Das Echo der Kanzlerrede Deutschland isi bereit c Oer Widerhall in Genf. der Gehässige Kommentare -er tschechischen presse. ik c je. Getreide« r knappen war bi.» Venn auch Mah an« er erhöht. )len Tagen lete e- sich m zweimal Zentner von sten. Auch vas höher, er vernach« ionne, alle« izcn 215,00, । bis 152,50, Spez.0 mit lenmc^f K- ■ 5, Deizen« 8,<5 - In nicht statt. aus der Rede zu hören. . , Der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, hat die ursprünglich aus Donnerstag sest- gesetzte Sitzung des Hauptausschusses aus Frertag- nachmittag verschoben. Die Verschiebung wird in unterrichteten Kreisen auf den Wunsch der ©roß- । Mächte zurückgesührt, die Rede des Reichskanzlers e. auf das praktische Abrüstungsprogramm Deutsch- ' 1 lands prüfen zu können. Die Stellungnahme der Reichsregierung in der Abrüstungsfrage wird nunmehr den entscheidenden Ausgangspunkt der Verhandlungen der Abrüstungskonferenz bilden. Prag, 17. Mai. (SSI.) Einige tschechische Matter nehmen bereits zur Rede des Reichskanzlers Stellung. Die nationaldemokratlsche „21 a- r o d" schreibt unter der Lieberschrift: „Hitlers Anaris gegen die Tschechoslowakei", Hitler will die Welt von seiner Friedensliebe überzeugen, aber dieWeltwirdihmschwcrlich glauben, da er von den Friedensverträgen so gehässig spricht, wie früher. Was Hitler über die Rrtfi» itt in der varlamen- 1 Segeii Henabmc von Xnjtigee für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. preis für I mm höh« für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, ausroärt« 10 Reichspfennig; für Re- hlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20“ , mehr. Thefredaliteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchcin und für den An- zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. Blatt — einer Niederlage gleichkomme, und daß kein Sieg imstande wäre, die materiellen und moralischen Verluste der Nation wettzumachen, werden von der öffentlichen polnischen Meinung mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. — Der gleichfalls im Regierungslager stehende „K u r j e r Poranny meint,'daß die Rede Hitlers Erklärungen gebracht habe von denen man nur wünschen könne, daß sie auch durch Taten bestätigt würden. In der Rede Hitlers sei keine Spur von unverantwortlichem Deutschland tatsächlich abgerustet ist, und daß das deut'-' e Volk vor allen anderen einen Anspruch auf Sicherheit besäße, muß in der Welt gehört werden. Damit wird die Diskussion aus die Vereinbarung vom Dezember 1932 zurückgesuhrt, wonach die deutsche Gleichberechtigung innerhalb eines Systems gesichert werden sollte, das allen Völkern, auch dem deutschen Volk, gleiche Sicherheit verbürgt. Die Forderungen Deutsch- lands gehen einzig und allein auf ein Verlangen nach Abrüstung der anderen Staaten zuruck. Alle Maßnahmen, die wir treffen, verfolgen nur dieses ^Hinter dieser Rede steht, wie die Abstimmung im Reichstag zeigt, das deut che Volk in feiner Gesamtheit Das deutsche Volk steht auch hinter dem Willen des Führers, jede neue Unter* l i 3 6 4 » >3 12 95 27 69 39 95 89 3,053 169,92 71.97 63.16 72,9 ! 14.165 0.857 3,634 58.66 21.fs 16,57 81.26 36,0* 82.« 0,871 0,2" 5,205 12.91 schrist abzulehnen, die dieser Zielsetzung widerspricht. Es gibt heute keine Parteien, keine Meinungsunterschiede m dieser Lebensfrage der deutschen Ration. Es gibt nur ein einiges geschloffenes Volk, das ein sehr bescheidenes Maß an Lebenssicherheit und Lebensrechten »erlangt Damit ist für alle Zukunft und für alle Falle dm Verantwortung für die künftige Entwicklung der Weltpolitik eindeutig festgelegt Daran können wir nur den Wunlch knüpfen, daß das Ausland gerade diese Bedeutung der Rede rechtzeitig erkennen möge. Deutschland wird sich nicht mitschuldig machen an der Fortdauer einer Deltz erftammg, die mit dem Willen zur Vernunft ball» gelöst werden muh, wenn sie sich nicht dem bolsch»« wistischen Chaos ausliesem will. GünstigeAufnahme in der englischen preffe Friedfertig, versöhnlich und vernünftig. ^böch u i. t4, di, "ensvrr, nicht an, n ^unb. M die Mr et. 'M, unb M sich Dozent. .Prozent z5 9'nqcn Stirn- schälte« 1 desenl« noch, >tr. Liese« idinn ab liiin mehr rterungen 0.50 Mn aber rlihanleih« 3nk 128,25 mn 26,25, hvnik 44^ >. öcheide« dis 100^5 91, Rüt« Zellstoff 97.38. tza. esn Mrik lattion btni twortung.) astscher : einei Sojen Minu- Fahrzeiig x Kiditang bei Marli' fahrer wird winkt ein ibenso. Ge« m dort steht nblid nähert int zur Aus' rohe herun- rohe einbic* idliÄe Aus' icn Deisun- m schon mo- Ise zu schas' inem EP«"' allgemeinen werden) nur irbahn, etwa rktplah, das )ter sichtbar t ein ide Dichtung iso ein Ktfr Istraße nach l per 2rr« lehmen sein, findet, ohne Ä.2. VN.« nnb Verlag: vrichNche Unl-°'ft,°.- v°ch- »nd L.-indruck-rei «. Lang. In Sieben. Lchritt'-'tung und S°,chäst5ftelle: SchnM^e 7. FranzvWe preffestimmen zur Mchskanzlene-e Lorbehalt, aber ohne feindselige Einstellung." 58,62 «'S 14.1« i6.y 169- 2'8 71.“ 'li 81.2* 35,9? und Sicherheit aller Rationen errichtet wird. Wir sind nicht mahlos- Wir fordern nicht von heute aus morgen. Wir srnd einverstanden mit Tiebergangsfristen, es kommt uns nur darauf an daß das Ziel in Uebercinftunmung_imt den Grundsätzen deutschen Freiheits- und Srled^s- willens, mit den Grundsätzen der Gleichberechti aunq und der vernünftigen Zusammenarbeit Der Völker gesetzt wird und wenn der Weg mit dem ernsten Willen zur baldigen Erreichung Des Zieles beschritten wird. Welche Rückwirkungen diese Kundgebung austoien wird, steht dahin. Gerade die Aufrichrigkeil und die unbedingte Ehrlichkeit des deusichen Friedenswillens stellt unsere außenpolitischen Gegner vor ein pein liches Problem. Der diplomatische Angriff auf untere Rechtsstellung ist abgeschlagen. Die Feststellung, öaß Versprechungen enthalten. Frankreich habe keinen sehnlicheren Wunsch, als sie verwirklicht zu sehen. Oeuvre" spricht ebenfalls von wohlerwogener Mäßigung. Wenn Hitler an der internationalen Zusammenarbeit wieder teilzunehmen wünsche, sei ihm zu erwidern: Wir erwarten dich morgen in Genf. Ere Nouvelle" findet, daß der Reichskanzler einen Ton angeschlagen habe, den man nicht gewohnt sei und der eine Aenderung in der Taktik bedeute.— R e p u b l i g u e" schreibt, die sranzö ische Ratio- nalisten würden erklären: Was Hitler jagt, ist eine List, durch die man sich nicht sangen lassen darf, -jm übrigen sei sestzustellen, daß n i ch t W o r t e, s ander n T a t e n den Inhalt der Ausführungen rechtfertigen müßten. Im Laufe der nächsten Woche werde man in Gens sehen, daß Präsident Roosevelt nicht ein einfacher Ideologe des Friedens sei und man werde ebenfalls sehen, ob fbitler Jid) aufrichtig bemiche, ober ob er der nationalisti« schen und von ihm geschaffenen Welle nachgebend qeftern einen falschen Eindruck habe erwecken wollen. Homme Libre" schreibt: Bevor man an die Reueinstellung Hitlers glauben kann, wird er uns greifbare Beweise für seine Auf. r i ch t i g k e i t geben müssen. In kurzer Zeit kann er in Gens die Gelegenheit herbeiführen, seine Handlungen mit seinen Worten in (Sinuang zu bringen. — ,Bictoire" schreibt. Die Rede sei vernünftig, sehr geschickt und von ausgezeichnetem Ton. - Anders urteilt „2’Orbre", der die ®c- schicklichkeit nicht bestreitet, aber die Bede gerade deswegen für besonders gefährlich hält. Der Reichskanzler halte sämtliche Forderungen Deutschlands aufrecht London, 18. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Die große Rede des Reichskanzlers wird von der englischen Presse mit einer Wärme begrüßt, wie sie seit mehreren Monaten amtlichen deutschen Steigerungen gegenüber nicht zu verzeichnen gewesen ist. Sie wird f r i e d f e r t i g, v e r s o h n 11 ch und vernünftig genannt und es herrscht Einigkeit darüber, daß die internationale -Spannung durch die gestrige Kundgebung erhebH ti vermindert worden ist. „Daily Mail schreibt. Wenn aus die Worte laten folgen und wenn Herr Hitler eine vorsichtige und weise Politik betreibt, dann wird e i n w i r k l i ch e r F o r t: J ti r:\11 inRichlungausdasEndzie l möglich. Herr Hitler hat es in feiner Macht, das Gluck der Welt zu ermöglichen ober zu zerstören. Das Arbeiterblatt „Daily Herold . das im Kampse gegen das neue deutsche Regime an Der Spitze gestanden hat, nennt die Rede nicht nur maßvoll, sondern auch vernunfkig und Die darin gestellten Forderungen »nicht übertrieben oder unvernünstig". — 3n dem konservativen .Daily Telegraph" wird ausgefuhrt Der Reichskanzler hat mit dem vollen Ber- antwortungsbewußtsei n eines Staatsmann e i gesprochen. Soweit Worte und Zusicherungen in Betracht kommen, war eine bessere I Leistung gar nicht möglich. Die Lage ist zwei sei- los erleichtert worden. Die Hauptsache ist jetzt wie Deutschland durch vernünftige gen. — - - , nalismus ist bestimmt von L. ~ , 7 . allen Böllern das gle tche SUbilli- , aen was toir für unä fordern, daß aus I dem Zusammenwirken freier ^attonen auf der Grundlage dieser politischen Weltanschauung sich 1 eine neue Wellordnung der Vernunft und des 1 Rechts, des Friedens und der menschlichen Ge meinschastsarbeit errichten laßt, für die der Ge- danke eines Krieges als eines Emgrifses rn an erkannte und natürha)c fremde Rechte und als einer Störung der menschlichen Entwicklung un- finnia unsittlich und undenkbar erscheint. lße8nn sie doch alle die deutsche spräche verstunden, die Sprache des neuen Deutschland, che so mih- versianden wird, wenn sie DOm_l,^i|£hen ^ibeal spricht und die doch nur ein o°ld°tentum Der Disziplin und Der Arbeit, ein Heldentum der Aul op erunq für die Volksgemeinschaft und schließ "h auch des Dienstes an der Menschheit meint. Von dem Glaubensbekenntnis dieser Weltanschauung her darj der Reichskanzler auch seine großen Forderun- gen an die Welt stellen, die sich den Forderungen der Vernunft und der geschichtlichen «ittlichkeit so sehr entzogen hat, daß sie aus der im Kriege geborenen Vernebelung der Leidenschaft, des Hasses und der Unvernunft zwischenstaatliche Dertragsgebaude errichtete, in Denen die Rationen in widernatürlicher Weise zusammengepfercht wurden, »" denen die ft € in’in'boÄÄ« Q.» 3UDierl'atM°n'unl> Zahlenreihen, die ASali Hiller W-U darzulu». sind (o beweiskrasllg. daß sich -hn-n m Tn“ er-II- de r Well, im In,ereil- einer Revision nicht durch Gewalt, sondern aus 0em Geist einer neuen in sich selbst zufriedenen nalistischen Weltanschauung. Wir fordern ©le 1 ti berechtigung und Abrüstung weil wn nicht Krieg, sondern F re 1 beit u n bei ticr^ für alle verbürgt wissen mochten. Wir sind bereit, uns mit jebem zu verbünden, der von andern Au gangspunften her ben gleichen Zielen ^strebt 0 Deshalb nimmt Adols Hitler die wertvollen Anregungen aus der Botschaft R 0 ose v e lts aus dem Abrüstungsvorschlag Ma cd 0 na lds und aus dem Paktvorsch ag M u s s 0 l 1 n i s ausi 2llle diese Anregungen sind im Kampf -acutia, lands für eine neue Weltordnung verwendbar unter der Boraussetzung daß diese auf der Grundlage der vollen üreiheit, der „.LiLä-Han Glsitiberechttaung Paris, 18. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die gestrige Rede des deutschen Reichskanzlers ist wie die Agentur Havas erklärt, in Pans mitBorbehaltaberohneseindselige Einstellung ausgenommen worden. In politischen Kreisen werde der im allgemeinen ent- gegenkommende Ton, mit dem der Reichskanzler die durch Botschafter Radolny in Genf vorgetragenen Forderungen aufrecht erhalten habe, unterstrichen. Ein Teil der Presse versucht aber bereits wieder, zu verhindern daß in Der öffentlichen Meinung ein ähnlicher Eindruck ent- steht. Schon sind in Frankreich wieder geschästigo Federn am Werk, den Fortschritt, den Via Rede des Reichskanzlers für die Frage der Abrüstung und damit der Weltbefriedung zweifellos gebracht hat, zu hemmen. Wenn wirklich die französischen Staatsmänner und die französische Presse in die alte Unnatigiebigteit zurückverfallen sollten, dann wäre allerdings Die Schuldfrage bei einem Scheitern der Abrustungs- Verhandlungen noch eindeutiger geklärt, als dies bisher schon der Fall ist. „I 0 u r n a l" nennt die Rede des Reitiskanzlcrs sogeschickt, wie man sie erwarten konnte. Der Führer habe aus der Initiative Roosevelts jeden nur möglichen Nutzen gezogen. Vor allem aber [et seine Rebe eine Anklage gegen Den V er s a. 11 er Vertrag unb eine Betonung des Gebanksns Der unerläßlichen Revision. — „Echo de Paris meint bas Wesentliche sei, daß bie These_ von ber Gleichberechtigung in ihrer ""klen Scharfe aufrechterhalten werde. — ^P e 111 Jour- n a 1" stellt ebenfalls fest, baß ber Reichskanzler ge= I schickt gesprochen habe. In Hitlers Rebe feien viele Das Echo m Warschau. Warschau, 18. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die gesamte polnische Regierungspresse nimmt heute zur gestrigen Rebe des Reichskanzlers Stellung, wobei eine gewisse Skepsis in ber Beurteilung charakteristisch ist. So meint bie offiziöse ,,G a z c t a Polzka" bie Worte Hitlers über bie Einstellung des zeitgenössischen Deutschlanb zu ben anberen Volkern können nicht in Einklang gebracht werden mit öer hervorragenden Rolle Rosenbergs, dessen tn zahlreichen Büchern. Broschüren und Artikeln nieder- gelegte Gedanken etwas ganz anoeres sagten. Zum Schluß zeigt sich dann das Blatt mertrourt)igerroci|e noch darüber erstaunt, daß der Reichskanzler von den letzten 14 Jahren als von einer Zeit spreche, in Der die im Weltkrieg besiegten Staaten d a s O b \ e f t ständiger Bedrohungen und Heber- fälle gewesen wären. — Der ,„K r a kau er Kurjer" schreibt, eine Neuheit wäre im Munde Hitlers die Behauptung gewesen, daß seine Regierung alle lebendigen Kräfte der anderen ^nnen respektiere. Die Erklärung Hitlers, wonach jeder Krieg für Deutschland - daß der Kanzler dies n 1 ti t nur für Deutschland sagte, verschweigt das Recht ist von ihm klar und energisch bctrafhgt worden. Seine Worte über einen neuen Krieg sind so klar und bindend, daß niemand Daran berumDcutcln kann. Richt weniger klar und bindend seien Die vor Der Weltösfentlichkeit gesprochenen Kanzlerworte über die E i n h a l t u n g Der übernommenen Pflichten Unter diesen Umständen könne niemand m eh tim E r n st von einer Sabotage Der 21 o - rüstungskonserenzdurchDeutf tiIanD sprechen, da es in Wirklichkeit abgerustet hat und damit das Recht, daß die übrigen Staaten loyal seinem Beispiel folgen. - ..P v p o l odr Roma' schreibt Rach der Rede des Aeichs- kanzlers und nach der Botschast Roosevelts sei es nicht mehr möglich, die Weltöffentlichkeit mik Zweideutigkeiten zu beunruhigen und zu tauschen. Auch sei es nicht mehr möglich, nach diesen Kundgebungen sich ein falsches Alibi zu besorgen^ Angebote hinsichtlich der allmählichen Her- stellung der Rüstungsgleichheit befriedigt werde und welche Zusicherungen Deutschland bezüglich seiner unmittelbaren und künftigen -ao- sichten geben kann. In der „M 0 r n i n g P 0 st- heißt es, Herr Hit- ler messe dem Versailler V e r t r a g bie Hauptschulb an ber heutigen unglückseligen Lage bei. Aber bie wahre Schwierigkeit in Verfailles sei gewesen, baß Europa von b e m © e b a n • k e n besessen gewesen sei, niemals wieder unter der Bedrohung b e s preußischen Gei- st e 5 zu leben. Der Reichskanzler gebe berubigenbe Versicherungen ab. Aber es zeige sich eine Geistesverfassung in Deutschland, die beunruhigender sei, als tatsächliche Rüstungen es sein würden. Die Haupthosinung für Europa liege bann, daß Herr Hstler sich klar Darüber sei und es auch fernen Landsleuten sage, welcher Wahnsinn es sein würde, eine Neuregelung in Europa durch Waffengewalt zu versuchen. „Times" sagt, gestern habe man zum ersten Male Hitler als Staatsmann sprechen hören. Die meisten seiner Aeußerungen hätten auch aus dem Munde seiner unmittelbaren Amtsooraänger tonv men können. Unzweifelhaft habe er die Ansichten des amtlichen Deutschlands und des ganzen deutschen Volkes unb nicht bloß seine eigenen An- sichten verkünbet. Die Forberung nach voller Gleich- berechtigung könne im Prinzip nicht abge- Erlcheint täglich, außer Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustriert. (Siebener Familtenblatter HeimatBild DieScholl. monatsBejugsprets: Mit 4 Beilagen RTL 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. . -25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 8ernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Hieße». Postscheckkonto: Jraitffurt am Main 11686. ■nr.USWsBiatf ULMH«! Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Gens, 17. Mai. (TU.) Noch nie hat ein beutsches Ereignis das allgemeine Interesse beherrscht wie die große Kanzlerrede. Die Erklärung vor dem Reichstag istoondergesamtenAbrustungs- konserenz und allen Ab 0 rdnunge na m Lautsprecher gehört worden. Im Carlton- Parkchoiel war die deutsche Ab orbjiung mit dem stellvertretenden Delegationsfuhrer «taatssekre- tär ,on Rheinbaben und dem deutschen Ge- Geschwätz, sandten beim Völkerbund, v 0 n S\ e l (er zahlreichen deutschen Bcamtev des Völkerbundssekretariats und WC I VllllfU/*- II den Vertretern der deutschen Presse vor dem Laut- ÖCttl ^ütlXlCr tU. sprecher versammelt. In den Wandelhallen des Bo - \ iL „ n _ . Verbundes wurden die deutschen Vertreter unm.ttel- Rom, 18. Mat. lWTB. sunkspr.) .Wessa- bar nach Abschluß der Rede schon ungeduldig von gCr 0“ stellt fest: Der sriedenswille DeuNtilands ben ausländischen Delegierten und der gesamten jst t>Dm Reichskanzler Hitler nut ^estimmthel. internationalen Presse erwartet, um Einzelheiten UnD Wärme vertreten unb bas gute deutsche Der deutsche Reichslanzler hat mit seiner großen, in der ganzen Welt mit Spannung erwarteten Rede als Sprecher Der deutschen Aation Das gesagt, was der Würde Der Ration, Der Ehre Der Ration und dem internationalen Range der -Kation entsprach Als Ganzes und inihrenein- -einen Teilen betrachtet, war Dtefe Kundgebung nicht nur groß angelegt und zweckentsprechend, sie war vor allen Dingen in ftaatManmf^m tote tn taktischem Sinne außerordentlich klug. Es ist vielleicht das erstemal, daß eine Entschließung von der Tragweite der am Schluß der Sitzung gesaßten einstimmig angenommen wurde Darrn liegt nicht nur eine formale Geste, dann liegt vielmehr die Bestätigung unserer Feststellung, daß der Kanzler bas ausjprad), was alle Deutschen unterschreiben. Die Kunbgebung war nicht auf Forderungen gestimmt, sie war im Grunde eine großartige unö um- assende B er e i tsch a f t s e r k lar ung zum Dienst der deutschen Nation an den Aufgaben und Zielen von Welt und Menschheit. Immer wieder kommt die Wendung: „ W i r \ i n b b e r e i t Diese Bernt- schaftscrklärung erreichte ihren Höhepunkt m ber Feststellung, baß Deutschland feine gesamte Wehr- macht auflosen, die letzten Reste seiner militanschen | Bewaffnung vernichten unb allen polizeilichen Machtmitteln unb Derbänben eindeutig leden militärischen Charakter nehmen will, wenn Die andern genau das gleiche tun. Das Ausland, dessen ösfentliche Meinung durch Verleumdun- gen und Lügen vergiftet ist, mu^te affungslosJem angesichts einer solchen Erklärung. Aber daß es ch picht um ein taktisches Manöver handelt, mußte sich für jeden gutwilligen Hörer und Leser aus dem we t- anschaulichen Unterbau ergeben, aus dem Ado f H t (er diese entscheidende Bereitschaftserklarung able.tete Die arundsählichen Betrachtungen, die der Reichskanzler den praktischen Forderungen für eine neue Weltpolitik vorausschickte, sind nur eme außenpolitische Erweiterung und Bertiefung Der weltanschaulichen Erkenntnisse, die er bereits m feinem Buch „Mein Kampf medergelegt hat. Sie widersprechen in nichts den Lehren, Die Adolf Hitler als Grundgesetze des Lebens der Rationen und der Geschichte aus seinem Eindringen m Die tret- I jMWZ-MGW füllunfl IDrc» n°ti°nal-n L-b-nsrES.^b°- auch ° u - - lud -- d^ MdUch-n 2-L-dNg d-r nationalen Untere en politisch 3 ^ ^fnugluung wird gewertet, daß Hitler die Behaup- versagen, m voller ^j Ocit dn tülta, ber nationalsozialistische Vo kssportverbanb Das Glaubensbekenntms J> s^R t^. > sjje|)Quplung fin^betanntlid) viele Sudetendeutsche le itie »ubi Ui - | in ben Kerker geworfen worden —, mit so schlagkräftigen Argumenten widerlegte. , m Die deutsti-demokratische Prager „ B 0 hemia schreibt, die Charakteristik des Versailler Vertrages durch den Reichskanzler habe erschüttert und werde hoffentlich alle erschüttern, die sich bisher der Hoffnung hiiigegeben haben, aus diesem Vertrag lange Fahre hindurch politischen und wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, ohne Rücksicht auf die Verelendung Europas. Das linksdemokratische „Prager Tag- dl a 11" sagt, nicht nur das deutsche Volk, sondern auch der größte Teil des Auslandes kann, wenn er seinen in den letzten Jahren gegebenen Bekenntnissen treu bleiben will, gegen Hitlers Erklärungen keine Einwendungen erheben. - lehnt werden. Aber es fei nghezu unmöglich, von den Nachbarlandern einen sofortigen Verzicht auf ihre militärische Ueberlegenheit zu erwarten. Im allgemeinen tonne aus den Aeußerungen . des Kanzlers der Schluß gezogen werden, daß die deutsche Negierung zum mindesten bereit sei, jetzt in einer vernünftigeren Weise die Frage einer A e n d e- rung des Wesens der Reichswehr zu erörtern. Hitlers Erklärung, daß internationale Verträge nur Wert hätten, wenn sie von gleichbe- rechtiHten Nationen abgeschlossen würden, könne nicht be st ritten werden. Es werde niemals Ruhe in Europa geben, bevor derer- zw ungene Versailler Vertrag mit einem Mindestmaß von Abänderungen in einen von allen Beteiligten vereinbarten Frieden umgewandelt sei. In der „Financial Times" heißt es, der Angriff des Reichskanzlers auf den Versailler Vertrag roerbc in der Londoner City keinen Anstoß erregen, obwohl bis gestern der Eindruck bestanden hätte, daß Herrn Hitlers eigene Handlungen und Reden die Aussichten auf eine vereinbarte Revision schädigten. Herrn Hitlers Rede deute aufVersöhnungund Zusammenarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete hin, und wenn in dieser Richtung fortgefahren würde, sollte die Welt auf dem Wege zu neuer Wohlfahrt vorwärts kommen. Oer Roosevelt-Vorschlag. Eine Erläuterung des Weitzen Hauses. Washington, 18. Mai. (TL.) Angesichts widersprechender Auslegungen des Abrüstungs- Vorschlages Roosevelts erläßt das Weihe Haus folgende Klarstellung: Die amerikanische Regierung geht keinerlei Derpflichtun- ?c n ein, außer bei folgenden Mög - ichkeiten: 1. Wenn sämtliche anderen Rationen die Abschaffung der Angriffswaffen beschließen, werden die Bereinigten Staaten das gleiche tun. Dies ist eine bindende Zusage 2. Wenn sämtliche anderen Rationen während der Abrüstungsperiode Übereinkommen, vorbehaltlich be st ehender anderslautender Verträge nicht in Rachbargebiete e i n z u f a l l e n, werden sich die Vereinigten Staaten diesem Lebereinkommen a n s ch l i e ß e n- 3. 3m Falle einer Verletzung eines solchen Abkommens oder solcher Abkommen wird die amerikanische Regierung die übrigen Mächte über die zu treffenden Maßnahmen konsultieren. Dies ist ebenfalls eine bindende Zusage. Vom Weißen Haus wird ferner dementiert, daß Roosevelt durch den Inhalt des Abrüstungsvorschlages und des Nichtangriffsvorschlages Amerikas traditionelle Jsolierungspolitik ausgegeben habe. Das Dementi wurde angesichts zahlreicher europäischer Aeußerungen ausgegeben, die darauf abgestellt waren, daß Roosevelt gegenüber Europa eine neue Politik einschlagen werde. Das Dementi ist anscheinend für den Ge- brauck in den Vereinigten Staaten bestimmt. Auf den Appell Roosevelts, der an 44 Nationen gerichtet war, sind bisherlOAntworteneingegau' gen, die sich alle zu stimmend ausgesprochen haben. Scharfer Protest gegen die Praxis des Effektivausschuffes Genf, 17. Mai. (TU.) Die Vertreter Deutschlands, Italiens und Ungarns gaben im Effektivausschuß der Abrüstungskonferenz heute eine übereinstimmende scharfe Erklärung ab, die sich gegen die bisher angewandte unverantwortliche Beweisführung bei der Be Handlung der Wehrverbände der einzelnen Länder richtet. Die drei Vertreter wiesen darauf hin, daß der militärische Charakter der Wehrverbände, einiger Länder mit unkontrollierbarem Material des Spionagedienstes, mit Zeitungsartikeln und anderen unverantwortlichen Aeußerungen begründet worden sei, und daß der Effektivausschuß seine offiziellen Beschlüsse auf ein derartiges amt- li ch niemals an erkanntes Material auf- gebaut habe. Aus diesen Gründen müßten die Be- schlüsse des Effektivausschusses als völlig u n • haltbar und gegen st andslos angesehen werden. Der Effektivausschuß hat die russische GPU. als eine militärische Organisation erklärt und mit 58 000 Mann bei der künftigen Festsetzung der russischen Effektivstärke in Anrechnung gebracht. Neue Lügenmeldungen über Deutschland. Berlin, 17. Mai. (WTB.) Im Ausland tauchen neuerdings wieder Greuelmeldungen auf, die von Mißhandlungen, Folterungen u. a. im Zusammenhang mit der Aktion gegen d i e in a r x i st i - schen Gewerkschaften berichten. So schreibt 3. B. der „Sozialdernokrats" Riga von angeblichen Mißhandlungen der verhafteten mar- xi st ischen Gewerkschaftsfunktionäre. L e i p a r t und Großmann seien erst der Polizei übergeben worden, nachdem sie in einem Keller gefoltert worden seien und „Stoßtruppler ihre sadistischen Triebe befriedigt" hätten. Hierzu teilt der Amtliche Preußische Pressedienst mit, daß diese Meldungen frei erfunden find. Leiport und Großmann wurden mit Rücksicht auf ihr Alter und ihre Leiden sofort nach ihrer Verhaftung in das Staatskrankenhaus übergeführt und dort untersucht. Die ärztliche Untersuchung stellte bei Peter Großmann, der am 20. Juli 1873 geboren ist, ein Herzleiden sowie Gelenktuberkulose im linken Knöchel und bei Theodor Leiport, geboren am 17. Mai 1867, einen Herzfehler und damit im Zusammenhang flehende Leiden fest. M i ß h o n d - lungen sind bei der Aktion gegen die marxistischen Gewerkschaften in keinem Fall vorgekommen. Das Nachspiel zum ArombergerSchulprozeß Drei deutsche Lehrer entlassen. Dromberg, 17. Mai. (CRD. Eig.Meldung.) Zu dem Dromberger Prozeß gegen einen deutschen Schüler wegen angeblicher Mißhandlung des Sohnes eines deutschen Renegaten Hot es nun ein Rachspiel gegeben. Der Klassenlehrer des deutschen Sekundaners Krüger, Oberlehrer Dr. Müller vom deutschen Privatghmnasium in Brom- berg, hat die Mitteilung erholten, daß ihm d i e Lehrerlaubnis entzo gen worden ist. Damit kann Dr. Müller seinen Beruf als Oberlehrer in Polen nicht mehr ausüben. Die Entlassung wird mit dem angeblichen Hitlergeist in in seiner Klasse begründet. Der erste deutsche Angestelltenkongreß. Berlin, 17. Mai. (WTB. - Funkspruch.) Der Führer des Gesamtverbondes der deutschen Angestelitenverbände, Albert F o r st e r , hat für Freitag, 19. Mai, in den Sitzungssaal des Reichs» Wirtschaftsrates den ersten deutschen Angestellten- kongreh einberufen. Am Donnerstag findet eine Tagung sämtlicher Angestelltenverbände statt, in wetther die Reubildung der deutschen Angestelltenfront vorgenommen werden wird. Dos vorbereitende Bureau zu beiden Tagungen befindet sich in Berlin-Wilmersdorf, Kai» serallee 25. Rach einer Eröffnungsansprache von Georg S ch l o d e r, München, wird A. F o r st e r ein Referat über „Die Angestelltenschaft in der Deutschen Arbeiterschaft" halten. Darauf wird der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, über „Die Deutsche Arbeitsfront in der Deutschen Volksfront" sprechen. Zu dem Kongreß entsenden je 50 000 Mitglieder der bisherigen Angestelltenverbände einen Delegierten. Da etwa 1,3 Millionen Angestellte in den bisherigen Einzel- verbändcn organisiert sind, wird man mit rund 30 Delegierten der Angestellten rechnen können. Hinzu kommen noch etwa 20 Vertreter des kleinen und etwa 60 Vertreter des großen Konvents der Deutschen Arbeitsfront, sowie die Vertreter der Reichsleitung der RSDO. Die Gliederung der neuen Einheitsgewerkschast. Die Nationalsozialistische Angestelltengewerkschaft (NSA), die sämtliche deutschen Ängestelltenverbände umfaßt, ist der Gesamtverband der deutschen Angestelltenverbände innerhalb der deutschen Arbeitsfront. Die NSA. gliedert sich in Berufsverbände, die in voller Selbstverwaltung für ihre Berufsgruppen unter Aufsicht nach den Richtlinien der NSA. ihre Aufgabe zu erfüllen haben. Es wird folgende Berufsverbandsgliederung vorgenommen: 1. DHV. (Deutscher Handlungsgehilfenverband) für alle männlichen Angestellten, welche mit kaufmännischen Arbeiten beschäftigt sind. 2. Verband Deutscher Techniker für Techniker, Ingenieure, Chemiker und andere. 3. Verband Deutscher Werkmeister für Werkmeister, Poliere, Schacht- und Ziegelmeister und andere. 4. Verband Deutscher Büro - und B e - hördenangestellter für alle männlichen Angestellten bei Behörden, öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Büros ohne kaufmännische Dienstleistungen. 5. Verband Deutscher Land-, Guts» und Forstwirtschaftsangestellter für alle in der Land- und Forstwirtschaft und deren Zweigen tätigen Fachkräfte. 6. Verband angestellter Aerzie und angeftellter Apotheker. 