' bei SS.'.- Äs' KLH- "*.5bonn inu' "turn», ^'n,b?Sn,Ä । ■utner b,' Wnbtui, «<• Ä* K!U, r ollen •h:_"LUrnehnn,M 1 u XII der DT ^°fdorf II e-j ' LW ;«ri9-n auf B'* LnSL?: ^""ÄLtz JJrtMBf für öen ^Sen Belgien. t*H für ben A. JnnQm kommenden E^, ®i'b. ®UTb,X ftf WÄ 3Än noi> w. Wf? (fort X- iunh mUn^ner kMn> unb -inachtzt. - Dj, ,öe5 Ww. Duchloh lt9 Ü8>\ S)unb (GfjenV ottÄorD;^ L («Q>- ^0f)mQnr «h^Robierffi (SüKelborf). MM i Shmben Bettruhe. Dam ■ Training. ’e erlebten wir, als uns ir bei ben Hebungen be< n Blick vergeben können, lit benen er sprach. Manch Men zur Stabt, um uns iten zu betrachten. Dies! b immer ein schönes Gr wch nicht kannte. Ginnti Sportler unb Turner tir 'ergelegt in Begleitung dc- murbe meinem filub- mir bie ®)re juteil, den beiden bekannten Mn- ^x\l\6), traws M, bei ber Besichtigun. Les, aus dem jfauptmanr : Fliegerin Thea Rasch! nmen mit 30 Äamera&er ig übet Berlin ir in dem FluUeug, m Fahrten übet Deutschland -dem machten wir eine -bam. Einen starten Gin' bie bistorischen Plätze, vor Sanssouci unb bie G°m> r Gruft Preußens größter gebettet ist. Liese Stunden ion schwerer Hebett. aining eia unbekanntes fort en Herzens bei ber Arbeit > Gntbebmngen unb w von unseren Führern f SÄ SÄ»} „t t {er grantfurtf ranftatter °r|gemeinbe rtWJS » ufen ®urgje2Ünbe/t)on Hr. 244 Erstes Blatt 185. Zahrgang Mittwoch, 18. Moder 1933 Erschein» «agttch,autzo Sonntays anb Feiertag» Beilagen; Dte Illustrierte (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monal»-Vezvgspret». Mit 4 ‘Beilagen NM 1.9b Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . -25 Auch bei Nichterschemen von emzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ßernlprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. poftschecNonto: Krantfvrl am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrnck vnd Verlag: vrühl'lche UMversttSt§-Vuch- und Ztetndruckeret R. Lange in Gießen. Schristlettung und GeschSstrstelle: Zchulfttaße 7. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur-. Dr. Friedr. Wilh. Gange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil L D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. „Musterwaffen" verstehe. Als endlich die deutsche I in keiner Weise politisch an irgend- Forderung formell wiederholt worden sei, sei, seine europäische Wacht gebunden sind. wir hätten damit begonnen, uns erörterten, ob wir nicht bafj wir unter ein System den europäischen Haupt st ädten stattfin- den. wir wünschen n i ch t. an diesen Besprechungen aktiv teilzunehmen, da ihre Doraussehungen rein politisch sind. Die im Mai d. 3. vom Prä- sidenten Roosevelt in seiner Botschaft an die Staatsoberhäupter ausgestellten Grundsätze bleiben für die Politik der vereinigten Staaten maßgebend. Heute abend wird die große CRebe des Reichskanzlers imRundfunkwiederholt B e r l i n. 17. Ott (OB.) Aus dem ganzen Reich ergeht immerfort an den Rundfunk die Bitte, d i e groheRededesReichskanzlerszuwic- derholen. Um diesen Wünschen gerecht zu werden. wird der Deutschlandsender diese Rede noch einmal von Wachsplatten senden, und zwar Mitl- wochgegen2 2.10 Uhr im Anschluss an den Jladj- richtendienst. Jede Uebereinstimmung der Meinungen, die etwa bestanden hat. hat sich a l l e i n a u s d i e 3 t a g e der Weltabrüstung bezogen. Ob die Umstände für die Fortsetzung der gegenwärtigen Abrüstungsbemühungen günstig sind oder nicht ist eine Frage, die von Europa und nicht von den Vereinigten Staaten beantwortet werden muh. 3m Laufe dieser Woche werden Besprechungen zwischen worüber nicht der geringste Zweifel bestehen könne, die Forderung auf et ne sofortige Die Hintergründe der Simon-Rede. Ein unbequemer Rundfunkreporter.—Oie presse nicht restlos befriedigt. Simon und Daladier zur neuen Lage. England wünscht wieder zu Verhandlungen zu kommen. —Oie deutsche Forderung nach Gleichberechtigung als zu Recht bestehend anerkannt.-Gewundene Begründungen für das Ausbleiben der praktischen Verwirklichung. Frankreichs Antwort. Daladier vor der Kammer. - Kein Verlassen der allen Äleise. der internationalen lleberwachung einsehen und mit dem Umbau der festländischen Heere beginnen sollten, worüber man sich bereits positiv rasch geeinigt gehabt habe. Bei der Erörterung dieses Planes habe Deutschland vollkommen berechtigt die Bedingung gestellt, dah die Abrüslungsbeslimmungen für das zweite Stadium vollständig in dem vertrag mit allen Einzelheiten niedergelegl und die Ueberwachung a u f alle Länder angewandt werden solle. Wit allem diesem sei er vollkommen e i n v erst a n d e n. Er sei überzeugt gewesen, dah bei den Erörterungen ine viel gröhere Annäherung als jemals zuvor erreicht worden sei. Er habe das dem Büro der Abrüstungskonferenz am Samstag in Worten dargelegt, die keine gerecht gesinnte Person als herausfordernd betrachten könnte. Er habe es sehr bedauert, daß Freiherr von Neurath nicht anwesend gewesen sei. Er wolle keinen Augenblick behaupten, daß eine Vereinbarung schon erreicht gewesen wäre. Er müsse aber betonen, dah die voraussichtlich schwierige Frage nicht der Vorschlag der aufeinanderfolgenden Zeitabschnitte, sondern die Frage war, ob Deutschland ab sofort sogenannte TI u ft e r der i h m dis setzt verbotenen Waffen haben sollte. Er habe die deutsche Regierung um genaue Informationen gebeten, was sie unter dem Begriff Wiederaufrüstung erhoben worden, anstatt darzulegen, was unter „Musterwaffen" gemeint sei. Er bedauere sehr, dah von Neurath ihn beschuldigt habe, die Tatsachen unrichtig darge- st e l l t zu haben. Er sei durchaus bereit, die diesbezüglichen Schriftstücke und Aufzeichnungen zu veröffentlichen. Es werde jetzt gesagt, daß die deutsche Regierung erst beschloß, aus der Abrüstungskonferenz auszutreten wegen seiner, Simons, Erklärung vor dem Büro der Abrüstungskonferenz. Der Vertreter ber Vereinigten Staaten, der unmittelbar nach ihm gesprochen habe, habe nicht nur seine Darstellung der Unterredung bestätigt, sondern auch gebilligt und unterstützt. Wenn der deutsche Außenminister ihn, Simon, beschuldige, eine unwahre Erklärung über den deutschen Außenminister verbreitet zu haben, so sei er verpflichtet, seinen Landsleuten zu sagen, daß seine, Simons, Erklärung vollkommen und unbedingt richtig sei. Das Ziel dec britischen Regierung ist es nicht, so erklärte der britische Staatssekretär zum Schluß, ärgerliche Gefühle zu entfachen. Wir haben versucht, und wir werden versuchen, dieZusammenardeit zwischenallen von gutem Willen beseelten Rationen zu fördern und sie dazu einzuladen. 3d) spreche die Ansicht der englischen Regierung als ganzes aus. wenn ich sage, dah in Zukunft nichts ungetan bleiben soll, wie auch nach meiner Ansicht bei diesen neuerlichen Verhandlungen nichts ungetan geblieben war, um bie Grundlage für einen ehrlichen und ehrenhaften Abschluß zu finden, auf dem die Hoffnungen der Menschheit für den zukünftigen Weltfrieden in so großem wahe begründet sind." Berliner Bemerkungen. Die deutsche Auffassung konnte von Simon nicht widerlegt werden. Berlin, 17. Oft. (WTB.) In Berliner politischen Kreisen wird zu der Rundfunkrede von Sir John Simon folgendes bemerkt: Wenn Sir John Simon behauptet, seine große Rede vom Samstag sei nicht der Anlaß für das überraschende Vorgehen Deutschlands gewesen, sei hier richtig zu stellen, daß sowohl der Reichsminister des Auswärtigen, wie auch Botschafter Nadolny schon vorher bei ihren Unterhaltungen mit ihm diese seine am Samstag entwickelten Thesen a l s f ü r Deutschland unannehmbar bezeichneten, er also, wenn er sie öffentlich a l s d i e englische These hinstellte, bereits wissen mußte, daß sie für die Reichsregierung nicht tragbar waren. Ferner ist die Interpretation, die Freiherr v. Neurath gestern von der Genfer Rede Sir John Simons gegeben hat, von diefem heute nicht de st ritten oder gar widerlegt worden. Sie ist also auch von ihm dadurch als richtig anerkannt worden, wenn er auch eine Bemerkung über die Form dieser Feststellungen in seiner Rundfunkrede gemacht hat. Wenn schließlich der englische Außenminister die deutsche Beschuldigung: London habe Washington über den deutschen Standpunkt falsch unterrichtet, zurückzuweisen versucht, so ist dieser Zurückweisung gegenüber auf folgendes hinzuweisen: Nach der Orientierung Washingtons durch London ist aus der amerikanischen Hauptstadt die überraschende und auffallende Nachricht verbreitet worden, die Vereinigten Staaten seien d i e Garanten der Versailler Abrüstungsbestimmungen, deshalb würden sie a u ch deren Einhaltung gegebenenfalls erzwingen. Wenn nun aber heute in Wafhmg- ton klar und deutlich von dieser Stellungnahme ab gerückt wird und die Dinge richtiggestellt werden, so beweist dies doch wohl schlüssig, daß Washington seinerzeit unrichtige Nachrichten über die deutsche Haltung aus London erhalten haben muß. Amerika hat freie Hand. Ausschließlich an der Abrüstungsfrage interessiert. Genf. 17.Ott. (WTB.) Aus Grund der gestern aus Washington eingetrosfenen Instruktionen hat der amerikanische hauptdelegierte Norman Davis folgende offizielle Erklärung veröffentlicht: wir sind in Genf einzig und allein zu Abrüstungszwecken. Solange eine Möglichkeit besteht, die Verhandlungen über die Abrüstung erfolgreich fortzusehen, werden wir gern dazu beitragen. Wir sind jedoch nicht an dempoli- tischen Element oder an irgendeiner | rein europäischen Seite des Pröble ms ^interessiert. wir stellen nochmals fest, dahwir London, 18. Ott. (WTB. - Funkspruch.) Die ?Zresse zeigt wenig Neigung, sich mit dem Streit- all zu befassen, ob Sir John Simons Erklärung die Anschuldigung des deutschen Staatsmannes erfolgreich widerlegt hat. „Daily Mail" schreibt, der Zuyörer erwartete, daß Sir John Simon erklären werde, warum die vierjährige Probezeit erweitert worden ist. Aber hierüber äußerte er sich n i ch t. Das war die einzige, sehr bemerkenswerte Lücke in seiner Erklärung. „News Chronicle" bestätigt die Vermutung politischer Kreise, daß die erste im letzten Augenblick arrangierte Rundfunkansprache Sir John Simons nicht lediglich eine Antwort auf bie deutschen Erklärungen darstelle. Das Blatt berichtet nämlich, das Foreign Office habe bei der Britischen Rundsunkgesellschaft Beschwerde über eine Rundfunkplauderei des