Nr. 271 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 18. November 1933 AiismsderReichslirchemegiemngWIMmiffion baß fie genagelt wurden aus überquellender Freude Oie Veranstaltungen am Luthertag Aus der Provinzialhauptstadt Deine Hand dem Handwerk Der Film der Jugend, die opferbereit in den Kampf um das Dritte Reich eintrat, der hitlerjunge Heil Hitler! Der Führer des Bannes 116: R. Buh- . Arbeit die Not vertrieb und der deutschen Zukunft ein %iel gab. dem Kanzler des Dritten Reiches. Adolf Hitler. Berlin, den 10. November 1933. gez.: H o f f e n f e l d e r, Kirchenminister. tet Euch bereit, wenn , ...... die Verbindung mit Eurer Gemeinde, laßt uns in treuer Kameradschaft des Glaubens zusammenstehen! Zumal Ihr evangelischen Männer der SA., SS., des Stahlhelms, und Ihr von der nationalsozialistischen Jugend — Ihr wißt, der Führer ruft nach diesem Dienst der Kirche im Dritten Reich — enttäuschen wir ihn nicht! Baut mit uns die D e ut s ch e V o l k s k i r ch e — kämpft mit! Das G e s i ch t d e s n e u e n De u t sch- l a n d soll das eines christlichen Volkes fein! einflüssen geschützt sein. Sonnenblumenkerne und Hanf, überhaupt alle ölhaltigen Sämereien find tunlich, hingegen kein Rübsame. Nr. 38. Aus tiefster Not schrei ich zu dir. Text von Dr. Martin Luther. 16 Uhr: SF. Nachmittagskonzert des Sudfunk- orchesters. Zum Reformationsfest. 1. Suite Nr. 2 »-Moll von I. S. Bach; 2. Quartett in F-Moll Ouex, ging vor kurzer Zeit zum ersten Male über die Bühne. Durch diesen Film hat mancher deutsche Kein Nagel darf fehlen auf dem Schild der Jugend! Opfert für den Kampf gegen Hunger und Kälte! 'WV* □ SeÄ^|enni8 ,lieBt re,“°5 6Em Vögel erfrieren und verhungern erfahrungsgemäß sehr schnell. Das hat seine Ursache darin, daß der Vogel außerordentlich rasch verdaut. Bei Dunkelheit geht er zudem schlafen, an trüben Wintertagen pflegt er mithin schon vom frühen Nachmittag an der Ruhe. Wacht er dann am andern Morgen aus, so ist er vollkommen leer. Er hat von sich aus also nicht die Möglichkeit, irgendwelche Wärme zu erzeugen. Ist dann über Nacht Schneefall eingetreten oder herrscht, was fast noch schlimmer ist, Glatteis, so ist meistens der Vogel, dem kein ständiger geschützter Futterplatz bekannt ist rettungslos verloren. Bei der durch den Schneefall bedingten hellen Winterluft ist er früher munter als die Mehrzahl der Menschen. Denken sie dann beim Aufwachen besorgt an ihre Lieblinge, ist es für viele bereits zu spät. Darum muß man bei gelindem Wetter bereits mit der Fütterung beginnen und auch nicht aussetzen, um die Vögel an den Futterplatz zu gewöhnen. Das braucht nur in bescheidenem Ausmaße zu geschehen und wirklich keine nennenswerte Menge Futter zu kosten. Es rettet aber manchen Vogel vor dem Wintertod. Oie Zwölferkarte wirbt. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadttheaters hat eine Neuerung auf dem Gebiet der Werbung eingeführt. Große Kreise regelmäßiger Theaterbesucher wollen und können die Verpflichtung, an einem bestimmten Tag in der Woche das Theater zu besuchen, nicht Übernehmen. Um diesen Theaterfreunden die Möglichkeit des verbilligten Theaterbesuchs trotzdem zu gewähren, hat die Intendanz die Herausgabe der „Zwölfer karte" beschlossen. Die Zwölferkarte besteht aus 12 Gutscheinen für acht Schauspiele und vier Operetten; an, der Theaterkasse werden diese Gutscheine gegen Eintrittskarten umgetauscht. Durch dieses Zwölfer-Abonnement ist man weder an einen bestimmten Platz, noch an einen bestimmten Tag gebunden, da die Zwölferkarte für jede Abendvorstellung gültig ist. Außerdem ist die Zwölferkarte übertragbar. Da an einem Abend gleichzeitig mehrere Gutscheine derselben Zwölferkarte zum Besuch der gleichen Vorstellung eingelöst werden können, eignet sich die Zwölferkarte besonders auch für Vereine, Betriebe, Korporationen usw. usw. Der Preis dieser Zwölferkarte kann für alle Vorstellungen im voraus, oder in vier Raten bezahlt werden. Wer ist der Inhaber eines Geschäfts? Von der Industrie- und Handelskammer Gießen geht uns die nachstehende Mitteilung zu: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß nicht- arische Gewerbetreibende durch Abschluß von Tarnungsverträgen den Anschein eines Geschäftsverkaufs oder einer Geschäftsverpachtung an arische Gewerbetreibende vorzutäuschen versuchen; insbesondere wird mit der Angabe des neuen Inhabers, die nach der Gewerbeordnung an jedem Geschäftslokal angebracht fein muß, Mißbrauch getrieben. Nichtarier versuchen Abkommen mit seitherigen, arischen Geschäftsführern usw. zu treffen, nach deren Abschluß in Zukunft bei dem kaufenden Publikum der Anschein erweckt werden soll, als sei das Geschäft an die betreffende arische Person übergegangen, während in Wirklichkeit Letztere sich noch in vollständiger geschäftlicher Abhängigkeit von dem seitherigen Inhaber befindet. Diese Maßnahmen sind im Interesse der Sicherheit des Geschäftsverkehrs unzulässig. Firmenbezeich- nungen sowohl, wie Inhaberangabe müssen unbedingt wahr und klar sein. Durch ein Schein-Rechtsgeschäft darf auf keinen Fall die tatsächliche Jnhaderschaft verschleiert werden. Nur der ist bei einer Geschäftsübernahme als neuer Inhaber zu bezeichnen, der das Geschäft auch tatsächlich, nicht nur scheinbar nach außen hin, mit einem entsprechenden finanziellen Vorgang gekauft ober gepachtet hat. Die Polizeibehörden werden in nächster Zeit nachprüsen, ob die Bestimmungen des § 15a der GO., die Inhaberangabe betreffend, ordnungsgemäß befolgt sind. Winterhilfswerk-Plaketten bei der Handelskammer. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit: Die der Kammer angeschlossenen Firmen können die November-Plaketten des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes 1933/34 gegen Vorzeigung der Vostscheckquittung oder sonstiger Belege, aus denen hervorgeht, daß der für die Erlangung der Plakette erforderliche Betrag an die zuständige Stelle abgeführt worden ist, bei der Industrie- und Handelskammer Gießen abholen lassen. Schriftlichen Anforderungen ist Rückporto beizufügen. Oie Verkaufssonntage vor Weihnachten Wie das Hessische Staatsministeriqm mit» teilt, können auch in diesem Jahre die Verkaufsstellen in drei Sonntagen vor Weihnachten, das ist am 10., 17. und 24. Dezember, offengehalten wer- den, wobei nach dem Gesetz vom 13. Dezember 1929 über den Lagenschluß am 24. Dezember besonders zu beachten ist, daß am 24. Dezember bzw am Heiligen Abend Lebensrnittel-, Genußmittel- und Blumengeschäfte um 18 Uhr, alle übrigen Geschäfte um 17 Uhr schließen müssen. Für die Brancyen: Le- bensmittel, Spirituosen, Schokolade, Drogen Blu- men, Papier- und Tabakwaren darf ,edoch auch statt eines Sonntags vor Weihnachten der 31. Dezember - ■ ■ - - • ■ Von der Hessischen Evangelischen Kirchenregierung in Darmstadt wird uns geschrieben: Das evangelische Deutschland feiert am nächsten Sonntag, 19. November, einen allgemeinen Luthertag in Erinnerung an die 450. Wiederkehr des Geburtstages des großen Reformators — 10. November 1483 —. Mit Rücksicht auf die Volksabstimmung wurde diese Feier vom 10. auf den 19. November verlegt. Zu diesem Luchertag finden am nächsten Sonntag im Deutschen Rundfunk folgende Veratistaltungen statt, auf die hiermit besonders hingewiesen wird: 9.55 Uhr: SW F. von der Funk stunde Berlin: Uedertragung des Glockengeläuts des Berliner Doms. Anschließend aus dem Berliner Dom: Festgottesdienst aus Anlaß des 450. Geburtstages Dr. Martin Luthers. Predigt: Domprediger D. Richter Nachsolgende Ansprache des Reichsbischofs Ludwig Müller. 11.30 Uhr: SWF. von Leipzig: Reichsfen d u n g: Kantate von Joh. Sebastian Bach GA. Nägel geschlagen. Am Nachmittag tritt die gesamt« Hitler-Jugend des Unterbannes I Gießen, des Unterbannes II Grohen-Buseck und des Unterbannes III Hungen auf Oswaldsgarten um 14 Uhr an. Die Unterbanne IV Nieder-Ohmen und V Alsfeld treten in ihren Standorten zu Werbekundgebungen an. Ab 15 Uhr beginnt der Werbemarsch durch die Stadt. Anschließend findet in der Volkshalle eine öffentliche Kundgebung zu Gunsten des Winterhilfswerkes statt. Das Programm ist sehr reichhaltig. Vorträge der Spielmannszüge werden mit Darbietungen der Hitler-Jugend, des Jungvolkes und des BdM. abwechseln. