Mittwoch, st). April (933 185. Jahrgang Nr. 91 Erstes Blatt Die Entscheidung zwischen Krieg uni) Frieden (Rachdruck, auch Wie sehr die ig.apiü Redaktion. 17 Hfjt Somslag Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrift 20“, mehr. Ehefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tdgriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undsür denAn» geigcnteil t D. TH.Kümmel sämtlich in (Siegen. mit Quellenangabe, verboten!) Tokio, im 2lpril 1933. ganze Vorstellung von einer Welt" auf angelsächsische, um Flottenquote wie England und die Vereinigten Staaten beantragen werde! Mit einer nennenswerten Abrüstung sicht es also wenigstens im Stillen Ozean recht trübe aus. Die Amerikaner betrachten auch die Abrüstung praktisch nur vom wirtschaftlichen Standpunkt, obwohl die American Peace Society, die amerikanischen Frauenorganisationcn, das Carnegie Institut und andere einflußreiche Organisationen den Boden einer weltweiten Pazifizierung durch eine wahre Flut geschickter Propaganda vorzubereiten suchen. Der größte Teil der amerikanischen Presse steht dem Flottenausbau bis zu der erlaubten Vertragshöhe ziemlich teilnahmslos gegenüber, wenngleich es auch an demagogischen Stimmen in der Hearstpresse und gewisse Sensations-Organen nicht fehlt. Man kann wohl sagen, daß die amerikanische Drohung des Flottenausbaucs mehr eine Geste ist, von der die Regierung selber hofft, sie nicht unter dem Druck äußerer Verhältnisse in die Tat umsetzen zu müßen. 6,366 45,55 3,053 170.42 73,0 61,36 je,« 14,« 0,84 4.2OJ 58,n 21,8 16 m,5J 35-y 82,33 0,891 0.2*1 5,1« 13-11 MSI 45,45 Erichern, tägltd),auh« Sonntags und Feiertags Beilagen: D'e Illustrierte (Siegener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monatsBeiugsprels: Mit 4 ‘Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernfprechonschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: fironlfurl am Dloin 11686. 3,047 170,08 73,68 64,2 76,17 14,4 0,838 4,196 58,59 21.58 16,57 81 «y 35,76 82J7 0.8K 0,23? 5,135 . 13.11 1.____ ■"wL- -*4J§ 63,87 l*'8 16-1 i69- 2>J 76,00 81-8 15,63 iMO --- IN 58,67 64,13 14,U 16-9 170-2 jj i S: 35,7? Gelöbnis ab, daß die Niederlande sich auch zukünftig des Andenkens an den „Vater des Vaterlandes^ würdig erweisen wollen. Sodann wurde die feierliche Einweihung eines Gedenksteins vorgenommen, worauf ein Vorbeimarsch der nationalen Verbände die Kundgebung abschloß. gung für nationale Politik stets vertretenen An- schauung die NSDAP, als kirchlich erlaubt bezeichnet haben, werden diejenigen Katholiken, die noch nicht im Lager des Nationalsozialismus stehen, gebeten, durch Anschluß an die NSDAP, d i e Volkswerdung aller Deutschen auf na. tionalsozialistischer Grundlage zu beschleunigen.“ Des Reichspräsidenten G'üüwunsch für den Reichskanzler Berlin, 19. April. (DIB. Funkspruch.) Reidjs- präsident von Hindenburg Hai dem Reichskanzler Adolf Hiller zu seinem Geburtslage sein Bild in silbernem Rahmen mit eigenhändigem herzlichen Glückwunschschreiben durch Slaalssekrelär Meißner übermitteln lassen, wie wir von unterrichteter Seile erfahren. ist die für heute vormittag angesehle 2R i- niflerbesprechung und Kabine 11 ssihung abgesagt worden. Die nächsten Sabinettsberatun- geu werden erst am Samstag stallfinden. Der Grund der verschicbung liegt darin, daß Reichskanzler h i.t l e r , Vizekanzler voi Papen und Reichsminister Göring noch nicht in Berlin eingelt o f f e n sind. Der Abflug des Kanzler» von München ist verschoben wordcn. Der Kanzler wartet offenbar zunächst die Ankunft des Reichsministers Göring in München ab, um sich mit ihm über den römischen Besuch auszusprechen. Da der Reichskanzler zu seinem morgigen Geburtstag ebenfalls nicht in Berlin weilt, ist er nicht in der Lage, persönliche Glückwünsche entgegenzuneh- mcn. Für Gratulanten liegt in der Reichskanzlei ein Buch jur Eintragung aus. Donnerstag um 8 Uhr findet vor dem preu- hischen Ministerium de» Innern Unter den Linden eine Flaggenparade unter Beteiligung einer Kapelle der Schutzpolizei, einer Bereitschaft der Polizeiabteilung wecke, eine» Sturme» SS., eines Sturmes SA. und einer Kompanie Stahlhelm statt. XänDettonferenj über Veamtengesetz und Polizeisragen. Berlin, 19. April. (DDZ.) Reichsinnen. Minister Dr. Frick hat die Ministerpräsidenten und die Innenminister der Länder für den 25. April zu einer Konferenz' nach Berlin einberufen. ES verlautet, daß mit einer flrafferen Zusammenfassung der Polizei ge walt im Reichsgebiet zu rechnen fei. Die Lände rmini- st er dürsten zugleich noch gewisse Streitpunkte aus dem neuen Beamtengesetz klarstellen, die sich in der praktischen Ausführung ergeben haben und deren Klärung notwendig ist, wenn das Gesetz bis zum 30. September durchgeführt werden soll. Eine klare 'Definition des Begriffes der politischen Betätigung und des Begriffes des Frontkämpfers wird für notwendig gehalten. ebenso scheint man eine Bestimmung zu erstreben, die auch diejenigen Beamtenkräfte in den Kreis der Maßnahmen des Deamtengesetzes ein- bezieht, die infolge parteipolitischer Betätigung ungewöhnlich stark gefördert worden sind. Ra jonalsozialiflischeZugendkund- gebung aus der Leuchtenburg. Weimar, 17. April. (Sil.) Die _ gesamte nationalsozialistische Iungvolkführer- schäft aus dem Reich. Oesterreich und den Grenzgebieten trat im Hof der Leuchtenburg zu | einer Kundgebung zusammen. Staatsmmister Gaudet ermahnte die Jugend, fest und treu int Glauben an die höchsten und herrlichsten Führer des Volkes zu bleiben. „Dor allem etns. meine Fungen, seid treu und wahr, laßt nie die Lüge euren Mund entweihen. Von altersher im deutschen Volke war der höchste Ruhm, getreu und wahr zu fein.“ — Der Reichsjugend, sichrer Baldur von Schirach überbrachte den Gruß des Führers. „Sie Kampfzeit der Verfolgung ist hinter uns. und auch äußerlich | haben wir die Führung der deutschen Jugend- 1 verbände in unsere Hände genommen und damit diesen elenden Zustand überwunden. Die Zeit ist vorüber, da Juden und Marxisten die Handlungen bestimmten. Wir schließen keine Kompromisse mit der Reaktion und demWarrismus. Galt für uns die Parole: Schlagt den Marxismus. so heißt es letzt: ^hlagt die Reaktion. Die Parole des kommenden Kampfes ist für uns: Durch Sozialismus zur Am "zweiten Ofterfeiertag gab der Bundes- sichrer das Manifest der Jungvolkfuhrerschaft Oesterreichs und Deutschlands bekannt. Darin be-ßt es- ..Wir künden unseren unerbittlichen Kampf der bündischen Jugend an. die nichts als ichbezogen ist und vom ersten bis zum letzten Wann einer reaktionären Weltanschauung lebt. Werdet Niemals weich, werdet niemals lau, tragt diesen Geist, der uns hier alle verbindet, zu euren Zungen. Wir schauen gläubig und fanatisch treu ju unserem Führer auf. Wir glauben an die Ewigkeit unseres Volkes und leben für die sozialistische Revolution.“ Die katholische Kirche und -er Nationalsozialismus. Essen. 17. April. (ERB.) Die Essener ,Ra- sionalzeitung“ veröffentlicht den Wortlaut eines Anschreibens des erzbischöflichen Generalvikartats und eine Instruktion für die Geistlichkeit über seelsorgliches Verhalten zu Anhängern des Ra- ttonalsozialismus. . Punkt 1 bestimmt, daß Angehörige der nationalsozialistischen Bewegung und Partei wegen dieser Zugehörigkeit hinflchtltch des va- kramentempfanges nicht zu beunruhig e n seien. Auch biete die Zugehörigkeit zur Partei keinen Grund zur Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses. 2. wird angeordnet, daß auch den in größerer Anzahl in Uniform erscheinenden Witglie- bern das Sakrament nicht zu verweigern sei. , _ . 3n Punkt 3 wird bestimmt, daß das Einbringen von Fahnen politischer Partei- Organisationen in die Kirche nach Tunlichkeit durch freundliche vorherige Verständigung zu verhindern sei. 4. wird die Unterlassung von Fest- gottesdiensten für politische Parteiorgans, fationen angeordnet, vaterländische "Bera_nHaltungen werden von dem Verbot ausdrücklich ausgenommen. Punkt 5 behandelt dieOrdnungbelktrch- lichen Begräbnissen, gestattet die Mdführung von Fahnen außerhalb des Gotteshauses und verlangt, daß auf Unterlassung von Partei- politischen Kundgebungen am Grabe wenigstens in Gegenwart des Priesters hingewirkt werde. Bei der Fronleichnarnprozession sei das Mitführen von Fahnen politischer Vereine nicht üblich. .... Punkt 6 weist auf die Notwendigkeit innerer religiöser und sittlicher Bildung und damit zugleich auf die hohen Aufgaben der katholischen, kirchlich approbierten Vereine für das religiöse Leben für Volk und Vaterland hm. EmAufmf derKatholischen Bereinigung für nationale Politik. Berlin, 18. April. (TU.) Die Führerschaft der Katholischen Vereinigung für nationale Politik hat an die deutschen Katholiken einen Aufruf erlaffen, tn bem es u. a. heißt: „Nac^em die deutschen Bischöfe im Sinne der von der Katholischen Lereini- i S* Rühl,„&* W ®rant> ÄR fü? die %Q^Tnen . e Samten ren den »Jr5* *5* 5 £ $e*°lbun95' wisamisDarm. Äen ^arMlau' ? J 96red)tiertiflte 5 Mr Dorerft bt. 7 4 ° der Besol, rb°>. wird den be- '"grissen Rechnung .Personalbestand« •r 8§ 4,5 btr Sri!. rbnu"9 Zur Siche, i unö Gemeinden ^eichsgesetzes vom 8 von solchkn deren Stellen be. n Aussicht genorn. Jes der Stoiber kommen könne nur Beamte b: idmchhr vollend!, ö Herren unter 420 hier. So ist es kein Geheimnis, daß China dabei ist, sich eine Armee zu schaffen, und sie s o modern wie möglich auszurüsten. Das chinesische Heer ist ja überhaupt erst in der Entstehung begriffen. Auf dem Papier hat China zwar eine Armee von vielen hunderttausend Wann, tatsächlich sind aber nur ganz kleine Truppenmengen militärisch brauchbar. Rur die dem Oberbefehlshaber Tschiankaischek persönlich unterstellten, zum Teil von Deutschen ausgebildeten Divisionen sind tatsächlich kriegsverwendungsfähig. Die große Masse der Provinzarmeen ist das aber nicht. Das was man von der Truppe hier feststellt, gilt natürlich erst recht von der Bewaffnung. Denn hier fehlt eS fast an allem, an Artillerie. Maschinengewehren. Flugzeugen, Tanks, technischer Ausrüstung. Trainmaterial und was man sonst nennen mag, auf keinem Gebiet ist China ausreichend versorgt. Roosevelts Zlottenpläne. Amerikanische Sorgen im Pazifik. Don unserem Äerichterstatter H. W. von Ooemming. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! N e u y o r k, im April 1933. Sobald die Erschütterungen der amerikanischen Bankenkrise abgeebbt sein werden, ist anzunehmen, daß Präsident Roosevett eine ernstere Forderung nach substanzieller Abrüstung an die Großmächte richten wird, als es von ameri- konischer Seite seit Wilsons Seiten, und hoffentlich mit mehr Erfolg, geschehen ist. Schon heute verlautet, daß der amerikanische Delegationsführer auf der Abrüstungskonferenz, Norman 5). Davis, von Washington Instruktionen mit auf den Weg erhält, die die Großniächte in recht unverblümter Weise vor die Alternative stellt: Entweder einigt ihr euch umgehend auf ein positives Abrü st ungs-Programm, oder ihr könnt eure Kriegsschulden bezahlen. Außerdem liegt dem Marine-Komitee des Repräsentantenhauses bereits ein Flotten-Programm vor, das den Ausbau der amerikanischen Kriegsflotte bis zu der im Londoner Flottenpakt erlaubten Höchstgrenze, und über einen Zeitraum von acht Jahren Ersatz- und Neubauten im Betrage von jährlich 60 Millionen Dollars vorsieht. Dieses Programm ist lediglich ein Zusatz zum jährlichen Marine-Etat, der für das Finanzjahr 1933/34 ungefähr 315 Millionen Dollars beträgt. Die Frage der Abrüstung betrifft die USA. infolge ihrer geographischen Lage fast ausschließlich in bezug aus tue Seestreitkräfte, die unter der Hoover-Negierung weniger der Zahl, als dem AUerswert nach bedeutend unter die Grenze des Washingtoner und Londoner Flottenvertrages g e • sanken sind, und deren tatsächlichen Kampfwert man heute auf etwa 75 Prozent der an sich schon geringeren japanischen Streitkräfte an- setzen kann. Durch die Zuspitzuna der politischen und militärischen Lage im Fernen Osten einerseits, und ine unumgängliche Forderung nach drastischen Sparmaßnahmen im Interesse des Staatshaushalts anderseits, ist Roosevelt in die Zwangslage versetzt, entweder einem weiteren Erstarken des japa- nischen Einflusses im Stillen Ozean tatenlos zuzu- | sehen, oder aber seinem Schatzamt neue schwere Finanzbürden aufzuerlegen. Wenn die an sich schon ungeheure öffentliche Schuldenlast der Bereinigten Staaten auch nur schwer eine weitere Belastung aushält, und wenn auch die öffentliche Meinung gegenwärtig jeder kriegerischen Verwicklung ablehnender gegenüber- steht als je, so wird sich Amerika infolge seiner auswärtigen Politik, die bereits feit Jahren den Schwerpunkt vom Atlantik in den Pazifik verlegt hat, wahrscheinlich zu dem erwähnten Ausbau- Programm verpflichtet fühlen, falls die Abrüstungs- Konferenz nicht inzwischen greifbare Ergebnisse erzielt. Diese Tendenz wird sich um so stärker bemerkbar machen, als die amerikanische Kriegsmarine, die unter der Präsidentschaft Hoovers sehr stiefmütterlich behandelt wurde, in dem jetzigen Prä identen, dem früheren Marineunterstaatssekretär Roosevelt, dem flottenfreundlichen Marinemini ter Senator S w a n f o n von Virginia und dem Vorsitzenden des Kongreb-Flottenkomitees E. V i n f o n von Georgia geneigte Förderer ihrer Bestrebungen besitzt. Qualitativ erstreckt sich das Flottenprogramm Roosevelts plane zur Reform der amerikanischen W.rtschast. Washington, 18. April. lWTB.) Roosevelt beabsichtigt, nach der kurzen Osterpause seine Reformpläne zur Heilung der amerikanischen Wirtschaft mit erneuter Energie zu betreiben. Bisher sind fast nur dringende Notstandsgesetze vom Kongreß verabschiedet worden. Roch nicht verabschiedet sind Roosevelts Gesetzentwürfe über Arbeitslosenunterstützung, die Hebung der Farmpreise durch Einschränkung der Produktion, die Ausnutzung der Ten- nessee-Wasierkräsie zu staatlichen Siedlungen, die Bankenreform, die Einführung der Kurzwoche u. a. Weitere von Roosevelt geplante Gesetzentwürfe betreffen ein großzügiges Arbeits- beschaffungsprogramm. Sowohl im Kongreß, wie in vielen Industrie- kreisen besteht angesichts dieser Fülle neuer Maßnahmen starke Nervosität. Man behauptet, das erstrebte Ziel ließe sich leichter und schneller durch Abwertung des Dollars erreichen. Roosevett ist nach wie vor fest entschlossen, diesen angeblichen „Ausweg" nicht 3u beschreiten: er durste vielmehr demnächst drastische Maßnahmen zur E i n - fübrung einer rigorosen Planwirtschaft verlangen, verbunden mit einer Steigerung d e r Kreditmöglichkeiten. Es wird die Möglichkeit erörtert, daß Roosevelt mit England, Frankreich, Deutschland, Italien und Daß die Chinesen mit Empörung die Zumutung abweisen, sie sositen abrüsten, wird daher jeder verstehen, dec sich in ihre Lage zu versetzen vermag. Eine Abrüstung von Leuten, die nicht nur nicht bewaffnet sind, sondern auch noch von außen bedroht werden, — daS gibt es eben einfach nicht. Aber auch in Japan liegen die Dinge nicht viel anders. Die japanische Armee mag vorzüglich fein und steht zweifellos nicht nur in der Truppe, sondern auch was die Ausrüstung anbelangt, qualitativ ungewöhnlich hoch, aber auch den Japanern genügt ihre gegenwärtige Stärke nicht. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt denn auch, daß die japanische Ansicht, die Arnu?e sei nicht genügend ausgerüstet, keineswegs so von der Hand zu weisen ist, wie man das vielfach in amerikanischen Zeitungen lesen kann. Die technische Bewaffnung der Armee beginnt er ft modernen Ansprüchen angepaßt zu werden, und die vorhandenen Aus- rüftungsmengen sind zweifellos für den Ernstfall eines pazifischen Krieges alles andere als ausreichend. Die offene Erklärung des japanischen Kriegsministers, der große Kredite für die Ausrüstung der Armee forderte, ist also sachlich zweifellos begründet. Die militärische Ueberlegenheit über die so gut wie unbewaffneten Chinesen besagt eben nichts für den Fall, daß die Japaner es etwa mit den Amerikanern zu tun bekämen. Das gleiche gilt auch für b i e Flotte. Nach dem Washingtoner Abkommen ist die japanische Flotte ja nur drei Fünftel so stark wie die amerikanische. Und da es Geheimrüstungen zur See nicht gibt, ist es kein Zweifel, daß Japan den Amerikanern unterlegen ist. Nun wird zwar Japan, durch seine Jnsellage und den Pazifischen Ozean weitgehend geschützt — aber das Gefühl der Unsicherheit ist doch da, und man versteht es wieder, warum auch der japanische Marineminister eine Verstärkung der japanischen Flotte wünscht. Schließlich geht es für Japan ja auch um die .Lebenslinie", die Erhaltung der Mandschurei und die Gewinnung von Positionen für noch größere kriegerische Ereignisie, al» es die der letzten Jahre waren. Der große pazifisch« Krieg wirst seine Schatten voraus ... hauptsächlich auf den Bau von Schlachtkreuzern und Zerstörern, sowie den Ausbau der Flugwafse zur erstklassigsten der Welt. Regierungs- kreise glauben, daß die mit dem Flottenprogramm verbundenen Mehrausgaben großenteils durch eine entsprechende Verminderung der Erwerbslosigkeit ausgewogen werden. Da die amerikanische Landmacht bei den Abrüstungsverhandlungen keine Rolle spielen wird, und der Kampf um die Herrschaft der Meere, der auf der nächsten Flottenkonferenz 1936 zwischen den fünf beteiligten Großmächten entbrennen wird, sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen auf Amerika und Japan konzentriert, so ist zu_beachten, daß die Entscheidung über die Frage der Seeabrüstung nicht in Europa, sondern bei Japan liegt, und Japan hat innerhalb 24 Stunden, nachdem die Roosevett- Regierung chre Absicht des Flottenabkommens bekannt gab, diese Erklärung durch seine Marine- Minister dahingehend beantworten lassen, daß Japan auf der Flottenkonferenz 1936 b i c gleiche GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrmk und Verlag: vrLhl'sche UniverfitStr-vuch- und Sleindruckerei H. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schul'traße 7. „Abrüstung der „ . . nicht zu sagen europäische Vorstellungen zurückgeht, wird nirgends so klar wie inOst- a s i e n. Hier, wo man sich mitten i n einem Kriege befindet, hat man schon seit langem über diese rein europäische Angelegenheit gelächelt, da ja die ganze Vorstellung, man könne mitten in kriegerischen Aktionen eine Verminderung seiner eigenen Bewaftnung vornehmen, so grotesk ist, daß man darüber kein Wort zu verlieren vermag. Wenn daher die japanische Presse es auch mit einer geradezu bewunderungswürdi- gen Disziplin vermeidet, das Wort Krieg auch nur zu erwähnen, so hindert das eben nicht, daß sich alle Welt darüber klar ist, was vor sich geht. Von China ganz zu schweigen, wo man sich auch nicht scheut, die Dinge beim rechten Rainen zu nennen... Wenn daher die Frage gestellt wird, wie man sich in Oftafien zur Frage der Abrüstung stellt, so ist diese sehr einfach zu beantworten: Hier denkt niemand daran. 3m Gegenteil, die Ausrüstung und die Kriegsvorbereitung wird nirgends so offen betrieben, wie gerade rfügung gestellt. Der llmartl hat sich leit st uni für Deutsch' rl, daß der deutsche gen die überragende i Automobilindustrie nähme des deutschen ■e 1929 beweist, wie eneral-Wotors in st ju be-rützen is 'Sagen zweimal |» deutsche Automobil- slärtle Speichert nidelsbilaitz wieder Expott die Piodul- e so verbessert, datz t werden konnten. absestmzt. ;er der Peterskirche )cr Peterstuppel em an einem Serust ttemden Hilserusen f ins Leere stürzte, ickenbogen am Em- ieb. Der Fall lenkte mal auf die altehr- ni“ der todesmu« Sännet haben stau- du Z-'t SU Zeit Die'enluppel Ad em aber liegt g b, wie sie anlaM QHak den rt das Feuer •ten Seite der W her Anblick- Derbe- ^nnte nie etwas r-er Japan denkt nicht an Abrüstung Von unserem Berichterstatter Or. Friedrich Ratte. Holland feiert Wilhelm von Oranien. Große nationale Aundgevu, g in Telft. Amsterdam, 17. April. (WTB.) Anläßlich des 400. Geburtstages des Prinzen Wilhelm von Ora- nien-Nassau, des ersten Statthalters der Niederlande und Begründers der holländischen Dynastie, fand in Delft, in der Prinz Wilhelm feine Residenz hatte, eine von nationalen Verbänden veranstaltete große Kundgebung statt, zu der sich etwa 30 000 Personen aus allen Teilen der Niederlande eingefunden hatten. Eine größere Anzahl von Teilnehmern war auch aus den flämischen Provinzen Belgiens erschienen. Der Mittelpunkt der Kundgebung war der historische Marktplatz vor der neuen Kirche, in deren Mausoleum „Wilhelm der Schweiger“ seine letzte Ruhestätte gesunden hat. Mehrere Redner würdigten die große geschichtllche Bedeutung des Prinzen für die Niederlande, für deren selbständige Staatsbildung er im erfolgreichen Befteiungskampf gegen die spanische Oberherrschaft die Grundlage schuf. Die Hauotansprache wurde von General Snyders, dem Oberbefehlshaber der holländischen Wehrmacht zur Zett des Weltkrieges, über das Thema „Wilhelm von Oranien als Mensch, Kriegsoberst und Staatsmann" gehatten. Ein protestanttscher Geistlicher legte für ine in Delft zusammengeströmten Massen das Die Abrüstungskonferenz nimmt ihre Arbeit wieder auf. Botschafter Navolny skizziert die deutschen Forderungen und Ziele. Berlin, 18. April- (TA.) Am 25. April werden die Verhandlungen der Abrüstungskonferenz in Genf wieder ausgenommen. Der deutsche Vertreter auf der Abrüstungskonferenz, Botschafter RadolnY, gibt daher noch einmal einen Aeber- blick über die Stellungnahme der Reichsregie- rung zu dem Gesamtkomplex, in dem es heißt: Durch die Annahme des englischen Entwurfs als Diskussionsgrundlage für die Konvention hat sich die Konferenz eine Basis geschaffen, die der Ausgangspunkt für eine positive Lösung sein kann. Deutschland ist A b r ü st u n g s g l ä u b i- g e r und seine Forderung ist l ä n g st fällig. Eine weitere Verzögerung würde von uns nicht mehr hingenoinmen werden. Weiter muß es sich nun entscheiden, ob es möglich ist die verschiedenen Forderungen der Parteien zum Austrag zu bringen. Deutschland verlangt die Herstellung des im Pakt vorgeschriebenen Zustandes, also die Begrenzung der Rüstung aller Staaten auf das Maß, das zum Schuhe ihrer nationalen Sicherheit notwendig ist. Das bedeutet, daß d i e hochgerüsteten Staaten ab^urüsten haben und daß unsere Rüstung oa s Minimum an nationaler Sicherheit zu gewährleisten hat. Die Bestimmungen des Paktes haben für alle Staaten zu gelten. Die Fünf-Mächte-Vereinbarung vom 11. Dezember Hal die deutsche Gleichberechtigung noch einmal ausdrücklich bestätigt. Dem etappenweisen Abbau der Rüstungen haben wir 1927 beigestim nt. Wir haben auch nichts dagegen, daß die jetzige Konvention nur eine erste Etappe der Herabsetzung der hohen Rüstungen festlegt. Allerdings muß diese Herabsetzung bereits eine entscheidende sein. Der Pakt bestimmt, daß bei der allgemeinen Abrüstung das jedem Staat zuzumessende Rüstungsminimum seiner nationalen Sicherheit Rechnung tragen muh. Wir bestehen darauf, jetzt daraus die Konsequenzen zu ziehen. Der englische Entwurf sieht für die volle Verwirklichung der Gleichberechtigung eine Aebergangs- Periode von fünf Jahren vor. Diesen Gedanken haben wir angenommen. Im Interesse des Gelingens der Abrüstung wollen wir auch nicht darauf bestehen, dah sich die Gleichberechtigung voll auswirkt, wie wir es an sich verlangen könnten. Diese freiwillige Beschränkung ist lediglich ein Beweis für das heiße Verlangen nach endlicher Befriedung der Welt. Wir fordern keinerlei offensive Rüstung, aber man darf uns nicht jede Möglichkeit der Verteidigung der nationalen Sicherheit verwehren. Die Gegner haben drei Grundforderungen: Schaffung weiterer vertraglicher Sicherheitsgarantien, Vereinheitlichung der europäischen Heere auf einen einheitlichen Armee-Typ mit kurzer Dienstzeit und wirksame Kontrolle der Abrüstung. Auch wir haben nichts dagegen, daß die Abrüstung kontrolliert wird, sie muß nur alle in gleicher Weise treffen. And auch wir müssen als Kontrolleure mitwirken. Das Verlangen nach weiteren vertraglichen Sicherheiten ist nicht begründet. Die vor- handenen Sicherheiten genügen. Trotzdem hat Deutschland die Diskussion des französischen Sicherheitsplanes nicht von sich gewiesen und es wird auch die entsprechenden Bestimmungen des englischen Entwurfs in bester Absicht erörtern. Die französische Forderung nach einem e i n h e i t - lichen Heerestyp, die leider auch in dem englischen Entwurf ausgenommen ist, richtet sich im wesentlichen auf die Abschaffung unserer Reichswehr. Als Deutschland abrüsten mußte, wurde ihm die Berufsarmee an Stelle der Volksarmee auferlegt, um eine Angriffspolitik zu oerhin- dern. Jetzt ist auf einmal die langdienende Armee einAngriffsheer, und wir sollen wieder zum Typ der kurzdienenden übergehen. Es entstehen da verschiedene schwierige Fragen. Man darf sich darum nicht wundern, wenn wir dieser Forderung m i t äußer st er Vorsicht gegenüberstehen. Wir sind bereit, bei der Reichswehr einiges zu ändern, verlangen aber, daß hinsichtlich des Heeressystems j e - der Regierung die Freiheit gelassen wird, es nach den besonderen Verhält- nissenihresLandeszu regeln. Das sind die Hauptfragen, deren Regelung in der kommenden Konferenzpyase vor uns liegt. Sie zeigen, daß uns noch eine schwere Arbeit bevorsteht. Es ist daher notwendig, daß die anderen Mächte nun endlich einen ebenso großen Verständigungswillen zeigen, wie wir. Japan ein internationales Abkommen auf der Grundlage der Doppelwährung erstrebe. Der Zweck dieses Abkommens wäre die Herstellung einer festen Beziehung zwischen den Währungen aller Länder und damit die Verhinderung internationaler Kursschwankungen. Roosevelt teilte dem Kongreßführer mit, daß er eine kontrollierte Währungsausweitung befürworte. Für einen genauen Plan habe er sich jedoch noch nicht entschieden. Staatssekretär Woodin hat die Gouverneure der 12 Bundesreservebankbezirke für Mittwoch zu einer Besprechung über die Anstauung der in den geschlossenen Banken eingefrorenen4bis5MilliardenDol° 1 a r eingeladen. Die amerikanische Regierung vertritt die Ansicht, daß die Industrie der Vereinigten Staaten für eine Konjunkturbesserung reif sei, falls ihr Betriebskapital in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden kann. Das Moskauer Urteil Die Gerichte der Sowjetunion find, wie der Staatsanwalt am Sonntag ausdrücklich feststellte, Klassengerichte: ihre Aktion richtet sich nach den Interessen des kommunistischen Klassenstaates und erst in zweiter Linie oder überhaupt nicht nach der Schuld oder Nichtschuld des Angeklagten. Auch das Urteil in dem jetztzu Ende gegangenen Sabotageprozeß, in dessen Mittelpunkt die sechs eng- lischen Ingenieure der Metro Vickers-Gesellschaft standen, ist eine ausgesprochen politische Maßnahme, deren Milde gegenüber den englischen Angeklagten