Schriftstellers Vernon B a r 11 e 11 vom Samstag erhoben, in der Bartlett sich mit Nachdruck für Deutschlands gutes Recht in der Abrüstungsfrage eingesetzt habe. Die Beschwerde des Foreiqn Office läuft nach den Informationen des Blattes darauf hinaus, daß die Plauderei im Widerspruch zur britischen Politik gestanden habe. Das Ersuchen an die Rundfunkgesellschaft, Sir John Simon sprechen zu lassen, sei als ein Befehl zu werten. „Times" fordert die Veröffentlichung einer gedrängten Darstellung dessen, was Deutschland in Gens geboten wurde. Zu den deutschen Argumenten, die vom Reichskanzler Hitler und von Reichsaußenminister von Neurath vorgebracht wurden, bemerkt das Blatt, vieles daran sei unleugbar wahr, und für einige der Beschwerden bestehe volles Verständnis. Rüstungsgleichheit sei eine Vorbedingung des europäischen Friedens und fei auch versprochen worden. Weder die britische noch eine andere Regierung habe ihr Versprechen zurückgezogen. Es sei lediglich erklärt worden, daß der Zeitpunkt der Durchführung der Gleichheit aufgeschoben werden sollte. Das Blatt erkennt selbst, daß man der Meinung sein könne, die britische Regierung hätte an ihrer ursprünglichen Absicht fest halt en sollen. Offenbar habe die Einschaltung einer Probezeit Freiherrn von Neurath besonders erbittert. Doch sei ihre Zeitdauer ja noch nicht erörtert worden. Nach diesem, die Absicht des Verstehenwollens bekundenden Ausführungen verfällt „Times" aber wieder in einen äußerst unfreundlichen Ton. Sie übersieht geflissentlich die eindeutigen Friedenserklärungen desKanz- lers, indem sie dem neuen Deutschland zum Vorwurf macht, daß es seine Jugend für denKrieg a u s d i l d e und äußert gänzlich törichten Verdacht, daß der Grund für Deutschlands Genfer Schritt in der Abneigung zu suchen sei, den Stand der deutschen Rüstungen untersuchen zu lassen. „Daily Telegraph" würdigt die Bedeutung der friedlichen Kundgebungen der deutschen Staatsmänner. „News Chronicle" veröffentlicht eine Zu- fammenfafjung der Erklärung des Freiherrn von Neurath und sagt, Deutschland wäre bereit gewesen, beträchtlichere Zugeständnisse zu machen, als man geglaubt habe. In einem langen Aufsatz im „News Chronicle" wettert Lloyd George gegen die „Gaunerei und Verräter ei" der vor- maligen Alliierten in der Abrüstungsfrage. — „Daily Herold" schreibt: Während das Ka- binett heute die Abrüstungsfrage erörtern wird, ist ein Plan in Vorbereitung, der auf ein umfangreiches Aufrüsten Englands zu Lande, zu Wasser und in der Lust abzielt. Der Ausgleich ist nötig auch im 3nteresie der französischen Außenpolitik, die sich von der ständigen Sorge um den Frieden Europas und die nationale Sicherheit leiten läßt. Der Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund in dem Augenblick, wo in Genf Verhandlungen beginnen, die ber Beschränkung und Herabsetzung der Waffen gewidmet sind, läßt in diesem wichtigen Problem der Organisierung des Friedens ein neues Clement entstehen. Die Regierungen find dabei, in diesem Augenblick alle feine Folgen zu prüfen. Ehe über diefes lebenswichtige Problem eine wirksame parlamentarische Aussprache möglich ist. ist es erforderlich, das Gebiet genau zu bestimmen, auf dem Verantwortungen einzugehen wären. Die Regierung ist sich bewußt, immer der Politik der internationalen Zusammenarbeit gedient zu haben mit dem glühenden Wunsch, einen Zustand des vertrauens und der Sicherheit entstehen zu sehen, in dem die Würde aller Völker gleich gewährleistet ist. Keinem Wort gegenüber ist die französische Regierung taub, aber auch keiner Tat gegenüber blind. Warum beginnt man mit dem Bruch, wenn man aufrichtig eine Entente wünscht? Warum widersetzt man sich der Ueberprüfung der eingegangenen Verpflichtungen, wenn man feine Verpflichtungen achten will? Warum nimmt man nicht einen Plan an, dessen etappenweise Durchführung eine tatsächliche und wirksame Abrüstung bedeuten würde, wenn man bereit ist, das letzte Gewehr und das letzte Maschinengewehr zu vernichten? Frankreich beabsichtigt, seiner Politik der Zusammenarbeit treu zu bleiben und im selben Geiste die Prüfung einer Sage fortzusctzen, die nicht nur Frankreich und Deutschland interessiert, sondern die Gesamtheit der Völker, die sich zu einem großen und edlen Unternehmen, dem Völkerbund, zusammengetan hatten. Die Zurückhaltung, die Frankreich stets an den Tag gelegt hat, die wahren Opfer, die es in der Vergangenheit gebracht hat, berechtigen Frankreich, in (einen Handlungen fortzufahren, Handlungen, be- London, 17.Oft. (TU.) Der englische Staats- fetretär des Auswärtigen, Sir John Simon, sprach am Dienstagabend im englischen Rundfunk über die durch den Austritt Deutschlands aus der Abrüstungskonferenz und den Völkerbund geschaffene Lage. Jeder ernste Bürger, so erklärte Simon, der sich über die Bedeutung guter internationaler Beziehungen für die Zukunft Englands und der Welt überhaupt klar sei, habe den Ernst des Ereignisses verstanden, das sich am Samstag zutrug, als Deutschland seinen Austritt aus der Abrüstungskonferenz mitteilte. Man könne sicher sein, daß weder er noch die englische Regierung irgendwelche Worte wählen würden, die die Lage erschweren könnten. Der künftige englische Kurs bedürfe genauen Studiums und eingehender lieber» legung. Möglicherweise werde man dazu kommen, dgß England mit anderen Mächten und, wie er hoffe, mit der deutschen Regie- rung in Verbindung treten werde. Niemand an verantwortlicher Regierungsstelle würde sich zu voreiligen Erklärungen hinreißen lassen. Niemand könne sich eine endgültige Meinung bilden, bevor diese Ereignisse klar dargestellt und verstanden seien. Simon gab hierauf eine Uebersicht über die letzten Ereignisse auf der Abrüstungskonferenz und über die Bemühungen, die im Interesse einer Vereinbarung gemacht worden seien. Er fügte hinzu, er hätte sich durch die neuerlichen Unterredungen bis noch vor ganz kurzem sehr ermutigt gefühlt. Eine Annäheruna zwischen Frank- reich und Italien sei ohne Zweifel erfolgt. Die Mitarbeit der Vereinigten Staaten sei niemals stärker bewertet worden. England sei in der Lage geroef'n, freundschaftlich mit allen Mächten Fühlung zu nehmen, und er erhebe den Anspruch, daß England jede Bemühung gemacht habe, um alle zusammenzubringen. (Eng- land habe ein Recht zu sprechen, denn es habe nicht auf die allgemeine Abrüstung zu warten, sondern selbst ein Beispiel gegeben. Es habe seine eigenen Rü st ungen bis an die Gefahrengrenze herabgesetzt. Deutschlands Lage ist allen bekannt. Ein großes Volk Hal. nachdem es den Krieg verloren hat. unter dem Versailler Vertrag abgerüstet. „Wir Engländer", so sagte Simon, „verstehen Deutschlands Gefühle gut; England hat seit damals vieles getan, um Deutschland zur Wieder- erlangung seiner Stellung und seiner würde zu verhelfen. England ging im vergangenen Dezember bei dem Zustandebringen der von Frankreich. 3lalien. Amerika und England unterschriebenen Erklärung führend voran, dah Deutschland Rechtsgleichheit in einem Regime der Sicherheit gewährt werden könne. An dieser Erklärung h a l t e n w i r f e st. Wir sind niemals davon abgewichen, und wir versichern ihre Gültigkeit auch heute." eine sehr ernste Tatsache hat sich ergeben, die zwar «unter gegebenes Versprechen oder unsere Absicht, es zu erfüllen, nicht im geringsten ändert, die aber notwendigerweise bie 21 r t seiner Erfüllung in ben Einzelheiten berührt. Neuerliche Ereignisse in Europa haben ohne Zweifel ein Gefühl der Nervosität und der B e - unruhigung aufkommen lassen, was der wirkliche Grund dafür ist, warum schwergerüstete Staunet zögerten, ihre Streitkräfte zu schwächen. England habe daher bei den Abrüstungsbesprechun- gen versucht, die Aenderungen in den englischen Plan hineinzuarbeiten, die die neue Lage erfordert habe. Paris, 17. Okt. (TU.) Die französische Kammer trat am Dienstag um 15 Uhr nach den Sommerferien wieder zusammen. In dem vollbesetzten Haus herrschte eine deutliche Spannung. Nachdem der Kammerpräsident jedem der während der Ferien verstorbenen Abgeordneten einen Nachruf gewidmet hatte, ergriff Ministerpräsident Daladier das Wort zu einer Erklärung, die etwa 15 Minuten dauerte. Nachdem der Abgeordnete Selbes sodann im Namen der Radikalsozialisten eine Vertrauenserklärung für die Regierung abgegeben hatte, bestieg Daladier aufs neue die Rednertribüne, um die Regierungsvorlage zum Ausgleich des Fehlbetrages im Staatshaushalt einzubringen. Er betonte, daß er den Bestand der Regierung für den Ausgleich im Haushaltsplan in die Waagschale werfe. Daladier forderte die dringliche Beratung der Vorlage, die die Kammer mit 470 gegen 120 Stimmen, also mit der erforderlichen Mehrheit genehmigte. Daladier betonte, daß die Kammer pünktlich zusammenberufen worden sei nicht nur. weil die Regierung ihr Wort halten wolle, sondern weil es gefährlich wäre, den Ausgleich des Haushalts noch weiter zu verschieben. Auch die neuen Ereignisse, die das internationale Leben so tief beunruhigten, der plötzliche Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund, macht die Pflicht noch dringender, Ordnung im Staatshaushalt herzustellen. Ein Volk, das sich dieser Anstrengung nicht unterzieht, kann in der Welt in so schweren Zeiten nicht die klare und feste Politik führen, die die Ereignisse selber erforderlich machen. Die französische Regierung hat feil dem Winter zwei schwierige Krisen durchgemacht. Sie spricht zu der Kammer darüber, nachdem die Gefahr gebannt ist. Im Februar unb im April hat der Staat befürchten müssen, daß er mit Mühe nur bie Beamten bezahlen und ohne Inflation die Fälligkeiten am Schluß bes Monats nicht be ft reiten könne. Die Regierung hat damals schwierige Stunden durchlebt und will sie nicht wieder erleben, weder morgen noch jemals. Der Franken ist sicher. „Die goldene Harfe." Hauptmann-Uraufführung in München. Die Münchner Äammer|picle im Schauspielhaus haben, wie bereits kurz berichtet wurde, zum Ab- schluß des „Tages der deutschen Kunst" das fünf- ottiae Schauspiel „Die goldene Harfe" von Gerhart Hauptmann in der Inszenierung von Otto Falckenberg mit langandauerndem großen Beifall uraufgeführt. Der anwesende Dichter konnte die Huldigungen eines glänzenden Parketts entgegennehmen. Man sah den