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Rede des Gebietsführers der Hitler-Jugend, des Reichstagsabgeordneten Kramer. Die Einwohner der Stadt Gießen werden gebeten, dis Häuser reich zu beflaggen (Hakenkreuz- flagge). Der Eintritt zur Kundgebung in der Fest- Frau Knatschrich am Kleiderschrank, »Was. schon wieder 'ne Kleidersammlung? Wr ich elbst nicht weiß, was ich anzieben soll.« ** Die Werbewoche des deutschen Handwerks vom 15 bis 22. Oktober, die auch in Oberhessen vielfältige Beweise für gutes handwerkliches Können erbrachte, ist noch in bester Erinnerung. Im Anschluß an unsere Berichte über die Veranstaltungen in den verschiedensten Orten sei heute noch besonders aus die handwerklichen Leistungen hingewiesen, die bet dem Festumzug der Handwerksmeister in Lang- G ö ns an jenem Werbesonntag der Oesfentttchkett gezeigt wurden. Dort und auch in den umliegenden Orten gedenkt man gerne der hervorragenden Aufmachung der einzelnen Handwerkergruppen mit ihren festlich geschmückten, von schweren doppelspan- nigen Arbeitspferden gezogenen Wagen der Schmiede, Stellmacher, Schuhmacher, Schneider, Friseure und Sattler, die sämtlich ihre Berufe am Feuer, beim Amboß, an den Maschinen, Uyparaten und mit den übrigen Werkzeugen tätig vorfuhrten. 3« Gießen. Aufmarsch der Hitlerjugend und Werbe- kundgebung für das WHW. am Sonntag in der Bottshalle. Arn Sonntag stellt sich im ganzen Reich dis Hitler-Jugend in den Dienst des Winterhilfswerkes. Für die Stadt Gießen hat der Bann 116 der Hitler-Jugend folgende Anordnungen getroffen: Ab 9 Uhr Beginn der öffentlichen Nagelung der HI.-Schilde. Durch die Vertreter der Behörden werden am Marktplatz die ersten Der nachstehende Ausruf ist am Sonntag, 19. November, in allen Gottesdiensten zur Verlesung zu bringen. (Gesetzblatt der Deutschen Evangelischen Kirche Nr. 4 vom 15. November.) Deutsche evangelische Volksgenossen! Als unter Adolf Hitlers Führung Deutschland sich aufmachte, e i n Volk zu werden, da riß die ungestüme Kraft dieses Ausbruchs auch die evangelischen Kirchen mit; fie stellten das Gemeinsame höher als das Trennende; sie überwandten die Hemmungen ihrer Geschichte, sie schlossen sich zusammen zu einer Deutschen Evangelischen Kirche — zum ersten- mal feiert so eine deutsche Kirche ein großes Lutherfest. Aus dem Gedenktag, der nur rückwärts blickt, wird das Weihefest für ein neues Haus der Deutschen Kirche Martin Luthers. Dieser Tag soll zugleich der Anfang eines gemeinsamen Werkes fein. Groß steht vor uns die Aufgabe, die die gegenwärtige deutsche Schicksals- stunde unserer Kirche stellt. Es gilt den entscheidenden Kampf um die Seele des deutschen Volkes. Die Stunde der V o l k s m i s s i o n ist da. Ich rufe Euch auf, im Geiste des Reformators und in voller Einigkeit mitzukämpfen, mitzudienen. Das uns Deutschen durch Martin Luther neugeschenkte Evangelium muß wieder eine Macht in unserem Volke werden. Es soll Kraftquell und Richtschnur unseres Handelns sein und muß bereit machen, einer dem andern freudig zu dienen, und die uns auferlegten Lasten miteinander zu tragen. Den arbeitenden Männern in unserem Volk, gleichviel welchen Standes, soll ihr Berus wieder Gottesdienst werden, und die Kirche muß mithelfen, daß Gerechtigkeit, Friede und Freude in den Beziehungen der deutschen Menschen untereinander herrscht. Die Frauen und Mütter sollen aus einem wahrhaft priesterlichen Herzen ihr Haus mit christlichem Geist erfüllen und ihre Kinder frei und fröhlich zu Christenmenschen erziehen. Lehrer und Jugendführer sollen in Schule und Arbeitsdienst, in SA. und HI. das junge Deutschland zur Ehrfurcht vor Gott und zu mannhafter Frömmigkeit führen. Aelteste und Gemeindeoertreter sind kraft ihres Amtes berufen, durch Mitarbeit und Vorbild evangelischen Geist und Liebe zur Kirche in der ganzen Gemeinde heimisch zu machen. Die Führer der Kirche gehen voran. Sie setzen Oer Appell der Jugend! Von pg Äürgermeisier Haug, Darmstadt, Gauwalter der NS-Bottswohlfahrt. sich mit Entschiedenheit dafür ein, daß bei den Verantwortlichen in Handel und Wirtschaft, in Film und Funk, in Theater und Literatur das christliche Gewissen zur Geltung kommt. Sie kämpfen mit Euch um den christlichen deutschen Sonntag, der wieder ein Tag für die deutsche Familie und für das Wort Gottes an allen Orten werden muß. Sie , , - . ~ , werden dafür sorgen, daß die Predigt des Pfarrers IHann und manche deutsche Frau ;um ersten zuaie wieder lebensnah wird und dem heutigen Menschen etwas erfahren von dem k a m p f e i n f a h, den die das Evangelium jo auslegt, wie er es verstehen Jugend für die Idee des neuen Reiches bereitkann; fie werden die theologischen Fakultäten dazu stellte. Jene Jugend, die in der doppelten Bean- ..führen, daß sie neben ihrer wissenschaftlichen For- jptud)ung burth ben Beruf und die Partei Unet- Id)un0 die großen Fragen UN,-rer Zeit m emem lEiffele. Irill damil jum erflen Male au-ihrer lebensoerbunbenen Denken losen Helsen. Sie werden ' cio m:p up überall evangelische Akademien und Schulungs- bescheidenen Zuruckhaltung heraus. Sie zeigt, wie ste ftätten schassen, wo die Volksgenossen jeden Standes die Sterne vom h'mmel zu holen bereit ist, wenn und jeden Alters vom Evangelium aus Klärung der ihr eine Idee den Anreiz dazu bietet. Eine Ju- Lebensfragen finden sollen. gend, die in der Härte der Zeit heranwuchs, in der Die Kirche soll nicht mehr im Winkel stehen; Mord und Kampf kommunistischer Verbrecher vor aus der Kraft des Geistes Gottes will fie, jeder- den Besten unserer Zukunft nicht halt machten, darf mann offenbar, ihren Dienst an unserem Volke tun. für sich in Anspruch nehmen, daß sie als t r e u e st e s Sie wird sich niemandem aufdrängen und will Bfanbredjt der deutschen Zukunft gilt, nichts mit äußeren Mitteln erreichen — aber die unö in blefem Ringen und von keinen Hemmungen A' Mü K b-e.n,.uß.-n SrafWeg, We.en de- den., dienen; wo ihr aber Gottlosentum und Neuheiden- schen Idealismus begru . tum und unchristliches Wesen entgegentreten, da Und nun rufen bie Irommeln unb Lieder d wird diese neue Kirche mannhaft das Schwert des I Jugend auf zum Tag der Deutsche nJu gend. Geistes führen, nicht nur zur Verteidigung der ihr Legionen von deutschen Jungen und Mädchen mar- heiligen Güter, sondern zum Angriff gegen jede schieren im Deutschen Reich auf, schmuck gekleidet Zerstörung und Zersetzung, und die Kirche wird unb mj( dem ganzen Selbstbewuhtsein ihrer jungen wieder lernen, daß ihr Glaube weltüberwmdend ist. $ccubc> um $anb anzulegen an dem größten In diesem Sinn und Geist rufe ich Euch, evange- fOjialen Werk des er ft en Jahres der lische Volksgenoffen jeden Alters und jeden Stan- I a,ionalso;ialistischen Regierung un- bes, auf: 5)elft mit bei die sem großen Führer. 