Nr. 192 Erstes Blatt 185. Jahrgang 5reitag, 18. August 1935 (tr|d)eini i agUch. auyei Sonntags und Feiertag» Beilagen; vte Illustriert« Gießener FamilienbläUer Heimat'M Bild Die Scholl» monau-Bejngspreis: Mit 4 ‘Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -25 Auch bet Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Kernsprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. poUfdfedtonto: gtanfftirt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'lche Untverfitülr-Vuch- und Steinörucfcrci R. Lange in Stehen. Schristlettung und Seschäftrstelle: Schnlttrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärt» 10 Reichspfennig; für Re- klameanjeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Vanqe; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigente,! i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Zuspitzung der innerpolitischen Lage in Oesterreich. Wachsende Schwierigkeiten für dasKabinett Oottsuß.—LleberattMißstimmung undOpposition Es gärt in den Heimwehren. Bedenkliche Stimmung in Tirol. München. 17. August. (CJIB.) Der „völkische Beobachter" bringt eine Meldung „vor einer offenen Revolte der heimwehren?" Darin heißt es u. a.: In Dien sind außerordentlich schlimme Nachrichten über die Stimmung in Tirol eingetroffen. Zunächst wirkt sich in der Bevölkerung das völlige Fiasko des Fremdenverkehrs aus. Die Erbitterung unter den Tirolern ist so grob, dost man die Stimmung heute schon als geradezu revolutionär bezeichnen muh. Darüber würde man sich in Dien noch hinwegsehen, wenn es nicht auch in den heimwehren bedenklich gärte. Die Leute haben dort anstrengenden (Dren,bien ft. weil in den Gehirnen der Tiroler Landesregierung das Gespenst eines Einfalles der SA. nach wie vor mächtig herumspukt, weshalb der größte Teil der heimwehren an der bayrischen Grenze zusamwengezogen wurde. Run bekommen jedoch die Heimwehrmänner Im allgemeinen nur 3 Schilling 50 Groschen pro Tag, wovon sie sich auch noch beköstigen sollen. In dem Heimwehrprogramm heiht es bekanntlich, dah bie politischen Parteien a b g e f d) a f f t werden sollten und dah in der staatlichen Verwaltung absolute Reinlichkeit durch- gesührt werden müsse. Davon wollen natürlich die korrupten Christlich - Sozialen und Landbündler nichts wissen und die Marxisten noch weniger. Man kann sich also unschwer die Stimmung bei dem einzelnen heimwehrmann vorstellen, der für einen hungersold schlecht gekleidet und schlecht beschuht seinen Dienst machen soll, wogegen die herrschende Bonzokratie sich an der Futterkrippe unentwegt sesthält. Wenn daher bis zum Herbst das Heimwehrprogramm nicht durchgeführt wird, so erwartet man in Kreisen, die tiefen Einblick In die Verhältnisse haben, eine offene Revolte der heimwehren. viel bemerkt wird auch, dah Fürst S t a r tj e m - berg von der Bildfläche verschwunden zu sein scheint, es heiht, dah er halskrank fei, oder hat man ihn kaltgestellt, weil er in letzter Zeit immer entschiedener daraus hinstrebte, Reichsverweser für Oesterreich zu werden? Dies würden sich die Parteien nicht gefallen laßen, um so weniger, als auch sie den Starhemberger in feiner peinlichen Lächer- lichkeit erkannt haben. Dievermögensbeschlagnahme Die neueste Waffe gegen den Nationalsozialismus. Wien, 17. Aug. (£11.) Dah der am Mittwoch gefaßte Ministerratsbeschluß über die Beschlagnahme von Dermögen verbotener Parteien hauptsächlich den Zweck verfolgt, durch Entzug der Mittel jede politische Tätigkeit unmöglich zu machen,' ergibt sich aus einem Kommentar, den die halbamtliche politische Korrespondenz zu diesem Mi- nisterratsbeschluh veröffentlicht, wobei sie ausdrücklich diesen Zweck des Beschlusses zugibt. Zur Beschlagnahme und dem daraus folgenden Verfall des Vermögens genügt die Tatsache, dah es sich um Dermögen bzw. Dermögensstücke der verbotenen Partei handelt. Es braucht also eine verbotswidrige Anwendung dieses Vermögens nicht erst nachgewiesen zu werden. Wie sich die Beschlüsse des Ministerrats auswirken werden, ist aus einer Zusammenstellung des „Oesterreichischen Abendblattes" zu ersehen, das erklärt, für den Ber 1 ust der Staatsbürgerschaft kämen ungefähr 7030 Personen in Frage. Das Blatt führt außerdem eine Liste führender nationalsozialistischer Persönlichkeiten in Oesterreich an, die sich im Auslande aufhalten und in Oesterreich hauptsächlich Grund und Boden besitzen, der einem Zugriff dec Behörde offen liegt. Unter diesen Personen befindet sich der ehemalige Landesleiter der RSDAP., Proksch, der bei Linz ein Bauernhaus besitzt: der frühere Gauleiter Oberösterreichs, B o l e k, ebenfalls Besitzer eines Grundstücks bei Linz: und der SA-Gruppenführer Reschny, der eine Villa in Linz besitzt. Frankreich isoliert. Tie Anrufung des Völkerbundes eine zweischneidige Waffe. Paris, 18. Auy. (WTB.-Funkspruch) Die Ansichten, ob der Völkerbund mit dem österreichisch-deutschen Konflikt befaßt werden soll, gehen stork auseinander. Demokratisch eingestellte Organe, wie die „Ere Nouoelle" urtb die sozialistischen Blätter treten f ü r diese Lösung ein, die aber keine Anhänger in d e r Rechtspresse findet. Diese würde eine energische Aktion Frankreichs den .unwirksamen dilatorischen Methoden" des Völkerbundes oorzwhen Ueberdies befürchte man, daß Deutschland in Genf Gelegenheit haben könnte, den Völkerbund mit seinen eigenen Mitteln zu schlagen, d. h. in der österreichischen Frage das Selhstbestimmungrecht der Völker ins Feld zu führen. Das „Echo de Parts" bemerkt, man müsse zu- geben, daß allgemeine Dahlen in Oesterreich jetzt sicher zugun st en der Rational- sozialisten ausfallen und das Kabinett Dollfuß stürzen würden, viele Oesterreicher hielten den Anschluß für die einzige Rettung ihres unglücklichen Landes. Deshalb fei jeder Protest vor dem Völkerbund zu vermeiden. Der Anschluß, so argumentiert das Blatt weiter, dürfe auch deshalb nicht der internationalen Recht- sprechung unterworfen werden, weil weder Italien noch Frankreich, noch England eine derartige Stär- kung der deutschen Macht gestatten konnte. Es könnte nur ein sofortiger energischer SchrittinBerlindie weitere Verschärfung der österreichisch-deutschen Spannung verhindern. Da aber weder England, noch Italien handeln wollten, müsse nun mal Frankreich allein vorgehen, ehe es zu spät fei. (Sine Feststellung der deutschen (Hesandschast in Wien. Wien, 17. Aug. (WTB.) Wie von der deutschen Gefandtschaft mitgeteilt wird, sind diejenigen Stellen in den Veröffentlichungen der Extraausgabe der„Reichspost" vom 14. August, die sich auf die Gesandtschaft beziehen, von ihr im Benehmen mit dem Bundeskanzleramt einer Prüfung unterzogen worden. Der Gesandte stellte dabei fest, daß von den in der Extraausgabe der „Reichspost" abgedruckten angeblichen drei Briefen, die diesem Blatt zu Vermutungen über die Benutzung der Kurierpost der Gefandtschaft An- laß gegeben hatten, keiner dem Gesandten bekannt gewesen lei, und daß er und die Mitglieder der Gefandtschaft davon erst durch die vorbezeichnete Veröffentlichung Kenntnis erlangt haben. Feierliche Eröffnung der berliner Junkausstellung Oer Rundfunk als Mittler zwischen Regierung und Nation. Berlin, 18. Aug. (WTB. Funkspruch.) Unter der Schirmherrschaft des Reichsministers für Volks- aufllärung und Propaganda, Dr. Goebbels, ist heute vormittag die erste nationalsozialistische F u n t- ausftellung Berlin feierlich eröffnet worden. Die sechs riesigen Hallen um den Funkturm prangen in einem Meer von Fahnen des Dritten Reiches. Das Gerüst des Funkturms ist mit einer riesigen Hakenkreuzfahne geschmückt. Den großen offenen Pavillon davor hat die Meisterhand Rothes verschwenderisch mit Blumen ausgestattet, in der Mitte erhebt sich auf einem Sockel die von Professor Seger geschaffene Büste des Reichskanzlers Adolf Hitler. Lange vor Beginn des eigentlichen Festaktes mar- schiert als Ehrenwache der H o r ft - W e fseist u r m auf. Die Spielleute und Musikzüge der SA., sowie ein Trompeterkorps der Reichswehr ziehen ein. Dann erscheint unter den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches Reichsminister Dr. Goebbels, stürmisch begrüßt von der großen Gästeschar. Plötzlich tiefes Schweigen. Im zartesten Pianissimo setzt der Trommelwirbel der Spielleute ein, der sich bis zum stärksten For- tiffimö steigert. Dann grüßen die Stimmen aus den neun Standorten der deutschen Sender, denen ein von der SA. und NSBO. gestellter Sprechchor mit dem Ruf: „Hier ist Deutschland!" antwortet. Rach dem Pausenzeichen des Deutschlandsenders „Heb' immer Treu und Redlichkeit" entfpinnt sich ein Dialog zwischen R u - fern und Chor. Der Bauer, der Arbeiter, der Soldat, der Dichter sprechen als Schaffende zu den Festteilnehmern und den Hunderttausenden, die an ihrem Rundfunkapparat der Feier lauschen. D?r Chor gedenkt auch der deutschen Brüder im Auslände, die mit dem nationalsozialistischen Geist ihres Vaterlandes eng verbunden sind. Der Sprecher schließt Fremde und Heimat zusammen in dem Ruf. „So schwingt des Dritten Reiches Herz- schlag durch den deutschen Raum!" Ein kurzer Trommelwirbel leitet über zu der Eröffnungsrede des Reichs- Ministers Dr. Zosef Goebbels: Auf Napoleon wird das Wort von der „Presse als der siebenten Großmacht" zurückgeführt. Ihre Bedeutung wurde politisch sichtbar und ein- drucksstark mit dem Beginn der großen französischen Revolution und sie hat diese bann für das ganze 19. Jahrhundert zu halten verstanden. Was die Presse für das 19., das wird der Rundfunk für das 2 0. Jahrhundert sein: man könnte das Wort Napoleons variierend den Rundfunk die achte Großmacht nennen. Seine Erfindung und Ausgestaltung für das praktische Gemeinschaftsleben der Menschen ist von einer wahrhaft revolutionären Bedeutung. wir vollzogen eine Revolution größten Ausmaßes, die nirgendwo halt machte und das Leben unserer Ration in allen Beziehungen und nach jeder Blickrichtung hin revolutionär umgestaltete. Dieser Vorgang, der sich im Verlauf der letzten sechs Monate auch für das Auge des Laien sichtbar im politischen Dasein unseres Volkes vollzogen hat, ist planmäßig o r - ganifiert und vorbereitet worden. Sowohl die Eroberung als auch die Ausnutzung der Macht wäre ohne Rundfunk und Flugzeug in dieser