Nr. W KvüVaussabe 185. Jahrgang Dienstag, 18.April 1955 Ericheinl tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholl» monats Bejugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustrierte , 180 Zustellgebühr .. . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach» richten- Anzeiger Liehen, pofifdjedfonto: ^ranlfnrt am Blain 11686. MetzenerAnMger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vtit Perlcg: vrülsl'sche Univelsttäls-Vuch- und Steinöruderei R. Sange in Ziehen. Zchriftleilung und Seschäftzstelle: 8chu!»trahe 7. Annahme von Auze.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 । m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Frredr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undlür denAn- zeigcnteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in (ßlegeiL MoualsvziaWfthe OsterbelrachtuiWN Revolution aus dem Geiste heraus zum Siege auch der letzte Deutsche von seiner hören, bis Gewalt ergriffen ist. tiert, die ganz in der Nähe des Hauptquartiers liegt. Der Mann war durch sein sonderbares Benehmen und feine widersprechenden Angaben wiederholt aufgesallen und wurde kurz bevor Reichs- kanzler Adolf Hitler mit Minister Seldte dem Platterhof einen Besuch machte, von der Kriminalpolizei verhaftet. Man fand bei ihm falsche Papiere, Morphium, Revolver und Patronen. Es wurde festgestellt, daß sich Orlowski zum Schein in eine SA.-Tlniform gesteckt hatte. Der Mann wurde von der Polizei abgeführt. Kahla. 17. April. (CNB.) Die Führer des N a - tionalsozialistischen Jungvolks aus ganz Deutschland hatten sich zu einem Treffen auf der Leuchtenburg cingcsunden. Bei der Er- ösjnungskundgebung hielt gestern nach Worten des Lundcsführers Geißler der Vorsitzende des Thüringischen Staatsministeriums, Minister Sandel, die Begrüßungsrede. Er führte u. a. aus, daß Adolf H i t l e r den Jungooltführern die Heimat, das Reich und die Zukunft gerettet habe. Ihm fei es zu danken, daß die Jugend nicht mehr zerrissen sei in Arbeiterjugend, konfessionelle Jugendbünde und Standes- organisationen. Den Gruß des Reichskanzlers überbrachte der Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Er habe sich entschlossen, auch äußerlich die Macht der Hitler-Jugend in Deutschland zum Ausdruck zu bringen und habe daher die Führung d,es Rcichsausjchufses der deutschen Ju- gendvcrbände übernommen. „Wir sind als hitler-Jugcnd", so fuhr Baldur von Schirach noch fort, „nicht bereit, Kompromisse zu schließen mit marxistischen, aber auch nicht mit rearfonären Kräften, wenn unser Kampf der vergangenen Jahre unter dem Walto geführt wurde: .vernichte! den Marxismus!', so will ich jetzt eine Parole für den kommenden Kampf geben, eine Parole, die genau fo befolgt werden muß, und diese Parole heißt: Schlagt die Reaktion, wie ihr den Marxismus geschlagen habt! vernichtet die Kräfte in Deutschland, die den Arbeiter bcdräuen wollen! Bekennt euch mit der gesamten nationalsozialistischen Jugend zu jenem Sozialismus Adolf Hitlers, der feine schönste und wahrste Verkörperung in der Hitler- Jugend, in der SA. und anderen Gliederungen der NSDAP, gefunden hat. Drei Monate Revolution. Hamburg, 15. April. (CAB.) Reichsmini- ster Dr Goebbels schreibt im „Hamburger Fremdenblatt" unter der Tieberschrift „Drei Monate deutsche Revolution": Man kann Revolutionenauf zwei Arten machen: Man kann den Gegner so lange mit Maschinengewehren zusammenschießcn, bis er die Tlebcrlcgenheit desjenigen anerkennt, der im Besitze dieser Maschinengewehre ist. Man kann aber auch durch dieWuchtderJdec und aus dem Geiste heraus ein neues Geschlecht schaffen, das den Gegner nicht nur überwindet, sondern sogar gewinnt. Der Aationalsozialismus ist den zweiten Weg gegangen. Er ist ohne Frage der schwerere, aber auch, geschichtlich gesehen, der bessere und sicherere. Aach einer Periode der Auflösung bis zur Anarchie, nach 14 Jahren restloser Zerstörung aller Begriffe von Kultur. Recht. Sitte. Ehre und Anstand, zu einer Stunde, da die bolfche- w.stische Gefahr im Herzen Europas riesengroß geworden war. hat die nationale Revolution ein festesBollwerkdeutscherGesinnung aufgerichtet, das unzerstörbar sein wird, weil es seine Kräfte aus dem fanatischenBekcnnt- nis zum eigenen Bolk und zur Zukunft Deutschlands schöpft. Was 50 Jahre feit Bismarck unvorstellbar schien: endlich die Einigung Deutschlands zu einem Staat und einem Reich zu vollziehen, das hat die Regierung der nationalen Revolution in wenigen Wochen zustandegebracht. Wenn die Regierung Hitler nichts getan hätte, oder noch tun wurde als diese eine Tat, sie wäre allein durch ke bereits für immer in das Buch der Geschichte ern- gezeichnet. Sie hat aber nicht nur dem deutschen Volke die inbrünstig ersehnte staatliche Einheit gebracht, sie hat auch den deutschen Arbeiter endlich in das Gcfüge von Volk und Staat eingegliebcrt und ihm darin den Ehrenplatz gesichert, der ihm zukommt. Mit eiserner Zähigkeit wird die Regierung der nationalen Revolution auf dem Wege weitcr- Falscher SA.-Mann auf dem C6cp salzberg verhaftet. Nürnberg, 17. April. (TU.) Am Sonntagnachmittag wurde, wie das „Aiirnbergcr Acht- Uhrblatt" aus Berchtesgaden berichtet, auf dem Oberfalzberg in der Aähe des Landhauses des Reichskanzlers eine verdächtige Person se st genommen. Der Mann trug SA.-Uniform, nannte sich Unterarzt a. D. Paul Orlowski aus Schweidnitz in Schlesien und hatte sich in der Pension „Zum Türken" einquar* Dir sind stolz darauf, am läge der nationalen ohne einen einzigen Schuh diese Revolution _ geführt zu haben, und wir werden nicht auf- unbedingte Geschlossenheit und bedingungslose Einordnung in die gemeinsame Kampffront. Die Führung des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen fordert von ihren Mitgliedern unbedingte Disziplin, eiserne Entschlossenheit und unbeugsamen Kampfeswillen. Es gilt, das Danner der nationalen Erhebung voranzutragen! Cs gilt dafür zu sorgen, daß die Hakenkreuzfahne, das Zeichen deutscher Erneuerung, nicht mehr von unseren Gerichtsgebäuden verschwindet! Führertagunq der ASOAp. in München. München, 17. April. (TU.) Der NSK. zufolge findet am Samstag, 22., und Sonntag, 23. April, in München eine Führertagung der NS D.A P. statt, an der alle Amtsleiter, Gauleiter und höhere SA.- und SS.-Führer teilnehmen. Thüringer Regierung und Stahlhelm. Weimar, 15. April. (WTD.) Das thüringische Innenministerium hat den Bertehr mit der Führung des Gaues Saale- Thüringen des Stahlhelm in Rudolstadt abgebrochen, weil der Gauführer Rechtsanwalt Schönheit dem Ministerium gegenüber eine Sprache gebraucht hatte, die von dem Ministerium beanstandet wurde. Rechtsanwalt Schönheit hat fetzt dem thüringischen Ministerium des Innern gegenüber die Erklärung abgegeben, daß er bedauere, die der Landesregierung gegenüber gebotenen Formen überschritten zu haben, und daß er sie künftig bei jeder Gelegenheit wahren werde. Daraufhin hat das Ministerium die Verfügung über den Abbruch des Ver- kehrs mit der Gauführung aufgehoben. Bei einer Aussprache, die im Ministerium mit den Führern des thüringischen Gaues des Stahlhelms stattsarid, wurde Uebereinstimmnng darüber erzielt, dich der Stahlhelm nurnational- 9er Keg der naüonalsoziaWschenZugend Reichsjugendsührer von Schirach spricht auf der Ostertagung deö nationalsozialistischen Jungvolkes. tionalsozialistischen Bewegung: „Äichts für; uns und alles für Deutschland!" Politiker und Dichter zum Osterfest. Berlin, 15.April. (211.) Der „Angriff veröffentlicht unter der Ueberschrift „Politiker und Dichter über Ostern 1933" Auslassungen von Reichsminister Dr. Goebbels, Kultusminister Rust, Staatskommissar Hinkel, Dramaturg des Staatstheater Hanns Johst und Ministerialdirektor Dr. Freislcr. Dr. Goebbels sagt kurz: „Das ist das erste deutsche Ostern feit vielen Jahren. Wir wollen es in vollen Zügen in uns hineintrinken." Kultusminister Rust bemerkt u. a.: ..Heute hat das Wunder des Ostermorgens sich lebendig und leibhaftig vor unseren Augen wiederholt. Die Auferstehung unseres Volkes, seine Rückkehr zu sich selbst, dieses Anschwellen von Kraft, dieses Sichwicdcrerhcben der deutschen Erbtugen- den des Mutes, der Hingabe an ein übcrperfön- liches Ideal, dieses echte, natürliche Große, das alles ist scheinbar über Rächt gekommen. Wir glauben an unseres Volkes große und ewige Zukunft, so wahr wir an Gott glauben. Uni> aus diesem Glauben strömt uns jene Kraft, deren wir für unsere unerhört schwere Ausgabe bebürfenf Staatskommissar Hinkel erklärt u. a.: „Auch die deutsche Kunst erlebt heute ihre Auferstehung. Jeder wahrhaft künstlerisch Empfindend« muh in Adolf Hitler heute seinen Führer sehen. Längst hat der deutsche Künstler in ihm die künstlerische Persönlichkeit erkannt, den Streiter im Kamps um die Erhaltung des völkischen Kulturgutes und für eine junge neue deutsche Kunst: in sieben großen Gruppen hat der Kampfbund für Deutsche Kultur seine Arbeit aufgeteilt: Musik, Theater. Film und Funk, bildende Kunst, Schrifttum. Wissenschaft, Baukunst und Kleinkunst sind die Pfeiler, auf denen dns Gebäude neuen deutschen Kulturschaffens ruht. Morgen wird Erfüllung sein, was heute Auferstehung ist: Unsterblichkeit der deutschen Kunst." Hanns Johst betont u. a : „Das Herrliche am deutschen Theater ist heute, daß die Führrr- idce nun auch hier ihren Einzug gehalten hat. Ruhiger Verlauf der Osierseierlage. Besprechungen beim Reichskanzler. - Morgen Sitzung des Reichskabinetts?