3m Kamps gegen hunger unb Kälte btr hlU'WÄÄ WX "'rd ^W°PP°n,ch'.hh°rh.Uer,ug°nd - - ' ■ 1 zum Symbol erhoben zu einem Sajilb, bet sich schühenb stellt gegen Llenb unb Verzweiflung. hier steht bie Jugenb, auch sie wirb bazu beitragen, Pfennig um Pfennig unb Mark um Mark zu erbitten, bamit bie Rot keinen Eingang finbet in bas Haus bes beutfchen Volksgenossen. viele hämmer werben am tommenben Sonntag bie Jl ä - get bes Opfers einfchlagen in bie Symbole ber Jugenb. Unb bie Schilbe werben als Ehrenzeichen in ben Helmen ber Hitlerjugenb unb in ben Schulen Zeugnis ablegen baoon, DPig5 Uhr^Dom De^tManbsenber: Reichssendung: Oenkt Ott bic VvgelfÜtterUNg! Wende in Worms. Ein Luther-Hörspiel von ^iße Leinentuch bes Winters bebeutet nicht Josef Buchhorn. Musik: Rudolf Wagener-Regeny. nur =ür Menschen, sondern auch für Vögel und Ferner wird mitgeteilt, daß (ohne Uedertragung bittere Not. Das ist allgemein anerkannte durch den Rundfunk) im Luthechaus m Oppenheim Entfache und darum fetzen allerorts Winterfütte- (Uebernachtung Luthers vor dem Reichstag zu ein. Die Winterfütterung der Vögel ist Worms) am Sonntag, 19. November um 14 Uhr nun -^ilich umstritten. Gibt es doch Gelehrte, die die Weihe ber neuen Gedachtnistafel stattfindet. । fi. Tacitus Zeiten war bie Winterfütte- (Anfprachen von Prälat der Hessischen Landeskirche, ^na unbekannt, und sicher gab es dazumal mehr D. Dr. Dr. Diehl, und Superintendent Ober- jn unferem Lande als heute". Das wird 'irchenrat Zentgraf.) Desgleichen um 20 Uhr fejn ßaie u bestreiten waren, aber jeder tierliebe an der Festhalle zu Darmstadt Lutherfeier des Ufib tierverständige Mensch wird im gleichen Augen- Evangelischen Bundes mit Ansprachen von Pralat bIj(f barQUf Hinweisen, daß feit Tacitus Zeiten sich D. Dr. Dr. Diehl, Ministerialrat R i n g s h a u - bag landschaftliche Bild Germaniens wesentlich ge- sen urrd Lanbeskirchenrat v. Waitz. ändert hat. Und es hat sich zu Ungunsten der Tiere verändert. Die asphaltierte Straße läßt keinen Halm sprießen und der Wald, der schon längst dem Forstbetrieb gewichen ist, hat starke Einbuße an Samen und Beeren erlitten. Die Vögel ver- lassen sich sogar auf die Winterfütterung der Städte, Ein besonderes gewerbliches und zugleich auch I »aber ift z 8. b°rS.°r°°m Zugoogel zum Strich- 'S19 IV *2 fflön?Se in ein m sich überraschend schnell überall ungeladen einstellen. WLLEEtt. I der auf einem großen, von einem Jungvolkknaben getragenen Schild den Schlüssel begleitete, hatte folgenden Wortlaut: „Der Not ein Riegel oorzuschieben, Wer wird nicht solchen Schlüssel lieben! Der Führer hat jetzt unverdrossen Ein neues Reich damit erschlossen. Doch stark und mächtig muß er sein, Seht her — hier ist das Schlüsselein! Unser Bild zeigt dieses „Schlüsselein" mit Spruch und dem Hersteller, Schlossermeister Heinrich Boller IV. ° Lang-Göns. lfd. I. zum Verkauf freigegeben werden. Mehr als drei Derkaufssonntage dürfen im Dezember für keine Branche in Betracht kommen. Oekanatskonferenz in Gießen. Im Matthäussaal eröffnete gestern Dekan Guß- mann die Konferenz der Geistlichen des evangelischen Dekanats Gießen, der als Gast Superinten- dent D. Wagner beiwohnte, mit Schriftlesung und einem Gebet von Martin Luther. Er begrüßte besonders die neuen Mitglieder Pfarrer Trapp (Gießen) und Pfarrassistent B e r n b e ck (Lollar). Eine stattliche Anzahl dienstlicher Angelegenheiten wurde besprochen, u. a. die aktuelle Frage der Bolksmission. Die Erlässe der obersten Schulbehörde betreffend Hebung des Kirchenbesuchs der Schulkinder, des Haltens von Ansprachen der Pfarrer bei Weihnachtsfeiern der Schule wurden begrüßt. Tag der deutschen Hausmusik. Am Tag der heiligen Caecilia, am 21. No- oember, wird auch in diesem Fahre wieder der Tag der deutschen Hausmusik durch verschiedene Veranstaltungen, die der Bedeutung dieses Tages Rechnung-tragen, begangen werden. Mit be- fonderer Freude erfüllt uns aber dabei der Gedanke, daß der neue Staat der Pflege deutscher Kultur- werte neben seinen vielfachen politischen Aufgaben einen hervorragenden Platz eingeraumt hat As ein bedeutungsvolles Zeichen ist die soeben erfolgte Bildung der Reichskulturkammer zu werten, bei deren Eröffnung Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Ansprache die tiefe Verbundenheit des Künstlers und des künstlerischen Menschen mit der Gesamtheit des Volkes unterstrich. Diese Verbundenheit des Volkes ml dem Kunst- ler und seinem Werk zu fördern, ist die höchste Auf- gäbe, die jenen künstlerischen Kreisen gestellt ist, die in ihrer Lebensaufgabe die Erziehung unserer her- onwachsenden Jugend zum Verständnis und zur Freude an den Werken unserer alten und jungen Meister sehen. Hausmusik soll gepflegt werden, und es soll ge- zeigt werden, daß nicht allein virtuoses Können in den Stand setzt, Musik auszuüben, daß es vielmehr auf den Geist und die Gesinnung des Einzelnen onkommt, in welcher Weise er die dem musikalischen Kunstwerk innewohnenden Werte durch die eigene Leistung zu seiner Erbauung oder Zerstreuung ausschöpft. In diesem Sinne ist auch die Veranstaltung des „Reichskartells der deutschen Musikerschaft" (Ortsgruppe Gießen) zu verstehen, die am Dienstag, dem 21. November, um 20 Uhr, im Saale des Gesellschaftsoereins (Sonnenftraße) stattfindet. Der Abend sieht eine abwechslungsreiche und anregend« Dor- tragsfolge vor, in deren Verlauf eine Reihe Schüler und Schülerinnen der hiesigen Privatmusiklehrer Proben alter und neuer Hausmusik für jede Aus- bildungsstufe darbieten werden. Es kann sich hierbei, das sei von vornherein gesagt, nicht um ein Schülerkonzert oder überhaupt um ein Konzert im üblichen Sinne handeln, sondern der Abend soll vielmehr den Hörern und Hörerinnen den Begriff „Hausmusik" durch lebendige Demonstration näher bringen, als es noch so viel Wort« vermögen. Einleitend wird ein Mitglied der hiesigen Ortsgruppe (Pg. Franz Bauer, staatlich geprüfter Diolinlehrer einenn kurzen Vortrag über das Thema „Die Aufgabe des Privatmusiklehrers" halten. Di« Frage der kulturellen Erziehung unserer Jugend ist eine so überaus wichtige, daß der Abend ein starkes Interesse der Eltern und der Lehrerschaft finden sollte. Kampfbund für deutsche Kültur (Ortsgr. Gießen). Reichskartell der deutschen Musikerschaft (Ortsgruppe Gießen). (Gießener Wochcnmarktpreise. * Gießen, 18. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten Süßrahmbutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40, Kochbutter 1,20 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 14 bis 15, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 7 Pf., der Zentner 3 Mk., Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf. Rote Rüben 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 5 bis 7, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 30 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Nüsse 40 bis 60, Honig 40, junge Hähne 70 bis 75, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 60 bis 70, Enten 70, Tauben, das Stück 45 bis 50, Blumenkohl 10 bis 45, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10, Sellerie 5 bis 25 Pf. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Samstag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, Luther-Feier, „Luther, der Führer, der Kämpfer, der deutsche Mensch". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Geheimnis des blauen Zimmers" mit Theodor Loos und Else Ester. — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Revolte im Zoo". — Ortsgruppe Gießen im RdZ., 20 Uhr, Cafä Leib, 30. Gründungstag. — Studentenheim, 20.15 Uhr, Soarkundgcbung der Burschenschaften. — Tageskalender für sonntag: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr, „Am Himmel Europas". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15 Uhr, „Alpen-Symphonie"; ab 15 Uhr „Geheimnis des blauen Zimmers". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg „Revolte im Zoo". — Eafö Leib, 16 Uhr, Kon- zert der 33. «S.-Standarten-Kapelle. — Lukas- gemeinde, 20 Uhr, Lukassaal, Familienabend, Dor- trag „Aus dem Leben Martin Luthers". — Ortsgruppe Gießen im RdZ., Ausflug nach der „Karls- ruhe", Treffpunkt 15 Uhr, Marburger Straße Ecke Steinftraße. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns gefchrieben: Heute, 20 Uhr, Luther-Feier. Dortrag: „Luther, der Führer, der Kämpfer, der deutsche Mensch" des bekannten Luther-Forschers Pg. Professor G. W. F r e y t a a (München). Mit- wirkende u. o. Akademischer Gesangverein und Bauerscher Gesangverein, beide Vereine unter Leitung von Professor Dr. lerne s Dar i). Die Veranstaltung ist außer Abonnement. Preise der Plätze von 0,50 bis 1,50 Mark. Ende: 22 Uhr. — Sonntag, 19. November, außer Abonnement zu ermäßigten Preisen das Schauspiel: „Am Himmel Europas" von Schwenzen-Malina, Spielleitung Anton Neuhaus. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. — Dienstag, 21. November, achte Vorstellung im Dienstag-Abonnement, die Gesellschostskomodie: „Der Traum der Dilma Kelemen" von Franz Molnar. Spielleitung: der Intendant. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Mittwoch, 22. November, außer Abonnement zu er- mäßigten Operettenpreisen die klassische Operette: Wiener Blut" von Johann Strauß. Leitung: Wrede — Cujö — Bäulke. