nr. 116 SeühauSsabe 185. Jahrgang Zreitag.ly. Mai 1955 Erschemi tägltd), au&ct Sonntag» und Feierlag». Beilagen: Die Illustriert« (Siebener 5-amtlienblätler Heimat im Bild Die Scholl» Monat,-Bezngrprelr: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: gtonlfuri am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS und Verlag: vrühl'sche Univeifitälr-Vuch- und Steinönideret R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag oorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein undfür denAn- zeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in (Sieben. )^uhe in jRom. Don unserem römischen ^-Korrespondenten. Dom, Mai 1933. Mit der Politik, sagt man gerne, stehe es ähnlich wie mit den Frauen: diejenige sei die beste, von der man am wenigsten spricht. Wenn das wahr ist, dann kann die Politik Mussolinis nicht schlecht sein. Wer spricht noch von italienischer Innenpolitik? Als der Faschismus seine Herrschaft antrat, hatte er sich über die Aus merksam leit seiner Nachbarn so wenig zu beklagen, wie jetzt der Nationalsozialismus, wie denn überhaupt beide Dewegungen bis in ihre Reflexerschcinungen einander gleichen wie -Zwillinge. Allmählich liest dann die rerwcrsende Kritik nach, sie machte einer abwartenden, einer wohlwollenden, einer überschwänglich lobenden Platz. Alles pilgerte nach Rom, den neuen Messias zu sehen und in seine Schule zu gehen. Wen hinderte der Stolz vor Tyrannenthronen, sich in den Lichtspalt des Palazzo Chigi zu drängen? So mancher Sau- luS kehrte als Paulus heim und wurde zum Apostel der Lehre, die von sich selber sagt, sie werde das ganze 20. Jahrhundert beherrschen. Llnzählige erklärten den Aufbau des faschistischen Staates nicht zu verstehen, sie trösteten sich damit, dast der Faschismus kein Exportartikel sei, sie wollten ihn wie ein exotisches Schaustück in einer Ditrine untergebracht sehen. ilnb heute? Selbst in so sestumfriedeten Staatsgebilden wie der Schweiz, für die doch ohne jeden Zweifel die Demoiratie die gegebene, vielleicht verbesserungsfähige, aber kaum ersetzbare Regierunas- form ist. haben die staatsautoritären Ideen bereits einen leichten Wellenschlag hervorgerufen. Im übrigen Europa verzeichnen die politischen Darometer Neigung zu Stürmen, wie sie Italien — lange hinter sich hat. Lind wo Zweifel über das Morgen erwachen, wo man, bestochen von dem Aufschwung Italiens, die Aenderung der bestehenden Formen erwägt, wo irgendein drängendes Problem gelöst werden muh, lautet die Frage: Wie machte es Mussolini? Ein Blick in die italienische Presse gibt keinen Aufschluß mehr, denn es fehlt an Opposition, an Gegenmeinung, an Angriffen. Eine zeitlang nannte man diese Ruhe ein Zwangsprodukt, einen Kirchhofsfrieden, eine Mundtotmachung nie» gekannten Ausmaßes. Daher fuhren die Einsichtigen wie die Zweifler selber ins gelobte Land, mit eigenen Augen sich umzuschauen. Lind was kam dabei heraus? Nichts als Derwunde- rung und Bewunderung. Ist es also in Wirklichkeit so, wie es scheint? Es ist so. Die italienischen Zeitungen sind kein Zerrspiegel der öffentlichen Meinung, wenn sie auch gleichförmig und unaufgeregt find und uns eintönig erscheinen. Freilich, wer noch eine journalistische Ader hat, möchte sie nicht als idealen Tummelplatz der Anschauungen ansprechen, aber es darf nicht verkannt werden, dast das italienische, den gegenwärtigen Zustand lieber hat als den früheren. Und hier kommen wir zum Angelpunkt der grasten Frage. Ist das italienische Volk nun tatsächlich mit dem Lauf der Dinge zufrieden, ist die Ruhe in Rom echt? Sie ist cs. Das mühte selbst ein gejchwo- rener Feind des Faschismus zugeben. Dabei zäh. len die dem Fremden auffallenden und von ihm gerühmten Neuerungen, wie die guten Strasten, die pünktlichen Eisenbahnen, die höflichen Berkehrsbe- amten und so viele andere Erscheinungen der Ober- flache nicht so sehr mit, als die Tatsachen, daß Italien eine stabile Währung hat, daß das Volk an allen Ecken und Enden die straffe, strenge und oft unerbittliche, aber gerechte Zügelgewalt fühlt. Vielleicht gibt es Pferde und Völker, die keine Zügel brauchen: das italienische jedenfalls zieht es vvr, geführt zu werden. Daß selbständige Geister darunter leiden und umso mehr leiden, je schwerer es ihnen fällt, sich auf den berüchtigten Boden der vollzogenen Tatsachen zu stellen, sich willentlich einzugliedern in den Obrigkeitsstaat, wen könnte es wun> vernehmen? Es wäre unnatürlich, wenn es anders wäre. Der Staat, der es allen recht macht, wird immer ein unerreichbares Ideal bleiben. Die innerpolitische Sturm- und Drangperiode Italiens kann als abgeschlossen, der gegenwärtige Zustand als auf lange Zeit hinaus gesichert gelten. Es sei denn, die faschistische Gesellschaftsordnung werde oon austen her erschüttert. Wir wissen ja aus jüngster Geschichte, welche innenpolitischen Umwälzungen ein Mißerfolg der Außenpolitik hervorzurufen vermag. Es muß sich also, wenn alles gut gehen und bleiben soll, auch Mussolinis Außenpolitik bewähren. Auch auf diesem Gebiet ist nach den bewegten Ostertagen in Rom eine auffällige Ruhe eingetreten. Die Siege, die wir oorziehen, meinte der Duce, werden auf dem Feld d e r Ar be it errungen. Derselbe Duce, der seinerzeit Korfu beschießen ließ und das Hinaustragen der Trikolore über den Brenner in Aussicht stellte. Heute kreisen zwar japanische Flugzeuge über Peking und der Völkerbund darf nach den akademischen Erörterungen über den Krieg ohne Kriegserklärung im fernen Osten zur Abwechslung über eine formelle Kriegserklärung alten «tils im fernen Südamerika plaudern. Herr Dollfuß aber glaubt in Rom eine gute Figur zu machen, indem er Deutschland den Rücken kehrt. So schnell ändern sich die Zeiten . Hieß es nicht seinerzeit von Musiolini wie spater vom Reichspräsidenten oon Hindenburg und jetzt oon Hitler, das bedeute den Krieg? Stattdessen fliegt eine Friedenstaube nach der andern vom Kapitol aus. Es ist wahr, der Druck auf den Kmopf hat genügt, um die bewundernswerte Lügenmaschinerie des Weltkrieges in Gang zu bringen, die Welt hallt wider von deutschen Greueln und deutschen Kriegsabsichten, in Rom wird unablässig gebohrt, um auch Mussolini in die Einheitsfront der französischen Kanonenherren Annahme des ErmäAgungsgeseßes im preußischen Landtag. Berlin, 18.Mai. (DdZ.) Der Andrang des Publikums zur Landtagsjitzung war außerordentlich stark. Die Polizei mußte das Landtagsgebäude in weiterem Umfange absperren. Um 15 Uhr waren die Tribünen schon stark überfüllt. Um 15.15 Uhr kommen in geschlossenem Zuge die Regierungsmitglieder in den Saal, von den Nationalsozialisten mit dem Hitlergruß begrüßt. Ministerpräsident Göring ist in brauner Parteiuniform. Neben ihm haben Finanzminister Popitz, Reichskommissar für aas Landwirtschaftsministerium und das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit Dr. H u g e n - berg und Kultusminister Rust Platz genommen. Landtagspräsident Kerrl eröffnet bie Sitzung und erteilt dem Ministerpräsidenten Göring das Wort zur Abgabe der Regierungserklärung. Ministerpräsident Göring erklärt, das Gleichschaltungsgesetz habe Preußen in seine alle Tradition und seine alte Mission, der Grund- u n d C ck p f e i l e r D e u t s ch l a n d s zu fein, zurückgeführt. Wir wollen die preuhische Politik ganz in die Reichspolitik einfügen, aber wir können unter keinen Llmständen dulden, dast preußischer Besitz von Preußen getrennt wird. (Beifall.) Für die nationalsozialistische Revolution war die Eroberung aller staatlichen Macht st elfen unentbehrliche Voraus» setzung. Dabei mußte oft scharf zugegriffen werden. Diese erste Epoche der nationalsozialistischen Revolution ist jetzt im wesentlichen abgeschlossen, aber diese Revolution geht weiter und ist jetzt in ihre zweite Epoche eingetreten, in die des Aufbaue s. Aeusterste Sparsamkeit, peinlichste Sauberkeit und Pflichttreue in der Derwaltung wollen wir durchsetzen. Wir wollen wieder den Beamtenthp erstehen lassen, der Preußen in der Vergangenheit eigen war. (Deif.) Den preußischen Hochschulen will die Regierung jede Förderung zuteil werden lassen. Dir werden dort nur Lehrer zulassen, die aus dem deutschen Volke hervorgegangen sind und sich mit ihm verbunden fühlen. (Beifall.) Gleichzeitig wollen wir für eine Verjüngung in den Fakultäten sorgen, die fiolleggelöer herabsehen und die Dozentenbezüge z u - gunsten des Nachwuchses verbessern. (Beifall.) Vorgeschichte, Rassenkunde, Volkskunde, politische Pädagogik und Geschi--ce, völkisches Staatsrecht und organische Volkswirtschaftslehre sollen an den preußischen Hochschulen mehr als bisher eine Stätte finden. Die Sonderausbildung der Regierungsreferendare, die vor sechs Jahren nur aus politischen Gründen aufgehoben wurde, soll wieder eingesührt werden. (Beifall.) Das Berufsbeamtengesetz wird mit ganz besonderem Verantwortungsbewußtsein durchgeführt werden. Ich lasse mich von keinem Beamtenausschuß in der Fürsorge für die mir unterstellten Beamten übertreffen. Mit der Vetternwirtschaft in den Gemeinden wird aufgeräumt und dadurch erst die Selbstverwaltung ihrer eigentlichen Aufgabe wieder zugeführt. Es ist irrig, wenn man meint, durch den Uebertritt eines früheren Marxisten zur NSDAP, könne ein Beamter seine mangelnde Fachkenntnis ersetzen. Ich werde rücksichtslos gegen Angeberei und Verleumdung vorgehen. (Beifall.) Wer so gegen einen Kollegen vorgeht, nur um elbft dessen Stelle einzunehmen, hat in einem sauberen Berufsbeamtentum keinen Platz. (Lebhafter Beifall.) Die Zugehörigkeit zu einer anderen Partei, die nicht staatsfeindlich ist, bildet keinen Grund zur Ausschaltung aus dem Beamtenverhältnis. (Beifall.) Die Beschwerden über die Anstellung vieler nationalsozialistischer Beamten übersehen die Diskrepanz, die vorher darin lag, daß die Mitglieder der gewaltigen nctionalsozialistischen Bewegung von allen leitenden Beamtenstellen ausgeschlossen waren. Bei der organischen Neuordnung der Dirlschafl wenden wir uns gegen die manchmal gutgemeinten Eingriffe unverantwortlicher Stellen. Dir wollen die Sauberkeit in der Dirlschafl wieder Herstellen und rücksichtslos vorgehen gegen alle Korruption (Beifall), aber ebenso gegen den Unfug der kleinen und klein st en Kommissare, verantwortlich für den Betrieb istderLeiterundnichtdieMehr- heit der Betriebszelle. (Beifall). Die Aufgabe der K o m p f b ü n d e ist vielfach nicht verstanden worden. Sie sind nicht ins Leben gerufen worden, um die Wirtschaft zu beunruhigen, sondern um auf ihrem Gebiet die Erziehung zum Nationalsozialismus durchzusühren (Beifall.) Es soll nicht die Wirtschaftspar'ei unseligen Angedenkens wieder eine neue Auferstehung