-Oie nächsten polnischen Aufgaben. Berlin, 17. April. (ERB.) Am Montagabend läßt sich nur feststellen, daß diese Oster- f eiert age in jeder Beziehung so ruhig verlausen sind, wie man es seit Jahren nicht mehr gewöhnt war. Es liegt nicht die ge- i ringste Rachricht über irgendwelche Zusammenstöße oder sonstige Ausschreitungen vor. Sie ; innerpolitische Beruhigung, die durch i die Reuordnung der Dinge herbeigefuhrt worden ist, zeigt sich hier an einem ebenso deutlichen, wie wohltuenden Beispiel. Auch in der großen Politik ist es an den Feiertagen vollkommen still gewesen. Das ergibt sich schon aus der Abwesenheit der meisten Reichsminister von Berlin. Reichskanzler Hitler hat die Osterfeiertage in seinem Land- Haus in den bayerischen Bergen verbracht. Frei- lich ist anzunehmen, daß in den Ostertag"n die Besprechungen des Kanzlers mit Reichsminister Dr. Goebbels stattgefunden haben, von denen in der vorigen Woche in der Presse die Rede war. Im Laufe des heutigen Dienstag treffen der Reichskanzler und die meisten Reichs- Minister wieder in Berlin ein. Die nächste Kabinettssihung soll nach den bisherigen Dis- Positionen am Mittwoch stattfinden. Ministerpräsident Göring und Vizekanzler v. P a p e n wollen bekanntlich am Dienstagabend zum bevorstehenden Geburtstag des Reichskanzlers — der am Donnerstag ist — vor den Mitgliedern der Deutschen Kolonie in Rom sprechen. Sie können Rom also frühestens in der Rächt zum Mittwoch verlassen. Ob die Kabinetssit- zung unter diesen Umständen am Mittwoch stattsindet, oder ob sie verlegt wird, das wird sich erst nach der Rückkehr des Reichskanzlers im Laufe des Dienstag übersehen lassen. Ein genauer Zeitpunkt ist jedenfalls bisher noch nicht festgesetzt. . Der Beratungsstoff, mit dem sich das Reichslabinett in der neuen Woche beschäftigen wird, erstreckt sich vor allem auf drei Gebiete: 1. ein neues Cntschuldungsgesetz, das Reichsminister Dr. H u g e n d e r g vorbereitet hat, 2. muß das kürzlich erlassene Gleichschal - tungsgeseh (Einsetzung der Statthalter ufw.) in den meisten Ländern praktisch durchgeführt toei> den, schließlich wird das Reichskabinett ttch auch mit der außenpolitischen Lage beschäftigen, eine Rotwendigkeit, die sich schon aus den Vorgängen im englischen Hinterhaus und den Deutschenverfolgungen in Polen ergibt. Fugt man noch hinzu, daß Reichskanzler Hitler die 2lb- sicht hat, am 1. Mai, dem ersten „Feiertag der nationalen Arbeit", die Richtlinien für das erste Jahr des Vierjahresplanes bekanntzugeben, fo erübrigt sich die Feststellung, daß die Reichspolitik gleich nach Ostern wieder vornüberord ent- lich bedeutungsvollen Ausgaben steht. Ein gleich starker Auftrieb ist inber2anbcr- Politik zu erwarten, so z. B. in Preußen, wo Ministerpräsident Göring fein neues Amt am Donnerstag übernimmt. Minister Seldte beim Reichskanzler. Nürnberg, 17. April. (TU.) Das Hitler- Haus auf dem Obersalzberg, wo der Reichskanzler die Osterfeiertage über weilt, war in diesen Tagen der Treffpunkt dreier Mitglieder der Reichs- ! regicrung. Sowohl Reichsarbeitsminister Seldte als auch Reichsminister Dr. Goebbels statteten dem Reichskanzler Besuche ab. Am Sonntagnach- mittag empfing der Reichskanzler den Reichsarbeitsminister. Anschließend sprach Minister «eldte mit einem Redaktionsmitglied des „Nürnberger Achk-llhr- Blattes" über aktuelle Fragen feines Arbeitsgebietes. Dabei streifte Minister Seldte u. a. die Braunschweiger Vorgänge kurz und führte aus, daß der Reichskanzler und er sich völlig eins seien darin, daß ein kameradsch östliches enges Verhältnis z w i s d)en seren teueren Toten und an jener sozialistischen, hnfen Sie Striegsopfer madjt«Jr Dorbpnah^’s anti-reaftionären und antikapitalistischen Idee, für R echt auf Arbeit geltend. Der Kampf der Li- die unsere Kameraden gefallen sind. Als letztes gamsation solle geführt werden gegen das Verb Irr Wort, das ich in eure Hirne und Herzen einmei- Diktat und die Kriegs,chuldluge, gegen Den <. , fteln möchte rufe ich euch zu: Es heißt für euch, Hasses und der Zwietracht im eigenen Volt, ,ur für Die gefamtc deu'fch? Sugenb: Surd> 6c. tonfeffionetkn Soeben un» einen geraten »inkisrnus »ur Ration!" unter den Jntere en aller Schichten und ^tande 5 V,rV rd s 4 Dem Reichspräsidenten und uem Reichskanzler Abschluß der Feier wurde das Horst°Wes rouröc öa5 Gelöbnis zur Mitarbeit an den vater- sel-Lied gesungen. I badischen Wiederaufbauarbeiten zum Ausdruck ge- I bracht. Ein Aufruf an die deutschen Zünften. München. 15. April. (ERB.) Der Bund nationalsozialistischer deutscher Juristen wendet sich mit einem Aufruf an die Juristenwelt, schreiten, den Gewissen und Verpflichtung ihr ! in dem es unter anderem heißt. Der Bund vorgezeichnet haben, und sie ist überzeugt, daß nattonalsozlal.stischer deutsche:Juristen iniberu nut ihr das ganze deutsche Volk marschiert ge- sich die artdeutschen Richter. Rechtsanwalte, treu dem Wollen und dem Wahlspruch der na- Verwaltungsbeamte und Volkswirte um ihren ’ 1 Führer, den Reichskanzler Adolf Hitler scharen, fordert Euch auf, geschlossen hinter ihn zu treten und ihn in seinem Kampf um das C r b e unserer Väter zu unterstützen. Die Führung des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen erwartet von den nationalen Verbänden der deutschen Richter» und Anwaltschaft m e r 5, toDrbeit. Das ist, wie sich bald hcrausstellt. alles Akte waren regiemäßig stellenweise bis an die der gemeinsamen wirtschaftlichen Aufgaben der großen Wirtschaftszweige wird die Bildung von Wirtschaftsgemeinschaften, oder Arbeitsgemeinschaften für jedes Gewerbe vorgeschla- gen, denen die Bearbeitung und gegebenenfalls die selbstverantwortliche Erledigung aller gemeinsamen Aufgaben des Gewerbes obliegen möge und die auch vom Aeichswirtschaftsrat zur Mitarbeit hinzuzuziehcn seien. Die Denkschrift schließt mit einem Bekenntnis zum starken nationalen und sozialen Staat. Deutschland, bezeichnete es als eine Fügung der Vorsehung, daß zu Beginn der neuen deutschen Epoche eine Tat gefeiert werde, die die Lebensver- Das Stück wurde mit starkem Beifall verständ nisvoll begrüßt. hth. hältnisse grundlegend änderte. Der Kraftwagen sei zu einem Umgestalter geworden. Anschließend sprachen Geheimrat Dr. 2111 der Präsident des Reichsverbandes der Automobil- Mannheim, 17. April. (WSR.) Am Ostersonntag stand ganz Mannheim im Zeichen der Enthüllung des Benz-Denkmals, lln- zählige Besucher aus ganz Deutschland, ja aus ganz Europa, strömten in der Stadt zusammen. Gegen 11 ilßr erschien am Denkmal die große Zahl der Ehrengäste. Auf dem Balkon eines Privathauses hatte Frau Dr. Benz mit ihren Angehörigen Platz genommen. Ferner sah man u. a. Herzog Adolf Friedrich zu Meck- l e n b u r g, den Markgrafen Berthold von Baden, den Reichsverkehrsminister Freiherrn von Elh-Rübenach, den württem- bergischen Staatspräsidenten Murr, die badischen Minister, Generalleutnant Lutz vom Reichs- wehrministerium, Ministerialdirektor Brandenburg, den Herzog von Coburg, Borsihen- den des Kraftvcrkchrsausschusses, Major Hühnlein, Chef des Kraftverkehrswesens der NSDAP-, weiter die Präsidenten des Deutschen Automobilklubs u. a. m. Kurz nach 13 Uhr fuhr der Zug der historischen . Kraftfahrzeuge von der Ausstellungshalle aus durch die Innenstadt. Boraus fnhren drei Wagen des Deutschen Damen-Automobil-Clubs in den Farben schwarzweißrot. Dann kamen alle die pustenden und ratternden Vehikel aus der grauen Vorzeit des Kraftfahrwesens, an der Spitze der Benz-Victoria vom Jahre 1891, den Engen Benz, ein Sohn des Erbauers, steuerte. Als erster Redner nahm am Denkmal Reichsverkehrsminister Frhr. v. Gltz-Rübenach das Wort zu einer Ansprache. Er führte u. a. aus: Cs ist mir eine hohe Ehre, als Reichsverkehrsminister namens des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg, der die Schirmherrschaft für die Denkmalsweihe übernommen hat, namens des deutschen Regierungschefs, des Herrn Reichskanzlers Hitler, und im Ramen der gesamten Reichsregierung dieses Denkmal zu enthüllen. Ein Denkmal ist erstellt worden für Carl Benz, den Sproß einer alten Dorfschmiedsfamilie, den Sohn eines Lokomotivführers, dessen Rame unsterblich geworden ist, der an der Wiege des Verkehrsmittels stand, das dazu berufen war, den neuen Kraftverkehrsstrom in der Welt auszulosen. Eine große Aehnlichkeit besteht in dem Schicksal von Carl Benz und Gottlieb Daimler, dieser beiden Dioskuren des Automobilbaues, die vor einigen Jahren ihre Fabriken vereinigt haben. Die beiden Ramen Carl Benz und Daimler kann man heute nicht anders als zusammengehörig denken. Durch ernste Arbeit ehren wir das Andenken großer Männer der deutschen Vergangenheit am würdigsten. — Begeistert stimmte die Zuschauermenge, als das Denkmal sichtbar wurde, in ein dreifaches Hoch auf das deutsche Vaterland ein und sang das Deutschlandlied und das Horst'Wessel-Lied. Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, der Präsident des Automobilklubs von OieEnihüllungdesCarl-Benz-Denkmais in Mannheim. Gießener Stadttheater. Sigmund Graff: „Tie vier Musketiere." Graff ist bei uns in Gießen schon bekannt: durch sein Kammerspiel „Mary und Lisa" und durch sein Frontstück „Die endlose Straße". „Die vier Musketiere", uraufgeführt in Altona zu Weihnachten 1932, können als eine Fortsetzung des Kriegsdramas gelten. Man darf sich durch den ein wenig verwirrenden Anklang an den berühmten historischen Roman von Dumas und >"?^^!?^?ssische Operette nicht stören lassen: dieses Volksstück in drei Akten knüpft ungefähr da wieder an, wo die „Endlose Straße" abbrach: es beginnt gegen Ende des Krieges, hinter der üront im Westen, in einem kleinen Etappennest. ejne Don den vielen, kommt vorne in Ruhe. Vier Musketiere, vier 2cth "• vier von den Tausenden, kommen ra Vnb, erleben die kleinen Schicksale auorf^memIamt.eit 6ie linden ein dürftiges SV?! '21 unö cm großes Bett sie kauder- "?lnbamc“ in einem schauderhaften ImnÄS örtt@DflJ(6' >ie schäkern mit einer evschwester^. freuen sich, daß sie raus sind aus dem Schlamassel, sie klauen sich Kar- Äuauterä! sich Kartoffelpuffer und werden Etappenkommandantur mit- 6inouS*mS*ta,li5Cn 3C“ K"°il und Fall boben sie noch Zeit gehabt, einen aK? « "n. den Mieden zu denken, an die Ä 2$r ncincd Privatleben, dos sie FnwÄ?1? Surückgelasscn haben: und dabei sind sie auf die Idee gekommen, sich, wenn un> Ä* S/gangen ist und sie mit Hx"* .heimgekommen sind, daheim in Deutschland, im Frieden und in Zivil noch einmal zu treffen und Wiedersehen zu feiern steht, nicht eng genug gestaltet werden könne und daß auch der Stahlhelm in Adolf Hitler seinen Führer sehen müsse. Staatspräsident Or. Werner an die Witwe Ulrichs. WSN. Offenbacb a. M., 15. April. Der hessische Staatspräsident Dr. Werner hat an die Witwe des verstorbenen Staatspräsidenten a. D. Karl Ulrich folgendes Staatstelegramm gerichtet: „Sehr geehrte trauernde Frau Ulrich! Mit bewegtem Herzen erhalte ich die Trauernachricht vom Hinfcheiden Ihres Herrn Gemahls, den nun auch nach langem Kämpferleben der Tod mit sich nahm in das unbekannte Land. Ich darf Ihnen, sehr geehrte Frau, auf diesem Wege mein herzlichstes Beileid aussprechen und Ihnen im Geiste die Hand drücken. In aufrichtiger Teilnahme ergebenst Dr. Werne r, Staatspräsident." Tonfilm: „Oie unsichtbare $vont* Titelbilder und Titel könnten vermuten lassen daß Der Stirn, der gegenwärtig im Lichtspielhaus Ä» verwandte Züge mit dem kürzlich hier ge- seyenen Film „Morgenrot" tragen werde. Das ist ber.