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. — Donnerstag, 23. November, zweite Vorstellung Deutsche Bühne: ungrade Mitgliedsnummern: „Am Himmel Europas", Schauspiel von Schwenzen-Malina. Spieldauer von 20 bis 22.15 Uhr. — Freitag, 24. November, achte Vorstellung im Freitag-Abonnment: „Wenn der Hahn kräht", Dolksstück von August Hinrichs. Spiel- leitung: Anton Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Samstag, 25. November, zweite Vorstellung Deutsche Bühne: gerade Mitgliedsnummern: „Am Himmel Europas", Schauspiel von Schwenzen-Malina. Spieldauer von 20 bis 22.15 Uhr. — Vom Konzertverein wird uns geschrie- den: Günther Ramin, der in seinem letzten Orgelkonzert hier alle Hörer in so überwältigender Weise zu packen gewußt hat, kommt wieder! Es ist gelungen, diesen ersten Organisten Deutschlands, dem Johann Sebastian Bachs Orgel in der Tho- maskirche in Leipzig anoertraut und der seit längerer Zeit Professor an der Musikhochschule in Berlin ist, für einen Orgelabend am kommenden Ausführungen, die der Aufklärung der Mitglieder und der Beseitigung von Zweifeln dienten, darüber hinaus aber die Mitglieder mit den Pflichten als Nationalsozialisten bekanntmachten. Zur Ausgestaltung der künftigen Fachschaftsabende wurde beschlossen, das nationalsozialistische Programm Punkt für Punkt durchzuarbeiten und das Buch unseres Füh- rers „Mein Kampf" abschnittsweise au behandeln. Anschließende Aussprachen sollen alle Mitglieder zur eifrigen Mitarbeit anregen. Ein Sieg-Heil auf Den Führer schloß den anregend verlaufenen Abend. • • Der D W A. (Verband weiblicher Ange st eilte r) Ortsgruppe Gießen, oer- anstaltete am Donnerstag einen „Deutschen Abend" im Singsaal des Realgymnasiums. Die Vorsitzende, Fräulein Auguste Grofsart, hielt einen Vortrag über „die Frau im nationalsozialistischen Staat". Sie behandelte die Aufgaben der Frau als Trägerin der Rasse, Erzieherin der Iuaend, Hüterin der Familie, Sachwalterin des deutschen Einkommens, Kulturträgerin des deutschen Volkes. Alle ihre Aufgaben im nationalsozialistischen Staat kann die deutsche Frau erfüllen, wenn sie Treue hält dem Adel ihres Wesens, Treue ihrer Familie, Treue ihrem Volke, wenn sie als Hausfrau mit Treu« das Dolksvermögen verwaltet. Das deutsche Volk braucht die Treue so nötig, wie das tägliche Brot. Ein Volk kann nicht ohne Gemeinschaft bestehen, folglich kann es auch nicht ohne Treue auskommen. Fraulein Gustel Kühn fang einige Lieder, die mit We Werbung sm Zeitungen im SienstaiWg grmidsWch ein für allemal verbalen Dieser wichtige Erlaß des Stabschefs Röhm im Zusammenhang mit einem Verbot des Sammelns und Werbens im SA-Oienst- anzug schaltet den moralischen Druck aus, mit dem die Zeitungs- Werbung seither in unerträglichem Umsang betrieben worden ist. Nunmehr kommt der ehrliche kaufmännische Wettbewerb wieder zu seinem Recht, und es wird wieder nach Leistungen gewertet werden. Nach den Anweisungen der Negierung kann zudem jeder die Zeitung halten, die ihm gefällt, ohne auch nur den geringsten Nachteil zu haben! Es kann also auch jeder bedenkenlos zui ückkehren zu feinem angestammten Heimatblatt und in Treue zu ihm stehen, wie es seine Vorfahren durch beinahe zwei Jahrhunderte hindurch getan haben. Man vergesse auch nicht, daß etwa 400 Familien mit ihrem l.ohn aus Mitarbeit an ihrem oberhesstschen Heimatblatt der heimischen Wirtschaft nutzen. Verlag des Gießener Anzeigers Donnerstag, 23. November, in der Stadtkirche zu gewinnen. Er wird Werke von Bach und von Neger spielen. Wer Günther Ramin an der Orgel in unserer Stadtkirche erlebt hat, wird sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihn wieder hören au können, wer ihn noch nicht kennt, versäume Dieses Konzert nicht, da es sich so bald nicht wiederholen lassen wird! Alle diejenigen, die bisher auf die Winterkonzerte noch nicht abonniert sind, seien darauf hingewiesen, daß den neu hinzutretenden Abonnenten der Betrag für das erste Konzert, den Geigenabend von Prof. Havemann, in Höhe des Durchschnittpreises für den Platz selbst- verständlich in Abzug gebracht werden wird, so daß der Abonnementbetrag nur für die noch ausstehenden 7 Konzerte zu entrichten wäre, und zwar in jeder gewünschten Ratenzahlung. Alles Nähere bei dem Rechner des Konzertoereins, Herrn Ernst C h a l l i e r, Neuenweg 10 und in den Anzeigen. — Das Konzert der 33. S S. • S t a n • dartenkapelle, das am morgigen Sonntag um 16 Uhr im Caf6 Leib mit einem erlesenen Pro- gramm geboten wird, sei unseren Mitbürgern in Stadt und Land noch einmal in Erinnerung gebracht. Die Kapelle ist etwa 35 Mann stark. Es dürfte ein guter musikalischer Genuß zu erwarten sein. "WiederEinstellung in denArbeits- d i e n ft. Die vor einiger Zeit anaeorbnete Sperre der Einstellung in den Arbeitsdienst ist aufgehoben. Junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren, die in den Arbeitsdienst eintreten wollen, können sich zur Einstellung bei den Arbeitsämtern melden. ’* Straßensperre. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: „Zwecks Ausführung von Strafjenbauarbeiten wird Die Hofmann st raße zwischen Wetzlarer Weg und Frankfurter Straße für Die Zeit vom 16. November bis 9. Dezember für den gesamten Fahrzeugoerkehr polizeilich gesperrt. Die ausgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten." •• Gin Fünfundsiebzigjähriger. Herr Karl Busch, Neuenweg 36, I, kann am morgigen Sonntag in aller Rüstigkeit seinen 75. Geburtstag feiern. *• Das Oberhessische Museum im Alten Schloß am Brandplatz ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. •* Geschäftsübernahme. Das bisher unter der Firma Bettenhaus Bär in der Marktstraße betriebene Geschäft ist von den Geschwistern Georg und Elisabeth Rühl übernommen worden. Beide sind, wie uns mitqeteilt wird, alleinige Inhaber, ferner wird uns erklärt, daß die neue Leitung arisch ist und das Kapital aus christlicher Hand stammt. •* Eine Besichtigung des Postamts Bahnhofstraße nimmt der Deutsche Werkmeisterverband, Ortsgruppe Gießen, Zahlstelle Butzbach und Lollar, am morgigen Sonntag, 10 Uhr, vor. Die Teilnehmer treffen sich um 9.45 Uhr im Postamt. * Seinen schweren Verletzungen erlegen. Gestern vormittag ist in der hiesigen Chirurgischen Klinik der 26 Jahre alte Arbeiter Otto Pfeiffer aus Launsbach seinen schweren inneren Verletzungen erlegen, die der bedauernswerte Mann am Montag in Launsbach beim Sturz von einem Nußbaum, den er ausputzen wollte, erlitten hatte. ** Die NS. - Fachschaft hielt am Mittwoch Ihren gutbesuchten Fachschaftsabend im Hopfeld ab. Nach einleitenden Worten des Fachschaftsführers machte der Ortsgruppenführer der NS-Deamten- abteilung Gießen, Pg. Jockel,, beherzigenswerte großem Beifall ausgenommen wurden. Einige Volkslieder, gesungen von der Jugendgruppe des DWA., und Gedichte, oorgetragen von Mitgliedern, vervollständigten bas Programm. Den würdigen Abschluß des Abends, den die Kreisvorfitzende, Frl. Appel, leitete, bildeten die gemeinsam gefundenen ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. ** M i t dem Sonderzug nach Oberbayern. Für die Woche von Weihnachten bis Neujahr ist günstige Gelegenheit geboten, mit einem Reichsbahn-Sonderzug nach Oberammergau bzw. nach Ettal zu fahren. Die Fahrtkosten betragen ab Frankfurt a. M. nach Oberammergau 72,90 Mk., nach Ettal 82,90 Mk. einschließlich Unterkunft, Verpflegung und aller Abgaben. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. JtunDfunfprogramm. Sonntag, 19. November. 6.35 Uhr: Hafenkvnzert. 8.45: Katholisch« Morgen- feier. 9.30: Feierstunde des Schaffenden. 10: Evangelische Morgenfeier. 10.45: Stunde des Thorge- fangs. 11.30: Von Leipzig: Reichsfendung: Kantate von Johann Sebastian Bach. GA. Nr. 38. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Text von Dr. 'Martin Luther. 12: Unter^lltungskonzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Mittagskonzert. 14.35: Stunde des Landes. „Die Gau-Geflügelschau in Butzbach. — Hörbericht. 