Nr 66SvühauSsabe 185. Jahrgang Samstag, 18. März 1935 (Er)d)emt täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monat,-vezugspreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95, Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten rinzeiger Stehen. pdflschecklonto: 5ranlfun am Main 11686. GietzenerAMger General-Anzeiger für Oberhessen. vnitl und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Stelndruckerei K. Lange in Stehen. Zchriftleltung und Seschaftrftelle: Zchulktrahe 7. Annahme von Anzetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorfchrist 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in (ßiejett Braucht die Erzeugnisse der deutschen Landwirtschaft! Reichsminister Göring und Gtaatssekretar von Hohr auf der Hauptversammlung > des pommerschen Landbunds. Stettin, 17.März. (TU.) Vor der Hauptversammlung des Pommerschen Landbundes schritten unter lebhaften Kundgebungen unabsehbarer Menschenmengen Reichsminister Göring, Staatssekretär o. R o h r und der Kommandeur des Wehrkreiskommandos II, Generalleutnant von Bock, die Fronten des Stahlhelms, der SA. und der Polizeiabteilungen ab. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Pommerschen Landbundes, Bauernhofbesitzer R a n n o w, der des anwesenden Generalfeldmarschalls von Mackensen und anderer Ehrengäste gedachte. Reichsminister Göring führte folgendes aus: 14 Jahre liegen hinter uns, und es war ein schwerer Weg. den das deutsche Volk gegangen ist. Auch hier waren die größten Sorgen und die größten Nöte dem d eutschen Bauer auf die Schultern gelegt. Es war eine der allerersten Sitzungen der neuen Regierung, in der der Kanzler jenes Wort sprach: Wir müssen jetzt unter allen Umständen den deutschen Bauern retten. Selbstverständlich muh der Landwirtschaft auch auf gesetzgeberischem Wege geholfen werden. Weit wirksamer als jede Verordnung wäre es, wenn nun endlich eine gigantische Aufklärung und ein eiserner nationaler Crziehungswille und Erziehungszwang den deutschen Menschen dahin bringen würde, wieder die einheimischen Erzeugnisse zu nehmen und nicht die ausländischen. Viel wehr als alle Verordnungen würde es wirken, wenn man in einem Hause, in dem dänische Butter serviert wird, sagen würde: Aus, in dein Haus komme ich nicht mehr! Wenn man die verfemen würde, die da glauben, in erster Linie die Lebensmittel aus dem Ausland beziehen zu müssen: eine gewaltige Auf- klärungs- und Erziehungsarbeit muß hier getan werden, wie sie das deutsche Volk noch nicht erlebt hat. Ich verwahre mich auf das Entschiedenste dagegen, daß man mir vorgeworfen hat, ich habe auf meiner Essener Rede das Signal zur Disziplinlosigkeit, ja zu Plünderungen und ähnlichem mehr gegeben. Aber die Abrechnung für fluchwürdige Verbrechen der deutschen Geschichte, die Abrechnung für jenen fluchwürdigen Rovember 1918. Die Regierung der nationalen Konzentration wird mit eiserner Faust die Interessengegensätze zwischen den einzelnen Volksschichten, die in den letzten 14 Jahren künstlich grohgezogen wurden, in die Harmonie zwingen, die für das Gedeihen des deutschen Volkes erforderlich ist. Wenn gesagt wurde, der Marxismus darf nicht mehr zurückkommen, so will ich sagen: Richt nur nicht zurückkommen wird er, außrotten werden wir ihn! Ich werde diesen Kreaturen so lange die Faust in den Racken setzen, bis sie erledigt sind. (Stürmischer Beifall.) Richt nur ausrotten werden wir diese Pest, wir werden auch das Wort Marxismus aus jedem Buch herausreihen. In 50 Jahren darf ein Mensch in Deutschland überhaupt nicht mehr wissen, was das Wort bedeutet. Der Bauer muh darüber klar fein, dah er heilige Verpflichtungen gegenüber diesem Boden hat, für den Millionen bereit sind, ihr Leben zu geben. Aus diesem Boden soll auch einst der Entschluß kommen, die Ketten zu brechen, dort, wo sie uns auferlegt sind. Denkt daran, dah gerade Ihr als Bauern, als Glied in der Kette von Generationen, besondere Verpflichtungen gegenüber dem Vaterland habt. Staatssekretär von Rohr führte dann nach einem Rückblick auf die vergangenen 14 Jahre u. a. aus: Heute haben wir alle die Pflicht, der nationalen Regierung das Werkzeug zu schaffen, mit dem sie ihre gewaltige Aufgabe auch auf dem Boden der Wirtschaft erfüllen kann. Es ist nicht wahr, daß in Deutschland eine Lieberproduktion herrscht. Es herrscht vielmehr eine Produkionsverwirrung als Folge einer planlosen Politik, die u. a. dem Getreide gerecht wurde, aber alle Berede- s u n9s Produkte in die Tiefe sinken lieh. Die deutsche Ware, die an die Stelle non Auslandware tritt. bedeutet neue deutsche Arbeit. Die Forderung. Leben und ,QHe Deutschen im eigenen Vaterland«, lapt sich nirgends schneller und gründlicher erreichen als durch eine Politik der Verdrängung der Auslandware. Deutschland muh Rohstoffe elnführen. die es selbst nicht hat und die unentbehrlich sind, und es muh, damit es die Rohstof.e damit bezahlt, entsprechende Men- gen Waren ausführen. Der Zug in die ütaDt der seinen Grund darin hatte, dah der Lohn der Stadt meist das Doppelte und Dreifache des Landlohnes ausmachte, muh auf- boren. Es ist eine völkische Forderung erster öa$ der unheilvolle Abstand der Preise und Lohne des Landes von denen der Stadt ern Ende nimmt Wir wollen keinen Reichtum für das Landvolk, aber wir wollen daß Arbeit und Sparen wieder einen Sinn erhalten Weltmarktpreise für Deutschland lehnen wir ab, weil wir wissen, dah der deutsche Induitriearbeiter nicht zu chinesischen Löhnen und der deutsche Dauer nicht zu russischen Schleuderpreisen arbeiten kann. Unser nächster Angriff, hinter dem alle anderen Maßnahmen in ihrer Wirkung zurücktreten, gilt der ausländischen Fetteinfuhr. Wenn jemand sagt, sie würden die Fetteinfuhr niemals ersetzen können, so ist das die Stimme desselben Versuchers, der vor dem Kriege die russische Futtergerste als eine Notwendigkeit ansprach. Eine Zeitung brachte kürzlich eine Aufstellung von agrarischen Maßnahmen, die der Ernährungsminister seit Anfang Februar erlassen hat. Es sei erfreulich, daraus ersehen zu können, daß auf fast jeden Tag ein wichtiges Gesetz kam, aber die Hauptarbeit steht noch bevor: Das Abriegeln jener Einbruchsstellen ausländischer Waren, die das ganze landwirtschaftliche Preisgebäude und die deutsche Versorgung aufs schwerste bedrohen. Diese Abriegelung ist die Grundlage aller weiteren Arbeit. Die Q st h i l f e wird ihrem schnellen Ende entgegengeführt werden, wobei bestimmt zu hoffen ist, daß mancher Betrieb dem angestammten Besitzer erhalten bleiben kann. Unter die Siedlung wird ein dicker Strich gemacht werden. Das Siedeln soll nicht aufhören, aber das Verfahren der Deutschen Siedlungsbank soll abgewickelt werden und das alte preußische Siedlungsoersahren wieder zur Anwendung kommen. seits nachdrücklich einsehen. Eine vollkommene Freiheit der Wirtschaft sei nicht möglich. So müsse ein Heberhandnehmen der Einheitspreisgeschäfte im Interesse einer gesunden Wirtschaft verhindert werden. Was die Einzelhandelskammern anbelange, so habe man damit in Hamburg und Bremen die besten Erfahrungen gemacht. Wir in Hessen litten besonders darunter, dah uns das Reich in der Vergangenheit: nicht ausreichend geholfen hätte. Die Regierung werde es sich besonders angelegen sein lassen, hier eine Besserung herbeizu» führen. Er hoffe, dah im Wege der Arbeitsbeschaffung (Gereke-Programm) eine fühlbare Erleichterung für die Wirtschaft erzielt- werden könne. Für Ruhe. Ordnung und Disziplin werde die Regierung unbedingtsorgen. Das gewerbliche Leben müsse Ruhe haben. Der Staatspräsident schloh feine Ausführungen mit Worten des Dankes an die Vertreter des Industrie» und Handelskammertages für ihr Erscheinen und für ihre Bereitwilligkeit zur vertrauensvollen Zusammenarbeit. Stellenbesetzung liegt bei den Verwaltungsbehör- Hilfsmaßnahmen für -en wirtschaftlichen Mittelstand. Berlin, 17. März. (211.) Wenn der Reichstag etwa in der übernächsten Woche seine De-l ratungen beendet hat und die Regierung fu# die sach'.iche Arbeit auf wirtschaftlichem Gebiete freie Hand erhalten hat, werden, wie der „Berliner Lokalanzeiger" meldet, von dem Reichs^ wirtschaftsmimsterium der Reichsregierung eine Reihe von Vorlagen vorgelegt werden, die für die weitere wirtschaftliche Entwicklung von größter Bedeutung sind. Roch vor der Reichstags- sihung wird wahrscheinlich eine Verordnung des Kabinetts Reuwahlen für die Handelskammern. Gewerbekammern und die Landwirtschaftskammern vorschreiben. Eine andere Vorlage hat die Lösung des mittel st ändisch en Kreditwesens aus dem großkapitalistischen Komplex zum Ziele und weiter eine Zusammenfassung des Genossenschaftswesens in ganz Deutschland. Der Zweck dieser Maßnahmen ist die wirtschaftliche Stärkung des Mittelstandes und di« Schaffung von Kreditgrundlagen für den Mittelstand, auf denen eine ruhige Aufbauarbeit wieder möglich ist. Außerdem ist eine Reuregelung des - Verhältnisses der Reichsbank zum Reiche -in Aussicht genommen. Unter den Plänen, die weiter zur wirtschaftlichen Erleichterung erörtert werden, findet sich auch die Aufhebung der Getränke st euer und der Luftbarkeitssteuer. Auf dem Gebiete der Neuordnung des Krankenka s s en w e- s e ns wird demnächst der Vorschlag einer Sperre für die Einstellung von Krankenkassenbeamten gemacht werden. Schließlich wird vom Reichswirtschaftsminister eine wesentliche Veränderung in der Zusammensetzung des „vorläufigen Reichswirtschaftsrats" durchgesührt werden. Dieser „vorläufige Reichswirtschastsrat" tagt in feister jetzigen Zusammensetzung seit über 12 Jahren. Die in ihm vertretene Arbeitnehmergruppe hat in ihrer Zusammensetzung nichts mehr mit dem heutigen politischen und wirtschaftlichen Willen der Mehrheit des deutschen Volkes zu tun. Eine Auflockerung der Arbeitgebergruppe ist nach den erheblichen wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre ebenfalls notwendig. Und in der Abteilung für freie Berufe, sitzen teils Interessenvertreter, teils Vertreter geistiger Anschauungen, die vom deutschen Volke seit langer Zeit abgelehnt werden. Es wird zunächst