Va ,\ ■ i Montag, 18. September 1933 183. Zahrgang Nr. 218 Erstes Blatt der monarchischen Machtfülle einen Volk gegenüber Anteil an den Regi entstand der angel 1. 2. 3. Geschäften hatte. Hieraus Parlamentarismus, nicht In der Vereinheitlichung der Arme e t y p e n auf der Grundlage einer Miliz mit kurzfristiger Dienstzeit unter Ausschluß aller halbmilitärischen verbände; in der Schaffung einer internationalen, ständigen. an Ort und Stelle durchzuführenden Kontrolle, die Sanktionen Vorsicht und sich sowohl auf den Ankauf wie die Herstellung von Kriegsmaterial sowie die ange- meldeten oder geheimen Waffenlager erstreckt; in der Annahme einer vier - oder fünf- jährigenProbezeil durch alle Staaten, die die Feststellung ermöglicht, daß die in Frage kommenden Kontrollen regelmäßig und wirksam funktionieren. Diese Ausführungen des offiziösen Blattes sind vor ollem an die Adresse Englands ge> Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer Dis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Longe. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An» zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. richtet, das von den versöhnlichen und friedlichen Absichten Frankreichs überzeugt werden soll. In Wirklichkeit ist der naive Egoismus Frankreichs, das an seinen Rüstungen nichts ändern und nur d i e entwaffneten Länder einer neuen schikanösen Kontrolle unterroer* 2500 Gesuche eingegangen, die sämtlich daraufhin nachgeprüft werden mußten, ob tatsächlich ein tödlicher Arbeitsanfall oorlag und ob sich die Antragsteller in einer wirklichen Notlage befanden^ 470 der Gesuche wurde stattgegeben. Im ganzen wurden etwa 200 000 RM. an die Hinterbliebenen verteilt. Es wurde beschlossen, die zuerkannten Unterstützungen, deren höhe zwischen 100 und 720 RM. liegt, in den meisten Fällen in monatlichen Teilbeträgen zu gewähren. Weitere Zeichnungen für das Winterhilfswerk. Berlin, 15. Sept. (WBV.) Für das Winterhilfswerk sind heute bis 18 Uhr weitere Beiträge von insgesamt 52 Firmen eingegangen. Darunter befinden sich Henkel & Co., Düsseldorf, mit 50 000 Mark, Beiersdorf & Co. 21.«®., Hamburg, mit 50 000 Mark, Kaisers Kaffeegeschäft mit sämtlichen Filialen 1 Millionen Pfund Lebensmittel im Wertt von 200 000 Mark, Mittler Brotfabrik, Berlin, 10 000 Brote in der Zeit von Oktober bis Januar, Allianz-Konzern einschließlich Bayerische Versiche- rungsbank 75 000 Mark, Konsul Willy Sachs für Firma Fichte! & Sachs A.-G., Schweinfurt. 50 000 Mark, Berliner Kindl-Brauerei 50 000 Mark, Verein Münchener Brauereien, Geschäftsstelle München, 75 000 Mark. Es wird gebeten, weitere Spenden auf das Postscheckkonto Berlin Nr. 77100 NS.-Volks« Wohlfahrt, Reichsführung, Kortto Winterhilfswerk, oder auf das gleichlautende Konto bei der Reichsbank cinzuzahlen. Telephonische oder telegraphische Mitteilungen über Spenden werden an den vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und der NS.-Dolkswohlfahrt beauftragten Inspektor Heinz Ietter, Berlin W. 9, Doßstraße 11, Telephon Jäger 0029, Stichwort „Winterhllsswerk", erbeten. Das pariser Abrüstungsgespräch beginnt. Französische Stimmungsmache.—Heeresvereinheitlichung, Kontrolle und Probezeit der „Prüfstein für den guten Willen der anderen Regierungen". Oie britische presse ist skeptisch Wenig Aussichten für eine Verständigung mit Frankreich. den Massen sollen die neue Staatsauffassung und Verbundenheit vertiefen. Die Mannigfaltigkeit der Persönlichkeiten dieser Staatsräte wird lediglich nach ihrer Leistung gewertet und vom Ministerpräsidenten bewertet. Die höchste 2lutorität in Preußen aber, die die unteilbare Gewalt ausübt, bleibt der Ministerpräsident. Nach einem solchen Umbau der bisher in Preußen gültigen Vertre- tungskörperschaften muß auch die des alten Reiches erfolgen. Das findet seinen Ausdruck im Reichs- rat, der nicht mit dem Reichstag oder dem alten Bundesrat zu vergleichen ist. Mit dem preußischen Staatsrot ist ein wichtiger Schritt zur neuen Staatsauffassung und Reichsverfassung getan. Die Londoner llntersuchungskomödie Herr Koenen als Zeuge.-Oie britische presse spottet. fen möchte, unverändert geblieben. Von den Ab» rüstungsmahnahmen, die Frankreich bei Erfüllung feiner überspitzten Forderungen vornehmen werde, ist bezeichnenderweise auch jetzt mit keinem Wort die Rede. Das neue Preußen. Die Gestaltung des neuen Preußens erfolgte am 15. September unter den eindrucksvollen Formen, mit denen die neue Staatsleitung die Bedeutung solcher Tage unterstreicht.' Die Eröffnung des neuen Staatsrates durch den Minister- ?Präsidenten Göring war der Abschluß einer ahrhundertelangen Entwicklung staatsrechtlicher Körperschaften und bedeutet den Beginn einer neuen Staatsgewalt, die grundsätzlich alle Macht und alle Verantwortung einem Einzelnen zumeist, der vom Reicbssührer ernannt wird und auch dem Staatsrat nicht eine mitbestimmende, sondern nur eine beratende Rolle zuweist. Der preußische Minister- Präsident hat die Idee dieses Staatsratcs als sein eigen Werk hingestellt. Er ist nicht vergleichbar mit jenem Staatsrat, den der frühere Erneuerer Preußens, Freiherr vorn und zum Stein, vor seiner Aechtung durch Bonaparte in einer Denkschrift vom Jahre 1808 vorschlug. Stein griff auf jene Einrichtungen zurück, die aus ihrer deutschen Heimat die Angelsachsen gerettet und in der Magna Charta des Mittelalters derart gestaltet hatten, daß das Oie Kameradschaft im nationalfozialiftischen Staat. Eine Berliner Rede des Rcichsministers Goebbels. Berlin, 18. Sept. (CNB.) Bei einem von der Standarte 1 veranstalteten „Tag der Kameradschaft" hielt auch Reichsminister Dr. Goebbels als Gauleiter eine Ansprache über „Die Kameradschaft im nationalsozialistischen Staat". Die nationalsozialistische Regierung würde nicht in der Lage fein, ihre Ziele zu verwirklichen, wenn hinter ihr nicht das ganze Volk mit feiner lebendigen Kraft und feinem heiligen Willen stünde. Das Schicksal meine es mit den tapferen Völkern immer gut. Das sehe man aus der Krisenzeit, die Deutschland in den vergangenen Jahren durchgemacht habe. Er sei überzeugt, daß das Volk nicht so von Idealismus erfüllt gewesen wäre wie heute, wenn wir den Krieg gewonnen hätten. Was könne ein verlorener Krieg gelten angesichts der Tatsache, daß wir nicht nur 3 u uns selbst zurückgefunden haben, sondern einen Traum verwirklicht sehen. rant zusammen gewesen zu sein. Von einem Kellner hätten sie erst erfahren, daß der Reichstag brenne. Die Frage, ob er den Reichstagsbrandstifter van der Lübbe gekannt habe, beantwortete er, wie nicht anders zu erwarten, mit Nein. Er sowohl wie Torgier hätten, so behauptete er, van der ßubbe nicht gekannt. Könen erging sich dann in heftigen Ausfällen gegen die Polizei. Sie habe ihm, so gab er an, trotz mehrfacher Bitte nicht Einblick in diejenigen Schriftstücke gewährt, die die Kommunisten belasten. Man habe ihm lediglich Zeitungsausschnitte gezeigt. Könen verstieg sich schließlich zu der Behauptung, daß diese belastenden Dokumente überhaupt nicht existierten. * Sunbat) Expreß richtet Worte voll Ironie an die Adresse der Organisatoren der „Untersuchung" über den Reichstagsbrand, die sich unter den Leuten befinden, die am meisten jede Anspielung auf die London, 16. Sept. (TU.) Die Komödie des „Internationalen Untersuchungsausschusses über den Reichstagsbrand" nahm am Samstag ohne jedes öffentliche Interesse ihren Fortgang. Als erster „Zeuge" erschien ein jüdischer Journalist, der es vorzog, seinen Namen zu verschweigen. Er versuchte den Nachweis zu erbringen, daß zwischen van der ßubbe und einem nationalsozialistischen Führer Beziehungen bestanden hätten. Der nächste Zeuge war der ehemalige Berliner Redakteur Philippborn, der beweisen wollte, daß Torgier keine Gewaltmaßnahmen geplant habe. Seine Beweisgründe beschränkten sich auf die letzte Rede Torglers im Staatsrat und auf eine Unterhaltung zwischen dem Zeugen und Torgier am 26. Februar. Darauf wurde der frühere kommunistische Reichstagsabgeordnete Könen vernommen, der behauptete, am Tage des Reichstagsbrandes mit Torgier im Reichstag und später in einem Restau- ber in einer 2000jährigen Geschichte nicht hat verwirklicht werden können. Es gebe in ganz Europa keine Regierung, die sich der Sympathien und der treuen Gefolgschaft des Volkes erfreuen könne wie die deutsche. Das habe sich die nationalsozialistische Bewegung erkämpft, indem sie nicht müde geworden sei, den Menschen einen neuen Geist einzuhauchen. Aber die Bewegung wolle bis zum letzten Atemzuge beschäftigt sein. Nach beendigter ßösung der großen Aufgaben wünsche sie sich größere und nach deren ßösung noch größere. Ein Volk, das mit sich selbst unzufrieden sei, streiche sich aus der ßifte der Volker. Wenn die nationalsozialistische Regierung jetzt vor das Volk hintrete und sage, daß im kommenden Win - ter niemand frieren werde, so sei das ein Ausdruck sozialer Kameradschaft. In etwa zehn Wochen werde dem Volke gezeigt werden, daß diese Regierung von anderer Art sei, als die früheren. Niemals sei in Deutschland der Gedanke der Kameradschaft so lebendig gewesen, wie während des Krieges und in dieser Zeit, wie die Unterschiede zwischen arm und reich, hoch und niedrig ausgeglichen seien. 6 AM. für die Opfer der Arbeit. Erste Sitzung des Ehrenausschusses. Berlin, 16. Sept. (WTB.) Im Reichspropagandaministerium sand gestern die erste Sitzung des aus den Staatsräten Walter Schuhmann, Dr. Fritz Thyssen und Dr. v. S t a u h bestehenden Ehrenausschusses der „Stiftung für Opfer der Arbeit" statt, in welcher über die bisher eingelaufenen Unter st ützungsgesuche entschieden wurde. Aus dem Bericht des ehrenamtlichen Geschäftsführers Oberregierungsrat Dr. Ziegler ist zu erwähnen, daß die Hohe der eingegangenen Spenden den Betrag von 6 Mill. RM. fast erreicht hat. Bei der Geschäftsstelle find rund würde die ftanzäsische Regierung andere Mächte zur Unter st ützung aufrufen; sie würde dann Polen, die Kleine Entente und Sowjetrußland, vielleicht auch noch die skandinavischen ßänber und Japan auf ihrer Seite haben. Der Pariser Korrespondent des „News Chro- n i c l e" faßt die französische Haltung folgender- maßen zusammen: „Keine weitere Abrüstung während der nächsten fünf Jahre". Der Rede des Freiherrn von Neurath widmet „News Chronicle" einen ßeitartifel, in dem das liberale Blatt die „zornige Zurückweisung" der Behauptung daß Deutschland aufrüste oder kriegslustig sei, als hoffnungsvolle Einleitung des Versuches, die Abrüstungskonferenz zu retten, bezeichnet, „vorausgesetzt, daß sie in der deutschen Politik in Genf zum Ausdruck kommt". Mit seinen kritischen Aeußerungen über die Vorwände und Ausflüchte, mit denen die schwerbewaffneten Staaten sich der eigenen Abrüstung zu entziehen suchten, stehe Freiherr von Neurath auf sehr fe st em Grunde. Sein Verlangen nach gleichen Derteidigungsmitteln für Deutschland, wie sie andere Mächte besitzen, sei auch keineswegsunberechtigt oder unvernünftig. Es würde sogar unwiderstehlich sein, wenn es von einem wahrhaft friedfertigen Deutschland käme, an das der ßeitartitler allerdings auf Grund feiner weltanschaulichen Gegnerschaft zum Nationalsozialismus nicht glaubt. ßonbon, 18. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Zum heutigen Beginn ber Pariser Abrüstungsbesprechungen bringen bie meisten Blätter Meldungen ihrer Pariser Korrespondenten über bie französische Haltung, wie sie nach den Aeußerungen der ftanM- schen Presse erscheint. Der Pariser „Time s"-Korrespondent sagt, an eine umfassende 23 e r ft ä n b i • g u n g werbe „angesichts ber Ereignisse in Deutsch- lanb" nicht mehr gebucht. Es werbe gehofft, baß eine beutliche Aufklärung über bie britische Politik es ermöglichen werbe, Deutschlanb „e i n f e ft e s Angebot" zu machen. Die französische Politik sei beherrscht von ber Furchtvor einem plötzlichen Angriff. Daß Großbritannien kein binbenbes Versprechen einer Intervention ober Unterstützung geben könne, wisse man gut; aber man halte bei ber Sage engste Zusammenarbeit zwischen beiben ßänbern für unentbehrlich, ba Frankreich, wenn es allein zu hanbeln gezwungen wäre, eine ganz ändere Haltung einnehmen würde. Der mehr ober weniger im französischen Fahr- wasser schwimmenbe Korrefponbcnt der „M o r - n i n g P o ft" hält eine Ueberbrütfung ber Kluft zwischen bem französischen unb bem britischen Stanbpunkt taum f ür bentbar unb sagt, wenn für Frankreich, entsprechenb bem italienischen Wunsch, eine sofortige Rüstungsverminberuna verlangt werbe, unb wenn Frankreich innerhalb bes Viermächtepaktes in bie Minberheit gerate, so nach geschriebenen Verfassungsurkunben, wie seit der großen Revolution Frankreichs, sondern mich einem Gewohnheitsrecht. Stein hatte, wie jene Angelsachsen, die Auffassung, daß alle Staatsmacht nicht davon entbinde, den Machtträger in Verbindung zum Willen der Nation zu bringen. Demgemäß wollte Stein dem preußischen Staatsrat eine gesetzgeberische und eine ausfüyrende Gewalt Anerkennen. In etwas veränderter Farm bestand oieser Staatsrat sogar über den Sieg des parlamentarischen Gedankens hinaus bi: zum Navember- Ausammenbruch. Ohne weiteres war aber gemäß Den Gepflogenheiten eines liberalen Zeitalters in einem folchen Staatsrat kollegiale Beratung und Abstimmung, eine Erörterung Des Für und Wider, vorgesehen. Der neue Staatsrat ist auf einer rein autoritären Grundlage aufgebaut und daher mit dem alten nur dem Namen nach gleich. Er geht van der Theorie aus, daß der Staat ein Organismus ist, während die liberale Auffassung die Grunbansicht vertrat, ber einzelne Staatsbürger sei Subjekt der Staatstätigfeit. Diese Auffassung führte notwendigerweise zum Parlamentarismus, der sich in Parteien verzerrt widerspiegelt und dem Ersatz einer Verordnung des Staatsführers durch Mehrheitsbeschlüsse. Man glaubte, die Wohlfahrt der Nation, „Das Glück Der größtmöglichsten Zahl", könne im Meinungskampf geklärt und durch Mehrheitsbeschlüsse ausgedrückt werden. Damit war bas Zeitalter bes monarchischen Absolutismus überrounben unb bas Staatsrecht zu einem Lertragszuftand zwischen Regierten und Re- gierenden geworden. In seinen Auswirkungen führte diese konstitutionelle Epoche zu einer Läh- mung aller Funktionen des Staates und zu einer Verelendung der Nation. Der neue preußische Staatsrat ist kein Parlament. Die Staatsräte stimmen nicht ab. Sie tragen keine Verantwortung im Sinne ber parlamentarischen Jbeologie, wonach der einzelne Teilnehmer einer solchen Versammlung nach seinem besten Wissen und Gewissen abzustimmen hat. Der preußische Ministerpräsident Goring hat als Grundsatz hingestellt, die Staatsräte sollten helfen, Mitarbeiten, aber er allein sei dazu berufen, die Füh- r u n g z u übernehmen, die ihm von seinem Führer übertragen wurde, und dieVerantwor- t u n g für diese unteilbare Führung trage er allein. Damit ist der preußische Ministerpräsident die aus» schlaggebende und richtungweisende Instanz. Das Prinzip der Unteilbarkeit der Gewalt ist gegenüber dem Zeitalter Der wohlabgewogenen gegenseitigen Kontrolle und der geteilten Gewalt, wie sie in Bismarcks Verfassung 3um Ausdruck kommt, endgültig und radikal durchgeführt. Zwischen diesem neuen Staatsrecht unb ber alten Auffassung vom Staat und seinen Gewalten gibt es keinen Brückenschlag. Dieses Führerprinzip sieht im Staatsrat also nicht etwas aus wie eine parlamentarische Kontrolle, sondern die Staatsräte, aus bewährten Männern der den Staat tragenden Partei, der Wirtschaft und des deutschen Kulturlebens berufen, sollen dem Führer des preußischen Staates die Verbindung zu den Gefühlen und Bedürfnissen der Masse bringen. Nicht gesetzgeberische Gewalt haben sie, sondern sie find das Zwischenglied. Sie kennen die Bedürfnisse des Staates sowohl wie des Volkes, sie sind zugleich Vertreter der Regierung und der Regierten. Man darf diese neue Einrichtung nicht mit historischen ähnlich eingerichteten Körperschaften vergleichen. Der Absolutismus ßudwigs XIV. kannte ebenso wenig wie der eines Napoleon diese Verbindung. (Tolbert und ßouvois, der große Wirt» schaftsmann und der geroaltige Reformator des französischen Heereswesens, waren in ihrem Wirken verhältnismäßig selbständig und zeitweilig des Königs Nebensonne. Als sie lange vor ihm verschieden, zeigte sich, daß ßubroig XIV. ihnen keinen Nachfolger zu geben vermochte; die Kraft Frankreichs sank, weil größer als ßubroig XIV. seine beiden Minister gewesen waren. Der Staatsrat Napoleons I. bestand aus Männern, die keine Verbindung mit bem Volke hatten. Als Senatoren hatten sie lebiglich ein Interesse daran, ihre Einkünfte zu sichern, wie sie denn auch zwischen Elba unb Waterloo allen Ernstes Napoleon die Vererblichkeit ihrer Würde vorschlugen. Dagegen sind Preußens neue Staatsräte zu ihrer Würde ge- kommen durch ihre Wirksamkeit für das Val k und durch das Volk, und erst damit wurden sie würdig, Vertrauensmänner des Ministerpräsidenten zu fein. Diese Elemente der Verbindung zwischen staatsautoritärer Führung unb Paris, 18. Sept. (CNB.-Funkspruch.) Im französischen Außenministerium beginnen heute die entscheidenden englisch-französischen Besprechungen, deren Ergebnis bie Grunblage für bie weiteren Ver- hanblungen ber Abrüstungskonferenz bilben soll. Daß bie Gegensätze zwischen bem abrüstungsfeindlichen Frankreich und dem an einen positiven Ab- chluß der Konferenz interessierten England nicht leicht zu Überbrüden sein werden, haben schon in den letzten Wochen die Auseinandersetzungen zwi- schen der englischen und der französischen Presse gezeigt. Während in England gerade in den letzten Tagen mit großer Entschiedenheit betont wird, daß bie von Frankreich geforberte Kontrolle allgemein burchgeführt unb von einer sofortigen Begrenzung unb einer f e ft e n Verpflichtung zur Herabsetzung ber Rüstungen begleitet sein müsse, wiederholt die offiziöse französische Presse heute in aus- führlicher Form die alten Garantieforderungen. Der „Excelsior" erklärt, mehr denn je habe die französische Regierung allen Grund, jede baldige Herabsetzung ihrer Verteidiaungsmittel von der Wirksamkeit einer i h r angebotenen internationalen Garantie abhängig zu machen. Die Mindestgarantie bestehe in folgendem: Das Blatt glaubt, Daß Dieses Programm den Prüf st ein für den guten Willen der anderen Regierung en bilden werde. Es spricht von der besonderen „psychologischen ßage" Frankreichs, Das von Deutschland nur durch Den Rhein getrennt sei. In dieser Lage konnte keine Regierung ihre nationale ^Verteidigung abbauen, nachdem 81 000 Führer von Sturmoer- bänden aufmarschiert seien, die als Gruppens ühj er von mehr als z w e i Millione nMann in Frage kommen. Nichts werde Frankreich von seiner ständigen Politik Der Eintracht abbringen können, die man zu Unrecht als Einkreisungspolitik betrachte. Die französische Regierung sei nach wie vor bereit, auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiet mit Deutschland b e i Gleichheit Der Rechte unD Der Pflich - t e n zum Zwecke Des Friedens zufammenzuarbeiten. Aber es wäre unvernünftig, von ihm eine einseitige Abrüstung gegenüber einem Deutschland zu fordern, dessen moralische und materielle Ausrüstung offen zutage trete. Erscheint täglich,nutzer M • Gietzener Anzeiger Auch bet Nichterscheinen N M AM von einzelnen Nummern ZMr General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Eiehe». EK 5rankft.ri?m Ma'in°ii6««. Druck unb Verlag: BrfifflW Universttttts Such. und Zleindruckerei rr. Lange in Metzen. Zchriftlettung uns Geschäftsstelle: Zchnlstratze 7. .7 •**%*> Sur.. ch. nicht Nachen en bath ch Otz. ",e0r uOf en.- en5Me,yAen weder Dor * if- w. ä Hm Men nachO ch'^n erster. t donnert" fr- * Anblick muffe M« (man V 5. wieder ft;/"5 Mam- S T ?°"stein schon iNlt auch LHahrin u Sie weih? 7*? Sn Mal. unö re tuarfr b,ln9sfier, । Q(ULcln5m ihr«? J70^ne 1 seitdem? es Rille -LdLK'2 WsL L“Qnrf.ben,®ettermflnlel wie- S u.nb 9mg voran, he H d-e ihr folgten, elmasZ chesand sich niemand mehr ar eme Wirtschaft. Dorthin Hal. em jug angenommenen Fahr, folgt., , ßedie'iun|’ DosM^g die V»r° lang» Gerechtigkeit der Diktatur ablehnten, als sie auf britische Ingenieure in der Sowjetunion angewendet wurde. Heute beklagen sie sich darüber, so meint das Blatt, daß es einem britischen Rechtsanwalt nicht gestattet ist, holländische und bulgarische Kommuni st en zu verteidigen. Im vergangenen April hielten sie es für eine unerhörte Forderung, daß ein britischer Rechtsanwalt die britischen Gefangenen in Moskau verteidigen sollte. Heute nehmen sie die Ungerechtigkeit eines ausländischen Verfahrens an, bevor es überhaupt begonnen hat. Im vergangenen April drängten sie uns zu w a r t e n, bis das Verfahren zu Ende sei. In ihrer Begeisterung sehen sie ihre Inkonsequenz nicht und ihre Wähler lachen sie aus. Auch die liberale „News Chr 0 nicle" rückt jetzt sehr scharf von den Verhandlungen des Untersuchungsausschusses ab und saat, daß nicht London, sondern Leipzig der Platz sei, wo eine Antwort auf die Frage nach der Ursache des Reichstagsbrandes gefunden werden mü se. „News Chronicle" stellt die Frage, was man wohl im Falle eines Brandes des Parlaments i n E n g l a n d denken würbe, wenn man in Berlin dann eine Untersuchung unter der Annahme abhalten würde, daß die englischen Gerichtsverhandlungen einem Rechtsbruch gleichkämen. Affe im österreichischen Reglerungslager. Oie Nationalständische Front gegen -en Austrofaschismus Starhembergs. Graz, 17. Sept. (WTB.) Die unter Führung des Landbund-Vizekanzlers Winkler stehende National ständische Front, in der der Landbund, der Ständebund für Handel und Gewerbe und der Nationale Beamten- und Angestelltenbund vereinigt sind, beging in Form einer politischen und militärischen Kundgebung heute i h r Gründungsfest. Vizekanzler Winkler erklärte, die Nationalständische Front werde nicht in der Vaterländischen Front aufgehen, sie lehne den „Austrofaschismus des Heimat s ch u tz e s" aufs schärfste ab. Die Ratio- nalständische Front wolle einem Zustand ein Ende setzen, der weite Teile des österreichischen Volkes uneinig abseits stehen lasse in einer Zeit, wo große Entscheidungen für Volk und Staat heranreiften. Durch die Gründung der Nationalständischen Front solle der Grund st ein zu einem großen Einigungswerk gelegt werden. Die Aufgaben der Nationalständischen Front beim kommenden Neuaufbau des Staates bestünden darin, zwischen der restlosen Ablehnung der Demokratie und der Forderung nach einer diktatorischen Staatsführung den Mittelweg zu suchen. Die neue Verfassung werde die Voraussetzung dafür schaffen, daß d i e Stände i h r Geschick selb st in die Hand nehmen und nicht mehr auf die Gnade der Parteien angewiesen seien. Er habe dem Bundeskanzler Dollfuß die Erklärung gegeben, daß die Bewegung bereit sei, die Bestrebungen des Bundeskanzlers zur Sicherung des großen gemeinsamen Zieles zu unterstützen, darunter seien die Erhaltung Oesterreichs als unabhängiger deutscher Staat und die Durchführung der Derfassungsreform auf ständischer Grundlage zu verstehen. Die austrofa schift ischen Forderungen Starhembergs aber werde sich die Nationalständische Front niemals zu eigen machen. ♦ Die Kundgebung der Nationalständischen Front gab Anlaß zu großen Gegenkundgebungen von nationalsozialistischer Seite. In großen Mengen brachen Anhänger der NSDAP, mit Rauchbomben und unter Absingung des Deutschland-Liedes in die Aufstellung der ständischen Formationen ein. Es kam zu Zusammenstößen. Die Polizei war, wie sie mitteilt, am Einschreiten zunächst stark behindert, da die Polizeizentrale der Stadt durch eine Wagenburg oon Diele n Postautos, die an den Ausgängen des Gebäudes überraschend vorgefahren waren, blockiert worden war. Inzwischen wurde durch die Ingangsetzung sämtlicher Feuermelder die ganze Stadt in Aufregung gebracht. Wie die Polizei mitteilt, gelang es erst nach längerer Zeit berittener Schutzmannschast, unter Anwendung des Gummiknüppels die Nationalsozialisten zurückzudrängen. Hierbei wurden 20 Personen verletzt und hundert verhaftet. Darunter befand sich auch der Vertreter einer der größten amerikanischen Nachrichtenagenturen- ein amerikanischer Staatsangehöriger, der photographiert hatte und nun unter der durch nichts begründeten Beschuldigung, reichsdeutscher Agent zu sein und für deutsche Zeitungen Aufnahmen zu machen, festgenommen wurde. Erst nach Feststellung seiner Personalien wurde er schließlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Abbruch -es Bergarbeiterstreiks in Steiermark. Graz, 18. Sept. (WTB.) Da ein Teil ihrer Forderungen erfüllt worden ist, haben die am Streik in Steiermark beteiligten Arbeiter der Föhn- dorfer Kohlenwerke am Sonntagvormittag den Streik abgebrochen. Die Belegschaften der beiden Schächte, die mehrere Tage und Nächte in den Gruben im Streitzuftand verblieben waren, sind au s g e f a h r e n. Die Arbeit wird am Dienstag wieder ausgenommen. Neue Korruptionsfälle beim Rundfunk zutage gefördert. Sechs Verhastungen.