15: Kinderstunde. 16: Nachmittagskonzert des Südfunkorchesters. 18.15: Don Zürich: Fuß- baU-Länderkampf Deutschland — Schweiz. Horde- richt. 19: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Wende in Worms 20.30 Uhr: Konzert. 22.20: Du mußt wissen .. 22.45: Unterhaltungsmusik 23: Zur Unterhaltung Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. 24 bis 2: Nachtmusik. THonlag, 20. November. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend Früchkon- zert. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde des Liedes. Altdeutsche Volkslieder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Französischer Sprachunterricht. 18.20: „Mit Flugzeug und Spaten im Land der Inka", Vortrag von Dr. H. Doering. 18.35: „Konrad Ferdinand Meyer Zu feinem 35. Todestag", Vortrag von Dr. Helmut Wiedenbrüg. 19: Reichsfendung: Stunde der Na- tion. Das deutsche Volkslied 20: Griff ins Heute. 20.10: Bunt ist die Welt. 21: Abendmusik. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. 22.20: Du mußt wisien .. 22 45: Unterhaltungsmusik. 23: Vom Deutschlandsendes: Hörbericht vom Sechstagerennen im Sportpalast Berlin. 23.10: bis 24: Tanz und Unterhaltung. „Gestern und heute". 24 bis 1: Johannes Brahms. Dienstag, 21. November. 6.05 Uhr: Morgenkonzert.. Anschließend: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12.00 Mittagskonzert Buntes Brettl. 14.40: Der Hausfau zur Erholung. 16.00: Gemeinschaften fendung: Nachmittagskonzert. Zum Tag der deutschen Hausmusik. 16.00 (4.00) Aus Köln: Bei welchem Musiklehrer muß ich meine Kinder unterrichten lassen, wenn ich des Erfolges sicher fein will? 16.40: Aus Frankfurt: Aus den Räumen des Geigenbauers. Eugen Sprenger: Hausmusik auf alten Instrumenten. 17.20 Uhr: Aus Stuttgart: Volksmusik. 18.00: Italienischer Sprachunterricht. 18.20: „Die schwarze und die gelbe Gefahr für den Arbeiter in Amerika", Vortag von F. W. Haupt, Frankfurt a. M. 18.35: „Das Laienspiel am Scheideweg", Vortrag von Wilhelm Maria Mund. 19.00: Reichssendung. Stunde der Nation. Neue Musik aus Westdeutschland. 20.00: Bon Berlin: Vortrag des Reichsbundes für deutsche Sicherheit — Geheimrat Gruesser spricht über „Volksabstimmung und Wirt- schastspolitik". 20.10: Von der Kakaobohne zur Scho- labentafel. Hörbericht von Karl Köstlin. 21.00: Süddeutsche Blasmusik. 22.20: Du muht wissen . . . 22.45: Unterhaltungsmusik. 23—24.00: Nachtmusik Spaß beiseite! Eine heitere Schallplatten-Plauderei von Paul Enderling. 24—0.45: Von deutscher Seele. „Der mystische Quell" Meister Melchior Rechter spricht. IHUtrood), 22. November. 6.35 Uhr: Morgenkonzert. 8.45: Evangelische Morgenfeier. 9.40 bis 10: Feierstunde des Schassenden. 11 bis 11.30: Tod und Totenklage, in Lied und Dichtung. Von Studienrat Weber, Friedrichsthal. 12; Mittagskonzert. Werke von Franz Liszt. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Mittagskon^ert. 15: Stunde der Jugend: „Was der Bund deutscher Mädchen einem deutschen Mädchen zu sagen hat". 16: Nachmittagskonzert. 18: Requiem, von W. A. Mozart. Das Orchester und der Kammerchor des Westdeutschen Rundfunks. 18.30: „Die Verantwortung vor dem Nächsten", Vortrag von Dr. Hans Joachim Schulz. 19: Aus der Thomaskirche zu Leipzig: Stunde der Nation: Missa solemms, von rzranz Liszt. 20: Konzert. 20.40: Städtebild: Worms. Chronik der Helden und Bekenner. 21.10: Konzert. 22.45: Nachtmusik. 23: Nachtkonzert. 23 bis 1.15: Hohe Messe in n-Moll, von I. S. Bach. Donnerstag, 23. November. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk: Wer reist mit Baedecker um die Welt? Vom Leben und Werk des groß.'n deutschen Reiseführers. Von Hans Huffzky. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mit- tagskonzert. Lebende Komponisten. 13.35 bis 14.30: Mittagskonzert. 14.40: Jugendfunk. 16: Nachmittagskonzert. Allerlei bunte Musik. 18: Spanischer Sprachunterricht. 18.20: „Die Flucht der Tierwelt vor dem Winter." Naturwissenschaftliche Plauderei von Dozent Ewald Schild. 18.35: „Magier oder Charlatan. — Das wundersame Leben des Grälen von Saint Germain", Vortrag von Otto Rahn. 19: Don München. Reichssendung: Stunde der Nation. Auf geht's! 20: Griff ins Heute. 20.10 Nachtmusik. 22.20: Weltpolitischer Monatsbericht. Don Prof Dr. Karl Haushofer. 22.45: Unterhaltungsmusik. 23: Wir tanzen! 24 bis 1: Nachtmusik. Freitag, 24. November. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Früh- konzert. 12.00: Mittagskonzert. 14.40: Der Hausfrau zur Erholung 16.00: Nachmittagskonzert. 18.00: Englischer Sprachunterricht 18.20: „Warum Fa- milienforschung?" 18.35: „Wir brauchen Wirtschafte- Propaganda." Darüber spricht Dr. H. I. Hollenberger, Frankfurt a. M. 19.00: Dom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der Nation. Konzert. 20.00: Aus dem Großen Haus der Württemberg!- sehen Staatstheater: Kundgebung für den deutschen Rundfunk. 23—24.00: Unterhaltungsmusik. 0.15— 0.45: Dom Schicksal des deutschen Geistes „Die Klassik in der deutschen Musik". Vortrag von Gerhard Frommei. Samstag. 25. November. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend Frühkonzert. 10.10: Schulfunk: „Das Deutschtum in Ruß- land", von Guido Waldmann. 12: Mittagskonzert. 14.30: Stunde der Jugend. 15.15: Lernt morsen! 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreissendung 19: Von Leipzig: Reichssendung, Stunde der Nation: Georg Friedrich Händel. 20: Driss ins Heute. 20.10: Variete, mit Willy Reichert. 21.10: Buntes Unter- Haltungskonzert des Südfunkorchesters. 22.20: Professor Esau, Rektor der Universität Jena, spricht zum Thema: „Die technischen Ausgaben der Funkoerbände". 22.45: Unterhaltungsmusik. 23 bis 24: Don Leipzig: Nachtkonzert. 24 bis 1: Nachtmusik. Aus aller Welt „Das Spiel von 3ob, dem Deutschen" in Köln. In Gegenwart von Ministerialrat Caubinger, dem Präsidenten der Reichstheaterkammer, wurde in der Messehalle in Köln von der Rheinischen Spiel- gemeinschast für nationale Festgestaltung" „Das Spiel von Job, d e m Deutschen" von Kurt Eggers uraufgeführt. Job der Deutsche bewahrt sich durch die schwersten Schicksalslasten, durch Krieg und arbeite- und Höllenkamps seinen Glauben an Gott, an seine Kraft und Ewigkeit und rettet sich und damit die Welt vor der Hölle. In eindringlicher Sprache wird bas Schicksal unseres Boltes bärge- stellt. Job ber Deutsche unb sein Weib, von Eugen Klöpfer unb Melitta Leithner bargestellt, zeigten eine Leistung von höchster Dollenbung. Nach Schluß ber mit tiefer Ergriffenheit aufgenommenen Aufführung bankte Ministerialrat Laubinger dem Dichter unb allen Darstellern. Bei lebendigem Leibe oerbrannL Einen fürchterlichen Tod erlitt ber 44jährige Schlosser Karl Winter aus Hamborn bei einem Unglücksfall in ber Gaszentrale ber August Thyssen- Hütte. Winter war in einer Maschinengrube damit beschäftigt, die Wicklung einer Dynamomaschine mit Lack zu bespritzen. Bei dieser Tätigkeit fiel bie Kanne um, so daß der Lack aussloß. Gleichzeitig zerbrach bie Hanblampe des Schlossers, so daß sich Benzindämpfe entwickelten, die sich entzündeten. Von ber dabei ent- stehenden Stichflamme wurden die Kleider des Arbeiters erfaßt, die im Nu t n belle nF la mm e n standen. Trotz der eigenen Gefahr riß ein Mitarbeiter dem Unglücklichen sofort die Kleider vom Leibe. Es war jedoch schon zu spat. Winter hatte bereite so schwere Brandwunden am ganzen Körper davongetragen, daß er später im Krankenhaus starb. frngsprogramm: 12500 8346 (Pny&tt/fe/n St& dvn! Offenbach a.Maln,ÄlSmarckstraße66 Gießen. Lergstraße 9 November 1933 7028 D Wegen Konkurs UMM Daubringen, den 18. November 1933 7040-' P12/33Q >■ Gardinen^ppicheMöbelstoffeX^ 7026 D hiessen Befink6tc31 7049 A M.1.29 1248 1292 Tagewerke auf der Bauff eile: 696 1012 Dränung von VNefenflachen, Dränenge- noffenfchaff Ersrode-Hainrode Ackerdränage, Gemeinde Salz viehweidemelioration, Genoffenfchaff für Bodenverbeffernng der Gemeindeviehweiden im ehemaligen kreis Westerburg Ackerdränage in der Gemarkung Ewig- Haufen Ackerdränage in der Gemeinde Niederahr Ackerdränage in der Gemeinde