7. Verband seemännischer 21 n g e ft eilte r für alle an Bord tätigen seemännischen und technischen Angestellten der Seeschiffahrt. 8. Verband der Deutschen Theater- ange ft eilten und anderer Berufe. 9. Verband der weiblichen Angestell- t e n. Organe der NSA. find: 1. Der Führer, 2. der Führerbeirat, 3. die (Befamtoertretung, 4. die Arbeitsausschüsse. Der Führer der NSA. ist der Danziger Gauleiter der NSDAP. Albert F o r st e r. Der Führer ist der gesetzliche Vertreter der NSA. Er leitet die NSA. gestützt auf den Rat und die Hilfe des Führerbeirats. Der Führer entscheidet in allen Fragen selbstverantwortlich und übt alle Rechte aus, die der NSA. nach dieser Satzung zustehen. Der Führer gehört der leitenden Körperschaft jeden angeschloffenen Verbands a n. Er kann an allen Sitzungen und Tagungen aller Organe der Verbände teilnehmen. Ebenso kann er die Einberufung solcher Sitzungen und Tagungen verlangen oder selbst vornehmen und Anträge zur Beratung stellen. Gegen Handlungen der Verbände kann er Einspruch erheben und die Durchführung verbieten. Der Führerbeirat wird vom Führer berufen. Er besteht aus dem Geschäftsführer der RSA., welcher gleichzeitig Stellvertreter des Führers ist und aus den vom Führer ernannten Mitgliedern. Der Geschäftsführer wird vom Führer bestellt. — Die Gesamtvertretung besteht aus dem Führer, dem Geschäftsführer, dem Führerbeirat und je einem Vertreter der Verbände. Die Gesamtvertretung wird jeweils vom Führer einberufen und hat die Pflicht, an der Erfüllung der genannten Aufgaben mitzuwirken. — Der Führer kann für einzelne Aufgabengebiete ständige Arbeitsausschüsse einsetzen. Die Vorsitzenden dieser Ausschüsse werden vom Führer berufen. 3m Bedarfsfälle kann der Führer Berufung beamteter Sachbearbeiter für Arbeitsausschüsse anstellen. Die RSA. gliedert sich in Gaue, Kreise und Ortsgruppen. Die Gauführer werden vom Führer der RSA., die Kreisführer werden vom Gauführer und die Ortsgruppenführer vom Kreisführer ernannt. Ferner hat der Ministerialrat Sawicki vom Posener Schulkuratorium in der deutschen Volksschule in Brombcrg eine Lntersuchung vorgenommen und die Kinder in Klausur sämtlich vernommen. Sämtliche Kinder sagten für ihre Lehrer aus. Trotzdem wurde der deutsche Schulleiter E ck e r t und der Lehrer Schmelzer entlassen. Beiden ist ebenfalls die Lehrerlaubnis entzogen worden. Dieses Vorgehen ist um so interessanter, als die Briefe, mit denen die Lehrerlaubnis entzogen worden ist, bereits vom 9. Mai datiert sind. Bekanntlich hat die erste Verhandlung in dem Dromberger Schulprozeß am 8. Mai stattgefunden; am 12. Mai kam es zu einem Ver- gleich, und zwar nur auf Grund der warnenden Stimmen der deutschen Presse. Die Tatsache, daß die Entlassung der Lehrer schon vor Be - endigung des Prozesses beschlossene Sache war, beweist, daß der ganze Prozeß nur aufgezogen wurde, um durch die Lrteilsbegrün- dung eine Handhabe gegen die deutschen Schulen zu erhalten. Oie Zukunst des Stahlhelms. Ein Aufsatz Seldtcs. Berlin, 18. Mai. (TL.) 3n der neuesten Rümmer des „Stahlhelm" macht der Bundesführer Re.chsarbeitsminister Franz S e l d t e bemerkenswerte Ausführungen über die Zukunst des Stahlhelms; denn darüber, so heißt es u. a., besteht zwischen dem Führer der nationalen Revolution, dem Kanzler des deutschen Volkes, und mir, dem Gründer und Führer des Stahlhelms, keine Meinungsverschiedenheit: Richt der Organisation des Stahlhelm zu Liebe, noch weniger mir persönlich zu Liebe muß der Stahlhelm erhalten bleiben in seiner Art und in seiner Arbeitsstruktur, sondern um des deutschen Volkes willen. Die Kräfte des alten Soldatentums, die in langer und opferreicher Zusammenarbeit gestaltet und erprobt sind, haben Werte der Tradition und der Bindungen hervorgerusen und lebendig gemacht, die am wenigsten entbehrt werden können, wenn von innen und von außen gefährliche Gegner das Werk der nationalen Revolution bedrohen. 2ch habe Verständnis dafür, daß in Kreisen der Rationalsoziali st ischen Partei die Stellungnahme zu einer politischen, aber nicht-p artet- politischen Organisation wie es der Stahlhelm ist, nicht immer ganz einfach ist. Aber dieses wird sich bei gutem Willen Überwinden lassen. Denn der Stahlhelm muß fein und bleiben wie er war, um seiner Aufgabe willen, um des deutschen Volkes und um des Wertes willen, den er für das Schicksal des deutschen Volkes nicht nur gehabt hat, sondern heute hat und in Zukunst haben wird- Einschränkung der Vollmacht der Wirtschaftskommiffare. Berlin, 17. Mai. (WTB. Amtlich.) Der R e i ch s w i r t s ch a f t s m i n i st e r hat sich veranlaßt gesehen, die Komifsare beim Reichsoerband der Deutschen Industrie Dr. h. c. Wagener und 21. Möllers (M. d. R.) darauf hinzuweifen, daß ihre Vollmacht sich nur auf den G e - chäftsbereich des Reichsverbandes > e r Deutschen Industrie und der ihm angc- chlofsenen Verbände erstreckt und daß sie sachlich nur oroeit geht, die Anvassung dieser genannten 23er- bände an die neue Wirtschaftsführung zu gewährleisten. Das Schreiben des Reichswirtfchaftsrnini- sters an die Kommissare Dr. h. c. Wagener und A. I Möllers hat folgenden Wortlaut: „Hinsichtlich des Umfanges der Ihnen unter dem 2. Mai übersandten Vollmacht find Zweifel entstanden und Klagen wegen Ueberfdjreitung der Vollmacht aus dem Lande eingegangen. Grundsätzlich muß ich darauf Hinweisen, daß die Vollmacht keineswegs weitergehen kann als die mir zu stehenden Befugnisse, da ich nicht mehr Rechte zu übertragen vermag, als ich selbst habe. Darüber hinaus weise ich besonders darauf hin, daß nach der Vollmacht die Einsetzung von weiteren Kommissaren ausdrücklich meiner Zustimmung unterliegt. Demgemäß bedurften und bedürfen selbstverständlich auch Personalveränderungen, die in den dem Reichsoerband angegliederten Verbänden vorgenommen werden sollen, meiner Zustimmung. Die Vollmacht bezieht sich nur auf den Reichsverband der Deutschen Industrie und die ihm angeschlossenen Verbände und schließt insbesondere nicht Maßnahmen in sich, die von der geltenden Rechtsordnungabweichen. Derartige Maßnahmen können nur auf gesetzlichem Wege durch die verfassungsmäßig berufenen Organe vorgenommen werden. Die im Vorsitze des Industrie - und Handelstages vorgenommene Veränderung bitte ich sofort rückgängig zu machen." Eine Erklärung des Verbindungsstabs der NSDAP, bei der Reichsbahn. Berlin, 17. Mai. (WTB.) Der Leiter des VerbindungsftabesderNSDAP. hat zur Mitarbeit bei der Klärung von Reichsbahnfragen und insbesondere von Vorwürfen, die in der Def- fentlichkeit erhoben worden sind, einenFührer- st a b bestimmt, der sich aus Vertrauensleuten der NSDAP, zufammenfetzt und die Aufgabe hat, im Zusammenwirken mit dem Generaldirektor der Reichsbahn die erhobenen Vorwürfe zu klären. Bis zur Klärung der Angelegenheit ist es den U n - terglieberungen der NSDAP, einschließlich der Reichsbahnfachschasten u n te r ( a g t, die Reichsbahn betreffende 23 er- fammlungen abzuhalten, oder weiterhin Flugschriften gegen die Reichsbahn zu verbreiten. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg empfing den Neichsemährungs- und Reichswirtfchastsminifter Hugenberg, sowie den stellvertretenden Führer der Deutschnationalen Front v. Winterfeldt zum gemeinsamen Vortrag. * Der deutsche Gesandte in Wien Dr. Rieth hat bei der österreichischen Regierung gegen einen in der „Roten Fahne" erschienenen, den Reichskanzler beleidigenden Artikel protestiert, ebenso gegen ein den Reichskanzler in schwerster Weise verunglimpfendes und beleidigendes Bild und die Bestrafung der verantwortlichen Redakteure verlangt. Die Bestrafung wurde dem Gesandten z u g e f a g t. Die Stellung des Deutschen Roten Kreuzes im neuen Staate war Gegenstand von Besprechungen zwischen dem Präsidenten v. W i n t e r f e l d t, dem Reichsminister des 3nnern Dr. Frick und dem bevollmächtigten Vertreter des Führers der RSDAP. Rudolf Heß. Aus Grund dieser Besprechungen wird nunmehr der Ches des Sanitätswesens der SA. Generaloberstabsarzt a. D. Dr. H o ch e i s e n als besonderer Beauftragter des Reichsministers des 3nnern die weiteren Fragen klären. Kunst und Wiffenschast. Marburger Festspiele 1933. Die Marburger Festspiele, die sich in den bisherigen sechs Spielzeiten eines wachsenden Erfolges zu erfreuen hatten, werden auch in diesem Sommer wieder auf der Freilichtbühne stattfinden. Das Programm umfaßt das hessische Reformatio n s s p i e l, das bereits 1927 eine starke und volkstümliche Wirkung hervorrief, ferner das /Dintermärchen" von Shakespeare und »Die Räuber" von Schiller. Aus aller Welt. Schweres Lxplosionsunglück in München. Ein schweres Explosionsunglück ereignete sich in der Reichsbranntwein-Monopolgesellschaft (früher Gebrüder Macholl) in München. Die an die Unglüctsftelle gerufene Berufsfeuerwehr stellte fest, daß in einem großen leeren Spiritustank, in dem zwei Mann mit Reinigungsarbeiten beschäftigt waren, eine Explosion erfolgt war, durch die die beiden Arbeiter schwer verletzt wurden. Fast zur gleichen Zeit entstand eine zweite Explosion aus bisher noch nicht geklärten Gründen. Hierbei war eine Rohrleitung, die Spiritus zum Kellerraum ablenkt, zerrissen worden. Der aussließenbe Spiritus drang in den Keller, und durch die dort herrschende Hitze ereignete sich eine weitere Explo- fion. Dabei wurde der 24 Jahre alte Schlosser Dingger getötet und fünf weitere Arbeiter schwer verletzt. Die Feuerwehr mußte, um nachfolgende Explosionen hinanzuhalten, den Keller unter Wasser setzen. Der Rettungsdienst verbrachte die Verletzten in das Krankenhaus, wo der am schwersten verletzte 27jährige Hilfsarbeiter Thur- n e r in den Abendstunden seinen Brandwunden erlegen ist, ebenso ist der 32 Jahre alte Kupferschmied Hümmer an den Folgen der schweren Verletzungen gestorben. 70 Jahre Weinheimer Senioren-Lonvenk. Am 25. vis 27. Mai feiert der WSC., welches die Corps der Technischen Hochschulen und Bergakademien Deutschlands umfaßt, sein 70iähriges Bestehen. Er wurde 1863 von den örtlichen SC. zu Karlsruhe, Hannover, Stuttgart und Zürich gegründet. Heute sind 14 SC. mit 60 Corps (darunter drei suspendierten) in ihm zusammengeschlossen. Seinen 2700 aktiven Mitgliedern schließen sich im Rahmen des Weinheimer Verbandes Alter Corpsstudenten rund 8000 Alte Herren an. Aus den Weinheimer Corps sind von Max Eyth bis Dornier viele weit bekannte Vertreter der Technik, Raturwissenschaften und der Großindustrie hervorgegangen: auch Männer von hohen nationalen Verdiensten, wie Franz Seldte. — Die 3ubiläumstagung wird wieder auf der Wachenburg bei Weinheim stattfinden, welche sich der WSC. als steinernes Sinnbild corpsstudentischen Wesens erbaute. Drahms-Fesi in Wien. 3m Großen Musikvereinssaal in Wien wurde in Anwesenheit des österreichischen Bundespräsidenten das große Brahrns-Fest feierlich eröffnet, das von der Deutschen Brahms-Gesellschaft gemeinsam mit der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde veranstaltet wird. Generalmusikdirektor Furtwängler hielt die Festrede. Der Deutsche Buchdruckerverein gibt 20 000 Mark für die „Stiftung für Opfer der Arbeit". Der Deutsche Buchdruckerverein e. 23. hat anläßlich der Auflösung seines Reservefonds einen Betrag von 2 0 0 0 0 Mark für bie „Stiftung für Opfer der Arbeit" gestiftet. Der Reichskanzler hat feiner außerordentlichen Freude über diese Spende dadurch Ausdruck gegeben, daß er dem Buchdruckerverein mit einem Dankschreiben sein Bild im silbernen Rahmen übersandt hat. Geschenke an Hindenburg, Hitler und Goebbels mit „Graf Zeppelin". Wie Kapitän v. S ch i l l e r mitteilt, hat daS Luftschiff „Gras Zeppelin" vom Gouverneur von Pernambuco als Geschenk für den Reichspräsidenten v. Hindenburg, Reichskanzler Hitler und Reichsminister Goebbels je einen großen Korb mit brasilianischen Früchten mitgebracht. Diese Geschenke werden mittels Sonderflugzeug der Deutschen Lufthansa nach Berlin befördert. Explosion in einer holländischen Fabrik. — 28 Arbeiter verletzt. Infolge der Explosion einer großen Ballonflasche mit Aether im Keller einer Rotterdamer Fabrik für pharmazeutische Erzeugnisse, brach ein Brand aus, der so schnell um sich griff, daß in wenigen Minuten das ganze Gebäude in Flammen st a n d. Die Arbeiter suchten sich eilends in Sicherheit zu bringen. 6 im Keller beschäftigte Arbeiter liefen im brennenden Kleidern auf die Straße. Viele mußten über die Dächer flüchten. 28 Personen wurden verletzt und ins Krankenhaus geschafft. 13 von ihnen konnten nach ärztlicher Behandlung wieder entlassen werde.n; vier Verwundete befinden sich in besorgniserregendem Zustand. Die Feuerwehr konnte wegen der sich entwickelnden Giftgase nicht an den Brandherd herankommen und mußte sich auf den Schutz der anliegenden Häuser beschränken, die ebenfalls schwer beschädigt wurden und geräumt werden mußten. Das Innere der Fabrik bietet ein Bild der Verwüstung. Autounglück bei Düsseldorf. — Lin Toter, zwei Schwerverletzte. 3n Büderich bei Düsseldorf ereignete sich ein schweres Autounglück, das angeblich durch die Trunkenheit eines Chauffeurs verursacht wurde. Der Chauffeur überfuhr mit seinem Wagen von hinten eine aus vier Personen bestehende Fuß» gängergruppe und raste dann gegen einen Daum, wo der Wagen zertrümmert liegen blieb. Einer der Uebersahrenen, Hermann Zille kens aus Düsseldorf-Heerdt, wurde auf der Stelle getötet, eine Dame und ein junger Mann wurden schwer verletzt, während ein weiterer Fußgänger einen Nervenschock erlitt. Der Führer des Wagens blieb unverletzt. Der tödlich Verunglückte war ein bekannter Fußballspieler und gehörte der Düsseldorfer „Fortuna' an. Er kam mit den übrigen Passanten vom Sportplatz in Büderich, wo er eine Mannschaft trainierte. Vollstreckung eines Todesurteils in Bayern. Im Hofe des Landgerichtsgefängnisses Deggendorf (Niederbayern) wurde das Todesurteil gegen den Dienstknecht Josef Frauendorfer von Kemathen vollstreckt. Frauendorfer war im Oktober 1932 vom Schwurgericyt Deggendorf wegen Raubmordes an der Schreinerstochter Babette Frey in Oberbubach und wegen eines Mordes an deren 3% Jahre alten Nichte Pauline Frey zweimal zum Tode verurteilt worden. Wcr.crvoraussage. Die Luftdruckgegensätze haben sich ziemlich ausgeglichen, wobei die nordöstliche Störung sich weiter auffüllte. Heber dem Nordmeer hat sich hoher Druck aufgebaut, der weiter über Deutschland Einfluß gewinnen wird. Die Bewölkung dürfte dabei mehr zurückgehen, fo daß die Sonnenstrahlung stärker durchgreifen und tagsüber Erwärmung verursachen wird. Aussichten für Freitag: Dunstig und leicht bewölkt mit Aufheiterung, tagsüber weitere Erwärmung, trocken. Aussichten für Samstag: Fortdauer des im wesentlichen heiteren und trockenen Wetters mit fortschreitender Erwärmung. Aus der Provinzialhauptstadt en er- Wirtschaft irit. — Nachdruck verboten Ohne Gewähr loltr, 17. Mai 1933 1. Ziehungstag 206992 212909 238692 259752 mit: genug 80643 154179 232530 311694 138744 194955 109360 156613 11449 175567 278521 108067 186604 283981 104491 184648 260789 387551 500 Dl. 135219 202308 360342 218437 219803 22768 176636 320535 76543 134231 224615 303637 135346 189428 271111 381220 346093 261482 114020 204737 330590 , hat da- Souver- für den Reichs- ebbcli n Früch- n mittrii infa nach 44 ®«Winn« >u 99346 109804 194794 194969 340641 358083 Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Rclchskrcdilgefcllfchast Berlin W 8. Behrnvsstrahe 2122, sowie auf deren Reich»- bantgirotonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobejeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit". 