nr. 140 Lvühausgabe 185. Jahrgang Montag, 19. Juni 1953 Lrtcheini tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert» Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholl, monats=Be}ug$prel$: Mit 4 Beilagen NM. I 9b Ohne Illustriert» . 180 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanichlüfse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Poflfdfedfonto: firanffurt am Dlain 11686. Gichener Anzeiger General-Anzeiger für (Vberhessen Driirf und Verlag: vrühl'sche Universttüir-Vuch- und Steinörudcrci R. Lange in Siehrn. Zchristleitung und Geschäftsstelle: 5chu!Nrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Ne- klamean',eigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Der Reichskanzler sprich! vor der mitteldeulschen SA. und SS. Riesiger SA.- und SS.-Ausmarsch in Erfurt - Stürmische Huldigungen für den Kanzler. Erfurt, 18. Juni. (ERB.) Schon am frühen Morgen herrschte in der Stadt unter lebhaftester Anteilnahme der Bevölkerung reger Verkehr. Aus allen Gegenden rollten Eisenbahnzüge und Lastkraftwagen mit SA. und SS. heran. Die Braunhemden, etwa 60 000 a n der Zahl, sammelten sich auf dem Flugplatz. Stabschef Röhm dankte in seiner Ansprache allen Führern und Soldaten für das, was sie in der zurückliegenden Zeit gelöst und geschaffen haben. Alles, was bisher erreicht sei, sei der Lohn ernster Arbeit, unermüdlichen Schaffens und schwerer Opfer. Wenn beute Deutschland ein anderes Gesicht trage als vor einem halben Jahr, so sei es nicht zuletzt dieser Arbeit zu verdanken. Der Kampf sei nicht beendet. Die Ausgaben des SA.-Wannes würden nie erfüllt fein. Immer und immer wieder werde das junge Deutschland in seine Reihen kommen müssen, um dort Nationalsozialist, deutsch, treu, stolz und stark zu werden. Aach der Rede des Stabschefs Röhm nahm Gruppenführer Staatsrat Dr. Z u n k e l die Weihe der 170 Fahnen vor. Kurz darauf landete auf dein Flugplatz die dreimotorige Junkers- Maschine D2201, der unter dem Jubel der Braunhemden der Reichskanzler, der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö s, der Reichsinnenminister Dr. F r i ck und Alfred Rosenberg entstiegen. In einem Hotel am Dahnhofsplah, das von einer dichten Menschenmenge umlagert war, nahm der Kanzler einen kurzen Imbiß ein und begab sich dann sofort in das Rathaus, wo ihm der Ehrenbürgerbrief der Stadt Erfurt Überreicht wurde. Der Jubel der Menge ist kaum zu beschreiben. Riemand rührte sich vom Platz und lieh sich seine frohe Stimmung verderben, als ein gehöriger Regen niederging. Oer Empfang des Reichskanzlers im Fesisaal des Rathauses gestaltete sich sehr feierlich. In seiner Antwort auf die Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters sagte der Kanzler u. a., daß er der Einladung der Stadt (Erfurt, der er als erster Stadt nach seinem Amtsantritt seinen offiziellen Besuch abstatte, gern Folge geleistet habe. Er sein gerade deshalb gern nach Erfurt gelommen, um an der Stätte, an der vor Jahrzehnten das sozialistische Programm verkündet wurde, dadurch gewissermaßen symbolisch kundzutun, daß es mit den früheren Machthabern zu Ende sei und daß der Nationalsozialismus die Macht ergriffen habe. Darauf wurde dem Reichskanzler der kunstvoll ausgestattete Ehrenbürgerbrief überreicht. Der Reichskanzler, Innenminister Dr. Frick und der ungarische Ministerpräsident Gombös trugen sich dann in das Goldene Buch der Stadt ein. Kurz vor 12.45 Uhr begann dann auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz der Vorbeimarsch der SA. und SS.-Forinationen vor dem Reichskanzler und seiner Begleitung. Der Vorbeimarsch dauerte fast drei Stunden. Ueberall standen die Menschen in dichter Menge, auf den Dächern, auf den Dom- ftufen bis zum Portal, um ihrem Kanzler zu huldigen. Bei der Abfahrt wurden ihm stürmische Ovationen und Heilrufe dargebracht. Den Höhepunkt des SA.- und SS.-Treffens bildete eine gewaltige Kundgebung am Nachmittag im Stadion. Die riesigen Flächen der Mitteldeutschen Kampfbahn waren überfüllt. Schon kurz vor 16 Uhr mußten die (Eingänge gesperrt werden. Tausende fanden keinen Einlaß mehr. Um 16.45 Uhr ertönten die ersten Signale, der Führer, Reichskanzler Adolf Hitler, erschien. Helle Begeisterung brach los, nicht envenwollende Heil-Rufe begeisterter Menschen. Der Reichskanzler wurde von der Jugend begrüßt, junge Mädchen schenkten ihm Blumen. Nach den Klängen des Badenweiler-Marsches begrüßte Reichsstatthalter Sautfel den Reichskanzler und den ungarischen Ministerpräsidenten Gäm - bös. Unter tosendem Jubel und Heil-Rufen der begeisterten Menge begann Reichskanzler Adolf Hitler feine Rede, in der er u. a. ausführte: Vor einem Jahre habe ich hier zum ersten Male gesprochen. Es war mitten in der Zeit des großen Ringens um den endgültigen Sieg. Damals war ich überzeugt, daß es vielleicht keine zwölf Monate mehr dauern werde, bis endlich das System, das feit 1918 Deutschland vergewaltigt hatte, ein Ende gefunden haben würde. Und was ich damals glaubte, ist eingetroffen. Die Oppositionsbewegung der letzten 14 Jahre ist nunmehr zur deutschen Regierungsbewegung und dann zur deutschen Regierungsgewatt emporgewachsen. Damit ist das erste Ziel eines nunmehr bald 14jährigen Kampfes erreich! worden, eines Kampfes, der in feinem ganzen verlauf als förmliches Wunder bezeichnet werden kann. Das deutsche Volk ist erwacht. (Stürmisches Heil!) Daß dieses Wunder sich vollziehen konnte, verdanken wir der Erkenntnis, daß die ewige Quelle unserer Kraft nicht im Staatejiegt, sondern im Volke selbst. Wir haben keine Sekunde daran gezweifelt, daß man ein Volk Zu seiner Einheit nur führen kann durch eine lebendige Erziehung der Menschen, die diese nicht erken- nen wollten, die gegeneinander in ewigem Hader und Streit standen, denen man eingehämmert hatte, daß es feine Brücke der Versöhnung geben könnte. Die Menschen mußte man zusammensügen im Leben selbst. Man mußte sie wieder erziehen zueinander. Wir haben Hunderte und Tausende her- ausgeholt aus allen Lebensschichten und Stellungen, alle die, die sich früher nur mit Haß begegneten, und habc.i ihnen ein Kleid gegeben, sie einer Farbe unterworfen, einer Disziplin unterstellt und in eine gewaltige Organisation gefügt. Und wir haben begonnen, sie zueinander zu gewöhnen, so wie man sie vorher auseinandergewöhnt hatte. Und wir wissen genau: Das ist noch lange nicht vollendet. Allein sie sollen nicht zweifeln, unsere Gegner: Was wir begonnen haben, wir wollen es vollenden. (Stürmisches Heil! und Händeklatschen.) wir werden unsere Jugend zu dem erziehen, was wir später an ihr sehen wollen, und wenn zwischen unserer Generation noch vereinzelt Menschen leben, die da glauben, sie könnten sich nicht mehr umstellen, so werden wir ihnen die Kinder nehmen und sie zu dem erziehen, was für das deuische Volk notwendig ist. (Stürmisches Heil!) Diejenigen, die sich diesem Rhythmus des nationalen Lebens nicht fügen zu können glauben, die heute draußen außerhalb Deutschlands in der übrigen well gegen die erwachende Ration vielleicht widerstand leisten zu können glauben, die werden dieses Volk nicht zu hemmen vermögen. Auch wir werden nicht die Differenzen des Lebens aus dem Leben entfernen können, auch wir werden nicht verhindern können, daß ewiger Gewinn oder Verlust die Menschen zerreißt oder aufteilt. Aber wir werden diesem Auseinanderreißen des menschlichen Lebens ein größeres Ideal gegenüberstellen. Wir wissen auch, daß wir dann die ideal st e Voraussetzung schaffen für die deutsche Zukunft. Wenn ihr. meine Kameraden, dieser großen Idee treu bleibt, wird nach aller Rocht und nach allen Wirrnissen einmal die Stunde kommen, da die Sonne durch ganzDeutschlau d l e u ch t e n w i r d (Stürmisches Heil!), da dieses Volk auch seine äußere Freiheit wiedergewonnen haben wird. wir haben ein großes Programm vor uns. Ich habe keinen Zweifel gelassen, daß es nicht von heute auf morgen geht, vier Jahre brauche ich Zeit. Etwas über vier Monate regieren wir jetzt, und wir können mit Stolz sagen: Die Zahl der Arbeitslosen ist um rund 1,2 Millionen jurürfgegangen. wir werden nicht rosten, bis wir das Ziel, die völlige Beteiligung der Arbeitslosigkeit, erreicht hoben. (Stürmischer Beifall.) Ich möchte heute und für die ganze Zukunft den allmächtigen Gott um eines bitten: (Er möge uns nie schwankend werden lassen, er möge uns immer die gleiche Beharrlichkeit geben, dann werden wir alle die Widerwärtigkeiten des Lebens am Ende besiegen. Wir werden in der deutschen Geschichte einmal gelten als diejenigen, die das Ziel setzten und den Morsch in die deutsche Zukunft begonnen hotten. Und so möchte ich Ihnen denn heute danken für das Vertrauen dieses letzten Jahres. Ich weiß, daß es nicht leicht war. Ich mochte euch danken für die ganze Arbeit und die großen Opfer, die ihr gebracht habt, und euch bitten, daß ihr keine Sekunde nachlaßt in dem Ringen um die große deutsche Zukunft. Solange ich lebe, wird mich nur ein einziger Gedanke beseelen: Aus Arbeitern, aus Bürgern, aus Proletariern, aus Republikanern und Monarchisten, aus Katholiken und Protestanten, aus Angestellten und Beamten, aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern e i n deutsches Volk von unzerreißbarer Einheit zusammenzufügen. Denn dann wird das eintreken, was wir heute wie seit 14 Jahren ersehnen, dann wird kommen die Stunde, in der das deutsche Volk wieder leben wird in einem freien Deutschen Reich, und bann werden wir für unseren Teil die Schuld gesühnt haben, dann wird unsere Generation mit Ruhe sterben können, ohne von unseren Rachkommen angeklagt zu werden wegen dem, das in unserer Zeit an unserem Volke geschehen ist. Dann werden wir alle in Ruhe die Augen schließen können in dem Bewußtsein: Wir haben das Unsere getan, und wir haben selbst gekämpft und die neue deutsche Jugend erzeugt, und wir können damit von uns mit Recht sagen, wir verdienen nunmehr keine Anklage mehr in der deutschen Geschichte, sondern verdienen, daß man uns einst auf die Grabsteine schreibt: „Sie sind oft rauh gewesen, sie sind hart gewesen, sie waren rücksichts- los, aber sie sind gewesen: Gute Deutsche!" Die Rede des Kanzlers wurde von der Menge mit unendlicher Begeisterung ausgenommen. Sie Aeuordmmg der evangelischen Kirche. Sin amtlicher Schritt zur Klärung der ZZeichsbischof-Zrage. Berlin, 17. Juni. (TDIB.) Der Bevollmächtigte des Reichskanzlers Dehrkreispfarrer Müller hat an die Bevollmächtigten der Kirchen ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: »Der Reichskanzler hat mir fein außerordentliches Bedauern darüber ausgedrückt, daß die Arbeiten für den Neubau der deutschen evangelischen Kirche eine schwierige und durchaus unliebsame Entwicklung genommen haben. Er hat meine Bitte, die B e- voltmächtigten z u empfangen, abgelehnt. Er lehnt auch den Empfang des Pastors von Bodelschwingh ab. Lin Empfang beim Herrn Reichspräsidenten ist zur Zeit ebenfalls nicht möglich. Meines Erachtens ist die Lage zur Zeit die, daß Pastor von Bodelschwingh als Reichsbischof zwar in Aussicht genommen ist, daß aber ein anerkanntes Reichsbischofsamt noch nicht besteht, so lange nicht die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche in Kraft ist. Diese Verfassung bedarf der Zustimmung des Kirchenoolkes, wie der Zustimmung des Reiches. Ls wird dankbar begrüßt, wenn die neuen Verhandlungen zwischen dem Dreierausschuß und den Bevollmächtigten des Kanzlers das Ziel verfolgen, in allen Landeskirchen neue Wahlen vorzubereiten oder einen anderen Ausweg aus den bestehenden Schwierigkeiten zu finden. Eine Erklärung der Sevoll- mächtigien des KirchendundeS. Berlin, 1L Juni. (TU.) Don zuständiger kirchlicher Seite wird mitgeteilt: Gegenüber den öffentlichen (Erörterungen, die sich mit der Rechtslage bei der kirchlichen Derfus- sungsreform und bei der Bischofsfrage beschäftigten, geben die Bevollmächtigten des Deutschen Evangelischen Kirchen- bundes folgende abschließende Erklärung ab: Der Präsident des Deutschen Evangelischen Kir- chenausschusses ist am 27. April unter Zustimmung des Kirchenbundesrates einmütig bevollmächtigt worden, eine neue Verfassung des deutschen Protestantismus herbei- zufuhren. Demgemäß ist er zu allen durch die Neuordnung des Staatswesens veranlaßten, für das Wohl des deutschen Gesamtprotestantismus erforderlichen Maßnahmen, sowie zu den gebotenen (Er- flärungen_bei den Reichs- und Landesbehörden und anderen Stellen des öffentlichen Lebens beauftragt. Die Rechtsgültigkeit seiner Vollmacht steht danach einwandfrei fest. Im Rahmen dieser Vollmacht hat der Präsident des Kirchenausschusses zunächst den Landesbischof l). Marahrens und den Studiendirektor rx Hesse an seine Seite gerufen. Im Rahmen der Vollmacht sind ferner in ßoccum Grund» Züge einer künftigen Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche entworfen worden. Sie haben allgemeine Zustimmung gefunden. Die Grundzüge stellen fest, daß die künftige Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche das Amt eines Reichsbischofs vorsieht. Die kirchenpolitischen Ereignisse der letzten Wochen geboten es, den künftigen e r st e n Amts träger schon jetzt zu bestimmen und seine Mitwirkung bei dem Ausbau der Verfassung zu gewinnen. Durch die Rominierung des Pastors D. von Bodelschwingh zum Reichsbischof der werdenden Deutschen 6t>angeli» schen Kirche ist dieser Schritt getan worden. Die dadurch bezweckte Förderung des Der» sassungswerkes hielt sich vollkommen im Rahmen des dem Präsidenten des Kirchenausschusses erteilten Auftrages. Mit überwältigender Mehrheit haben die D e - vollmächtigten der Landeskirchen nachträglich dazu ihre Zustimmung gegeben. Sie haben sich damit, so weit es im Stadium der schwebenden Dersassungslage möglich ist, auf die Person des ersten Reichsbischofs mit bindender Wirkung geeinigt D. von Bodelschwingh hat demgemäß die ausdrückliche Aufgabe erhalten, seine Tätigkeit sofort auf zu ne hm en, die bis zur Reuverfassung nicht in rechtlichen Kompetenzen, sondern in autoritärem Wirken in der Oessentlich- feit besteht Eine Verfassungsänderung des Kirchenbundes ist damit natürlich nochnichtvoll- zogen. Alle (Erörterungen, ob die Vollmacht des Präsidenten des Kirchenausschusses das Recht zu Verfassungsänderungen in sich schließt, sind deshalb abwegig. Aber ebenso zweifellos ist, daß der zum Reichsbischos der werdenden Deutschen Evangelischen Kirche bestimmte Theologe berechtigt und — da er die Rominierung zu jenem Amt seinerseits angenommen hat — auch gehalten ist, seine ganze Kraft für die Erfüllung der ihm übertragenen Aufgaben, insbesondere für die Durchführung des Verfassungswerkes einzusetzen. Aus demselben Grunde sind der Präsident des Kirchenausschusses und seine Mitarbeiter berechtigt und verpflichtet, ihm bei der Durchführung ihres Auftrages jede mögliche Mitwirkung einzuraumen. Mit dieser Klarstellung sehen die kirchlichen A m t s st e l l c n die Erörterung über die Rechtslage in der Dischofsfrage ihrerseits als abgeschlossen an. Oie Antwort der Deutschen Christen. Zu dieser Verlautbarung wird von feiten der Deutschen E h r i st e n betont, daß diese Erklärung der sogenannten zuständigen kirchlichen Stellen gegen standslos jei, weil die Rechtslage klar sei, weil die neue Kirchenverfassung noch gar nicht existiere. Im übrigen wird betont, daß die alten Kirchenregierungen, die jetzt dauernd Erklärungen zur Rechtslage Herausgaben, im Volke keine Mehrheit mehr hätten und nach deutscher Rechtsauffassung durch neue Kirchenregie r u n g e n ersetzt würden, die im Volk eine Mehrheit besitzen. Die Ziele des Dritten Reiches. Stuttgart, 18. Juni. (ERB.) Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins Württembergischer Verwaltungsbeamten machle der Staatsrat im württembergischen Staatsministerium und Präsident des Württembergischen Landtags Waldmann, soeben von der F ü h r e r t a g u n g der NSDAP, in Berlin zurückgekehrt, bemer» kenswerte Ausführungen über d i e Ziele des Nationalsozialismus. Als die wesentlichsten Merkmale und Ziele des Dritten Reiches bezeichnete der Redner folgende fünf Punkte: 1 Im Dritten Reich herrscht irt erster Linie das absolute Tolalitätsprinzip. In der Folge wird es daher nicht nur zur Auflösung der marxistischen Parteien, sondern auch zu einem Aufsauaen aller übrigen bürgerlichen Parteien kommen. Das ist das feste Ziel des Führers. 2. Der Nationalsozialismus wird dem deutschen Menschen die Gedanken an eine Internationale jeder Prägung austrei- ben. Dies gilt nicht nur für den Marxismus, sondern ebenso bei den geistigen Bindungen, wie den Bindungen des Kapitalismus, des Judentums und des Logentums. Der Staat nimmt das (Erftgeburtsredjt auf allen Gebieten für sich in Anspruch. 8. Das dritte Ziel ist die V o I k s g e m e i n - schäft. Es gilt vor allem die Kluft zwischen den Ständen, Klassen und Berufen und zwischen den Konfessionen zu überwinden. 4. Das vierte Ziel ist die Beseitigung des I i berat i ft if d) e n und kapitalistischen W i r t s ch a f t s s y st e m s. 5. Das fünfte Ziel ist die Beseitigung des parla* mentarifch - demokratischen Systems. Der Zugendführer des Deutschen Reiches. Berlin, 17. Juni. (WTB.) Der Reichs- kanzler hak mil sofortiger Wirkung verfüg!: Ls wird eine Dienststelle des Reiches errichlel, die die amtliche Bezeichnung „Jugendführer des Deutschen Reiches" trägt. Zum Jugendführer des Deutschen Reiches wird der Reichsjugendführer der RSDAP. Baldur von Schirach ernannt. Der Iugendsührer des Deutschen Reiches steht a n der Spitze aller verbände der männlichen und weiblichen Jugend, auch der Jugendorganisationen von Lrwachsenen-vcr- bänden. Gründungen von 3ugenborganifafioncn bedürfen seiner Genehmigung. Die von ihm eingesetzten Hilfsstellen übernehmen die Obliegenheiten der staatlichen und gemeindlichen Ausschüsse, die ihre Aufgaben unter unmittelbarer Wirkung der. Jugendorganisationen vollziehen. Grundlegende Neuordnung in Mecklenburg und Lübeck. Schwerin, 18. Juni. (ERB.) Bei dem großen Aufmarsch der Hitler-Jugend und des Jungvolkes von Mecklenburg-Lübeck vor dem Schweriner Schloß hielt Reichsstatthalter Hildebrandt, von den 15 000 Jungen und Mädels mit einem dreifachen Sieg-Heil! begrüßt, eine Ansprache, in der er bar« auf hinwies, daß die Hitler-Jugend mit ihrem ganzen Leben nur dem Volk und Vaterland zu dienen habe. Unter tosendem Beifall teilte der Reichsstatthalter dann mit, daß in der kommenden Woche in Mecklenburg und Lübeck sämt- liche Jugendbünde aufgelöst und verboten würden. Auch die sogenannten christlichen Jugendorganisationen hätten nicht das Recht, an jungen deutschen Menschen staatspolitische und sozial- politische Erziehungsmethoden zu versuchen. Die kör- perliche Ertüchtigung unserer Jugend und ihre Erziehung zur Volksgemeinschaft, erklärte der Statt- Halter, werden wiralleinindieHandneh- men. Darum werden alle Heime und B e - sitzungen der gesamten Jugendverbände Mecklenburgs und Lübecks derHitler-Iugendzur Verfügung gestellt. Reichsstatthalter Hildebrandt schloß mit einem Sieg-Heil! auf den Reichskanzler und das ganze deutsche Volk. Oie Geschäftsstelle des Großdeutfchen Bundes beseht. Berlin, 17. Juni. (£il.) Wie von der neu enigerichteten Pressestelle des Jugendsüh- rers des Deutschen Deiches mitgeteilt wird, wurde am Samstagvormittag die Geschäftsstelle des von Admiral von Trotha geführten Großdeutschen Bundes beseht. Es wurde Material beschlagnahmt: die Geschäftsstelle wurde geschlossen. Die Maßnahme wird damit begründet, daß der Großdeutsche Bund verschiedentlich eine unmittelbar gegen die Hitlerjugend gerichtete feindselige Haltung an den Tag gelegt habe. Studentischer Arbeitsdienst und Wehrverbände. Berlin, 17. Juni. (TN.) Der Reichsminister für Arbeit und Jllgendertüchtigung, S e l d t e , teilte dem bevollmächtigten Führer des Stahlhelm-Studenten- Ringes Langemarck, Dr. Kiekebusch, auf dessen Anfrage mit, daß bei der studentischen Arbeitsdienstpflicht nicht nur, wie in einem Flugblatt gesagt worden sei, die zehnwöchentliche Teilnahme an einem Arbeitslager und eine halbjährige aktive Dienstleistung bei der S A. u n d S S., sondern selbstverständlich auch eine halbjährige aktive Dienstleistung im Stahlhelm in Anrechnung gebracht werde. DerAeichskanzlersorMrArbeit O t t m a ch a u (Schlesien), 17. Juni. (WTB.) Das altehrwürdige O t t m a ch a u, die zukünftige Kreisstadt des Kreises Ottmachau, erlebte heute seinen denkwürdigsten Tag: die Einweihung der drittgrößten Talsperre Deut schlau d s. Die Stadt hatte aus diesem Anlaß reichen Flaggen- und Grünschmuck angelegt. Bei der Eröffnungsfeier am Grundablah des großen Staubeckens erwiderte der Reichsverkehrsminister E l tz von R ü b e n a ch auf die Begrüßungsansprache des Oberpräsidenten von Schlesien Brückner in einer Rede u. a. folgendes: Zahlreiche Schwierigkeiten politischer, wirtschaftlicher und nicht zuletzt technischer Art mußten überwunden werden, um den gewaltigen Damm von Ottmachau, der in Deutschland nicht seinesgleichen hat, fertigzustellen. Allen denen, die dem Werk ihre Kraft gewidmet haben, sei der warme Dank der Reichsregierung ausgesprochen. Dabei gedenke ich ganz besonders der zwölf braven Arbeiter, die in treuer Pflichterfüllung bei der Bauausführung ihr Leben geopfert haben. Die großzügige Staubeckenanlage erscheint mir als ein sichtbares Symbol dafür, welche Lei st ungen auch in schwerer wirtschaftlicher Rot möglich sind, wenn eine restlose Verbundenheit besteht zwischen Arbeitern, Angestellten und Beamten, zwischen Behörden und Firmen. Seit Jahren ist die Reichswasserstraßen-Derwaltung um die Errichtung weiterer Staubecken bemüht. Ich freue mich, Ihnen heute mitteilen zu können, daß auf Grund der Entscheidung des Herrn Reichskanzlers der Bau des im Malavanstal bei Turawa geplanten Beckens gesichert ist und noch in diesem Sommer in Angriff genommen werden wird. Oie Tarifverträge laufen weiter. Berlin, 17. Juni. (VDZ.) Die Einsetzung der Treuhänder der Arbeit hat die Frage entstehen lassen, ob etwa nun die in Kraft befindlichen Tarifverträge für Arbeitnehmer der verschiedensten Gruppen aufgehoben oder neu geregelt oder sonst irgendwie berührt werden. Hierzu wird dem VDZ.