finden. (Lebhafter Beifall.) Der Gegensatz der Interessentengruppen muß aufhören, ich werde sie nötigenfalls mit eiserner Faust zu der Harmonie zwingen, die zum Wohle des ganzen Volkes erforderlich ist. (Erneuter Beifall.) Der Ministerpräsident schloß seine Rede mit der Erklärung, die Regierung habe den festen Willen, Preußen aus der Not der vergangenen Tage wieder emporzuhelfen und sie rechne dabei auf die Gefolgschaft des Preußischen Landtages. Eine kurze Aussprache. Abg. Szillat (Soz.) gibt eine Erklärung ab, in der es heißt: Die Sozialdemokratische Partei und ihre Vertreter in den Parlamenten haben auch nach der politischen LImwälzung versucht, ihre politische Tätigkeit im Rahmen der gesetzlichen Grenzen auszuüben. Diese Betätigung ist ihnen trotz ihrer Gesetzlichkeit eingeengt worden. Sie ist daher nicht in der Lage, einem Ermächtigungsgesetz in Preußen ihre Zustimmung zu geben. Abg. K u b e (Rats.) spricht den Sozialdemokraten nach ihrem bisherigen Austreten in diesem Haus das Recht ab. noch von Freiheit, geistigem Kamps und Gleichberechtigung zu sprechen. Linier stürmischen Beifallskundgebungen der Mehrheit hält er den Eozialdemolraten vor, wie sie in der Zeit ihrer Herrschaft die Empfindungen der national fühlenden Deutschen beleidigt hätten. Sic hätten sich auch noch an die Macht geklammert, als das Volk sich längst mit Ekel und Verachtung von ihnen abgewandt habe. Die Mehrheit dieses Hauses ist nicht willens, eine derartige Provokation von sozialdemokratischer Seite noch einmal zuzulasscn. (Laute Ruse: Raus! Raus!) Sie (zu den Sozialdemokraten) haben noch nicht begriffen, daß Ihre Aufgabe nur noch zweierlei enthält, sich zu schämen und zu schweigen! (Stürmischer Beifall bei der Mehrheit und auf den Tribünen.) Abg. Dr. v. Winterfeld (Dnt.) erklärt: Die Deutschnationale Front steht auch in Preußen hinter dem in der Reichsregierung geschlossenen Bund des nationalen Deutschlands und wünscht eine felbftän dige Führung Preußens im Geist dieses Bundes. Hierzu bietet das Ermächtigungsgesetz die Möglichkeit. Wir erwarten durch den Zusammenhalt unserer nationalen Führer und ihrer Gefolgschaft schnellste Wiedererstarkung des preußischen Staats wie er einst von den Hohenzollern geschaffen wurde. In der Abstimmung wird das Ermächtigungsgesetz für die Staatsregierung mit den Stimmen aller Fraktionen gegen die Sozialdemokra ten angenommen. Präsident Kerrl stellt fest, daß der Gesetzentwurf mit versassungsändern- der Mehrheit beschlossen worden sei und schließt sofort die Sitzung. Die Nationalsozialisten stimmen das Horst-Wessel-Lied an. OerAusbau der deuischenWirischast Die Führung der Geschäfte des Industrie- und Handelstages. Berlin, 18. Mai. (ERB.) Die Pressestelle des Deutschen Industrie- und Handelstags teilt mit: 3m Laufe des heutigen Tags fanden Besprechungen zwischen den Rcichskommissaren für die Wirtschaft Dr. Wagen er und Möl- l e r und dem Herrn Reichswirtschaftsminister Dr. Hugenberg statt und anschließend Besprechungen zwischen den Reichskommissaren für die Wirtschaft und den Herren Dr. Grund und Dr. v. R e n t e l n. Dabei wurde folgende Vereinbarung getroffen: Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstags Dr. Dr. h. c. Grund und der von den Reichskommissaren für die Wirtschaft eingesetzte Präsident D r. v. Renteln werden bis zur endgültigen Regelung durch die Beschlüsse der Vollversammlung bzw. durch die Durchführung des berufsständischen Aufbaues gemeinsam die Geschäfte des Industrie- und Handelstags führen. * Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. - Hanau übermittelte dem Reichspräsidenten von Hindenburg und dem Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Telegramm: „Betrauung Dr. Wageners und seiner Mitarbeiter mit der Führung der deutschen Wirtschaft außerordentlich erwünscht. Bisherige Maßnahmen Dr. Wageners werden freudig begrüßt. Rur zielbewuhter Wirtschaftsführung tatkräftiger Männer wird es gelingen, die wirtschaftlichen und sozialen Probleme zum Wohl der deutschen Volksgemeinschaft zu lösen." Wie das WTB. mitteilt haben sich di e Industrie- und Handelskammern des gesamten Rhein-Maingebiets einschließlich Hessen, ferner zahlreiche Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, Leiter vieler Llnternehmungen aus Handel und Industrie und deren Belegschaften, sowie zahlreiche Einzelpersönlichkeiten des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in dem gleichen Sinne an den Herrn Reichspräsidenten und Reichskanzler gewandt. Die Neuorganisation des Handwerks. Berlin, 18. Mai. (TL1.) Der am 3. Mai 1933 neugewähl te Vorstand des Reichs- v e r b a n d e s d e s d eu t s ch e n Handwerks trat am 17. Mai zur ersten ordentlichen Dorstands- sihung zusammen, um über schwebende wirtschaftliche und organisatorische Fragen eine einheitliche Linie für die gesamte Berufsstandspolitil herbeizuführen. 3m 3nteresse der Beruhigung und Aufklärung aller Kreise des Handwerks und seiner Organisationen stellt der Vorstand des Reichsverbandes im engsten Einvernehmen mit dem Präsidium des Reichsstandes fest, daß bis zur neuengesetzlichenRegelung der Brrufs- ständeordnung des Handwerks und seiner Organisationen alle in der Gegenwart bestehenden Organisationen einschließlich der Waren- und gewerblichen Genossenschaften erhalten bleiben müssen. Meldungen, daß bereits gegenwärtig örtliche oder bezirkliche Llmänderun- g e n in den Handwerkerorganisationen vorgenommen werden müssen, entbehren jederamt- lichen Grundlage. Die Grundsätze der Reu- I Organisation und alle diesbezüglichen Mitteilungen werden nur vom Präsidium des | Reichs st andes bekannt gegeben. Die Au f - bineinzulotsen, aber Rom verliert seine Ruhe nicht. Anbererfeits könnte es gerabe mit Rücksicht auf bie vorbilbliche Zurückhaltung Italiens, bas sich oon jeber Einmischung in bie inneren Angelegenheiten eines anderen Volkes fernhält, nicht schaben, wenn beutscherseits etwas weniger laut mit ber italieni fchen Freunbschaft hantiert würbe. Es wäre ein verhängnisvoller Irrtum zu glauben, Minister anberer Nationen würben in Rom weniger freunblich empfangen werben. Wenn ber französische Frontkämpfer- bunb einen Kranz am Grabe bes Unbekannten Sol- baten, vor ber Statue ber Roma nieberlegen würbe, kein Faschist käme auf bie faire Ibee, ihn in ben Tiber zu werfen. Ruhe bewahren auch in Genf! Das ist die Losung. Ohne auf ben Viererpakt Verzicht zu leisten, läßt Italien Macdonalb mit seinem Aprüstungsvorschlag zu Wort kommen. Es übt keinen Druck auf Deutsch- lanb, keinen auf Frankreich aus. Es stellt nur in aller Ruhe fest, baß bie Abrüstungskonferenz von Frankreich torpebiert worben ist. Ohne Kommentar wirb bie Tatsache verzeichnet, baß ein kluger Franzose sogar im „Motin" zu bedenken gab, eine Verständigung Frankreichs mit Deutschland sei durchaus möglich und könne vorteilhafter sein als ein Ausgleich mit Italien. Diese Ruhe des Selbstsicheren hat etwas Imponierendes, wenn man bedenkt, baß wir von einem Krieg ebenso weit ober wenig entfernt finb wie vom Anbruch eines blühenden Friedenszeitalters. Beides ist morgen möglich, für beide Möglichkeiten Italien gerüstet. Natürlich würde es den Frieden vorziehen, denn gibt es einen besseren Garanten für die Ruhe im Innern als bie Ruhe brausten? Hindenburgs Antwort an Roosevelt. Tie amerikanische Friedensgarantie für Europa. Washington, 18. Mai. (MTB.) Auf bie Bolschaft bes Präsidenten Roosevelt sind von ben Regierungschefs von Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Holland, der Schweiz, Lettland, Cuba, Nicaragua, Venezuela, Mexiko und Panama zustimmende Antworten eingegangen. England, Frankreich und Oesterreich haben lediglich den Empfang der Botschaft bestätigt. Die Antwort des Reichspräsidenten hat folgenden Mortlaut: Mit aufrichtigem Dank bestätige ich den (Empfang Ihrer mir telegraphisch übermittelten Botschaft. Diese Kundgebung, in der Sie der IDelf den Weg für die Behebung der internationalen Krise zeigen, hat in ganz Deutschland starken Widerhall gefunden. Die Erklärungen, die der deutsche Reichskanzler gestern mit einmütiger Zustimmung des Deutschen Reichstags abgegeben hat, beweisen, daß Deutschland gewillt ist, an der Ueberroinbung der politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gegenwart uneigennützig mitzuarbeiten. 3m Staatsdepartement wurde zu Roosevelts Botschaft erklärt, die amerikanische Regierung sei bereit, f i ch durch Verträge zu verpflichten, alle Angriffswaffen a u f i u g e - ben, im Falle eines Angriffskriegs an einer Art oon Weltgerichtshof teilzunehmen und auf die Entsendung von Truppen außerhalb ihrer Landesgrenzen zu verzichten. Die Größe des Entschlusses könne durch die halbamtlichen Beschwichtigungsversuche nicht verkleinert werden, die das weihe Haus gestern abend unternommen habe, weil der Zeitungskönig Hearst in feinem anflagenten und verurteilenden Stil wieder einmal Amerikas Untergang prophezeit und einen scharfen Leitartikel gegen „Amerikas Verstrickung in die europäischen Intrigen" verfaßt habe. Präsident Roosevelt sei, wie Reichskanzler Adolf Hitler zutreffend ausgeführt habe, vollkommen bereit, den ganzen Einfluß Amerikas gegen den Ausbruch von Feindseligkeiten in (Europa geltend zu machen, obwohl der Ausdruck „Garantie" des Weltfriedens mit Rücksicht auf die hearftprefse, auf gewisse Die- hards und auf die Ifolierungsfanatiker im Bundessenat peinlichst vermieden werden solle. lösung von Innungen unb übergeordneter Verbände darf auf keinen Fall vollzogen werden. Gleichberechtigung und Kameradschaft im Arbeitsdienst. Ein gemeinsamer Erlaß von Reichsminister Seldte und Staatssekretär Hierl. Berlin,18. Mai. (CNB.) Reichsarbeitsminister Franz S e l d t e und Staatssekretär Hierl veröffentlichen einen gemeinsamen Erlaß, der sich mit den Fragen des Führertums im Arbeitsdienst befaßt. In dem Erlaß wird u. a. ausge- füßrt: Die von der Regierung der nationalen Revolution geschaffene Arbeitsdienstpflicht ist das hervorragendste Mittel, das deutsche Volk im neuen deutschen Geist zu einer Gemeinschaft zu formen, in der der deutsche Sozialismus, d. h. die keinen Klas- sengeist und keine Eigensucht kennende Frontkameradschaft die Beziehungen aller Volksteile zu einander bestimmt. Die Berufung von Führern, die Berechtigung, Führer sein zu dürfen, wird nicht von Aeußerlichkeiten bestimmt, sondern nur von der inneren Haltung und von daraus entspringenden L e i st u n g e n. In der Spitze des Reichsleitung des deutschen Arbeitsdienstes, welche zu seinem Aufbau berufen ist, stehen Nationalsozialisten und Stahl Helmer, beides Träger der deutschen nationalen Revolution, gleichberechtigt und kameradschaftlich Schulter an Schulter. Ich verlange, daß dieser Grundsatz der Gleichberechtigung und Kameradschaft sich bis in die kleinste Einheit im ganzen Arbeitsdienst durchsetzt und verpflichte hiermit alle Führer, ihnen Geltung zu verschaffen. Kultivierung der Moore durch den Arbeitsdienst. Berlin, 18. Mai. ($11. Amtlich.) Die nationale Regierung hat den Aufbau des deutschen Arbeitsdienstes in Angriff genommen. Wenn dieser seinen großen Zielen gerecht werden soll, müssen ihm geeignete Betätigungsg ebie te und Arbeitsaufgaben von nationalem Charakter gegeben werden, wie es die italienische Regierung mit ihren Meliorationen in der Campagna und den Pontinischen Sümpfen getan Hot. Trotz aller Kleinarbeit der letzten Jahre und Jahrzehnte sind in Deutschland noch etwa drei Millionen Hektar kultivierbare Moor- und Oedländereien vorhanden. 