It. Zur Äm&.W 'rein mit?( Krank. Wflen. iSyWm» • Schädlich^, ®1'6 ' ""leres m t Dieter eJ? ! °'<1 wrft S#te Aa*™» Ä'6"”* i uneNäA i"Seii?K ;fää tto M natur» hStr:Mu®«f •’iben. Ein «inen 2,70 ®ftrf *9-Stuttgart. - (%n L^unzL /eine Leben,erfohrun. unb Arom. erwerten; er Ay bin ),n ?°nn. Besonder. In9 der jetzt |6 vn. der e meistens in uniith ¥ Haden, tbenlo mt Schlastosttzkeit. Dem m Herzen, Männern m Ater wirken und age für die Erhaltung r Leistungrfähigkeit zu Lebenrdisziplin z°ro. Kartoniert 1,30 J, Erlenbach-Zürich unb >lten bedenken, bsj g» ®ut ist, eine-Quelle der tigen Erneuerung, ohne tssreude nicht gedeihen da, so schmerzlich al, eueslen Werk empfiehlt Mohnlchmen für die n schlafe; durch ver> gemeinen Ledenzstagen istonflitten durch über- :ein fielet wird do» in- chen Gewinn für feinen befinden aus der Hand ßiiunbbtii burd) oita• tü) Unttnbranb. M rt, rnii ovn Wo\t SltuMit- , vegetarische $rat|pei- t al, cheilnahrung in Dorwort von Dr. med. fehene Auflage: 22. bi, Derlagrhaus Em.bch. 144. Preis: Steif tarto- Berg: Die NSHr« e Darstellung de, Ätne« Univerfal'Jwlwibrk w. ebunben 75 Pfennig,7- eilt hier in einer leicht «hntsse seiner (W- n Der Tert de. Such" chtigen, nicht «Wu tbenes. ‘■'«KL'tSE sfi« S&s e*sjs ** r».»,s sisss d«. ege, uv er ' Jpogen, Stifftftivi ?’■ unö WQfl?len in P?' aHiinl :“ui,wÄinÄ d) Berlin)- •' 4t :'L'SS'°" nr.244 Zweiter Blatt Mittwoch, 18. Oktober 1955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Llnser Nachbar im Weltenraum. Oer Mond und seine Beziehungen zur Erde. Bon Or. W. dichter. Außer der Sonne Hot von jeher kein anderer Himmelskörper so stark auf die Gemüter der Menschen gewirkt, wie unser nächster Nachbar im Weltenraum, der Mond. Noch immer birgt dieser Trabant unserer Erde zahlreiche unentschleierte Geheimnisse, aber über seine wichtigsten Eigenschaften wissen wir dank den Arbeiten unserer Astronomen doch schon recht gut Bescheid. Wenn wir in klaren Nächten zum Monde emporblicken, dann streift uns manchmal wie eine leise Erinnerung der Gedanke an jene ferne Zeiten, da die Menschen dem Monde noch göttliche Ehren erwiesen — oder wir denken an jene noch sehr kurz zurückliegende Vergangenheit, als unser himmlischer Begleiter im Mittelpunkt zahlreicher mystischer Spekulationen stand, die sich jo teilweise im Aberglauben auch heute noch in kaum veränderter Form gehalten haben. Noch vor kaum hundert Jahren glaubte man aus dem Monde Burgen und Bese st i g u n g e n entdeckt zu haben, die aus eine hoch entwickelte Jngenieurkunst der Mondbewohner hinwiesen! Dann aber kamen die stärkeren Fernrohre den Astronomen zu Hilfe — und sie zerstörten eines der Märchen vom Monde nach dem anderen: die Burgen und die Mondbewohner selbst wurden ebenso ins Reich der Fabel verwiesen wie all jene sonderbaren Vorstellungen, die man sich früher vom Aussehen unseres Himmelsnachbars gewacht hatte. Heute kennen wir dos Angesicht des Mondes wenigstens teilweise recht genau — nur teilweise, denn rund 41 Prozent der Ptondoberfläche sind für die Erde ewig unsichtbar. Der Mond dreht sich nämlich während eines Umlaufs um die Erde gerade einmal um sich selbst und zeigt ihr daher stets dieselbe Seite. Allerdings treten hierbei gewisse Schwankungen auf, so daß nur etwas weniger als die Mondhälfte uns verborgen bleibt. Von der uns zugewendeten Seite können wir so genaue Photographien aufnehmen, daß keine Einzelheit von Bedeutung verlorengeht — über die uns abgekehrte Seite dagegen werden wir erst dann Bescheid wissen, wenn endlich jener uralte Sehnsuchtstroum der Menschheit, die „R e i s e nach dem M 0 n d", mit Hilfe einer Rakete oder auf welche Weise immer erfüllt word'en ist. Vorläufig müssen wir uns mit den ja recht ausgiebigen Nachrichten begnügen, die uns die Fernrohre und Apparate der Astronomen mitzuteilen haben. Zunächst seien ganz kurz ein paar Zahlen genannt: der Mond ist uns im Vergleich zu ollen anderen Himmelskörpern außerordentlich nahe: seine Entfernung von der Erde schwankt zwischen 354 OOO und 404 000 Kilometer. Sein Durchmesser beträgt rund 3500 Kilometer, dos sind olso rund drei Elstel des Erddurchmessers. Seine Masse endlich beträgt rund ein Achtzigstel von unserer Erde. Schon mit dem unbewaffneten Auge kann man auf dem Monde gewisse Gliederungen der Oberfläche deutlich erkennen. Daß man unseren Trabanten so besonders gut beobachten kann, liegt in seinem gänzlichen Mangel an einer Atmosphäre begründet. Die Anziehungskraft des Mondes ist nämlich so gering, daß er eine Lufthülle — die er sicherlich früher gehabt hat — nicht festzuhalten vermag auf dem Monde gibt es daher auch kein Wasser. Es fehlen also die wichtigsten Voraussetzungen für die Existenz irgendwelcher Lebewesen. Lediglich in den Tiefen der größten Mond- kroter könnten einige niedere Organismen (etwa Algen usw ) vorhanden fein. All die schönen Theorien von „Mondmenfchen" usw. sind vor dem forschenden Blick der modernen Astronomie zunichte geworden — das Bild, das uns die heutige Wissenschaft vom Monde entwirft, ist das einer schauerlich öden Wüste aus Sand, Lovamossen usw., durchfurcht von riesigen, Hunderte von Kilometer umfassenden Trichtern und überragt von gewaltigen Gebirgen, deren Höhe bis zu 7500 Meter beträgt. Wir kennen rund 600 Berge von über 2000 Meter auf unserem Trabanten. Schon mit dem bloßen Auge kann man die Gebirge erkennen: es sind die hellen Flecke auf der Mondscheibe. Die dunklen Flecke zeigen die Tiefebenen an. Die Mondgebirge sind in ihrer Mehrzahl sonderbare, kreisförmige Gebilde, die man als „Ringgebirge" bezeichnet. Die größten Ringgebirge („Wallebenen" genannt) erreichen einen Durchmesser bis zu 300 Kilometer, sie nehmen also etwa eine Fläche ein, die Böhmen oder Siebenbürgen entsprechen würde! Daneben finden sich zahllose kleinere Ringgebirge und Krater, deren Durchmesser zwischen 1 und 40 Kilometer schwankt. Ueber ihre Entstehung ist sich die Wissenschaft noch nicht recht einig, die größere Wahrscheinlichkeit spricht aber dafür, daß die Gebirge nicht — wie man früher annahm — vulkanischen Ursprungs sind, sondern durch einstürzende Meteore verursacht werden. Wir haben ja sogar auf unserer durch ihre Lufthülle- sehr gut, geschützten Erde einen durch Meteor-Aus-, schlag entstandenen Krater von über einem Kilometer Durchmesser (der sog. Canon Diablo in Arizona). Man kann sich leicht oorstellen, welch ungeheure Wirkungen die himmlischen „Bomben" auf dem Monde anrichten müssen, wenn sie ungebremst durch eine Atmosphäre mit ihrer gewaltigen Geschwindigkeit auf seiner Oberfläche aufschlagen. lieber die Beziehungen zwischen dem Mond und den Menschen weiß auch die moderne Wissenschaft noch nicht allzuviel Sicheres auszusagen. In einem Punkte allerdings spielt für uns der Mond auch in der Arbeitstneb Es ist etwas Heilsames um den Zwang einer angefangenen Arbeit! Bitter lästig ist uns aller Zwang, der als ein Fremdes von außen kommt. Aber es gibt auch einen Zwang von innen her, der aus unserem Wesen stammt, der uns nichts Fremdes ist. Und jede angefangene Arbeit ist ein Stück von uns selbst geworden. Einmal ergriffen, drängt sie nach Gestaltung und Vollendung durch uns. Sie ist jetzt mehr oder weniger ein Stück unseres Lebens und Unseres Wesens. Weniger: wenn wir sie ohne große Liebe tun, und nur der Wunsch, fertig zu werden, uns antreibt. Mehr: wenn wir uns selbst aus den innersten Neigungen heraus die Ausgabe gestellt haben und in ihr wichtige Züge unserer eigensten Persönlichkeit verkörpern. Es ist oft schwer, an eine Arbeit heranzukommen. Wir fürchten uns oft vor ihr selbst dann, wenn wir sie nur aus eigenem Antrieb uns aufgeben. So geht der Künstler an sein Werk. Das Empfangen der Idee ist süß, sagt Schopenhauer, aber das Gebären oft ein schmerzliches Ringen. Wenn bann nur einmal der Anfang gemacht, die Kräfte richtig eingestellt sind. Dann fängt die Arbeit sogleich an, eine Art Tragkraft zu entfalten. Die Zeit wird vergessen, die Mühe nicht beachtet — erst nach der Vollendung kommt es uns zum Bewußtsein, was wir hergegeben haben: wieviel Zeit, wieviel Kraft,, wieviel von unserem Leben. Der Zwang einer angefangenen Arbeit kann sogar gefährlich werden. Forscher oder Künstler finden Tage unb Wochen hindurch keine Ruhe, sind für nichts anderes zu haben, als für ihr im Entstehen beariffenes Werk. Geschäftsleute, Poeten, Handwerker brennen Licht bis tief in die Rächte hinein und vergessen Schlaf und Bewegung über einer Arbeit, auch wo es nicht etwa das liebe tägliche Brot gilt. Der Anfang einer Arbeit ist die Vermählung der Praxis eine sehr wesentliche Rolle. Die G e z e i» t e n (Ebbe und Flut) des Meeres werden hauptsächlich durch die Anziehungskraft des Mondes verursacht. Die Vorausberechnung dieser Gezeiten ist für die Schiffahrt naturgemäß außerordentlich