Nr. 90 Erstes Blatt 183. Zahrgang Dienstag, 18.Aprll 1933 »Ericheinl tägltd), autzei ' Sonn,aas und Feiertag» ettlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholl» Monalr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsvrechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift |ür Drahtnachrichten Snjeiger Liehen. Pofifd)edfonto: Kronlfurl am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen pn,(f und verleo: vrühl'sche Univeisttalz-Vuch- nnö Steinöruderei R. Lange in GietzeI. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchu'^rafe 7. ännagme von Anzeige« für die Tagesnummer bl» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig,- für Ne» blameanreigen von 70 mm Brette 35 Neichspsennig, Playvorschrist 20‘ mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und lür den Anzeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Wie e' 15 >r Lllslsahri l‘em; lehr Ntid- E und W # maltfilbtrn. “ lautier Äro. rafll das Flieger» • Deiche Nrn- Dann wohl :n le ^achsroge zu - Umsatz dieser leder verbilligen uis den leichlen i immer grvher n. Gerade der lalkansichreihen- macht und darum gierenden Kunst, weitsichtiges land- h unbedingt die >urch der anderen nzmöglichleit zn leichten Godenl. nsolge des Der- ■ >duit nicht kaufen zu Jahr saurer und dadurch Der- die Erzeugung. n Herrn Mnisler rtschast zurusen. nlligstem Selbst' )ro Waggone die ahmen zur Hei- ’n treffen. Hen Ziehen chössengericht w rmals wegen Le- Auch heule wurde zt. Er hatte sich in icm Gasthaus ein. . Sodann hatte er Fahrrad entliehen käme am Slbcni blieb jedoch unter verschwunden Aus aß der Angeklagte [( hatte. Der An- nur behauptete Inter Zubilligung ie Gefängnis- iem Hof eines hie- bien worden. De acht des Diebstahls unge Männer, em rfuchung hatten du .leugnet, heute gc- iptbeteiligte erhielt, eine Gesang- ihr, die beiden ■ofen oonäbZ» den letzteren^ irffid)! uu d'°^ rieilten beding» Jett. r den unmM ;tSÄ r-W isS ifl 5 “ qnstrumerl Harnen.^' $ ■■ft*** ch einj^ & dem 6'0 iOjanc' Äotare- .7 0 -B- Es ist ja dabei nii 3. 5 9. 10. 11. 17. 19. 23. 24 25. 26. 1. 3. 4. 2. 3. 7. 8. 14 15. 1. 2. 12. 13. Meine politische Nachrichten. Dienstag abend veranstaltet anläßlich des Geburtstages des Reichskanzlers Adolf Hitler die deutsche Kolonie in Rom eine Feier, bei der Ministerpräsident Göring die Festrede halten wird. Auch Vizekanzler von Papen wird das Wort ergreifen. Die Feier wird durch den Berliner Sender nach Deutschland übertragen, und zwar von 20.30 Tlhr bis 21.45 Uhr. Jakob Sprenger Neichsstaltßalter des Hesfenlandes. Bon besonderer Seite wird uns aus Darmstadt geschrieben: Wahlvorschlag Nr. 4: Deutsche Zentrumspartei: Hoffmann, Hans, Ministerialrat, Darmstadt. Schul, Joses Maria, Amtsgerichtsrat, Offenbach. Blank, Pankraz. Landwirt, Gaulshelm. Amtlich wird aus München mitgeteilt: Der 20. April ist der Geburtstag des Herrn Reichskanzlers. Dieser Tag ist in Bayern schulfrei. An Schulen, bei denen der Unterricht nach Ostern am 19. April zu beginnen hätte, ist auch dieser Tag schulfrei. Zum Ausgleich für den am 19. April ausfallenden Unterricht verschiebt sich der Beginn der Sommerferien um einen Tag. 4. Widmann, Ernst Wilhelm, Landesporteisekretär, Offenbach a. M. 5. Dr. G u m b e l. Konrad, Diplom-Vollswirt, Gießen. 6. A n t h e s IV., Wilh., Schlostermeister, Sprendlingen. Kreis Offenbach. 7. Lorenz, August, Maurer, Erzhaufen. 8. Freitag, Alfred, Parteisekretär, Mainz. 9. Rink, Georg Alois, Metallarbeiter, Urberach. heim. Dr. Best, Werner, Regierungsrat, Gonsenheim. Claß, Friedrich, Obersteuerinspektor, Darm- stadt. Schwinn, Wilhelm, Gast- und Landwirt, Ober-Kainsbach Diehl, Ed. Phil., Landwirt, Gau-Odernheim. Hauer, Daniel, Bürohilfsarbeiter, Darm- Der neue Hessische Landtag. Oie Verteilung der Abgeordnetensitze auf die Wahlvorschläge. seiden. Harth, Dr., Friedrich, Tierarzt, Allendors an der Lumda. Ziegler, Adolf, Kaufmann, Michelstadt Wahlvorschlag Jlr. 2: Sozialdemokratische Partei: Adelung, Bernhard, Staatspräsident a. D., Traisa b. D. Lux, Anton, Gastwirt, Rieder-Florstadt. Zi n n k a n n , Heinrich, Metallarbeiter, Darmstadt. 10. Harth, Jean, Parteisekretär, Rüsselsheim. 11. Glenz, Georg Philipp, Oberjustizsekretär a. D. Büdingen. 4. Wesp, Johann, Bezirksleiter, Darmstadt. 5. Diehl, Lorenz, Generalsekretär, Mainz Kastel. 6. He in stadt, Anton, Studienrat, Bensheim. 7. Weckler III., Heinrich, Landwirt und Untererheber, Rockenberg. Wahlvorschlag Tlr. 5: Kampffront Gchwarz Weiß-Rot. 1. Böhm, August, Amtsgerichtsrat, Bad-Rau- heim. stadt. H e y s e, Master, Dipl.-Dolkswirt, Darmstadt. _ Renz, Franz, Friseurobermeister, Alzey. 16. Geiß, Otto, Landwirt, Badenrod. Brückmann, Georg, Kaufmann, Auerbach. 18. Herbert, Willi, Friseur, Darmstadt. Hartmann, Otto, Bergmann, Rieder- bei den Washingtoner Besprechungen vertreten soll, hat am Ostermontag an Bord der „Isle de France" Le Havre verlasse n. Herriot erklärte, seine Aufgabe werde er als ein Mann erfüllen, der zwar keine Wunder tun könne, der aber den Frieden aller Bölker wünsche, in dem allein die Größe und die Freiheit Frankreichs sich entwickeln könne. Oasenglisch-russischeHandels- abkommen obgelaufen. London. 18. April. (WTB. Funkspruch) Dos englisch-russische Handelsabkommen ist gestern abgelaufen. Eine russische Einfuhr nach Großbritannien kann weiter erfolgen, bis die britische Regierung sich entschließt, das kürzlich an« genommenne Gesetz zur Lerhinderung der Einfuhr russischer Waren in Straft zu setzen. Dieses Gesetz gibt der Regierung die Voll- macht, wenn nötig durch Proklamation ein vollkommenes Verbot für russische Einfuhr anzuordnen. Man erwartet, daß eine Entscheidung dar- über bei der nächsten Sitzung des Kabinetts gefaßt werden wird. Baldwin wird die Minister zusammen- berufen, sobald das (Ergebnis des Moskauer Prozesses seststeht und das Moskauer Urteil einen solchen Schritt erforderlich macht. Wie steUi sich England zum neuen Reich? Oer deutsche Protest gegen die Llnierhausdebaite. Verhältnisse die Erinnerung wach hallen, wobei wir uns nach wie vor der sesten Hoffnung hinge- ben, daß dem Durchschnittsengländer sein Höria- keitsverhältnis zu Frankreich doch einmal bewußt rung verlassend. In der Nacht des 6. März betrat er das schwer besetzte Regierungsgebäude in Darmstadt mit ganz geringer Begleitung, wohnte der Entwaffnung der „roten Hundertschaften" und der Uebergabe der Po- lizeigewalt an den von ihm vorgeschlagenen Reichs« kommissor Dr. M ü l l e r bei. Die dann folgende Entwicklung trug als Ergebnis feiner Politik auf lange Sicht s e i n e I n i t i a t i v e. Richt diktatorisch aller- dings und nicht engherzig, sondern immer getragen von der Anerkennung feiner Persönlichkeit und dem Vertrauen der Herren der hessischen Führung. Durch die Presse ging vor acht Tagen die Meldung, daß Sprenger zum Führer der Deutschen Beamtenschaft berufen wurde. Binnen weniger Tage gelang es chm nun. 1,5 Millionen deutsche Beamte unter seine Fuh- rung im Deutschen Beamtenbund zu vereinigen. Damit steht der „Reichsstatthalter des Hessen- landes" noch über das für ihn vorgesehene Amt hinaus im Vordergrund der deutschen Politik. Riemand wird dem Hessenvolk seine überall lautwerdende aufrichtige Freude über die von dem Dolkskanzler getroffene Wahl verdenken. Die Hoffnung des Landes kann nicht enttäuscht werden, wenn Sprenger seine bisherige Arbeitsweise des Gauleiters nun auf die Arbeit des Statthalters überträgt Wer ihn kennt, wird daran nicht zweifeln. jetzt nach dem Sturz Hitlers schrien, mit viel lauterer Sllmme nach einer RückkehrHit- lers gerufen haben. — Auch die liberale „R e w s C h r o n i c l e" sagt, daß es in Eng- land nur wenig Menschen gebe, die Deutschland