^at; ThEa, Kampfmittel und Schau- Jn Asem Film nicht Mannschaften, unb i05 ■meer dar, sondern der Krieg auf Ä51QrerD^DntJpielJ: l'ch ab in Dunkelkammern versteckten Ze.chenbureaus, in Palästen, in geschickt getarnten Geschäften, zwischen einzelnen Personen, gesinnte Männer aufnehmen dürfe. Die Führer erklärten, die Aufnahme ehemaliger Angehöriger der KPD. oder der SPD. einschließlich ihrer Hilfs- oder Rebenorganisationen von einer Probezeit von mindestens sechs Monaten abhängig zu machen. Auf Grund dieser Erklärungen hat das thüringische Ministerium des Innern seine Anordnung^vom 28. März über den Erwerb der Mitgliedschaft im Stahlhelm wieder aufgehoben. Oer NSOAp. beigeireten. Oberhausen. 17. April. (TU.) Der Gauführer des Gaues Ruhr - Lippe des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten. Major a. D. und Polizeipräsident Riederhoff. ist der RSDAP. beigetreten. Wie Polizeipräsident Riederhoff hierzu mitteilt, hat er diesen Schritt aus der Uebcrzeugung heraus getan, | daß die Verbundenheit, die zwischen dem Stahlhelm und den Kampfverbänden der RSDAP. be- | Oer Moskauer Sabotageprozeß Widersprechende Aussagen des Angeklagten Macdonald. nicht mehr so wie damals. Es ist alles anders geworden. Die Gemeinschaft ist zerstört. Die ^Verhältnisse" in Deutschland und die lange Trennung haben ein Uebriges getan. Vor allem die sozialen Unterschiede, die schon, wie gezeigt wurde, selbst der Krieg nicht völlig aufhcben konnte, reihen eine Kluft zwischen ihnen auf. Und es nutzt auch nichts, daß der eine von Den vieren ganz rührend ihren alten Unterstand in seinem Zimmer wieder aufgebaut hat: nach der ersten Wiederschensfreude kommt das Gespräch auf die Politik, und im Handumdrehen ist Der schönste Krach fertig. inbuftrie, unb Major Hühnlein im Auftrage bes Obersten SA.-Führers Adolf Hitler als Chef des Kraftfahrwesens ber SA. für die Kraftfahrjugend. Es folgten als weitere Redner der Präsident des ADAC Ewald K r o t h , Senator Willy Vogel, Erster Bürgermeister Dr. Walli. Eugen Benz sprach im Namen der Familie Benz herzliche Dan- kesworte an alle an der Ehrung Beteiligten. Damit hatte die offizielle Feier ihr Ende gefunden. Während des Festaktes kreuzten Flugzeuggeschwader über der Stadt. Glückwünsche von Hitler unb Or. Goebbels. Mannheim, 15. April. (TU.) Dom Reichskanzler Adolf Hitler ist bei der Leitung des Ausschusses für die Karl-Denz-Denkmals-Enthül- lung ein Telegramm eingelaufen, in dem es heißt: „Leider an der Teilnahme Karl-Benz-Denkmals- Enthüllung verhindert, übermittele ich Ihnen anläßlich dieser Ehrung des großen Pioniers meine besten Glückwünsche. Die deutsche Automobilindustrie muß wieder den Platz erhalten, der ihr nach der ruhmvollen Vergangenheit zukommt. Möge Karl Benz als Wegbereiter dabei niemals vergessen werden. H i t l e r." Der Reichsministec für Propaganda und Voltsaufklärung. Dr. Goebbels, sandte folgendes Telegramm: „An die Ausstellungsleitung der Automobilschau „Einst und Jetzt": Zur Eröffnung die besten Wünsche für erfolgreichen Verlauf der Ausstellung zum Ratzen der deutschen Kraft- fahrt." Dr. Goebbels. - auch — auf einem Regimentstag in Sachsen. Aber es geht ganz anders aus, als Ne sich das vorher in Frankreich ausgedacht hatten. Die vier Temperamente, die im ersten Akt schon sehr deutlich herausgearbeitet waren und die übrigens auch durch die landsmannschaftliche Verschiedenheit der Soldaten in ihrer Gegensätzlichkeit noch verschärft werden, haben den Krieg überdauert. Aber das, was damals an der Front ihre Gemeinschaft ausmachtc, ist im Frieden und im Laufe der Zeit ganz verwischt Obwohl Graff das Motiv auf eine volksstück- mäßige Art und Weise abwandelt und glossiert, indem die Ehefrauen der Musketiere, die auch zum Regimentstag und zur Wiedersehensfeier gekommen sind, sich nach erstaunlich kurzer Zeit ebenfalls in den Haaren liegen —: er kann kaum darüber Hinwegtäuschen, daß er für die schöne Idee, die seinem Stück zugrunde liegt eigentlich nur eine sehr bittere und pessimistische Verwirklichung gefunden hat. Das drückt sich auch in der Dramaturgie seines Stuckes aus: die positiven Elemente der Handlung sind im Grunde unorganisch und von außen in Den Gang der Dinge eingefügt: da kommt von ungefähr em Kamerad aus Amerika zur Wiedersehensfeder und gibt ihnen in schlichten , °rt?n cmf Vorbild dessen, was sie gewollt E uicht zustande gebracht haben. Und als dann Üher vom Zapfenstreich, den sie streit vergessen haben, das aoff 6tammcIn ru ihnen hereintönt, da del/ Der Avülik ~ Vxd) eigentlich Han- I an die Frontkameradschaft, die tos 6cä d°ut,ch°n Schick. rnf8 ™ q r*nb ,m Stieben: bas ist ber An- 2 Eschauer, mit bem Graff sein Stück v°n den vier Musketieren ausklingen läßt. Die Aufführung, bie neben den ar oben Ilor. Uendes Schauspiels auch die ang^eukfen Schwachen erkennen lieh, war von Obersviel- ftaX und hinterließ eine l'p ‘ ?h'm orwfkA«. * beften geriet ersten E ? Werkes entsprechend, im egten Akt, der breit ausgesprelt war und in sernem Wechsel der Stimmungen und Ruancen von derbem Humor, Rachdenklichkeit und bit- tSfn&nfkQ6 ?lC gelassensten Szenen der „Endwsen Straße erinnerte; Die beiden letzten Grenze des Schwankhaften ausgeschöpft und hätten gegen Ende eine gewisse Straffung erfahren dürfen. Doch war der Grundgedanke ber Fabel mit festen Strichen herausgearbeitet. — Die Entwürfe von Löffler gaben, klar und stilgerecht, ein wohlgelungenes Bild der nicht nur räumlich weit auseinanderliegenden Schauplätze: Etappenquar« tier und Direktorvilla. Das Quartett der Musketiere bildeten die Herren Kühne, Hub, Hauer unb Egge» man n: eine gut gesehene, zwanglos aufeinanber eingespielte Gruppe von Solbaten, bie nicht nur im Dialekt, in ihrer sozialen Herkunft, ihrem Temperament und Charakter scharf unb überzeugend Profiliert waren. Auch in die innere Entwicklung auf dem Wege über bie enblofe Straße zurück nach Deutschland, in den Frieden, ins Privatleben, in den Beruf und in die „Verhältnisse" daheim hatten sich die Vier ganz folgerichtig und überzeugend hineingelebt. befreit werden müsse. Die Denkschrift schlägt vor, daß die soziale Selbstverwaltung auf Grund staatlicher Rahmengesetze Tarifgemeinschaften zu schaffen habe zur Vereinbarung und Festsetzung der Löhne, Gehälter und sonstigen Arbeitsbedingungen. Träger ber Tarifgemeinschaften hätten die wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitnehmer und ilnterncbmer zu fein. Weiter wirb bie Bildung von Derficherungsgemeinschaften zur Aufsicht unb zur Reform ber Sozialversiche- rung empfohlen. Zur Beratung und Förderung zugleich entschieden gegen den Vorwurf irgendwelcher Schädigung. Er habe stets gewissenhaft und zuverlässig montiert. Oas ptaidoyer des Staatsanwalts. Gegen die meisten Angeklagten Todesstrafe beantragt Nach Beendigung ber Vernehmung der Angeklagten hielt der Staatsanwalt Wyschinski sein Plädoyer. Den Kapitalisten gefällt unsere Prozeßordnung ebenso wenig wie die fortgesetzte Aufdeckung der Beziehungen " konterrevolutionärer Schädlinge zu bestimmten Kreisen der Bourgeoisie, insbesondere in diesem Prozeß zu Kreisen der englischen Bourgeoisie. Ihnen gefällt nicht, daß das Sowjetgericht ein Klassengericht ist, und sie verbreiten deshalb die Verleumdung, daß in der Sowjetunion keine Rechtspflege bestehe. Für mich ist es völlig klar, daß die englische öffentliche Meinung durch eine Reihe schändlicher Manöver irregeführt worden ist. Schändlich und garstig sind die Verbrechen, die Thornton und Monkhouse verübten, doch habe ich keine Worte, um das Gefühl der Entrüstung unb Verachtung gegenüber Staatsangestellten unseres Landes auszudrücken, die ihre Pflicht gegenüber Vaterland uhb Heimat verletzt haben. Ein Grund, irgendwelche Beschuldigungen im Zusammenhang mit diesem Prozeß gegen Metro-Vickers zu erheben, besteht nicht: die Handlungen und Verbrechen^einzelner Personen des Moskauer Büros wollen wir nicht als von ber Firma verübte Handlungen betrachten. Die Staatsanwaltschaft erklärte, daß sich bie Angeklagten nach Artikel 58 bes fowjetrussifchen Strafgesetzbuches schuldig gemacht hätten. Dieser Artikel sehe als Höchststrafe Erschießung vor. Es bestehe fein Grund, bie Anklage gegen Gregory aufrechtzuerhalten, da er bem sowjet- russischen Staate keinen Schaden zugefügt habe. Bei ber Llrteilsprechung müsse berücksichtigt werben, baß bie Regierung bie Tobesstrafe nicht etwa aus rachsüchtigen Motiven forberc, sondern lebigtidj die Verteibigung der sozialistischen Revolution erstrebe. Die Bestrafung ber Hauptangeflagten Gusseff, Su- chorutschkin, Lobanoff, Kraschenninnikoff, Sokoloff, Macdonald, Monkhouse, Northwall Cuschny müsse so streng wie möglich fein. Die Aussage des Angeklagten Monkhouse, daß er von der OGPU. 18 ober 19 Stunden ohne Unterbrechung vernommen wurde, entspreche nicht den Tatsachen. Er sei höchstens 8 bis 9 Stunden mit gewissen Tlnterbrechungen vernommen worden. Das Urteil wird für morgen erwartet. Wie in Moskauer politischen Kreisen behauptet wirb, ist ein Todesurteil gegen bie Engländer nicht zu erwarten. Wenn Strafen verhängt werben sollten, so würben sie nicht voll st reckt werben. Die Lage der russischen Angeklagten ist sehr kritisch, weil für sie harte Strafen zu erwarten sind. Kleine politische Nachrichten. Der 26 Jahre alte frühere kommunistische Reichstagsabgeordnete Albert Janka, der sich in Schutzhaft befand, hat sich im Gefängnis in Reichenbach i. D. erhängt. Vorschläge des Gewerlfchasts- ringes zur sozialen Neuordnung. Berlin, 15. April. (ERB.) Der Gewerk- schaftsring deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände hat dem Reichskanzler eine Denkschrift für eine Neugliederung der sozialen Ordnung in Deutschland überreichen lassen. In der Denkschrift heißt es, die deutsche Arbeitnehmerschaft sei geistig, genossenschaftlich, sozial und verwaltungsmäßig seit langem genügend geschult, um die Sozialpolitik kraft eigener Verantwortung äu tragen, wenn auch manche gute sozialpolitische Einrichtung erst aus der Erstarrung und Vereisung, in bie sie durch Bürokratismus und Funktio- narismus gebracht worben sei, durch eine moberne s o z iale Selb st Verwaltung London, 13. April. (TU.) Der amtliche englische Funkdienst meldet: Jn dem Prozeß in Moskau begann die Verhandlung am Donnerstag mit einer Sensation. Der Angeklagte Macdo- nald widerriefdas Schuldeingeständ- n i s, das er bei der Eröffnung der Verhandlung am Mittwoch gemacht hatte. Unter dem Kreuzverhör des Staatsanwalts Wischinski erklärte Macdonald: „Ich gebe zu, daß ich gejagt habe, ich sei schuldig, aber jetzt halte i ch diese Aussage