Form gar nicht denkbar gewesen. Ja, man kann, ohne zu übertreiben, sagen, daß, hätte es kein Flugzeug und keinen Rundfunk gegeben, die deutsche Revolution sich mindestens nicht in den Formen, in denen sie sich abgespielt hat, hätte abfpielen können. Es bedarf deshalb gar keiner Betonung mehr, daß die Regierung, die aus dieser Revolution hervor- gegangen ist, entschlossen ist, den Rundfunk nun auch im weitesten Maße in die nationale Aufbauarbeit, die vor uns liegt, und die wir meistern müssen, wenn diese Revolution vor der Geschichte Bestand haben soll, einzuschalten. Wir leben im Zeitalter der Masse: die Masse fordert mit Recht, daß kie an den großen Geschehnissen der Zeit inneren Anteil nimmt. Der Rundfunk ist hier e r ft e r und einflußreich st er Mittler zwischen geistiger Bewegung und Volk, zwischen Idee und Menschen. Das erfordert eine klar erkannte und ebenso klar zum Ausdruck yebrackte Tendenz. Eine Regierung, die sich zum Ziel gefetzt hat, ein Volk innerlich zufammenzufchweißen, um es als gewaltiges Kraftzentrum wieder in die Waagschale der großen weltpolitischen Entscheidungen hinein- werfen zu können, hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, alle Lebensäußerungen des Volkes dieser Absicht und Terwenz unterzuordnen. Das gilt auch für den Rundfunk. Und je größer seine Bedeutung für die willensbewußte Beeinflussung der breiten Volksmassen ist, um fo stärker gilt dies und um |o arößer ist die Verantwortung, die er damit vor der Zukunft der Nation übernimmt. Das soll nicht bedeuten, daß wir den Rundfunk zu einem willenlosen Diener unserer parteipolitischen Absichten herabwür- bigen wollen. Die neue deutsche Politik liegt fernab jeder parteimäßigen B e - grenzt heft. Sie erstreckt sich auf Volk und Nation in ihrer Gesamtheit und die Aufbauarbeit, bie sie schon geleistet hat oder zu leisten sich eben anschickk, geht alle an, bie guten Willens iinb. Im Rahmen dieser großen Zielsetzung hat er Rundfunk, um lebensfähig zu bleiben, seine eigenen und geistigen Gesetzlichkeiten zu halten, zu pflegen und tatkräftig zu fördern. Der Rundfunk schöpft aus den Aufgaben und Forderungen des Tages, er hat die Pflicht, sie in höhere Bedeutung hineinzuheben und ihnen einen über der Stunde stehenden Weg und eine durch die Zeit hindurchwirkende Betonung zu geben. Wie zeitnahe er das Volk mit den großen historischen Ereignissen unserer Tage verknüpfen kann, dafür hat er eindrucksvolle Beweise am 21. März und ans 1. Mai ab- gelegt. Zeitnähe bedingt V o l k s n ä h e. Nicht umsonst nennt sich unsere Revolution eine völkische. Sie ist aus den tiefsten Urgründen des Volkes hervor- ßebrodjen. Sie wurde vom Volk getragen, sie wurde für das Volk gemacht, sie hat den schrankenlosen Individualismus entthront und das Volk selbst wieder in das Zentrum der Dinge hineingerückt. Die Probleme, die uns in der Regierung beschäftigen, sind dieselben, die heute den Mann von der Straße beschäftigen. Die Probleme, die wir über den Aelher hinweg In Hörspiel, Rede, Ansprache und Darstellung mit dem Volke besprechen, sind auch die Probleme, die dem Volke auf den Rägeln brennen. Ie mehr der Rundfunk sie erkennt und sie in immer wechselnden Methoden praktisch verständlich zur Darstellung bringt, um so mehr wird er seiner eigentlichen Ausgabe gerecht und um so leidenschaftlicher wird bas Volk, das von diesen Problemen ergriffen ist, feine Sache auch zur volkessache machen. Allerdings ist vorher noch eine Reihe von Vorarbeiten und Aufgaben zu lösen, vor allem auf dem Gebiete des Organisatorischen. Weniger als auf irgendeinem anderen Gebiet kann hier die starke, verantwortlich gebundene, aber auch verantwortungsfreudige Führung durch die Persönlichkeit aufgegeben werden. Auch in dieser Beziehung werden wir früher, als man gemeinhin glauben möchte, zu der absoluten und eindeutigen Durchsetzung des Führerprinzips kommen. Jede Ueberorganifation kann einer pro- duktiven Leistung nur schädlich sein. Ueberorga- nisation ist immer der Anfang der Korruption. Sie verwischt die Verantwortlichkeiten und lädt damit charakterschwache Menschen geradezu ein, sich selbst an den öffentlichen Mitteln gut zu tun und zu be- reichern. Das ist der Weg, den der Deutsche Rundfunk in den verflossenen Jahren gegangen ist. Wenn die daran Beteiligten sich heule als die Väter des Rundfunks bezeichnen, so kann man ihnen nur entgegenhalten, daß sie es nicht gewesen sind, die den Rundfunk erfanden, daß sie es aber waren, die in ihm beizeiten schon eine mit der Not der Zeit in keinerlei Verhältnis stehende V e r d i e n st m ö g - lichkeit witterten und sie aus das ftrupel- l o | e ft e aus zu nutzen verstanden. Es würde zweifellos dem Ruhm derer, die sich wirklich um die Entwicklung des Deutschen Rundfunks verdient gemacht haben, gut anstehen, wenn sie sich nicht vor aller Oefsentlichkeit mit diesen Glücksrittern vom weiten Portemonnaie und noch weiterem Gewißen identifizieren wollten. Muß ich noch besonder» betonen, daß die Regierung der nationalsozialistischen Revolution sich auch in dieser Beziehung durch niemand und nichts beirren läßt in dem festen willen, hier Ordnung zu schassen, die Ueberorganifation in kürzester Frist abzubauen, das Prinzip einer spartanischen Einfachheit und Sparsamkeit auch in den Häusern des Rundfunks zur Durchführung zu bringen, dafür aber die Leistung auf allen Gebieten planmäßig zu erhöhen, bie besten geistigen Kräfte der Ration um das Mikrophon, bas heute bie Dell bedeutet, zufammen- zuziehen und den Rundfunk wirklich zum vielgestaltigsten ptafll|d)en Ausdrucksmittel ihrer Zeit, ihrer Sehnsüchte und hossnungen zu machen. Dir wollen der Unterhaltung, Spiel, Scherz und Musik breitesten Spielraum geben; aber alles soll eine Innere Beziehung zur Zeit haben. Alles soll die starke Rote unserer großen Ausbauarbeit tragen, ober es soll sich boch mindestens dazu nicht im Widerspruch befinden. Dir wollen einen Rundfunk, der mit dem Volke geht, einen Rundfunk, bet für bas Volk arbeitet, einen Runbsunk, der Mittler ist zwischen Regierung unb Ration, einen Runbsunk, bet auch über bie Grenzen hinweg ber weit ein Spiegelbilb unserer Art, unseres Lebens unb unserer Arbeit gibt. Das Geld, das der Rundfunk einbringt, soll in der Hauptsache ihm selbst auch wieder zugute kommen. Werden Ueberschüsse dabei erzielt, so sollen diese dazu verwandt werden, dem geistigen und künstlerischen Schaffen der ganzen 'Ration zu dienen. Wenn Bühne und Buch durch die rapide Entwicklung des Rundfunks Schaden nehmen, so ist es anderseits Pflicht, die Einnahmen, die nicht unmittelbar für den Rundfunk zur Verwendung kommen, wieder für bie Aufrechterhaltung und tatkräftige weitere Förderung unseres geistigen und künstlerischen Lebens einzuseken. Hier einen zweckbestimmten unb sinngemäßen Ausgleich zu schaffen, wirb in der näheren und weiteren Zukunft eine meiner Hauptaufgaben sein. Mit Beginn dieser Ausstellung soll, auf das ganze Reich verteilt, eine planmäßige Werbung neuer Rundsunkhörer einsetzen. Unser Ziel ist, die deutsche Hörerschaft zu verdoppeln und damit für den Rundfunk eine Jinanzbasis zu schaffen, die es uns ermöglicht, nicht nur ihn selbst auf die höchste Leistung zu bringen, sondern aus seinen Ueberschüssen das gesamte geistige unb künstlerische Leben der Nation, Bühne, Film, Musik und Buch generell und stabil zu sanieren und auf eine feste unerschütterliche Existenzgrundlage zu stellen. Die diesjährige Funkausstellung erhält ihre entscheidende Note durch den Volksempfänger. In ihm ist die augenblicklichste billigste Möglichkeit geschossen, die breiten Massen in den Rundfunk cinzuschal- tcn. Technik und Industrie haben getan, was sie tun konnten und es sei ihnen dafür der Dank der Regierung und damit der Dank des ganzen Volkes zum Ausdruck gebracht. Möge nun die geistige Leitung des Rundfunks das ihrige tun. Im Schatten dieser großen Ausgaben soll die diesjährige Funkausstellung begonnen werden. Sie ist ein Anfang, ein Beginn, ein Au.sdruck deutschen Wagemutes und deutscher Selbftbefinnung. Es ist unser herzlichster Wunsch, daß Technik, Industrie und geistige Leitung des deutschen Rundiunks von hier ab entschlossen den neuen Weg beschreiten, an dessen Ende unser aller gemeinsames großes Ziel steht. Ein Volk, ein Reich, ein Wille und eine schönere deutsche Zukunft! । Ein erster Runbgang. Vach der mit brausendem Veifall aufgenommenen Rede des Ministers sprachen Rufer und Chor ein flammendes Bekenntnis zum Führer, zu Volk und Reich. Das Horst-Wessel- und das Deutschlandlied beendeten die nationale Weihestunde. Ein Rundgang durch die gewaltigen Hallen mit den 256 Ausstellern folgte. 3n der großen Schar der Ehrengäste sah man neben dem Reichsminister Dr. Goebbels feinen Adjutanten, den Prinzen von Schaumburg-Lippe, den Reichswehrminister v. Blomberg, den Reichswirtfchafts- minifter Dr. Schmitt, die Staatssekretäre Funk, Königs und Psundtner, sehr viele Mitglieder des diplomatischen Korps, der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, der wirtschaftlichen und politischen Organisationen der RSDAP, des Reichspostministeriums unb anderer am Funk- wesey interessierter Behörden, viele Reichs- und Landtagsabgeordnete, die Rektoren der Hochschulen und viele Vertreter von Funkindustrie und Handel. — Die Ausstellung ist bis zum 27. August täglich von 9 30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Aus der Provinzialhauptstadt bei Großes SA.