglichen läßt/ „wie denken Sie über die nächsten Ziele?" „Die restlose Erschöpfung aller Segelflugmöglich, teilen, bedingt durch den Ansporn zur Leistungssteigerung. weist uns auf den Weg zur Vervollkommnung und Verfeinerung der Methodik der verschiedenen Arten der Thermik-Segelfliegerei, wie es die hinter uns liegenden Tage der „14. Rhon zeigten. Damit muß eine weitere Verbreiterung der Grundlage des Segelflugsportes verbunden sein. Die Erfahrungen einzelner weniger Meisterslieger Dr. Walter Georgii. Professor an der Technischen Hochschule in Darmstadt und Direktor des „Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug", einer der geistigen Väter unserer motorlosen Fliegerei, gewährte einem Vertreter des WTB. eine Unterredung. Die Ausführungen dieses ausgezeichneten Fachmannes dürften die Allgemeinheit — im Hinblick auf die bevorstehende Beendigung der diesjährigen „Rhön" — besonders interessieren, „wie beurteilen Sie den gegenwärtigen Stand der Segelfliegerei?" Nach den Rhön-Segelflug-Wettbewerben der Jahre 1926 bis 1931 mit ihrer ständigen, stürmischen Leistungssteigerung des Hangsegelns, der Fernsegel- flöge des Wolken-, Front- und thermischen Segelfuges' brachte die vorjährige „13. Rhön" erstmalig den Anfang einer neuen natürlichen Entwicklungsstufe. Das Erreichbare liegt klar vor uns, die Oren- xen des Möglichen lassen sich überblicken. Der sta- tische Segelflug ist in allen seinen Abarten erforscht." „wo liegt nun diese Grenze des Erreichbaren noch Ihrer Ansicht?" „Die Zeit der Sensationen und Ueberraschungen des Segelfluges ist nach dem sprunghaften Verlaus der Wettbewerbe jener sechs Jahre vorbei. Wir dür- fen nicht damit rechnen, daß jede Veranstaltung neue Spitzenleistungen bringt, da diese letzten Endes von der Witterung abhängig sind Unter den in Deutschland herrschenden klimatijchqb Bedingungen durften unter Umständen folgende Höchstleistungen noch möglich sein: Bei Gewitterflügen die Zurucklegung einer Strecke bis zu etwa 500 Kilometer, die größte, über Start erreichbare Höhe liegt vielleicht bei ungefähr 4500 Meter, während im Dauerflug der T Oppenrod, 19. Aua. Lehrer Dr. Cröß- mann, der über sechs Jahre die hiesige Lehrer stelle versah, verließ dieser Tage unser Dors, um eine Lehrerstelle und die Schulleitung der Volksschule in Klein-Linden zu übernehmen. Rur ungern sieht man den allseits beliebten Lehrer, der sich bei alt und jung der größten Hochachtung erfreute, von hier scheiden. Der vor einigen Jahren hier gegründete evangelische Kirchengesangverein, der schon öfters Proben seines Könnens in der Oeffentlichkeit ablegte, verliert in Frau Lehrer Crößmann seine unermüdliche und tüchtige Dirigentin. Die ganze Gemeinde bedauert den Wc von Familie Crößmann. bunb c. B. beschlossen wurde. Hierauf wurde die Gleichschaltung des Bundesvorstandes durch den Ortsgruppcnleiter der NSDAP. Eule r-Wieseck vorgenommen. Zum Berbandsführer wurde Hrch. Wilhelm Freund von Alten-Buseck gewählt. Dieser ernannte au seinen Mitarbeitern: als Stellvertreter Wilhelm Schäfer IV. von Wie- seck, dem gleichzeitig die Geschäftsführung des Verbandes übertragen wurde, zum Rechner Ludw. Muth, Lollar, zum Schriftführer Heinrich Ihm, Wieseck, und zum Kegelwart Heinrich W e i n a n d , Großen-Linden. Mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes "schloß die Tagung. auf h r?en MiJ ,ann id) "d"°d,7"ü! äsiia* "!"n Ion finiV“'“«»- <1ein SÄS?