-Sonderhonorare, Schmiergelder und Wochenendfahrten auf Kosten -es Rundfunks. Berlin, 16. Sept. (CNB.) Gegen den ehemaligen Direktor der Reichsrundfunkgesellschaft Dr. Magnus, den früheren Intendanten der berliner Funkstunde Dr. Flesch und den einstigen Rundfunkreporter Alfred Braun wurde Haftbefehl wegen Untreue erlassen. Alle drei wurden aus dem Konzentrationslager Oranienburg in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit übergeführt. Auch die ehemaligen Breslauer Rundfunkdirektoren Hader und Bischoff sowie der Vorstand des Aufsichtsrates der Schlesischen Funkstunde, Bankdirektor Z o r e k, wurden wegen des Verdachtes der handelsrechtlichen Untreue verhaftet. Der „Völkische Beobachter" meldet dazu u. a., daß es sich ergeben hat, daß die Korruptionsfälle an den Sendern Leipzig, Breslau, Köln wie bei der Berliner Funkstunde von Dr. Magnus geduldet wurden. In Köln z.B., wo sich der frühere Intendant Hardt neben seinem Gehalt und Aufwandsspesen riesige Sandereinnahmen dadurch zu verschaffen suchte, daß er sich mehrere Jahre hindurch, an manchen Tagen sogar dreimal, vor das Mikrophon stellte und sich dann dafür d i e höchstmöglichen Mitwirkungshonorare anwies, hat Dr. Magnus als die Oeffentlichkeit auf diese Vorgänge aufmerksam wurde, dem Intendanten Hardt ein Sonderhonorar von monat- lich 1000 Mark zugewiesen. Magnus hat ferner erlaubt, daß der frühere Aufsichtsratsoorsitzende des Mitteldeutschen Rundfunks Rechtsanwalt Dr. Otto neben seinem Gehalt, neben einer jährlichen Auf- wandentschädiguna von zirka 5000 Mark und einer Tantieme von 4000 Mark ohne irgendwelche Unterlagen ständig noch weitere 4000 Mark für „besondere Tätigkeit" bekam. Dr. Magnus erhielt von der Berliner Funkstunde eine besondere Jahresentschädigung von 10 000 Mark. Neben den Kaviar-, Sekt- und sonstigen Schlemmergelagen, die bei sämtlichen verhafteten Rundfunkleitern an der Tagesordnung waren, ist bei den Verhafteten der Tatbestand handelsrechtlicher Untreue gegeben. Es konnte in Breslau festgestellt werden, daß im großen und ganzen am Wochenende Vergnügungsfahrten a u f Kosten der Rundfunkgesellschaft vorgenommen wurden, und daß im Falle Köln der geschäftliche Direktor Korde nach seinem eigener Geständnis Dienstreisen liquidierte, die er gar nicht ausgeführt hat. In Köln wurden des weiteren sowohl vom Intendanten Hardt wie von seinem Direktor Korde erhebliche Schmier- gelber an ben Rebakteur eines Revol- oerblattes gezahlt, der persönliche Angriffe gegen den Kölner Rundfunk richtete. Ferner wurde einer Architektenfirma durch Intendant Hardt ein Auftrag nur unter der Bedingung erteilt, daß an einen Angestellten des Kölner Rundfunks namens Lewi 2500 Mark Provision gezahlt wurden. AieersteArbeitMWngdespreußischenStaatSrals Kommunale Selbstverwaltung Berlin, 16. Sept. (TU.) Arn Sarnstagvor- mittag sind die neuen Staatsräte Preußens, unter Führung des Ministerpräsidenten Göring i m Neuen Palais in Potsdam zu ihrer ft e n A r b e i.t s t a g u ng zusammengetreten. Dieser erste, an eine große Tradition anknüpfende Besuch der Staatsräte in der Stadt der preußischen Könige gab den dortigen Behörden, der NSDAP und der Bevölkerung Veranlassung zu einem festlichen und herzlichen Empfang. Die Stadt hatte reichen Flaggen- und Girlandenschmuck angelegt. Ministerpräsident Göring traf in Begleitung des Staatssekretärs Körner um 10.20 Uhr an der Glinicker Brücke ein. Die Herren wurden hier vom Regierungspräsidenten, einer Reihe von SA.- und SS.-Führern, sowie weiteren Behörden- Vertretern und zahlreichen höheren Polizeioffizieren empfangen. Auf der Langen Brücke bildeten Schulkinder mit Fahnen Spalier. Eine nach Hunderten zählende Menschenmenge bereitete dem Ministerpräsidenten bei seinem Eintreffen einen herzlichen Empfang. In der G a r n i s o n k i r ch e in Potsdam legte Ministerpräsident Göring in der Königsgruft einen Kranz nieder. Nach der feierlichen Kranzniederlegung fuhren die Herren durch den Park von Sanssouci zum Neuen Palais. SA., Hitler-Jugend und Schulkinder beteiligten sich mit Fahnen an dem Spalier. Vom Neuen Palais und vor ihm wehten die Haken- kreuz- und die schwarzweiße Preußenflagge. Der Ministerpräsident schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches zunächst die lange Front der im nationalsozialistischen Staat. Ehrenabteilungen der SS.-Stabswache, der SA., des Stahlhelm und der Polizei ab und begab sich bann in ben im Erdgeschoß gelegenen Jaspis- Saal, in bem sich bte Staatsräte inzwischen versammelt hatten. Der Tagungsraum ist in Kristall unb Marmor gehalten. Er hat noch die Ausstattung aus der Zeit Friedrich des Großen. Schlichter Flaggen- und Blumenschmuck ziert den Saal. Die Staatsräte nahmen an einer großen hufeisenförmigen, mit fiibergrauem Tuch bedeckten Tafel Platz. Der Sessel des Ministerpräsidenten wurde aus dem A u d i e n z z i m m e r Friedrichs des G r o ße n herbeigeschafft. Unmittelbar neben dem Saal befinden sich auch die Räume, in denen einst der große Preußenkönig wohnte und für das Wohl seines Landes schuf. Von einem goldenen Rednerpult hielt der Ministerpräsident bann seine große richtunggebende Rede an die Staatsräte. Die Tagung dauerte ohne Unterbrechung volle sechs Stunden. Ueber den Verlauf der Beratungen, an denen ausschließlich die Staatsräte teilnahmen, ist nachstehender amtlicher Bericht ausgegeben worden. „Der Mlnisterpräfident Göring hat die erste Arbeitstagung des neuen Preußischen Staatsrates am 16. September, vormittags 11 Uhr, im Iaspis- Saal des Neuen Palais in Potsdam eröffnet. Der /?'n.’fterPräfifont Göring legte in eingehenden Ausführungen dar, welche Arbeiten der Staatsrat 3,u leisten haben wird und ging dabei auf alle wich- tigen Fragen ein, die die Staatsregierung gegenwärtig beschäftigen. Er forderte die Staatsräte SeiiWerLmiedMag-Tag des-eMeiKaiiem Der Aufruf der Reichsregierung. Berlin, 16. Sept (WTB.) Am 1.21ial Hal das deutsche Volk in überwältigender Geschlossenheit ein Bekenntnis zum deutschen Arbeiter und zur nationalen Arbeit abgelegt. Der Tag der Ratlona- I e n Arbeit wurde im ganzen Reich feierlich begangen, um dem deutschen Volke in allen feinen Ständen die Würde und Ehre der wertschaffenden Arbeit unb bie innere Verbundenheit ihrer Träger mit der Ration lebendig vor Augen zu führen. Runmehr stehen wir am Ende eines durch Saal und Ernte begrenzten Zeitlaufes. Am Sonntag, dem 1. Oktober, soll ein Deutscher Erntedanktag das Bewußtsein der Blutsverbundenheit des ganzen deutschen Volkes mit feinem Bauerntum zum Ausdruck bringen. Der deutsche Bauer hat durch treue Erfüllung feiner immer wiederkehrenden Aufgaben am fruchtbringenden Boden die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß Deutschland ohneRahrungssor- gen dem kommendenWinter entgegensetzen kann. Der deutsche Bauer will darüber hinaus auch in besonderem Maße beim Winterhilfswerk des deutschen Volkes mitarbeiten. 3n Würdigung der besonderen Bedeutung des Bauern für die ganze Ration hat die Reichsregierung gerade in diesen Tagen besonders einschneidende Maßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiet zu seinem Schuhe ins Werk gesetzt. Das ganze Volk aber begeht mit dem deutschen Bauern zusammen in Dankbarkeit gegen Gott den Abschluß der Ernte. Eine große Kundgebung der deutschen Bauern auf dem Bückeberg bei Hameln wird über alle deutschen Sender übertragen und vom ganzen Volke miterlebt; in allen Städten und Dörfern wird der Tag des deutschen Bauern würdig ausgestaltet und in gemeinsamen örtlichen Veranstaltungen begangen werden. Das deutsche Volk bekennt sich am 1. Oktober in feiner Gesamtheit ;u seinem Bauerntum. Es bringt damit feierlich zum Ausdruck, daß es im Bauernstände die Lebensgrundlage der deutschen Zukunft erblickt. (Gez.) R. w. DarrS, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. (Gez.) Dr. Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Dos Programm. Berlin, 17. Sept. (TU.) Das Festprogramm für den „Tag des deutschen Bauern" sieht u. a. folgendes vor: 7.35 bis 8 Uhr Eröffnung des deutschen Erntedanktages im Rundfunk durch eine Rede des Reichsmini st ers Dr. Goebbels, die über alle deutschen Sender geht. Der I Vormittag ist freigehalten von öffentlichen Kundgebungen, damit die Kirchen Gelegenheit haben, | ihrerseits beizutragen zur Ausgestaltung des Festes und Aur Durchführung von Gottesdiensten. Um 10 Uhr treffen Sonderflugzeuge mit Bauernführern und Bauern aus dem ganzen Reiche auf dem Tempelhofer Feld in Berlin ein und werden zwischen 11 und 12 Uhr vom Reichskanzler empfangen. Dis 16 Uhr etwa werden in Stabt und Land Erntezüge veranstaltet, bei denen Ansprachen der örtlichen Bauernführer gehalten werden. Auch finden zu dieser Zeit örtliche Konzerte, Spiele und altdeutsche Tänze statt. Die Durchführung dieser Programme richtet sich nach den örtlichen Gebräuchen. Den Höhepunkt des Tages bildet von etwa 17 bis 19 Uhr eine große Kundgebung des deutschen Bauerntums auf bem Bückeberg bei Hameln, auf bem Reichskanzler Adolf Hitler unb Reichsernährungsminister Darr 6 Reben an bas beutsche Bauerntum halten werben. Die Kunbgebung ist als eine gewaltige Demonstration von über einer halben Million Bauern gedacht. Aus bem Bückeberg wirb bie ge- famte Reichsregierung zugegen sein. Umrahmt werben bie Reben von großen Reiterspielen, an denen sich bie Reichswehr stark beteiligen wirb. Die Menschenmassen stehen auf einem Bergeshang unb sehen herunter auf bie Ebene unb auf bie Weser. Man sieht in der Ebene bie Salutbatterien h eHn galoppieren unb Salut schießen. Höhenfeuer werben abgebrannt. Auf der Weser wirb ein Lampioy-Korso von ben Vereinen veranstaltet. Außerbem finb noch ver- schiebene Ueberraschungen beabsichtigt. Anschließend an bie Übertragungen werben im ganzen Reich anfnüpfenb an bie örtlichen herkömmlichen Gebräuche fröhliche Abenbfeiern mit Tanz ftattfinben. Für ben beutschen Erntedanktag ist ein besonderes Festabzeichen geschaffen worden, das zwei Aehren zeigt, die von einer Mohnblüte zu- sammengehalten werden. Durch dieses Abzeichen wird gleichzeitig bie Verbinbung dieser großen Kunbgebung bes beutschen Erntebanktages mit bem großen Winterhilfswerk bes beutschen Volkes „Gegen Hunger unb Kälte" zum Ausdruck ge- bracht, ba ein Teil ber Erträge aus bem Verkauf bes Abzeichens ber Winterhilfe zugeführt wirb. Die Aufgabe -es Rundfunks. Berlin, 17. Sept. (WTB.) Reichssenbeleiter Eugen Hadamovsky hat auf bem Bückeberg bei Hameln, bem Schauplatz ber Bauernkunbgebung am 1. Oktober, persönlich alle Anordnungen für bie Rundfunkübertragung getroffen. Pressevertre- tern gegenüber erklärte Der Reichssenbeleiter, baß die nationalsozialistische Bauernkunbgebung, bie bie größte ber Welt zu werben verspricht, für bie um ihre Existenz ringenbe Bauernschaft der europäischen ßänber, vielleicht auch bes amerikanischen Kontinents, zu einem Fanal bes schöpferischen unb gefunben Staatswillens ber nationalsozialistischen Regierung werben würbe. Der beut« sch Rundfunk stelle sich folgerichtig unb bewußt in den Dienst der Aufgabe, bas Sprachrohr bes beutschen Volkes bei biefer Gelegenheit zu fein unb bamit auch jenseits ber Grenzen Sympathien für ben Nationalsozialismus zu werben. auf, bem Staatschef mit Einsatz ihrer ganzen Person zu helfen, bie Richtlinien bes Führers, bie für Preußen als Dienstanweisung zu gelten haben, zur Perwirklichung zu bringen. Anschließenb referierten bie Staatsräte Gauleiter Terboven- Essen unb Universitätsprofessor Dr. Karl Schmit t-Köln über bas Thema: „Staatsverwaltung unb kommunale Selbstverwaltung im nationalsozialistischen Staate". Während der erste Redner bie ein« Sigen Fragen von ber weltanschaulichen und sätzlich staatspolitischen Seite her behandelte, unb hierbei insbesondre auf bie (Srunbaufgaben hinwies, bie bie Partei im Staate zu lösen hat, erörterte Staatsrat Professor Schmitt befonbers eingehend Wesen unb Gestaltung ber kommunalen Selbstverwaltung im Nationalsozialismus. Der Ministerpräsibent stellte bas Ergebnis ber Beratung fest unb schloß um 17 Uhr bie Sitzung." Der Führer verschenkt einen Bauernhof. Berlin, 16. Sept. (CNB.) Der Besitzer eines 180 Morgen großen Bauernhofes in (Bl eiff en (Kreis Ost-Sternberg) nahe ber Ostgrenze, ber Bauer Ro11kowsky, besten einziger Sohn im Krieg gefallen ist, hat vom Krankenbett aus seine 180 Morgen große Wirtschaft bem Führer als Geschenk angeboten. Der Führer hat bem hochherzigen Spenber seinen herzlichen Dank aussprechen lassen unb ben Reichsbauern- führer unb Reichsernährungsminister Darr 6 beauftragt, ihm einen geeigneten Anwärter für bas Anwesen zu nennen. Dieser Anwärter ist gefunben worben in ber Person bes Obermelkers Oswald Weife in Groß-Lübars bei Loburg im Bezirk Magdeburg. Weife unb feine neun Söhne gehören sämtlich ber SA. an unb finb ebenfalls in ber Lanbwirtfchaft tätig. Weife überfanbte vor einigen Wochen bem Reichsernährungsminister ein Bilb, auf bem er unb feine neun Söhne in SA.-Uniform abgebilbet waren. Dazu schrieb er: „... Doch bin ich ber Hoffnung, mir für bas Alter ein kleines Eigenheim erfpa- ren zu können, woran ich bisher durch Erhaltung meiner starken Familie gehinbert war". So wird nun urkräftiger beutfcher Bauerngeist unter bem Zeichen bes Hakenkreuzes auch fernerhin auf bem Hof in ber Neumark lebenbig bleiben. Weise wirb ben Hof schon in ben nächsten Tagen mit seinen Söhnen übernehmen. Das Gtaaisbeqrabnis für Reinhold Mnchow. Berlin, 16. Sept. (CNB.) Unter aufcerorbent- lich starker Beteiligung würben ber Leiter bes Organisationsamtes ber Deutschen Arbeitsfront unb ftellvertretenbe Führer ber NSBO. Reinholb M u • chow unb Sturmbannführer Willy Mäh 1 ing zu Grabe getragen. An ber Trauerfeier im Sitzungssaal ber Arbeiterbank nahmen Vertreter aller Reichs-, Staats- unb städtischen Behärben sowie ber Gliederungen ber NSDAP, unb ihrer Organisationen teil. Die Trauerrebe hielt ber Bischof von Branbenburg, H o s s e n f e l b e r. Die beiben Toten seien Sämänner gewesen in dieser Zeit, aber sie seien auch Saatkörner Gottes gewesen, der sie eingesenkt habe in den Acker der deutschen Zukunft. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, rief den beiden Toten Worte des Gedenkens nach. Symbolhaft fei es, daß ber Sarg Muchows in bem Haufe stehe, um bas er gekämpft unb gerungen habe. Die Mahnung ber beiben loten fei unauslöschlich eingeschrieben in bie Ge- schichte der Bewegung. Die große Zahl der Trauergäste, unter ihnen 3000 NSBO.-Mitglieder und 3000 SA.-Männer, geleiteten bann bie sterblichen lleberrefte in feierlichem Trauerzuge burch bichtes Menschenspalier zum Luisen st äbtischen Friebhof, wo die Särge ber Erbe übergeben würben. Von ber Straße bis zur Gruft bilbeten SA. unb NSBO.- Leute mit brennenben Fackeln in ber Hanb Spalier. Ein Fahnenwalb umgab bie Gruft ber beiben toten Kämpfer. Staatsrat Schuhmann unb Stanbar- tenführer Mühlberg riefen ben beiden Toten Abschiedsworte nach. Im Anschluß an Gebet und Segen des Geistlichen legte Staatsrat Dr. Ley im Auftrage des Führers zwei Kränze an der Gruft ber beiben Toten nieber, unb Major M e n d e, ber Abjutant bes Minifterpräfibenten Göring einen Kranz in besten Auftrag. Dann senkten sich bei bem Liebe vom guten Kameraben bie Fahnen zum letz- ten Gruß über bie Gruft. DieArbeifsbeschassuug marschiert Berlin, 15. Sept. (WTB.) Vom Kreditausschuß unb Vorstanb ber Deffa würben im Rahmen bes neuen Arbeitsbeschaffungsprogramms ber Reichsregierung weitere Darlehen im Gesamtbeträge von runb 50 Millionen Mark bewilligt. — Ein wesentlicher Teil hiervon entfällt auf Maßnahmen ber Reichswasser st raßenverwaltung. So würben für ben Weiterbau des Mittellandkanals 10,8 Mill. Mk., für bie Elbstromregulierung 2,9 Millionen, für den Ausbau des Dortmund—Ems- Kanals auf der Strecke Herne—Datteln 6 Millionen Mark unb für ben Ausbau bes Ihle-Kanals 270000 Mark bereitgestellt. Durch Gewährung eines Darlehens von 9,3 Mill. Mk. an bie Harzwasserwerke ber Provinz Hannover würbe ber Bau ber 250 Kilometer langen Wasserleitung von der Soefe« Talsperre nach Bremen ermöglicht. Ferner wurden namhafte Mittel für die Ostmark bereitgestellt. So erhielt die Stabt Breslau Darlehen im Betrage von runb 1,9 Millionen Mark, bie zum Teil für die Herstellung von Entwässerungsanlagen, zum Teil für Jnstandsetzungs und Erweiterungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden, insbesondere Krankenhäusern und an Brücken bestimmt sind. — Weiter wurden für eine Reihe arbeitsmarktpolitisch und wirtschaftlich bedeutsamer Arbeiten in der Provinz Brandenburg runb 3 Millionen Mk., in ber Rheinprovinz 2,5 Mill. Mk., in Bayern runb 2,2 Mill. Mk., in Sachsen runb 1,4 Mill. Mark und in Anhalt runb 0,5 Millionen Mark bewilligt. Oer Kommunist Max Hölz in Rußland ertrunken. Reval, 17. Sept. (TU.) Der berüchtigte kommunistische Morbbrenner Max Hölz ertrank bei einer Bootsfahrt auf bem Oka-Fluß in ber Nähe ber Stabt Gorki (Nischni-Nowgerob). Angeblich soll sich Hölz mit 22 Personen in bem Schiff be- funben haben. Es wird behauptet, daß dis Gesell- Wer btt ^utunft. ld)en Mrüchmt, Staatsrat >etden Toten Worte des Oe- olhaft |ei es, daß der Sara u|e stehe, um das er -Mmpsl Die Mahnung der beiden Io- h eingeschrieben in die Oe- g. »er Trauergäste, unter ihnen der und 3000 SA.-Mäimr, iterblichen Ueberreste in feier- durch dichtes Menschenspalier »tischen Friedhof, wo übergeben wurden. Bon der st bildeten SA. und «.- t Fackeln in der handSpalier. gab die Orust der beidenijta Schuhmann unb 6tanb« rg riefen den beiden To en Anschluß an Gebet und i legte Staatsrat Dr. Ley m n«a»m hi! 1™ *‘l Zrust. , iifa mürben "» j Wn _ Gin wosent- *5^5* ichau des -n(i Dar» durch ^Äoflen^ M Qn,bl ,?8au der 250 ,et wurde der §Oe,e- Lafferle>KE?«xrner wur^ ien ermogl>^, ".jjqrstellt. 50 'L OD°rk b« Betrage Daau Darlehen jn _ hie WW r aÄ6iDnenn Sorjern runby in V^lL 2,5 $^(en rund 1« in S°ch ^Millionen 'a(t runi) OP **,S«*tR 8lJ. Chlr Ska.de Angeblich Und Um f bem^ttn »‘mit *u‘e’V ’n?» "PLK'L hu6Ä--.toa„ 'n!! ::s»S: tsS-» N die öS? 2erge§ho„. 96la-PPltt»V ^alut. er werden bolut QmPioh.S?(mntN örtlichen fJnmS rLLZ fÄTÄlil e des P!R‘ichssendeleiter , ,Jf °us dem Jückeberg ?upkatz der Bauernkundgebung onlich olle Anordnungen für R Setrossen. Preseoertre- rte der Reichssendeleiter, daß che Bauernkundgebung, die Welt zu werden verspricht, Menz ringende Bauernschaft der, vielleicht auch der ameri- zu einem Fanal des schöpfe- Staatswillens der national- ng werden würde. Der deub h folgerichtig und bewußt in 'gäbe, das Sprachrohr des efer Gelegenheit ju fein unb r Grenzen Sympathien für > zu werben. schäft sehr „luftig" gewesen fei. lieber die eigentliche Ursache des Unglücksfalles ift Näheres noch nicht zu erfahren. Lediglich wird gemeldet, daß außer Hölz noch fünf andere Bootsinsassen ums Leben gekommen sind. Max Hölz war während der innerpolitisch de» wegten Jahre der Nachkriegszeit zum Schrecken in Deutschland geworden. Im November 1918 wurde • er Vorsitzender des Erwerbslosenrates in Falken» ft ein im Vogtland und übernahm die Führung in der im März 1920 im Vogtland von den Kommunisten inszenierten Gegenaktion gegen den Kapp-Putsch, wobei er sich durch verbrecherische Brandstiftungen einen besonderen Namen machte Als die Reichswehr in diesen Kampf eingriff, fluchtete Hölz in die Tschechoslowakei, die sich dem deutschen Auslieferungsbegehren widersetzte. Im März 1921 setzte sich Hölz an die Spitze des kommunistischen Aufstandes in Mit» teldeutschland. Er wurde gefangen genommen und wegen Hochverrats und Totschlags $ u lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Er verbüßte Die Strafe in Sonnenburg, wurde aber im Zusammenhang mit der Amnestie von 1928 au s der Haft entlassen. Vorwiegend hielt sich Max Hölz in den letzten Jahren in der Sowjetunion auf. Neue Führung der Deutschen Frauenfront. München, 16. Sept. ICNB.) Der Stellvertreter des Führers Pg. Rudolf Heß erläßt, wie die NSK. meldet, folgende Anordnung: Hiermit ernenne ich nach Rücksprache mit dem Stabsleiter der PO. Pg. Dr. Robert Ley den Pg. Berlin, 16 Sept. (DDZ.) Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der neuen Reichsgesctze über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes und über den Zusammenschluß von Mühlen veröffentlicht Reichsernährungsminister D a r r 6 in der nationalsozialistischen ,Landpost" eine Betrachtung über das Thema „Der gerechte Preis" Das neue Gesetz über den Reichsnährstand, so führt der Minister aus, setzt mich nunmehr grundsätzlich in die Lage, zum Sy st em von Fe ft preisen über^igehen. Es gibt mir aber andererseits die Ermächtigung in die Hand, durch Schaffung des kor- porativen Zusammenschlusses im Reichsnährstand b i e ständische Marktorganisation kraft Gesetzes hinzustcllen, welche die Voraussetzung für ein reibungsloses Heranbringen an das Verarbeitungsgewerbe ist, denn über eines muß man sich klar fein: der Staat kann dem Landwirt und Bauern nur einen angemessenen und festen Preis zusichern für diejenigen Mengen von Getreide, für die ein wirklicher volkswirtschaftlicher Bedarf vorliegt Die Marktorganisation wird weiter durch den korporativen Zusammenschluß von Erzeuger, Handel, Genossenschaften und Mühlen die Gewähr dafür zu schaffen haben, daß die volkswirtschaftliche Nachfrage aus dem volkswirtschaftlichen Betrieb an die Mühle in dem Tempo herangeschleust wird, wie das der laufende Bedarf erfordert. Der Landwirt muß sich also darüber im Klaren sein, daß er auch nur ein Anrecht darauf hat, daß ihm bei etwa eintretender Uebererjeugung anteilsmäßig der Prozentsatz seines 23er- kaufsgetreides abgenommen wird, der insgesamt zur Deckung des volkswirtschaftlichen Bedarfes notwendig ist. Verstößt die Landwirtschaft gegen diese klar gegebene Sachlage, indem sie etwa im laufenden Jahre die Getreideanbauflächen weiter vergrößert, so läuft sie Gefahr, daß ihr zum Schluß des Erntejahres 1934/35 ein gewisser Hundertsatz, und zwar anteilig für jeden Betrieb, nicht abgenommen wird. Ich werde auch Mittel und Wege finden, denjenigen Landwirt, der etwa einzeln gegen diese meine Warnung vor einer weiteren Anbausteigerung verstößt und da- mit seine Standesgenosien zu Übervorteilen versucht, entsprechend zu treffen. Das Nährstandgesetz ist un- bedingt nur als eine Sonderregelung für den völlig reibungslos. Unter den elf Passagieren, die sich an der Fahrt beteiligen, befinden sich der württembergische Wirtschastsminister Professor Dr. Lehnisch, der griechische Generalkonsul in Buenos Aires und als Vertreter des Reichsluftfahrtministeriums General Wilberg. Außerdem werden 140 Kilogramm Post mitgesührt. Das Luftschiff befand sich nach Mitteilungen der Deutschen Seewarte in Hamburg am Sonntag um 17.30 Uhr MEZ. über Rabat (Nordasrika). Es hat seit Gibraltar eine Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern entwickelt. Spende der Firma Krupp für ehemalige Werksangehörige. Wie alljährlich, so hat auch in diesem Jahre die Firma Krupp beträchtliche Mittel für die feit 1. 7. 1930 wegen Arbeitsmangel ausgeschiedenen älteren Arbeiter zur Verfügung gestellt. Insgesamt werden rund 270 000 Mark für die Winterversorgung dieser Arbeiter bereitgestellt Der erste Schnee im Riesengdbirge. In derNacht zum «Samstag gingen auf dem Kamm des R i e f e n g e b i r g e s die ersten Schnee- und Graupelschauer nieder. Am Samstag früh bedeckte eine mehrere Zentimeter starke Schneedecke den Kamm des Gebirges. Ein elftes Todesopfer des Solinger Unglücks. Im Städtischen Krankenhaus in Bochum iff der SA. Reseroemann Fritz Kann aus Bochum als elftes Todesopfer des Autounglücks bei Solingen g e ft o r b e n. Ein weiterer Verunglückter befindet sich noch in Lebensgefahr. Tödlicher Absturz eines Segelfliegers. Am Sonntagnachmittag stürzte auf dem Plauener Flugplatz ein Segelflugzeug ab. Es ging vollständig in Trümmer und begrub den Piloten Oskar Heinze unter sich, der dabei tödlich verletzt wurde. Der Flieger befand sich erst wenige Minuten in der Luft. Nachdem er eine Kurve geflogen hatte, konnte er fein Segelflugzeug nicht mehr richtig auffangen, so daß dieses senkrecht abstürzte. Segelbootsunglück vor pillau. — Drei Personen ertrunken. Die mit vier Personen besetzte Segeljacht „Baldur" wurde etwa 700 Meter vom Pillauer Molenkopf entfernt bei der Wendung auf die Süder Mole geworfen und völlig zertrümmert. Der Besitzer der Jacht und zwei Damen ertranken. Der vierte Insasse, ein Iungmann, konnte von einer Barkasse des Linienschiffes „Hessen" gerettet werden. Unglücksfalle beim Schleizer Dreiecksrennen. — Ein Toter, mehrere verletzte. Beim 11. Schleizer Dreiecksrennen kam es am Sonntag, nachdem bereits in den Vortagen beim Training vier Fahrer verunglückt waren, zu weiteren schweren Unglücksfällen. In der dritten Runde des Wettbewerbs der Ausweisfah- rer fuhr der Hildesheimer Walter Hartmann in der Haarnadelkurve, falt an der gleichen Stelle, wo vor Jahresfrist sechs Reichswehrleute zu Tode kamen, gegen einen Baum und verunglückte töd - l i ch. Weiter kam es im Meisterschaftslauf der schweren Maschinen zu einem Zusammenstoß. Der Düsseldorfer R o e f e erlitt hierbei einen Oberarm- druch. Walter Pfister- Ulm fuhr in die Zu- fdjauermenge und mußte mit einem Schädel- und einem Oberschenkelbruch vom Platz getragen werden. Auch, ein Zuschauer wurde schwer ver- letzt. Bei weiteren Unfällen trug Fritz Kahlen- berg- Köln eine schwere Kopfverletzung, Walter Lohmann- Hamburg eine Beckenquetschung und Erich Müller- Ammendorf eine Gehirnerschütterung davon. Grohfeuer in Oberfranken. — 23 Scheunen abgebrannt Ein riefiger Brand hat in der Nacht zum Sonntag den Ort Wallenfels bei Kronach (Dberfran- ten) heimgesucht. Dem rasenden Element fielen insgesamt 23 Scheunen zum Opfer. Der Schaden ist, da die Scheunen bereits Erntegut bargen, außerordentlich groß. Es steht außer Zweifel, daß das Feuer durch Brandstiftung entstanden ift, da die Flammen zu gleicher Zeit an drei verschiede- nen Stellen ausloderten. Gerettet konnte nichts werden. Innenminister Wagner, der anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Ortsgruppe Kronach der NSDAP, in Kronach weilte, besichtigte die Brandstätte. Wie die „Fränkische Presse" vermutet, handelt es sich bei den Brandstiftern um kommunistische Elemente. Bereits eine Stunde nach Brandausbruch hatte das Feuer soweit um sich gegriffen, daß die 23 Scheunen und eine Menge kleinerer (9e- bäube, die mit ungedroschenem Korn, landwirtschaftlichen Maschinen, Stroh und Heu angefüllt waren, in sich zusammenstürzten. Reichsstatthalter Ritter von Epp eröffnet das Münchener Oktoberfesi. Die Eröffnung des ersten Münchener Oktoberfestes nach der nationalen Revolution gestaltete sich zu einem feierlichen Akt, der bewußt an die Tradition der Vorkriegszeit anknüpfte. Der Reichsstatthalter in Bayern sowie die Mitglieder der bayerischen Staatsregierung fuhren, von der Bevölkerung stürmisch begrüßt, im Kraftwagen auf die Festwiese. Reichsstatthalter Ritter von Epp erinnerte daran, daß das Münchener Oktoberfest ursprünglich ein Fest der Landwirtschaft war. Es sei erfreulich, daß es nach länger Pause gelungen sei, mit dem Oktoberfest wieder ein Zentral-Landwirt- chastsfest au verknüpfen und damit den ur- prünglichen Charakter des Festes wieder herAu- teUen. Während der Reichsstatthalter sowohl die Landwirtschaftsausstellung als auch das Oktoberfest für eröffnet erklärte, krachten auf der Wiese die Böller zum Zeichen des Beginns des Festes. An den beiden ersten Tagen herrschte bereits ein ungewöhnlicher Massenbesuch aus Nah und Fern. In den großen Bierbuden herrschte vom frühen Nachmittag an Hochbetrieb und echte ftöhliche Wiesenstimmung. Die Schausteller und Vergnügungsunternehmungen sowie die Lebens- und Genußmittelgeschäfte tonnten sich über schlechten Geschäftsgang nicht beklagen. Eine besondere An- iiehungskrast übte die Zentrattandwirtschaftsaus- teüung aus. Die ersten Tage haben gezeigt, daß ias urwüchsigste aller Volksfeste, das Münchener Oktoberfest, seine Bodenständigkeit und Heimatoer- bundenheit beibehalten hat. Sie haben aber auch gezeigt, daß dieses historische Fest wie kein anderes geeignet ist, das gegenseitige Verständnis zwischen Stabt und Land zu fördern und Die Zusammengehörigkeit der Nation nach außen zum Ausdruck zu bringen. Zusammenstoß in der CufL Heber dem Flugplatz Leipzig-Mockau stießen ein Derkehrsflugzeua der Deutschen Verkehrs- flug-AG. und ein Schulflugzeug in geringer Höhe zusammen. Beide Maschinen st ü r z t e n ab. Dabei wurden der Führer des Verkehrsflugzeuges und die Besatzung des Sportflugzeuges verletzt. Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. ib3cticrvornii6faqe. Die Islandstörung hat sich weiter südöstlich aus» gebreitet, so daß ihre Ausläufer bereits das Festland berühren. Sie führt an ihrer Vorderseite eine Staffel verhältnismäßig warmer Luft heran, die beim Aufgleiten zu etwas wechselhaftem Wetter führen wird, so daß es neben Dunst- und Wolkenbildung vereinzelt auch zu leichten Niederschlägen kommen dürfte. Die Temperaturen gleichen sich dabei zwischen Tag und Nacht weiter aus und steigen vorerst noch etwas an. Aussichten f ü r Dienstag: Hebergang zu etwas wechselhaftem Wetter, dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, Temperaturausgleich, zunächst wärmer, vereinzelt leichte Niederschläge. Aussichten für Mittwoch: Teils wolkig, aufheiternd, keine oder nur vereinzelt leichte Niederschläge. Lufttemperaturen am 17. September: mittags 20,2 Grad Celsius, abends 12,2 Grad: am 18. September: morgens 7,6 Grad. Maximum 21 Grad, Minimum 6,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. September: abends 18,3 Grad; am 18. September: morgens 12,8 Grad. — Sonnenscheindauer neun Stunden. Ginn und Zweck der neuen Agrargesetze. Sicherstellung eines gerechten Preifes.-Neichsmimster Oarrö warnt jedoch vor Vergrößerung der Getreideanbaufläche. Nährstand des deutschen Volkes anzusehen, und es kommen deshalb ähnliche Ma ßnahmen für die übrige Wirtschaft nicht in Frage. Das Reichskabinett — und vorweg der Herr Reichs- kanzler — hat durch die Zustimmung zu diesem Gesetz ein großes Maß von Vertrauen gegenüber dem gesunden Sinn des Bauerntums bewiesen. Es wird unsere Pflicht sein, uns dieses Vertrauens würdig zu erweisen." Der nationalsozialistischen „ßanbpoft" wird zu den neuen Agrargesetzen von zuständiger Stelle weiter noch folgendes mitgeteilt: Das Gesetz zur Schaffung fester Getreidepreise gibt Euch Bauern nicht nur Rechte, sondern verpflichtet Euch auch erneut gegenüber Volk und Gefamtwirtschast. Es wird deshalb mit Nachdruck davor gewarnt, bei der diesjährigen Herbstbestellung eine Vergrößerung der Anbaufläche für Brotgetreide, insbesondere für Winter- weizen oorzunehmen. Der Getreideanbau darf vielmehr nicht nur nicht erhöht werden, sondern muß sogar eine fühlbare Verminderung erfahren. Vor allem sollte die Erzeugung von Winterweizen eingeschränkt und dafür zur Verbreiterung der nationalen Futtergrundlage Der Anbau von Wintergerste verstärkt werden. Das vorliegende Gesetz über den Preisschutz für Getreide löst die Bauernwirtschaft auf einem wichtigen Gebiet aus der kapitalistischen Wirtschaft heraus und vermindert die Marktabhängigkeit des Bauern. Dies verpflichtet aber auch den Bauern, auf dem Getreidegebiet jetzt nicht mehr prioatwirtschaftlich, sondern volkswirtschaftlich zu denken. 3m Offen liegt die Ausgabe des deuischen Zauern. Grundsätzliche Ausführungen des Staatsrats Meinberg. Oppeln, 17. Sept. (WTB) Auf einer Grenzlandkundgebung des Oberschlesischen Iunglandbun- des führte Staatsrat Weinberg, Reichsobmann für die bäuerliche Selbstverwaltung u. a. aus: Ohne den großen Ostlandzug der deutschen Bauernschaft wäre heute das deutsche Volk auf den engen Raum zwischen Elbe und Maas zusammengepfercht, wären die Deutschen wirklich ein Volk ohne Raum. Die Sicherung des deutschen Ostens ift auch heute in erster Linie eine Siedlungsaufgabe. Ein lebendiger Bauernwall ist des deutschen Volkes bester Schutz im Osten. Die deutsche Ostkolonisation ist zugleich der Siegeszug des deutschen Rechtsgedankens. Aber gerade die rechtliche Grundlage bäuerlicher Bodenständigkeit ist durch den Einbruch des artfremden römischen Rechtes und das kapitalistische Wirtschaftsdenken aufs schwerste bedroht worden. Das preußische Erbhofgesetz leitet eine allgemeine bäuerliche Bodenrechtsreform ein, die das naturgegebene Eigenrecht des Grund und Bodens wiederherstellt und die bäuerliche Scholle herauslöst aus den Verstrickungen des kapitalistischen Finanzsystems. Nur durch eine recht- ließe Neuordnung des gesamten Bauernstandes und der mit ihm zusammenhängenden Wirtschaftszweige des ländlichen Handels und der gewerblichen Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse ist auf die Dauer eine Sicherung auch der wirtschaftlichen Lebensnotwendigkeiten des deutschen Bauerntums möglich. Sie ift auch die wichtigste Voraussetzung dafür, daß das ein- geleitete große Siedlungswerk ein Werk von Dauer ist. Durch die Neubildung des Bauerntums im deutschen Osten soll und muß der verhängnisvollen O st °We st-Wanderung der letzten Jahrzehnte, die den deutschen Osten zu entblößen drohte, e i n Ende gemacht werden. Dem hohen Geburtenüberschuß des lebenskräftigen ostdeutschen Bauerntums, der bisher fast zur Hälfte an die westdeutsche Großindustrie verloren ging, wird durch die Siedlung die Möglichkeit gegeben werden, in der Heimat eigenen Grund und Boden unter die Füße zu bekommen, und den überschüssigen Bauernsöhnen des Westens soll wieder, wie zur Zeit der großen Ostkolonisation, der Weg nach dem Osten gewiesen werden. Für das aus dem Verwaltungsrat der Deut- schen Reichseifenbahngesellschaft ausgeschiedene Mitglied Dr. Siloerberg ist ßegationsrat in der bayerischen Vertretung beim Reick und Stabsführer im Derbindungsstab der NSDAP. Rolf Reiner und an Stelle des ausgeschiedenen Mitgliedes Kaiser, der Leiter des deutschen Arbeiterverbandes der öffentlichen Betriebe und Schulungsreferenten für die Gaubetriebszellenschulung der NSDAP. Landrat Dr. Krummacher zum Leiter der NS.-Frauenschaft, damit zugleich zum Leiter der Frauenfront. Pg. Dr. Krummacher tritt mit sofortiger Wirkung sein Amt an. Die Leitung der Frauenfront und Frauenschaft hat ihren Sitz künftig in München. , Der Stabsleiter der PO. Pg. Dr. Robert Ley erläßt folgende Anordnung: Nach reiflichster Heberlegung hat sich der Stell- Vertreter des Führers Pg. Rudolf Heß auf meinen Wunsch hin entschlossen, mit der Leitung der nationalsozialistischen Frauenschaft und der Frauensront einen mit diesen Fragen besonders vertrauten alten Nationalsozialisten, den Pg. Dr. Krummacher, zu beauftragen. Bei die- ser Gelegenheit spreche ich der bisherigen Leiterin der nationalsozialistischen Frauensckaften Fräulein Gottschewski meinen besten Dank aus. Frl Gottschewski wird auch fernerhin dem neuen Leiter der NS -Frauenschast mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich freue mich, daß hierdurch auch in der Leitung der NS.-Frauenschaft eine klare Regelung im Sinne des Führers getroffen ist. Ich erwarte, daß die nationalsozialistische Frauenschaft genau wie bisher nationalsozialistische Disziplin und Pflichtauffassung bewahrt Möglichkeiten des Viermächtepakts. Eine Rede de Aouvcnels. Paris, 17. Sep. (CNB.) Der frühere franzöfi- sche Botschafter in Rom, Senator Henri d e Jouoenel, hielt eine politische Rede, in der er den Viermächtepakt verteidigte. Die Politik von Locarno habe erst an dem Tage wieder ihre ganze Kraft, an dem das Mißtrauen zwi- schen Frankreich und Italien ausgehort habe. Locarno und der Viermächtepakt seien Glieder ein und derselben Kette. Locarno sei ein Vertrag im Hinblick auf den Angriff gewesen, der Diermöchtepakt sei ein zweites Locarno im Hinblick au die Zusammenarbeit und Verständigung. Das fei ein Fortschritt. Durch den Diermächtepakt hätten die Hnterzeichner sich ausdrücklich verpflichtet, Sanktionen gegen jeden Angreifer zu ergreifen. Wenn es möglich fei, einen Mißerfolg der Abrüstungskonferenz zu vermeiden, so nur durch eine diplomatische Aktion, für die der Viermächtepakt als Werkzeug dienen werde. Der Redner ging bann auf das Abrüstungsproblem näher ein und wiederholte die nun schon sattsam bekannte Phrase von den angeblichen Deutschen Aufrüstungsplänen. Man müsse sich — so rief er aus — ihrer immer bewußt bleiben, selbst wenn man von den friedfertigen Erklärungen des Reichskanzlers nichts vergesse, selbst wenn man sich über die Verständigung zwischen Danzig und Polen freue, die vielleicht unter der früheren deutschen Regierung nicht möql’ gewesen wäre, selbst wenn man sich in Frankreich sorgfältig vor jeder Aufteizungskampagne hüte, selbst wenn man in Frankreich glauben wolle, daß in keinem Lande die Generation der ehemaligen Frontkämpfer wieder Krieg führen wolle. Meine politische Nachrichten. Der 4. Deutsche Iuristentag wird vom 29 September bis 3. Oktober in Leipzig stattfinden. Der Deutsche Reichskriegerbund yffhäuser" spendete für das Winterhilfswerk „Kampf gegen Hunger und Kälte" 10 000 RM. Georg Körner, zu Mitgliedern des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahnge- fellfchaft ernannt. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, hat den preußischen Ministerpräsidenten Göring gebeten, in den Großen A r - beitskonvent der Deutschen Arbeitsfront einzutreten. Ministerpräsident Göring hat dieser Bitte mit großer Freude entsprochen, weil er sich immer mit der deutschen Arbeiterschaft ver- bunben gefühlt habe Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht am Samstag folgende Bekanntmachung des Chefs des Stabes, Röhm: In Abänderung einer am 4. Juli 1933 ergangenen Verfügung hebe ich die verfügte Aufnahmelperre in die SA. für alle aus der Reichswehr nach zwölfjähriger Dienstzeit Ausscheidenden auf Zur Vermeidung einer Störung des vor dem Reichsgericht Leipzig stattfindenden Strafprozesses gegen die Reichstagsbrandstifter wird für die Zeit vom 17. September bis 7. November 1933 einschließlich der Luftraum über der Stabt Leip- zig als Luftsperrgebiet erklärt. Der Direktor ber Eidgenössischen Handelsabteilung Sturti war in Berlin, um mit der Reichsregierung zu prüfen, auf welcher Grundlage um- fallendere Verhandlungen zur Regelung der deutsch - schweizerischen Wirtschafts, und Finanz beAiehungen geführt werden können. Die Besprechungen sind am 15. September zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Aus oder Wett Lrbbiologie auf dem Internationalen Sportärztekongreß. Anläßlich des vom 3 bis 9. September in Turin veranstalteten Sportärztekongreffes hielt Ministerialrat Dr. Conti vom preußischen Mini- terium des Innern ein Referat „Ziel und Drgani- ation des deutschen Sportes im nationalsozialisti- chen Deutschland". Die Gedankengänge dieses Vortrages, der von dem führenden Vorstandsmitglied als der beste der ganzen Tagung bezeichnet wurde, fanden sehr starke Beachtung. Der Präsident der Federaziane Jtaliana degli Medici Sportivi, Prof. Cassinis, erklärte, daß die Gedankengänge dieses Referates, die Frage „Erbgefundheits- pflege und Spor t", den Gegenstand der nächsten Tagung bilden würden hitlerjunge Ouex „besonders wertvoll" Laut Beschluß der beiden Filmkammern im Zen- tralinftitut für Erziehung und Hnterricht vom 15. September 1933 ist der Ufafilm „Hitler- junge Quex", ein Film vom Opfergeist deutscher Jugend, mit dem besten Prädikat, das ein Spielfilm überhaupt erhalten kann, nämlich „b e - sonders wertvoll", gemäß Paragraph 19 der Geschäftsordnung vom 7 7. 1933 anerkannt worden. Diese ungewöhnliche Hervorhebung des Wertes dieses Films bringt für die Herstellungsfirma unb für den Verleih mit sich, daß „Hitler- junge Quer" für die Theaterbesitzer eine vollkommene Befreiung von ber Vergnügungssteuer genießt. Hochzeit im Hause Selbte. Im Dom zu Magdeburg fand die Trauung von Fräulein Hilde S e l ö t e . der Tochter des Reichs- arbeitsminifters und Stahlhelm-Bundesführers Franz Selbte, mit dem juristischen Beirat einer Aachener Versicherungsgesellschaft, Dr Walter Korn, München, statt. „Graf Zeppelin" jum 7. Südamerikaflug aufgeftiegen. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Samstag um 20.19 Uhr in Friedrichshafen unter Führung von Kapitän Lehmann zum 7. Südamerikaflug dieses Jahres aufgestiegen. Der , Start vollzog sich nach Anbruch ber Dunkelheit Nachdruck verboten! 1. Fortsetzung. Die Wirtschafterin schob Olga Zabrow und Mar- doch nich- der alten Sie um Ba- auch doch blieb an meinen Händen, und ich bin ihr Mörder gewesen." Er hob seine Hände und brach vor Dame in die Knie. lene Werner mit geschickter Bewegung aus dem Zimmer Frau von Maltens. Auf dem Gang faßte sie jede unter einen Arm, und dabei spürte sie deutlich, wie beide zitterten. Sie zog sie den langen Gang hinunter und öffnete, ohne zu sprechen, ein Zimmer vor ihnen. Ein hübscher, länglicher Raum war es, in dem angenehme Wärme herrschte. halten." Sie drückte die Hand Robertas: „Gute Nacht, Roberta, und besten Dank für das Abholen der Damen. Sagen Sie, bitte, Auguste, sie soll noch eins der Logierzimmer zurechtmachen." Roberta ging mit lautem „Gute Nacht". Olga Zabrow und Marlene Werner blickten einander an. Der Blick der Rotblonden war fast feindlich. Ein Seb vorn Glück Roman von Anny von panhuys. rührt, gnädige Frau. Zwei Gesellschafterinnen? Nein, das ist denn doch ein bißchen zu viel des Guten." Sie blickte die beiden, die mit förmlichen Armsündermienen dastanden, scharf musternd an, lächelte bedauernd: „Und zwei so nette Häschen! 