früheren Zaren Ferdinand von Bulgarien, den bayerischen Staat».Minister E s s e r, Hanns 2 ohst, Richard Billinger und viele andere Vertreter der Literatur, die gute Münchner Gesellschaft: ein großer Theaterabend! Da» neue Werk Hauptmanns ist unstreitig eine starke Dichtung, und nur ein so großer dramatischer Könner durste es wagen, einen Stoff von so zarter, gefühlsbetonter Prägung auf die Bretter zu bringen. Das Stück spielt einige Jahre nach den Freiheitskriegen auf dem Schlosse eines Reichsgrafen, inmitten der gepflegten Atmosphäre der Romantik. Die Komtesse Juliane hat ihren Bruder in den Freiheitskriegen verloren: er starb den Heldentod, da sie noch ein zwölfjähriges Kind war, und der Verlust des heißgeliebten Bruders lieh sie die Welt fliehen und Zuflucht suchen bei ihrer goldenen Harfe Da kehren die beiden Grafen Saltern, die damals mit ihrem Bruder in den Krieg gewgen waren, nach Jahren und am Ende einer Reife um die Welt, wieder im Schlosse des Orafen ein, vorn Schicksal hergezogen, ein unzertrennliches Zwillingspaar. Beide bejahen das Leben, und es gelingt ihnen, die Komtesse aus Trauer und Schwermut heraus^ureißen. Da entdecken beide ihre Liebe zu Juliane. Alexis, der Stärkere, räumt vor Güntber, dem schwächeren, das Feld, obwohl er sich von Juliane geliebt weiß-, Gunther wird seinem Bruder zum ersten Male im Leben untreu, besessen von seinem Verlangen nach Juliane: da kehrt Alexis, von Zweifeln und Qualen gepeinigt, unverhofft zurück, Julianes Herz fliegt ihm zu, und Günther verkriecht sich in seinem Schmerz in der einsamen Jagdhütte Treueste Bruderliebe droht in Haß und unerbittliche Feindschaft umzuschlagen. Da bestimmt Alexis Günther, mit ihm zufammen vor Juliane zu treten und sie zu zwingen, ihre Wahl zwischen den Brüdern zu treffen, vergebens sträubt sich Juliane dagegen, Schicksal zu spielen, unb in ihrer Seelennot wählt sie Günther, den Schwächeren der Beiden, wähnend, daß Alexis das unendliche Opfer eher zu tragen vermag, obwohl er ihrem Herzen nähersteht. Diese Größe Julianens reißt Günther hoch zu einer heldischen Tat, die größer ist als er: er will hinter Julianens und Alexis' Opferbereitschaft nicht zurückstehen und wählt den Tod, auf daß die beiden, die zueinandergehören, Zusammenkommen können. Die Subtilität des Geschehens erinnert an Maeterlinck: die Gepflegtheit der Atmosphäre birgt hohen Reiz in sich. Gerhart Hauptmann ist es gelungen, die romantische Epik dieses Stoffes dramatisch lebendig zu gestalten. In Dtto_ Falckenberg und seinen Darstellern fand er Könner von großem Einfühlungsvermögen, denen es gelang, feine Ideen zu verwirklichen. Allen voran fei Kaethe Gold genannt, die die schwierige Rolle der Juliane mit ihren wechselnden Gefühls» äußerungen in jedem Augenblick glaubhaft zu gestalten wußte. Die Zwillingsgrafen spielten Oskar Dimroth und Eberhard Keindorff edel und voller Temperament; Will Dohm war ein Musikus von Fleisch und Blut, ein ganzer Mann. Den Grasen spielte Fritz R e i f s mit adeliger Würde, die Gräfin Hanna Ralph sehr hübsch, ganz Dame der Romantik; Kaethe Wolf soielte anmutig die oer- traute Freundin der Komtesse. — Die Bühnenmusik, Die die einzelnen Szenen verband, und eine nicht unwesentliche Rolle in diesem Stücke spielt, hat Hermann Zilcher mit bekannter Meisterschaft komponiert; sie wurde unter der Leitung von Bern- Hard Eichhorn vollendet vom Jost R a b a - Quartett zum Vortrag gebracht. Die Bühnenbilder und Kostüme hatte Eduard Sturm entworfen. Sie waren sehr schön. — Qr ß Hauotmann» neues Schauspiel, das auf Wunsch des Reichskanzler» am „Tage der Deutschen Kunst" in München zur Uraufführung gelangte liegt im Buch noch nicht vor. Einer Bitte der Presse entsprechend, empfing der Dichter in den Räumen der Landesstelle Bayern de» Reichsministeriums für Propaganda und Volksaufklärung, die die Vermittlung übernommen hatte, die Ähaufpielreferenten der Münchener und auswärtigen Presse, um ihnen einige Angaben über sein neues Werk zu machen. Hauptmann erklärte dabei: „Das Stück, das jetzt uraufgeführt wird, rumort schon sechs bis sieben Jahre in meinem Jtbpfc. vor einigen Jahren habe ich Helene T h i m l g* diesen Stoff erzählt, da er mich ständig beschäftigte. Die Rolle schien ihr sehr geeignet, und sie hatte den Wunsch, daß ich da» • vom Deutschen Theater hi Berlin. Stück gleich in Angriff nehmen sollte. Aber das kann man bekanntlich nicht ohne weiteres. Man muß die Zeit abwarten, denn schließlich beruht Dichtung nicht auf einem „Machen", sondern auf einem Wachstum, und dieses Wachstum hat sich jetzt an diesem Stück vollzogen. Es ist ein äußerst bescheidenes Stück. Es handelt sich um verhältnismäßig stille Naturen. Es ift ein wirkliches Kammerspiel. Ich habe heute ein Stück von einer Probe gesehen, und ich freue mich, daß das Schauspiel bei diesem Theater und bei diesen Schauspielern gelandet ist. Das Stück spielt in einer vergangenen Epoche, die stark von Romantik durchtränkt ist. Es paßt aber immerhin in die neue Zeit, in der wir leben, denn es gibt laute und ruhige Augenblicke in jedem Menschenleben. Es handelt sich hier um ein Beispiel stiller Größe und stillen Heroismus." Arabella* in der Frankfurter Oper. Nach der vor kurzem erst erfolgten Dresdener Uraufführung und Oer Berliner Erstaufführung brachte das Frankfurter Opernhaus als drittes deutsches Theater die neue Oper „Arabella" von Richard Strauß heraus. Hugo von Hof- m a n n s t h a I, der so früh verstorbene Textdichter Richard Strauß', nannte das Werk eine lyrische Komödie, die, in der „guten alten Zeit", in dem Wien des Jahres 1870 spielend, auf verschlungenen Pfaden zwei Liebesgeschichten zum glücklichen Ende führt. Richard Strauß hat dazu eine Musik geschrieben, die mit zu dem Besten gehört, was der Meister uns bisher geschenkt hat. Wohl klingen in der Partitur gewisse Töne aus dem „Rosenkaoalier" wieder an, doch hört man auch Sätze, die ein ganz neues Bild von Richard Strauß geben Als vollendeter Beherrscher des großen Orchesters, als der große Techniker der Symphonie hat der Wiener Meister auch in dieser neuen Oper wieder alle Möglichkeiten des Buches ausgeschöpft und die lyrischen Stellen teilweise mit so zarten Melodien ausgesullt, wie wir sie bei ihm bisher nur in seinen besten Liedern kannten. Strauß hat in der Abgeklärtheit seiner siebzig Jahre ein Werk geschaffen, das mit feiner zarten Lyrik, seinem stillen Humor und seiner Wiener Ballfrohlichkeit eine starke Bereicherung für die deutsche Opernliteratur darstellt. Die Aufführung im Frankfurter Opernhaus gab Zeugnis von liebevollster Vorbereitung. Regie, Bühnenbilder, Orchester und Darstellung bildeten ein homogenes Ganzes, an dem kaum etwas zu tadeln war. Die Titelrolle lang Elia K m e n t ganz ausgezeichnet; sie war auch im Spiel voll auf der Die Lügen des Braunbuches im Brandstisterprozeß. Keine Beweise für die Anwesenheit von SA un Reichstag. — Lim das Alibi Torglers zur Zeit der Brandstiftung. ren Mäßigung weder ein Verhandeln, noch einen Verzicht zulafien. In diesem Geiste wird die französische Regierung fortfahren, die großen Inter» essen, die Frankreich und dem Frieden gemeinsam sind, weiter zu verteidigen. Am 26. Oktober wird Frankreich im Völkerbund zur Stelle sein. Sofort nach Beendigung der Finanzaussprache wird eine ernste und tiefgehende Aussprache beginnen können, die der Bedeutung dieses weitgehenden Problems gerecht wird. Heute beschränke ich mich darauf, mich gegen die Gerüchte der Panik und der eigennützigen Propaganda zu wenden, Frankreich hat seit Ende des Krieges keine größeren Freundschaften um sich gesehen. Seine klare und ehrliche Haltung, fein Wille zu einem wirklichen und festen Frieden, der wirksam garantiert ist, haben ihm rührende Zeugnisse des Vertrauens und der Zustimmung von dem allgemeinen Gewissen eingetragen. Frankreich ist entschlossen, ein Beispiel der Ruhe und der Kaltblütigkeit mit um so größerer Entschlossenheit zu geben, als es weiß, daß es in der Lage ist, die Verteidigung seines Gebietes und seiner Freiheiten zu sichern. Die Kammer vertagte sich sodann auf Donnerstag, um dem Finanzausschuß für die Beratung der Regierungsvorlage Zeit zu geben. Oie (Sanierung der Gtaatsfinanzen. Pari», 17. Oft. (ERB.) Einzelheiten über das Sanierungsgesetz, das die Regierung Daladier dem Haushaltsplan 1934 zugrundezulegen gedenkt, sind von maßgebender Seite noch nicht bekanntgegeben worden. Es scheinen auch gewisse Meinungsver- schiedenheiten zwischen dem Budgetminister L a • moureux und dem Ministerpräsidenten über die Frage der Ausgleichung des Defizits jju bestehen. Während Daladier der Ansicht zuzuneigen scheint, daß für einen Teil des Defizits lediglich d i e Schuldentilgung ausgesetzt und die grundlegende Reform bis zur Wiederkehr einer besseren Wirtschaftslage verschoben werden soll, möchte Lamoureux offenbar den ganzen Ausfall durch Ersparnisse decken. Von sechs Milliarden Franks, um die es sich hierbei handelt, sollen etwa 1,6 Milliarden durch Kürzungen der Beamtengehälter, der Pensionen und der Aufwendungen für Frontkämpfer aufgebracht werden. Diese Einschränkung der persönlichen Ausgaben im Staatshaushalt, die feit Beginn der Weltwirtschaftskrise in Frankreich lebhaft erörtert wird, könnte u. U. eine Gefahr für d i e Regierung werden. Die Republikanische Aktion hat bereits beschlossen, g e • g e n das Regierungswerk zu stimmen, und auch der Abgeordnete Löon Blum (Sozialist) hat in einer Unterredung mit dem Ministerpräsidenten keine Verpflichtung übernehmen wollen, für die Regie- rung zu stimmen. Die Taktik der Regierung läuft nun darauf hinaus, das ganze Sanierungsgefctz Im Dringlichkeitsverfahren zu erledigen, wofür eine Zweidrittelmehrheit ihre Einwilligung gegeben hat. Damit ist zunächst nur die Pro- xebur festgestellt, ohne daß das Ergebnis der fach, liehen Beratungen vorweggenommen wäre. Aber auch hier kann die Regierung damit rechnen, daß trotz der Widerstände aus Beamtenkreisen die allgemeine, aus der Wirtschaftslage sich ergebende Stimmung ihren Plänen günstig ist. Oie estnische Regierung zurückgetreten. Reval, 17. Oft. (TU.) Rach dem Abstimmungssieg der faschistischen Freiheitskämpfer ift Die estnische Regierung Tonnisson, die in den letzten Monaten