« QUf eint qelta-r/ ~mmen h. Sein Ö£c,unöc ’$on erraten: dieser Riebet, sagte Lila gering, nnim$riDal[eben eiotnlliP n n»r ,hmlld) iabt unb >4' gerade durch Künstler besten ist, man genieß rJSetne; dann bleibt wenig- r dir nicht den ho, gma»: ^ru siirlen, daß du so ^gussi denken: auf Lil« *ng lag es aber jetzt Men Oie wieder arbeitend in md)t so leicht wie sonst floh nn. 'gegangen; doch für die sonst >cht der richtige Augenblick. )ung folgt.) ' verelnt Ä ssctuill' Nah-r^ena^ Gebiet dtrh5t,S,Ted’^ MW KM- Drei der besten Engländer, die bei den am Samstag und Sonntag in London zum Mustraa gelangenden Wettkämpfen ihre Kräfte mit den deutschen Vertretern messen werden - Links: Dr. P r e d t e (Diskus); Mitte: Reid (Sprinter); rechts: Ho w land (Kugelstoßen). Llm die Zukunst des Gegelfluges. Unterredung mit einem führenden Fachmann. Iugend. 16.30: Don Leipzig: Nachmittagskonzert 18: „Pflanzen und Tiere im Volksleben des Vogelsbergs, der Rhön und des Landrückens". Bon Alfons Agricola. 18.25: Zeit- funk. 18.45: Kurzbericht vom Tage. 19. Reichssendung: Stunde der Ration. Symphoniekonzert des Rundfunk-Orchesters. 20: Weltpolitischer Monatsbericht. Bon Univ.-Pros. Dr. Karl Haushofer. 20.25: Die Fahnenweihe zu Kraglfing. Ein Hörspiel nach Ludwig Thoma. 21.10: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 23: Nachtmusik. Kapelle Georg Ebner. Donnerstag, 24. August. 7.10 Uhr: Bad Wildungen: Fruhkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge jür Küche und Haus. 12: Mit- tagskonzert aus Schallplatten. 14.20: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. Aus den Ferien zurück! 16.30: Von der Funistunde Berlin: Nachmiliags- konzert des Orchesters erwerbsloser Musiker. 18: Der ewige Philister. — Von Dr. Rudolf Hoffmann. 18.25: Die ersten Anfänge deutscher Kolonialpolitik. Die Untersuchung der Welser in Venezuela. — Von Gustav Dittmar. 18.45: Kurzbericht vorn läge. 19: Von der Funkstunde Berlin: Reichssendung: Stunde der Nation. Musikalische Wahrzeichen deutscher Städte. Städtemusik aus der Mark Brandenburg, Schlesien und der Ostmark. 20: Unterhaltungskonzert. 21: W. A. Mozart. Konzert mit literarischen Einlagen. 23: Von Berlin: Tanzmusik. Freitag, 25. August. 7.10 Uhr: Bad Wildungen. Frühkonzert. 10.10: Schulfunk: Austauschjendung: „Hessen: Die Wet- terau". Hörfolge von Paul Laven.. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hort zu! 15.20: Musikalischer Zeit- vertreib. 16.30: Von Leipzig: Nachmittagskonzert. 18: Johann Ohlerich. 18.20; Die Gefayren des '•Hanen* Niedergangs für das Volk. Vortrag von Professor Staemmler. 18.45: Kurzbericht vorn Tage. 19: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der Nation. Kain. Bon Richard Schneider, Edenkoben. 20: 3X5 Minuten. 20.15: Musikanten aus dem Volke. Eine bunte Musikstunde. 21.25: „Die Saarkundgebung am Niederwalddenkmal", Vorbericht von Landesführer Spaniol, Saarbrücken. 21.35: Theodor Korner. Ein Funkbild zu feinem 120. Todestag am 26. August in Wort und Musik. Zusammengestelll und geleitet von Curt Elwenspoek. 