-Sporlsest der Standarte 116 der 28- am Mann des Pro- Pfund Aus aller Welt. Sühne für einen Raubmord. Übungen hervorragendes zu leisten vermag. Die Wettkämpfe sollen zugleich Bekenntnis und Das größte Interesse beansprucht der 20-Kilometer-Gepäckmarsch mit 25 Belastung. Handballwettspiel des Sturmbanns 1/116 gegen den Sturmbann 11/116 mit einer Spieldauer von 2 mal 20 Minuten. Auch hier läßt sich der Sieger im voraus nicht mit Sicherheit bestimmen. Der Sturmbann 1/116 setzt sich in der Hauptsache aus Stürmen, die auf dem ßanbe ihren Standort haben, zusammen. Tschechischer Größenwahn. Die Revision für die Tschechoslowakei nur eine militärische Frage. Prag, 17. Aug. (TU.) Im Rahmen der Pribina- feier in Neutra fand die Grundsteinlegung zu einer neuen staatlichen Bürgerschule statt, die den Namen Pribina-Schule tragen wird. Für die Regierung nahmen an dieser Feier Unterrichtsminister Dr. Derer teil, der u. a. ausführte: „Unser Staat ist kein zufälliges Gebilde, das bei nächster Gelegenheit in seine Elemente zerfallen würde. Unser Staat und seine Existenz sind in ferner glorreicher und staatsbildender Vergangenheit verankert. Wir sind kein Volk von Diplomatengnaden, wir sind ein Volk, das feinen Staat, seine Kultur und sein Christentum schon läng st hatte, noch ehe die, die ihm nun nach dem Leben trachten, von der christlichen Zivilisation eine Ahnung hatten. Für die Tschechoslowakei und die Tschechoslowaken besteht keine Revisionsfrage. Um mich ganz klar auszudrücken: Für uns ist Die Re- , Vision weder eine diplomatische noch eine wirtschaft- j liche oder politische Frage; für uns ist die Re- Vision einzig und ausschließlich eine militärische Frage. Unsere einzige Vorbereitung zur Revisionsfrage ist, daß wir bestrebt sind, unsere tschechoslowakische Armee zu vervollkommnen und zu verstärken, heute, da im Westen diel germanische Angriffslust wiederum ihr Haupt erhebt, müssen vor allem wir Tschechoslowaken daran denken, daß sich die Geschichte ! nid)1 wiederhole. Wir müssen unser tschechoslowakisches Leben so einrichten, daß keine deutschungarische Intrige unseren Staat schädigen kann." Im Juli 1932, dem entsprechenden M o - nat des Vorjahres, waren an Besitz- und Verkehrssteuern 287,9 Mill. Mark (12,6 Mill. Mark weniger als im Juli 1933), an Zöllen und Verbrauchssteuern 290,1 Mill. Mark (11,3 Mill. Mark mehr als im Juli 1933) aufgekommen. Im Juli 1933 sind mithin insgesamt 1,3 Mill. Mark mehr aufgekommen als im Juli 1932, im ganzen 578,0 Mill. Mark gebracht hatte. Fahnen heraus! Unsere Mitbürger werden hiermit dringend gebeten, anläßlich der Jeier des 120jährigen Bestehens unseres früheren Gießener Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm Rr. 116 und des mit dieser Jeier verbundenen großen Aufmarsches der Standarte 116 die Häuser m i t flaggen- schmuck zu versehen. Kein Haus sei ohne s ch w a r z w e l h r o t e und ohne Hakenkreuzflagge! Jedermann bekunde durch diesen Schmuck seine innere Verbundenheit mit der großen nationalen Veranstaltung am Samstag und Sonntag! In der Medizinischen Fakultät wird man seine still gefaßte und geprüfte, stets auf Wohlwollen begründete Meinung schwer vermissen. Wir können uns ihn nicht wegdenken aus unserem Kreise. Wir hatten an ihm einen Kameraden, einen besseren gibt es nicht! Den Studierenden galt sein Herz von je; wo er konnte, sprang er mit Rat und Tat für sie ein; nie hat wohl ein Student, mag er sich in bedrängter Lage irgendwelcher Art befunden haben, bei ihm eine Fehlbitte getan. In seiner Klinik sei, wie man mir versicherte, von ihm nie ein hartes Wort gefallen; über den einfachen Satz „Es war Wettervoraussage. Das Biskayahoch hat einen weiteren Vorstoß gemacht und über dem Festlande allgemeinen Da- rometeranstieg verursacht. Da aber noch vorwiegend westliche Winde wehen, bleibt das Wetter zunächst etwas wechselhaft und mäßig warm, wobei vereinzelt sogar geringe Niederschläge möglich sind. Mit zunehmendem Aufbau des hohen Druckes wird jedoch die Wetterlage in ruhigere Bahnen gelangen. Aussichten für Samstag: Teils wechselnd bewölkt und teils aufheiternd, mäßig warm, vereinzelt geringe Schauer. Aussichten für Sonntag: Weitere Beruhigung der Wetterlage wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 17. August: mittags 22,6 Grad Celsius, abends 17 Grad; am 18. August: morgens 17,4 Grad. Maximum 23,3 Grad, Minimum 14 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. August: abends 23,1 Grad; am 18. August: morgens 18,6 Grad Celsius. — Sonnenscheinoauer 5% Stunden. Bei sämtlichen Behörden und Dienststellen werden sofort durch die Obleute der Beamtenfachschaften Einzeichnungslisten in Umlauf gesetzt, die der ge- Holts- pp. zahlenden Kasse übermittelt werden. Allen Beamten, Angestellten usw. wird anheimgestellt, dem Ruf des Führers des deutschen Volkes zu folgen, und durch Einzeichnen ihren Opfersinn und Willen zur Mitarbeit am Neuaufbau des Stoa, tes zu bekunden. Hindenburg ehrt einen alten Kriegskameraden. Herr Leutnant a. D. Knobel, über dessen heutigen 89. Geburtstag wir in unserer Frühausgabe bereits berichteten, erhielt anläßlich dieses Tages im Auftrage des Herrn Reichspräsidenten Generalfeld, marschalls v. Hindenburg folgendes Schreiben aus der Kanzlei des Reichspräsidenten: „Sehr geehrter Herr Knobel! Zu Ihrem 89. Geburtstag, den Sie heute feiern, läßt der Herr Reichspräsident Ihnen als ehemaligen Feldzugsteilnehmer von 1864, 1866 und 1870/71 seine herzlich st en Glückwünsche nebst kameradschaftliche Grüße übermitteln. Gleichzeitig läßt der Herr Reichspräsident Ihnen aus diesem Anlaß fein Bild mit eigenhändiger Unterschrift anbei zu- gehen. Mit dem Ausdruck der vorzüglichsten hoch- achtung Unterschrift." Daten für Freitag, 18. August. 1830: Kaller Franz Joseph I. von Oesterreich, König von Ungarn, in Wien geboren (gestorben 1916); — 1870: Sieg der Deutschen bei Gravelotte- St. Privat; Schlacht bei Metz. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. VHC. Gießen: 20.30 Uhr, „Hotel hopfeld", außerordentliche Mitglieder- und Monatsversammlung. — Licht- spielhaus (Bahnhofstraße): „Die Tänzerin von Sanssouci". ♦ ** Aus dem Staatsdienst entlassen. Wie das Hessische Personalamt bekanntgibt, wurde am 3. August mit Wirkung vom 28.3uni auf Grund von § 4 des Reichsgesehes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums der Medizinalrat Dr. Adolf Schneider bei der Landes-Heil- und Pflege-Anstalt „Philippshospital" bei Goddelau- entlassen. ** Straßen sverruno. Die Polizeidirektton Gießen teilt mit: Anläßlich der 13. Herbstregatta des Lahn-Regatta-Verbandes am 27. August wird die Bootshaus st raße zwischen Bootshaus und der Unterführung an der Ederstraße am 27. August von 14 bis 19 Uhr für den Durchgangsverkehr ge- sperrt. " Spende zur Sörberung bet nationalen Arbeit. Das Lanbeskirchenamt veröffentlicht in seinem Verordnungsblatt Ar. 21 einen Erlaß bc8 Reichsfinanzministers vom 1. 3uli bett, „freiwillige Spenbe zur Förderung ber- nationalen Arbeit" mit empfehlenben Worten. Ehe jeboch bieses amtliche Schreiben bekannt würbe, haben 26 Geistliche bes evangelischen Dekanats Gießen von sich aus freiwillig beschlossen, einen monatlichen Gehaltsabzug von 1 Prozent bis auf weiteres burch die Landeskirchenkasse zur direkten Abführung an das Finanzamt für diese Spende vornehmen zu lassen. **DieAusstellungvonKriegerfried- Hofmodellen und -bildern, die anläßlich der Anloy-Feier des Infanterie-Regiments 116 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Orts- Peter Poppert. Nachruf von Georg Herzog, Direktor des Pathologischen Instituts und stcllvertt. Dekan der Med. Fakultät. Herr Geh. Medizinalrat Professor Dr. P. P o p - I pert, Direktor der Chirurgischen Klinik an der | hessischen Landes-Universität zu Gießen, ist am 15. August 1933 19 Uhr nach kurzer schwerer Krank- I heit im 74. Lebensjahre gestorben. Diese Kunde schlug in Gießen, selbst bei nahe- I stehenden Bekannten, und weit über Gießens und Hessens Grenzen hinaus überraschend ein. Jugend- I liche Frische hat den Verstorbenen immer ausgezeichnet, und man konnte ihn für einen Fünfziger halten, wenn man ihn bis vor wenigen Wochen auf seinem täglichen Gang zur Klinik elastischen Schrittes, voll Spannkraft und frohen Mutes begegnete, ihn in seiner Klinik walten ober an Sitzungen teilnehmen sah. Selbst ein geborener Hesse und echt deutsch gesinnt, war er mit dem schönen Hessenlande und den nachbarlichen preußischen Provinzen verwachsen, wie kaum ein anderer. Er hatte es in einer für den Arzt und Dozenten der Landesuniversität vorbildlichen Weise verstanden, die Verbundenheit mit Land und Bevölkerung herzustellen. Ueberall, wohin man kam, in entlegenen Dörfern des Vogelsberges, wurde man gefragt: „Wie geht es Herrn Ge- Heimrat Poppert? Ich habe in seiner Klinik gelegen, er hat mich operiert!" Voll Bewunderung und anhänglicher Siebe sprachen Männer und Frauen unseres nicht leicht zugänglichen, dafür aber Gutes und Großes um so treuer bewahrenden hessischen Volkes von seinem chirurgischen Können und seinem warmen ärztlichen Herzen. Peter Poppert war Arzt in vollem und bestem Sinne des Wortes! Er behandelte kranke Menschen, jeden so wie er es nötig hatte! Mit den notwendigen Mitteln der chirurgischen Technik und des Laboratoriums und mit gleichzeitiger Erfassung und Beeinflussung seines seelischen Zustandes! Er wachte über den einzelnen Patienten, ob hoch ober niebrig, j in gleichmäßiger Menschenliebe bis zu seiner Genesung. Das Vertrauen seiner Kranken war einem solchen Mann von vornherein sicher. Die Persönlichkeit Popperts ist ein Gegenbeweis gegen bie Anschauung, bie Schulmedizin wolle nur Laboratoriumsmediziner heranziehen und rücke ab von der Sorge um den Patienten als ganzen Menschen. Wohl dem Arzte, der solche Eigenschaften sich erhält trotz der täglich auf ihm lastenden Geschäfte und Mühen! Wenn sie sich so sichtbar und so im Vordergründe allen ärztlichen Tuns erhalten wie bei Geheimrat Poppert, dann müssen sie tief verankert sein im Charakter. Treue und Güte waren die Haupteigenschaften feines Charakters; sie waren für ihn bie Leitmotive m allen Lebenslagen, in allem seinem hanbeln! Die Regierung hat davon abgesehen, durch einen allgemeinen Gehaltsabzug der Opferwilligkeit der Beamtenschaft vorzugreifen. Ste überläßt es dem Einzelnen, vor seinem Gewissen und unter seiner Verantwortung vor Volk und Vaterland nach bestem Können zur Spende beizutragen. Bei dem hohen und dringenden Zweck der Spende wird angenommen werden können, daß sich alle Beamten und im Staatsdienst beschäftigten Personen zu einem fort- laufenden Abzug an ihren Bezügen auf eine Anzahl von Monaten entschließen. In den bevorstehen- den Wintermonaten wird der Kampf gegen die Ar- Zu dieser Hebung stellt jeder Sturm eine Mannschaft, die aus 4 Mann einschließlich Führer besteht, iöet Start erfolgt auf dem Sportplatz der SpVgg. 1900, mit einem Zeitunterschied von 1 Minute für Zwei politische Borde aufflctlä'rf Die Täter legen volles Geständnis ab. Berlin. 