zeigt, daß auch für die Sowjetunion die Außenpolitik den Vorrang vor dem innerpolitischen Agitationsbedürfnis hat. Das Urteil ist ein voller Erfolg der energischen Intervention Englands, das mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen und einer Einfuhrsperre für russische Waren drohte, falls die englischen Ingenieure zu Opfern dieser Propaganda zur Vertuschung der Schwächen des Fünfjahres- planes gemacht würden. Auch sonst verlies der Prozeß nicht ganz regie- gemäß. Man Halle wieder die beiden typischen Gestalten jeder derartigen Schaustellung, den „reumütigen Angeklagten" und den „H a u p t- b e l a st u n g sz e u g e n" auftreten lassen, aber weder der Angeklagte Macdonald noch die Sekretärin Kutusowa spielten ihre Rolle konsequent und überzeugend. Dazu die Panne mit anderen Engländern, die offenbar zwischen Furcht und Hoffnung herumgeworfen wurden, bald die Geständnisse der Voruntersuchung, bald ihre eigene Meinung vor- trugen, ohne daß bezeichnenderweise sich das Gericht für die Aufklärung dieser Widersprüche interessiert oder die überaus kompromittierenden Geständnisse bei der Urteilsfällung berücksichtigt hätte. Die zwei- und dreijährigen Freiheitsstrafen für die beiden Engländer Macdonald und Thornton, die freilich in keinem Verhältnis zu der langjährigen Verurteilung der meisten russischen Angeklagten stehen, werden sicher noch den Anlaß weiterer Auseinandersetzungen zwischen England und der Sowjetunion bilden. Zwischen der Milde des Arteils gegenüber den Engländern und den Vergehen, die ihnen auch in der Begründung wieder zur Last gelegt werden, klafft ein unüberbrückbarer Widerspruch. Die westliche Welt ist wie bei früheren Prozessen auch diesesmal nicht davon überzeugt worden, daß die unverkennbaren Schwierigkeiten des forcierten industriellen Aufbaues in der Sowjetunion auf eine Schädlingstätigkeit ausländischer Bourgeoisie und konterrevolutionärer Gruppen zurückzuführen ist. Das englische Verbot der Einfuhr russischer Waren. London. 19. April (BIB. Funkspruch.) Die Proklamation über das Verbot der Einfuhr russischer Baren ist im Anschluß an die Beratung des Königs mit dem Geheimen Rat im Schloß Binfor unterzeichnet worden. Sie wird Oie stummen Gäste von Zweilinden Roman vonAnny vonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. 19 Fortsetzung Rachdruck verboten I Konrad Zweilinden dachte: Das war deutlich! Klarer konnte der Vater der jungen Schönheit wirklich nicht zu verstehen geben, er wünschte keine Unterhaltung über seine Vergangenheit. Er schien Angst gehabt zu haben, die Tochter könne ihm, dem Fremden, noch den Ort nennen, wo er herstammte. Angela war errötet, es kränkte sie, daß sie der Vater vor dem Fremden so auffallend zur Eile nmhnte. Sie machte den Strauß fertig und schlug ihn in einen großen Bogen Seidenpapier. Konrad Zweilinden zahlle vier Peseten dafür, und dann mußte er gehen. Die hellgrauen Augen des Aelkeren drängten ihn förmlich zur Tür. Angela wollte ihn hinausbeglellen, doch ihr Vater stand auf, ging bis zur Haustür mit, erklärte dem Jüngeren, wie er von hier aus am raschesten den Platz Catalunja erreichen konnte. Angela stand am Herd, als er wieder eintrat. Sie fragte hastig: „Warum warst du so zurückhaltend, Vater, warum vermiedest du alles, was mit deiner engeren Heimat zufammenhängt, auch nur mit einer Silbe zu berühren. Es ist doch keine Schande, daß du einmal dein großes Besitztum in Deutschland verloren hast." Er machte eine abwehrende Handwegung. „Rein, das ist keine Schande, aber es ist auch kein angenehmes Gefühl, sich zu sagen, wielleicht ist der Deutsche dort in der Nähe zu Hause, wo ich früher lebte, und wenn wir ihm erzählen, wer ich bin, dann tut er sich, wenn er wieder daheim ist, dort überall damit wichtig, er hat den Grafen Speerau als altes Hinkebein in einer Barackenwohnung Barcelonas getroffen. Ich habe mit meiner Vergangenheit endgültig gebrochen, und du bist der einzige Mensch, mit dem ich darüber rede. Fremde sollen sich nicht damit herumschlagen." Angela sah nachdenklich aus, als sie zugab: „Du hast wohl recht, Vater, du mußt das jedenfalls am besten wissen." Sie nahm die Brotsuppe vom Feuer, goß Del tn die Pfanne, um frische Sardinen zu braten. Aber während sie das Mittagessen fertigmachte, sann sie darüber nach: war ihr der Deutsche deshalb wirklich gefolgt, weil er seiner Mutter Rosen mit= bringen wollte, oder war das nur eine Ausrede gewesen? Ihr Herz klopfte plötzlich stark, und sie atmete schwer. Schade, daß der Deutsche nicht hier in Bar . heule abend in einem Beiblatt zum Amtsblatt erscheinen. Oer japanische Vormarsch auf Peking. Peking, 18. April. (TU.) Der Vormarsch der japanischen Truppen südlich der großen Mauer in Richtung auf Peking und Tientsin wird weiter fortgesetzt. Die chinesischen Truppen sind über den Fluh Luan zurückgegangen und verschanzen sich am südlichen Fluhufer. Der 19 Kilometer südwestlich von Tschinwangtau gelegene Badeort P e i t a i h o ist von den japanischen oder mandschurischen Truppen besetzt worden. 40 Ausländer, darunter mehrere Deutsche, muhten in großer Eile flüchten. Die Hauptkämpfe sind zur Zeit etwa 25 km westlich von Peitaiho im Gange, wo die Japaner die Eisenbahnlinie Peking— Mulden abgeschnitten haben, um einen chinesischen Gegenangriff zu verhindern. Japanische Bombenflugzeuge haben bereits das 30 Kilometer weiter südlich gelegene celona wohnte, weil doch dann die Aussicht bestände, daß sie ihm vielleicht zufällig einmal begegnet wäre. So aber reifte er wieder fort, möglicherweise morgen schon, und im ganzen Leben sah sie ihn nicht mehr. Sie fuhr mit dem Zeigefinger über die Augenwinkel, die ihr feucht geworden waren. Zu dumm, daß ihr jetzt so eigen ums Herz war, als müsse sie laut und fassungslos meinen. Der fremde Herr aus Deutschland ging sie doch gar nichts an, und ihre traurige Stimmung hatte bestimmt nichts mit ihm zu tun. Eher -hing sie damit zusammen, daß sie durch ihn stärker an Deutschland denken mußte und ihre alle Sehnsucht, es kennenzulernen, dädurch heißer als je geworden war. Am nächsten Vormittag wunderte sich Angela über ihren Vater. Er, der sonst stets über die geweihten Palmenwedel gespottet hatte, sagte: „Trage nur auch einen Palmenzweig in die Kirche, wir wollen ihn an der Haustür befestigen, er soll ja ein Schutz gegen Unheil und Krankheit fein/ Angela nickte froh und begriff nicht, daß der Vater jetzt etwas ernst nahm, worüber er noch im vorigen Jahr gespöttelt. Sie dachte, diese Wandlung mußte mit seinen Ausgängen Zusammenhängen, von denen er immer mit so seltsam zufriedenem Gesicht heimkehrte. Sobald er wieder ausging, würde sie ihm folgen 15. . Frau Bettina trug noch Trauerkleider. Sie stand in ihrem Zimmer des eleganten Hotels „Ritz" und blickte durch die weitgeöffnete Balkontür auf die breite Straße de las Cortes hinaus. Ihre Gedanken waren nicht bei dem, was das 2luge sah, ihre Gedanken waren daheim in den Taunusbergen. Sie sann nach, daß sie viel zufriedener gewesen, wenn sie daheim geblieben wäre. Dann befände sie sich vielleicht um all diese Stunde auf dem Dorffriedhof, um all ihren Lieben Kränze und Blumen zu bringen. Der Hausarzt hatte gewünscht, daß sie auf Reisen gehen sollte, um einmal aus der Umgebung herauszukommen, in der sie alles an ihren Mann erinnerte. In der sie fast tiefsinnig geworden, weil sie seinen jähen Tod noch immer nicht zu fassen vermochte. Ihr Sohn hatte es bann durch Ueberrebung zustanbegebracht, sie zu ber Auslandsreise zu bewegen, sie nach Paris unb Madrib, nach Sevilla unb Valencia zu bringen. Unb nun war sie in Barcelona, der wunderschönen Hafenstadt am blauen Mittelmeer. Es klopfte mehrmals in kurzen Abständen. Sie wußte, er war es, auf den sie wartete. Konrad Zweilinden trat ein. Er trug einen großen Strauß, man sah Rosen durch die dünne Seidenhülle schimmern. „Bringst Du mir schon wieder Blumen, Verschwender", schalt Frau Bettina mit glücklichen Augen, „unb noch bazu solch ein Riesenbukett! Dafür muß man ja eigens eine Vase anfertigen." Sie Tschanali bombardiert. In nächster Rähe des amerikanischen Marinelagers bei Tschinwangtau fielen japanische Bomben nieder. Bei Schischia wurden 11 Mitglieder des chinesischen Roten Kreuzes durch eine japanische Bombe getötet. Die chinesischen Verluste bei den letzten Kämpfen südlich der großen Mauer werden von ausländischen Beobachtern auf 4000 Tote und über 10 000 Verwundete geschätzt. Japanische Kavallerie soll sich bereits 85 Kilometer von der Stadt D o l o n o r in der Provinz T s ch a ch a r befinden. Reuorganisation der ORVp. zur Aktivierung der Partei. Berlin, 19. April. (ERD.) Don der deutschnationalen Parteileitung find eine Reihe von organisatorischen Maßnahmen getr-ffen worden, die einer Aktivierung der Partei lienen sollen. Die F ü h r e r der Landesverbände, Kreisgruppen und Ortsgruppen löerden in Zukunft nicht gewählt, sondern berufen. Die berufende Stelle ist der Führer der nächsthöheren Gliederung. Die Führer regeln ihre Ver- entfernte bas Seibenpapier, hob ben Strauß, stutzte unb lächelte oerbutzt, als sie ihn näher betrachtet. „Das sind doch künstliche Blumen, Konrab, bu hast wirklich brollige Einfälle", sagte Frau Bettina lächelnd. Konrad Zweilinben nickte: „Ja, Mutter, es sind künstliche Blumen, aber sie gefielen mir, weil sie so natürlich wirken." Frau Bettina war keine Freunbin von künstlichen Blumen. Ihr schöner Park daheim lieferte vom Frühling bis zum Spätherbst frische Blumen für die Vasen, und sie hätte sich niemals eine künstliche Blume Ins Zimmer gestellt. Doch dachte sie, daß ihr Konrad hatte eine Freude bereiten wollen, und sagte darum: „Die Rosen sind wirklich ber Natur über- raschend getreu nachgebildet, ich begreife, wie sie dir gefallen konnten, wir nehmen sie mit nach Zwei- linben." Man aß im Speisezimmer des Hotels, und beim Nachtisch fragte Konrad: „Mochtest du nicht auch noch andere Blumen von dieser Art haben, Mutter. Sie hat zum Beispiel sehr schöne Lilien unb Nelken." Frau Bettina horchte auf. .Wer hat noch sehr schöne Lilien und Nelken", fragte sie nun ihren Sohn, inbem sie ihn dabei forschend anschaute. Er lächelte ein bißchen verlegen: „Ich meine natürlich die Blumenoerkäuferin, hebe Mutter." . „Hast bu die Blumen hier in ber Nähe gekauft?" fragte seine Mutter weiter. Er zuckte die Achseln. „Das kann man nicht gerade behaupten. Ich habe mal so eine kleine Entdeckungsfahrt gemacht, weißt bu, abseits von b?n vorgeschriebenen Wegen." Er erzählte von seiner Fahrt aufs Geratewohl mit bem Autobus B. Sie lächelte: „Unb da, wo bu gelandet, fandest du dann eine alte, kranke Frau, die künstliche Blumen verkaufte, und in deiner Gutherzigkeit nahmst du ihr gleich den ganzen Vorrat ab, um ihr dadurch einen großen Gefallen zu erweisen." Er erwiderte hastig: „Bewahre, die Blumenverkäuferin war doch kerne alte, kranke Frau, sondern das schönste Mädchen, das ich in meinem ganzen bisherigen Leben jemals gesehen habe." Frau Bettina drohte ihm scherzhaft mit dem Finger: „Also so verhält sich die Sache! Das ist der Grund zu deiner Noblesse, mich mit künstlichen Blumen zu beschenken. Weil dir ein hübsches Mädel gefällt, soll sich deine arme Mutter eine Waggonladung von bem bufllosen Zeug mit nach Hause schleppen. Ich brauche mir aber wenigstens keine Gewissensbisse zu machen, wenn ich beine Gabe nicht mit nach Deutschlanb nehme." Er lehnte sich bagegen auf. „Natürlich müßen wir bie Rosen mitnehmen. Mir gefallen sie sehr. Du kannst „ sie mir ja daheim in mein Arbeitszimmer Frau Bettina schüttelle den Kopf. „Künstliche Blumen sind Staubfänger und, wenn man sich tretung selbst. Sie können von ihrem Ami jederzeit abberufen werden. Die abberufende Stelle ist der Führer der nächsthöheren Gliederung. Es gelten in Zukunft folgende Bezeichnungen: Parteiführer, Fraktionsführer, Landessüh- rer, Kreisführer, Drtsgruppenführer.— Die Dor- stände in den Landesverbänden, Kreisgruppen und Ortsgruppen werden in „Beiräte" um- gewandelt. Die «Beiräte" sollen beraten: entscheiden soll der Führer. Kleine politische Nachrichten. Wie ber „Tag" hort, wirb die 'Verordnung über den Verkehr in itErzeugnissenderMar- garinefabritation und Delmühlen am 15. M a i in Kraft treten. Dieser Tag ist gewählt, um ben Gastwirtschaften unb Bäckereien genügend Zeit zur Vorbereitung unb zur Umstellung ihrer Betriebe auf ben erhöhten Verbrauch einheimischer Fette zu lassen. • Das Volkshaus in Bremen wurde durch ein größeres polizeiliches Ausg-sbot besetzt. Der frühere SPD.