-Bureau in unterrichteten Kreisen erklärt, daß die in Kraft befindlichen Tarifverträge unberührt weiterlaufen und daß die Treuhänder erst dann eingreifen würden, wenn Arbeitsstreitigkeiten sich zeigten. Maremmenfahrt. Don Or. Gusiav W. Eberlein, 2Rom. Mit schrillem Aufschrei hält der Wagen, er zittert sogar, glaube ich, wie ein Hase vor dem Rachen eines Ungeheuers. Kann man es ihm verdenken? Er ist direkt in die klafternden Hörner eines Steppenbüffels hineingefahren, sie haben die Windscheibe eingekeill, sie ragen links und rechts vorbei und sind unangenehm spitzig. Ueberdimensional, kann man nur denken, wieso gibt es heute noch so überdimensionale Geweihe? Die Sintflut ist doch schon längere Zeit vorbei. Natürlich ist der Wagen nicht in den Büffel hineingefahren, es war umgekehrt, aber wozu das laut sagen? Die Lage ist nicht danach. Der Klügere gibt nach und schaltet den Rückwärtsgang ein. Die Büffel sind die Herren der Maremmen, der verrufenen Küste, die in den pontinischen Sümpfen bei Neapel beginnt, in Rom nicht anders aussieht und ebensowenig die Toskana respektiert, wo es doch nach den Mustersätzen der ita- lieniscken Grammatik eigentlich wie in einem paradiesischen Garten auszusehen hat. An dieser Küste, die in die Malariakarte als schwarzer Trauerrand eingezeichnet ist, liegen zwischen den gwtzenden Büs- felherden in den Sümpfen und den wilden Mustangs, die frei nach Karl May herumgaloppieren, soweit nicht einzelne gekoppelt grasen, liegen die berühmten Seebäder Formia, Ostia und Via- re g g i o. Trotzdem holt man sich dort nicht den gelben Tod, sondern eher die blaue Liebe. Und in aller Mund sind ja gegenwärtig die Städte, die auf Befehl Mussolinis aus den tödlichen Miasmen herauswachsen. Außerdem führt die schön st e Auto st raße des Landes durch die Todeszone und man kann neben Chinin und Schweinfurtergrün, zur Bekämpfung der Anophelesmücke und der von ihr verbreiteten Malaria unerläßlich, Rosensetzlinge kaufen. Auf den Mustergütern. Im Wasser wimmelt es von Tin- tenfischen, ein verfallener Sarazenenturm steht neben dem anderen, aus den Brackwassern von Orbetello wird sich in den nächsten Tagen oder Stunden der Fliegerschwarm Balbos erheben, um den Atlanti- schen Ozean zu überqueren. Wer weiß etwas von Orbetello? Wer ist schon bei den Etruskern in Tar- quinia gewesen? Ihre Gräberstadt bedeckt eine Fläche von 28 Quadratkilometer. Wieso steht auf dem Hauptplatz von Grosseto ein Denkmal des Großherzogs Leopold II.? Alles in den Maremmen, jawohl. So sieht es dort aus, so kunterbunt geht es zu. Die meisten Fremden Der ungarische Äflcrträfibeni beim Kanzler. Ein durchaus positiver Erfolg der Besprechungen. Berlin, 17.Iuni. (TU.) Der ungarische 21h- nislerpräsident töömbös ist heute 10.40 Uhr auf dem Tempelhofer Flugplatz zu einem kurzen Besuch in Berlin eingetroffen. Das Außenpolitische Amt dec NSDAP. teilt mit: Am Samstag fand um 15 Uhr in der Reichskanzlei zwischen dem Reichskanzler und dem ungarischen Ministerpräsidenten Exzellenz G o m b o s eine Aussprache statt, bei der die g e m e i n s a m e n wirtschaftlichen und politischen pröble m e zur Diskussion kamen. Besonders die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen wurden eingehend erörtert. Es kann festgestellt werden, daß gerade auf diesem Gebiete die Zusammenkunft der beiden Staatsmänner von größter Bedeu- tung war und ein durchaus positiver Erfolg erzielt wurde. Die Unterhaltung des Reichskanzlers mit dem ungarischen Ministerpräsidenten schloß in überaus herzlicher weise und mit der Versicherung, daß die beiden Staaten mit den größten Sympathien einander gegen- überstehen. Oie Neugestaltung -es Güdostraumes. Berlin, 18.Juni (CNB.) Zu dem Berliner Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Göm- bös teilt das Außenpolitische Amt der NSDAP, mit: Dieser Besuch wurde eingeleitet durch die Ende v. M. unter Führung des Gesandten Werner D a i tz vom Außenpolitischen Amt der NSDAP, nach Ungarn entsandte Delegation. Diese Delegation hatte bekanntlich die Aufgabe, die vollständig zerfahrenen Handelsbeziehungen zu Ungarn möglichst schnell wieder zu ordnen, was auch überraschend schnell gelungen ist. Durch diesen mit großer Initiative und gutem willen von beiden Seiten vorgetragenen Vorstoß gegen das wirtschaftliche Durcheinander ist, wie es scheint, die ganze Frage der Jleuge- slaltung des Südo st raumes in Fluh geraten und Hal, wie der Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten G ö m b ö s lehrt, die ersten weittragenden politischen Folgen gezeitigt. Daß hiervon auch die Konstellation der Verhältnisse in Oesterreich nicht unberührt bleiben kann, steht am Rande. Die wirtschaftliche Vernunft, die bei der Regelung der deutsch-ungarischen Verhältnisse zutage tritt, scheint auch bereits beim Abschluß des ungarisch- rumänischen Abkommens vorzuherrschen, was zu weiteren günstigen Prognosen Anlaß geben darf. Es ist außerordentlich erfreulich, daß die außenpolitischen Aemter der NSDAP, in Berlin und Wien sich soweit in den Dienst einer guten Sache gestellt haben, daß man geradezu von einer Pioniertätigkeit im Sinne einer organischen, alle Teile befriedigenden Neuordnung in einem der verwickeltsten und schwierigsten Teile Zentraleuropas reden kann. Hindenburg an Horchy. Berlin, 17.Juni. (WTB.) Der Reichspräsident hat Seiner Durchlaucht dem Reichs- oerweser des Königreichs Ungarn anläßlich feines heutigen Geburtstages ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm übersandt. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Eine großzügige Sonderaklion zur Einstellung arbeitsloser Angehöriger der nationalen Verbände. B e r l i n, 17. Juni. (Vdz.) Wie das Ddz.-Bureau meldet, haben zahlreiche im Lande vorgebrachte Wünsche einzelner Formationen der nationalen Verbände auf Einstellung ihrer Erwerbslosen in die Betriebe dazu geführt, daß diese Angelegenheit zum Gegenstand einer Aussprache zwischen den Leitern der Verbände, der Leitung der NSDAP., dem Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände gemacht wurde. Das Ergebnis dieser Verhandlungen war der Wille, diese Frage durch einheitliche, zentrale Anweisung zwischen den Beteiligten zu regeln. Es wurden Richtlinien vereinbart, die zunächst zum Ausdruck bringen, daß die Unternehmer sich grundsätzlich bereit erklären, an einer Sonderaktion zwecks Einstellung von Arbeitslosen- Angehörigen der nationalen verbände mitzuwirken. Eine positive Verpflichtung, unabhängig vom Arbeitsbedarf und fachlicher Eignung eine bestimmte Anzahl dieser Arbeitslosen einzustellen, kann, so erklären die Richtlinien weiter, von der Wirtschaft nicht übernommen werden. Arbeitsbedarf und fachliche und persönliche Eignung müßten vielmehr entscheidend bleiben. Andererseits müsse von den Verbänden die Sicherheit gegeben werden, daß der Kreis der für eine solche Aktion in Frage kommenden Per- sonen-Gruppen zahlenmäßig umgrenzt bleibt. Es müsse in irgendeiner Form, z. D. durch Festsetzung eines Stichtages für die Mitgliedschaft, für den der 30. Jarniar 1933 vereinbart fahren allerdings hn Schlafwagen hindurch, der abends in Mailand abgeht und am Morgen eben in Rom ist. Dazwischen — Nackt, Dunkel, historische Finsternis. Wenn es Zeit ist, sich die Zähne zu putzen, fährt ein anderer auf der Straße vielleicht gerade einem Steppenbüffel ins Gehörn. Hat man das nötig? Schön ruhig, sanft, unbewußt des Bösen, so ist die Landschaft: wie das Auge des Büffels. Schließlich find die Menschen nichts als Eindringlinge in dieser gottgegebenen Natur, die Fieber das Selbstverständliche, wie die Berge, die zur Rechten mitwandern, wie die Brandung, die zur Linken mitsummt. Es ist dasselbe Gleichmaß im Wehen des Windes wie in der Stimme des Motors. Es kann einschläfern und im Eisenbahnabteil muß es Langeweile erzeugen. In der Mittagsglut des Sommers sollte man die Straße nicht fahren, nein, aber jetzt im jungen Tag, das ist doch ein Dahinrollen ganz wundersamer Art. Wir können ja an den weiß- gedeckten Tischen in einer der schattenkühlen Straßen in Florenz zu Mittag essen, dort, wo Savonarola verbrannt wurde und die Langusten in den Schaufenstern ihre Antennen spielen lassen, wir können in Piombino, der Insel Elba gegenüber, baden, oder das Ombronetal hinauffahren, in Lucca würden wir übrigens auf die neue Autobahn stoßen ... es ist so verführerisch, nicht zu wissen, wann man und wo man ankommt. In den Maremmen muß man sich Zeit lassen, die Jahrtausende sind für die Sümpfe wie der Tag, der gestern vergangen. Die Stadt, in der wir tanken, war im achtzehnten Jahrhundert von der Malaria verschlungen und verdaut, nur noch ein totes Exkrement des Fiebers sozusagen, dann wurde sie entwässert und trockengelegt und darum steht das Leo- polddenkmal da, wie ein Mussolinidenkmal in Lit- toria stehen wird. Alles schon dagewesen. Wie aber sah es aus, als vor den Büffeln und vor den Stech- mücken die Etrusker herrschten? Im Nationaldenk- mal von Tarquinia sah ick eine goldene Schale, die hatte über einen halben Meter im Durchmesser, und ich sah goldene Helme mit kriegrischen Fresken, ich stieg in hundert Gräber und las tausend Inschriften, das heißt, ich wollte sie lesen. Bis zu dieser Stunde kann das kein Mensch. Wir