18. Aug. (ERB.) Der ES. in Landsberg a. d. W. ist es gelungen, zwei politische Morde aufzudecken, die 1931 die ganze Ostmark in Aufregung versetzt haben. Am zweiten Psingstseiertag 1931 wurde der 17jährige Hitler-Junge Gerhard Liebsch in Dühringshos (Ostmark) aus viehische Art von Kommuni st en ermordet. Durch systematische Arbeit gelang es nun der SS. d i e Mörder Gustav Rudolf und Erich Rudolf restlos zu überführen. Die Täter sowohl als auch die Komplizen haben ein volles Geständnis abgelegt. Gustav Rudolf stach den ahnungslosen Hitler-Jungen von hinten mit einem langen Dolchmesser nieder, worauf der Bruder des Mörders hinzusprang und auf dem am Boden liegenden Hitler-Zungen so lange mit den Füßen herumtrampelte, bis alles Leben erloschen war. Der zweite Morbfall trug sich am 20. September 1931 in Meseritz (Grenzmark) zu. Dort mürben bei einem SA.-Aufmarsch aus einem kommunistischen hause mehrere Schüsse auf bie S A. abgegeben, wobei ber SA.-Scharsührer , Seiblitz aus Schwiebus sterbend zusammenbrach. | Sämtliche beteiligten Personen haben jetzt ein volles Geständnis abgelegt. Danach hat sich diese Tat als ein systematisch vorbereiteter UeberfaU feststellen lassen. Den tödlichen Schuß auf den SA.-Scharführer gab ber Kommunist Fritz Wittchen ab. Auch bie Ausdeckuna eines brüten Falles gelang ber SS. in biefen Tagen. Im Jahre 1931 würbe in ber Nähe von Z i e l e n z i g der Dberlanb« jägermeister Marienseld von Kommunisten beschossen. hierbei würbe ber Oberlandjägermeister nicht getroffen, sein Pferd aber schwer verwundet. Die Tat hat nunmehr derselbe Mörder Wittch en eingeftanben, ber seinerzeit ben löblichen Schuß auf ben SA.-Scharführer Seidlitz abgab. Oie Bewegung der Reichssteuer- einnahmen. Berlin, 17. Aug. (WTB.) Die Einnahmen des Reiches im Monat Juli 1933 betrugen bei ben Besitz- unb Verkehrssteuern 300,5 Mill. Mark, bei ben Zollen unb Verbrauchssteuern 278,8 Mill. Mark, zusammen 579,3 Mill. Mark. Im Juli waren vierteljährliche Vorauszahlungen auf bie Umsatzsteuer ber Betriebe mit einem steuerpflichtigen Jahresumsatz von nicht mehr als 20 000 Mark sowie bie Zölle aus ben vierteljährlichen Zollagerabrechnungen zu entrichten. hohes Glück fanb Geheimrat Poppert im Kreise seiner Familie. Wie glänzten seine Augen, brückten seine Gesichtszüge inniges Beglücktfein unb bantbare Zusriebenheit aus, wenn er von Frau unb Kinbern sprach! Wie freute er sich, von ihnen Sorgen unb Mühen bes Alltags abhalten zu können! Unb als bie löbliche Krankheit, beren Schwere er selbst wohl erkannte, ihn ergriff, war er bemüht, feiner Familie bie quälenbe Erkenntnis zu ersparen. „Ich bin nur froh, baß meine Angehörigen unb meine Frau über ben Ernst meiner Lage nicht informiert finb", waren seine Worte zu einem Freund in ben letzten Tagen. Dieser Ausklang in Liebe unb ®üte zeigt uns Peter Poppert gleichzeitig als einen innerlich starken Menschen, ber seine Person immer Beamtenschaft und Spende zur Förderung der nationalen Arbeit. Staatssekretär Jung hat an alle hessischen Staatsbehörden folgenbes Ausschreiben über bie Spende zur Förderung der nationalen Arbeit erlassen: Der Kanzler des deutschen Volkes, Adolf Hit- l e r, hat zu einer Spende zur Förderung ber nationalen Arbeit aufgerufen, um auch auf btefem Wege unseren arbeitslosen Mitbrübern unb -schwestern roieber Arbeit unb Brot zu schaffen. Es ist Pflicht aller noch in Arbeit stehenden Deutschen, sich nach bestem Können an dem Kamps gegen die Arbeite lofigteit zu beteiligen. Die Beamtenschaft als Träger des Staates muß hierbei an ber Spitze marschieren. unb überall hintangesetzt hatte, zeigt uns in ihm ein echt ärztliches heroentum. Alle, bie ihn kannten, werben Herrn Geheimrat Poppert als Menschen von nie ermübenber Arbeits- kraft unb höchstem Pflichtbewußtem, von äußerster Zuverlässigkeit, voll reiner Menschenliebe und wah- rer Liebenswürdigkeit, als vorbildlichen Arzt in treuem Gedächtnis behalten, seine Kranken, seine Freunde, die Aerzte, die ihn zur Beratung baten, seine Studierenden und Assistenten und nicht zuletzt wir Mitglieder der Medizinischen Fakultät! Er war wohl einer der wenigen, Die in ihrem ganzen Leben nie einen Feind hatten. Gerade die Turnvereine auf dem Land spielen aber einen ausgezeichneten Handball, so daß mit einer wurfkräftigen Mannschaft gerechnet werden muß. Der Sturmbann 11/116 nimmt seine Spieler fast ausschließlich aus den Handballmannschaften ber Stürme 11 und 19, die über ein gutes Spielmaterial verfügen und auch in Wettkämpfen mit ber Spiel- Vereinigung 1900 und dem Bataillon bie nötige Erfahrung gesammelt haben. Wir erwarten deshalb den Sturmbann 11/116 mit einem geringen Tor- unterschied in Front. Im Anschluß an das Handballspiel zeigt ber Motorsturm ber SA. motorsporttiche Vorführungen, bie sicherlich viel Interesse bei ben Zuschauern fin« ben werben. Der Motvrsturm wirb ben Beweis erbringen, baß er in ber verhältnismäßig kurzen Zeit feines Bestehens eifrig gearbeitet hat unb sowohl im Schnelligkeitsfahren, als auch im Geschicklichkeits- fahren allen Ansprüchen gerecht werben wird. Im Einzelwettkamps finbet Johann ein 100-Meter-Laufmit Gasmaske im Dienstanzug unb ein Weüwurs statt. Für jebe biefer Hebungen stellt jeher Sturm einen Mann. Um unnötige Zwischenläufe zu oermeiben, kommen bie 6 Zeitbesten in ben Enblauf. Beim Weitwurf hat jeher Teilnehmer brei Würfe, ber weiteste wirb gewertet. Auch hier läßt sich eine Voraussage nicht treffen. Die Feststellung bes Siegers dürfte wesentlich davon abhängen, wie sich die Leichtathleten mit ben gestellten neuen Bebingungen abfinben. Besoicheren Reiz versprechen bie beiden letzten Nummern ber Veranstaltung. Der Reitersturm wirb reitsportliche Darbietungen oorsühren, bie bartun werben, baß auch auf diesem - Gebiet bie SÄ^ langsam an Boden gewinnt. Es ist zu hoffen, baß (rotz ber gerabe jetzt im Gang befinb- lichen Grntearbeiten eine stattliche Anzahl SA.» Reiter erscheinen werben. Von befonberem Interesse ist enblich für alle bie Vorführung „Alte Gruppe" und „Reue Gruppe". Mit der technischen Durchführung unb Leitung der Wettkämpfe ist der Vorsitzende der Spielvereinigung 1900, Pg. Dr. Guyot, beauftragt, bem erfahrene Mitarbeiter zur Seite stehen, so daß mit einer reibungslosen unb pünktlichen Abwicklung der Wettkämpfe gerechnet werden kann. Zielgericht unb Schiedsgericht: 6 t anbar* tenabjutant Münker, Sturmbannführer Dender, Pg. Dr. G u h o t. Wie das Programm erkennen läßt, verspricht das Sportfest der SA. der Standarte 116 ein besonderes Ereignis zu werden, das in seiner Vielgestaltigkeit einen lebendigen Ausdruck von dem Geist und der Ausbildu.'g der SA. vermitteln wird. jebe Mannschaft. Die Marschroute geht durch bie Kaiserallee, Moltkestraße, Hitler-Wall, Marburger Straße, Wieseck, Alten-Buseck, Großen-Buseck, Räd- gen unb 1 Runde auf bem Sportplatz ber Spielvereinigung 1900. Gewertet werben nur bie Mannschaften, bie geschlossen burch bas Ziel gehen. Heber bie Siegesaussichten ber einzelnen Stürme läßt sich eine genaue Voraussage nicht machen, da ein vergleichbarer Maßstab nicht oorliegt unb bie einzelnen Marschleistungen zu wenig bekannt sind. Vielleicht ist ber Sturm 11 in ber Lage, seinen Sieg beim 10- Kilorneter-Gepäckrnarsch beim Abenbsportsest ber Spieloereinigung 1900 zu wieberholen. Auf alle Fälle finb bei Den vielen Mannschaften unb bem ausgeglichenen Material spannenbe Kämpfe unb gute Zeiten zu erwarten. — An zweiter Stelle steht ein Heerschau sein, sollen darüber Zeugnis ablegen, daß Kamps und Sport zusammengehören, so wie es der Reichssportführer v. Tschammer» — r,------ ™ .... .......... ^u9 , O st e n bei Uebernahme seines Amtes ausgedrückt nicht richtig" ging fein Tadel nie hinaus. Er hing °/6 monatlich Hniversitats-Klinik. Ehrenvolle Rufe lehnte er ab. „ „ 400 „ l°/0 In eisernem Pflichtbewußtsein unb leidenschaftlicher " " 600 " " " 1%°IO " Hingabe an fein Fach hat Poppert bie Chirurgische „ „ 800 „ * * 2°/0 Klinik auf ihre heutige Hohe geführt unb ihr 1907 über 800 „ 3®/0 Einern totalen Neubau vorbildliche Räume ge- gelten. Der Einzeichnung höherer Beträge steht schaffen. Poppert war kein kaltblütiger, harter Chi- selbstverständlich nichts im Wege, rurg. Er war weichsten Gemütes und deshalb viel- 1 leicht gerade ein so subtil arbeitender, ausgezeichne- ter Operateur. In der Heberschrift „Vulnerando ^dienst entlohn. eti7‘ ÄS ?om A-Ouiü ^echSgesehe- zur ®ie. Beamtentums der M, ch n e i d e r bei der Lan« Anstalt „Philippshospj,^ uno. Die PolWttktton chderlZherbsireMa des L7. August wird die Zwischen Bootshaus und Tderstrch am N. August den Durchgangsverkehr ge- Äderung der nativ« s Landestirchenamt Der« Verordnungsblatt Olt. 21 inanzministers Doml.3ull ^de zur Förderung der- i empfehlenden Dorten, ltliche Schreiben bekannt che des evangelischen De« i aus freitoillig be« ichen Gehaltsabzug von eres Lurch hie Landes« Qlbfüljiung an t>aä A« e botneljmen ju laffen von Krieger^ied. lilbtrn, b\t anMich 116 vom ie^gräder^rsorge, Orts« 'Sie.,,, S'jSt-Ä -L ft JüujS x-,A * "l unserer Heu. Jrr Knobel, ^urtstag, L c. ^e'4sptQ(jh.n(le 3eu*e ^^'lnchm 7 ? = -ir%r*" 1864, BW» M- ^iSt1 4'*« * fes otizen. WZZ ubflrte116 aus dem Land spielen aber andball, so dah mit einer jt gerechnet werden muß. nimmt seine Spiel« säst chandballmannschasten der her ein gutes Sptelrnaierial Zeltkärnpsen mit der spiel« m Bataillon die notige Eren, Wir erwarten de-M mit einem geringen xor- handballspiel zeigt der Wo« > Vorführungen. "Ä x »»ME g,5 •»« »to •tflampf _ . ,^r,ßaufmit®a* B'S= M- XS'«win’wn , <, beiden letzte" gflr «**'■* DfltbleW"ä«n -bSss? It" “n> » teil* Uf»ie!' 1Ä «-'K W"; L , iff1ten laK.Ä be* gruppe Gießen, und vom Verein der Offiziere des Ins.