eine Uebergangsregelung durch Neugestaltung des vorläufigen Reichswirtschaftsrates getroffen werden, vorbehaltlich einer späteren Endregelung in der Frage der Vertretung der Wirtschaft bei den Verhandlungen mit dem Reiche. Oie Aushebung der Einstellungsprämie Berlin, 17. März. (ERB.) Der Kabinettsausschuh für die Frage der Arbeitsbeschaffung hat sich unter Vorsitz des Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung mit der Aufhebung der Cin- stellungsprämie zum 1. April beschäftigt. Dabei sollen allerdings nach dem Wunsch des Reichskabinetts Schäden der Wirtschaft und Härten ausgeschaltet werden. Deshalb beschloß der Ausschuß, dah diejenigen Arbeitgeber. die im ersten Quartal d. I. Einstellungs- Prämien beantragt und genehmigt erhalten haben, sie auch noch für das zweite Quartal, also bis zum 3 0. Juni d. I. erhalten sollen, falls sich ihr Antrag auch auf dieses Quartal erstreckt. Vereinfachung in der hessischen Schutzpolizei. Darmstadt, 17. März. (WEN.) Der Staatskommissar für das Polizeiwesen hat mit sofortiger Wirkung die Mate r i a l v e r w a l t u n g s st e l l e für die hessische Schutzpolizei als selbständige Dienststelle aufgelöst und sie in seinen Bereich eingegliedert. Die seitherigen Aufgaben des Leiters der Materialverwaltungsstelle nimmt der im Staatskommissariat für Polizeiwesen tätige Polizeihauptmann Blum wahr. Der Kraft- fahrdienst wird dem Polizeiamt Darmstadt zugeteilt. Durch diese Maßnahmen tritt in der Verwaltung nicht nur eine Wesentliche Vereinfachung ein, sondern die Oer Neubau -es Reichs. Vizekanzler von papen über die großen Aufgaben der nationalen Erhebung. Breslau, 17. März. (WTB.) Am Freitag stand die Stadt Breslau im Zeichen ö e r (Sein n e r u n g an den Auf.ruf „21 n mein Volk", den König Friedrich Wilhelm Hi. vor 120 Jahren von Breslau ergehen lieh. Der Stahlhelm veranstaltete auf dem Schlohplatz eine nationale Kundgebung, in deren Mittelpunkt eine Red») des Vizekanzlers v. Papen stand. An der Kundgebung beteiligten sich etwa 40 000 Personen, und zwar außer den Stahlhelmern 3500 Schüler sämtlicher Breslauer Lehranstalten, etwa 2000 SA.- und SS-Leute, Abordnungen der Kriegervereine. Korporationen der Universität und der Technischen Hochschule und viele Iugendbünde. Kurz vor 19 Uhr trat Vizekanzler v. Papen aus dem hell erleuchteten Schloß auf die Rampe. In seiner Begleitung befand sich u. a. der älteste Sohn des Kronprinzen. Nach einer Ansprache des Untergauführers von Mittelschlesien, Rechtsanwalt Dr. Fritsch, sprach Vizekanzler v. papen 120 Jahre sind es her, da der König fein Volk rief zum Kampf um d i e Befreiung vorn fremden Joch. Das Volk stand auf, um für die Freiheit zu sterben, damib Deutschland lebe. Das Jahrhundert der Freiheitskriege fand seine Krönung in Bismarcks unsterblichem Meisterwerk, in der Einigung der deutschen Stämme. 1918 sah sich dieses tapferste aller Völker niedergerungen und zermürbt. Heute ist nun das Unerhörte geschehen, da^ dieses Volk sich wiedergefunden hat. Die Nation hat die Zeit innerer Erniedrigung abge- schüttelt, sie hat erkannt, daß der Staat von Weimar ein Staat von der Gnade der ehemaligen Feinde war, dah sein Geist und seine Formen den Wünschen derer angepaßt waren, die das deutsche Volk im Zustand endgültiger Niederlage halten wollten. Heute erneuert sich d i e große Gemeinschaft der grauen Armeen, die ihren Feuerkranz vier Jahre um die bedrohte Heimat schlugen. wir wollen nicht Vergeltung an den innerpolitischen Gegnern, wer die nationale Erhebung bekämpft, wird die Macht des Staates zu spüren bekommen, wir müssen versuchen, alle, die heute noch abseits stehen, von der Richtigkeit und Reinheit unserer Ideen zu überzeugen. Der wahre Führer bindet die Kräfte des Volkes an den deutschen Staat. Die deutsche Revolution ist uns Herzenssache, auf die kein Schatten irgendeiner Würdelosigkeit fallen darf. Der Reichskanzler hat dies zur Pflicht gemacht, und er wird die Staatsautorität unter allen Umständen aufrechterhalten. Es gilt deshalb nicht nur Disziplin, sondern auch Selb st zücht zu wahren. Nichts ehrt den Sieger mehr als Großmut gegenüber den Besiegten. Wir dürfen nicht Werte zerstören, die für den inneren Ausbau des deutschen Volkes unentbehrlich sind. Niemand soll glauben, dah wir die echten volksrechte antasten werden, daß wir das, was die deutsche Arbeiterschaft in gesunder Selbstverwaltung aufgebaut hat, zerschlagen werden. Es liegt im Gegenteil in der Linie der deutschen Revolution, alles organische Leben zu schützen und auf ihm die neue Gesellschaft und den neuen Staat aufzubauen, wir wollen nicht einen Staat willenloser Untertanen, der alle Freiheiten vernichtet. Der Staat soll über den lebendigen Kräften des Volkes als letzte Autorität thronen, er soll aber nicht das eigene Leben zerstören. Der Vorgang der Selbstreinigung, in dem wir uns befinden, muß ausgedehnt werden auf die innere Haltung eines jeden von uns. Unser Streben muß fein, dem Sehnen nach einer neuen Volksordnung d i e großen Rechtsreformen nachfolgen zu lassen. Die gefühlsmäßige Einheit des Volks ist weitgehend hergestellt. Jetzt müssen wir dafür sorgen, daß diese Gesinnung standhält auch in den großen Notstunden, die über die Völker kommen und die für das deutsche Volk so reich waren. Das ist nur dann zu erreichen, wenn wir den deutschen Menschen wieder seelisch in Gott, in deutschem Heimatboden und in deutschem Volkstum verwurzeln, wenn wir eine Heimat für alle schaffen. Erst die außenpolitische Befreiung wird zeigen, was wir im Innern erreicht haben. Ich möchte das deutsche Volk warnen, seinen innerpolitischen Sieg von heute einem außenpolitischen gleichzu st eilen. So heiß die herzen für Volk und Vaterland entflammt sein mögen, so kühl müssen wir die außenpolitischen Möglichkeiten und die weltpolitische Lage betrachten. Möge dieser Hinweis das Verantwortungsbewußtsein der nationalen Bewegung stärken. Die nationale Erhebung wird dann zu einer großen Geschichtsepoche, wenn sie in dieser Stunde freudig und mit hohem Mut die gesamte Verantwortung für die deutsche Zukunft übernimmt. Helfen Sie alle, daß wir die deutsche Revolution gewinnen nicht in dem Sinne, daß wir über den innenpolitischen Feind endlos triumphieren, sondern daß aus der deutschen Revolution hervorgehe ein neugeordnetes deutsches Volk, das der Welt die Achtung abnötigt, die diesem deutschen Volk gebührt. Gorgen -er hessischen Wirtschaft. Vertreter des Hessischen Industrie- und Handelskammertages beim Staatspräsidenten. Darmstadt. 17. März (WEN.) Heute sprachen die Vertreter des Heffischen Industrie- und Handelskammertages beim Staatspräsidenten Dr. Werner vor. Der Vorsitzende Ludwig Meyer (Mainz) übermittelte dem Staatspräsidenten die Glückwünsche der hessischen Industrie- und Handelskammern zu seiner Wahl und versicherte ihn der vertrauensvollen Mitarbeit der hessischen Wirtschaft bei den schweren Aufgaben, die der neuen Regierung harrten. Er betonte, daß die Industrie» und Handelskammern in ihrer Zusammensetzung aus Vertretern der Industrie, des Großhandels, des Verkehrswesens und des Einzelhandels besonderen Wert darauf legten, zu allen wichtigen Fragen der Wirtschaft gehört zu werden. Gerade die Handelskammern seien infolge ihrer Zusammensetzung berufen, auf den notwendigen harmonischen Ausgleich derInteressen dereinzel- ne n Wirtschaftsgruppen hinzuwirken zum Besten des großen Ganzen. Dieser zusammenfassenden und ausgleichenden Tätigkeit müßte die Einrichtung von Einzelhandelska m - kbern, wie sie in der letzten Zeit gefordert werde, abträglich sein. Besonders wichtig sei es, die Wirtschaft von übermäßigen Steuern und Abgaben nach Möglichkeit zu befreien, eine ruhige und stetige Wirtschaftspolitik zu betreiben, den für Hessen bedeutsamen Außenhandel nicht zu vernachlässigen und Eingriffe in das G e s ch ä f t s l e b e n zu unterlassen. Ins einzelne gehende Vorschläge würden der hessischen Regierung in Kürze überreicht werden. Oer Staatspräsident dankte für die Glückwünsche und vertrauensvolle Gesinnung, die aus den Ausführungen des Vorsitzenden des Industrie- und Handelskammertages sprächen. Die Regierung sehe den in Aussicht gestellten Vorschlägen mit Interesse entgegen. Sie brauche d ie vertrauensvolle Mit- arbeitder Organisationen derWirt- schäft, die sie in allen wichtigen Fragen hören werde. Die Regierung werde sich für eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse auch ihrer Auflösung der Materialverwaltungsstelle als selbständige Dienststelle bedeutet auch eine Einsparung an den Personalkosten. Oie Llmbesetzungen in -er preußischen Beamtenschast. Köln. 17. März. (WTB.) Wie der Regierungspräsident von Köln mitteilt, hat der preußische Minister des Innern den Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten, Landräten und Polizeipräsidenten nachstehenden Befehl der Reichsleitung der RED AP. an ihre Gauleiter zur Kenntnis gegeben : Wünsche und Anregungen auf Absetzung von Beamten und Vorschläge zur Reubesehung sind nur über die zuständige G a u l e i t u n g den Verwaltungsbehörden und erforderlichenfalls den M i nist c r i e n z u z u l e i t e n. Es ist nicht angängig, daß sich Ortsgruppen, Kreisleiter, SA.-Führer usw. an die einzelnen Behörden oder gar Mini- sterien direkt wenden. Dasselbe gilt für S A. - und SS.