's tut einem ordentlich leid, eine davon wieder wegzuschicken." Marlene Werner seufzte: „Ich habe einen alten leidenden Bater und wollte ihm helfen. Seine Pension ist sehr knapp." Die Rotblonde sagte heftig: „Ich habe nur ein paar böse Verwandte, die mir jedes Stückchen Brot vorwerfen. Lieber ins Wasser, als zu ihnen zurück." Frau von Malten stöhnte: „Wie konnte ich nur eine solche Konfusion anrichten!" Auguste Helm wiegte den Kopf hin und her. „Es gibt schlimmere Dinge auf der Welt, gnädige Frau. Zerbrechen Sie sich heute nicht mehr den Kopf." Die grauhaarige Dame faltete die Hände: „Was ich anfangs, geht schief!" Auguste wehrte ab. „Irren ist menschlich! Kommen Sie Fräuleinchens! Ich bringe Sie in Ihre Quartiere. Nachher tische ich Ihnen was Gutes auf, und wenn es endlich da oben aufhört, zu rumpeln, werden Sie schlafen wie eingewiegt. Morgen aber, wenn die Sonne scheint —" Sie wollte wohl sagen: hat alles ein anderes Gesicht! Aber sie brach ab und ging zur Tür: „Kommen Sie, bitte! Frau von Malten möchte jetzt allein sein!" Beide junge Mädchen folgten der Haushälterin', aber ehe sie noch die Tür erreichten, war alles ringsum wie in ein Flammenmeer getaucht, und gleich darauf schien der Boden zu schwanken. „Himmlischer Vater, es hat eingeschlagen!" schrie Auguste auf. Im selben Moment wurde eine Tür von nebenan aufgerissen, und ein großer Herr stürzte herein. Er schien niemand zu sehen außer der kleinen alten Dame, die mit beiden Händen die Armlehne ihres Sessels umklammerte. Er war mit ein paar Schritten bei ihr: „Mutter, der Blitz hat in unsere Kirche eingeschlagen, ohne zu zünden! Ich hab's vom Fenster aus gesehen. Wie vor zwei Jahren ist's, genau so, und ich meine fast, Lila liegt wieder drüben in der Bibliothek auf dem Teppich. Ich sah ihr Blut, es wollte nicht morgen zurückgeschickt werden, keinen Preis! Hunger tat weh; auch der Titel ronesse schützt davor nicht, und wenn man ihr soundso oft versichert hatte, sie sei schön, hatte keiner von den Männern, die ihr verliebte Augen gemacht, bisher daran gedacht, sie zu fragen, ob sie seine Frau werden wollte. Wenn man von Haus aus verwöhnt ist wie sie, und dann durch den Tod der Eltern plötzlich arm wird und bei bitter bösen entfernten Verwandten das Aschenputtel spielen muß, nimmt man jede Stellung bei Fremden an, wenn sie nur ein wenig Freiheit verbürgt. Mit Zank und Vorwürfen hatten die Verwandten sie gehen lassen; sie hätte jetzt nicht den Mut aufgebracht, kleinlaut und geduckt wieder zu ihnen zurück- zukeyren. Es klopfte. Auguste Helm, die Wirtschafterin, trat ein. Robust war sie — eine Vierzigerin mit gutmütig brummigen Zügen. Sie begann gleich: „Da haben Sie ja eine nette Geschichte ringe» Eine elegante Limousine stand unter dem vorragenden Schutzdach des Hauses, und Roberta Olbera öffnete den Schlag. „Steigen Sie ein! In zwanzig Minuten sind wir, wenn alles gut gebt, im Schloß." Es klang ein wenig beängstigend, dies: Wenn alles gut geht! Sehr wohl fühlte sich Olga Zabrow nicht, ebensowenig Marlene Werner. Sie saßen nun nebeneinander in den weichen Leder- kissen; zu ihren Füßen lag ihr Gepäck. Der Wagen schoß plötzlich los, daß die beiden Mädchen gegeneinander taumelten, und so fuhren sie durch den tollen Regen, durch Blitzillumination und das Donnerkrachen. Es war ihnen, als führe man sie beide geradewegs in die Hölle hinein. Olga Zabrow sagte leise: „Ich erzählte Ihnen im Zugabteil, ich ginge zu Verwandten auf ein Gut. Ich redete das so hin, ohne zu überlegen." Die andere erwiderte flüchtig: „Das ist ja gar nicht wichtig, die Hauptsache ist, daß wir lebendig antommen. Die Frau fährt wie ein Satan." Ja, wie ein Satan fuhr die Frau, die am Steuer saß. Sie dachte daran, daß Frau von Malten gesagt: „Noch einmal, zum letzten Male versuche ich es mit einer Gesellschafterin. Wenn sie auch diesmal nicht aushält, dann bleibe ich allein mit meinem Sohn, dann mache ich keinen Versuch mehr, junges, frohes Leben in unsere triften Tage zu locken. Dann soll es nicht sein!" Und sie dachte weiter, während sie durch das Unwetter nach Maltstein raste: Eine von den beiden da drinnen würde morgen schon wieder weggeschickt werden; der anderen aber beabsichtigte sie den Aufenthalt gründlich zu verleiden. Sie wollte die einzige Gesellschaft der Gutsfrau und ihres Sohnes bleiben — sie wußte Bescheid mit ihnen; sie kannte ihre Schwächen und konnte sie ausnützen. Sie wollte keinen Menschen in der Nähe, der sich vielleicht lieb Kind machte und ihre ehrgeizigen Pläne störte. Sie wußte, was sie wollte, und ließ sich nicht von ihrem Weg abbringen. Zu Gut und Schloß Maltstein gehörte ungeheurer Reichtum. Jetzt war er in den Händen zweier Menschen, die ihn nicht mehr zu nützen wußten. Sie selbst würde das trefflich verstehen. Sie lächelte vor sich hin. Ja, sie wußte, was sie wollte. Sie war vom Kopf bis zum Fuß konzentriertester Wille. Viel hatte sie schon erreicht dadurch, daß sie nach dem Tode ihres Vaters, des Gutsinspektors in Maltstein, sein Amt und seine Pflichten hatte Übernehmen dürfen. Sie hatte die Landwirtschaftliche Schule besucht und unter ihrem Vater bei allen Gutsarbeiten geholfen. Er hatte sie oft vor anderen gelobt: Kein Mann ist so tüchtig wie meine Roberta! Ro„Kommen Sie hier herein, Fräuleinchens, und machen Sie es sich erst bequem auf den Schreck von eben. Das ist meine Wohnstube tagsüber, wenn ich Freizeit habe. Das gemütlichste Zimmer im ganzen Schloß ist es, wie der junge Herr behauptet. Setzen Sie sich, und legen Sie Hut und Mantel ab. Ich glaube, ich muß Ihnen erst eine Erklärung für das eben Erlebte geben, sonst machen Sie die ganze Nacht fein Auge zu. Und das würde mir leid tun." Ganz benommen hockten sich die beiber, die eine Zeitungsannonce hierher verschlagen, auf das alte, breite Sofa, dessen brauner Samt schon etwas verschobt war. Sie saßen da mit blassen Gesichtern und großen, weit aufgerissenen Augen, und das Grauen über die kurze seltsame Szene vorhin saß zwischen ihnen; sie fühlten beide einen eisigen Hauch. Die Haushälterin stand an die Wand gelehnt. Auch sie sah blaß aus, aber sie mühte sich wenigstens, ein mattes Lächeln um ihre Lippen zu zwingen. Die erschreckten Mädel taten ihr leid. Wie selten waren in der hiesigen Gegend Gewitter, noch dazu um diese Jahreszeit! Mußte es auch gerade heute gewittern! Je stärker das Blitzen und Donnern, um so lebendiger quälte die Erinnerung stets Achim von Malten, und der Blitz, der vorhin in die nahe Schloßkirche gefahren, ohne zu zünden, wie der Aermste gesagt, hatte die traurige Erinnerung bis aufs äußerste unterstützt. Sie holte tief Atem. „Hören Sie, Fräuleinchen. Das ist eine sehr traurige Geschichte gewesen mit dem jungen Herrn, die ihn da vorhin so aufgeregt hat. Sie ist kein Geheimnis, denn im ganzen Kreis kennt man sie und noch weit darüber hinaus. Vor zwei Jahren war eine Waise, die Tochter einer verstorbenen Freundin der gnädigen Frau, zu längerem Besuch hier, und der junge Herr mag sie vielleicht geliebt haben. Das weiß aber niemand bestimmt. Sie war sehr schön, und an so einem Unwetterabend, wie heute, sand der junge Herr sie drüben in der Bibliothek auf dem Teppich in ihrem Blute. Sie war erstochen worden. Die Mordwaffe wurde, so sehr man auch danach suchte, nicht gefunden. Doch Herr von Malten hatte sich beim ersten unvorsichtigen Anfassen der Ermordeten die Hände mit ihrem Blute befleckt und wurde als Mörder verhaftet. Freigesprochen wurde er ja, aber nur wegen mangelnder Beweise. Das läHt ihn nicht los. Das drückt ihn wie einen armen Sünder. Das macht ihn menschenscheu und seine Mutter melancholisch. Obwohl schon ein Vermögen für berühmte Detektive ausgegeben wurde, fand sich feine Spur des Mörders. Das lastet auf Mutter und Sohn, sie sind beide wie verfemt. Es gibt zwar eine Menge Menschen» die an Herrn von Maltens Unschuld glauben; aber leider gibt es noch mehr, die vom Gegenteil überzeugt sind. Die Menschen glauben ja immer lieber das Schlechte als das Gute von ihren Mitmenschen." (Fortsetzung folgt.) berta Olbers, die Fünfundzwanzigjährige, war die Jnspeftorin von Maltstein. Die beiden im Auto aber hielten sie für die Frau eines Inspektors. Noch bei Blitz und Donnerschlag fuhr das Auto die Rampe des Schlosses hinan. Roberta Olbers läutete stark. Ein weißhaariger Diener erschien, blickte verwundert, als er zwei fremde Damen in die Halle eintreten lassen mußte. Roberta Olbers warf Mantel und Mütze ab, und hier, in der hellen Beleuchtung, erkannten die beiden um ein paar Jahre jüngeren Mädchen erst, wie eigenartig interessant ihr bräunliches Gesicht war, rote feurig die dunklen Augen leuchteten. Der Diener führte alle drei zu Frau von Malten. Sie war eine grauhaarige kleine Dame mit etwas ängstlichem Gesichtsausdruck. Sie saß an einem sehr hübsch bemalten Kachelofen und rieb sich frierend die Hände. Sie zog, nachdem sie Roberta Olbers angehört, die Brauen hoch. „Was soll ich mit zwei jungen Damen? Ich habe da Wirrnis angestiftet. Natürlich, ich weiß schon. Erst schrieb ich aus Fräulein von Zabrows Angebot; später aber entschloß ich mich für Fräulein Werner und schrieb ihr. Weil ich jedoch den ersten Brief zu vernichten vergaß, hat Franz natürlich beide dem Briefträger mitgegeben." Sie lächelte unsäglich müde an den zwei Mädchen vorbei. „Wir haben ja Zimmer genug im Schloß. Ruhen Sie sich also beide heute nacht hier aus. Morgen wollen wir uns dann einigen. Das Abendbrot schicke ich Ihnen aufs Zimmer. Das Wetter hat mich nervös gemacht, ich kann mich jetzt nicht mehr viel unterGießen (Dammstraße 30), Kassel, den 15. September 1933. Lollar, den 18 September 1933. 5734 D Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 19. Sept., nachm. 4 Uhr statt. 5738 D Gießen, 18. Sept. 1933. 5745 D Herrn Professor Dr. Ebel danken herzlichst die trauernden Hinterbliebenen Gießen und Schlitz, im September 1933. Um zahlreiche Beteiligung bittet 5744 D der Vorstand des Leibgarde-Vereins. 5750 D Zim.m. elektr. Licht empfiehlt billigst M73A Edgar Bormann, Eisenhandlung Preisangebote unt. F. H. 623 (5735V) an den Gieß. Anzeiger. Die Trauerfeier findet Dienstag, den 19. September, nachmittags 2/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme beim Heimgang ihres lieben Entschlafenen 1 Büfett, 1 Tafel- klav., 1 Schreibtisch. !Trumeauspiegel,2 Ausziebt., 3 Stumm., 1 Grammophon, 2 Kleiderschr.,lKüch.» schrank, 6 Rett., 1 rd. Tisch, 2Waschtische, lEisschr.,1 Teppich, 2Nachtschr., 1 Gas- backosenl (fast neu). Brandg. 8 pari., vorn. In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen. I. d. N.: Carl Nonnenbroich. Schrift. Angeb. u 1840 an Annoncenweber, Plockstr. 5. Altersvereinigung 1877 —1927 In tiefer Trauer, im Namen aller Angehörigen Marie Becker, geb. Braun Herta Carls, geb. Becker Erich CarlS / Armin Carl£. Mein geliebter Mann, mein guter Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Pieper wurde Freitagabend 8% Uhr von seinem schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst. x^K*f///z Am 15. Sept, verstarb, für uns plötzlich und unerwartet, unser lieber Kamerad Ja Heinrich Pieper. M (T. - J|r Ein treuer u. pflichtbewußter Kamerad ist von uns gegangen, dem wir allezeit EME«» ein ehrendes Andenken bewahren wer- I’ den. Die Trauerfeier findet Dienstag, 19. Sept., 14.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen herzensguten Mann, unseren lieben, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Jakob Becker, Dentist nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im 60. Lebensjahr, am Samstag, dem 16. September, nachmittags 6 Uhr, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Zerlegbare Karwffeigetzelle D.R.G.M., für 3 und 6 Zentner In tiefem Schmerz: Tilly Pieper, geb. Schreiner Heinz Pieper. Statt besonderer Anzeige! Unser herzensgutes, teueres Mütterchen Frau thrisline Nonnenbroich Witwe ist am 13. dieses Monats in Saulgau/Württemberg sanft im Herrn entschlafen. Wir haben sie dort zur letzten Ruhe gebettet Schlicht und einfach war ihr Leben, überreich aber an Liebe und Sorge für die Ihrigen. Wer sie gekannt, weiß was wir verloren haben, Zuschr. u. A 637 a.b.N. S.Schlesische TagesxeitnnB,Breslau Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß unser lieber Alterskamerad Heinrich Pieper verschieden ist Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. September 1933, nachmittags 2'/, Uhr statt. Zahlreiche Beteiligung erwünscht DerVorstand. _________________5746D | Verkäufe Deutscher Schäferhund zu verkaufen, osiea Flughafen-Reslaurank Nachruf. Am 15. September starb nach längerem Leiden unser 2. Vorsitzender und Ehrenmitglied Herr Heinrich Pieper Wir verlieren in dem Entschlafenen einen lieben Freund und begeisterten Anhänger unserer Männerchorsache. Ein Mann von echter deutscher Gesinnung ist von uns gegangen, dem wir stets ein ehrendes Gedenken bewahren werden. Die Beisetzung findet Dienstag, 19. September, 14.30 Uhr statt Bauerscher Gesang-Verein e. V. __57401 [Stellenangebote) Lebrrttns für Eisenbandlung gesucht. Schriftliche Angebote u. 05465 g. d. Gießener Anz. Sauberes Mädchen z. 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September, von 20 bis 22.30 Uhr: Der Waffenschmied. — Dienstag, 19., von 20 bis 22.45 Uhr, Fidelio. — Mittwoch, 20., von 19.30 bis 22.30 Uhr, Der Graf von Luxemburg. — Donnerstag, 21., von 19.30 bis 22.30 Uhr, Don Juan (Don Giovanni). — Freitag, 22., von 20 bis 23 Uhr, Der fliegende Holländer. — Samstag, 23., von 19.30 bis 23 Uhr, Der Vogelhändler, Operette von Zeller. — Sonntag, 24., von 10.30 bis 13 Uhr, Feftvorstel- lung anläßlich des Gauparteitages der NSDAP., Der Waffenschmied; von 18.30 bis 23 Uhr, Festvorstellung anläßlich des Gauparteitages der NSDAP. Lohengrin. Schauspielhaus: geschlossen. verwandle soziale Bewegung Adolf Stöckers scheiterte, von dem Bismarck urteilte, daß er sich um die Erfolge seiner gewaltigen Beredsamleit brachte, weil er, der große Redner, nicht ein gleich großer Organi- salor war. Mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch der von ihm begründeten Zeitung „Der Reichs- herold" war Södel und damit seine Bewegung wirtschaftlich ruiniert. Dazu zermürbte den Mann jchwe- res häusliches Herzeleid. Er gab alles verloren und ging in die Einsamkeit. Zn seinen „Dorfbildern aus Hessen und der Mark", äußerlich anspruchslosen Skizzen aus Natur- und Volksleben, die aber Zeugnisse sind von der innigen Natur- und Volksverbundenheit und der gläubigen Frömmigkeit des Verfassers, läßt uns der schwer geprüfte Mann einen Blick tun in sein zerrissenes Herz, da er in der Erzählung „Der Professor" am Schluß sagt: „Schwer ist der Abschied vom Freunde, schwerer der Abschied von der Geliebten; aber der schwerste Abschied ist der von den Idealen, für die man gekämpft und gelitten hat. Er ist fast schwerer als der Abschied vom Leben selbst " So ist Otto Böckel gestorben. Seine Saat aber ist aufgegangen, und heute bringt sie Frucht. daß diese Vögel nicht hüpfen, sondern Fuß für Fuß, geduckt und Kopf und Schnabel gesenkt, den Boden durchkrauen. Oder man sieht sie auf den Rücken weidender Schafherden nach Ungeziefer suchen und einen wilden Ritt machen, wenn der Hund die Herde jagt. Erst vor der Dämmerung kommen sie von nah und fern in größeren und kleineren Trupps. Es ist unbegreiflich und wunderbar, wie sie sich in weitestem Umkreise kennen und finden, wie sie geführt werden,'wie sie sich einigen und vereinigen, wie sie aus kleinen Verbänden große bilden und sondern, wie sie mit Plan und Taktik zu üben, zu manövrieren scheinen. Und sie haben ihren Sammelpunkt in einem bestimmten Wald ober sonstigen Baumbestand und Dickicht, selbst mitten in großen Städten. Auch in München gibt es einen Platz, in dessen Bäumen sie schon vom Spätsommer ab regelmäßig scharenweise zur Abendrast erscheinen. Eine besondere Vorliebe zeigen sie für die breiten, ungestörten Schilfsaume unserer Seen, deren Rohre nun groß und stark genug geworden sind, sie zu bergen und zu tragen, wenn auch viele durch die Last geknickt werden. Und man muß jetzt hinausgehen, um von den still gewordenen Ufern oder noch besser vom Kahn aus das Treiben zu beobachten. Der ferne Himmel beginnt bis aus dem Horizont wie von Bienenvölkern zu schwärmen. Aber die Geschwader wachsen, von allen Seiten näher kommend. Schon rauschen sie uns zu Häup- ten, sie ballen sich zu Wolken, sie ziehen sich zu fliegenden Bändern auseinander und wenden sich in scharfen Kehren und Umkehren, und endlich fallen sie ins Röhricht. Es verschluckt sie, man sieht nicht mehr, nur schwankende Halme, Dolden und Blätterspeere und nur bei angestrengtem Spähen hier und da einen dunklen Punkt. Aber man hört ein ununterbrochenes Schwatzen, Schnattern, Schilpen, Knarren, Schnarren, Wetzen, Kreischen, Pfeifen. Wir klatschen in die Hände, und sofort erhebt sich surrend ein flatterndes Gewölk, den noch dämmerhellen Himmel verdunkelnd, und kreist und kreuzt unruhig über dem Lager, bis es sich wieder niedersenkt und sich noch lange lustig um die Betten zankt. £ocf)fd)ulnad)rirf>fen. Der Marburger Chemiker, Geheimrat Pro- fesior Dr. Karl v. Auwers, Direktor des chemischen Instituts der Universität Marburg, konnte in diesen Tagen das 7 0. Lebensjahr vollenden. Bald wird ihr auch nicht mehr die Entschuldigung gestattet werden können, daß diese Frage gar nicht oder nur schwer zu beantworten sei. Die Kennzeichnung der deutschen Gartenbauerzeugnisse entspricht einem lang vertretenen Wunsche des Reichsverban- des Deutscher Hausfrauenvereine, der feit Jahren eine Kennzeichnung deutscher landwirtschaftlicher und gärtnerischer Erzeugnisse gefordert hat. — Auch hier kann jede einzelne Hausfrau zum Erfolg der Maßnahme, zu der sich Erzeuger und Handel verbunden haben, beitragen. Sie muß diese Kennzeichnung verlangen, sie muß sich weigern, Erzeugnisse, die nicht bezeichnet sind, zu kaufen. Nur so kann es gelingen, dem deutschen Erzeugnis endlich die Vormachtstellung, die es aber auch verdient auf dem Obst- und Gemüsemarkt, zu sichern, nur so kann es gelingen, endlich die Auffassung zu zerstören, als wäre das unter deutscher Sonne gewachsene Obst und Gemüse nicht anderem zum mindesten ebenbürtig. Wenn einmal die Kennzeichnung sich auf der ganzen Linie durchgesetzt hat, dann werden manche Zweifler mit Staunen erkennen, wie sehr sie das Erzeugnis der Heimatscholle verkannt haben, wie schwer sie durch törichtes Verlangen die eigenen Volksgenossen geschädigt haben. Ganz Deutschland steht heute im Kampf um feine Wiedererstarkung und Gesundung. Dieser Kampf u. l'1” . Was war es nun, was diesen jungen Menschen — er war siebenundzwanzig Jahre alt —, der sich schon einen Namen in der Wissenschaft erworben hatte, und vor dem sich eine verheißungsvolle Gelehrtenlaufbahn auftat, bewog, alles aufzugeben und Politiker zu werden? — Es war die heiße Sorge um sein geliebtes Volk, um das deutsche Bauerntum, oor allem als der Grundwurzel des Volkstums und damit des Staates, das er in seinem Gedeihen und Bestand bedroht sah, geistig und seelisch von einer kulturlosen, undeutjchen Zivilisation und wirtschaftlich von der Macht eines raffenden Kapitals. So wurde er der Begründer der „Antisemitischen Par- t e i". Im Sturm eroberte er in wenig Jahren die nordhessischen und angrenzenden Reichstagswahlkreise: Marburg, Gießen, Alsfeld, Wetzlar u. a. Er ist der Mann des Volke; zu Taufenden strömen die Bauern zu feinen Versammlungen und werden hingerissen von der Macht seiner Rede. Er sprach in großer einfacher Leidenschaftlichkeit in der Sprache des „gemeinen Mannes", dessen Seele er kannte, und dessen Not er als eigene empfand, und der darum in ihm seinen Retter und Führer sah. Und doch oer- siechte die Bewegung nach wenig Jahren. Der Grund war wohl derselbe, an der die etwas ältere, geistig In der Zeit des nationalen Wiederaufbaues wird jedem Einzelnen immer wieder die Ueberzeugung bewußt, daß die Verantwortung für fein Tun und Handeln heute viel ernster genommen werden muß. Selbfloeranlroortung ist das Losungswort, unter das sich die Front aller wahrhaft deutsch denkenden Menschen um den Volkskanzler gestellt hat; bewußt übernommene Verantwortung im großen wie im kleinen. Nicht das, was in Gedankenlosigkeit von der Masse gefordert wird, nicht das Zurückstellen der persönlichen Verantwortung des Einzelnen hinter diesen sogenannten Massenwillen kann und darf es im neuen Deutschland mehr geben! Auch kann kein irgendwie gearteter Zusammenschluß den Einzelnen — Mann oder Frau — von dieser Pflicht befreien. An ihre Erfüllung ist der Erfolg des ganzen großen Wiederausbauwerkes untrennbar gebunden. Der deutschen Hausfrau gilt diese Mahnung an erster Stelle. Ihr Tageswerk setzt sich zusammen aus unendlich vielen kleinen Handlungen. Jede einzelne bewußt in diesem Geist der Verantwortung für Familie und Volk zu tun, ist ein Teil der großen Aufgabe, zu der die Zeit sie als Treuhänderin des deutschen Volksvermögens, als Verwalterin des deutschen Volkseinkommens berufen hat. Der größte Teil hiervon wird für die Lebensbedürfnisse der Familie in Anspruch genommen, und unter diesen steht der Bedarf an Lebensmitteln an erster Stelle. Damit aeroinnt aber die Deckung dieses Bedarfs ganz besondere Bedeutung. Es ist eine Schicksalsfrage für jedes Bolt ob es gelingt, die Grundlage feiner Ernährung aus den Erzeugnissen der Scholle des eigenen Landes sicherzustellen. Nach den bitteren Erfahrungen der Kriegsbeil gibt es wohl jeder deutschen Hausfrau ein Gefühl beglückender Sicherheit, zu wissen, daß Deutschland heute imstande ist, den Lebensbedarf seiner Bevölkerung an Brot, Getreide, Fleisch, Kartoffeln und Gemüsen voll und ganz zu decken. Welcher ungeheuerlichen Anstrengungen es bedurfte, um in einer Zeit, in der der deutsche Bauer und Gärtner um die Erhaltung seiner nackten Existenz zu kämpfen hatte, nicht nur den Ertrag der Erzeugung zu vergrößern, sondern auch die Güte zu verbessern, das kann nur dann verstanden werden, wenn man sich klar macht, wie unendlich schwer es schon an und für sich ist, einen Vorsprung, der fraglos in der Vergangenheit z. B. beim Gartenbau der Nachbar- zurück! Arbeitsbeschaffung zu erhalten, das ist einzig und allein davon abhängig, ob dem deutschen (Erzeugnis d i e Vorrang st ellung vor dem (Stare. Von Hans Brandenburg. Wenn der Herbst naht, sammeln sich die Stare. Das ist nicht unbedingt oder nicht nur Vorbereitung und Vorübung für die Reise nach dem Süden: bis zum Spätherbst hat der Star noch lange Zeit, und viele ziehen seit einer Reihe von Jahren überhaupt nicht mehr fort, sondern bleiben bei uns über Winter, etwa in einer alten Efeuwand, oder begnügen sich zu streichen. Die Versammlung ist Geselligkeit und Gemeinschaft nach den erledigten Pflichten der Brut und Aufzucht, mag ihr auch der Zugvogeldrang zugrunde liegen. Sie wird erst groß und mächtig am Abend und dient also zunächst einer gesättigten Plauderstunde und der Nachtruhe in fröhlich freiwilligem Massenquartier. Tagsüber sieht man nur kleinere Schwärme auf Nahrungsstreife. Man sieht sie über die abgeernteten Felder „wanzen", denn es wirkt wie drolliges Gekrabbel, or.Kaesen' '(fall- WascW®’ ,a,cbSeln i‘S-4 KZ SS® K Ä & s--°K W S'"> Ende deö Fahrschulzwanges? Das Reichsoerkehrsministerium und die einzelnen Landesregierungen beschäftigen sich seit einiger Zeit mit der Frage, ob in Zukunft die Ausbildung der Kraftwagensührer zur Erlangung des Jiibrerscheins erfolgen kann, ohne dah — wie bisher — der Zwang zum Besuch einer Fahrschule besteht. Die Automobilindustrie tritt für die Aufhebung, ober wenigstens für die Auflockerung des Fahr- schulzwanges ein, weil man glaubt, dadurch diese Industrie heben zu können. Gegen den Wegsall