«Rgt. 116 im Logengebäude Sartenstratze 1 oer« anstoltet wird, sei noch einmal der allgemeinen Aufmerksamkeit empfohlen. (Siehe heutige Anzeige.) •• Sonntagsrückfahrkarten zur ftöl* ner Herbstmesse. Anläßlich der Kölner Herbst« messe werden, ohne daß die Vorlage von Ausweisen erforderlich ist, von allen Bahnhäfen im Umkreis von 150 Kilometer von Köln und von den Bahn» Höfen Frankfurt a. M. und Gießen Sonntags« rückfahrkarten nach Köln für folgende Tage und mit folgender Geltungsdauer ausaegeben: a) vom 16. Sept bis zum 19. Sept. H i n fahrt vom 16. Sept. 0 Uhr bis 19. Sept. 24 Uhr: Ruck fahrt vom 16. Das Los zu einer Mark. Der Glaube kann Berge versehen, Mahre volkesliebe — kann Arbeit schaffen. Darum nimm ein Arbeitsbeschoffungslosk Sept. 12 Uhr bis 19. Sept. 24 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt); b) am 21. Sept, mit eintägiger Geltungsdauer von 0 Uhr bis 24 Uhr (spätester An« tritt der Rückfahrt); c) am 23. und 24. Sept, sowie am 30. Sept, und 1. Okt. (Samstage und Sonntage), Hinfahrt jeweils vom Samstag 0 Uhr bis zum folgenden Tag (Sonntag) 24 Uhr (Beendigung der Hinfahrt), Rück fahrt jeweils vom Samstag 12 Uhr bis zum Montag 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Am 18. Sept. (Montag) nach 12 Uhr, am 19. Sept, und am 21. Sept, sind die Sonntags« rückfahrkarten nur dann zur Rückfahrt gültig, wenn sie auf der Rückseite von der Messe.- und Ausstel« lungs-GmbH. Köln im Ausstellungsgebäude abge« stempelt worden sind. ** Gute Nachbarschaft. Man bittet unS um die Ausnahme folgender Zeilen: Die Garten- besiher und Pächter der Sackgasse 3, am 2laf>- rungsberg, fanden sich am Sonntag zu einem kleinen Gartenfest zusammen. OberPostschafsner i. R. Biedenkopf begrüßte und dankte den zahlreich Erschienenen für ihre Opferfveudigkeit, durch welche die Veranstaltung bewerkstelligt werden konnte. Nachdem an der von Kollege S ch a a b mit herrlichem Blumenflor geschmückten Tafel sich alle Gäste gelabt hatten, ergriff Obertelegraphensekretär Reitz bas Wort zu einer zündenden Ansprache, in der er u. a. zum Ausdruck brachte: Wie kommt eS, daß die sonst so freudlosen Menschen in engster Nachbarschaft arbeiten, ohne auch nur den anderen zu sehen, nun wieder freudig in die Zukunft blicken? Der wieder erwachte Glaube zu unserem Führer Adolf Hitler schuf dieses Wunder. Der Dolks^anzler, der in nie erlahmender ArbeitSlreudigkeit Tag und Nacht nur für das Wohl sein S Volkes und Vaterlandes denkt und handelt, führte auch uns wieder zusammen und läßt unS wieder froh in die Zukunft blicken. Sein Sieg-Heil galt dem Kanzler Adolf Hit - l e r und dem greisen Feldmarschall v. Hindenburg. Aus der Festwiese entwickelte sich ein frohes Treiben von Jung und Alt. Selbst die Dechzigjährigen wetteiferten im Dauerlauf und Tanz um die riesigen Schneider-Müller-Brezeln. Bei einem erfrischenden Trünke blieben die Frvh- geftimmten bis zum Abmarsch des Lampionzuges zusammen. Möge gleicher Geist in Zukunft bei allen Schrebergärtnern einziehen, wie in der Sackgasse 3, am Nahrungsberg. Oberhessen. prominenter Besuch in Bad Aaubeim. Bad-Nauheim, 16. Aug. (WSN.) Feldmar- schall Viscount A l l e n b y, der Oberbefehlshaber Der englischen Palästina-Armee im Weltkrieg, ist in Bad Nauheim eingetrosfen und hat im Hotel „Kaiserhof" Wohnung genommen. Kunde aus der Bronzezeit Friedberg, 17. Aug^ (WSN.) Bei Ausgrabungen in dem Städtchen Reichelsheim in der Wettcrau wurden zwei Gräber freigelegt, die nach den Vorgefundenen Beigaben — einen in Bronze gefaßten Knochenkamm und zwei zierliche Dronzenadeln — aus der Zeit um 1500 v. Chr stammen dürsten. Lanvkrcis (fließen. * Heuchelheim, 17. Aug. Bei der hiesigen Wahl zum Dekonatstag Gießen wurden gewählt: als Mitglied Büraermeister und Kirchen- Vorsteher Friedrich Karl R l n n und als Stellvertreter Zugschaffner i. R. und Kirchcnvorsteher Jo- Hannes Jung. z Großen-Linden, 17 Aug. Hier wurde in der Gastwirtschaft von Schaum eine Milch- absaggenosjensch aff gegründet. Ortsgruppenfachberater Wilhelm Magnus gab einige Erläuterungen über Ziele und Zweck der Genossenschaft. Als Direktor wurde der Landwirt Wilhelm Magnus bestimmt, als Rechner Hch. H o ß b a ch , 1 Borsitzender des Aufsichtsrates wurde Phil. F a - der, Beisitzer Hch. Weiß, Phil. Keßler, Hch. Faber und Karl Schupp. 32 Mitglieder sind bis jetzt der Genossenschaft beigetreten. — Gestern er eignete sich hier ein schwerer U n g l ü ck s f a l l. Die 81jährige Frau Luise Weinandt, die trotz ihres hohen Alters vom Aehrenlesen kam, wurde beim Ueberqueren der Frankfurter Straße von einem aus Klein-Linden stammenden Motorradfahrer über fahren. Sie trug außer einer leichten Gehirnerschütterung einen Beinbruch davon. Die Bedauernswerte mußte vom Roten Kreuz nach Gießen in die Klinik übergeführt werden. < Watzenborn-Steinberg, 17. Aug. In der Gemeinderatsitzung wurde für den in den Ruhestand getretenen Polizeidiener Ioh. Fett, der zirka 35 Jahre in der hiesigen Gemeinde tätig gewesen ist, der Sattler Wilhelm Philipp zum Polizeidiener gewählt Für den ebenfalls in den Ruhestand getretenen Faselwärter Karl Gilbert wurde Theo« dort Philipp gewählt, der auch noch als Wiesenwärter Beschäftigung finden soll. Beide sind lang- jährige Kämpfer der NSDAP. ' Lollar, 18. Aug. Zn der Nähe unseres Ortes verunglückte gestern der 20 3ahre alte Arbeiter Willi Heckel aus Wetzlar durch Sturz mit dem Fahrrad schwer. Der bedauernswerte junge Mann muhte nach erster ärztlicher Hilfeleistung mit schweren Kopfverletzungen der Chirurgischen Klinik in Giehen zugeführt werden. * A l l e n d o r f a. d. L d a., 18. Aug. Beim E i n- fahren von Frucht stürzte gestern mittag der 51 Jahre alte Metzger Ludwig Putz von hier von dem Wagen herab. Der bedauernswerte Mann zog sich bei dem Sturz schwere Schädelverletzungen zu, die seine Einlieferung in die Chirurgische Klinik in Gießen erforderlich machten. .(treu VI leie io. ll. Nieder-Ohmen, 17. Aug. Am Sonntag fand die Gleichschaltung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr statt. Durch Beauftragung von Bürgermeister Carle nahm Ortsgruppenführer Erb der NSDAP, die Gleichschaltung vor. Es mürben ernannt: 1. Brandmeister G. Kaiser, 2. Brandmeister Otto Erb, Schriftführer H. Troll er, Rechner Otto Becker. Vorstandsmitglieder Adam R e i tz, Friedrich Becker und Friedrich Katz. Zu Führern der großen Spritze wurden Willi Rapp und Kamerad Carle bestimmt. Der seitherige 2. Hauptmann H. Grün V. wurde zum Ehren- brandmeister ernannt. Mit dem Gesang des Horst- Wessel-Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß. 5t C r b e n h a u s e n, 17. Aug. Zn unserer Gemeinde wurde eine Milchabsah-Genossen- Zum Schluß hatten sich zwei alte Manner, 73- jährig und 63jährig, aus M i ch e I st a d t im Oben- wald wegen Verbreitung von Greuel- nachrichten zu verantworten. Der eine hatte beim Vorbeigehen von Leuten irgendetwas gehört und es dem anderen weitererzähtt, der es bann seinerseits weitergab. Der erstere wurde f r e i gesprochen, da Das, was er weitererzählt hatte, nicht strafbar ist. Der zweite wurde wegen fahrlässiger Verächtlichmachung der Regierung zu 2 0 Mark Geldstrafe verurteilt, da er unbescholten ist. Beide erhielten eine eindringliche Warnung, in Zukunft Len Mund zu halten. Wirtschaft. Frankfurter Börse: Aktien etwas freundlicher. Frankfurt a. M., 18. Aug. (WTB.-Drahtmel- düng.) Die Börse verharrte weiter in Der seit cini- §cr Zeit gewohnten Stagnation. Nach wie vor lagen ei den Banken nur ganz wenige Aufträge aus Der Kundschaft vor und auch die Kulisse zeigte wenig Lust zu irgendwelchen Unternehmungen, ric Stimmung war allerdings als freundlich zu bezeichnen, was mit der gebesserten Verfassung Wallstreets zu- sammenhängen dürfte. Auch die Meldung über die Bewilligung neuer Mitel durch die Dcffa für das 2lrbeitsbefd)affungsprogramm machte guten Eindruck. So konnte man überwiegend Besserungen b i s zu 0,50 Prozent feststellen. Besonders der Montanmarkt war erneut freundlicher. Stahlverein lagen 0,40 Prozent, Buderus, Harpener, Mannesmann und Phönix ca. 0,50, Klöckner sogar 1,50 Prozent fester. Von Elektro- werten fielen Schuckert durch einen Verlust von 1,50 auf, Rheinische Elektro Mannheim lagen 0,25 Prozent und AEG. 0,13 Prozent gebessert. Auch IG. waren gut behauptet, ebenso Deutsche Erdöl, während Scheideanstalt 0,25 Prozent nachgaben. Don Derkehrsaktien lagen Hapag 0,40 Pro« zent, Verkehrswesen 0,50 Prozent hoher. Conti- gummi waren durch einen Gewinn von 1,25 Pro- zent bemerkenswert. Aku lagen 0,40 Prozent erholt, Neichsbankanteile gehalten, anderseits Zement Hei- belbcrg 0,25 Prozent gedrückt. Am Rentenmarkt bestand für Reichsanleihen kleine Abgabenneigung, Neudesitz eröffneten unverändert, gaben aber bald 15 Pfennig nach. Attdesitz tarnen 0,25 Prozent unter gestern abend zur Notiz und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen gleichfalls 0,25 Prozent niedriger. 3m Verlaufe waren Altbesih wie Schulbbücher je weitere zirka 0,25 Prozent gebrückt. Dagegen waren Schutzgebiete anfangs etwas gesucht unb eine Kleinigkeit höher. Staats- nmb (Stabtanleihen lagen vollkommen geschäftslos. Don 3n» bustrieobligationen notierten Stahlver- einbonbs behauptet, Reichsbahnvorzugsaktien 0,13 Prozent freundlicher. Auslanbsren- ten waren teilweise gebeff er t; fo erschienen Anatolier 0,25 unb Vagbabbahn I unb II mit Plus-Plus-Zeichen. Auch Zprozentige Rumänen konnten sich um 0,75 Prozent erholen. Der Pfandbriefmarkt lag eine Kleinigkeit freunblicher, Liquibationspfanbbriefe unb ein Teil der Goldpsandbriefe allerdings unverändert. 3m Verlaufe zeigte der Aktienmarkt ein nicht ganz einheitliches Vilb, obwohl weiterhin Kursgewinne überwogen. So notierten am Montanmarkt Gelsenkirchen 0,50 Prozent, Rheinstahl 0,25 Prozent höher, währenb Mansselber 0,40 Prozent nachgaben. Akkumulatoren Verlin konnten sich um 0,75 Prozent verbessern. Tagesgelb war <\50 Prozent niedriger unb stellte sich auf 3 Prozent. schäft gegründet, der sofort etwa 20 Landwirte als Mitglieder beitraten. Zum Vorsitzenden wurde Landwirt Karl Lanz gewählt. Dieser bildete den weiteren Vorstand aus folgenden Herren: Landwirt Heinrich Engel II., Rechner; Landwirt August Fleischhauer, Veisitzer. Dem Aufsichtsrat gehören an: Karl Neeb, Georg Jakobi und Heinrich Walther. Mrcid Lauterbach. Lauterbach, 17. Aug. 3n letzter Zeit haben sich in unserer Gemarkung die F e l d - dieb stähle in erschreckender Weife vermehrt. Die Dürgermeisterei hat sich daher gezwungen gesehen, das "Betreten ber Felder nach Einbruch ber Dunkelheit z u verbieten. Zuwiderhandlungen sind mit De- ftrafung bedroht. Ein Schwindler in Gendarmei ieunisorm. Darmstadt, 17. Aug. (WSN.) Wegen Urkundenfälschung, Bettuas und unberechtigten Uniform- tragens wurde der o^jähriae Metzger, genannt Max Beller aus Buchau, hier fe ft genommen. Beller hatte sich selbst zum Ulanenleutnant gemacht und seine gutgläubige Braut damit ge« täuscht. Dann hat er sich eine Gendarmerieuniform Herstellen lassen, um damit im Dors seiner Angebeteten zu imponieren. Er hatte aber übersehen, daß die Gendarmerie in Hessen keine Sporen trägt und auf diese war er besonders ld)arf. Als er nun mit klirrenden Sporen in Sandbach im Odenwald erschien, fiel es dort einem Sachkundiaen auf, daß der Freiersmann Sporen anhatte. Das gab ihm zu denken, und er benachrichtigte die Polizei, die sich den Pseudo- gendarmen genauer ansah. Da kam der Schwindel ans Tageslicht. Außerdem hat sich der Herr „Gen« barm" auch Betrügereien und noch anderes zu Schulden kommen lassen, so daß er jetzt einer nicht unbeträchtlichen Strafe entgegensieht. SA.