-Formationen und deren Angehörige. Bei Anträgen auf Absetzung müssen von der Gauleitung gleichzeitig Vorschläge lFachleute) für den notwendigen Er- s a tz gemacht werden. Die Entscheidung über die tSellenbesehung liegt bei den Verwaltungsbehörden. Die letzte Entscheidung fällt der zuständige Minister, Aeichminister Göring spricht zu den preußischen Polizeioffizieren Berlin, 17. März. ($11.) Auf dem Vertre- tertag der Vereinigung der Polizeioffiziere Preußens hielt Rcichsminister Göring eine Ansprache. Er sprach seinen aufrichtigen Dank dafür aus, daß der Verein über alle wirtschaftlichen Dinge hinaus ein Hort des nationalen Empfindens gewesen sei. Die Vereinigung habe auch unter schärfstem Druck gegenüber einer damals regierenden Weltanschauung einen nationalen Rückhalt gebildet, dessen Wert Nicht vergessen werden solle. Im Gegensatz dazu habe der Schrader-Verband sich bemüht, Unzufriedenheit unter den Untergebenen gegen die Vorgesetzten zu erregen. Ietzt sei es n i ch t m e h r notwendig, daß solche Verbände die wirtschaftlichen und dienstlichen Belange ihrer Mitglieder vertreten. Er, der Minister, lasse sich von niemandem bei der Sorge für die Untergebenen übertreffen. Er schloß mit dem Wunsch, daß die preußische Schutzpolizei ein vom ganzen preußischen Volk geliebter und geehrter Faktor des Staates werden möge. Die Vereinigung beschloß, ihren 2k amen umzuwandeln in „Ka- meradschaftliche Vereinigung der Polizeioffiziere Preußens". In den Satzungen wurde der Satz: „Die Vereinigung ist Mitglied des Reichsverbandes deutscher Polizeioffiziere und des Reichsbundes der höheren Beamten" g e st r i ch e n. Oie Llmorganisation -er preußischen Schutzpolizei Berlin. 17. März. (WTD.) Nachdem Oberst G e i b e l zum Polizeikommandeur im preußischen Ministerium des Innerm ernannt worden ist, werden noch geschaffen die Stellen eines Höheren Polizeiführers Ost in Königsberg und eines Höheren Polizeiführcrs Südost 'n ^re^Iau. Zum Höheren Polizeiführer Ost in Königsberg soll Oberst Bertram, zum Höheren Polizeiführer Südost Oberst Riehoff ernannt werden. Die Organisation der preußischen Schutzpolizei würde sich dann wie folgt darstellen: Poli° zeitommanheur West Stieler von Heidekamp in e Ü £ $ $ a u fe n, Höherer Polizciführer O st Oberst Bertram in Königsberg, Höherer Polizeiführer S ü d o st Oberst Riehoff in B r e s - lau, Kommandeur der preußischen Schutzpolizei Polizeikommandeur Geibel im preußischen Ministerium des Innern. Ein Kommunist schießt die Krau eines Oberlandjägers nieder. Erkelenz, 18. März. In der Rächt zum Freitag wurde die Frau des Oberlandjägers K ö r - per in Rieder-Kruchten in ihrer Wohnung von Oer Komponist Max Neger. 3u seinem 60 Geburtstage am 19. Marz. Von Or. Hans Kteemonn. Schon 1916 wurde Max Reger aus diesem Leben abberufen. Ein Werk von ungeheurem almsang hat der Dreiundvierzigjährige hinter- lassen. Es ist müßig, die Frage aufzuwerfen, wie seine weitere künstlerische Entwicklung sich gestaltet hätte, wenn ihm ein längeres Leben be- schieden gewesen wäre. Bestimmt wäre er der mit Mohler und Schönberg sich anbahnenden neuen Richtung, die er noch erlebt hat, nicht ms zu ihren letzten Konsequenzen gefolgt, obwohl er selbst stark revolutionierend gewirkt hat. .Wie sehr man sein Schaffen, als er zu Beginn dieses Iahrhunderts anfing die Oeffentlich- keit zu beschäftigen, in diesem Sinne empfand, zeigt der heftige Kampf, der sich alsbald für und gegen ihn erhob. Wenn 1907 Spiro in einst populären Musikgeschichte verkündet, daß Reger „das von Lessing aufgestellte Problem des akustisch Ekelhaften zu lösen gewußt" habe, so können wir heute darüber lächeln, aber es ist begreiflich, daß den konservativ gerichteten Zeitgenossen das ständige Fließen und Gleiten seiner Harmonik, das die Auffassung im Sinne einer bestimmten Tonart aufs äußerste erschwerte, chaotisch vorkam. In dieser Feststellung liegt sogar eine richtige Beobachtung. Denn seine Aeigung zu fortwährender Umdeutung von Akkorden oder einzelnen Akkordtönen und die dadurch erzeugte Unruhe wirkt nicht immer als Bereicherung sondern vielfach tatsächlich als Heberladung. Wir haben inzwischen im Hören merklich umgelernt' vieles, was einst unbegreiflich schien, ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Der zweite wesentliche Zug in Regers Musik ist ihre ausgesprochen PolyphoneHaltung, und aus dem Widerspiel dieser beiden Kräfte ergibt sich seine stilistische Eigenart. Ausfallend gering, ja dürftig ist seine rhythmische Erfin- dun '-rast, was sich aus seiner modulatorischen Llnrast hinreichend erklärt. Reue Formen hat er ma). u. schaßen, besitzt aber ein entwickeltes Formgefühl in engem Anschluß an klassische Vorbilder. In diesem Punkt ist er einem gewissen Schematismus nicht entgangen, den man besonders in seinen Fugen oft spürt. dem zu einer Vernehmung geladenen Kommuni st en Hilgers durch einen Kopfschuß schwer verletzt. Der vernehmende Oberlandjäger hatte für einen Augenblick das Zimmer verlassen. Er hörte den Schuß fallen und begab sich zum Tatort. Der Kommunist gab auf den eintretenden Oberlandjäger gleichfalls zwei Schüsse ab, die jedoch nicht trafen. Der Oberlandjäger st reckte den Täter durch einen Halsschuh nieder. Der Kommunist war sofort tot. Die Frau des Oberlandjägers wurde in hoffnungslosem Zustand in das Krankenhaus nach Gladbach gebracht. Begnadigungen. Oldenburg, 17. März. (WTB.) Die Pressestelle des Staotsministeriums teilt mit: Dor der Reichstagswah! vom 5. März d. I. wurde i n Oldenburg der kommunistische Landtagsabgeordnete Gerdes getötet. Das Staatsministecium kann diese Tat keineswegs billigen, es hat aber trotzdem das Verfahren gegen die in Haft genommenen Personen niedergeschlagen, weil die Tat im Kampfe für die nationale Erhebung und in der Erregung über die niederträchtigen Terrorakte und die Terrorplage der KPD. begangen ist. Das Staatsministerium ersucht die Bevölkerung, in Zukunft von jeder Gewalttätigkeit Ab st and zu nehmen. Mit weiteren Gnadenerweisen kann nicht gerechnet werden. Der SA.-Truppführer Rolle, der vom Sondergericht Gleiwitz wegen versuchten Totschlages in zwei Fällen zu sieben Iahren Zuchthaus verurteilt worden war, ist aus der Breslauer Strafanstalt entlassen worden. Rolle und der Maschinenschlosser Rich. Dobrinka waren angeklagt, in der Rächt zum 4. August vorigen Iahres in Gleiwitz-Sosnitza von einem Motorrad aus auf eine Polizei st reife mehrere Schüsse abgegeben zu haben, wobei ein Polizeioberwachtmeister durch einen Deckenschuß verletzt wurde. Rolle hatte bestritten, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, während Dobrinka ausgesagt hatte, Rolle sei mit auf dem Motorrad gefahren. Ein Staatskommiffar für die Krankfurier Llniversiiät? WSN. Frankfurt a. M., 17. März. Wie das nat.-soz. ,Volksblatt" berietet, soll die Durchsuchung des Instituts für «ozialwissenschaft ergeben haben, daß hier unter dem Deckmantel der Wissenschaft unzweideutig k o m m u n i st i s ch e Propaganda getrieben worden sei. U. a. Ijabe man auch eine Schreibmaschine mit russischen Typen sowie in einem guten Versteck ein Rezept zur Anfertigung von Bomben gefunden. Heber die Funde, insbesondere auch über die Art der Zusammensetzung der Dozentenschaft der Universität sei sofort dem kommissarischen preußischen Kultusminister ein Bericht vorgelegt worden. Der Minister werde einen Staatskommissar für die Universität nach Frankfurt entsenden. Ein Großdeuischer Bund konservativer Katholiken. Berlin, 17.März. (TU.) Infolge von An- regungen. die aus allen Teilen Deutschlands kamen, ist am Freitag ein „Großdeutscher Bund konservativer Katholiken" unter der Devise »Kreuz und Adler" gegründet worden. Roch der in der Gründungsversammlung beschlossenen Satzung ist die Aufgabe des Bundes: „Den christlich- konservativen Gedanken im Volke zu vertiefen, das Rationalbewußtsein der katholischen Deutschen zu stärken und den Aufbau des kommenden Reiches der Deutschen geistig zu fördern". Der Bund ist grundsätzlich überparteilich: schon bei der Gründung ist er von führenden katholischen Persönlichkeiten ganz verfchie- dener Parteirichtungen und auch von solchen ohne parteipolitische Festlegung getragen. In den nächsten Tagen wird eine pro- grammatif$e Kundgebung erfolgen, sobald die endgültige Zustimmung sämtlicher Mitglieder des Bundesausschusses vorliegt. Schwere Bluttat eines sozialdemokratischen Abgeordneten. In Freiburg ein Polizeibeamter bei einer Haussuchung erschossen. Jreibütg i. Br., 17. März. (WTB.) Bei dem sozialdemokratischen Landlagsabgeordneten R u ß - bäum sollte, wie schon kurz gemeldet, heute früh 5 Uhr eine Durchsuchung durch Polizei stattfinden. Da man wußte, daß der Abgeordnete als nervös bekannt war, hatte man mit der Durch, suchung besonders erfahrene, ältere Kriminalbeamte beauftragt. Ruhbaum weigerte sich, den Beamten die Türen zu öffnen, trotzdem sich diese von außen mehrere Male legitimiert hotten. Die Polizeibeamten holten daraufhin einen Schlosser her- bei. Während dieser die Türe zu öffnen begann, gab Ruhbaum plötzlich durch die Tür mehrere Schüsse ab. Der hauptwachtmeisler Schelshorn wurde so schwer getroffen, daß er kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus verstarb. Der Kriminalsekrelär Weber wurde lebensgefährlich verletzt und muhte sofort operiert werden. Rußbaum und seine Frau wurden bann, ohne daß weiterer Widerstand geleistet wurde, f e st- genommen und ins Amtsgefängnis eingeliefert. Rach dem Ergebnis der bisherigen Feststellungen ist man der Ansicht, daß es sich um d i e Tat eines Geistesgestörten handelt. Ruhbaum Hal vor etwa einem Iahre einjen Gehirn- schlag erlitten und war darauf längere Zeit in der psychiatrischen Klinik. Aus Anlaß der Erschießung ist angeordnei worden: Sämtliche der SPD- und KPD. angehörenden Mi tglieder desBadi- schen Landtags, sowie sämtliche Reichstag sabgeordneten der SPD. und der KPD- sind, soweit sie in Baden wohnen, bis auf weiteres in Schutzhaft zu nehmen, sowie sämtliche Kommunisten, die auf Reichstags -Wa hlvorschlägen stehen. Weiter werden sämtliche Zeitungen der SPD-bis auf weiteres verboten, ebenso ist die Verbreitung nicht in Baden erscheinender marxistischer periodischer Druckschriften verboten. Sämtliche marxistischen Wehrund Iugendverbände einschließlich ihrer Hilfs- und Rebenorganisationen, insbesondere die Eiserne Front, das R e ich s b a n ne r, die Antifa, marxistische Schühenvereine usw. werden mit sofortiger Wirkung a u f g e l ö st. Sämtliche den organisatorischen Zwecken der SPD. und KPD. einschließlich ihrer Hilfs- und Rebenorganisationen dienenden Räume sind polizeilich zu schließen . Die rein wirtschaftlichen Zwecken dienende Tätigkeit der sog. Freien Gewerkschaften soll nicht beeinträchtigt werden. Für die Stadt Freiburg i. D. wird ang:ord- net: Sämtliche örtlichen Organisationen