22.45: Nachtmusik. Tanzmusik. Samstag, 26. August. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk; „Leben und Werk Karl August Lingners". 12: Mittagskonzert auf Schallplatten. 14.30: Kleines Wochenend. 15.30; Stunde der Jugend. Zu Hermann Lons Geburtstag. Zusammenstellung und Leitung R. Noelh- lich. 16.30: Von der Funtstunde Berlin. Nachmittags konzert des deutschen Lkasorchesters. Als Einluge (gegen 17 bis 17.10 Uhr) Schlußbericht und kurzer Vergleich mit der gleichzeitigen Londoner Funkausstellung. 18: Ludwig Hebold lieft feine Erzählung „Begegnung". 18.30; Wochenschau 18.50: Kurzde- richt vom Tage. 19: Von Breslau; Reichssendung. Stunde der Nation. „Die Oder entlang". Ein Hörbericht von Land und Leuten. 20; Bezauberndes Fräulein. Vier Bilder mit Musik nach einem alten Lustspiel neu erzählt von Ralph Benatzky. Musik von Ralph Benatzky. 23: Tanzmusik. Sonntag, 20. August. 6.15 Uhr: Von Bremen: Hafenkonzert. 8.30: Morgenfeier der Bischöflichen Methodisten-Kirche Zions- Kirche, Frankfurt a. M. 9.30: Von Saarbrücken: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Was soll der U h u i m d e u t s ch e n W a I d? Freilassung ostpreu- ßischer Uhus im Vogelsberg. — Hörbencht von Wilhelm Platt und Dr. Karl Rudolf Fischer. 11 -11.50: Von einer großen Arbeiterwohngemeinde. 12: Von der Funk-Ausstellung, Berlin. Mittagskonzert der Reichswehrkapellen. 14.30: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. 14 40: Stunde des Landes. Vom hessischen und nassauischen Bauerntag in Langen t $)., anläßlich des 50jah- rigen Stadtjubiläums. 15.45: Stunde der Jugend. 16.30: Kurhaus Wiesbaden: Nachmittapskonzert des Städt. Äurorchesters. 18.25: Fröhliches Zwischen- spiel. Kasperle haut rein. 19: Sportnachrichten. 19.20: Hörbericht vom Polizeisportfest. 19.45: Henry Thoreau. 20.15: „Toska". Mufikdrama in 3 Akten von Giacomo Puccini. 23 bis 24: Tanzmusik. Montag, 21. August. 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15: Für die Funk- ausfteUung. Hausmusik. 16.30; Nürnberg: Nachmittagskonzert. Kapelle Josef Schwarz. 18: Deutscher Almanach. 18.10: 3X5 Minuten. 18.25: „Vom Heldischen", Vortrag von Otto Foulon 1/80. 18.45: Kurzbericht vom Tage. 19: Reichssendung. Stunde der Nation. Westfälifche Wasserburgen. 20: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 21.20: Völkische Erziehung und deutsche Auslandsschule. Gespräch zwischen Dr. B- Gündel und Dr. R. Kühl. 21.45: Liederstunde Albert Fischer. Neuere deutsche Lieder. 22.45: Don Leipzig: Nachtmusik des Funkorchesters. Dienstag, 22. August 7.10 Uhr: Bad Bertrich: Frühkonzert des Städt Kurorchesters. 10.10: Von Hamburg: Schulfunk. „Hamburger im Kampf mit Seeräubern" 10 50 bis 11.40: Für die Funkausstellung. Volksmusik. Mandolinen, Zither, Gitarre, Akkordeon, Gesang. 12: Mit- tagskonzert (Schallplatten) Max o. Schillings. 13.30: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20; Der Hausfrau zur Erholung. 16.30; Nachmittagskonzert 18: „Kann die Finanzpolitik der Gemeinden eine Verlagerung der Industrie-Standorte herbeiführen?" Vortrag von Dr. K. Kühn 18.25: Welt um uns — Eine Plauderei über Bücher von Lilly Biermer. 18.45: Kurzbericht vom Tage. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. Schwäbisch-alemannischer Hu- mo . Manuskript: Martin Lang. 20: „Die Schlacht bei Bertrix" Gespräch zwischen Alfred von Rcckow und Studienrat Dr. Kurt Kaiser. 20.10: Dom Deutsch- landjender: Ausstellungskonzert. Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt. 22 4v: Freiburg: Nachtmusik des Freiburger Kampfbundorchesters. Mittwoch, 23. August. 7.10: Bad Bertrich; Frühkonzert des Städt. Orchesters. 10.10: Schulfunk. Eine Forschungsreise nach Arabien mit Sven Hedin (2. Teil). 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Baden-Baden: MittagskonAert I des Kurorche- sters. 13.20 bis 14.10: Dolkstümliches Opernkonzert. 14.40: Jeder hört zul 15.30: Stunde der müssen auf die große Zahl der fortgefdjrittcncn Segelflieger übertragen werden. Ein stamm lei- ftungsfäh'iqer Piloten muß unbedingt herangebildet werden. Wir müssen dahin kommen, daß in absehbarer Zeit aus unseren fortgeschrittenen Segelfliegern solche mit dem Leistungsabzeichen werden (Bedingung: ein 5-Slundenflug, ein 1000-Meter-Höhen- flug und ein 50-Kilometer-Streckenflug)." „welche neuen Aufgaben harren noch der Segelfliegerei?" „Don befonberer Bedeutung für die Weiterent- Wicklung des motorlosen Fluges sind die Versuchs- flüge unserer Meister im Alpenvorgelände, die der Erforschung neuer Segelflugmöglichkeiten im Hochgebirge dienen. Gerade das Hochgebirge erscheint für die Durchführung großer Streckenflüge besonders geeignet. Jedenfalls brachten diese Flüge aufschlußreiche Ergebnisse über die dortigen Auswind- verhältnifse. Als weiteres Ziel schwebt uns die Ueberqucrung der Alpen im reinen Segelflug bei günstiger Witterung vor. Im Bereiche des Mög- iichen mag auch die Ueberfegelung des nördlichen und nordwestlichen Abhanges der Alpenkette in ihrer ganzen Ausdehnung von Wien bis an die | französische Schweiz liegen. Die klimatischen und orographischen Berhältnisse unserer fteimat lassen eine weitere Steigerung der bisherigen Spitze nie«, ftungcn kaum zu, verweisen uns aber auf die südlicheren Breiten mit ihren günstigen thermischen Aufwinden. Es muß deshalb versucht werden, Deutschland, dem Ursprungsland des Segelfluges, die Möglichkeit zu geben, durch Segelstugexpeditio- nen in die Tropen mit den eifrig um die Rührung kämpfenden Nationen in friedlichen Wettstreit treten zu können." Oberbürgermeister Or. Mütter Ehrenbürger Zwingenbergs. Zwingenberg, 18. August. (WSN.) In Anbetracht feiner Derdienfte wurde dem Oberbürgermeister von Darmstad., Dr. Heinz Müller, das Ehrenbürgerrecht verliehen. Dr. Muller war in den Jahren 1926/27 als Finanzamtsvorsteher be- ruflid) und politisch erfolgreich in Zwingenberg tätig Kreisleiter Schwebet Oberbürgermeister von Worms. Worms, 18. Aug. (WSN.) In feierlicher Stadt- verordneten-Sitzung, zu der nur die Vertreter der NSDAP, erschienen waren, wurde der Kreisleiter und kommissarische Oberbürgermeister Schwebe! endgültig zum Oberbürgermeister gewählt. In einer Ansprache überbrachte Staatssekretär Jung die Glückwünsche des Reichsstatthalters und verlieh dem neuen Oberbürgermeister die goldene Amtskette. Die Schulden der Stadt Worms betrugen heute 27 Millionen Mark. Der größte Ruhm des