-Senator Sommer, der bisherige Syndikus der Arbeiterkammer, Oskar Schulze, und vier sozialdemokratische Funktionäre wurden in Schutzhaft genommen wegen dringenden Verdachts der Veruntreuung und der mißbräuchlichen Verwendung von öffentlichen Mitteln. Der Danziger Senat hat als Termin für die Reuwahlen zum Danziger Volks- t a g den 28. Mai 1933 bestimmt. Aus aller Welt Auf der Osterkour tödlich verunglückt. Auf der linksrheinischen Ryeinuferstraße zwischen Brechtingshausen und Riederheimbach trug sich ein schwerer Hnglüddfall zu, der den Tod eines Beteiligten zur Folge hatte. Der 22jährige kaufmännische Angestellte Oswald Fritz aus Göttingen hatte zu Ostern seine in Kirn a. d. Rahe wohnenden Eltern besucht: auf der Rückfahrt mit seinem Motorrad ist er mit einem Radfahrer zusammenge stoßen. Der Motorradfahrer wurde gegen eine Mauer geschleudert, wobei er sich einen schweren Schädelbruch zuzog. Der Radfahrer Fritz Reinhardt aus Linxweiler (bei Völrlingen a. d. Saar) kam zu Fall und erlitt eine Gehirnerschütterung. Die beiden Sch werverletzten wurden ins Heilig-Geist- Hospital Bingen eingeliefert, wo Fritz inzwischen geworben ist. Brandstiftung an der Mosel. In Erden an ber Mosel wurden das gesamte Anwesen eines Winzers unb ein angrenzes Wohnhaus durch Brandstiftung vollkommen einge- äschert. Der Schaden beträgt 30 000 Mark. Ungeheuere Erregung beinächtigte sich der Bevölkerung, als ber Täter jetzt in der Person des 37jährigen Winzers Johann H a n i o ermittelt wurde, zumal der Brandstifter ein geborener Erdener ist. Im Anschluß an eine öffentliche Versammlung, in der der Uebel- täter gebranbmartt wurde, errichteten die erbitterten Einwohner einen Galgen. Mit Knüppeln bewaffnet zogen sie bann vor bas ßanbratsamt unb forderten bie Herausgabe bes Brandstifters. Hanio war zuvor jeboch schon in einen anberen Ort gebracht worben. Außer ber Erdener Tat ist er noch weiterer Brandstiftungen verdächtig. Der Tod in der Gletscherspalte. Der bekannte Turnier-AlP'.nist Palestreri ist in der Rähe von Pontresina tödlich verunglückt. Palestreri mußte von der Reitungs- kolonne aus einer Tiefe von 35 Meter herausgeholt werden. Der Tod dürfte sofort nach dem Sturz in die Gletscherspalte eingetrelen sein. Di« Leiche wird nach Turin transportiert. andere als Zimmerschmuck leisten kann, nicht besonders zu empfehlen." ,Sie verkauft aber rasend viele davon, unb wirklich, ich finde die Blumen sehr schön", trat er für seinen Kauf ein. Er lächelle: '„Auch irrst du, wenn bu vorhin den Ausdruck „ein hübsches Mädchen" gebraucht hast. Die Blumenoerkäuferin ist so auffallend schön, daß ich sie minutenlang angestarrt habe, ehe ich überhaupt fassen konnte daß es sich bei ihr um ein Wesen von Fleisch unb Blut hanbelte. Ich dachte, ich sähe eine Erscheinung." Frau Bettina blickte ihren Sohn etwas befremdet an. „Du schwärmst ja förmlich Konrad." „Du würdest mich begreifen und mitschwärmen, Mutter, wenn du das Mädchen sähest! So etwas wie Sie gibt es wohl sehr selten", gab Konrad begeistert zurück. „Sieh sie dir doch einmal an. Wir könnten ja dort, wo sie ihre Blumen verkauft, vorbeigehen. Glaube mir, bie kurze Fahrt lohnt sich." Frau Bettina war wirklich schon neugierig geworben, auch sah sie schone Menschen gern. Sie horte noch von Konrad, der Vater der Blumenverkäuferin wäre ein Deutscher unb bas Mädchen spräche fliehend Deutsch. Angela hatte geäußert, heute verkaufe sie auch nachmittags, was sie sonst nicht zu tun pflegte. Daran erinnerte sich Konrad, und um drei Uhr nahmen Mutter und Sohn im Autobus B Platz und fuhren bis dorthin, wo die Linie aufhörte. Unb bann zeigte Konrad ber Mutter von ber gegenüberliegenden Seite aus Angela, bie in ihrem Kiosk faß, umgeben von den oerschiebensten Blumen in allen nur denkbaren Farbenabstufungen, lieber einer niedrigen Blumenmauer sah man den feinen Kopf Angelas. In blauschwarzen Locken lag das Haar über ber schmalen Stirn, unter ber zwei herrliche schwarze Augen flammten. Schön, fast unbegreiflich schon war die Blurnen- verkauferin. Bettina Zweilinden muhte es ihrem Sohne zugeben. Sie beobachtete, wie der Blick Konrads voll Leidenschaft an bem Antlitz bes jungen Mädchens haften blieb, und sie empfand plötzlich ein beklemmendes Gefühl. Es wäre nicht das erstemal, dah sich ein Mann Hals über Kopf in ein Mädchen verliebte, die sozial weit unter ihm stand. Es war Torheit von ihr gewesen, Konrad hierher zu begleiten. Sie hätte ihn auslachen und bie ganze Sache scherzhaft nehmen sollen. Sie legte ihre Hanb auf seinen Arm. „Wirklich, bie Dlumenverkäuferin war ein schönes Mäbchen, aber genau besehen, lohnt es sich boch nicht, deshalb so weit zu fahren. Komm, wir wollen jetzt nach dem Haien." yrau Bettina war es gewöhnt, dah ihr Sohn ihr sofort jeden Wunsch erfüllte, unb bas beklemmende Gefühl, bas sie empfanb, wuchs noch, als er, anstatt sich nach einer Fahrgelegenheit umzusehen, sagte: „Ick will bir noch Ljlien kaufen, Mutter, bie sind noch schöner als bie Rosen." (Fortsetzung folgt.) Aus der Provinzialhauptstadt Schotten (15 Sitze): ÄSDAP. Kreistag Sc 14 (bisher nichts): und Demokraten 1 Sih. 6. K reis ta 11. 12. Mühlen Franck 9. 10. 7. 8. Das wichtigste beim Kaffeekochen ist ein Zusatz der guten Kaffeewürze .. _______ , SPD. 1 (4). 3m alten Kreistag hatten Landbund, DDVP. und DVP. zusammen 12, Gewerbetreibende 2, Unpolitische Liste 2 KPD. 1 Sitz. KreistagFriedberg(20 Srhe): D^-DAP. 11 Sitze (bisher nichts,: SPD. 6 (13); Zentrum 2; Deutschnationale Dolkspartei und Deutsche Volks- partei 1 Sih. 3m bisherigen Kreistag hatten noch Sitze: Landbund, Deutschnationale Volkspartei, Deutsche Volkspartei und Reichspartei des Deutschen Mittelstandes zusammen 10, Zentrum und Demokraten zusammen 5, Evangelische Volksgemeinschaft 1, KPD. 1. 13 (bisher nichts): SPD. 2 (8). 3m alten Kreistag hatten noch Landbund und DDVP. 8, DVP. 1, Liste Handel und Gewerbe 2, Demokraten 1 und 12. Uhl, Karl, Landwirt. 13. Kreuter, 3osef, Fabrikant. 14. Schmidt. Hermann. 3nstallateur. 15. Hirsch, Friedrich, Kaufmann. 16. Lemp, Wilhelm, Obrrsteuersekretär. Sozialdemokratische Partei: 1. M a n n, Albin, Cewerkschaflssckretär, Gießen. 2. Dr. Gumbel, Konrad, Volkswirt, Giehen. 3. Do11, Christine, geb. Simon, Angestellte, Giehen. 4. E l s n e r, Herbert, Schriftsetzer, Giehen. 5. T e u b e r, Otto, Buchdrucker, Giehen. 6. H ä u s e r, Heinrich, Parteisekretär, Giehen. 7. Maier, 3osef, Angestellter. Giehen. 8. H e bing, 3da, geb. Schoknecht, Hausfrau. Giehen. / 9. Falkenhaine r, Ernst, Dachbinder, Giehen. 10. Günther, 3ustus, Pfleger, Giehen. 11. Köhler, Werner, Schriftsetzer, Giehen. Die nemnKreistage mOberheffen Die KreistagederProvinzOberhes- s e n werden sich voraussichtlich wie folgt zusam- mensetzen: ____„„ Kreistag Giehen (20 Sitze): DSDAP. 13 (früher nichts), SPD- 5 (12), Vereinigte Dativ- nale Rechte 2- 3m alten Kreistag hatte ferner die DVP- 3. der Evangelische Volksdienst 1, der Hessische Landbund 9, die Demokraten 1, die DDVP. 1, die Mittelstandsvereinigung 2 und ßen-Linden. E1 . , Jenner, Johann Karl, Gewerkschaftssekretar, Wieseck. _ Fleischer. Fritz, Buchhalter, Gießen. Müller II., Heinrich, Weißbindermeister, Lang-Gons. , Maier, Josef, Angestellter, Gießen. Sommerlad, Wilhelm Philipp. Landwirt. Beuern. , Lindenstruth. Ludwig. Invalide, Heuchelheim. „ • r < tt Weber, Emil, Bergmann, Trais-HorloN- Kreisausschuh. Oer neue Gießener Stadtrat Die Wahlvorschläge der Parteien. , Der neue Gießener Kreistag Die Wahlvorschläge der Parteien. 1. Beckmann, Georg. Angestellter i. 9t, Gießen. 2. Benner, Karl, Gewerkschaftsangestellter, Wieseck. 3. Seipp. Wilhelm, Schreiner, Lollar. Kreistag Lauterbach (15 Litze): DSDAP. 13 (3). SPD. 1 (51, Gemeinsamer Vorschlag Schwarz-Weih-Rot und DVP. 1. 3m allen Kreistag hatten ferner noch Sitze: Vereinigte Landliste (Landbund, DDVP., DVP.) 12, Zentrum 1. Nech Sanwatt Luley kommissarischer Beigeordneter von Gießen. wie wir zuverlässig erfahren, ist die Ernennung des Herrn Rechtsanwalts Regierungsrat a. D. L u- ley zum kommissarischen Beigeordneten bei der Giehener Stadtverwaltung vorgesehen. Grußwechsel zwischen Polizei und Wehrmacht. WLB. Zw.scheu dem Reichswehrministerium und dem Reichsm.nisterium oes 3nnern ist vereinbart worden, dah Offiziere und Wehrmachtsbeamte in Uniform mit Polizei- und Landjäger- offizieren in Uniform Grühe wechseln. Offiz:ere, Unteroffiziere und Mannschaften der Reichs- Z>ehr haben Polizei- und Landjägereioffizieren gegenüber Ehrenbezeugungen zu erweisen. Das gleiche gilt für Polizei- und Landsägerossiziere gegenüber Offizieren der Reichswehr. Zwischen Ossizieren und Unteroffizieren und Mannschasten der Reichswehr und Polizei- und Landjagerei, beamten besteht kameradschaftliche Grußpflicht. Gegen die )>undfunkstörungen. Vom PostamtGiehen wird uns geschrieben: Bei der Rundfunkstörungsstelle gehen in letzter Zeit mehrfach Klagen ein über Rundfunkstörungen. Die Störungen werden hauptsächlich während der lieber» tragungen der Reden der Mitglieder der Reichsregierung durch Rückkoppelungen verursacht. Da anzunehmen ist, daß diese Störungen absichtlich geschehen, sei darauf hingewiesen, daß cs heute keine technischen Schmierigkeiten bereitet, die Rundfunk st örereinwandfreizu e r ; Mitteln. Die Rundfunkteilnehmer werden daran erinnert, daß nach § 13 der Genehmigungsurkunde der Rundfunkempfang durch die Empfangsanlage nicht gestört werden darf. Bei Verstößen gegen die Bedingungen kann die Genehmigung entzogen und der Störer gerichtlich belangt werden. Erst kürzlich wurde ein Rundfunkstörer zu einer Gesang- nisstrafe von einem Monat verurteilt. Die Rückkoppler seien also g e ro a r n L Das Postamt wird in jedem Falle die Strafverfolgung veranlassen. Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Grunderwerbsteuer 1933. In den vom Wirtschaftsorüfer Herrn. Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen «teuerfragen (Rundschreiben 9tr. 8) vom lo. April lesen wir In einem Erlaß vorn 28. 3.1933 -- Aktenzeichen. S. 3530 130 III — nimmt der Reichsfinanzmimster im Anschluß an die Notverordnung vom 18- Marz 1933 nochmals zur Behandlung der Vermögen» steuer, Erbschaftsteuer und Grunderwerbsteuer 1933 hÜTermögensteuer. Da die Dermögensteuer 1933 in derselben Höhe wie im Jahre 1932 erhoben wird, soll von der Erteilung eines besonderen Steuerbescheides über die Bermögenfteuer 1933 av- gesehen werden. . Zahlreiche Steuerpflichtige haben gegenüber Der Regelung 1933 mit ihrem nur schematischen Abschlag auf die per 1. Januar 1931 festgestellten Vermögen geltend gemacht, daß die Wertrnm^rung ihres Vermögens ganz wesentlich über diesen 2Upro= zeitigen Satz hinausgehe. Der Reichsfinanzminister betont aber Demgegenüber erneut, daß em Erlaß von Vermögensteuer oder eine Herabsetzung über die 20prozentige Ermäßigung hinaus nur m vollen ganz außerordentlichen Vermögensverfalls, z. B. bei endgültigem Verlust des überwiegenden Teils des Vermögens in Frage kommen kann. Eine Er- leichterung gegenüber der Regelung für 1932 ist allerdings insofern vorgesehen, als nicht mehr schlechthin auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zur Entrichtung der Vermögensteuer abgestellt werden soll. Wenn also ein Steuerpflichtiger nachweisl, daß tatsächlich der größte Teil seines Vermögens oerlorengejangen ist. so wird ihm jetzt für 1933 Erlaß der Vermögensteuer zu gewahren sein, auch wenn er an sich noch ein Einkommen Hot, aus dem die Zahlung der Bermögenfteuer an sich möglich wäre. 2. Erbschaft st euer und Grunderwerb- [teuer. Für die Erbschaft- und Grunderwerbsteuer bringt der Erlaß nichts Neues. T ten für M.ttwoch, 19 Apiil 1560: der Reformator Philipp Melanchthon in Wittenberg gestorben: — 1882: der Naturforscher Charles Darwin in Down bei Beckenhain gstor- ben: — 1885: der Afrikareisende Gustav -.achti- gal bei Kap Palmas in Westafrika gestorben: — 1906: der französische Physiker Pierre Curie, der Entdecker des Radiums, in Paris gestorben: — 1916: Generalfeldmarschall Frhr. v. d. Goltz gestorben. Pornotizen. — Tageskalender für Mittwoch Stadttheater: 20 bis 22 3) illjr, „Der 18. Otto* ber". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die unsichtbare Front". — Männer- und graue noereini- gung der Matthäusgemeinde. Morgen, Donners.ag, 20.15 üljr, im Gemeindesackl, Kirch- straße 9. Hauptversammlung. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. e "GeltungsdauerderRückfahrkar- ten Die Geltungsdauer der Arbeiter-Rückfahrkarten wird b.s 2. Mai 24 Uhr ausgedehnt. Schülerrückfahrkarten, deren Antrag für eine Re.se im 2lpril ausgestellt ist, können bis 3. Mai ausgegeben werden. Die Celtungsdauer der Fest- tagb-Rückfahr.atneu bleibt unverändert. Sie gelten zur Rückfahrt bis heute, 19. April, 24 Uhr. •• Reichswehrübung an der Lahn. Gin Trupp Deichswehrsoldaten, etwa 23 Mann, baute unter Leitung von Leutnant Dreher in den Tagen vor Ostern (Montag bis Mittwoch) im Zeitraum von 33 Stunden an der Lahn in der Dähe des Launsbacher Steges eine Drücke über den Fluß. Die Brücke war so gebaut, daß größere Truppenteile, Pferde, Wagen, Geschütze usw. den Fluß ungefährdet überqueren konnten. Die Gesamtbelastung konnte bis zu vier Tonnen betragen. Heute morgen wurden nun an dieser Brücke Sprengübungen unternommen. Um 8.10 Uhr erfolgte die erste Sprengung, dec ein Teil der Drücke zum Opfer fiel. Eine zweite kleinere Sprengung wurde wenig später unternommen. Wettervoraussage. Die Luftdruckoerteilung hat sich seit gestern wenig geändert. Somit hält auch die Zufuhr der Kaltluft an, wodurch Das kühle Weller erhallen bleibt. Neven Aufheiterung entstehen stärkere Haufenwolkenbil- Dungen, Die stellenweise auch Anlaß zu leichteren Schauern geben werben. Die Temperaturen kommen in Der Nacht noch etwas unter Den Gefrierpunkt zu liegen. Aussichten für Donnerstag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, noch ziemlich kühl mit leichterem Nachtfrost, jedoch Neigung zu einzelnen Schauern. Aussichten für Freitag: Fortdauer des wechselhaften und kühlen Wetters mit einzelnen Schauern. Lufttemperaturen am 18. April: mittags 8 Grad Celsius, abends 2,9 Grad: am 19. April: morgens 1,3 Grad. Maximum 8,7 Grad, Minimum —1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. April: abends 12,6 Grad: am 19. April, morgens 5,6 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 11 Stunden. die KPD. 1 Sitz. „ wezrsAr<_ Kreistag Alsfeld (15 Sitze): DSDAP. 