der SPD. und KPD. werden einschließlich ihrer Hilfs- und Rebenorganisationen mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Zum Zeichen der Trauer ist die Vorstellung im Freiburger Stadttheater abgesagt worden. Während der Beisetzung des erschossenen Polizeibeamten am Sonntagnachmittag werden sämtliche öffentlichen Lustbarkeiten unterbleiben. Das Verlagsgebäude der sozialdemokratischen „V o l k s w a ch t" wurde gegen Mittag polizeilich geschlossen, weil die Erregung in der Freiburger Bevölkerung im Zusammenhang mit der Bluttat so gestiegen ist, daß man Gewaltakte befürchten mußte. Kleine politische Rachrichten. Die Berliner Funkstunde überträgt a nt Samstagmittag gegen 1 1.30 11 b r dis Rede, die Reichsminister Dr. Goebbels auf der Eröffnungsfeier dec Ausstellung „Die Frau" in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm halten wird. Wie die Gaupressestelle Frankfurt der RSDAP. mitteilt, ist der aus der Boxheimer Affäre bekannte „Dr." Schäfer aus Offenbach von zwei Mitgliedern der RSDAP. am Wiesenhüttenplatz gestellt und der Polizei übergeben toor' den. Schäfer wurde sofort in Haft genommen. * Die preußischen P r o v in z i all a n d - tage sind zum 10. April einbetufei* worden. Die Frist für die Annahmeerklärüng der neugewählten Stadtverordneten und Provinziallandtagsabgeordneten ist von bisher 14 Tagen auf drei Tage herabgesetzt worden, damit auch! die neuen Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen zum schnellstmöglichen Termin einberufen werden können. Reichswirtschaftsminister Dr. Hugenberg hat den Präsidenten des Statistischen Reichsamts Geheimen Regierungsrat Prof. Wagemann und seinen ständigen Stellvertreter Direktor Dr. Wohl mann st etter beurlaubt. Die Vertretung des Präsidenten hat der dienstälteste Direktor übernommen. Der Reichswirtschaftsminister hat einen Sonderkommissar für Personal- und Organisationsangelegen-- heiten des Statistischen Reichsamts eingesetzt. Aus aller Welt. Das A. v. D.-präsidium beim Reichskanzler. Wie der Automobilclub von Deutsch• lanb mitteilt, haben folgende Herren des Präsidiums: Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, Freiherr von Brandenstein, C. O. Fritsch, Reichskanzler Adolf Hitler aufgesucht und ihren Dank für 'die vom Kanzler so tatkräftig in Angriff genommene Förderung des Kraftfahrwesens ausgesprochen. Die Herren wiesen darauf hin, daß es seit Bestehen vornehmste Aufgabe des A. v. D. gewesen ist, die Interessen des deutschen Kraftfahrzeugwesens wahrzunehmen. Der Reichskanzler legte in ausführlicher Weise seine Ansichten über die von ihm beabsichtigten, dem Wohle des Kraftverkehrs dienenden Maßnahmen dar und bekundete erneut Inte» ressean densportlichenBeranstaltun- gen und der deutschen Erzeugung. Die ihm überreichte erste Ausschreibung zum „Großen Preis des A. v. D.", der am 23. Juli auf dem Nürburgring ftaitfinbet, nahm der Reichskanzler entgegen und stellte seinenBesuch bei dieser bedeutendsten motorsportlichen Veranstaltung des Jahres in Aussicht. Der Prozeß Hintze. Am vierten Verhandlungstage im Totschlags- Prozeß Hintze in Berlin machte der Vorsitzende davon Mitteilung, daß dem Gericht eine Fülle von Briefen, zum größten Teil anonym, zugegangen sei. U. a. tjabe die Vormünderin des Töchterchens, Erika Bindernagel, dem Gericht von einem geheimnisvollen Telephonanruf Kenntnis gegeben, aus dem zu entnehmen fei, dgß es sich um einen vorbedachten Mord an Frau Bindernagel gehandelt habe. Die Anruferin habe erklärt, sie wisse, daß Fräulein Weiland, die Sekretärin Hintzes, schon am Tage vor der Tat durch Hintze davon unterrichtet gewesen sei, daß er seine Frau töten würde. Am Vormittag des Tattages habe Hintze bereits das Bild feiner Frau auf den Tisch gestellt und mit einem Trauerflor umhängt und den Revolver davorgelegt. Fräulein Weiland sei in der Nähe des Tatortes gewesen und habe auch die Waffe an sich genommen und später fortgeworfän. Hintze habe mit Fräulein Weiland vor der Tat verabredet, daß beide am Montag, also an dem der Tat folgenden Tage, nach Eisenach flüchten wollten. Zu dieser Mitteilung erklärte Hintze, daß alle Angaben der geheimnisvollen Anruferin völlig erlogen seien. Das Gericht vernahm darauf nochmal die Zeugin Weiland, die aber unter ihrem Eid bestritt, von diesen Dingen Kenntnis zu haben. Medizinalrat Dr. Schlegel begründete nochmals, daß Hintze für seine Tat voll verantwortlich zu machen sei. In seiner letzten Periode, deren Beginn man etwa um die Opuszahl 100 (um 1907) herum an- setzen kann, klärt sich sein Stil mehr und mehr ab, und doch wird man sich zu den oft zum Maßlosen neigenden Schöpfungen seiner mittleren Zeit hingezogen fühlen, da ; ns hier Reger in seiner ganzen Ursprünglichkeit entgegentritt. Man denke etwa an seine Streichquartette op. 53 und 74. Eine scharfe Trennungslinie läßt sich überhaupt nicht ziehen. Auch in feinen Spätwerken kommt nicht selten wieder der kühne Draufgänger zum Durchbruch. Am unbestrittensten ist feine Anerkennung als Orgelkomponist. Hier hat er sich, nicht zuletzt dank dem mutigen Eintreten Straubes, zuerst durchgesetzt. Für den Orchesterkomponisten war es von größter Bedeutung, daß er als Meininger Hofkapellmeister sozusagen an der Quelle studieren konnte. Fast unübersehbar ist die Reihe seiner Kammermusikwerke aller Gattungen. Für Klavierspieler aller Grade liegt eine Fülle von Stoff vor, von dem ein großer Teil, ebenso wie in der Kammermusik, sich festes Bürgerrecht im musikalischen Hause erworben hat. Kein Gesangverein von Rang kann an seinen Chorwerken vom kleinsten ‘ bis zum monumentalen (100. Psalm) achtlos vorübergehen. An Umfang nicht gering, aber an Bedeutung am letzter Stelle stehend, ist sein Liedschaffen. Rur von der Oper hat er sich ferngehalten. Reger ist der Typus des „absoluten" Musikers. Er verschmäht die Anregung durch ein außer- musikalisches Programm. Die beiden Orchestersuiten nach Eichendorfs und B ö ck l i n sind Ausnahmen. Seine Musik ist, trotz der formalen Strenge, ausgeprägt gefühlsbetont. Charakteristisch ist das unmittelbare Rebeneinander schärfster Gegensätze. Echt bajuvarische Derbheit, Aus- brüche ungezügelter Wildheit und Stimmungen von unendlicher Zartheit lösen sich oft ohne Hebergang ab. Seine Religiosität ist wahrhaftig, nicht nur ein ästhetisches Spiel. Seine Freude an derben Witzen in lustiger Tafelrunde darf nicht mißverstanden werden. Sie entspringt, genau wie bei Mozart, dem Bedürfnis nach Entspannung. Die scheinbaren Widersprüche lösen sich, und zwischen Mensch und Künstler offenbart sich eine vollkommene Harmonie. Musiker un- Mensch. Neger in seinen Briesen. Folgeren Brief*) schrieb der achtundzwanzig. ? c ? e r an Prof. Alexander Wil- helm Gottschalg, einen der ersten, der sich führenden Musikzeitschriften für den jungen Reger emfehte: ,92L W-gcn Überarbeitung TS San« außer Sorge; ich bin ganz gesund. J.01?" Lebensweise halten^neine Nerven E gebe hier nie abends in ein Restaurant: um zehn oder elf ü&r spätestens und schlafe vorzüglich bis an- LlcE,-Cn^ine einzige „Extra- Manz fmd drei Zigarren täglich (leichtester SSS' P? ?euke, daß das Komponieren erst richtig losgehen soll. Allerdings entbehre ich en künstlerischen Impuls. Ich höre hier nie ein Konzert, ein Orchester oder Theater, weil eben keines hier ist: das ist sehr bitter hÜ uieiner ileberfieölung in eine große ?.kudt. da reicht mein Portemonnaie nicht: Lieber- ^shabe ich nun den Flügel, den ich in Raten abzahlen muh: also Grund genug zur Arbeit. Spange unser deutsches Publikum an mein™ vorübergeht, solange meine Kollegen (mit wenigen rühmlichen Ausnahmen) "^B^achtung entgegenbringen, fann ich keine größeren Honorare erzielen. Lind Stellung! Sie wissen selbst, wie sehr man auf ^Vettern -und Basen" da Rücksicht nimmt bei Besetzung von Stellen. In München werde ich find?o 5? ^hcer kommen; da UN? so viele Herren, die eigentlich wenig ge- baden, aber sich durch qesellschastliche^Kon- mitte,? ?»TRf!ne -?Ä?wn geschaffen haben. Sie Gtaote Mißtrauen man vom teinen Äm Komponisten entgegentritt, der f als Musiker nicht ^^er staatlichen Anstalt sich geholt hat. Außer» ■ V^JrClnGr Partei an, welche mich Xnfchnl nu Schlepptau nehmen würde. Es ist eben das alte Lied! Sänger bringen ja fast grundsätzlich nichts Reuest Lind von jeher war «■mir?11?: Deger, Briefe eines deutschen Meisters. Herausgegeben von E. v. Hase- Koehler bei Koehler & Amelang, Leipzig. es die beste Reklame, die ein Komponist machen konnte, zu sterben. • Sieben Iahre später, ein Brief des Fünfund- dreißigjährigen an Geh. Rat Prof. Dr. Adolf Wach, der Regers Berufung zum Aniversitäts- Musikdirektor in Leipzig veranlaßte: Leipzig, 18. 6. 1908. Daß Ihnen mein „ Winterfahrplan" nicht ganz gefällt, kann ich mir denken — mir gefällt er auch nicht! Aber — erstens, ich kann nicht all' die Leute vor den Kopf stoßen — Leute, die feit Iahren immer sofort meine Reuheiten aufführen, und die mich längst zum Konzert selbst hoben wollen! Zweitens, ich verdiene sehr viel Geld damit; leider muß ich drauf sehen, viel Geld zu verdienen mit Konzerten, da ich noch meine Mutter und Schwester zu ernähren habe! Außerdem fühle ich die Verpflichtung, meine Frau und unser Kind finanziell sicherzustellen! 3a. wenn ich bloß für meine Frau und mich zu sorgen hätte — dann wäre ich längst so weit, nicht mehr „sparen", d. h. auf die Dank bringen zu müssen: aber ich habe enorme Auslagen! Trotzdem ist es mir gelungen, ein nettes Vermögen uns zu ersparen! Darin — d. h. in Geldangelegenheiten, bin ich gar kein Künstler! Ich hasse überhaupt den Ausdruck „Künstler". Anständiger, edler Mensch sein — das ist die Hauptsache! Verzeihen Sie meine Offenheit: aber ich habe Sie gerade in der kurzen Zeit meines Hierseins so aufrichtig schätzen und verehren gelernt, daß ich mir denke, daß meine „gerade Art" Ihnen durchaus verständlich ist! Aeberhaiipt darüber mal mündlich, was ich für ein nettes Bündel zu schleppen habe — aber meinen beinahe schon „berüchtigten" Humor sollen all die Beschwernisse des Lebens nicht tauben! . . . Das Reh als Briefträger. Eine merkwürdige Entdeckung machte ein polnischer Iäger, der an der polnisch - russischen Grenze jagte. Wie ein Moskauer Blatt berichtet, fand er am Halse eines Rehs, das er erlegt hatte, einen Brief der dem Tier um den Hals gebunden Schreiben, das vom 26. Februar 1933 datiert ist, rührte von einem russischen Bauern Der und war an einen Verwandten gerichtet, der auf der polnischen Seite der Grenze wohnt. Daß diese ungewöhnliche Art der Driesbestellung zwar billig, aber nicht ganz sicher ist, hat das Schicksal des vierfüßigen Briefträgers geaciat Aus -er Provinzialhauptstadt baren ©nttoidtuni daß die neuen Rundfunkprogramm ufiter". Bon Hans Rosbaud. 