des Fahrschulzwanges wenden sich vor allem die Kraft- sahrschulen, aber auch die Verkehrspolizei und der Reichsverband der Krastverkehrstechnik haben gegen die Auflockerung, oder gar gegen die Aufhebung Bedenken. Der Reichsbund der Kraftverkehrstechnik hat jetzt eine Denkschrift aus Grund von Ergebnissen der Derkehrsunsallstatistik herausgegeben und stellt sich von vornherein gblehnend zu den Bestrebungen, die für Aufhebung oder Auflockerung des Fahrschulzwanges eintreten. Die Begründung findet er nicht immer in der sozialen Seite der Angelegenheit, sondern in verkehrstechnischer Beziehung. Er führt aus, daß diejenigen, die für die Lockerung des Schulzwanges einträten, die großen Gefahren verkennen, die bei Aufhebung des Fahrschulzwangs der Volksgemeinschaft drohen würden-. Richt nur die Berufstätigen seien durch die Aufhebung oder Auflockerung bedroht, weil dadurch das Heer der Arbeitslosen vergrößert würde, sondern auch die allgemeine Sicherheit. Der Fahrschulzwang sei not- wendig. Denn bei den Erzeugnissen der modernen Kraftfahrzeugindustrie handelt es sich um technisch und konstruktiv hochentwickelte Produkte, die große Kenntnisse und Fertigkeiten in jeglicher Beziehung voraussetzen. Ferner werde von jedem Kraftwagenführer ein besonders großes Verantwortungsgefühl gefordert. Wie wenig dies trotz des stark angewach- jenen Verkehrs vorhanden fei, werde durch die täglichen „Verlustlisten des Verkehrs" bewiesen. Na- türlich fei auch die genaue Kenntnis der Verkehrs- oorschriften eine unbedingte Notwendigkeit. Ferner müsse jeder Kraftfahrer die Gesetze über Haftung und über feine rechtliche Dersicherungspflicht tennen- lernen. Nur dann könne eine Verkehrsüberwachung im Interesse der Volksgemeinschaft durchgeführt werden. Dazu sei vor allen Dingen eine geregelte Ausbildung des zukünftigen Kraftfahrers notwendig, die nur ein Fahrschulzwang bieten könne. Die Stellungnahme des Reichsverkehrsministeriums und der einzelnen Landesregierungen in dieser wichtigen Frage steht noch aus. »ltj Ä« im fleben, eine fft,^Qn|el bai »urb b,e Wen firfi Oe Mir )er Det$?le Leiber h; luner c? Q9en, qü;\ u eine W („7er lie ? um i[jTe Qj sich wenin, StaJiSS; Mininb*00^01' 5 runden, wieÄ^bß. * ^inner^rNe ^&un5neIe^ hau. *Nat k ÄÄrrn'öie IW>Ü$ A ’(t kem Ge- 7°u-. VSfilie und t« emerjoerjtorA Wor au- 3U längerem ma9|ie °ielleich^N>. ’Sää 1 M.chn nicht los. ia5 brüll 2*- Das macht ihn nun- Obwohl jur berühmte Detektive ausge- ff to« Spur des Körbers er und Sohn, |ie sind beide ’t Dar eine Menge Mensch?» Raitens Unschuld glauben; aber my, die vom Gegenteil über- Wn glauben ja immer lieber 5 Gute von ihren Mitmenschen." rtsehung folgt. > der Wasserwerke in Sanssouci; auch entwarf Euler für den König den Plan einer Zahlenlotterie. Zu den Obliegenheiten des Gelehrten gehörte ferner die Heranziehung bedeutender ausländischer Forscher „zur Mehrung des Ruhmes und Ansehens der königlichen Akademie". Wie kam es nun, daß nach einer fast fünfund- zwanzigjährigen Tätigkeit Euler wieder nach Petersburg ging? Friedrich der Große machte sich gern ein wenig luftig über die „schwunglosen, trockenen Mathematiker", andererseits verlangte, wie ein Biograph Eulers schrieb, dieser zuviel vorn König, „fiel ihm mit persönlichen Angelegenheiten ynd Gesuchen um Beförderung von Landsleuten lästig und nahm mit einer gewissen Naivität die höchste Ehrenstelle in der Akademie für sich in Anspruch und polterte in den wissenschaftlichen Streitfragen der Zeit vorschnell und unüberlegt mit seiner subjektiven Ansicht heraus". Als der König eine Umgestaltung der Akademie vornahm, suhlte Euler sich den französischen Gelehrten gegenüber zurückgesetzt Diesen Zwiespalt benutzte man, Euler, der seine Zeitgenossen weit überragte und noch heute nachwirkend überdauert, wieder nach Petersburg zu holen; und Euler folgte dem russischen Anerbieten gern, zumal man alle seine Forderungen nach Ehren und Geld großzügig erfüllte. Noch siebzehn Jahre lebte und arbeitete er in Petersburg, wo er nach und nach ganz erblindete. In dieser Zeit schrieb er die meisten feiner achthundert Veröffentlichungen. Unermüdlich betätigte er sich auf allen damals bekannten mathematischen Gebieten, die er alle bis ins Kleinste beherrschte und durch neue Lösungen förderte; ja, er schuf auch ganz neue Gebiete, zum Beispiel die Varia- t i o n s r e d) n u n g. Gern beschäftigte er sich auch mit den Gesetzen der Hydrodynamik, befaßte sich mit dem Windmühlenbau, mit der Konstruktion von großen Schiffen, mit den damals noch ziemlich unbekannten Gesetzen von Ebbe und Flut, lieferte wertvolle astronomische Berechnungen, von denen manche zur Entdeckung neuer'Planeten geführt haben; als einer der ersten legte er die Bahnen mehrerer Kometen genau fest; feine schon in Berlin begonnene Konstruktion eines achromatischen Fernrohrs vollendete er in Petersburg. Auf Grund dieser Erfindung schuf der geniale Optiker Fraunhofer einige Jahrzehnte später die Basis für die Herstellung unserer heutigen Fernrohre. In Petersburg wurde ihm sein Sohn Johann Albrecht geboren, ein ebenfalls bedeutender Mathematiker, der jedoch im Schatten des großen Vaters der Vergessenheit anheimfiel. Otto Böcke«. Gin Gedenkoiatt zum zehnten Jahrestag seines Todes. Don Friedrich Germer, Großen-Linden. Am 19. September 1823 starb zu Michendorf, einem Dorf in der ’JJlart unweit Berlin, Ur. phil. Otto Bocket. Der IBlann hat es um fein geliebtes deutsches und zumal jein Hessenoolk, dem er ent- stammte, verdient, daß sein Name nicht oergeffen wird. Er gehört wie der dieser Tage abgeschiedene Theodor Fritsch in die Reihe derer, die man zu Recht die Vorläufer der jetzt zum Durchbruch ge- tommenen nationalen und sozialen Bewegung nennen kann. Den Tag der Ernte, zu der auch er kost- bare Saat ausgestreut hatte, hat er nicht erlebt. Der Tod erlöste einen nach Seele und Leib gebrochenen Mann, ganz einsam geworden, verlassen von den meisten, die ihm einst zugejubelt hatten, verraten von manchem, den er für feinen Freund gehalten, ohne Hoffnung, daß die Arbeit seines Lebens noch einmal Frucht bringen werde. Es liegt eine schwere Tragik über diejem Leben. Vor vierzehn Jahren kannte in den Dörfern Hetzens jedes Kind den Namen „Begel". Bis in unsere Tage ist dort keiner wieder so volkstümlich gewesen. Erst heute kommt ihm wohl wieder einer gleich, wird gefeiert und geliebt wie er: Dr. Ferdinand Werner, der hesstzche Ministerpräsi- deut. Die Alten in den Dörfern um Gießen, in der Wetterau und im Vogelsberg, die sich noch der Zeit der neunziger Jahre vorigen Jahrhunderts erinnern können, werden bestätigen, daß es so ist. Otto Böckel ist geboren zu Frankfurt a. M. am 2. Juli 1859. Jrn Jahre 1878 bezog er die Universität Gießen und studierte hier und dann in Heidelberg Rechtswissenschaft und Nationalökonomie, wandte sich aber später in Leipzig und Marburg dem Studium der neueren Sprachen zu. 1883 wurde er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an der Marburger Universitätsbibliothek, nachdem er im Jahre zuvor zum Dollar promoviert war. Nur wenige Jahre ist er im Amt geblieben. 1887 begann er seine Tätigkeit in der Politik, und bald hatte sie ihn so ergriffen, daß er ihr für die nächsten Jahre ganz und gar verschrieben war. Im Jahre 1894 verließ er seine hes- siiche Heimat, zog nach Berlin, entsagte bald der Politik und lebte bis zu seinem Tode in voller Zurückgezogenheit in wirtschaftlicher Not und von mannigfacher Krankheit heimgesucht in Michendorf, beschäftigt mit wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiete der Volksliedforschung. Dem deutschen Volkslied hatte seine Liebe und sein Forschen schon in der Jugend gegolten. Später erzählte er davon, wie er als Student in Gießen den Grund gelegt habe zu seiner 1885 veröffentlichten Sammlung „Deutsche Volkslieder aus Oberhessen". In Gießen horcht er, wenn die Soldaten fingen, oder setzt sich in den Herbergen zu den fahrenden Handwerksburschen, schnell aufzeichnend, was er hort an altem und neuem Sang, wenn es echtes Volkslied ist. In Gleiberg wird ihm der Nachtwächter Freund und Gewährsmann; in Heuchelheim, in den Dörfern des Biebertals, in Lützel-Linden und Lang-Gons, in 21g- bach und Kinzenbach, und in der Rabenau sitzt er unter den Burschen und Mädchen in der Spinnstube, mit ihnen singend und eifrig sammelnd. Manches Lied, damals noch gesungen und bald durch den städtischen Gassenhauer verdrängt, hat er so gerettet und bewahrt für wieder bessere Zeit, wie wir sie heute erleben. „Es war ein einsam, aber selig Wandern", schreibt er, „in den hoffnungsreichen Tagen blühender Jugend, so manche liebe lanae Nacht auf einsamen Wegen horchend, ob sich nicht fern, ganz f.’rn die getragenen schwermütigen Klänge eines jener hessischen Volkslieder vernehmen ließen." Ein Mann der Wissenschaft durch und durch blieb feine Forschung nicht auf die Heimat beschränkt. Hugo Hep^ ding schrieb 1924 von ihm in einem Nekrolog in den „Hessischen Blättern für Volkskunde" in einem Rückblick auf Böckels jUrbeiten über Volkslied und all- gemeine Volkskunde aus dieser Zeit: „Man kann nicht genug staunen, was er alles an Doksüberliefe- rungen der europäischen Völker und an ethnographischer Literatur damals durchgearbeitet hat." SH HausfraueiWsiunung im neuen Staat Don Maria Zecker, Dorsihende des Reichsverbandes Deutscher Hausfrauenvereine. Mahnung. Sil«» «nSksä- sw: „Ort*«*"'®*-5 Der --- suchen wir . Der Mathematiker Friedrichs des Großen. Zum 150. Todestag von Leonhard Euler. Don Hans Sturm. In Basel, der uralten Stadt am Rheinknie, wurde in einer stillen Gasse, unweit des Münsters, am 15. April 1707, Leonhard Euler geboren. Der Knabe spielte kaum mit seinen Altersgenossen, sondern las lieber die alten Hausinschriften, suchte nach Geheimnissen in dem aus der Pestzeit stammenden Totengäßchen oder sinnierte vor den Holbemschen Totentänzen. In der Werkstatt eines benachbarten Schusters hockte er stundenlang neben dem Meister und maß mit einem rostigen Zirkel die aus der Schusterkugel fallenden Lichtstrahlen. Das Lernen machte ihm keine Mühe, er betrieb es gewissermaßen nebenbei und wurde nach wenigen Jahren des Studierens, kaum zwanzigjährig, als Adjunkt für Mathematik an die Kor,erliche Akademie der Wissenschaften nach Petersburg berufen. Kurz 3uoor hatte er für eine Arbeit „lieber die beste Art des Bemastens der Schiffe" von der Pariser Akademie einen Preis erhalten. Neben der Mathematik, deren sämtliche Gebiete er bearbeitete, studierte er noch Theologie, Medizin und orientalische Sprachen und schrieb auch hierüber bedeutsame Abhandlungen. Auch mit geographischen Problemen beschäftigte er sich sehr, aber durch das Kartenlesen und das „ewige Rechnen" büßte er bald die Sehkraft des linken Auges ein. Dies Mißgeschick aber förderte nur seinen ungeheuren Fleiß und Erkenntnisdrang. Vielleicht wäre er zeitlebens in Petersburg geblieben, wenn ihn nicht Friedrich der Große gerade in dem Augenblick, als man in der russischen Hauptstadt weniger Wert auf die Wissenschaften zu legen begann, nach Berlin gerufen hätte; er wünschte den „großen Algebraiker", der erst vierunddreißig Jahre zählte, aber bereits ein ausgehendes Gestirn war, als wertvolle Bereicherung seiner Leibnizschen Akademie, der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften, anzugliedern. Euler folgte dem Rufe des genialen Preußenkönigs und trat durch feine Stellung in der Berliner Akademie an die Spitze eines Forfcherkreifes von internationaler Bedeutung. Zu den interessantesten Projekten wurde der Mathematiker von Friedrich dem Großen herangezogen, so zur Nivellierung des Finowkanals, zur Einrichtung eines Gradierwerkes in Schönebeck oder S.A.-'SpoTt Gießener Leichtathleten siegen bet „Eintracht" Frankfurt. Die Frankfurter Eintracht veranstaltete am Sonntag ein kleines Sportfest, zu dem aus Hessen und Hessen-Nassau zahlreiche bekannte Kräfte und hoffnungsvolle Leute des Nachwuchses erschienen. Es gab auch einige recht schöne Kämpfe mit entsprechenden Leistungen. Der Besuch der Kämpfe war nicht sonderlich gut. Eine Serie schöner Erfolge konnten die Gießener Leichtathleten auf sich vereinigen. Im Diskuswerfen, wie auch im Kugelstoßen errangen sie unangefochten die ersten Plätze. Im Diskuswerfen belegte Kilo (1900) mit 42,70 Meter den ersten Platz, Gugel (1900) folgte mit 37,45 Meter und Luh (OSC.) mit 36,49 Meter. Im Kugelstoßen sicherte sich der OSCer Luh den ersten Sieg mit 13,31 Meter vor Gugel (1900) mit 12,99 Meter. Ergebnisse: 100 Meter: 1. Mährlein, Eintracht, 10.8 Sek.; 2. Kersch, Post Frankfurt, 11 Sek.: 3. Eldracher, Gießen, 11.1 Sek. 400 Meter: 1. Schäfer, Post Frankfurt, 52.4 Sek.: 2. Schwethelm, Wiesbaden, 52.8 Sek.: 3. Fath, Offenbach, 53.5 Sek. 800 Meter: 1. Dehm, FSV. Frankfurt 2:01.8 Mm.; 2. Hohlbein, FSV. Frankfurt, 2:02.1 Min.; 3. Sander, Wiesbaden, 2:03.2 Min. 100 Meter, Frauen: 1. Lutz-Lorenz, Eintracht, 13 Sek.: 2. Roth, FSV. Frankfurt, 13.1 Sek.: 3. Bernhardt, Eintracht, 13.1 Sek. 3 X 200 Meter: 1. Eintracht 1:09.6 Min.; 2. Post Frankfurt 1:12.2 Min.: 3. Gießen 1900. Hochsprung: 1. Fuchs, Kreuznach, 1,75 Meter: 2. Hohlbein, FSV., 1,66 Meter; 3. Witzel, Eintracht, 1,61 Meter. Diskus: 1. Kilo, Gießen, 42,70 Meter; 2. Gugel, G)eßen, 37,45 Meter; 3. Luh, Gießen, 36,49 Meter. Kugel st oßen: 1. Luh, Gießen, 13,31 Meter; 2. Gugel, Gießen, 12,99 Meter; 3. Baß, Eintracht, 12,91 Meter. Weitsprung: 1. Witte, FSV., 6,70 Meter; 2. Hassinger, Post, 6,63 Meter; 3. Witzel, Eintracht, 6,49 Meter. Diskus, Frauen: 1. Reutter, SC. 80 Frankfurt 37,55 Meter: 2. Fleischer, Eintracht, 33,50 Meter; 3. Auer, Groß-Gerau, 31,40 Meter. Kugelstoßen, Frauen: 1. v. Hayn, Eintracht, 11,46 Meter, 2. Köhler, Eintracht, 10,51 Meter; 3. Auer, Groß-Gerau, 9.15 Meter. Weitsprung, Frauen: 1. Roth, FSV., 4,93 Meter; 2. Köhler, Eintracht, 4,88 Meter; 3. Bernhardt, Eintracht, 4,78 Meter. 30 00 Meter: 1. Kreter, Darmstadt, 9:13.2 Min.: 2. Pfannebecker, Offenbach, 9:14 Min.; 3. Rössing, Wiesbaden, 9:27.3 Min. 4X100 Meter, Jugend: 1. Eintracht 46.4 Sek. , 4X100 Meter, Frauen: Außer Konkurrenz Eintracht in 51.7 Sek. — 1. FSV. Frankfurt 55 Sek.; 2. BSC. Offenbach 57.4 Sek.; 3. Eintracht B. ' 4X100 Meter, Herren: 1. Eintracht A 42 8 Sek.; 2. BSC. Offenbach 44.9 Sek.: 3. Gießen 1 900 45.1 Sek. Dreikampf, Alte Herren: 1. Baß, Eintracht, 1639 Punkte: 2. Heller, Offenbach, 1104.88 Punkte: 3. Metzger, Eintracht, 873 Punkte. Dreikampf, Frauen: 1. Köhler, Eintracht, 142 Punkte; 2. Hcyl, Offenbach, 95.5 Punkte; 3. Lotz, TV. 60 Frankfurt, 93 Punkte. OrrHirzenhainerSegelflugwettbewerb Erstmalig den Dillenburger Dilhelmslurm umrundet. In der Nacht zum 14. September kündigte sich zunächst mit einem leichten Negey, dann mit einem heftigen Sturm die geeignete Wetterlage für den Wettbewerb an. Am Donnerstag morgen stand dann das ganze Fliegerlager am Nordwesthang. Die Burschen des Fliegerdorfes ließen ihre Arbeit im Stich, denn Wiegmeyer hing bald mit seinem „Rhönbussard" über dem Hornberg, Kreise ziehend und Höhe suchend. Bald verschwand er in den letzten Fetzen der „Knofe", die aus dem Tal herauf über die Höhe geisterten. Als Fischer auf der „Darmstadt II" sich zu ihm hinaufkrebste und die Wiesbadener auf der „Kassel 20" hinterherstarteten, war es selbst dem „Rhönbussard" in den Nebelfetzen ungemütlich geworden. Nach einem ersten Stundenflug startete Wiegmeyer zum zweiten Male für den Fernzielpreis zur Umrundung des Wilhelms- turmes in Dillenburg. Mit 300 Meter Höhe zog er ab. Fischer, der immer noch kreiste, hinter ihm her. In schneidiger Weise ging Wiegmeyer das Ziel in Dillenburg an, aber bei seinem Versuch, eine doppelte Schleife zu ziehen, verlor er viel Höhe, „verhungerte" und setzte sich als erster in die Stadtgemarkung Dillenburgs. Fischer kehrte um, landete, studierte Karten und Gelände und zog nach dem zweiten Start, fast Wolkenanschluß erreichend, zum Wilhelmsturm. Er umrundete als erster Anwärter auf den 200-Mark-Fernzielpreis den Turm. Jung auf dem neuerbauten Grunau-Baby blieb, wie fein Kamerad Wiegmeyer, unterwegs liegen. Da der Wind aus Südwest am Nachmittag anhielt und stärker auffrischte, konnten sich auch die Wiesbadener und Frankfurter mit Stunden- und Halbstundenflügen in die Starterliste eintragen. Landesgruppenführer Ulm- Frankfurt a. M. hat einen Zielpreis für diejenigen gestiftet, die im Laufe des Wettbewerbes beim Anfliegen eines ausgelegten Zieles die meisten Punkte erreichen. Mit einer Gesamtflugdauer der Minutenflüge von 15 Stunden konnte Die Wettbewerbsleitung, die von Fichtel und Bünau von der Landesgruppe VII Frankfurt a. M. und Mittler und Schäfer von der Ortsgruppe Hirzenhain gebildet wird, zufrieden fein. Sensationen im Fußball des Sonntags Borussia Zulba geschlagen. Die Gau-Ligaspiele in Nordhessen. Nun hat auch der Gau XII (Nordhessen) seine erste große Sensation hinter sich. An diesem Sonntag verlor der Meister Borussia Fulda in Kassel gegen Sport mit den knappsten aller Resultate, mit 0:1. Und nicht einmal unverdient. Denn Sport- Kassel lieferte entschieden das bessere Spiel. Im Kampf der beiden ehemalig „Süddeutschen" schlug Hanau 93 den VfB. Friedberg nach flottem Spiel knapp mit 2 :1. Kurhessen Marburg holte sich auf eigenem Platz gegen Kurhessen-Kassel mit 2 : 4 eine weitere Schlappe. Im Lokalderby zwischen Spielverein und Hermannia Kassel blieb Spielverein knapp aber sicher mit 1:0 Sieger. Hessen Hersfeld und 03 Kassel trennten sich torlos. Handball: 1900-Postsportverein Frankfurt 6:7. Das Handballspiel, das gestern nachmittag auf dem Sportplatz der Spieloereinigung 1900 an der Liebigshöhe zwischen den ersten Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und dem Postsportverein Frankfurt a. M. zum Austrag gelangte, brachte den Gießener Handballspielern ein sehr ehrenvolles Ergebnis. Mit dem knappen Ergebnis von 6:7 konnten die Frankfurter den Kampf für sich entscheiden. In letzter Minute fiel für die Gäste das siegbringende Tor. der großen Hitze (kurz nach 13 Uhr war Spielbeginn) zu früh am Ende ihrer Kräfte. Die besten Mannschaftsteile waren hüben wie drüben die Schlußdreiecke. Steinbergs Torwart, sehr stark beschäftigt, wohl der beste Spieler auf dem Platz. Er rettete seine Elf vor einer Niederlage. Beide Stürmerreihen waren außerordentlick schuhschwach. Die größere Spielerfahrung verschaffte den Blauweißen stets eine kleine Ueberlegenheit im Feldspiel, die Stürmer ließen sich aber zuviel in Einzelaktionen ein und waren in Toresnähe von allen guten Geistern verlassen. Der Gastgeber war unermüdlich eifrig in der Zerstörung und verdankt diesem aufopfernden Spiel das Resultat. Außer zahlreichen Ecken wurde beiderseits bis zum Seitenwechsel nichts erzielt, aber gerade hier boten sich den Gießenern große Chancen, die unverwertet blieben. Oftmals war nur noch Steinbergs Hüter zu überwinden. Es wurde aber so schlecht plaziert geschossen, daß Erfolge, die ständig in der Luft lagen, ausblieben. Steinbergs schnelle Stürmer wurden gut abaedeckt und kamen dadurch kaum zum Torschuß. Lang, Steinbergs bester Mann im Angriff, fehlte, aber übler war 1900 dran, die Heilmann, Roth, Henrichs, Schneider, Bromm und Hofmann nicht verwenden konnte. Auch nach der Pause waren die Gießener recht offensiv, wenn auch der Platzverein jetzt, bergab spielend, rasantere Angriffe unternahm. Nichts als Eckball auf Eckball war beiderseits die Ausbeute. Luft (1900) schoß alle sehr schön, aber Steinbergs Torwart wehrte immer ganz hervorragend ab. Nur einmal verließ ihn dabei das Glück. Lufts Eckstoß landete mit Heinbachs Unterstützung direkt unberührt im Tor des Gastgbers. 1900 führte 1:0 bis zwei Minuten vor Spielschluß. Erst aus einem Hanoelfrneter konnte Steinberg gleichziehen. Nervosität war die Ursache dazu, denn zwei Gießener rempelten sich bei einer harmlosen Abwehr unnötigerweise selbst. Dabei soll Schomber, hart am Strafraum, den Ball mit der Hand berührt haben. Ob mit Absicht ober nicht, ob in ober außerhalb des Strafraumes, darüber waren die Meinungen und Ansichten sehr geteilt. Der Schiedsrichter hatte etwas verzögert gepfiffen und erkannte dann nach einigem Hin und Her auf Elfmeter gegen 1900. Leider verließ auch Schlard diesmal das Glück, denn er ließ den an sich wohl haltbaren Ball zum Ausgleich in die Maschen. 1:1. Noch einmal war 1900 im Gegenangriff gefährlich, aber auch Steinberg ließ an dem unerhofften Erfolg nicht locker und das Spiel war aus. Unentschieden trennten sich zwei faire Gegner. Schiedsrichter Deis (Nauborn) leitete in gewohnt guter Weife, wenn man auch feine Elfmeterentscheidung als zu hart anfah. Die 1. Jugend war bei VfB. Friedberg zu Gast und verlor gegen die dortige 1. Jugend mit 3:2 Toren. Sport Kassel — Borussia Fulda 1:0 (1:0). 