übel wollten, während viele Engländer die Pflege der bestmöglichen Beziehungen zu Deutschland ehrlich wünschten. Macdonald unl> Herr ot auf der Fahrt nach Amerika. London, 15. April. (TTl.) Der englische erste Minister Macdonald ist am Samstagvormittag mit der „Berengaria" (früher „Imperator") nach Amerika abgereist- Er erhielt ein Abschiedstelegramm vom englischen König, ferner ein Telegramm von Präsident Roosevelt, der seine Freude ausdrückte, ihn bald begrüßen zu können. Macdonald sagte Pressevertretern, daß er nicht erwarte, mit irgendwelchen besonderen Einzelabmachungen zurückzukehren. Er wolle nur einen gemeinsamen guten Willen zustande- bringen und erreichen, daß eine gemeinsame Methode zur Inangrissnahme der großen und schwierigen Wirtlchastsfragen, denen England und Amerika gegenüberstehen, gefunden werde. Auch der ehemalige französische Ministerpräsident Herriot, der die französische Regierung werden wird. ©er deutsche Protest in London London, 15- AprU- (TU.) Da der englische Außenminister Sir John Simon und der Unter- staatssckretär Bansittard bereits aufs Land gefahren waren, um dort die Oftertage zu verbringen, so konnte der deutsche Protest gegen die Unlerha-s. us prache tun dem Ersten Botschaftsrat Graf Bernstorfs, uer an Stelle des von London abwesenden Botschafters v. H o e s ch mit der Durchführung des Berliner Auftrages betraut war, nur dem zuständigen Beamten des englischen Außenministeriums übermittelt werden- Dieser hat den Protest entgegengenommen, ohne hierzu Stellung zu nehmen. Die deutschen Vorstellungen richten sich haupt- sächlich gegen folgende Aeußerung Sir John Simons Er glaube nicht, daß die Regierung die Gefühle des Landes zum Ausdruck bringe, wenn sie sich nicht dem anschliehe, was in der Aussprache gesagt worden sei. Damll hat Simon sich also die Worte Sir Austen Chamberlains über den allpreuhischen Imperialismus, zu dem sich Roheit, Rassenstolz usw. gefeilten, z u eigen gemacht Die von Sir John Simon am Donnerstag in der Unterhausaussprache ausgestellte Behauptung, daß die Ansichten der verschiedenen Redner einschließlich Churchills und Chamberlains die wirkliche öffentliche Meinung in England Deutschland gegenüber darstellten, findet keineswegs volle Unterstützung in der Londoner Presse- Der „Daily Expreß" bezweifelt, ob alle, die sich in England und Frankreich gegen die deutsche Regierung ereiferten, wirklich wüßten, worüber sie sprächen- Hiller habe den Dismarckschen Traum der Vereinheitlichung Deutschlands erfüllt. E habe die kommunistische Bewegung zerschlagen. Wenn in Deutschland der Kommunismus an die Macht gekommen l wäre, so würden viele Leute in England, die Oie Beisetzung des Staatspräsidenten a. O. Ulrich. Offenbach, 17.April. (W2N.) Am Samstag» Dormittag ist der verstorbene Staatspräsident a. D. Karl Ulrich im Offenbacher Krematorium eingeäschert worden. Der ehemalige Staatspräsident Dr. Adelung, der die Trauerrede hiell, zeichnete ein Bild von dem Leben und Wirken des Verstorbenen. In den neun langen Jahren, während er an der Spitze des hessischen Staates stand, habe er das Vertrauen, das man in ihn fetzte, vollauf gerechtfertigt. Die Erinnerung daran werde nicht erblassen, mit welchem Geschick und mit welcher Energie Ulrich während der Besatzungszeit, die so schwer auf dem Hessenland lastete, für sein wirtschaftlich und seelisch leidendes Volkstum gegen fremde Unterdrückung und gegen separatistische Zersetzung auftrat. Es habe keinen nationaleren Mann gegeben als den Sozialdemokraten Ulrich, öe* ein langes Leden unter Einsetzung des ganzen Seins gegen Not und Ungerechligkeit innerhalb des eigenen Volkstums kämpfte, der aber auch mit unbeug» famem Mut und mit Zielklarheit sich an die Spitze des Abwehrkampfes des deutschen Volkes gegen fremde Unterdrückung stellte. Darmstadt, 15. April. Der Landeswahlleiter gibt folgendes bekannt: Für den nach dem Vorläufigen Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vom 31. März 1933 (RGBl. I <5.153) n e u z u b i l de n dc n Hessischen Landtag hat der Landeswahlausschuß in feiner Sitzung am 13. AprU 1933 nach den Vorschriften dieses Gesetzes in Verbindung mit Artikel 27 bis 29 des Landtagswahlgcsetzes auf Grund der zugelassenen und festgestellten Wahlvorschläge dieAbgeordnetensitze nach den Stimmenzahlen, die bei der Wahl zum Deutschen Reichstag am 5. März 1933 innerhalb des Landes auf die Wahlvorschläge entfallen sind, zugewiesen. In den neugebildeten Landtag rieten demnach ein von den Wahlvorschlägen: Wahlvorschlag Jlr. 1: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hitlerbewegung): 1. Dr. Werner, Ferdinand, Staatspräsident, Darmstadt. 2. Dr. M ü 11 e r, Heinrich, Staatsminister, Darmstadt. Jung, Philipp Will;., Rechtsanwall, Worms. Seipel, Wilhelm, Landwirt, Fauerbach v.d.H. o Beyer, Fr., Landarbeiter, Framersheim. 6. Klo st ermann, Alfred, Lehrer, Dockenrod. Abt, Ferdinand, Kaufmann, Darmstadt. Ritter, Heinrich, Bürgermeister, Gau-Odem« Ohmen. 20. Zürz, Alfred, Maschinist, Darmstadt. 21. ©ödel, Heinrich, Landwirt, Langen. 22. Göbel, Moritz, Kaufmann, Eberstadt. Haug, Wilhelm, Derwaltungsoberfekretär, Darmstadt. Schott, Friedrich Heinrich, Schreiner, Beer- Eine größere Zeitung des Rhein-Main-Gebieies _ - _ „ schrieb kürzlich: „Das Gesetz über die Einfeyuna von Der britische Querschläger Rcichostatthallern in den Landern kann m seiner 11 ' ** Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Presse Fra"rieichs, Polens und der Tsche» Ein Jahrhunderte alter Traum der choslowakei hat übet Karfreitag und Ostern Dte Besten unseres Volkes hat sich erfüllt .. Unterhausdebatte, namentlich aber die Hauung Mit einem Federstrich hat der Reichskanzler Adolf Macdonalds und seines Außenministers zur Basis Hitler die entscheidende Wendung herbeigesührt .." mehr oder minder temperamentvoller AngriNe So rann die Deutsche Allgemeine Zeitung über die gegen Deutschland gemacht. War man aus Der SteUeung, welche dieses Gesetz im Volke auslöst, in einen Seite freudig erregt über dte vom eng- ihrer bekannten Sachlichkeit und ohne Uebertrei- lischen Bundesgenossen angenommene „Vernuntt, bung erklären: „Das Gesetz über die Bestellung von so wagte sich aus der anderen etn ehemaliger St- Reichsstatthallern in den deutschen Ländern ,ft nanzminister hervor, um den polnischen <^vel zu eine politische Tat, die unter Freunden wie schwingen. Lassen toir das. was sich an Gefühls- Gegnern des Kabinetts Hitler grundsätzlich ausbruchen bei unseren unmittelbaren QMbarn fast einftimmige Zustimmung findet." ereignet hat und noch vollziehen wird, zunächst Diese erfreuliche Feststellung kann für unser beiseite. Gebiet um so nachdrücklicher bestätigt werden, als Uns interessiert im Augenblick England, zugleich mit der Bekanntgabe des neuen Amtes laut mit dem wir in einer diplomatischen Lusern» wurde, daß unser Gauleiter Sprenger für andersetzung über die Vorgänge im Unterhaus die Statthalterschaft in Hessen aus- stehen. Mag auch der Schuß, den Chamberlain ersehen fei. Seine Ernennung und Einsetzung in und Churchill unter freundlicher Assistenz Mac» dieses verantwortliche Amt ist der organische donalds und Simons gegen uns abfeuerten, in Abschluß einer durch sein zielbewußtes Handeln Paris, Prag, Warschau und Belgrad em ju- und Führen angebahnten Eytwicklung der entschei- belndes Echo finden, getroffen bat er sticht, bungsreidjen Politik im Hessenlande. konnte auch nicht treffen, well das Ziel schiech -...... !d)t so, daß Sprenger erst seit gewählt war und die Schützen mehr Wert aus der llebernahme der Gauleitung Hessen in die Ent- Pose und Gebaren als auf gute Schutzenarbell Wicklung der hessischen Politik eingegriffen hat. legten. Aber