Mündersbach Die Verlobung ihrer Tochter Zda mit Herrn Apotheker Or. Güniher Kuhlmann zeigen an S adtbaubirektor i. N. Ll. Äraubach und Frau Hitler schosst Arbeit! weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeitsbeschaf- Meine Verlobung mit Fräulein 3ba Äraubach Apothekerin beehre ich mich anzuzeigen Or. Günther Kuhlmann Apotheker in Halbleinen und Haustuch kaufen Sie vorteilh.i.der Allen denen, die uns anläßlich unserer goldenen Hochzeit in so überaus reichem Maße bedacht haben, sagen wir herzlichen Dank Wilhelm Oechert und Frau Gießen, den 18. November 1933 tzMMeiÄeiW-MlMSeS. Frankfurter Straße 17 l.Et. 0-570 Auszeichnen van Handarbeiten billigst. Billigste Bezugsauelle f. engros u. detaü. Erziehung der Landjugend zum SlaMürger Don Or. A. Kraemer, Berlin-Gießen, Hauptgeschäfisführer des I^eichsbundes Deutscher Oipiomlandwirte, Berlin. Da es uns nicht möglich ist, für die überaus zahlreichen Glückwünsche, Geschenke und Llumenspenden zu unserer goldenen Hochzeit jedem einzelnen zu banken, bitten wir alle, unseren herzlichsten Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen Werkmeister i. R. Heinrich Wagenbach u. Frau Sophie, geb. Körber MARK monatlich erhalten Bit bei freier flrjt und draitiunhaiiwaljl jährlich bis OO OrBergitfung Fordern Sie Prospekt Deutrcher'Ring Aranheaeerficheru ttgaoereinaA VrnvaltnngesteNe Gießen, Loaqstr. 1», Jemmi 3225. Ortsgruppe Gießen-Ost. Die Kleidersammlung in der Ortsgruppe Gieße n - O st wird am M 0 n t a g, 2 0. N 0 v e m b e r, in folgenden Straßen durchgefuhrt: Alter Rödger Weg, Am Kugelberg, Am Nahrungsberg, An der Kaserne, Anneröder Weg, Bergstraße, Bruchstraße, Doeringstraße, Danziger Straße, Eichweg, Friedensstraße, Gartenstraße, Georg-Philipp-Gail-Straße Gnauthstr., Großer Steinweg, Grünberger Straße, Gutenbergstraße, Hessenstraße, heyerweg, In den Eichgärten, Kaiserallee, Karl-Bogt-Straße, Kepler- straße, Landmannstraße, Lessingstr., Sicher Straße, Ludwigsplatz, Memeler Straße, Moltkestraße, Posener Straße, Rödgener Straße, Roonstraße, Schla- geterstraße, Stephanstraße, Wolsstraße. Ortsgruppe Gießen Nord. Die Kleidersammlung in der Ortsgruppe Gießen- Nord wird am Mittwoch, 22. November, in ist die MMelMaMlWWW!ies Gießen, Babnbofstrasre 90 ju günftlgen Beöingunflen 30 ocrfaufen. Es bandelt sich nm eine Verkaufsstelle für Wiederverkäufer der Kurz-, Sviel- und Wollwaren-Branche. Anfragen und zu richten an den Konkursverwalter Herrn Ar. Dillmann, Frankfurt am Main, Die BUtaXÄSS Lr «MMf» zeit besichtigt werden. osie Puppenwagen großes Lager billigst von RM. 2^0 an Offenbacher Lederwaren-Derlrieb C. Röder, nur Kirchenvlatz 9 7045V LT und * nenko - v . . ■ •: ohne die zwei keine Wäsche! Winlerhilsswerk für die Stadt Gießen Kleidersammlung durch die Reichswehr. Das deutsche Bolk hat zur Erde zurückgefunden. Es hat sich, wie es unser Reichsbauernführer vor kurzem in Worte faßte, auf „die Kraft feines Blutes" besonnen. Wir erinnern uns heute wieder, daß am Anfang des Zeitpunktes, von dem an wir Menschen von Geschichte reden, der Bauer stand. Die ewig gesegnete Hand am Pfluge gab den Völkern Nahrung. Uralt und unvergänglich ist der Kampf des Bauern mit dem Boden und um den Boden. Geschlechter sind gekommen — und vergangen. Staaten und Städte haben ihre Blüte erlebt — und sind verschwunden. Gesetze und Verfassungen haben den Völkern Form und Inhalt gegeben — und sind mit ihnen vergangen. Geblieben ist der Bauer. Schweigend und unverdrossen hat er seine stets gleiche Pflicht getan. Er brach den Boden und er trat ins Glied, wenn es notwendig war, feine Scholle zu verteidigen. Aus dieser Scholle wuchs aus Mensch und Arbeit der Kraftquell der Völker. Es hat in der deutschen Geschichte größere höhen und steilere Tiefen gegeben, als bei anderen Völkern. Don einem Krieg, der 30 Jahre lang Deutschlands Gaue verwüstete, konnte dieses Volk aus den Resten erhalten gebliebener Bauernkaft wieder gesunden. Physische Menschenkraft vermochte das Bauerntum nicht zu erschüttern. In der kapitalistischen Wirtschaftsperiode, auf die wir heute zurückblicken, ist dem Bauerntum jedoch ein Gegner entstanden, der es verstanden hat, die Völker in einem solchen Maße von ihrer Verbundenheit zur Scholle zu entfremden, daß das Ende des Bauerntums in unserem Vaterlande besiegelt worden wäre, wenn nicht die nationale Revolution in letzter Stunde mit diesen Kräften gebrochen hätte. Ein Gustav R u h l a n d hat frühzeitig auf die gefahrvollen Wege eines liberalistischen und kapitalistischen Wirtschaftssystems hingewiesen, an dessen Ende nicht mehr allein die Wirtschaftsnot eines Volkes stand, sondern der Irrsinn einer Weltwirtschaft, bei der Völker hungern können bei vollen Scheunen, eine Wirtschaftskrise, die Weizen verbrennen läßt und Kaffeebohnen ins Meer schüttet. Im tiefsten und letzten Sinne ist die Weltumwälzung, die sich unter dem Zeichen des Hammers und der Sichel anschickte, die Seele der Menschheit zu zerstören, zu nichts anderem geworden, als zu einer Bauernkrise von gigantischem Ausmaße. Und auch dort in Rußland kann und folgenden Straßen durchgeführt: Marktplatz, Marktstraße, Rittergasse, Schulstratze, Sonnenstraße, Wettergasse, Wagengasse, Mäusburg, Kaplaneigasse, Kanzleiberg, Schloßgasse, Brandgasse, Lindenplatz, Lindengasse, Marktlaubenstraße, Hundsgasse, Zozels- gasse, Neue Säue, Walltorstraße, hitlerwall, Gutfleischstraße, Wiesenstraße, Zeppelinstraße, Diezstr., Senkenbergstraße, Landgraf-Philipp-Platz, Land- grafenstrahe, Braugasse, Wernerwall Steinstraße, Asterweg, Schottstraße, Ederstraße, Marourger Straße, Bückingstrahe, Rodberg, Friedhofsallee, Cra- nachstraße, Am Wingert, Wiesecker Weg, Feuerbach- straße, Thomasstraße, Menzelstraße, Gabelsderger- straße, hammstraße, Lahnstraße, Zu den Mühlen, Bootshausstraße, Wismarer Weg, Rodheimer Str., Schlachthofstraße, hinter den Schießgärten, Krof- dorser Straße, Gleiderger Weg, An der Hardt, Schützenstraße, Wernerwall, Steinstraße, Dammstr., Slyillerstrahe, Weserstraße, Im Gartfeld. lich etwa 40 000 Bauernjungens und Dauernmädels unterrichtet. Bis zur nationalen Revolution konnten und mußten die Landwirtschaftsschulen und Wirtschaftsberatungsstellen dem Landwirt lediglich Rüstzeug liefern zu einem Kampf aller gegen alle. heule sollen Landwirlschaslsschulen und Wirl- schasisberalungsslellen mit dazu beitragen, den Einzel- und Gruppenegoismus überwinden zu Helsen. Sie sollen mithelfen, den Bauern zum Staat und den Staat zum Bauern zu führen. In unserer Hand liegt somit eine hohe und wichtige staatspolitische Erziehungsarbeit, die ganze Menschen von ganzem Können und ganzem Charakter erfordert. Ein guter Teil des wertvollsten und besten Blutes Deutschlands ist uns anvertraut. Selbst die Aufgabe, Wissen zu vermitteln, Kenntnisse und Fähigkeiten anzuerziehen und auszubilden, tritt heute und in Zukunft zurück gegenüber der Wichtigkeit und Notwendigkeit, den Bauernjungen heranzubilden zu einem wertvollen Staatsbürger eines neuen deutschen Reiches. Wir haben die Pflicht, unserer unbäuerlichen Jugend Wesen und Inhalt dieses Staates nationalsozialistischer Prägung näherzubringen und begreiflich zu machen. Wir haben die Pflicht, in diesem bäuer- lichen Nachwuchs den Standes stolz zu wecken und wachzuhalten, Bauer zu sein und Bauer sein zu dürfen. Es ist unsere Aufgabe, im bäuerlichen Nachwuchs die bevölkerungspolitische und erbbiologische Bedeutung des Bauerntums in klarer Erkenntnis der ewigkeitsgebundenen Zusammenhänge von Blut und Boden, Volk und Rasse zu wecken und diesen Nachwuchs zur Verantwortungsbereitschaft gegenüber seinem Volke zu erziehen. Wir haben die Aufgabe, die Erkenntnis für die ernährungspolitische Wichtigkeit des Bauernstandes dem Volke gegenüber schon in die Seele des jungen Schülers hineinzupflanzen. Wir werden ihm nicht mehr sagen: „Landwirt, wenn du diese ober jene Frucht anbaust, wenn du sie so und so düngst und kultivierst, so wirst du eine Rente, einen günstigen Preis er« zielen", sondern wir werden unseren Jungens zu sagen haben: „Du hast als Bau e r