nicht mehr auf red) t." Macdonald bestritt, daß er Sokolow den Auftrag zu Sabotageakten gegeben habe und erklärte, er habe es für zweckmäßig gehalten, in der Voruntersuchung zunächst einmal die ihm zur Last gelegten Verfehlungen einzugestehen. Nach einer Pause erklärte Macdonald jedoch auf weitere Fragen bes Staatsanwalts, daß feine Angabe, daß er unschuldig fei, nur teilweise den Tatsachen entspreche. Er bekenne sich des Hochverrats und der Spionage zu- gunsten Englands schuldig. Diese erneute Selbstbeschuldigung machte einen merkwürdigen Eindruck auf das Publikum. Auch die Stimme des Angeklagten hat bei manchem den Eindruck erweckt, daß Macdonald nicht ganz bei der Sache fei. Darauf wird der Angeklagte Thornton vernommen. Nach der Anklageschrift soll Thornton ein bedeutendes Mitglied des englischen Geheimdienstes sein unb durch seine Verbindungen im Ural versucht haben, bie russische Kriegsindustrie zu zerstören. Thornton erklärte, baß bie Angabe, er habe das elektrische Werk in Slatoust zerstören wollen, unrichtig sei. Ihm werben in ber Anklageschrift Wirtschaftsspionage unb Bestechung ber russischen Fachleute zur Last gelegt. Der Staatsanwalt fragte Thornton, wie er dazu kam, dem russischen Angeklagten Lobanow 5030 Rubel unb einen Pelz zu schenken. Thornton erklärte, baß nicht er die 5030 Rubel geschenkt habe, sonbern bie Firma Vickers wegen ausgezeichneter Leistungen. Was ben Pelz anbetreffe, so habe er ben Pelz an Lobanow für 403 Rubel verkauft. Die Aussage seiner Freunbin, Frau Kutusow, baß er ben englischen Geheimdienst in Moskau geleitet unb vom englischen Generalkonsul Gelber erhalten habe, entspreche nicht ben Tatsachen. Der Staatsanwalt behauptete, ber Angeklagte Monkhouse habe aus Lonbon außer ben technischen unb wirtschaftlichen Instruktionen unb Aufgaben auch Anweisungen erhalten, zugunsten Englands Spionage zu treiben. Dagegen erklärte Monkhouse, er habe Anweisungen zur Spionage weder aus Lonbon, noch von der englischen Botschaft in Moskau erhalten. Das Interesse, baß er an ben Wirt- schaftsbingen in Rußland genommen habe, überschreite i,n keiner Weise bie gesetzlichen Grenzen unb er habe auch keine Gelber bekommen. Darauf wurde wiederum Thornton vernommen, ber feine Aussagen bei der OGPLI. jetzt widerrief und aussagte, die Angabe, er habe militärische Spionage getrieben, fei falsch. Der englische Monteur Gregory verwahrte sich gegen die Behauptungen eines russischen Mitangeklagten, der ihm vorwarf, sowjetfeindliche Reden mit russischen Arbeitern geführt zu haben. Gregory erklärte heute, er verstehe fein Russisch. Die russischen Arbeiter sprächen englisch so schlecht, bah sie kaum seine Arbeitsanwei- sungen begriffen hätten. Gregory verwahrte sich Aus ber kleinen Rolle des aus Amerika heim- gekehrten Kriegsgefangenen Eberle machte Herr Geiger eine wohldurchdachte unb wirksam geglichene Cpisobe, bie im Gefüge bes Ganzen eine keineswegs unwesentliche Rolle spielt. Das Terzett der Ehefrauen wurde von den Damen Koch, Beling und Schubert -Jüngling mit Humor und kräftigen Kontrastwirkungen aus- geftattet. Eine hübsche, abgerundete Charge: Frau Walther-Lederer als Madame im Etap- benquartier. In kleineren Ausgaben machten sich die Damen W i e l a n d e r und C a st e i n, die Herren Volck, Heck und Förderer um bie Aufführung verdient. Zwischen Männern und Frauen, bie hinter den Kulissen des Weltkriegs ihren Ländern dienen wollen um des Geldes, um der Ehre oder um des Vaterlandes willen. Spionage! Kriminalfilmen ist bestimmt ein nicht abzusprechender Reiz zu eigen, mehr Spannung aber erfüllt den Spionagefilm, weil cs immer um die Geschicke eines Volkes und nicht um das Geschick des einzelnen geht. Die Geschehnisse sind also bedeutsamer. In diesem Film geht es um die Vorherrschaft auf dem Weltmeer. Ein unerfahrenes, aber kluges deutsches Mädchen gerät in die Hände feindlicher Spione, verrät ihr Vaterland, ohne es zu wissen, weiß aber bann sich einem deutschen Spion anzuschließen und in der Folge für ihr Vaterland zu wirken. Rache der betrogenen Feinde, hinterhältige Drohung und Gefahr können nicht ausbleiben; Mut unb Opferbereitschaft werden herausgefordert, durch energische Tat nur, durch geschickte Arbeit, sorgfältige Ueberlegung mit raschestem Entschluß gepaart, können die Ziele erreicht werden. So fallen die englischen Munitionsdepots den deutschen Fliegern zum Opfer, Auffahrtpläne der englischen Flotte gelangen in deutsche Hande, gefälschte Pläne der Minenfelder bringen Englands Schiffe in Gefahr, während die Hauptakteurin, das deutsche Mädchen, auf tragische Weise bem Splitter einer deutschen Bombe zum Opfer fällt, bevor es nach erfüllter Mission das wartende deutsche U-Boot in die Heimat bringen kann. Der Film erzählt bie an sich komplizierten Vor- Sin demonstrativen, knapp zusammengefaßten :n. Die Dialoge sind wohlüberlegt gesprochen. Es gibt kein überflüssiges Wort. So bleibt alles klar. Die Bilder find gleichzeitig photographisch ausgezeichnet erfaßt, immer steht bas Wesentliche im Vordergrunb. Die Darsteller wirken burch Zurückhaltung überzeugend. Trude von Molo ist eine sehr sympathische Spionin. Carl Ludwig D i e h l als Erik Larsen erfüllt feine darstellerischen Aufgaben mit viel Geschmack unb sicherer Einfühlung für bie Besonderheiten seiner Aufgaben. Zu nennen sind außerdem Theodor Loos als Henrik Thom en (Spion im englischen Dienst), Paul Otto als Cap. tain Roberts, Alexa von E n g ft r ö m als Revuesängerin Mabel May mit hochpolitischen Missionen. Die übrigen Rollen sind nicht weniger sorgfältig besetzt. Im Beiprogramm wissen bie vier Corellys als Phantasieakrabaten mit ihren außerorbentlichen Leistungen zu imponieren. Das Publikum dankte, oft während der Hebungen, mit spontanem Beifall. Ein Kulturfilm „Wien" zeigte die Donaustadt von- der aristokratischen Seite. Aus der Provinzialhauptstadt Buntes Allerlei :8. rodetz. Sohlen widerrechtlich verkauft ZU haben. Giegerlch beteuerte feine Unschuld und betonte^ daß er diese Kohlen als Deputatroblen von der «ladt erhalten und nicht verbraucht habe, da er Kohlen im Haushalt nicht benötige, öo hatte sich ein größerer Haufen Kohlen angesammelt, die er im November v. F. mit Zustimmung des Schlachlhofdezernenten. Bürgermeister Kappus, an die Schlachthofarbeiter in aller Oeffentlichkeit unter Preis abgegeben habe. Wen. nmunisiische der sich in sängnis in vartet. Die achtet Wirb, die 6ng- enn Giraten i sie nicht >r russischen r sie harte drei Damen d i e '"hast und ?"ben v 'S & ober Ar. Felchta. y^tln- 5?0e uni 1Qlen und frühere Korruptionsaffaire strengste Llntersuchung erfahre. Aus der Haft entlaffen. WSN. Frankfurt a. M., 15. April. Der vor einigen lagen in Haft genommene frühere Direk - tor des Offenbacher Schlachthofs, G i e- ge r i ch, ist wieder aus der Haft entlassen worden. Er mar beschuldigt, auf dem Schlachthof lagernde der den fiu- >n wollen um Vaterlandes lestimmt ein nehr Spanil cs immer um das Kesse sind also im die 2ior. mersahrenes, n die Hande i ohne » ZU t'schen Spion ,r Vaterland Hinterhalligk ileiben; Mut ordert, durch t, sorgsame .epaart, fen- len die eng' lieaern iunt !tt°>L 'Ilnenselder mährend»' auf tragisch' Bombe g Mission, dar nat bring-" Ä* S°L S&l ’fli tl°ls mW» Tw®'"1 SS Oie Schule der Kunkreporter. Das Mikrophon vor der Filmleinwand. — Oer „drahtlose Lehrlings Höri sich selbst. Von Egon Larsen. Oer Kuß in der Anlage. »Das Küssen in den öffentlichen Anlagen Londons ist verboten, das wissen Sie doch?" sagte der Richter zu einem Pärchen, daS sich wegen Verletzung der guten Sitten und Erregung öffentlichen Aergcrnisses vor ihm verantworten mußte. Run ist zwar der etwas oberflächliche Kuß langjährig verheirateter Eheleute und der konventionelle Handkuß nicht verboten, Wohl aber der Austausch von Zärtlichkeiten junger Leute, die an das Heiraten noch nicht denken. Und dieses Pärchen hatte sich eben an einem schönen Tage in aller Oeffentlichkeit mit einer Herzlichkeit geküßt, die dem überwachenden Polizeibeamten verdächtig schien und ihn pilichtgemäß zum Einschreiten veranlaßte. Dor Gericht stellte sich aber heraus, daß die beiden Derliebten doch schon verheiratet waren, wenn auch noch nicht sehr lange. Auf die Frage des Richters, warum sie dann zur Bekundung der gegenseitigen Sympathie gerade eine öffentliche Anlage ausgesucht hätten, erklärte der Mann mit dem ganzen Elan eines jungen Ehemannes, daß Liebe nicht nach den äußeren Umständen frage. Außerdem sei die Kußdauer nicht über das normale Maß hin- ausgegangen. Aber gerade hier war der Polizeibeamte. der es wissen mußte, anderer Meinung. Er erklärte, daß der Kuß, wie er mit Hilfe seiner Stoppuhr festgestellt habe, acht Sekunden gedauert habe und damit Über das noch seiner Meinung und Erfahrung hochstzulässige Maß von drei Stunden erheblich hinauSging. Rachdem nun der Kuh und seine Dauer mathematisch analysiert worden waren, kam der Richter schließlich zu einem Freispruch mit der »on ° weisheit zeugenden Begründung, daß^t verscptebl künden zwar eine lange Zeit seien, *un cmen doch nicht vergessen dürfe, daß es noch junges Ehepaar handele und zu - gemeldet: daß eS in absehbarer Zeit mit der »lang-O^ gelassenen Kuhdauer vLn^drei Sekunen eir LDAP. Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. 23. (21. o. D), Gießen: Die Provinzialstraße Bleichenbach — Büches wird ab 24. April für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Stockheim, Lindheim, Düdelsheim, Büches und umgekehrt. — Die Provinzialstraße Schotten — Rudingshain wird ab 19. April für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Götzen. — Die Provinzialstraße Orten- berg —Lißberg vom Abzweig nach Eckarts- dorn wird ab 24. April für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Eckartsborn—Lißberg oder Usenborn—Hirzenhain. Oie Erbgroßherzogin von Heffen von einem Prinzen entbunden. WSN. D a r m st a d t, 15. April. Die E r b g r o ß- Herzogin von Hessen schenkte gestern einem zweiten kräftigen Prinzen das Leben. Mutter und Kind sind wohlauf. Wetzlar ehrt Hitler und Hugenberg. MSR. Wetzlar. 15. April. Dieser Tage trat die neugewähltc Stadtverord- neten-Dersammlung zum ersten Wale zusammen. Die 8 SPD.-Mitglieder blieben aus. Bürgermeister Dr. Bangert legte kurz die wichtigsten Probleme der Kommunalpolitik dar. Unter grohem Beifall teilte er sodann mit, daß die Stadt zu Ehren des Reichskanzlers eine Anlage in „Adolf-Hitler-Anlage" um- benannt habe. Eine große Eisenbahnbrücke würde künftig den Hamen „Hugenberg-Brückc" führen. Fabrikant Dr. Ernst L e i tz (Staatspartet) erkannte rückhaltlos die Berdienst« Adolf Hitlers an und sagte aktive Witarbeit der Staatspartei zu. Rechtsanwalt Dr. Oppermann (RSDAP.) erklärte, daß in Zukunft für äußerste Sauberkeit und Ordnung gesorgt werde und die Ein Meister der Grimasse. 