das Geschoß ist als Querschläger Man frage nur einmal die alten langjährigen Ra- zurückgeprallt und hat, was dem auf dem Ozean tionalsozialisten im Hessenland, unten in den Tälern schwimmenden Ministerpräsidenten und dem, un- des Odenwalds und im Vogelsberg, wer ihnen dort ferem Botschafter schleunigst ausgewichenen Au- zuerst den Glauben an eine große deutsche Zukunft ßenminister Simon un ersten Augenblick offen- öiebergab. In den Jahren, als alle Hoffnungen des bar nicht gegenwärtig geworden ift, em weithin nationalen Deutschlands gesunken war. In manchem sichtbares Loch in die brllische Ehre gerissen, heute als „Nazihochburg" bekannten Ort wird dann die noch jeden Engländer, ob reich ob arm, ob als Antwort der Name des Mannes zu hören sein, Minister oder Dockarbeiter t^rpfllchtete, dem der heute eines der wichtigsten und völlig neuartigen fremder Gewalt ausgelicferten Landsmann -öei- Aemter für Hessen betreuen soll und der damals stand zu leisten, koste es waS es wolle. Aber zu ihnen gekommen war, allein zumeist gegen rote kein Wort war in jener llnterhaussitzuna vom Uebermacht, unbekannt, aber zielbewußt, zähe und Donnerstag über den Mo s k auer Pro- unnachgiebig vor den Feinden der Nation. zeß zu hören, ferne Zunge setzte sich in Vewe- Man frage jetzt in den Tagen der großen gung, um die auf der Folter liegenden eng- nationalen Boykottaktion einmal, wer der Un- tischen Ingenieure in Schutz zu nehmen, um das Verschämtheit der Viehjuden nach dem Rovember- bolschewistische Shstem anzuprangerw Höhnisch verbrechen zum ersten Male blitzartig scharf und kräuselten sich die Lippen der bolschewistischen schneidig vor nun schon fast einem Jahrzehnt Drahtzieher im Kreml ob dieses wenig mann- en ncgentrat Wochenlang war damals der I haften Verhaltens der Besten der englischen Sprengerd s > i e I m a r k t e s v o n D e e r» Ration. Der britische Lowe hat es nicht fe.den Tagesgespräch, besonders im Starken» I gewagt, den Bolschewisten auch nur eine b rger Lande. Uni) als der Kamps dann größere Kralle zu zeigen, dagegen hat er auf Geheiß des Ausmaße gewann und der Terror auch in Hessen Rachbarn vom andern Kanalu^er em wütendes wuchs, als Mainz, Offenbach. Vilbel, Isenburg. Gebrüll gegen Deutschland angesttmmt. Michelstadt und Worms erobert wurden, als Er hat seine Kraft dort'entfaltet wo durch den der Vogelsberg zum ersten Male unifor- Versailler Vertrag von mehr als ernem Iahr- mierte SA. in Kolonnen sehen sollte, da gab es zehnt bereits jede Voraussetzung für einen Wider- für die vorbildlich tapferen kleinen Häuflein stand ausgeräumt worden ist. hessischer <5QL keine freudigere Nachricht und Sin Ruhmesblatt in der Geschichte des englischen für die brutalen Gegner keinen jäheren Schreck, Volkes war diese llnterhaussihung nicht. Wir hal- als den Rus: „Achtung! Sprengers SA. ten abcr die englische Ration für gesund genug, i st d a, die Frankfurter kommen!" Die rote Re- daß ihr bald das Törichte des Verhaltens ihrer gierung Leuschner-Adelung wußte wohl, warum Führer im Unterhaus llar werden wird, die sie solche Transporte später verbot. einem Gegner, der ke i n G e g n e r ist, ein Gefecht Seinen engsten und vertrautesten Mitarbeiter lieferten, dafür aber um den tatsächlichen Feind Peter Gcmeinder hat Sprenger an den Gau einen weiten Bogen schlugen. Die Donnerstags- Hessen abgetreten und dann dem Gauleiter Ge- sihung des Unterhauses wird so rasch nicht Der» meiner auch freie Auswahl unter den Amtswal- aef|en werden, wir werden duech unsere Proteste tem seines Gaues für den Hessengau gewährt. Er bie ungebührliche Einmischung in unsere inneren hat allen denen, die Gelegenheit hatten, es zu "" ** beobachten, die vielfachen Beweise dafür erbracht, welch große Anteilnahme er dem Hessenland widmete, gerade auch in solchen Zeiten, wo er es .offiziell" nicht nötig gehabt hätte. So ist es zu verstehen daß der Führer auf ihn zurückgriff, als Hessen einen Gauleiter brauchte, so zu erklären, wie die Amtswalter der hessischen Rationalsorialisten bei ihm oft ein förmlich überraschendes Verständnis für ihre Angelegenheiten sanden. Unter seiner Führung setzte sich das Hessenvolk in der nationalen Revolution an die Spitze aller Deutschen einst rot und schwarz regierten Länder. Sowie die draußen wenig bekannt gewordene Kunde von „Widerstands- gellisten" der Systemregierung bekannt wurde, war der Gauleiter durchs Land geeilt, überall feste Entschlossenheit findend und dann frohe Begeiste- Aus Sonthoken (Allgäu) wird gemeldet: bekannte Paßhöhe zwischen Hindelang-O Schattwald wird in Zukunft den Romen H i 11 e r - P a ß" führen. Diese Desti der Sonderkommissar beim Dezirksam Hosen und der Kreisleiter der 2SDAP. ie vernehmen mit dem Eonderkonunissar für Scharben und Neuburg getroffen. 2ln der Pahhöhe wird eine Tafel mit der neuen Benennung aufgestellt. Der Kampfbund für deutsche Kul - j tur teilt mit, daß die am Ostersonntag bekanntgegebene Zahl von 7 0000 neuen Beitrit - t e n zum Kampfbund aus dem Großdeut- schen Bunde sich inzwischen durch den Liebertritt weiterer Bünde auf weit über 1 00000 erhöht hat. Der 1. Vorsitzende der preußischen Organisation der Wirtschaftspartei fordert die Ortsgruppen und Landesorganisationen der Wirtschaftspartei auf, sich unverzüglich a u f zu - lösen und ihre Mitglieder der in der NSDAP, verkörperten Kampforganisation zuzuführen. Der gewerkschaftliche Pressedienst teilt mit: Der G D 2l. steht mit'feiner ganzen Kraft hinter dem nationalen und sozialen Willen der Reichsregierung. Er betrachtet es als seine Aufgabe, die in der nationalsozialistischen Bewegung stehenden Bundesmitglieder in die Führung seiner Gliederungen und Organe einzubeziehen. In diesem Bestreben hat der GDA. seinen Aufsichtsrat durch der NSDAP, angehörige Bundesmitglieder aus den verschiedensten Teilen Deutschlands ergänzt. Auf Veranlassung des Regierungspräsidenten ist gegen den früheren Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Dr. Lehr, das Dienststrafverfahren eingeleitet worden. Außerdem ist seine sofortige Dienstenthebung und die Kürzung seiner Bezüge um 50 Prozent veranlaßt wordtzn. Kunst und Wissenschaft. Lhemiker-Kongreß In Würzburg. Die Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker findet in diesem Jahre vom 7. bis 10. Juni in Würzburg statt. Es werden wie üblich zwei Allgemeine Sitzungen abgehalten werden. Es werden sprechen Geh. Rat Dr. A. v. Weinberg, Frankfurt: „Wraum muh der Chemiker die Ergebnisse physikalischer Forschung kennen?", Geh. Rat Prof. Dr. Dimroth, Würzburg. „Beziehungen zwischen Affinität und Reaktionsgeschwindigkeit , Prof. Dr. V. M. Goldschmidt, Göttingen: „Verteilungsweise und Kreislauf der chemischen Elemente in der Natur", Dr. Dr.-2ng. h. c. A. Spi lker, Duisburg- Meiderich: „Entwicklung der Steinkohlenteerindustrie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart", Geheimrat Prof. Dr. Hans Fischer, München: „Lieber Chlorophyll". — Wie alljährlich werden auch die Fachgruppen sich zu Vorträgen zusammenschließen, die sich meist um einen bestimmten Verhandlungsgegenstand gruppieren. Bisher haben 16 Fachgruppen ein Arbeitsprogramm aufgestellt, das annähernd 100 Vorträge umfaßt. r e n von den Einbrechern erbeutet. Die Knacker- kolonne konnte keine Barmittel erbeuten, da der Tresor allen Bemühungen, ihn aufzuschweißen, standhielt. Die letzte Trägerin eines berühmten Namens gestorben. 