12: wurde. ie* c- * Postpersonalie. Dem Ober-Telegra- pheninspektor L. Dingeldey in Gießen ist zum 1. April eine Postamtmannstelle bei dem Fernsprechamt in Hannover übertragen worden. ** Vier Kommunisten in Schutzhaft genommen. Der Polizeibericht meldet: Don der Gießener Kriminalpolizei wurden gestern vier Kommunisten in Schutzhaft genommen. Hoffmann als Musiker". Don Hans Rosbaud. 12: Mittagskonzert I des Westdeutschen Kammerorche- sters. 13.30 bis 14.40: Mittagskonzert II des Rundfunk-Orchesters. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert erwerbsloser Berufsmusiker. 18.25: Ein Großstadtjunge wird Landwirt. Eine Plauderei zur Berufswahl. 18-50: „Die berufs- ständische Regelung der Preise für handwerkliche Leistungen und Lieferungen", Vortrag von Dr. jur. Otto. 19.30: Selbstanzeige. Paul Alverdes. 19.45: Holsteinische Schiffersckmurren. Erzählt von Paul Paschen. 20.05: Opereltenmusik des Rundfunk- Orchesters. 22.45 bis 24: Nachtmusik. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20 bis 15.50: Haus- frauen-Nachrnittag. 17: Nachmittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18.25: „Aus der Oberschlesischen Abstimmungszeit". Don einem Grenzschutzkämpfer. 19: Reichs-Rmgsendung: Zum Tag des Buches. 20: Aus dem Schaffen der Lebenden. — Musik und Literatur. 21.30: Tag des Buches: Anakrson. Eine Novelle von Paul Ernst. 21.45: Selbstanzeige, Hans Heyck. 22.45 bis 24: Nachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 22. Marz. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I des Rundfunk-Orchesters. 13 30: Mittagskonzert II. 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 17: Nachmittags- Vom Wattotbau zur Krott-Oper Oer deutsche Reichstag im neuen Hause. Ein Stimmungsbild unsres Berliner ^-Mitarbeiters. chen der neuen Zeit. Die Kroll-Oper hat, wie so viele der Berliner Großbauten, eine sehr wechselvolle Vergangenheit. Als der Baumeister Kroll im Jahre 1841 im Auftrag von Friedrich Wilhelm IV. a u s d e m ehemaligen Exerzierplatz vor dem Brandenburger Tor das Gebäude errichtete, konnte er nicht ahnen, daß es einmal zum Sih der gesetzgebenden Körperschaft werden würde. Er sollte nur einen großen Restaurations- betrieb errichten, der zu einem Mittelpunkt der Berliner Geselligkeit werden sollte. Ein solches Gebäude fehlte in Berlin, und die Anregung dazu brachte Friedrich Wilhelm IV. von einem Besuch in Breslau mit nach Berlin. Seinen Zweck erfüllte das Haus bis zum Jahre 1848, als Baumeister Kroll starb und seine älteste Tochter eine Sommerbühne dort errichtete. Am 1 Februar 1851 wurde das Gebäude von einem Brand Polizeibehörde hat nunmehr die Befugnis, den Der- urleitten nach verbüßter Strafe bis zu 2 Jahren in ein Arbeitshaus unterzubringen. Ein Arbeiter aus Lauterbach hatte Im Juli 193-. in einer Wirtschaft in Angersbach in wüster Welse Wirt und Gaste beschimpft, das Haus trotz mehr- facher Aufforderung nicht verlassen und nach seiner gewaltsamen Entfernung durch die Polizei trotz Verbots das Gastzimmer wieder betreten. Wegen groben Unfugs und Hausfriedensbruchs hatte ihn das Amtsgericht Lauterbach zu 1 Woche Has t und 2 Wochen Gefängnis verurteilt, «eine Berufung wurde verworfen. Sie Todesstrafe gegen den Zrantfnrter Briefirägermörder rechtskräftig. WSR. Frankfurt a. M.. 17. März DaS Reichsgericht in Leipzig bestätigte heute di« vom Schwurgericht in Frankfurt a. W. am 14. Januar d. I. gegen den 19 Jahre alten Autoschlosser Wilhelm Knirsch wegen .Raubmordes verhängte Todesstrafe, sowie die daneben ausgesprochene Anerkennung der bur- gerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. 'Die Schuldfestsetzung der Franksurtcr Geschworenen, sowie die Begründung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Angeklagten erschienen dem Reichs- gericht bebenfenfrei. weshalb die Revision Knirschs als unbegründet verworfen wurde. heimgesucht. 3n einer Stunde war das Haus mit seiner wertvollen Innenausstattung abgebrannt Es wurde zwar wieder aufgebaut, konnte feiste Stellung als Treffpunkt des geselligen Berlins aber nicht wieder einnehmen. 1855 wurde das Unternehmen geschlossen. In den folgenden Jahrzehnten war es K o n z e r t g a r t e n undBa11- haus. Im Krieg wurden die gesammelten Stoffe der Reichswollwoche dort aufgestapelt, der Park zu einer Erholungsstätte für Kriegsverlehte gi macht. Rach dem Krieg wurden die verschied' nen fehlgeschlagenen Versuche, das Haus zu einem Theater zu machen, wieder ausgenommen, und der Staat schuf dort eine zweiteOpernbühne, die aber schon vor längerer Zeit auf gegeben — Tageskalender für Samstag: Alice-Schule, Turmhaus am Brandplatz, 14.30 bis 18 Uhr, Ausstellung von Schülerinnenarbeiten der Kurse und Fachschule. — Vereinigung ehemaliger Leibgardisten, 17 Uhr, Schützenhaus, geschäftliche Bundestagung. — Aus dem Stadttheaterburo wird uns gesiX ieben: Heute zum 14. Mal die Operetten- Revue ,Jm weißen Rößl" zu kleinen Operettenprei- sen. Vorzugsgutscheine und Schülerkarten haben Gültigkeit. Don 20 bis 23 Uhr. — Sonntag, 19. Marz, zum 15. und vorletzten Mal „Im weihen Rößl" von 18.30—21.30 Uhr: Kleine Operettenpreise. Vorzugs- gutscheine haben Gültigkeit. — Dienstag, 21. März, 24. Vorstellung im Dienstag-Abonnement zum ersten Mal die Operettenneuheit „Glückliche Reise", Operette in drei Akten von Künnecke. Operettenpreise. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. — Mittwoch, 22. währt sich: „Was der Abgeordnete an Schriftlichem für eine Reichstagssitzung braucht, kann er bequem in der Jackentasche tragen. Alles andere soll er vorher durchgearbeitet haben und im übrigen Augen und Ohren aufmachen, dann kommt er am besten weiter". Eine große Anzahl bedeutender Parlamentarier pflegte ihre Entscheidung zu den großen deutschen Schicksalsfragen meist nur auf einem Notizblock zu vermerken, den man dann auch oft noch im Restaurant liegen ließ Solche Vergleiche mit den vergangenen Zeiten liegen eigentlich im neuen Heim des Reichstags bei Kroll nicht mehr nahe. Hier spurt man weniger die Atmosphäre der Tradition als die des Reuen, Werdenden, der vorläufig noch nicht sichtbaren Entwicklung. Früher war es die Regel, daß die neuen Abgeordneten vor der ersten Eröffnung von den alten Parlamentslöwen im Reichstag umhergeführt wurden. Heute beobachtet man genau das Umgekehrte: Die Jüngeren führen die Alten, die sich bei dem Umzug vorläufig noch nicht ganz zurechtfinden können, herum. Richt die Statistik, sondern ein Blick in die Couloirs zeigt die Tatsache: Das neue Parlament wird nicht nur der größte, sondern auch der jüngste Reichstag feit Anbeginn sein. Vom W«llotbau zu Kroll hat man nicht sehr viel Tradition übernommen. Auch das gute alte Reichstagsrestaurant in seiner v-Zug°Wagenform ist drüben geblieben und noch weiß man nicht, wo die Herren Abgeordneten in ihrem Pendel- verkehr zwischen Kroll und Wallotbau das Mittagessen einnehmen werden. Da jedoch auch wichtigste Fraktionsräume drüben bleiben, gewinnt der „Fraktions-Stammtisch" an Bedeutung, man richtet sich auf jeden Fall bei Kroll auf besondere Reichstagsküche ein und dazu werden die bewährten Kellner herübergeholt. — denn ein solcher Kellner weiß in der Regel mehr von der hohen Politik als die meisten anderen Sterblichen und muh — sein Wissen für sich behalten. Die anderen guten alten Requisiten des Reichstags jedoch — bei Kroll verschwinden sie zumeist. Das Gesicht des neuen Reichstags... Es wird viel weniger durch die Räumlichkeiten, durch das Drumherum bestimmt sein als durch die Menschen selbst, die Gesichter. Und es wird vergebliche Mühe sein, neue „Reichstagslöwen" finden zu wollen. Einer der wenigen, ganz neuen Reichstagsabgeordneten von Bedeutung ist — Adolf Hitler. Die Mehrzahl der neuen Abgeordneten kann nur als ein Gesamteindruck gewertet werden. Das macht nicht nur die Uniform, die die' Mitglieder der nationalen Verbände im Reichstag anlegen, sondern auch die Einheitlichkeit ihres Auftretens, ihrer Gesichter. Flaggen- und Blumenschmuck wird herbeigeschafft, um das Haus des neuen deutschen Parlaments zu schmücken. Die Menge, die in endloser Schlange fünf bis sechs Stunden anstand, um den zerstörten Plenarsaal im Wallotbau zu besichtigen, sie verharrt jetzt im Tiergarten von morgens bis abends wie eine dichte Mauer, um den neuen, werdenden Reichstag mitzuerleben. Vor den Eingangs-Portalen steht nicht mehr die endlose Reihe der Privatautomobile, die große Mehrheit der neuen Reichstagsleute kommt z u Fuß anmarschiert. Das ist, wie ein Parlamentarier nachdenklich bemerkte, nicht so sehr ein Zeichen der schlechten Zeit, als vielmehr ein Zei- Plätze. Wo werden die eigentlichen Begegnungen, wo wird die wichtige „Tuchfühlung" zwischen Volks- Vertretern und Regierung stattfinden, wo liegt die neue Wandelhalle des Reichstages? Die Gänge, die sich um den Theatersaal ziehen, sind ziemlich eng und schmal und erst ein ganzes Stück entfernt befinden sich Säle und Räume, von denen man sich verschiedene als eine Art Wandelhalle denken könnte. Die Abgeordneten sollen selbst entscheiden, wo sie zu wandeln wünschen: sogar der Reichstags-Direktor, Herr Geheimrat Galle hat noch keine rechte Vorstellung davon, wie sich das Reichstagsleben im Kroll-Gebäude eigentlich entwickeln wird. Das alles wird sich rascher ergeben als man glaubt. Wie hat denn der ganze Umzug ausgesehen? Rur ein paar Lastwagen sind vomWal - I o t 6 au zu Kroll hinüber