wichtig und in der Deutschen Seewarte in Hamburg werden mit Hilse einer genial konstruierten „Gezeiten- Rechenmaschine" für lange Zeit im voraus die notwendigen Angaben festgestellt unb ben Interessenten rechtzeitig mitgeteilt. lieber die so oft bisfutierten Beziehungen zwischen Monb unb Wetter ist vorläufig nur wenig Genaues bekannt: es ist wahrscheinlich, daß solche Beziehungen bestehen, aber die „üblichen" Meinungen über diese Zusammenhänge (Mondwechsel soll Wetterwechsel bedingen usw.) sind meistens recht fragwürdig, da sie fast stets, aus zufälligen Einzelbeobachtungen - abgeleitet und dann gleich verallgemeinert wurden. Van den dierekten Beziehungen zwischen Mond und Mensch ist wohl die sog. „M 0 n d s u ch t" am bekanntesten, bei der hysterische oder nervöse Mem schen besonders unter dem Einfluß des Mondlichtes im Schlaf irgendwelche Handlungen ausführen, von denen sie nach dem Erwachen nichts mehr wissen. Zweifellos bestehen auch bei manchen anderen Krankheiten Zusammenhänge mit dem Mondwechsel — häufig werden aber irrtümlich Beziehungen in dieser Richtung vermutet, während es sich in Wirklichkeit um regelmäßig wiederkehrende Anfälle (z. B. bei epileptischen Erkrankungen) handelt, die an sich mit dem Mond gar nichts zu tun haben und nur zufällig jeweils mit einer bestimmten Mondphase Zusammentreffen. Endlich fei noch erwähnt, daß unsere Zeitrechnung in engem Zusammenhänge mit dem Monde steht, der zur Grundlage unserer Jahres-Einteilung wurde und es mit einigen — bekanntlich ja keineswegs vollkommenen — Ergänzungen und Abänderungen des Kalenders bis heute geblieben ist. einer Idee mit unseremWillen. Unser Ich soll einem Werke, sei es geistiger, sei es materieller Natur, ausgeprägt werden. Ist einmal die Verbindung herge- ftellt, bann trägt uns ber Strom. Wir arbeiten, wie von einer höheren Macht inspiriert. Es entsteht etwas unter unseren Händen, wie hervor- wachsend aus unabänberlicher Naturnotwenbigkeit. Gar manche Aufgabe bliebe ungelöst, gar manche Stunbe ginge ungenützt vorüber, wenn biefer innere Zwang nicht wäre. Unb währenb äußerer Zwang uns quält gleich Peitschenhieben, so treibt uns ber innere in ber Natur einer Sache, in bem Schaftens- brang unseres Wesens, in ben Bedürfnissen unserer Vernunft liegende, wie der Wind die Segel. Und selbst bei unlieben Arbeiten, sobald sie nur erst einmal angefangen sind, packt uns bald dieser starke Vorwärtstrieb. Etwas unfertig zu lassen, geht uns wieder die Natur. Der Anblick des Halbvollenbeten stört uns. Unsere Wünsche fangen an, in ber Phantasie zu ergänzen unb abzuschließen, unb unsere Wünsche ziehen, wo es nur irgenb unseren Fähigkeiten entspricht, unsere Hänbe nach sich. Es ist etwas Heilsames um ben Zwang einer angefangenen Arbeit. Unb schließlich ist bas ganze Staats- unb Kulturleben ber Menschheit mit all seinen Mängeln unb Lücken erst nur angefangene Arbeit. Unb ber Trieb nach Vollenbung geht von da aus durch die Menschheit. Schulen und Handwerks-Wervewoche. Die Hessische Ministerialabteilung^für Bildunas- wesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an Die Direktionen unb Leiter ber höheren Schulen unb der gewerblichen Unterrichtsanstalten, sowie an die Kreis- unb Stabtschulämter folgende Verfügung gerichtet: Es ist die Aufgabe des nationalsozialistischen -Staates, sich dafür einzusetzen, daß .die Arbeit deutscher Hände wieder'zu Ehren kommt unb ber Geistesarbeit gleichgeachtet wirb, damit die in ber Vergangenheit unb leider auch heute noch zum größten Teil dazwischenliegende verderbliche Kluft überbrückt wird, Standesdünkel und Klassenkampf» gebauten enbgültig überrounben werben. Ein wertvoller Teil ber Handarbeit liegt beim Handwerkerstand. Er ist am Aufbau deutschen Kultur- und Wirtschaftslebens ein unentbehrliches, ja sogar wesenhaftes unb seine Eigenart kennzeich- nenbes Glieb. Wir hanbeln barum in Erfüllung unserer Pflicht dem deutschen Volke gegenüber und in Erkenntnis ber Bedeutung und Ausgabe der Reichswerbewoche des deutschen Handwerks vom 15. bis 22. Oktober, wenn wir hiermit anordnen, daß in den ersten Tagen der Werbewoche in allen Schulklassen auf die vielseitige kulturelle wie wirtschaftliche Bedeutung des deutschen Handwerks hin- gewiesen wird, hierbei auch im Anschluß an ver» gangene Zeiten, in denen die Handwerkerzünfte ein wichtiger Wirtschafts- und Kultursaktor deutscken Staatslebens waren und bas Wort noch seine Be- beutung hatte, daß bas Hanbwerk einen golbenen Boben habe. Schühenverein Gießen. Man berichtet uns: Dieser Tage hielt der Schützenverein seine diesjährige, gut besuchte Herbst-Generalversammlung ab. Schützenbruder Gustav Frey eröffnete die Versammlung und führte u. a. aus: Die Generalversammlung sei für den Schützenverein von befonderer Bedeutung, da sie entscheiden solle, ob der Verein sich als solcher im nationalsozialistischen Staat einreihen will. Nachdem unser Führer Adolf H i t - l e r bas Staatssteuer mit kräftiger, zielsicherer Hand ergriffen unb ben Kurs nach Steuerbord verlegt hat, war der verderbliche Parlamentarismus der letzten 14 Jahre vernichtet. Der 21. März hat in Potsdam bas alte unb bas junge Deutschland vereinigt, es ist damit vom Parteienstaat zur Volksgemeinschaft geworden. Fundament des nationalsozialistischen Staates ist das Führerprinzip. Der Schützenverein als ein Glied dieses Staates wolle ebenfalls seine Der- einstätigkeit auf das Führerprinzip einstellen. Der Führer will damit erreichen, daß auch in den Vereinen der Parlamentarismus für immer verdammt wird. Aus diesem Grunde hat der Vorstand in seiner letzten Sitzung beschlossen, seine Aemter mit dem Tage der Generalversammlung zur Verfügung zu stellen, um den Weg zu diesem Uebergang freizu- machen. Viele Vereine haben diese Maßnahme von sich aus bereits vorgenommen, andere wurden gleichgeschaltet. Das letztere kann für den Schützenverein nicht in Frage kommen, da er stets auf nationalem und sozialem Boden gestanden hat. Die Vereinsmitglieder wollen sich freudigen Herzens dem Führer Adolf Hitler unterstellen und aus der Versammlung den Vereinsführer wählen, der die Geschicke des Schützenvereins in die Hand nehmen soll. Hierauf wurde dem Ehrenmitglied Hch. Noll das Präsidium zur Leitng des Wahlaktes übertragen. Als Dereinsführer wurde Schützenbruder Gustav Frey oorgeschlagen. Da weitere Vorschläge nicht gemacht wurden, erfolgte dessen Wahl einstimmig. Schützenbruder Frey nahm die Wahl an und dankte ber Versammlung für bas Vertrauen, das sie ihm hiermit geschenkt habe. Er werde bestrebt sein, stets im Interesse des Schützenvereins seines Amtes zu walten. Nach dieser Wahl sei der Nationalsozialismus auch Ideengut des Schützenvereins geworden, und er fei daraufhin berechtigt, feine Mitarbeiter in den Vorstand zu berufen. Es wurden ernannt die Schützenbrüder: Dr. H. van Bentheim zum Oberschützenmeister, Franz Zeller zum 1. Rechner, Willi Bette zum 1. Schriftführer, Karl Peter zum 1. Schützenmeister, Willi Georg zum 2. Rechner, Hch. Appel zum 2. Schriftführer, Conrad Dreyer zum 2. Schützenmeister, Richard Koch zum Obmann des Festausschusses, Hans Hamme r m a n n zum Hauswart, Werner Segler zum Archivar. Der Führer des Vereins stellte an die Versammlung folgenden Antrag: „Die heutige Versammlung wolle beschließen, den Vorstand zu ermächtigen, Satzungsänderungen, welche durch diese Umstellung nötig Und, von sich aus vornehmen zu können." Diesem Antrag wurde einstimmig stattgegeben. Hierauf Aus der provinzialhaupistadt. Gustav treusten. ZUM IO Geburtstage des Dichters. Bon Or. Friedrich Spreen. „Meine Bücher waren schon lange vor mir da. Sie sind die Geschichte unb Grübeleien meiner Vorfahren unb meines ganzen Sanbes. Es ist einerlei, ob ich selbst lebe ober tot bin; sie lebten unb leben weiter ihr Dasein. Sie sinb schon tausenb Jahre am Leben und vergehen einst, wie ich vergehe, nachdem sie Menschen unb Büchern weiter gegeben haben. was sie an Kräften in sich hatten. Sv geht es mit allen Kräften ber Menschen unb ihrer Werke: sie lausen wie eine Kette burd) die Zeit." Dieses Wort aus Gustav Frenssens „Grübeleien", einem jener gedankenreichen Bekenntnisbücher, in denen er uns einen tiefen Einblick in (ein Wesen gestattet, bezeichnet so recht die Stellung, die sich dieser Dichter von jeher in seiner Zeit unb in seinem Volke gewählt hat. Sein höchstes Ziel war von Anfang an, ein Volksbichter zu werden, unb nie hat er ber Kunst einen Selbstzweck gugeftanben. Vielmehr ist fein Glaube, baß sie wie „Blüte unb Blatt" aus dem wachfenben Stamme treibt. „Mich lockte nie bie Kunst um ber Kunst willen", hat er ein andermal gesagt. „Sondern ich wollte zuerst immer etwas, meist mehreres, bas auf ben einzelnen ober ben sozialen Charakter meiner Mitmenschen ging: z. B. ben Wert ber