deinen Acker fo zu bebauen, deinen Hof fo zu führen, weil das deutsche Volk deine Erzeugnisse, weil es deine Arbeit benötigt. Wir haben weiter die Aufgabe, bereits unseren Jungens die Maßnahmen des Gesetzgebers verständlich zu machen. Verständlich dahingehend, daß diese Maßnahmen eine Abkehr bedeuten von materialistischem Denken, daß die Sicherung des Hofes durch das Reichserb- hofaeseh ein Geschenk ist nicht um des Bauern willen, sondern daß damit dem Bauern eine Pflicht auferlegt wird an seinem Volke und am kommenden Geschlecht! Da nach § 15 des Reichserbhofgesetzes niedergelegt ist, daß der erbhofberechtigte Bauer fähig fern muß, den Hof ordnungsgemäß zu bewirtschaften, fordern wir schon für die Landschule die Einstellung weltanschaulich auf dem Boden des Nationalsozialismus stehender geeigneter landwirtschaftlicher Fachlehrer zur Unterrichtserteilung an den Ausbildungsstätten für Landlehrer. Wir fordern ganz allgemein, daß nur diejenigen Lehrer auf dem Lande Verwendung finden, die mit dem Bauerntum feelisch verwachsen sind. Wir fordern für die ländlichen Fortbildungsschulen die Einführung des Fortbildungsschulzwanges mit einem abgeschlossenen landwirtschaftlichen Fachunterricht, der durch Diplomlandwirte zu übernehmen ist. Wir hoffen, daß der Besuch einer Landwirtschastsschule, ober einer anberen lanbwirtschaftlichen Unterrichtsanstalt Voraussetzung wirb für bie Uebernafjme bes Hofes für ben später erhofberechtigten Jungbauern, unb wir erkennen bie Notwenbigkeit an, ben bisherigen wird die Gesundung nur kommen können vom Bauern. Wenn heute eine nationale und soziale Revolution Retter der deutschen Muttererde geworden ist und wenn dieses deutsche Volk sich erstmalig mit dem Stimmzettel in der Hand nicht mehr an den eigenen Volksgenossen, sondern an ein auch erwachendes Ausland richtete, so wissen wir, daß dieses neue Dritte Reich seine Kraft wieder schöpfen wird aus dem unerschöpflichen Blutquell, der im Bauerntum liegt. „wenn und solange sich ein Volk auf ein gesundes Bauerntum zurückziehen kann, solange wirb es aus diesem Bauerntum neue Kraft schöpfen können." In diesem Ausgangspunkt eines neuen politi- chen Denkens wurzelt die nationalsoziali- tische Weltanschauung. Von dieser Platt- orm baut der Führer auf. Eine neue Agrar- ivlitik, die gesetzgeberischen Maßnahmen des lleichsbauernsührers sind der Boden, auf dem allein der neue Staat leben kann und leben wird. Wir deutschen Diplomlandwirte, insbesondere diejenigen von uns, die zur Erziehung und Schulung unserer Landjugend herausgestellt sind, sind nach Herkommen, nach Ausbildung und nach Berufsausübung berufen, in dieser Armee der deutschen Bauern mitzuarbeiten an dem Bau eines neuen Vaterlandes, bas seine Kraft unb feine Wurzeln finbet im Blut unb »oben nuferes V 0 lkes. Uns sinb hier Aufgaben gestellt, wie keinem anberen akabemischen Berbanbe. Wir finb berufen, biefe alte ewige unb heute boch roieber neue Erkenntnis hineinzutragen und hineinzuhämmern in unsere bäuerliche Jugend. Es wird Pflicht des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte sein, darüber zu wachen, daß nur Menschen herausgestellt werden, die wertvoll und befähigt finb, diese Ausgabe zu übernehmen. Wir werden daher darauf drängen, daß unsere eigene Ausbildung nach der Seite der Praxis und wissen- schaftlichen Durchbildung und Verbundenheit im Bauerntum stärker noch vertieft wird. In Deutschland werden an rund 800 Landwirtschaftlichen Schulen unb sonstigen Schulungsstätten von über 2000 fachlich üorgebilbeten unb zumeist aus bem Bauernstand tommenben Lehrkräften jähr- Lehrplan der Lanbwirtschaftsschule grunbsatzlich umzugestalten nach ber Seite einer Vertiefung bes Unterrichts in ber Staatsbauernfunbe unter Ein- schränkung ber Unterrichtserteilung in ben Giemen» tarfächern. Wir wünschen eine Einbeziehung ber Pflege von Leibesübungen in das Aufgabengebiet der Landwirtschaftlichen Schule. Die Bauernhochschulen sind berufen, das wertvollste und beste Menschenmaterial ber bäuerlichen Jugend zu Trägern des weltanschaulichen Ge- bantengutes bes Nationalsozialismus zu machen. Der künftige Bauernführer wirb nicht mehr, wie es in ber Vergangenheit ber Fall war, ben Bauern von fremben Berufen gestellt werben, fonbern ber künftige Bauernführer muh immer unb überall aus bem eigenen Bauerntum Herauswachfen. Voraussetzung für ben Besuch einer Bauernhochschule ist selostverstänblich ber erfolgreiche Besuch einer Fachschule. Wir forbern nicht allein Menschen als Führer ber Bauern, bie theoretisch und praktisch genügend geschult sind, sondern bäuerliche Charaktere, die ihren Berufsgenossen nicht allein Führer sind, sondern diesen auch als Bauern ein echtes Bauerntum Vorleben. Die Landwirtschaftsschule und Wirtschaftsberatungsstelle wird als kleinste Einheit der Bauernkammer der agrartechnische, agrarpolitische und weltanschauliche Mittelpunkt des Bezirkes werden müssen in engster Zusammenarbeit mit dem zuständigen Landesbauernsührer und seinen Organen und in erdnaher und lebenswarmer Fühlung mit der Praxis. Der Führer Adolf Hitler hat gesagt, daß dieses Volk auf gebaut werden müsse a u f dem deutschen Sauer als den Grund- Pfeiler jedes völkischen und politischen Lebens. Uns Diplomlanbroirten, besonders uns Erziehern der Landjugend, sind hier hohe unb ethische Aufgaben gestellt unb ein großes Maß von Verantwortung gegenüber bem ßanbftanb. Die Uebernahme biefer Arbeiten wirb für bie zur Erziehung bes bäuer« lichen Nachwuchses Berufenen zum Prüfstein werben über beren Sein und Bestehen, über deren Wert und Bewertung. K1E1N NIEDERHAUSEN Bahnbolstr, gegenüber Hotel Schütz7w.D Anmachholz Bestellung erbitten wir direkt an uns, möglichst oer Postkarte 58BKD SamMgewerl Lollar 8. Huhn. Lollar TOT Betten Bchlatzliu, Pol.ter, Slaiil- matr.un jeden, l eilr. K'iunr- KiwunVbtÜMtotiX buhl/Tlh unübertroffen bei Rheuma * Gicht Kopfschmerzen _ , Ischias. Hexenschuß und Erkäl- tungskrankheiten. Stark harasäurelösend, bakterientötend! 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Hilflos sah sie zu der Schwester auf. „Das kommt von dem verfluchten Morphium." „Und du hast es aus dem Gewissen!" ergänzte Christa. „Er ift nicht Morphinist gewesen, als du ihn geheiratet hast." . „ „Ach, das wäre er vielleicht so auch geworden , verteidigte sich Madien. „Niemals!" unterbrach sie Christa. „Du hast ihn dazu getrieben! Was wird nun, wenn er seine Praxis aufgeben muß? Was denkst du, daß sich alles daran knüpft? Einschränkung in allem! In Gesellschaft unmöglich! Steine Einnahmen mehr! Stein Auto!" „Hör auf!" bat Madlen. Der Schrecken war beut- sich in ihren Augen zu lesen. Sie würde arbeiten müssen, in der Küche stehen, die Böden selber schruppen, für das Kind sorgen, auf den Markt laufen und Einkäufe machen. „Was soll ich tun?" jammerte sie. „Sag, Christa, was soll ich tun?" „Du mußt ihn sofort bestimmen, daß er- sich einen Vertreter nimmt und in ein Sanatorium geht, bis er vollkommen entwöhnt ist. Ein Zweites gibt es nicht." Madlen war schon wieder beruhigt. „Wenn es sonst nichts ist, das läßt sich ja machen. Ich halte ihn nicht, wenn er in ein Sanatorium will", sagte sie weinerlich. „Dr. Bäcklin bringt sicher auch die Praxis wieder auf die frühere Höhe. Wir können auch in manchem sparen. Zum Beispiel die Lena, die kann--" „Die bleibt", unterbrach Christa sie schroff. „Du würdest dir nur selbst schaden, wenn sie ginge." „Aber Dick ift überflüssig!" trotzte Madlen. „Für ihn wird sich etwas finden." Die junge Frau atmete auf. Wenn nur Montrey aus dem Haufe war. Lauernd fragte sie: „Und du?" „Ich habe einen Borschlag, Madlen: Ich werde verschollen bleiben, wie bisher. Niemand weiß um meine Existenz, als die wenigen Menschen, die bisher darum gewußt haben. Du gibst mir dein Ehrenwort, daß du Felix' Leben zu einem friedlichen Glück zu gestalten suchst, dafür verspreche ich dir daß ich mich weiterhin vor ihm verkriechen will und einen Erdteil zwischen ihn und mich legen. „Aber er darf nicht zu viel von mir verlangen." ,^Jft das zuviel, wenn du gut zu ihm bist? ,',Du stellst dir das so leicht vor", sagte Madlen, schrak zusammen und riß die Schwester nach der Ture. Von der Straße heraus tarn Grudes Hupen- fignaL „Um Gotteswillen, geh!