gefahren unb* haben etliche heilige Geräte, wie die Glocke des Präsidenten, aber auch das notwendigste Büro- und Schreibmaterial hinübergeschafft. Trotz dieses „kleinen Umzugs" werden die Herren Abgeord- neten jedoch diesen Weg über den großen freien Platz, der von dem Bismarck-Denkmal und der Siegessäule beherrscht wird, nicht allzu oft zurückzulegen haben, ein Reichstag braucht nur wenig Inventar. Die Bibliothek wird zur Zeit der eigentlichen Tagung erfahrungsgemäß nur wenig benutzt. — mit Ausnahme der Konversationslexika, — die mitgenommen werden. Jene „guten alten Zeiten", in denen auch an hochdra- mat.schen Tagen schöneLiteraturin Mengen entliehen wurde, sind längst vorbei. Und wie ist es mit den eigentlichen Arbeitsräumen der Abgeordneten? Selbstverständlich können nicht für jeden Einzelnen die Arbeitsräume mit zu Kroll hinübergenommen werden. Die „Aus- schuhbienen" aller Parteien freilich, die man fast immer nur mit dicken Aktentaschen oder in Akten und Korrespondenzen wühlen sieht, haben sich mit ihrer bekannten Energie sofort Arbeitsräume gesichert — es sind etwa zwei Dutzend. Die anderen Abgeordneten hatten im Wallotbau unter dem Dach ja auch nur zu Dreien ein Arbeitszimmer von 9 Quadratmeter für sich. Wie geht denn das Leben im Parlament vor sich?... Der Ausspruch eines alten Parlamentariers be- § 2. Die für die Ausführung und Durchführung des § 1 erforderlichen Vorschriften erläßt der Minister des Innern. Er kann diese Verordnung noch auf andere als die in § 1 Ab- I sah 1 genannten Tiere erstrecken. § 3. Zuwiderhandlungen gegen § 1 und gegen die auf Grund des tz 2 erlassenen Vorschriften werden mit Gefängnis bis sechs Monaten oder mit Geldstrafe bestraft. . Ä I § 4. Diese Verordnung tritt sofort in Kraft. Revue im Lichtspielhaus. Seit gestern abend steht im Lichtspielhaus Bahnhofstraße neben den interessanten Filmvor» ütjrungen eine Revue auf dem Programm, die an Reichhaltigkeit und künstlerischer Leistung alles übertrifft, was man auf diesem Gebiet bisher in Gießen zu sehen bekam. Unter dem Motto „Schiss ahoi" macht man in dieser Revue eine | Rordlandfahrt ins Blaue, bei der auf Dem Dampfer in acht Bildern und 30 Einzeldarbie- tungen für Kurzweil und frohe Stimmung in ausgiebigster Weise gesorgt wird. Die schwedische Parodistin Thora Ma Im ström nut 12 Rord- landgirls und zwei famosen männlichen Partnern bringt mit viel Schmiß und Tempo, Tempo, Tempo tanzkünstlerische, gesangliche und humoristische Darbietungen am laufenden Band, die den Besucher ständig in Atem halten und ihm eine genußreiche Stunde bereiten. Die Tänze sind voll Schmiß und Grazie, von seiner Rhythmik, sowie Eleganz und Reichhalttgkeit der Kostüme. Die Gesänge haben einen starken nordischen Einschlag und stehen mit ihrem dezenten Inhalt auf gutem Riveau. Durchweg wird aber der Charakter einer guten Revue und feiner Barietskunst betont her- ausgestellt und damit bis zum Schluß eine gute Linie flotter, leichtbeschwingter Bühnenkunst gehalten. Es lohnt sich, diese Revue anzusehen und sich dadurch für eine Stunde in angenehmer Weife über die Sorgen und Röte des Alltags Hinwegbringen zu lassen. Die Vorführungen des Gesamtprogramm- beginnen um 16, 18 und 20.30 Uhr, die Revue nimmt um 17.30 und 20.40 Uhr ihren Anfang. Bornotizeu. Wie man diesen größten bisher gewählten Reichstag in dem alten Plenar- saal hätte unterbringen können, das ist schwer denkbar. Schon der vorige Reichstag mit mehr als 600 Abgeordneten hatte nur ganz beengt Platz . . . Man mußte fast sämtliche Pulte vor den Sitzen wegnehmen, die Gänge nach hinten zu so verengen, daß eine rasche Rückzugsmöglichkeit bei den früher recht häufigen t u m u 11 a r t i g e n Szenen kaum gegeben war. Jede freie Ecke im Saal war durch neue Abgeordneten-lätze besetzt und wo doch einmal ein Quadratmeter frei war, hatte bestimmt der Rundfunk oder sonst irgend jemand Quartier genommen. Wie wäre es erst jetzt geworden? Man hätte Abgeordnete auf die Tribüne sehen müssen. Man erinnert sich an die letzte Reichstagssession. In der Wandelhalle wunderte man sich, weshalb es, trotz wichtiger De- ratungsgegenstände, so wenige Abgeordnete im Plenum aushielten. Der Grund lag nicht etwa darin, daß man sich das Parlamentären schon zu sehr ab'gewöhnt hatte, sondern bestand in der ganz vulgären „Budenangst" zahlreicher Abgeordneter, die den Menschen in zu engen Raumen WSR. Auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vom 13. März 1933 hat das hessische G e - samtministerium heute folgende Verordnung erlassen. r o. § 1. Rindvieh, Schweine, Schafe. Ziegen und Pferde sind beim Schlachten vor Beginn der Dlutentziehung zu betäuben. Bei Rotschlachtungen (§ 1 Absatz 3 des Reichsgeseves über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900) findet Absatz 1 keine Anwendung, wenn sich die Betäubung unter den obwaltenden Umständen nicht ausführen läßt. konzert. 18.25: „Wie steht es um Leistungen und Zukunft der Angestellten > Versicherung?" Eine Sprechstunde. Leitung: Heinrich Auerbach. 18.50: „Max Reger", Vortrag von Hans Rosboud. 19.20: Friedenskirche Frankfurt: Konzert. 20.15: Freiburg: Die Welt auf dem Monde. Komische Oper von Jos. Haydn. 21.45: Mannheim: Pfälzer Lieder zur Laute. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Donnerstag, 23. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker, Kassel. 12: Mittagskonzert I erwerbsloser- Be- rufsmufikr, Kassel. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Nachmittaas- konzert. 18.25: „Evangelisches Schrifttum der Gegenwart" — Unterhaltung zwischen Pfarrer Rene Wallau und Dr. Wilhelm Michel. 18.50: „Woh- nungs- und Hausreparatur mit Reichszuschuß", Vortrag von Dr. jun Alllhelm Schulz. 19.30: Mann- beim: Deutsche und italienische Opernmusik. 20.45: Taschenbuch der Grazien. Lieder und Gedichte. 21.45: Johannes Brahms. Sonate für Klavier in k-Moll, op. 5. Gespielt von Walter Rehberg. Freitag, 24. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I des Rundfunk-Orchesters. 13.30: Mittagskonzert II. 17: Pforzheim: Unterhaltungskonzert. 18.25: „50 Jahre Deutscher Ruderverband". Don Lorenz Eismayer. 18.50: „Wehrsport und Arbeitsdienst im Stahlhelm", Vortrag von Kapitän z. See a. D. Weiße. 19.30: Stegreif-Erzählungen. 20.30: Unterhaltungskonzert. Marchenbilder. 21.30: Erlebte Zeit. Gustav Freytag. Unterhaltung zwischen Professor Gustav W. Freytag, einem Sofjn des Dichters, und Dr. Rudolf Hoffmann. 22.30 bis 24: Nachtmusik. Samstag, 25. Marz. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: E. Th. A. Oer hessische Innenminister an Kreisdirelior Or. Stammler. WSR. Darmstadt, 17. März. Der Minister des Innern Dr. Müller hat an Kreisdirektor Dr. Stammler in Alsfeld ein sehr herzlich gehaltenes Schreiben gerichtet. Der Minister gibt darin seiner Freude Ausdruck, daß eine seiner ersten Amtshandlungen die Wiedereinsetzung des Kreisdirektors in Alsfeld gewesen ist, und daß die Bevölkerung des Kreises, in dem Dr. Stammler durch sinnlose Maßnahmen verhindert war, seinen Dienst als Kreis- Direktor zu leisten, ihm die Treue gehalten hat und ihm jetzt die vielseitigsten Beweise der Anhänglichkeit und der Verehrung entgegenbringt. Strafkammer Gießen. • Gießen, 17. März. Ein „Arbeiter" aus Darmstadt hatte am 1.12.1932 in Gießen gebettelt und zwar, wie festgestellt werden konnte, um seine Einnahmen zu vertrinken. Mit Rücksicht auf seine zahlreichen Vorstrafen, insbesondere wegen Bettelns, hatte ihn das Amtsgericht zu der Höchststrafe von 6 Wochen Haft verurteilt und außerdem auf Ueberweisung an die Landesvolizeibehörde erkannt. Die Strafkammer verwarf seine Berufung, die insbesondere die Aufhebung der genannten Nebenstrafe bezweckte, als unbegründet. — Die fianbes- überfällt. Jetzt ist der Raum, in dem tm Parkett und auf den Tribünen sonst tausend Menschen versammelt sind, trist und leer. Monteure tn blauen Kitteln lassen sich angefeilt von der Decke herab und w -...... -v- , schlagen überall die verbrannten Holz- und März, zum letzten Mal Bruno Franks Komodie Mauerreste ab. Aber die Zerstörung ist der An - „Nina" unter Karl H e y se r s Spielleitung. 23.Vor- sang des Auf baus. Den neuen Plenarsaal Stellung im Mittwoch-Abonnement. Spieldauer von man entsprechend der wachsenden Beteiligung 20 bis 22.15 Uhr. — Freitag, 24. März, 24. Dor stell baucn and ihm auch, endlich, Die notwendige Helle lung im Freitag-Abonnement erste Wiederholung geben. Was aber geschieht inzwischen? der Operette „Glückliche Reise" von Künnecke (Spie!- Der Rame „Kroll" hat eine alte Berliner Tra- leitung: W r e d e). — Die letzte Aufführung der Litton. Das Gebäude, besser Der Gebäudekomplex. Operetten-Revue „Im weihen Röhl" findet am läßt wenig davon merken. Moderne Hölzer, mo- Sonntag, 26. März, statt. Kleine Dperettenpreife. derne Möbel, moderne Farben. Der Sitzungssaal * ist lo groß, daß ihn sogar Der neue Reichstag kaum füllen kann. Dis zum letzten Augenblick wird auf und vor der Bühne gehämmert und gezimmert, die Ministerbank, das Rednerpult, die Stenogra- phenplähe entstehen, — mehrere Architekten arbeiten unter Hochdruck, um dem großen Theatersaal das zu geben, was er vorher nicht unbedingt hatte: Wärme, Stimmung und Feierlichkeit. Das Publikum erhält „zweiten Rang", Diplo- matie, Politiker usw. den ersten. Die Presse erwartet eine besondere äleberraschung: sie, bisher das Stiefkind des Reichstags, erhält zum ersten Male eine Tribüne zur Verfügung, auf Der man richtig hören und verstehen kann, man braucht nicht mehr aus dem amtlichen Stenogramm und den Gesten der Redner ihre Worte zu enträtseln. („Hoffentlich wird Die Einstellung Der Presse zum Parlamentsgedanken Dadurch jetzt geneigter.