haben die Hieroglyphen entziffert, die Keilschrift, das Etruskische blieb uns verschlossen. Die tarquinier — ihr Superbus war der letzte König von Rom, damals, als vor den Toren noch die Kraterfackeln loderten — sahen dem römischen Auto sehnsüchtig nach und das Mädchen an der Fontana, dem ich eine Kußhand einheimischer Art zuwarf (man muß die fünf Fingerspitzen zusammengelegt an die Lippen drücken, um sie dann breit auszuwerfen). wurde, sichergestellt werden, daß die für die Aktion in Frage kommenden Formationen, vor allem SA., SS. und Stahlhelm, nicht unter dem Gesichtspunkt bevorzugter Behandlung in der Arbeitsvermittlung ständig neuen Zuzug erhalten, der damit der Durchführung einer solchen Maßnahme von vornherein Möglichkeit und Wirksamkeit nehmen würde. In den Richllinien wird weiter zum Ausdruck gebracht, daß den eingestellten Arbmtnehmern ein bestimmter, unbezahlter Jahresurlaub aus Anlaß ihrer Zugehörigkeit zu dem betreffenden Verband gewährt wird. 1 Sofern bei arbeitslosen Angehörigen der verbände die Voraussetzung sachlicher Eignung noch fehlt, könnte an die Schaffung von Schu- lungs- und Ausbildungskurfen bei den betreffenden Arbeitsämtern gedacht werden. Auch für das Verfahren zur Durchführung der Einstellungen enthalten die Richtlinien nähere Bestimmungen. Danach sollen die einzelnen Verbände die Zahl ihrer zur Zeit arbeitslosen Angehörigen er Baum, jeder Randpfosten, jedes Geländer ist gestreift — auch ihre strategischen Gründe hat. Dor Grosseto biegt sie landeinwärts, man gerät wieder einmal in Baumgrün und wittert die waldigen Abhänge des Apennins, dann taucht immer häufiger der Name Livorno an den Meilensteinen auf. Stunde um Stunde ist abgeschnurrt, die Farmen in den Maremmen, die Bauernhäuser blieben sich immer gleich, wie die Büffel. Einmal steht in großen Buchstaben Maccarese angeschrieben, Mac- carese, Maccarese. Nun heißt es Alberese, Alberese, Alberese, immerzu Alberese. Bonifica Alberese. Darunter Namen, die nach Krieg und Jrredenta riechen: Zara, Spalato, Sebenico, Grappa . . . Das ist Land, das Cäsar seinen Veteranen gab, Mussolini den Frontkämpfern. Statt sie stempeln gehen lassen. Das ist das Land, das aus stinkenden Lachen, aus faulenden Fieberherden emporftieg, als das Schwert in die Pflugschar umgewandelt wurde. Von den potinischen Sümpfen bis Livorno hinauf erging der Befehl, alles urbar zu machen, mit den Maremmen die Malaria auszurotten. Nicht lange mehr und die halbwilden Pferde erwartet kein Halfter, die Büffel kein Joch mehr: der Bauer trottete nicht mehr hinter dem Pflug, er faß auf einem Maschinentier, das zieht, schneidet und gleich die gebundenen Garben auswirft. In Viareggio konnten wir schon die neuesten, die in Deutschland verpönten und daher billig exportierten Badekostüme bewundern, wir bogen nach Lucca ab und in die Autobahn ein. Es war, als ruhten wir bewegungslos auf einem eilends rollenden Band. Es rollte in eine türmereiche Stadt hin- ein, einer faß ganz außen, jenseits der Mauer, und Dabei soll jedoch eine angemessene Berücksichtigung früherer Entlassener, dem Werk und dem Arbeitgeber durch lange Mitarbeit verbundener arbeitsloser Arbeitnehmer nicht außer Acht gelassen werden. Der hiernach für die Einstellung von Mitgliedern der Verbände in Frage kommende Arbeitsbedarf wird von den Betrieben den Arbeitsämtern gemeldet, die wiederum aus den bei ihnen vorhandenen Listen die geeigneten Persönlichkeiten Nachweisen. Die so eingestellten Mitglieder der Verbände sollen den für die übrigen Arbeitnehmer geltenden Bestimmungen unterworfen sein und ebenso den gesetzlichen Vorschriften über Inhalt und etwaige Beendigung des Arbeitsdienstoerhältnisfes. Schließlich besagen die Richtlinien, daß mit dem Moment des Inkrafttretens einer derartigen Regelung im Interesse einer möglichst einheitlichen und wirkungsvollen Durchführung dieser Aktion jegliche Sonderaktion von einzelnen Verbänden oder deren Unterstellen aufzuhören habe. Oer Reichspräsident bei guter Gesundheit. Berlin, 17. Juni. (WTB.) In ausländischen Zeitungen wird immer wieder behauptet, der Herr Reichspräsident, der sich zur Zeit auf feinem Familienfitz Neudeck (Westpreußen) befindet, sei ernstlich erkrankt. Demgegenüber erklärt das Bureau des Reichspräsidenten: Reichspräsident von Hindenburg erfreut sich guter Gesundheit; er erledigt in Neudeck nach wie vor feine Amtsgeschäfte und unternimmt in den freien Stunden Spaziergänge und Spazierfahrten in die nähere und weitere Umgebung. Aus aller Wett. Reichskanzler Adolf Hiller beim Reichswehrkonzert im Berliner Stadion. Das Wehrkreiskommando III Berlin veranstaltete dieser Tage das erste der großen tradionellen Sommerkonzerte, das von 20 Musikkorps mit 800 Musikern und Spielleuten ausgesuhrt wurde. Die außerordentlich ungünstige Witterung hatte den Besuch stark beeinträchtigt. Das Stadion war zwar aus- verkauft, bei strömendem Regen aber nur spärlich besetzt. Reichskanzler Adolf Hitler erschien mit dem ungarischen Ministerpräsidenten G ö m b ö s, dem Vizekanzler v. P a p e n und dem Reichswehrminister o. B l o m b e r g auf der Ehrentribüne. Der Reichskanzler wurde mtj dem Horst-Wessel-Lied begrüßt. Major Hühnlein an den Reichskanzler. Anläßlich der Preisverteilung bei der A D A C. - Dreitagefahrt im Harz übersandte Major Hühnlein, der Führer des RSKK., dem Reichskanzler Adolf Hitler aus Schierke ein Telegramm folgenden Inhalts: „Motor-SA. und -SS. bei dreitägiger schwerster Harz-Zuverlässig- keitsfahrt in hervorragender Weise abgeschnitten. Von insgesamt 71 strafpunktfreien Fahrern 28 Angehörige des Korps. Ehrenpreis des Herrn Generalfeldmarschalls von Hindenburg erhielt SS.-Motorsturm München, Reichskanzler-Preis Fabrikmannschaft RSTl. Glänzende Kameradschaft zwischen Sportmannschaften, Reichswehr und SA. Heilgruh. (gez.) Hühnlein." Dampfersteg im Lhiemsee zusammengebrochen. Ein Teil des Dampfersteges auf der Herren-Insel im Chiemsee ist am Sonntagmittag unter der Last der auf den Dampfer wartenden Gäste z u - sammengebrochen. Dabei stürzten zehn Personen in das an dieser Stelle über 2,50 Meter tiefe Wasser, konnten aber gerettet werden. Die Tleberfüllung der Landungsbrücke war daraus zurückzuführen, daß sich sehr viele Besucher aut Frauenwoerther Wasserprozession eingefun- oen hatten. Die Prozession mußte wegen Regenwetters abgesagt werden, woraus sich die Menge auf die beiden Inseln im See verteilte. Die schnelle Rettung ist zum großen Teil der geistesgegenwärtigen Besatzung des Motorschiffes „3r- mingard" zu danken, das gerade anlegen wollte, als das Unglück geschah. die Fremden, die kopfschüttelnd zu dem Bauwunder hinaufstarrten, hatten die Füße auf der Stelle, wo Savonarola verbrannt wurde. In einer schattenkühlen Straße standen weißgedeckte Tische und im Schaufenster dahinter ließen die Langusten ihre Antennen spielen. Feinste Maremmenlangusten! sagte der Cameriere anpreisend und wir nickten: Si, faccia presto I Ein Klassiker des Volksstücks. Adolf L'Arronge,feit bestenTode jetzt ein Dier- teljahrhundert vergangen ist, lebt in der Geschichte der deutschen Bühne nicht nur fort als der Gründer des Berliner Deutschen Theaters, der hier eine vorbildliche Anstalt großer Schauspielkunst schuf, sondern ist auch als Dramatiker noch nicht vergessen. Wenngleich seine Stücke nach dem Kriege nicht mehr die Beliebtheit genießen, die sie vorher besesien, so hat man doch die besten von ihnen, wie „Mein Leopold" und „Hasemanns Töchter", im Film zu neuem Leben erweckt, und als ein Meister des in Deutschland so wenig gepflegten Dolksstückes wird er unvergessen bleiben. Die „Posten mit Gesang", mit denen er zuerst auftrat, suchte L'Arronge mit dem kleinbürgerlichen Lustspiel zu verschmelzen. Vom „Goldenen Boden" des Handwerks und dem gemütlichen Humor, der auf ihm gedieh, ist die Stimmung seiner besten Stücke getragen, und die auch heute noch nicht ganz verklungene Behaglichkeit einer kleinbürgerlichen Umwelt verleiht seinen Szenen einen warmen Hauch. Vom Volksstück aber ging der theaterkundige Dichter dann zum echten Lustspiel über, indem er die Gestalten durch lebenswahre Charakteristik plastischer machte und über die bloße Situationskomik die Handlung zu einet folgerichtigen Entwicklung erhob. In dieser feineren Form ist ihm der ,Dr. Klaus" gelungen, der bei einem fehr geringen Handlungskern das eigentliche dramatische Leben von der prächti- gen Figur des Helden ausgehen laßt, um den sich dann in anmutigem Wechsel die andern Personen gruppieren. Man merkt es überhaupt seinen Volks- stücken an, daß sie von einem warmherzigen Menschen und gewiegten Praktiker mit Liebe erdacht, mit Sorgfalt überlegt und mit Fleiß in allen Einzelheiten ausgeführt sind. Wie er die Rebenhand- lung mit der Haupthandlung verbindet, so daß beide organisch ineinander greifen, wie er den Knoten seiner Stoffe schürzt und verknüpft, wie er früh auf eine glückliche Lösung hinarbeitet und alles zu einem Höhepunkt zuspiht, das offenbart eine Feinheit und Sauberkeit der Arbeit, an der sich mancher unserer Dramatiker ein Muster nehmen könnte. Dr. F. S. Aus der Provinzialhauptstadt. Soll man den Hauptgashabn nachts zudrehen? Don Frih Jieumann. Es gibt viele Leute, die es für notwendig halten, den Haupthahn der Gasleitung nachts-u- »udrehen in der Meinung, dadurch ungeheuren Gefahren zu entgehen. Ich habe es nie getan, und zwar aus folgenden Gründen nicht. Es kann doch noch irgendwo eine Lampe brennen: wenn man dann den Haupthahn zudreht, fo geht fie aus. Dreht man ihn früh wieder aus, beispielsweise um Kaffee zu kochen, so strömt aus der Lampe Gas aus. Dauert das längere Zeit und betritt man dann den Raum mit Licht, so kann man den schönsten Zerknall herbeisühren, den man früher bekanntlich Explosion nannte, und der geeignet ist, ein ganzes Haus niederzulegen. Oder man hat durch Zudrehen des Haupthahns gar eine in einem Schlafzimmer brennende Gaslampe ausgemacht: irgendein Wohnungsgenosse will in der Rächt Licht haben oder etwas aus Gas kochen und dreht den Haupthahn auf, vergibt ihn aber nachher zuzumachen dann ist die Gasvergiftung da! Die Gefahr, daß bei offenem Haupthahn ein Unglück geschieht, ist nicht so sehr grob. Es muß jemand schon den bewußten Professor mit dem vergessenen Regenschirm an Zerstreutheit weit in den Schatten stellen, wenn er etwa den Gashahn einer Lampe aufdreht und dann das Anzünden vergißt Und wenn er die Lampe ausmacht, so dreht er ja zu, denn es wird Wohl