Nr. 296 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 18. Dezember 1933 Aus der Provinzialhaupistadi. Kaust ArbeitSbeschaffungölose! Die Arbeitsbeschaffungslotterie der NSDAP, dient bekanntlich dem anerkennenswerten Zweck, auch auf diesem Wege Geldmittel zur Beschaffung von Arbeit und zur Beseitigung von viel Elend und Not in deutschen Fa- milien flüssig zu machen. Erfreulicherweise hat diese Lotterie im deutschen Volke starken Anklang gefunden. Leider geht aber aus einem Briefe der NSDAP., Abteilung Lotterie, Geschäftsstelle Frankfurt a. M., den wir heute früh erhielten, die bedauerliche Tatsache hervor, daß unsere Stadt Gießen einer der wenigen Plätze ist, an denen bis jetzt noch Arbeitsbeschaffungslose unverkauft vorliegen, während sonst überall der Loseverkauf ein besserer ist. Diese Feststellung ist für unsere Stadt nicht erfreulich, denn sie könnte die allerdings irrige Meinung aufkommen lassen, daß der gewaltige Kampf des Führers gegen die Not in Deutschlaad hier nicht die rechte Unterstützung fände. Um etwaigen falschen Ansichten dieser Art nachdrücklich durch die Tat entgegenzuwirken, möchten wir unteren Mitbürgern dringend empfehlen, auch der Arbeitsbeschaffungs - Lotterie der NSDAP, ihre Opferbereitschaft zu - z u w e n d e n. Das Los kostet nur 1,— Mark. Mit dieser kleinen Beisteuer für den Kampf des Führers schafft man nicht nur zusätzliche Geldmittel zur Arbeitsbeschaffung, sondern man erlangt auch für sich selbst die Chance, einen Gewinn in der Lotterie machen zu können. Die Ziehung der Lotterie findet bereits am 29. und 30. Dezember statt. Mochten bis dahin die Verkäufer der Lose in Gießen ihren Vorrat völlig abgesetzt haben. Deutsche Volksgenossen: Helft dem Führer durch re st losen Kauf der A r b e i t s b es cha ff u ng s l o s e ! Soldatenhilfe im Kampf gegen die deutsche Not. Der großzügige Kampf der Reichsregierung gegen die Not im deutschen Vaterlande hat auch bei rnse- rem Gießener Bataillon des 15. Jnf.-Rgts. freudige Bereitschaft zur Mithilfe ausgelöst. Im Rahmen der Hilfsmaßnahmen der Regierung wurden von unserem Bataillon bis zum 1. Dezember 1933 folgende Geldbeträge an die zuständigen Stellen abgeführt: für das Opfer der Arbeit 1000 Mark, für die Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung 1863 Mark, für das Winterhilfswerk 2643 Mark. Die Sammlungen für das Winterhilfswerk werden innerhalb des Bataillons fortgesetzt. Für die Jugend wurden vom Bataillon täglich folgende Kinderspeisungeu durchgeführt: vom 12. April bis 14. Mai 1932 für HO Kinder, in der Zeit vom 16. Januar bis 1. April und vom 2. Mai bis zum 13. Mai 1933 ebenfalls für je 110 Kinder. Zum Abschluß dieses Jahres ist vom Bataillon eine Speisung von 100 Kindern in der Neuen Kaserne geplant. Dabei wird den Kindern aus Mitteln des Bataillons noch eine besondere Weihnachtsfreude in Gestalt von kleinen Geschenken bereitet werden. Die Hilfsbereitschaft unseres Bataillons, die sich auch schon bei der eifrigen Mitarbeit gelegentlich der Kleidersammlung für das Winterhilfswerk in schönster Weise zeigte, wird sicherlich in allen Kreisen der Bürgerschaft, ganz besonders aber bei unseren notleidenden deutschen Volksgenossen mit Recht wohlverdiente dankbare Anerkennung finden. Der starke soziale Zug wahrer deutscher Volksverbundenheit, der von jeher in der deutschen Armee besondere Geltung hatte, tritt auch in diesen Hilfsmaßnahmen unserer Soldaten wieder eindrucksvoll zutage. NS-Hago und Deutsche Arbeitsfront. Die NS. - Hago, Kreisamtsleitung Gießen, Seltersweg 89, teilt folgendes mit: Verschiedene wirtschaftliche Verbände haben durch Rundschreiben und Presse ihre Mitglieder dahingehend unterrichtet, daß sie durch ihre Mitgliedschaft bei ihrem Fachverband gleichzeitig der Deutschen Arbeitsfront angehören. Diese Falschmeldung beruht aus der irrtümlichen Annahme, daß die dem Reichsstand des Handels angeschlossenen Fachoerbände automatisch korporativ der Deutschen Arbeitsfront angehören. Demgegenüber wird feftgeftedt, daß der Beitritt aller dem Handwerk, handel und Gewerbe angehörigen Betriebsinhaber, Angestellten, Gesellen, Arbeiter und Lehrlinge zur Deutschen Arbeitsfront nur einzeln von jedem Volksgenossen vollzogen werden kann. Die Aufnahme- fteUen sind die örtlichen Stellen der NS. - hago, die die Anmeldung zur Arbeitsfront entgegennehmen. Sachleistungen an Hilfsbedürftige auf Bedarfsdeckungsscheine B. Vom Städtischen Wohlfahrtsamt Gießen wird uns geschrieben: Die vom Wohlfahrtsamt ausgegebenen B c - darfsdeckungsscheine B zum Bezüge von Kleidung, Wäsche oder Haushaltungsgegenständen berechtigen nur zum Bezug dieser Bedarfsgegenstände (Sachleistungen). Lebensmittel oder Verbrauchsartikel des täglichen Lebensbedarfs dürfen auf Grund dieses Gutscheins nicht bezogen werden. Hierauf werden die Verkaufsstellen und die Bezugsberechtigten besonders aufmerksam gemacht. Die Bezugsscheine lauten auf volle Reichsmark. Pfennigbeträge sind von dem Hilfsbedürftigen selbst unmittelbar an die Verkaufsstelle bar zu entrichten. Jederlei Bar- rückvergütung an die Inhaber der Bezugsscheine ist st r e n g verboten. Zur Entgegennahme der Bedarfsdeckungsscheine B sind nur diejenigen Geschäfte zugelassen, die auf Grund der bereits ergangenen Aufforderung um ihre Zulassung schriftlich nachgesucht haben und die auf Grund dieses Antrags auch tatsächlich zugelassen sind. Z u g e l a s s e n werden in erster Linie Unternehmungen des mittelständischen Einzelhandels und des Handwerks. Die zugelassenen Verkaufsstellen erhalten einen Aushang, der ihre Zulassung kenntlich macht. Die zugelassenen Verkaufsstellen haben die belieferten Gutscheine gesammelt mit einer Gesamt- o u f st e l l u n g (Rechnung) dem Städtischen Wohlfahrtamt einzureichen, das ihnen in Höhe des Betrags der belieferten Gutscheine entsprechende Markabschnitte übergibt. Die Markabschnitte werden alsdann von der Verkaufsstelle in Sammelkarten, die den Verkaufsstellen übergeben werden, eingeklebt und dem Finanzamt zur Einlösung zugeleitet. Es wird noch darauf hingewiesen, daß die Verkaufsstellen Art, Menge und Preis, der verkauften Waren auf den Bezugsscheinen (vgl. Vordruck) zu vermerken haben. Der Hilfsbedürftige muß auf den Bezugsscheinen den Empfang der Ware und den Preis bestätigen. Hilfsbedürftige, die sich in laufender Fürsorge befinden (Wohlfahrtserwerbslose, Wohlfahrtspfleglinge, Empfänger von Alu und Kru, Sozialrentner und sonstige der Beihilfe bedürftigen Unterstützungsempfänger — einschl. der verschämten Armen —) erhalten Bezugsscheine ohne besonderen Antrag, sofern ihnen bereits die städtische Brennstoffbeihilfe zuerkannt wurde. Die Fürsorgeempfänger des Wohlfahrtsamts können die Bezugsscheine, soweit sie noch nicht zur Ausgabe gelangt sind, am Dienstag, 19. Dezember, und Mittwoch, 20. Dezember, auf der zuständigen Wer einem armen Volksgenoffen eine Weihnachtsfreude bereiten will, liefert auf dem StandartenbüroGießeU/ Neues Schloß, ein Weihnachtspaket ab. Fürsorge stelle des Wohlfahrtsamts vormittags in Empfang nehmen. Die Empfänger von Alu und Kru und die verschämten Armen erhalten die Bezugsscheine, zugleich mit der 2. Rate der städtischen Brennstoffoersoigung, am Dienstag, 19. Dezember, Buchstabe A—K, Mittwoch, 20. Dezember, Buchstabe L—Z, in der Z a h l- st e l l e des Wohlfahrtsamtes, Wetzsteingasse 32. Die WLchnachtSAaoenkarie des Winter- hi fswerks des deutfchenVolkes^ 933\34 Das schönste Weihnachtsgeschenk wird diesmal die Weihnachtsgabenkarte des WHW. sein. Mit dem Erwerb dieser Karte gibst du deinen Stein zu dem großen Aufbau. Dein Opfer läßt an diesem Weih- nachtstaae ein deutsches Kind, einen deutschen Bruder, wieder fröhlich werden. Die Karten sind mit 3 wertvollen Kupferdrucken geschmückt, auserlesenen Werken deutscher Kunst. So wird sich nicht nur der, dem der Erlös deiner Karte hilft, daran freuen, sondern auch du wirst beim Betrachten der Bilder deine Helle Freude daran haben. Die Gabenkarte wird der Stolz jedes Volksgenossen fein. Wer sie nicht erwirbt, schließt sich selbst aus dem Opferung seines Volkes aus. Dir aber wird sie einst stolze Erinnerung an ein herrliches Werk fein. Und vergiß nicht: Durch den Erwerb dieser Karten hilfst du dem Führer bei feinem Hilfswerk — damit aber bereitest du dem Führer die größte Weihnachtsfreude, und trägst einen Teil der Dankesschuld an ihn ab, die wir alle an ihn haben. Die Karten werden im Wert zu 1 Mark und 2 Mark ausgegeben. Der Vertrieb setzt sofort ein durch die Organisation des WHW. Hilse für d-e A beiiöschlacht. Man schreibt uns: Der Winter hat in diesem Jahre wider Erwarten recht früh