Sachlichkeit, ber Arbeit, ber Wahrhaftigkeit, ber Kühnheit, ber Güte zeigen, ber ruhigen tätigen Vaterlandsliebe usw. Wenn ich bann aber in bie Erzählung tiefer hereistkam, ergriffen mich bie Bewegungen der Form, die Figuren und Seelen nahmen mich hin, unb jenes Wollen ging in bem allgemeinen Treiben unb Wollen unter, bie Puntheit unb ben Sinn bes Lebens unb ber Welt zu finben unb zu zeigen." Dieses Programm Frenssens gibt ihm in unseren Tagen, in benen sein 70. Geburtstag gefeiert wirb, seine befonbere Bebeutung, benn es ist vollkommen bas Ziel unb Amt, bas bas neue Deutschlanb bem Dichter zuschreibt, ber nicht als Einzelner seine zarten Gewebe spinnen bars, fonbern unauflöslich mit ber Nation oerbunben, ihr zum Führer, Erzieher unb Deuter werben fall. Frenssen, der Sohn des Tischlers aus Barlt, ber burd) jahrhunderte- lange Überlieferung in seiner Heimat Dithmarschen verwurzelt ist, fühlt sich bescheiben als Diener an bem großen schaffenden Werk der Natur: „Zuerst kommt bas Volk, seine innere unb äußere Gesund- heit, sein Bestaub in Kraft und Stärke und dann bas ernsthafte, schöne freie Spiel der Kunst." Wenn man sein Dichten Heimatkunst genannt hat so laßt er bas nur in bem Sinn gelten, daß „alle Kunst Heimatkunst ist, bie Odyssee so gut wie der Don Quichote oder Werthers Leiden. Wenn man aber damit Arbeiten bezeichnen will, die über sie hinaus keinen Wenschenwert haben, so ist das keine Kunst. Frenssen weiß, baß aus seinem Werk nicht nur sein Stamm spricht, nicht nur Schleswig-Hosttem, fonbern ganz Deutschlanb in ber unbegrenzten Weite feines Wesens unb Fühlens. In solchem Sinne ist er als „Kämpfer für bie beutsche Wiedergeburt gerabe in biefen Tagen von Numme Numfen in einem Buch gewürdigt worden, bas bei bem Verleger Frenssens, ber G. Groteschen Verlagsbuch- hanblung in Berlin, erschienen ist. Frenssen ist ber Sohn Dithmarschens unb neben feinen anberen großen Dichtersöhnen, dem Dramatiker Hebbel unb bem Lyriker Klaus Gr 0 th, ber Epiker, ber bie altüberkommene Gabe, ein „wackeres Seemansgarn" zu spinnen unb kühne Abenteuer ober schaurige Gespenstergeschichten zu erzählen, meisterhaft hanbhabt. So verbinden sich in seiner Kunst bie Welten bes Land- und See- volkes. Neben dem stolzen Marschenhof, ber für ihn mit seinen Menschen unb ihrer ehrwurbigen Arbeit eine ganze Welt umschließt, steht ihm bas Meer, bas er immer roieber in seiner grandiosen Dämonie schilbert. Und von der Marsch an ber Elbmündung ist es nicht weit nach Hamburg, bas sein „Klaus Hinrich Baas" sich erobert unb bas ihm bie Tore zur Welt aufstieß, zu jenen weiten Fernen, in benen sein Peter Moor für Deutschland kämpfte unb litt unb in bie so manche seiner Gestalten hinausgeworfen würbe. Auch barin ist sein Werk ein Sinnbilb Deutschlands, bas bie Heimat liebt unb bie Ferne sucht. In seinem Herzen ist Frenssen ein Bauernsproß, ein Feinb ber Stabt. Da er als Stubent nach Berlin kam, würbe ihm bie Weitstabt ein großes Erlebnis, bas ihn aber nur in seiner Liebe zur Scholle bestärkte unb ihn sich abroenben ließ von ber bamals herrschen- ben Großstabtkunst. Aus ber Heimat hat er seine besten Kräfte geschöpft, fast alle seine Stoffe geholt. Wenn man mit ihm burd) fein Reich roanbert, bann fühlt man, wie eng er mit dieser Landschaft, mit diesen Menschen verbunden ist. Unendlich fast ist die lange Reihe der Gestalten, bie er biesem Menschenschläge verbcmkt, alle bie Träumer unb Grübler, bie 'Gottsucher unb bibelfesten Seebären, bie glücklichen Tagebiebe unb lebenskräftigen Prahler, bie soliden Unternehmer, bie stillen unb innerlich großen Tagelöhner, die tüchtigen Hausfrauen und lebenswarmen Mutternaturen und die Mädchen, bie ber Stimme des Blutes folgen unb sich in Leib unb Sünbe verstricken. Um biefe unvergeßlichen Figuren mögt bie frische gesunbe Luft, breitet sich ber harte Alltag unb bas seltene Sonntagsglück, schlingen sich Märchen unb Sagen, freunblidje Genien unb bunkle Gespenster. Als Großmacht in Frenssens Welt steht neben ber Heimat ber Glaube. Er ist zunächst Geistlicher gewesen und sein Dichteramt fand er als folgerichtige Fortsetzung des Predigerberufes. Als Pastor hat er hineingeschaut in bie Menschenschicksale, hat sich eingefühlt in seine Gemeinbe unb bie Macht bes Glaubens, bie Macht bes Wortes kennengelernt. Als er bann ben Bibelglauben von sich warf, sich eine beutsche Religion, ein beutsches Gottbewußtsein suchte, ba erwachte in ihm der Drang, zu Millionen zu sprechen, Millionen zu predigen, unb bies hat er in seinen schonen „D 0 r f p r e b i g t e n" versucht, bie schon bas Werk eines Dichters sinb. Das Hauptwerk feiner religiösen Entwicklung würbe bann bas viel umstrittene, unerschöpflich reiche „H i l l i g e n l e i". Langsam unb mühselig war sein Weg zum künstlerischen Schaffen, wie es bei ben schweren Menschen seines Stammes ber Fall ist, unb. lange Zeit hat er um seine Form gerungen, nachdem er bereits in seinem zweiten Roman, ben „Drei Getreue n", bas Grundthema feiner Dichtung gefunden. Dieses künstlerisch unvollkom- mene, inhaltlich unvergeßliche Buch erzählt von ber Treue zur heimatlichen Scholle, an der ber höchste Segen hastet, unb prebigt bie Einigkeit bes deut- schen Volkes. Immer hat Frenssen mit ber Glut seiner Ahnung an bie „Stunbe bes Deutschen" geglaubt, bie Schiller in jenem berühmten nachgelassenen Gebicht verkündet. „Aber ein solches Volk, dessen Stunde da ist", schrieb er bereits um 1900, „muß sich auch innerlich und äußerlich rüsten, gerade in dem Bewußtsein, daß — ob ihm das nun recht ist ober nicht — seine Weltstunde gekommen ist." Aus diesem Bewußtsein ber historischen Berufung schuf er in „Peter Moors Fahrt n a ch S ü b w e st" bas Heldendenkmal ber deutschen Kolonialkrieger, gestaltete er sein Epos „B i s - mar cf", um zu zeigen, wie groß um uns die Feinschaft wäre und wie hart und verschlagen ein Führer unseres Volkes sein müßte. Dem Weltkrieg ist er ein ebenso gütiger wie wahrhaftiger Chronist geworden, in den „Brüder n" und im „P a st 0 r von Poggsee" und im „Brennenden Baum" schuf er ein Gleichnis aus dem 30jährigen Krieg, stets bemüht, feinem Volk Glauben und Hoffnung zu erhalten und ihm bas hohe Ziel in bie Zukunft zu weisen. Frenssen hat seinen ersten unb größten Erfolg mit bem „Jörn U h l" errungen, biesem Dithmarscher Bauernroman, ber in gewisser Hinsicht schon seine ganze Eigenart und fein Weltbild enthält. Aber in seinem unermüdlichen Schaffen ist er menschlich und künstlerisch doch noch viel weiter ge- kommen. Rein als gestaltete Form dürften die gehämmerte Festigkeit seines „Peter Moor", dessen objektive Schilderungskunst bie höchste Anschaulichkeit erreicht unb bie dramatische Novelle „D e r Untergang ber Anna H 0 llmann" seine besten Leistungen sein. Im „Otto B a b e n b i e ck" hat er seinen „Wilhelm Meister" gegeben, eine autobiographische Erzählung, bie sich zugleich zu einem beutschen Sßeltbilb runbet. Daneben hat biefer fruchtbare Epiker, besten Schaffen organisch vor sich geht wie bas Ansetzen ber Jahresringe am Baurn, uns immer roieber prächtige Geschichten beschert unb auch aus feiner reichen Gedankenwerk- ftatt mitgeteilt in ben Bänden der „Grübele i e n" und der „M ö ro e n und Mäus e". In diesen Auszeichnungen spiegelt sich die ganze Fülle unb Tiefe seines Suchens nach Wahrheit, bie echte menschliche Weisheit, bie er sich errungen. Unb biefer ewig an sich formende und sich erneuernde Künstler schenkt uns als beste Geburtstagsgabe soeben einen neuen Roman „Meins der Prahler", in bem bie Mischung vom Märchentum unb Erziehungsabsicht, gesundem Bauernwesen unb geheimnisvoll spukender Phantastik einen besonders harmonischen Zusammenklang gefunden hat. RSOAP-Kundgebung in Gießen sammlung. 