4 ®«winn« iu 5000 W. 8 Gewinn« iu 3000 W. 396732 8 iSttoinne m 2000 W. 322973 36 ®r6rlnnt >» 1000 M. 133795 161765 167550 210051 220016 243629 en toutbe andrsprä- lich eröff- 'elellschast er Musik- sikdirektor ZAHNPASTA erhält die Zähne. f schön weiss » gesund In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Oetttnne tu 100000 M. 98097 2 Otwiant ,u 10000 Dl. 162771 Gewinnauszug 2. Älafle 41. Preubisch-SllbbeuIsche (267. Preuß.) Staals-Lotterie 2 Cesinne »u 5000 M. 6 ®«wtnn« ,» 3000 Dl. 4 »«Winne ju 2000 W. 22 $«wlnn« »n 1000 M. 105677 145780 163202 wo Marl beit'. (in t. 8. Itrotfonbi e„Sfif» ifltl Itr n Frrudr iben, dah tschttiden hat. ioebbele ent '.Elches ^Drrg« Wogegen ST. iurich ge, W (bat* inimenge* m schste* ierbande- enen an. ron Ms nie 2ei* und bet nner von . §ranz d toieber ittfinben, Linnbitd 273307 296972 372098 379202 380441 397312 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 374398 38 »ettHnne *n 800 M. 19594 53429 86548 140404 157680 174399 188037 197759 209191 223792 232774 247443 263539 280960 292984 322651 215860 31322 144008 369922 105194 290562 752026739 98276 105654 200634 326169 373647 111557 118315 209872 211848 295168 303602 3472 5089 12304 25559 138998 153449 160829 245086 297129 318399 362348 306431 377909 e sich em blich durch acht würbe. Sagen wnbe W inen Dam. 'lieb. •* iltns aus Stelle ge- kann wurden eilerer <0 ^ortplah m -ainierte- Sayern. Ä ,ter Lab-m ! Jlordes "" • 3- P. Bember g 21®., Wuppertal- Dar m e n- 2n der Aufsichtsratssihung der Gesellschaft wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1932 vorgelegt und genehmigt. Der Generalversammlung am 24. 3uni soll eine Zusammenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis von 2:1 vorgeschlagen werden, wodurch ein Buch- gewinn von 20 Millionen entsteht, der zu» Deckung des bilanzmäßigen Verlustes, zu notwendig erscheinenden Wertberichtigungen und zur Bildung des gesetzlichen Reservefonds dienen soll. Die Verwaltung hofft, auf Grund der sanierten Bilanz und nach dem vorläusigen CBccIauf des Geschäftsjahres 1933 äleberschüsse erzielen zu können. Von der künftigen Entwicklung hänge cs ab, inwieweit diese Lieberschüsse der inneren Stärkung des Llnternehmens bzw. der Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen dienen werden. Frankfurt freundlich und befestigt. Frankfurt a. M„ 18. Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Die Mittagsbörse war nach einem recht uneinheitlichen Beginn nach den ersten Votierungen meist leicht befestigt, die Llmsahtätig- keit hielt sich dabei aber in sehr engen Grenzen. Für die freundliche Stimmung waren der gute Eindruck der Reichskanzlerrede auch im Auslande und die Befestigung der deutschen Auslandsbonds maßgebend, während anfangs die vollkommene Orderlosigkeit der Kundschaft störend empfunden wurde und vielfach einige Glattstellungen auslöste. Die Kursgestaltung war daher unregelmäßig, wenngleich große Veränderungen nach der einen oder anderen Seite nicht zu verzeichnen waren. 3m allgemeinen wartet die Börse die Entwicklung der außenpolitischen Lage ab. Gegenüber der zum Teil schwächeren Abendbörse lagen Montanwerte wieder unter leichtem Druck, die überwiegend Rückgänge bis zu 1 Prozent aufwiesen. Rhcinstahl verloren 1,65 Proz., nur Phönix setzten etwas höher ein. Am Chemie- morkt zogen 3.-G.' Farben nach unverändertem Beginn später um 1 auf 132 Prozent an, Scheideanstalt lagen 3 Prozent höher. Elektrowerte waren meist nur um Bruchteile eines Prozentes verändert. Fester waren aber Licht und Kraft mit plus 1,50 Prozent, und Gesfürel mit plus 1 Prozent, während Siemens und Rheinische Elektro Mannheim je 1 Prozent nachgaben. Einiges 3nteresse zeigte sich für Zellstoffaktien, von denen Aschaffenburg erneut 0,65 Prozent, und Waldhof 1,25 Prozent gewannen. Dau- und Ze- mentwcrte lagen nach etwas leichterer Eröffnung im Verlaufe gebessert. 3m übrigen eröffneten u. a. Reichsbank mit plus 1,25 Prozent, Süddeutsche Zucker mit plus 2 Prozent, Gebr. 3ung- hans mit plus 1,39 Prozent, dagegen Akkumulatoren mit minus 2,50 Prozent, AG. für Verkehrswesen und Kali Westeregeln mit je minus 1 Prozent. Schiffahrtsaktien waren um 0,25 bis 0,50 Prozent befestigt. 3m Verlaufe lagen die Kurse bei kleinem Geschäft weiter uneiicheitlich. 3G. und einige andere Werke gingen um etwa 1 Prozent zurück, während andererseits Licht u. Kraft und Gesfürel weiter etwas anzogen. Der Rentenmarkt tendierte überwiegend f e st e r. Deutsche Anleihen zogen 0,5 bis 1 Prozent an, Stahlvereinsbonds gewannen 0,6 Prozent, wogegen Reichsschuldbuch-Forderungen nur knapp gehalten waren. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich Kauflust, so daß Goldpfandbriese meist 2 »twlnn« I« 50000 M. 114634 4 »«Winne iu 10000 TL 143545 365900 ----- 227441 330227 bis zu 1 Prozent, Liquidationspsandbriefe und Kommunalobligationen etwa 0,5 Prozent höher lagen. Am Auslandrentenmarkt lagen türkische Anleihen uneinheitlich, Rumänen blieben gut behauptet. Tagesgeld war etwa gesucht und wurde auf 3,75 Prozent erhöht. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 18. Mai. Auftriebt 163 Rinder, 973 Kälber, 57 Schafe, 689 Schweine. Cs notierten: Kälber. Deste Mast- und Saugkälber 40 bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 27 bis 34. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 25 bis 28, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 24. Schweine. Dollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 38 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 38 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfund 37 bis 40. Marktverlauf. Kälber und Schafs ruhig, geräumt; Schweine mittelmäßig, ausverkauft. jen Sallon« Hofterbamer i, brach ein >a6 in weni« inFlani' eilenbs in fügte Mei- die Strafe. 28 Perfonen ns geidjaffL Behandlung iete befinden : Feuerwehr liflgafe nicht iu&le sich °u> hränlen, die nd geräumt if bietet em 375411 377134 392651 62 »«Winne «n 500 TR. 28955 49720 52425 53849 58298 69083 77218 80662 93926 103237 113521 ------ ------ 155979 180410 182232 182367 339219 351109 368106 _____ 50 Gewinn. >» 800 Dl. 30241 33685 68250 72744 Beruf und Tuberkulose. Don Reg.>Med.»Rat i. ZR. Or. Denker Zum Schutze vor den Gefahren einer Tuber- kuloseansteckung muß man wissen, wie diese Krankheit übertragen wird. Der Krankheitserreger, der Tuberkelbazillus, kann aus der erkrankten Lunye eines Schwindsüchtigen auf verschiedene Weife in den Körper eines gesunden Menschen gelangen. Gewöhnlich werden die Bazillen mit dem Auswurf aus der kranken Lunge entleert, oder sie sind in den feinen Tröpfchen enthalten, die beim Husten, Niesen oder Sprechen fortgefchleudert werden. Unmittelbare Ansteckung kann im Bereich dieses Sprüh- von Kotzebue unter der Spielleitung von Dberfpiel« leiter Peter F a s s o t t. In der Rolle der Frau Etaar Frau Auguste Prasch-Grevenberg, Ehrenmit- glieb des Meininger Landestheaters, als Gast. Gewöhnliche Preise. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. — In Vorbereitung das Schaufpiel: „Schlageter" von Hanns Iahst unter der Spielleitung von Intendant Dr. Rolf P r a f ch. Erstaufführung am Dienstag, 23. Mai, als 32. Vorstellung im Dienstag-Abonne- ment. — Männer-Turnverein. Am Samstag, 20. d. M., findet im Cafe Ebel eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, die sich mit der vom neuen Kreisführer angeordneten Gleichschaltung des Vereins, Wahl des 1. Vorsitzenden, befassen wird. (Siehe heutige Anzeige.) — Volkshochschule. Am kommenden Sonntag, 21. Mai, findet der zweite „Pflanzenkundliche Ausflug" statt, um die nähere Umgebung Gießens in ihrem Pflanzenbestand kennenzulernen. Näheres sieh.- heutige Anzeige. •• Die Gießener H o ch f ch u l g e f e l l - schäft hält am nächsten Samstag ihre Jahres- Tagung ab. 3m Rahmen dieser Tagung findet von 17.15 Llhr ab im Großen Hörsaal der Universität eine Festsitzung statt, in deren Mittelpunkt der Festvortrag von Prof. Dr. Kuhn über „Die medizinischen Fakultäten in Deutschland" stehen wird. Der Eintritt ist frei. Gäste sind willkommen. (Siehe heutige Anzeige.) •• Dom Hessischen Rotarverein. Unter der Leitung seines zum Unterbeauftragten für das Hessische Notariat ernannten seitherigen Vorsitzenden haben die am 13 Mai fast vollzählig versammelten Hessischen Volare einstimmig ihren Verein in den Dund nationalsozialistischer deutscher Juristen übergeleitet. — Heilsarmee- Morgen, Freitag, abend im Universitätsgebäude Vortrag über „Die Heilsarmee in Beziehung zu Staat und Kirche". (Siehe heutige Anzeige.) Sitzung des Darmstädter Sondergerichts. WSV. Darmstadt, 16. Mai. Dor dem Eondergericht Darmstadt hatten sich heute wieder zahlreiche Angeklagte zu verantworten. Zunächst wurden mehrere Kommunisten aus Klein-Steinheim wegen einer politischen Versammlung und Weiterverbreitung hochverräterischer Flugschriften zu einem IahrdreiMo- naten Gefängnis, vier weitere Kommunisten zu einem IahrGefängnis, ein Kommunist auS Klein-Auheim wegen Verbreitung hochverräterischer Flugschriften zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Ein kommunistischer Landwirt aus Seeheim hatte auf seinem Anwesen Waffen mit Munition und etliche Sprengkapseln versteckt, wofür er acht Monate Gefängnis erhielt. Wegen Vichtablieferung erner von einem SA.-Mann in Pfand gegebenen Pistole erhielt ein jüdischer Händler aus Lengfeld eine Geld strafe von 150 Mk. Die Frau des Vorsitzenden der Darmstädter Roten Hilfe hatte hochverräterische Flugschristen, in denen Greuel- märchen standen, weiterverbreitet und erhielt da- n di- A fift würben. 1 Crp|Ol Miet, '«euer, '.eßende Oie hort L6jpio. Mer ‘Weiter Bte, um n »elfer "brachte kr am .Thur, otoun« ehre alte leweren für ein Jahr Gefängnis. Wegen deS gleichen Delikts erhielt ein junger Mann auS Reustadt (Odenwald) acht Monate Gefängnis. Sin IahrGefängniS erhielt ein Kommunist auS Mainz, der ein Dlatt der .Roten Fahne" mit Greuelmärchen weiter verbreitet hatte. Eine 50- jährige in Deutschland ansässige russische Jüdin hat auf dem Wiesbadener Bahnhof Beamten gegenüber Greuelmärchen kolportiert. Sie erhielt eine Gefängnisstrafe von fünf Mo na len. Bekenntnis zum NS.'Lehrerbund. O Wetzlar, 17. Mai. Der Svangeli fche Lehrerverein für den Kreis Wetzlar ist dem Vationalfozialisti- schen Lehrerbund beigetreten. Hierzu teilt der Evangelische Lehrerverein folgendes mit: .Der Ev. Lehrerverein für den KreiS Wetzlar, eine Ortsgruppe des Ev. Lchrervereins der Rhcinpro- vinz, stellt sich einmütig hinter die Entschließung seines Provinzialvereins. Arn 11. Februar 1920, in sturmbewegter Zeit, wurde er gegründet, um gegen die auch in Schule und Lehrerschaft einbre» chcmde marxistische Flut an seinem Teil einen Damm aufzurichten. „Christliche und nationale Jugenderziehung in der evangelischen Bekenntnisschule" steht auf seiner Fahne geschrieben. Dreizehn Jahre lang hat er das Danner unentwegt hochgehalten und in der schwach besetzten Kampffront der bewußt evangelischen Lehrerschaft feinen Abschnitt gegen alle Anfeindung und Mißachtung standhaft verteidigt. Es ist ihm nun größtes Erlebnis, daß jetzt viele Taufende aus der deutschen Lehrerschaft sich in dem Rationalsozialistischen Lehrerbund zufammengeschlossen, in die glcidje Kampffront eingeschwenkt sind, die marxistische Herrschaft auch in der Schule gebrochen und da« Morgenrot einer neuen, will's Gott, einer besseren Zeit für unsere 3ugenb- und Volkserziehung aufgegangen ist. Der Ev. Lehrerverein für den Kreis Wetzlar hat daher in feiner letzten Vollversammlung einstimmig beschlofsen, sich den neuen Kampfgenossen anzuschließen und dem neuen, großen, christlichen nationalen Dunde — dem Vatio- nalsozialistischen Lehrerbunde — beizulreten, um mit vereinten Kräften und neuen Impulsen den Kampf gegen alles älnchristliche und ilnbeutfcbe weiterzuführen und an seinem bescheidenen Teil mitzuhelfen, unsere Jugend, unser Volk und Vaterland einer besseren Zukunft entgegenzuführen." c 3 fi» welle‘ in81*7 flrut Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II nommen werden sollte. Heil wird in den nächsten Tagen nach Gießen in das Landgerichtsgefängnis überführt werden. Gictzcncr Wochcnmarktprcisc. * Gießen, 18. Mai. Cs kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Landbutter 130, Matte 20 bis 25 Pf. bai Pfund, Käse 5 bis 10, (Sier, inländische, 8 Pf. das Stück, Wirsing, grün, neuer, 20 bis 25, Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Spargel 35 bis 55, Erbsen 30, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln 3 (per Ztr. 2,30) Pf. das Pfund, Gelbe (Rüben, neue, Bund 20 bis 25, Dörrobst 30 bis 35, Obstmus 40 bis 45, Vüsse 60, Junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. das Pfund, Tauben 40 bis 60, Blumenkohl 40 bis 50, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 45, Ober-Kohlrabi 15 bis 18, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 bis 20, Sellerie 10 bis 25 Pf. das Stück, Radieschen 8 bis 10 Pf. das Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Wilhelm Schüttlers Schule für höheres Violin- spiel: 19.30 Llhr, Singsaal des Realgymnasiums, Konzert zum Besten der „Stiftung für Opfer der Arbeit". — Reichsbahn-Tum- und Sportverein: 20 -ilbr, Turnhalle, außerordentliche Generalversammlung. — Krieger-Verein: 20 30 Uhr, (Safe Ebel, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Tochter des Regiments". — Astorial-Lichtspiele: „Ich geh' aus und du bleibst da" und „Eirenen um Mitternacht". — Aus dem Stadttheaterbureau wcrd uns geschrieben: Morgen, Freitag, 19. Mai, als 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement, letzte Ausführung des Lustspiels: „Die deutschen Kleinstädter" den und so in die Atmungsorgane anderer Menschen gelatwen. Schließlich kommt noch eine Übertragung der Krankheitskeime durch Hände, Kleidungsstücke, Geräte und dergl. in Frage, die mit dem An- fteckungsstoff beschmutzt sind. Der erwähnte Sprühkegel und damit der unmittelbare Gefahrenbereich erstreckt sich beim Husten bis etwa 1 Meter, beim Niesen bis etwa 3i Meter vom Munde des Kranken. Diese Uebertragungsweise hat praktische Be- deutung nicht nur für die Tuberkulose, sondern auch für zahlreiche andere Infektionskrankheiten: Schnupfen, Grippe, Masern, Scharlach, Keuchhusten usw. Will man sich gegen die Ansteckung schützen, fp sind entsprechende Vorsichtsmaßregeln notwendig. Der Kranke soll von anderen Personen mindestens 1 Meter Abstand halten, beim Husten und Niesen die linke Hand ober das Taschentuch vorhalten und soll für feinen Auswurf geeignete Spuckgefäße benutzen. Im übrigen ist für ihn und [eine Umgebung größte Sauberkeit der beste Ansteckungsschutz. Die unmittelbare Gefährdung durch einen tu der- kulösen Arbeitskollegen richtet sich ganz nach den Verhältnissen des Einzelfalles. Nicht alle Menschen sind gleich stark gefährdet, weil die Empfänglichkeit für Tuberkulose von der Konstitution des Betreffenden abhängt. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, ältere Erwachsene sind da- gegen in der Regel weniger empfänglich für Tuber- kulose. Wenn der Kranke daher wenig oder gar nicht hustet und im übrigen die nötigen Vorsichtsmaßregeln sorgsam beachtet, bietet er nur eine geringe oder gar keine Gefahr für erwachsene Mitarbeiter, wobei Voraussetzung ist, daß gewisse Bedingungen bei der Wahl des Arbeitsplatzes und der Arbeitsart erfüllt werden. Der gegenseitige Abstand zwischen den Arbeitenden soll mindestens lj Meter betragen. Wenn die Arbeitsplätze sich beispielsweise in Kontoren einander unmittelbar gegenüber befin- den, empfiehlt sich die Anbringung einer gläsernen Scheidewand. Am besten ist es natürlich, wenn der Tuberkulöse in einem Raum für sich allein arbeiten kann und auch sonst seinem Krankheitszustand ent- sprechend beschäftigt wird. Auch in der Arbeitstechnik müssen gesundheitliche Vorschriften beachtet werden. Sauberkeit in den Arbeitsräumen und Beachtung persönlicher Hygiene durch die Arbeiter muß gefordert werden. Der Kampf gegen die Tuberkulose darf ober nicht zu einem Kampf gegen den Tuberkulösen ausarten. Der sorgsame und gutwillige Tuberku- löse hat ein Recht auf Arbeit, wie jeder andere. Nur bei schweren Krankheitszusländen dürfte seine (Ent- lassung mit Rücksicht aus die Arbeitskameraden ge- rechtfertigt sein. Selbstschutz durch entsprechendes Verhalten ist für jeden einzelnen die beste Waffe gegen Ansteckungsgefahr, insbesondere Luft und Sonne, Sauberkeit und eine gesundheitsqemäße Lebensweise, wodurch die Abwehrkraft des Körpers gestärkt wird. »Sparkaffe« gesetzlich geschützt. Die jahrhundertealten Beziehungen der Sparer zu ihren Sparkassen haben die Bezeichnung „Sparkasse" mit einer besonderen Sphäre von Vertrauen umwoben. Diese bekannte Tatsache formulierte kürzlich eine Zeitung treffend, indem sie schrieb: „Schon allein von dem Wort „Sparkasse" geht eine Welle des Vertrauens aus." Diese Anzugskraft in der Bezeichnung „Sparkasse" verlockt natürlich zweifelhafte ilntcrncfjmungcn dazu, sie sich nutzbar zu machen, indem sie den Hamen ihrer Gesellschaft in irgendeine Verbindung zu dem Wort „Sparkasse" bringen. Tatsächlich ist es oft unzuverlässigen Gesellschaften gelungen, auf diese Weife von den Sparern Ersparnisse anvertraut zu bekommen, die dann durch unsolide Geschäftspolitik und Zusammenbrüche mehr oder minder verloren gingen. Solche Vorkommnisse und Erfahrungen beeinträchtigen naturgemäß das Vertrauen der Sparer und führen fo zu einer Schädigung der dringend notwendigen heimischen Spartätigkeit und Kapitalbildung. Die deutschen Sparkassen sind daher seit langem bemüht gewesen, einen gesetzlichen Schutz für das Wort „Sparkasse" zu erhalten, um gegen den Mißbrauch der Bezeichnung „Sparkasse" durch unlautere Clemente künftighin geschützt zu sein. Dieser Schuh des Wortes Sparkasse wurde in den letzten Jahren um so notwendiger, als unter dem Einfluß der Wirtschaftskrise solche Unternehmungen, die sich die Bezeichnung Sparkasse zulegten, aber in Wirklichkeit keine oder nur entfernte sachliche Verbindung dazu hatten und nur zu häufig auch nicht die Gewähr solider Gcschäftspolitik boten, immer zahlreicher wurden. Zwar hatte bereits eine zur Lieberwindung der Zahlungskrise 1931 ergangene Verordnung einen gesetzlichen Schutz für die Bezeichnung Sparkasse" gebracht, wonach grundsätzlich in erster fcinic nur die öffentlichen Sparkassen zur Führung dieser Bezeichnung berechtigt waren. Jedoch ließ diese Verordnung eine Reihe von Ausnahmen zu. die praktisch eine Verwässerung des Firmenschildes bedeuteten. Der vor kurzem ergangene Erlaß des Preußischen Iustizministers über Firmenbezeichnung von Zwecksparunternehmen ist daher besonders zu begrüßen, weil er sich gegen den Mißbrauch der Bezeichnung „Sparkasse" und überhaupt gegen falsche Angaben im Firmentitel mit Schärfe wendet und die Gerichte entsprechend angewiesen hat, ihr besonderes Augenmerk auf Verstöße gegen die Grundsätze der Firmenwahrheit zu richten. Nur zwei Sprechtage bei den hessischen Ministerien. WSN. Die hessische Staatspressestelle bittet um Ausnahme der nachstehenden Anordnung: Der Publikumsverkehr bei den Dienststellen der Ministerien hat in letzter Zeit einen derartigen Umfang angenommen, daß eine Neuregelung d e r A m t s t a g e erforderlich geworden ist. Der Staatssekretär hat für die Geschäftsbereiche der Ministerien des Innern, der Justiz und der Finanzen daher mit Wirkung vom heutigen Tage an die Amtstage in diesen Ministerien aus Mittwoch und Samstag, vormittags von 10 bis 1 Uhr festgesetzt gez. Jung, Staatssekretär für die Ministerien. Ehrenamtlicher Sonderkommissar für den Fremdenverkehr in Hessen. Die hessische Staatspressestelle teilt mit: Der Hessische Minister des Innern hat den Vorsitzenden des Hessischen Verkehrsverbandes, Regierungsrat a. D. Dr. jur. Roefener, Erster Syndikus der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, zum Sonderkommissar für den hessischen Fremdenverkehr bestellt. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich. Der Komissar hat die Aufaabe, den Vorstand und den Verwaltungsrat des Hessischen Verkehrsver- bandes umzubilden und in enger Zusammenarbeit mit den benachbarten Ländern für eine einheitliche Gestaltung der Fremdenoerkehrspolitik in Hessen unter Arisschaltuny unfruchtbarer Doppelarbeit Sorge zu tragen. Für Bad Nauheim sind besondere Anordnungen vorgesehen. Oie Landhilfe in Oberheffen. Vom Arbeitsamt Gießen wird uns über die Organisation der Landhilfe in Oberhessen geschrieben: Das Arbeitsamt Gießen hat in Zusammenarbeit mit den Kreisämtern und den Bürgermeistereien, sowie mit den Verbänden des freiwilligen Arbeitsdienstes und der NSDAP, erreicht, daß die bei den Jugendlichen zunächst vorhandene geringe Neigung zur Annahme von Landhelferstellen zum größten Teil beseitigt werden konnte. So erfreulich die Tat- lache ist, daß bisher schon über 300 Landwirten im Bezirk des Arbeitsamts Gießen durch Anerkennung der Arbeitsoerträge für Landhilfen geholfen werden konnte und daß damit zugleich auch 300 arbeitslosen jungen Menschen Unterkommen, erfreulicherweise sehr häufig auf ein ganzes Jahr, zu normalen Arbeitsbedingunaen geschaffen werden konnte, so wenig kann es mit dieser Zahl sein Bewenden haben. Es gibt sicherlich noch sehr viele Landwirte, die eine Förderung aus der Landhilfe beanspruchen können. Uebereifrige Volksgenossen glaubten Veranlassung zu haben, darauf hinzuweisen, daß auch solchen Landwirten geholfen worden sei, die mit genau so viel Personal versehen seien wie in früheren Jahren und von denen man infolgedessen erwarten könnte, daß sie die Arbeit mit diesem Personal schassen könnten. Die Denunzianten übersehen dabei, daß es ja gerade Sinn und Aufgabe der Land- Hilfe ist, in solchen Fällen zu helfen. Gerade diese Betriebe kommen für die Landhilfe in Frage, weil zweifelsfrei die ZusätzUchkeit des Helfers als Ar- beitsfraft gegeben ist. Die Höhe der in den Anerken- nungsbefcheiben bewilligten Beihilfen schwankt zwi- schen 12 Mark monatlich als dem niedrigsten und 25 Mark als dem höchsten Betrag. Die Beihilfe richtet sich nach dem Alter, dem Geschlecht, dem Können und dem gezahlten Lohn. Geeignete junge Landhelfer sind dem Arbeitsamt Gießen aus allen Teilen Deutschlands in großer Zahl angeboten worden, so daß also irgendwelche Gefahr für die Nicht- Stellung von Landhelfern für die zuyelalsenen Betriebe nicht besteht. Schwieriger ist die Beschaffung von Mädchen, aber auch hier wird sich im Ausgleich mit anderen Bezirken die Mehrzahl der Anträge befriedigen lassen. Antragsformulare sind bei den Nebenstellen des Arbeitsamts, bei den Bürgermeistereien ober direkt beim Arbeitsamt anzuforbern. Das Arbeitsamt Gießen bittet um beschleunigte Einreichung ber Anträge unter Angabe ber Löhne, bie gezahlt werden sollen und der sonstigen Wünsche, damit möglichst bald die günstigen Wirkungen der Landhilfe spürbar werden können. Oer vielfache Einbrecher Heil verhaftet. fegels durch (Einatmung der feinen Iröpfthi folgen, ober indirekt dadurch, daß die verstreuten Bazillen antrocknen, mit Staub ausgewirbelt roer- Der heutige Gießener Polizeibericht teilt Der schon seit einigen Monaten polizeilich suchte vielfache Einbrecher Ludwig Heil Gießen konnte jetzt in Kelsterbach bei einem neuen Einbruch verhaftet werden. Auf das Strafkonto Heils sind über 70Cinbrüche inGießen und in der Provinz Oberhessen zu sehen, die er im Verlaufe der letzten Monate verübt hat. Dabei hatte es der Verbrecher auf Le- bensmittelgeschäf e. Genußmittelhandlungen, Gastwirtschaften. Tuchgefchäfte, Garagen, Motorräder, Fahrräder usw. abgesehen, kurzum, alles fand fein Interesse, was nur irgendwie mitnehmenswert war. Wiederholt entging Heil nur mit knapper Rot der Festnahme, durch feine Gerissenheit und Kaltblütigkeit gelang es ihm aber immer noch, im letzten Augenblick, sich dem Arm der Gerechtigkeit zu entziehen. Heil schreckte auch nicht davor zurück, auf seine Verfolger zu schießen, als er in der vergangenen Wc>che nach einem Einbruch in Gießen in Butzbach erkannt und festge- NMlMkWl Lin vaterländischerRoman vonHansVietzKe Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau. 1. Fortsetzung Nachdruck verbotenl Der Reitknecht Jean ist wieder zu sich gekommen. Er hat einen Prellschuß am. Hinterkopf, der ihm im Moment des Ueberfalls die Besinnung nahm. „Madame — wir müssen weiter! Keine Minute ist zu verlieren!" Hauptmann Döllnitz hilft dem Reitknecht auf. reißt die Pferde herum und führt die Frau zum Schlitten. Wenige Minuten später rast das Gefährt auf dem Weg, den es gekommen ist, zurück. Der Hauptmann führt das- Gespann. Sein Brauner galoppiert, angebunden, mit. Der Reitknecht sitzt im Fond und hält sich die Hand auf die Wunde. Reben Döllnitz sitzt Madame Lefeore. Während er dem Tempo der Renner mit der Peitsche nachhilft, spricht er auf die Frau ein: „Seien Sie ohne Furcht, Madame! Ich kenne hier jeden Weg. Vertrauen Sie mir — in ein paar Stunden haben wir Quartier bei Freunden auf Schloß Löbau." „Auf Schloß Löbau?" Wärme, Hoffnung kommt in die Stimme der Frau. Ihr Blick sucht zum ersten- mal, lange und forschend, den des Hauptmanns. „Ich will nach Löbau — mein Mann ist dort stationiert. Hauptmann Ren6 Lefeore von der Besatzungsarmee." „Don der Besatzungsarmee?" Döllnitz' Frage ist voll Bitterkeit. Die Peitsche saust. Die Gäule rasen. Eisern umklammern die Hände des Hauptmanns die Zügel. Jäh bricht das Gespräch ab. Fragend ist der Blick der Frau auf ihn gerichtet. Die Augen des Mannes suchen den Weg. Er reißt das Gefährt herum, kreischend sausen die Kufen in die neue Richtung. Ein anderer Waldweg tut sich auf. Döllnitz' Atem geht schwer. Also auch Löbau besetzt! Der Gedanke umkrampft sein Herz. Löbau besetzt! ... Die Hochburg der Freiheit in Schlesien — unter den Gewehren der Feinde! ... Er muß an den Baron denken, an Maria, an den jungen Karl ... Pfeifend schneidet die Peitsche durch die Luft. Die Renner greifen aus, daß der Schlitten wie irrsinnig auf der spiegelnden Fläche tanzt. Und der Hauptmann fährt, fährt. Stunden noch — dann wird er Gewißheit haben. 3. In friedlicher Einsamkeit liegen Schloß und Dorf Löbau. Die Talsenke ist bis hoch hinauf in die Bergwälder tief verschneit. Hütten und Häuser der Bauern sind leer: es ist Christmette. Die ganze Gemeinde ist in der alten Dorfkirche versammelt. Pfarrer Krantz schließt die Predigt mit den uralten Worten weihnachtlicher Weihe: „... Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!" Leise präludierend setzt die Orgel ein. Der Chor auf der Empore beginnt mit sanften Stimmen: „Vom Himmel hoch, da komm ich her .." Immer jubelnder wird der Sang, immer freudig bewegter, machtvoller die beseligten Stimmen. Und nun erhebt sich die Gemeinde. In Andacht falten sich die Hände. Der Pfarrer spricht das Vaterunser. Stark und gläubig halten die greisen Hände die Bibel, die Generationen hier überdauert hat. Voll aufrechten Hoffens, voll stolzen Mutes sind die Worte des Gebetes: „... denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit — in Ewigkeit! Amen." Stehend singt die Gemeinde den ehernen Choral: „O Herr Gott, erhöre unser Flehen!" Pfarrer Krantz hat diesen Choral zum Ausgang gewählt: Es ist eine Weihnacht der Rot, wie nie zuvor im Land. Zwar scheint es hier im Gotteshaus wie sonst zu fein, mit grünem Reisigwerk und den Tannen vorm Altar. Aber wer in die herben Gesichter der Bauern sieht, in die zerfurchten Züge, in die vom Leid gezeichneten Augen, der weiß um die Rot dieser Menschen. Dem alten Förster Brinkmann, der dort in der Kirchenbank lehnt, haben sie den Sohn erschossen bei den Schillschen, und dem Baron von Löbau dort im Herrengestühl den seinen bei Stralsund. Sie können es nicht vergessen. Sie dürfen es nicht vergessen! Der Pfarrer spricht den Ausgangssegen. Die Gemeinde verläßt still das Gotteshaus. Die Alten, das Gebetbuch in knöchernen Händen, lassen den müden, tastenden Schritt von jungen Armen geleiten. Leise verdämmern die letzten Akkorde der Orgel. Dann verlöschen die Lichter des Kirchleins und nur der Glockenbub tut noch seine Pflicht. Weihnachtsglocken rufen ins Land: Friede auf Erden! Aber es will nimmer Friede werden... Die trüben Laternen in der Hand, suchen die fremden Bauern den Weg vom Kirchdorf nach Hause. Diele Wegstunden weit sind manche dahergekommen, aus Tälern und Bergen, um die Worte des Herrn zu hören, um Trost in die Herzen zu nehmen und Kraft gegen alle Rot und alles Leid. Mit scheuem Blick passieren die Laternenträger die reitenden Posten der Besatzung, die auch in der heiligen Nacht keine Ruhe geben mit ihrem Kriegshandwerk. Die Frauen treiben eilig die Männer vorüber, denen sich die Faust in der Tasche ballt. Die Kinder werden fester an die Hände genommen. So ziehen in der Weihnachtsnacht 1812, durch Kälte, Schnee und Schweigen, über hundert Laternenträger in ihre Wohnungen zurück. Ein Bild des Friedens. Im Salon auf Schloß Löbau ist für die Besche-. rung von liebender Frauenhand gesorgt. In unermüdlichem Fleiße hat Maria von Löbau, die Tochter des Barons, mit ihrem Bruder Karl, der drüben in Breslau Jurisprudenz studiert, die Geschenke für die Aermsten der Gemeinde zusammengetragen. Im hellen Kerzenschein stehen die verhärmten Gesichter der Dorfkinder. Ein Leuchten unfaßbarer Freude ist in den jungen Augen. Ihre dünnen Sümmchen fingen mit kindlicher Andacht: „Es ist ein Ros' entsprungen..." Karl von Löbau begleitet den Gesang auf dem Tafelklaoier und Pfarrer Krantz spielt die Geigenstimme. Dann führt sie die junge Baronesse an den Gabentisch. An manch langem Winterabend hat sie in ihrem Zimmer gesessen und aus bunten Flicken und Lappen Puppen und Tiere genäht, bis ihr die Augen schmerzten. Und der alte Diener Tobias hat in seiner Kammer schmucklose Holzpferdchen geschnitzt und die Mamsell hat die letzten Vorräte angegriffen und süßes Naschwerk gebacken. Jetzt haben sie alle den schönsten Lohn für Mühe und Arbeit: die Kinder jubeln! Der heilige Nikolaus hat sie auch in diesem Jahre nicht vergessen. Die Baronesse winkt heimlich den Diener heran und gibt ihm den Auftrag, den fremden Hauptmann auf eine Stunde zur Weihnachtsfeier herüber zu bitten. Sie weiß, daß er ganz einsam ist. Sie wird den Vater und den Bruder Karl zu überzeugen wissen, daß man einmal wenigstens, in der Weihnachtsnacht, allen Haß vergessen soll. Der alte Tobias geht schweren Herzens hinüber. Er muß zweimal klopfen, ehe das „Herein!" kommt. Dann steht er vor dem fremden Offizier. „Halten zu Gnaden, Herr Hauptmann — meine Herrschaft schickt mich, den Herrn Hauptmann auf ein Stündchen zur Christnachtsfeier herüber zu bitten." Hauptmann Lefeore sieht schweigend auf den Alten. Dann sagt er mit einer müden Geste: „Ich lasse den Herrschaften danken! Ich würde der Einladung Folge leisten, aber ich erwarte jeden Augenblick meine Frau, die aus Dresden hierher unterwegs ist." Er wendet sich kurz ab. Der Diener geht. Der Hauptmann tritt zum Fenster und starrt in die Winternacht hinaus. Von dem andern Flügel des Schlosses her tönt leise der Gesang der Kinder: „O Tannenbaum, o Tannenbaum — wie schön sind deine Blätter ..." Don neuem beginnt Lefeore auf und ab zu gehen. Nervös tastet seine Hand nach der Brust. Der andächtige Gesang der Kinder bedrückt ihn. Silbern schlägt die Uhr in die quälende Stille. Des Hauptmanns Gedanken kreisen seit Stunden schon um die eine Frage: Wo bleibt meine Frau? Jeanette wird kommen, Jeanette muß kommen; oder aber--wenn ihr etwas zugestoßen ist? Unablässig kriecht diese grauenhafte Angst in ihm hoch, läßt ihn nicht los. Tausendmal hat er versucht, sich auszurechnen, wann Jeanette aus dem Hauptquartier abgereift fein muß. Tausendmal ist er die Strecke in Gedanken abgeritten. Immer wieder aber hat ihn der Gedanke gemartert: Wenn Marodeure die Straße unsicher machen, wenn Jeanette — ermordet wurde?! Er bemüht sich,. es sich auszureden. Sein Reitknecht Jean ist ein braver Bursche. Die Pistolen sind gut. Die Pferde laufen wie der Teufel. Oft genug ist er mit ihnen gefahren. Was wäre sonst damals an der Beresina mit ihm geworden, als er das Auge verlor? ... Dom Schloßhof her lärmen mit freudig erregten Stimmen die Kinder. Die Bescherung ist zu Ende. Sie gehen wieder hinunter ins Dorf, in ihre ärmlichen Hütten. Der Pfarrer führt sie. Hell tönt ihr Lachen bis zu den Fenstern des Hauptmanns hinauf. Es klingt wie Hohn in seinen Ohren. Sein Herz geht wie im Fieber. Diese Angst, diese erbärmliche Angst! Der Hauptmann tritt zum Gabentisch. Der kleine Baum wartet geputzt. Tannenreisig verbreitet frischen Duft im Zimmer. Inmitten der Gaben steht das Bild seiner Frau. Was er an kostbaren Dingen hat auftreiben können in der verarmten Stadt Breslau, hat er für Jeanette gekauft. Wenn Jeanette sich nur freut ... Jeanette! — Wie lange hat er sie nicht in den Ar- men gehalten! Und was liegt dazwischen — Not, Entbehrung, Schmerzen, Blut und Tod! — Und wieder packt ihn diese entsetzliche Angst! Jetzt, wo alles glücklich vorüber, wo er dem Rachen bes eisigen Todes entronnen ist, sollte Jeanette ...? Da hämmern Hufe auf das hartgefrorene Plaster des Schloßhofes. Ein Schlitten hält. Der Hauptmann stürzt ans Fenster. Deutlich sieht er im fahlen Mondlicht die zarte Gestalt Jeanettes. Neben ihr, der Mann — — das kann nicht der Reitknecht sein--jetzt erkennt er auch Jean ... Er eilt hinunter. Sein Herz tobt vor Freude. Tränen füllen sein Auge — das eine Auge, das ihm noch blieb. Seine Lippen pressen sich zusammen, schmerzhaft. Was wird Jeanette sagen, ihn so wiederzusehen? Auf dem Schloßhof schirrt Jean, der sich wieder leidlich erholt hat, die Pferde aus. Hauptmann Döllnitz ist Madame Lefevre behilflich, aus Pelzen und Decken zu kommen und führt sie in die Diele. Dort stürzt ihr Mann auf sie zu. „Jeanette .. .!* Sie stutzt einen Moment. Will ihn ansehen. Will die harten, verwitterten Züge mit einem Blick umfassen — fein Auge--sie weiß es ja ---aber schon pressen sie beglückte Arme voll seligem Aufruhr an die Brust ihres Mannes, der niemand sonst sieht, als Jeanette! (Fortsetzung folgt.) Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Elly für die überaus reichen Kranz- und Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers aufrichtigen Dank. Familie Joh. Heuser und alle Angehörigen. Gießen, den 16. Mai 1933. 3334D rK Turnverein von 1846 Gießen I Samstag, den 20. Mai 1933, J abends 8 Uhr, in der Turnhalle am —e- Oswaldsgarten Große Werhe-VeranslaltinS! Nationale Kundgebung aus Anlaß der Gleichschaltung im Sinne der Anordnung des Führers der Deutschen Turnerschaft Turnerische Vorführungen aller Abteilungen Vorführung der Werbefilme zum Deutschen Turnfest in Stuttgart: Stuttgart ruft! Turner heraus! Samstag, 20. Mai, nachm. 4 Uhr in der Turnhalle: Filmvorführung für die Jugend Sonntag, 21. Mai, nachm. 4 Uhr: Familien-Zusammenkunft auf der Karlsruh. 33180 Um zahlreiche Beteiligung bittet: Der Turnrat. !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Achtung! ab heute Donnerstag mit Werner Fütterer 2 tolle Stunden i bei Adele Sandrock, Willy Stettner Lachen heißt die Parole Darum kommen Sie alle ins 3327 c Lichtspielhaus Gießen Bohnerwach s uWachsbevie />o/7nertmühelos-mad\X Wc/m godengehiesV.'^ n \ 'Jn'PreisuQir'te unerreicht! M40 Pfg'.WSPfg/Zk'g 140 Pfg. Ü berall erhältlich! Mud&sdilaqen? Nehmen Sie 3 X täglich ein Gläschen Doppelherz, das wohlschmeckende und tausendfach bewährte Nervenkräftigungsmittel. Bei Nervenschwäche, Blutarmut, Appetitlosigkeit und sonstigen Schwächezuständen als Kräftigungsmittel unübertroffen. Probeflasche RM 1,95, große Flasche RM 3,70 u. RM 4,65, Doppelherz-Dragees RM 1,50. Zu haben in d. nachstehenden Drogerien: H. Elges, Seltersweg 68a; C. Seibel, Frankfurter Str.; 0. Winterhoft, Kreuzplatz 9/10; Grünberg: Karl Schott u.sämtl.Filialen Tüchtiges, fleißiges UlmnaHm im Kochen perfekt, gesucht. Zeugnisse, Bild und Lohnansprüche an 3303D Frau Kommerzienrat Haller Friedberg / Hessen. | Empfehlungen | Billige Seelische I Kabeljau. Pld. ab 20 > SMMePU30’ Filet... Pld. ah 30-> Amtsverkündigungen aus den oberhesfischen Kreisen. Kreis Schotten. Das Kreisamt Schotten weist darauf hin, daß Warenhäuser und Einheitspreisgeschäfte als Bezugsstellen für die verbilligten Fette ausdrücklich ausgeschlossen sind. Filialgeschäfte und Konsumvereine sind vorerst als Bezugsstellen zugelassen. Kreis Büdingen. Anläßlich des Nationalsozialistischen Bauern- und Landvolktags in Nidda wird der 3344C Durchgangsverkehr durch die Stadt Nidda am Sonntag, den 28.2Hai 1933, in der Zeit von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags für Fahrzeuge aller Art gefpetrf. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt auf Grund der aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder. Die Weisungen der aufgestellten Posten sind zu beachten. Bekanntmachung. Die Kanalbauarbeiten im Aulweg zwischen Wilhelmstraße und Leihgesterner Weg sollen aus Grund der Reichsoerdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. 3330D Die Verdingungsunterlagen und Angebotsoordrucke sind bei uns erhältlich. Die Angebote sind versiegelt in einem Briefumschlag ohne Firmenaufdruck, mit entsprechenden Aufschriften versehen spätestens zum Eröffnungstermin am Samstag, den 27. Mai 1933 vormittags 10 Uhr an die Städtischen Kanalisationswerke, Gartenstraße 3 H abzugeben, wo die Eröffnung der eingegangenen Angebote im Beisein der etwa erschienenen Anbieter erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 16. Mai 1933. Städtische Kanalisationswerke. Braubach. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bettenhausen für 1933 liegt vom 18. d. 2U. bis 24. b. IN. auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen hiergegen können innerhalb dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll bei der unterzeichneten Bürgermeisterei oor- gebracht werden. 3323D Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Bettenhausen, den 16. Mai 1933. Bürgermeisterei Bettenhausen: Leidner. 8aj8ri*Eiporltef-Bffl8rii die im letzten Jahre ihre Biere mit außerordentlichem Erfolge im Nheinland, Westfalen eingeführt Hat, sucht solvente Vertreter mit guten Lagerräumen und Fuhrpark, sowie Lokale in guter Lage, die sich als Svezial-Ausschänke eignen. Schr. Angebote unt. 3320V an den Gieß. Anzeiger. Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl. Schulslraße 7 [Vermietungen | Schöne 5-ZJohnung mit Balk.usw.,Süd- oiertel, Wegzugs h. sofort zu vermieten. Schrift!. Angeb. u. 03066 a.d.Gieß.Anz. 4-Zinini.-Whng. m. Bad u. Balkon zu verm. 02925 Haas, Schubertstr. 2 AMIINI zu vermieten. 03070 Seltersweg 12. | Mietgesuche | Eine T-Zimm.-Wohng. drei 2-Zimm.-Wohng. gesucht. 03068 A. Kraft Wetzsteinstraße 14. Laden in bester Lage, 1 bis 2 Schaufenster, sof. oder später gesucht. Schriftl.Angeh.unt. 3339D a. d. G.Anz. Kaolin. Lehrling mit guter Schulbildung, Alter möglichst nicht unter 16JaHren, nur aus Gießen peraoforfgesucht. 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Samstag, 20. Mai, abends 81/? Uhr, im Cars Ebel aDtaortolliclie Hilg .-Versamnilung Tagesordnung: Gleichschaltung des Vereins, Wahl des Vereinsführers sseith. 1. Sprecher) nach Anordng. des neuen Kreisführers. Wir laden alle unsere Mitglieder hier« zu ein und bitten um vollzähliges Erscheinen. 3265D Ter Vorstand. MlsWWIe. Sonntag, 21. Mai, PilanzenhunclHcber Ans'lng: Flughafen, Stolzer Morgen,Dicke Eiche, Stadtwald 332-0 Führung: Fnspekt. Rehnelt. Treffen: 71'? Uhr, Volkshalle. Teilnehmergebühr: 50Pf.,Mitgl.30Pf. Rückkehr geg.Mittag Krieger- Verein Gießen Mnais- Versammlung heute abend, 8.30 Uhr, im Eafö Ebel. 33370 Der Vorstand. Eisenbahner Fahr- beamen-Verein. Sonntag, 21. Mai, findet unserdiesjähr. Sommeransflng nach der Wellers« bürg statt. 331-0 Diejenig Mitglieder die fahren wollen, benutzen die elektr. Straßenb. b. Endst. Wieseck, von da 10 Minuten zu Fuß. Wir bitt, die verehrl. Mitglied.m.Farnilie sich recht zahlreich zu beteiligen. Der Vorstand. nr. 115 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheile»,_____________Donnerstag, 1b’. Mai 1955 Das Land kommt in die Stadt. DieLeistungsfchau derLandwirtschastvom 20. bis 28. Mai in derReichshauptsiadt Don Diplomlandwirt Hermann«Heinrich Freudenberger, Äerlin, Deferent im Amt für Agrarpolitik bei der Deichsle,tung der DS0AP. Für den Städter, vor allem den Großstädter, hatte das Wort „Dauer" in der Vergangenheit keinen guten Klang. 2m Zeitalter des Liberalismus und des Weimarer demokratischen Systems hat sich das deutsche Dolk von der Grundlage der Ration, dem Grund und Doden, immer mehr losgelöst und jeden Zusammenhalt mit dem Dauernvolk nahezu vollkommen verloren. Eine verderbliche städtische Zipllisation begann daS gesamte össentliche Leben zu überwuchern. Wer sich zum Dauerntum bekannte, wurde belächelt und geradezu als Mensch zweiter Klasse betrachtet. Mit dem Sieg der nationalen Revolution ist das nun anders geworden! Ommer wieder hat der Führer Adolf Hitler in seinen Reden betont, das) eine Wiedergesundung der Ration nur vom Dauer ausgehen könne und sich das ganze Dolk aus den Urquell allen Lebens, den Grund und Doden, zurückbesinnen müsse. Der von dem Dauernsührer R. Walther D a r t£ geprägte Degrisf „D lut und Doden" ist schon heute Gemeingut des gesamten Volkes geworden und gibt auch der Agrarpolitik einen neuen Leitgedanken Wenn vom 20. bis 28. Mai deutsche Dauern aus allen Provinzen und Gauen zur 3 9. Wanderausstellung der Deutschen Land- wirtschasts-Gesellschast in der Reichs- Hauptstadt zusammenströmen, so bringen sie unter dem Zeichen der nationalen Erhebung neue Zuversicht und Hoffnung im Kampf um die Erhaltung ihrer Scholle mit, denn sie wissen, daß nun auch der Begriff „Dauer" in der Großstadt wieder einen g u ten Klang bekommen h a t und das Gefühl tiefer Verbundenheit den Städter mit dem Dauer verbindet- Wie man unter dem Weimarer System unser Volk in zahllose Parteien und Organisationen zerspaltete, so wurde auch zwischen Stadt und Land der Gegensatz künstlich aufgerissen. Alle vergaßen, daß nicht nur Bauer und Städter b l u t m ä h i g zueinander gehöre... sondern daß beide auch wirtschaftlich untrennbar miteinander verbunden und der eine Stand aus den andern angewiesen ist. Für diese untrennbare wirtschaftliche Verbundenheit von Stadt und Land ist die große Wanderausstellung der Deutschen Landwirt- schafts-Gcsellschaft in der Reichshauptstadt der sinnfälligste Beweis- Sie ist zugleich die große Leistungsschau des deutschen Bauerntums, durch die wieder einmal mit imposanter Deutlichkeit die Legende von der „Rückständigkeit unserer Bauern" restlos zerstört wird. Damit wirkt diese Ausstellung, die mit einer Flächenausdehnung von 450 000 qm räumlich bie größte Schau darstellt, die bisher in Deutschland stattgefunden hat, in höchstem Maße aufklärend auf alle Kreise der Stadtbevölkerung. Schon jetzt hat sich auf dem Ausstellungsplah iy Witzleben und in den riesigen Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Berlin ein emsiges Leben entwickelt. Es ist, als ob da eine neue Stadt zwischen den Häuserblöcken der Großstadt emporwachsen würde. Bauern- und Siedlungshäuser entstehen als Musterbeispiele auf dem Gelände, und große Ställe sind in Form von langen Hallen aufgebaut, um die Zahl von 2000 Großtieren aufzunehmen, die in zahlreichen Sonderzügen kurz vor Beginn der Ausstellung nach Berlin kommen- Auch für die Kleintiere hat man eine große Zahl von Hatten schaffen müssen. Welchen Umfang die 39. DLG.