3500 Zuschauer erlebten in Kassel eine Riesen- überraschung. Sport Kassel, das erst am vergangenen Sonntag noch keineswegs überzeugen konnte, brachte dem Meister Borussia Fulda eine 1:0- Schlappe bei. Der Sieg war knapp, aber sicher. Verdient deswegen, weil die Kasseler durchweg die bessere Zusammenarbeit zeigten und viel schneller am Ball waren, als die etwas behäbig spielenden Leute des Meisters. Viel trug auch zum Siege bei, daß sich die Schußkanonen Borussias, Leukiers und Kammerl, infolge aufmerksamster Bewachung nie entfalten konnten. Der einzige Treffer des Tages fiel in der 20. Minute vor der Pause durch den Rechtsaußen Sauerbier. Ketter-Hanau war dem Kampf ein gerechter Leiter. Punktekämpfe im Gau Südtvest. Dieder neue lleberrafchungen. Das bemerkenswerteste Resultat in den Meisterschaftskämpfen des Gaues 13 war der knappe 2:1- Sieg von Phönix Ludwigshafen über FSV. Frankfurt, den vorjährigen süddeutschen Meister. In die- fern Spiel wurde der Beweis geliefert, daß die 0:7- Niederlage, die Phönix bei seinem ersten Spiel in Kaiserslautern erlitt, anormal war. Kaiserslautern selbst erlitt in Mainz eine fast ebenso hohe Niederlage, wie es am Vorsonntag gesiegt hatte. Mit 8:2 blieb der Hessenmeister über die Pfälzer siegreich. Kickers Offenbach und Wormatia Worms trennten sich mit einem Unentschieden von 1:1. Eine nicht ganz erwartete Niederlage erlitt AO. Worms auf eigenem Platz durch Borussia Neunkirchen mit 0:1. Pirmasens holte sich die ersten Punkte mit einem überraschend hohen 6:1 über die Sportfreunde Saarbrücken. Ohne Verlustpunkte ist somit lediglich die Frankfurter Eintracht, die diesmal den SV. Wiesbaden 3:1 abgefertigt hatte, nachdem die Gäste bei der Pause noch 0:1 geführt hatten. Uebrigens waren auch an diesem Sonntag wieder alle Spiele gut besucht. Spielvereinigung 1900 Gießen. Steinberg I — 1900 I 1:1 (0:0). Trotz der Kirmes und des dadurch bedingten frühen Spielbeginns hatte sich eine ansehnliche Zuschauermenge auf dem Watzenborn-Steinberger Ge- meindesportplatz eingefunden. Sie dürfte etwas enttäuscht gewesen sein, denn die Leistungen standen beiderseits auf keiner hohen Stufe. Lassen schon die kleinen Ausmaße des Platzes ein einwandfreies Zusammenspiel nicht zu, so waren auch die beiden ersatzgeschwächten Mannschaften infolge Elftes Schleizer Oreiecks-Nennen. Abermals Todesstürze und Unfälle. Das diesjährige 11. Schleizer Dreiecksrennen hatte bei schönstem Wetter über 100 000 Zuschauer angelockt. Leider gab es zahlreiche Stürze, von denen einer ein Menschenleben forderte. Hartmann (Hildesheim) fuhr in der Haarnadelkurve gegen einen Baum und war sofort tot. Pfister (Ulm) flog in die Zuschauermenge, sein Zustand ist bedenklich, Zuschauer tarnen nicht ernstlich zu Schaden. Weitere Stürze erlitten Lohmann (Hamburg), Rose (Düsseldorf) und B rüdes mit mehr oder weniger ernstlichen Verletzungen. Bei den A u s w e i s s a h r e r n erzielte K-ö st l e r (Plauen) in 33:44,2 (96,72 Std./Km) die beste Zeit. Bei den Meisterschasisläufen kamen in der Klasse bis 250 ccm die beiden OKW-Fahrer Geis (Pforzheim) und Winkler (Chemnitz) in 2:14:33,4 (90,07 Std./Km) in totem Rennen als Erste ein. In der Klaffe bis 350 ccm siegte der Berliner R i ch n o w (Rudge) in 1:58,15 (102,50 Std./Km) knapp vor L o o f (Godesberg). Unangefochten beendete Ley (Nürnberg) den Lauf in der Halb- literklafse in 1:58,22 (102,40 Std./Km) als Sieger. In der 1000 - ccm -Klasse siegte Roserneyer (Lingen, NSU) in 1:55:53,4 (104,58 Std./Km) und erzielte damit die Tagesbestzeit. In der Klasse der Kleinwagen siegte in der Kategorie bis 750 ccm Kohlrausch (Eisenach, Austin) mit 48:11 (96,96 Std./Km) und in der 1100-ccm-Klasse Hummel (Freiburg, Amilcar) mit 55:30 (84 Std./Km). Die neuenStraßenmeister: Bis 250 ccm: Geiß (Pforzheim); bis 350 ccm: Richnow (Berlin); bis 500 ccm: Ley (Nürnberg); bis 1000 ccm: Rü11chen (Erkelenz). Chiron siegt im Mssaryl-Aennen. Die Deutschen ausgeschieden. Das vierte Masaryk-Ringrennen auf der 29,14 Kilometer langen Rundstrecke bei Brünn, das gute internationale Besetzung gefunden hatte, litt unter schlechtem Wetter, so daß sich mehrere Stürze ereigneten, die aber ohne ernste Schäden für die Betroffenen verliefen. In der Hauptklasse über 495,414 Kilometer konnte der Franzose Chiron seinen Vorjahressieg wiederholen. Die Deutschen Steinweg und Pietsch schieden durch Sturz aus, ohne nachteilige Folgen für sie. Da auch Manfred von Brauchitsch und Lehoux durch Wagendefekt aus- schieden, siegte Chiron in 4:50:22,8 — 102 Stdkm. leicht vor Fagioli (Italien, Alfa Romeo). Hans Mßlein Weltmeister der Tennislehrer. Die in der letzten Woche in Berlin ausgetrage« nen Weltmeisterschaftskämpfe der Tennis-Berufs- fpicler brachten gestern im Doppel und Einzel die Entscheidungen. Das Doppel wurde zwischen den Deutschen Nüßlein-Najuch und den Amerikanern Tilden-Barnes ausgetragen. Da der Deutsche Najuch durch einen Schlepperball schwer getroffen zusammenbrach und erst nach halbstündiger Unterbrechung in der Lage war, den Kampf fortzusetzen, hatten die Amerikaner verhältnismäßig leichtes Spiel und gewannen den Titel 7:5, 6:1, 6:2. In dem Einzel konnte bet Deutsche Nuhlein den Amerikaner Tilden 1:6, 6:4, 7.5, 6:3 nach anfänglichem harten—Widerstand Tildens ziemlich sicher schlagen und so den Weltmeistertckel erringen. Im Kampf um den dritten und vierten Plag del Weltmeisterschaft schlug der Tscheche Kozeluh den deutschen Altmeister Najuch in drei glatten Sätzen Frankreichs Leichtathleten geschlagen... Deutschlands Vertretung siegte vor 20 000 Zuschauern mit 83:68 Punkten. Unsere in diesem Jahre so erfolgreich gewesenen Leichtathleten tarnen auch am Sonntag im 8. Länderkampf gegen Frankreich zu einem neuen, schönen Siege. Mit 83:68 Punkten wurde die französische Mannschaft im Olympischen Stadion zu Paris geschlagen und damit die Ueberlegenheit unserer deutschen Leichtathletik wirkungsvoll dokumentiert. Erfreulich ist auch der Umstand, daß über 20 000 Zuschauer dem Länderkampf beigewohnt haben. Deutschland errang einen überlegenen Sieg. Neun Linzeikonkurrenzen wurden gewonnen, während die Franzosen sechsmal als Sieger hervorgingen. Trotzdem sei nicht verschwieaen, daß es für die Deutschen auch einige Enttäuschungen gab. So vor allem das schlechte Abschneiden von Sievert im Diskuswerfen. Der Zehnkampfweltrekordler brachte es mit 43,78 Meter nur auf den dritten Platz. Seine Leistung im Kugelstoßen mit 14,73 Metern ist nicht als überragend anzusprechen. Enttäuscht haben unsere Vertreter auch im 800-Meter-Lauf. König und Paul lagen anfangs wohl vorne, sie konnten jedoch das Tempo nicht durchhalten und mußten mit dem dritten und vierten Platz vorlieb nehmen. Im Hürdenlauf waren Welscher und Wegner nicht am Start. Der Duisburger Pollmanns hielt sich jedoch ausgezeichnet und konnte den zweiten Platz retten. Auch im Hochsprung mußten wir den Sieg an die Franzosen abtreten. Menard erreichte 1,90, während Bornhöft und Weinkötz nur auf 1,85 Meter kamen. Bornhöft wurde beim Stechen Zweiter und Weinkötz Dritter. An die Franzosen fielen außerdem noch die 1500 Meter und der Weitsprung. Iu einem neuen Doppelsieg kam unser Bleister- sprinter vorchmeier über 100 und 200 Bieter. Seine Zeiten mit 10,6 und 21,6 imponieren. Hirsch seid holte sich mit einem- glücklichen 15,30- Meter-Wurf das Kugelstoßen vor Sievert und dem französischen Rekordmann Noel. Im Stabhochsprung wurden keine besonderen Leistungen geboten. Müller siegte mit 3,85 Meter vor Wegner mit 3,75 Meter. Die 400 Meter waren unseren Vertretern Voigt und Metzner nicht zu nehmen. Voigt lief genau 48 Sekunden und belegte damit den ersten Platz vor Metzner. Heber 5000 Meter blieb Syring vor dem Franzosen Rerolle in 15:20 Minuten erfolgreich. Ueberlegene Siege der Deutschen gab cs in den beiden Staffeln über 4 mal 100 und 4 mal 400 Meter. In der 4 mal 100-Meter-Staffel floppte es mit den Wechseln nicht recht, trotzdem wurde mit 42 Sekunden noch eine recht gute Zeit erreicht. Die 4 mal 400-Meter-Staffel wurde in 3:18 Minuten mit fünf Metern Vorsprung gewonnen. Die Ergebnisse: (Deutschland: D., Frankreich: F.) 100 Meter: 1. Borchmeyer-D. 10.6 Sek. 2. Robert Paul-F. 10.7 Sek. 3. Hendrix-D., 3 m zur. 4. Texier-F. 200 Meter: 1. Borchmeyer-D. 21.6 Sek. 2. Schein-D. 3 m zur. 3. Skavinski-F. 5 m zur. 4. Oberle-F. 3 m zur. 4 0 0 Meter: 1. Voigt-D. 48.0 Sek. 2. Metzner-D. 48.4 Sek. 3. Guillez-F. 49.4 Sek. 4. Jackson-F. 49.6 Set. 800 Meter: 1. Keller°F. 1:56.2 Min. 2.Petit-F. 3 m zur. 3. König-D. 5 m zur. 4. Paul-D. 30 m zur. 1500 Meter: 1. Chetmet-F. 3:57.6 Miii. 2. Normand-F. 3 m. 3. Kaufmann-D. 10 m. 4. Schil- gen-D. 20 m zur. 5000 Meter: 1. Syring-D. 15:20 Min. 2. Rerolle-F. 10 m. 3. Gebhardt-D. 30 m. 4. Lefevre-F. 200 m zur. 110 Meter Hürden: 1. Adelheim-F. 15.8 Sek. 2. Pollmanns-D. Brustbr. zur. 3. Bernard-F. 1 m zur. 4. Nottbrock-D. 5 m zur. Hochsprung: 1. Menard-F. 1,90 m. 2. Born- Höfft-D. 1,85 m. 3. Weinkütz-D. 1,85 m. 4. Purrier- F. 1,85 m. (Durch Stechen entschieden.) Weitsprung: 1. Robert Paul-F. 7,385 m. 2. Long-D. 7,37 m. 3. Biebach-D. 7,35 m. 4. Heim- F. 6,10 m. Stabhochsprung: 1. Müller-D. 3,85 m. 2. Wegner-D. 3,75 m. 3. Ramadier-F. 3,75 m. (Durch Stechen entschieden.) 4. Pretin°F. 3,65 m. • Kugel st oßen: 1. Hirschseld-D. 15,30 m. 2. Sievert-D. 14,73 m. 3. Noel-F. 14,71 m. 4. Drecq- F. 14,60 m. Diskuswerfen: 1. Winter-F. 46,65 m. 2. Noel-F. 45,71 m. 3. Sievert-D. 43,78 m. 4. Hirschfeld 42,94 m. Speerwerfen: 1. Weimann-D. 67,52 m. 2. Stöck-D. 65,04 m. 3. Dor6e-F. 65,15 m. 4. Gähner- F. 54,91 m. 4 X 100-Meter: 1. Deutschland (Hendrix, Borchmeyer, Buthe-Pieper, Schein) 42.0 Set. 2. Frankreich 42.4 Set. 4 X 400-Meter: 1. Deutschland (Nottbrock, Nehb, Metzner, Voigt) 3:18 Min. 2. Frankreich 3:19.2 Min. Gesamtergebnis: 1. Deutschland: 83 B., 9 Einzelsiege; 2. Frankreich: 68 P., 6 Einzelsiege. Die Pairouillen-Femsahrt beendet. Standarte 2 Berlin fährt schnellste Zeit. Die Ergebnisse: ßeip3ig — Berlin (181,5 Kilometer): SA. -Formationen: 1. Standarte 2 Berlin 6:00.18,8; 2. Standarte 3/lBerlin 6:04.20,2; 3. Standarte 11 Breslau 6:09.37; 4. Standarte 3/11 Berlin, 6:29.46; 5. Standarte 168 Berlin, 7:37.30,6; 6. Standarte 10 Berlin 7:46,10; 7. Standarte 5/1 Die große Patrouillen-Fernfahrt Berlin—Mün- chen—Berlin wurde am Sonntag mit der letzten Etappe von Leipzig über Torgau—Jüterbog—Treb- bing nach Berlin über 181,5 Kilometer beendet. Die Magdeburger Polizisten gingen um 6.30 Uhr auf die Reise, dann folgten in großen Zeitabstanden die übrigen Mannschaften. Als letzte startete um 11.30 Uhr die im Gesamtergebnis bis dahin führende Standarte 2. Der große Kampf um die schnellste Zeit blieb leider aus. Schon bald nach dem Start mußte der schwache Kosske von Grünweiß Zurückbleiben und nach zehn Kilometer mußte auch Albrecht einsehen, daß er kaum das Ziel erreichen würde. Damit war das Rennen zugunsten der Standarte 2 entschieden. Nach einer kurzen Zwangspause in Manenfelde ging es in das von etwa 6000 Zuschauern besuchte Neuköllner Stadion. Reichsminister Dr. Goebbels Halle es sich nicht nehmen lassen, der Ankunft beiznwohnen und beglückwünschte jeden Fahrer zu der großen Leistung. Die Siegermannschaft der Standortes in der sich durchweg erstklassige Berliner Straßenamateure, wie Matysiak, Schöpslin, Wölkert, Lippert, Stach, Fischer, Wiemer, Giersch und Langmann befanden, hat den Erfolg verdient, zu dem ihr nicht nur das portliche Können, sondern auch der vorbildliche Mannschafts- und Kameradschaftsgeist verhalfen hat. Neben der Standarte 2 traf nur noch Fedia mit der vollzähligen Mannschaft ein und konnten die Zeitgutschrift von einer Stunde für sich in Anspruch nehmen. Nicht gewertet wurden die beiden Mannschaften der Standarte 5 Berlin, die nur in Stärke von 4 bzw. 5 Fahrern das Ziel erreichten. 7:52.14,4 (fünf Mann); 8. Standarte 6 Berlin 8:08.44,2; 9. Standarte 1 Berlin 8:22.44,6. Standarte Polizeimannschaften: Polizei- Kommando Magdeburg 10:24.20. Vereins- mannschaften : 1. Grünweiß 6:10.20,8; 2. Post- SV. Berlin 6:26.15,2; 3. Fedia-Berlin 6:26.39,4; 4. Wettina-Leipzig 8:05.59,4. ©efamterge.bnis: SA. -Formationen: 1. Standarte 2 41:37.13,4; 2. Standarte 3/1 45:12.26,2; 3. Standarte 11 47:05.36,2; 4. Standarte 3/2 48:53.57,6; 5. Standarte 168 52:01.03,2; 6. Standarte 10 63:49.47; 7. Standarte 1 63:59.35,8; 8. Standarte 6 74:00.08,6. Polizeimannschaften: 1. Polizei Magdeburg 1. und 2. Mann^ chaft 76:39.17. V e r e i n s m a n n s ch a f t e n : 1. Grünweiß 42:52.37; 2. Fedia 43:27.07,8; 3. Post SB. 46:39.13,2; 4. Wettina 58:22.47,2 Stunden. Kurze Sportnotizen. Bei den Europameisterschaften im Gewichtheben in Essen belegten im Feder- gewicht drei Deutsche, nämlich Wölpert, Mühlberger und Schäfer die ersten Plätze, dagegen wurde im Mittelgewicht unser Olympiasieger Jörn a y r von dem Franzosen A 116 e n e geschlagen. Einen zweiten deutschen Sieg gab es dann im Leichtgewicht durch Thiersch, nährend im Halbgewicht der Luxemburger Scheitler in Front blieb. b« »i« ?sLL für fie ^Urd) Etw»7" '"• * nL102 eft ^ühlein cr Tenn!g!chr„ 'che m B„.j r* impfe öer £nOuWe. %-^ri “••‘tiF'ffc Ä^E?»Ät fr war, b?n ©?ftu(nbi9er lBU«o«tr JrtJW fort. **i den Titel WHlPS Mein ^Nb u J nnd) an. nt,en und DitZ L^gen. A. der JJM« w»... mif68 Posten. kJ’JJ sute Zeit erreicht. Die e wurde m 3:18 Lnte tlprung gewonnen. Srgebnifit: Metzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 218 Dritter Blatt Montag, 18. September (955 SieersteArbeiisiagiingdespreußischenStaalsrats Ministerpräsident Göring schreitet vor dem Neuen Palais in Potsdam die Ehrenfront der Hitler-Jugend ab. Die Londoner Gerichts-Komödie. ... ..... Die „Richterliche Kommission zur Untersuchung des Reichstagsbrandes". Das Scherngericht besteht aus sozialistisch oder kommunistisch gesinnten Anwälten, die aus sieben Nationen stammen. Hinzu kommt eine Zeuaenschar, die aus chließlich aus deutschen Emigranten besteht. An der „Richterbank" von links nach rechts: Der Schwede 2r. B r a n t i n g , Garfield Ha y s (USA.), die Holländerin Dr. B a k k e r - N o r t, N. Pritt (England), V a l o - H u y t (Dänemark) und der Belgier B e r m e y l e n. 1 D-. Frankreich: F.) Borchmeyer-D. 10.6 Sek 2 «t 3. hendrix-L, 3 m 3ur. . Borchmeyer-D. 21.6 Sek. 2. 3. Skavinski-F. 5 m zur. 4. Ümgi-D. 48.0 Sek. 2. SJlehner-®. r-F- 49.4 Sek. 4. Zachon-F. ^eller-F. 1:56.2 Kin. 2.Peiii-F. D. 5 m zur. 4. Paul-D. 30 m 1. Chetmet'F. 3:57.6 Mm) 2. . Kausmann-D. 10 m. 4. Schil- 1. Syring-D. 15:20 Min. 2. Sebhardt-L. 30 m. 4. Lesevre-F. irden: 1. Wchcim-F. 15.8 Sruftbr. jur. 3. Bernarb-y. •D. 5 m jur. Menard'F. 1,90 m. 2. Sorn- linkötz-D. 1,85 m. 4. Purnn- echm enWedm.s L. Mnt IM m. Mbach-D. 7£5 m. 4. heim- mq; 1. Mller-D. 3M m. 2. 3. Ramadier-F. 3,75 m. (Durch \ 4. Pretin-F. 3,65 m. 1. Hirschseld-D. 15/30 m. 2. , 3. Noel-F. 14,71 m. 4. Drecq- n: 1. Winter-F. 46,65 m. 2. . Sievert-D. 43,78 m. 4. Ach- ,. 1, Weimann-2. 67,52 m. 2. itoM 65,15 m. 4. M-" r 1. Deutjdlloi» (S?*! ..jieper, « 3:18 ®n. gSfi*»** izelslege. | »w «6* "in 1. ’h-Ä11'4” ‘tanbarte 168 ®n^n6Qde 5» ‘Al*»* 656 bni^l 41:3 ■l3|47:05M2| 40i.03,2; ??5SMd°lteA 63:59.35,8! ',6- L 7 Stanb^; ‘ (mann i:Ä i'l «n-2 ".°'l. üSSja? gew'cht All6ene^Lt'K S1"” Der Reichsaußenminister vor der ausländischen preste. Amerika feiert seinen wirtschaftlichen Mederaufbau. -MM. Im Hotel „Kaiserhof" in Berlin hielt der Reichsaußenminister vor ausländischen Pressevertretern einen Bortrag, in dem er Deutschlands Standpunkt zu den großen schwebenden Problemen der Außenpolitik darlegte. — Unser Bild zeigt von links nach rechts: Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Reichspropagandaminister Dr. Goebbels, den Vorsitzenden des Verbandes der auswärtigen Presse in Berlin, den Engländer E b b u t, und Alfred Rosenberg, den Chef des Außenpolitischen Amtes der NSDAP. Aus der provinzialhaupistadt Tomaten, Tomaten! DA. Neben Weißkraut in allen Formen ist es wohl die Tomate, die am meisten verbraucht wird. Kaum irgend eine andere Frucht hat sich in so raschem Maße die Beliebtheit aller errungen. Heiße Sonne hat uns ein besonders reiches Tomatenjahr beschert. Täglich erscheint die Tomate bei Arm und Reich auf dem Tische. Das einfachste Mahl ist mit Tomaten angenehm und schön anzusehen. Zahlreiche Rezepte sind im vom Reichsoerband des deutschen Gartenbaues herausgegebenen Tomatenbüchlein „Sonnengeküßte deutsche Tomaten." Aber auch früh zum Frühstück auf Fettbrot oder Käse sollten sie ebensowenig vergessen werden, wie als Mitgabe zum Frühstücksbrot der Kinder in die Schule, wenn Obst knapp ist. Enthalten sie doch reichlich verschie- bene Vitamine und Mineralstoffe. Professor Dr. v. Noorden sagt über die Tomate, ,^>aß der ganze deutsche Tomatenvitaminbedarf aus deutschen Tomaten gedeckt werden könnte und man keine Auslandsware stattdessen brauchte". Der Charakter der Tomate gestattet es, ihre Werte in rohem, wie gekochtem Zustande zu genießen. Was liegt da näher, als recht fleißig bei billigen Preisen und großem Angebot einzumachen und gar dann noch, wenn sie durch eigener Hände Fleiß umsonst wächst! Die üppige Freilandernte ist auf knapp zwei Mo- nate bei uns beschränkt. Danach läßt die Ernte schon etwas nach, und Treibtomaten einmachen, wäre un- wirtschaftlich. Darum jetzt die Zeit nützen, fleißig einmachen, da die Tomate so anspruchslos ist, weder Zucker noch viel Mühe verlangt. Waschen und trocknen wir mittelgroße und kleine reife, aber feste Tomaten, durchstechen sie mehrfach, packen sie in Sterilisiergläser und pasteurisieren im Kessel 15 bis 20 Minuten bei 65 Grad. Auch 75 Grad verträgt die Frucht bei langsamer Erhitzung (entgegen andern Gemüsen langsam!). Keinerlei Zutat, auch kein Wasser! Oder die Frucht in dicke Scheiben schneiden, mit leichtem Weinessig bedecken (zwei Drittel Höhe) und ebenso pasteurisieren. (Zum Verzehren von Wintersalaten und kalten Platten.) Auch dos Markkochen ist einfach! Dies aber muß durch- gestrichen, etwas eingedickt und in Selterflaschen oder weithalsigen, zum Sterilisieren geeigneten Flaschen 20 Minuten bei 75 Grad sterilisiert werden. Recht grüne Heine Tomaten macht man ganz als Kompott ein, indem man sie schichtweise mit feinem Zucker, etwas Zimt, übergoßen mit ZitronensaLt und wenig Wasser sterilisiert. Einen trefflichen Wintersalat geben gleiche Teile Weißkohl und grüne Tomaten, die man gemeinsam mit einigen großen Zwiebeln in Streifen schneidet und mit Salz vermengt, über Nacht stehen läßt. Man gießt die Lake ab, drückt den Salat aus und kocht ihn mit Essig, Zucker, Senfkörnern, Nel- ken (im Mullläppchen) und Ingwer. Das Mengen- Verhältnis ist etwa so: 6 Kilo Kohl und Tomaten, 1% Liter Essig, 500 Gramm Zucker, 10 Gramm Ingwer, 10 Nelken, 1 Eßlöffel Senfkörner. Nach dem Aufkochen kühlt der Salat im Steintopf ab und wird dann mit Glashaut zugebunden. Im Winter entnimmt man dem Topf immer eine Portion, wenn es Bratkartoffeln gibt. Wer Ueberfluß an Tomaten hat, gebe sie als Spende frisch ober frischgehalten an Notleidende, ober erfreue bie Arbeitsdienstlager bamit. Verberben lassen ist Verbrechen an ber Volkswirtschaft! BerichtenurmiteigenerStellunqnahme Die Ministerialabteilung für Bilbungswesen, Kultus, Kunst unb Doskstum hat folgenbe Verfügung an alle unterstellten Behörben gerichtet: Im Dritten Reich muß jeher Deutsche für sich unb sein Tun bie Verantwortung selbst übernehmen, und er muß selbst Entscheidung treffen. Wir ordnen daher an, daß Berichte, die uns jur Entscheidung vorgelegt werden, in jedem Falle bie Stellungnahme der Dienststelle mit Begründung ent- halten. Nur die letzte Entscheidung behalten wir uns vor. Ringshausen. Bekanntmachungen des Personalamts. Das Personalamt des Hessischen Staatsministeriums gibt bekannt: E r n a n n t wurden: der Legationsrat bei dem Ministerpräsidenten Dr. Walter Heinemann in Darmstadt mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 zum Oberregierungsrat bei der Landes-Versicherungs- Anstalt Hessen in Darmstadt: der Regierungsbaurat i. e. R. Heinrich Wagner zu Gießen zum Regierungsbaurat mit Wirkung vorn 1. Juli 1933 ab; der Assistenzarzt Dr. med. Erich Z i n s s e r aus Crumstadt mit der Amtsbezeichnung „Medizinal- rat" mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 zum Oberarzt bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Philipps-Hospital bei Goddelau; am 9. September 1933: zu Mitgliedern des Disziplinarhofs für Notare die Notare Theodor Kleinschmidt in Darmstadt, Wilhelm Bergmann in Groß-Gerau unb Rudolf Altendorf in Op- Um ihr Vertrauen zu den Rooseveltschen Plänen zu bekunden, fanden sich in allen amerikanischen Städten Hunderttausende zu riesigen Demonstrationszügen zusammen, die unter der Führung von General Johnson standen, dem wichtigsten Helfer Roosevelts bei den Maßnahmen zur Wiederbelebung der barnieberhegen- ben amerikanischen Wirtschaft. — Unser Bilb zeigt den Festzug am Kapitol in Washington. Er wurde von einem Wagen mit einem riesigen blauen Adler, dem Wahrzeichen der N. R. A. (National Recovery Administration) eröffnet. penbeim; zu stellvertr. Mitgliedern des Difzipli- narhoss für Notare die Notare Otto I ö ck e l in Friedberg, Wilhelm Schott in Pfeddersheim und Dr. Kurt Spohr in Gießen; zu Mitgliedern der Difziplinarkammer für die Notare der Provinz Starkenburg die Notare Dr. Karl Walz in Darmstadt und Friedrich Wilhelm Dörr in Fürth; zu stellvertr. Mitgliedern der Disziplinär- fammer für die Notare der Provinz Starkenburg die Notare Joseph Garnier in Darmstadt und Friedrich Blechner in Bensheim a. d. B.; zu Mitgliedern der Difziplinarkammer für die Notare der Provinz Oberhesfen die Notare Christian Scheer in Lauterbach und Dr. Richard D o m m in Herbstein; zo stellvertr. Mitgliedern der Diszipli- narfammer für die Notare der Provinz Oberhessen die Notare Karl Keil in Büdingen und Dr. Karl Brücher in Bad-Nauheim. Uebertragen wurde: am 6. September 1933: dem Lehrer Eduard Brand zu Monsheim, Kreis Worms, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Eppelsheim, Kreis Worms, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an. In den Ruhestand versetzt wurden am 28. Juli 1933 auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 der Arbeitshaushauptwachtmeister i. e. R. Heinrich Michael Wolfenstädter in Dieburg und der Arbeitshausinspektor i. e. R. Joseph Kern in Dieburg, beide mit Wirkung vom 1. November 1933 ab; am 17. August 1933 auf Grund des Artikels 14 des Polizeibeamtengesetzes vom 31. März 1928 der Kiminalsekretär Richard Otto K e y e r zu Mainz mit Wirkung vom 1. Oktober 1933. NSDAP. Kreis Gießen. Kreisleiter Dr. Harth gibt allen Ortsgruppen- leitem und Zellenleitern des Kreises bekannt, daß mit der Vorbereitung des Gau-Parteitages 19 3 3 am 23. und 24. September in Frankfurt am Main Pg. Michel- Gießen beauftragt worden ist. Alle Zuschriften, die den Gau-Parteitag betreffen. sind an ihn, Gießen, Dammstraße 24, zu richten. Alle Ortsgruppenleiter und Zellenleiter müssen sofort die Meldungen für die Teilnahme am Gau-Parteitag sammeln. Ausdrücklich wird darauf hingewiefen, daß nicht nur Parteigenossen, sondern auch die Mitglieder aller übrigen national- sozialistischen Organisationen und Sympathisierende zur Teilnahme berechtigt sind. Du Fahrt nach Frankfurt a. M. erfolgt im Sonderzug. Die Fahrpreisermäßigung beträgt 75 v. H. Die Zellenleiter geben ihre Meldung bis Dienstag, 19. September, an die Ortsgruppenleiter. Diese melden am 19. September die Teilnehmer ihrer Ortsgruppen der Zahl nach und gesondert nach Einsteigestationen an Hand der angegebenen Sonderzüge. Zugleich ist anzugeben, wieviel Parteigenossen an den Sondertagungen der einzelnen Abteilungen teilnehmen wollen. Pg. Michel macht besonders daraus aufmerksam, daß die Meldung b* Teilnehmerzahl durch die Ortsgruppenleiter unbedingt noch am Dienstag, den 19. September, an ihn erfolgen muß, damit er die Gesamtmeldung am gleichen Tage nach Frankfurt weitergeben kann. NSDAP. Gießen. Die Ortsgruppe Gießen-Nord sieht folgende Veranstaltungen vor: Dienstag, 19. September, im „Haberkastem Zellenoersammlung der Zellen 1 und 2 Pg. Walter spricht über „Versailles . — Zelle 3 Block 2 heute, Montag, 20.30 Uhr, Blockabend. Zelle 3 Block 1 Donnerstag, 21. September, 20.30 Uhr, Blockabend. Versammlung jeweils in „Naaf's Häuschen". — Zelle 5 Dienstag, 19. September, 20 Uhr, in der „Stadt Marburgs Blockabend von Block 1, 2 und 3 der Zelle 5. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist Pflicht. Die N S. - F a ch s ch a f t für Dentiften« Kreis Gießen, hat am Mittwoch, 20. September, 20 Uhr, Fachschaftsabend im Hotel Hindenburg. NS.-Lehrerbund, Kreis Gießen. Kreisobmann Dr. Henß gibt bekannt, daß dik Mitgliederbeiträge für das 4. Quartal für besoldete und pensionierte Lehrkräfte 3 Mark, für unbesoldete Lehrkräfte 1,50 Mark einschließlich Kreiszuschläge betragen. Die Beiträge sollen grundsätzlich an die Bezirkskassenwarte bei der nächsten Kreisversamm- lung abgeliefert werden. Die Bezirkskassenwarte rechnen bis zum 30. September mit dem Kassenwart des Kreises, Dipl.-Handelslehrer Paul Deh« m e r, Gießen, Moltkestraße 12, ab. Wenn Beiträge überwiesen werden, müssen sie in Zukunft nur auf das Postscheckkonto „Nationalsozialistischer Lehrerbund, Kreisleitung Gießen", Postscheckamt Frankfurt a. M. Nr. 64 849 überwiesen werden. Lediglich die rückständigen Beiträge vom letzten Vierteljahr können noch auf das bisherige Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 35110 überwiesen werden. Der Zweck der Zahlung ist bei allen lieber-, Weisungen genau anzugeben. Die Mitarbeiter im ©au Ausland des NS.» Lehrerbundes treffen sich am heutigen Montag, den 18. September, 17 Uhr, in der neuen Pestalozzi- schule in den Eichgarten. Die Teilnahme weiterer Mitarbeiter ist sehr erwünscht, besonders solcher Herren, die neben dem Interesse an der Sache auch stenographieren und schreibmaschinenschreiben können. Die Mitarbeiter bilden zugleich eine Arbeitsgemeinschaft für Grenz« und Äuslandsdeutschtum. Sonderzug von Oberheffen zum Aieherwalhhenlmal. Einem vielfachen Wunsche Rechnung tragend, wird anläßlich der Fünfzig«Jahrfeier des Nie« derwalddenkmals voraussichtlich am 24.September ein Verwaltungs-Sonderzug von Bad Salzschlirf über G i e ß e n»—Frankfurt a. M. und zurück nach Rüdes heim gefahren. Abfahrt in Bad Salzschlirf gegen 5.15 Uhr, Ankunft in Rü- desheim gegen 9.30 bis 10 Uhr. Rückfahrt ab Rüdes- heim gegen 18.30 bis 19 Uhr, Ankunft in Bad Salzschlirf gegen 23 bis 23.30 Uhr. Der Zug hält zur Aufnahme und zum Absetzen von Fahrtteilnehmern auf der Hin- und Rückfahrt auf allen Bahnhöfen von Bad Salzschlirf bis Gießen, mit Ausnahme von Göbelnrod, Saasen und Rödgen. Nähere Mitteilung folgt. Daten für Montag, 18. September. 1426: der Maler Hubert van Eyck in Gent ge- starken (geboren um 1306); — 1786: der Dichter Justinus Kerner in Ludwigsburg geboren (gestorben 1862). Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Palast- Lichtspiele, 9 bis 21 Uhr, Zinnsoldaten-Truppen- schau. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Ende von Marabu". * ** Die Ferienvertretung bei der Gießener Studentenschaft. Der Führer der Studentenschaft der Universität Gießen, stud. jur. H. I. Adam teilt uns mit: Herr Diplomvolkswirt Ludwig Fritz wird von seinem Amt als Ferienvertreter entlastet. Die weitere Arbeit übernehme ich selber. Meine Sprechstunden sind täglich von 11 bis 12 Uhr im Zimmer der Studentenschaft, Universitätszimmer 6. ** E i n Achtzigjähriger. Herr Jakob Hardt feierte am vergangenen Samstag seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich guter Ge- fundheit. Herr Hardt wohnt — ein Zeichen guten Einvernehmens mit dem Hausbesitzer — im 36. Mietsjahr im Hause Hammstraße4. ** Straßensperrungsnachricht, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Klub E. V. (A. v. D.), Gießen: Die Ortsdurchfahrt Nidda (Bahnhofstraße) der Straße Nidda—Geiß-Nidda— Dauernheim ist vom 18. bis 23. September für jeglichen Verkehr gesperrt. Die für die Sperrung der Straße Bad Salzhausen—Nidda veröffentlichte Umleitung über Geiß-Nidda erfolgt während dieser Zeit über Geiß-Nidda—Dauernheim—Ranstadt. — Die Ortsdurchfahrt Garbenteich im Zuge der Straße Hausen—Garbenteich—Dorf-Gill ist vom 20. September ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Steinbach und Watzenborn- Steinberg. ** Zwiegespräch im Rundfunk über die Schlachtbei Bertrix • Neufchateau. Bei dem am 22. August übertragenen Zwiegespräch zwischen Studienrat Dr. Kaiser und Major a. D. o. R e ck o w über die Schlacht bet Bertrir-Neuf- chateau konnte leider nicht der Kämpfe aller der in diese Schlacht verwickelten Truppen gedacht werden. Auf vielseitigen Wunsch der Hörerschaft wird nun das interessante Thema am morgigen Dienstag, 19. September, von 18 bis 18.45 Uhr weiterbehandelt werden. Genau wie am 22. August werden auch diesmal viele Tausende von Mitkämpfern den Ausführungen mit Spannung lauschen. Aber auch allen Volksgenossen muß es eine Ehrenpflicht sein, sich mit den heldenhaften Kämpfen der Truppe im Weltkriege vertraut zu machen, um in tiefer Ehrfurcht derer immer wieder zu gedenken, die für Heimat und Volk ihr Leben einsetzten. Nur durch Kenntnis der geschichtlichen Wahrheit kann die Wahrhaftigkeit in schwer um seine Gleichberechtigung ringenden Volke erhalten werden. ** Sterbefälle In Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. September verstorben in Gießen: 5.: Luise Wagner, geb. Ferber, 66 Jahre alt, Hin- denburgwall 13; 6.: Marie Sophie Bürger, geb. Roth, 31 I., Seltersweg 79; 10.: Karl Ruhl, Werkmeister, 46 I., Stephanstraße 24, Philippine Gantenberg, geb. Später, 66 I., Wetzlarer Weg 15, Johannes Rühl, Bäckermeister, 79 I., Ebelstraße 20; 12. Heinrich Schmidt, ohne Beruf, 76 I., Sonnenstraße 1: 14. Rosa Goldschmidt, geb. Stern, 42 I., Bahnhofstraße 58; 15.: Ludwig Heinrich Pieper, Kanzlist, 56 I., Dammstraße 30. Bataillon im Gefecht... Gefechtsübung bei Atzbach.- Begeisterter Empfang in Wehlar. —Oer Reichs- statthalter inmitten der Soldaten. Am Samstagmorgen zog unser Bataillon zu einer Gefechtsübung aus. Um 9 Uhr verließen die Kompanien die Kasernen, marschierten durch die Kaiserallee, Gartenstraße, Neuen Bäue, Neuen Weg, Kaplansgasse, Bahnhofstraße, Neustadt, die Rod- Heimer Straße hinaus. Wenn sich auch das Schauspiel der aus- und einzieh^nden Truppen der Einwohnerschaft unserer Stadt öfter bietet, so sind doch immer wieder die Straßen von Menschen gesäumt, und auch diesmal freute man fick wieder über das Auftreten des Bataillons, das jedem begeisterungsfähigen vaterlandsliebenden Menschen das Herz höher schlagen lassen muß. Dicht hinter der Stadt wurde „Haiti" kommandiert. Die Offiziere empfingen Befehle, kehrten zu den Mannschaften zurück und bald darauf lösten sich die ersten Gruppen vom Gros, marschierten voraus, Radfahrer folgten, auch Gruppen mit Maschinen- gewehren, und dann machte sichauch die Hauptmasse nach Heuchelheim zu auf den Weg. Die Gefechtsübung hotte begonnen. Schon auf den leichtgewellten Höhen hinter Heuchelheim verteilten sich die Mannschaften. Mit leichten Maschinengewehren wurden die Friedhöfe hinter dem Dorfe besetzt, um, falls es notwendig werden sollte, die nächsten Höhen unter Feuer zu halten, da man sie vorn „Feind" besetzt wußte. In einzelnen Gruppen, untereinander lose Verbindung haltend, rückten die Soldaten vor. Das Ziel waren die Höhen nördlich von Atzbach, während — angenommen — die Hauptmasse des Regiments im Tale über Dutenhofen sich im Vormarsch befand. Dem Bataillon war die Aufgabe zuteil geworden. die höhen nördlich von Atzbach und Dorlar zu gewinnen, die dort vermuteten, vorgeworfenen Streitkräfte des Feindes zu verdrängen, um sich in den Besitz der wichtigen, das Lahntal beherrschenden höhen zu sehen und dadurch eine Machtposition gegen den nach Osten in Richtung nach Gießen vordringenden Feind zu gewinnen. Die ersten vorgeschobenen Gruppen des Bataillons, das den rechten Flügel des nach der Annahme vor- marschierenden Regiments darstellte, gerieten unterhalb der Höhe von Atzbach in das Feuer feindlicher Maschinengewehre. Außerdem war dort Motorengeräusch hörbar. Die Hauptmasse des Bataillons rückte nun gegen den vom Feind besetzten Hügel vor. lieber Stock und Stein, über abgeerntete Felder und Kartoffeläcker, über gemähte Wiesen ging es nach vorne, immer wieder Deckung suchend, wenn von drüben hin und wieder Maschinengewehrfeuer vernehmbar wurde. Von den Streitkräften des Bataillons hart bedrängt, räumte der Feind den Hügel nördlich von Atzbach und zog sich in planmäßiger Ordnung auf die nächste Höhe nördlich von Dorlar zurück, dabei unterstützt von der eigenen Artillerie, die den Vormarsch des Bataillons zu hemmen versuchte und Dorlar mit Feuer belegte. Das Bataillon drängte nach, von Maschinengewehren und „Tak's" unterstützt. Der Feind zog sich abermals zurück, sicherte sich aber gegen die Verfolger durch eine Nebelwand, die mit Hilfe von Nebelkerzen rasch erzeugt wurde. Der Hügel wurde genommen und dadurch das gesteckte Ziel erreicht; die Ausgabe des Bataillons war erfüllt. Von der errungenen Höhe aus wurde bas Gefecht abgeblafen, die Truppen sammelten sich und wäy- renb auf der Höhe die Gefechtsleitung mit den Offizieren in kritischer Würdigung die Durchführung des Gefechts besprach, marschierten die Truppen bereits in geschlossenen Kolonnen dem Sammelplatz, am Südausgang von Waldgirmes, zu. Die Gefechtsübung hatte viele Zuschauer ange- lockt, die da und dort auf den Höhen und bevorzugten Punkten in Gruppen standen und den Verlauf der Hebung beobachteten. Ueberatt waren auch die Schulkinder auf dem Weg, die sich mit ihren Lehrern aufgemacht hatten, um die Reichswehr bei der Hebung zu sehen. Mit begeisterten Augen sah die Jugend auf die Soldaten, während naturgemäß besonderes Interesse auch den Maschinengewehren zugewandt war. Erst als die Truppen bei Waldgirmes Rast machten, wurde es wieder stiller über den Feldern, die im Glanze spätsommerlicher Sonne lagen. Aus den Wiesen vor Waldgirmes hatte sich inzwischen ein lebhaftes Treiben entwickelt. Die Gulaschkanonen waren eingetroffen, und der würzige Ge- rucch von Erbsen mit Schweinfleisch zog durch die Luft. Die Dorfjugend war natürlich vollzählig versammelt, und auch mancher der Erwachsenen hatte die Arbeit beiseite gelegt, um das seltene Schauspiel mit anzusehen. Nach dem Marsch und nach dem Auf und Ab über die Felder schmeckte das Essen doppelt gut. Es war inzwischen 14 Uhr geworden. Die Truppen machten sich wieder auf den Weg. Der Marsch ging zunächst durch das zu Ehren der Soldaten mit vielen Fahnen geschmückte Waldgirmes, dann weiter nach Wetzlar. Auf dem Weg durch die Dörfer hatten sich einige be- geifterte Knirpse zwischen die Soldaten gestohlen und trugen mit Stolz den ihnen von den Soldaten überlassenen Stahlhelm auf dem Kopfe. Kaum daß sie darunter heroorgucken, kaum aber auch, daß sie mit den Soldaten Schritt halten konnten. Sie ließen sich dies aber nicht verdrießen, sondern marschierten ein ansehnliches Stück mit. Die Sonne schien heiß auf das Pflaster, als • hie Truppen in Wehlar einmarschierten. Auch Wetzlar hatte zur Feier des Tages reichen Flaggenschmuck angelegt. An allen Straßen stand die Bevölkerung, die Fenster der Häuser waren überall dicht besetzt. Jedermann wollte die Soldaten sehen. Es „regnete" viele Blumen. Eine verständnisvolle Frau brachte gar ein Blech mit Zwetschenkuchen an, der schnell vergriffen war. Kameradschaftlich teilten die Soldaten, soweit das überhaupt möglich war. In gleichem Schritt und Tritt führte der Marsch durch die engen Straßen der Altstadt hinauf zur Spilburg. Mancher Tropfen Schweiß rann unter dem Stahlhelm hervor. Hart ratterten die Wagen über das holperige Pflaster. Oben nahm darte-kurz vor dem Einrücken auf den ideal gelegenen Biwakplatz, der Bataillonskommandeur den Vorbeimarsch der Truppe ab, bei dem die unverwüstliche Kraft d?r Mannschasten so recht zum Ausdruck kam. Das Biwak Auf hem Biwalplatz begann sofort der Aufbau der Zelte. Jede Kompanie schuf sich ein eigenes Lager und war dabei bemüht, es der anderen zuvor zu tun. Heber» all waren bald darauf auch die Feuerbäume errichtet, die mit Stroh umwickelt wurden und oben jeweils die Nummer der Kompanie trugen. Das Musikkorps unterhielt indessen mit guter Musik. Im Bierzelt wurde der erste Durst gelöscht. Die Bevölkerung der Stadt Wetzlar fand sich zahlreich ein. Der Nachrichtenzug des Gießener Stahlhelm war indessen auch eingetroffen und baute ebenfalls ein großes Zelt. Eine besonders interessierte Zuschauerschaft, hauptsächlich Jungens, hatte sich bei den schweren Maschinengewehren einge- funden, und lauschte gespannt den Erläuterungen, die die Soldaten der M.-G.-Kompanie bereiten« ligst gaben. Auch die Feldküchen waren auf« gefahren, und rasch war der letzte Vorrat an Erbsen mit Schweinefleisch aufgebraucht. Die Jugend hatte sich auch hier eingefunden und sprach eifrig dem Essen zu, das hier besser schmeckte, als bei Muttern. In den Abendstunden ging eine große Völkerwanderung aus Wetzlar und den Nachbarorten nach dem Biwakplatz auf dem hochgelegenen Gelände bei der Spilburg vor sich. Mit der Bahn, mit Autos, Motorrädern, Fahrrädern und zu Fuß tarnen Tausende heran zu den vielen, die schon vom Einmarsch der Truppen auf dem Biwakfeld dabei waren. Hoch loderten die Flammen der Biwak- . feuer der vier Kompanien zum sternenklaren Nachthimmel empor, die Mannschaften hatten sich in weitem Kreis um ihr Kompaniefeuer gelagert, große Menschenmassen standen dahinter in mehrfacher Tiefengliederung aufgebaut und nahmen stark interessiert an dem Biwakleben der Truppen An- teil. UeberaU herrschte frohbewegte und von erfreulich großer nationaler Begeisterung getragene Stimmung. Militär und Zivil verband im Handumdrehen gute Kameradschaft. An allen Feuern wurden altbekannte Soldaten- und Volkslieder, hier und da auch ein neueres Kampf- und Volkslied gesungen, prächtige Gedichtvorträge nationaler und von hingebungsvollem Wollen und Streben für das deutsche Vaterland erfüllter Art wurden von Mannschaften der Kompanien gut zu Gehör gebracht, aber auch der Soldatenhumor kam gebührend zu seinem Recht und ließ mancherlei Blüten und Geschehnisse vom Kasernenhof, ober aus dem Dienstbetrieb beim „Kommiß" in harmlos-fröhlicher Satire in Erscheinung treten. Ueberatt hörte man frohes Lachen und lebhaften Beifall für die Vortragskünstler und die Sänger. Wem der Wochenendbetrieb am Lagerfeuer allein nicht genügte, konnte sich in einem Gastwirt- schafts^elt die Zeit vertreiben, bis der von allen — Soldaten und Zivil — mit wachsender Spannung erwartete erste Höhepunkt des Abends kam: hie Ankunst hes Reichsstatthalters Sprenger. Gegen 19.30 Hhr ging diese Erwartung in Erfüllung. Der Reichsstatthalter traf mit einigen Herren seines Stabes ein, von dem Bataillvnskvmman- beur Major von Wachter, ben Offizieren und ber Menschenmenge in herzlicher Weise begrüßt. Er besuchte zunächst in Begleitung bes Bataillonskvm- manbeurs unb mehrerer Offiziere die Lagerfeuer, wo er einige Zeit inmitten ber Truppen unb ber Menschenmenge verblieb, die beide ihm anbauernb. herzliche Ehrungen unb Aufmerksamkeiten bekunde- ten. Dann nahm ber Palabin bes Führers unb Volkskanzlers mit feiner engeren Begleitung, dabei u. a. Staatssekretär Jung von Darmstadt, ber stellv. Gauleiter ber NSDAP. Heyse, Ministe- rialbirettor Dr. ßoeroer, ber Leiter bes Gaupresseamts Wvweries unb Standartenführer Cutter aus Gießen, inmitten ber Offiziere Platz, um sich bei einem kurzen, kalten Imbiß von ben Strapazen des angestrengten Arbeitstages zu erholen. Das Musikkorps unseres Bataillons unter Obermusikmeister Krauße brachte bei biefer Gelegenheit bem Reichsstatthalter ein kurzes Stänbchen militärischer Marschmusik bar. Bald banach begann bie mustergültig bienfttuenbe Wetzlarer SA. mit ber Räumung unb Absperrung bes Gelänbes in ber Nähe bes Offizierzeltes mitten zwischen ben Biwakfeuern. Die Zeit für ben zweiten Höhepunkt, ben Großen Zapfenstreich war in naher Sicht. Kurz barauf marschierte bie Truppe mit ber Militärkapelle an ber Spitze auf bem von einer riesigen Menge umsäumten Platze In ber Dissertation wirb haarscharf nachgewiesen weben, baß von ben 36 8,9 Meter hohen, unten 2,07 Meter, oben 1,46 Meter dicken, kannelierten borischen Säulen die ber Längsseiten oben um soundsoviele Grabe unb Bruchteile sich nach innen neigen — ohne daß man’s merkt. Andernfalls würden sie nämlich nach außen geneigt scheinen. Auf so feinen Berechnungen ruht die verklärende Harmonie bes Wunders. Wer gab den Baumeistern ben sechsten Sinn? Selbstverständlich werbe er auch nicht vergessen, versicherte der junge Gelehrte, den Finger darauf zu legen, daß bie Säulen, wie überhaupt ber ganze Tempel, ursprünglich mit Stuck überzogen waren. Den Finger, sagte ich, ziehen Sie besser zurück. An ben Stuck glaube, wer mag. Er iah mich an, als hätte ich die menschlich nicht begreifliche Kühnheit begangen, an der mathematischen Behauptung zu zweifeln, bas Quabrat über ■Der Hypothenuse eines rechtwinkligen Dreiecks sei gerabe so groß wie bie Quabrate über den beiden Katheten zusammen. Die Stuckreste — mit erhobener Stimme — seien noch jetzt zu erkennen unb überhaupt von ben berühmtesten Gelehrten akzeptiert. Schiller, beharrte ich unzerschmettert, habe ben Becher an ben spitzen Korallen nicht gesehen, unb sei doch besser unterrichtet gewesen. Nun, da roar’s natürlich aus. Aber ich lasse mir meinen Herzenstempel nicht verstärken. Zugeklebt, zugeschmiert mit Gipsbrei dieses blut- warme Gestein! So wie sie in der kitschigen Hauptstraße Bukarests Stucksäulen ben Mietshäusern an= kleben! Auf solche Ideen ist man vielleicht in einer späteren Zeit verfallen, die alles „neu renovieren" zu müssen glaubte. Auch heute noch kann man bei der künstlichen Wiederaufrichtung von Ruinen in Rom mancherlei erleben, aber den Travertin aus- zuschmieren, das ist doch noch niemandem eingefallen. Unb ber poröse Kalksinter bes Neptuntempels in Paestum, ber ist nicht etwa sein Material, ber ist seine Seele. Die hellenischen Künstler haben sie angebetet, ja, das glaube ich, nicht schämig verstrichen. Halte einer karrarischen Marmor Dagegen und er wird sofort verstehen, warum er kalt und leblos ist. Der Sinter straylt eine gelb-braun-goldene Wärme aus wie bie Sonne. Man fühlt sie schon auf zehn Schritte Entfernung und legt scheu die Hand auf wie auf ein Heiligtum. Noch kein Sterblicher hat es fertiggebracht, diese Farbwärme, dieses steingewordene Sonnenlicht, dieses überirdische Leben auf andere Weise mitzunehmen als durch seine eigene Seele. Natürlich jagt man in ber ersten Begeisterung seine zwei, drei Spulen durch die Kamera, Zeitschriften. — Dr. L. G. Tirala untersucht im Septemberheft der Monatsschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW., vierteljährlich 2 Mark) die wirtschaftlichen Folgen des Stevilisie- rungsgesetzes. Das Deutsche Reich roirb nach seinen Berechnungen schon nach Ablauf von 30 bis 40 Iah- reu jährlich 420 Millionen Mark ersparen, bie für andere Zwecke frei werden. Wir ersehen daraus, von welch ungeheurer Bedeutung dieses Gesetz für die Zukunft unseres Volkes ist. Medizinalrat Dr. L. Vellguth stellt auf Grund statttischer Erhebungen in Teilen Schleswig-Holsteins fest, daß in den überdurchschnittlich geburtenreichen Gemeinden besonders viel Minderbegabte und schwachsinnige Kinder vorhanden sind Es zeigt fichalfo eine bedeutend stärkere Fortpflanzung der Minderwertigen gegenüber den Hochwertigen. Kurze Ausführungen über Rückgang der ehelichen Fruchtbarkeit; Zahl ber Eheschließungen, Geburten unb Sterbefälle in den Jahren 1871 bis 1930; Vergreisung des deutschen Volkes und Geburten- bzw. Sterbeüberschuß weisen auf die Folgen des Geburtenrückgangs hin. Dr. Fr. Stumpfl befaßt, sich mit bem Derbrecherproblern, insbesondere mit ber kriminellen Familie. — Die Zeitschrift ist geeignet, weiteste Kreise über die wichtigsten Fragen ber Rassenkunde und Rassenpflege aufzuklären. Fahri in den tiefen Süden. Von Dr. Gustav W. Eberlein, iRom. Das ist eine Tempelfahrt. Sie beginnt mit den Agaven, die in ihrem langen Leben nur einmal blühen, um nach dieser großen Liebe zu sterben. Sie endet in dem Todessumpf von Paestum, aus bem bie Griechentempel wachsen, unbegreiflich schön in ihrer Unsterblichkeit. Dort, wo ber boppelhenkelige Kupferkessel auf dem Haupt ber Römerin übergeht in ben doppel- mündigen Tonkrug der Neapolitanerin, die Griechin scheint, dort beginnt Ver tiefe Süden. Auf den Kilometersteinen lieft man Pompeji und Salerno, der Fuhrwerksverkehr wird immer dichter, er hat den Asphalt zu beiden Seiten schon wieher weggefressen, in der Mitte aber flitzen die Automobile dahin, die von einer Land- und Menschenveränderung nichts zu spüren brauchen. Heber dem Kontrapunkt bes Motors freilich schwebt als Leitmotiv unsere, ins Weite roitternbe Jphigeniesehnsucht. Don Paestum aus sind wir darum noch tiefer hinuntergestoßen, zweihundert, dreihundert Kilometer, bis an einem kleinen Bahnhof „Scilla" zu lesen war unb an bem gegenüberliegenden kleinen Albergo „Baviera". Bayern zwischen Scylla und Charybdis, ja, und das Meer wellte so blauweiß, so ein bißchen rautenförmig, unb wir sahen bie Korallenflottille, obwohl ein deutscher Professor kürzlich dem Schiller und seinem Taucher öffentlich auf bie Finger klopfte, weil es im Mittelmeer gar keine Korallen gebe, nicht geben könne. Anachronismus! Der Dichter hätte ben Becher an etwas anderem hängenbleiben lassen sollen. Sagt der Professor. Wir hätten noch weiter fahren können, bis zur Meerenge von Messina, in ber bie Korallen- felber in „Schläge" eingeteilt finb unb von Zeit zu Zeit abgeholzt werben wie bei uns ber Wald. Die Korallenfischer ließ jedoch bie professorale Behauptung ohnehin kalt, unb so kehrten wir um unb erkannten: Es kommt nichts mehr nach Paestum. Es gibt nichts mehr nach biefen Tempeln. Es ist keine Schönheit größer als biefe unb Italien nirgenbs heiliger als in Hellas. In biesem Hellas im Fiebersumpf. Die Tempel könnten nicht In Köln stehen unb dessen Dom nicht in Paestum. Ist dort die Gotik der Norden, so hier eine Säulenreihe dorischer Ordnung ber klassische Silben. In ben Lehrbüchern wirb wohl stehen, die Archäologen werben festgestellt haben, baß bie Tempel bas großartigste Denkmal griechischer Baukunst auf italienischem Boden bilden, und bas ist verstänblich unb sachlich ausgedrückt, aber wer kann sich darunter was vorstellen? Bei aller Großartigkeit des Pergamonwunders in Berlin, so etwas sind sie nicht, nein, ein Museumsstück sind sie nicht. Sie lassen sich nicht auf das Forum Romanum versetzen — es gehört etwas Unroägbares hinzu, die Einsamkeit ringsherum, die götternahe Stille, in der man das Klopfen des Herzens hört und bis in die letzte Faser erschüttert ben Winb ber Ewigkeit vernimmt, ber vom Meere