13 (4). SPD- 2 (6). Der alte Kreistag hatte ferner: Vereinigte Stadt- und Landliste (Land- bund, DDVP- und DVP.) 9 und 'Bürger- und ^Bauernpartei 2 Sitze. g 2üdingen (15 Sitze): DSDAP. chts): SPD. 2 (8). 3m alten KreiS- Außer der NSDAP., Deren Wahloorschläge wir in unserer heutigen Frühausgabe mitteilten, haben noch folgcnDe Parteien Wahlvorschläge zur Neu- bilDung Des Gießener StaDtrates eingereicht: Vereinigte nationale Rechte: (Zusammenschluß von Schwarz-Weiß-Rot Zentrum Deutsche Vollspartei und Chrrstlich-sozlaler Volksdienst): 1. Zi mmer, Jakob Friedrich, Rechtsanwalt. 2. Goerz, Heinrich, Lehrer. 3. Kling, Georg, Rektor. 4. Appel, Richard, Oberreallehrer. 5. Drüning, August, Professor. 6. Dörth, Franz, Postassistent. 7. Schäfer, Peter, Werkmeister. 8 Giese. Ella, geb. Sartorius, Hausfrau. 9. ' D a ch t i g a 11, Fritz, Schlossermeister. 10 Schwieder, Theodor, Apotheker. 11 Michels, Mathias, Derw.-Obersekr. 4. Sehrt, Ludwig, Landwirt, Lindenstruth. 5. Maier, Josef, Angestellter. Gießen. Stellvertreter. 1. Benner, Karl, Gewerkschaftsangestellter, Wieseck. 2. Sehrt, Ludwig, Landwirt, Lindenstruth. 3. Schneidmüller, Georg, Bergmann, Gro- ßen-Linden. . 4. Sommerlad, Wilhelm Philipp, Landwirt, Beuern. Ä , 5. Elsner, Herbert, Schriftsetzer, Gießen. Außer Der NSDAP., Deren Wahlvorschläge wir in unserer heutigen Frühausgabe mitteilten, haben noch folgcnDe Parteien Wahloorschläge zur Neu- bilDung Des Gießener Kreistags unD Kreisausfchuffcs eingereicht: Bereinigte Nationale Rechte. Kreistag: l.Iantzen, Erich, Direktor, Lollar. 2. Dort h, Franz, Postajfistent i-R. Gießen 3. Lucus, Hugo, Postinspektor, Gießen. 4. L e m p, Wilhelm, Steuersekrctär. Gießen. 5. A P P e l, Richard, Oberreallehrer, Giehen. 6. H u b c r, Karl jun., Landwirt, Grohen-Duseck. Kreisausschuß: 1. F e n ch e l. WilhUm. Landwirt, Ober-Hörgern 2- 3 a n tz e n, Erich, Direktor, Lollar. SPD. Kreistag. 1. Beckmann, Georg, Angestellter i. R-, Gießen 2. Sehrt, Ludwig, Landwirt, Lindenstruth. 3" Deibel III. Louis, Zimmerer, Staufenberg. 4. Ostwald, Karl, Maurer, Wieseck. ö. Schneidmüller, Georg. Bergmann, Gro- Voraussichtlich findet eine weitere Sprengung heute nachmittag statt. 3m Anschluß daran wird die Drücke völlig abgetragen •• Silberne Hochzeit. Am 20. April feiern die Eheleute Christian Schneidmüller und Frau, hier, Ludwigstrahe 8, daS Fest der silbernen Hochzeit. •• .M artinsgang" der G ießener Dürgergesellschaft. Am zweiten Oster- feiertag land auch in diesem 3ahre wieder der nunmehr schon traditionell gewordene .Martins- gang" Der Gießener Dürgergesellschaft nach dem Gleiberg statt. DaS prächtige Frühlingswetter hatte eine stattliche Zahl von Teilnehmern veranlaßt, zum Gleiberg zu wandern. Dort richtete der 1. Vorsitzende, Herr Hirsch, herzliche Worte der Degrühung und deS Dankes für das zahlreiche Erscheinen an die DereinSmitglieder. 3n ehrenden Worten gedachte er des früheren langjährigen Dorsitzenven Martin Dörr und eines vor kurzem verstorbenen Vereinsmitgliedes, zu deren Gedenken sich die Anwesenden von ihren Plätzen erhoben. Einige schöne, von Den sangesfreudigen Herren des Vereins porgetragene Volkslieder unterhielten auf das Desto. Dach einigen Stunden geselligen Beisammenseins trat man den Heimweg an. •* Sonntagsrückfahrkarten nach Wiesbaden. In Der Zeit vom 17. bis 22. April findet in Wiesbaden Die Tagung Der Deutschen Ge- sellschaft für innere MeDizin statt. Zu der Veranstaltung roerDen von allen Bahnhöfen im Umkreise von 250 Kilometer um Wiesbaden, somit auch von Gießen und umliegenden Bahnhöfen, Sonntagsrückfahrkarten nach Wiesbaden Hbf. ausgegeben. Die Kongreßteilnehmer haben sich Durch Mitglieds- karte oder Programm auszuweifen. Die Sonntagsrückfahrkarten gelten: zur Hinfahrt vom 16. April 12 Uhr bis 22. April 24 Uhr, zur Rück fahrt vom 17. April bis 23. April 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). *♦ Die 21 u s ft e 11 u n g des Reichsjagd- b u n b c s. Von Dem „Hubertus", Verein weiD- gerechter Jäger, Sitz Gießen, wirD uns mitgeteilt: „Am Samstag, 22. April, wird Die diesjährige Ausstellung Des Reichsjagdbundes in Den Messehallen in Köln-Deutz Durch Den preußischen Ministerpräsidenten Göring eröffnet. Sie endet am 30. April und weist eine Beschickung auf, Die alle Nachkriegs- ausftcllungen übertrifft. Mit Der Trophäenschau, die etwa 250 Rothirsche und Damhirsche, über 100Q Rehböcke und vieles andere umfaßt, ist eine internationale Elchausstellung (77 Elche), eine Ausstel- hing großer Hegesammlungen, von Jagd- und Fischereiausrüstungsstücken, sowie eine Schau „Deutsche Wald und deutsches Holz" verbunden. Zum ersten Male und voraussichtlich in absehbarer Zeit nicht wieder findet diese sonst in Berlin heimische Ausstellung in Westdeutschland statt. Bei Der Fülle von Belehrung und Anregung, die von ihr ausgeht, seien die hessischen Jäger besonders auf sie hingewiesen. Es werden während der ganzen Ausstellungswoche Sonntagskarten nach Köln ausgegeben (Preis ab Gießen 9 Mark). Amtsgericht Giehen. Ein rückfälliger Betrüger erhielt unter Annahme mildernder Lim stände und Anrechnung von sechs Wochen der erlittenen Untersuchungshaft aus die erkannte Strafe wegen erneuten fortgesetzten Betrugs vierMonateGesängnis. Er war Knecht auf einem benachbarten Gutshos. ließ sich seinen restlichen Lohn auszahlen und bereits am nächsten Tage Vorschuß auf seinen nächsten Lohn geben. Dann verschwand er und trieb sich in der Dachbarschaft ohne festen Wohnsitz herum, wo er sich in zwei Fällen kleinere Beträge erschwindelte und angab, er arbeite nach wie vor auf dem Hof. Er verschaffte sich auch ein seiner Schwägerin gehöriges Fahrrad durch allerlei falsche Angaben und versetzte es um 7 Mark. Wegen des ersterwähnten Vergehens erfolgte Freispruch, da die Gegenbehauptung des Angeklagten, er habe noch eine Forderung von seinem Dienstherrn in Höhe des v:rg schossenen De rags. mit der er kompensiere, von diesem nicht mit aller Bestimmtheit widerlegt werden konnte. Schon vor einigen 3ahren kaufte ein in schlechten Vermögensverhältnissen lebender und mehrfach vorbestrafter Kaufmann von einer auswärtigen Firma einen Staubsauger um etwa 200 Mk. aus Kredit und unter Eigentumsvorbehalt der Verkäuferin bis zur vollständigen Dezah'ung deS Kaufpreises. Die anfangs geleisteten Abschlagszahlungen blieben aus, und der Staubsauger verschwand schließlich. Auf Veranlassung der sich betrogen fühlenden Firma wurde gegen den Käufer Anklage auf Unterschlagung erhoben, da angenommen werden mußte, dieser habe trotz des Ei- gentumsvorbehaltS den Staubsauger weiter veräußert. Der Angeklagte erllärte aber, der Apparat sei durch fortgesetzte schonungslose Anwendung in seinem Haushalt gänzlich verbraucht worden, die Reststücke seien zu Hause noch zu sehen. Er zeigte sie aber trotz polizeilicher Aufforderung nicht vor: eine Haussuchung blieb erfolglos. Seine Ehefrau ist vor einiger Zeit wegen unter ganz ähnlichen Umständen erfolgter Unterschlagung einer Dähmaschine bestraft worden. Er selbst ist schon einschlägig vorbestrast. Trotz die- ser starken Verdachtsgründe vermochte das Gericht nicht die feste Ucberzeugung von der Schuld des Angeklagten zu gewinnen, da, berücksichtige man die Führung seines Haushalts, immerhin die Angabe über den Verbleib des Staubsaugers richtig sein könnte. Der Angeklagte wurde f r e i gesprochen. Ein ebenfalls mehrfach vorbestrafter Anstreicher glaubte, er habe seinem Flurnachbar die Sperrung seiner Arbeitslosenunterstützung zu verdanken und wollte diesen deshalb stellen. Er drang in dessen Wohnung ein, versetzte ihm einen Schlag ins Gesicht und konnte nur mit Gewalt wieder entfernt werden. Draußen schlug er noch eine Scheibe ein und beschädigte stark die Türfüllung, indem er die Türe mit seinen beschuhten Füßen einzutre- ten versuchte. Wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung erhielt er eine Woche Gefängnis. Das Verfahren wegen leichter Körperverletzung wurde eingestellt, da kein rendgültiger Strafantrag vorlag. Mainz bekommt ein Braunes Haus. WSD. Mainz, 18. April. Das Gouver- nernent auf dem Sch.llerplatz wird in einigen Tagen feierlich als das Braune Haus ein- geweiht. Dor dem Kriege bewohnten dieses Gebäude die Gouverneure von Kathen und von Bücking. Auch die Fahnen der einzelnen Regimenter wurden darin ausbewahrt. Während der Besatzungszeit nahmen im Gouvernement die OberbesehlShaber Guille ment und Man- g i n ihren Aufenthalt. Dach Abzug der Besatzung stand das Gebäude leer. Die Renovierung des Gouvernements ist in einigen Tagen beendet. Das Gebäude wird sodann als Braunes Haus von der Geltung der DSDAP. bezogen und Darin außerdem die Oberleitung der Polizei untergebracht. Kennzeichnung der deutschen Ware! Die Bestrebungen, die Verbraucherschaft, vor allem die Hausfrau immer wieder Darauf hinzuweisen unD sie geradezu zu erziehen. Der 3n- lanDsware vor Auslandserzeugnissen Den Vorzug zu geben, ist in dieser Zeit der Wirtschaftsnot von ganz besonderer Bedeutung. Parker Gilbert sagte schon 1928, dah Deutschland die Einsuhr seiner Meiereierzeugnisse vermindern könne. Müssen denn wirklich noch für 1500 Millionen allein für die Einfuhr von Lebensmitteln und lebenden Tieren alljährlich auS Deutschland abwandern? Kauft deutsche Markenbutter! Bedenkt, daß der einheimische Blumenkohl den deut- schen Erzeuger ernährt. Eßt Roggenbrot, es ist gesund und billig! Und schmückt euer HauS mit der Flora eurer Heimatwälder und Felder. Die ganze Welt preist einen guten Tropfen vom deutschen Rhein. Darum Deutsche, trinkt deutschen Wein! Ohne Zweifel kann, wer will, ohne fremde Erzeugnisse auskommen. Aber woran erkennt man sie? Ob die angepriesenen Aluminiumkochtöpfe wirklich deutsches Produkt darstellen? Was weih der Laie von Leuna-Benzin? Und die hand- arbeitende Tochter weiß nicht, woran sie deutsches Garn von fremdländischem unterscheiden soll. Dur beim Leinen wird es einem leicht gemacht. Da steht groß zu lesen, „Das Fadenkreuz, die Marke für deutsches Halbleinen" und das Reinleinen trägt die Schutzmarke mit Den Worten „Reinleinen" unD weist eine SchwurhanD auf. Wir wissen, wie schlecht es unseren Daumwollwebereien und Spinnereien zum Teil geht. Aber woran erkennt man deutsche Baumwollstoffe, deutsche wollene Ltrickwaren und Strümpfe? Cs geht nicht darum, alle Erzeugnisse des Auslandes zu boykottieren, sondern der Dot in der Heimat zu steuern. Wie groß diese ist, braucht heute nicht mehr dargelegt zu werden, die Ziffern der Arbeitslosen und der stillstehen- den Betriebe sprechen eine erschütternde Sprache. Es liegt in Händen der Hausfrau, der deutschen Ware durch Dachfrage und Kauf zum Umsatz zu verhelfen. Die Kundin sollte verlangen, dah in jedem Geschäft, wo sie kauft, auch auf Dem Markt, sich neben jeder Ware ein Schild befindet, das Darauf aufmerksam macht, ob es sich um deutsche oder ausländische Ware handelt. Keine Dotverord- nung und Gesetzbestimmung wird es fertigbringen, hier wirklich endlich Wandel zu schaffen, wenn nicht die Hausfrauen, wie überhaupt die Kaufenden selbst dazu beitragen. Wie national England, Amerika, Frankreich, ja jedes Land der Welt heute eingestellt ist, ist hinreichend bekannt. Wollen wir uns von ihnen zurufen lassen: »3hr, das Land, das Den schwersten Aufstieg von uns allen erlebt, ihr feiD am gleichgültigsten?" Deutsche Arbeit ist deutschen Geldes wert. Bedenkt bei jedem Einkauf, dah er auch dem deutschen Bauern, Handwerker und Unternehmer das Brot gibt, nicht zuletzt auch dem deutschen Arbeiter, der am Wiederaufbau Deutschlands in erster Reihe mitarbeiten soll. L. D. Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L» Bernard Vermählte 2746 D F.-V. 2748 D Gießen (Am Nahrungsberg 30), den 19. April 1933. 02’57 Gießen, den 18. April 1933. 2745 D im 65. Lebensjahre 02429 Daubringen, Hungen, Lollar, den 18. April 1933 Der Vorstand. 2654 D Bekanntmachung 2660V X gesuctit 02439 2375 A * i W Langhüft-Korsett mit Schnürung, vom mit Schließe, Weiten 68-94, rosa Satin ... Königsberg (Preußen) Hüftmieder mit Rückenschnür., seitl. gehakt,od.vorne m. Hakenverschl., rosa Drell Für 38. - Mark schon geben wir einen Qualitätsanzug oderMantel ab und händigen einen Garantieschein über gute Tragfähigkeit aus. Wissen Sie nun, wohin Sie jetzt gehen? Schulstr. 4 August Seibert, Amtsgerichtsrat i. R. und Frau Frida, geb. Fuchs Hans Seibert Die Beisetzung erfolgt, dem Wunsche der Entschlafenen entsprechend, in der Stille Donnerstag, nachmittags 2 Uhr. Modernes, preiswertes Korselettohne Rückenschnürung,Weiten70 S6, rosa Satin Skikorselett aus rosa Glanzsatin, Weiten 74 SS Für die herzlicheTeilnahme und Blumenspenden bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir hierdurch unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinz Stehling und Frau, geb. Vogel. Gießen, den 12. April 1933. Hessisches Amtsgericht. Die G. B. »Germania« I. A.: K. H. Keller. In tiefer Trauer: Familie Friedrich Bierau Familie Karl Vogel I. Familie Ludwig Kohlberger II. Familie Ludwig Hilberg Oberförfferci Marburg-Süd zu Marburg (Lahn), Bismarckstraße 16b, verpachtet Montag, 8. Mal, 10 Uhr, auf dem Geschäftszimmer der Oberförsterei folgende Fischereien für die Zeit bis 31.3.1945: Bersbach bis zur Einmündung in die Salzböde und in den Nebenbächen Alten- verserbach und Weipoltshäuserbach bis zur Mündung in den Bersbach. Bedingungen liegen im Geschäftszimmer aus. Vor Pachtbeginn sind 50 RM. Bietungskaution an die Forstkasse einzuzahlen. 