seinen Einzug gehalten, und der Frost hat die Saifonauhenberufe ftillgelegt. Hemmend wirkt er auf die unablässigen Bemühungen des Führers, die Menschen an die Arbeit und zu Verdienst zu bringen. Der Stillstand muß ausgeglichen werden durch Vermehrung der Arbeiten, die unbeschadet der Witterung ausgeführt werden können. Hierzu gehören die Jnnenarbeiten in unseren Häusern und Wohnungen. Wasser- und Heizanlagen bieten ein großes Betätigungsfeld, auch jetzt tm Winter. Wohnungsinhaber und Hausherren: wie steht es mit Defen, Herden, Heiz- und Badeanlage? Wer ärgert sich mit unwirtschaftlichen und altmodischen Kohlenfressern herum? Bedenkt, daß euch die Pflicht erwächst, im Sinne des Führers nun endlich hier Abhilfe zu schaffen. Wer empfindet bei Besuchen nicht wohltätig und angenehm die Wirkung der Heizungsanlage seines Bekannten, wenn er dessen Wohnung betritt? In wem wird nicht der Wunsch rege, für sich zuhause die gleiche Behaglichkeit zu schaffen? Schon für wenige hundert Mark kann die Etagenheizung heute eingerichtet werden mit einem Kessel, nicht größer als ein Amerikanerofen. Dazu noch die Möglichkeit der Warmwassererzeugung für Küche und Bad. Wer jetzt derartige Aufträge vergibt, hilft dem Führer in seinem grandiosen Arbeitskampfe, springt dem Handwerk bei und unterstützt die gerade in unserem Hessenlande heimische Eisenindustrie für Defen, Herde und Heizung, die Millionen bereitgestellt hat, um auch im Winter die nach tausenden zählenden Arbeiter bei Verdienst zu halten. Darum laßt euch beraten vom Handwerker, Geschäftsmann, Architekt und Ingenieur und vergeßt nicht, daß der Staat hilft bei Reparatur und Neueinrichtung von Wasser- und Heizungsanlagen. Sorgt für die Hofhunde! Der Gießener Tierschutzoerein schreibt uns: Die tierfreundliche Gesinnung vieler Tierhalter macht Halt vor solchen Tieren, die weiter keinen Geldwert für ihn darstellen. Darunter haben vor allem Kettenhunde, Katzen und Kaninchen zu leiden. Während das Großvieh sachgemäß gepflegt wird, ist manchmal der Hofhund auf jammervolle Weise untergebracht. Ein wirklich guter Tierbesitzer verhilft allen Tieren, die von ihm abhängig sind, zu ihrem Recht. Deshalb bittet der Tierschutzverein die Besitzer von Kettenhunden, die Hundehütten gründlich auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Nässe, Kälte und Wind zu prüfen, wenn es noch nicht geschehen ist, und die kleinen Mühen nicht zu scheuen, die nötig sind, um dem Hunde die Zeit des Frostes und der kalten Winde zu erleichtern; z. B. müssen Trinkwasser und Futterreste im Laufe des Tages aufgewärmt werden; der Hund muß morgens etwas Warmes in den Leib bekommen und Gelegenheit haben, sich warm zu laufen. Bei stärkerer Kälte gehört der Hund in den Stall, oder in das Haus. Em guter Silberner Sonntag. Bei schönem, klarem Winterwetter brachte der gestrige Silberne Sonntag unserer Stadt wieder einen Massenverkehr von auswärts. Der Reiseverkehr auf der Reichsbahn war erheblich stärker als am Kupfernen Sonntag; sämtliche Züge wurden mit größter Verstärkung bei sehr guter Besetzung gefahren. Bereits kurz nach der Mittagsstunde entwickelte sich in den Geschäftsstraßen starker Verkehr, bei dem die Geschäfte rege, zum Teil sogar sehr stark von Käufern besucht wurden. Nach den heim- getragenen Paketen zu urteilen, darf man das gestrige Verkaufsgeschäft als gut bezeichnen, ein Ergebnis, das unserer Geschäftswelt nur zu gönnen ist. Daten für Momag, 18.Dezember. 1736: Der Geigenbauer Antonio Stradivari in Cremona gest. (geb. 1644); — 1786: Karl Maria v. Weber in Eutin geb. (gest. 1826); — 1803: Der Dichter Johann Gottfried v. Herder in Weimar gest. (geb. 1744); 1844: Der Volkswirt Lujo Brentano in Aschaffenburg geb. (gest. 1932); — 1863: Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand von Oester- reich-Este in Graz geb. (gest. 1914). Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Turm» haus am Brand, 16 bis 18,30 Uhr, Kunstausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Em Kuh in der Sommernacht". * ** Silberne Hochzeit. Der Bahnschreiner Heinrich Bögler und Frau, Kaiserallee 21, können am morgigen Dienstag das Fest der silberne» Hochzeit feiern. ** Schulkind und Winterhilfe. Dem Artikel über das Thema „Schulkind und Winterhilfe" vom Freitag, 15. Dezember, ist berichtigend nachzutragen, daß die darin erwähnten Schülerinnen Marianne Pfaff, Alice Seitz und Helga Z ö l l nicht der Schillerschule, sondern der Pest» lozzischule angehören. ** Keine Steuer- und Sozialabgabenpflicht von Weihnachtsgratifi« k a t i o n e n. In einer Verlautbarung aus amtlichen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß Weihnachtsgratifikationen nicht nur steuerfrei, sondern auch von allen sozialen Abgaben, wie Angestelltenversicherung, Arbeitslosenhilfe usw. befreit sind. ** Verhängnisvoller Sturz non b e r Treppe. Im Laufe des gestrigen Tages stürzte im Hause Frantfurter Straße 76 ein junger Student von der Treppe und fiel so unglücklich, daß er einen Unterschenkelbruch erlitt und durch die Freiwillige Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Schöffengericht Gießen. Der Fr. B r ä I e r aus Nieder-Gemünden wurde wegen Vergehens gegen den § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Reichsregierung zudreiMonatenGefängnis verurteilt, wogegen er Berufung einlegte Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme am Freitag kam das Gericht zu der Ansicht, daß eine direkte Beleidigung der Reichsregierung nicht vorlag und sprach den Ange- klagten frei. Der Vertreter der Anklage hatte Zurückweisung der Berufung beantragt. Wegen schweren Diebstahls wurde der in Hanau wohnhafte Wilhelm Gerhardt zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. In der Berufungsoerhandlung am Freitag ergab sich, daß der Angeklagte in Uetzhausen in einln Schuppen ein- brach und dort ein Motorrad stahl. Auf einem Korn- acker entfernte er die Maschine und ließ den Rahmen zurück. Entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts wies das Gericht die Berufung kostenpflichtig zurück. SinterWtoert des deutschen Voiles 1933/34. Aufruf der Kreisführung Gießen an alle Volksgenossen mit festem Einkommen. Weihnachten sieht vor der Tür. wenn Sie am heiligen Abend Ihren Kindern bescheren, so denken Sie auch an die Kinder der Familien, deren Ernährer schon seit Jahren ohne Arbeit und verdienst und nicht in der Lage sind, ihnen eine weihnachts- sreude zu machen. Es ergeht daher die Bitte, sich dem Ausruf der Hess. Regierung anzuschließen und am heiligen Abend einem armen Kinde durch persönliche Uebergabe eines kleinen Bäumchensundeinesweihnachtspack- chens eine Freude zu bereiten. Die Kinder werden von der Kreisführung des WHW. nachgewiefen, um zu vermeiden, daß von mehreren Seiten einer Familie Zuwendungen gemacht werden. wer noch größere Opfer bringen kann und will, wird gebeten, die Patenschaft eines Kindes wahrend der Dauer des Winterhilfswerks zu übernehmen. Anmeldungen unter Angabe besonderer wünsche erbittet die Kreisführung des WHW. Gerade an Weihnachten, dem Fest der Liebe, gilt es zu beweifen, daß das deiNfche volk eine große Gemeinschaft bildet! ÄZeihnachispakele für die bedürftigen Volksgenoffen werden auf dem Standartenbureau, Gießen, Land- graf-Philipp-Platz, Neues Schloß, bis zum Donners- tagnachmittag angenommen. Anderen Organisationen außer den örtlichen Stellen der NS.-Volkswohlfahrt ist die Annahme solcher Pakete untersagt. An alle Kraftsahrzeugbesitzer in der Stadt Gießen. In den Tagen vom Donnerstag, 21. Dezember, bis Samstag, 23. Dezember, werden einige Wagen für dringende Fahrten innerhalb und auch vereinzelt außerhalb des Stadtgebiets benötigt. Die Kraftfahrzeugbesitzer werden gebeten, der Kreisführung sofort mitzuteilen, an welchen Tagen sie ihren Wagen zur Verfügung stellen können. Heil Hitler! gez. Kloß, Kreisführer des WHW. f. d. R. M o h a u p t, Kreisgeschäftsführer d. WHW« Weihnachtsfeier derGießenerGA. Weihnachten 1932 — Weihnachten 1933. Welcher grundstürzende Wandel der Verhältnisse tritt bei dieser Gegenüberstellung zutage! Vor einem Jahre eine Zeit, in der unter der Oberfläche scheinbarer Ordnung und Ruhe die zerstörenden Kräfte der Feinde des deutschen Volkstums am Werke waren, Zucht- und Gottlosigkeit immer mehr sich ausbreiteten, Bürgerkrieg drohte, Mord und UeberfaU zu den gewohten Tagesbegebenheiten der Politik gehörten; steigendes Elend und wachsende Erbitterung in immer breiteren Schichten des deutschen Volkes; schlimmste Befürchtungen um die Entwicklung in unserem Vaterland; von echter Advents- und Weihnachtsstimmung wenig oder nichts zu verspüren; Kampf aller gegen alle. — Jetzt: Friede im Volk; feste staatliche Ordnung, wahre deutsche Volksgemeinschaft, hoffnungsfrohe Stimmung aus der lieber- zeugung heraus, daß es wieder aufwärts geht; tatkräftigster Kampf gegen Not und Elend im Volke, nicht wie früher mit schönen, aber leeren Gesten und Phrasen, sondern mit kraftvollen Taten, vorbildlicher Opferbereitschaft, wahrer christlicher Nächstenliebe; Gottesfurcht, deutsche Sitte und Anstand, Disziplin, Ehrung und Wertschätzung der hohen ideellen und kulturellen Güter des deutschen Volkes. — Vor einem Jahre: undenkbar ein Weihnachtsfest der SA. in absolut gewährleisteter Sicherheit — heute: SA.