niemand auf den Gedanken kommen, eine Gasflamme auszupusten und so den Hahn offen zu lassen, ganz abgesehen davon, daß das Auspusten mit großen technischen Schwierigkeiten verknüpft ist. 3d) halte deshalb das Schließen des Haupthahns für einen technischen Aberglauben und bin dazu um Io mehr geneigt, als es tatsächlich ungemein viel Aberglauben auf technischem Gebiet gibt, der sich leider recht häufig in Gestalt ganz törichter Handlungen äußert. Da wir gerade beim Leuchtgas sind, möge ein zweiter Aberglaube aus diesem Gebiet hier noch Platz finden: Es gibt eine recht große Zahl von Hausfrauen, die die feste Ueberzeugung haben, sie fparten ganz ungeheure Gasmengen, wenn fie den Haupthayn nur halb ausmachten, „weil bann der Druck geringer sei". Wie steht es damit in Wirklich, feit? Nun, solange noch keine Campe brennt, ist der Druck in den Zimmerleitungen genau gleich groß, wenn der Haupthahn ganz und wenn er halb ausgedreht ist. Auch wenn nur eine Lampe brennt, ist der Unterschied nicht merklich. Wenn aber all- mählich mehr Campen angezündet werden, ober wenn gar mit Gas gekocht wirb, dann kann durch den nur halb offenen Haupthahn nicht mehr genug Gas zuströmen. Die Folge davon ist die: Alle Canv pen brennen dunkler, aber nicht nur um so viel dunkler, als es der ihnen nun weniger Zuströmen- den Gasmenge entfvricht: ihre Helligkeit läßt vielmehr stärker nach, schon weil die Flamme nun die Glühstrümpfe nicht mehr genügend bespült: es ist also unvorteilhaft, so zu verfahren: man spart zwar tatsächlich etwas Gas, aber nur bann, wenn mehrere Campen gleichzeitig brennen, etwa wenn mehr als die Hälfte brennen; brennen weniger, so spart man nichts, denn so viel Gas, wie diese brauchen, kann auch durch den halb geschlossenen Haupthahn Zuströmen. Beim Kochen aber verschwendet man unter allen Umständen, denn wenn wenig Gas zuströmt, so dauert es länger. Das gleicht sich nicht etwa aus. Denn je länger cs dauert, desto mehr Wärme strahlt während des Kochens aus und geht verloren. Aber ganz abgesehen davon: Heute wird Gas fast nur noch in Bunsenbrennern verbrannt, das heißt in solchen Brennern, in denen es vor der Berdren- nung mit Cuft gemischt wird, und zwar geschieht dies sowohl in den Glühstrumpfbrennern als auch in den Kochbrennern. Nun sind die Einrichtungen felbstverständlich so getroffen, daß ein möglichst guter Wirkungsgrad erzielt wird: dazu gehört, daß Gas und Cuft in einem ganz bestimmten Verhältnis gemischt werden, wovon man sich leicht überzeugen kann, wenn man die Cuftlöcher an einem Glühstrumpfbrenner zuhält. Wenn nun die Hausfrau zu wenig Gas gibt, ohne zugleich die Cuftzu- fuhr zu vermindern — und das tut sie natürlich nicht! — so spart sie nur scheinbar, in Wirklichkeit ist sie eine Verschwenderin: Beim Kochen arbeitet sie auf alle Fälle teurer, beim Verbrauch von Gas für Ceuchtzwecke bekommt sie für dasselbe Geld weniger Licht. Einen Hahn gibt es freilich fast in jeder Wohnung, der immer geschlossen werden sollte, wenn kein Gas fließen soll: Das ist der Hahn an der Wand, an den ein Schlauch angeschlossen ist: denn solche Schläuche werden leicht undicht ober losen sich von ihrem Hahn oder von ber mit ihnen angeschlossenen Vorrichtung, und bann strömt gleich sehr viel Gas aus. Dagegen wirb aber leiber recht oft gesündigt! Oie Erhebung der Ehestandshilfe. 3m Reichssteuerblatt werden jetzt die umfangreichen Durchführungsbestimmungen über die Ehe- ftandshilfe ber Lohn- unb Gehaltsempfänger veröffentlicht. Der Reichsfinanzminister weift dazu in einem Runderlaß barauf hin, baß besonders vordringlich die umgehende Unterrichtung ber Arbeitgeber über die Einbehaltung dieser Ehestandshilfe ift. Er erinnert nochmals daran, daß ber Beginn der Auszahlung ber Ehestandsbarlehen davon abhängig ist, baß die allein aus der Erhebung der Ehestands- Hilfe dafür zu beschaffenden Mittel rechtzeitig zu fließen beginnen. Die Ehestandshilfe wird bekanntlich erstmalig von den Löhnen und Gehältern einbehal- ten, die für den Monat 3uli 1933 zu zahlen sind. lieber die Behandlung der vom bisher erhobenen Lebigenzuschlag befreiten Arbeitnehmer besagt der Runderlaß folgendes: Nach den Vorschriften über den Zuschlag zur Lohnsteuer ber ledigen Arbeitnehmer waren Steuerpflichtige, die zum Unterhalt ihrer geschiedenen Ehefrau ober eines bedürftigen Eltern- teils seit einem Jahre mindestens ein Zehntel ihres Einkommens aufroenbeten und deren steuerfreier Cohnbelrag aus diesem Grunde erhöht worben war, vom Lebigenzuschlag befreit. Von ber Ehestandshilfe sind dagegen unter denselben Voraussetzungen nur Personen befreit, die mindestens ein Sechstel ihres Einkommens für die genannten Zwecke aufwenben. Dana* müßte in allen Fällen, in denen Personen vom Lebigenzuschlag befreit sind, nachgeprüft werben, ob auch die Voraussetzungen für die Befreiung von ber Eh^standshilfe vorliegen. Eine solche Nachprüfung würbe aber zu einer erheblichen Belastung ber Finanzämter in der nächsten Zeil führen und auch unbillige Härten während ber Uebergangszeit mit sich bringen. Der Reichsfinanzminister hat sich beshalb damit einverstanden erklärt, baß diejenigen, bei denen im übrigen die Voraussetzungen für die Befreiung von der Ehestandshilfe gegeben sind, schon bann von ber Ehestanbshilfe befreit werden, wenn sie im Jahr nur ein Zehntel ihres Einkommens für die genannten Zwecke aufwenben. Wenn die Befreiung von der Ledigensteuer auf ber Steuerkarte für 1933 bereits vermerkt ist, fo hat dies ohne weiteres auch die Befreiung von ber Ehestandshilfe zur Folge. Aiedergelegte Mandate bleiben bis auf weiteres unbesetzt. WSN. 3n einer Reihe von Landgemeinden Hes- sens haben die sozialdemokratischen Mitglieder des Gemeinderats ihre Mandate niebergelegt. Die Man- bäte wurden dann durch Mitglieder anderer Parteien besetzt. Der hessische Minister des Innern hat diese Umbesetzung für unzulässig erklärt und an- geordnet, daß niedergelegte Mandate bis auf weiteres unbesetzt bleiben müssen. Eine Neubesetzung könne nur mit ausdrücklicher ministerieller Genehmigung erfolgen. lv.rnotizen. Tageskalender für Montag. Neues Schloß: 10 bis 13, 15 bis 18 Uhr, Werbe-Ausstel- lung hessischer unb rheinischer Kunsttöpfereien. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Was Frauen träumen" mit Nora Gregor und Gustav Fröhlich. *• Gefallenen-Ehrung im Landgraf- Ludwigs-Gnnasium. Wie wir im Februar schon kurz beridjteten, läßt das Landgraf-Ludwigs- Gymnasium eine Ehrentafel für die im Weltkrieg gefallenen Schüler unb Lehrer anbringen. Die Denkt an die „(Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Relchskrebilgefellschaft Berlin W 8, Behrensstraße 21/22, sowie aus deren Reichsbankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer ber Arbeit". Ehrentafel wirb im Dorraum des ersten Stockes angebracht. Die Vorarbeiten sind nun soweit fertig- gestellt. Die Einweihung soll in einem Festakt am 14. Juli erfolgen. Die Direktion bes Landgras-Cub- wigs-Gymnasium wirb in einer befonberen Einladung in unserem Blatte die Eltern und Angehörigen der Gefallenen zu diesem Festakt auffordern. ** Beschäftigung von Hausgehilfin- ne n und ermäßigter Steuerabzug. Im neuesten Reichssteuerblatt weist der Reichsfmanz- miniftcr hinsichtlich ber Gesetzesbestimmungen über bie Beschäftigung von Hausgehilfinnen darauf hin, daß Haushaltungsvorstänbe, die Lohn- unb Gehaltsempfänger sind unb Hausgehilfinnen in ihrem Haushalt aufgenommen haben, zweckmäßigerweise möglichst bald bei der Gemeindebehörde die Ergänzung ihrer Steuerkarte durch Nachtragung der Hausgehilfin beantragen, damit ber Arbeitgeber ober die aus- zahlende Kasse den Steuerabzug erstmals von den Löhnen ober Gehältern, bie für den Monat Juli zu zahlen sind, unter Berücksichtigung ber Haus- gehilfin vornehmen kann. Zur Abwehr unwahrer Schwätzereien. Frankfurt a. M., 17. Juni. (WSN.) Das „Frankfurter Volksblatt" schreibt u. a.: „Es läuft in der Bevölkerung bas Gerücht um, baß anläßlich des Besuches bes Ministerpräsibenten Göring ein besonderer Aufwand getrieben worden fei. Diese Ansicht ist offensichtlich darauf zurückzuführen, daß die Reportage schlecht und zum Teil mit u n - richtigen Angaben durchgegeben worden ist. Ministerpräsident Göring ist in glühender Sonnenhitze von 9 bis 23 Uhr durch die Städte und Dörfer bes Nassauer Landes gefahren und hat hier- bei etwa 30 Mal bas Wort ergriffen. Es ist felbftDerftänblid), daß nach diesen außerordentlichen Strapazen eine Erfrischung geboten werden mußte. Bei den Darbietungen der Erfrischungen ging man von dem Grundsatz ber absoluten Sparsamkeit aus. Es wurde lediglich kalter Fisch, kalter Braten ohne Vorspeisen mit einem Täßchen Kafsee geboten, dazu gab es offiziell ein Glas Wein ober Bier. Auf besonderen Wunsch wurde mit Rücksicht auf die Ermüdung einzelner Teilnehmer an ber Fahrt ein ©las Sekt gereicht. Don einer Schlemmerei ober Bölleret kann keine Rebe fein. Ein noch einfacherer Umfang würbe sich allerdings mit ber Würbe der Stadtverwaltung nicht vereinbaren lasten. Als eine unverschämte Lüge muß bie Behauptung angesehen werden, es wäre übermäßig getrunken worden. Tatsache ist. daß Herr Ministerpräsident Göring zwei Glas Bier getrunken hat. Für diese Maßnahmen übernehmen bie betreffenden Stellen bie volle Verantwortung." Or. Krebs einstimmig zum Frankfurter Oberbürgermeister gewählt. Frankfurt a. TI., 17. Juni. (WSN.) In einer bringlidj einberufenen außerordentlichen Stadtverordnetenversammlung wurde heute der bisherige beauftragte Oberbürgermeister Lcmdgerichtsrat Dr. Krebs zum Oberbürgermeister ber Stadt Frankfurt a.M. gewählt. Don den 77 Stadtverordneten waren 62 anwesend, die sämtlich ihre Stimme für Dr? Krebs abgaben. Die Bestätigung des neuen Oberbürgermeisters war bereits gelegentlich ber Anwesenheit bes preußischen Ministerpräsidenten Göring in Frankfurt erfolgt SPO.-Abgeordneter in Schutzhast genommen. Offenbach, 17. Juni. (WSN.) Heute vormittag fand sich vor dem Hause bes SPD.