3n der nationalen Bevölkerung Deutschlands lebt und kehrt immer wieder der Gedanke an die große Aufgabe, die hier noch ihrer Lösung harrt. Rach den vielen wissenschaftlichen Vorarbeiten und praktischen Erfahrungen, die in den letzten Jahren geleistet und gesammelt worden sind, kann dem Arbeitsdienst das große Werk gelingen. Zur Besprechung dieser Probleme und der Mittel und Wege ihrer Durchführung hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft in einem Rundschreiben an die Landesregierungen zu einer Sitzung des Reichsausschusses für Moor-Kultur und Oedlanderschließung auf Freitag, 26. Mai, nach Berlin eingeladen. Oie Vertriebseinrichtungen der Gaswerke. Berlin, 18. Mai. (ERB.) Der Beauftragte der gasfachlichen Organisationen, Dr. Gerdes, hat an alle Gaswerke ein Rundschreiben gerichtet, dos den AbbauderstädtischenDetriebe zum Gegenstand hat, die als eine Konkurrenz Des Mittel st andes betrachtet werden können. Sn diesem Rundschreiben wird gefordert, daß die Mehrzahl der von den Gaswerken betriebenen Installations- und Ladengeschäfte, die weniger Erwerbszwecken, als der Werbung von erhöhtem Energieabsah dienen, abgebaut wird. Voraussetzung dafür sei jedoch, daß Handwerk und Einzelhandel sowohl in finanzieller wie in technischer Beziehung als vollwertiger Ersah für die städtischen Tobessturz beim Avus-Training. - * 'S:; KE 1 i WW HW '. ' /• Am ersten Tage des offiziellen Trainings zum 8. ADAC-Avusrennen in Berlin ereignete sich ein schwerer Unfall. Der bekannte deutsche Rennfahrer Otto Merz, der am Sonntag einen der beiden Mercedes-Benz-SSK-Stromlinien- wagen steuern wollte, geriet infolge nasser Dahn ins Schleudern. Bei der hohen Geschwindigkeit konnte Merz den Wagen nicht mehr ausbalancieren und flog im Dogen auf die Bahn, wo er schwerverletzt liegen blieb. Der Wagen fuhr die Böschung hinunter und wurde zertrümmert. Der Verunglückte ist bald darauf seinen Verletzungen erlegen. — Reichskanzler Adolf Hitler hat der Firma Daimler-Benz zum Tode des Rennfahrers Otto Merz sein aufrichtiges Beileid ausgesprochen Betriebe eintreten können, womit die Sicherheit und Zufriedenheit der Abnehmer gewährleistet werde und auch die Werbung für den Verbrauch keinerlei Einbuße erleide. Diese Voraussetzungen seien durch das Darniederliegen der beteiligten Kreise zur Zeit weder f inanziell noch technisch gegeben. Es werde Aufgabe der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung sein, durch systematische Stärkung und folgerichtige Einschaltung von Handwerk und Einzelhandel diese Voraussetzungen zu schaffen. Plötzlich einschneidende Maßnahmen könnten nicht zu dem gewünschten Erfolge führen, vielmehr dem Handwerk und Gewerbe sowie auch der Energieversorgung selbst und damit der Masse der Abnehmer schaden. An der Frage der organischenEin- gliederung des gewerblichen Mittelstandes in den Gerätcabsah und die Energieverteilung werde zur Zeit gearbeitet. Zusammenschluß der lutherischen Landeskirchen. Einsetzung eines Lirektormms. Berlin, 18. Mai. (CNB) Der Evangelische Pressedienst teilt mit: Ein bedeutsamer Schritt zur kommenden Kircheneimgung ist geschehen. Die sämtlichen evangelisch-lutherischen Landeskirchen Deutschlands haben sich zusammengeschlossen. Der Zusammenschluß ist auf derGrundlagedesfolgendenStatutes vollzogen worden: § 1. Die lutherischen Landeskirchen Deutschlands schließen sich zur Wahrung und Vertretung ihres gemeinsamen lutherischen Bekenntnisses und zur Förderung der daraus sich ergebenden gemeinsamen Aufgaben zu einem lutherischen Z w e i g innerhalb der werdenden Deutschen Evangelischen Kirche zusammen unter Vorbehalt der Selbständigkeit der einzelnen Kirchen im übrigen. § 2. Zur Wahrung der in § 1 bezeichneten Zwecke wird ein Direktorium gebildet, bestehend aus je zwei Vertretern der süddeutschen, der mitteldeutschen und der niederdeutschen lutherischen Landeskirchen, die aus ihrer Mitte einen Vorsitzer bestellen. § 3. Im Rahmen der Zwecke des § 1 ist das Direktorium zuständig l .zur Vertretung der Landeskirchen, 2 . zur Aufstellung allgemeiner Grundsätze für die Ordnung des kirchlichen Lebens. In das Direktorium wurden die Vertreter der bayerischen, der württembergischen, der thüringischen, der sächsischen, der hannoverschen und der schleswig-holsteini- s ch e n Kirchen gewählt. Zum Vorsitzer wurde Landesbischof D. HR eifer in München bestellt. Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Professor Dr. Mohling f. Der bekannte Berliner Theologe Geheimer Konsistorialrat Professor D. Dr. Friedrich Mohling ist an einem Herzschlag plötzlich gestorben. Professor Mahling war erst am 1. April d. S. in den Ruhestand getreten. Er wurde am 14. Februar 1865 in Frankfurt a.- M. geboren. 1909 wurde er an die Berliner Universität auf den Lehrstuhl für praktische Theologie berufen. Er hatte ihn fast ein Vierteljahrhundert inne und war zuletzt Leiter des Praktisch-Theologischen Sen.inars an der Berliner Universität. 1925 hat er die „Akademischen Gottesdienste" eingerichtet, die seither regelmäßig in der Kaiser-Friedrich- Gedächtniskirche stattfinden. veil Stoß-Gedächtnisausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Die Vorbereitungen zur Veit Stoß-Ausstellung in Nürnberg nähern sich ihrem Abschluß. Die hervorragendsten Werke sind bereits eingetrofsen, darunter das Spätwerk des greisen Meisters, der Bamberger Altar vom Jahre 1523, und seine volkstümlichste Schöpfung, der „Englische Gruß" aus St. Lorenz. Sn den Werkstätten des Germanischen Museums macht die Mehrzahl der Altarwerke, Einzelfiguren und Gedächtnisbilder zur Zeit noch eine gründliche Wandlung chrer Oberflächen durch, die durch grobe ilebermalungen den Reiz der originalen Modellierung und den Glanz der alten Fassung eingebüht hatten. Am 26. Mai findet im Großen Rachaussaal in Nürnberg ein Festakt statt, wobei Geheimrat Prof. Dr. Wilhelm Pinder, München, sprechen wird. Am 27. Mai wird in Anwesenheit der Vertreter der Regierungen des Reiches und Dch;erns in der Karthäuserkirche des Museums die Ausstellung eröffnet werden. Aus oder Welt. Ein Denkmal der nationalen Arbeit in Berlin. Staatskommissar Engel erörterte in der letzten Magistratssitzung der Stadt Berlin seine Pläne über Errichtung eines gewaltigen Denkmals der nationalen Arbeit anläßlich der Bildung einer Einheitsfront aller Schaffenden am 1. Mai 1933. Der Magistrat begrüßte diese Sdee aufs wärmste und erklärte sich bereit, sie nach Kräften zu unterstützen, insbesondere durch Meberlaffung eines geeigneten Platzes für das Denkmal. Deutsche JrauenfronL Der „Zeitungsdienst" in Berlin teilt mit: Der Bund Deutscher Frauenvereine hat sich bekanntlich am 15. Mai d. I. aufgelöst. Die bisher dem Bund Deutscher Frauenvereine angegliederten Vereine sind jetzt aufgefordert worden, sich der Deutschen Frauenfront, deren Bureau sich im Hause des Preußischen Staatsrats befindet, anzuschließen. Bisher haben folgende Frauenverbände sich der Deutschen Frauenfront unterstellt: Bund „Königin Luise", Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz mit seinen Landesverbänden, Reichsverband Deutscher Haüsfrauen, Deutscher Frauenbund E. V., Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, Deutsche Willkommen-Gesellschaft. Oesterreichs Studenten an die ungarischen Kommilitonen. Die deutsche Studentenschaft Oesterreichs hat an die ungarischen Studentenverbände ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: „Sehr geehrte Kommilltonenl Die deutsche Studentenschaft Oesterreichs ist der Meinung, daß das ungarländische Deutschtum und sein Führer Exzellenz Professor Satob Dleher oft und eindeutig chre Treue gegenüber dem ungarischen Staat bewiesen haben. Besonders die letzte Parlamentsrede Dr. Bleyers hat erneut erkennen lassen, in wie hohem Maße das ungarländische Deutschtum zugleich staatstreu und volkstreu ist. Es ist uns daher unverständlich, wieso die „Magyar Nemzeti Diakßövetseg" (Ungarische nationale Studentenvereinigung) eine gegen den Abgeordneten Bleyer und das deutsche Volkstum gerichtete Entschließung fassen konnte. Wir bedauern ihre Stellung und diese Ausschreitungen gegen Professor Bleyer um so mehr, als diese geeignet sind, die Zusammenarbeit der deutschen und magyarischen Studenten ernsthaft zu gefährden, eine Arbeit, die, wie die Wiener Tagung für die Revisionskundgebung in Sofia gezeigt hat, notwendig und fruchtbar ist. Gegen das unritterliche Vorgehen ungarischer Studenten, im besonderen gegen die Handgreiflichkeiten an Frau Dleher und gegen die Gewalttätigkeiten an ungarländischen deutschen Studenten protestiert die deutsche Studentenschaft Oesterreichs auf das entschiedenste. Autounglück. — Fünf Personen verletzt. Wie aus Bad Reichenhall gemeldet wird, ereignete sich am Saalachsee ein Autounglück, bei dem fünf Personen mehr oder minder schwer verletzt wurden. Der Autounternehmer Ernst Grimm lud vier SA.