-Weihnachtsfeier ein Erlebnis der echten deutschen Volksgemeinschaft, Feierstunden, bei denen nicht wie einst die Sorge um Leben und Gesundheit den seelischen Gewinn der Stunde trübte, sondern die die Teilnehmer ungeschmälert innerlich bereicherten und froher machten für das Ringen des Alltags. Der Dank für diesen beglückenden Wandel der Dinge gebührt dem Führer, dem Retter des deutschen Volkes aus schwerster Gefahr! Diese Vergleiche und Gedanken drängten sich uns am Samstagabend bei der Weihnachtsfeier der Gießener SA. in der vollbesetzten Volkshalle auf, und sicherlich wird namentlich auch mancher von den alten Kämpfern im braunen Ehrenkleid gleiche Gedanken gehabt haben. Diese erste deutsche Weihnachtsfeier der SA. der NSDAP, des Standorts Gießen im Dritten Reich wurde für die Männer im Braunhemd und für die Frauen zu einem Adoentserlebnis, das die tiefen Werte des deutschen Gemüts voll zur Geltung kommen ließ. Etliche tausend deutsche Männer und Frauen, die diesen Abend erlebten, werden noch lange gerne an die schonen Stunden des gemeinsamen vorweihnachtlichen Erlebens in der Gießener SA. zurückdenken. Gegen 20 Uhr war die Volkshalle bereits vollbesetzt. Kurz vor Beginn der Feier erschien Brigadeführer Schmidt, von Standartenführer Lutter am Eingang zur Volkshalle empfangen und zu feinem Platz geleitet, von der Menge mit dem deutschen Gruß geehrt. Dann folgte zu den Klängen des Badenweiler Marsches der Einmarsch der SA., an dem die vor dem 1. Januar 1933 in die SA. eingetretenen SA.-Männer teilnahmen. Nach einem von Obertruppführer Grünewald gesprochenen Gedicht „Die alte Garde" hielt Standartenführer Lutter eine kurze Ansprache, in der er zunächst einen knappen Rückblick auf die früheren Jahre warf, dabei u. a. auch an den von den da- maligen Regierungen erst durch besondere Gesetze geschaffenen „Weihnachtsfrieden" erinnerte, demgegenüber bann auf die geschlossene Einheit aller deutschen Volksgenossen hinter unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und das große Glück des geeinten deutschen Volkes hinwies. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die große Dankesschuld gegenüber den Kameraden, die für das Dritte Reich ihr Leben einsetzten und Hingaben. Stehend gedachte die große Versammlung der gefallenen Freiheitskämpfer mit dem Hitler-Gruß, während die Musik die Melodie vom guten Kameraden spielte. Standartenführer Lutter erinnerte in seinen weiteren Worten an „die Stille vor dem Sturm" vor dem vorjährigen Weihnachtsfest und an den historischen Tag, an dem der ehrwürdige Reichspräsident v. Hindenburg den Führer zum aKnzler berief, womit der Durchbruch zum Dritten Reich, zum Vorwärts erfolgte. Rückschauend konnte der Redner feststellen, daß der Führer das gehalten hat, was er versprochen hatte. Er gab weiter der Hoffnung Ausdruck, daß die SA. dem Führer zur Vollendung und Krönung feines Werkes immer behilflich fein könne, damit ein einiges deutsches Volk auf freier deutscher Scholle für alle Zeiten lebe. Das Gelöbnis der unwandelbaren Treue der SA. für ihren obersten Führer faßte der Redner zusammen in die von der Menge begeistert aufgenommenen dreimaligen Sieg-Heil-Rufe auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler! Anschließend wurde gemeinsam der erste Vers dc» Horst-Wessel-Liedes gesungen. Die Vortragsfolge brachte bann eine Anzahl reiz, voller und graziös oorgeführter Volkstänze des BbM., prächtige lurnertjqe Darbietungen der Turnergruppe des Sturmes 13/116, ausgezeichnete Konzertstücke und Märsche der Stanüartentaoelte und der Reservekapelle, em stimmungsvolles leben» des Bild „Deutsche Weihnacht während Deutsch- tands Aufstieg", zwei lebende Bilder „Deutsche Weihnacht zur Zeit Deutschlands Niederbruch" (1918 bis 30. Januar 1933), deren erstes die tobende und «meine Pöbelei der Kommune darstellte, während das zweite die aus heißem Stampf zurückkehrende SA zeigte. Anschließend folgte auf der Bühne unter dem großen Christbaum in strahlendem Vidp terglanz die Weihnachtsbescherung von vielen SA.- Kameraden durch die NS.-Frauenschaft Gießen als „Deutsche Wechnacht im Zeitalter Adols Hitlers", wobei die große Versammlung gemeinsam das alte, schöne Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht" sang. Mit dem Großen Zapfenstreich sand der Weihnachtsfeierabend, der allen Mitwirkenden den herzlichen Dank der Versammlung durch starken Beifall brachte, gegen 24 Uhr seinen Abschluß. Weihnachtsfeier im Stahlhelm. Unter sehr starker Beteiligung hielt am gestrigen Sonntagabend die Kameradschaft Sud des Stahlhelms (Bund der Frontsoldaten), Orts- Sruppe Gießen, ihre Weihnachtsfeier ab. Der Saat es (Eaf< Leib war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Feier am Abend ging nachmittags eine Weih- nachtsseier für die Kinder voraus, bei der jedem Kinde eine kleine Weihnachtsgabe durch den Nikolaus zuteil werden konnte. Die Feier am Abend wurde durch schneidige musikalische Darbietungen (Mitglieder der Stahl- helmkapelle) eingeleitet. Kameradschastsführer Weinandy hielt die Begrüßungsansprache, in der er Gedenket der hungernden Vögel! vom Sinn des Weihnachtsfestes sprach und an Jene Jahre erinnerte, in der mancher Kamerad Weihnachten im Schützengraben vor dem Feinde feiern mußte, während seine Gedanken in der Heimat weilten Da sei es so gewesen, daß der eine oder der andere Weihnachten 1914 in den Vogesen, 1915 in Nordfrankreich, 1916 in Rußland oder an irgend einem anderen Kriegsschauplatz gefeiert habe- ja, auch in den Kolonien habe man das Weihnachtsfest gefeiert, rocnn man auch die Kerzen an einen Dornbusch habe stecken müssen. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß der Abend allen einige schöne Stunden Dringen möchte. Der Begrüßungsansprache folgte ein mit feinem Verständnis wiedergegebenes Lied, das von zwei Kameraden gesungen wurde. Frl. Mangels- b o r f f brachte einige weihnachtliche Lieder („D, hehre Nacht, o feierliche Stille", „Maria Wiegenlied" und „Ave Maria") zu Gehör und erntete dafür dankbaren Beifall. Mit großer Aufmerksam- feit wurde eine Schilderung der Somme-Osfensive 1916, in beschwingter Sprache von Kamerad R a f p hervorragend wicdcrgcgeben, verfolgt. Den Höhepunkt der Feier stellte ein Theaterstück in drei Bildern bar, das von Mitgliedern des Stahlhelms und einigen ihrer Angehörigen mit viel Liebe aufgeführt wurde. Die Darsteller fanden in lebhaftem Beifall den Dank für ihre Bemühung. Nachdem noch Mitglieder des ehemaligen Wehrstahlhelms schneidige turnerische Vorführungen gezeigt hatten, die Geschenkc-Verlofung manchem glücklichen Gewinner eine schöne Weihnachtsfreude bereitet hatte, fand der Abend mit einem gemeinsam gesungenen Liede seinen Abschluß. Weihnachts'.eier der Studenten d'S ^am radschabs^auses. In froher, festlicher Gemeinschaft fanden sich am Freitag abend die Studenten des Kameradschasts- Hauses in einem weihnachtlich geschmückten und von Kerzenglanz erfüllten Raume zu einer Weihnachtsfeier ein. Die Hauskapelle leitete mit guter Musik den Abend ein. Ein Chor brachte das „in dulce jubilo11 recht ansprechend zu Gehör. Kameradschasissührer Seipp hielt eine kurze Begrüßungsansprache, erinnerte an ein Wort Wilhelm Raabes, sprach von dem Wissen darum, daß für uns die Welt mit jedem Tag schöner werde, und wenn sich auch für uns das 20. Jahrhundert als das Jahr des Schrillen darbiete, so herrsche doch in diesen Tagen besinnliche Stille. Das Wort „Friede auf Erden" klinge wieder auf. Die Feier solle rechte Vorberei- tunfl auf das Weihnachtsfest bedeuten. Wir sollten die Weihnachtsbotschaft als eine Mahnung empfinden. Es komme darauf an, christliche Gesinnung ia der Wirklichkeit zu beweisen. Die Tat allein erweise den Wert eines Menschen 6tubenlcnpfarrcr Surfer hielt die Festansprache. Weihnachten sei das Fest der deutschen Seele, insbesondere aber eine Angelegenheit der Jugend, die zur Entscheidung berufen fei. Die Jugend werde auch die Konsequenzen zu