neuen Oberbürgermeisters werde sein, wenn man einst von ihm sagen könne: er war der sparsamste Oberbürgermeister, den die Stadt Worms je gehabt habe. Oberbürgermeister Schwebet versicherte, daß er das Vertrauen, das man ifi ihn gesetzt habe, zu rechtfertigen wisse; er werde fein Amt als Nationalsozialist ausfüllen nach den Grund- Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen. Wanderfahrten. Gießen — Badenburg — Hangelstein — hoher Berg — Großen-Buseck. Von der Unterführung in der Ederstraße folgen wir blauen Strichen, die uns mit schönen Fernblicken unterwegs zunächst dem Bahnkörper entlang, später über eine aussichtsreiche höhe nach der bewirtschafteten Ruine Badenburg leiten. Durch die Fenster der alten Burg bieten sich uns hübsche Blicke auf die Lahn. Wir gehen dem Zeichen nach weiter durch das Badenburger Wäldchen, überschreiten die Marburger und Daubringer Straße und gelangen nach einem kräftigen Anstieg auf die höhe über dem Steinbruch im Hangelstein mit wiederum reizvoller Aussicht auf das Lahntal, unsere Nachbarburgen und den Dünsberg. Auf der höhe gehen wir weiter, nunmehr blauen Dreiecken nach, bis zur Felsenkanzel, wo wir hinabsteigen, um nach Passieren der Teufelskanzel und Unionslinde alsbald zum Saubringer Paß zu kommen. Auch hier erfreuen uns wieder prächtige Blicke nach verschiedenen Richtungen. Immer dem Zeichen durch Wald folgend treffen wir später rote Punkte, denen wir nach rechts folgen und über den hohen Bergen nach unferem Endziel Großen- Buseck gelangen. Dauer der Wanderung etwa vier Stunden. Ehringshausen — Feldatal — Mücke — Grünberg. - Diese Wanderung ist, da sie wenig Schatten bietet, mehr für kühlere Tage geeignet. Von unserem Ausgangspunkt Ehringshausen gehen wir ohne Zeichen über Oberndorf das Feldatal, im Volksmund hohler Grund genannt, aufwärts. Nach Inständiger genußreicher Wanderung durch das Tal, das landschaftlich von hoher Schönheit ist, erreichen wir die Oberförsterei Schellnhausen, um von hier die Straße über Ermenrod nach Ruppertenrod einzuschlagen, wo wir gelbe liegende Kreuze treffen, denen wir jetzt folgen. Wir überschreiten die Ohm und bei Mücke den Seenbach und gelangen nach etwa fünfstündiger Wanderung zu unserem Endziel Grünberg. Bayreuth. Von Hans pflüg. Zärtlichkeit ist das Erlebnis von Bayreuth. Das seltene Erlebnis also der Rokokostadt der großen Wilhelmine, der Richard-Wagner-Stadt, der Iean°Paul-2dylle und der Heimat des Gymnasiallehrers Kaspar Schmidt, der „sein Sach' auf nichts gestellt hat". Zärtlichkeit aber ist alles, ist das höchste, was nicht nur eine Stadt zu verschenken hat, ist vollendete Musik, Schwung der Seele, rhythmisches Fest. Freundlich stimmt schon der erste Gang durch die Straßen, die alle den einen Äamen zu tragen scheinen, der dieser Stadt eine Solorolle im Welttanz der Städte zugeteilt hat. Man kennt als Franke die vielen Bauten im Stile der Brüder Mansard von Ansbach her, der Schwesterstadt Bayreuths, und aus dem lieben Erlangen. Diese Häuserzeilen sind so anheimelnd, daß man daran denken muß, daß einmal gesagt wurde, man könne bei diesen Hugenottenhauschen den Hausschlüssel famos in die Dachrinne legen und brauche ihn nicht ins Wirtshaus mitnehmen. Bayreuth