-Kameraden zu einer Fahrt ein. Bei Baumgarten stürzte der Wagen an einer Kurve über die hohe Böschung in ein Wildbachbett, wo er die fünf Snsassen unter sich begrub. Der Lenker erlitt einen Schädel- b r u ch und andere schwere Verletzungen. Seine vier Kameraden wurden gleichfalls zum Teil schwer verletzt und befinden sich bis auf einen im Krankenhaus. Oie Wiener Prinz Eugen-Ausstellung. Von Rodert Braun. „Prinz eugene hat meriten und verstandt", schreibt die Prinzessin Elisabeth Charlotte an die Raugräfin Luise von dem jungen Mann am Hofe Ludwig XIV., „ist aber klein und häßlich von person hott die oberlefszen so kurtz daß er den Mundt nie zuthun kan man sieht also allezeit zwey große breithe Zähn, die Naß hatt er ein wenig aufge- schnupfft und ziernblich weitte Naßlöcher, aber Die Augen nicht heßlich und lebhafft." Viele Jahre später findet Eugen aus der Höhe des Ruhms einen anderen Schilderer, der gleichwohl die früheren Merkmale bestätigt. „Er ist von sehr mittelmäßiger Taille" heißt es dort, „und hat nicht viel mehr Fleisch als bequem ist, soviel Trabaillen auszustehen . . ." Den Kopf pflege er stetigst hoch zu tragen, der Mund aber stehe ihm offen, „weil er sich zu sehr an den Schnupstoback gewehnt." Die Porträts, die man jetzt von ihm in der Wie - ner Prinz-Eugen-Au st ellung sieht (in feinem Sommerpalais, Dem Belvedere) entsprechen, wenn man von der zeitgemäßen Verschönerungsabsicht absieht, dieser Beschreibung. (Nur der Mund erscheint immer gemaltfam geschlossen). Das längliche Gesicht des Mannes mit dem Marschallstab und dem scharlachroten, um den Brustharnisch sich schlingenden Ordensband des goldenen Vliesses trägt viel mehr das Zeichen eines vornehmen, die Künste liebenden Herrn an sich als eines Feldherrn. Aufgetragenes Selbstbewußtsein, verbissene Entschlossen- heit sind diesem Antlitz fremd. Von den starken braunen Augen geht Wohlwollen aus, zugleich empfindet man eine gewisse Geradheit seines Wesens, die das Wort bestätigt „Ich würde glauben, die Pflicht eines ehrlichen Mannes zu verletzen, wenn ich nicht die Wahrheit bekennen würde." Was feine Gestalt betrifft, so wird ihre Kleinheit durch den ausgestellten Küraß bestätigt, der gewiß der Schulter eines größeren Schuljungen passen würde. Ein münzengroßer Eindruck stammt von einer Kugelspur. ♦ Die Ausstellung gruppiert sich eigentlich um das zweihundertfünfzig Jahre zurückliegende Ereignis der Befreiung Wiens von den türkischen Belagerern, die Eugen als eben aus Frankreich geflohener und nun die Feuertaufe empfangender Offizier mit- Ein seltener Anblick sind die Schlachtenbilder des Malers Parrocel, die der Prinz in die Wände feiner Schlösser rahmenlos einlegen ließ. Sie scheinen zwar sämtlich nach einer gewissen Schablone gearbeitet, doch haben sie den Reiz des Zeitgenössi- schen, das uns die Vorstellung der alten, noch überfehlbaren und durch das Bunte von Uniform und Fahne wirkenden Schlacht ermöglicht. Der Vordergrund ist meist angefüllt von Flüchtlingen, die ihre Habe auf Karren fortführen, mit Proviantkolonnen, anmarschierenden Reserven ober Gehöften, wo Verwundete gebettet liegen. Gegen die Mille zu rücken machte. So ist das Jahr 1683, da seine Laufbahn begann, das hier vorherrschende. Man sieht das vollständige Zelt eines türkischen Großen, eine wundervolle Probe islamischer Ornamentik in Rot und Grün, die von der exotischen Pracht einer Zeltstadt einen Begriff gibt. Ueberhaupt beutet bas hochentwickelte Kunsthandwerk ber Türken auf eine hohe Kultur gerabe zu biefer Zeit: wie etwa ein silberner getriebener Becher, eine Pulverflasche mit Golb- unb Silberstickerei, ober bie prächtig ausgeführte Ratifikation bes Karlowitzer Friedens. Freilich wider- fpricht bem ihre unmenschliche Kriegsführung. Es ist erwiesen, baß sie wehrlosen Männern bie Köpfe ab» fabelten, Kinber bei ben Füßen packten unb an Mauern zerschmetterten. Ihre fanatische Grausamkeit erweckte natürlich ben unversöhnlichsten Haß. In einer Vitrine sieht man eine ber bunfelgrünen gläsernen Hanbgranaten, bie wegen ihrer furchtbaren Sprengwirkung als eine Art Dum-dum-Geschosse betrachtet würben unb gegen christliche Feinde verboten waren, — gegen Türken aber, bie nicht als Menschen galten, unbebenklich Verwendung fanben. Der Held biefer Tage, ba ber Großwesir Kara Mustapha mütenbe Angriffe gegen bie Basteien Wiens unternahm, ist Rüdiger Gras S t a r Hemberg, ber bie verzweifelte Abwehr leitete. In einer Ecke steht bas Fernrohr, burch bas er vom Stephans» türm aus bas Anrücken bes Ersatzheeres beobachtete, unter Glas liegt sein schlanker Degen unb bie von Kaiser öeopolb urkunblich verfügte Wappenverbesserung nach bem Sieg. Daneben anberes Anek- botisches: ber schwarze breitkrempige Hut des Reitergenerals Siegbert Heister, der seinem Tröger burch einen Türkenpfeil an ben Kopf genagelt würbe. Unb in einem kunstvollen Reliquiar eine Pfeilspitze, bie ©uibo Starhemberg, Rübigers Bruder unb Eugens größter Rivale, jahrelang in der Achselhöhle trug, bis sie durch bie Kunst eines Arztes entfernt würbe georbnete Reihen Fußvolks ober Kavallerie vor, in geschloffenen Fronten empfängt sie ber Feinb. Reiter sprengen zwischen ben Truppen wie zum letzten Appell, Pulverdampf wölkt auf. Feuer schlägt aus Häusern. Auf bem begrenzten Ort bes Schlachtfeldes liegen ein wenig zu ordentlich die Leiber der Gefallenen und Tiere. Trotzdem tritt angesichts dieser Schilderungen von Zenta und Belgrad, Malplaquet und Höchstädt, Qudenaarde und Cassano der Mann lebendig hervor, der mit höchster Geistesgegenwart diese für bas Schicksal Europas so entscheidenden Stunden lenkte. Es ist ja eine merkwürdige Fügung, daß die Abneigung Ludwigs XIV. gegen die Nachkommen Mazarins die eigentliche Ursache dafür war, daß der Monarchie ein Retter erstand. Als er nach Oesterreich kam, befand sich die Armee in einem heruntergekommenen Zustand. Nur seinem zähen Willen ist es zuzuschreiben, daß aus ihr endlich ein schlagkräftiges Werkzeug wurde. Freilich erschöpfte er sich an dieser Mission. Ein Zeitgenosse schreibt von ihm: „Vordem trug er sein eigen Haar, welches schwartz, aber wegen der großen Sorge, so er in Italien aus- gestanden, hab ich mit meinen eigenen Augen gesehen, daß es in einer Campagna halb grau geworden, weswegen er vor jetzo eine Peruque trägt." Dies bezieht sich auf bas Krisenjahr 1702, ba es ihm nicht gelingen wollte, bie Aufmerksamkeit bes Kaisers auf bie Not bes Heeres zu lenken. Eugen war bes steten Mahnens unb Drängens schon so mübe, baß er, ber Sieger so vieler in Europa berühmt geworbener Schlachten, sich ernstlich mit ber Absicht trug, ben kaiserlichen Dienst zu verlassen. „Man mag mich eitleren ober nit," schreibt er an ben Hofkriegsrat, „so ist gewiß, baß ich hinausgehe, ben solchergestalt chue nit verlangen unb will auch nit bienen, wie man mich biese zwei Campagnen allenthalben hat stekhen unb nur mit führen Worten hat speisen lassen." Doch wie wenig selbst biefer sehr entfdjiebene Ton fruchtete, bezeugt ein zweites Schreiben — zwei Monate später. „Ich aber khan (enger, also bifes Ellendt nit mehr ansehen, fonbern bin gänzlich gewinnen zu quittieren, weilten solchergestalt mir nit mehr zu bienen verlange." Schließlich überroanb er nicht nur diese, sondern bie nicht minber großen Schwierigkeiten ber inneren Rivalität am Wiener Hof. Als bie Gegenpartei bes Günstlings Grafen Althan nichts unversucht ließ, seine Stellung zu untergraben, konnte er sich in einem Gespräch mit bem Kaiser Karl VI., bas unter vier Augen geschah baburch rechtfertigen, baß er auf die fünfundbreißig Schlachten hinwies, bie er ruhmreich für bas Haus Habsburg geschlagen. Das brachte nach mehrjähriger Ungnabe den Kaiser zur Besinnung. Er umarmte ihn erschüttert und versprach, die Verleumder zu bestrafen, was auch geschah. Eugens Verbindung mit den geistigen Mächten seiner Zeit illustriert die Ausstellung mit einer Anzahl in verschiedenfarbiges Saffianleber gebunbener, wappengeschmückter Folianten. Proben seiner berühmten Bibliothek. Angesichts ihrer Rücken und ber schmalen strengen Bücherschränke benkt man, baß sie Zeugen ber Begegnung mit Leibniz waren. 3n bem Saal feines Winterpalais in ber Himmel- pfortgaffe, von besten einstiger Beschaffenheit noch ein Stich Kunbe gibt, unterhielten sich ber größte Felbherr unb ber größte Philosoph ber Epoche über ein gemeinsames Thema: ben ewigen Frieben. „Oie Tochter des Regiments." Dies ist ber neueste unb enfschieben originelle Schottenwitz: Anny O n b r a , die uns vor nicht langer Zeit als „Kiki" amüsiert hat, erscheint hier als Kriegswaisenkind und Regimentstochter in einem Hochländerregiment, dem als kriegerische Spezialaufgabe die Ausrottung einer Bande von Whisky- fchmugglern zugefallen ist. Das führt zu den merk- würdigsten und komischsten Situationen einer ganz burlesken Spielhandlung: im Mittelpunkt der von Karl Lamac beweglich unb pointenreich ent- wickelten Szenenfolge steht Anny O n b r a , zierliches Persönchen, Puppengesichtchen, fprubelnbes Tem- perament unb eine komische Begabung, bie zwar oft an die Grenze der Clownerie streift, aber auch gelegentlich von erstaunlich parodistischer Wirkung ist, wie zum Beispiel die Szene im verschneiten Hauptquartier der Schmugglerbande überraschend und ergötzlich vor Augen führt. Jedenfalls gibt die bis zu gewissem Grade unnachahmliche Eigenart der Ondra auch diesem Film sein charakteristisches Gesicht. Vom übrigen Ensemble: der dicke W a 11 b u r g im schottisch-karierten Röckchen, eine Sache für sich. Werner Futter er, lange nicht gesehen, spielt einen netten Leutnant, wie er sein soll. Adele Sandrock, in griesgrämiger Majestät, steuert die landesüblichen Scherze bei. (Einer der hübschesten ist übrigens bas Duett im Weinkeller man muß es sich anhören.) Albert Heine unb Willy S t e 11= ner finb noch zu nennen. — Ein unterhaltsamer Nachmittag, oder Abend im Lichtspielhaus. Aus der Provinzialhauptstadt eine Dr. G. Haden? statt. Staatsrat Block Ein sehr wesentliches Moment bei der 'Bear- Buntes Allerlei arbeit vor im dieser Arbeit für . _ , . . die draußen stehen im Schützengraben des Kampfes Die (Erörterung einer Reibe von Einzelpunkten aus der Arbeit bildete den Abschluß der Vcrliand- lungen; vor allem wurde noch gesprochen über die Ausgestaltung des 24. Juni als „jeft der deutschen Schule". Das Schlußwort sprach der Landessührer Staatsrat B l o ck ; er endete mit dem Gelöbnis- Wir wollen dem VDA. dienen an irgendeiner Stelle, ob amtlich oder nicht amtlich, weil wir deutsche Menichen sind, die an dieser ©teile ihre deutsche Pflicht zu tun sind. Die Feinsten dieser Gefäße sind von der Dünne einer Eierschale und mit der Hand vollendet geformt. Eins der interessantesten Motive ist dos des Ochsenkopfes, dos immer wiederkehrt und auch in Terrakotta geformt wurde. Ein schöner marmorner Anhänger in Gestalt eines Ochsenkopfes zeigt die hohe Handwerksiunst dieser Epoche in kleinen Steinarbeiten. Verschiedene kleine Kultfiguren zeigen weibliche Gottheiten, die mit dem Typ der anotolischen Mutter-Gottheit zusammen- hängen. Sie sind in Terrakotta gearbeitet: Einzelheiten der Kleidung in Schwarz und "Rot ausgemalt und mit den Armen vorn oder auf dem Rücken gekreuzt dargestellt. Die Köpfe sind pflock- artig und weisen aus die Abneigung der frühesten vorgeschichtlichen Bewohner Mesopotamiens hin, ihren Gottheiten Menschenkövfe zu geben. Unter dem Schmuck finden sich Knöpfe und Perlen aus verschiedenen Steinen, zahlreiche Amulette und Anhänger, in der Mehrzahl in Tropfenform