tragen haben aus der Annahme ober Ablehnung ber Botschaft Christi. Die Weihnachtsbotschaft sei in Deutschland auf befonbers vorbereitetem Boden gefallen. Das Christentum sei entscheidend geworden für das ganze Leben des deutschen Volkes. Die deutsche Geschichte sei nicht zu trennen von dem Ineinander des Christentums und des Volkstums. Wir feien erst durch Jesus Christus ein Volk geworden. Angesichts der großen Entscheidungen unserer Zeit seien wir verpflichtet, nach den tiefsten Kräften und Helfern zu fragen. Deshalb möchten sich recht viele auf den Weg zur Krippe machen. Im Mittelpunkt der Feier standen zwei Borlesun- gen. Kamerad Pommerening las mit außer- ordentlichem Verständnis für liefe und Gehalt die- fer Dichtung „Die Geburt Jesu" von Paul E r n ft. Kamerad Hartung brachte den Abschnitt „Weih- nachten im Felde" aus dem Buche Beumelburgs, „Gruppe Bosemiiller", zum Vortrag. Kamerad- schaftssührer Seipp erinnerte in kurzen Worten noch an die Verdienste des „Studentenvaters" Prof. Dr. Ege r, der indirekt die Schaffung des Kameradschaftshauses ermöglicht habe. Prof. Dr. Ege r, ber als (Saft an der Feier teilnahm, dankte für die Aufmerksamkeit und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Jugend jene großen ernsten Stirn- den, die die ältere Generation im Felde erlebt habe, lebendig erhalten wolle Zur freudigen Uederraschung fand auch eine Bescherung statt, bei der die Kameraden mit kleinen praktischen Geschenken, mit Gebäck und Zigaretten bedacht werden konnten Truppführer Schuster dankte Im Namen der Studenten dem Kamerad- schaftstührer Seipp für die Bescherung Nachdem der Chor noch ein Lied uim Vortrag gebracht hatte und einige Weihnachtslieder gemein- tarn gesungen waren, blieb man noch geraume Zeit in kameradschaftlicher Unterhaltung beifamm.n Oie Ehestandsdarlehen. Durch die Zwette und Dritte Durchfuhrungsoer- orbnung über die Gewährung von Eheftandsdar- leben war der Kreis der Ebestandsdarlchenberech- tigien erweitert worden. Hiernach mußte die Ehe- schließuna nicht erst nach dem 2. Ium 1933 erfolgt, sondern sie konnte bereits in der Zett vom 1. Juni 1932 bis 2. Juni 1933 vorgenommen worden fein. Auch mußte nach den obengenannten Durchführungsverordnungen der Zeitraum, in den das mindestens sechsmonatige Arbeitneberverhältnis, das eine der Voraussetzungen für die Gewährung des Ebeftandsdarlebens ist, fallt, nicht die Zeit zwischen dem 1. Juni 1931 und 31. Mai 1933, sondern die Zeit zwischen dem 1. Juni 1928 und 31. Mai 1933 umfassen. Durch die jetzt veröffentlichte Vierte Durchsüh- rungsoerorbnung finb die obigen Bestimmungen ber Zweiten unb Dritten Durchfübrungsverorbnung wieder in. Wegfall gekommen. Haben iedoch An- tragfteller, die in ber Zeit vom 1. Ium 1932 bis 2. Juni 1933 geheiratet haben, ober bei denen bus minbeftens sechsmonatige Arbeitnehmerverhältnis der Ehefrau ober künftigen Ehefrau ganz ober teilweise in die Zeit zwischen dem 1. Juni 1928 und 31. Mai 1931 fällt, ihren Antrag bis zum Ablauf bis 10. Dezember 1933 bei der für die Prüfung des Antrags zuftändiaen Gemeindebehörde eingereicht, so können noch Ehestandsdarlehen gewährt werden. In ber Vierten DurchfüHrungsverorbnung ist nunmehr auch festgelegt, baß jegliche Bescheinigun- fjen unb Urkunden, die von Behörden und Dienst- i teilen zum Zwecke der Erlangung von Ehestands- I barleben ausgestellt werden, kostenlos und aebüh- renkei zu erteilen sind und daß die Bedarfs- deckungsscheine der Ehestandsdarlehen nicht pfändbar find. Dem schriftlich zu stellenden Lntraa (Vordrucke hierzu geben die Stanbesäjnter nach erfolgtem Aufgebot aus) auf Gewährung eines Eheftandsdar- lebens find folgende Belege beizufügen: 1. Bescheinigung des Arbeitgebers ber Braut (Vordrucke Hierzu geben bie Standesämter nach erfolgtem Aufgebot aus) über die Beschafft- Sungszett- eumundszeugnis (Auszug aus dem Straf- regifter) für beide Ehegatten. Das Leumunds- Zeugnis ist bei der zuständigen Ortspolizeibe- Hörde zu beantragen; 3. Geburtsurkunde der Antragsteller und Heiratsurkunde der Ettern der Antragsteller: 4. Bescheinigung über die deutsche Staatsangehörigkeit für beide Ehegatten, 5. je ein Zeugnis eines beamteten Arztes darüber, daß die fün'Pg.. Ehefrau unb ber künftige Ehe- mann mit keinerlei vererblichen geistigen ober körperlichen Gebr'cheu behaftet sind. Der Antrag ist bei berjenigen Gemeinbebehörde zu stellen, in deren Bezirk ber künftige Ehemann zur Zeit der ^ntragftellung feinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Für bie Entgegennahme des Antrags ist biejenige Dienststelle zustan- big, bie bie Gemeindebehorbe als solche bekannt- gegeben hat (In Gießen: Wohlfahrtsamt Gießen.) Große Bauernkundgebung in Watzenborn - Steinberg. LandeSbauernführerOr.Wagnerspr chtüberaltuelleFragendesBauernstandeS. (Eigener Bericht bes Gießener Anzeigers.) Watzenborn - Steinberg, 16. Dez. In Verbindung mit ber in unserem Orte heute eröffneten Kreisgeflügelschau fand im Saale ,Lur Krone" und im Saal „Zum grünen Baum" eine große Bauernkundaedung statt, zu ber als Haupt- rebner ber Lanbesbauernführer Dr. Wag n c r (Darmftabt) erschienen war. Der Lanbesbauernführer eröffnete mit kurzen einleitenben Worten bie Geslugelausstelluna in Watzenborn, wies daraus hin, baß im nationalsozialistischen Staat bie Leistung entscheibenb sei unb infolgedessen auch ber Geflügelzüchter Leistung er. streben müsse, wenn er vollwertig im Dienste der Volkswirtschaft stehen wolle. Bcsonbers empfahl er bie Ausstellung des Tierzuchtinstituts Oberer Hardthof Gießen der Beachtung, bie in einem besonderen Raume bie Geflügelausstellung ergänzte. Sobann begab sich ber Lanbesbauernführer nach dem Saale „Zur Krone" in Steinberg, wo sich inzwischen eine stattliche Anzahl von Bauern einge« funden hatte unb ben Saal bis auf ben letzten Platz füllte. Auch der zweite Saal im benachbarten Gasthaus, in ben bie Rebe burch Lautsprecher übertragen würbe, war bicht besetzt. Zunächst sprach ber (Haufachberater für die Geflüqelzucht Eckardt Die Dualität in ber Geflügel- unb Kleintierzucht habe sich gebessert. Man könne jetzt mit anberen Verhältnissen unb mit mehr Einheitlichkeit rechnen. Er freue sich, daß er auch hier sehr viel gutes Material zu sehen Gelegenheit gehabt habe. Er erinnere an bie große Schau in Butzbach, bie ein Markstein in ber hessischen Geflügelzucht sei. Die Schau unb bas gezeigte Material feien bie Probukte einer eifrigen Arbeit ber Kreis- unb Ortsfadjberater. Zfian müsse bedenken, daß die deutsche Geslügel- wirtfchost in der deutschen Volkswirtschaft, entsprechend ihrem Wert und dem Wert ihrer Erzeugnisse an dritter Stelle stehe. Das verpslichte. Leider fei aber immer noch eine große Einfuhr von Eiern zu verzeichnen, die jährlich ben Betrag von 250 Millionen Mark ausmache. Die Geflügelzüchtung müsse beshalb mehr denn je nach ber Leistung betrieben werben. Hier habe bie Bauernschaft große Aufgaben vor sich, benn 80 v. H. bes deutschen Geflügels sei in Händen ber Bauern Der Lanbesbauernführer stehe auf ber Seite ber Geflügelzüchter unb unterstütze bie Bestrebungen Sobann sprach ber Lanbesbauernführer Qr. Waqner Wenn er, so führte er u. a. aus, jeben Samstag unb Sonntag Versammlungen abhalte, fo fei es nicht mehr deshalb, um die Bauern dem Nationalsozialismus zu gewinnen, sondern sie zu schulen für ihre Aufgaben. Es müsse von jedem Bauern verstanden werden, was nationalsozialistischer Geist erarbeitet habe Wenn heute die Gesetzgebung um den Erbhof nicht überall in vollem Ausmaß verstanden werde, so sei das eine natürliche Begleit- erfcheinung, die aber bie Arbeit selbst nicht stören dürfe. Die notorischen Stänker werde man allerdings nicht dulden Es gebe drei verschiedene Sorten Volksgenossen: jene, die begeistert Mitarbeiten und mit dem Herzen dabei finb; jene, die sich sagten: der Nationalsozialismus ist mir recht, sofern es mir besser geht, unb jene, die bumm geboren worden seien unb ihn nie erfassen werden. Man müsse ober, was die Geisteshaltung des Nationalsozialismus anbetreffe, nicht nur an ber Oberfläche bleiben. Man müsse sich Gedanken darüber machen. Der Bauer sei es ja gewohnt, über alle Dinge mehr nachzudenken, als mancher Städter. Man mülle sich aber zuvor darüber klar lein: Was ist Nationalsozialismus? Nationalsozialismus sei eine Weltanschauung. Eine neue Weltanschauung bedeute, für ein Volk, daß es neue Dege gebe. Wenn eine Weltanschauung schlecht sei, führe sie das Volk in den Abgrund, wenn sie gut sei. zur höbe und wenn sie sehr gut sei, dann bedeute sie ein neues Zeitalter. Man könne eine neue Weltanschauung vom Menschen. aber auch von der Wirtschaft