2651D Für die wohl tuenden Beweise liebevoller Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen Herrn Ferdinand Schwalb für die letzte Ehre durch den Kriegerverein, den Spar- und Vorschußverein und der Gemeinde sowie für die trostvollen Worte des Herm PfarrerNaum ann sagen wir aut diesem Wege unsren herzlichen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Schwalb Alten-Buseck, den 18. April 1933 Prima Helles Rogg.-FKigßldrusGl]- Stroh hat laufend abzug. Müller,Will; elmst.9 Telcvh.3571. Nachruf. Am 14. April 1933 verschied unser lieber Kamerad Wilhelm Sahl, Nelzgermeisler. Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren. Kurt Holderer 3anci Holderer, geb. Mac Lean Klavierschule Körner Westanlage 48 Beginn des Unterrichts: Montag, den 24. April 1933 02436 Unterfertigte bedauert tief das Ableben ihres lieben A. H. Kurt Steinberger Amtsgerichtsrat in Darmstadt (aktiv S.-S. 1907) Auf Wunsch des Verstorbenen hat die Einäscherung in der Stüle stattgefunden. . Krieger- Verein Gießen | Verschiedenes | Detektiv K. Gerz, Bad-Nattheim, Knr- straßelTerlehigtaUe vertrauliche Privat- u Geichäftsanaele- genheiten. rote Auskünfte,Beobachtungen,Erm ttelungen, Beschämung o. Be- we smat in ©traf- u. Zivilvroz ftrenn diskr. Svrechst.:9b. 12'/, u. 3—6 Uhr «72ü Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe und treusorgende Mutter und Großmutter Frau Sibilla Seibert geb. Leipold nach schwerem Leiden wenige Tage vor Vollendung ihres 84. Lebensjahres zu sich zu nehmen. Schüler(in) höh. Lehranstalt, od. Studentin findet preiswerte Pension im bester Familie. Schr. 9(nfr. n.02421 a. d.Gieh.Anzeiger. Verloren Brieftasche m. Führerschein undBilder. Gegen Belohnung abzugeben. 02453 A. Schneider Heuchelheim. Heute morgen um 11.30 Uhr entschlief sanft nach langem schweren,mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater,Schwiegervater,Groß vater,Bruder,Schwager u.Onkel Friedrich Bierau Schier unglaublich und doch wahrl KOHLER Das Haus der guten Qualitäten Herren- und Knabenkleidung GIESSEN - SELTERSWEG 2463 A In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 11. April 1933 bei der Firma Molorwageu-Verkaufsgesellschast mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Ludwig Haas ist als Geschäftsführer ausgeschieden und an seiner Stelle ist Wilhelm Schmidt in Gießen zum Geschäftsführer bestellt. ^Salomon Männer- und Srauenveveimgmrg der LNatthüussemelnde Gistzsn. Zu der am Donnerstag, dem 20. Avril 1933, abends 8' «Uhr, im Gemeindesaal, Kirchstrahe 9, stattfindenden Hauptversammlung werden alle Mitglieder freundlichst eingeladen. Tagesordnung: 1. Jahresbericht? 2.Verhältnis von Männer- u. Frauen- vereinigung zur „Hilfe im Sterbfall" — Festsetzung der Sterbeunterstützungen; 3. Rechnungsablage,' 4. Vor» anschlag für 1933; 5. Borstandswahl; 6. Berschiedenes. 27470 Ter Vorstand. nZ Frühjahrskleid ein neues Mieder oder Korselett 4-tar-Vokn. eötl. auch im Eigenheim mit Bad für Anfang Mai gesucht. Schrift!. Ang. unt. 02431 an d. G. A. Gießen 19. April 1933 Schubertstraße 12 Donnerstag, den 20. April 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Cöroen“, Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2655D 2 Registrierkassen, 1 Flügel, 4 Waren- schränke, 1 Registraturschrank, 5 Schreibtische, 3 Schreibmaschinen, 1 Klavier, 4 Sofas, 3 Diwans, 6 Vertikos, 3 Büfetts, 1 Kommode, 1 Chaiselongue, 3 Sessel, 4 Spiegel, 1 Flurgarderobe, 3 Tische, 12 Stühle, 1 Regulator, 3 Grammophone, 1 Wanduhr, i Blumenkrippe, 2 Kleiderschränke, 1 Teppich, 1 Ständerlampe, 1 Harmonium, 2 Bilder, 1 Bohrmaschine, 1 Motorrad, 75 Weinbücher, 3 Glasschränke, 1 Wirt- schaftsbüfett, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Lederwalze, 1 Stcppmaschine. ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe im versteigerungslokal): 1 Kassenschrank, 2 Kühlschränke, 1 Opel- Personenwagen, 2 Mantelkessel. Bestimmt: 1 Tischbillard. Moll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 I — Telephon 3239 Ab Donnerstag: A STA NILSEN in ihrem ersten Tonfilm Unmögliche Liebe (Vera Holgk und ihre Töchter). zesoC Schwerkriegsbeschädigter m.2.Qinb. 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Kennt- mHH nis. daß ich mit heutigem Tage obiges Anwesen käuflich erworben und unter eigener Führung gMM übernommen habe. Als über 30 Jahre lang im Hotel- und Gastwirtebetrieb tätig gewesener Fachmann HMH darf ich versichern, daß ich stets bestrebt sein werde, in immer solider und einwandfreier Weise das Haus zu führen sowie aus Küche und Keller ■MH vom Guten das Beste zu bieten bei zeitgemäßen Preisen. Durch aufmerksame und familiere Be- dienung bitte ich auch Sie um Ihr geschätztes Wohlwollen für mein neues Unternehmen. Grünberg, den 15. April 1933. 2656D Mit vorzüglicher Hochachtung Familie Gustav Auer. 2- d. 3-Ziium.- Wohng. m. Bad, i. d. Schu- bertftr. u. Beethov.- Str. zu oerm. [böoD Näh.: Lieh. Str. 5 p. 2 gr.Zimmer m. Küche 10 Min. z.St. Miet- vr.35M.v.sof.od.sv. z.verm.Schr.Ang.u. 02441a.d.Gieh.Anz. Wierl Zimmer oder Wohn-u.8chlafzimnier (entl. für 2 Person.) zu vermiet. Dauermieter bevorzugt. Bad u.Tel.Vorhand. 0741» Ostanlaa e 4911. Möbl. Wohu- u. 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Denn diese unterstützt ja — zumal in unserem Klima — in vieler Beziehung die Funktionen der Haut- Die Kleidung, insbesondere der Frau, ist einem ständigen Wechsel unterworfen — der Mode. Eine Rückschau über die vergangenen Jahrzehnte läßt nun deutlich erkennen, daß die Mode nicht nur bestrebt ist, äußerlich-ästhetischen. sondern auch praktisch-beruflichen und sportlichen — um nicht zu sagen natürlichen — Gesichtspunkten Rechnung zu tragen. Unb doch weist unser Aeuheres trotz zahlreicher Verbesserungen noch mancherlei Mängel auf, die nicht nur eine Verkümmerung, sondern sogar eine Schädigung der Haut und anderer Organe zur Folge haben können. Kleidung und Gesund» hell sind also aufs engste miteinander verknüpft. Den Hygieniker interessiert aber weniger die äußere Hülle als vielmehr der innere Aufbau, nämlich die Unterkleidung. auf die sich demnach die folgenden Erörterungen vorwiegend beziehen. So „glanzvoll" die heute so beliebte Kunstseide auch wirken mag, geeigneter zur Unterkleidung sind poröse und zugleich aufsaugungsfähige Stoffe aus Baumwolle oder Wolle wie z. D. Trikot: denn sie umgeben den Körper gewissermaßen mit einer „ruhenden Luftschicht", deren Temperatur nur wenig tiefer liegt als die des Körpers. Andrerseits schließt derartige Wäsche nicht so hermetisch ab, das; nicht ein genügender Lustwechsel ermöglicht würde im Gegensatz zu der engmaschigen und Flüssigkeit schlecht aussaugen- dcn Leinen- oder der dünneren Datistwäsche, auf der sich der vom Körper abgegebene Wasserdampf niederschlägt. Die Wäsche klebt daun an der Haut, und die durch Verdunstung des Wassers bedingte allzurasche Wärmeentziehung begünstigt Erkältungen. Hingegen eignen sich Leinengewebe, recht gut für Rächt- oder Bettwäsche, zumal sie auskochbar sind. Reine Seide, speziell Rohseide, entspricht im wesentlichen hygienischen Forderungen, dürfte jedoch im ständigen Gebrauch zu kostspielig sein. Gänzlich undurchlässige Stoffe (Gummi, Imprägnierung) kommen aus leicht begreiflichen Gründen nur für ganz vorübergehenden Gebrauch in Betracht. Auch bewirkt zu undurchlässige, zu dicke oder zu viele Schichten umfassende Kleidung, das; die Haut ihre Fähigkeit einbüht, sich auf die Auhen- temperatur einzustellen, äleberhaupt wird ja eine Anpassung der Kleidung an die jeweilige Witterung und die individuell so verschiedene.Temperaturempfindlichkeit viel zu wenig berücksich- tigt, was. um so bedauerlicher ist, als der Grad erreichbarer Abhärtung durchaus begrenzt ist. Vei der modernen Unterkleidung der Frau, die doch vielfach größere Hautflächen ganz oder,fast ganz unbedeckt läßt, darf man sich also über die Zunahme der Erkältungs-, älnterleibs- und Harnblasenerkrankungen nicht wundern. Zudem sind die unbedeckten Hautpartien erhöhter Verschmutzung ausgesetzt, denn Staub und Schweiß verkleben die Poren und beeinflussen dadurch die Houtatmung. Außer der Körperoberfläche können auch die inneren Organe durch unzweckmäßige Kleidung in ihrer Tätigkeit beeinträchtigt werden. Wenn auch Korsetts bald nur noch in der kulturhistorischen Abteilung der Museen zu finden sein werden, so sieht man doch immer, wieder noch allerlei unzweckmäßige und schädliche Um. schnürungen des Körpers, besonders der Taille wie Rockbänder, schmale Strumpfgürtel, schlecht- sitzende Leibriemen und dergleichen, die durch Druck aus die Eingeweide deren Tätigkeit behindern, die Organe aus ihrer Rormallage verdrängen und die Bauchatmung hemmen. Statt dessen empfiehlt sich der Gebrauch breiter und elastischer Gürtel, bei denen sich der Druck mehr verteilt, zumal bei gleichzelliger Befestigung an den Hüsten im Gegensatz zur nachgiebigen Taille eine Schädigung der Bauchorgane unmöglich ist. Wie wenig zweckmäßig speziell unser Schuhwerk ist, beweisen die fast bei jedem Erwach^nen nachweisbaren Verbildungen der natürlichen Form Zu einer eindrucksvollen Zusammenkunft gestaltete sick; der Hausfrauen-Trefftag des Reichsoerbandes Deutscher Hausfrauenocreine am 29. Marz 1933. Fast 1000 Mitglieder, darunter zahlreiche auswärtige Hausfrauen aus allen Teilen Deutschlands hatten sich eingesunden in der Berliner Ausstellung „D ie F r a u", durch deren verschiedene Abteilungen zunächst Führungen stattfanden. Die Tatsache, daß aus dem Hausfrouen-Trefftag eine wahre Heerschau geworden ist, beweist, welche Liebe die deutsche Hausfrau zu ihrer Arbeit im Herzen trägt, welche Verbundenheit sie mit ihren Schwestern im Reiche führt. Rur unter persönlichen Opfern konnten viele Hausfrauen in dieser wirtschaftlichen Notzeit die Reise unternehmen. Zn erster Linie hat sie wohl die einzigartige große Ausstellung gerufen, aber nicht minder stark war, der Wunsch, mll den durch jähre- lange Arbeit verbundenen Freunden ihrer Organi- I sation einen Gedankenaustausch zu pflegen. Die Bereitschaft der deutschen Hausfrau, sich einzusetzen für ihre Sache, eröffnet uns frohen Ausblick in die Zukunft. Ist es nicht der schönste Beweis für eine aussichtsreiche Wiedcrgejundung von Staat und Volk, wenn die Erhalterinnen der deutschen Familie sich in diesen Frühlings- tagen zusammenfinden zu gemeinsamem, stillen Gelöbnis, fest zusammenzustchen, mit dem heißen Wunsch der Erhaltung deutscher Art und deutschen Geistes durch die deutsche Famllie. Mit diesen Worten leitete Frau M o r g i s mitten in die Probleme des Vortrags des Berbandsvorsitzenden, Frau Maria Zecker über das Thema „D i e F r a u u n d M u t - ter im deutschen Staat". Wie jeder einzelne Mensch ,so muß auch heute in der Zeit des nationalen Wiederaufbaues jede verantwortungsbewußte Organisation ihre Zielsetzung und die Wege, auf denen sie ihr Ziel zu erreichen sucht, gewissenhaft überprüfen. Die Aufgaben der Hausfrauen sind trotz der technischen Umwandlungen und der Verlagerung eines großen Teiles der ehedem im Haushalt geleisteten Frauenarbeit in die Werkstätten des Handwerks und der Fabriken nicht kleiner geworden. Sie haben sich auf andere Gebiete verschoben und sind heute wohl mit noch größerer Verantwortung verbunden als in der Vergangenheit. Die richtige Ein- kommensverteilung, die gewissenhafte Leitung des Verbrauches müssen helfen, die wirtschaftliche Existenz der Familie zu sichern. Es leben zwar 96 v. H. der Bevölkerung in einer Familien- geineinschaft, aber viele dieser Familiengemeln- schaften konnten in Deutschland bis heute nicht so gestaltet werden, daß sie Urzellen waren, aus denen sich wieder eine gesunde und starke l!a- des Fuhskeletts und das Aufblühen einer Industrie, die durch Einlagen usw. die so weit verbreiteten Fußbeschwerden (Platt-, Senk». Knickfuß, Hühneraugen usw.) zu lindern sucht. Eiuen erheblichen Fortschritt bedeuten da die sog. halbhohen, d. h. mehr flachen und breiten Absätze der jetzigen Schuhmode. Die zunehmende sportliche Betätigung und die in ihrer Bedeutung in steigendem Maße gewürdigte hygienische Volksbelehrung lassen erwarten, daß auch bei der Kleidung unter Loslösung vom Althergebrachten gesundheitliche und natürliche Gesichtspunkte mehr noch als bisher Berücksichtigung sinden mögen. t i o n entwickeln konnte. Der Wiederaufbau des deutschen Volkes wird nur gewährleistet sein, wenn die Frau in Zukunst den Willen hat, ihre Aufgaben in der Familie ganz zu erfüllen. Die Hausfrauen in Stadt und Land stehen daher hinter allen Maßnahmen der Regierung, die den Bestand der Familie sichern. Nach dem Vortrag faßte die Versammlung folgende Entschließung, die in Verbindung mll der Schwesterorganisation, dem Reichsverband landwirtschaftlicher Hausflauenoereine der Reichsregierung zugeleitet wurde: „Der Reichsverband Deutscher Hausfrauenoereine und der Reichsverband landwirtschaftlicher Haus- frauenoereine begrüßen die von der Regierung des nationalen Zusammenschlusses aufgestellten Ziele des deutschen Wiederaufbaues aufs wärmste. Die Arbeit beider Verbände war stets erfüllt