- Wanderausstellung einnehmen wird, geht schon daraus hervor, daß die Gruppe der landwirt- schaftlichen Erzeugnisse und einiger Eonder- ausstellungen alle sechs großen Messehallen unter dem Funkturm und dazu weitere besonders errichtete Hatten im Freigelände beansprucht Eine seltene organisatorische Leistung wird diese große Jabrcsschau der Landwirtschast sein, stellen doch allein 360 Firmen etwa 6000 verschiedene Maschinen und.Geräte aus- Dazu kommen die Ausstellungen der Milchwirtschaft, des Obst- und Gemüsebaus, der Düngerindustrie, der Saatzuchtbetriebe, des Tabakbaus. der Bodenkultur, kurz gesagt aller landwirtschaftlicher Betriebszweige, die einmal im Zähre auf der DLG -Wanderausstellung ihre hohe Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Die DLG -Wanderausstellung ist aber nicht allein eine fachliche Schaustellung, sondern zugleich Wettbewerb! Hier haben vor allem die Tier- und Saatzüchterverbände, die Düngerund Maschinenindustrie vor dem kritischen Auge der Preisrichter Rechenschaft über ihre Jahresarbeit abzulegen. Wer mit Schritt halten will in der Fortentwicklung der deutschen Landwirtschaft. muß sich diesem Wettbewerb stellen, um anerkannt zu werden. Wer einen Preis von der DLG- davonträgt, kann den Jahreskampf mit größerer Zuversicht aufnehmen Besonderes Interesse hat stets nicht nur bei ben Männern der grünen Scholle, sondern auch bei den Städtern die Ausstellung der Tiere gefunden. 250 Pferde werden auf dem Ausstellungsgelände „Quartier beziehen", von denen der größere Teil Warmblutpferde sind und daher bei den Städtern wegen ihrer geschmeidigen Formen sicherlich mehr Verständnis finden, als jene schweren, ruhigen Typen, denen der Züchter aber nicht minder Sorgfalt und Pflege widmen muß. Einem besonderen Leistungswettbewerb müssen sich vor allem die Rinder unterziehen. Eine gute Kuh muh heute nicht nur viel Während unter dem alten Regime der Sport beim Freiwilligen Arbeitsdienst so gut wie gar keine Rolle spielte und höchstens als notwendiges Hebel angesehen wurde, kommt er jetzt unter der neuen Führung zu einer Entfaltung, die sehr erfreulich ist. In den Bezirken Hessen, Hessen-Rossau und Walbeck gibt es zur Zeit etwa 80 Arbeitsdienstlager bei einer Führerschule, in denen durchweg auf den Sport ein Hauptaugenmerk gerichtet wird. Die Tageseinteilung der verschiedenen Lager ist unterschiedlich und nach dem Ermessen des jeweiligen Leiters bestimmt, trotzdem sind natürlich einheitliche Richtlinien gegeben, nach denen sich der Tageslauf in den Lagern abwickelt. Interessante Aufschlüsse gibt ein Be- Mi 1 ch geben, sondern Milch mit einem möglichst hohen Prozentgehalt Zett! Die Reichs- Hauptstadt wird in der Woche vom 20. bis 28. Mai auch ihre Schafherde bekommen. 500 Schafe aus allen Teilen des Reiches werden ihre lieblichen Stimmen ertönen lassen und dem Städter ein ländliches Idyll vortäuschen. Dazu kommen 550 Schweine, denn auch der Schinken und die Wurst wollen gezüchtet sein. Die Verbundenheit von Stadt und Land und die Bedeutung des Dauern als Arbeitgeber der Industrie wird aber besonders deutlich durch die Ausstellung der Maschinenindustrie. Die deutsche Landmaschinenindustrie kann den heimischen Dedarf reichlich deckens Ihre Erzeugnisse übertreffen heute in der Güte und Haltbarkeit die ausländischen bedeutend- An diesem Erfolg haben nicht zuletzt die DLG.- Wanderausstellungen mit ihren ..Vorprüfungen neuer Geräte" und Hauptprüfungen von Maschinen und Gerätegruppen einen hervorragenden Anteil. Wenn wir bedenken, daß die Landwirtschaft in den Jahren nach der Inflation allein für Maschinen jährlich 300 bis 400 Millionen Mark ausgegeben hat, so erkennen wir ihre ungeheure Bedeutung als Käuferin der Industrie. Wenn das heute nach der verfahrenen Wirtschaftspolitik des parlamentarischen Systems nur noch 125 Millionen sind, wozu allerdings noch 203 bis 300 Millionen Mark allein für Reparaturen usw kommen, so geht hieraus eindeutig hervor, wie die Absatzmöglichkeiten der deutschen Industrie vom Binnenmarkt aus leichtsinnig unterhöhlt worden sind. Stadt und Land — Hand in Hand, das ist der Leitgedanke, den man unter den Fahnen der neuen Zeit über die Tore der 39. Wanderausstellung der DLG- schreiben müßte. Hat sich das deutsche Bauerntum unter der Führung des agrarpolitischen Beauftragten des Kanzlers, R. Walther D a r r 6, jetzt zu einem großen einheitlichen Block zusammengefunden, so darf man hoffen, daß dieses geschloffene Bauerntum bei der Stadtbevölkerung wieder die Würdigung und Anerkennung erhält, die heute mehr denn je notwendig ist. Diese enge Verbundenheit zu vergrößern, ist eine der wertvollsten Ausgaben der großen Leistungsschau der deutschen Landwirtschaft in der Reichshauptstadt. such in der Führerschule zu Griesheim bei Darmstadt, in der die künftigen Führer für die Arbeitsdienstpflicht in Hessen, Hessen-Rassau und Waldeck ausgebildet worden. Vormittags um fünf Uhr wurden die Leute geweckt, um zu einem halbstündigen Waldlauf anzutreten. Die Bestrebungen alter Militärs, diesen Lauf „geordnet" zu gestalten, sind glücklicherweise an dem Verständnis des Stabsleiters des NS.- Arbeitsdienstes, Hauptmann Hinkel, gescheitert, der sich modernen, sporttechnischen Erkenntnissen nicht verschließt. Nach seinem Befehl laufen die künftigen Führer also gänzlich frei und ungezwungen, wie es das gute Waldlaustraining erfordert. An reg. nerischen Tagen treiben die Leute auf den Gängen der zwölf kleinen Häuser G y m n a st i k, für die die bewährten Grundregeln von Surin notwendige Nichtlinien geben. Ein Lehrer des Reichskuratoriums für Leibesübungen steht den drei Zügen zu vier Trupps vor und lehrt in sehr verständnisvoller Weise vertraute Hebungen, unter denen die Atem- und Entspannung sgymna st ik als besonders wichtig angesehen werden. Erfreulich ist, feststellen zu tonnen, daß selbst ältere Leute, bis zu achtundmerzig Zähren, schon jetzt nach wenigen Wochen die Hebungen mit Leichtigkeit absolvieren, ohne verkrampfte Muskeln zu bekommen, wie das früher bei dem einseitigen Exerzieren der Fall war. Sportspiele aller Art runden die sportliche Betätigung ab. Zwei- mal wöchentlich wird Wehrsport getrieben, theoretisch unb praktisch, wobei die Geländeübungen die Hauptrolle spielen Der ehemalige Griesheimer „Exerl" kann als ideales Gelände gelten, der wie kaum ein anderes Gebiet für den Wehrsport geeignet ist. Das Lager, das aus 216 Mann befiehl, teilt sich in zwei Abteilungen, die in zwei und drei Kilometer Abstand gegenüber Aufstellung nehmen Es wird nun die Aufgabe gestellt, die andere Abteilung in möglichst unauffälliger Weise zu beschleichen, dabei erlcnnen beide, welche Fehler der andere macht und wie diese Fehler zu vermeiden sind. Im theoretischen Hnterricht müssen die Schuler Geländezeichnung'en machen und selbst die schwierigsten Maßstäbe finden, um bei späteren Land- absleckungen, wie sie der praktische Arbeitsdienst häufig erfordert, selbständig als Lehrer fungieren zu können. In erster Linie hat die Führersä)ule den Zweck, Führer und nicht lediglich vorgesetzte für die Ardeitsdienstpslicht heranzubilden. zu denen die Fugend Vertrauen haben kann, und deren Kameradschaftlichkeit sie sicher ist. Es ist ein Unbing, wenn bie auslänbische Presse bie Vorgänge in ben Arbeitslagern unb besonbers ben Wehrsport als „bezeichnenb für ben Aufrüstungswillen Deutsch- lanb" kennzeichnet, benn es ist klar, baß Leute, benen später einmal ein ganzer Jahrgang ber beuIschen Iugenb anvertraut werben soll, geistig und körperlich vollständig durchtrainiert sein müssen, um so mehr, als nach der sachverständigen Aussage eines Hauptmanns, der vier Jahre in der vordersten Front war, der sogenannte Wehrsport für den Kriegsfall voll- kommen bedeutungslos ist. Das harte Training ber zukünftigen Führer hat lediglich ben Zweck, diese Leute zu disziplinierten Menschen zu formen, die einmal gelernt haben zu gehorchen, und die wissen wie notwendig es ist, ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen zu schaffen. Oer Arier-Grundsah in der DT. Dr. Edmund Olcucnborf f, der Führer der Deutschen Tumerschaft, gibt amtlich bekannt. Meine Bestimmung, daß bei Durchführung der Arisierung der DT. jüdische Frontkämpfer, jüdische Söhne oder Töchter von im Weltkrieg gefallenen Vätern und jüdische Väter und Blutter von im Weltkrieg gefallenen Söhnen, in der DT. bleiben können, hat zu einer großen Reihe von Zweifeln, Schwierigkeiten und Mißhelligketten geführt Ich hebe daher — übrigens in vollkommenem Einverständnis mit den am stärksten von der Arisierung betroffenen Kreisen — die Ausnahmen auf und bestimme, daß alle männlichen und weiblichen Mitglieder der DT., die jüdischer Abstammung sind, diese bis zu den Großeltern gerechnet, a u s d e r D T. a.us s che. i - den müssen. Die Vollaristerung ist spätestens bis zum Deutschen Tumerfest vollkommen durchzuführen. Kurze Sportnotizen. Im Ausland geschlagen wurden wieder zwei deutsche Berufsboxer. Trottmann verlor in Antwerpen gegen den belgischen Ex-Europameister Gustave Roth, und Hower mußte in Leicester durch McCorkindale eine äußerst knappe Punktniederlage hinnehmen. Einen weiteren zweistelligen Sieg errang die ungarische Wasserbatt-Äachwuchs- mannschaft in Halle, wo sie den Halleschen SV. 92 mit 13:6 Toren besiegte. ©J.-fpcri Der Sport beim Arbeitsdienst. Ein Erziehungsmittel zur Disziplin. Don 3an Herchenröder. Spiele des Zufalls. 13on Wilhelm von Scholz. Copyright 1933 by I. L. A., Wien. Ein Neuyorker Arzt hat einen feiner Patienten verloren. Nicht durch den Tod, was leider eme ziemlich häufige Art ist, mit der Patienten ihren Aerzten durchgehen — oder wenigstens bie Bezahlung ihrer Doktorschulben auf andere Leute ab« schieben. .... Der Patient, Mr. Smith, von dem ich erzähle, war einfach umgezogen. Das ist in Neuyork, wenn man Mr. Smith ober Brown heißt, dabei noch den Stadtteil wechselt und diesen Vorgang außerdem nur ein wenig künstlich „tarnt", so gut — oder wenn Sie wollen: so schlecht — wie gestorben! Der Arzt bemühte sich vergeblich um die neue Adresse seines Pfleglings: nicht nur, um sich teilnehmend nach dessen Befinden zu erkundigen, sondern auch, um ihn an die Bezahlung der Rechnung freundlich zu erinnern. Trotz Meldeämter, Einwoh« nerliften mußte er das Suchen schließlich ausgeben. Unb nun kommt ein merkwürbiger Zufall ihm plötzlich zu Hilfe, so unerwartet unb erstaunlich wie nur möglich: an einem Brief, ben ber Arzt erhält, hat ich burch em wenig über den Kleberand des Umschlags geschmierten Leim ein zweiter Bries an- gehängt, der die neue Anschrift gerade seines Mr. «mith trägt und ihm muhelos 'n die Hande spielte, was seinen Anstrengungen nicht hatte ge- lm5angen°Siennid)t: wenn schon der Arzt so die Wob- nung des Mr. Smith herausbekommen hat was ist das für eine Weltordnung, die zulaßt daß Backer, Fleischer, Schneider, Schuhmacher und Radiolieie- rant nicht alle auch aus eine geheimnisvolle Weise von dem neuen Quartier des Schuldners in Kenntnis cftsetzt werden! Einem muß er zahlen, bie an- beren gehen leer aus; welche Ungerechtigkeit Aber ich erzähle es ja nicht wegen ber Weltorb- nung und der Gerechtigkeit. Zunächst erzähle ich es wegen einer praktischen Nutzanwendung, die gerade heute mancher wird brauchen können, und die ich in meinem Leben häufig bestätigt gesunden habe, daß unser Wille auf uns unbekannten Wegen zu gehen vermag, um sich durchzusetzen unb uns zu helfen! — • Der Arzt hatte eben bie Sache aufgegebem ©ein wie von einem Senber ausgestrahlter Wunsch aber bewirkte ben Fang bes Durchbrenners, wie es eme Kriminalmitteilung im Runbsunk nicht besser hatte tun können. Der Brief an ben Doktor brachte wie ein Polizist ben andern am Kragen mit auf die ®acfje! Der Fall ist nicht so fetten unb außergewöhnlich, wie man vielleicht auf ben ersten Blick benft. Seit ich mein kleines Buch „Der Zufall, eine Vorform bes Schicksals" veröffentlicht habe, erhalte ich fast in jeder Woche aus dem Leserkreise die Mitteilung solcher Vorkommnisse, bei denen man stutzig geworden ist, bei denen man mit dem Begriff des „bloßen Zufalls" nicht recht ausreicht. Ich war in einer Gesellschaft. Ein sehr alter Herr — er mochte die Achtzig schon überschritten haben — schwärmte von der Charlotte Wolter, der einst gefeierten Heldin des Wiener Burgtheaters, und deklamierte den berühmten Vers aus der „Antigone" des Sophokles- „Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich da!" — den er noch so im Ohre habe, wie ihn die Wolter gesprochen. Einen Augenblick darauf stehen wir, der Wolter-Enthusiast und ich, plaudernd vor dem Bücherschrank. Ein Buchrücken fesselt mit irgend etwas Aeußerlichem unsere Aufmerksamkeit, so daß wir den Hausherrn um den Schlüssel bitten unb bas Buch herausnehmen Wir schlagen es auf: bie erste Seite trägt groß unb aus- bringlid) in farbigen Lettern bas Motto: „Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich ba!" Es war eine Luxusausgabe von Raabes „Hungerpastor". Diese Art von Zufällen, von ber ich hier spreche, kann auch Humor haben unb sogar schadenfroh fein. Das hat eine Familie bei ihrer Sommerreife sehr nachdrücklich erfahren. Man war mit ben fiinbern in ein Ostseebab gegangen unb freute sich, allen Verpflichtungen — benen bes Amtes unb bes Verkehrs — für ein paar kurze Wochen entronnen zu fein. Man faß im Strandkorb unb las bie Romane aller preisgekrönten Dichter des Jahres ober lag im warmen Sanbe unb sonnte sich. Die fiinber bauten bie stolzesten Burgen ober suchten Muscheln unb Bernstein. Bon biefem letzteren fanden sie allerdings nur ein Stückchen, bas offenbar nicht unmittelbar ein Geschenk bes Meeres fonbern schon in menschlichem