her betrachten Für uns sei ber Mansch das Maß aller Dinge In der nattonalsozialisttlchen Politik könne die Wirt- schatt natürlich nichc außer Acht gelassen werden. Auch die bäuerliche Wirtschaftspolitik müsse von der nattonalsozialistifchen Deltanschauung befrimmt sein Handeln könne und dürfe man mit allem, was beweglich und beliebig u vermehren lei Mit dem deutschen Baden aber dürfe man nicht handeln. Wer glaube, mit dem Boden ungestraft handeln zu können, mit dem gehe es unweigerlich abwärts. Dieser handel könne so weit führen, daß der Bauer einfach von haus und hos verjagt werde. Das aber würde sich auf das Volksganze auf das Bedenklichste auswirken. Aus dieser Erwägung heraus fei allein die Politik des Kanzlers und des Reichsbauernführers zu verstehen. Der deutsche Bauer habe bie große Aufgabe, die Ernährung des deutschen Volkes zu sichern. Die Einfuhr von Lebensmitteln in so gesteigertem Maße wie es unter früheren Regierungen der Fall gewesen sei, fei bewußte Politik derer gewesen. Die ein Interesse daran hatten, den Bauern zu entwurzeln. Es habe ihm die wirtschaftliche Grundlage und damit der Boden entzogen werden sollen. Diese Entwicklung sei durch den vergangenen Staat systematisch gefördert worden. Die Parteien vergangener Jahre seien nichts anderes als Jnteresienvertreter gewesen unb außerdem von den Juden zu ihren Zwecken aus- genützt worden. So fei das Bauerntum in bie internationale Zinsknechtschaft geraten. Jeder habe seinen Äamp| gegen die Verschuldung führen müssen. Zwar sei ber einzelne Bauer frei gewesen, bie Gesamtheit der Bauernschaft sei aber in die Fesseln des internationalen Leihkapitals geschlagen wor- ben. Den Bauern ber Gegenwart werde man aber in eine bestimmte Form pressen, ihn in seiner absoluten Freiheit etwas beschränken, dabei aber letzten Endes doch zu seinen unb ber Allgemeinheit Gunsten wirken. Mit ber Milchwirtschaft sei begonnen worden, die bisher durchgeführten Maßnahmen hatten sich als richtig erwiesen. Alle Maßnahmen, die auch in Zukunft getroffen würden, müßten zweckmäßig und nationalsozialistisch sein und bie einzige große Folge haben, daß der Dauer ohne Sorge auf seiner Scholle bleiben könn". Es seien deshalb das R"'chs- erbhof- und das Reichsnährstandgesetz geschaffen worden. Damit sei man allen anderen Berufsständen weit voraus. Das fei aber geschehen in dem Willen, daß ber Bauer bie Pflichten für bie Allgemeinheit leichter unb bester erfüllen könne. Die neugeschaffenen Gesetze seien nicht nur bedeutungsvoll für die bäuerliche Wirtschaft, sondern auch für die deutsche vevölkerungspolilik. Der deutsche Bauer allein habe noch einen (9c- burtenüberlchuß von 25 v H. aufzuweisen. Dieser Geburtenüberschuß sei für einen Hof aber nicht trag, bar und Hofteilung solle in bestimmter Grenze vermieden werden, denn es gelte die Familie lebens- fahiq auf den Höfen zu halten. Ein T-il ber ländlichen Bevölkerung werde unter diesen Verhältnissen in die Stabt ziehen müssen. Maßgebend für Die Maßnahmen des Reichserbhof- und des R-ichsnahr- standgefetzes lei einüq unb allein das Wohl unb die Zukuntt der nächsten Generation. An Hand von praktischen Beispielen, aus tiefer Kenntnis ländlicher (Besitz-i Verhältnisse gewonnen, schilderte ber Redner die Auswirkung insbesondere des Reichs- erbhofgesetzes. Bon nicht roenincr großer Bedeutung fei, so fuhr der Londesbauernführer fort, dos Rridys- nährstandgcfctz. das jedem, dem großen, wie dem Heinen Bauern, gleiche Rechte sichere. Der kleine Bauer werde die gleiche zuvorkommende Behandlung erfahren, wie ber große. D11 bäuerliche Wirtschaft werde syslema- tisch gefordert Allmählich werde man auch die Finanzen bäuerlicher Wirtschaft völlig in eigene Hände nehmen. Der Reichsnährstand sei Körperschaft des öffentlichen Rechtes unb alle Anordnungen, die erlassen würden seien durchzuführen. Ab 1. Januar werde es nur noch bie Landesbauernschaft geben. Das werbe bann die Entrichtung nur eines einzigen Beitrages bedeuten. Die aufkommenden (9elb.*r mühten der Forderung bäuerlicher Wirtschaft dienen. Bewährte Kräfte roarb.n dabei am Werke sein unb am Werke bleiben. Für jeden Bauern aber werde seine, des Landesbauernführers Türe, offenfleben, wenn er mit wesentlichem Anliegen komme. Der Kanzler unb ber Reichsbauernführer wollten das Beste für ben Bauern Don biefem Bewußtsein biir’e sich ber Bauer nicht abbranqen lassen. Der Bauer müsse dem Führer bie Treue hatten unb ihm Vertrauen entqegenbringen. wie auch ber Führer dem Bauern Vertrauen entgegentrage. (Herzlicher, lanaanbaltenber Beifall!) Mit einem breifachen „Sieg-Heil!" auf den Volks- kanzler Äbolf Hitler und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Destel-Liedes wurde bie Kundgebung geschloßen. Oberbeffen. Gemeinoerat in Grimberg. cxs (Brünberg, 16. De; Bürgermeister Dr. Mildner teilte vor Eintrttt in bie Tagesordnung mit, daß er wegen der jüngst durch die Presse gegangenen Nachricht über die Fortführung der Marburger Kreisbahn von Dreibaufen nach Mücke eine Anfrage an die Betriebsdirektion gerietet habe; diese habe ihm nun mitgeteilt, baß an dieser Stelle nichts davon bekannt sei. Aus Anregungen aus der hiesigen Geschäftswelt und Industrie beschloß der Gemeinderat. eine Fernsprechdien st Verlängerung bis 24 Uhr zu beantragen. Die vom Ministerium gewünschte Eintragung ber Höhenlage in den Ortsbauplänen der Stabt, welche etwa 64 Mark erfordert, wurde beschlossen, da eine Nichterfüllung dieser Forderung unter Umständen Schadenersatzansprüche an die Stabt nach sich ziehen kann. Der seitherigen Inhaberin der Schuldienerstelle an der Volksschule, die im Atter von 62 Jahren steht, soll zum 1. April 1934 gekündigt werden. Als neuer cdjulbiener wird der jetzige Hauptnachtwächter Heinrich Spengler angenommen, während seine Stelle dem Sturmsührcr Wllh. D a p p e r übertragen wird Die Bezüge sollen bei beiden Stellen in ber gleichen Höhe rote seither bestehen bleiben. Schon in der vorigen Sitzung beschäftigte ben (Beineinberat ein Gesuch der Pachter der fiskalischen Fischerei des Aeschersdaches, die eine Schadenersatzforberung von 400 Mark an bie Stabt gestellt hatten, da städtische Abwässer einen starken Eingang des Fischbestandes verursacht hätten. Durch Pachtnachlaß fettens des Staates, sowie durch Verhandlungen des Bürgermeisters mit den Pächtern haben diese ihre Forderung an die Stadt auf 150 Mark ermäßigt. Eine Beschlußfassuntz crgingjioif) nicht, da erst noch Verhandlungen mit dem Staat erfolgen sollen. Der Bürgermeister bemerkte hierbei, daß die Frage ber Abwässer in absehbarer Zeit eine Regelung verlange. Die Kosten für bie Umbenennung o e r • schiebener Straßen sollen auf ben nächsten Voranschlag übernommen werden. Arbeitsbeschaffung in Lich. ♦ Lich, 16. Dez. Von der Stadt Lich wird zur Zeit im Rahmen des Arbeitsbcschaffungspro- gramms eine Erweiterung ihrer Wasser- Derjorgungsanlage durch Ausbau eines er- bohrten Brunnens am Fuße bis Breuerderges In nächster Nähe der Stadt und Anschluß des Brunnens an das vorhandene Wasserleitungsnetz durchs geführt. Während bei der Erbohrung und dem Ausbau des Brunnens nur wenige Arbeitslose beschäftigt werden konnten, sanden bei der Herstellung des etwa 650 Meter langen Rohrgrabens im Zuge des Breuerbergrocges etwa 20 Mann Beschäftigung. Mit dieser Maßnahme war die Verlegung einer neuen Kanalleitung mit zwei Reoisionsschächten und einem Einlaufschacht im Breuerbergweg zwischen Turmgäßchen unb ber Straße am Wall oerbunben. Die Ausführung der Arbeiten, die im elfteren Falle einen Kostenaufwand von etwa 20 000 Mark unb im letzteren Falle einen solchen von 400 bis 500 Mark verursacht, war selbständigen Unternehmern übertragen. Die Brunnenbohrung wurde durch bas Tiefbohrunternehmen Stefan Kuhn in Inheiden, die Betonarbeiten am Brunnen durch das Baugeschäft Christian Fey in Lich, die Erdarbeiten durch Maurermeister Fr. S t e n gl e r unb bie Rohrverlegungsarbeiten durch bie Schlossermeister Georg Schmibt I unb Heinrich Friedrich Schmidt in Lich ausgeführt. Die Pumpe wird voraussichtlich in ben nächsten lagen eingebaut unb damit die Anlage betriebsfertig werden Gleichzeitig konnte vor einiger Zett bie Planierung unb Chaussierung verschiedener Holzabfuhrwege im Licher Stabt- w'a I b mit insgesamt 1165 Tagewerken als Not- ftanbsarbeit in Angriff genommen werden. Hierbei wurden etwa 35 Arbeiter beschäftigt. Leider mußten Vie Arbeiten im Laufe der letzten Woche infolge bes Frostwetters eingestellt werden. Kegen Ende November ist mit der Holz haue- r e i im hiesigen Stadtwald begonnen worden. Hierbei gelangten 54 hiesige unb 12 auswärtige Arbeiter zur