-Mann überfallen und lebensgefährlich verletzt. Hochheim a. M., 17. Aua. (WSN.) 3n ber Nacht zum Donnerstag wurde hier in ber Anlage am Weiher ein SA-Mann aus dem Hinterhalt überfallen unb lebensgefährlich verletzt. Der Regierungspräsident in Wiesbaden hat für die Ergreifung des oder der Täter bzw. für Angaben, die zu ihrer Lieberführung dienen können, eine Belohnung von 50) Mk. ausgesetzt. Eine Anzahl staatsfeindlicher Personen wurde in Hast genommen. Kreis Ziegenhain frei von Wohlfahrtserwerbslosen. WSN. Ziegenhain, 17. Aug. Wie das Landratsamt des Kreises Ziegenhain mitteilt, ist der Kreisab Sonntag, 20. August, frei von W o h I- fahrtserwerbslosen. Darmstädter Gondergencht Darmftabt, 16. August. (WSN.) Dor dem Sondergericht stand am Mittwoch ein junger Mann aus Wiesbaden, der schon einmal we» gen Verbreitung von Greuelmärchen sich vor dem Sondergericht zu verantworten hatte. Im Gefängnis hat er einem Mitgefangenen einen boshaften Witz erzählt, der eine schwere Beleidigung ber SA. und SS. darstellt. Der Mitgefangene hat ihn angezeigt. Da der Angeklagte selbst zugab, den Witz erzählt zu haben, wurde er infolge seiner Vorstrafe zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Drechsler aus König im Odenwald, der im dortigen Kurhaus die Männer der Regierung be« leibigt haben soll, mürbe freigesprochen, ba sich ergab, baß sein Ausspruch sich auf anbere Verhältnisse bezog. Ein Arbeitsloser erhielt sechs Monate Gefängnis, weil er sich eine Waffe ohne Was« fenschein besorgt hatte unb diese nicht ablieferte. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bi, 12.30 Uhr, 16 bl, 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Sonnenbrand^natervCreme Fachingen MAN BEF RAGE - DEN-HAU SA HEILEN D • VO RBEUG END - LINDERND-ERFRISCHEND %u H a u sti* i n K-Ku ren | Emst pietsch £ma pietsch, geb. Wolf Vermählte M|)osl-6e*tolttlirl Sonntag, den 20. August 6u4d mit Aufenthalten in Laasphe (Schloß Wittgenstein), Biedenkopf und Marburg (Besichtigung: Elisabethenkirche 25, Schloß 15 Pf J. Abf. 8 Uhr Hauptpost. Fahrkarte ra 4 HM. Schalter B, Hauptpost. Gießen (Bahnhofstraße 66), den 19. August 1933 83 Statt Karten! Karl Weber Anna Weber, geb. Wirth zeigen ihre Vermählung an Gießen (sicher Straße 7), den 19. August 1933 ............. -4^2° Bücher für den Naturfreund und für den Wanderer Waldweben. Die Lebensgetn einschift des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pfianzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u. aufschlußreichem Elnführungstext von K. Gerhard und O. Wolff.............Oanzleinenband RM. 4.80 Umgang mit Mutter Grün. Sünden- u. Sittenbuch von w.S'hoetuchen. Bro«ch. RM.3.—, geb. RM.4.— Die deutsche Landschaft Von E.L.Schellenberg. Brosch.RM.2.-,geb.RM.3 — Hugo BermOhlerVerlag • Bln-Llchterfelde IIIIIIIIU1IUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIII1IIIIIIIIIII1I1IIII1 | Verkäufe Wegen Umzug bill. ) verkauf.: Küchen- ichrank mit Tisch und Brett, Bett mit Matratze. Lviegel, ovaler Tisch, Sofa, Schrank zwei Gasherde m. Tisch und Nachtschrank o«,„ Zu erfragen m der Geschäftsstelle des GießenerAnzeigers. Große Wäsche Das kostet wieder viel Schweiß. Und besonders Im Sommer. Mit einer Waschmaschine ersparen Sie sich viel Arbeit. Und Sie schonen auch IhreWäsche damit Lassen Sie sich auch sagen, wie billig das Wäschewaschen in der Waschmaschine ist, bei J.B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen, Rui2146 2146 4865 4 fitlegemetein (Wen Samstag, den IstLlugust 1933 17.15 Uhr: Antreten Oswaldsgarten zur Anloyfeier Orden und Abzeichen anlegen. Sonntag, den 20. August, 16 Uhr: Militär-Konzert au? der „Liebiaöböhe ' Eintritt frei I moD Ter Vorstand. Original Lembkes Winter-Raps Winter-Rübsen (Wintersamen) Luzerne, ungarische, seidefrei Incarnatklee, seidefrei Italienisches und westerwoldlsches Raygras Wintererbsen, Winterwicken empfiehlt 5114 a preiswert und zuverlässig Bahnhofstraße ♦ Tel. 3403 Führendes Unternehmen der kosmetisch, für Cllesten^' Bezivksletter Kamm., Venreter oder abgeb. Beamter. Verlangt wird: Verkaufst al ent, kvleitz u. Ausdauer, tadellose Bergangenbeit u. geordn. Verhältnisse, Branchekenntn. nicht eriordl., da der Artikel von ledem gekauft wird. Für Auslieferungslager und Jnkasto Mk. 300.— erforderlich. Geboten wird: Lebenseristenz mit hoben Berdienstmögllchkeiten. simv Ausführliche Angebote erb. unt. U 8565 an Äunouceuluaqer, Frankfurt a. Mai«. Olflp Afhmoino besonders auch tzrüntztiche, 3urüchgebliebene unb wiche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOLxs mengen. Verlangen Sie nur echtes Rasiol in Orlgmalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: (Engel- apotfiehe Gießen. Zu haben in allen Apotheken. fK Betten Sdilifzlm, Pol-ter, SlAhl- mALr jm jeden, Talz. Kju.fr. EleenmflttiübdM BuhlftU. Leupin Creme und Seife vorzügliches Hautpflegemittel, seit Jahren glänzend bewährt bei Flßchtßjucken Ausschlag, Krätze, Hä- morrhoidcn, Beinschäd , Wundsein u»w. 1574 V Löwen Drog. W.KHbinger Macht, Seltersweg 79a; Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10 ; Kreuz-Drogerie A. Moll, Bahnhofstr. 53; Med.-Drogerie H. Eigen, Seltersweg 68a. t Lastwagen zu verkaufen. Angebote an Schließ- tack 218 Gießen^«»» Sehahmacb.-Eeparat. Maschine, Singer, tadel., m.G.M.65. abzug. Aaterweg U. Sommerstoffe Jeder Meter Pfennig Gießen Salomon Schulstr. 4 Seidenleinen mod. Muster, 70 cm br. K’seid. Beiderwand Indanthren, 70 cm breit K’seid. Waschstoffe in vielen Mustern und Farben.............. Streifen-Bouclfl indanthren, besonders für Hauskleider...... Waschcröpe entzückende Muster für leichte Kleider u.Blusen sehr billig! 5165 A Wir bringen unter anderem aufTischen zum Aussuchen Das Wunder -er Magussi Weiser Vornan von Fr. Lehne. Urheberschutz durch C. Ackermann, Stuttgart. 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten! In Gedanken ließ Magussi den verflossenen Abend nochmals an sich vorüberziehen. Behaglich dehnte sie sich in dem breiten, niedrigen Bett-, die zarten, weißen Arme hatte sie unter dem blonden Kopf verschlungen, und verträumt blickten die großen Augen in das Grün des Parkes, dessen Bäume sich im Morgenwinde leise regten. Die Balkontür stand offen, und ungehindert flutete das Sonnengold in den Raum. Heute gönnte sie sich noch eine Stunde der Träumerei, obwohl sie durch den Gatten zur Frühaufsteherin geworden war. Denn sie hatte bald gemerkt, welche große Freude es ihm machte, wenn sie ihn des Msr-c^s am Frühstückstisch erwartete und ihn bediente. Und warum sollte sie dem aufmerksamen, zartfühlenden Mann das kleine Opfer des Frühaufstehens nicht bringen? Im Grunde genommen war es gar kein Opfer — denn wie köstlich war diese Morgenstunde, welch reichen Gewinn trug sie in sich! Und was vorher Ueberwindung gekostet hatte, war jetzt liebe Gewohnheit geworden. Eduard hatte ihr heute zugeredet, sich noch ein wenig auszuruhen von den Anstrengungen und Aufregungen des vergangenen Abends. Er stand vor ihrem Bett und sah mtt zärtlicher Liebe zu ihr herab. „Für mich waren die Anstrengungen kaum minder groß als für dich", lächelte er, „mir tun die Hände noch weh von dem vielen Händedrücken. Und mit welcher Bewunderung hat man von dir gesprochen! Wie liebenswürdig war die Fürstin! Allgemein beneidet man uns darum. Und weißt du, wer am meisten? Und nicht im schönen Sinn? Deine Freundin Lilo — sie hat mir gar nicht gefallen!" „Mir auch nicht, Eduard! Sie ist lange nicht mehr die alte; voller Neid und Mißgunst steckt sie, — ich werde sehr vorsichtig gegen sie sein." Magussi hielt die wundervollen Rosen sinnend in der Hand, die der Gatte ihr auf die seidene Decke gelegt. „Von mir sind sie nicht, Liebe! Als Morgengruß wurden sie dir soeben gesandt ohne Karte! — Vielleicht von einem Verehrer!" scherzte er gut gelaunt. Wer mochte wohl der Spender fein? dachte sie, vielleicht Kurt von Langen oder der Kapellmeister? „Brauchst auf niemanden eifersüchtig zu sein, Eduard. Ich weiß doch, wie ich alle die Huldigungen und schönen Worte zu nehmen habe. Ich bin nicht Lilo. Mir imponiert keiner!" Sprach sie so ganz die Warheit? Einer imponierte ihr doch — Bruno Halling! Wie hinreißend hatte er gestern abend Chopin gespielt, ganz abgesehen von seiner weichen, anschmiegenden und dennoch führenden Liederbegleitung! Eduard faßte ihre weiße Hand, die mit den Blumen spielte. „Brauche ich wirklich auf niemanden eifersüchtig zu sein?" Er neigte sich zu ihr, ihren Blick suchend. „Nein, du Lieber! Was ich damals sagte, gilt heute noch. Mein ganzes Interesse gehört der Kunst! — Wenn ich singen darf, lebe ich —" „Und ich lebe, wenn ich dich lieben darf, Magussi! Hast du noch immer nicht gelernt, mich auch ein bißchen lieb zu haben?" Bittende Erwartung, leise Trauer klangen aus seiner Frage. ,Za, ich hab^s gelernt, ich habe dich auch lieb, Eduard, und bin dir so dankbar, — du bist so gut." Sie richtete sich ein wenig im Bett hoch, schlug ihre Arme um seinen Hals und schmiegte ihre Wange an die seine. Gut sein und dankbar fein! — Ach, genügte das seinem übervollen Herzen? Aber er war bescheiden; Denn ihre freiwilligen Liebkosungen waren so selten, daß ihn die geringste Zärtlichkeit schon beglückte. Er suchte ihren Mund und küßte die weichen, rosigen Lippen. „Ich habe dich lieb, Eduard!" hatte sie gesagt. Noch