mit Hilfe der Sozialdemofratie ein diktatorisches Regiment führte, zurückgetreten. E» wird angenommen, daß die neue Regierung unter Mitwirfung oder jedenfalls unter wohlwollender Duldung der Freiheitskämpfer zustande- kommt. Wenn die Freiheitskämpfer, die im jetzigen Parlament nicht vertreten find, eine solche Mitwirkung ablehnen, wird wohl ein Fachkabi» nett a l s Uebergangsregierung bis zum Inkrafttreten der neuen Verfassung und bis zu den Neuwahlen, die im Mai 1934 ftattfinben, gebildet werden. Berlin, 17. Oft. (WTB.) Zu Beginn der heutigen Sitzung nimmt der Oberreichsanwalt zu- nächst Stellung zu den Leweisanträgen des Rechts- anwalts Dr. Tc, chert für die bulgarischen Angeklagten. soweit Zeugen vernommen werden sollen darüber, daß sie geglaubt haben, Dimi troff gesehen zu haben, tatsächlich aber einem Irrtum erlegen sind, beantragte er Ablehnung, denn das fönnte ohne weiteres als richtig unterstellt werden Dagegen soll der Kinooperateur Heinrich als Alibizeuge für Popoff und Taneff vernommen werden, ebenso Frau Gertrud Baumgart, die Popoff und Taneff im Kino gesehen habe. Im übrigen wird der endgültige Beschluß des Senats über die Beweisanträge morgen verfündct werden. Der Zeuge Postschaffner Otto, der damals d i e Brieffastenleerung im Reichstag besorgte, schildert dann seine Beobachtungen bei der 21-Uhr-Ceerung. Er sei furz vor 20.45 Uhr zum Portal 5 gefommen, wo der Pförtner ihm gesagt habe, daß niemand mehr anwesend sei, nachdem auch Torgler das Haus verlassen habe. Der Zeuge ist bann durch die Wandelhalle zum Portal 2 gegangen und hat die verschiedenen Kasten im Reichstag geleert. Er hat weder Geräusche noch Gerüche wahr- genommen, es war oollfommen dunkel. Wenn er sich recht erinnere, habe mindestens der eine Flügel Der großen Glastür zum Plenarsaal offengestanden. Der Amtsgehilfe Wochöck, Pförtner des Portales 2 erklärt auf eine Frage des Oberreichsanwalts, ob es möglich fei, daß Abgeordnete, die in der Loge telephonierten, sich an dem Schlüssel zu schaffen machten, das wäre möglich, denn um vertrauensvolle Abgeordnete hätte er sich nicht besonders gekümmert, d. h. sie beobachtet. Der Amtsgehilfe k o h 1», der feit etwa 20 Jahren an der Garderobe beim Portal 2 des Reichstags tätig ist, sagt au», am 27. Jebruar, etwa zehn Minuten vor 20 Uhr habe noch die Garde- tobe de» Abgeordneten Torgler am Riegel gehangen. Er habe anrufen wollen, ob die Garderobe nicht hinaufgeschafst werden könnte. Zweimal habe er auf Rümmer 321 im Zimmer 9a angerufen. Ls habe sich nie- wand gemeldet, und auch da» Besetztzeichen sei nicht gekommen. Dann habe er zweimal über Nummer 322 im Zimmer 9b angerufen. Auch dort habe sich niemand gemeldet. Als er nach dem zweiten vergeblichen Anruf den Hörer noch in der Hand hatte, habe berJlebenapparatinber(Barberobe geklingelt, und der Fahrstuhlführer Düster- Höft habe ihm gesagt: „Eben wird angerufen, wir möchten bie Zachen des Abgeordneten Torgler nach oben bringen. Lima 3 Minuten nach 20 Uhr seien Düsterhöft und er (Kohls) nach Hause gegangen. Er sei um 20.45 Uhr nach Hause gekommen und habe sich um 21.30 Uhr ins Bett gelegt. Gleich-noch 22 Uhr habe sein Nachbar geklingelt und mitgeteilt, der Reichstag brenne. Er sei dann sofort mit der Straßenbahn zum Reichstag gefahren. Ein Polizeibeamter wollte ihn nicht in das Gebäude lassen und sagte, Minister Göring sei gerade drin, worauf er erwiderte, daß er geradezu Göring wolle. Er sei dann ans Portal 2 gebracht worden und sei später zusammen mit dem Minister- Präsidenten Goring, der ja gleichzeitig auch Reichs- tagspräsident war, im Auto nach dem Mini- sterium Unter den Linden gefahren und dort vernommen worden. Wenn er nicht irre, sei es Dalucge gewesen, der ihn zu Pro- tokoll vernommen habe. Der Oberreichsanwalt bemerkt dazu, daß Daluege damals Chef der Kriminalpolizei war. Der Zeuge sei also von der Kriminalpolizei vernommen worden wie jeder andere. Der Angeklagte D i m i t r o f f fragt u. a., welcher Partei Der Zeuge an gehört. Kohls erwidert: Ich habe noch nie einer Partei angehört, Herr Dimitroff, wenn Sie es genau wissen wollen. Auf eine weitere Frage Dimitroffs, ob Der Zeuge mit dem Ministerpräsidenten Göring noch einmal zusammengekommen sei, erklärt Kohls, in Sachen Der DranDangelegenheit nicht. Obermaschinenmeister M u tz k a erklärt, daß der unterirdische Gang nicht vom Reichstag zum Präsidentenpalais führe, sondern vom Reichstage zum Maschinenhaus. Der Gang habe später eine Abzweigung zu dem später erbauten Präsidenten- haus erhalten, um auch dieses Haus mit Heizung zu versorgen. Wenn das Maschinenhaus in Betrieb sei, seien beide Türen geöffnet. Die Frage des Vor- sitzenden, ob er am 27. Februar etwas Auffälliges in dem Gang bemerkt habe, wird vom Zeugen oer- ne int. Auf weitere Fragen erklärt Mutzka, es fei einmal vorgekammen, daß ein Schlüssel zum Gang verloren ging und auch verschwunden blieb. Dieser Vorgang liege aber sehr weit zurück. Auf eine entsprechende Frage des Vorsitzenden erklärt der Zeuge weiter, es sei ihm nicht bekannt, daß im Prä- sidentenhaus eine SS.- oder S A. - W a ch e gewesen sei. Er wisse auch nicht, ob Ministerpräsi- dent Göring damals im Präsidentenpalais gewohnt habe. Reichstagspräsident Göring nnd Reichsminister Goebbels als Zeugen geladen Oberreichsanwall Dr. Werner betont dann, im Braunbuch werde ohne jeglichen versuch des Beweises die Behauptung aufgeftellt, daß durch den unterirdischen Gang unter Führung des Polizeipräsidenten Heines (Breslau), des Oberleutnants Schulz und des Polizeipräsi- denlen Graf Helldorf (potsbam) 5 21.- Abteilungen in den Reichstag ein- gebrungen seien und dort den Brand gelegt haben. Für jeden einzelnen der ausgesuchten $A.- und $$.-Führer sei die $telle genau bezeichnet worden, wo er einzusehen hatte. Am Tage vorher sei die Generalprobe abgehalten worden, van der £ u b b e sei als Fünfter oder Sechster milgegangen. Als der Beobachtungsposien im Reichstage meldete, daß die Luft rein sei, begaben sich die Brandstifter an die Arbeit, die Brandlegung war in wenigen Minuten vollendet und sie gingen den gleichen Weg, den sie gekommen waren, nach getaner Arbeit zurück, von der Lübbe blieb allein im Reichstagsgebäude zurück. — jch beantrage, fuhr der Oberreichsanwatt fort, als Zeugen den Polizeipräsidenten Heines (Breslau), den Oberleutnant Schulz und den Polizeipräsidenten Graf Helldorf (Potsdam) dafür zu laben, bah sie mit blefer Sache nicht bas geringste zu tun hoben, jch beantrage weiter. als Zeugen ben preußischen Ministerpräsi- deuten Göring und ben Reichsminister Dr. Goebbels zu laben. Jn bem Braunbudj wirb bat Unerhörte behauptet, ohne auch nur zu oer- suchen, einen Beweis zu führen, bah Minister Goebbels als inbirefter Urheber unb ber preu- hifche Ministerpräsident Göring ebenfalls als Urheber des Planes gegolten haben. Ls ist eine Pflicht, wenn solche unerhörten unb unbewiesenen flerbädftigungen in die wett gesetzt werben, bah bann auch diesen Herren die Möglichkeit gegeben wird, sich über alle in diesem Zusammenhang stehenden Vorgänge zu äußern, insbesondere auch über bie bamalige politische Loge unb bie baburd) notwendig gewordenen Maßnahmen vor Gericht unter Lid auszusagen. — Rach kurzer Besprechung mit den übrigen Senafsmitgliebcrn verkündet der Vorsitzende den Senaksbeschluh, den Beweisanträgen des Odereichsanwaltes stattzugeben. Die Vernehmung der Zeugen Heines, Schul, unb Graf hellborf soll bereits am Freitag erfolgen. Mi- nlfterpräfibenl Göring unb Reichsminister Dr. Goebbels sollen vernommen werden, wenn bas Gericht mit ben politischen (Erörterungen beginnt. Wichtige Beschlüsse des Reichskabinetts. Aenberung des Bankgesetzes.— Einzelhanbelssperre verlängert. — Aufbau des Handwerks. —Kreditgarantie für Kleingewerbetreibende. Berlin, 17. Okt. (TU.) Das Reichskabinett verabschiedete in seiner heutigen Sitzung em Gesetz über Die AenDerung de» Bankaesctzes vöm 30. August 1924. Danach soll Die Leitung Der Reichsbank statt bisher vom Generalrat in Zukunft vom Reichspräsidenten ernannt wer- Den. Die auf den Daroesplan zurückgehende Institution Des ©eneralrats der Reichsbank wird beseitigt. Die Reichsbank erhält weiter Die Befugnis, festverzinsliche Wertpapiere zur Regulierung des Geldmarktes zu kaufen und zu verkaufen, um dadurch nach Möglichkeit auch auf Dem Gebiete des Kapitalmarktes regulierend und fördernd eingreifen zu können. Sie soll die gekauften Wertpapiere und in gleicher Weise auch die ßombarbforDerungen al »bankmäßige Notendeckung verwenden Dürfen. Ferner sollen die Vorschriften über eine mechanische Erhöhung Des Diskontsatzes in Serbin- Dung mit einer Noten st euer beseitigt wer- den, da sie sich in Der praktischen Erfahrung Der letzten Jahre als unburchr'ührbar erwiesen haben. Die Reichsbank wird weiterhin ermächtigt, eine AbschlagsDioidenDe zu zahlen, bie üblicherweise am 1. Oktober eines jeden Jahres gezahlt wer- Den soll, damit die Reichsbankanteile wieder zu einem bevorzugten Anlagepapier des Sparers werden. Die Verkündung Des Gesetzes wirb nicht vor Dem 28. d. M. erfolgen. Weiterhin genehmigte das Kabinett eine 21 e n • Derung des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels vom 12. Mai 1933, das ein allgemeines Verbot Der Errichtung neuer Verkaufsstellen Des Einzelhandels für Die Zeit bis zum 1. November 1933 vorsah. Durch die heute beschlossene AenDerung wird die Sperre bis zum 1. Juli 1934 verlängert Das Reichskabinett verabschiedete sodann ein Ge- Höhe. Den gradsinnigen, ehrlichen Naturmenschen Mandryka traf Jean Stern sehr echt; auch der Matteo lag bei Torsten Ralf in guten Händen. Emmy H a i n m ü 11 e r fühlte sich in ihrer Hosenrolle als Schwester Arabellas recht wohl, und Clara Ebers schmetterte die Koloraturen Der historischen Fiakermilli mit Bravour in Den Trubel des Fiakerballes. Emil Staudenmeyer und Frau Elfe K e n t n e r - F i f ch e r erfüllten ihre Aufgabe als finanziell bedrängtes Elternpaar vorzüglich. Bertil Wetzeisberger führte den Stab. Der reiche Bei- fall, den das ausgezeichnet besetzte Haus nach jedem Aktschluß spendete, galt nicht zuletzt auch ihm. fr. Grundsätzliche Neuordnung des Habilitationsverfahrens. Berlin, 17. Okt. (TU.) Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Ruft, hat angeordnet, daß bas Hodilitationsver- fahren grundsätzlich neu geregelt wird. Zur Genehmigung einer Habilitation genügt in Zukunft nicht mehr der Nachweis wissenschaftlicher Leistungen bei Der Fakultät. Der Habilitant muß vielmehr auch in einem Geländesportoder Arbeitslager mehrere Monate gedient und muß an einer Dozenten-Akademie einen längeren Schulungskursus durchgemacht haben. Für das Wintersemester treten eine Reihe von Üedergangsmaßnahmen in Kraft. Für die Neugestaltung der Hochschulen ist bie Erziehung des akademischen Nachwuchses von entscheidender Bedeutung. Die Entscheidung darüber, ob jemand geeignet ist, Hochschuldozent zu werden, lag bisher einzig und allein bei Den Fakultäten. Es wurden gute Fachgelehrte ausgewählt, und die allgemeine Qualifikation blieb dem Zufall überlassen. Wenn die Universitäten roirflid) umgestaltet werden sollten, mußte hier bei der Auswahl Der roeröenDen Dozenten grundsätzlich Wandel geschaffen werden. Das Zeugnis aus Dem Arbeitsdienst wird für die Zulassung der Habilitation wesentlich fein. Er durchläuft Dann weiter eine Dozenten-AkaDemie, in der. in regelmäßigen Kursen die Habilitanten aller Fakultäten zusammengesaht werden. In einer strengen Lebensgemeinschaft soll hier auch allgemein wissenschaftlich gearbeitet werden und so die Beziehungen zwilchen den Fakultäten wieder enger werden. Aus Grund fachwissenschaft- kicher Bewährung wird niemand mehr Dozent wer« Den können. setz über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks, wonach der Reichs- Wirtschaftsminister im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister ermächtigt wird, über den Aufbau des deutschen Handwerks eine vorläufige Regelung auf der Grundlage allge m e i - ner Pflichtinnungen und des Füh- rergrundfatzes zu treffen. Das deutsche Handwerk im Sinne dieses Gesetzes umfaßt alle in der Handwerksrolle eingetragenen Betriebe, soweit sie nicht zum Reichsnährstände gehören. Hierüber treffen der Reichswirtschaftsminister und der Reichsernahrungsm>nister gemein- am nähere Bestimmungen. Auf Antrag des Reichswirtschaftsministers beschloß das Reichskabinett, den Reichsminister der Finanzen zu ermächtigen, namens des Reiches G o - rantien von insgesamt 10 Millionen Reichsmark für Kredite zu übernehmen, die von gewerblichen Kreditgenossenschaften oder von Prioatbankiers an Kleingewerbetreibende gegeben werden. Es handelt sich hierbei um eine Maßnahme im Zuge der Arbeitsbeschaffung, die nur als einmaliger Ausnahmeoorgang zu bewerten ist. Schließlich nahm das Reichskabinett ein Gesetz über die Eidesformel der Reichsmini ft er und der Mitglieder der Landesregierungen an, wonach die Eidesformel mit dem kürzlich in einem preußifchen Gesetz festgelegten Wortlaut in Ueber- einstimmung gebracht wird. Keine Aenderung der Lohnpolitik Ein grundsätzlicher Erlaß des Reichs« arbeitsministers. Berlin, 17. Oft. (WTB.) Der Reichs- arbeitsminister teilt im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem Beauftragten des Führers für Wirtfchaftsfragen in der Reichskanzlei mit: Seit Erlaß des Gesetzes über die Treuhänder der Arbeit hat die Reichsregierung mehrfach Mim Ausdruck gebracht, daß es eine wesentliche Aufgabe der Treuhänder sei, die vorhandenen Tarifverträge und insbesondere das Lohnniveau aufrecht zuerhalten. Rur in besonders dringenden Fällen dürfen die Treuhänder eine Aenderung von Tarifbedingungen, die sozial oder wirtschaftlich nicht mehr länger zu vertreten sind, vornehmen. An diesen Richtlinien muß die Reichsregierung schon deshalb festhalten, weil sie jede Gefährdung ihres nächsten Hauptzieles, nämlich der Beseitigung der Arbeitslosigkeit, unter allen Umständen vermeiden muß. Eine grundsätzliche Aenderung des Lohnsystems, wie zum Beispiel die allgemeine Einführung eines Wochenlohnes unter wesentlich verlängerten Kündigungsfristen, kann jetzt also ebensowenig wie eine materielle Aenderung der Lohnhöhe in Betracht gezogen werden. Die Treuhänder sind erneut angewiesen worden, in diesem Sinne ihre Entscheidungen zu treffen. Es ist also zwecklos, daß einzelne Verbände A n - träge auf grundsätzliche lohnpoli- tische Reformen an die Treuhänder richten. Ebenso hält es die Reichsregierung für erwünscht, daß in der öffentlichen Diskussion die notwendige Rücksichtnahme auf die erwähnten lohnpolitischen Richtlinien geübt wird, um eine Beunruhigung der Arbeitnehmer und Unternehmer zu vermeiden. Kleine politische Nachrichten. Die einstweilige Kirchenleitung der evangelischen Landeskirche in Hessen-Kassel beschloß, in Kassel eine Evangelische Akademie zu errichten, die der Schulung von Pfarrern und Laien dienen soll. Man will hiermit der neuen volksmissionari- schen Aufgabe der Kirche, die sich aus der neuen Zeit ergibt, gerecht werden. Als erste Gesamttagung aller evangelischen Elternverbände findet vom 29. bis 31. Oktober 1933 in Dresden der Deutsche Evangelische E l t e r n t a g statt. Der Kreditausschuß der Deutschen-Rentenbank- Kreditanstalt hat aus dem Arbeitsbeschafsungspro- gramm vom 1.Juni 1933 erneut Darlehens- bewilligungen im Gesamtbeträge von über 13 Millionen Mark ausgesprochen. Davon entfallen auf den Freistaat Sachsen Beträge von über eine Million Mark für eine Reihe von Meliorationen und Flußregulierungen. Darlehen von rund einer halben Million Mark wurden ferner bewilligt der Badischen Wasser- und Straßenbaudirektion. Die Deutsche Staatspartei, Landesver- band S a a r g e b i e t, hat sich a u f g e l ö st. Die Anhänger und Freunde der Partei werden aufgefordert, die Deutsche Front im Kampf um die Rückgliederung des Saargebietes durch Mitarbeit in der neuen Volksgemeinschaft auch weiterhin zu unterstützet. In das erste Konzentrationslager in Oe st erreich in Wöllersdorf bei Wiener-Neu- stadt, dem Ort, wo sich früher die bekannten Munitionsfabriken befanden, sind 3 6 Nationalsozialisten, darunter zwei Frauen, zum Zwangsaufenthalt eingeliefert worden. Die Bewachung soll der Heimatschutz übernehmen. Der südslawische Ministerpräsident S r s k i t s ch und Minister des Aeußern I e s t i t s ch haben sich nach Niska Banja begeben, um dem König die Demission des gesamten Kabinetts anzubieten, weil Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Mi- nisterpräsidenten und dem Finanzminister in der Frage der vom Ministerpräsidenten angeforderten außerordentlichen Kredite für Notstandsarbeiten und für die Konsolidierung der Landwirtschaftsschulden besteht. parlamenisuahlen mÄortvegen Beträchtliche Gewinne der Arbeiterpartei. Oslo, 17. Okt. (WTB.) Die Wahlen zum Stör- ting ergeben das folgende Bild: Arbeiterpartei: 69 Sitze (Gewinn 22), Konservative 31 (Verlust 10), Liberale 24 (Verlust 9), Bauernbund 22 (Verlöt 3), Liberale Dolkspartei 1 (Verlust 2), Radikale Dolkspartei 1 (wie vorher); die kleinen unabhängigen Gruppen haben zwei Sitze erhalten (Gewinn 2). Die Wahlen haben eine beträchtliche Verschiebung der politischen Kräfte erbracht. Die Arbeiterpartei hat die schwere Niederlage bei den Okto- berwohien 1930 mehr als wett gemacht. Die großen bürgerlichen Parteien haben erhebliche Die Außenpolitik des neuen Deutschland. Nirgends Streitfragen/ die einen Krieg rechtfertigen könnten. Cin Goebbels-Interview. London, 17. Okt. (WTB) Der Reichspropagandaminister Dr. Goebbels hat dem Korrespondenten der „Daily Mail" in Berlin, Ward Price, einige Fragen im Zusammenhang mit dem Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund und der Abrüstungskonferenz beantwortet. Auf die Frage, ob Goebbels eine Antwort darauf geben könne, ob Deutschland jetzt bereits mit derAuf- rüstung beginne, sagte der Propagandaminister: Nein. Deutschland hält sich an seine vertraglichen Verpflichtungen. Es erhebt aber die Forderung, daß die anderen Unterzeichner des Vertrages ihre Versprechungen in derselben Weise erfüllen. Auf die Frage, wie die Aeußerungen, die Hitler in feiner Rundfunkrede im Hinblick aus die deutsch-französischenBeziehungen getan habe, mit den in dem Buche „Mein Kampf" und sonstwo ausgedrückten Gefühl gegen Frankreich in Einklang gebracht werden könnten, habe Goebbels geantwortet, daß das Freundschaftsangebot, das Hitler an Frankreich machte, ein Beweis für die Evolutionsiähigkeit der Nationalsozialistischen Partei sei. Schon seit längerer Zeit sei eine Veränderung in der Haltung Deutschlands gegenüber Frankreich vor sich gegangen. Wenn Deutschland die Saar zurückerhalte, werde es keine gebietsmäßigen Klagegründe gegen Frankreich haben. Auf die Frage, ob dies auch auf Polen zutreffe, habe der Propagandaminister erwidert: Deutschland könne den Korridor sicherlich nicht als ständige Einrichtung betrachten, aber es sei der Ansicht, daß es keine Frage in Mitteleuropa gäbe, die einen neuen Krieg rechtfertigen und notwendig machen würde. Deutschland wünsche den Korridor zurückzuerhalten, aber es sei überzeugt, daß dies Sache von Verhandlungen sei. Das möge zum Teil unmöglich erscheinen, aber manche scheinbare Unmöglichkeiten seien im Europa der letzten Jahre verwirklicht worden. Der Aufstieg der NSDAP, zur Macht sei eine davon. Kührertagung der NSDAP. ReichspropagandaniinisterOr.Goebbels gibt die Richtlinien für die Wahl bekannt Berlin, 17. Okt. (TU.) Die Reichspressestelle der NSDAP, teilt mit: Die heute in Berlin stattfindende politische F ü h r e r t a g u n g der N S D A P., die sich mit den Aufgaben der nächsten Wochen befaßt und insbesondere den Fragen der Vorbereitung für die Wahl des 12. November gewidmet ist, begann heute vormittag 11 Uhr mit einer B e - sprechung der Gauleiter mit dem Führer der NS. Reichstagsfraktion, Reichsleiter Dr. Frick. Die Besprechung galt vor allem den technischen Wahlvorbereitungen und der A u f st e l l u n g der Kandidatenliste. Um 15,30 Uhr hielt die Reichspropagandaleitung der NSDAP, unter dem Vorsitz des Reichspropagandaleiters Dr. Goebbels eine Tagung der Gauleiter und Gaupropagandaleiter ab, zu der auch mehrere Reichsleiter erschienen waren. Im Mittelpunkt standen eingehende Darlegungen des Reichspropagandaleiters Dr. Goebbels, der in großen Zügen die Aufgaben der Bewegung für den bevorstehenden Wahlkampf umriß und die propagandistischen Richtlinien für die Organisation ausgab. Einleitend warf Dr. Goebbels einen