Einstellung. Die Holzhauerei wird ihnen voraussichtlich bis geoen Enbe Januar Verdienst- möglichketten bieten. Bei der Eisgewinnung durch die hiesige Brauerei Jhring M-Ichior unb verschiedene Metzgereien sind zur Zett etwa 50 bis 60 Arbeiter tätig. Als weitere Arbeiten im neuen Jahre finb tum Sofortprogramm ber Reichsregierung zur Ausführung angemeldet, aber nach nicht bewilligt: 1. bie N-uo-'rlemmg her Wasser- und Kanalleitung in ber Bahnhofstraße mit einem Kostenaufwand von etwa 13 500 Mark: 2 der Ausbau h<*r oberen Bahnhofstraße und Herstelluna der Kanal- und Wasi-rnerforaunasanlaae bortltlbft, veranschlagt mit 11 300 Mark: 3 hi- Verb-sseruno der ff'iwnasorlo'’* in ber enano-liich-n Morienstifts» kirche. nranlchlogt mit 2100 Mark: 4 Errich'uug einer B-^nb-ücke üh-r ben Weihgrab-n im Zuge her R'n-'straße an Stell- einer baufälligen Holz» brücke A>s Arbeiten auf Sicht finb aenlant: 5 Aushau n-rfchiedener bereit? bebauter Ortsstraßen unb bie B-ffftinunq einer unbebauten Drtsftrafir: 6. "’n- stanbfttzung des B-'fbhettrs der Wetter unb 7 bie Verlängerung her U’erftütamnuer bei der Schleuse an b-r W-Her m her (D-morfimo Kolnhausen. frine m-it-re B-fchäftigungsmöaüchk-it für eine größere Zahl arbeit-f-f-e L-ute böte sich durch bie Errichtung ein-s Schwimmbades. (Errichtung ein-s Slr^e'iebienstlaerS in Lich? * Lich, 15. Dez Vor einigen lagen fand hier auf Anordnung bes Hess Äulturbauamts Gießen eine Zusammenkunft der für die Einrichtung eines Arbeitsdienstlagers in L i ch in Betracht kommenden Träger der Arbrit statt. Außerdem war vertreten bas Forstamt Lich durch den Forstamls- ooritanb, Forstrat Zimmer, ber Gemeinderat Lich durch den stellvertretenden Fraktionsführer Schäfer und die NS.Hago durch ihren Führer Karl Schwad (Lich). Der Amtsoorstand des Hess. Kulturbauamts (Bie* feen, Regierungsbaurat Steinbach (Gießen), führte u. a. aus, daß, nachdem ein Lager in Großen Buseck nicht mehr in Frage komme, bie Frage akut sei, ob in Lich ein otammlager eingerichtet werden könne. Dafür feien verschiedene Voraussetzungen erforderlich Zunächst unb grundsätzlich der Nachweis der erforderlichen Tagewerks die für eine Belegschaft von 216 Mann für mindestens vier Jahre nachgewiesen werden müßten, daß wären also 250 000 Tagewerke. Die zweite Voraussetzung fei, daß die Stadt Lich bas für bas Lager erforderliche Gebäude auf ihre Kosten be» ung oer« >m nächsten f5, bte eine Mil Ttudt 2® starken le durch 'ß«. )ent Pächtern wdt auf 150 erging noch * dem Staat tritt hierbei, rer Zeit eine % Reiftet I. W tti IS’S n9 bis 24 lg*W Qnen her wurde be. ^rüerimg le an die bien er. Alter oon gekündigt der jetzige angenom- chrer W'ilh. ' loden bei roie seither .'ch. t Lich wirb chosfungspro» rTaffer« bau eines er» tuerberges in iß des Snm« lgrnetz durchs ig und dem rbeitslofe be« r jjerfteilung ?ni im Zuge Zejchästigwg. legung einer -schachten und weg zwischen ill verbunden, enteren Falle XI Mark und 400 bis 500 Unternehmern röe durch das in 3nleiben, h bas Bau» Erdarbeiten :T mL V\e chtvstermeifter rich Schmidt voraussichilich nd damit die ;ü die Pla« lerfchiede« der Stadt» len als Not» werben, hier» üftigt. Leider legten Woche itrbtn. jolzhoue» norden. Hier- ,wärtige Ar» i wirb ihnen ir Derdienst» ewinnung N°ichior und t etwa 50 bis uenL-hre ^ediening zur iod) nicht be- p und Sanal- inem Kostender Ausbau ■fteUuna der ortfelbst,ver- i^eruna bet gjlnrien'ti’ts-- i Erri^untz rn im Jg iäQigen JfU plant: 5. Aus -tsstraßen^ 1 ei"- arobere ch die Srridr nsslo'erS ien jand ty* Gts * »SS •iS“ * ir* n Unb* n Ä» en 11 nun» h er ft -osten I zugsfertig, ober ohne Inneneinrichtung bereitstelle. Diese Bereitstellung könne erfolgen durch Neubau I „der Umbau vorhandener Gebäude. Die Ausgestal» tunfl und Inneneinrichtung des Lagers müsse über- ; iwmmen werden von einem zu gründenden Zweck- verband der Träger der Arbeit. Die Errichtung würde praktisch so ablaufen, daß die Stadt Lich ein vorhandenes städtisches Gebäude ausbauen und ? bezugsfertig bereit stelle und zu diesem Zweck ein Darlehen nach dem Reinhardprogramm aufnehme. ; Die Verzinsung dieser Kapitalaufnahme würde, . solange der Zweckoerband bestehe, von dem Zweckoerband übernommen. Die Tilgung der Anleihe I sei reine Sache der Stadt Lich. Der Zweckoerband seinerseits müsse ein Darlehen aufnehmen für die Inneneinrichtung und das Mobiliar des Lagers, einschließlich Heizung, Küche, Aborte und Wasch, anlage. Die Verzinsung der Gebäudeumbaukosten, , die Verzinsung und Tilgung der Kapitalaufnahme für die angeführte Inneneinrichtung, die Kostender Beleuchtung, der Heizung und Wasser-Zu- und -Abführung würde dadurch aufgebracht, daß jeder Träger der Arbeit pro Tagewerk einen Betrag zahlen müsse, der sich schätzungsweise auf 15 bis 22 Reichspfennig belaufe. Verpflegung, Kleidung und Taschengeld der Dienstfreiwilligen würden vom Reich getragen. Arbeitsgeräte und evtl, notwendige Transportmittel müsse der Zweckoerband stellen und unterhalten. Auf Fragen der Versammlung teilte Regierungs- Baurat Steinbach mit, daß die Träger der Ar- ■ beit ihre Arbeiten anmelden müßten, nachdem sie sie im Gemeinderat hätten bewilligen lassen, und daß diese Anmeldung bis zur Auflösung des Lagers bindend sei. Ob die Arbeit in kürzerer oder längerer Zeit ausgeführt werde, darüber könne die Gemeinde sich äußern. Die Einteilung der Arbeit würde geregelt oon dem Kulturbauamt im Einvernehmen mit der Lagerleitung. Vorausgesetzt, daß die genügende Anzahl Tagewerke verbindlich angemeldet würden, sei damit der Bestand des Lagers auf die Zeit der angemeldeten Tagewerke gesichert. Nach Regelung der Vorarbeiten werde oon den beteiligten Trägern der Arbeit als Zweckverband ein Vertrag geschlossen. Man ging daraufhin über zu der einstweiligen unverbindlichen Aeußerung der einzelnen Vertreter bezüglich der bei ihnen zur Anmeldung kommenden Arbeiten, vorbehaltlich der Genehmigung der in Frage kommenden Körperschaften. Die vorläufige Zusammenstellung ergab ein Gesamtergebnis von über 300 000 Tagewerken. Unter der Voraussetzung, daß diese Anmeldung von den einzelnen Vertretungen genehmigt wird, wäre damit die Errichtung des Lagers in Lich voraussichtlich gewährleistet. Baurat Steinbach richtete noch einen Appell an die anwesenden Vertreter und wies darauf hin, daß es nunmehr gelte, diese Anmeldungen auch in den Gemeindevertretungen durchzusetzen, damit das Lager nicht aus dem Kontingent für Hessen gestrichen werde. Er erbat sich die Aeußerungen binnen einer' Frist oon 14 Tagen. Feuer km Ho.gut Kollnhausen. £ Lich, 17. Dez. Gestern gegen 16 Uhr entstand in einem Wirtschaftsgebäude des H o f g u t e s Kollnhausen bei Lich ein Schadenfeuer. Auf den Alarm hin rückte die Licher Feuerwehr nach dem Hofgut aus und nahm die Bekämpfung des Feuers energisch auf. Hierbei konnte zum ersten Male die im Frühjahr beschaffte Flater-Motorspritze wirksam in Tätigkeit treten. Die Spritze war am Mühlbach aufgestellt und förderte von hier aus volle zwei Stunden lang das Wasser in drei Schlauchleitungen bis zu der etwa 180 Meter entfernten Brandstelle. Außerdem war eine Handdruckspritze eingesetzt worden. Es brannte das Dachgeschoß des etwa 30 Meter langen Schweinestalles. Die große Anzahl der Schweine, die im Stall untergebracht war, konnte gerettet werden. Die Haupttätigkeit der Feuerwehr beschränkte sich zunächst auf den Schutz der anliegenden Wirtschaftsgebäude. Erst als hier jede Gefahr eines Ueber- greifens des Feuers beseitigt war, wurde der Brandherd niederaekämpft. Dank der reichlichen und zuverlässigen Wasserzuführung durch die Motorspritze gelang dies in verhältnismäßig kurzer Zeit. Die Entstehungsursache des Feuers konnte bisher nicht ermittelt werden. L'niivi'cc.