-Abgeordneten Wibwann eine große Menschenmenge ein unb bemonstrierte gegen ihren ehemaligen Genossen. Die Polizei sah sich veranlaßt, Widmann zu seiner persönlichen Sicherheit in Schutzhaftzu nehmen. Operation des Bischoss von Fulda. Marburg, 17. Juni. (WSN.) Der im 76. Lebensjahr stehende Bischof von Fulda ist auf seiner Firmungsreise in Marburg erkrankt. Er mußte sich einer Operation unterziehen, bie nach Aussage ber Aerzte günstig verlaufen ist Aufstieg zum Darmstädter Monument wieder geöffnet. WER. Darmstadt, 17. Juni. Genau 20 Jahre lang, feit dem Jahre 1913. war der Aufstieg auf die 33 Meter hohe Plattform der Cubroigsfäule, dem Wahrzeichen Darmstadts im Regierungsviertel, geschloßen. Von nun an ist es wieder möglich, .zu Füßen" des Groh- hevzogs Ludwig I. einen wundervollen Rundblick zu genießen. Der Aufstieg über die 173 Stufen im Innern deS .langen Ludwig" ist wesentlich erleichtert da infolge der neuinftal- lierten elektrischem Beleuchtung die Begleitung eines Führers mit Laterne überflüssig wurde. WormserGartenbaudirektorerschießt sich WSR. Worms. 17. Juni. Heute vormittag erschoß sich in seiner Wohnung der Gartenbaudirektor der Stadt Worms Hans Thierolf. Der Berstorbene war ein gebürtiger Darmstädter und feit 17 Jahren hier als Leiter der Garten- und Friedhofsverwaltung tätig, lieber die Beweggründe zur Tat ist noch nichts näheres bekannt. Bücheriisch. — Werkleute. Die Arbeit im Spiegel der Dichtung. Wit ‘Beiträgen von Karl Dröger, Gerrit Engelke, Hans Grimm, Heinrich Lerfch, Hermann Löns, Jakob Kneip, Karl Benno von Mechow, Paul Zech u. a. Wit sechs Aufnahmen. In Halbleinen 85 Pf., in lackiertem Umschlag geheftet 45 Pf.. Verlag Fredebeul & Koenen, Essen. (134.) — Das Bändchen erschien in der bekannten Sammlung „Deutsches Gut". In ihm sprechen Dichter in Prosa und Vers vom deutschen Menschen bei feiner Arbeit, fei es, daß Benno von Mechow von dem erschütternden Tod eines Tag- löhners an der Dreschmaschine erzählt, oder Hermann Löns uns zu dem besinnlichen Schnuckenschäfer in der einsamen Heide führt, sei es, daß Heinrich Lersch uns das aufregende Ginschwimmen eines Brückenbogens miterleben läßt ober wir mit Paul Zech zum Hauer in die Grube fahren, oder Hans Grimm die unermüdliche Arbeit schildert, die der Deutsche in den Kolonien geleistet hat. Vielstimmig ist das Lied, das zu Preis und Ehre deutscher Arbeit erklingt: Freude am Beruf, Stolz auf das Werk, tägliche Mühsal im Dienst der Volksgemeinschaft. Die Hingabe des Deutschen an sein Werk kommt auch in den sechs Aufnahmen von schaffenden Menschen, die sich dem Text harmonisch eingliedern, zum Ausdruck. — Paul von Hahn: Die Augen des unbekannten Soldaten. Roman. 256 S. Gurt Pechstein, Verlag, München. (44.) — Dieser Roman ist der erste Band einer Trilogie unter dem Titel „Wende der Zeit". Er gibt ein Stück Psychologie der russischen Revolution unb stellt den russischen unb den deutschen Typus psychologisch abwagend gegeneinander In einer spannenden Fabel wird die Erkenntnis von der Unhaltbarkeit der bolschewistischen Lehre und die Rückkehr zu Heimat unb Arbeit — ins „Verheißene Land" — geschildert; dies ist der Titel des in Vorbereitung befindlichen zweiten Bandes. Der dritte soll „Alltag und Jugend" heißen. — Gerhard Wenzel: Flüchtlinge Erlebnis Deutscher in fernen Ländern Ganzleinen 5.80 Mk. kartoniert 4 Mk. Wilh. Gottl. Korn, Verlag, Breslau. (55 ) — Daß der Wensch ohne den Glauben nicht zu leben vermag, und daß ber Glaube in sich selbst bie Kraft hat. Berge zu versetzen, zeigen die abenteuerlichen Schicksale einer Handvoll Wolgadeutscher Flüchtlinge, bie im fernen Osten drei Tage unb drei Rächte lang in der allerhöchsten Gefahr schweben, — solange fie ohne Glauben sind, in dem Maße aber, indem sie dieses Glaubens teilhaftig werden, auf das wunderbarste über ihre Feinde siegen. — Von Gerhard Menzel stammen bie Dramen „Toboggan" unb „Bork" und das Textbuch deS großen Uboot-FilmS „Morgenrot". — WilhelmJäaer.StreitunbStrafe. Erzählung aus den Zeiten des Reichskammergerichts. Herausgegebcn von Karl Esselborn. Wetzlar, Schnitzlersche Buchbruckerei und Buchhandlung 1932. Preis broschiert 2 Mk. — (415) — Wir können Esselborn nur dankbar fein, daß er diese kleine Erzählung aus Jägers (gestorben 1892 als Steuerrat in Darmstadt) Nachlaß veröffentlicht hat. Gibt sie doch einige Episoden aus der Geschichte der Reichsstadt Wetzlar und des Reichskammergerichts, über die bie Einleitung genauer Aufschluß gibt, geschickt ineinander verwebend ein lebendiges Bild der eigenartigen Verhältnisse, in die der höchste Ge- richtshof des alten Reiches verflochten war, unb verbindet sie glücklich mit einer bei aller Harmlosigkeit psychologischer Feinheiten nicht entbehrenden Liebesgeschichte. L. — Damballa ruft! Ein Roman aus Haiti. Don Hans Possendorf. (Verlag Knorr & Hirth, München.) Geheftet RM. 1,80, Leinen RM. 2,70. — (115.) — Damballa, der Schreckliche, der Gott, den die Eingeborenen Haitis fürchten und verehren, ruft nach seinen Gläubigen und . . . nach Opfern! Die blutige Negerrevolution des Jahres 1917 hat Haiti heimgesucht. Ströme von Blut sind vergossen, zweihundert Geiseln hingemordet. Vor diesem histo- rifchen, in Europa infolge des Weltkrieges kaum beachteten Hintergrund, spielt Possenborfs neuer Roman. Die merkwürdige Geschichte eines Zombies, eines Scheintoten, der durch die Kunst eingeborener Magier aus einem tobähnlichen Starrkrampf zu einem willenlosen Scheinleben erweckt wirb, macht diesen neuesten, spannenden Roman von Hans Possendorf aus der geheimnisvollen Insel besonders reizvoll. Oie Entdeckung Deutschlands. Greuelmärchen im Altertum. — Oer Bernstein lockt. — Das Geheimnis der ^Meerlunge". — Oer Columbus Germaniens. Don Professor Or. Friedrich Behn, Kustos am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz. Während an den Rändern des Mittelmeers unb im Orient Kulturen aufblühten und wieder verblühten, von denen uns ein reich entwickeltes Schrifttum kündet, lag der Norden Europas noch im Dämmerlicht der „Vorgeschichte", das fein Strahl geschriebener Geschichte erhellt. Dod) Vorgeschichte ist nicht gleichbedeutend mit Kulturlosigkeit oder auch nur Kulturarmut, die Funde zeigen uns ein reiches Kulturleben vor allem in den Gebieten, die von den Germanen bewohnt waren. Es ist besonders die Stufe der sog. „Bronzezeit", bie rund dem zweiten Jahrtausend v. llchr. entspricht, mit ihrer unerhörten Pracht selbst in den Dingen des täglichen Lebens. Es war wohl die Stärke dieser Kulturen, daß sie sich ungestört vom Strome der „klassischen" Lebensformen in ihrer Eigenart voll entfalten konnten. Ein im Altertum heiß begehrter Handelsartikel des Nordens war bas „Gold des Nordens", der B e r n ft e i n, ber in ber Urgeschichte bes Handels eine ungeheuer große Rolle spielt. Zu diesen Quellen führten sowohl Land- wie Seewege, jene entiang den großen Ftußtälern. Die Seefahrer hatten ein drastisches Mittel, sich unliebsamer Kon- kurrenz festzuhatten, indem sie fürchterliche Dinge erfanden von unglaublichen Gefahren und Ungeheuern aller Art. Die Erzählungen ber Odyssee haben uns eine ganze Anzahl solcher Schiffermär- chen überliefert. Ein wirkliches geographisches In- teresse hat das klassische Altertum nicht gekannt. Man machte es sich recht leicht: alle nördlich von Griechenland wohnenden Völkerschaften waren „Skythen". Als dann durch die jonische Kolonisation in Frankreich (Massilia) und Spanien (Em- porion) auch ber Westen mehr in den Gesichtskreis zu treten begann, kamen bie „Ketten" hinzu. Als Grenze biefer beiden Nordvölker nahm man die Elbe an. Was noch weiter nördlich wohnte, nannte man „Keltoskythen". Die wirkliche Entdeckung bes germanischen Nor- bens knüpft sich an den Namen bes Pytheas von Massilia. Er ist einer der größten Entdeckungsreisen- den der Geschichte gewesen. Seine Fahrt ging aus von Massilia (Marseille), berührte Gades (Cadix) und folgte bann den Küsten des Ozeans. Die Expedition des Pytheas war ausgerüstet von maffa- statischen Kaufherren, hattte also wohl nicht bloß wissenschaftliche Ziele, sondern sicher auch wirtschaftliche. Doch immer ist ja die Erweiterung des Seehandels auch ber Erweiterung des geographischen Wissens zugute gekommen. Jedenfalls hat sich Pytheas lange an den Küsten bes Atlantischen Meeres aufgehalten und Messungen an Ebbe unb Flut vor- genommen; bie ja im Mittelmeere kaum merkbar sind. Sein Ziel war angeblich, bas Lanb zu finben, in dem bie Sonne im Sommer nicht untergeht. Das klingt sehr glaublich, findet sich doch bereits in der Odyssee eine Nachricht von den langen nordischen Nächten. Das spätere Altertum hat Pytheas vielfach ange- feindet unb ihm falsche Zettangaben vorgeworfen, die allerdings durchweg doppett zu lang sind. Eine Erklärung ist vielleicht bie Verzögerung der Fahrt durch bie wissenschaftlichen Beobachtungen. Ein Beweis für feine Glaubwürdigkeit aber sind seine burchaus richtigen Angaben über England, Form unb Lage der Insel und das Längenverhättnis der drei Seiten, wenn auch hier die Maße wieder dop- pett zu groß sind. Die Insel heißt bei ihm bereits Brettanike und Albion. Von hier aus fährt er in 6 Tagen nach Thule. Der Ort war vorher ein vager, gern von Dichtern gebrauchter Begriff. Man hat in Pytheas Thule gern Island gesehen, das auch im Mittelalter häufig so genannt wurde, doch ist das unmögüd). Die Römer, die mit einer eigenen Expedition den Nachrichten des Pytheas nachgingen, glaubten Thule in einer ber Shetlands-Inseln wiedergefunden zu haben. Neuerdings neigt man mehr zu einem Orte an ber norwegischen Küste, nach den spärlichen Angaben bei Pytheas sehr wohl möglich. Er fährt von ber Nordspitze von Schottland aus nach Norden und muß dabei in den Golfstrom geraten sein, ber fein Schiff so versetzen mußte, daß er leicht in die Gegend von Drontheim geraten konnte. Hier findet er bereits ganz kurze Nächte. Jenseits liegt die „Meer- lu n g e", eine viel behandelte Nachricht. Wenn es nicht wieder ein Schifsermärcben ist, das die Ein- heimischen ihm aufgebunden haben, mag man immerhin an die dem Südländer allerdings gänzlich ungewohnte Erscheinung des Wattenmeeres denken. Der Wechsel von Ebbb« und Flut erweckt ja leicht die Vorstellung eines gigantischen Atmens des Meeres. In ber Norbsee findet Pytheas eine 1100 Kilo- meter lange Bucht namens „M e t u o n i s". Der Name ist sicherlich verderbt, es mag aber sehr wohl das altgriechische Mede darinstecken, das in sehr vielen Namen oorkommt. Eine Tagereise vor j)er Küste liegt eine Insel Abalus. Hier ist der Bernstein so häufig, daß die Bewohner ihn bei dem Mangel an Holz zum Lichtbrennen benutzen. Man hat an Helgoland gedacht, auch an bie nordfriesische Hallig Habel, deren Name allerdings ganz gut stimmen würbe. Doch hat sich die Küste der Nordsee feit der Mitte des 4. vorchristlichen Jahrhunderts durch die häufigen Sturmfluten (zu- mals vor der Eindeichung) so völlig verändert, daß jeder Versuch überflüssig ist, die Insel noch festzustellen. Die Leute von Abalus verhandeln den Bernstein an bie Anwohner der Bucht. Deren Name heißt in den Handschriften Guiones, wohl verschrieben aus Gutones — Goten (alt Gutans). Im attfriesi- schen Recht finden sich Spuren ostgermanischer Rechtsauffassung, die chre Erklärung fänden, wenn einmal Goten an der Küste ber Norbsee gesessen hätten. Daß der Name aus Tutones, Teutonen, verschrieben sei, ist ziemlich ausgeschlossen, nachdem ber Süden diesen Stamm aus allergrößter Nähe kennen zu lernen Gelegenheit gehabt hatte. Ob Pytheas in bie Ostsee eingefahren sei, ist umstritten, seine Berichte sind im Original nicht erhalten, wir besitzen nur eine Reihe von Zitaten bei späteren Schriftstellern. Der Reise des Pytheas folgten bald andere, bie noch über ihn hinausgingen. So wird uns um bie Mitte bes 2. Jahrhunderts von einer Reife in den hohen Norden berichtet, dabei findet sich zuerst ber Name Sa Hein. Um die Wende des zweiten zum ersten Jahrhundert ist bie Ostsee bekannt unb wird Morimarusa, Totes Meer genannt wegen des Fehlens von Ebbe unb Flut. Der samländifche Bernstein wird bekannt, unb man unterscheidet noch der Farbe zwei Arten. Die schweren Kämpfe der Römer gegen die Kimbern und Teutonen, denen sich als dritter Stamm bie Ambronen (von Amrum) zu- gesellt hatten, brachten den Süden bann in nähere Berührung mit dem germanischen Norden, um diese Zeit werden die Nordländer zum ersten Male ® er- mani genannt. Der kühne Entdecker Germaniens aber war Pytheas von Mafsista. SJ.