von bem uner- schülterlichen Glauben an Deutschlands Zukunft und dem Willen zur nationalen Selbstbehauptung Diese Zielsetzung bittet den Inhalt unserer Hausfrauenarbeit, die allein getragen wird von der mütterlichen Verantwortung gegen Volk und Nation und als Ergänzung neben der Arbeit des Mannes im nationalen Staatsaufbau nicht entbehrt werden kann. In jahrzehntelanger Arbeit sahen beide Berufsorganisationen der Hausfrauen in Stadt und Land ihr Ziel in der hauswirtschaftlichen Ausbildung der jungen Mädchen aller Stände und der Fortbildung aller Hausfrauen im Sinne einer nationalen Wirtschaft. Mittel hierzu waren die Erziehung der Stadtfrauen zur bewußten Bevorzugungeln- heimischer Erzeugnisse und die Ertuchti- qunq der Landfrauen zur vermehrten und verbeiier- ten Belieferung des Marktes. Volkswirtschaftliche Aufklärung der" Verbraucher haben beide Berufsorganisationen gemeinsam durch Veranstaltung deutscher Wochen und durch andere volkserzieherische Arbeit erstrebt und erreicht. Der gesunden Familie im gesunden Staat' war und ist die Arbeit unserer Organisationen gewidmet, deshalb begrüßen wir die Erklärung der Reichsregierung zur Gesundung des Familienlebens und zur Wiederherstellung deutscher Sitte und Moral als unerläßliche Voraussetzung deutschen Aufbaues. Der Reichsoerband Deutscher Hausfrauenvereine und der Reichsverband landwirtschaftlicher Hausfrauenvereine versichern der Reichsregierung, daß sie ihr bei der Verwirklichung dieser Ziele treue Gefolgschaft leisten werden." Haussrauenlrefftag des Reichsverbandes Deutscher Hausfrauenvereine e.V. Eine bedeutsame Entschließung. - Gesunde Familie im gesunden Staat! Erprobte Rezepte. Frühlingssuppe. In eine gute, kochende Fleischbrühe läßt man über einen Quirl verschlagenes Eigelb tropfen und an heißer Herdstelle fest werden. Gleichzeitig kommen in Salzwasser abgetrocknete Dlumenkohlröschen. einige Spargelköpfe, grüne Erbsen und Möhrenwürsel aus der Konserve in die heiße Brühe und wenn alles gut heiß ist, streut man zum Servieren sein gehackte Petersilie über. Brotsuppe. Ein Teller voll geröstetes, gestoßenes Brot wird nebst ebensoviel geriebenen, rohen Kartoffeln und einer geschnittenen Zwiebel in Butter gedämpft, mit Wasser recht weich gekocht, durchgerieben, aufgekocht, mit Eigelb und saurem Rahm abgezogen und mit Zwiebelchen, die man in Butter geröstet hat, abgeschmeckt. Weinsuppe mit Sago. Man setzt 80 Gramm Sago mit einem halben Liter Wasser, Füße, etwas Kölnisches Wasser, und natürlich darf der Rucksack nicht vergessen werden. 3m Brotbeutel werden einige fertig _ zubereitete Schnitten mitgenommen und, wenn möglich, unterwegs Obst dazu gekauft. Das Geld sollte tunlichst in einem Brustbeutel aufbewahrt werden. Bei weilen Wanderungen, die mehrere Tage in Anspruch nehmen, müssen natürlich ein Paar Ersatzschuhe eingepackt werden. Wenn zwei oder mehrere zusammen wandern genügt von vielem nur ein Stück. Zum Beispiel wird eine Taschenlampe für ein ganzes Lager genug sein, ebenfalls reicht ein Zelt gewöhnlich für zwei oder drei aus. Endlich gibt es viele Bauern, die gern ihre Scheune oder den Heuboden als Rachtlager abgeben, so daß nicht einmal die Zellgarnitur mitgenommen zu werden braucht. Viele Dorfgasthö^e vermieten ihre Betten für ein paar Groschen und außerdem bestehen zahlreiche Wanderer- und Jugendherbergen, die der Benutzung dringend empsohlen werden. Am bequemsten ist die Mitnahme des Zeltes dann, wenn eine Paddelfahrt unternommen wird. Und nun wollen wir stets nur das in den Rucksack packen, was ganz unentbehrlich ist, damit wir nicht durch die schwere Last des Rucksacks abgelenkt werden, die Landschaft, die Ratur, unsere Heimat und ihre Schönheiten zu genießen und neue Kräfte für den Alltag zu schöpfen! Wanderungen mit dem Möbelwagen find kein Genuß und sollten lieber gar nicht erst an getreten werden. Das Wochenend-Gepäck. Don Hildegard G. Fritsch. Kürzlich hatte ich Gelegenheit, auf einer Wanderung einen Zeltlager-Haushalt rennenzulernen, der förmlich eine Wochenendvilla öarfteilte. xtn dem Zell wohnten zwei Menschen, ein Ehepaar, das am Waltesrandin der Rähe eines Sees am Samstag und Sonntag die Ratur gemeßen wollte. Ihr Gepäck bestand aus folgenden EinzEllen. ein Regenschirm, ein Spirituskocher, ein Rasie- apparat, eine Petroleumlampe, vierRomane, drei Schachteln Pralinen, ein Pfund Drops, ein Grammophon und zwei Dutzend Schallplatten, em großer Rapskuchen. Briefpapier, Tinte, Phvto- apparat, eine Flasche Wein, eine Flasche Spirrtus und eine Flasche Petroleum, eine Ondullerschere, ein Liegestuhl, ein Hocker, zwei Sihkissen, eine wollene Decke, ein Schlafsack, ein Badeanzug und .manteL ein Gymnastiktrikot, sowie mehrere Buch- sen Konserven! Zum Transport hatte ihnen ein Zeltkarren und drei Rucksäcke gedrenb Wit diesem Gepäck wurden hin und zurück 78 Kilometer zu m fmM man aber doch sehr häufig m den Rucksacken der Wanderlustigen die halbe Wohnungseinrichtung und die gan^ Speisekammer verstaut. Das Laufen ist eine Qual, besonders in ter Sjüje.uni ibet Rücken ist von ter Schwere tes Rucksac^ alsbald durchgescheuert und zu sZwach, die Last rwch m ei terzu tragen. An ten Genuß ter Daturschon- Hellen kann gar nicht gedacht werdennente lich viel gebt dadurch verloren. Gerade das Ent- behrenmüssen von Bequemlichkeiten, das Robm- sonleben und Behelfen mit primitiven Mitteln das Leben inmitten der Ratur und auf ganz natürliche Weise ist ja das Wertvolle an einer Wochenendwanterung. Es lauft sich noch einmal so gut. wenn ter Rucksack leicht ist und wenn nur das nötigste mitgenommen wird Es genügt für ein zweitägiges Zeltlager voll kommen, wenn alle jeltutenfdien mitgenommen werten. Dann trägt jeder sein ^«hgefchirr und eine wollene Decke oder einen Schlafsack, sowie allenfalls noch einen zusammenklappbaren poder, den Brotbeutel, Taschenmesser und Ui.aschenlam^, die Karte. Trinkflasche, Bindfaden, Zeitungspapier, schließlich Messer und Gabel, Kanun und Bürste Seife, Taschentücher, einmal Wasche zum Wechseln, Badeanzug, Handtuch, ein Paar Ersatz- strümpfe, Ersatz knöpfe. Bleistift oder ^nllfeder- balter Fahrplan, wenn die Dahn benutzt werden soll, eine Dose mit Puder für etwa durchgelaufene einem Eßlöffel Zucker, einem Stückchen Zimt und der Schale einer halben Zitrone .auf gelindes Feuer und läßt den Sago zugedeckt langsam tlar ausquellen. Eine Flasche deutscher Weißwein wird ausgekocht, 200 Gramm Zucker, Saft einer halben Zitrone und der ausgequottene Sago hinzugefügt. 3m Bedarfsfälle gibt man noch eine Tasse Wasser hinzu. Hieraus werden Zimt und Zitronenschale entfernt und die Suppe mit 2 bis 3 Eidottern abgezogen. Man kann die Suppe auch mit Makronen anrichten. Pikantes Rührei. Durchwachsener Speck wird in kleine Würfel geschnitten und mit fein geschnittener Zwiebel auf schwachem Feuer glasig gebraten, geriebener Käse übergestreut, wenn dieser geschmolzen ist, die verquirlten Eier hineingegossen und ein Rührei daraus gemacht. Harte Eier in Senfsoße. Hartgesottene Eier werden heiß geschält, der Sänge nach halbiert, in eine heiße, runde Schüssel gelegt und folgende Soße darüber geleert: Frische Butter läßt man heiß werden, löscht sie mit einigen Tropsen Weinessig ab, verrührt sie mit einem Eßlöffel voll Senf und gießt sie über die warm gestellten Eier. * Reisfleisch. Reis in gewünschter Menge wird mit Butter und Zwiebelschnitzel braun an» gebraten, in Würfel geschnittenes Schweinefleisch dazuqegeben und wenn alles gut gebräunt ist, heißes Wasser auf gefüllt: bei schwachem Feuer läßt man das Fleisch weich schmoren und überstreut es zum Anrichten dick mit geriebenem Käse. * Piroggen (kleine Fleischpasteten). Don gebratenem Rierenstück nimmt man Riere. Fett und etwas Fleisch, dazu seingehackte Zwiebel, ein Löffel Dratensauce, kocht es gut durch und läßt es erkalten. Run nimmt man den Butterteig wie zur Schüsselpastete oder bereitet einen steifen Teig von zwei Eiern, eine Tasse süßer Sahne, dem nötigen Mehl und Salz. Der Teig wird dünn aus- gerollt und in Butter auf der Pfanne langsam gebacken. Die Piroggen dürfen nicht gewendet werd en, sondern werden während des Backens mit ter heißen Butter begossen, bis sie braun sind. Gebackener Blumenkohl. Hierzu: Ein Blumenkohl, 80 Gramm Mehl, 2 Eier, Vs Liter Milch. 1 Prise Salz, 1 Messerspitze Backpulver, Ausbackfett. — Den vorbereiteten Blumenkohl zerlegt man in nicht zu kleine Röschen, die man in Oie Frau und der Sport. Ausbildung und Leistung. Bei dem Eifer, mit dem sich unsere Frauenwelt heute ten Leibesübungen widmet, hat sich bald die Frage erhoben, welche Sportarten ihrem Wesen und ihrem Körper am besten entsprechen. Man muß dabei von den grundsätzlichen Unterschieden in den Bewegungstormen und den Leistungsgesetzen des männlichen und weiblichen Geschlechtes ausgehen. Dazu bemerkt Stadtmedizinalrat Wllhelm H a g c n in der Frankfurter Wochenschrift „Die Llmschau", daß diese Unterschiede im Kindesaller zweifellos nur gering sind. Schon bei ter Messung der reinen Körperkrast zeigt sich, daß bis zum Beginn der Pubertät tue Mädchen hinter den Knaben nur um soviel zurückbleiben, als nach ihrer etwas geringeren Größe und ihrem geringeren Gewicht zu erwarten ist. Während z. B. bei Beginn des 15. Lebensjahres die Druckleistung des Mädchens hinter der des Knaben durchschnittlich nur um 10 Pro- »ent zurückbleibt, erreicht bereits im 25. Lebensjahr die Druckleistung der Frau nur noch 60 Prozent der des Mannes. Die Frage ist also für daS Iugendaller anders zu beantworten als für das reife. Die BewegungSform der Frau bleibt in ihrer weichen lockeren Art stets der des KindeS verwandter: beim Manne tritt infolge des geringeren Fettpolsters und der zäheren Muskulatur ein Gegensatz hervor, und infolgedessen ist auch die Form, in der er körperliche Leistungen vollbringt, wesenllich anders als bei der Frau. Diese Erkenntnis hat erst allmählich auf bic weibliche Sportausbildung Anwendung gesunden. Zunächst war das Mädchenturnen ein »verdünntes Knaben turnen", das die für das männliche Geschlecht ausgebildeten Leibesübungen in abgeschwächter Art übernahm. Vom Tanz her, der ja stets als LeibeSübung der Frau anerkannt wurde, entwickelte sich bann eine eigene weibliche Gvmnastik. und aus ihr entstand dann der Frauensport, der im wesentlichen mehr für die erwachsene Frau in Betracht kommt. Mädchen und Knaben haben den gleichen Bewegungsdrang, die gleiche Bewegungsfreude. Es ist daher begreiflich. daß sich die Mädchen auch am Lei- stungssport. ihrem Persönlichkeitscharakter entsprechend, wellerhin beteiligen. Doch trennen sich hier ihre Wege von den männlichen. Der Kampfsport in den harten Formen des Fußballs oder Rugby, des Boxens oder Ringens scheidet aus. Im Laus bleiben die Leistungen bald erheblich hinter denen der Männer zurück: dagegen hält die Frau im Schwimmen mit bem andern Geschlecht durchaus gleichen Schritt. Gerate dieses Beispiel zeigt, wie verwickelt hier die Zusammenhänge liegen. „Man kann bestimmt nicht sagen", meint der Verfasser, „daß Schwimmen weniger anstrengend sei als Laufen, rrnd trotzdem findet sich dieser Unterschied in der Leistung bei Mann und Frau. Das Schwimmen ist mit das beste Beispiel dafür, daß es durchaus unrichtig ist, den Sport ter Frauen mit ter Begründung abzu- lehnen. ihre Kräfte würden überanstrengt. Es ist durchaus abwegig, wenn man etwa aus der Tatsache, daß die Frau der wirtschaftlich gehobenen Kreise eine geringere Arbeitsleistung vollbringen muß als der Mann, Folgerungen für ihre körperliche Ausbildung ziehen wollte. Die große Mehrzahl unseres Volkes besteht aus Arbeitern und Bauern, und es kann kein Zweifel fein, daß die Arbeiterfrau und vor allem die Bauersfrau eine körperliche Belastung hat, die der des Mannes ebenbürtig ist, besonders wenn man ihre Leistung als Mutter dazurechnet." Salzwasser gar. aber nicht zu weich kocht. Von Mehl, Eier, Milch, Salz und Backpulver wird ein Eierkuchenteig bereitet. Man taucht die Blumenkohlröschen hinein und backt sie in schwimmendem Fett goldbraun. Das gebackene Gemüse wird mit Tomatentunke und Kopfsalat gereicht. Oie praktische Hausfrau. Zahnbürsten. Zahnbürsten spüle man vor jedem Gebrauch stets gut aus, da sich immer etwas Staub zwischen die Borsten seht, und reinige sie ebenfalls nach jeder Benutzung. Das Aufbewahren geschieht am besten f tei, in einem Zahnbürstenständer hängend, damit die Bürste gut austrocknen kann, während sie, in geschlossenen Schalen auf bewahrt, leicht muffig riechen. • Um Rostflecke in der Wäsche zu vermeiden, trenne man vorher metallene Druckknöpfe, Haken und Oesen ab, damit diese nicht mit in die Waschlauge gelangen. Ebenso verwende man keinesfalls emaillierte Waschgefähe, an denen bereits Emaille abgeplaht ist. Glas läßt sich unbeschädigt durchbohren, wenn man an die betreffende Stelle einen Tropfen Terpentin bringt. Zum Bohren genügt ein einfacher Stahlbohrer. Herdplatten und deren Umrandungen säubert mann von Fett- und anderen Flecken, indem man sie mit ter Innenseite einer ausgedrückten Zitrone abreibt: ein müheloses und sicheres Verfahren. Lackierte Möbel, Korbmöbel oder Körbe dürfen nie heiß abgewaschen werten. Scharfe Seisenlauge ist auch zu vermeiden. — Weiße Küchenmöbel oder Türen reinigt man mit lauwarmem Salmiakwasser oder mit einer Mischung von Schlämmkreide in Wasser mit Zusatz von Borax oder mit einer erkalteten