nie hatte er das von ihr gehört. Und wenn sie das sagte, war es auch so — sie log nicht. Wie sehr litt er, der heiß empfindende Mann, unter ihrer Kühle! Schmerzlich vermißte er ihr Entgegenkommen; immer war sie ja freundlich, liebenswürdig, aber stets mit einer gewissen Zurückhaltung; sie zum Leben zu erwecken, war ihm noch nicht gelungen. Und es verlangte ihn doch, die geliebte Frau ganz zu besitzen; jedoch ihre mädchenhafte Herbheit konnte er nicht überwinden. — Ihr Erfolg vom Abend vorher hatte ihn sehr stolz gemacht. Wie er sie da auf dem Konzertpodium in ihrer süßen Anmut und Natürlichkeit hatte stehen sehen — wie ihre wundervolle Stimme die gewiß kritisch gestimmten Hörer aufhorchen ließ und dann bezauberte und mit fortriß, da hatte er nur mit überquellendem Glück gedacht, daß diese liebreizende Frau ihm gehörte! Dann war ihr Vater zu ihm getreten, dessen ernstes, unbewegtes Gesicht ihm sofort aufsiel. „Du kurzsichtiger Mann! Fürchtest du denn nicht, daß der Erfolg und der Weihrauch, den man deiner Frau heute abend zur Genüge streut, dir Magussi nehmen kann? Du kennst doch ihre Leidenschaft! — Es ist Oel ins Feuer gegossen. Ich hätte ihr nimmermehr die Erlaubnis zum öffentlichen Auftreten gegeben. Gib acht auf sie! — Ich meine es gut mit dir, mein Sohn!" „Papa, deine Befürchtungen kann ich nicht teilen. Du siehst zu schwarz", hatte er dem Schwiegervater entgegnet. Der war achselzuckend von ihm weggetreten, da ein Bekannter ihn sprechen wollte. Der Kommerzienrat war sehr überrascht gewesen, als er die Tochter gehört. Auch wenn er keinen Sinn und kein Interesse für die Musik hatte, so fühlte er doch, daß in Magussi etwas ganz Außergewöhnliches zur Entwicklung drängte, und das beängstigte ihn. So etwas ließ sich kaum durch Gewalt unterbinden. Ihm waren die begeisterten Glückwünsche, die seine Gattin sehr erfreut entgegennahm, beinahe unangenehm, — man umdrängte ihn und feine Frau nach Schluß des Konzerts, und konnte sich gar nicht genug tun in Lobeserhebungen über das große Talent der Tochter, von dem man bisher gar nichts gewußt. Froh war er, als er in feinem Auto faß und von all dem Treiben nichts mehr sah und hörte. Hoffentlich war Eduard vernünftig und unterstützte seine junge Frau nicht noch in verblendeter Eitelkeit in ihrem Künstlerehrgeiz. Für ihn sah das alles nicht so rosig aus. 10. Kapitel. Magussi saß noch am Frühstückstisch, der auf der Terrasse gedeckt war, als das Stubenmädchen Frau v. Konsilius meldete, die aber in diesem Augenblick schon auf Magussi zustürmte und sie in die Arme schloß. Ueberschwänglich rief sie: „Liebste, du warst einzig, göttlich. Du hast alle mit deinem Gesang bezaubert. Wie war ich stolz auf dich! Es ließ mir keine Ruhe, — es trieb mich her, dir zu den Erfolgen zu gratulieren." „Nimm Platz, Lilo! Trinkst du noch eine Taffe Tee mit mir? — Natürlich weiß ich, daß du schon gefrühstückt hast — ich muß mich vor dir schämen, noch nicht fertig zu fein, — darum mußt du mit- hellen!" Magussi wollte Lilo von ihren Uebertreibungen, die ihr so unangenehm waren, ablenken; sie gab dem Stubenmädchen Auftrag, noch ein Gedeck zu bringen. Doch Lilo blieb bei ihrem Thema, — „du hast alle anderen Programmnummern übertrumpft. — Denke, wie lächerlich — die Baumann, weißt du, die Hochdramotifche der Oper, sagte — deutlich habe ich es gehört, — „ganz nettes Sümmchen! Schade nur, daß sie so tremoüert! Nun ja, begreifliche Angst, Lampenfieber! Die Mittellage ist nicht gut durchgebildet, und die Höhe klingt zu scharf!" „Sonst noch etwas?" fragte Magussi mit belustigtem Lächeln; sie merkte ja, mit welcher Genugtuung Lilo ihr das berichtete — und ob es wahr war? Sie erlaubte sich, an dieser Erzählung zu zweifeln. „Alice Baumann ist eine hervorragende Sängerin, auf deren Urteil man schon etwas geben muß!" entgegnete sie ruhig, „sie hat gestern abend Brahms ganz wundervoll gesungen!" „Abscheulich aber von ihr, so über dich zu urteilen, wo du doch keine Berufssängerin, sondern nur Dilettantin bist!" ereiferte sich Lilo. Mit einem eigentümlich durchdringendem Blick der schönen Augen sah Magussi die Freundin an. „Ah, du meinst, meine Leistungen mußten nach- sich iger beurteilt werden, weil ich Dilettantin bin." Lilo errötete ein wenig. „Nein, du mißverstehst mich ganz, Liebste. Ich bin empört über dieses Urteil, aus dem ganz deutlich der Neid spricht, weil du alle überflügelt hast, selbst sie, die sonst so Gefeierte, die Schönheit der Stadt, wie man sie nennt." Dann ging Lilo auf ein anderes Thema über. „Dein Kleid war entzückend, Magussi; nur machte dich das zarte Lavendel zu blaß, und ein wenig tiefer hätte der Ausschnitt sein können; dadurch hätte das Kleid mehr Schick gehabt! Wer einen so hübschen Hals hat wie du, darf ihn auch zeigen. Oder bist du magerer geworden? Es scheint beinahe." „Eduard liebt allzu freigebige Ausschnitte nicht." „Aha, man merkt den eifersüchtigen Ehemann. Die Herren waren ja alle rein weg, und die Damen platzten vor Neid, — ich habe da viel Interessantes beobachtet." Lilo erging sich in allerlei Gesellschaftsklatsch und im Kritisieren des vergangenen Abends, was in einer sehr spöttischen und witzigen.Art geschah, so daß Magussi öfter lachen mußte. „Beneidenswert hast du es eigentlich, Magussi! Ein schönes Heim, keine Sorgen, verwöhnt von einem Manne", sagte Lilo. „Du bist doch in der gleichen Lage, Lilo!" „Nein, leider nicht!" seufzte Lilo, „mein Geld reicht nicht, und von einem Manne, der mich verwöhnt, weiß ich auch nichts" Magussi sah die Freundin groß an. „Wirklich nicht? Und wenn nicht, würdest du bald einen finden, — denn in deinem Alter und bei deinem Aussehen ist es nicht nötig, daß du einspännig durch das Leben gehst-" „Nun ja, ich werde es mir überlegen! Vielleicht heirate ich mal einen alten, dafür recht reichen Mann, der mir alle Wünsche erfüllen kann." „Aber Lilo! Eine Ehe ohne Liebe!" Kaum hatte Magussi diese Worte ausgesprochen, bereute sie sie schon, — hatte sie es denn nicht auch getan? Und die Rote auf ihren Wangen vertiefte sich unter dem spöttisch ausdrucksvollen Blick, den Lilo ihr zuwarf. „Ja, Magussi, eine Ehe ohne Liebel — Ist sie so schlimm? Oder hast du umgelernt? Begreiflich! Denn dein Mann ist jung, hübsch, reich und grenzenlos verliebt in dich!" Magussi hatte nicht die richtige Antwort bereit; sie fand, daß Lilo reichlich taktlos war — oder war sie — Magussi — überempfindlich? „Siehst du nicht, Kleines, daß das das wahre Glück ist? Lasse dich verwöhnen, lasse dich lieben, — dann bist du Herrin. Und du hast es gut getroffen — um deinen Mann bist du wirklich zu beneiden. Lasse den ganzen Kunstschwindel sein; es kommt nichts Gutes für euch beide heraus. Kannst du es dir denn besser wünschen, als du es hast?" (Forts, folgt.) Kreazplatz 15 Krenzplatz 15 5164Ä Die Angehörigen des Versorgungsamts Gienen. 5158 D Gießen, den 17. August 1933. 51 3D C Lollar, Gießen, Daubringen, den 17. August 1933. 6156D INH: WILHELM HORN UND JOHNJj Anloh-Feier. 6,63d Antreten Samstag vünktl. 5 Uhr Vereinslokal. Sonntag Militärkonzert, Lie- bigshöhe.Eintr.frei. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Schmitt Familie Ludwig Muth Familie Friedrich Schmitt Familie Heinrich Latsch. Die Beerdigung findet in Alsfeld Samstagnachmittag 3 Uhr statt Die Beerdigung findet Samstag, den 19. August, nachmittags 4 Uhr, in Lollar statt termins hierdurch aufgehoben. Gießen, den 14. August 1933. Hessisches Amtsgericht. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über den Nach- Zur Teilnahme an derAnloy-Fsier am Samstag, 19. 8. 33, treten die Vereine m. Patinen pünktlich nm 17.18vhr auf dem Oswaldsgarten an. Teilnahme istPflicht SamStaa, 19. 8 33 16,45 Uhr Antreten Hessischer Hvf. sissD Beteiligung an der Anloy-Feier. Sonntag, 20. 8. 33 16 Uhr Konzert der Arbeitsgemeinschaft aufderLiebigshöhe. Unsere liebe Schwester, Schwägerin, Nichte und Tante Frieda Pötter wurde heute von ihrem langen, schweren Leiden erlöst Die trauernden Geschwister. Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Schmitt Ww., Leh. Mons heute vormittag im vollendeten 85. Lebensjahr in die Ewigkeit abzurufen. Sonntag, 20. 8. 33, nachmittags 4 Uhr, auf derLicbigshöhe großes Reichswehr-Konzerl zur Erinnerung an die Feuertaufe der Hess. Regimenter. Eintritt für die angeschlossenen Vereine frei. m)99D Unreines Besicht, Mitesser, Pickel und Pusteln beseitigtunt.Garantie Cehafin- Teintwasser. Flasche -A 2.30 und 1.30. Sommersprossen verschw. a. in hartnäck. Fäll. d.aas Teintversch.-MittelCehalin- Creme.Dose.*2.4O.Tube-A1.4O.Erhältl.: Drog.Winterhoff.Kaiser-Drog.Noll.Lö- wen-Drog., Zentral-Drog., Park. Koch. Antreten z. An loh - Feier, Samstag, d. 19. Aug. 33, 5 Uhr Oswaldsgarten, Ecke Neustadt, shtü Sonntag, 20.Ang.33 4 Ubr Konzert a. d. Lieoiasböhe. Eintritt 20 Pf. 224evh Samötag, 19.8. 33, 17,15 Uhr,Osmalds- garten: Antreten. Treffpunkt a. Unterführung. Abends 20,30 Uhr: Andres. Teilnahme Pflicht. laß des am 14. März 1932 verstorbenen Ludwig filös, Formers in Treis a. d. Lda., wird nach erfolgter Abhaltung des Schluß- ........ 5162D Junger Hausbursche für sos. gesucht, der auch bei der Kundschaft nachfrag.kann. Hch. Kalbfleisch Lrebigstr. 66 »590 Tüchtiges Mädchen fürHaus-«.Gartenarbeit inklein.Haus- halt in der Nähe Gießens gesucht. Schriftl.Angeb.unt. 5152Da.d.Gieß.Anz. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 16. August 1933 bei der Firma Rinn & Lloos, Aktiengesellschaft in Heuchelheim, folgendes eingetragen: In der Generalversammlung vom 14. Juli 1933 sind die durch die Notverordnung vom 9. September 1931 angeführten Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags über die Zusammensetzung und Bestellung des Aufsichtsrats und über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats in ihrer früheren Fassung neu beschlossen worden. 5161D Gießen, den 17. August 1933. Hessisches Amtsgericht. Ix täglich kräftigen Sie Ihre Nerven durch Rein- lecifhin.,LeciwürfeF kleine Packung 1.50 Nenzeitl. Natur* heilmittel'Facbgesch. $Ti Kräuterhaus d^JUN6 in der Schulstraße Jetzt zur Mar die nervenberuhigenden Fluidozon- Badelahlellen sprudelnd nehmen. sisiD Riesenrolle Ifl Stück m. 1.80 DroßerieNoll Bahnhofstr. 