ist aber nicht immer und nur so. Ich habe auch Reu-Bayreuth gesehen. Wie haben sie doch den lieben kleinen roten Main so arg sachlich in Zement gefaßt und seinen Grund gepflastert. Ich sah keine Haarnixe ihr Grün diesem Strombaby zur Zierde geben und von der Fischperspektive aus betrachtet, ist dieses Zementaquarium doch recht grausam. Wenn ich Bayreuth sage, denke ich: Eremitage. Llnd das ist absolut unsachlich und vielleicht ein wenig ungerecht. Aber es ist so. Ich liebe die Ouvertüre zum „Tannhäuser", aber ich habe ein Mozartmenuett doch auch riesig gern. Menuettliebende Spielerei aber ist dieses himmlische Lustschloß der großen Markgräfin und doch mehr als eine Spielerei. Es ist der geniale Ausdruck der Sehnsucht eines einsamen Herzens, eine Anklage an die Männer, die auch heute noch manchmal so sind wie einst der nichtverstehende, liebenswürdige und kleine Gatte der Wilhelmine. Im Park der Eremitage gibt es zwar nicht so viele versteckte Amoretten und seltsame Hüter der Liebe wie im Beitshöchheimer Park, aber hier gibt es Lichtungen, auf denen man sich (vergebens) nach Reifrockreigen umsieht und Büsche, in denen Rokokokichern und verliebtes Flüstern zu hören ist. älnd viele Wege führen vor Tore, aber diese Tore öffnen sich alle, wie von einer liebenswerten Hand bewegt. Die Wasserkünste vor dem Sonnentempelchen und der Orangerie sah ich nicht, man läßt sie zu anderer Zeit spielen. Aus dem Weg zur Eremitage steht die „Rollwenzelei". Ein lustiges Wirtshaus, an dessen Tür eine Tafel besagt, daß hier Iean Paul Friedrich Richter dichtete. Hier gab es zu Mittag oberfränkische Klöße mit Schweinebra- ten. Man verzeihe diese Erwähnung in diesem Zusammenhang (der Kenner wird ihre Rotwen- digkeit gern bestätigen!). Iean Paul dichtete und bescherte hier, und wir Heutigen können ihm nur eines davon nachmachen. Wir denken gerne an des Feldpredigers Schmelz les Reise nach Flätz und an Quintus Fixlein, an unsere und andere Flegeljahre und trinken noch eins. Unb dann pilgert man wieder nach Bayreuth zurück. Xlnt> plötzlich fällt mir eine kleine Plastik ein, die ich hier in einer Ausstellung sah, eine Mädchenstudie eines oberfränkischen Künstlers, der C. Werner heißt. Alnb von dieser kleinen Kostbarkeit nehme ich noch Abschied. Zärtlichkeit im Herzen... — Meyers Reisebücher: Arlberg. Allgäuer und Lechtaler Alpen, Bregenzer Wald, Ferwallgruppe, Silvretta. Mit acht Karten, zwei Plänen und zwei Rundsichten. Kartoniert 3,70 Mark. 1933. Verlag Bibliographisches Institut AG-, Leipzig. (554.) — Der Führer umfaßt die abwechslungsreiche Landschaft von den Oberstdorfer Bergen bis zur Silvretta und vom Bodensee bis zum Fernpah und führt mit gleicher Zuverlässigkeit den Bergsteiger wie den Talschleicher sicher durch dieses prächtige Dergland. Trotz Zhr gebt Arbeit und Brot! Annahmestellen für die Svende zur Förderung der nationalen Arbeit: Finanzamt, Ha^pt» Zollamt, Zollamt. Uebetweisung an diese Annahmestellen durch: Post, Bank, Sparkasse usw. knapper Fassung sind die Wegbeschreibungen ausführlich und mannigfaltig. Der Wintersport ist durch eine Zusammenstellung lohnender Skitouren berücksichtigt. Die Angaben über älnterkunft und alles andere, was der Fremdling