3n manchen Museen findet man in der Abteilung für Barock-Plastik seltsame steinerne oder bleierne Figuren, die groteske Mesen mit verzerrten und doch höchst eindrucksvollen Gesichtern zeigen. Cs sind dies die „Charakterköpfe", die ein Meister des Wiener Barocks, Franz Taver M esse r s ch rn i d t, in der Zeit seines Irreseins geschaffen hat. Messerschrnidl war vor seiner Erkrankung an Schizophrenie, die ihn auf der Höhe seines Schaffens erreichte, ein angesehener Künstler, und die mehr als 60 Charakterköpfe, die er als Irrer schuf, zeigen seine technische und künstlerische Begabung in einem überaus merkwürdigen Lichte. Für die Bildnerei der Geisteskranken, mit der man sich in letzter Zeit vorn medizinischen wie kunstgeichichtlichen Standpunkt beschäftigt hat, sind diese Arbeiten von besonderer Bedeutung. Der Wiener Kunsthistoriker Ernst K r i S hat ihnen eine ausführliche Abhandlung gewidmet, über die Berndt Götz in der „Deutschen Literaturzeitung" berichtet. Mesferschmidt hat seinen Figuren Bezeichnungen beigelegt wie z. 2. der tapfere Feldherr. der Melancholiker, der mürrische alte Soldat. der Satirikus. der Riefer, der aus dem Wasser Gerettete, der naseweise Spötter, der Erzbösewicht. der mit Verstopfung Behaftete, der unfähige Fagottist, der kindisch Weinende. WaS den merkwürdigen Gestaltungen gemeinsam ist. das ist eine geniale Darstellung der Grimasse, in der Kris eine ‘ „mißglückte Ausdrucksbewegung' erblickt, d. h. die Spieglung einer verdrängten Empfindung im Gesicht. Doch dürste die Grimasse noch eine allgemeinere Bedeutung besitzen, indem sie nämlich in der Darstellung Mesferschmidts als die verzerrte Abbildu.rg eines typischen Ausdrucks erscheint, während die Karikatur einen tendenziös verzerrten Hinweis aus einen bestimmten Menschen bedeutet. „Die Grimasse erfaßt die Quintessenz einer ganzen Gruppe", meint Götz. „Daher ist die Maske das LebenSelement der Grimasse. denn sie verhüllt und negiert daS Individuelle und zeigt dafür ein Ueberpersönlich-All- gemeingültiges." I g e beizubringen. nn meldet sich, tritt vor ein Mi- Ser „naue Hout". Johannes Löffler, genannt Löffelshannes, war , zum Beigeordneten seiner Gemeinde gewählt , worden, und dies gab seiner darob stolz gewordenen Frau Veranlassung, ihn zur Anschaffung ] eines neuen HuteS au überreden, denn mit dem ; .ghle Gemeuskroppe , den er seit ihrer Derhei- latung trug, könne er unmögl:ch auss Kreisamt «ehen. Des langen „GebrÄbels" müde, zog Lösselshannes eines Tages zur Kreisstadt, wo er leim Hutmacher den von seiner besseren Ehe- jälfte ersehnten „neuen Hout" erhandelte. Er Bereit ihn auch gleich auf dem Kopfe: der Hutmacher wickelte den alten Filz in Seidenpapier inb schlug dem Hannes vor, ihn in den nächsten Teich zu werfen, mehr sei er nicht wert. Cs fing IHon an, dunkel zu werden, als Hannes den Hut- laben verließ. Der „naue Hout" muhte natürlich begossen" und die abgehandelten 60 Pfennige in ..Vertelchen" umgesetzt werden: als es zum Ausbruch kam, hatte HanneS „einen sitzen". Unter dem inzwischen eingetretenen Regen wackelte er feiner Dorfgemeinde entgegen. Trotz seines Schw.bses hielt er es für ratsam, den neuen Hut tor dem Raßwerden zu bewahren: er holte deshalb den alten aus der papierenen Hülle und wickelte den neuen hinein. Angesichts des vor dem Dorfe befindlichen TeicheS fiel ihm der Gute Rat des Hutmachers ein. den alten Hut in den Teich zu werfen, und da der genossene Branntwein die Erinnerung erloschen hatte, daß er die Hüte vertauscht, flog die Hülle mit dem neuen Hut in hohem Bogen in den Teich. Als er heim kam, hatte sich seine Frau schon zur Rach.rühe niedergelegt: er tat in aller Stille dasselbe. Am andern Morgen, als er noch im Jette lag, wünschte die Frau den neuen Hut zu sehen. ..Ee is c wink nah geworde. eich yun en in die Küch' gehängt", erwiderte Hannes. Rach durzer Zeit erschien die Frau wieder in der Schlafkammer, mit dem Ausdruck des Entsetzens den alten Hut dem noch Schlaftrunkenen vor die Rase haltend mit den Worten: „2s das der raue Hout". Mit einem Satz war Hannes aus dem Bette, schlüpfte in die Kleider und raste zum Hause hinaus dem Teiche zu. Hier bot sich ihm ein alle bösen Geister erheiterndes Schauspiel. Eine Rotte zur Schule wandernder Buben hatten den „kieloben" schwimmenden neuen Hut inmitten des Teiches entdeckt und eine regelrechte Steinkanonade daraus gerichtet. Ehe Hannes sich ton seinem Schrecken erholt hatte, fanZ das Hutprachtstück nach einem von einem halben Backstein herrührenden Volltreffer unter dem Gejohle der Schulbuben wie eine torpedierte Korvette in die Tiefe. Hebet den folgenden häuslichen Krach mögen sich die Leser selbst einen Vers machen. H. E.-Dr. OaS Wandern wird billiger. Um in dieser schweren Zeit die Möglichkeit zu terbiltigtcn Wanderungen zu geben, hat der Reichsverband Deutscher Gebirgs- und Wander- vereine ein Abkommen unter den ihm angeschlos- fenen Vereinen herbeigeführt, das wesentliche Preisvergünstigungen für deren Mitglieder bringt. Reben der Möglichkeit. Karten und Führer verschiedener Wandergebiete zu Vorzugs- breiten zu beziehen, stehen die meisten Unter- funfts- und Berghäuser — im gamen sind es 70 — für Uebernachtung und Erholungsurlaub zu ermäßigten Preisen zur Verfügung. Darüber hinaus wurden mit etwa 700 Gastwirten (besonders in der Lausitz, im Rheingau, in der Sächsischen Schweiz, Thüringen, Vogtland. Westerwald. Sauerland) Sonderabkommen getroffen. Alle Vergünstigungen sind in einem Verzeichnis zusammengefaht. das die Mitgliedsvereine des Reichsverbandes abgeben. Zur Inanspruchnahme der Vergünstigungen sind die Mitglieder der Derbandsvereine mit ihren Ehefrauen und unversorgten Kindern berechtigt. Als Ausweis gilt die Mitgliedskarte des betreffenden Gebirgs- oder Wandervereins mit aufgellcbtcr Iahresrnarke des Reichsverbandes Ditcn für Dienstag, 18. April. 1521: Luther auf dem Reichstag zu Worms: — 1864: die Preußen erstürmen die Düppeler Schanzen in Rordschleswig: - 1873: der Chemiker Iu- stus v. Liebig in München gestorben: 1892: der Dichter Friedrich v. Bodenstedt in Wiesbaden gestorben. Theater-Eonderveranstaltung der ASOAP. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrie- ! den: Aus Anlaß des Geburtstages des Führers Adolf Hitler findet morgen im Stadttheater Gießen eine Sonderveranstaltung der RSDAP. i Kreis Gießen) statt mit einer Ausführung des Schauspiels „Der 18. Oktober" von Walter-Erich Schäfer. Der Dichter dieser historischen Episode hat ein Stück Weltgeschichte aus knappen Raum zusammengesügt, szenisch und dialogisch äußerst geschickt bewältigt. Dieses Schauspiel ist gekonnt, tote selten ein anderes Werk jüngster Schauspielliteratur. Der 18. Oktober" packt seine Zuhörer erst ganz sachte, dann mit immer kräftigerem Griff und läßt nicht mehr los. Die Linie des. Stuckes ist gradlinig und aufrecht. Ein straff und kraftvoll gespanntes Stück, hinreißend in lebendig geballter Handlung umgesetzt. Spielleitung dieser historischen und doch aktuellen Szenensolge hat Oberspielleiter Peter Fassott, der auch die Rolle des Obersten Bauer spielt. Anfang 20 Uhr: Ende 22.30 Uhr. Reichsbahn-Turn- und Sportverein Gießen. Der Bund der deutschen Reichsbahn-Turn- unb Sportvereine mit über 50 000 Qllitglicbcr hielt — wie man uns berichtet — am 31. Mar; und 1. April eine Reichsschulungstagung und am 2. April feine diesjährige Gesa in t - vorstandssihung im Eisenbahnerholungs- heim in Tutzing bei München ab. Beide Veranstaltungen, die von Vorträgen. Filmvorführungen und einer Bismarck-Gedächtnisfeier umrahmt waren, wiesen regen Besuch auß allen Teilen des Reiches, u. a. auch der Saarländischen Eisenbahn-Sportvereine auf. Die Tagung wurde von dem 1. Bundesvorsitzendern Heinz Baumeister, geleitet, der namens des Bundes ein entschiedenes Bekenntnis zur nationalen Regierung ablegte und der Freude Ausdruck gab, daß der Bund nach jahrelangen Anfeindungen nunmehr endlich seine -Ziele frei and unbeschränkt verwirklichen könne. Seme Mahnung, alle Äraftbem nationalen OBtc- tragen, „wir sehen zuerst eine Aufnahme aus dem Rheinland: Kasernen der ehemaligen französischen Besatzungsarmee werden abgerissen. Arbeiter mit Spitzhacken reißen die Mauern nieder. Lastwagen kommen und ... und ... Lastwagen .. „ ... holen den Schutt ab", Hilst der Lehrer weiter. . „Jetzt ein neues Bild. Leben und Treiben aus den Philippinen. Man sieht ... hm ... man sieht ...— Donnerwetter", unterbricht sich der Schüler und wischt sich den Schweiß von der Stirn. „Lassen Sie sich nicht irritieren", tröstet der Lehrer. „Wir haben alle mal unseren schlechten Tag." Beim nächsten Bild — Ueberschwemmungen — fängt sich der junge Mann wieder. Unwillkürlich veriucht man, es ihm im Stillen gleichzutun. Wie würde ich dieses Bild schildern? fragt man sich. Welches Tempo wäre für mich zu schnell? — Schon wieder wechselt die Szenerie, der Schüler stellt sich auf einen Boxkampf um. Man merkt, wie kom- pliziert solch eine Sportreportage sein muß ... „Meine Damen und Herren, die Wochenschau ist zu Ende!" Der junge Mann darf sich auf seinen Platz bc- geben, und zwei seiner Mitschüler suchen die Aufgabe zu bewältigen. Der eine zieht einen Stuhl vor's Mikrophon, verschränkt gemütlich die Arme und beginnt zu sprecheii. Der andere kommt nicht ohne weitausholende Gesten aus — trotzdem er fpater einmal, in der Praxis, nur Zuhörer, aber feine Zuschauer haben wird. Haltung und Arbeitsweise des Funkreporters ist feiner individuellen Veranlagung überlaufen. Der Raum wird wieder bell. Der Lehrer beginnt mit feiner Kritik. „Sie müssen sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß Sie später nicht so bequeme Verhältnisse oorsinden werden wie hier. Oft teht man mit seinem Mikrophon eingekeilt zwischen Tausenden, die Menge ist unruhig, man hat Angst, daß sich ein Unberufener herandrängt und etwas ins Mikrophon schreit — und trotzdem muß man seine Reportage durchführen. Dabei kommt es aber nicht auf d i e sogenannte gute Form an, in der sich der Sprecher befinden muß. Glauben Sie mir — manchmal ist unwillkürliches und unbeholfenes Stottern plastischer und lebendiger als die schönsten geschliffenen, stilistisch abgerundeten Phrasen! Es ist das