-ipor/ Llm den Adolf-Hitler-Pokul. Dohltäkigkeils-Außball für die „Opfer der Arbeit". Die gelegentlich feiner Kölner Rede vom Reichssportkommissar angekündigten „Adols-Hitler-Pokal- spiele" im Fußball, deren Ertrag der Spende für die Opfer der Arbeit zufließen soll, werden bereits am 2. Juli gestartet. Aus den sieben Landesverbänden wurden 16 Repräsentativmannschaften aufgestellt, von denen Süd- und Westdeutschland je vier, Mittel-, Norddeutschland und Berlin je zwei, Baltenverband und Südostdeutschland je eine stellen. Diese 16 Mannschaften dürften wohl die 16 Gaue des künftigen Deutschen Fußball-Verbandes dar- stellen. Gespielt wird nach dem Pokalsystem. Die Vorrunde steigt schon am 2. Juli, die zweite Runde am 9. Juli, die Vorschlußrunde am 16. Juli und das Endspiel am 23. Juli in Berlin. Der Spielplan für die Vorrunde hat folgern des Aussehen: Baden-Mittelrhein (in Mannheim), Nordhessen-Württemberg (Kassel), Hannover-Bayern (Hannover), Niederrhein-Rheinhessen/Saar (Essen), Freistaat Sachsen-Westfalen (Leipzig), Schlesien- Provinz Sachsen/Thüringen (Breslau), Pommern- Holstein (Stettin), Ostpreußen-Brandenburg (Königsberg). Fußball am Wochenende. Die Fußball-Stadtmannschaft von Nürnberg- Fürth schlug am Samstag in Chemnitz eine dortige Stadtmannschaft mit 4:0 (4:0). Weitere Ergebnisse vom Samstag: Mainz 05 — Eintracht Frankfurt 1:3 (0:0), Rot-Weih Frankfurt — Wormatia Worms 3:5 (1:2), Wil- mersdorfer SC. — FSV. Frankfurt 2:2 (1:1), Eintracht-Reserven — FC. Langen 5:0, VfB. Friedberg — Sportfreunde Frankfurt 3:0, Opel Rüsselsheim — Offenbacher Kickers 2:3. Bayern-München konnte in München vor 9000 Zuschauern den ungarischen Altmeister FTC. Budapest mit 3:2 (2:1) schlagen. Ferner spielten: Stuttgarter Kickers — SB. Feuerbach 5:3 (3:2); Kickers Offenbach — DfL. Reckarau 4:4 (2:4). Große Grünauer Ruder-Regatta. Die traditionelle „Große Grünauer" brachte schon am Samstag packende Kämpfe. Famos verlief das Rennen im Ersten Vierer, in dem sich Amicitia Mannheim und Sturmvogel Spindlers- feld ein hinreißendes Duell lieferten, aus dem die Mannheimer als knappe Sieger hervorgingen. 3m Hellas-Olympiazweier ohne Steuermann gab es eine Lleberraschung. Die deutschen Meister Graf- funder/älrbschat Vom RC. am Wannsee wurden überlegen von Wiking Berlin (Draun-Möllert) geschlagen. Den Großen Einer ließ sich natürlich der deutsche Meister Dohme (Gubeirer RC.) nicht entgehen. 3m Büxenstein-Achter siegte der Berliner RC., der in 6:24,4 die Berliner RG. und den deutschen Meister Lübecker RG. 95 hinter sich ließ. Der H a u p t t a g brachte u. a. die Entscheidung im Rennen des Kaiser-Vierers. Arn Start Aum Kaiservierer fanden sich der Berliner RC., die Mannheimer Ämicitia, der RC. am Wannsee und CC. Liberias di Capodestria ein. Obwohl aus dem Olympiavierer des Clubs nur noch Spremberg im Doot sah, lieferte die deutsche Mannschaft dennoch ein hervorragendes Rennen. Es kam zu einem spannenden Zweikampf mit den Italienern. 3m Endspurt blieben die deutschen Ruderer mit dem knappen Vorsprung von einer Sekunde Sieger. * Verschiedene Überraschungen zeitigten die Vorrennen zur Großen Grünauer Regatta am Freitag- nachmiltag. So versteuerte sich der Deutschamerikaner Wirth im Großen Einer und gab schon nach 800 Meter auf und ebenso streckte G. v. O p e > nach 1500 Meter vorzeitig die Waffen, als er schon drei Längen zurücklag. Dohne- Guben hatte wenig Mühe, v. D ü st e r l h o zu schlagen und im zweiten Lauf siegte der Dresdner Schäfer vor Rosmann (Frankfurt a. d. O.). In großer Form war der Achter des Berliner RC., der mit allredings etwas Rückenwind die in Grünau noch nicht erzielte Zeit von 6:16,4 herausruderte. Die Überraschung war hier das mäßige Abschneiden des Europameisters RC. Gusar Split (Jugoslawien), der erst hinter Wiking-Leipzig einkam. In den Vorrennen zum Kaiser-Vierer siegte der italienische Olympiazweite Circolo Cannottiert Liberias Capo- distria in 7:03 mit einer halben Länge gegen den Berliner Ruder-Club, in dessen Mannschaft allerdings nicht unsere Olympiakämpfer vollzählig mitwirkten. Den anderen Lauf holte sich Amicitia Mannheim. Oie AOAC.-Oreitage Fahri im Harz beendet. Die ADAC.-Dreitagefahrt im Harz hat sich auch in diesem 3ahre wieder als eine der schwersten deutschen Zuverlässigkeitsprüfungen im Motorsport erwiesen. Von den 215 gestarteten Fahrzeugen baten 71 alle drei Etappen, die über durchschnittlich 300 Kilometer zum Teil wildestes Raturgelände führten, strafpunktfrei bewältigt und ihre Fahrer sich mit goldenen Medaillen ausgezeichnet. 'Bei den Mannschaften konnten sich je ein Wagen- und Motorradteam von DKW. sowie die Rädermannschasten von RSLl. und Triumph, in denen sämtlich bekannte Rennfahrer mitwirkten, strafpunktfrei als Fabrilfahrer behaupten, ferner auch die Wagen-Teams von Opel und Mercedes-Benz. Von den 41 Clubmannschaften ging keine Rädermannschast ohne Strafpunkte hervor, bei den Wagen dagegen die Mannschaften des SS.-Motorsturms München, der Gruppenstaffel Südwest der SA. Stuttgart-Zufsenhausen und des NSKK., Landesführung Niedersachsen-Hannover. Die Dreitagefahrt war zum erstenmal mit den Heeres - Kraftfahr - Meisterschaften verbunden. Den Ttiel eines Motorradmeisters errang Wagner, Potsdam (Viktoria), bei den Seitenwagcnmaschinen Frey, Fürth, auf der gleichen Marke, bei den Wagen holte sich Oblt. Wolff, Berlin (Adler), den Titel, und bei den Lastkraftwagen Kregel, Hannover, auf Büs- sing-RAG. Die ADAC. - 1000 - Kilometer - Fahrt für Kleinkraftfahrzeuge wurde auf die Tage vom 14 bis 16. August verlegt. Von denKampfbahnen derLeichtathleten Beim Internationalen Sportfest des SC. Charlottenburg gab es in den Wurf- und Stoß-Konkurrenzen wahre Glanzleistungen. Sievert-Eimsbüttel gewann das Kugelstoßen mit 15,89 Meter und das Diskuswerfen mit 46,73 Meter, während Stöck-Charlottenbura im Speerwerfen mit 65,85 Meter siegte. Im 200-Meter-Lauf wurde Jo- nath-Bochum von dem Holländer Berger in 22 Sek. knapp geschlagen. Bei den Athletik-Meisterschaften der Gruppe Main gab es trotz Regen einige recht gute Leistungen. So erzielten Dr. Ebner-Eintracht im Speerwerfen 59,60 Meter, Berg-IG. im Kugelstoßen 14,98 Meter, Frau Lutz-Lorenz-Eintracht im 100-Meter-Laufen 12,8 Sekunden und die Darnen- Staffel der Eintracht über 4 mal 100 Meter 51,2 Sekunden. * Neue Weltrekorde gab es bei den amerikanischen Hochschul - Meisterschaften in der Leichtathletik, und zwar durch Metcalfe über 200 Vards mit 20,4 Sekunden, durch Jack Torrance im Kugelstoßen mit 16,10 Meter und durch Gus Meyer über 120 Nords Hürden mit 14,2 Sekunden. * Der Deutsche 400-Meter-Meister Adolf M e tz n e r wird entgegen anderslautenden Meldungen auch in dieser Saison für die Frankfurter Eintracht starten. * Bei einem Blindensportfest in Berlin wurden so gute Ergebnisse wie 100 Meter in 13,4 Sekunden und 1755 Meter Hochsprung erzielt. * I n 41,5 Sekunden gewann T. u. S. Bochum beim Klubkampf gegen die Krefelder Preußen die 4 X 100-Meter-Staffel. Den Klub kämpf holte sich dank der besseren Leistungen bei den Langstrecklern und Werfern Preußen Krefeld mit 65,5 zu 54,5 Punkten. Einigung im Wintersport. Deutschlands Wintersportler haben sich am Samstag zu einem großen, von einer Stelle aus geführten Verbände zusammengeschlossen. Deutscher Ski-Verband, Deutscher Eislauf-Verband und Deutscher Bobverband haben sich im Einverständnis mit dem Reichssport-Kommissar von Tschammer-Osten im Deutschen Wintersport-Verband geeinigt. Führer des Verbandes ist E. H a ch m a n n , der den Verband auch im Reichsführer-Ring vertritt. Oavispokalkampf Australien-Japan 2:0. bas zweite Vorschlußrundenspiel des Davispokal-Wettbewerbes in der Europazone, die Begegnung zwischen Australien und Japan nahm am Samstag in Paris seinen Anfang. Australien kam am ersten Tage zu einer 2:0 Führung. Jack Craw- ford schlug den Japaner Nunoi 6:2, 4:6, 6:3, 7:5, und Jiroh Sato wurde von dem jungen Australier Vivian Mac Grath mit 9:7, 1:6, 4:6, 8:6, 7:5 geschlagen. Im Davispokalspiel England—Tschechoslowakei, das am Samstag in Eastbourne begann, kamen die Briten am ersten Tage erwartungsgemäß zu einer 2:0 Führung. Kurze Sportnotizen. Süddeutscher Handballmeister wurde die Spvg. Fürth, die in Mannheim vor 4000 Zuschauern den Deutschen Meister SV. Waldhof mit 6:4 (5:4) schlagen konnte. * Einen neuen Weltrekord stellten die Dornen von WAF. Wien in der Olympischen Staffel (100, 100, 200, 800 Meter) mit 3:25 Minuten auf. * Sei den Radrennen in Köln gewann Paul Krewer das Stundenrennen der Dauerfahrer in neuer Bahnrekordleistung vor Rausch, Möller, dem Franzosen Wambst und Dederichs. Schweizer Ruderoerelne haben ihre Meldungen für die internationale Mannheimer Ruder-Regatta am 1. und 2. Juli abgegeben. * Sei der englischen Tourist Trophy kam am Freitag vor 50 000 Zuschauern das Senior- Rennen zum Austrag. Die vier ersten Preisträger waren Norton-Fahrer. Sieger blieb Stanley Woods mit einem Stundenmittel