1ISOAP. H. St. B. H 0 chfch schäft. Aus Beran ul-Arbeitsgemein- Veranlassung des Landesführers wenn Geschwindigkeit der Mit dreisachem Tieg-Heil auf Deutschland und seine Führer und mit dem Gesang des ersten Verses des Horst Wessel-Liedes schloß die denkwürdige Der- •* Die Vordrucke zur Personen- ltands-und Betriebsaufnahme sind, wie Die Bürgermeisterei in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte besonders heroorhebt, vollständig und richtig auszusüllen. Unterlassungen können mit Geldstrafen oder Haft geahndet werden. Unseren Lesern sei die Bekanntmachung zur Beachtung dringend empfohlen. “ Die rückständigen Krankenkassenbeiträge vom Monat September können bis zum 25. Oktober noch ohne Kosten bezahlt werden. (Siehe heutige Bekanntmachung der Allg. Ortskrankenkasse Giehen-Stadt.) alle Anwesenden auf, sich bei der Werbung neuer " aste zu betätigen. Ls wäre landes und unserer Stadt, -festigt seinen folgte noch eine kurze Aussprache, besonders über die Mitgliederwerbung. Darauf ergriff der Führer des Vereins das Schlußwort. (£r erinnerte mit Recht daran, daß die $ie(e unverändert in streng nationalsozialistischem Ginne liegen und daß der Schützenverein eine Stätte der wahren Volksgemeinschaft darstelle. Der alte Schützenspruch „lieb’ Äug' und Hand fürs Vater- land, habe heute mehr denn je Geltung. Wie sich All und Jung heute unter Hitlers Fahnen zusam- menfinde, um gemeinsam am Aufstieg unseres geliebten Vaterlandes mitzuarbeiten, so sei auch gerade der Schützenoerein dazu berufen. Er forderte Metzger- und Bäckergewerbe zählen zu den ältesten Handwerkerorganisationen. „Fleisch und Brot" sind Nahrungsmittel, an denen alle Menschen, früher, jetzt und auch später beteiligt sind. Es ist deshalb berechtigt, wenn man für diese Betriebe besondere gesetzliche, technische und gesundheitliche Vorschriften erlassen hat und darauf sieht, daß die Bestimmungen gewissenhaft durchgeführt werden, Anordnungen, denen sich das Gewerbe jederzeit gerne schon im eigensten Interesse unterordnet. Demgegenüber ist es kaum verständlich, wenn — wie es die tagtägliche Erfahrung zeigt — es immer noch Personen gibt, die ihren Bedarf an Fleisch- und Wurstwaren bet sog. „Hausschlachtungen" decken, die in Bezug auf Herkunft und Betriebseinrichtung nicht so der SiontroUe unterliegen, wie das ansässige feststehende Gewerbe. Fleisch, speziell ZDurftroaren sind verlrauens- sache, die man am besten immer nur dort kaust, wo die Gewißheit besteht, daß alles geschieht, um gute Ware herzustellen und gesundheitliche Schäden von der Bevölkerung fernzuhalten, im Gegensatz zu „Hausschlachtungen", zu welchen öfter berechtigte Zweifel bestehen. Hier und da wird dem Handwerk der Vorwurf gemacht, die Verkaufspreise seien zu hoch. derte Zimmer einer Form hergestellt werden, wenn dabci der einzelne ausführende Geselle nur Einzelteile in die Hände bekommt, so können diese Sachen Mitglieder auf das eifrij im Interests des Vater! wenn das Schützenwesen hier recht stark und gel werde. Biete doch der Schützenverein mit f schönen und überaus praktischen Einrichtungen sowohl, als auch mit dem unter seinen Mitgliedern herrschenden wahren Kameradschaftsgeist eine Stätte, an der sich jeder wohl fühlen müsse. Fleisch und Wurst beim Metzger! Von Innungsführer Carl pirr. Ae Wünsche des Schreinerhandwerks Von Innungsführer Fr. Lenz. Hessen des NSD. Studentenbundes, Friedrich Wäscher, sind die Führer der Studentenschaften an Hochschulen in Hessen und Hessen-Nassau in Fühlung getreten, um die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft dieser Hochschulen vorzubereiten. Zweck der Arbeitsgemeinschaft soll fein, die von Herrn Reichsstatthalter Sprenger begonnene Verein- hettlichung des Rhein-Maingebietes auch auf dem Gebiete der Hochschule vorzutreiben. H. St. B. Kameradschaftsheime der Studentenschaft. Die Einrichtung von Karne- radschastsheimcn unserer Studentenschaft ist soweit fortgeschritten, daß sie zu Beginn des Winter- Semesters wohl allgemein bezogen werden können. Zur Vermeidung von Ausfällen bei den Vermietern fmd an den Hochschulen Stellen eingerichtet worden, die besonders die bedürftigen Vermieter berücksichtß- gen und diesen in erster Linie zimmersuchende Studenten zuweisen. Befürchtungen wegen eines Einnahmeausfalles bei den auf Vermieten angewiesenen Devölkerungskreisen sind daher unbegründet. •* Fahrplan-Berichtigung. In unserem Taschcnsahrplan für den Winter 1933.34 ist der auf der Strecke Frankfurt—Gießen zwischen Lang- Göns und Gießen verkehrende Personenzug ab Lana-Göns 9.57 Uhr, ab Großen-Linden 10.02 Uhr, an Gießen 10.09 Uhr nicht enthalten. Da der Zug an jedem Werktag (nicht am Sonntag) und am 22. November verkehrt, empfehlen wir unseren Lesern, den Taschenfahrplan entsprechend zu ergänzen. •• Unfall bei der Arbeit. Gestern nachmittag ereignete sich in der Molkerei Grieb ein Unglücksfall. Der Elektrotechniker Heinrich Born von hier stürzte während der Arbeit und erlitt vermutlich innere Verletzungen, die seine Ueberführung durch die Freiwillige Sanitätskolonne in dieEhirur- gische Klinik notwendig machten Das Befinden des Verunglückten ist den Umständen entsprechend gut Diese Vorwürfe erfolgen zu Unrecht, denn niemand mehr als das selbständige Handwerk hat ein Interesse daran, zu niedrigen, allerdings reellen Preisen zu verkaufen, denn auch heute ist es noch, so, „je niedriger die Preise sind, desto größer der Um- satz". Selbstverständlich muß das Handwerk rechnen, wenn es neben einem bescheidenen Verdienst allen seinen Verpflichtungen, wie öffentliche Lasten, Steuern, Löhne, Gebühren usw. nachkommen will, wenn es nicht, was sonst unausbleiblich wäre, die Existenz verlieren soll. Hierfür etwas mehr Verständnis bei der Bevölkerung zu finden, ist eine Bitte, die man hiermit aussprechen möchte. Durch die Unterstützung des Handwerks, durch den Einkauf beim Metzger am Platze wird das reelle Handwerk nicht nur in seiner Existenz erhalten, sondern gefördert, die Leistungsfählg- keit wird gehoben, Mehrbeschäfllgung von Gesellen usw. ermöglicht und dadurch zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beigetragen. Deshalb in der „Woche des Handwerks" eine ernste, ehrlich gemeinte Mahnung an alle deutsche Hausfrauen: .Kauft Fleisch und Wurst nur im Metzyerladen, dann wird euch nichts an der Gesundheit schaden." Die N S. - F r a u e n s ch a f t S i e ß e n - M i 11 e, Zelle 1, hat am morgigen Donnerstag, 20.15 Uhr, Zellenabcnd bei Soldan. Im NSLB. Gau Ausland sprickt am morgigen Donnerstag, 17 Uhr, in der Goetheschule (Physiksaal) Lehrer Dr. Haas- Aften-Buseck über „Das Deutschtum in der Tschechoslowakei". Hinöermarft in (Sietzen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzvieh-Markt in Gießen standen 400 Stück Großvieh, 90 Fresser und 109 Kalber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 360 Maik, 2. Qualität 160 bis 220, 3. Qualität 100 bis 140; Schlachl.'ühe a) 120 bis 250, b) 40 bis 100; Rinder: bis Xjährig 50 bis 100, bis 2jährig 70 bis 140, tragend 150 bis 280; Kälber, das Pfund Lebend- aewicht 20 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktoerlauf: schleppend, geräumt. <4ornüti;cn. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr, „Am Himmel Europas'. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,Liebe muß verstanden sein". — SA.-Reseroe 19.30 Uhr Antreten, Sturmlokal Soldan. — Reichsbund deutscher Versicherungs-Vertreter, 15.30 Uyr, Hotel Prinz Carl, Versammlung. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, dritte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Erstaufführung des Schauspiels: „Am Himmel Europas" von Schwenzen-Malina; Spielleitung Anton Neu- ha u s. Gewöhnliche Preise. Ende: 22 Uhr. — Freitag, 20. Oktober, dritte Vorstellung im Freitag- Abonnement: „Die Hermannsschlacht" von Heinrich von Kleist. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr-. — „Die Vier Nachrichter" gastieren mit ihrem Ensemble am Sonntag, 22. Oktober, nochmals im Stadttheater Gießen mit einer Aufführung ihres Stückes: „Der Esel ist los". Mit diesem Stück mit Musik in neun Bildern geht ein neues Kapitel Zeittheater bester Art über die Bühne und bringt gleichzeitig einen der stärksten Theater- erfolge nochmals nach Gießen. Allen denen, die bei dem letzten Gastspiel der „Vier Nachrichter" im Juli der Ferien wegen der Besuch nicht möglich war, ist am kommenden Sonntag nochmals Ge- legenheit gegeben, dieses quietschvergnügte Kapitel künstlerischer Lebensphilosophie mit Musik und Tanz zu studieren. Die Veranstaltung ist außer Abonnement und zu Preisen von 0,50 bis 2,50 Mk. Anfang: 19.30 Uhr, Ende: 22 Uhr. — Der Deutsche Heimarbeiter- und Hausgehilfenverband, Ortsgruppe, Gießen, veranstaltet am heutigen Mittwoch, 18. Oktober, 20.30 Uhr, im Cafö Leib feine erste große 23er- sammlung. Bezirksleiter Pg Rahner- Frankfurt a. M. wird über das Thema: „Was will die Deutsche Arbeitsfront?" sprechen. Ueber Gründe und Zweck der Reichs-Handwerker- woche will ich nicht schreiben; das haben andere getan und tun es nocy. An mir ist es, für das Schreinerhandwerk einzutreten, den Volksgenossen von feinem Wohl und Wehe zu erzählen und zu werben um Verständnis und um Aufträge. Auch in unserem Beruf feiern noch viele, viele Hände. helfe jeder nach Kräften Arbeit geben, damit Meister, Gesellen und Lehrlinge, wie sie stets nebeneinander gearbeitet haben, icke sie unwillig und trauernd zusammen gefeiert haben, nun auch miteinander wieder zu Arbeit und Brot kommen und damit auch zu Frieden und neuer Lebensfreude! Es ist uns nach trüber, dunkler Zeit ein Morgenrot aufgegangen. Mit allen anderen Volksgenossen yoffen auch wir zuversichtlich, daß dem Morgenrot hellere, freundlichere Tage folgen mögen. Wenn man in der verflossenen Zeit oft bitter und mutlos werden wollte, so greifen wir doch jetzt mit neuer