mit Stern- und Kreuz-Zeichen. Eine andere wichtige Entdeckung ist die eines Lagerraums für Weizen, in dem sich wohl die ältesten bisher in Mesopotamien gefundenen Weizenproben fanden. OieMederherstellungderpeierskuppel Aach fünfjähriger Arbeit sind die 16 Pfeiler, die die Kuppel von 6t Peter in Aom tragen, wieder hergestellt worden. Wie erklärt wird, ist die Stabilität der gewaltigen Anlage seht größer als je zu- tor. Kad) den Schätzungen, die in römischen Blättern mitgeteilt werden, belief sich das Gewicht der neuen Steinblöcke, die an Stelle der schadhaften alten gesetzt tourten, auf mehr als 500 Tonnen. Ucter 100 Tonnen Zement wurden zur Verstärkung der Mauern verwendet, und ebenso sind dafür große Mengen von Bronze und Eisen benutzt worden. Die Gesamtkoften der Wiederherstellung belaufen sich auf 1,5 Millionen Lire. Staatsrat Block Landesführer von Hessen. Sta-tsrat Block teilte sodann mit, daß er sich über die innere Arbeit des Landesverbandes Weiterhin wurde Bericht erstattet über die Vortrags tätigfeit, die Zeitschrift des Landesverbandes „Volk und Heimat", die Gründung neuer Ortsgruppen und anderes mehr. Schatzmeister Philipps erstattete den K a s s e nde r i dj t Er schließt mit rund 65 600 Mark in Einnahmen und Ausgaben ab bei einem Vortrag von rund 15 300 Mark. Der Rechnungsprüfer Rau bc> anlragte Entlastung und Dank für den Schatzmeister. Leides wurde erteilt. Einen weiteren Punkt der Erörterungen bildete die Klagenfurter Pfingsttagong, die zu einer gewaltigen Kundgebung der Verbundenheit oller Deutschen ausgestaltcl wird. Die diesjährige Hauptversammlung Landesverbandes des Vereins Deutschtum im Ausland fand Zu Pfingsten findet in Elbing die große diesjährige Tagung des „Reichsbun- des der Kinderreichen" statt, dessen Vertreter erst kürzlich vom Reichskanzler Adolf Hitler und vom Reichssinanzmini- ster Schwerin - Krosigk empfangen tourten. Was will diese Bewegung? Ein achtzackiger Stern als Abzeichen am Rock- ausschlag. Schaut man genau hin, dann liest man: „RdK. — Aus unfern Kinder Heil". „Was ist das für ein Zeichen?" fragt man seinen Träger. „Das heißt: Aeichsbund der Kinderreiche n“. Man lächelt. Sicher ein geplagter Familienvater, der acht, neun Knirpse zuhause hat und sich mit seinesgleichen zu einem Verein zusarnrnensand, wo man sich gegenseitig die Freuden und vor allem Sorgen des überreich mit Kindern gesegneten Mitbürgers berichtet... Der Mann mit dem Abzeichen schüttelt den Kops. »Sie sind auf ter falschen Fährte, ünfer Bund ist kein Kuriositätenverein. Er ist eine kämpferische Bewegung — nicht so sehr für den Einzelnen als vielmehr für das Ganze. And der Begriff Kinderreichtum ist nicht die Kennzeichnung eines Ausnahmefalles: sondern eine notwendige Forderung für die Mehrzahl aller deutschen Familien, wenn die Erhaltung unseresVol- kes gesichert sein soll." Kinderreich ist, wer mindestens vier Aachkommen hat. Das ist keine willlürlich festgesetzte Zahl: denn die Destandsechaltung eines Volkes erfordert es nach genauen statistischen Berechnungen, daß eine Familie durchschnittlich mehr als drei Kinder zählt — um die kinderlosen Volksgenossen aufzuwiegen. Hält ein Volk am „modernen" Zweikindersystem fest, so ist es nach 300 Jahren ausgestocben. Die Riesenstadt Berlin wäre, wenn hier die Eheleute durchschnittlich nur zwei Kinder aufwcisen und kein Zuzug vom Lande stattfinden würde, schon in 150 Jahren wieder das, was sie einst war: ein kleines Fischerdorf mit 2000 Einwohnern ... Der „Aeichsbund der Kinderreichen", ter feit 14 Jahren besteht, stützt sich auf die Artikel 119 und 155 der Reichsverfassung — oder vielmehr auf Versprechungen, die diesen Artikeln innetoohnen und bisher nicht eingelöst wurden. „Die Reinerhaltung, Gesundung und soziale Förderung ter Familie ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden Kinderreiche Familien haben Anspruch auf ausgleichende Fürsorge ... Die Verteilung und Rützung des Bodens wird von Staats- Wegen in einer Weise überwacht, die Mißbrauch verhütet und dem Ziele zustrebt, jedem Deutschen eine gesunde Wohnung und allen deutschen Familien, besonders den kinderreichen, eine ihren Bedürfnissen entsprechende Wohn- und Wirtschaftsheimstätte zu sichern." Roch immer warten wir auf die Verwirklichung dieser schönen Worte. Die Kinderreichen sind es, die in vorderster Front darum kämpfen: um den sittlichen und wirtschaftlichen Schutz der Familie überhaupt, soweit er auf gesetzlicher Grundlage gewährt werden kann. Hauptversammlung des Landesverbandes Hessen des BOA teilung des Kinderreichtums für das gesamte soziale Leben ist die Tatsache, daß der Kinterman- gcl die Arbeitslosigkeit fördert. Das mag absurd erscheinen — ater eine kleine Aeberlegung beweist diese Behauptung. Kinder sind bis zu ihrem 15. oder 16. Jahr reine Verbraucher! Sie schaffen Arbeit, ohne das Heer ter Arbeitslosen zu erhöhen. Die Geschichte zeigt, daß ein wachsendes Volk selbst in Krisenzeiten weit weniger unter Arbeitsmangel zu leiten hat als ein überalterte^ Volk. Dienst an der Familie ist also im wahrsten und besten Sinne Dienst am Volk. Hindenburg selbst hat diese Erkenntnis in die Worte gc- । saht „Wer ter Familie lebt, der lebt dem Va- I tcrlante!" des hessischen f ü r das in Frankfurt zelnen Familie außerordentlich beengt Daneben aber ist eine egoistische Lebensaufsassung. besonders in der Nachkriegszeit, die Hauptschuldige. Die Ansprüche des einzelnen haben sich von der Familie ab- und dem bloßen felbstischcn Vergnü gen zr^ewendet. Man beanspruchte mehr per- sönlich^Unterhaltung, man strebte nach Luxus und Amüsement. Das heißt: der Rückgang dec Geburten in Deutschland ist hauptsächlich eine seelische Angelegenheit. Wären ausschließlich materielle Motive maßgebend, so hätten die reichen Leute immer die meisten Kinder gehabt: in Wirklichkeit haben sie die wenigsten! Was ein 7000jähngeS Dorf erzählt. Ein Dorf, das bis in die Zeit um etwa 5000 vor Christi zurückgeht und zu den ältesten bisher in Mesopotamien gefundenen Siedlungen gehört, ist von ter englischen Expedition ausgegrabcn worden, die augenblicklich zu Tal Arpachiyah, einer vorgeschichtlichen Fundstätte im nördlichen Irak, etwa sechs Kilometer östlich von Ainive, arbeitet. Wie einer ter Leiter ter Grabungen in ter „Times" berichtet, fand man hier die Heberrefte bescheidener Wohnungen aus Schlammziegeln mit kleinen Räumen, die eng um einen Mittelhof zu- fammenlagcn, ganz ähnlich wie noch heute die Dörfer in der Nachbarschaft. Die Datierung ins fünfte vorchristliche Jahrtausend erfolgte durch die zahlreich gefundenen Tongefäße, die in ihrer Art von Ar Al ilbaib in Süd-Mesopotamien ?leichen. Die Siedler gehörten zu einem jener rühen Völker, die etwa ans Ente der jüngeren Steinzeit zu setzen sind, und Beziehungen bestehen mit Syrien im Westen, mit Anatolien und dem Horben, mit Süd-Mesopotamien und dem Osten durch Persien mit Belutschistan. Zwei Hauptperioden ter Besiedlung wurden festgestellt. Die älteste zeigt eine Deisetzungssorm, die mit der in Süd-Mesopotamien gefundenen üterein- ftimmt. Die Knochen wurden gesammelt und sorgfältig zusammengesetzt, aber die kleineren Knochen, wie Rippen und Wirbel, fehlen oft Man vermutet, daß die Leichen vor der Bestattung wilden Tieren als Deute hingeworfen wurden. In der späteren Periode tritt eine bemalte Keramik ton großer Vollendung und Schönheit auf. die den Vergleich mit den besten Stücken des klassischen Griechenlands aushält. Die Tongefähe sind mit leuchtend roter und schwarzer Malerei geschmückt, zeigen verschiedene geometrische Ornamente, die zum großen Teil auf dem Flechtmotio aufgebaut um das Volkstum. wir sind verpflichtet, den VDA. zur Zentrale des Kampfes für das befehdete Deutschtum in aller Welt zu machen. In diesem Sinne ist, um ein Wort Adolf Hitlers zu gebrauchen, die Arbeit des VDA. eine „ewige" Arbeit. Zn diesem Sinne beginnen wir einmütig und entschlossen mit dem Rufe: Unser greiser Reichspräsident vonHindenburg, unser großer Dolkskanzler Adolf Hitler, das deutsche Vaterland, Volk-Heil!" Oie Neuordnung im BOA Danach berichtete Staatsrat Block über die Sitzung des Gesamtvorstandes in Berlin. Unter einstimmiger Zustimmung des Hauptoorstandes wurde Reichsminister a. D. lr)r. Geßler gebeten, die Leitung des VDA. bis nach der Äuffteiner Tagung zu behalten; gleichzeitig wurde Dr. Hans Steinacher zum Reichsführer erannt, der bis Ende dieses Jahres die Neuorganisation des VDA. vornehmen wird. Der neue Reichsführer steht feit Jahren im Kampfe für das Deutschtum. Er war der Organisator des Freiheitskampfes der Kärtner, der Abstimmung und des Kampfes in Oberschlesien: er war Vertrauensmann und Führer im Rhein- und Ruhrkampf und bei den Separatistenkämpfen. Dr. „Aus unseren Kindern Heil!" Oas kommende Gesetz zum Schutz der Familie. Don Michael Bauer. Anschluß an diese Sosvrtanordnungen des Reichsführers als Landesführer von Hessen betrachte. Er bestätigte auf Grund dieser Bestimmung die Gruppenführer aller Art und die den weiteren Vorstand bildenden Mitglieder unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Der seitherige geschäftsführende Vorstand des Landesverbandes wurde, soweit seine Mitglieder nicht zurückgetreten sind, ebenfalls bestätigt und durch folgende Neuberufungen ergänzt: Frau Oberstudiendirektor Dr. Maser, Studien- assessor Dr. Erckmann, Studienrat Dr. Heidt, Dr. Neumann und Studienreferendar I riebe r t, dazu ein noch zu bestimmender Vertreter der Jungarbeiter. Die endgültige Berufung wird erst nach der Klagenfurter Tagung, wenn der Landesführer endgültig ernannt fein wird, erfolgen. Im zweiten Teil der Sitzung erstattete der seitherige geschäftsführende Vorsitzende Dr. Dieme» zunächst den Jahresbericht: Der Landesverband Hessen umfaßt in 40 Orts-, 8 Jugend- und 12 Schulgruppen 5000 Erwachsene, 250 Ingendgruppen- und 7000 Schul- gruppenmitglieder. Der Redner berichtete dann über die Lage in den Betreuungsgebieten des Landesverbandes, ferner Unsere Großeltern hätten gelacht, wenn sie gehört hätten, daß ihre Enkel eine Familie mit vier Kindern schon als kinderreich bezeichnen. Wir sind heute bescheiden geworden. Wir mußten es werten, tenn die Zeitverhältnisse haben die wirtschaftliche Spannweite der ein» — Muttertag-Feier der Haus- srauen-Beratung. Man berichtet uns: Am Sonntag hatte die Hausfrauen-Beratung Gießen zu einer Feier des Muttertags in den Saal ter Liebigshöhe cingelaten. In ihrer Begrüßungsansprache gedachte Frau Kalbfleisch besonders ter Mütter des Weltkriegs und hob hervor, daß wir auch der Frauen gedenken wollen, die ihre Mütterlichkeit im Berus, Volk und Staat zur Verfügung stellen. Dann