Fluidum des persönlichen Erlebens, das sich vom Sprecher auf den Hörer übertragen muß." Der Techniker im gläsernen Abhörraum erhält einen Wink. Und aus dem Lautsprecher kommt die ganze Reportage nochmals — der „drahtlose Lehrling" härt sich selbst reden, kann sich selbst kritisieren. Der Laie staunt — für den Fachmann ist dieses „Wunder" schon längst eine Selbstverständlichkeit. Die „Schularbeiten" der Schüler werden auf Wachsplatten oder — einfacher und billiger — auf eleUromagnctifiertem Draht festgehal- ten, der sich sofort wieder abspielen läßt. Zweiter Teil des Unterrichts: die „Direkt» R e p o r t a g c". Drei Schüler werden ^ausgesucht und hinausgeführt — der Techniker des Studios ist der einzige, der das Ziel kennt. Sie sollen aus irgendeinem Teil dieses großen Gebäudes, der Staatlichen Hochschule für Musik in Charlottenburg, einen Hörbericht „senden". Wir anderen warten hier oben im Dachgeschoß, im Unterrichtsraum der „R u n d f u n k v e r s u ch s st e 11 e", auf die Dinge, die uns von den drei angehenden Reportern aus dem Lautsprecher erzählt werden sollen. Inzwischen lassen wir uns berichten, daß der Kurs für Sprecherziehung, Reportage und Zeitfunk erst in diesem Semester eingerichtet wurde — als Ergänzung der übrigen „Funkdisziplinen", die schon jahrelang gelehrt werden: Mikrophonsingen, musikalisches, pädagogisches und aktuelles Hörspiel, Unterhaltungsmusik, Funkkomposition, Funkdramatur- gie, und über den Rahmen des „Drahtlosen" hinaus Tonfilmdramatik und Filmmusik. Funkreporter kann man werden, wenn man drei Semester studiert hat. Zunge Leute über 18 Jahre, ohne besonderen „Berechtigungsnachweis", werden ausgenommen. Wer wirkliches Talent hat, dem wird der Sprung von der Akademie zum Funkhaus leicht gemacht: btc Dozenten.selbst, alles praktische Fach leutc, holen die Begabtesten aus dem Nachwuchs vor das „echte" Mikrophon. Ueberdies macht die Rund- sunkoersuchsstelle ganz Europa mit den Leistungen ihrer Schüler bekannt: sie hat einen eigenen Kurzwellensender, der vielleicht demnächst als Studio-Sender in das offizielle deutsche Pro gramm eingegliedert und ausgebaut werden wird. Schon jetzt erfreut sich dieser kleine Sender mit seinen von Wachsplatten übertragenen Darbietungen der Funkschüler großer Beliebtheit unter den euro päischcn Kurzwellenhörern. Auch technische Neuerungen werden in Zusammenarbeit des Elektrikers mit dem Künstler geprüft: etwa ein jüngst konstruierter tragbarer Kurzwellensender mit Akku und Plattenaufnahme-Vorrichtung, oder ein neues Mikrophon, nicht großer als ein Mantellnops, das man sich einfach an den Rockausschlag steckt. Mit solch einem „Knopfmikrophon" sind die drei Funkjchüler nun unterwegs durch das Haus der Akademie. „Achtung, wir befinden uns im Vorraum der Hochschule für Musik", hören mir aus dem Lautsprecher. Während der Reporlerlehrling sich bemüht, und einen Begriff des Raumes zu geben, erkennt man die ungeheure Schwierigkeit solch einer Aufgabe — und man bekommt plötzlich Hochachtung vor der scheinbar so mühelosen Eleganz, mit der uns täglich die Berufssprecher des Rundfunks ihre Hör- berichte geben. „Wir werden jetzt den Portier des Hauses um ein Interview bitten. Run, mein Lieber, wie lang sind Sie schon hier in der Akademie? Was können Sie uns über die Geschichte des Hauses erzählen?" Was nun folgt, ist ein kleines Wunder. In unserem Hörsaal verstummen die halblauten Gespräche, das ungenierte Lachen über manche Ungeschicklichkeit des Reporterschülers. Der Lehrer tritt näher an den Lautsprecher heran. Und wir lauschen der Erzählung eines einfachen Mannes... Er berichtet über die Großen der Tonkunst, die an seinem Fensterchen im letzten Vierteljahrhundert vorbeigingen, über Feste und Feiern, über Besuche von Kaisern und Königen. „Unser Portier war der beste von allen", kritisiert der Lehrer das Resultat der heutigen Kursstunde. „Er hat das ins Mikrophon gezaubert, worum wir uns alle bemühen müssen: persönliche Atmo- s p h ä r e." r Angells MU fein Prozeh-. eiche Äch oolutionarer Mrgeoisie, en der eng, l>. daß ba5 ericht ist, Tthung, bah 'estehe. Für ! Drilliche Manöver Mstig sind khouse verdös Tcsuhl >cr Staats- n, die ihre Mt verseht )ulbigungen H tzegen )t nicht: die Personen der (s von der ch sich die ^russischen llen. Lieser chiehung Hage gegen dem sowjel- :n zugesüat r berültsich- Todeesiiase >en fordere, gungdcr ’iftrebe. Die dusscss, 6u« »ff, Solaloss. hny müsse io lussoge bei der 001)11. iterbie- ?reche nicht 9 Stunden mmen wvr- dera ufbau zu weihen, fand begeisterten Widerhall. Sin demnächst herauszugebender Aufruf an alle nationalbewußtcn Eisenbahner, zur Stärkung des Wchrwillens und der Gesundung unseres Volkes mit ihren Angehörigen dem Bund beizutreten, soll mithelfen, diesen Willen in die Tat umzusetzen. Einstimmig wurden die vorgefchlagenen Satzungsänderungen angenommen und nach einem Vortrage des Oberstleutnant H ö r l vom Reichskuratorium für Iugendertüchtigung beschlossen, den Wehrsport mit allen Kräften zu fördern. Ein dahingehendes ausführliches Reichsprogramm wurde ausgearbeitet und der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft zugeleitet. Die Veranstaltung verlief in größter Einmütigkeit und war von vaterländischer Begeisterung getragen. Im gleichen Geiste fand dieser Tage die Iahres- hauplversammlung des Reichsbahn-Turn- und Sportvereins Gießen unter Leitung des Oberbahnhofsvorstehers Heinzelmann statt- Auch dieser Zweig deS ReichSbahn-Turn- und EportbundeS hat sich von Anfang an auf streng nationalen Boden gestellt, um die Eisen- bahncrjugend in der Stärkung deS Wehrwillens zu erziehen. Um dies auch nach außen hin fest- zulegen, wurde auf Antrag deS Mitgliedes Reichsbahn-Oberinspektor Kliff mülle r einstimmig folgende Ergänzung des § 1 der Satzung beschlossen: ..Der Verein bezweckt die Erziehung zur Kameradschaft durch Pflege aller Leibesübungen und Sportarten unter besonderer Berücksichtigung der Iugend zur Kräftigung von Körper und Geist" Als neuer Absatz wurde hier eingeschaltet: ..Der Dergin steht aus nationalem Boden.“ Aus dem Geschäftsbericht des 2. Vorsitzenden Heinzelmann war zu entnehmen, daß die Erhaltung der ehemaligen Wagenhalle und deren Umbau zu einer Sporthalle für Gießen eine Rotwendigkeit war. Rch.'zu der gesamte Sportbetrieb unserer Universität wickelt sich in der Halle ab. Der Radklub „Germania", der Gießener Schwimmverein, die Pfadfinder „Horst Gießen" sind dort • zu Hause. Ein sportlich-kameradschaftliches Zusammenarbeiten mit diesen Gruppen und Verbänden bietet die Gewähr, daß neues Leben auch aus den Ruinen dieser Halle wieder blüht, zum Wohle unserer Iugend und zum Segen der Stadt Gießen. Durch den Umbau der ehemaligen Wagenhalle hat eine große Anzahl kleiner Geschäftsleute und Handwerker in Gießen in schwerer wirtschastlicher Zeit lohnende Beschäftigung gefunden. Der Kassenbericht, der von Reichsbahnsekretär Schütz erstattet wurde, ließ eine gesunde geldliche Grundlage erkennen. Die Raffenprüfer, Reichsbahn- sekrctäre Reichel und Pauly, konnten mit Befriedigung die mustergültige Geschäftsführung anerkennen. Aus dem vom Sportleiter, Reichsbahnsetretär E i d m a n n , vorgetragenen Sportbericht war zu entnehmen, daß die Jugend des Vereins auch im letzten Jahre recht rege war. UeberaU haben sie in Ehren die Farben des Vereins vertreten. Die größten Lorbeeren hat die Kleinkaliber-Schießabteilung geerntet. Bei stärkstem Wettbewerb haben die Scharfschützen (Eidmann, Hainbach, Mootz, Rabenau und Schilling) in Marburg den 1. Preis in Gestalt eines wertvollen Pokals errungen, desgleichen beim Bezirksschießen in Herborn den von der Reichs- bahndirektion Frankfurt a. M. gestifteten Wanderpreis — eine wertvolle Radierung aus der Altstadt Frankfurt a. M. — überragend für Gießen gewonnen. Bei der Neuwahl wurde an Stelle des nach Fran- furt a. M. versetzten 1. Schriftführers Weber der Reichsbahnsetretär Heinrich Lu h und als 2. Schrift- führer Rcichsbahnaffistent B e 11 o f einstimmig gewählt. Ebenso wurden die übrigen Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt. Bornotizeu. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, als 28. Vorstellung im Dienstag-Abonnement zum erstenmal das heitere Volksstück, das sich mit Politik beschäftigt, das aber gar nickts weiter will, als für einige Stunden zu belustigen, der Schwank „Hasenklein kann nichts dafür!" von Hans Mahner-Mons (Spielleitung Karl H e y f c r). In der Titelrolle Ludwig Linkmann vom Reußifchcn Theater in Gera als Gast. Gewöhnliche Preise. Ende 22.15 Uhr. — Mittwoch, den 19. April, Sonderoeranstaltung der NSDAP. (Kreis Gießen» aus Anlaß des Geburtstages des Führers Adolf Hitler. „Also, wer hat Mut?" fragt der Lehrer, im Zivil- beruf Sprecher der Berliner Funkstunde. Heute müht er sich, einem Dutzend junger Männer und Anfangsgründe der Funkreporta^ Ein junger Mann ------- , krophon, räuspert sich und blickt auf die kleine Film- leinwand, die sich letzt zu erhellen beginnt. Es läuft eine alte stumme Wochenschau. „Achtung, meine Damen und Herren", spricht der hinge Mann ins Mikrophon, als würden seine Worte an Millionen von Rundfunkhörern über- i« S.J.-fpori Segelflug — Auto-Schleppstart im Gießener Flughafen. Die Segelfliegergruppe des Derer n s für Luftfahrt in Gießen unternahm am Samstagnachmittag bei günstigenr Flugwetter auf dem hiesigen Flughafen Segelflugversuche mit dein Autoschleppstart, der es ermöglicht, ohne eine große Mannschaft auch im flachen Gelände den Segelflug zu pflegen. Die Dorbereitungen wurden auf das sorgfältigste getroffen. Geflogen wurde mit dem verkleideten „Zögling" dem sogenannten „Zingo", der zwar durch die Derklei- düng etwa „kopflastig" geworden ist, sich aber für die Schleppvcrsuche als recht geeignet erwies. Die Schleppversuche gelangen ausgezeichnet. Als erster flog der bekannte Gießener Segelflieger Fritz Schmidt, der innerhalb weniger Sekunden eine Höhe von etwa 100 Meter in steilem Anstieg (der etwa im 65-Kilometer-Tempo erfolgt) erreichte, um dann, nach dem Ausklinken in kurzem, aber sicherem Gleitflug wieder nahe der Startstelle zu landen. Einen zweiten Flug unternahm dann Karl Schmidt, der allerdings nur eine geringere Höhe erreichte, aber ebenfalls wieder gut zu Dodcn kam. 2m Laufe des Nachmittags wurden noch verschiedene Flüge unternommen, die den Beweis erbrachten, daß der Autoschleppstart ein vorzügliches Mittel ist, den Segelflug auch im flachen Gelände zu pflegen. Erste Entscheidungen in Süddeutschland München 1860 und FSV. Frankfurt Abteilungsmeister. Fast ausnahmslos waren am Ostersonntag alle führenden süddeutschen Mannschaften mit Meister- schaftskämpsen beschäftigt. Die Titelkämpfe konnten denn auch zu den ersten Entscheidungen geführt werden, sowohl die beiden Abteilungs- meister, wie auch der Pokalsieger wurden ermittelt. Abteilungsmeister und damit Teilnehmer an den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft sind München 60 und FED. Frankfurt. Der Pokal fiel an den DfB. Stuttgart, der nun zusammen mit Eintracht Frankfurt und dem Zweiten der Abteilung I (1. FC. Dürnberg oder Sp.