Kraft nach unseren Werkzeugen, fest entschlossen in der Volksgemeinschaft unseren Platz auszufüllen, der Gesamtheit zu dienen und damit auch uns selbst. Es kann und darf nicht unser Streben sein, auf Kosten anderer Stände gute Tage zu haben, es muß aber unser Streben fein, gleichberechtigt und in gutem Einvernehmen mit den anderen Standen zu leben, sie zu achten und von ihnen geachtet zu werden. . . , , , ,, ... Gerade das Schreinerhandwerk in feiner oielfeitt- §en Auswirkung, das unbedingt bis in die wirkliche ohe Kunst reicht, verdient, beachtet zu werden. In Museen und Schlössern, wie auch in den Häusern alter Bürgerfamilien sieht man die hochwertigen Erzeugnisse alter Meister. Man kann auch heule noch im Schreiner Handwerk hochwertige, künstlerische Arbeiten her- stellen, es müssen solche Arbeiten nur ver- trauensooll in die richtigen Hände gelegt und dürfen nicht an den wenigst nehmenden vergeben werden. Es hat auch zur Zeit der alten Meister außer großen Künstlern nach ein Heer von mittelmäßigen und kleinen Geistern gegeben, aber das Echte besteht, das Unechte vergeht. Was wir von unseren allen Meistem heute noch sehen, ist das Echte, das andere zerfiel. Echte, deutsche Schreinerarbeit bester Qualität mll persönlicher Note wollen auch wir Meister der Neuzell Herstellen. Wenn in Möbelfabriken Dutzende oder auch Hun- Herstellung und den dadurch entsprechend billigen Preis, dann muß gesagt werden: Es klebt Schweiß und Blut von gehetzten Menschen an diesen Sachen, sie können keinen Segen bringen und sie werden nicht bestehen. hast läßt keinen Raum zur Sorgfalt. Deshalb wollen wir Schreiner zwar fleißig und schnell arbeiten, damit unsere Mitmenschen unsere Erzeugnisse bezahlen können, aber die Sorgfalt der individuellen Einzelarbeit, die Qualität, wollen wir unbedingt hochhalten. Auch wir Handwerker sind mit unserer Zeit gi gangen, die Arbeitsmethoden der Alten waren nick mehr anwendbar, auch wir haben Maschinen. Wir haben nicht hinter dem Ofen gesessen, wie man uns oft oorwarf, wir haben die Arbeitsart der Fabriken nachgeahmt, wurden dazu auch von Außenstehenden noch angeregt. Ob wir gut daran taten? Die rapide Beschleunigung des Arbeitsganges brachte Erzeugnisse in solchen Mengen an den Markt, daß sie einfach nicht aufzunehmen waren. Die Maschinen arbeiteten, die Men- schen mußten feiern. Und nun strecken sich die feiernden, anklagenden Hände beschwörend unö fordernd nach Hilfe. Der ist kein Deutscher, der nicht bereit ist, an seinem Teil mit allen Kräften die großen Taten unseres Führers zu unterstützen und Arbeit zu schaffen. Aber die überhasteten Arbeitsmethoden werden auch geändert werden müssen. Jeder Auftraggeber, der bei feinem Auftrag das Aeuherste aus dem Handwerker herausholt, ist mit schuld, daß immer schneller, immer schlechter und mit immer weniger Händen die anfallende Arbeit erledigt wird, daß trotzdem nach Erledigung der Arbeit der Handwerker oft mit tiefem Seufzen feft- stellen muß, daß er nichts verdient hat, also für ihn und feine Familie nichts bleibt, und er dann in schlaflosen Nächten über die Zukunft nachdenkt. Ich will nicht zu bitter werden, denn es ist uns ja ein Morgenrot der Hoffnung aufgegangen. Zum Schluß will ich auf unser liebes Schreinerhandwerk zurückkommen, mit dem wir nun einmal auf Gedeih und Verderb verbunden sind und das uns bei aller Mühe und Sarge, die wir täglich damit haben, doch ans Herz gewachsen ist. Fast alles, was aus hol; ist, stellen wir her. Unsere besondere Speziaiität ist echte Dauerware in Bau- und Möbeiarbeitcn. Ganze Zimmer ober auch Einzelstücke nach besonderen Wünschen und Maßen, Möbelstücke passend zu vorhandenen alten Stilmöbeln. Wir bauen auch Möbel um, daß sie dem heutigen Geschmack besser entsprechen, oder zum Gebrauch geeigneter werden. Sehen Möbel, Bertäfelungen usw. nicht mehr gut werde, auf Deutschland bezogen, fetne Bedeutung mehr gewinnen, vielmehr wolle man ein Groß- Deutschland in nationalsozialistisckem Geiste. Em Groß-Deutschland würde sich als stärkstes Bollwerk gegen asiatischen Bolschewismus behaupten. Deutschland brauche sich heute nicht mehr zu unterwerfen, Deutschland sei wieder geehrt, heute zittere man im Ausland vor der neuen deutschen Weltanschauung, weil man wisse, daß der neue deutsche GeiÜ stärker ist, als alle Waffen. Das Deutsche Volk müße deshalb heute die Alltags- sorgen vergesien, alles Augenmerk müsse darauf gerichtet sein, daß die große Linie gewahrt bleibe. Deutichland habe nun, nach dem Austritt aus dem Völkerbund, in der Welt wieder mitzureden. Der Nationalsozialismus verfolge dabei das große Ziel, das Leben des Volkes in Gegen'- wart und Zukunft zu sichern. Die bevorstehende Wahl am 12. November werde der Wett beweisen, daß Regierung und Dolf in Deutschland eins geworden sind. Mau rede nicht mehr von Stimmen und Mandaten, vielmehr heiße es jetzt immer nur: Hitler i st Deutschland und Deutschland ist Hitler l Nicht rufe man: „Nie wieder Krieg!" Deutschland wolle auch keinen Krieg — nationale Ehre und Freiheit müßten jedoch ae- wahrt bleiben. Der Kamps sei der Vater aller Dinge, weil aller Kamps um der Jugend und der Zukunft willen ausgetragen werde. Deshalb müsse auch das Volk nach innen Einigkeit und nach außen Einheit beweisen. Die hoch- geistige Entwicklung, die der Nationalsozialismus genommen habe, werde einst wieder bas Wort erklingen lasten: „An deutschem Wesen wird die Welt genesen!" (Lebhafter anhaltender Beifall!) Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und Volks- kanzler Adolf Hitler und mit dem begeistert gesungenen Horst-Wessel-Lied wurde die Kundgebung geschlossen. Unter starker Beteiligung von Mitgliedern und Gästen fand am Montagabend, veranstaltet von der Ortsgruppe Gießen-Süd, im Caf6 Leck zu Siegen eine Kundgebung der NSDAP, statt. Der Leiter der Ortsgruppe Gteßen-Süb, Pg. Schwarz, eröffnete, nachdem das Hakenkreuzbanner in feierlicher Weise eingebracht worden war, die Kundgebung und erteilte sofort dem ersten Redner das Wort. pg. Osbeld-Hadamar führte u. a. folgendes aus: Die deutsche Revolution fei aus völkischer Vernunft erwachsen und habe das Recht an die Stelle des Unrechts gesetzt. Der Führer habe einen bankerotten Staat übernommen, heute aber sehe man wieder Hoffnungsschimmer in vielen Augen. Für den kommenden 2Binter gelte es, die große Ausgabe zu bewältigen, den 2 Millionen Arbeitern, die m den vergangenen Monaten wieder in Arbeit treten konnten, ihre Arbeitsmöglichkeit zu erhalten. Dazu müsse das ganze Volk helfen, dazu müsse aller Klassenhaß vergessen werden, das Volk müsse ein einig Volk von Brudern sein. Das deutsche Volk müsse loskommen von aller Ichsucht. Auch müsse man sich zu schützen wissen vor allem Gist von außerhalb, vor dem fremden Geist des Iudentums. Der internationale Jude müsse verbannt bleiben. Es müsse uns alle mit großer Freude erfüllen daß der Führer mit der Clique in Gens klare Abrechnung gehalten und ebenso klaren Verzicht auf die fragwürdige Hilfe des Völkerbundes ausgesprochen habe. Der Marxismus, dem lange Zett der polttifche Kampf habe gelten müssen, sei vor dem Kriege her- ausgefordert worden durch eine falsche Politik von oben her. Die Arbeiter seien aber in der Folge von den sozialdemokratischen Bonzen schwer betrogen worden. Der Arbeiter, der bisher bei den Marxc- sten stand, müste jetzt herübergeholt werden zum Nationalsozialismus, ihm müsse sein Jrre-gefuhrt- sein bewiesen und er in die Volksgemeinschaft ein- gegliedert werden. Aus dem Arbeiter werde die treueste Gefolgschaft des Führers erstehen, der Arbeiter werde auch treuester Kämpfer für fein Volk fein. wenn man heute auf die Arbeit der Regierung Hitler zurückblicke, dann erkenne man als deren größte Tat die Einigung des deutschen Balkes. Alles, was an Hilfsmaßnahmen heute unternommen werde, könne getan werden auf Grund freiwilliger Opfer aller DolFsgenoffen. Die vorhergehende Regierung habe das selbst durch Notverordnungen nicht erreichen können. Für das bevorstehende große Winterhilfswerk müsse man sich darüber klar sein, daß alle Opfer nicht für den Führer und bestimmt nicht für die Partei gebracht würden, sondern einzig und allein für die Gesamtheit des notleidenden Volkes. Als größte Ausgabe habe sich die Regierung vorgenommen, die Arbeitslosigkeit mit allen Mitteln zu bekämpfen, weil man wisse, daß die Arbeit und die lebendige Kraft des Menschen die einzigen Mittel seien, Reichtum zu schaffen. Der Führer habe bereits bewiesen, daß durch eine verständige wirtschaftliche Dezentralisation aufbauende Arbeit geleistet werden könne. Für Hausreparaturen und Straßenbau wurden Milliarden Mark in Umlauf gebracht. Der Arbeiter erhalte wieder Geld und werde dadurch kaufkräftig. Gegen das Warenhaus werde zu gegebener Zeit der rechte