Besitz gewesen war. Es zeigte eine feine Durchlochung, bie dem ältesten Jungen barauf zu beuten schien, daß es einst der Halskette einer früheren Germanin zugehört haben könnte — dem skeptischen Baler indessen, daß es bas zerbrochene Munbstllck einer späten Zigarrenspitze vorstellte. Des Abenbs las man zweimal in ber Woche aufmerksam die Kurlisten unb freute sich, wieviel Namen es gab, die alle keine Störung bes Ferienfrie- bens anbrohten; so schön unbekannt klangen sie. Bis enblich boch ein leiber nur allzu bekannter^Name in dem Verräterblatt austauchte und die Familie in Schrecken versetzte — der von „zärtlichen Verwandten"! Kriegsrat: nicht auf bie Promenabe gehen, |on- I dem gleich nach dem sehr zeittg eingenommenen I Frühstück unb nachmittags unmittelbar nach dem Essen, ehe bie anderen Kurgäste noch ihre.Bewe- I gungsfreifjeit roiebergeroonnen haben, hinaus zum Stranb, wo man Stranbforb unb Burg glücklicherweise ganz weit nach Osten ausgestellt hatte! Das kann eine Woche Schonzeit bringen, wenn bas Glück nur einigermaßen günstig ist. Man hanbelt entsprechenb am nächsten Morgen unb kommt noch mit ben Frühstückssemmeln in ber Hanb am Stranbe an. Siehe ba: Wo ist benn die Burg der Kinder geblieben? Als man zornbebend darauf zustapst, erkennt man: sie ist offenbar als bloßer Rohstoff in eine noch viel größere neue Nachbarburg verarbeitet — wie einst im Mittel- alter von rohen Händen antike Tempel, Grabdenkmäler, Tore abgebrochen wurden und ihre Steine für neue Häuser hergeben mußten. Der zur Empörungsrede schon tief eingelogene Atem wird tonlos wieder ausgehaucht: auf der Zinne der neuen Burg stehen winkend und mit frohem Begrüßungsgeschrei Onkel Eduard. Tante Kunigunde und ihre artigen hoffnungsvollen Sprößlinge Max und Mo- ritz. Ist das nicht wie verhext? Unsere Freunde fassen es nicht, daß ihnen bei ihrer Vorsicht ber neckische Zufall Siefen Streich spielen muß. Es ist, als hätte Das noch so lose Verwanbtschaftsbanb trotz alles innerlichen Wiberstrebens ber einen Partei bie neuen Ankömmlinge gerade an diese entfernte Stelle des Strandes geführt, wo sie so wenig willkommen waren! Eine Erklärung? Ich will eine möglichst einfache geben, die jeder für sich weiter ausbauen kann. Was dem Sinne, dem gleichen Inhalt nach, durch Verwandtschaft, einen sehr lebhaften Wunsch ober sonstwie von Rechts wegen zusammenhängt, bas strebt offenbar auch auseinander zu. In ber erwähnten kleinen Schrift habe ich es so gefaßt: was sich irgendwie aufeinander bezieht, bas zeigt eine uns nicht weiter erklärbare Anziehungskraft, bie ich deshalb „Die Anziehungskraft bes Bezüglichen" genannt habe. Ieber, ber einmal genau beobachtet, was um ihn täglich geschieht: wie ihm Namen, bie er seit Jahren nicht gehört hat, bann gleich zwei- ober dreimal begegnen; wie in Kliniken, was viele Aerzte bestätigen 'werben, von seltenen Krankheiten meist kur; hintereinanber zwei ähnliche Fälle eingelie« fert werben; wie „ein Unglück selten allein kommt" unb auch bas Gute meist weiteres Gute nach sich zieht — so daß man mit Recht von Pechsträhnen unS Glücksträhnen sprechen kann — der wird mir beistimmen und gewiß selbst solche merkwürdigen Fälle aus Interesse an der Sache fammeln unb ausschreiben. Zeitschriften. — Unter dem Titel .Die neue Ernährung" legen die „SüddeutschenMonats- hefte" ihr Maiheft vor. Wie sehr der Crso'g aller vernünftigen Selbstversvrgungsbestrebungen von einer Umstellung der Volksernährung abhängig ist, ist das eigentliche Thema dieses Heftes. Diese „Umstellung der Volksemährung" schildert Hans Wimmer in großen Zügen. Er gibt praktische Ratschläge für die Rormalkost des Gesunden, die aus abwechslungsreicher Gemischtkost bestehen müsse. Hofrat Prof. Dr. Durig spricht über ,Das Brot", Prof. Dr. Alfred Heiduschka steuert einen besonders aktuellen Beitrag über „Die Margarine" bei, Hofrat Prof. Dr. Müller-Lenharh einen Aufsatz über „Die Milch und ihre Bedeutung". Heber „Konservierte Rahrung" äußert sich Prof. Dr. Scheunert. Vorzügliche Aufttärung über „Vegetarismus und Rohkost" findet der Leser in dem Aufsatz von Geheimrat Prof. Dr. Strauß. Die neuesten Forschungsergebnisse auf dem Gebiet „Reuzeitlicher Fütterung und Düngung" behandelt Prof. Percy Brigl (Hohenheim). Zum Abschluß überblickt Prof. Dr. Bleyer die „Auswirkungen der Ernährungsumstellung" und zieht in einem interessanten Heberblick bie deutsche Cmährungs- bilanz der Jahre 1932, 33. £od)fd)ulnacbrid)ten. Der Drbinarius für englische Svrachwissenschaft an ber Universität Breslau, Prosessor Dr. Wilhelm Horn, würbe an bie Universität Berlin berufen. — Horn, geboren 1876 zu Rehbach im Dbenroalb, hat lange Jahre an ber hessischen Lanbesuniversität Gießen gewirkt, wo er 19'11 Privatbozent, 1902 Ertraorbinanus unb 1908 Drbinarius würbe. Don seinen Arbeiten nennen wir: „Beiträge zur beutjchen Lautlehre"; „Unterjudjungen zur neuenglischen Laut- geschichte"; „Historische neuenglische Grammatik" unb „Sprachkörper unb Sprachfunktion"; Professor Horn ist auch Herausgeber ber „Gießener Beiträge zur Erforschung ber Sprache unb Kultur Englanbs unb Amerikas. Mit ber Reorganisation ber Lanbwirtschaftlichen Hochschule M ü n ch e n - W e i h e n ft e p h a n ist vorn bayrischen Kultusminister S ch e m m ber Professor Lubwig Kießling von ber Münchener Technischen Hochschule betraut worben. Er mürbe zum Abteilungsvorstanb in Weihenstephan gewählt, nach- bem Professor Fehr, ber Führer bes Bayrischen Bauern- unb Mittelstanbsbunbes, zurückgetreten ist. An ber Universität R o ft o ck würbe ber außerplanmäßige a. o. Proiei'for Kurt Wachholber in Breslau zum orbentlichen Professor ber Physiologie ernannt Nationalsozialistischer Zunglandbund- tag in Nidda. Der 27. und 28. Mai, die beiden Tage, an dem sich in Nidda der HessischeJunglandbund ein Stelldichein gibt, rücken immer näher. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird der Nationalsozialistische Junglandbundtag ein Freudentag erster Ordnung. Nidda, bas alte freundliche Hessenstädtchen, Kreuzungspunkt der Bahnlinien Gießen — Gelnhausen, Friedberg—Nidda und Nidda—Schotten, ist Hauptoerkehrsplatz in Oberhessen und wichtig für den Fremdenverkehr nach dem nahen Bad Salzhausen und dem Vogelsberg. Günstig sind die Anschlußoerbindungen der Bahnstrecken Frankfurt- Gießen und Frankfurt—Gelnhausen. Das zu Fuß in etwa 15 Minuten erreichbare Bad Salzhausen (regelmäßiger Autoverkehr) ist ein besonderer Anziehungspunkt und ist den nach Nidda kommenden Jungland- bündlern zu einem kurzen Besuch bestens zu empfehlen. Das Programm für den 27. und 28. Mai liegt jetzt in großen Zügen fest. Am Samstagnachmittag tagen neben dem NS.-Lehrerbund die Kreis- und Bezirksvorsitzenden des Hessischen Junglandbundes unter Leitung des Landesführers Robert Schmidt (Steinheim). Abends findet ein Begrüßungsabend statt, für den ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet wird. Staatspräsident Dr. Werner und Oberschulrat Ringshausen (geborener Niddaer) hoben ihr Erscheinen zugesaat. Den Sonntag leitet ein Wecken der Standartenkapelle Friedberg ein. Es folgt ein Festgottes- d i e n st, verbunden mit S ch l a g e t e r f e i e r. Den Hauptanziehungspunkt wird der um 12 Uhr marschierende historische Festzug bilden, der in vielen Wagengruppen erinnerungsreiche Zeitbilder aus den Jahren 1914/1933 bringt. Ab 2 Uhr sprechen der Reichsführer Walther Darr6, der Staatskommissar für Landwirtschaft Dr. Wagner und voraussichtlich Ministerpräsident Hermann G ö - ring. Die am Festplatz gelegene große Turnhalle und ein ausreichender Festplatz hatten bereits Reichsminister Dr. Goebbels zu Gast und werden auch diesmal ausreichen, die Besucher zu fassen. Lautsprecheranlagen werden die Kundgebung jedem verständlich machen. Landkreis Gießen. Bg Großen-Duseck, 16. Mai. Dieser Tage wurde in unserem Gotteshause ein Kirchenkonzert veranstaltet. Der unter Leitung von Sy Äikolai stehende Posaunenchor eröffnete mit einer Ouvertüre über „Ein feste Burg ist unser Gott", bei der der gute Ansatz und die reine Tonführung angenehm empfunden wurde. Cs folgten weitere Chöre von Mendelssohn-Bartholdy und Händel, die an das Können große Anforderungen stellten. Die unter Leitung von Pfarrer Müller gebotenen Chöre des Kirchenchors machten durch Exaktheit und Klangfülle dem Fleiß und der Hingabe der Sängerinnen und des Dirigenten Ehre. Die beiden Trios für Orgel, Cello und Violine — Ausführende: cand. math. Inderthal, Rektor 2 nderthal und Pfarrer Müller — gefielen in ihrer Ausgeglichenheit sehr; besonderen Anklang fand „Reigen seliger Geister" von Gluck. Etwas ganz neues waren für die Besucher die Solovorträge von Frau Gertrud Weyl, Gießen. Mit sympathischer Stimme begabt, schlug die Sängerin durch seelenvollen Vortrag die Hörer in Dann und zwang zu andachtsvollem Lauschen. Es verdient besondere Anerkennung, daß solch gute Kunst einmal aufs Land getragen wurde. Der erste Versuch eines derartigen Kirchenkonzertes kann als voller Erfolg gebucht werden. Der infolge des starken Besuchs ansehnliche Reinertrag — sämtliche Ausführende wirkten in uneigennütziger Weise mit — ist für Zwecke der Kirchenheizung bestimmt. Buntes Allerlei. Oie ersten Ackerbauer. Rach Len Funden, die der amerikanische Vorgeschichtler Georg Grant Mac Curdy bei seinen Grabungen in Palästina nördlich von Ioppe gemacht hat, dürften die Höhlenbewohner des heiligen Landes die ersten Ackerbauer gewesen sein, von denen wir bisher Kunde haben. Diese vorgeschichtlichen Bewohner von Palästina, die zu der neuentdeckten Rasse der Matufir gehören, stellten bereits vor 20 000 Iahren große Sicheln her, die auf einen gewissen Hochstand deS Ackerbaus Hinweisen. Diese Werkzeuge sind um mindestens 10 000 Iahre älter als die sonst bekannten frühesten Ackerbaugeräte. Die Sicheln waren über einen Fuß lang, sie wurden aus gekrümmten Tier- knochen, die von Ratur eine Sichelform besahen, hergestellt, und die scharfe Schneide, die an ihnen befestigt wurde, bestand aus geschärften Feuersteinklingen. Diese Höhlenbewohner hatten auch Steinmörser und -Stößel, ein weiterer Beweis für den von ihnen betriebenen Ackerbau. Alle diese Werkzeuge wurden in geologischen Schichten gefunden, die ein größeres Alter anzeigen als die, in denen ähnliche Geräte sonst irgendwo entdeckt worden sind. Aber in dieser Frühkultur Palästinas scheint es noch keine Spur von Töpferwaren gegeben zu haben. Mac Curdy vermutet daher, daß in der Geschichte der Menschheit der Ackerbau der Erfindung der Töpferscheibe vorausging und diese wahrscheinlich veranlaßte. In Palästina wenigstens forderte das Getreide gebieterisch Behälter, in denen es aufbewahrt werden konnte, und so dürfte es nachher zur Entdeckung der Töpferei gekommen sein. Oie Wasserwerke des Vatikans. Die neue Wasseranlage der Vatikan-Stadt wird als die vollkommenste Einrichtung dieser Art in Europa geschildert; sie ist von deutschen Firmen hergestellt worden und kostet mindestens 3,5 Millionen Mark. Jeder Quadratmeter der vatikanischen Gärten wird durch ein System von Hydranten bewässert, die eine überaus feine Berieselung ähnlich der eines feuchten Rebels, hervorbringen. Die Feuerlösch-Apparate, die an zwei Stellen auch im Innern des Petersdomes angebracht sind, haben die modernste automatische Einrichtung. In den großen Zisternen, die sehr geschickt hinter den Blumengärten auf der Spitze des Vatikan- Hügels verborgen sind, arbeitet ein System von elektrisch betriebenen Pumpen, die Wasser aus einem kürzlich w'ederhergestellten antiken Viadukt ziehen, und versorgt die Wasserbecken mit 54 000 Hektoliter Wasser, das bis in die letzten Winkel gebracht werden kann. Die Anlage enthält ein Röhrensystem von 80 Kilometer Länge und 9300 Wasserspeier, von denen 1300 sich von selbst drehen. Oer Rapofeonskarpfen. In diesen Tagen ist ein Zeitgenosse Rapo- leons I. gestorben. Der ärztliche Befund lautet dahin, daß der Tod infolge Altersschwäche eintrat. Der jetzt Verstorbene wird sicher nicht der letzte noch lebende Zeitgenosse Rapoleons I. gestorben. Der ärztliche Befund lautet dahin, daß der Tod infolge Altersschwäche eintrat. Der jetzt Verstorbene wird sicher nicht der letzte noch lebende Zeitgenosse Rapoleons I. gewesen sein, abcr er war sicher der letzte, der in Paris gelebt hat. Vielleicht hat er sogar Gelegenheit gehabt, dem großen Korsen einen seiner schi fen Blicke zuzuwerfen, wenn dieser in Fontaineblau spazieren ging, und sich am Schloßteich am Spiel der Fische erfreute. Dort im Schlohteich gab es schon zu Rapoleons Zeiten Karpfen, und um einen solchen Karpfen handelt es sich. Er gehörte zur Gattung der Riesenkarpfen und trug den Ramen Polo. Der Karpfen soll 1814, ehe Napoleon nach Elbe ging, in den Teich eingesetzt worden sein. Cr war mit einem Ring gekennzeichnet, in dem der Rame des Kaisers eingraviert war „Rapo- leon Empereur". Polo war die Sehenswürdigkeit des Schlohparks von Fontainebleau, er wurde von den zahlreichen Ausflüglern mit Brot und Kuchen gefüttert, sein Wärter mit einem Trinkgeld belohnt. Man behauptet, daß er im Laufe des Icchr- hunderts sehr zahm und menschenfreundlich geworden sein soll. Er soll buchstäblich aus der Hand gefressen haben. In den letzten Tagen sah man ihn nicht mehr an der Freitreppe, die zum Schloßteich hinunterführt, wo er sich täglich sein Futter holte. Erst nach einigen Tagen tauchte er an der Wasseroberfläche auf — als Leiche. (Schluß des redaktionellen Teils.) Sonnenqebräunte Haut 1 VTA-CREME : oder aber NIVEA* ÖL und weiteren Vorzügen. Uder Futterdämpfer 1 mit M gesetzt, geschütztem Feuer-Führunqsring 11 || 1 s ' iiiSl OS MielewerkeA.G. Güiersloh/Westfalen Zu haben in den einschlägigen Geschäften. Miele - Erzeugnisse in größter Auswahl zu Originalpreisen am Lager. 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Schubert, Deutsche Tänze • (Collegium musicum der Universität) 3332d Eintritt frei Gäste willkommen Nudeln und Dörrobst ptd. 38 3 Stück 25 Billiger Brot-Aufstrl S&F-Perlkaffee bes. ausgiebig u. aromatisch, Pfd. Z.3U S&F-Kaffee eigene Röstung, . Pfd. 3.30, 2.90, 2.70, 2.10, 1.76 Coffemfreier S&F-Kaffee „o 200 6r.-Paket 1.36, 100 Gr.-Paket 68 Pfd. 28 40 38 50 64 66 Feine Eierbandnudeln pfd. 34 Feine Eiernudeln . in hygienisch. Pergaminbeutel, Pfd. 45 Getrocknete Pflaumen pfd. 24 Extragroße Pflaumen pfd. 35 A Verkaufsstellen in allen Stadtteilen Aprikosen Eier 2-Pfd.-Eimer Zuckerrüben-Syrup 52 Zwetschen-Latwerg 74 Gemischte Marmelade 70 Apfel-Gelee 92 Aprikosen-Konfitüre 120 Erdbeer-Konfitüre 120 »lüllffi® gegründet 1878