3m Alter von 89 Jahren starb in München die letzte Angehörige eines berühmten Geschlechtes, Freifrau Maria von Washington geb. Gräfin von Dutler-Clonebough genannt Haimhausen. Fast 40 3ahre verbrachte sie in stiller Beschaulichkeit ihr Leben in Erding bei München. Die Verstorbene war als große Wohltäterin der Armen und Notleidenden bekannt. Der Gatte der Verstorbenen, Freiherr Karl von Baumblüte. Der Monat April hat sich Heuer in seiner ersten Hälfte von der liebenswürdigsten Seite gezeigt. Ohne Regenschauer, ohne Schnee kam er. Mit Wärme, Sonnenschein und einigen milden Nächten hat er alles verwandelt. Das Getreide schießt aus der Erde und schmückt mit seinem Hellen Grün die Felder. Die Knospen der Bäume brechen auf, Frühlingsblumen blühen schon in voller Pracht. Washington, war ein Nachkomme des Bruder- des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, George Washington. Gestrandeter Dampfer von Seeräubern überfallen. Chinesische Seeräuber überfielen in der Nähe der portugiesischen 3nsel Macao einen gesträngten Dampfer der chinesischen Seezollverwaltung. Die beiden englischen Offiziere Baldwin und Pearce, sowie ein chinesischer Schiffsingenieur wurden getötet und mehrere Matrosen verwundet. Die Nachforschungen blieben bisher erfolglos. Das Schiff ist verschwunden. Wahrscheinlich ist es von den Seeräubern abgeschleppt worden. kenhaus infolge Verblutung starb. Der Bedauernswerte war etwa 25 Jahre alt und ledig. Die gerichtliche und polizeiliche Untersuchung ist in Len frühen Morgenstunden in Wölfersheim im Gange. Nähere Einzelheiten liegen bis zur Stunde in Gießen noch nicht vor. Hoffentlich gelingt es, die abscheuliche Tat durch Ermittlung und exemplarische Bestrafung der Täter mit aller Strenge zu sühnen. Einige Personen wurden vorläufig festgenommen. VornoNzen. Aus der provinzialhaupistadi. Aus aller Welt deren beiden Kolonnen an den Warenvorräten zu konnten, durch einen Stich in den Oberschenkel mit schufen gemacht. Insgesamt wurden nach vorläufi- Zerreißung der Schlagader so schwer getroffen, daß gen^Lchagungen fur60bis80 000R M W a - er auf dem Transport nach dem Friedberger Kran- 18 Fortsetzung Nachdruck verboten! 267 000 Pfund für das deutsche Rote kreuz. Die vor kurzem verstorbene Engländerin Lady Seaforth, die nach dem Kriege eine große Liebestätigkeit für notleidende Deutsche entfaltet hatte, hat dem deutschen Roten Kreuz 2 6 7 0 0 0 Pfund vermacht. Das Deutsche Krankenhaus in London erhielt 5000 Pfund. Insgesamt hat Lady Seaforth 750 000 Pfund für wohltätige Zwecke hinterlassen. Lady Seaforth wurde vor einigen Jahren vom Reichspräsidenten Hindenburg mit dem deutschen Roten Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. 36 Tole während der Osterfeierlage in Frankreich. Di« vorläufig« Verkehrsunfallstatistik weist nach dem „Matin" während der Osterfeiertage 3 6 Tote und mehr als 95 Verletzte in Frankreich auf. Diese Bilanz erstreckt sich auf di« Tage von Samstag bis Montag. Die schwersten LIn - glücksfälle ereigneten sich in der Nähe von Marseille und Lyon. Bei Aix-en Provence, unweit von Marseille, stießen zwei Privatwagen in voller Fahrt zusammen. Die Insassen des «inen Wagens, ein junges Ehepaar und ihr kaum neun Monate altes Kind, wurden auf der Stelle getötet. 3n der Nähe von Lyon fuhr ein Privatwagen in einen Fluß, wobei zwei Insassen ertranken. Nur der Besitzer des Wagens konnte sich schwimmend retten. Auch aus anderen Gegenden Frankreichs werden mehr oder weniger schwere Autounfälle gemeldet. Die Papstmesse in der Pekerskicche. Der Papst hat am Ostersonntag eine seit 1870 unterbrochene Tradition wieder ausgenommen und in der Peterskirche vor 50 000 Gläubigen die feierliche Ost er messe abgehalten. Unter den Anwesenden befanden sich der Kronprinz von Dänemark, Prinzessin Stefanie von Belgien, Prinz Georg von Sachsen, der deutsche Vizekanzler v. P a p e n, der österreichische Bundeskanzler Dollfuß, die Mitglieder der argentinischen Sondermission, die Kardinäle sowie das Diplomatische Korps. Nach der Messe begab sich der Papst auf den Balkon der Basilika, von wo er, mit begeisterten Ovationen begrüßt, der den Platz füllenden gewaltigen Menge den Segen spendete. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22.15 Llhr, „Hasenklein kann nichts dafür". — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Llhr, große Frühjahrs-Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die unsichtbare Front". (Siebener Wochcinuarttpreise. * Gießen, 18. April. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pf. das Pfund, Landbutter 110, Kochbutter 90, Matte 20 bis 25, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Llnter-Kohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln 3, Aepfel 20 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, junge Hahne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80; Tauben 40 bis 60 Pf. das Stück, Eier, inL, 8, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 20 bis 25, Salatgurken 50 bis 60, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30: Rettich, neue,'20 bis 25 Pf. das Bund Radieschen 10 bis 12; Kartoffeln 2,50 Mark der Zentner. In der letzten Nacht wurde in Wölfersheim eine abscheuliche Bluttat verübt, der leider ein junges, blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Der als Hilfspolizist im öffentlichen Ordnungsdienst befindliche SÄ.-Mann Wilhelm Hofmann, der sich mit einem anderen Hilfspolizisten auf einem Rund- gang befand, wurde im Verlaufe eines Vorganges, dessen Einzelheiten wir bisher noch nicht feststellen Die Obstbäume entfalten ihre Blüten. Sie erscheinen in diesem Jahre in einem Reichtum, der uns erstaunen läßt. Es ist so, als wenn wir für das vergangene obstarme Jahr entschädigt werden sollten. Die zarten Blütenblättchen der Aprikosen machten den Anfang, es folgten die dunkleren, roten Pfirsichblüten, und bald stehen Birn-, Kirsch- und Pflaumenbäume in vollem Schmuck. Die Aepfelbäume wollen auch nicht mehr lange warten. Wenn wir durch die deutschen Lande wandern, sehen wir überall einen Blütenkranz um die Dörfer. In den Gärten leuchtet und duftet es. Da stehen die Bäume in allen Formen, einarmige, scheinbar auf der Erde kriechende waagrechte Dlütenarme strecken sich aus, daneben an der Wand leuchten die Spaliere, und vom Rundbeet grüßt die stolze Pyramide. Linser Blick aber schweift hinauf nach den Baumkronen der Hochstämme. Welch süßer Honiggeruch strömt uns entgegen! Don weither kamen die Bienen und tummeln sich nun, um di« reiche Ernte einzuheimsen. Das ist ein Gesumm, ein emsiges frohes Fest. Mitten hinein in das Summen schmelt:rn die Finken und Meisen ihre Frühlingslieder! So sind es Tage der Freud« und Hoffnung. Der Anblick der blühenden Obstbäume erfreut nicht nur unsere Sinne, sondern läßt auch unsere Gedanken vorauscilen: Wir sehen im Geiste schwer beladene Aeste und haben die Zuversicht, daß aus dieser Pracht dereinst goldene Früchte erstehen. Deshalb schauen wir gerade so hoffnungsvoll auf die blühenden Obstbäume. Sie erst lassen uns den Frühling in seiner Schönheit erkennen. Lind wenn nach einigen Tagen die Blütenblätter abfallen, dann trauern wir nicht, denn wir wissen, daß uns etwas Köstliches reift. Eg. Schwere Bluttat in Wölfersheim. Die stummen Gäste von Zweilinden Noman von Anny vonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. m a y e r in Berlin ist am Abend des Ostersonntags von drei Einbrecherkolonnen heimgesucht worden. Die drei Kolonnen haben vollkommen getrennt voneinander „gearbeitet". Während die eine Kolonne sich im zweiten Stock mit dem Aufknacken einer Tresoranlage beschäftigte, haben sich die anderen beiden Kolonnen an Len W, * * I n den Ruhestand versetzt. Auf sein Nachsuchen wurde der Kreisdirektor Hemmerde beim Kreisamt Dieburg, der früher als Regierungsrat mehrere Jahre beim Kreisamt Gießen beschäftigt war, mit Wirkung vom 1. Juli ab in den Ruhestand versetzt. *♦ Die Osterfeiertage nahmen diesmal einen Verlauf, an den man mit