Schritt unternommen. Dem Juden- tum werde keine Möglichkeit mehr gegeben, sich ungerecht auf Kosten des deutschen Volkes zu ernähren. Zu unserem Kriege gegen Not und Erwerbslosigkeit verlange man aber, daß man uns vom Ausland her in Ruhe lasse. Aller Kampf gegen die Störer von Ruhe und Ordnung werde erfolgreich fein, wenn das Dolf einig hinter dem Führer stehe. Eintreten solle der deutsche Volksgenosse in SS. und SA. und dem Führer helfen, indem er ihm Steine reiche für den Bau des neuen Deutschland. Am 12. November werde das deutsche Volk erkennen lassen, daß es einig hinter dem Führer stehe und wisse, um was es geht. (Lebhafter Beifall!) pg. Bulimann-Gieße' sprach dann als zweiter Redner über die deutsche Außenpolitik. Er führte u. a. aus: Die Iudenfrage werde in Deutschland noch nicht ernst genug genommen. Die Clique um Genf und das Gremium, das die Gerichtskomödie um den Reichstagsbrand in London spielte, feien identisch mit dem Judentum. Die Haltung des Nationalsozialismus vor dem Völkerbund sei vorgezeichnet gewesen. Man habe in Genf nicht erwarten dürfen, daß Deutschland erst dann auftrete, wenn es gnädig gestattet sei. Beim Dölferbunb habe man sich geirrt, wenn man glaubte, daß man noch das Deutschland von 1918 vor sich habe. Adolf Hitler wolle den Frieden; bas habe sich in vielen Kundgebungen und Veranstaltungen gezeigt. Der Tag der Arbeit habe das Volk vereinigt, im Rundfunk höre das deutsche Volk auf seinen Füh- rer, am Denkmal der Germania, zum Tage des Bauern habe man sich in lebendiger Volksgemeinschaft gesunden. Der Führer rede immer von A r • beit, von Kultur und Kunst, vom Herrgott und vom Vaterland — in Frankreich aber spreche man stets von Kanonen und von Krieg. Der Völkerbund habe ohne Deutschland seinen Sinn verloren. Deutschland, das Land der friedliebenden, arbeitsamen, ehrlichen Menschen wolle keine Gemeinsamkeit mit den Unehrlichen von Genf. Deutschland könne nicht mit fremden Unterhändlern an einem Tische sitzen. Frankreich möge Franzosen, England möge Engländer schicken — mit ihnen werde man gerne verhandeln. Das deutsche Volk müsse ein politisches Volk werden. Bis Aum Ende des bevorstehenden Winters müste das deutsche Geschick in positivem Sinne entschieden sein. Der Jude habe geglaubt, den Reichstagsbrand als eine Angelegenheit betrachten zu können, in die sich jeder Jude ober Hottentotte bin- einhängen könne. Man solle sich auch hier getäuscht haben. Einmal habe bas beutsche Volk seine große Stunde erlebt: am 4. August des Jahres 1914. Vier Jahre später aber sei bas Volk betrogen worben. Da fei Zersetzungs- arbeit getrieben worben von Sozialdemokraten und Marxisten, die im Dienste der überstaatlichen Mächte lene in vir jjunur unumuu, iu uit|c m standen Es wäre das richtige gewesen, den Reichs- unmöglich persönliche Warme ausftrahlen. Und tag aufzulofen noch während Der Zeit, da an den I jemand stolz ist auf die große Geschwindigke Fronten die Kanonen dröhnten. Wahrend die beut- schen Soldaten noch in den Schügengräben standen, habe es ein Erzberger fertig gebracht, Zer- feßungsarbeü vom Auslande her zu leisten. Ein Walter Rathenau habe gesagt: „Die Welt- geschickte hätte ihren Sinn verloren, wenn Wil- Helm II. als Sieger durch das Brandenburger Tor eingezogen märe!" 1918 sei bann der Hochverrat vollendet worben. Damals sei auch gesagt worben, baß Deutsch- lanb schulb am Kriege fei. Durch ben anonymen internationalen Kapitalisten, ben 3üben, fei biefe Lüge in bie wett gebracht worben. Man habe gewollt, daß das deutsche Volk aus der Hand fresse. Während man in Deutschland immer von Abrüstung geredet habe und auch handette, habe dieselbe Clique von Juden in Frankreich zum Bau der Kanonen aufgefordert. Ueberall übten die Juden den gleichen Einfluß aus. Bei der Betrachtung der deutschen Außenpolitik handele es sich immer um die Frage des Judentums. 1918 sei ein Soldat aus dem Schützengraben gekommen, ein einfacher (Befreiter, der die ganze Entwicklung mit offen Augen verfolgt habe- Adolf Hitler. Er habe erkannt, um was es gehe. Deutschland, das Land ohne Geld und ohne Arbeit, sei durch ihn wieder zu innerer Kraft gekommen. Der Dölferbunb sei burch ben Austritt Deulfchlanbs geplatzt. Unser Führer habe nicht Dassen verlangt unb nicht Gebiete, wohl aber Gleichberechtigung für bas Deutsche Dolf. Die Solidarität in Deutschland sei wiederhergestellt, wenngleich der Jude mit allen Mitteln versucht habe, die Politik Adolf Hitlers zu sabotieren. Bereits seit Monaten sei in Frankreich, wie auch in England der Wunsch wachgeworden: Hinaus mit den Juden! So arbeite überall über den Grenzen die Zeit für uns. Der Imperialismus I chtzn! b?t)Quple?°ÜtDert ea>JU d bo7L*H !n,an wiÄ ,et * 3 heute die Ai,. n?rt muffeh ^ %sS e dabeiden. Hern. *en ?• ^ooembR rtiy??8 u°r> röe” fmö. 2Ran U"0 Indolen, , hMer ''chland iff Deutsch. " 'S-nativ. Vten pdvch ge. L sr Vater aller ÄjJ und der tiÄHlmüffe Ä * J* bie ®elt Mesen!' einem drei. »er und Volk < km begehrt gb oe bie mnbgebung nrecht, denn niemand 'ndwerk hat ein allerdings reellen auch heute ist es noch _ desto größer der Um. as chaichwerk rechnen, denen Verdienst allen sentliche Listen, Steu. lchtommen will, roenn ich wäre, die Existenz nehr Verständnis bei . eine Ritte, die man - Handwerks, durch am Mhe wird das in seiner Existenz die Leistungsfähig' djäfligung von Ge- durch jur Betämp- beigetragen. s hewLrMs" M xi 11x1% an alle ur im Metzgerladen, ir Gesundheit schaden. itotrlü. j entsprechend biUigen Öen: Ss Hebt Schweiß ch-n an diesen -achen, ingen und ste werden lt Sorgst Vvhalb ir sleißig unb schnell ober die Sorgsail der -ir Qualität, wollen doidhalten. d mit unserer Zeit A 5fctr Men waren nich tesä i5=.*s ”,rb,fttbW«g *•*5 ff LKZ erfcr M und r iminer A h arbeit L bleibt UJ nfldibenft VL autunst 7°, ans r die ou. n er >!> werd«"- oeganS"' siflungoU'® schreiner' -OS 1% fefÄ * gelt w aus, so können wir oft durch Umbeizen und Auffrischen Wunder wirken. Keine Arbeit soll uns zu klein oder groß, keine zu müh. voll fein! Wir sind gewillt, bei der großen Aufbauarbeit unseren Mann zu stehen, nicht nur Arbeit zu verlangen, sondern auch zu geben, soweit wir es vermögen. Gott schütze das Schreinerhandwerk, Gott schütze das gesamte deutsche Handwerk! Saboteur der Wirtschaft ins Konzentrationslager gebracht. Heidesheim, 17.Okt. (WSN.) Als Saboteur der Wirtschaft wurde der Ingenieur Hermann Wegener nach Osthofen gebracht. Wegener, früher Inhaber der Heidesheimer Maschinenfabrik, hat in skrupelloser Art und Weise seine Arbeiter ausgebeutet. Als wöchentliche Entlohnung gab er Arbeitern 3 bis 8 Mark. Beiträge zur Sozialversicherung, die er vom Wochenlohn in Abzug gebracht hat, führte er nicht ab. Bon einigen Arbeitern ließ er sich Bürgschaften leisten von 3000 bis 5000 Mark, für die die Bürgen nun aufzukommen haben. Die Arbeiter, die er durch Versprechungen und Vertröstungen immer wieder zum Weiterarbeiten verleitete, verlieren an diesem „Chef" Tausende von Mark. Bor der Vollendung der Bahn Birstein - Hartmannshain. Hartmannshain, 17.Oktober. (WSN.) Die Kleinbahnstrecke Bir st ein —Hartmanns- Hain geht ihrer Vollendung entgegen. Soeben wird in Hartmannshain an dem Anschluß an die Reichsbahnlinie Lauterbach—Stockheim gearbeitet. In der ersten Hälfte des Monats Dezember hofft man den Betrieb der neuen Bahnstrecke, die eine Verlängerung der normalspurigen Kleinbahn Wächtersbach—Birstein bildet, eröffnen zu können. Die Baukosten waren auf 2 100 000 Mark veranschlagt. Das Reich, das Land Preußen, der Bezirksverband Kassel, der Freistaat Hessen, der Kreis Gelnhausen, die Provinz Oberhessen u. a. hatten sich an der Aufbringung des Baukapitals beteiligt durch Zeichnung von Aktien. Wirtschaft. Arbeitsbeschaffung durch Lieserungs- genoffenfchasten. Vom Deutschen Genossenschaftsoerband, Berlin, wird uns geschrieben: Die Notwendigkeit der Arbeitsbeschaffung für die deutsche Wirtschaft hat dazu geführt, daß in der letzten Zeit die Bildung von Lieferungsgenossenschaften vorgenommen worden ist. Es handelt sich zunächst um Lieferungsgenossenschaften rein branchenmäßiger Art, die sich über das ganze Reich erstrecken, aber auch um solche regionaler Art. Dabei ist nicht nur daran gedacht, solche Lieferungsgenossenschaften allein für das Handwerk, sondern auch für andere Wirtschafts, zweige ins Leben zu rufen. Zweck derselben ist einmal, durch Zusammenschluß von selbständigen gewerblichen Unternehmungen die Möglichkeit zu geben, an öffentliche Aufträge heranzukommen, zu anderen, durch die genossenschaftliche Vereinigung die Vorfinanzierung der Austragsbeschaffung zu gewährleisten. Zu einer solchen Vorfinanzierung hat sich die Deutsche Zentralgenossenschaftskasse auf dem Wege über die Revisionsoerbände des Deutschen Genossenschaftsverbandes