-. Ursten * Heuchelheim, 18. T z. In der Turnhalle wurde am Sokkntag unter Leitung von Dr. R e i d t und der beiden Jugendturnwarte Otto Rinn und Marie Müller eine Weihnachtsfeier für die Kinder der Mitglieder des Turnvereins gehalten. Mit Geschick erledigten die kleinen Turner und Turnerinnen ihre Uebungen und Reigen. Die > Mädchen des BDM. führten das Märchen „Frau , Holle" auf. Ihre beiden Führerinnen Gertrud H o r e y s e ck und Gerta R e i<> t hatten es mit viel Mühe und Fleiß eingeübt. Aufmachung und Darstellung gefielen den großen und kleinen Zuschauern gut. Zum allgemeinen Ergößen erschien am Schlüsse der Nikolaus, der ganze Körbe voll Brezeln mit» gebracht hatte, so daß alle Kinder beschenkt werden konnten. — In den letzten Jahren hat das Stadttheater Gießen hier am Neujahrstag eine Vorstellung gegeben. Diesmal wird am 1. Januar voraussichtlich die Operette „Wiener Blut" in der Turnhalle aufqeführt werden. < Großen-Buseck, 17. Dez. Am Samstag wurde hier eine Ortsgruppe des Reichs- luftschutzbundes gegründet, deren Leitung in Händen von Lehrer O st e r h e l d liegt. Damit hat die eine Lebensfrage des deutschen Volkes darstellende Arbeit auch in unserer Gemeinde Eingang gefunden. Möchte die Mitgliederzahl der Ortsgruppe eine recht große werden! t I r e i 5 a. b Lda., 17. Dez. Bei der Viehzählung am 5. Dezember wurden dahier festgestellt: 26 Pferde, 724 Stück Rindvieh, 680 Schweine, 2745 Stück Geflügel, 103 Ziegen und 30 Bienenstöcke mit beweglichen Waben. — Die Sammlung für das Eintopfgericht ergab in diesem Monat 75 Mark. Kreis Büdingen. WSN. Büdingen, 17. Dez. Bei Sprengungen in einem Steinbruch bei Gelnhaar suchte der Steinbruchbesitzer Hirsch kurz vor einem schweren Sprengschuß Schutz hinter einem Wagen. Durch die Gewalt der Dynamitexplosion wurden große Steinblöcke bloßgelegt, von denen ein Block gegen den Wagen schlug und diesen umstürzte. Dabei wurde Hi r s ch von dem Wagen leider so schwer am Kopf getroffen, daß der T o d auf der Stelle e i n t r a t. Kreis Ällsfeld. WSN. Alsfeld, 17. Dez. In dem Kreisort Dernsburg entstand gestern früh in dem Anwesen des Landwirts Luckhardt Feuer, das so großen Umfang annahm, daß von dem Besitztum nur eine Kuh gerettet werden konnte. Der Besitzer war n'cht versichert. st. Kirtorf, 16. Dez. Im Schulsaal der Oberklasse fand hier unter Leitung des Ortsgruppen» o Z * w 3 amtsleiters der NS.-Hago Pg. Hch. Gail eine Versammlung der Mitglieder, sowie sämtlicher Handwerker und Gewerbetreibenden statt. Der Abend brachte einen Vortrag über die „Deutsche Arbeitsfront" und diente der Schulung in nationalsozialistischem Gedankengut. Es folgte dann eine Besprechung über die Aufgaben und Ziele der NS.-Hago. Am Schluß der Versammlung traten noch einige Handwerker der Organisation bei. Die Zahl der Mitglieder der Ortsgruppe Kirtorf beträgt etwa 20. — Die am 5. Dezember vorgenommene Viehzählung verzeichnete für Kirtorf folgende Viehbestände: 85 Pferde, 693 Rindvieh, 561 Schweine, 240 Schafe, 104 Ziegen, 2118 Federvieh (Enten, Gänse und Hühner) und 47 Bienenvölker. st. Ober-Gleen, 16. Dez. Dieser Tage fand hier auf Veranlassung des Ortsgruppenleiters der NSDAP. Ludw. Becker und des Bürgermeisters Hahn in der Gastwirtschaft Ruppert eine Versammlung statt, in der der Führer der Ortsgruppe Kirtorf des Reichsluftschutzbundes, Wilh. L a t h e r, einen Vortrag über „Wesen und Aufgaben des Reichsluftschutzbundes" hielt. Im Anschluß daran erfolgte die Gründung einer der Ortsgruppe Kirtorf angeschlossenen Zelle des Reichsluftschutzbundes, in deren Mitgliederliste zahlreiche Volksgenossen ihre Einzeichnung oornahmen. Dank der tatkräftigen Mithilfe oon Gg. Opperts- Häuser II. konnten der Zelle Ober-Gleen der Ortsgruppe Kirtorf nunmehr etwa 42 Mitglieder zugeführt werden. preuhen. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 17. Dez. Der Stützpunkt Krofdorf der NSDAP, hat nach den Wahlen eine anhaltende und zielbewußte Tätigkeit ausgenommen. Politische Schulung aller Parteigenossen wurde zur Zeit als das Wichtigste erkannt. Dazu bestimmte der Stützpunktleiter Schmidt den Parteigenossen Paul Kühne, einen alten Kämpfer der Bewegung, früher in Wiesbaden in der schönen Rhein- und Grenzpfalz. In der am 27. November bei Gastwirt Moos stattgefundenen Mitgliederversammlung wurden alle einleitenden Vorarbeiten zu dem, den ganzen Winter anhaltenden Schulungskursus, vorgenommen. Die Schulungsabende finden jeden Montag pünktlich 20.15 Uhr abwechselnd in den Lokalen der Partei- aenossen statt. Zum Schriftwart bestimmte der Schulungsleiter den Pg. Wöll. Derselbe führt die Protokolle, die Liste der Anwesenden, Entschuldigten und nicht Entschuldigten und achtet auf eine angenehme Aufmachung der Schulungsräume. Am 4. ds. Mts. fand der erste Abend bei Gastwirt Moos statt, mit einer Beteiligung von 45 Personen. Auße^ dem Wochenbericht von Pg. Karl Bender und dessen Besprechung hielt der Schulungsleiter einen Vortrag über die abgetretenen Gebiete und die welt- volitischen Augenblickssragen. Am 11. ds. Mts. war der zweite Abend bei Pg. Fries mit 58 Beteiligten abgehalten worden. Um die Einheit zwischen Staat und Partei, und die Bedeutung der Schulungsabende zu kennzeichnen, war auch Bürgermeister Will- Krofdorf der Einladung des Schulungsleiters gefolgt. Den Wochenbericht gab Pa. Förster Hensel, den Wirtschaftsbericht Pg. Schleen- b c cf e r. Nach den verschiedenen Parteimitgliedern sprach der Schulungsleiter. Er kennzeichnete an einigen Beispielen den organisatorischen Wirtschasts- antrieb und die langsame, aber stetige Aufstiegs- kurve. Langsam, weil unsere frühere Regierung wie die Regierunaen anderer Mächte durch unrichtige Politik die gesamte Weltwirtschaft, Handel- und Wandel zu einer vollständigen Versackung gebracht hatten. Der tiefste Stand war 1932. Nur die freudige, vertrauende Mitarbeit jedes Einzelnen führt aus diesem wirtschaftlichen Tiefstand heraus. Da nun jeder Deutsche dies will, forderte der Schulungsleiter die Parteigenossen auf, streng und ernst, aber vertrauensvoll und arbeitsfrei) zur Partei zu stehen, in keinem Augenblick zu erlahmen, sich selbst politisch zu schulen, und jeden Volksgenossen nach besten Kräften weiter zu schulen. Dann wird die Einheit der 40 Millionen und damit politische Freiheit und wirtschaftlicher Aufstieg, das heißt, Wohlstand und Freude bei jedem Einzelnen wieder ein» ziehen. Mit dreifachem, „Sieg-Heil" auf den Führer, Volk und Vaterland wurde die Arbeit beendet. Arieffosten der TMoffion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. £). in Gießen. Beachten Sie den heutigen Artikel über „Ehestandsdarlehen". Tagung des Hess. Gemeindetags, Kreisverband (Schotten. 8 Schotten,16. Dez. Im hiesigen Rathaus fand gestern unter Leitung des Vorsitzenden, Bürgermeister Menget- -schotten, eine Tagung des Kreisverbandes Schotten des Hessischen Gemeindetags statt. Dom Kreisamt waren erschienen Kreisdirektor Dr. Jann, Regierungsrat Schwan, Inspektor Weder, oon der Kreisleitung der NSDAP, waren anwesend Kreis- leitet Kromm, Kreissachberater für Kommunalpolitik Buß, Kreisabteilungsleiter für Witab Ober» forftmeifter Deuster, Kreisbetriebszellenleiter Schneidmüller. Jtegierungdrof Dr. List, der Leiter des Arbeitsamtes Gießen, hielt zunächst einen Vortrag über Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und über Arbeitsbesch a ff u n g. Er wies darauf hin, daß die Warte- zeit für die Alu- und Kruempfänger neuerdings abgekürzt wurde, was für die Gemeinden eine Erleichterung bedeute. Für unsere Gegend im Vogelsberg fei durch die Provinzialoerwaltung und durch andere Stellen in erhöhtem Umfange Sorge dafür getragen worden, daß Steinmaterial für die Straßen- und die Wegeunterhaltung durch Handschlag beschafft werde. Auch die Forstämter hätten mit dieser Art Arbeitsbeschaffung vielen Leuten Verdienst zugewiesen. Eine Reihe von Notstandsarbeiten sei im Bezirk im Gange, bei 180 Notstandsmaßnahmen fänden ca. 2000 Personen Arbeit und Verdienst. Das Bemühen der Gemeinden, mittels der Notstandsarbeiten die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, sei sehr anzuerkennen. Besonders eingehend behandelte Dr. L i st die Arbeitsbeschaffung mittels der Reichszuschüsse für bauliche Instandsetzungen. Es würden Barzuschüsse von 20 v. H. nebst Verzinsung, für Ausbauten und Schaffung von Kleinwohnun- gen 50 v. H. zugebilligt. Die Steuergesetze hätten große Erleichterungen geschaffen. Niemals habe sich für die Bvölkerung eine so günstige Gelegenheit geboten, ihre Gebäude instand zu setzen und die nötigen Anschaffungen dafür zu machen. Ein besonderer Garantieverband für unser Wirtschaftsgebiet habe sich in Frankfurt unter Dr. Luer gebildet, der unter Mitwirkung der großen Gemeinden, Kreise, Industrie, Banken und Kassen für den Personalkredit notleidender Betrieb, die wieder in Gang gebracht werden sollen, Sorge trage. Ebenso habe sich eine Elektrogemeinschaft unter Führung des Ueberlandwerks gebildet, die für Instandsetzung der elektrischen Einrichtungen, Leitungen, Beschaffung von elektrischen Bedarfsartikeln neben einem lOprozentigen Nachlaß weitere Zuschüsse und Erleichterungen bei der Anschaffung gewähre. Man hoffe auch auf eine baldige weitere Strompreissenkung. Den Hochbauämtern, die gerne Auskunft geben und die Prüfung der eingereichten Anträge auf die Bau- und Beschaffungszuschüsse vornehmen, stehen Zuschußmittel zur Verfügung. Endgültig werden diese Zuschüsse an Hand der vor- gelegten Rechnungen festgesetzt. Die Bevölkerung müsse