Freude zurückdenken wird. Schon seit Tagen herrschte schönstes Frühlingswetter, das sowohl am Karfreitag, wie auch an den beiden Osterfeiertagen Gelegenheit zu ausgedehnten Spaziergängen in die engere und weitere Umgebung bot. Trotz des schönen Wetters waren aber die Gotteshäuser am Karfreitag und auch an Ostern sehr gut besucht. Außerordentlich stark war, besonders in den Nachmittagsstunden, der Ausflüglerverkehr, von dem diesmal die Gastwirtschaften in der Umgegend freudig begrüßten Nutzen gezogen haben; aber auch in den Vormittagsstunden pilgerten bereits sehr viele Stadtbewohner hinaus in die herrliche Frühlingsnatur. In den umliegenden Wäldern und auf den Zugangs- straßen herrschte Hochbetrieb, erfreulicherweise wurde aber allenthalben gute Disziplin geübt, so daß der Wald nicht durch Brände oder der- Tödlicher Absturz in den Alpen. Wie aus Freistritz (Kärnten) gemeldet wird, ist in der Gegend von Bilsica der Handelsangestellte Karl Winkler aus Klagenfurt bei einer Kletterpartie tödlich a b g e st ü r z t. Die Leiche konnte geborgen werden. Personenzug überfährt Kraftwagen. — Zwei Tote, vier verletzte. Am Ostersonntag wurde, wie die Reichsbahndirektion München mitteilt, in der Nähe von München ein Kraftwagen von einem Eisenbahnzug auf einem polizeilich gesperrten Bahnübergang überfahren. Der Kraftwagen, ein dreiräderiger Lieferkraftwagen, war mit einer kleinen Holzplattform ausgestattet. Auf dieser Plattform saßen nicht weniger als fünf Personen. Dazu kam noch der Kraftwagenführer. Der Kraft- wagensührer, ein Obsthändler aus München, und die Ehesrau eines mitfahrenden Schlossers aus München wurden getötet, die übrigen Mitfahrer wurden teils schwer, teils leicht verletzt und muhten in das Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Iungvolkjunge tödlich verunglückt. Auf der Anfahrt zum Iugendführertreffen des deutschen Jungvolks in Weimar ist der Iung- volkjunge Max Lux aus Worms tödlich verunglückt. Auf der Straße zwischen Erfurt und Weimar stürzte er bei einer Wegbiegung mit seinem Rade und kam unter die Räder eines Lastwagenzuges, wobei ihm der Hinterkopf zerdrückt wurde. Der Knabe war sofort tot. Drei Linbrecherkolonnen in einem Berliner Warenhaus. Das Warenhaus von E. u. A. B r e n n i n k - Sie fragte: „Es usted aleman, senor?" Das hieß rc "bind sind sie Deutscher, mein Herr?" Gr lächelte: „Si, senorita, soy alemau." Angela aber freute sich, und fand es riesig inte- restant, einen Landsmann ihres Vaters kennenzu- lernen. <-ie fuhr in ihrem guten geläufigen Deutsch LPr.t: ift wohl einfacher, wir sprechen in Ihrer Heimatsprache. Was für Rosen wünschen Sie mein frin?" meine' DOn "^ckier Farbe sollen sie denn n- wachte ein grenzenlos verblüfftes Gesicht daß Angela darüber lachen mußte. Er lachte mit und bekannte: „Das habe ich natürlich nicht er- wartet dag Sie Deutsch sprechen können. Sie haben so typisch spanischen Gesichtsschnitt und so typisch spanische Augen." 1 w w Sie freute sich, weil sie sich nun einmal, außer mit ihrem Vater aus deutsch unterhalten durfte. „Meine Mutter war Spanierin, mein Vater stammt aus Deutschland", erklärte sie. Er nickte: Jetzt weiß ich, wie Sie zu Ihren ^prachkenntnissen gekommen sind. Sie sprechen so mären ""ch' ° 5 öenn Sic in Deutschland geboren Sie fingerte zwischen den Blumen herum. „Wünschen Sie weiße Rosen oder —" Eine dicke Frau drängte den Deutschen beiseite, wrderte in breitem Katalanisch rote und weiße if)r den gewünschten Strauß, dessen Natürlichkeit sie noch durch ein paar echt wirkende Rosenblätter unterstützte. In der Provinz Katalonien spricht man außer --panisch was man Kastilisch nennt, noch die katalanische Sprache; einfache Leute können meist nur Katalanisch, während viele Barceloneser, von Kind an daran gewöhnt, beide Sprachen beherrschen. - erlernte sich, aber schon schob sich ein Autobusschaffner heran. Die Haltestelle der Lime B war hier ganz nahe. Er wollte gelbe und rote Rosen. Er unterhielt sich ein Weilchen mit Angela, und der Deutsche mußte wieder zurucktreten. Ms der Schaffner gegangen war, meinte Angela- „Jetzt bleibt Ihnen schon gar keine besondere Wahl mehr, mein Herr. Welche Rosen möchten Sie also von meinem Restchen noch haben?" Sie lächelte: „Entscheiden Sie sich rasch, sonst ist nichts mehr für Sie übrig, und wenn ich ausverkauft habe, schließe ich meinen Kiosk zu und gehe nach Haufe. Was wollen Sie also nehmen?" Zwei Mädchen kamen lachend und schwatzend. Er bemerkte den Schatten auf ihren Zügen und antwortete hastig: ,Hhre Rosen gefielen mir so ausnehmend gut. Ich habe noch nie künstliche Blumen von solcher Vollendung gesehen wie die Ihren, und ich hätte meiner Mutter so gern einen Strauß davon mitgebracht, damit sie sich auch davon überzeugt, wie hübsch Kunstblumen sein können." Angela war entwaffnet. Es machte ihr immer Freude, ihre Blumen loben zu hören. Sie neigte ein wenig den Kopf. „Dann kommen Sie mit hinein zu uns, ich habe noch Rosen genug vorrätig, und Sie können sich gleich welche aussuchen nach Ihrem Geschmack und dann mitnehmen." Er lächelte wie ein großer Junge, dem ein besonderer Streich gelungen ist. Angela öffnete die Haustür; darauf betrat er mit ihr einen Raum, der gleichzeitig Küche und Stube war. Ein sehr großer Mann faß an einem Tisch und ordnete Blumen; auf dem Herd brodelte irgendein Gericht, und durch die Stube strich eine Katze, verschwand durch das offenstehende Fenster. Armselig sah es hier aus, fand Konrad Zweilinden, aber tadellos sauber. Das allo war das Heim dieser Blumenoerkäuferin, deren Schönheit für einen purpurbekleideten Thron- fessel nicht zu gering gewesen wäre. Er grüßte den am Tisch Sitzenden mit stummem Gruß. Angela legte dem Vater, der sich langsam erhob, die Hand auf den Arm. „Vater, der Herr möchte Rosen von mir kaufen, im Kiosk mußte ich ihm leider die letzten vor der Nase weg verkaufen. Der Herr ist ein Deutscher." Konrad Zweilinden fühlte dem ernst fragenden Blick des anderen gegenüber Befangenheit. Er erklärte: „Ich sah im Vorübergehen die selten hübschen Blumen, aber sie waren verkauft, ehe ich noch richtig meinen Wunsch vorbringen konnte. Ich möchte nämlich meiner Mutter einige mitbringen. Sie ist im Hotel, wir befinden uns auf einer Spanienreise " Höflich setzte er hinzu: ,Zch freue mich, in Ihnen einen Landsmann kennenzulernen." Er Überlegte, sollte er dem Vater des schönen Mädchens seinen Namen nennen, oder war das nicht nötig? Es machte fast den Eindruck, als warte er darauf. Er fand, der Besitzer dieses mehr als einfachen Heims hatte etwas Vornehmes. Er schien einmal bessere Taae gesehen zu haben. Aber dann ent- schied er sich, seinen Namen nicht zu nennen die Kunden hatten wirklich keine Verpflichtung, sich den Verkäufern vorzustellen. 