-Dg. Fürth) die Spiele zur Ermittlung des dritten süddeutschen Vertreters für die „Deutsche" bestreitet. 3n der Abteilung! sicherte sich München 60 die zum Abteilungssieg noch fehlenden Punkte durch einen 3:l-(2:0-)Sieg über den FC. Kaiserslautern. Kaiserslautern war am Dorabend in Fürth bereits 5:0 (2:0) geschlagen worden. Fürth hatte dadurch gleiche Punktzahl mit dem 1. FC. Dürnberg erreicht und das Entscheidungsspiel um den zweiten Tabellenplatz der Abteilung erzwungen. Die Münchener Bayern, die als Titelverteidiger diesmal an der Deutschen Meisterschaft nicht teilnehmen, konnten in Pirmasens den Saarmeister FK. Pirmasens dank ihres schönen Spiels in der ersten Halbzeit verdient mit 3:2 (3:1) schlagen. 3n der Abteilungll sicherte sich der FSV. Frankfurt den Abteilungssieg durch einen knappen, aber verdienten 1:0 (0:0) Sieg über den Karlsruher FV. Die Frankfurter lagen fast ständig im Angriff, kamen aber dank der guten und auch zahlreichen Verteidigung des Gegners erst sechs Minuten vor Schluß 51ml siegbringenden Treffer. In Karlsruhe unterlag Phönix dem besseren Spiel der Eintracht Frankfurt mit 1:3 (0:2). Wormatia Worms und Stuttgarter Kickers trennten sich mit einem Unentschieden von 2:2 (2:0). Pokalsieger wurde der VfB. Stuttgart, der auf dem Stuttgarter Kickersplah im Endspiel vor 6000 Zuschauern den FC. 05 Schweinfurt durch bessere Technik und klügeren Spielaufbau verdient mit 2:1 (2:1) schlug. Westdeutsche Handball-Meisterschaft. Iura Barmen ist Meister. Das Endspiel um die westdeutsche Handballmeisterschaft zwischen Hindenburg M i n d e n und Iura Bar in c n, das in der Dortmunder Kampfbahn „Rote Erde" stattfand, war alles andere, denn eine Werbung für den Handballsport. Es wurde beiderseits, namentlich nach^ der Pause, sehr hart gespielt. Es gab auf beiden oeiten einen Platzverweis, und der 'Schiedsrichter sah sich schließlich sogar gezwungen, beide Mannschaften geschlossen zu verwarnen. Iura Barmen blieb mit 9:2 (5:2) Sieger. Die ausgezeichnet zusammenspielende- Mannschaft hatte von Anfang an mehr vom Spiel und siegte verdient. Im Borkampf um die dritte Bcrtreterstelle Westdeutschlands in den DSB.-Endspielen standen sich am Samstag in Kassel der dortige SC. 03 und I Rasensport Mülheim gegenüber. Kassel schaltete die Mülheimer verdient mit 9:6 (5:4) aus und trifft nun am Mittwoch auf den BfB. Aachen, den Sieger der Iroftrunbc. Der Sieger dieses Ireffens ist dann westdeutscher Dritter in den DSB.-Endspielen. Kurze Sportnotizen Für die Deutsche Fußball -Mei st erschuft stehen bislang die folgenden Endspielteilnehmer fest: FSV. Frankfurt, München 1860 (Süd- deutschland), Schalke 04, Fortuna Düsseldorf (Westdeutschland), Dresdener SC. (Mitteldeutschland), Beuthen 09 und Rasensport-Vorwärts Gleiwitz (Südostdeutschland) Mitteldeutscher Fußball - Mei st er wurde der Dresdener SC., der am Ostermontag in Dresden vor 20 000 Zuschauern das Endspiel gegen den Polizei-SB Chemnitz mit 3:1 (2:0) Ireffern gewann. Arsenal London braucht aus drei noch ausstehenden Spiellen nur noch zwei Punkte, um englischer Fußballmeister zu werden. * Das Berliner Jubiläums- Fu ßball- lurnier von Minerva 93 wurde von MAC. Wien gewonnen. Die Wiener schlugen zuerst Hertha-BSC. mit 3:1 und dann im Endspiel Ferenczcaros Budapest 4:3. Die Ungarn hatten vorher Minerva 5:1 besiegt. Das Spiel um den dritten Platz gewann Hertha gegen Minerva mit 5:2. * Der Olympiasieger im 11 0- Meter - Hürdenlaufen, Georg Saling, ist bei einem Automobil-Unfall tödlich verunglückt. * Hans Schönrath wurde in Sevilla von Pao- lino über zehn Runden nach Punkten geschlagen. Boxmeister des DASV. von 18 9 1 wurden vom Fliegen- bis Schwergewicht: Ostländer- Aachen, A u s b ö ck - München, Dreher-Stuttgart, Alt- Garmisch, Held- München, Stacho- w i a k - Oberhausen, Glaser-Oberndorf und Steinmüller - Ludwigshafen. S p o r t k o m m i s s a r des Landes Baden wurde Reichstagsabgeordneter Roth, fein Stellvertreter ist Georg Brechenmacher vom süddeutschen Jugendheim in Ettlingen. G. Hax - Berlin hat die kommissarische Leitung des Deutschen Schwimm-Verbandes übernommen. Deutsche Hockey siege gab es in Paris. Der SC. 80 Frankfurt schlug den Gollers Club Paris 4:0 und Stade Francais Paris mit 2:1. Gießener Osterfußball. Ergebnisse. Die I.Elf der S p i e l v e r e i n i g u n g erzielte am Samstagabend gegen die 1. Mannschaft von „Germania" Frankfurt ein ihrenoolles Unentschieden von 1:1 loren. Die 2. Elf des Vereins konnte gegen die 1. von Großen-Buseck auf des Gegners Platz mit 1:2 die Oberhand behalten. Mit einem Siege kehrte auch die 4. Mannschaft aus Grüningen heim. 2:3 lautete das Ergebnis für die Spielvereinigung. Das Spiel Großen-Buseck II — 1900 III wurde von Großen-Buseck abgesagt. Die Jugend-Mannschaften schlugen sich sehr gut und erzielten dabei folgende Ergebnisse: 1. Feiertag: 1900 AI — Kickers Offenbach 1:0, 1900 AU — Burgsolms I 3:2, 1900 Schüler — Burgsolms Schüler 0:6. — 2. Feiertag: 1900 AI — Union Niederrad AI 3:4, 1900 AH — Germania Fulda AI 2:3, 1900 Schüler — Union Niederrad Schüler 0:3. — Die 2. Handball-Mannschaft der Spielvereinigung 1900 kannte gegen die 1. Elf des Turnvereins Ireis mit 9.5 loren gewinnen. Die 1. Mannschaft des V fB. empfing am 1. Feiertag Gäste aus Geisweid-Klafeld. Die Grünweißen siegten mit 2:0 loren. Der zweite Feiertag brachte öe£ Mannschaft im Spiel gegen die Reserveelf des FSV. Frantfurt eine Niederlage von 4:1 loren. Eine kombinierte Mannschaft gewann gegen die 1 Elf von Steinbach mit 6:2 loren. Die Schüler spielten am Samstag in Wetzlar gegen die Schüler des dortigen Sportvereins und erzielten ein Unentschieden von 0:0 loren. Am Montag wurden die Schüler von den Leihgesterner Schülern mit 0:2 loren geschlagen. 1900 I — Germania Frankfurt I 1:1. Bereits am Samstagabend wurde das erste Spiel der Osterfeiertage ausgetragen. Die Spielvereinigung 1900 hatte sich als Gegner für ihre erste Mannschaft die I.Elf von „Germania" Frankfurt verpflichtet. Die Gäste traten mit Ausnahme zweier Leute in der vorher genannten Aufstellung an. Das Spiel der Frankfurter stellte an die Blauweißen hohe Anforderungen. Die Gäste zeigten gutes Kombinationsspiel, wußten sich stets sehr gut freizuspielen und trugen immer wieder gefährliche Angriffe nach vorne. tv' 'chaft war sehr ausgeglichen. Der kleine, aber Das geschieht aua Halblinke gefiel dabei außerordentlich, in Sachsen. Aber eijch vermißte man jedoch auch bei den sie sich das vorhe: den letzten Einsatz vor dem lor, und hatten. Die vier Trschiedene Male, daß aus aussichtsreich- Akt schon sehr deut die Bälle verschossen mürben. "Außer- und die übrigens au°> weitaus mehr hohes Spiel als man liche Verschiedenheit erwartete. sätzlichkeit noch bergen hatten im wesentlichen die Mann- Krieg überdauert. AbKmnstag genannt wurde, auf dem der Front ihre Gemeinsa, Frieden und im Laufe der Haupt bemerkbar. Für Ritter sprang ein neuer < Besonderes Interesse galt dem Spiel des Zweiten ^elertages auf dem Waldsportplah. FSV Frankfurt II. war bei VfB. zu Gast. Die Gäste f-LUten die Erwartungen, die man in sport° .cher Hlnftcht an sie knüpfte. In der Behand- lung des Balles waren sie hervorragend in dec Zusammenarbeit gut. aber doch nicht so ganz a&rFrfjk Grunweißen nicht hätten gesahrl.ch werden können. Die DsB.er waren ^'Gegner, der zwar ernst zu nehmen, ober doch^nicht völlig gleichwertig war. So behielten die frankfurter immer leicht die Oberhand und lagen immer etwas mehr in der Gießener Halste Walser mußte häufig eingreifen und lat es zu- ocrlaffig Drei der vier Tore für die Frankfurter toaten für ihn nicht zu halten. Bei den Grün- weißen machte sich besonders das Fehlen von Platze. Lediglich für Henrichs mußte Ersatz beschafft werden. Das Spiel begann zunächst sehr ausgeglichen. Allmählich zeigten sich die Gäste überlegen. Lange stand die Partie 0:0. Erst aus einer Ecke heraus fiel das erste Tor für die Gäste durch Kopfstoß des Mittelstürmers, der geschickt und unhaltbar für Schlarb verwandeln konnte. Die Blauweißen wurden dadurch etwas aufgerüttelt, spielten energischer, schufen verschiedentlich einige Chancen, der Erfolg blieb aber den Platzbesitzern zunächst versagt. Gegen Ende der ersten Halbzeit erwiesen sich die Gäste als wesentlich besser, taten sich aber nur im Feldspiel hervor, während schwache lorschußleistungen weitere Erfolge verhinderten. Die Verteidigung 'der 1900er arbeitete außerdem sehr aufopfernd und verhinderte zu ihrem Teil jeden Erfolg. Rach der Pause zogen die Blauweißen frisch vom Leder. Lippert hatte eine prächtige Gelegenheit. eine schön hereingegebene Flanke von Arnold (der diesmal wieder etwas mehr qe= fallen konnte) zu verwandeln, der Ball ging jedoch knapp neben die Latte. In der 15 Minute der zweiten Halbzeit fiel der Ausgleichstreffer Hoffmann (em neuer Mann) erhielt nach heftigem Gedränge vor dem feindlichen Tor und nach verschiedenen Mißverständnissen zwischen der gegnerischen Verteidigung den Ball vor die Füße und schob leicht ein. Damit war der Ausgleich erzielt, bei dem es bleiben sollte. Die Gäste grif- fcn Uüeder an. zeigten sich nach wie vor leicht felbuberlegen, scheiterten aber immer wie- an Verteidigung. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Das Spiel litt unter den unbefriedigenden Leistungen des Schiedsrichters. DfB. I — FSB. Frankfurt II 1:4 (0:1). Mann (Bender) ein, der sich als recht brauchbar erwies. Der Kampf begann zuerst etwas matt. Die Gäste tasteten und gingen noch nicht völlig aus sich heraus. Immerhin drückten sie leicht. Ihre Angriffe entbehrten zunächst der Systematik, machten aber den Hiesigen die Arbeit dadurch schwer, als sich die Frankfurter durch eine sichere Balltechnik immer wieder durchzuspielen vermochten. Leutheuser und Wilhelm waren aber sehr auf der Hut und ließen die Gästestürmer selten zum Torschuß kommen. Die Gießener Stürmer kamen einige Male gut vor das gegnerische Tor, hatten dabei immer wieder Pech. Lehrmund schoß einmal aus aussichtsreicher Stellung knapp neben die Latte. Balser griff einige Male geschickt ein. Das erste Tor (gleichzeitig Halbzeitergebnis) für die Gäste war keine große Tat. Auf weitaus imponierendere Weife fiel das zweite Tor der Gäste nach der Pause. Der Mittelstürmer konnte auf eine Vorlage aus der Läuferreihe entschlossen verwandeln. Balser, nicht ganz aufmerksam, war sehr überrascht. Rach kurzem Geplänkel vor dem Gießener Tor kam es zum dritten Erfolg für die Gäste. Balser hätte den Ball halten müssen. Unhaltbar war dagegen das vierte Tor, das wiederum durch den Mittelstürmer, und zwar auf die gleiche Weise wie der zweite Erfolg, für die Frankfurter fiel. Schmidt rettete die Ehre des Tages für feinen Verein. Das Ehrentor war längst verdient. Das Spiel gefiel besonders zum Schluß gut. Die Gäste, wie auch die Gastgeber hinterließen guten Eindruck, lieber das Spiel VfB. I. gegen Geisweid-Klafeld I. werden wir noch berichten. Dieses Spiel konnten die Grün- weißen mit 2:0 (0:0) Toren für sich entscheiden. Oie Vorgänge in der Krankenversicherung. Man schreibt uns: In diesen Tagen ist viel über unerhörte Mißstände bei Ortskrankenkassen und ihren Verbänden berichtet worden. Es wird leicht übersehen, daß diese Vorwürfe nicht die Krankenversicherung als solche treffen, sondern die marxi- stischen Kreise der Ortskrankenkassen, die in der Nachkriegszeit den maßgebenden Einfluß auf die Krankenversicherung gehabt haben. Unberührt lassen diese Vorwürfe insbesondere die auf beruflich betrieblicher Grundlage aufgebauten B e - triebskranken kaffen. Schon viele Jahrzehnte vor Einführung der reichsgesetzlichen Krankenversicherung (1883) bestanden bei größeren Jn- dustrieunternehmungen Fabrik - Krankenkassen, die später vom Gesetzgeber als Betriebskrankenkassen übernommen worden sind. Bismarck ist bei der Schaffung der gesetzlichen Krankenversicherung von dem bewährten Vorbild dieser Fabrikkrankenkassen ausgegangen. Die Eigenart und Stärke der Betriebskrankenkassen liegt heute wie ehedem in der unmittelbaren engen Verbindung der Krankenkasse mit dem Betriebe. Die Kassenmitglieder fühlen sich hier als Angehörige einer Werksgemeinschaft in weitestem Maße verantwortlich für das Geschick ihrer Versicherungseinrichtung. Die Kassenoerwal- tung ist einfach und billig, denn die Verwaltungs- einrid)tungen des Unternehmens können ohne sonderlichen Mehraufwand für die Zwecke der Krankenkasse mit verwendet werden. Sei den B e - triebskrankenkassen gibt es daher keine Verwaltungspaläste und keine kostspieligen Eigen betriebe. Das Personal wird vom Betriebsunternehmer gestellt und von ihm bezahlt. Für die überwiegende Zahl der Betriebskrankenkassen braucht überhaupt besonderes Personal nicht angestellt zu werden, weil die Geschäfte von den Angestellten der Firma ohne Schwierigkeiten mit erledigt werden können. Infolgedessen sind die Verwaltungsunkosten bei den Betriebskrankenkassen verschwindend gering, so daß bei ihnen die Kassenbeiträge zu etwa 99 v. H. in Form von Leistungen an die Versicherten und ihre Familienangehörigen zurückfließen. Die in den Betriebs- krankenkassen von dem Unternehmer und den Betriebsangehörigen im Sinne der werksgemeinschaft- lichen Idee, des Werksverbandes, geleistete Zusammenarbeit führt zu einem gegenseitigen Kennenlernen und Verstehen auf allen Gebieten. Hier ist die Zugehörigkeit zu einem höheren Ganzen lebendig, die ausgleichend und versöhnend wirkt. Die in der betriebsgebundenen Organisation der Betriebs- krankenkassen liegenden Vorzüge dieser Kassenart finden ihren Ausdruck in dem bei ihnen herrschenden Grundsatz: kleinster Aufwand — größte Leistungen. Das heute allgemein geforderte berufftän-- dischePrinzipderSozialversicheruug ist hier seit jeher erfolgreich verwirklicht. Wirtschaft. Kalkdüngung tut not! die APR. Die Kalkdüngerversorgung, die uns___ Autarkie in Brot- und Futtergetreide sichert, ist in der Grundtendenz gelöst. Alle vier Grund- kunstdüngcr, Kalk, Kali, Phosphorsäure und Stick- stoss haben wir in genügenden Mengen zur Ver- fügung. Die Herbeiführung eines gesunden Verhältnisses zwischen den Kunstdüngerpreisen und den Getreidepreisen ist nunmehr die wichtigste Aufgabe, die das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft zu lösen hat. Die aller- wichtigste Frage ist aber -für uns Landwirte die Kalkfrage. In ungeheuren Mengen kommt Kalk in unserem Lande vor und würde gerne von der ganzen Landwirtschaft in Riesenmassen verwendet, wenn die Preise einigermaßen erschwinglich wären. Selbst dem Laien muß es auffallen, und er schüttelt den Kopf, wenn er hört, daß die Fracht des Kalkes bis zur Station des Empfängers teurer ist als die Ware selbst. Jeder vernünftig denkende Mensch kann dies nicht fassen. Darum sei hier dem Herrn Minister für Ernährung und Landwirtschaft ein Fingerzeig ge° geben, wie er eingreifen kann, um schnell dem Allgemeinwohl zu dienen. Wäre es nicht möglich den verhängnisvollen Frachtsatz so zu senken' daß dem Landwirt die Möglichkeit der Kalkung seiner Aecker und Wiesen im großen Maßstabe gegeben würde? Drei Viertel unserer Ländereien sind leichter Boden, drei Viertel unserer Grün- s Unö Wiesenflächen bedürfen unbedingt der Kalkung. Jeder Landwirt war an Händen und dunen gefesselt, er konnte nicht die Riesen- frachten aufbringen, um den Kalk zu beziehen, den er so überaus notwendig gebrauchte. „f£in£ vorstellen, daß die Bahn den Kalk als Ballast-Transport zu befördern ge° Zungen wurde. Richt etwa mit Zusahtarif von oer Bahn, sondern mit einem kleinen Ueberschuß- ScjVon 3 Mk. für den Waggon gedacht, ui n Li r 2?"gen ln Deutschland spazieren zu fahren, konnten die Zuge volle Kalkwaqen Mergel oder Aetzkait an die Stationen befördern, Auf Anregung des Reichskommissars für Luftfahrt erhalten die Sportflieger jetzt eine sehr kleidsame einheitliche Uniform. Jacke und Hose sind aus blaugrauem Tuch, die Knöpfe mattsilbern. Dazu wird ein hellblaues Hemd mit schwarzer Kra- vatte getragen. Die Schirmmütze trägt das Fliegerabzeichen. die doch befahren werden müssen. Welche Mengen deutscher Menschen könnten dann wohl in den Kalkwerken arbeiten, um die Rachfrage zu decken. Der bedeutend größere Umsatz dieser Werke würde auch den Kalk wieder verbilligen, und dieser würde dann seinerseits den leichten Boden und die Wiesen vor der immer größer werdenden Versauerung schützen. Gerade der leichte Boden wird durch unsere kalkansichreißen- den Kunstdüngemittel kalkarm gemacht und darum wirken auch oft unsre^sauer reagierenden Kunstdüngermittel nicht mehr. Ein weitsichtiges landwirtschaftliches Ministerium muß unbedingt die Kalkfrage zuerst anfassen, um dadurch der anderen Kunstdüngerindustrie die Existenzmöglichkeit zu geben. Die Landwirtschaft des leichten Bodens dürstet nach Kalk, kann aber infolge des Verhaltens der Eisenbahn dieses Produkt nicht kaufen. Die Aecker werden von Jahr zu Jahr saurer und saurer, die Erträge fallen und dadurch verteuert sich für den Landwirt die Erzeugung. Mahnend möchte ich daher dem Herrn Minister für Ernährung und Landwirtschaft zurufen: Zwingen Sie die Bahn zu billigstem Selbstkostentarif mit 3 Mark Gewinn pro Waggon: die Kalkwerke werden dann Maßnahmen zur Herstellung der verlangten Mengen treffen. Herr Hugenberg, das wäre eine Tat! Schöffengericht Gießen * Gießen, 12. April. Das Schöffengericht verhandelte heute gegen einen mehrmals wegen Betrugs vorbestraften Angeklagten. Auch heute wurde ihm wieder Betrug zur Last' gelegt. Er hatte sich in einem benachbarten Dorfe in einem Gasthaus einlogiert und dort 8 Tage gewohnt. Sodann hatte er sich von seinen Wirtsleuten ein Fahrrad entliehen und war unter der Angabe, er käme am Abend wieder zurück, davongefahren. Er blieb jedoch unter Zurücklassung seiner Logierschuld verschwunden. Aus der Beweisaufnahme ergab sich, daß der Angeklagte in betrügerischer Absicht gehandelt hatte. Der Angeklagte war auch selbst geständig, nur behauptete er, in Not gehandelt zu haben. Unter Zubilligung mildernder Umstände erhielt er eine Gefängnis- ftrafe von 6 Monaten. Im Sommer 1931 waren aus dem Hof eines hiesigen Hauses 3 Fahrräder gestohlen worden. Die Nachforschungen lenkten den Verdacht des Diebstahls auf die drei Angeklagten: zwei junge Männer, ein Mädchen. In der bisherigen Untersuchung hatten die Angeklagten samt und sonders geleugnet. Heute gaben sie den Diebstahl zu. Der Hauptbeteiligte erhielt, zumal er rückfälliger Dieb war, eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, die beiden anderen Angeklagten Gefängnisstrafen v o n 5 b z w. 3 M o n a t e n. Hinsichtlich der beiden letzteren Strafen gewährte das Gericht mit Rücksicht auf die bis- Ijerige Unbestraftheit der Verurteilten bedingten Strafaufschub. Aus aller Wett. Die deutsche Burschenschaft fehl sich für Aufklärungsarbeit im Ausland ein. Die Deutsche Burschenschaft bat in einem Aufruf ihre mehr als 40 000 Mitglieder aufgefordert, alle persönlichen Beziehungen zu Freunden und Bekannten im Auslande zur Bekämpfung der gegen das Deutsche Reich gerichteten Greuel- propaganda auszunuhen. Heber den unmittelbaren Anlaß der Greuelpropaganda hinaus sieht aber die Deutsche Burschenschaft die Rotwendigkeit, alle persönlichen Beziehungen zum Auslande zur Werbung für das nationale Deutschland und seine Ziele ei nzu sehen und so eine zukünftige deutsche Außenpol.tik vorzubereiten. Es gilt, die mannigfaltigen Beziehungen geistiger und persönlicher Art, die Deutschland über Kunst und Wissenschaft, Handel und Technik mit dem Auslande verbinden, planmäßig zusammen- z u f a s s e n und zu einem wirksamen Instrument der deutschen Außenpolitil auszugestalten. In diesem Sinne beabsichtigt die Deutsche Burschenschaft, auch an andere studentische Gruppen mit der Anregung zu einer Zu- s a m m e n a r b e i t auf diesem Gebiete heranzutreten. Ein Reichsbund deulschnationaler Juristen. Zur Wahrung der Standesinteressen und zur Vertretung der deutschnationalen Forderungen auf allen Rechtsgebieten hat sich ein Reichsbund dcutschnationaler Juristen mit dem Sih in Berlin gebildet. Der Bund gliedert sich in die Untergruppen Richter und Staatsanwälte, Rechtsanwälte (Patentanwälte) und Rotare, Derwal- tungsjuristen, Assessoren und Referendare. Der Aufruf zum Beitritt ergeht an alle Juristen, die auf d e m B o d e n k o n s e rv a t iv e r Weltanschauung stehen und denen die Weiterentwicklung eines wahrhaft deutschen Rechts am Herzen liegt.