Rückblick auf die außenpolitische Entwicklung in Genf und sprach über die Gründe, die zu der Entscheidung Deutschlands am 14. Oktober geführt haben. Die weltpolitische Bedeutung der bevorstehenden Dahl und Volksabstimmung liege darin, daß sie den Beweis erbringen werde, daß die Regierung Hitler in Deutschland nicht eine Regie- rungderGewalt.fonderninwahr- heit di e Hepräf entantin und die Wortführerin des deutschen Volkes in seiner Gesamtheit sei. Dieser Wahlkampf und diese Wahl solle eine Demonstration des Friedens und der Ehre des deutschen Volkes fein. Die Fragen, vor die die Regierung das Volk stelle, laute: wollt Ihr Gleichberechtigung? wollt Ihr denFrieden? Die Richtlinien, die der Führer in feiner großen Rede am Samstag gegeben habe, hätten innerpolitifch und auch in diesem Wahlkampf maßgebend zu fein für unser Tun und handeln. Dieser Wahlkampf werde mit neuen pro - pagandistischen Methoden geführt werden und durch die Wucht aufmarschierender Volksmassen sein demonstratives Gepräge erhalten. Die Uebertragung durch den Rundfunk werde auf wenige besondere Kundgebungen beschränkt. Im Vordergrund stehe die Versammlungslawine und die Propaganda von Mund zu Mund. Dr. Goebbels sprach dann über die Propagandamethoden im Einzelnen und gab die Richtlinien für ihre Durchführung. Wenn die NSDAP, sich mit den gleichen Tugenden wappne, die sie in den Wahlkämpfen um die Macht bewiesen habe, dann werde der Sieg des 12. November sicher fein. Anschließend an die Worte des Reichspropagandaleiters gaben noch einzelne Referenten der Reichs- propagändaleitung Einzelheiten über die technische Durchführung der Propagandamaßnahmen bekannt. Der Führer spricht. Wie die Spätmorgenausgabe des „Lokalanzeiger" berichtet, hat in Fortsetzung der Führertagung am Dienstagabend im Sitzungssaal des Preußischen Landtags, der bis auf den letzten Platz gefüllt war, eine abschließende Sitzung stattgefunden. Nach kurzen einleitenden Worten durch den Stellvertreter des Führers Rudolf Heß nahm sofort der Führer das Wort zu einer großen Rede. Oer Sinn der Volksbefragung. Ein Interview mit Dr. Goebbels.-Regierung und Volk find eins und wollen ein und dasselbe. Berlin, 17. Okt. (TU.) Reichsminister Dr. Goebbels gab am Dienstag dem Berichterstatter des Scherl-Verlages, Rolf Brandt, folgendes Interview: Erste Frage: Herr Reichsminister! Das Ausland spricht von dem Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund und aus der Abrüstungskonferenz zum Teil so, als ob damit eine außerordentlich gespannte Situation geschaffen werden könnte. Können Sie und wollen Sie, Herr Reichsminister, noch etwas über d i e Gründe sagen, die Deutschland zu diesem Schritt veranlaßt haben? Antwort: Deutschland hat die Teilnahme an internationalen Konferenzen, besonders an der Abrüstungskonferenz und am Völkerbund von vorn- herein von bestimmten Bedingungen abhängig gemacht. Die wichtigste dieser Bedingungen heißt: Wir fordern gleiche Berechtigung und wir weigern uns, von vornherein uns mit dem Makel der Ehrlosigkeit behasten zu lassen. Da uns weder im Völkerbund, noch auf der Abrüstungskonferenz diese gleiche Berechtigung zugestanden worden ist, mußten wir sowohl den Völkerbund, wie auch die Abrüstungskonferenz aus Gründen der Ehre verlassen. Zweite Frage: Warum wird aus diesem Anlaß eine neue Volksbefragung gemacht? Es weiß dach jeder Mensch, daß das deutsche Volk geschlossen hinter der nationalsozialistischen Negierung steht? Antwort: Freilich, in Deutschland weiß das jedermann. Niemand unter uns befindet sich im Zweifel darüber, daß diese Regierung eine Regierung des ganzen deutschen Volkes ist. Aber das Ausland bezweifelt das. Gewissenlose Hetzer im Ausland, vor allem die aus Deutschland ausgewanderten jüdischen und marxistischen Emigranten, behaupten immer wieder, daß die nationalsozialistische Bewegung über Deutschland ein Regiment des Terrors und der Gewalt aufgerichtet habe. Die Volksbefragung hat vor allem den Zweck, dem Ausland zu zeigen, daß nicht nur in dieser Frage, sondern in allen großen inneren und äußeren Fragen das deutsche Volk geschlossen und einheitlich hinter Adolf Hitler und seiner Regierung steht. Das zu beweisen, ist Hauptsinn unserer Volksbefragung. Dritte Frage: Glauben Sie, Herr Reichsminister, daß ernste Verwicklungen sich d o r bereiten könnten, wie es gewissenlose Emigranten dem Ausland einzureden versuchen? Antwort: Keineswegs. Die deutsche Regierung hat im Namen des deutschen Volkes durch den Mund des Kanzlers der Welt den Frieden und die Beruhigung an geboten. Der Kanzler hat eine große, bisher in Deutschland noch nicht erlebte Geste, sogar Frankreich gegenüber, gemacht. Deutschland hat betont, es will den Frieden und lehnt die Gewalt als ein Mittel, öffentliche und europäische Fragen zu läsen, rundweg ab. W i r wollen einen Frieden der Gleichberechtigung und sind der lieber- zeugung, daß ein ehrbewußtes und starkes Deutschland eine bessere Garantie für den europäischen Frieden darstellt als ein geschwächtes Deutschland, an dem jeder Gegner sich schadlos halten kann. Vierte Frage: Herr Reichsminister! Eine letzte Frage: Wie beurteilen Sie b i e Aussichten, ich meine prozentual, der Regierung bei der kommenden Abstimmung? Antwort: Das ist meiner Ansicht nach ein falscher Ausdruck. Es kann hier weder non Aussichten der Regierung, noch von Aussichten irgendeiner Partei die Rede sein. Ich bin der Ueberzeugung, daß es in der Frage der gleichen Berechtigung, in der Frage des Friedens und in der Frage der nationalen Ehre des deutschen Volkes in Deutschland überhaupt nur eine einheitliche Meinung geben kann, und ich bin weiterhin der Ueberzeugung, daß die ganze Nation sich mit verschwindenden Ausnahmen in dieser Frage hinter die Regierung st eilen wird. Ich glaube, daß der 12. November der Welt ein sichtbares Zeichen für die Tatsache sein wird, daß das Volk die nationalsozialistische Bewegung und die Führung in Deutschland ein und dasselbe sind und ein und dasselbe wollen. (Das Interview wurde für die Ufa-Tonwoche gefilmt.) Einbußen erlitten, und zwar die Konservativen als Opposition ebenso wie die Liberalen als Regierungspartei. Gut halten konnte sich der Bauernbund, der ja auf bestimmte Wahler- maffen zurückgreifen kann. Durch die Wahlen ist natürlich auch die Frage akut geworden, wie die künftige Regierung Norwegens ausfehen wird. Als Ende Februar dieses Jahres die konservativ-bauernbündlerische Regierung Hundseid durch das liberale Kabinett M o w i n ck e l erseht wurde, betonte man auf liberaler Seite, daß man unter keinen Umständen in irgendeiner Form mit der Arbeiterpartei zusammengehen wolle. Die ziemlich harten Bestimmungen des Gesetzes gegen die Sabotage des Arbeitsfriedens, das im Ium erlassen wurde, sollten diesen Willen bekräftigen. Ob es angesichts der neu geschaffenen Lage möglich ist, diese Politik fortzuführen, darf bezweifelt werden. Die andere Möglichkeit einer Konzentratiansregierung aller bürgerlichen Parteien würde allerdings vor- ausfetzen, daß alle Parteigegensätze zurückgestellt und die gesamte Politik auf die Behebung der Wirtschaftskrise und den Ausgleich des Budgetdefizits abgestellt wird, das den Anlaß der letzten Kabinettskrise gegeben hat. Aus aller Welt. Adolf Hitlers Kanzler-Reden in Buchform. Der Parteioerlag Franz Eher Nachfolger gibt, wie die NSK. berichtet, eine Sammlung der offiziellen Reden des Volkskanzlers Adolf Hitler heraus, die der nationalsozialistischen Bewegung und ihren Soldaten im Kampf der nächsten Wochen die beste Waffe im Kampf gegen die Lüge in der Welt gibt. In einer kleinen Sammlung zum Preise von nur 50 Pf. werden die Reden des Kanzlers veröffentlicht, durch die immer wieder der Wille und die Forderung Deutschlands auf Arbeit und Frieden schwingt. Die bayerischen Städte stisten 50 000 Reichsmark für das Haus der Deutschen Kunst. Bekanntlich haben die bayerischen Städte anläßlich des Tages der Deutschen Kunst von einer bereits geplant gewesenen Huldigungsfahrt abgesehen. Statt dessen überreichte der Bayerische Gemeindetag, vertreten durch Oberbürgermeister Liebel und Oberbürgermeister Knorr, dem bayerischen Staatsminister und Staatskommissar für das Haus der Deutschen Kunst, Adolf Wagner, nun eine kunstvolle Adresse und eine Spende für das Haus der Deutschen Kunst in Hohe von 50000 Mark. Die Spende ist ein herrliches Zeichen für die innere Verbundenheit zum gemeinsamen Ziel. Eine halbe Million für die Arbeitsbeschaffungsspende. Die Firma Dr. A. Oetker in Bielefeld (Oetkers Backpulver) hat für Zwecke der Arbeitsbeschaffung eine Spende von 500 000 Reichsmark gestiftet. Heuer Geschwindigkeitsrekord des „Graf Zeppelin" Wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, ist das Luftschiff „Graf Z e p p e l i n", Das fahrplanmäßig in den Abendstunden des 17. Oktober in Pernamduco eintreffen sollte, bereits um 13 Uhr dort gelandet und hat somit die 8000 Kilometer lange Strecke Friedrichshafen—Pernam- buco in 63V« Stunden zurückgeleat. Das Luftschiff hat dadurch für die Ausreise nach Brasilien einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Schneefall auf dem Feldberg im Schwarzwald. Der in den frühen Morgenstunden des Dienstag eingetretene stärkere Temperaturrückgang hat auf den Hohen des Schwarzwaldes von 1000 Meter aufwärts zu Schneefällen geführt. Der Feldberg meldet bei 0 Grad Dienstag morgen 1 cm Schnee. Das Schneetreiben dauert an. Auch Neustadt im Schwarzwald verzeichnet heftiges Schneetreiben. Schwere Gasexplosion in Paris. — 25 Verletzte. Eine folgenschwere Gasexplosion, bei der etwa 25 Personen mehr oder weniger schwer verletzt wurden, ereignete sich im Keller eines Miethauses in Paris. Zwei Lebensmittelgeschäfte, die sich rechts und links von der Eingangstür des Hauses befanden und die zur Zeit der Explosion voller Kunden waren, wurden durch die Explosion fast vollkommen zerstört. Der Fußboden wurde aufgerissen, und die Kunden stürzten zum größten Teil in den darunter liegenden Keller. Die Fensterscheiben des Gebäudes und anderer umliegender Häuser gingen in Trümmer. In den Geschäften selbst wurde alles vollkommen zerstört. Die Feuerwehr und die Polizei trafen kurz nach Der Explosion an der Unglücksstelle ein und begannen sofort mit