braucht, sind ausgiebig; auf den hochwertigen Karten wurden die Autostraßen deutlich markiert. -!Dle9er5!Reifebüd)er:!RomunbUm<' gebun g. Mit 21 Karten, Plänen, Grundrissen und einer Zeittafel der Päpste. Leinen 5.50 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (58.) — Durch seine politische und kulturelle Entwicklung in den letzten Jahren lenkt Rom wieder das Interesse der gesamten Kulturwelt auf sich. Die Durchführung des großzügigen Stadtplanes Mussolinis, die neuen Ausgrabungen, wie die Errichtung von Monumentalbauten und die Neuanlagen der Vatikanstadt — ihr» alles bietet einen neuen starken Anreiz zum Besuche der Ewigen Stadt. Der vorliegende Band berück- fitigt alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, verzichtet aber auf eine eingehendere Schilderung der Ktmst- werke, für deren Studium Spezialkataloge unerläßlich sind. Eine geographische Uebersicht von Dr. Friedrich Leyden führt in die eigenartige Anlage der Siebenhügelstadt ein. In der Umgebung Roms sind die beliebtesten Ausflugsziele beschrieben; auf den Umgebungskarten wie auf den Stadtplänen sind die Autostraßen deutlich markiert. Die geschichtlichen Angaben sind durch eine Zeittafel der Päpste ergänzt. Traubenkuren, Winzerfeste, Weinproben. Gpäisommersrische an Rhein und Mosel. Das Drängen zu den Bahnsteigen, zu den Landebrücken der Rheindampfer hat eingesetzt. Es herrscht Ferien end stimmung im Rheinland, älnd nun kommt die Zeit derjenigen, die mehr „solo" Land und Leute in der deutschen Westmark genießen möchten: Die Rachasaison! In den rheinischen Bädern lockt jetzt jene wohltuende spätsommerliche Stille, deren nervenstärkende Wohltat namentlich von den älteren Generationen so sehr geschäht wird. In den rheinischen Weinbaugebieten aber lockt nun langsam die Erntestimmung. Doch noch hat die Verfärbung der Trauben in den Weingärten kaum begonnen. In den Rotweingebieten bei Aßmannshausen und an der Ahr zeigt sich erst eine ganz leichte „Glut", die noch lange nicht den tiefblauen und violetten Ton der Reife aufweist. Die frühen Rieslingtrauben aber beginnen langsam goldgelb zu werdep und bald sind an den meisten Orten des Rheinlandes die Pfade in die Weinberge gesperrt, damit Einberufene sich nicht allzu gütlich tun an dem, was durch des Winzers Fleiß wuchs. Wenn aber die Weingemarkung gesperrt ist, ist die Zeit da, in der die Traubenkuren beginnen. In den Winzerdörfern selbst aber klingt heute der typische rhythmische Reifenschlag der Küfer und Faßbänder, die mit der Anfertigung der neuen „Stücke" für den 33er beschäftigt sind. Ra- mentlich kleine Fässer braucht man, denn hier und dort kehrt man wieder zu der guten alten Sitte zurück, sich ein Fäßchen Wein von Mosel oder Rhein schicken zu lassen, zumal er so billig ist. — Un& auf den Höfen der Winzer ist jetzt großes „Faßausschwefeln", -spülen und -bürsten und -schwenken. , Allenthalben aber wird das rheinische Winzerdorf jetzt von frischem Obst- und Traubenduft durchweht. Ob Sie nun in Leutesdorf-Hammerstein, Boppard, Lorch, Eltville und wie die rheinischen Weinorte alle heißen mögen, oder in Sponheim, Weinsheim, Waldböckelheim an der Rahe oder in Hatzenport, Kobern, Cochem, Traben-Trarbach, Dernkastel, Graach, Zellingen