nun reichlich davon Gebrauch machen. Sinn und Zweck sei es, daß aber auch arbeitslose Arbeiter in den Wirtschaftsprozeß eingegliedert werden. Nicht dürfe das Gewerbe diese Absicht durch Leistung von lleberftunben und bergt, durchkreuzen, damit werde die allgemeine Arbeitslosigkeit nicht behoben. Noch eine besondere Aktion sei im Kreise geplant: eine systematische Reinigung und Pflege, sowie Spritzen der Ob st bäume durch Arbeitslose. Reicher Beifall belohnte den ausgezeichneten Vortrag. ftrei^ireffor Dr. Zann sprach näher über den neugegründeten Garantieverband. Der Kreis Schotten wolle sich an dem Werk beteiligen und eine Garantie bis zu 6000 Mark übernehmen (2 Pf. pro Kopf der Bevölkerung). Der Kreis.Schotten wehre sich dagegen, daß man den Vogelsberg einem entlegenen Verkehrsverband in Kassel zuteilen wolle. Die Versammlung wünscht, daß man unser Gebiet unbedingt bei seinem seitherigen Verkehrsverband Rhein-Main in Frank- surt-Darm stabt beläßt, wohin unsere ganze Wirtschaft unb unser Verkehr gerichtet sind. Außer den allmonatlichen Versammlungen des Kreisoer- danbes, mit benen auch eine politische Schulung oerbunben fein soll, werben noch andere Kurse, mehr technischer Art, für die neuen kommissarischen Bürgermeister abgehalten werden. Kreisleiter der NSDAP. Kromm betonte die Notwendigkeit eines guten Einvernehmens zwischen den Bürgermeistern unb den Ortsgruppenleitern der NSDAP. Er wies auf den Wert der politischen NS.-Schulungsbriese hin, die jeder Bürgermeister halten solle. An den Vortrag von Dr. L i st schloß sich noch eine eingehende Aussprache an. Dabei wurde u. a. betont, es dürfe nicht vorkommen, baß Landhelfer jetzt entlassen werden. Wer die Leute in der arbeitsreichen Zeit im Sommer gehabt und ausgenutzt habe, müsse sie auch jetzt im Winter im Interesse bet allgemeinen Arbeitsbeschaffung behalten. — Der Vorsitzenbe gab eine Reihe von Ausschreiben unb Verfügungen des Gemeinbetages bekannt. Obstbamnspektor Metternich-Büdingen hielt hierauf einen Vortrag über bie geplanten Ma ßnahmen zum Schutze b e r Obft» bäume. Nicht ber Frost sei der Hauptschuldige an dem Ernteausfall, sondern die Obstbaumschädlinge, denen man durch Beseitigung ber dürren Bäume, Aeste, durch Reinigen, Auslichten unb zuletzt burch Spritzen energisch zu Leibe gehen müsse. 75 v. H. Schaben verbanke man diesen Schädlingen und höchstens 25 v. H. dem Frost. Eine neue Polizeiverordnuna werde erlassen. Danach könne auch gegen den Willen des Eigentümers eine Bekämpfung, Säuberung unb Bespritzung ber Bäume vorgenommen werden. Das Arbeitsamt habe die Wichtigkeit dieser Sache anerkannt unb leiste Zuschüsse. Eine Kolonne unter Führung eines geeigneten Baumwärters werde bald bie Maßnahmen burchführen. Die geringen restlichen Kosten würden auf die Baumbesitzer ausgeschlagen. (Reicher Beifall.) Eine ganze Reihe oon Gemeinden, die ursprünglich für die Aktion nicht vorgesehen waren, meldeten sich sofort noch an. Aussprache. Kreisdirektor Dr. Jann wies darauf hin, daß bi,e Baumwärter besonders für die Aktion geschult würden. Kreisfachberater Buß begrüßte die Art ber Bekämpfung; nur auf biefe Weise sei eine wirkliche Baumpflege unb ein rationeller Obstbau möglich. Regierungsrat Schwan brachte noch eine Reche von ministeriellen Verfügungen, bie sich auf die Schwarzarbeit, das Ausschlachten, Notschlachtungen, Losholzgelber unb bergleichen bezogen, zur Kenntnis. Das Staatsministerium läßt allen beteiligten Stellen für.die glatte Durchführung ber Wahl vom 12. November banken. Die Gemeindewasserleitungen sind bei der eben herrschenden Kälte einer besonderen Nachprüfung zu unterziehen. Nach einer Würdigung des abgelaufenen, für bie Geschichte unseres Volkes so gewaltigen Jahres 1933 schloß Bürgermeister Menget mit begeistert aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen auf unser Volk, Vaterland und seine Führer bie Tagung. S.jf.Jport Die Spiele der Bezirksklaffe Gruppe OSerheffen. Der gestrige Sonntag brachte in der Bezirksklasse ber Gruppe Oberhessen vier Spiele, bie trotz ber strengen Kälte und ber gefrorenen Spielfelder sämtlich regulär zu Ende geführt wurden. Auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 war die Liga des VfR. Butzbach zu Gast. Die Blauweißen landeten einen knappen, aber sehr oefbienten Sieg, der aber bei der drückenden Ueberlegenheit ber 1900er fast während ber ganzen Spielzeit unbedingt eindeutiger hätte lauten müssen. Die Liga des VfB. weilte in Lollar zu Gast unb landete dort ebenfalls einen Sieg, und zwar auch hier in dem Torverhältnis von 3:2. Germania Marburg war in Wetzlar zu Gast und vermochte auf dem Gelände des Gegners einen Sieg von 2:4 Toren zu erringen. Die Liga von Bad-Nauheim befestigte ihre Position durch einen überraschend hohen unb eindeutigen Sieg über Ockershausen. 6:1 lautete das Ergebnis. Das Spiel wurde in Bad-Nauheim ausgetragen. Punktverluste vonHanau undHriedberg Die Oauligafpiek in Nordhessen. Auch dieser Sonntag brachte den beiden ehemals süddeutschen Gauligisten, Hanau 93 unb VfB. Friedberg, in der nordhessischen Gauliga keine übermäßig großen Erfolge. Hanau 93 hielt sich noch am besten, denn das 4:4 in Kassel gegen Sport kann man immerhin noch als einen Erfolg werten. Die Friedberger dagegen sinken immer mehr zurück. Diesmal ließen sie sich von den gewiß nicht übermäßig spielstarken Marburger Kurhessen mit 4:2 (2:0) abfertigen. SC. 03 Kassel befestigte seine Spitzenstellung durch einen sehr knappen 1:0-Ersolg über Hessen- Hersseld unb ber Spielverein Kassel brachte sich durch einen 3:1-Sieg gegen Chattia Kassel etwas weiter von der Abstiegszone fort. Neue Ueberraschung in den süddeutschen Gauen. Der „Silberne Sonntag" brachte in den süd- unb sübwestbeutschen Gauen für bie meisten Vereine den Abschluß ber ersten Meisterschaftsserie, vielfach wurde sogar schon die Rückrunde in Angriff genommen. Ueberraschungen gab es wieder im Gau Süb - w e st. Nur zwei von sechs Resultaten entsprachen den Erwartungen. Die Offenbacher Kickers erreichten in SBiesbaben ein 0:0, womit sie bie Tabellenführung behaupteten unb auch ber 2:l-(l:0*)Sieg ber Sportfreunbc Saarbrücken über Phönix Ludwigshafen ist normal. Alle übrigen Resultate aber bebeuteten Ueberraschungen. Die Frankfurter Eintracht verlor zuhause gegen ben FK. Pirmasens mit 3:4 (2:3), obwohl sie das bessere Spiel zeigte. Der FSV. Frankfurt unterlag in Kaiserslautern trotz überlegenen Spiels dem Kampfeifer ber Pfälzer mit 0:3 (0:1). Der Tabellenletzte AO. Worms schlug in einem völlig ausgeglichenen Kampf ben Hessenmeister Mainz 05 mit 4:1 (1:1). Die größte Ueberraschung aber gab es in Neunkirchen, wo bie Borussia über ben Tabellenzweiten Wormatia mit 6:0 (1:0) siegte. Württemberg meldete eine Niederlage des Tabellenführers Union Bückingen. Der SV. Feuerbach kam mit viel Glück zu einem 3:l-(3:0-)Erfolg über bie Böckinger, bie sich nun mit dem Sieger bie Tabellenführung teilen müssen. Ueberraschenb geschlagen würbe auch ber VfB. Stuttgart, er unterlag in Birkenfelb knapp 3:4. In Bayern ist der FC. Schweinfurt durch einen Punktgewinn aus dem 1.1-Spiel in Würzburg gegen FV. 04 an die Tabellenspitze gerückt. Nach Verlustpunkten gerechnet steht aber München 60, das diesmal spielfrei blieb, jetzt wieder am günstigsten. Fürth unterlag auf schlechtem Loben bem ASV. Nürnberg 1:3 (0:3) unb der 1. FE. Nürnberg bezog in Bayreuth, wo es ihm schon ost schlecht ging, eine l:2-(0:2-)Niederlage. Weiter verbessert haben sich bie Münchener Bayern, bie diesmal in Augsburg 5:3 siegten. Lim die deutsche Eishockey-Meisterschaft. Am Samstagabenb kam in München bas Wieber- holungsspiel um bie beutsche Eishockey-Meisterschaft 1933 zwischen dem Berliner Schlittschau-Llub und dem SC. Rießersee zum Austrag. In diesem Spiel, Zu dem sich 2500 Zuschauer eingefunben hatten, wurde zugleich bas neue Münchener Eisstadion eingeweiht. Der Berliner Eishockey-Club schlug den FC. Rießersee nach einem spannenden Spiel knapp mit 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) und wurde dadurch deutscher Eishockey-Meister. Der Erfolg ber Berliner über bie bayrische Spitzenmannschaft ist um so beachl- lidjer, als sie mit mehrfachem Ersatz antreten mußten. Der Sieg ber Berliner besteht jedoch dem Spielverlauf nach nicht ganz zurecht, da die Bayern zeitweise bedeutend mehr vom Spiel hatten uni) auch bie besseren technischen Fertigkeiten aufwiesen. In den Pausen führten bie beutsche KunstloirKr Meisterin Maxie Herber und der deutsche Meiste» Ernst Baier ihre Künste im Einzel- und Paar» laufen vor. und Platz für 15 000 2 44 Oerr rne Pferd Freiübung 180 »«etnn« |n 400