und die diesen angeschlos- fenen genossenschaftlichen Kreditinstitute bereit- erklärt. Der Zusammenschluß der Lieferungsgenossenschaften darf jedoch nur im engsten Einvernehmen mit dem Ausschuß für genofsenfchaftliche Arbeitsbeschaffung beim Reichsstand des deutschen Handwerks vorgenommen werden. Mit der Leitung dieses Ausschusses hat der Präsident Dr. v. Ren- teln Dr. Kunze vom Deutschen Genofsenschaftsoer- banb beauftragt. An dem Ausschuß ist die Zentral- genossenschaftskasse beteiligt. Zur Förderung des deutschen Oelsaatenanbaues. Nach einer Bekanntmachung der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse, Geschäftsabteilung, enthalten die Richtlinien der RFG., die diese auf Grund der Maßnahmen der Reichsregierung zur Förderung des deutschen Oelsaatenanbaues aufgestellt hat, in Ziff. 2 eine Bestimmung über die bei der Verarbeitung von inländischem Raps, Rübsen oder Leinsaat anfallenden Oelkuchen. Die Oehlmühle, die von der RFG. für die Verarbeitung von inländischem Raps, Rübsen oder Leinsaat die Ausgleichsvergütung ausgezahlt erhalten will, hat danach die anfallenden Raps-, Rübsen- u. Leinkuchen auf eigene Kosten einzulagern, im Abstande von zwei Monaten der RFG. zu melden, welche Bestände an solchen Kuchen vorhanden sind, und diese Bestände ihr zur Uebernahme anzubieten. Die Bestimmung hat in Fällen, in denen eine Oelmühle kleinere Mengen Oelsaaten angeliefert erhält, um sie für den Erzeuger in Lohn zu schlagen, zu Schwierigkeiten geführt. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat deshalb durch Erlaß an die RFG. vom 14. Oktober 1933 II/V-1312- genehmigt, daß die in Lohnschlag anfallenden Raps-, Rübsen- und Leinkuchen aus deutscher Saat, sofern ein ordnungsmäßiger Antrag auf Zahlung einer Ausgleichsvergütung gestellt worden ist und die zur Verarbeitung angelieferten Mengen nicht mehr als zwei Zentner betragen, gegen Zahlung der Monopolgebühr den Landwirten von den verarbeitenden Oelmühlen sofort ausgeliefert werden dürfen. Die Richtlinien der RFG. ändern sich entsprechend. Es wird darauf hingewiesen, daß der Monopolaufschlag, soweit die Voraussetzungen für die Zahlung einer Ausgleichsoergütung erfüllt sind und ihre ZahlunL auch beantragt wird, für Leinkuchen bis auf weiteres 50 Mark je 1000 Kilogramm, für Raps- und Rübsenkuchen 20 Mk. je 1000 Kilogramm beträgt. Sind die Voraussetzungen für die Zahlung einer Ausgleichsvergütung nicht erfüllt, so ist der Monopolaufschlag für Leinkuchen unverändert. Er beträgt aber für Raps- und Rübsenkuchen zur Zeit 52 Mark je 1000 Kilogramm. * Der fjri ft ablauf für den Vorbehalt der Selbstentfchuldung. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft weist darauf hin, daß in den Fällen, in denen ein Betriedsinyaber vor dem 20. September 1933 den Verzicht auf die Entschuldung nach § 105 des Schuldenregelungsgesetzes erklärt hat, die Frist für den Vorbehalt der Selbstentschuldung mit dem 19. Oktober 1933 abläuft. Die Vorbehaltserklärung bedarf der gerichtlichen Beurkundung, sie erfolgt gebühren- und ftempelfrei (Artikel 25 der Dritten Durchführungsverordnung). Frankfurter Börse. Mittagsbörse: beruhigt. Frankfurt a. M., 17. Okt. Die Börse hat heute eine erhebliche Beruhigung erfahren. Verkäufe tarnen kaum nach zur Ausführung. Im Gegenteil, die Kulisse zeigte einiges Rückkaufsbe- dürsnis, z. T. waren van der Kundschaft kleine Kauforders eingetroffen. Die Rede des Reichs- außenministers und ihr zum Teil gutes Auslandsecho, foroie die ruhige Aufnahme des deutschen Schrittes an den Auslandsbörsen haben wesentlich zu der besseren Stimmung beigetragen. Ferner wirkten sich die schon gestern vorliegenden günstigen wirtschaftlichen Momente, vor allem die günstigen Außenhandelszifsern für den Monat September, etwas aus. Die Umsatztätigkeit nahm indessen kein größeres Ausmaß an. Gegenüber der Abendbörse ergaben sich durchschnittliche Besserungen von 0,25 bis 0,75 v. H. Am Montanmarkt waren Buderus mit + 1,50 v. H. etwas stärker erholt, ebenso von Elektroaktien Schuckert mit + 2,90 v. H. IG. Farben zogen zu- nächst 0,25 v. H. an und waren nach dem ersten Kurse weitere 0,75 v. H. fester. Etwas niedriger setzten lediglich am Elektromarkt Bekula (0,25 v. H.), Felten (0,50 v. H.) und Gessürel (0,75 v. H.) ein. Im Verlaufe blieb das Geschäft zwar ziemlich klein, doch erfuhren die Kurse meist weitere Besserungen, so IG. Farben um 0,13 v. H. auf 118,40, Bekula um 0,75 auf 117 v. H., Schuckert um 0,40 v. H. auf 87,25, Siemens um 0,75 v. H. auf 134 ufw., während Metallgesellschaft um 1 v. H. auf 52,50, Holzmann um 0,50 v. H. auf 56,50 und Hapag um 0,13 o. H. auf 9,90 v. H. zurückgingen. Schwacher lagen Rhein. Braunkohlen mit —2,50 v. H. (175,65). Der Kassamarkt hatte Veränderungen von 1 bis 2 o. H. nach beiden Seiten. Höher lagen u. a. Hoch- & Tiefbau auf den günstigen Geschäftsgang, dagegen gaben Mainzer Aktienbräu um 3,50 v. H. auf 50 o. H. und Frankfurter Hypo- theken-Bank um 3 v. H. auf 69 v. H. nach. Am Rentenmarkt war das Geschäft in den variabel gehandelten Werten, wie Altbesitz 76,75 bis 77,25 (+ 1 o. H.), Neubesitz 11,80 bis 11,85 (+ 20 Pf.) und späte Reichsschuldbuchforderungen (86,40 bis 86,65) mit + 0,65 o. H., zuweilen etwas lebhafter. Am Pfandbriefmarkt blieben Gold- und ßiquibationspfanbbriefe ziemlich unoeränbert, es bestaub eher etwas Nachfrage, letztere lagen jeboch uneinheitlich, Pfälzische Hypotheken-Liquib. (—1,50) v. H.). Kommunal-Obligationen lagen meist von 0,50 bis 1 v. H. fester. Stabtanleihen, bie gestern meist gestrichen waren, kamen heute etwas nichtiger zur Notiz. Von Jnbustrie-Obligationen lagen Stahlverein-Bonds lebhafter, 60,75 bis 62,25 (+ 2,25 v. H.). Auslänber lagen ruhig. Tagesgelb unoeränbert 3,25 v. H., Exportvaluta zu 20,75 bis 21 (20) weiter gefragt. Der VestechmWprozeß Mhrdel-Mrx. Frankfurt a. M., 16. Okt. (WSN.) Zum Beweis, baß nicht nur in Frankfurt, fonbern auch anbermärts es gang unb gäbe mar, baß amtliche Stellen mit republikanischen Organisationen Hanb in Hanb arbeiteten, unb bah gegenseitige Unterstützung xur Selbstoerstänblichkeit geworben war, stellte Rechtsanwalt Dr. ßünenburger ben Antrag, als Sachverständige unb Zeugen Regierungsrat Dr. Stürmer unb Ministerialrat Dr. Siege r t, beibe aus Darmstabt, zu vernehmen. Der Verteidiger will durch bie Labung anberer Zeugen auch ben Nachweis führen, baß M ü h r b e l Geschenke, bie ihm zugesanbt würben, abgelehnt hat. Es wirb bann ber 26jährige Buchbinder Karl Günther Siebe vernommen, ber am Schluß seiner Aussage beeibigt wirb. Dieser Zeuge stammt aus guter Familie, hat aber mehrfach Schiffbruch erlitten unb befinbet sich gegenwärtig als Strafgefangener in Freiendiez. Unter seinen Vorstrafen befindet sich eine solche wegen versuchter Spionage von zwei Jahren, die er durch eine Amnestie nicht zu verbüßen brauchte. Eine feiner Bestrafungen hatte zur Folge, daß er aus ber NSDAP, ausgeschlossen würbe. Der Zeuge berichtet über bie eigenartigen Versuche, bie er unternahm, um bas Vertrauen ber Partei roteber zurückzuerobern. Er wandte sich an den Standartenführer V., der inzwischen tödlich verunglückt ist. Dieser gab ihm angeblich sein Einverständnis, sich als Spitzel zu betätigen. Durch einen Trick gelang es ihm, sich bei Dr. Marx einzuführen, und es will ihm, dem Zeugen, daran gelegen sein, herauszubekommen, daß unb wie die Beziehungen zwischen Dr. Marx unb ber Polizei waren unb ob ber ZV. Spitzel hatte. Der Zeuge, ber gewöhnlich jede Woche 10 Mark sich bei dem Zv. hotte unb auch Vergütungen bekam, roenn er einmal keine Nachrichten gebracht hatte, behauptet, Dr.Marx habe in seiner Gegenwart Mührbel Gelber gegeben. Er habe babei ben Eindruck gewonnen, bah es Gelder für Spitzel und nicht für Mührbel persönlich waren. Der Zeuge behauptet ferner, daß ihm Mührbel sagte, er, ber Zeuge Siebe, bekomme seine Honorare von Dr. Marx, bamit Mührbel jeberzeit mit gutem Gewissen beschwören könne, von ihm nichts bekommen zu haben. Vorsitzenber: Sinb Sie ber Meinung, baß bas Gelb, bas Sie von Dr. Marx bekamen, von Mührbel war? Zeuge: ,Lch glaube, es ist von beiben." Der Zeuge meint bann weiter, baß nach seinem Einbruck gewissermaßen eine Bureaugemeinschaft zwischen ber Abteilung la bes Polizeipräsidiums unb betn ZV. bestauben hat, unb baß er bie Oelber nicht von bem Synbikus ober bem Kriminalrat, fonbern von einem ber bei- ben Teilhaber bes Kompagniegeschästs erhielt. Der Zeuge hat sich unter feinem wahren Namen beim ZV. eingeführt, gebrauchte aber, wenn er bas Polizeipräsibium anrief, entroeber feinen Vornamen ober bie Chiffre 1930, bie für ihn galt. Er bebiente nicht nur ben ZV., fonbern auch Mührbel mit Melbungen. Dr. Marx habe Mührbel angewiesen, gegen bie N a t i o n a 1 s o z i a« liften schärfer vorzugehen, unb es sei bann auch eine gewisse Schärfe im Sistierungssystem eingetreten. Dr. Marx hält bie meisten Punkte ber Aussage für unrichtig unb bezeichnet es insbefonbere als unzutreffend, daß er in Anwesenheit von Siebe bem Mitbeschulbigten Gelb übergeben habe. Fol- genber gerabezu klassischer Fall sinbet bei ber weiteren Vernehmung Siebes Erwähnung: Sechs Autos mit Nationalsozialisten waren beorbert, um bie Versammlung politischer Gegner in Höchst zu sprengen. Der Zeuge machte heimlich Mührbel bavon Mitteilung, unb an ber Enbstation ber Straßenbahnlinie 12 am Flugplatz würben bie Autos von ber Polizei ungehalten unb nach Waffen durch- sucht. Der Zeuge Kriminalkommissar Dr. Schäfer sah auch Siebe bei ben Leuten unb sagte ihm anbe- ren Tages: „Schämen Sie sich nicht, erst machen Sie Angaben, nachher stehen Sie noch babei." Siebe behauptet, daß ber Stanbartenführer informiert war, muß aber zugeben, baß bie SA.