brachten die Kinder ihre Gate den Müttern in Gestalt von Ausführungen dar. Ganz besonderen Beifall sand der .Hühnerreigen": es war eine Lust, zu sehen, mit welcher Freute die Kleinen sich ihrer Ausgabe entledigten. Arn Zustandekommen ter gelungenen Ausführungen hatten sich nifle Mitglieder beteiligt, und sie legten dadurch Zeugnis ab von der freudigen Arbeitsgemeinschaft der Hausfrauen-Beratung. Sämtliche Kostüme waren selbst genäht. Zum größten Teil waren dazu alte Wäschestücke verwandt worden, die unter der künstlerischen Hand von Frau Weidenbach teils durch Ein- färben, teils durch Bemalen zu den reizendsten Sternenkleitern und Tierkostümen wurden. Das Einüben sämtlicher Stücke hatte Frau Kinkel übernommen. Am Klavier waltete unermüdlich Frau A p i tz ihres Amtes. Frau L u h und Frau Borne standen Frau Kinkel treu zur Seite. Eingerahmt waren die Aufführungen durch vortreffliche Darbietungen des Schüler-Orchesters ter Studienanstalt unter Leitung des Herrn Musiklehrers Olcbcli ng. Alle Mühe tourte reichlich belohnt durch den stürmischen Beifall der Besucher. kleine Unstimmigkeiten zu begraben. Wir wollen uns stark machen für die Ausgabe, die in erhöhtem Maße uns in Zukunft zufällt: Es ist die Ausgabe, jedem Deutschen die Arbeit des VDA. und der Volkstums- Augen zu stellen. Niemand darf sich t für die Besten unseres Volkes entziehen. Die .Kinderreichen" haben ein sehr konkretes und praktisches Programm ausgestellt. Sie haben es dem Reichskanzler und dein Reichsfinanzminister vorgetragen und werten es auf ihrer großen Pfingsttagung vor aller Ocffent- lichleit verkünden. Was sie fordern, ist vor allem ein „Gesek zum Schutz der Familie". Es soll zunächst den rein sittlichen Schutz der Familie bringen. Der Beruf ter Hausfrau und Mutter soll wieder zu Ehren kommen. Alles, was die Familienbande lockern könnte, muß vermieten werden. Das wichtigste aber sind wirtschaftliche, gesetzliche Maßnahmen, die dringend erforderlich geworden sind. Die bisherige Legislatur ist eine Errungenschaft ter durch die französische Revolution eingeleiteten literalistischen Zeit auf das Individuum abgestellt. Auf allen Gebieten zeigte sich der Staat ausgesprochen familienfeindlich: bei ter Berechnung der Steuerfreiheit, der Renten, Krankenzuschüsse, Sozialunterstützungen, Schul- f;elter, bei der Siedlung und Wohnungstefchaf- ung — überall findet die Familie nicht die nötige Förderung und Berücksichtigung. Die Gesetzgebung muß von der individuellen Grundlage losgelöst und auf die familiäre Basis gestellt werden. Kintererziehung ist eine ft a a t d bürge r U cb e Mehrleistung, die ausgeglichen werden muß: Familienväter sollen im Wirt schaftskamps nicht behindert, sondern bevorzugt werden. Richt nur der Beamte, auch der Arbeiter, der Gewerbetreibende, der Bauer, der Angehörige freier Berufe, muß in irgendeiner Form „Kinderzulage" erhalten. Eine „Eltern- schaftsverficherung", die alle Bevölkerungskreise umfaßt, muß eingerichtet werten: die Mittel dafür müssen von den Ledigen und Kinderlosen aufgebracht werten und zwar auf dem Wege des Ausbaus der bisherigen Sozialversicherung. Schul- geldermäßigungen, Fahrtvergünstigungen, Wohnungszuschüsse würden wesentlich tut „Kinderfreudigkeit" des ganzen Volkes beitragen. sott; Frau Auguste Prasch-Drevenberg. Ehrenmitglied deS Meininger Lantestheaters, als Gast. 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 ilbr. — Die letzte Vorstellung im DienStag-Abonnement bringt am Dienstag. 23. Mai, d.e Erstaufführung des Schauspiels „Schwlageter ", von HannS Johst unter ter Spielleitung von Intendant Dr. Rolf P rasch. Taten für greitag, 19 Mai. 1607: Gründung ter Universität Gießen. — 1732: der preußische Staatsmann Johann Lhri- stoph v. Wöllner in Döberitz bei Spandau geboren. — 1762: der Philosoph Johann Gottlieb Fichte in Rammenau geboren. Steinacher hat folgende Anordnungen getroffen: 1. Die alleinige Anordnungsgewalt im VDA. geht hiermit auf mich über. 2. Ich werde die entsprechenden Maßnahmen der Neuordnuna in persönlicher und sachlicher Beziehung treffen. „ _ 3. Alle bestehenden VDA.-Stellen und VDA.-Organe bedürfen meiner Bestätigung. 4. Ich werde eine neue Sotzungssorm des Verbandes anordnen, die den Zeitnotwendigkciten und einer neuen, vertieften Zielsetzung unseres Verbandes entspricht. Für die z u k ü n s t i g e S a tz u n g hat der Reichsführer folgende, dem Führergedanken des neuen Staates entsprechende Grundlinien festgelegt: 1. Der Reichsführer als Träger der Bundesgewalt beruft einen großen und kleinen Reichsführerrat. 2. Die Landesfuhrcr werden in Fühlung mit den Landesverbänden vom Reichsführer berufen. Sie sind Mitglieder des großen Führerrates. 3. Der Landessührer macht Vorschläge für die Zusammensetzung eines Landessührerrates, beruft die Gruppenführer und erteilt die für seinen Bereich geltenden Anordnungen. 4. Die Lanüesoerbandsgeschäftsführer werden vom Reichsführer in Fühlung mit dem Landesführer ernannt und sind dem Reichsführer verantwortlich. Ferner wurden folgende Sofort-Anord- n u n g e n vom Reichsfuhrer getroffen: 1. ‘ Die derzeitigen Vorsitzenden der Landesverbände und der selbständigen Gruppen werden hiermit unbeschadet der sormalrechllichen Lage in ihren Stellungen als Landesführer des VDA. bezw. als Führer (Führerinnen) selbständiger Gruppen bestätigt. Entsprechende gleiche Maßnahmen treffen die Landesführer innerhalb der Landesverbände gegenüber den Gauen und Gruppen. 2. Der Reichsfuhrer wird im allgemeinen erst nach der Klagenfurter Pfingsttagung die endgüllige Berufung vornehmen. Die Landessührer sind berechtigt, in dringenden Fällen sofort Neuberufungen vorzunehmen. 3. Der § 4 der bisherigen Satzungen betreffend die Mitgliedschaft ist so auszulegen, daß nur deutsch st ämmige und nationaPge- sinnte Personen Mitglieder des VDA. sein können. 4. Jede Gruppe hat mit größter Beschleunigung eine Werbeoeranstaltung für den Besuch der Klagenfurter Pfingsttagung zu veranlassen. als Landesführer begrüßte die Erschienenen und führte etwa folgendes aus: „Wir treten zusammen in einer Zeitwende. Eine gewaltige Umschichtung, die der Welt ein anderes Gesicht geben wird, ist in sichtbare Erscheinung getreten. Der 30. Januar, der Tag von Potsdam, Der Maientag des deutschen Volkes haben diesen Ausbruch auch äußerlich sinnsällig gemacht. Ein neues Deutsches Reich ist erstanden. wir sind eingetreten in das Dritte Reich, in das Reich der Volksgemeinschaft, das wir aus- gestalten wollen zum Reich des geistigen Groh- deutschland, das alle Deutschen umfassen soll, wo immer in der weit sie stehen und die deutsche Art, Sprache und Sitte bewahren. Wir verdanken cs dem großen Dolkskanzler, daß es sich in so gewaltigem Ausmaße durchsetzen konnte, unter rascher Ausmerzung des Giftes, das sich ge- sammelt hatte. Das ganze Volk steht hinter dem Fuh- rer, auch die noch Zweifelnden reihen sich in die nationale Front. Mit Begeisterung begrüßt der VDA. diese Einigung des deutschen Volkes. Was sich jetzt formt und Wirklichkeit wird, war Sehnsucht und tragende Idee aller derer, die mit Herz und Hand in der DDA.-Arbeit gestanden haben. Der VDA. war immer Träger Der Volksidee. Einer Gleichschaltuna unseres Gedankengutes bedarf es nicht. Der VDA. bringt als Mitgift in das Dritte Reich feine Gesinnung, Erfahrung, Kenntnis und Erkenntnis in der Volkstumsarbeit. Das ist offenes Bekenntnis aller, die sich schon seither zu uns bekannt haben. Ls ist ter unverrückbare Wille des Kanzlers: Der VDA. soll, wie seither, Volkstumspolitik, nicht Staatspolitik treiben. Lr soll unpolitifch und überparteiisch, unabhängig von Regierung und Partei bleiben. Adolf H i t l c r hat allen in der DDA.-Arbeit Tätigen als seitheriger Mitstreiter seinen Gruß und Dank ausgesprochen. Lassen Sie uns eintreten in die Arbeit mit dem feften Entschluß, persönliche Dinge, Dr Simon berichtete über die Einzelheiten bef Fahrt, cs ist mit etwa 200 Teilnehmern aus Hessen zu rechnen. Dr Klcnk, Mainz, lud für 1934 zur Pfingsttagung nach Mainz ein, Diefc Tagung soll Kundgebung fürdiedcutscheSaor werden. Mütierdienstwerl der Evangelischen Kirche. EPH. Der evangelische Mütterdienst hat bereits vor Jahren aus dem Müttertag einen Opfertag gemacht. Auch in diesem Jahre ist dem Mütter- dienstwert Die Sammlung-erlaubnis erteilt. Demzufolge führt die Reichssrauenhilse (in Hessen Verband Lvang -Kirchl. Frauenvereine) am 2 0. und 2 1. Mai eine Strahensammlungfürdie Zwecke der Müttererholungsfürsorge durch Mit der Reichsführung ter RS.-Frauenschaften und dem Bund Deutscher Mädchen (Fräulein Lydia G o t s ch e w s k i, München) ist vereinbart worden, daß das von der RS.-Frauenschaft in diesem Jahre zum erstenmal am Müttertag gesammejte Geld in erster Linie mit für die Verschickung nationalsozialistischer Mütter in Heime des Evangelischen MütterdienstwerkeS Verwendung finden folL Für Hessen ist dieS daS Heim des Verbandes Evang.-Kirchl. Frauenvereine in Rieder-Ramstadt bei Darmstadt. In Gießen werden die Sammlungen am Samstag und Sonntag von den evangelisch-kirchlichen Frauenvereinen durchgeführt. Die Sammlerinnen sind mit einem polizeilichen Ausweis versehen. Flaggenehrung für Schlageter. WTB. Zur Ehrung von Leo Schlageter setzen am Freitag, 2 6. Mai, aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Tages, an dem dieser deutsche Held sein Leben für die Befreiung der Rheinlande geopfert hat, die Behörden des Reichs, der Länder und Gemeinden die Flaggen auf V o l l m a ft. Die Reichsregierung ruft das deutsche Volk aus, sich Dem Borgehen der Behörden anju- schließen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Drand- ptatz, 15 biß 17 Uhr, Ausstellung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Tochter des Regiments". — Astoria-Lichtspiele: „Ich geh' aus und du bleibst da" und „Sirenen um Mitternacht". — Aus dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Heute, 20 llljr, zum letztenmal das Lustspiel „Die deutschen Kleinstädter" von Kotzebue. Spielleitung Oberspielleiter Peler Fas- SJl.