1 Der am Tisch Stehende erwiderte: „Meine Tochter wird Ihnen Blumen nach Ihrem Geschmack geben, mein Herr. Verzeihen Sie gütigst, wenn ich mich wieder setze. Ich bin ein armes Hinkebein und ermüd« sehr schnell beim Stehen " mar überzeugt, der Mann am Tisch besaß Bildung. Er wandt« sich an Angela: „Geben oie mir Rosen aller Farben, machen Sie einen großen Strauß davon und packen Sie mir ihn leicht ein, Senjorita. Meine Mutter wird sich darüber sehr freuen." Angela lächelte: „Nehmen Sie, bitte, ein paar Minuten Platz, mein Herr." Konrad Zweilinden setzte sich auf den nächsten Stuhl und sah ihr dabei zu. Er fragte den Steileren: «Aus welcher Gegend Deutschlands stammen Sie, Herr —?" Unwillkürlich hatte er einen Namen hinzufügen wollen, als ihm plötzlich einfiel, daß er ihn noch nicht einmal wußte. Der Gefragte antwortete mit bedrückter Miene: „Ich stamme aus der Taunusgegend." $onra& Zweilinden machte ein interessiertes Ge- I'cht. „Welch sonderbares Zusammentreffen, ich bin auch im Taunus daheim." Die Züge des Aelteren wurden plötzlich verschlaft sen. „So, so!" machte er lässig und meinte dann: «Der Taunus ist groß, wir stammen dort wahrscheinlich aus zwei Orten, die weit auseinander- ^Qbe übrigens gar keine Beziehungen zu Deutsch and mehr." . Hang so kurz, als wollte er schon im voraus jebe mögliche Frage in die Flucht schlagen. Konrad von Zweilinden schaute chn erstaunt an. Angela dachte: wie schade, daß ihr Vater die ®e= egenheit, sich einmal mit jemand in der Mutter- lprache zu unterhalten, so wenig ausnützte. Aber der Vater war überhaupt in der letzten Zeit so wortkarg. Oft lief er plötzlich nachmittags fort, um — wie er a9te — Luft zu schöpfen, und wenn er wiederkam, faf) er immer fo zufrieden aus, als wäre ihm etwas besonders Gutes passiert. Anfangs hatte sie gemeint, er trank vielleicht heimlich, aber sie kam bald dahinter, daß die Annahme nicht stimmte. Sie hatte sich schon vorgenommen, ihm einmal nachzuschleichen, um hinter sein Geheimnis zu kommen. Konrad von Zweilinden wagte feine Frage mehr an den anderen zu richten. Er blickte lieber wieder den geschickten Mädchenhänden zu, erzählte: „Ein Zufall hat mich heute in eine Gegend geführt, in die sich sanft wohl kaum Fremde verlieren. Ich fuhr mit dem Autobus B vom Platz Catalunja bis ans Endziel. Es ist amüsant, nicht nur die Gegenden einer fremden Stadt kennenzulernen, die im Führer dick gedruckt sind. Das eigentliche typische Leben und Treiben findet man doch meist etwas seitab vom Wege, nicht wahr?" Angela nickte: „Ich glaube, daß Sie recht haben, mein Herr, ich selbst bin noch niemals aus Barcelona herausgekommen/In ihren dunklen Augen erwachte ein warmer Glanz. „Zuweilen male ich mir aus, ich kannte eines Tages nach Deutschland reifen, in Vaters Heimat. Ich möchte gern —" Ihr Vater unterbrach sie: „Aber Angela, das interessiert den Herrn sicher nicht, beeile dich nur ein bißchen mit dem Strauß, du weißt, wir haben heute noch viel zu tun." (Fortsetzung folgt.) heran. Sie trugen Palmenwedel und forderten Rosen. Sie kannten Angela, standen in ihrem Alter. Und fie kauften den Rest der Rosen, zahlten und gingen fort. Angela machte ein bedauerndes Gesicht. „Sie haben zu lange gebraucht, um sich zu entscheiden, mein Herr, nun ist keine Rose mehr da. Aber vielleicht holen Sie sich ein anderes Mal welche." Si« nickte ihm zu. „Guten Tag, mein Herr." Sie ließ das breite Fenster herunter. Da stand nun Konrad von Zweilinden vor dem geschlossenen Kiosk und starrte ihn an. Langsam chab er sich bann hinüber auf die andere Straßen- feite Das schone Mädchen hatte ihm doch eben er- jablt, wenn sie ihre Blumen verkauft hätte, würde sie nach Hause gehen. Aber vielleicht befand sich das Zuhause schon an der nächsten Straßenecke? Auf ieden Fall wollt« er aufpassen, sie mußte nun doch gleich kommen. önIaTjie,?ucfHd)on, erspähte ihn sofort und wandte sich schnellen Schrittes nach der Richtung, wo diese lebhafte, die eine Seite der Markthalle begrenzende Straße stiller wurde. Ohne zu überlegen, folgte Konrad Zweilinden der schonen Blumenverkauserin. Sie schaute sich nicht um, und er war entzückt von dem leichten, stolzen Gang des jungen Mädchens. Er lächelte über sich selbst und dachte, es war doch eigentlich eine Narretei, dem Mädelchen nachzulaufen. Es hatte gar keinen Sinn. Was kümmerte es ihn, mo sie wohnte! Wenn er sie noch einmal sehen, sich mit ihr unterhalten wollte, brauchte er ja nur am Montagvormittaa wieder in das Viertel hier zu sahren, da stand sie wahrscheinlich wieder, wie heute zwischen ihren künstlichen Blumen und verkaufte sie' Er sollte jetzt lieber ms Hotel zurückeilen; die Mutter wurde unruhig werden, wenn er zu lange ausblieb. eT. f'lh entschloß, umzukehren, lief er bo^ roeiter berm einer Entfernung von zwanzig Schntt vor .hm Herschreitenden nach. Sie ging eben durch die Ueberfuhrung an einer Station der Untergrundbahn vorbei. Ein Stückchen Feld lag rechts und Dann begannen roieber bie Häuser. Schließlich bcfanb man sich im StabtteU Coll Manch, aber das wußte Ronrab Zweilinden natürlich nicht. Er folgte ^ngela durch eine breite Straße unb durch ein paar (baffen btc ziemlich eng und unfreunblich waren ^Angela aber dachte unterwegs auch an den Frem- Konrad Zweilinden blickte ihr unschlüssig nach als & einem kleinen, vom Alter, vom Wind'und fflÄ b,°9 "^genommenen Hause stehen blieb. ©In Gedanke kam ihm, und mit ein paar Schritten 'n!" Sprüngen glichen, erreichte er Angela noch! SprHnri n5 "ef ein bißchen atemlos: „Senjorita, Senjorita! Angela drehte ^sich um und blickte ihn mit großen ?U0fe" “n- ®,n Schatten glitt über ihr Gesicht, unb ^er??"9 6 CtmQ9 fur3: "&as wünschen Sie, mein Mittwoch, den IS. April 1933, vachmit- tags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Reuen- weg Jtr. 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 26320 1. Büfetts, Schreibtische. Kredenzen, Sofas, Bücherschränke. 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Trotz des die Gotteshäuser Ofiern feit gut toat, be|ondcrs r Äusflüglerver- asttvirtschasten in ;n Äuycn gezogen öormittagsllunden adtbctvohner hin- ssnatur. 3n den if den Zugangs- erfreulicherveise Disziplin geübt, Iränöe oder der- fier wird sich dar- bitte, ein paar aus den nächsten agte den Aelteren: ibs stammen Sie, Hamen hinzusugen , daß er ihn noch bedrückter Miene: lenb." i interessiertes Ge- mentrtffen, ich b,n na»«* und meinte bann, mmen dort * weit auseinander ne Beziehungen zu r schon im voraus t schlagen- le chn erftau.nl oj; sö» «SS chzuschlelche"' le>ne(ÄieS lickt- WL ij6in zu, erzah^ jenb 0clÄr mit lunia bis “ ejner 'S (*» 16,6oJ8"r‘‘l nals aus pachte lenÄirflU6|iÄ K * Über nur f|l. ‘S u r 6* j selb'' gt) gleichen beschädigt wurde. Die Reichsbahn hatte vor dem Fest lebhaften Verkehr zu verzeichnen, am ersten Osterfeiertag war es still auf den ^Bahnhöfen, dagegen war am zweiten Feiertag der Ausflugsverkehr mit der Reichsbahn sehr stark; besonder- wurden die Abendzüge zur Rückkehr in sehr umfangreichem Maße benutzt. Die Reichspost hotte aus ihren Kraftomnibuslinien ebenfalls sehr starken Zuspruch zu verzeichnen. Erfreulicherweise war bisher von Derkehrs- unfallen nichts zu hören, ebenso haben die Polizei und die Sanität-wache absolute Feiertagsruhe genießen können. Man kann also nach jeder Richtung hin mit dem Verlaus der Festtage zufrieden sein. •• Allgemeiner F ortbildu ng Skur- s u S für Aerzte. Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen veranstaltet vom 15. Ok- tober bis einschließlich 21. Oktober für praktische Aerzte einen allgemeinen Fortbildungskurs mit klinischen Besprechungen und praktischen Demonstrationen. Vortragende sind die klinischen Fach- Vertreter, sowie die Fachvertreter für Physiologie und tierische Eeuchenlehre. Am Mittwoch findet ein Ausflug nach Vad-Rauheim statt mit Vor- . trägen, bzw. Demonstrationen im dortigen Dal- neoloaischen Universitäts-Institut und im Kerck- | Hoff-Institut. Zur Deckung der Unkosten wird von jedem Teilnehmer der Betrag von 10 Mark erhoben; weitere Kosten entstehen nicht. Prospekte und Anfragen durch Professor Georg Herzog, Pathologisches Institut, Klinikstrahe 32 g. ** Lionzert i n der Chirurgischen Kli- n i k. Eine schöne Osterfreude bereitete der Frauenchor Klein-Linden (Leitung Lehrer Rau) den Patienten und Angestellten der Chirurgischen Klinik mit dem Dortrag von geistlichen und Bolksliedern nm Nachmittag des ersten Osterfeiertags. Zwischen- durch trugen zwei kleine Mädchen, Gertrud Härder und Ria Rau, passende Gedichte heiterer Art vor. Die Zuhörer waren des Dankes voll über die schönen Darbietungen, die sie für einige Stunden ihr