--Er soll nicht mehr über mich zu klagen haben! Ich schwöre es dir!" hastete sie, als Christa noch immer auf dem gleichen Platze stand. „Ich werde es erfahren, wenn du nicht Wort hältst!" Christas Blick umfaßte drohend die Schwe- fier. „Geh jetzt!--Geh!--Ich bitte dich — er kommt ja schon!" Sie schob die Schwester aus der Türe, über den Korridor hinüber und öffnete Lenas Zimmer. Im selben Augenblick steckte Grude draußen den Schlüssel in die Flurtüre. * Grudes Kind war ein Mädchen. Aber er war nicht zu Hause, als feine kleine Tochter zur Welt kam. Auf Rolfs und Lenas dringende Bitte hin hatte er sich schon drei Wochen vorher in das Sanatorium von Professor Haider begeben. Er hatte selbst eingesehen, daß dies ein Gebot der Notwendigkeit war. Madlens Freude an ihrem Kinde war nicht gerade übermäßig groß. Es mischte sich zuviel Erbitterung über den Gatten darein. „Ich habe es ihm mehr als ein Dutzendmal gesagt, daß es noch einmal ein solches Ende mit ihm nimmt", maulte sie. „Und gerade jetzt ist er nicht da, wo ich ihn so nötig hätte." Sie wühlte dabei den Kopf in die Kiffen und schluchzte vor sich hin. Lena ging auf leisen Füßen und die Geheim- rätin trug ihr Enkelkind nach einem anderen Zimmer, damit es dort ungestört schlafen konnte. Grudes Vertreter, Dr. Böcklin, kam dreimal des Tages, um nach Madlen und dem Kleinen zu sehen. Dabei zog die junge Frau jedesmal rücksichtslos die gröbsten Register gegen ihren Mann. „Was muß er auch Morphium haben! Das kann ein Mensch in seinem Alter doch fertig bringen, daß er sich etwas versagt. Noch dazu etwas, von dem er weiß, daß es ihm schadet. Das nur feinen Patienten zu predigen, ist freilich leicht. Wie lange glauben Sie, daß es dauert, bis er völlig entwöhnt ift?" Böcklin zuckte die Achseln. „Das ist schwer zu sagen. Einige Monate dürfte es immerhin in Anspruch nehmen." „Schrecklich", sagte sie. „Und was das kostet!" Sie zog die Spitzen ihres Nachthemdes weit über die gepflegten Hände und warf ihm dabei einen Blick zu, der Mitleid entfachen sollte. Zweimal am Tage fuhr Montrey nach dem Sanatorium und besprach sich mit dem Chefarzt. Profesor Haider war sehr liebenswürdig und mitteilsam. Aber so eine Entwöhnung brauchte natürlich ihre Zeit. Anfangs hatte der Fall fast hoffnungslos ausgesehen. Erft feit Tagen begann Grude sich etwas zu beruhigen. Den beiden oelbftmorö- versuchen, die er gleich in den ersten Wochen unternommen hatte, war fein weiterer mehr gefolgt. „Entziehen Sie ihm die Dosis nach und nach?" fragte Dick. Der Professor lächelte nachsichtig. „Nein! Nein! das muß auf einmal geschehen. Ein „Nach und nach" gibt es bei dieser Leidenschaft nicht. So wenig wie man einen Trinker ober einen Nikotin-Besessenen nach und nach entwöhnen kann. Der Schnitt muß auf einmal gemacht werden. Mitleid oder irgend welche andere Gefühlsmomente sind hier nicht am Platz." „Und er hat es so ruhig hingenommen?" verwunderte sich Montrey? „Heißen Sie das ruhig, Herr Hauptmann, wenn er zum Messer und zum Strick greift, schreit, tobt, mich einen Schandkerl und Zuchthausinspektor heißt?" Als er das Entsetzen in Dicks Augen las, nickte er: „Man gewöhnt sich an alles! Er ist ja nicht der Erste und der Einzige, den ich zwischen den Händen habe. Don den zweihundert Morphinisten, die sich hier befinden, machen es alle gleich. Wir haben schon welche gehabt, die auszubrechen versuchten und mich und meine Assistenten tätlich angriffen. Beleidigungen, die bei solchen Austritten fallen, zählen nicht! Wo kämen wir da hin!" „Ich möchte ihn so gerne sehen", bat Montrey. „Ausgeschlossen! Ich könnte es nicht verantworten, Herr Hauptmann." Dabei irrte wieder dieses nachsichtige Lächeln über das Gesicht des Professors. „Sie würden es gar nicht fertig bringen, wenn er fo dringend um ein bißchen Morphium bettelt. Man muß ein Herz von Stein haben. Das Ihre wäre zu weich." Madien kam zwar auch, ein ober zweimal, sah sich jebesmal abgewiesen unb setzte eine gekränkte Miene auf. Das konnte sie ja bleiben lassen, immer ben weiten Weg herauszufahren. Da gab es ent- schieben anbere Gelegenheiten, wo man sich besser amüsieren konnte. Auch zu Hause behagte es ihr nicht besonbers, Lena war ihr im Wege. Auch bie Anwesenheit ber Mutter war ihr nicht sonberlich erwünscht. Was sollte sie auch noch um die anderen hcrum- sitzen! Sie nahm Unterricht im Chauffieren und erneuerte ihr Theaterabonnement. Der Tag war sonst endlos. Man mußte doch auch etwas haben, auf das man sich freute. Mit Dick wechselte sie kaum mehr ein Wort. Und als sie eben in bie Garage kam unb sah, wie er eine Reparatur am Wagen vornahm, sagte sie unhöflich: „Immer, wenn ich ben Wagen brauche, hast du etwas daran zu richten!" „Well du allemal was dran verdirbst, fo oft du ihn fährst!" kam es gleichmütig. „Ach, immer sott ich an allem schuld fein! Ich will jetzt fort!" Er hörte das Ausstampfcn ihres Fußes und sah flüchtig empor. „Du kommst net bis zum Prater damit! Nimm dir ein Miettaxi!" Daß er nun in aller Ruhe auch noch zwei Zünd« kerzen herausnahm, brachte sie vollends in Wut. „Für einen K. und K. Hauptmann benimmst du dich recht flegelhaft! Uebrigens steuert Dr. Böcklin den Wagen ganz allein, und ich auch." In fein verfinstertes Gesicht spähend, setzte sie hinzu: „Wir müssen doch jegt auch sparen!" „Freilich!" sagte er, schon wieder vollkommen im Gleichmut. „Du d-auchst nix weiter zu fag'n. Ich versteh dick schon." Seine Hand hob sich abwehrend, als sie weitersprechen wollte — „Das Benzin ab ich aufg'füllt. — Dr. Böcklin braucht den Wag'n um drei Uhr." Ohne sich weiter um sie zu bekümmern, ging er aus der Garage. Sie hörte, wie er über das Pflaster des Hofes schritt und sah ihm mit bösen Augen nach. — Mochte er! — Einmal hatte es zum Plagen kommen müssen! Er würde sich nicht gleich aufhangen deswegen. Am Abend meldete die Lena mit geröteten Augen: „Herr Hauptmann Montrey lassen sich noch empfehlen." „Der Feigling!" rief sie. „Das sieht ihm ähnlich, sich ohne ,Adieu' davonzumachen. — Sic haben ihm doch sein Gehalt ausbezahlt, wie?" Lenas Augen irrten durch bas Zimmer „Es war nicht soviel in ber Kasse." „Dierhunbert Schilling", erregte sich Madien und polierte ihre Fingernägel weiter „Herr Montrey hat auch die letzten sechs Monate nicht ausbezahlt bekommen. Es hätte über dreitausend Schilling gemacht." Nun verspürte die junge Frau doch einen gelinden Schreck. Aber er war rasch wieder abgeschüttelt. „Gott, es war ja nur Dick! Der konnte warten! Wenn Felix wieder auf dem Damme war, bezahlte man ihn nachträglich, und die Sache war erledigt." Sie nahm einen Roman zur Hand, ging nach dem Schlafzimmer und warf sich in die Kissen. ✓ Aus dem Sprechzimmer, dessen Wand daneben grenzte, kam Dr. Bocklins dunkles Organ. Er schien mit Lena zu sprechen. Sie hatte bas stille feine Mädchen nie gemocht, und nun verspürte sie einen förmlichen Haß gegen Lena. Daß Dick so bereitwillig das Feld räumte, hätte sie gar nicht geglaubt. Nur Lena reagierte auf gar nichts: auf keine Laune, auf keine Beleidigung, auf keine noch fo offene Anspielung. Sie blieb immer die Ruhe selbst und war nicht zu vertreiben. „Warum wohl?--" Das hätte sie bitter gern gewußt. (Fortsetzung folgt.) _______ fernempfang auf allen Wellen 1 ohne Bedienungsschwierigkeiten wm Lorenz-,.Supercelohef” Oer Grofl-Super mit dynam. Lautsprecher und Kurxwellentell Lorenz-„Supercetohet" mit Röhren 298 ItW. rar WiikMl- e*w . nur 82.90 RM. nach Ettal. . SELTERSWEG 52 früher Neuen Baue 3 7050 D 6995 D Umgestellt I Wir beehren uns anzuzeigen, daß wir das bekannte Möbel- und Betten-Spezialhaus Gebr. Bär (Betten-Bär), Gießen, Marktstr.29,übernommen haben und unterder Firma MÖBELHAUS RUHL vorm. Gebr. Bär weiterführen. Der seitherige Inhaber ist ausgeschieden. Die Firma befindet sich damit in rein arischen (christlichen) Händen. 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