-'fpott Sandbatt-Lokaltreffen 1900 - MTB. 1900 — Mtv. Morgen abend stehen sich auf dem 1900-Sportplatz die ersten und zweiten Mannschaften des Männerturnvereins und der Spieloereinigung 1900 gegenüber. Obwohl beide Vereine schon seit Jahren Handball betreiben, sind bis jetzt nur zwei Begegnungen zustande gekommen. Beide Treffen wurden von dem Mtv. sicher und erwartungsgemäß gewonnen. Für den morgigen Kampf hat sich die Situation insofern geändert, als man es nicht wagen kann, den Sieger mit einiger Bestimmtheit vorauszusagen. Naturgemäß wird das Spiel der ersten Garnituren das größte Interesse für sich in Anspruch nehmen. Es sind aufgestellt bei Mtv.: Lott Seyb Volkmann Schmidt Ploch Schorkopf Schuler Schmidt, A. Schmidt, H. Seipp Krämer Wolf Hamann Betz Steines, Th. Schott Schwalm Hofmann Mann Birkenstock Fischer 1 9 0 0: Enders Beide Mannschaften müssen als äußerst spielstark bezeichnet werden, so daß mit einem schnellen und technisch hochstehenden Kampf zu rechnen ist. In L o t t hat der Mtv. einen hochtalentierten Hüter, der schwer zu schlagen sein wird. Enders auf der Gegenseite hat auch schon recht gute Spiele geliefert. Die beiden Verteidigungen dürften sich die Waage halten: was die Läufer angeht, so dürfte der Mtv. die routiniertere Reihe haben. Der Eifer der Spielvereinigungsleute kann dies aber ausgleichen. Der Ausgang des Treffens dürfte in erster Linie davon abhängen, in welcher Form sich die Stürmerreihen präsentieren. Als besonders gefährliche Torschützen sind bei den Männerturnern die beiden Schmidt, bei 1900 Betz und Schott anzusehen. Der ausschlaggebende Faktor wird die Flüssigkeit des Zusammenspiels sein. Auch bei den zweiten Mannschaften dürften gute Leistungen zu erwarten sein, zumal auf beiden Seiten Kräfte mitwirken, die schon in der ersten Elf tätig waren. Eine Voraussage ist auch hier so gut wie unmöglich. Tisch-Tennis der Gp.-Vg. 1900. Lokalkampf gegen ATL. Heute, Freitag, abend empfängt 1900s 1. Mannschaft die gleiche des hiesigen Akademischen Tischtennisclubs zum Rückkampf. Es werden, wie beim Vortreffen, acht Einzel- und vier Doppelspiele ausgetragen. Damals vermochten die Studenten nach hartem Kampf auf Grund ihrer besser eingespielten Doppels knapp 7:5 zu gewinnen. Auch diesmal wird es hart auf hart gehen. Vielleicht vermögen die 1900er, die mit Dietrich, Beil, Gebhardt, Petsch, Reichel, Arzbächer, Gros und Jung antreten, den Spieß umzudrehen. Turnerfchast und Wehrsport. 3m Sinne der neuen Richtlinien der Deutschen Turnerschaft wird bei dem am 21. Mai in Friedberg stattfindenden Bezirksturnfest des 5. Bezirks im Gau Hessen der D T. den Wehrübungen ein breiter Raum gewährt werden. Außer dem volistümlichen Fünfkampf, bestehend aus 100-Meter-Lauf, Kugelstoßen, Weithochsprung, Weitsprung und Freiübungen, werden noch Wettkämpfe im Kleinkaliberschießen, Gepäckmarsch und Keulenweitwurf durchgeführt, und zwar sowohl als Einzel-, als auch als Mannschaftskampf. Zu jeder Mannschaft gehören fünf Mann, die vier besten werden gewertet. Zu diesem Wettkampf im Wehrturnen sind außer den 1915 und früher geborenen Turnern auch alle vaterländischen Berbände (SA., SS., Stahlhelm, Kyffhäuser-Bund usw.) eingeladen. Gewehre werden gestellt. Geschossen wird auf 12er-Ringscheiben, 50-Meter-Stand je fünf Schuß liegend, kniend und stehend freihändig (70 Ringe = 0 tp.; 130 Ringe 20 P.). Zum Gepäckmarsch auf der etwa 6 Kilometer langen Strecke wird der Tornister mit 25 Pfund belastet. Die Keule wiegt 1 Pfund (20 Meter — 0 P.: 40 Meter = 20$.). Oie Neuordnung im WSV. Der Führer im Westdeutschen Spiel-Verband Dr. Klein, Llerdingen, gibt folgende Anordnung bekannt: „Die Berbandsinstanzen wickeln, bis anderslautende Anordnungen des Führers ergehen, die Berbandsgeschäfte wie bisher ab: mit der einzigen Ausnahme, daß Ausschüsse nur beratende Organe sind und daß die Entscheidung allein der Vorsitzende hat. (Gemeint sind hier die Gau- und Dezirksvor-- sitzenden.)" — Der Verbandsführer macht weiterhin die Verbandsführer, vom Mannschaftsführer angefangen bis zum Vorsitzenden, persönlich dafür verantwortlich, daß kein Spieler bares Geld in die Hand bekommt. Tv. Hausen. Am kommenden Sonntag unternimmt der Tv. Hausen mit seinen beiden Mannschaften, der 1. Mannschaft und den Alten Herren, eine Fahrt nach Waldgirmes. Die Mannschaften haben sich wiederholt gegenüber gestanden und immer interessante Spiele geliefert. Während sich die ersten Mannschaften ziemlich gleichwertig sind, haben die Gäste bei dem Alten-Herren-Spiel wohl ein kleines Plus. tim die deutsche Iußball-Misterschast. Acht Mannschaften in der Zwischenrunde. Die Schlußkämpfe um die Deutsche Fußball - M e i st e r s ch a f t gehen am Sonntag weiter. Von acht Mannschaften, die über die Vorrunde kamen, soll wiederum die Halste ausscheiden. Mannschaften wie Hamburger SV., Dresdener SC-, Hertha BSC-, die dazu berufen schienen, eine größere Rolle zu spielen, sind in der Vorrunde am 7. Mai auf der Strecke geblieben. Von den sieben Landesverbänden des DFB. konnte nur Süddeutschland seine gesamte Streitmacht in die nächste Runde bringen. West-, Rord-, Südostdeutschland und der Baltenverband büßten je einen Vertreter ein: Brandenburg und Mitteldeutschland wurden sogar ganz ausgeschaltet. Die vier Spiele der Zwischenrunde am 21. Mai lassen sich in zwei leichtere und zwei schwerere Begegnungen unterteilen. Der i n - teressanteste Kampf ist in Hannover zwischen Arminia Hannover und Fortuna Düsseldorf zu erwarten. Der norddeutsche Zweite brachte in der Vorrunde das Kunststück fertig, den mitteldeutschen Meister Dresdner SC. auf eigenem Platze aus dem Rennen zu werfen. Dieser Erfolg muh den Arminen Mut gemacht haben und da sie den Vorteil besitzen, in heimischer Umgebung spielen zu können, ist von den Hannoveranern leicht eine weitere ^eberraschung zu erwarten. Run ist allerdings Fortuna Düsseldorf nicht die Mannschaft, die sich so schnell geschlagen bekennt. Die Rheinländer verfügen neben einem mehr als durchschnittlichen Können über einen gesunden Kampfgeist. Der Schiedsrichter Maul, Rürnberg, wird hier einen der schönsten Kämpfe des Tages zu leiten haben. Kampf her Meister in Esten. Don den drei Verbandsmeistern, die überhaupt im Wettbewerb stehen, treffen die neuen Titelhalter von Süd- und Westdeutschland, FSV. Frankfurt und Schalke 04, in Essen zusammen. Die Frkft.-Bornheimer Elf toeiftt nicht die Präzision des Schalter. Zusammenspiels, den weichen Flachpaß des Gegners auf. Die süddeutsche Mannschaft besitzt aber das größere Stehvermögen, mehr Schnelligkeit — und wenn es sein muh — auch die stärkere Durchschlagskraft, sie ist die typische Pokalmannschaft. Die Stärke von Schalke ist sein Angriff mit Czepan, Ku- zorra und Röthardt, während die Abwehr nicht immer sehr sicher ist. Es ist ein harter, aber hoffentlich sportlich einwandfreier Kampf zu erwarten. Das Spiel leitet Dischereit, Berlin. Der südostdeutsche Meister Beuthen 09 muß zum Spiel gegen München 1860 in Rürnberg ohne seinen im Dorrundenkampf verunglückten besten Stürmer Malikll. antreten. Dieser Umstand schmälert die Erfolgsaussichten der schneidigen Oberschlesier bedeutend. Die Münchener Löwen werden allerdings ganz aus sich herausgehen müssen, um den tapferen Gegner schlagen zu können. Schiedsrichter ist Zimmermann, Leipzig. Bei aller Anerkennung des soliden Könnens der Reichswehrmannschaft von Hindenburg- Al l e n ft e i n ist kaum anzunehmen, daß die zähen Ostpreußen am Sonntag in Frankfurt gegen die dortige Eintracht einen zweiten Tleberraschungssieg wie gegen Brandenburgs I taaes", der den Gästen beweisen soll, wie sehr man Meister Hert'ha/BSC. landen werden. 3m übri- sich auch im Eüdwesten des Reiches den Brüdern gen steht dieses von W i n g e n f e l d , Fulda, ge- I im bedrängten Osten des Reiches innerlich verleitete Spiel im Mittelpunkt eines „Ostpreußen- I bunden fühlt. Handball-Meisterschaft -er DT. 45 Teilnehmer. — Beginn der ersten Runde. Bis auf wenige Frauenmannschaften stehen nunmehr die Teilnehmer an den Endspielen um die Handballmeisterschaft der Deutschen Turnerschaft fest, es sind dies 32 Männer- und 13 Frauen-Mannschaften. Die eigentliche Borrunde beginnt am 28. Mai, nur zwei Begegnungen sind bereits für den kommenden Sonntag angeseht. Da eine Einigung mit den Sportlern nicht erreicht werden konnte, trägt die DT. ihre Endspiele allein beim 15. Deutschen Turnfest Ende 3uli in Stuttgart aus. Unter den Anwärtern auf den Titel 1932/33 befinden sich auch die beiden Titelverteidiger, der TSV. Herrnsheim-Worms und die Frauenmannschaft des TV. Vorwärts Breslau. Die Teilnehmerzahlen der einzelnen Kreise sind verschieden. 3e nach ihrer Größe ordnen die einzelnen Turnkreise einen bis zu drei Vertretern ab. 3e einen Vertreter nennen die Kreise Rordosten, Schlesien, Pommern, Unter* weser-Ems, Oberweser, Baden, Sachsen-Anhalt, Bayern und Pfalz. Zur Stellung von zwei Vertretern sind die Kreise Württemberg, Thüringen, Hannover-Braunschweig und Norden berechtigt und je drei Vertreter stellen die Kreise Rheinland, M i 11 e l r h e i n, Westfalen, Brandenburg und Sachsen. Bei den Frauen stellt jeder Kreis nur einen Vertreter, hier sind die Kreise Sachsen-Anhalt, Oberweser, Bayern, Pfalz und Württemberg un- vertreten. Bis auf den mittelrheinischen Frauenmeister sind alle Teilnehmer an den Endspielen ermittelt. Oie süddeutschen Bewerber: Kreis IX (M i t t e l r h e i n): TSV. Herrnsheim-Worms, TV. Algenrodt, TSG. Frankfurt- Fechenheim. — Frauen: Stadtsportverein Frankfurt oder Frankfurter Turnverein von 1860. Kreis X (Baden): Turngemeinde Ketsch. — Frauen: Turnverein Mannheim 1846. Kreis XI (W ürttemberg): Turngesellschaft Stuttgart, Chlinger Turn- und Sportverein. Kreis XII (Bayern): Turnverein 1860 Fürth. Kreis Pfalz: Turnverein Friesenheim-Ludwigshafen. Die Vorrunde bringt bereits am nächsten Sonntag zwei Treffen. Der Titelhalter TSV. Herrnsheim trifft auf den deutschen Meister von 1929 und 1930, den TV. Friesenheim Ludwigshafen, und der Meister von 1931, der TD. Krefeld-Oppum, spielt gegen den TD. Germania Hagen-Eilpe. Wirtschaft. Oie Kraftfahrzeugproduktion im März. Produktion und Absatz der Kraftfahrzeugindustrie haben sich im März abermals erhöht. Die Zunahme übertrifft teilweise das erwartete Maß. Am stärksten war die Steigerung bei den Personenwagen, Grohkrafträdern und dreirädrigen Fahrzeugen, von denen mehr als doppelt so viel wie im Dormonat abgeseht wurden. Der Absatz an Liefer- und Lastkraftwagen ist um weniger als die Hälfte gestiegen. 3m ersten Vierteljahr 1933 wurden 21 823 (1. Vierteljahr 1932 : 9191) Personenkraftwagen hergestellt und 12 117 (8883) obgesetzt. 3n der Kraftradindustrie, in der die Produktion der Grobkrafträder bereits i. V. eine außerordentliche Schrumpfung aufwies, ist die Zahl der im März 1932 hergestellten und verkauften Krafträder nicht wieder erreicht worden. Don der Produktionszunahme gegenüber Februar sind vor allem die unteren Wagenklassen betroffen. Bei den Lastwagen verteilt sich die Produktionserhöhung auf die Wagen mit 1 bis 2 Tonnen und 2 bis 3 Tonnen Eigengewicht. 