Leid und ihre Schmerzen vergessen ließen. •• Einheitslurzschrist! Man schreibt uns: Tätige Aufbauarbeit zur geistigen Ertüch- tigung unsrer deutschen Jugend leisten ohne Zweifel die Kurzschriftverein«, denn sie versorgen jahraus jahrein die deutsche Wirtschaft, Handel und Industrie mit guten Arbeitskräften. Durch die Verwendung der Kurzschrift wird Zeit und damit Geld gespart. Jeder, der Anspruch auf eine gute Allgemeinbildung erhebt, sollte heute die Kurzschrift beherrschen. Wer geneigt ist, die überall eingeführte, bei Schulen und 'Behörden allein zugelassene deutsche Einheitskurzschrift sich anzueignen, sei auf den am Donnerstag, 27. April, um 19 Uhr in der Goetheschule, Westanlage 43. beginnenden An- fängerlehrgang des Kurzschriftvereins von 1861 aufmerksam gemacht. Wer sich in der Kurzschrift weiterbilden will, findet in den ebenfalls beginnenden Fortbildungs«. Redeschrift-, Diktat- und Praktilcrkursen des Vereins reichlich Gelegenheit. Roheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. ** Einbrecher an der Arbeit. In der Rächt zum Freitag versuchten Einbrecher in das Uhren- und Goldwarengeschäft von Karl 03 e d im Seltersweg cinzudrinacn. Die Einbrecher öffneten den benachbarten Laden (Kilbinger) mit einem Rachschlüssel und gingen dann mit einem Stemmeisen die Mauer an, die sie vom Goldwarenge- fchäft trennte. Dabei wurden sie aber wohl gestört und muhten die Flucht ergreifen. Die Polizei nahm sofort die Rachforschungen auf und setzte einen Hund auf die Spur der Einbrecher, der diese bis zum Seltcrstor verfolgen konnte. Von dort aus scheinen die Diebe die Flucht im Kraftwagen fortgesetzt zu haben. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei. •• Diebe in der Gärtnerei. In einer der letzten Rächte wurden aus einer Gärtnerei in Klein-Linden (Gustav Gelitzer) 8 Rosen- Hochstämmchen gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Gendarmeriestation Gießen. Oie Deutsche Wehtschast in Gießen Die DeutscheWehrschaft vereinigte während der Osterfeiertag« die Vertreter der ihr an- geschlossenen Korporationen aus allen LandeStei- len zu einem Wehrschaftertrefsen bzw. zum außerordentlichen Vertreter tag in unserer Stadt. Mit der Tagung, waren einige gesellschaftliche Veranstaltungen verbunden. In stattlicher Anzahl fand man sich am Samstagabend zu einem Kommers im Studentenhaus. ein. Der Einzug der Chargen eröffnete den Abend in würdiger Weife. Feierlich wurde auch die Fahne des Sturme- 11 116 der SA. einaebracht. Der Erstchargierte Mühlich (Leipzig, begrüßte die Teilnehmer, insbesondere die Gäste und die Damen. Sein besonderer Gruß galt dem Exrektor der Landesuniversität Pros. Dr. V a n s e l o w , dem Vertreter des hiesigen Bataillons Oberleutnant Jordan, sowie den Vertretern der Stadt Gießen, Bürgermeister Dr. Selb und Dr. Hamm. In feiner Ansprache führte er u. a. aus, man wolle die Frage, ob die Studentenschaft am Tage der nationalen Erhebung Berechtigung habe, mitzufeiern, offen lassen. Bestimmt berechtigt sei aber die deutsch« Wehrschaft, die nicht nur mit einem Lippenbekenntnis, sondern mit praktischer Arbeit seit je an der nationalen Befreiung mitgearbeitet habe. Die deutsche lvehrschaft fei stets bemüht gewesen, die studentische Tradition mit neuem Jnyalt zu erfüllen. Die deutsche Wehrschaft habe stets aktiv in den Wehrverbänden gestanden. Der Geist der deutschen Wehrschaft wirke in allen Arbeitslagern, und sie könne stolz auf die bisher geleistete Arbeit sein. Die innere nationale Befreiung sei Wirklichkeit geworden. Mahner und Künder zu fein für die äußere Befreiung solle das Bekenntnis dieses Vertretertages sein. w . Die Festansprache hielt sodann der Vorsitzende der Deutschen Wehrschaft, Dr. Glaher. Er führte u. a. folgendes au«: Das groß« nationale Geschehen in Deutschland habe allgemein festlichen Widerhall gefunden. Man hoffe auf den Tag, da endgültig alle Fesseln springen. Sinn der Deutschen Wehrschaft sei der Kampf gegen alle Vergewaltigung und gegen alles ilnöeutfdje. Die Deutsche Wehrschaft fei bereits gewesen, als noch niemand an die nationale Erhebung gedacht habe. Der Wehrschafter habe stets gekämpft, nun aber sei die Bewegung groß geworden durch einen Wehrschafter der Tat, durch Adolf Hitler. 3n der Dehrschafl sei Adolf Hitler Ehrenmitglied feit je. In der deutschen Wehrschaft fei nie etwas halbes geschehen. In dieser Stunde gelte das Bekenntnis nicht billigem Hurrapatriotismus; das A k t i v s e i n dürfe nicht enden. Schon im Alltag müsse der Wehrschafter zeigen, was er sei. In allen ober poche jener völkische Wille, der schon den Gründern angesichts des Hermannsdenkmals zu eigen gewesen sei. Noch dürfe man die Fahne nicht einrollen. Noch laste der Bersaiiler Vertrag auf Volk und Vaterland. Der Kampf sei noch nicht beendet. Wenn die Wehrfchaft nicht schon bestünde, so müßte sie jetzt gegründet werden. Man wolle in die Zukunft schauen in dem Bewußtsein, in der Vergangenheit seine Pflicht getan zu haben. Noch fei das Opfer der Kameraden von Longemarck nicht erfüllt. Die Wehrfchaft müsse weiterkämpfen, denn der Sieg fei noch nicht errungen. Da» ganze Volk müsse durchdrungen werden mit dem Geist des Opfers für das Vaterland. Jeder müsse Kämpfer sein und erfüllt von starkem Aufbauwillen, wenn man jetzt wieder hin- ausziehe In die Lande, dann müsse eine Begeisterung milgetragen werden, die alles erfasse, so daß der Bau vollendet, die Einheit vollkommen werde für die Zukunft und für die folgenden Generationen. Den Führern der neuen deutschen Volksgemeinschaft müsse Dank werden durch die laL Das gemeinsam gesungene Deutschlandlied beschloß die mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache. Als Vertreter des verhinderten Rektors der Universität sprach sodann Prof. Dr. D a n s e 1 o w. Er übermittelte die Grüße der Universität und wünschte der Tagung das beste Ergebnis. Mit tiefer Bewe- gung habe er stets von den Zielen der deutschen Wehrschaft gehört. Es gäbe keine schöneren Ziele. Er werde die Äießener Wehrfchaft nach besten Kräften unterstützen, damit sie der Sauerteig werde unter der Gießener Studentenschaft. Die Gießener Wchr- schast sei der Universität eng verbunden, und zwar durch die Person des Wehrschafters Direktor Greve. Er wünsche der Deutschen und der Gießener Wehrschaft weiteres Blühen, Wachsen und Gedeihen. Oberleutnant Jordan sprach für das Gießener Bataillon. Es sei keine Phrase, wenn er sage, daß Reichswehr und Wehrfchaft zufammenaehorten. Die Reichswehr werde die Freiheit des deutschen Volkes nicht allein schassen tönnen, sondern sie rechne auf die Mitarbeit der Wehrschaft und aller jener, die das deutsche Vaterland lieben und frei sehen wollen. Bürgermeister Dr. Seid übermittelte _ die Grüße der Stadt und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß man Gießen zum Tagungsort gewählt habe. Die innere Zerrissenheit fei Überwunden. Das fei umso erfreulicher, als ihre Lieberwindung die Voraussetzung für die äußere Befreiung darstelle. Die organisierte, bewußt und klar zusammengefaßte Kraft werde die deutsche Freiheit sichern können. Man hoffe fehnlichst, daß das neue Reich dem deutschen Volke wieder jenen Platz Im Date der Volker verschaffe, den es nach Recht, Verdienst und Fähigkeit beanspruchen könne. Aks Vertreter der SA. sprach Herr S o l d a n , der in markigen Worten auf die Gemeinsamkeit der Ziele der Wehrschaft und der SA. hinwies. Rach verschiedenen gemeinsam gesungenen Liedern, bei regem Austausch der Gedanken vergingen die Stunden, bis das Horst-Wessel-Lied den offiziellen Teil der Feier beschloß. Am ersten Osterfeiertag fand am ©ef alle- nendenkmal der ilnibcrfität eine Kundgebung zu Ehren der Gefallenen der