Abkochung von Panamarinde. Kupfer- und Messinggegenstände, die sehr schmutzig sind, werden mll einem aus Zichorie und Wasser gekochten Brei mlltels eines wollenen Lappens oder mit einer Dürste abge- waschen, oder mit Salmiakwasser und schwarzer Seife lauwarm abgespütt, getrocknet und mit Schlämmkreide nachpoliert. Oie Carl-Benz-Feier in Mannheim WW Vst- M M,. KS Bilder von dem historischen Auto-Korso am Tage der Enthüllung des Benz-Denkmals in Mannheim — Links oben: Einige der ältesten Benzwagen. — Links unten: Der Rennfahrer Manfred von Brauchitsch am Steuer eines Rekord-Veyikels von 1900. — Rechts: Eine junge Dame im Kostüm von 1885 auf dem ersten Motorrad der Welt, das von Gottlieb Daimler geschaffen wurde. Wirtschaft. Abschluß der Buderusfchen Eisenwerke, Wetzlar. Für das abgelaufene Geschäftsjahr verzeichnet die Gesellschaft den Ueberschuß der Betriebe mit (alles in Mill RM.) 7,02, Zinsen und sonstige Kapitalerträge mit 0,28, außerordentliche Erträge mit 0,18 und außerordentliche Zuwendungen mit 0,02 (i. B. Betriebsüberschuß 2,98) Andrerseits beanspruchten Löhne und Gehälter 4,33, soziale Abgaben 0,42, Steuern 0,88 und sonstige Aufwendungen 0,35 (L V. Handlungsunkosten 1,72). Rach Abschreibungen von 1,50 (1,05) Mill. RM. verbleibt einschließlich 194 412 (190 727) RM Gewinnvortrag aus 1931 ein Reingewinn von 212 201 (209 412) RM. Hieraus werden satzungsgemäß, wir berichteten bereits kurz darüber, auf die Vorzugsaktien 5 o. H. Dividende ausgeschüttet und 197 201 RM. voraetragen. Der gesamte Umsatz des Unternehmens mit Fremden hat sich auf 14,84 (23,75) Mill. RM., also um 37,52 v. H. verringert. Demgegenüber beläuft sich der mengenmäßige Absatzrückgang in den ausschlaggebenden Gießerei-Erzeugnissen auf nur 31 o. H. Die Handlungsunkosten verringerten sich gegenüber dem Vorjahre um 40,8 v. H. Im Gegensatz hierzu nahm der Druck durch Steuern und Abgaben weiter zu. Die Interessengemeinschaft mit dem Hessen- Nassauischen Hüttenverein GmbH., Biedenkopf-Lud- w.gshütte ist mit dem 1 Januar 1933 ins Leben getreten. Für die Gesellschift werde im laufenden Geschäftsjahr alles davon abhängen, daß neben der Belebung der Bautätigkeit ein wirksames Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung erscheint. Die Gesellschaft pflegt z. Z. mit der Reichsbahngesellschaft Verhandlungen wegen einer Frachtermäßigung um 5 0 v. H. Der bisherige Verlauf der Verhandlungen berechtigt zu der Annahme, daß eine Frachtermätzigung von beträchtlichem Ausmaß z u g e st a n d e n wird. Um die Vorräte zu senken, förderten die Gruben der Gesellschaft nur 29 000 (72 000) Tonnen Eisenstein, die Kalksteingewinnung belief sich auf 42 250 (49 000) Tonnen. Die Roheisen-Erzeugung sank auf 20 v. H. des Jahres 1929, die Gesamtgewinnung an Gießerei- Erzeugnissen stellt rd. 25 v. H. der auf das Jahr 1929 entfallenden Erzeugung dar Sronffurf still. Frankfurt a. 1, 19. April. lWTD. Drahtmeldung.) Die heutige Börse eröffnete zwar in freundlicher GRindstimmung, doch war die Um* sahtätigkeit wiederum sehr gering, zumal nennenswerte Anregungen nicht vorhanden waren und die Spekulation sowie die Kundschaft auf Grund der bevorstehenden innen- und außenpolitischen Besprechungen weitgehendste Zurückhal- tung an den Tag legten. Zu den ersten Kursen lagen kleine Käufe in einigen Spezialwerten vor. Die erhöhten Borbörsenkurse wurden aber meist nicht mehr erreicht. Hur JG.-Farben konnten ihren Stand von 137,50 Prozent (plus 1,39 Prozent) ziemlich behaupten, während auf den übrigen Marktgebieten die Kursentwicklung uneinheitlich war, ohne daß allerdings zunächst größere Beränderungen eingetreten wären. Bon gewisser Widerstandskraft dürften hierbei die erhöhten Außenhandelsziffern für den Monat März gewesen sein, die einen aktiven Saldo von 38 Mill. AM. gegenüber dem Bormonat aufwiesen. Während Schiffahrts- und Verkehrs- aktien, Deutsche Erdöl, AEG., Licht & Kraft, Siemens und Contigummi von 0,25 bis 0,75 Prozent höher einsehten, lagen Montanaktien auf der ganzen Linie im gleichen Ausmaß schwächer. Relativ matt lagen Reichsbankanteile mit minus 1,13 Prozent, Daimler lagen behauptet. Rach den ersten Rotierungen wurde die Haltung überwiegend schwächer. Die schwache Haltung von Tarifwerten wie Bekula (zirka minus 3 Prozent), Lahmeyer (zirka minus 2 Prozent), Lech- werke-Augsburg (minus 1 Prozent) lösten Abgaben bei der Spekulation aus, denen infolge der Geschäftsstille kaum Aufnahmeneigung gegen» überstanden. IG. gingen um 1,50 Prozent auf 136 Prozent, AEG. um 1,25 Prozent auf 30,25 Prozent, Reichsbank um weitere 0,75 Prozent auf 136 Prozent zurück. Ferner tarnen Mannesmann 2 Prozent und Scheideanstalt 1 Prozent schwächer zur Rotiz. Am Anleihemarkt verloren Altbesih 0,25 Prozent, während Reubesih und Schutzgebiete sowie späte Reichsschuldbuchforderungen ziemlich bchauptet waren. Bon fremden Werten waren Dagdadbchn Seriell 0 1 Prozent schwächer, dagegen blieben einheitliche Rumänen und Zolltürken behauptet. Goldpfandbriefe lagen bei kleinem Geschäft uneinheitlich, es überwogen aber meist kleine Rückgänge von 0 25 bis 0,5 Prozent. Staats- und Stadtanleihen waren kaum verändert, Jndustrieobiigationen verzeichneten uneinheitliche Kursbildung. Tagesgeld war zu 3 Prozent unv.ränd rt. Berlin uneinheuiich, nachgebend. Berlin, 19. April. (WTB. Funkspruch.) Rein kursmäßig eröffnete die heutige Börseüberraschend uneinheitlich, nachdem man vormittags noch mit einem festeren Verlauf gerechnet hc^te. Dies lag daran, daß zu Beginn des Berkehrs immer noch Verkaufsorders Vorlagen, denen auf der anderen Seite zwar Käufe der Kundschaft und des Publikums gegenüberstanden, die sich jedoch nur auf Speziattoerte erstreckten. Während die Außenhandelsziffern per März günstig kommentiert wurden und im allgemeinen auch keine störenden Rachrichten aus der Wirtschaft Vorlagen, war die Entwicklung am Markte der Tarifwerte schon anfangs ein störender Faktor, der im Verlaufe dann sogar die Gesamtbörsentendenz stärker beeinflußte. Aus den schon gestern erwähnten Gründen erschienen Charlottenburger Wasser mit Minus-Minus-Zeichen und notierten später 3,50 Prozent niedriger, während die meisten übrigen Tarifwerte wie Dessauer Gas, Schlesische Gas und die Elektrizitätsliefe- rungsgesellschasten bis zt? 2,50 Prozent einbüßten. Die anfangs besser gehaltenen Bekula büßten im Verlaufe 3 Prozent ein. Ebenso gingen Charlottenburger Wasser, RWE. und Dessauer Gas im Verlaufe noch bis zu 3 Prozent zurück. Die Hauptwerte gaben daraufhin ebenfalls ziemlich einheitlich um 1 bis 2 Prozent nach. Mit festen Anfangskursen sind dagegen Deutsche Atlanten, Süddeutsche Zucker, Akkumulatoren, Rheag und BEW. zu nennen, doch gehen die Gewinne bei diesen Papieren im Höchstfälle bis zu 2,50 Prozent. Von unnotierten Werten fielen Wintershall mit einer Steigerung um 2 Prozent auf. Während das Geschäft an den Aktienmärkten aber allgemein relativ lebhaft war, blieb der Aentenmarkt ziemlich vernachlässigt. Deutsche Anleihen neigten besonders im Verlaufe zur Schwäch , RlichZ chucdbuchiord tun e t und Reichs- bcchnvorzugsak.ien waren relativ gut gehalten, die Jndustrieobligationcn büßten dagegen bis zu 1 Prozent ein. Ausländer lagen vernachlässigt. Auch später war eine schwächere Stirn- . mung vorherrschend, da sich bei dem Angebot in Tarifwerten nichts änderte. Die Altbesitzanleihe ging um 1,25 Prozent zurück, während die Reubesitzanleihe 0,5 Prozent einbüßte. Auch die anfangs ziemlich widerstandsfähigen Montanwerte litten unter Angebot. Infolge des morgigen Rheinischen Zahltages war der Geldmarkt in sich eher etwas versteift. Tagesgeld war unter 4,4 Prozent in der unteren Grenze nicht mehr erhältlich. Sonst änderte sich an den Taxen und Terminen des Wechselmarktes nichts. 64 Mionen Mark Ausfuhrüberschuß. Oer deutsche Außenhandel im März. Berlin, 19. April. (MTV. Funkspruch.) Die Handelsbilanz schließt im Mär; mit einem Ausfuhrüberschuß von 64 Millionen Reichsmark, gegen 26 Millionen Reichsmark im Vormonat, ab. Dabei sind Lin -und Ausfuhr im März gestiegen. Die Einfuhr hat von 347 Millionen Reichsmark im Februar auf 362 Millionen Reichsmark, d. h. um rund 4 v. h. zugenommen. Da der Durchschnittswert der Einfuhr sich kaum verändert hat, entspricht dieser Steigerung des Einfuhrwertes auch eine gleich starke Zunahme der Einfuhrmengen. Die Erhöhung der Einfuhr ist geringer, als man auf Grund der Saifonberoegung erwarten konnte. Dies ist im wesentlichen der Tatsache zuzuschreiben, daß die Einfuhr einiger wichtiger Lebensrnittel, insbesondere von Schmalz und Fett, ferner aber auch von Holz nach den im Februar durchgesührken Zollerhöhungen stark gesunken ist. wenn die Einfuhr im ganzen trotzdem noch steigen konnte, so beruht dies darauf, daß bei einer Reihe anderer Waren, insbesondere Eiern, Voreindeckung en im Hinblick auf bereits em- getretene oder noch zu erwartende Einfuhrhemmungen stattgefunden haben. Die Steigerung der Lebensrnittel einfuhr gegenüber dem Februar hat demzufolge im ganzen noch rund 10 o. h. betragen, während sie im Durchschnitt früherer Jahre den d o p p e 11 e n Prozentsatz ausmachte. DieAus - fuhr ist von 374 Millionen RM. im Februar auf 426 Millionen Reichsmark, d. h. n m r u n d 1 4 v. h. gestiegen. Die Zunahme, die hier ebenfalls ausschließlich auf einer Ert; öhung der Ausfuhrmengen beruht, geht über den saisonüblichen Umfang hinaus. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Ausfuhr, wie in den beiden Vormonaten, auf verhältnismäßig niedrigem Stande sich bewegte. Ausschlaggebend für die Entwicklung der Gesamt- ousfnhr war der Export von Fertigwaren, der um fast ein Fünftel höher liegt als im Februar. Die Ausfuhr von Rohstoffen ist nur um etwa 3 o. h. gestiegen. Aus dem Staatsdienst entlasten. Darmstadt, 17. April. (WER.) Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs- bcamtentnrns wurden der seitherige hessische Gesandte bei ter Reichsregierung Dr- Ruß, Berlin, der seither! 4e Ministerialrat Bornemann, Darmstadt, Staatsrat Karcher, Darmstadt. Re- gi r ngsrat Zinnkann, Drmstadt, und Krcis- dircklor R e ch t h i e n, Friedberg, aus dem Staatsdienst entlassen. Hessische Zürstenbilder wieder aufgestellt. WSR. Darmstadt, 17. April. Die vor Jahren von der früheren Regierung von ihren Postamenten am Hessischen Landestheater entfernten Standbilder des Landgrafen Philipps des Großmütigen und Georgs I. wurden an der südlichen Eingangshalle des Desidenzschlosses am Marktplatz wieder aufgestellt. Aus diesem Anlaß spielte das Glockenspiel des Hessischen Landestheaters verschiedene Choräle. Der Kaffee wird erheblich billiger, wenn man mit Mühlen Franck praktisch Kaffee kocht Müy'.en Franck, die Würze zum Bohnenkaffee — altbewährt — ist erst recht zu Malzkaffee und zu jedem gewöhnlichen Getreidekaffee notwendig. Jeder K.isree bekommt durch Mühlen Franck herzhaften, fräfn.jeit Geschmack, wundervollen Duft und eine schöne goldbraune Farbe. 1508V Der gläserne Motor. Jeder, der öfters in die Lage kommt, einen Wagen selbst zu steuern, hat woh. schon den Wunsch gehabt, einmal in seinen Moto, hineinsehen und genau feststellen zu können, anu- denn da eigentlich, während er arbeitet, in ihm oorgeht, wie der Motor die ihm in Form von Betriebsstoff zugeführte Nahrung verträgt, und wie er auf den Veränderungen in der Einstellung des Vergasers oder der Zündung reagiert und noch vieles mehr. Diese Vorgänge in ihrem geheimnisvollen Dunkel zeigt die Ufa in einem Tonfilm „Der gläserne Motor" am 20. April, 20.30 Uhr, in Lollar, Restaurant „Zur Linde". Der Inhalt des Films ist in die Form eines Experimental-Vortrages gekleidet, den ein Kraftstoff-Ingenieur vor einem interessierten Hörerkreise hält. 2630V -jdafc löt gescheit Ein fester Drahtzaun als Gehege um den Hühnerhof, unten mii einem extradichten Spezial-Hühnergetiecht — da können Katzen. Hunde und Landstreicher sich den Braten von draußen besehen. die Hühner sind in Sicherheit! die Eier liegen nicht mehr in heimlichen Nestern auf freiem Feld, die Küken schlüpfen nicht mehr durch die Maschen — so ist das reinste Hühner - Paradies geschaffen. Machen Sie’s nach — das zähe, feuerverzinkte Drahtgeflecht ist ja so billig bei GIESSEN AM OSWALDSGARTEN 2261 A Lernt Maschinenschreiben! Fachm. Ausbildung im 10-Finger-Blindschreiben auf neuen Torpedo-Maschinen, Modell 6, in der Torpedo-Schreibmaschinenschule Kurt Leipold « Bleichstraße 10 p, Eröffnung: Montag,24 Apnl,abds.7u.8hUhr. 20 Stunden — Preis RM. 5.-. Der Unterricht wird täglich in Nachmittags-u. Abendkursen abgehalten. - Vorherige Anmeldung erbeten. ______________________________________________1 24’4 Sonder-Veranstaltung aus Anlaß des Geburtstages des Führers Adolf Hitler Mittwoch, den 19. April 1933, abends 8 Uhr, im Stadttheater Gießen: Der 18. Oktober Schauspiel in 3 Akten von W. E. Schäfer. Ansprache von Pg. Bartholomäus. Donnerstag, den 20. April 1933, abends 9 Uhr im vaiS Leib Feier des Gebumtages des Führers. Zutritt haben die Mitglieder sämtlicher Parteiorganisationen a?4oD Eintritt frei. NSDAP., Kreisleitung Gießen. Wirksame Werbe-Drucksachen liefert die BrühPsche Druckerei illlllllllllllllllllllllllllllllllU IbRggDO Klein - Schreibmasch nen zu nledrl. sten Preisen und kleinsten Raten bei NIEDERHAUSEN & C0. Seltersweg 17, 1. Stock v. Kleider Könler. ,rü( $too!uiion 9eQ)n,nen *n »ierzehi I,", e"'l »Jp »«4: FÄ' fr.!"»«