“ * Auch der Rundfunk hat, Den Erfahrungen Der Obern-ilebertragungen entsprechen!), seine festen Hessischer Einzelhandel und Staatspräsident. Der Landesverband des Hessischen Einzelhandels, Sitz Darmstadt, hat an den Herrn Staatspräsidenten Prof. Dr. W e r n e r nach- stehendes Schreiben gerichtet: Hochverehrter Herr Staatspräsident! Anläßlich Ihrer gestrigen Wahl zum Hessin schen Staatspräsidenten gestatten mir uns, Ihnen namens unseres Verbandes die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen und der Hossnung Ausdruck zu geben, daß unter Ihrer bewährten Führung nunmehr die Befriedung des politischen Lebens und die langersehnte Besserung der wirtschaftlichen Derhaltmsse Platz greifen werden. . Gleichzeitig wären wir Ihnen, hochverehrter Herr Staatspräsident, sehr dankbar, wenn Sie Vertretern unseres Verbandes baldigst Gelegenheit geben wollten, Ihnen die Sorgen und Wünsche des in größter Not befindlichen mit- telständischen Einzelhandels in Hessen vorzu- tragen. In ausgezeichneter Hochachtung Landesverband des Hess. Einzelhandels e. V. Der Vorsitzende: Der Syndikus: W. Kalb fuß. Dr. M o e h n e r. Wie uns weiter mitgeteilt wird, findet der nach- gesuchte Empfang der Vertreter des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels durch den Herrn Staatspräsidenten heute vormittag um 11 Uhr m Darmstadt statt. Als Vertreter des Landesverbandes werden dessen erster Vorsitzender W. K a 1 b f u ß , Darmstadt, der zweite Vorsitzende Wilhelm Horn, Gießen, und der Verbandssyndikus Dr. Moeß- ner, Darmstadt, bei dem Herrn Staatspräsidenten erscheinen. Tleue Personalveränderungen im hessischen Kultusministerium. Fm Ministerium für Kultus unD 'BtlDungd- toesen wurden beurlaubt: StuknenDirektor Schön an der Realschule Lauterbach, Stadtschulrat Fischer in Gießen, Kreisschulrat Storck in Darmstadt, Stadtschulrat W a u r e r in Offenbach a. M, Oberstudiendirektor Dr. Wei- n e r an der Studienanstalt Offenbach a. M., Studienrat Wilhelm Gundermann an der Oberrealschule am Stadthaus Offenbach a. M-, Lehrer Ludwig Langstädter tn Ober-Ungel- beim. — Von der Führung der Amtsgefchafte al- Direktor wurden entbunden: die 6tumen- direktoren Dr. Chambrö an der Realschule (Btlbel und Dr. Walter an der Realschule in Schotten. „ , . Folgende kommissarischen Ernennungen sanden statt: Studienrat K o ch als Leiter Der Realschule in Lauterbach, ßtuDienrat ® runbber ger als Leiter Der Studienanstalt in Offenbach a. M., Dr. Henh als Kreisschulrat für Den Stadt- und Landkreis Gießen und Lehrer Adam Born (Darmstadt, als Kreisschulrat für Den Stadt- unD LanDkreis Darmstadt. Mit Der Führung Der Geschäfte Der Real- schule Vilbel wurde bis zum Beginn Des neuen Schuljahres Studienrat Kurz und mit der- jemgen der Realschule Schotten bis auf weiteres ßtuDienrat Professor Hugo Hahn beauftragt. Schächtverboi in Hessen. Sonntag, 19. März. 6,35 Uhr: Von Bremen: Hafenkonzert. 8.15: Morgenfeier der Evangel. Gemeinschaft. 9.30: otunDe des Chorgesangs. 10.30: Kammermusik, Max Reger. 11.30: Bon Leipzig: Reichssendung: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert I. 13: Mittagskonzert II. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16: Kurhaus Wiesbaden: Nachmittagskonzert. 18: „Rechts der Kyll — unbekannte (Eifer, Vortrag von Otto Kley. 18.25: Vergnügliches Zwischenspiel. 18.55: „Was steckt hinter dem neuen Schlagwort .Technokratie'?" Vortrag von Herbert Kayser. 19.20: Sportnachrichten. 19.30 bis 20.15: 20.15: Konzert. 20.15: Das Geisterhaus von Weinsberg. Eine Hörfolge um Juftinus Kerner. 21.15: Unterhaltungsmusik deutscher Meister. 22.35: Schließwerder-Saal Breslau: Kundgebung der Verbände beimattreuer Oberschlesier. Hörbericht-Wiedergabe. 22.45 bis 24: Nachtmusik und Tanz. Montag, 20. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Wirtschaft und öffentliche Lasten", Gespräch zwischen Direktor Dessecker und Dr. Ringleb. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.20: „Die Romantik des Posthornes", Vortrag von Georg Rennert, Oberpostinfpektor a. D. 19.45: Don Berlin: DerJRuff von Hermann Kasack. 20.45: Kleiner Saal des «aal- baues Frankfurt a. M.: Konzert. 21.25: Belebtes Wort, Liebesgedichte, vorgettagen von Paul Laven. 21.50: Hessische Veteranen erzählen. Der Krieg 1870 71. 22.45 bis 24: Nachtkonzert des Rundfunk- Orchesters. Dienstag, 21. März. SJLtfpoit 101. Gauturnlag derHesienturner Am morgigen Sonntag findet in der Turnhalle des Turnvereins 1846 in Gießen der 101. Gauturntag des Gaues Hessen (DT.) statt. Er beginnt mit einer einführenden turnerischen Kundgebung und hat dann eine umfangreiche Tagesordnung zu erledigen. Don besonderer Dedeutung sind u. a. die Ersatzwahlen zum Gauvorstand und Turn- a u s s ch u ß. 11. a. ist der Gauoberturnwart neu zu wählen, da Ehren-Gauobcrturnwart W. Will mit Rücksicht auf sein Alter eine Wiederwahl nicht mehr annimmt. Als sein Nachfolger wird Rudolf Paul (Gießen) genannt, der sich als Frauenturnwart des Gaues in der turnerischen Führung erfolgreich bewährt hat und auch vom Lurnausschuß einstimmig in Dorschlag gebracht wird. Zu wählen sind ferner die Vertreter für den am 30. April in Saarbrücken stattfindenden Kreisturntag. Apch sind die Orte für das G a u - turnfest 1 9 3 3 (Alsfeld wird als Bewerber genannt) und für die verschiedenen Wettkampfveranstaltungen der Fachgebiete in 1934 zu bestimmen. VfB. Gießen. VfB. Gießen — Germania Marburg. Die Grünweißen empfangen am Sonntag wieder einmal nach langer Zeit einen Gegner aus der Bezirksliga, die 1. Mannschaft von Germania Marburg. Man darf ein interessantes Spiel erwarten. Obwohl die Germanen in ihrer Tabelle keinen sehr guten Platz haben und voraussichtlich dem Abstieg verfallen sein dürften, so muß man doch berücksichtigen, daß die Mannschaft ihre Spiele zwar verlor, aber von den starken Gegnern des Bezirks nur mit knappen Ergebnissen verlor. Die Germanen stellen nach wie vor eine kampfkräftige Mannschaft dar, denen die Grünweißen ihre ganzen Kraftreserven entgegenstellen müssen. Der Borsonntag hat gezeigt, daß die BfBer imstande sind, zu kämpfen, wenn die Mannschaft ein einheitlicher Geist beseelt. So rechnet man für den morgigen Sonntag, wenn auch nicht unbedingt mit einem Sieg, so doch mit einem Unentschieden. Gleichzeitig mit der 1. Elf, gastieren auch die erste Jugend und die erste Schülermannschaft der Germanen in Gießen und treten gegen die gleichen Mannschaften des BW. an. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I — VfB. Friedberg. Der Spielausschuß des Dereins hat aus dem Ausgang des Lolalderbys die längst fällige Konsequenz gezogen. Die 1. Mannschaft der Dlauweißen hat am Sonntag in Friedberg gegen d^e dortige 1. Elf anzutreten und sie tut das in wesentlich veränderter Aufstellung. Folgende Mannschaft wurde nominiert: Schlarb ßuft Lippert Schmidt Henrichs Gath Dörr Heinbach Heilmann Koch Schomber Diese Elf rekrutiert sich nun zum größten -teil aus jüngeren Spielern. Es besteht die Möglichkeit, daß Henrichs vielleicht noch nicht antreten kann und an seiner Stelle Heilmann spielt, Mi^ telstürmer würde dann Schmelz sein, der sich schon einige Male recht hoffnungsvoll in der ersten Mannschaft zeigte. Das Spiel gegen Friedberg wird diese Mannschaft allerdings kaum gewinnen können. Es dürste die nötige Härte fehlen, die zum Sieg gegen diesen Gegner unbedingt notwendig ist. Es hängt viel davon ab, wie sich die Mannschaft zusammenfindet und dazu auch den Willen aufbringt. Dem Ausgang des Kampfes sieht man in Anbetracht der neuen Sachlage mit großem Interesse entgegen. Der nächste Sonntag wird der gleichen Mannschaft eine weitere Kraftprobe bringen, denn nächster Gegner ist „Germania" Fulda. Mit der ersten Elf gastiert auch die Reserve in Friedberg und tritt gegen die dortige 2. Mannschaft an. Das Vorspiel wurde mit 4:0 Toren verloren. Die Aussichten sind auch diesmal nicht sehr groß, denn die Mannschaft mußte ja einige Kräfte an die 1. Elf abgeben. Die 3. Elf trifft in Wiesecks 1. Mannschaft auf einen beachtlichen Gegner. Das Vorspiel wurde mit 4:2 Toreü verloren. Die 4. Elf hat in Daubringen eine kombinierte Mannschaft des Platzvereins zum Gegner. Die Blauweißen werden kaum um eine Niederlage herumkommen. Lin MnschenaHer turnerischer Mrerarbeii. Ehren-Gauoberiurnwart Wilhelm Will scheidet aus seinem Amte. Die bekannteste Turnerpersönlichkeit unseres Heimatturngaues Hessen, Wilhelm Will in Gießen, nimmt nach 30jähriger erfolgreicher Tätigkeit als technischer Leiter des Gaues auf dem morgen in Gießen stattsindenden 101. Gauturntag Abschied von der ihm liebgewordenen und ans Herz gewachsenen Arbeit, um einer jüngeren Kraft das Amt des Gauoberturnwarts in die Hand zu legen. Das ist berechtigter Anlaß, das Wirken und Schaffen dieses verdienstvollen Mannes in einer kurzen Betrachtung zu würdigen. Wilhelm Will, am 19. Oktober 1864 geboren, ist 55 Jahre ausübender Turner in der Deutschen Turnerschaft, denn am 15. April 1878 trat er in den Turnverein seiner Vaterstadt Wetzlar als Dorschüler (Zögling) ein und legte hier als eifriger Turnstundenbesucher den Grund zu seinem turnerischen Können, das dem nun bald Siebzigjährigen bis zum heutigen Tage eine seltene körperliche und geistige Frische bewahrt hat. Rach der Wetzlarer Lehrzeit sehen wir den jungen Turner im Turnverein „Zahn" in Siegen, wo man bald auf seine Fähigkeiten aufmerksam wurde und ihn in die Dorturnerschaft wählte. Don 1884 ab genügte W. Will seiner Militärpflicht beim Infanterie-Regiment Rr. 88 in Mainz. Seine turnerische Dorbildung kam ihm hier, wie nicht anders zu erwarten war, glänzend zustatten. Rach zweijähriger Dienstzeit konnte er als llntereffizier der Reserve wieder zu seinem bürgerlichen Beruf in seine Heimatstadt Wetzlar zprückkehren und seine ganze freie Zeit dem Turnverein widmen. Er gründete dessen Vorturnerschaft und war von 1890 bis 1901 erster Turnwart seines Heimatvereins, der ihm in erster Linie die Erbauung der Turnhalle zu danken hat. In die Wetzlarer Zeit fällt auch der Beginn der turnerischen Tätigkeit Wills, die ihn über die Vereinsarbeit hinaus im Gau bekannt machte. .Bei den verschiedensten turnerischen Veranstaltung gen wurde er Sieger im Wettkampfe. Er war u. a. beim 17. Gauturnfest in Wetzlar 1889 erster Sieger im Zwölfkampf der Männer. 