an der Mosel oder in Ahrweiler, in Walporzheim weilen: äleberall finden Sie die Vorbereitungen zur Weinernte. Sie scheint nicht schlecht zu werden in diesem Iahre, denn Behang und Beeren sind gut und voll. Die letzten Sonnenwochen lassen zudem, was die Qualität anbelangt, einen ausgezeichneten Iahrgang erwarten. Doch darüber läßt sich erst reden, wenn der Most gegoren hat. Zuvor werden nun die Winzerfeste gefeiert. Winzerzüge mit Winzertänzen werden in heimatlicher Art veranstaltet. Das alte traditionelle Winzerfest in Bacharach, „immer noch Gott Da- chus selber geweiht", steht allen voran. Die Weinkirmessen im Rheingau und die an der Mosel schließen sich würdig an. An Saar, Lieser, Sauer und Ruwer ganz westlich im Trierer Land an des Reiches Grenze ist die Zeit der Weinernte eigentlich die, die dem Spätsommergast das Schönste bietet. In Trier, Koblenz, Cochem, Dernkastel Mainz usw. stehen die Weinversteigerungen bevor! Wer also die Spätsommersonne liebt, dem bieten sich jetzt nach dem Vorübergang der Hundstagshitze mit ihren Gewittern, angenehm kühle Ferienwochen in den Winzerstädtchen und Weindörfchen an Ahr, Rhein, Mosel und Rahe. Billiger und schöner als jetzt ist im ganzen Iahr dort nicht unterzukommen. Angenehmer als jetzt in den Spätsommerwochen sind die Spaziergänge auf Berge und Burgen, in Talgründe und Wälder selbst im Frühling nicht. Wer eine solche „Spätsommerfrische" mit einer Rhein- oder Moseldampfer abschließt, der wird von der Fülle der landschaftlichen Eindrücke lange zehren können. Reiseliteraiur. — Raven st eins Wegebezeichnungskarte Vogelsberg und Wetterau, Maßstab 1:120 000, die offizielle Karte des Vogelsberger Höhen-Clubs e. V., ist in siebter Auflage bei der Geographischen Verlagsanstalt Ludwig Ravenstein AG., Frankfurt a.M., erschienen.— Die Markierungszeichen sind auf der Karte in denselben Farben und mit denselben Zeichen wie sie in der Ratur angebracht sind, gedruckt. Die vielen neuen und abgeänderten Wegezeichen wurden sorgfältig eingetragen, so daß die neue Karte ein stets zuverlässiger Wandergenosse ist. Das Hauptwandergebiet des Hoherodskopfs behandelt eine Deikarte 1:60 000. Die für unsere wanderlustige Iugend wichtigen Jugendherbergen sind durch rote Dreiecke dargestellt. Die farbig bezeichneten 21 Hauptlinien des VHC. sind mit Zeitangaben auf der Kartenrückseite erläutert, ebenso findet man hier beachtenswerte Wandervorschläge. Es ist zu wünschen, daß die Reuausgabe den alten Freunden des Vogelsbergs fteue hinzuwerben roiib. Der Preis beträgt 1,50 Mark für die Karte auf Papier und 3,60 Mk. auf Leinwand. das obcrhesf.Rotenburg nflillHBrll 2Bahnst.o.Frankfurt/M. VUUllly vH i'/zBahnstunde v Gießen Herri.Soinmerfriscke.Aut'gedebnte Laubund Nabelwaldungen Hübsche Svazier- aänge.AlsAufenth.s.Erholungsbedürftige beionb.geeignet u.gern besucht.Gesundes Klima m.frischer Höhenluft.Bolle Pension in guten Häusern 3,50—5 RM Pauschalaufenthalt für 1—4 Woch. o.26—90 NM Proivekte durch d. Berkebrsoeretn 3*950 Bad-Nauheim””0 Gasthaus „Zur Waldlust“ Bad Salzschlirf • Hotel Kaiserhof Pens, a.- bis 6.50. Eig. Konditorei, Caf6 1 Küche. Keller best. 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