53 LeWWen oder Fräulein für Kolonialwaren gef. Angeb. rn.Zeugniss. u. Bild u. 5160Dan den Gieß. Anzeiger. {Verschiedenes | Ziehungen widerruflich garant. 25. August 1933 IGeld-Lellerie zug.d.DeutschenLeder- museums '1 Offenbach 4974 Geld-uewinne und 2 Prämien zus. RM 12500 15000 .4000 °iiooo Los SO Pfg. Doppellos 1 RM. Porto und Liste 30 Pfg. empfehlen A.DtnKelmann,Worms PSch. Frankfurt/M. 20060 sow. d. Staatl. Lotterie- E nnehmer und die bekannten Verkaufsstellen [Vermietungen] 3-ZimmrtoliouDO irnZentrurn d.Stadt zuvermiet.(o««2s)Zu erfrag.i.d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. [ Mietgesuche | Zum 1. Oktober sucht ruhig. Familie (3 Personen) schöne 3-Zimfflßr-Wohn. mit allem Zubehör, nur inGießen.Mietpreis bis 50 Mark. Sckr. Angeb. unter 51200 a.d.G.A.erb. Beamten-Witwe sucht ruhige 2-3-M-Mng. mit Nalkon. Schristl. Angebote m. Preis u.04818a.Gieh.Anz. Kinderl. Ehepaar s. 2-3-Zim.-WohDöög mit Küche. Schriftl.Angeb. unt. 04822a.d.Gteß.Anz. Dauermieter sucht Nähe Stadttheater schön möbl. Zimmer per 1. 10. 33. Schriftl.Angeb.unt. 04819a.d.Gieß.Anz. AeereZimmer in Part. ob. 1. Stock z.rniet.ges.Schr.Ang. u. 04826 a. d. G. A. | Stellenangebote | Bursche für landwirtschastl. Arbeit z. Füttern v. Vieh gesucht. Mutz m. Pferden umgeh, können. Fleck, Schützenstr. 3. 04931 Sendung Fruchtsäcke eingetroffen! MJfaessHaM Nadi ruf. Am 16. August 1933 entschlief nach längerem schweren Leiden im Alter von 46 Jahren unser lieber Kollege Herr Oherverwallua^sehretär Germerotb Wir verliei en in ihm einen treuen Kollegen mit offenem und ehrlichem Charakter und vorbildlicher Pflichtauffassung. Sem Andenken wird in unseren Herzen für immer weiterleben. Anläßlich der Anloy-Feier -es Insanierie-)iegimentstt6 findet im Logengebäude, Gartenstrab« 1, eine ÄrrsfteUrrug von Modellen u. Vttdevn dentstbev Ehven- fviedbdfe in Svankveich und im Osten statt. Sie ist geöffnet am Samstag, dem 19. August, von 15 bis 18 Llhr am Sonntag, dem 20. Aug., von 10 bis 1 u. 15 -18 Uhr am Montag, dem 21. August, wie am Sonntag. Eintritt frei! Zum Besuche laden ein Doltehunö oeuifflier Srieosotöötrlürfotgt, Srlsomvoe Sieben verein der Miere des 2. Sim. Seit Znianierie vegimenis Wer Wilhelm) Br. 116. SI4eD ................ -T ..............CiL ....... ........... 'ü Eine gute bürgerliche Braut-Ausstattun 134 6 Bettücher, Größe 150 230, aus 6 6 2 Gießen aus der 12 12 6 6 6 2 3 2 2 2 2 bestehend aus 76 Teilen liefern wir Ihnen schon z. Preise v. und zwar: Selters- andarbeil weg 73 kräftigem Haustuch Damastbezüge,130/180.gestr. u.geblumt,schöne weiche Quaüt. Kissen, glatt oder gebogt, aus gutem Linon Überschlagtücher, Gr.150/250 mit Hohlsaum und gestickt Kissen, dazu passend Überschlagsicher gebogt oder mit Fältchen Kissen, dazu passend Überschlagtücher mit Klöppel od.Stickerei verziert Kissen, dazu passend Damast-Tischtücher Größe 130160 Tafeltuch, Größe 130/225 Gläsertücher, 50/50, Reinlein. Geschirrtücher, 48/100, Halbl. Damast-Handtücher Gerstenkorn-Handtücher Damast-Servietten 5157 a E E § es 219 B'S'e ® a 2 B c e= e c (9 e z tt) 2 S ios*^ L a£ S I-AD-S E o ISS. a S E ,-^S) = e ato E es 5S§-o =.E E e 5 SSK E H S t» ■s«- a j e E J S?dß- E § t-e'c-7-e Sb A 3 B ÄS Eö 2 «n üe ajQ •*« <0 »X E £ 19 9, c' C — 2?rö S <3 ° o^E"->e-^A « s © B = tox ® E AZ C^E N e! -b ®s p *- 3 ?®g€ § ». a e E e H Ehe K5^' E e a^R s-g cr-E'S- s u. 1- z: B ■=S 16. ’S8" 5146U 3A? IIIIIIMIIIlllllllllll ® HEEE-- S = O s: L^D S(9-1 e °i=«ei92- e E^£E e E E ■53 c S c Mn B = 0 ?a E E19 B « ES c5 oS-2 € £E"O o e r-. = ? SL9 §E E A~c N-8 A E r6 2 U)K ^N^L.E m = »3 s.“-e ® 2! As A E € = ■€"19 E •r»f ? = £ § 3 Sei' •e c E^D E § E A «2(9 «9 €€o p’e« (9:E 8 = =£ 3 «ö s 8 2 -e NS a Z ^A = Ä B N ö(§ y scy B ■e e 8 9 — -. (9 = i E.N E=)5t9 E Z s(5 <3 Z §LZE W (9 2 »s? e® 2 ~a = E 3 3 ■” k- 2 _ i»-Sto eee-i C »> -E e S.E E * S E <3 o E-l O a, — a^-c e « E LEE e£ tr? 3 -sr täl KUV^ K 3 <3 = s E ° o — =5 E M, von 15 biä 18 Mfet )onl0b\4\u.l5-W: Lftu.lt, toll am Sonntag. )rluchr laben ein WZlWUMll vfiJnfoilerieBegiifnu E^! Bit SfAÄ Zs Zs LZ aj ":: Säg «S ’7 .E a c e§ u S g » E 0 5U CÖS^ £ A§ E.2.0 e-(9 uöc s •Q E 3.—- 8=Jtc9tmeni6116 te, Vartenstrah« 1, eine id । uiti> im Ofttn 5>E ö e c c^5 ZS ® äjC “ e 2 0 .E 2 ES e 0 a 21^!e = 5? ֻħ Self«'5; weillj II Q 4~. V QO ,e Ee C L--S e^(9 €« E S^| »2© ^N- cy eio-e Ö§E ■~-«^E £ E B £■ e a. 5^-2 c a ® X»“ ZD 0-3 E 2 E e 80§; o O r- CV rx-” o e'^-o g| „e «. ä ~ ~z ■ «■ E " m ° E?L-b w'gp .3 c- 2 e% ea 2 »3 3 4 S-iT u on E E-19 es SA >- •!^ §a.4 g*ö LLE g«»®« § ee 3 e 3 e 3 £-77 ^N ® §B " Ls gea = 6? E-e _ gC^-eS ».E^-2 AIZDS 2ioi LZ 2Z _ EVS L-SB .L 3 - tl= "S.~iß ä M = 3 p(9 =, *0^4-5?® ES). 2 B 2 4f‘Ä ZZ2L ’S «3 B c 3 3^^ = m E^itx» »• a> ö .2 =S-~S e^s-H §Fs - 3H Elä~ :e °ö(9 eS(9 :a c 10 s ee-ja E: yi=5 s u,ELe -Sn"oE 'H S S§ 19H RD = A^: -Z :S-8 (9 a S'Hm^e 2 e5 3 - c =- -c Ee3- e^c" ew LZ^L L-E^ 2 8 H 8« e e =-o'Äcy E K. s3 e o e e'Z^l 3 s L cs-gi ±: o a>t>eC? E § ä >J> £ E ssa si :o = a E1? J=- •« “ X>Z _ § E‘(0 ESC LZL ES^. gtoB«=Sl= N 2^0 3 JO °- • o w hiAö c K-L ° e '»ä 3 = e E 3 " — ~ 51 S. her, Größe m Haustucb -SSS ntE,.attodergebogt.ai- s ä£.~(9 SZK C--E“ A iw § “ Q>C1 C « a> S3 JO A§8Z ä 3 e g«2‘g ,E .=3 3 0 £ a» tO ceR (952 E Ei =gspg = =-E- es« L =L C - -°en3x A * a 2 5 a ^ZL.«Z--Lea-ff.ZL || S « 5s e" Linon rr1^250 ^hlaatücher.Gr;01* an,d««^e’d :°r> e 13°1«> gjes l'uch’ i,ria h«r «‘®'SalbL SS-- * ßiejg Sjs-na Z B 55 A B ■ C- £ “ a> .C-X> a> Z3Ä K"5u 3 2(9 S. o E o “P 3&i i; s“"3 “ «(9(9 = 2 K>= =■ -E -SP£ 8 ä 2 j B (9 (9 (9 B-i E 2 ien E B 2 E E 2 s <0 B E SE 2 .. Ö5 § -. E 4--= K Sf? m ’S 5(9 Eh f E S ;o -C Z2MA IO O 5. O «J» O* o ± (O- 0)0 3 «grsr <%’a* S.- :"5E Rq nBE G '»CO CO y ff)c'° g- Z»L A5 5* re" °b 93 8 3.8 = 8 8 g-»» 2. re or-^3 toB* o e E &«’■' = _. 3* = u. ÖD 3. m 'AZ.-.S' g- sr V'L CZ —. 8 co 3 §3 2 2&c« 8 Ars s 8 2 o EAZff) 3 ?-3 2 -o ■S-'ö' -B? ■ b -E ■^czB*. S.3 9 B §.&3 ö-8o‘ 9-CO -— m r §• öco ff)®?3 o 0) yq % ö>a - 8 ~ fficSeB -5 O 1 < (2\ji Z. 1 rs o-o 5 3-2 « 8 AS-o "BB^q. 83S §5©$ 3 g; £»B 3 Cfls 3 ’ - L-o' «• = 3 Ur 3 8ö)3<£ rS8 da 3 2.8Z r-v •— Q. ö n Ä n *? ’S n r> ti >fi)^R^3 S? n. cai a 2.co 2. 2. v> 2 8 3.3- y 2. y re © 8 co v ö « 8 o 9»o 3 8 3 ■§. 3 8 O 3 CT LP «y^s -co 8 2 3 3 2 c 3 § 5 83. !i. »S2 2. 3 Ec3 8 5 3-=f = Da 3 GTg'1 ■3: e/co 8Z» OL " § r CO' 5 3-2 ZD Sts 'B»3 D O Cfl3 A' .re 3 2 5-2' ■Ö3 2.»- 3 5 -S* ö“ -Q" ™göD8 7.2 3 E ST §3 2 2. iS-ff)§?5 re aCO Ul 08 re C2 O-S't2.t5_.re 8 §-532'3 A 9= 3 r> U. 8 D re CO S' S-3 .Z 5 ’cO a 5 8 CI DI ' re . a- s /oET ■3 ° yre = gi crB-3- 5 Ul D 3 >8.3 Ul 3.8- r> S2 U.- ui SS-Z 8 3 E- W 2 D 3 Z2. §.y 3 8 L 0-3. 2.2. 3 ■ Ul 3 S-7 3 3 3 ZM JE3 oy ^ff-E ar cd " o ■X'd,3 3 2,t> =f <9 !. CF 2. ! o O* T s-E' 3 2 rs S3ef « 3 5-13' 8 re re ä Z-V Ul re . 5 a *7 f“3a m y "Sy: s D E, o 3 2 2 C 3 te A’SZ' m K re re . 8 &J2.& §3 % 5-8 2 3 8 A° § rs B-® I 'M ui S’3 2". re 3 »co 1.8 .CO 5 . a <0 3 0)3 rs rreB3. -87 a 3 o « re 3 Ul t3 M re' rs« 2 3 3. CZ a re ssk5 rs 3 A =rg y-S'^g^.ä E a Soia D —re □ 0'2 t 2:3 2 Z L>re 3 o:- L-Z gco 2 y» bre-a r3ä na - I 3 3 " 8 ys ff 8'3. — CD q, re* 8 ™ 3 a 3 o a cm ff) S-c 3 5 „ B a' 3 Effi3;-?.'-.'"' • ä3 3 «? zs» •K rä8^g3» > S« ÖD^ u> 2 W a ^3. 3 a»q. .3 d ~g 5 C y I a C/'ro cz C 2 €5re - 2 c2c§» sM hSy |öo Ul cz AH. h> er Vi 6-8-3 '3’3 2 = ff) Hag3 A^^ 3 ?u»' Tat; n3 cd J7;-c 3 DS-3'" ^c®38c 3- 2 (2 re ® A3 A 3 - T{?3 r 3 E.C/-8- ” »-L «■ 3 o re -8-aS" ff) Xqc 2 8 L 03a re — re q re -2. C re n ™ 5'5 3Sü.a- re toS-p 6- 3 a § 5^3 Egg ui ez TD re ©2: O-8B-_3 " ZLkZL 5.^ 3-3 78 ^2. 1t? 8 3'0)6 Q 5-2.2. |& 3 3 0.5.- 3 a -C^co ^2- 2 czS «o a 2. 0 E 3 » re 5? :«gy Z s t)0E tSZ 3 3 “ h 3 Ls 2s- 3 oh? 3 K 7 aprere re a- 3 3 ' al?f U-.-ÖD LörL B-re re n —, O re 3 .3 3 2.-Ä 7.« 5'5 3 8». 3 «Sg e» o Di £8 re" B-5" §|| 3^*0* ' 3 5 =• 3 re 3 , 5?! Ff slJ . ö S xa §S??S°K mfi re r» 3 fflre" 8-1 H-gaf ü?|y3 ©3 6-8- C re re 'S 5 "2 xs a. । 03.3-8 CD g 00 2;3 E^S- re re re re ^3 q 5 3 3 5« CZCD -15 cf 3 8 "a HL OczqS-3- 22?c? ■o 3 &cm& ftÖjä^D 3 ? re re C D S B" M 2 ;> re s- '>* 2.3. CD c. re 3 an 3- siöäj —•<*> O r/ — Zs?W ’ 2 D 3 re co £ sfis^a “ÖE^QSE tl D 3 Ul J2, » 72 --K -y^„ 8 3 B- 8 „g|®Z s * = c,9»2 -—1 «re -Cn re. 2Me2»ez^ -Sre33-re d- h 7- o -2. 2. § re a e» -3- "» 2^'ezo'aa^.re 35 = 2 33 ff) ES e 3 »s__— 8 5 ~ 2.0)0 w a- #8- 5 3 re -Ei3 3 5- re 2 D cm tu ro « 3- 2 a re a re re®1 re Ö) Z 3 Di re B (J) &■ .-,'> £r' 3i re" CZ ÖD3 3,5- 3 3 5 3-3 an- 3 6 8 a—-COezg _.cz^KZ.L’8°°-3 I = 2 2. o re r* >-)CO Cf* 8g2=5. re re re ' §«»5^0.3 O 3 3gü” Ed a Z ,./no»toH5o 2.6 Ire^ggOB 3 7? re O D 2. 2 3 « ?Z 5 2 3 B 3 3 re. ^reSK co s o re a.ö> S L § 5 <0 - rs »h-87 re y CX'3’« X- re 'S — _ B M Ul ez 3 M n 3 o a 3 „ 2 C®1&3 ' « 63are^3a Di a 3 a 0. er « Ai/OS’w 3 2 "ES' 0) 2 >8 e/S-ro Sre ZZ-zADS Sa 3 rs3 3 Eg o gq re i’3«c2e«» 6.0z3 5 6)15 "a a 3 — D E re B 3- a« ^-^D?8»_aA 2,6 aP E—* o g’ 4^8? x, =• S.CO B 3 re a a —, rj B If=.g re •-» 3 e^rs KZ^RZre ©^« 3 eS?4a” re - CF 155 re — " 3 3?" §5 0^3 ©5 2' i=ä n. Drfft2;2, k er _ - 5® 5.3? B? g 5ff)S£B§ re 2. a re a 7.5 q a- ä^Fsf ““ 3 2 2 AD c B GxS 3 a® S S a - re XB Ö- »2 52 = '" = A 0 ; re a. X. 3, V CZ eu. Eö = Xo ~ 6 2 E©2 a S re. D D&q E 9 ff) S^LZ ® O ££■ E = ©? ^ÖB,. re e CT ® - 2. D 2 re 3 C 8 D 2 «& 3_35e» ZZÄLS3 g §»7.6^ g'S’SSff) BB re g, 5": 3 3 3 x^a fSs?» 3 re 3 X» 7s 3.S ff) ass»« wMc' =•’§ 3 3 .^0)3 a 3 L „» 3 _-B 2.8 « LZ55K g. re 3 c 8 a re D - re 8 5 3 CZ 3 S83,»w 3 re’3'3 A 3 8 re. X 35-3- a & re 3 C D- D re 3 3 re U« r-z ui OP 3 a A-.'ss A re E Dre($)reg.v ro y. CD B w S.B'p n£wL 3 3 re.yAC 3 5 3 O A. 3,® MsZJZL 5 »5 2.3-2.2:5«; a 63 3 a’er S S- 2. a.an £.3 § Sa. MA ■=t»i 2 CZ 6 2 6,b® 3 & E‘re re re.® a X re D B ^8B?ff)U' ö==5 ^ö3' P. ez "o^a — ©3 re tytozn 2 er ° a 8 c er ui 3 o Öl' • y® 2.2.3 । D»,* * “• S-3-3 too 2 = re ä x '3 a —-a öoBH2.cöö3^B®. Eto^° E .re 9 cSd Q.Ä3 E3 2 31 E s. 8- 2 ® a =CD u-' 2 ,5 E re a. 2, re - o ^- M .j P re re Cm re o re,e — 2..2 9 Ui O* Xre re re 3 ? r re* »"—’ xyEBXD er a D X X re re U> 3 CT 3 a- Ui göfi/gii L°r?LEL re ^x® 3 q - e-E SS5S2-=-a s Ui D a 2 X, a «8?| >E 2 3 3 8,-31 rs 2 er q C 3 x >5 2 = S-- 3 5% 3 2 * ■ D a- D ’HÄ «2.0 oBZre^9"3^ gg re. a 3 ® S a,® a re a re o Di^B 3.0- B ,a 2.«2.g O ff re er