-Leuta bles nicht gewesen sinb. Mit welcher Vorsicht bie Aussage biefes Zeugen zu bewerten ist, geht auch baraus hervor, baß er früher als Stahlhelmkämpfer bie Polizei über Vorgänge beim Stahlhelm orientierte unb baß sein Führer nichts bavon wußte. Es tarnen bann mehrere Kriminalbeamte zur Vernehmung, bie zu bestimmten Einzelfällen Betäubungen machen. Dann werben noch ber Erste Staatsanwalt Floret unb Staatsanwattschaftsrat Dr. Schaper gehört. Ersterer erinnert sich bestimmt, im Falle der Festnahme eines hessischen Referendars mit Mührdel darüber ein Telephon- gefpräd) geführt ju haben, was Mührdel bestritten hatte. Beide Zeugen sind der Ansicht, bah in letzter Zeit scharfer gegen Nattonal» sozialislen vorgegangen wurde. Die Nachmittagsverhandlung beschräntt sich auf bie Vernehmung zweier weiblicher Angestellten ber Lanbesstelle bes ZV., bie über bie Vorgänge im Büro, ihre Tätigteit, ihre Beobachtungen, über bie Zusammenarbeit Dr. Marx — Mührbel unb bie Verausgabung von Spihelgelbern befragt werben unb vielfach feine Erinnerungen mehr an Einzelheiten haben. Die Zeugin, bie Stenotypistin ist, hält Mührbel für ben Vermittler ber Spitzel unb weiß, baß Mührdel gelegentlich Material auf das Bureau brachte. An bie zweite Zeugin, bie Sekretärin ist, werben ebenfalls butzenberlei Fragen gerichtet, ba sich Unstimmigkeiten zwischen ihren früheren unb heutigen Angaben ergeben unb ber Einbruck vorherrscht, als halte fie mit ihrer Aussage zurück. Mührbel hat seit brei bis vier Jahren Gelber bekommen, aber Quittungen mürben nicht von ihm verabfolgt, was Mührbel behauptet. Aus gelegentlichen Aeußerungen entnahm bie Zeugin, daß bas Gelb für Spitzel war. Längere Erörterungen ent- spinnen sich an bie beiben Fälle ber Materialoer- nichtung. Abenbbörse: zuversichtlicher. Die Abenbbörse lag bei Eröffnung sehr still, da neue Orders nicht eingetroffen waren. Die Stimmung war jedoch weiterhin etwas zuversichtlicher, zumal die Erholung der deutschen Werte an den Ausland- börfen stimulierte. Bei kleinen Umsätzen blieben die Berliner Schlußkurse gut behauptet. Etwas fester lagen IG. Farben, Daimler und Lahmeyer, während 21 tu etwas abbröckelten. Auch der Rentenmarkt hatte nur geringfügige Umsätze zu verzeichnen. Etwas fester lagen Stahloerein-Bonds. Deutsche Anleihen unb späte Reichsschulbbuchforberungen (86,65) blieben gut behauptet. Golbpsanbbriefe lagen un- oeränbert, Kommunal-Obligationen zogen etwa 0,25 v. H. an. U. a. notierten: Neubesitz 11,82,50, Altbesitz 77,25, 6proz. Stahlverein 62,50, Schutzgebiete alle 7,75, 6proz. Franks. Hyp. Golb R. 8—10 87, 6proz. bo. Golb-Komm. R. II 79,50, Reichsbank 146,75, Gelsenkirchen 47, Klöckner 52, Rheinstahl 72,50, Stahlverein 31, Aku 28,90, Bekula 116,50, Scheibeanstatt 169,75, Daimler 28, IG. Farben 118,40, Lahmeyer 115, Reichsbahn-VA. 99,25, Hapag E. 10, Norbb. Lloyb 10,90. Mannheimer Grotz-Biehmarkt. Mannheim, 17. Okt. Auftrieb: 199 Ochsen, 120 Bullen, 267 Kühe, 354 Färsen, 739 Kälber, 62 Schafe, 2302 Schweine. Es notierten: Ochsen: vollst, ausgem. junge 29 bis 32, bo. ältere 23 bis 26, sonstige vollst. 25 bis 28; Bullen: vollst, jüngere 26 bis 30, sonstige vollst. 24 bis 26, fleischige 22 bis 24; Kühe: vollst, jüngere 23 bis 26, sonstige vollst. 18 bis 21, fleischige 16 bis 18, gering genährte 11 bis 13; Färsen: vollst, ausgemästete 30 bis 32, voll- fleischige 27 bis 29, fleischige 24 bis 26; Kälber: befte Mast- unb Saugkälber 41 bis 43, mittlere Mast- unb Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 30 bis 34, geringste Kälber 23 bis 27; Schafe: beste Mastl., Weibemaft 20 bis 25; Schweine: Fettfchw. über 300 Pfb. 54 bis 56, vollst. 240 bis 300 Pfb. 52 bis 55, bo. 200 bis 240 Pfb. 50 bis 55, bo. 160 bis 200 Pfb. 48 bis 52, Sauen 44 bis 48. Marktverkauf: Großvieh mittel, geräumt; Kälber ruhig, geräumt; Schweine ruhig, Ueberftanb, geringe Schweine vernachlässigt. Mainzer Schlachtviehmartt. Mainz, 17.Okt. Auftrieb: 17 Ochsen, 13 Bullen, 340 Kühe, 215 Färsen, 297 Kälber, 9 Schafe unb 19 Ziegen. Marktoerlauf: Großvieh ruhig, kleiner Ueberftanb; Kälber ruhig, schleppend, geräumt. Es wurden pro Zentner Lebendgewicht notiert: Ochsen al) 27 bis 30 Mark, bl) 23 bis 25, Bullen c) 22 vis 26; Kühe a) 23 bis 26, b) 19 bis 22, c 14 bis 17; Färsen a) 27 bis 30; Kälber c) 28 bis 34, d) 25 bis 28 Mark. Schafe wurden nicht notiert. Kölner Buttermarkt. Köln, 17. Okt. Der Großeinkaufspreis für 100 Pfund ab Versandstation einschließlich Faß in RM. stellte sich laut Preisbericht der Kölner Warenbörse wie folgt: Deutsche Markenbutter 135 bis 138, deutsche Molkereibutter 1. Qualität 134, 2. Qualität gestrichen. — Tendenz: fest. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lvrnbardzinsfuß 5 o. H. ;tranlmr ... jji Serin Gchlub- hird Gchlußk. Abend- bSrlr Gchluß- turd Gchlußk Mittag- bSrse Datum 16.10. । 17.1 - 16.10. 17.10. 6% Deutsche ReichSanleiye v. 1927 89 89 89 89 6% ehem.7%Dt.RetchSanl.v. 1929 99,4 99,65 99,4 99,4 6y.% Doung.Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mü 86,25 85,9 86,25 85,9 AuSlos.-Rechten ........... 76,25 77,25 76,8 77,25 DeSgl. ohne AuSiol.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 11,65 11.825 11,65 11,8 (rückzahlb. 102%) .......... 6% Hess. Landesbank Darmstadt 84,75 85,5 85 Gold Hl. 12 ..... 6%% Hess. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt fitaul...... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 87 86,5 87 — 87,5 87,25 — AuSlos.-Rechten Deutsche Komm. Sommelabl. An- 73 — — ■ leihe Serie 1 mitAuSlos.-Re-' ten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.- .ml Goldpse. 16 unkündbar bi« 1985 6% ehem. 7% Franks. HyP -Bank — 75,4 — 75,5 87 87 Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 87 87 — — sy,% ehem. 4y,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriefe...... 6%% ehem. «r Post- Preufeisch- Süddeutschen In tiefer Trauer: Familie Prof. F. Glaser Familie Dr. med. C. Krämer Gretel Born, geb. Schönherr, u. Sohn. Darmstadt (Soderstraße 108), Neunkirchen (Saar), den 17. Oktober 1933. Damufföfleroerf Collar B. Huhn. Lollar. Glaser-Innung Stadt und Land / Gießen 6114 D Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elise Born, geb. Rieb ist heute nacht im 74. Lebensjahr in Darmstadt verschieden. Glaserarbeiten dem Glasermeister Aufnahme in die neu begonnenenLehrgänge noch bis Anfang November. Vogtskfie Privat-HaudelSschulen Gienen Herborn Verlangen Sie auSfübrl. Druckschrift von der Schulleitung Gießen, Goetbeitrahe 32. moia wnrrschoitlicnen I Universal Trocken beize resar oder nass mit der billigen Universal- Nassbeize Uspulun Universal Brennholz sowie Sagespane zum Streuen abzugeb. Dampstägewerk Abendstern Ludwig Kröck, Tel. 3580 Amt Gießen. Mercedes Kleinschreibmaschine nur 172.— RM. schon für monatl. RM.7.90 Franz Vogt & Co. Seltersweg 44 Ruf 2484 <611A Wir setzen hiermit unsere Mitglieder von dem Ableben unseres passiven Mitgliedes Herrn Adolf Birkmeyer in Kenntnis. Wir verlieren in ihm einen treuen Anhänger und Förderer des deutschen Männergesangs. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Donnerstag. 19. Oku. nachm. 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Der Vorstand. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern nacht 2 Uhr, meinen herzensguten Mann, den treusorgenden Vater seiner zwei Kinder, unseren Heben Bruder, Schwager und Schwiegersohn Adolf Birkmeyer im Alter von 49 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Demonstration über Salon-Arbeiten am 19. Oktober, abends */,9 Uhr, Im Gewerkschaftshaus, Schanzenstr., besuchen. Vorführung moderner Frisuren und Haarschnitte, die im Einvernehmen mit der deutschen Damenschneiderei geschaffen wurden. 6415D Auch zum Polieren aller Möbel, Leder-, Stein- u. Marmorsachen unübertroffen! Trockenes 6msd AlllllllWIl liefert frei Haus z. 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