von 130,4 Kilometer für die 425 Kilometer lange Strecke. Manfred von Srauchitsch fuhr auf Mer- ccdes-Senz im Kesselbergrennen bei den Sportwagen die beste Zeit und einen neuen Klassenrekord. ♦ I m Wasserball-Länderkampf Deutsch, land — Holland in Rotterdam gab es mit 5:2 (1:1) einen schönen deutschen Sieg. * Deutscher Federgewichtsmeister blieb Schiller (Hannover), der in Serlin den Herausforderer Stegemann (Serlin) nach Punkten schlug. Wirtschaft. Steigende Ausfuhr. Wenn unsere Wirtschaft auch zum größten Teil von der Befriedigung des inländischen Bedarfs lebt, so sind wir trotzdem auf jede Mark angewiesen, die uns die Ausfuhr von Rohstoffen uicd Fertigwaren bringt. Ein Absinken des Exportes wirkt sich jedesmal ungünstig auf den Gold- und Devisenbestand aus, gleichzeitig verringert sich aber die Finanzkraft nicht unbedeutender Wirtschaftszweige, die wieder starke Arbeitermassen beschäftigen. Da wir jetzt am Anfang eines Feldzuges zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit stehen, darf man die Ziffern der Außenhandelsstatistik für den M a i mit besonderer Genugtuung registrieren. Sie ergeben einen Lieberschuh von 89 Millionen Mk. zu unseren Gunsten. Gegenüber dem Vormonat ist die Ausfuhr von 381,8 auf 421,8 Mill. Mark angestiegen, gleichzeitig hat sich auch die Einfuhr leicht nach oben entwickelt. Nach den Erfahrungen, die die Cxportindustrie in der letzten Zeit gesammelt hat, muhte man etwas pessimistisch in die Zukunft schauen. Es ist immer wieder die Beobachtung gemacht worden, dah Abnehmer deutscher Erzeugnisse unter dem Einfluh der deutschfeindlichen Hetz- und Hah- propaganda dazu übergehen, ihren Bedarf in anderen Ländern einzudecken. Hinzu kommen natürlich die Bestrebungen jeder Ration, sich von der ausländischen Einfuhr freizumachen und die heimische Industrie zu fördern. Dah aber trotzdem die Cxportindustrie an Boden aufholen konnte, ist ein Beweis für die ihr innewohnende Kraft, muh sie doch fast immer zu Kampfpreisen verkaufen und den Abnehmern weitgehende Zahlungsvergünstigungen einräumen. Die Güte der deutschen Waren hat aber nicht zuletzt dazu beigetragen, dah wir einen erhöhten Absatz verbuchen können. Es stellt sich eben immer wieder heraus, dah bestimmte Spezialartikel ton ausländischen Industrien trotz aller Anstrengungen in gleicher Qualität nicht her- gestellt werden können, so dah man doch immer wieder auf die deutschen Fabrikate zurückgreift. Die Aufwärtsentwicklung der Ausfuhr im Monat Mai berechtigt zu der Hoffnung, daß die Exportsteigerung anhalten wird, zumal die Unter- suchung des Maiergebnisses zu der Feststellung führt, daß die Ausfuhrzunahme ihre Ursache in dem langsam weichenden Druck der Weltwirtschaftskrise hat. Gelingt es, den Export noch erheblich hinaufzuschrauben, dann wird die Ausfuhrwarenindustrie in die Lage versetzt, Neueinstellungen in erheblichem Umfange vorzunehmen. Sie kann also die auf den Binnenmarkt angewiesenen Wirtschaftszweige in dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit aufs beste unterstützen. Ob aber unsere Hoffnungen wegen der weiteren Entwicklung des Ausfuhrhandels berechtigt sind, wird sich erst Herausstellen, wenn das 3uni-®rgebni8 vorliegt, weil gerade in der ersten 3unihälfte in verschiedenen Ländern erhebliche Anstrengungen gemacht worden sind, die deutschen Waren vom Markt fernzuhalten. Wir brauchen nur an das Vorgehen der lettischen Regierung zu erinnern. Aber schließlich hängt alles weitere einzig und allein vom Ausgang der Londoner Weltwirtschaftskonferenz ab, deren Teilnehmer sich hoffentlich endlich darüber klar sind, dah sie nicht nach London geschickt wurden, um Sondervorteile herauszuholen, sondern Vereinbarungen zu treffen, die einer allgemeinen Belebung der Weltwirtschaft zugute kommen. * * Die Indexziffer des Grohhandels. Die vom Statistischen Reichsamt für den 14. 3uni berechnete 3ndexzifser der Grohhandelspreise stellt sich auf 92,9; sie ist gegenüber der Vorwoche (93,0) wenig verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 85,1 (minus 0,6 Prozent), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 89,2 (plus 0,1 Prozent) und industrielle Fertigwaren 112,0 (unverändert). Rheinische Stahlwerke, Essen. Die Rheinischen Stahlwerke werden aus dem Erlös des letzten Geschäftsjahres (abgelaufen mit dem 31. März 1933) 3 Prozent Dividende zahlen. Erzielt wurde eine Roheinnahme von 39,51 Mill. Mork. Rach 6,24 Mill. Mk. Abschreibungen auf Anlagen und 0,12 Mill. Mk. anderen Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 5,43 Mill. Mk., wovon nach der Dividendenausschüttung 1,11 Millionen Mark zum Vortrag auf neue Rechnung bestimmt sind. 3m vorigen 3ahr wurden neben 6,36 Mill. Mk. Anlageabschreibungen 2,32 Mill. Mark Sonderabschreibungen auf eigene Aktien und 33,09 Mill. Mk. auf Beteiligungen und Wertpapiere vorgenommen, die Crfolgsrechnung war nach Heranziehung von 1,29 Mill. Mk. Gewinnvortrag und 30,11 Mill. Entnahme aus den Reserven ausgeglichen. Oer Abschluß frer Dresdner Bank. 3n der Sitzung des Aufsichtsrates der Dresdner Bank am Samstag wurde die Bilanz, sowie die Gewinn- und Verlustrechnung für 1932 vorgelegt. Der Geschäftsabschluß erbrachte einen Detriebs- getoinn von 9 476 610 Mark (im Vorjahre 13 819 585 Mark). Der Betriebsgewinn wird in doller Höhe zur Vornahme von Abschreibungen und Rückstellungen verwendet. Ferner wird der Buchgewinn von 85 Mill. Mk., der sich aus der vorgeschlagenen Zusammenlegung des Aktienkapitals von 220 Mill. Mk. auf 155 Mill. Mark und der Verminderung der Reserve von 30 Millionen auf 15 Mill. Mk. ergibt, zur Vornahme weiterer Abschreibungen und Rückstellungen verwendet. Es dürften nunmehr die aus der Wirtschaftskrise verbliebenen Schäden in vollem Umfange ihren Ausgleich gefunden haben. 3m neuen Geschäftsjahre hat sich nach den vorliegenden Ergebnissen des ersten Quartals das lausende Geschäft günstig entwickelt. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 17. 3uni. Zufuhren in deutscher Butter fehlten in dieser Woche fast vollkommen, da infolge neuer Stühungskäufe die Molkereien nur sehr vorsichtig abgaben. Die Marktlage ist sowohl für deutsche, als auch für holländische Butter stetig, obgleich in letzterer genügend Angebot vorhanden ist. Der Absatz war nur gering. Für holländische Butter bezahlte man unverändert 126 bis 130, und für deutsche Butter etwa 122 bis 125 Mk. per 50 Kilogramm. 3m Höchstpreis ist der Aufschlag für geformte Ware enthalten. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 17. 3uni. Die Stimmung an den in- und ausländischen Ciermärkten ist durch den Produktionsrückgang etwas zuversichtlicher geworden, zumal auch das Publikum zur Zeit mit Einkäufen nicht mehr so stark zurückhält. Die Preise blieben weiterhin unverändert, vereinzelt waren die Forderungen um 0,25 Pf. per Stück erhöht. Es notierten: Bayern 7,50 bis 8, Norddeutsche 7,50 bis 8, deutsche Frischeier Sonderklasse 8,75 bis 9, Kl. A 8,25, Kl. B 7,75, Kl. C 7,25. Holländer Sonderklasse 8,75, Kl. A 8,25, Kl. B 7,75. Kleine in- und ausländische Eier 6,75, Enteneier 7,50 per Stück franko Frankfurt a. M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinler den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. e Frankmr □. DI. Berlin Franksuri a.M. Berlin Iraniiuri a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend» börle Schluß, kurs Schluß«. Mittag. bSrse Schluß, kurs SchluHl. Abend» börkc Schluß» kurs Scklutzk. Mittag. Schluß» kurs Schluß!. Abend» Schluß» kurs Schluß!. Mittag» börse Odium 166. | 17.6. 16.6. >7.6 Datum 16-6. 17.6- 16.6. 17.6. Datum 16.6. 17.6. 16.6. 17.6. 6% Seundie iHetdi&anieibe v. ittz> 6% ehcm.7°/o Dl.ReichSanI.v. 1929 57, % Doung-Anteihe von 1980 . Leu ticke Ani.-Ablös.»Schuld ml AuSlos.-Reckien ........... Desgl. ohne AnSlos.-Rechle..... 6% ebem. 8% Hess. Bolkestaat 192! lrückzahlb. 102%).......... Oberhellen Provinz-Anleihe ml AuSloi.-Meckten ........... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12...... 67,% Hell. Landes Hnpotheken» bank Darmstadt 8(qul ... Deutsche Komm. Sammelab I.An leide Seriel ml« Auslos.-Recklen 6% ehern. 8% ffrankf. Hyv.-BaM Goldpfe. 15 unkündbar bis 193' 6% ehern. 7% Franks. Hvv.-Ban Goldpfe. 16 unkündbar bis 193f 67,% ebem. 47,% Franks. Hyp. Bank-Llau.-Psandbriefe ..... b7i% ehern. 47,% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpfc. ... «% ehem. 8% Pr. Landespsand briefanftali, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landcspfand brielonstall. Pfandbriefe 8i. 1' Verrechnungskurs <% Oesterreickllcke Goldrenie 4,20% Oesterretchlsche Silberrent. 4% Ungarische Goldrenie ...... 04/ D 90,5 77 77,5 12,4 79 68,5 82,25 86 70,13 83,25 82,75 85,65 86,25 84 84 85,75 1.25 11,6 6,45 6,5 84, d 90.75 77 78,13 12,4 78,5 69 82,25 85,5 70,75 84 83,75 86,26 86,25 84,5 84,5 85,75 1,25 6,3 84,4 90,5 77 79 69,9 85 84 i,25 11,65 6,35 6,35 84.65 90,7 77 78 12,4 79 70,4 45 84 85,75 17 11,4 6,25 6,25 <% vesgi. Serie II ............ 6% Rnmän. vereinh. Rente v. 1903 454%Ruman.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 3’/t% Anatolier.............. Hamburg-Amerika-Pakei .....c Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. v Berliner HandelSgesellschast.... 4 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und DiSronto- Gelellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................., A.S.G............ 6,5 5,75 10,5 4,8 28 17,4 18,65 49,5 91 51 58,5 47 138 24,4 92.5 110.5 55,25 91 96,25 113 165,75 122 75,25 117 61,25 104,5 o8,25 66,5 6.3 5,65 4,8 28 17,4 18,4 91 50,5 58 47 139,13 24.75 91,5 111 54,75 91,25 96,75 112,75 164,5 122 76 116 61,25 105 121,5 58 65,9 6,4 5,75 10,25 4,95 27.75 17,5 27 18,75 49,5 91 51 58,5 47 138,9 24,4 93,25 110,5 55 91,75 96,5 112 164,13 122,13 75 116 61,25 104,75 66,4 159 121,5 58 66,25 6,4 5,5 10,6 4,85 28,25 17,25 18,4 51,25 91,25 51 58 47 139,4 24,5 90,25 111,25 54,75 91,9 97 113,25 166 123 75,75 115,4 61,25 104,75 67 157.5 121,25 57.9 65,75 -lltansselder Bergbau.........O KokSwerke.................0 Phönir Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 Rheinstahl ................0 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......V I G. Farben-Jndustrte.......? Schctdeanstalt...............10 Goldschmidt ................0 RütgerSwerke ...............0 Metallgesellschaft.............< Philipp HvUmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Eernenrwerk Karlstadt.........0 Schultheis Payenhofer........0 Aku