den Rettungsarbeiten. Etwa 25 Personen, von Denen einige lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatten, mußten in Das Krankenhaus Übergeführt werben. Die Ursache Der Explosion ist auf Das Platzen eines Gasrohres zurückzuführen. In Dem Keller waren Arbeiter mit Der Ausbesserung eines Wasserrohres beschäftigt und trafen beim Auf- reißen des Bodens mit der Spitzhacke versehentlich das Gasrohr. Drei Kinder durch kochende Suppe verbrüht. Durch kochende Suppe wurden die Drei Kinder einer Familie in Baumholder (Rheinland) beim Mittagessen verbrüht, so daß alle schwere Brandwunden daoontrugen und das jüngste Kind nach schrecklichen Qualen st a r b. Eines Der KinDer hatte Durch Unvorsichtigkeit Den Topf mit kochender Suppe umgestoßen. Der Inhalt ergoß sich über die drei unglücklichen Kinder. Die beiden überlebenden Kinder liegen schwer darnieder. Raubüberfall in München. Ein bekanntes Münchner Original, das jeder Hofbräuhausgast unter dem Namen „Lenba ch" kennt, der Zeichner Fritz Mandlinger, wurde in einer der letzten Nächte das Opfer eines Raubüberfalls. Der komische Alte trug sein ganzes, in langen Jahren fanatischen Sparens erarbeitetes Vermögen aus Furcht vor einem Verlust immer mit sich in einer wachsleinenen Handtasche. Auf dem Heimweg nach Mitternacht schloß sich ihm ein Bursche an, der ihn bis zu seiner Wohnung begleitete und ihm erklärte, im gleichen Hause zu wohnen. Im Hausgang des Anwesens entriß der Begleiter dem Zeichner feine Tasche mit über 1100 Mark in Papiergeld und Silbergeld und flüchtete. Wettervoraussage. Durch den Zustrom Falter Luft ist der Luftdruck über Mitteleuropa angestiegen, so daß sich einerseits der Wirbel über Jütland abgeflacht hat und andererseits ein geschlossener Hochdruckkern über Süddeutschland und Frankreich entstanden ist. Wenn auch durch die flache Störung noch ozeanische Luft zufließt und vorübergehend Anlaß zu Bewölkung gibt, so wird im wesentlichen doch der hohe Druck wetterbestimmend sein. Nach kalter Nacht und Frühnebel dürfte sich daher der Himmel am Tage vorwiegend aufheitern. Da aber von Westen her eine neue Störung vordringt, wird die Besserung nicht von langer Dauer sein. Bei nach Süden zu drehenden Winden gelangt späterhin Warmluft bis in unseren Bezirk, die sich auf die Temperaturen auswirken und bei ihrem Aufgleiten auch Dunstbildung und Bewölkung verursachen wird. Aussichten für Donnerstag: Nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt, tagsüber etwas wärmer, stellenweise Frühnebel, sonst teils wolkig, teils heiter, trocken. Aussichten für Freitag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, im ganzen etwas milder, noch meist trocken. Lufttemperaturen am 17. Oktober: mittags 7,6 Grad Celsius, abends 6,7 Grad; am 18. Oktober: morgens 5,2 Grad. Maximum 8,4 Grad, Minimum 4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Oktober: abends 8,1 Grad; am 18. Oktober: morgens 7,2 Grad Celsius. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenscheindauer 2 Stunden. "ODOI/ Rat: ZAHNPASTA 5t. Nachdruck verboten! 27. Fortsetzung dem der Tote Blumenzwiebeln «Z1HOTZUZU, 6412D 6156 D 6411 C Morgen Donnerstag | Mietgesuche"] tirtur dienen, oen io. unuuei Bürgermeisterei Gießen. I. V-: vr. Donnerstag, den 19. d. 2H., nachmittags dar. Ana. u. 06050 d. 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Sie ist hier geboren, sie kennt Maltstein so gründlich, wie kaum wir es kennen, und arbeitet hier mordstüchtig. Mallstein aber kann eine tüchtige Herrin sehr brauchen." Roberta war sehr zufrieden. Der Diener hatte chr, ohne es zu ahnen, famos geholfen, ihre Pläne zu Flur: II XXII XXII XXII XXII XXII XXII XXII XXVII XXXIII Wiese auf dem Sand in der Schwarzlack,, 2012 qm Acker über dem Rodt auf die Rodt- ntirten, 781 qm Acker daselbst, 8003 qm um 2 Uhr. versteigere ich im „Löwen". Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 6425D lern sowie den Haushaltungsvorständen j Näheres Ä. Becker, zur Ausfüllung der Vordrucke aufgebracht | Kevlerstratze 9, mirh llnterlnhunaen werden unnachsjcht- _Televbon Sb<>4. Grundbuch für Gießen Blatt 3962 dir. 121 Acker am Hafenkovvelsweg am halben Zehnten, 5976 qm Grundbuch für Gießen Blatt 3431 Bekanntmachung. Betr.: Personenstands- und Betriebsaufnahme am 10. Oktober 1933. Es liegt Veranlassung vor, nochmals darauf hinzuweisen, daß Hausbesitzer oder deren Vertreter sowie Haushaltungsvor- Buri'chenschaftlich« Crtcaruübe® a.B. Tonner5tag, 19.10- abends 6 Ubr mttO „Hindenburg". Zuml.Januar 1934 ft kleine MlWl in Sieben unter günstigst. Be» dingungen an rückt. Leute zu oervockt. Sckriftlicke Angeb. unter 6384D an oen Gießener Anzeiger. 20 Lei Die L Spieles gangenen neu leid) Leichlathle bercchtigtei Velaugunc cpielnereii Nellung m hallen, sie unserer Si Kreisen bei bei den gi Rranliurt «ästen bi 1443 qm . Acker auf dem Rodt auf bte Rodtgarten, 470i, qm Acker (Sandgrube) in der Leckenau, 6347 qm Acker auf dem Dartw eg, 2334 qm C^rablanö am Läufertsröber Weg, 979 qm Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße 6418 a Telephon 3403 mit Bad zum 1. oü. 15. Nov. gesucht. Sckr. Ang. u. 06056 a. d. Gießener Anz. Nr. 118 „ 85 „ 86*/i ,, 3 „ 14 Detektiv K. Gerz, Bad-Saiheüe, Kar- i trabe 17 eticbiflialle oei trauliche Privat- u GeickästSangeie» gcnbciten, wie Aus- kümte, Beobachtern« aen,iirm tteiunaen, Beickafiung v. Be« we »mal m ®nnr« u. Zioilvioz iirena biSkr. Lvreckst. 9o. iS'/,„ <-6Nb' inD Ehrliche», tüchtiges Alleinmädchen eotl. tagsüber zum 1. 11. gesucht. TchrifU.Anaeb.unt. 06060a.d.Gieß.Anz. Flur XXXIII 9hr. 12* i» Acker am LäufertSröder Weg, 1509 qm »sstd GrunbbucksauSzug und nähere Bedingungen sind auf meinem Büro einzuseben. Schneider, Hessischer Notar. U4.,c mit ein- naus «ef. gut. Reisekundschaft, febr rentabel, weg.Wegzug billig zu verkam. Sckr. Ana. u. 06064 a. d. Gießener Anz. Lichtspielhaus - Gießen Nur noch heute Mittwoch das entzückende Ufa-Toni uatepiel Liebe muß verstanden sein! mit Georg Alexander — Rose Barsony Anmut und Schönheit durch Cardy Hautcremeseife zu haben bei: H.EIges, Hindenburg Drogerie, Seltersweg Engel-Apotheke A. Habiich Gustav beisse, Seltersweg Richard Grünewald, Bahnhofstraße 27 E. Koch & Sohn, Parfümei ie. Seltersweg z. Z. Frauenklinik Dr Mackenrodt, Äerlin W Äerlin-Marienbors Äendlerstraße 19 Mixdorfer Sfr. 90 15. Oktober 1933 LnlMA 8 Zporlk^! Aülllt) L, Htbungs ^Überpreis Lporlverems Eine AW« schieden w» die ftomerc Scheller Scheller jrrn. t)1 Sohler. ienbut. Die Sie bpockvereii ansehnlichem Schütze 61 im Schien Unter 439-1 147 Ringer Spot Sarb gleich im konnte ber' das lang erwartete große Ereignis Hitlerjunge Quex 4,6 u. 8L0 drei gr. Festvorstelhingen — 6 Uhr geschl. Vorstell, nur für die angemeldeten Jugendverb&nde für eine durch das Reicksaussichtsamt genebm. Bausoar- kasse.Sckr.Angebote unt.06053 a.d.G.A. Junges Mädchen aus gut. Farn., nickt unter 20 Jahre, zur Mithilfe i. Haushalt für 1. Nov. gesucht. Dasselbe muh kinderlieb sein u. sckon äkml. Stell, bekleid, hab. Mädcken Vorhand. Sckr. Ang. m. Zeugn. u. Gehaltsf. unt. 06049 a.d.G.A. stände verpflichtet sind, die Vordrucke zur Personenstands- und Betriebsaufnahme vollständig und richtig auszufüllen. Unter- lassungen können nach der Reichsabgabenordnung durch Geldstrafen, die im Un- vermögensfalle in Haft umgewandett werden können, erzwungen werden. Die der Personenstands- und Betriebsaufnahme zukommende Bedeutung läßt erwarten, daß das nötige Verständnis von den Hausbesitzern oder deren Stellvertre- 31 der am Galgenweg, 1865 qm Acker zwischen der Marburger und der Ma fielet Strane, 2312 qm 18*/io Acker auf der Warte auf dem Wartweg, mophon, 1 Kommode, 6 Schränke, 1 Ditrine, 1 Dermessungsinstrument. Ferner an Ort und Stelle (Betanntgabc in obigem Lokal): 1 Kassenschrank, 1 Registraturschrank, 1 Schreibmaschine, 1 Motorrad. Ferner bestimmt. 1-1 Harmonium mit 12 Registern. 2.1 Verkaufskiosk, 1 Eiskonseroator, 1 - Warenschrank, 2 Ausstellkasten. (Die Versteigerung zu 2 findet an Ort und Stelle statt, Bekanntgabe im Versteige- rungslokal.) Moll. Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 331 — Telephon 3239 Sokzabsitbv. Letzter Termin für die Abfuhr des Holzes aus Ernte 1933 in den Forstämtern Schissen berg und Gießen: 15. November 1933- 6420V Hessisches Forstamt Gießen. Ohren'" Die alte Dame ließ sich nicht erklären, daß der er- schossene Zollbeamte doch gar nichts mit ihnen zu tun hatte, daß niemand den Mord mit einem Bewohner von Maltstein in Verbindung bringen konnte. Sie litt unter der Vorstellung, es sei doch so, und wurde ganz still und trübsinnig. Sie sagte zu Roberta: „Sie sollen kein Opfer bringen, Roberta. Unser Name ist verfemt. Verlassen Sie lieber Malt- stein." . , . , . . Obwohl sie Roberta von klein auf kannte, sprach sie diese doch mit „Sie" an und blieb auch jetzt dabei trotzdem sie wußte, sie sollte Achims Frau werden. Sie konnte sich nicht so schnell umgewohnen. Roberta antwortete überzeugend warm: „Ich liebe Achim und gehe nicht fort, auch wenn noch mehr Mordtaten auf Maltsteiner Gebiet geschehen." Frau von Malten nickte zufrieden. „Sie lieben ihn wahrhaftig, und ich danke Ihnen. Helfen Sie Achim, stehen Sie ihm bei. Ich kann es nicht Inehr, ich bin zu elend. Sie aber sind ein starker Mensch, und Ihre Liebe ist groß, damit kann man wohl viel erreichen."