3n der Kraftradindustrie ist die zunehmende Produktion der leichten Krafträder bis 175 Kubikzentimeter Hubraum hervorzuheben. An der Vermehrung des Absatzes war in sämtlichen Produktionszweigen die Ausfuhr beteiligt. An erster Stelle steht der Auslandsabsatz von Per.onenwagen, der im Derichtsrnonat der Stückzahl nach zirka 17 Prozent des Gesarntabsahes der Personenkrastwagenindustrie ausmachte, gegenüber weniger als 11 Prozent im Februar. * Vierte Durchführungsverordnung zur Devisenverordnung. Durch die Vierte Durchführungsverordnung zur De- vilenverordnung werden insbesondere die Aus- landserien deutscher Pfandbriefe in die Devisenbewirtschaftung einbezogen, um deren unkontrollierten Rückfluß nach dem 3nlande zu verhüten. Eine Liste der betreffenden Serien ist im Reichsanzeiger veröffentlicht. Ferner dürfen Wertpapiere aus dem Ausland nur noch durch Vermittlung einer Devisenbank erworben werden. Der Erwerb von Beteiligungen an ausländischen Unternehmungen und die Abtretung von inländischen Beteiligungen an Ausländer bedarf der Genehmigung durch die Devisenstelle. Schließlich sind auch Zinsscheine und rückzahlbar gewordene Stücke ausländischer, auch im 3nlande notierter Wertpapiere der Reichsbank anzu- bieten. * Oberhessische Bank - AG., Friedberg. Die Oberhessische Bank - AG., Friedberg erzielte im Geschäftsjahre 1932 einen Reingewinn von 9168 (8217) Mark, aus dem wieder 4 Proz. Dividende ausgeschüttet werden. Von dem 200 000 Mark betragenden Aktienkapital sind 45 000 Mark noch nicht einbezahlt. * Deutsche Erdöl-AG., Berlin. 3n der Aufsichtsratssihung der Gesellschaft legte der Vorstand die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Die Verwaltung schlägt vor, eine Dividende von wieder 4 Prozent zur Verteilung zu bringen. * Elektrizitäts-AG. Dorrn. Schuckert & C o., Nürnberg. Die GV. der Gesellschaft genehmigte debattelos 'den Abschluß für das am 31. März 1933 abgelaufene Geschäftsjahr mit 5 (0) Prozent Dividende. Bei dem sicheren Fundament der Gesellschaft glaubt die Verwaltung zuversichtlich für eine gute Weiterentwicklung die Gewähr bieten zu können, zumal die Der- soroungsbetriebe, an denen diese Holding-Gesellschaft beteiligt fei, sich trotz der Ungunst der wirtschaftlichen Derhältnisse bisher als krisenfest erwiesen haben. Bei den Siemens-Schuckert-Wer- ken°AG. sei bisher eine Besserung im laufenden Geschäftsjahre noch nicht eingetreten. Sronffurfcr Abendbörse still. Frankfurt a. M., 18. Mai. Die Abendbörse lag bei weiter leicht nachgeoenden Kursen nahezu geschäftslos. Cs herrschte eine unsichere Stimmung, wobei man auf die Nachprüfungen des Börsenvorstandes in Berlin verwies, die sich auf einige Dankfirmen wegen devisentechnischer Vergehen erstrecken. Die Kulisse verhielt sich, auch im Hinblick auf die weitere außenpolitische Entwicklung, stark abwartend. Zunächst kamen nur 3G.-Farben mit minus 1,25 Proz. zur Notiz, das Angebot soll aber sehr klein gewesen fein. Etwas stärker gedrückt waren einige Montanaktien, wie Harpener und Gelsenkirchen, die gegen den Berliner Schluß je 1,5 Proz. einbüßten. 3m Verlaufe hielt die Geschäftsstille an, 3G.-Farben waren um 0,5 Proz. erholt. Am Rentenmarkt herrschte gleichfallsGe- s ch ä f t s st i l l e. Neubesitzanleihe lagen noch unter dem merklich ermäßigten Berliner Schluhkurs, auch Altbesitzanleihe gaben etwas nach (gegen den Frankfurter Schlußkurs um 0,63 Proz.), während späte Reichsschuldbuchforderungen mit etwa 79,5 Prozent kaum verändert waren. Neubrsihanleihe 11,63, Altbesihanleihe 75,38, Schuhgebietsanleihe 7,80, Dresdner Bank 57,50, Reichsbank 129,50, Buderus 77,50, Gelsenkirchen 64, Harpener 96,75, Mannesmann 75, Stahlverein 42,25, Aku 36,50, AEG. 26,50, Scheideanstalt 172, Clektr. Lieferungen 99,25, 3G.-Farben 128,50 bis 129, Gesfürel 90,50, Lahmeyer 125, Siemens 155. Schwcincmarkt in Grünberg. + Grünberg, 18. Mai. Zu dem heutigen Schweinmarkt waren 597 Ferkel aufgetrieben. Folgende Preise wurden erzielt: bis sechs Wochen alte Ferkel 15 bis 18 Mark, sechs bis acht Wochen alte 18 bis 22 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte 22 bis 28 Mark. Tendenz: gut, es verblieb geringer ile&erftanö. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ______________________________Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzinsfuß 5 o H. lyranhuri a. jJl. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Franisurt a. M. Aertui Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. Schluß- kurs Abend» bürfc Schluß» kurs Schluß!. Mittag» bärfe Schluß» kurs Schluß!. Abend» böi-se Schluß» turs Schluß». Mittag» Schlußkurs Schluß!. Abend- Schluß« !urs Schluß!. Mittag- 17. Mai 18.Mai Datum 17.5. 18.Ü- 17.5. 18.5 Datum 17.5. 18.5. 17.5. 18-5. Datum 17.5. 18.5. 17-5. 18-5. -LiMliiMc vioiierung Geld | Arie -urniiiiDC Jiouerunq Geld | Brie 6% Teuyche Reichsanleihe o. 1921 6% efiem.7% Di.ReichSanl. v. 1929 b'/,%Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mb AuSlos.-Recktten ............ Desgt. ohne Auslos.-Rechte..... 6% ehern. 8% Hess. Volksstaat 1929 (rüdjahlb. 102%)........... Cbcrhclfen Provinz-Anleihe ml AuSlos.-Rechten ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt OJolb R. 12......... 6y2% Hess. Landes Hypotheken, bank Darmstadt Ligui...... Deutsche Komin. Sainmelab I.An leihe Seriel mit Auslos. Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Ban' Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bam Goldvfe. 16 unkündbar bi» 1936 v'/r% ehern. 4>/2% Franks. Hyp. Bank-LIqu.-Pfandbrief« ..... v'/,% ehern. 4*4% Rheinisch)« Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 6% ehern. 8% Pr. Landespfand bricfanftalt, Pfandbrief« R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanftait. Pfandbrief« R. 1< Verrechnungskurs ............ 4% Oesterreichisch« Koldrente... 4,20% Lesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Gtaatflrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkisch« Bagdadbahn-Anleihe Serie l.................... 85 90,75 81.25 75,25 12.1 78,25 68,5 81,5 85,25 69 82,5 82,25 83,5 85 83 84 85,3 14,75 7,75 6,45 6,5 85 90,65 82,5 75,4 11,65 78,75 68,5 82 85,5 69,65 83,5 83,5 84,75 85,5 83,5 84 85,3 15 8 6,45 6,35 85 90,9 82 75 12,4 78,75 68,9 83,5 84,5 14,8 1,15 — 8,15 M5 6,45 85 91 83 75,5 11,8 78,75 69,4 83,5 84,5 1,15 8,1 6,45 6,4 4% Det'fll. Serie ll ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4*/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänisch« Vereins). {Rente . 3%% Anatolier.............. ?amburg-Amerika.Paket ..... < 5amburg-Südam. Dampfschiff. 0 )an|a Dampfschiff........... o Norddeutscher Lloyd .........0 21.0). für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Sommer)- und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Xlsronto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................. j AEG....................... Elektr. Lieferungsgesellschaft ... k ?ld)t und Kraft .............f Velten & Guilleaume ........c> Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen...............i Rheinische Elektrizität ........5 Schlickert L Co..............o Siemens L Halske...........; Lahmeyer L Co..............io Buderus ......... ......... Deutsche Erdöl ............4 Gelsenkirchener.............. 0 iarpener...................0 )oesch Eisen—Köln-Neuessen.. 0 Alle Bergbau ...............7 Jlfe Bergbau Genüsse........7 klücknerwerke ...............0 Nannesmann-Röhren........0 6.5 5,65 10.75 4,9 31,65 18,5 19,65 55 97.5 51 58,5 58 128,75 27 100,25 113,5 69,25 91 98 114 159,75 125,75 — 118,5 65,5 100,5 - 63 76,25 6,325 6 10,75 4.9 31,65 18.5 19.5 53.75 - 58 57,5 129,5 26,5 99,25 115 67 90,5 112 155 125 77,5 64 96,75 116,5 62 75 6,45 6 11 4,8 31,75 18,25 29 19,5 54,65 96 51 58,5 58 130 26,65 100,25 114 69.25 92,25 99,25 112,25 158,5 124,75 76 118 65,75 100,13 78,25 116 62,75 76,13 6,45 4,85 31,9 18,5 33 28 19,9 53,4 95 51 57,5 57,5 130 26,65 100,25 115,5 66,5 90,65 98 110,25 155 126 77,5 116,75 65,25 98,25 76,9 117,5 62,13 75,25 Mansietver Bergbau.........0 Kokswerke ..................O Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 •Rheinftahl ...............0 Vereinigte Stahlwerke........0 Ltavi Minen ..............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......? 3 G. Farben-Industrie....... 7 Scheideanstalt...............10 Goldschmidt ................0 R'ütgerSwerke ...............0 Metallgesellichaft............. < Phiilvv Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Cemeiuwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhofer........0 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... O Bemberg...................o Zellstoff Waldhos ............o Zellstoff Aschaffenburg .......o Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ..........0 Lrenstein L Koppel ..........0 < Leonhard Tietz .............. 6 i Chade......................12 Grihner....... 0 Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zucker ......... 8 44 93,5 43 179 131 170 54 58 36,75 61 83 37 53,5 26,4 32,5 51,5 25,75 27 704 29 44 191 42,25 18,4 131,9 131,5 179 129 172 53,25 57 36,75 60,5 83,25 36,5 47,5 54,75 27 31 51 23 170 29 70,65 166 29,75 89 44,65 188,5 93,65 43,65 18,9 130,75 132,5 178 131,5 54 58 37 i 126,5 37,25 46,5 53 25 111,9 32,5 51,25 53,25 24,9 170,75 27,7_5 164 29 87 43,5 193,5 91,5 42,65 18,5 130,5 130 179 129,75 53,25 56,75 36,75 62 122,5 36,9 46,75 54,75 25,75 110,5 30,25 49,75 51 23,25 170,5 29,4 167 Helsingsor-. Wien...... Prag...... Budapest .. Sofia ..... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Air«? Reuy ort.... Brüssel.... Italien..... Paris..... Schweiz ... Spanien... Danzig.... Japan..... Rio de Ian. Jugoslawien Lissabon... _______Äe Amerttanilche Belgische Not Dänische Note Englische Note Französische 9 Holländische 9" Italienische N Norwegische N Deutsch Cefte Rumänische 9s Schwedische 9 Schweizer No Spanische Not Ungarische No 6,274 .. 45,45 12,69 3,047 169,58 71,83 63,04 72,78 14,125 0,853 3.626 58,54 21,80 16,53 81,12 35,95 82,27 0,869 0,239 5,195 12,89 1 lin, 18-Mai Noten....... n........... n ... ...... n .......... oten........ oten........ oten......... oten ....... reich, i 1OO <2 oten........ oten........ en......... en.......... ten ......... 6,28 45.5 12,7 3,05 169,9 71,9 63,1 72,9 14,16 0,85 3,63 58,6 21,8 16,5 81,2 36,0 82,4 0,87 0,24 5,20 12,9 Zankno chilting 3 2 en 6,284 45,45 12,69 3,047 169,23 72,18 63,39 73,03 14,215 0,853 3,626 58,54 21,86 16,53 81,07 35,86 82,27 0,869 0,239 5,195 12,94 Geld 3,59 58,38 63,02 14,175 16,49 168,86 21,74 72J)1 2,46 72,85 80,89 35,73 6,296 45,55 12,71 3,053 169,57 72,32 63,51 73,17 14,255 0,857 3,634 58,66 21,90 16,57 81,23 35,94 82,43 0,871 0,241 5, »05 f?,96 »rief 3,61 58,62 63,28 14,235 16,55 169,54 21,82 72/29 2,48 73,15 81,21 35,87