Universität. statt. In geschlossener Formation marschierten die Vertreter der einzelnen Wehrschaften, sowie der SA. mit Fahnen vom Studentenhaus zum Vorlesungsgebäude der Hnioerfität. Vor der Ehrentafel wurde Aufstellung genommen. Sodann hielt Sturmbannführer und Wehrschafter Meyerhofer (Frankfurt) die Ansprache: Die Gefallenen-Gedächtnisfeier bedeute eine Stunde der Einkehr. Das Leben der Helden sei kurz gewesen, aber ihr Leben habe im Opfer Erfüllung gefunden; ihr Opferwille sei durch die Tat besiegelt worden. Vom Gedanken an die Toten von Langemarck sei der Geist der Zuversicht ausgegangen. Im Zeichen des Hakenkreuzes seien Führer und Männer auf den Plan getreten, zu denen die Jugend aufsehe. Der Tod der Helden sei nicht umsonst gewesen, denn aus ihrem Tode sei neuer heldischer Geist und der Geist der Pflichterfüllung für Volk und Vaterland erwachsen. Die wehrfchaft gelobe, nicht zu rasten und nicht müde zu werden, bis die Jugend in diesem Geiste vorwärts und aufwärts strebe zu neuer Freiheit und zu Deutschlands Ehre. Der erste Vers des Liedes vom guten Kameraden beschloß die würdige Feier. Geschlossen marschierten die Teilnehmer an der Kundgebung wieder zum Studentenhaus zurück. Der weitere Verlauf der Tagung brachte Ausflüge in die Umgebung unserer Stadt. Darmstadt ehrt den Reichskanzler. Darmstadt. 18. April. (WÄR.) Am Samstag wurde der Luisenplah vor den Staatsministerien in Adolf-Hitlcr-Plah umbenannt. Die Waldstraßc wurde, einem Wunsch des Stahlhelms folgend, xur Mackensen-Straße, der Friedrich - Ebert - Platz zum Dietrich- Sckard-Platz und die Rathenau-Anlage zur Horst-Wessel-Anlage umbenannt Wirtschaft. Frankfurt zurückhaltend. Frankfurt a. M., 18. April. (WTB. Drahtmcl' düng.) Das Geschäft an der Esfetlenbörsc kam nach der längeren Verkehrsunterbrechung nur sehr zögernd in Gang. Sowohl die Spekulation als auch die Kundschaft bekundeten aus mannigfachen Gründen stärkste Zurückhaltung, insbesondere auch menen der bevorstehenden Plane zur Entschuldung der Landwirtschaft. Die Kursgestaltung war zwar nicht ganz einheitlich, doch überwogen im Vergleich zum Gründonnerstag meist Rückgänge von 0,5 bis 0,75 v. H, wobei man auch auf die schwächeren Kurse aus Amerika verwies. Einige Spezialwerte verloren darüber hinaus von 1 bis 2 v. H. So lagen Reichsbankanteile und Mannesmann je 1,25 v. H. und Gesfürel 2 o. -.schwächer. Von Chemiewerten kamen zunächst nur IG.-Farben mit minus 0,75 o. H. zur Notiz. Am Elektromarkt eröffneten AEG., Bekula, Licht & Kraft und Siemens von 0,25 bis 0,65 v. H. niedriger. Bei Man tanroerten überwogen Abschwächungen von 0,5 bis 1 v. H. Nur Buderus setzten zunächst 0,75 v. H. höher ein und lagen später weiter 0,5 o. H. gebelfert. Schiffahrtsaktien gaben von 0,40 bis 0,75 v. H. nach. Daimler-Motoren gewannen 0,65 v. H., Zement Heidelberg und Zellstoffpapiere blieben gut behauptet. Durch feste Haltung fielen Süddeutsche Zucker mit plus 3 v. H. und Contigummi mit plus 2 d. H. auf. Der Rentenmarkt lag ebenfalls f a st geschäftslos bei nachgebenden Kursen. Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen gaben etwa 0,75 v. H. nach, Neubesitz verloren 0,25, Stahlvereinbonds 0,5 v. H. Reichsbahnvorzugsaktien eröffneten unverändert. Bei kleinem Umsatz lagen festverzinsliche Werte meist von 0,25 bis 0,5 o. H. freundlicher. Stadt- und Staatsanleihen waren ziemlich unverändert. Auslandrenten lagen geschäftslos. Im Verlaufe hiell die G e s ch ä f t s st i l l e zwar auf der ganzen Linie an, doch wurden die anfänglichen Kursverluste meist wieder aufgeholt. Im Freiverkehr lagen Adlerwerke Kiener mit 51 etwa 1 v. H. fester. Tagesgeld blieb zum Satz von 3 o. H. unverändert. Wettervoraussage. Der hohe Druck über dem Nordmeer hat sich noch verstärkt und läßt weiterhin in Gemeinschaft mit der Rückseite des Polentiefs Kallluft südwärts fließen. Ueber Frankreich hat allerdings Druckfall eingesetzt, der sich auch über unserem Gebiet schon bemmbor macht. Es besteht somit die Aussicht, daß Warmluft von Süüwesten her zunächst in höheren Schichten Vordringen und Zunahme der Bewölkung, dabei auch langsame Milderung verursachen wird. Für späterhin ist dann beim Zusammentreffen der verschieden temperierten Luft auch Neigung zu Niederschlägen vorhanden. Aussichten für M i t t w o ch :-Bewölkt und aufheiternd, nachts Temepraturen noch um Null, tagsüber etwas milder, meist trocken. Aussichten für Donnerstag: Zeitweise stärker bewölkt, aber auch aufheiternd, Temperaturen zwischen Tag und Nacht sich mehr ausgleichend. All AI ZAHNPASTA ■ ■■ ■■ ■■ , erhalt die Zähne VU VM/ schon weiss u. gesund \V 1 ehr wissen... II. 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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine Hebe, gute Frau, unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Wenzel, geb. Luh im 78. Lebensjahre durch einen sanften Tod zu sich zu nehmen. Im Namen der tief trauernden Hinterbliebenen Konrad Wenzel Am 16. d. M., 11.15 Uhr abends, entschlief sanft und still mein guter Mann, Bruder, Schwager und Onkel Woll-Monsaeline ca. 80 cm breit, ganz neue Dessins........Meter Alles wird wieder gerader und loser! „Lose“ hängen die Jäckchen und Capes, lose und weit sind die neuen längeren Mäntel. Aber auch Die Beerdigung findet Donnerstag, den 20. April, nachmittags 3 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Stadttheater Gießen rbv«o Mittwoch,19.AvriI, 20—22.30 Ubr Sonderveranstaltung der NSDAP. (Kreis (Stehen) aus Aniah des Geburtstag . d. Führers Adolf Hitler Anmeldung u. Auskunft durch den 1. Vorsitz enden Franz Baustein, Löberstr. 9 II, od. zu Lntemchtsbeginn. Kurzschriftverein von 1861 mit Damenabteilung, E.V. den millionenfach bewährten Ullstein- und Vogue-Schnitte Zusammen 543 575,12 Milgliederbewegung. Mitglieder mit Anteilen Karl Heyer, Landwirt im 84. Lebensjahre. 21. April Beginn der neuen Klassenlotterie Flocken-Cräpe ca. 70 cm breit, dauerhaftes Gewebe, f. Frühjahrskleider . . Meter wie ein Sack zum Selber- Lichtspielhaus Gießen | Gießen spricht begeistert von unserem | Osterfest Programm Der größte und sensationellste Spionagcf Hin. der jemals geschaffen wurde! ,,E 3" deutsche Spionin im neutralen Ausland Trude von Molo „G 36 U der deutsche Gegenspäon in London Carl Ludwig Diehl Die unsichtbare TONFILM D ^GLÄSERNE MOTOR EIN KULTURFILM FÜR KRAFTFAHRER Mitgliederstand am 1.1.1932 119 „ Zugang 8 Abgang 8 „ Stand am Ende des Geschäftsjahres 119 „ Die Haftsumme betrug Ende 1931 Die Haftsumme beträgt Ende 1932 Das Geschäftsguthaben der Mitglieder hat sich gegenüber dem Borjahre vermehrt um Gießen, den 15. Februar 1933. Der Vorstand. Müller. Paull)- Münster. Engel. Grobe. Jung? 7_\ AOA trächtige^1**»** z. verkauf. Alten- Buseck- Gr.-Busecker- Am 15. April, abends 10l/2 Uhr, entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unser lieber, guter, unvergeßlicher Vater, Schwiegervater und Großvater Ludwig Geißler II. Schreinermeister i. R- Buchacker Flimm Legler Reuen Säue 11 Dalltorstraße 63 Sübanlage 5 Nur eo können Sie ihre Zeitungsanzeigen duron zeitgemäße, gepflegte Werbedrucksachen gut unterstützen. IO Beliefert Sie zu günstigen Preisen die Herrschaftshaus besonder. Umstände halber sofort billig au verkaufen. Schr. Angeb. unt. 02418 a.d.Gieh. Anzeiger. Wegzugshalber Donnerstag, den 27. April. 19 Uhr, eröffnen wir in der Goetbeschule, Westanlage 43, einen Anfänger Lehrgang in der deutschen Einheitskurzschrift — für Damen und Herren — unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Kurzschrift. Untemchtsgeld KM. o. . Die Kurse zur Weiterbildung beginnen: Schriftl. Angebote unter 02427 an den Gießener Anzeiger. 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