herüberweht. Sie finb bann so gegenwartsnahe, bie Jahrtausenbe, bie schweigenb burch bie schweigenben Hallen zogen. Dreimal in ber Woche, aber nur im Frühjahr, brachte ein Zug bie Touristen von Neapel nach Pasteum, sonst wäre es ein Abenteuer gewesen. Wie lange ist es benn her, baß bie Fenster in ben Sizilienzügen geschlossen würben, roenn. man sich bem Schreckensreich bes gelben Tobes näherte? Holte sich nicht jeder Fußgänger bie Malaria? Zahlte er nicht ben kurzen Besuch im Olymp mit lebenslänglichem Siechtum? So verrufen, schon seit ben Zeiten bes Augustus, war keine Gegenb. Es beißt, baß bie Tempel sich heben unb senken, balb üoer, halb unter bem Meeresspiegel liegen, unb biefe Bewegung ber Stabt — benn Paestum ist nichts anberes als Pofei- bonta, bie Stabt bes Poseidon ober Neptuns — immer roleber bas Leben kostete. Dabei hat sie ihren Rosenruhm wie Schiras, die Rosen sollen hier einen ganz eigenartigen, anderswo völlig unbekannten Duft gehabt haben, unb Mussolini läßt sie nun roleber pflanzen. Wir werden ja dann sehen. Heute sind die Tempel „erschlossen", heute rutscht man nun von Salerno aus in einer halben Stunde im Auto hin. Die Stadtmauer wird soeben bloßgelegt, 5000 Meter lang ist sie, vier Tore hat sie: das Goldene Tor, bas Tor des Meeres, das Tor ber Gerechtigkeit. Dem Sumpf treibt man feine fauligen Untugenben aus, es roirb bonifiziert, und am Strand soll ein modernes Seebad entstehen. Wir bauen die Geschichte wieder stückchenweise auf, ohne von ihr etwas zu wissen. Sie hat sicherlich eine gar große und erhabene Geschichte gehabt, die Griechenstabt, wie wären sonst die Feinde vor ber Tempelzerstörung zurückgeschreckt? In Salerno habe ich in einem Tröbellaoen einen alten Kupferstich gesehen, der den Wochenmarkt in ben Tempeln geigt. Die Ziegen sind an ben borischen Säulen an- gebunden und bie Kühe rupfen das Gras aus den Altären. Jetzt besorgen das bie Archäologen, es wuseln ein paar mit Leitern unb Meßinstrumenten auf ben Göttersimsen herum; er wolle seine Doktorarbeit darüber machen, sagt einer. Den Tempeln ist alles eins, sie sind unflreifbar wie die Zeit. greift zu Farbstift und Pinsel, — ohnmächtiges Bemühen. Die farbige Wärme ist noch weniger erfaßbar als die Neigung der Säulen. Kommt die Abendsonne, so bleibt nichts anderes übrig, als Demütig zu staunen. Wenn irgendwo, so hat hier Menschenwerk Die Herrlichkeit Der Natur übertro fen. UnD noch in Der Erinnerung fällt es chwer, Den ketzerischen GeDanken zu unterdrücken, daß der Tempel gar nicht Poseidon, sondern Der Göttin Der Schönheit geweiht sein müsse. Den Schwestertempel dicht daneben hat man Basilika getauft. Was ebenso treffend und tiefschürfend ist wie die Bezeichnung Halle für ein hallenartiges Gebäude. Wir sind freilich alle entschuldigt, roenn wir mit klugen Eidechsen und tolpatschigen Skarabäen durch die Tempel wuseln, wir fühlen uns ja alle soooo klein. Sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung entstanden sie wohl; Hände, in denen die Seele Des tiefen Südens pulste, roenn sie auch noch keinen Rechenschieber kannten, haben sie gebaut, als der Tiber noch im Feuerschein der Vulkane leuchtete und auf dem steilsten Hügel eine Wölfin Romulus und Remus säugte. Wirtschaft Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Ul. Berlin ;Vranf Serie be» jjänbe, ,n..hcnnL nOd) keinen » wenn f>e „i ais bek en, Kuttone KLeWM^ Obstmarkt in Buhbach. Am Donnerstagnachmittag wurde der in Butzbach neu eingerichtete Sßettcrauer Obst» markt eröffnet. Es hatte sich dazu eine große Anzahl Interessenten eingefunden: auch Händler aus den Nachbargebieten, wie Westfalen und Frankfurt, waren anwesend. Meist handelte es sich für die Besucher darum, sich über die Verhältnisse und die Marktlage zu orientieren und einen Ueberbücf über die Kaufmöglichkeit der nächsten Zeit zu gewinnen. Aufgeliefert wurden Zwetfchen und Frühobst, vornehmlich Aepsel. Der Umsatz hielt sich in mäßigen Grenzen, die Preise stellten sich für Zwischen auf 4 RM., für Frühäpfel auf 8 RM. für den Zentner. Ein kleiner Posten ausfortierier Aepsel ging teuer ab. Der Markt findet täglich von 16 bis 18 Uhr statt. Die Auflieferung beginnt um 14 Uhr. Es muß nach Möglichkeit darauf gesehen werden, daß die Auflieferung der Ware um 16 Uhr beendet ist. • Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 13. September berechnete Indexziffer der Großhan- delspreise stellt sich auf 94,8; sie ist gegenüber der Vorwoche (94,2) unm 0,6 v. H. gestiegen. Die Index- Ziffern der Hauptgruppen lauten: Ägrarstoffe 89,6 (+ 1,8 v. H ), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 89,3 (—0,1 v. H ), industrielle Fertigwaren unverändert 113,5, hiervon Produktionsmittel unverändert 114,1, Konsumgüter 113,1 (+ 0,1 v. H ). Frankfurter Börse: nachgebend. Frankfurt a. M., 16. Sept. Die Börse eröffnete in der üblichen Samstagsstille, zumal von der Kundschaft nur minimale Aufträge eingetroffen waren und aus der Wirtschaft besondere Anregungen nicht Vorlagen. Die Ausführungen Dr. Schachts zur Bankenreform und die Rede des Reichsauhen- minifters vor der ausländischen Presse fanden zwar Beachtung, auf die Stimmung der Börse blieben sie jedoch ohne Einfluß. Nach den letztägigen Steigerungen machten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar und Die Tendenz neigte etwas zur Schwäche, da die Kulisse einige Realisationen vornahm. So kam es bei sehr kleinem Umsatz überwiegend zu Rückgängen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Stärker rückläufig waren wieder Montanaktien, besonders Gelsenkirchen (— 2,90 v. H.), Rheinstahl (— 2 v. H.), Buderus und Klöckner (je — 1,75 o. H ). IG Farben gaben nach behaupteter Eröffnung Id. 5). und Rütgerswerke ebenfalls 1 v. H. nach. Von Spezialwerten waren Akkumulatoren mit minus 2 v. H., Allgemeine Lokal 8t Kraft mit minus 2.65 o. H., Bemberg mit minus 1,75 o. H. und Conti Gummi trotz des guten Geschäftsganges laut Mitteilung der Verwaltung mit minus 3 v. H. mehr gedrückt. Auf den restlichen Marktgebieten hielten sich die Abschwächungen im Ausmaße von 0,50 bis 15-9. 5,3 , ..II 2,45 । 24.4| Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. auf. Das Kommando führte der Bataillonsadjutant Oberleutnant Breithaupt. Die Pechfackeln der Begleiter der Militärkapelle flammten auf, die Mi- litärkapelle unter Dbermufitmeifter Krauße und die Truppen hatten ihre Aufstellung eingenommen. Ein herrliches Bild unter dem schönen Nachthimmel Der Kommandoführer Oberleutnant B r e 11 h a u p t meldete die Truppe dem Bataillonskommandeur Major von Wachter zur Stelle, der selnerfeits 'Die Meldung an Herrn Reichsstatthalter Spreu- g e r erstattete und bei blefer Gelegenheit eine kurze Ansprache an den Vertreter der Reichsgewalt rich- tete, wobei er die Anwesenheit d es Ja eichs- ft a 11 f) a 11 e r 9 als einen Tag der Ehre und Freude für das Bataillon bezeichnete und die Versicherung abgab, daß das Bataillon stets und allezeit freudig feine Pflicht erfüllen werde. Gleichzeitig dankte der Kommandeur der Stadt Wetzlar herzlich für den freundlichen Empfang der Truppe. Hierauf gab er den Befehl zum Beginn der feierlichen Serenade, die von der Kapelle unter Dbermufitmeifter Krauße in bestens bekannter Meisterschaft eindrucksvoll zu Gehör gebraut wurde und bei der riesigen Menschenmenge stärkstes dankbares Interesse fand. Am Schluß der Serenade folgte die nachstehende Ansprache von Reichsstatthalter Sprenger: Herr Major! Kameraden! Ich danke euch — und ich glaube im Namen von Wetzlar und Hessen- Nassau sprechen zu können — für diesen schönen Abend, an dem Sie es uns ermöglicht haben, einmal wieder mit deutschen Soldaten zusammen fein zu können. Das deutsche Volk, dessen dürfen Sie versichert sein, ist allezeit mit seiner Reichswehr. Wir sehen in unserer herrlichen Reichswehr die Verkörperung der Tradition der deutschen Armee zu allen Zeiten, die Verkörperung des heldischen Denkens, das unser Volk allezeit aufrechterhalten und es durch alle Notzeiten hindurchgeführt hat. | Wir kennen auch die ungeheure Not unseres Sol- I Datenftanbes, die uns durch die Knechtungen des | aus dem Sie@nf!Snil'e ,Dom 'Wichet Sali« in 6r£ Jotle man frohes Sachen unh nb'e Dorkiigslüchler und bie ojwräbetrwb am Logerseue "! einem (Bajtroiri. ^treiben, bis her Don iil- mit wachsend» Spannung punlt des Abends hm; ie Ankunst Matters Sprenger. S>ng diese Erwartung in Er. statthalter traf mit einigen her« in, von dem SataiUonstomman- Schier, den Offizieren und m herzlicher Weise begrübt. Er Begleitung des Bataillonslom- jrerer Offiziere die Lagerfeuer, inmitten der Truppen und der blieb, die beide ihm andauernd . und Aufmerksamkeiten bekunde- ier Paladin des Führers und einer engeren Begleitung, dabei 3ung von 2>armftaüt, der NSÄW. j)ei)(e, ÜJtiniflc ’mer, oer Sei ter bes (Sau- ’ies und Standartenführer |en, inmitten der Offiziere einem kurzen, tollen Snv azen de; anfallenden Arien. Da; Dchttvrp; unseres ermufitmeifterKrautze brachte heil dem Reichsstatthalter ein militärischer Marschmusik bar. in die mustergültig diensttuende der Räumung und Absperrung >r Nähe des vssizierzeites mitten [feuern. Sie Zeit für den zweiten enZapsmstM fit. Kurz darauf marschierte die Nilitärkapclle an der sich bringen, bie aber im Interesse ber ganzen Volks- fache leichter ertragen werben, als wenn sie im Interesse einzelnen Menschen ober Stänbe auftreten würben. Deshalb verlangt ber beutsche Sozialismus auch Opferbereitschaft von allen. Das Dritte Reich unterscheibet sich gegen früher aber auch burch seinen Inhalt: ben Deutschen Menschen in allen seinen Wesenszügen Die besten deutschen Tugenden, Gehorsam, Zucht, Treue, Ka- merabschast, Opferbereitschaft, Ein- unb Unterorb- nung, sollen in ihm wiehergeweckt werben, weil sie nohoenbig sind, wenn es sich um bie große gemeinsame Sache hanbelt. Der Rebner wies in diesem Zusammenhang auf die großen Reden bes Führers auf Dem Nürnberger Parteitag hin unb bemerkte zum Schluß, auch die Sänger könnten sich sicher in der Obhut bes Dritten Reiches fühlen, das ihre ideellen Güter nicht hintanstellen wolle. Es sei nicht der Sinn der Ausgestaltung des Dritten Reiches, die Sängersache zu kurz kommen zu lassen. Auch beim Umbau unseres deutschen Vaterlandes und für den großen nationalen Umbruch der deutschen Nation heiße es für ben Sänger: ans Werk! Der Rebner schloß seine Anspruch mit begeistertem dreimaligen Sieg-Heil auf ben beutschen Männerchor unb bas beutsche Lieb. Der Provinzialvorfitzende Wendler dankte Dem ReDner unD betonte, Daß mit Diesen Ausführungen allen Sängern aus Dem Herzen gesprochen sei. Er gab Johann Dem Wunsche AusDruck, Daß Die Worte Des ReDners überall freubige Aufnahme finhen unb Dazu beitragen möchten, auch von Den Gängern aus stets Die Deutsche Volksgemeinschaft eifrig zu pflegen. Der ReDner Dankte weiterhin dem Gießener Gauführer Koch für Den schönen Auftakt Der Tagung unD Dem Bauerschen Gesangverein unter 1 Prof. Temesvary für Die herrliche Mitwirkung, Oer zweite Bundesführer Schulrat Born-Oarmstadt gab nach Den Dantesroorten für bie herzliche Begrüßung feiner Genugtuung Darüber AusDruck, Daß er jetzt mit Oberhessen auch in persönliche Berührung komme. Dann sagte Der ReDner u. a. weiter: Wir stehen im Geist unferers Führers, wir stehen im Dritten Reich. In Diesem Saale grüßen uns Die Fahnen Des jungen Deutschland. Wir haben die Aufgabe, die Grundgedanken des Dritten Reiches auch in unserer Sängerbewegung zu verwirklichen. Das Dritte Reich soll ein Erziehungsstaat großen Stils fein, dessen Ziel ein einheitlich geschlossenes Volk, die Volksgemeinschaft der deutschen Menschen ist. Es ist eine Absage an alle Eigenbrödelei, eine Verpflichtung zu dem neuen Bildungsideal: dem deutschen Menschen. Das Dritte Reich ist die entsckiedene Abkehr von dem liberalistisch-demokratischen Wesen, bie klare Aufrichtung bes Führergebankens unb bes Machtgeb ankens, denn der Führer kann nur wirken durch den Besitz Der Macht. Dieser MachtgeDanke bezieht sich aber nicht nur auf Den Staatsbereich, fonhern auch auf Das Wirken in unserer Sängerbewegung. Durch ihn wirD auch Der StaatsgeDanke erweitert, so Daß Der Staat alle Organisationen Des ganzen Volkes erfaßt, weil er völkisch Denkt. Das völkische Denken beDeutet Die entschieDene Abkehr von allem Nichtoölkischen. Im Hinblick auf Das ganze Volk preDigt es auch Den Sozialismus, aber im Gegensatz zu früher roirb von ber nationalsozialistischen Bewegung Der Deutsche Sozialismus verkünDet. Dieser richtet Den Blick auf Das Volksganze, nicht auf Die einzelnen Gruppen oDer Den einzelnen Stanb, er Denkt immer nur an Das Ganze unD läßt sich unter Diesem Gesichtswinkel auch leDiglich von Der Sache leiten. Das mag manchmal Härten mit auf b9etDorti Dörfer WSÄt *4 " auf 2 N ben 3l)[en Wch ^olferun/Rsn £ N befetzt.'^ederm?" der »regnete" 2 ?tQu brachte Qn ?'^en. r? Qn- der N ^.teilten bie Sn!, ?er8rib AM- auf 8^*^ 1 v. H. SüDD. Zucker lagen Dagegen 2 v. H. fester. Am Rentenmarkt bröckelten Die Kurse für Deutfche Anleihen unD fpäte ReichssckulDbuchsorDe- rungen bis zu 0,40 v. H. ab, Stahloerein-BonDs verloren 0,75 o. H., Reichsbahn-VA. 0,13 o. H. Für festverzinsliche Werte hielt Das Interesse an, wenn auch Die Kursbesserungen nicht mehr so stark wie gestern waren. GolDpsanDdriese blieben größtenteils gut behauptet, vereinzelt ergaben sich auch Erhöhungen um 0,25 bis 0,50 v. H. ßiquibations- pfanbbriefe zogen meist 0,25 bis 0,50 v. H. unD Kommunal-Obligationen 0,50 bis 1 v. H. an. Stabt- anleihen blieben gesucht, unb vielfach erfolgten wieher gestrichen Gestrichen Gelbnotizen. Staatsanleihen blieben hingegen sehr ruhig, ebenso wie hör Ausianhsrentenmarkt. Im Verlaufe blieb bas Geschäft klein, unb bie Kursgestaltung war uneinheitlich, wobei aber später meist kleine Erholungen überwogen. IG. Farben konnten sich um 1,50 v. H. aus 115,50 v. H. befestigen. Montanaktien waren meist unerholt, unb von Elektroaktien ließen Schuckert 1 o. H. nach. Don beutschen Anleihen zogen Altbesitz 0,25 v. H. auf 76,75 o. H. an. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld zum Satz von 4 o. H. unoeränbert. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a.M., 16. Sept. Die knappen Zufuhren hielten an, beutsche Butter ist so gut wie vom Markt oerschwunben. Die wenige noch vorhandene Ware wird bei nur sehr hohen Forderungen abgegeben. Der Handel war daher weiterhin daraus an- gewiesen, Auslandbutter einzuführen, obgleich die Preise dafür sehr hoch liegen. Die Absatzverhältnisse haben durch bie Erhöhung ber Einzelhandelspreise eine weitere Schrumpfung erfahren. Für deutsche und holländische Butter, je nach Qualität, verlangte man 145 bis 148 RM. je 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a.M., 16. Sept. Infolge hoher Auslandsforderungen haben die Eierpreife in der abgelaufenen Woche eine Erhöhung erfahren, ba der Handel durch die Knappheit am deutschen Markt verstärkt auf den Auslandsmarkt zurückgreifen mußte. Ganz besonders gering war die Zufuhr in deutschen Landeiern, für die gute Nachfrage bestand, ebenso wie für alle anderen billigeren Sorten, während schwere Dualitätseier vernachlässigt sind. Für die Woche vom 18. bis 23. September wurden im Großhandel folgende Preise festgelegt: Deutsche Frischeier Kl. S 11,50, Kl. A 10,75, Kl. B 10,50, Kl. C 10 Holländer unb Flanbern Kl. S 11, Kl. A 10,50, Kl. B 10, Kl. C 9,75. Dänen, Schweben unb Finnen Kl. S 10,50, Kl. A 10, Kl. B 9,75, Kl. C 9,50. Bayern 10,50 bis 11, Bulgaren 9,50, Rumänen unb Polen 8,50 bis 9,25, kleine Hollänber neuer Produktion 8 bis 8,15 Pf. je Stück frei Frankfurt a. M. Der Provinzialverband Oberhessen des Hessischen Sängerbundes hielt am gestrigen Sonntagnachmittag bei sehr starker Beteiligung aus allen Teilen ber Provinz Oberhessen hier im Saale bes Gewerkschastshauses seinen ersten Provinzial-Sängertag nach ber nationalen Erhebung ab. Die Wanblung, bie burch bie nationalsozialistische Revolution auf allen Gebieten bes beutschen Lebens vor sich gegangen ist, kam bei dieser Gelegenheit dadurch zum Ausdruck, daß der Saal des Gewerkschastshauses mit mehreren Hakenkreuzfahnen geschmückt war und die Tagung selbst klar unb eindrucksvoll unter dem Gesichtswinkel des Führertums sich abwickelte. Der Bauersche Gesa ng verein unter Leitung seines Chormeisters, Universitätsmusikbirektors Prof. Dr. Temesvary, leitete kurz nach 14 Uhr die Tagung mit dem Deutschen Sängergruß ein. Darauf begrüßte ber Provinzial-Vorsitzenbe Wenbler - Bad-Nauheim die stark besuchte Versammlung mit einem Heil-Ruf, her freubig erroibert würbe. Ein Chorgefang bes Bauerschen Gesangvereins schloß sich an. Darauf begrüßte Gauführer Koch-Gießen als Vertreter des Gaues Gießen-Stabt unb -Saab bie Tagung mit herzlichen Worten. Er gab babei feiner Freube herüber Ausbruck, baß bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal bie neue Leitung bes Hessischen Sängerbun- bes in Der Person Des zweiten BunDessührers StaDt- unD Kreisschulrat Born unD Des neuen BunDesgeschästsführers Wilke, beiDe aus Darm- stabt, begrüßt werben könne. Weiter begrüßte Der ReDner Regierungsrat S ch m i D t • Gießen als Vertreter Der ProvinzialDirektion, Des Kreisamts unD Der StaDt Gießen, Den BunDescfjormeiftcr Prof. Dr. Temesvary, Die Vertreter Der Presse, Den ProvinzialverbanDsvvrsitzenDen WenDler - BaD- Nauheim unD alle Gausiihrer unD Sänger aus Dem Gebiete Des ProvinzialoerbanDes. Er wies foDann Darauf hin, Daß Dies Die erste Tagung nach Der großen Staatsumwälzung sei, Daß man über Den bisherigen Umbau im HSB. Näheres hören könne unD für Die Weiterarbeit Anweisungen her Führer erwarte. Die Tagung solle aber auch Gelegenheit sein, sich in voller Treue erneut zu ben Führern zu bekennen, benen hie Sängerschaft treue Gefolgschaft leisten unb immer bafür einstehen werbe, haß ber Geist unseres großen beutschen Führers auch im Provinzialverbanh Oberhessen bes HSB. immer lebenhig sein werbe. Datum 4% Gene II ............. 5% Siumän. vereinh. Rente v. 1903 4Vr^.,Rumän.vereinh.Reniev.l913 4% Rumänische vereint,. Rente . - 2Vi% Anatolier ...... ........ 73 92 43 73 5 75 89,4 135,5 116,25 .vrannui u. Dl. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- bSrie Echluß- lur» Schlußk. Dliilag- bSrte Datum 15.9. 16.9. 15-9. 16-9. 6% Deutsche 0?el9 e ^ZO & cia (9 S «csty 5 <9 x g €■ € (9 tc Kl e ■3 a ^£(9- 2-e «I<9 •E ~ (9^ <3) O <31 CJ K I--L =«© 2° '(9G£ h =' OS OSi c c ac^7 S * M kraße 40 05455 (9 -o(9 -e =- (9 = = o (9 «___ (9-s-e-E LZ« o '< d^o cS2 C o “ ’-X .2.Öe e." s- - 5 5 do - ;c •— 5 TZ O*— N ® §^ft i Z»i9 A''FS «eÄ’ote ^ei*a^inki 0rra’’ 6>™i --LM <9 MZ c-g- 'E §(9 £~ ~ ni® , orneos* o» du kfo,d .ürwä«cr &$ lflDhg eines ’°älebnifi' ÄS Z D^^|C s^ft« -s cs «• b lies Werfet Echiffsrelord loste!, es Machen DarnLkts MrN:rL Äi*t 2ahrt geschah Age. Die 51000 Tonneii schweren öotMt, butd)hni)ta bxt Eecke von 1080 km mit tum Findigkeit in der Stunde von 29,61 de noch ein weiterer Weltrekord 'vlche Tat bringt zweifellos der r sie aussührt, und der Schissahrt >hen Ruhm, den Passagieren.einen -indruck. Die.Ry' wird als der c der Welt gewiß viele Passagiere es bedeutet viel, das blaue Pand öisher der deutsche Dampfer.Die. er legte im Juni vergangenen Iah« :t von Reuhvrk nach Cherbourg in- nden 51 Mimten zurück mit einet ivindigkeit von 28,51 Knoten. Aber immer so schnell fahren würden, für die Gesellschaft ein sehr schiech« (Sin solcher Rekord kostet nämlich mme (Selb, baf) feine dauernde impferlinie ruinieren mühte. Die it, das) ihre durchschnittliche ®» 21 Knoten berechnet i\V, die dn .6,5. Das italienische tzchiss muhte MM um 1,2, Mä deutsche um em. Das sind Leistungen, die eine >ngung und eine bedeutende Der» öetriebstvsses erfordern, über die den Rekorden der .Res' und.Bre. iheres bekannt geworden- Mer eine on gibt eine Berechnung, die J.S. englischen Zeitschrift aMellt. Durch hie hat den SchnMgkeitsrelorb >m >andie„Wauretama gehalten, shre wischenReuyorkundWmouthwltt« irchschmllsgeschwindlgleilvon^ r.nt -Vfahi» Maure ama zurret« ^eniMen^WÄS a- em Dampfer von men, dah die Kos . & «t 50000 t, wie der .Aex w prechend höher !l| — Z Sie ist ganzl Eine verziy SM =h.»S. venti|-'" iner sol- auchin fischen eben P^ekom- Wanne-S'6 golche men 6'n® ert dsi sehr Pr0l8W j ß.Häuser -•iS« Gießen*^,——- last ft. tiger f iben kll^^°r- en $rofct?iQnbl,auSiLün der >ntherV°r ftQt[ SneirJ. ■WS'JÄf rr',7-^ rrMM -LZW- den 9?omon «•'lnem neu!» fjnes Luch. SfÜfWit, SSUSSptS iU-e5N ÄCec,I9 6ibn. fiumi?S,?nWen kam. ^lebens SaS «r Schilde» eml ein (El)ttoStJB°n K°nn Me jmingt $tI ^ '^'lne“, der ^p'legen „D auch M'^^nTreta s*l«sÄy£ C 2 K >e« 5 E »o »S «-LZ 2“e=eo s« -5-= S® ~ - o «d Sä« «ö^S = .-=2 ««> o-2o- £e^=. EQ S-ZL) C7 (9 B (9 (9 (9 © L> (9 (9 2 S <9 2 <9 & <9 «£> to (9 B (9 0 19 <9 S-- -G E ft R a &--S* Sl9 EZd =(9 s MS <*» c <=« Q e -e € aa -o a s e Oft ass e ■e (9 Oft C *e -e Oft Oft o <9 Oft Besseres vor, gnädige Frau. ft o Äonen zwei Segelboote *e p heftig, als die starke Bugwelle C-C winkte und tauschte fröhliche ?! , berührte ihr Arm seine kleiner freudiger Schreck ns - Oft ft (9 a € c -e ■e (9 82 e c oft ©o e ^•2*? cs c o c c «■ a c <9g a oft cs cs c c Oft (9= a •ft s 2 - a P (9 c a — Oft <3 oft *C oft e <3 'S« ft <9 s». O es e £ Z -e SB 2« at9 e = o •C = Oft “ o ® 2-e*E _ -O 1-c; cs Oft »- 3 t- s = c — S -es — •c*e c z k e r_. 7; <-l O — c T r- « — CS 2-5 -e = ^•=0 S .2K ao ,— = 5^5 " a — •e - = = (9(9 •Oft V c a 3 sww — —*» 2 --L «Jo .. 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C Ur Di S 3 *? f-n = e © 3 5 3 5 3 ar* $5 S & s ft ä 8= 3 2 H 3 a s s s «o äB 6) S 3 3 6» »SO ti 50 3 CSV 3 ro o 8 ‘ 3 <8- " 3 ÖB n8 3 1 5 ®> er JJ5 3 D CSV — 8' »> 6* — D <—» ö « 3 3 ■CT CD H f0 £-3 ©§ ft® „ O ti 3 ÄS 1 3 <& ~ ar „ 8 3 6) H a' 8 3 SS C¥? 2j "3 8 3 3 3 cd" » ti « 3 L 2. S 2. 8 g ti •ö' ar 3 §■» s ® 3 $3 "" p S’ps CD 3 5 « CD ” - 5 3 Z o 3- a~ 3 Ä 5 ® D S o 8 ftO ra 3 3* 00 8 5 @2 3 IWF -3 "®^.K Z.LZssZ. ~=.2<$g es » p ' io ° 2 S.öoc'L.^g 2.S 3 3' r» S ?^^D « ■' «5 3o «. ro " S. w *öh,5 ro 3 3 «’ ?2.3 % « KK§ o 2 3 -3 « 5 3 r. d ^^•5$ 3 's «3» 2-2 00 @ 'S' "" cz^ S 333- ' 2 2.m>pF-3!5 n 2 0 3 er 3 3 3^3-0 S 06 ra O "ro'Sj ^B3!O'h ÄS’öS'g»’ SÄ8 »8'5 8'3 «0^5 3=2 3 3 3 ijö t" Ö »So . 2 cs« 5 Süds Sg-cso CD 0 D #—• — 3 3 « »epr-« ■» 2 5 »c?5 2 2d -* 3 S crra'3 3 3 ffSg fg4»« ®creg X» « 3 »CD S32 LG? 6)3 S &3 _ §L)3 ft. 75 5 « £k 2-2 5y 3 3 5 3 3^5 3 21 3 cs» 2 — 5 0 3 H o " - CfO 2. «- ' 3 y M-CD 2 A 'S sys 'ö' » tös 5 »CSV §s© 9|s frf S - D 3ZK »« 3 ^3S' K-°°s rä. 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