________ „Wir sollten bald heiraten", waote sich.Aoberta vor. „Dann hätte ich sicher mehr Einfluß auf Achim. Die alte Dame stimmte chr zu und sprach mit ihrem Sohn darüber. Der aber war nicht damit einveritanden. , Dor dem Herbst möchte ich nicht heiraten , erklärte er der Mutter. „Ich will abwarten, ob nicht doch noch der Besitzer des Dolches entdeckt wird. Trotz aller Hoffnungslosigkeit ist mir manchmal, als sähe ich ein ganz winziges Licht in der tiefen Fin- sternis Bis zum Herbst vergehen noch em paar Monate, und es wäre gut, wenn ich gerechtfertigt dastände, ehe ich heirate. Für meine grau wäre das gut und —" Roberta war ärgerlich über den Zeitverlust, sie erklärte Achim: „3m Herbst paßt es so schlecht mit dem Heiraten. Da nehmen mich die Erntearbeiten zu sehr in Anspruch. Du weißt, da komme ich von morgens bis abends kaum aus dem Sattel. Don frühmorgens an brummt der Motor der Mäh- Maschinen." Er unterbrach sie: „Aber, Roberta, wenn du nach der Hochzeit dein Können auch weiter in den Dienst von Maltstein stellst, so wird es doch nicht mehr ganz in dem Maße möglich sein wie jetzt. Auch werden wir eine Hochzeitsreise machen. Du engagierst bald einen Inspektor, wenigstens eine Hilfskraft, die dich, wenn es notwendig ist, vertreten kann. Sie war sofort damit einverstanden, tat überhmipt meist, als sei alles gut und schön, was Achim wünschte. Auch bemühte sie sich jetzt, möglichst weiblich auszusehen und zu fein. Sie trug elegante, geschmackvolle Kleider, gebrauchte ein zartes Parfum und nützte jede Gelegenheit, die Verliebte zu spielen. Aber es gelang ihr trotzdem nicht mehr, Achim so weit zu bringen wie in jener Nacht. Er war em sehr nüchterner Verlobter. Offiziell wurde die Verlobung überhaupt nicht be- kanntgegeben. Es änderte sich auch sonst nicht viel gegen früher: nur aß Roberta jetzt mit Mutter und Sohn zusammen. v Auguste war wenig mit der Wendung der Dinge einverstanden. Frau von Malten äußerte zu ihr, die Heirat wäre eigentlich doch sehr passend, und sie antwortete: „Ja, gnädige Frau, wenn Sie und Herr von Malten das finden, ist's ja gut. Mir hätte das Fräuleinchen mit dem lieben weichen Gesicht besser gefallen, und nach meiner Meinung ist der armen Person hier sehr unrecht geschehen. Vielleicht sehen Sie das noch einmal ein. Meistens ist's dann aber zu spät." Frau von Malten antwortete ärgerlich: ,Zhr ist nicht unrecht geschehen. Im Gegenteil! Ich finde jetzt, mein Sohn war noch viel zu milde gegen Marlene Werner." Aber ganz tief im Herzen dachte sie schon ein wenig anders, da empfand sie Mitleid mit Marlene. Wo mochte sie jetzt sein? Wohl noch bei ihrem Vater. Sie hatte von Achim gehört, ber es wieder von Polizeikommissar Murrmann im Städtchen wußte: Marlene Werner war damals gleich in Ber- entg. Aßt»! Wtimpiahiti Wien. M ** tnunat «metbQib 1 ««int m raLn9i«t ur lQbres bdii non auf , ‘Men be oer0angene ■ 89 et ’W'amt tlle tc Pert Kn« । ,,uV9en fUnQen si, 5"'lkerschg £ W ou .schließ ^“lugenb . Merber >) 2ße| 9g ■J’tben: fortan Frau von j-........... .. Sohn und ich denn nur getan, daß wir verflucht sind? MuHte das Furchtbare auch sich gerade inner- halb unseres Besitzes ereignen! «lehen wir nicht schon abgeschnitten genug von allem Verkehr da? Muß erst der ganzen Nachbarschaft vor uns grauen? Mer die weiße Reiterin ließ sich vorher sehen. Ihr widerlich schrilles Pfeifen gellt mir noch tn den fördern. _ . _ . Nun erfuhr man auch, was für em Schutz Das in der Nacht gewesen war. Im Wald, nahe der Grenze, fand man die Leiche eines Zollbeamten. Er hielt in der verkrampften Rechten den abgerissenen Zipfel eines auffallend groben Taschentuches. DiePolizei betätigte sich sofort eifrig, aber die Tage vergingen, ohne daß sie auch nur die kleinste Spur von dem Mörder entdeckte. Das Gebiet sedoch, aus > gelegen, gehörte zu Maststem. Malten jammerte: „Was haben mein feiner Nähe, ehe aus deiner Schwärmerei eine ernste Liebe wird. Ramon Vega ist lern Mann, der einer ernsten, großen Liebe fähig wäre. Dazu ist er viel zu sehr verwohnt. Ich habe gesehen, wie viele Briefe von Frauen er erhält, fast täglich kommen einige an. Und Geschenke erhält er, anonyme und offizielle: aber er lacht über alle. Ramon Sega ist em Mann des Augenblicks. Ein tieferes Gefühl bringt er gar nicht auf. Deshalb, Olga, ist es gut. daß du aus feiner Nähe kommst. Im übrigen hält er sich sogar ziemlich von dir fern. Froh bin ich darüber." Olga stieß erregt hervor: „Unglücklich bin ich Darüber. In Berlin war er ganz anders; da hat er mich manchmal so angesehen, daß ich dachte, ich gefiele ihm — aber jetzt ist er immer lauwarm höflich, und ich habe ihm doch nichts getan.“ Marlene war ja auch aufgefallen, wie zurück- hastend sich Vega gegen Olga benahm, wahrend er sonst gegen jedermann die Liebenswürdigkeit selbst war, und sie wechselte das Thema, sagte lächelnd: „Wer mi^ das einmal gesagt hätte, daß ich abends in einem Gauchoanzug, mit hohen Lackstiefeln an den Füßen auf Varietät;ühnen argentinische Tangos fingen würde, den hätte ich für verrückt erklärt.“ Olga erwiderte begeistert: „Die Gauchokostüme stehen dir prachtvoll, du darfst überzeugt sein, im Publikum ist niemand, der deine argentinische Herkunft onzweifelt, wenn du auch keine kohlrabenschwarze Haare hast wie deine drei Kollegen. Es gibt sicher auch braunbaarige Argentinierinnen mit blauen Augen. Weißt du, ich freue mich immer auf den Abend, wenn ich im Publikum sitze, und 4-os quatro Argentinos" treten auf. Wenn Ramon Vega, mit der Gitarre lässig in der Rechten, sich verbeugt, sich den Stuhl zurcchtrückt und sein halb verstecktes, eigentümliches Lächeln ins Publikum schickt —“ Da war Olga glücklich wieder bei Ramon Bega angelangt. Deshalb unterbrach Marlene: „Es ift Zeit, zu gehen. Wir wollten doch ein paar Einkäufe besorgen." Unten in der Hotelhalle trafen sie auf Ramon Vega. Er schloß sich ihnen an. „Ich gehe ein Stückchen mit, wenn Sie gestatten — nicht weit, ich störe nicht lange.“ Er lächelte dabei fein eigentümliches Lächeln, das zu gleicher Zeit abstoßend und lockend war. Er verriet mit demselben Lächeln: „Ich habe eine Verabredung." Olga glitt es fast gegen ihren Willen über die Lippen: „Ader keine Deradredung mit einem Herrn!“ Er nickte. „Sie haben recht, baronessa mit, mit keinem Herrn!" , , _. , Ihr feines Gesicht färbte sich dunkel. Die Antwort hatte ihr das Blut ins Gesicht getrieben. Wie Hohn empfand sie die Worte. . _ Sie schritten nebeneinander her, und dem Manne entging nicht der jähe Farbenwcchsel auf Olga 3a- brows Gesicht. Er sprach von der Abreise, und wie er sich auf neue Städte freue. (Fortsetzung folgt.) _____ Mahnung. Die Beiträge für den Monat September 1933 können noch bis zum 25. Oktober 1933 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kosten- berechnung evtl. 'Beitreibung. Die Einzahlung kann täglich von 8 bis 124 Uhr, außer Samstag, an unsere Kasse oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. TI. Nr. 10833 erfolgen, «»gemeine Ortskrankenkasse Gießen-Stadt. H i n k I e r, Rechner. zur Ausfüllung der Vordrucke aufgeoraajr wird. Unterlassungen werden unnachsicht- lich bestraft werden. Zur Ausfüllung der Hauslisten wird noch bemerkt, daß in _________________ diesen auf der 1. Seite nur die Ziffer 1 1 1 1 .UlnhlUinn (Eigentümer), auf den Seiten 2 bis 4 u i't). WUlJUUuU lediglich die Spalten 1 bis 3 oder 3a auszufüllen sind. Angaben über die Jahres- rohmieten usw. sind nicht erforderlich. Gießen, den 18. Oktober 1933._ (6417C Lin Lied vom Glück Vornan von Anny von panhuys. fin über den Dolchfund vernommen worden und hatte sich genau so über alles geäußert wie hier. Daß sie den Dolch nur versteckt hätte, um Achim von Masten vor neuen Unannehmlichkeiten zu bewahren, sie habe nicht an seine Schuld geglaubt. Zwar habe sie den Gedanken anfangs auch erwogen, ihn aber sofort von sich gewiesen. In dem Zimmer eines Hotels an der Alster tn Hamburg saßen Marlene Werner und Olga Zabrow am Fenster. Olga hatte Tränen in den Augen. Noch drei Tage, Marlene, nur noch drei kurze Tage dann ist meine Zeit bei dir um. Ein großes Gluck war es ja, daß mir Tenor Sega überhaupt erlaubte, dich nach Hamburg zu begleiten und wah- renD des Engagements hier mit dir zufammenzu- bleiben. Mir schien es vorher, vier Wochen waren eine Ewigkeit, und nun sind sie gleich um. Nur noch brei Tage gehören uns beiden hier, dann reift du nach Amsterdam, und ich gehe zu deinem Vater, der mich in Wirklichkeit gar nicht braucht, dem ich eher eine Last bedeute. Aber ihr beide, du und er, ihr seid gut, und ich bilde mich bei euch gründlich zur Schmarotzerin aus." Sie warf den Kopf zurück. „Aber ich will mich gleich um eine Stellung be- mühen. Lange werde ich deinem Dater nicht zur Last fallen." Marlene lächelte: „Dater ist ganz froh, Gesellschaft zu haben. Sein Magenleiden quält ihn oft, und ein bißchen Pflege wird ihm gut tun. Im übrigen wirst du, wenn du abwarten kannst, auch eine gute Stellung finden." Olga fuhr mit dem Taschentuch über die Augen. ,^ch bin eine Heulsuse und hatte doch allen Grund, froh zu fein, daß ich einen Hast an dir und deinem Vater gefunden habe. Aber du wirst oft von unter- wegs schreiben — nicht wahr, Marlene? Wenigstens Karten schicken! Und bitte, noch eins: Verschaffe mir ein Photo von Ramon Sega, Fräulein Großauge!" Marlene legte der Freundin die Hand auf den Arm. ~ . „Bitte ihn doch selbst darum, Olga! Er ist ja ge- wöhnt, um fein Bild gebeten zu werden." Olga seufzte: „Ja, die Weibsleute sind gräßlich hinter ihm her." Nachdenklich fuhr sie fort: „Ich oer- stehe das ja auch. Herrgott, wenn er singt, dann weiß man vor Atemlosigkeit und Herzklopfen ja gar nicht mehr, wo man überhaupt ist. Ich habe früher, als meine Eltern noch lebten und reich waren, als blutjunges Ding, die größten Sänger der West in der Oper gehört. Alle, alle können sie mir gestohlen bleiben, seit ich Ramon Vega hörte. Er singt kaum, und ich weih nicht, ob ihm nicht jeder Gesangsmeister erklären würde, er besäße überhaupt keine Stimme, und doch reißt er mehr hin, als so 'n Ritter vom hohen C." Marlene schüttelte den Kopf. Du bist eine förmlich fanatische Verehrerin von Ramon Vega und läßt ihn das auch deutlich merken. Ehrlich gesagt, Olga, so schwer es mir wird, mich von dir zu trennen: es ist doch gut, du kommst aus Zuverl. Person für dort.BezirkS- stlialea.General- oertr. gef. Hob., bauernd. Berd., Ber.gl.lkostenl.) QehrinqUCo 6 m.b.H. Unkel Rh. 410. «mD Gut erhaltenes Klavier preiswert z. verkauf. Zu erfrag, i.ber Oie- ickäftsstelle b. Gieß. Anzeigers. mqm Vermietungen | Geräumige omu 5- Zimm.-Wohn, mit Babeümnier u. Balkon Tloltfeftr. 2 1 St.fofortzuverm. Näheres Ä. Becker, Keolerfir.9,T.3804. 4-Zimmer-Wohng. HUI komvl. Bob, Balkon, 1. Stock \. oerni Nab. Haae, 2 di ubertitr. 2IIo6#79 Oeffenililye Versteigerung. Freitag, den 20. Oktober 1933, nackm. 17210 (5.30) Ubr, auf meinem Büro, Horst-Weifel-Wall Nr. h, versteigere ick nn Auftrage ber Eigentümer die nachstehend bezeichneten Grunbstücke: Grundbuch für Gießen Blatt 1295 AeltereS,selbständig. Hausmädchen sofort gefuckt. Schr. Ana. u. 060oo a. b. Gießener Anz. Zum 1. Nov. faub., ehrliches o