1892 rief er mit dem 1931 verstorbenen langjährigen Gau- schriftwart Carl Wenzel, Gießen, den Turnausschuß des Gaues ins Leben, dem von nun ab die Betreuung der rein turnerischen Arbeit des Gaues oblag. W. Will gehört diesem technischen Beirat des Gauvorstandes seit der Gründung an. Man lernte seine turne äschen Kenntnisse und Führereigenschaften schätzen und hatte leichte Wahl, als im Frühjahr 1901 die Stelle des zweiten Gauturnwarts neu zu besetzen war. Die Bewährung in diesem Amte und in der Stellvertretung für den 1902 verstorbenen langjährigen ersten Gauturnwart Dolpertus Schneider. Wetzlar, gaben dem 71. Gauturntag im Frühjahr 1 9 0 3 Anlaß, Wilhelm Will an die Spitze des turnerischen Lebens im Gau zu berufen. Wilhelm Dill war bis zum heutigen Tage also 30 Jahre ununterbrochen erster Gauturnwart des Gaues Hessen, seit 1922 mit der Amtsbezeichnung Gauoberturn- wart. Als der neue Gauturnwart den Gau übernahm, gehörten diesem in 43 Vereinen etwa 4500 Mitglieder an; heute zählen wir 160 Gauvereine mit rund 15 000 männlichen und weiblichen Gauangehörigen. Diese Zahlen künden mehr als alles andere, was W. W i l l in einem Menschenalter ehrenamtlicher Führertätigkeit für die Turn- sache und damit für Volk und Vaterland getan. Die Turner wissen es, die ihm immer wieder durch einstimmige Wiederwahl ihr Vertrauen schenkten und sich darin niemals getäuscht sahen. Was besondere Anerkennung verdient, ist die Tatsache, daß er auf dem Gebiet des turnerischen Geisteslebens an den traditionellen Grundlagen des deutschen Turnens und des von Jahn vererbten Gedankenschahes unentwegt festhielt, daneben in technischen Fragen sich dem Reuen aber nicht verschloß. Er prüfte es mit Scharfblick und nahm es in den Arbeitsplan auf, wenn eine gesunde Fortentwicklung es für notwendig hielt. Ein treuer Hüter des urdeutschen Geräteturnens, war D. Will aber auch ein Förderer des Turnspiels, des volkstümlichen Turnens. des Schwimmens und des Fechtens, \ wie er auch dem Frauenturnen im Gau den DodkN für eine glänzende Entwicklung bereitete. HeuVe noch ist er Leiter der Frauenabteilung des Tunst' Vereins 1846 Gießen. Die turnerische Arbeti führte W. Will auch hin^ aus über die Grenzen des Heimqtgaues. Im Mit-- telrheinkreis und in der Gesamt°DT. war er allezeit ein geschätzter Mitarbeiter. Während seiner 30zährigen Amtswaltung als Gauoberturnwart fehlte er auf keinem Kreisturnfest als bewährter Kampfrichter; ebenso stand er auf den Deutschen Turnfesten in Nürnberg (1903), Frankfurt a. M. (1908), Leipzig (1913), München (1923) und Köln (1928) in der Reihe der Männer, die für die sachkundige Bewertung der Hebungen als würdig befunden worden waren. Lieber die Kreise der Turnerschaft hinaus ist W. Will ein Vorbild seltener Pflichterfüllung im Dienste der Allgemeinheit. Die Forderung „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" war ihm allezeit Richtschnur seiner öffentlichen Betätigung. Dabei ist er trotz einer glücklichen, erfolgreichen Lebensarbeit immer bescheiden geblieben. Obwohl äußeren Ehren int Grunde seines Wesens abhold, durfte er mit berechtigter Befriedigung die schlichten Auszeichnungen hinnehmen, die ihm feine Turner und die Turnerschaft in dankbarer Verehrung und Hochschähung darbrachten. Bei der Feier seines 60. Geburtstages huldigte ihm der ganze Gau durch einen großen Staffellauf. Neuerdings wird die Will - Staffel als eine 10xl00-Meter°Staffel der sechs Gaubezirke beim Gauturnfest alljährlich ausgetragen. Auf dem XKreisturntag auf der Marksburg 1926 wurde dem .Jubilar der Chrenbrief der Deutschen Turnerschaft überreicht, und beim 100. Gauturntag der Hessenturner vergangenes Jahr in Gießen erhielt er die Ehrenurkunde der D T.. die höchste Auszeichnung, die die DT. zu vergeben hat, und die unseres Wissens im Gau Hessen zuvor nie einem Turnerführer verliehen worden ist. Wenn Wilhelm Will auch morgen die technische Führung vom Gauturntag in andere Hände legen läßt, so wird das für ihn kein endgültiger Abschieds fein. Als Ehren-Gau- oberturnwart hat er weiterhin Sitz und Stimme im Gauvorstand und in den Ausschüssen, und man wird seinen erfahrenen Rat hier noch oft und gern in Anspruch nehmen. Die Hesset^urner aber werden nie ihren Wilhelm Will vergessen und ihm in dankbarer Turnertreue verbunden bleiben. Wirtschaft. Zahlungssperre gegenüber der Tschechoslowakei. Berlin, 17. März. (WTB.) Die t s ch e ch o s Iowa k i s ch e Regierung hat, ohne mit der deutschen Regierung deshalb vorher Fühlung zu nehmen, eine allgemeine Sperre der Transferierung sämtlicher Zahlungen nach Deutschland angeordnet und bestimmt, daß Zahlungen nur auf Sammelkonten, die bei tschechoslowakischen Großbanken errichtet werden, erfolgen dürfen. Diese Maßnahme gilt für Zahlungen in Waren- und Kapitaloerkehr sowie für sonstige Zahlungen; sie ist getroffen worden, obwohl in Deutschland im Rahmen der Devisenbestimmungen solche Zahlungen nach der Tschechoslowakei bisher stets geleistet werden konnten und durch besondere Abkommen zwischen den beiderseitigen Notenbanken noch weitere Erleichterungen für den deutsch-tschechoslowakischen Zahlungsverkehr getroffen worden waren. Es hat sich deshalb als notwendig erwiesen, deutscherseits geeignete Gegenmaßnahmen auf dem Gebiet des Zahlungsverkehrs gegen das Vorgehen der tschechoslowakischen Regierung zu treffen. Der Reichswirtschaftsminister hat daher mit sofortiger Wirkung angeordnet, daß Zahlungen auf Warenlieferungen tschechoslowakischen Ursprungs oder tschechoslowakischer Herkunft bis auf weiteres nicht mehr geleistet werden dürfen. Die Konten, die bei deutschen Banken für Rechnung tschechoslowakischer Exporteure geführt werden, sind vorläufig gesperrt worden. Das Zahlungsoerbot bezieht sich auch auf solche Zahlungen in jeder Form, die im Inland für Rechnung tschechoslowakischer Exporteure geleistet werden. Ein gleiches Verbot ist ferner für die Einlösung von Schecks und Wechseln zugunsten von in der Tschechoslowakei ansässigen Personen und für Zahlungen aller anderen Art, wie Zinsen, Dividenden, Kapitalrückzahlungen, Reisekosten usw. nach der Tschechoslowakei oder zugunsten von in der Tschechoslowakei ansässigen Personen im Inland getroffen worden. Ferner wird durch eine besondere Durchführungsverordnung im Zahlungsverkehr mit dem übrigen Ausland auch weiterhin in Kraft bleibende Freigrenze von 200 Mark gegenüber der Tschechoslowakei bis auf weiteres auf 50 Mark herabgesetzt. Diese Bestimmung findet auch auf den Reiseverkehr Anwendung. Wochenbericht vom Sronffurkr produkienmarkt. Der Getreidemarkt lag in der Berichtswoche im ganzen stetig, später neigte die Tendenz allerdings etwas zur Schwäche. Das Angebot seitens der Landwirtschaft hat sich etwas verstärkt, demgegenüber die Mühlen nur vorsichtige Aufnahmeneigung bekundeten. Auf dem Weizenmarkt wirkte vor allem der ungewöhnlich schleppende Mehlabsah abschwächend. Die Hühnerweizenaktion hat sich bis jetzt noch nicht fühlbar gemacht. Der Weizenpreis schloß mit 212,50 bis 210,00 Mk. um 4 Mark schwächer pev Tonne. Der Roggenmarkt blieb dagegen sehr widerstandsfähig und der Preis mit 174,00 Mk. per Tonne unverändert. Das vorübergehend etwas verstärkte Angebot wurde relativ leicht ausgenommen. Die neue Verkoppelung von Eosin- roggen mit Kartoffelstock .i hat bisher noch keinen nennenswerten Absatz gesunden. Eine gewisse Schattenseite der verstärkten Ver- fütterung von Brotgetreide zeigt sich amGerfte- und H a f e r m a r k t, wo die Bestände diesmal langsamer abnahmen, als bisher. Braugerste war nur wenig gefragt,,blieb aber zu 180,00 bis 182,50 Mark per Tonne behauptet, Industrie- und Futtergerste war zu zirka 172,50 bis 175,00 Mk. per Tonne zu haben. Auch in Hafer ist die Vorratsentwicklung unbefriedigend. Die zugesagte Exporterleichterung machte jeden größeren Preisrückgang in Hafer unmöglich. Das M e h l g e s ch ä f t war bei unveränderten Preisen allgemein nur klein. 2e 100 Kilogramm in Mark notierten: Weizenmehl südd. Spez. 0 mit Austauschweizen 30,50 bktz 31,50, desgl. nieder- rhein. Spez. 0 mit Austauschweizen 30,50 bis 31,50, Roggenmehl 60prozentige Ausmahlung 23,75 bis 24,50. Der Markt für Kraftfuttermittel verlief ruhig bei uneinheitlicher Preisgestaltung. Infolge des milden Wetters war die Nachfrage nach Kleie gering, und die Preise bröckelten leicht ab. In Soyaschrot blieb das Angebot knapp, so daß der Preis zirka 0,25 Mark anzog. Palmkuchen gaben dagegen 0,25 Mark nach. Treber blieben infolge der Einfuhrsperre auf dem erhöhten Niveau gut behauptet. Je 100 Kilogramm notierten in Mark: Weizen? kleie 8 bis 7,90, Roggenkleie 8,50 bis 8,40, Soyaschrot 10,15 bis 10,75, Palmkuchen 9,25, Erdnuh- kuchen 11,80 bis 12, Treber 12,25. Das Kartoffelgeschäft blieb klein. Industriekartoffeln hiesiger Gegend notierten unverändert 1,70 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Frankfurter Abendbörse fest. Frankfurt a. M., 17. März. Die feste Tendenz für Aktien und Renten blieb auch an der Abendbörse weiter bestehen. Auf allen Marktgebieten war das Geschäst gleichmäßig lebhaft, doch hielten sich die Kurssteigerungen in bescheidenen Grenzen. Fest lagen späte ReichZschuld- buchforderungen mit 84,£5 Prozent, auch Altbesitzanleihe zogen 0,39 Prozent an. Am Aktienmarkt waren besonders' AEG., IG.-Farben und Schiffahrtswerte, die von 0,50 bis 1,25 Prozent anzogen, als fest zu bezeichnen. Bei letzteren regten Meldungen von Maßnahmen für die Schiffahrt an. Die Börse verzeichnete bis zum Schluß relativ lebhaftes Geschäft, weitere Kursbesserungen ergaben sich aber nur für IG.-Farben, Schiffahrts- und wenige Montanaktien. Renten blieben auf dem erhöhten Niveau gut behauptet. Goldpfandbriefe und andere festverzinsliche Werte lagen meist um weitere 0,50 bis 0,75 Prozent fester. Don Stadtanleihen tendierten besonders 6proz. Stadt Frankfurt von 1926 mit 70 nach heute mittag 68 Prozent fest. Neu- besihanleihe 11,10 bis 11,15 bis 11,10, Altbesitz 74,91, Schutzgebiete 7,45, 6proz. Stahlverein 78,50 bis 79, Reichsbahn-VA. 98,25 bis 98,39, Reichsbank 140, Harpener 96, Mannesmann 76,75, Phönix 43,50 bis 44, Rheinstahl 87 bis 87,50, AEG. 35,25, Dekula 120, IG.-Farben 127,50 bis 128,25 bis 128, Gesfücel 91,50, Siemens 155, Zellstoss Waldhof 55 bis 55,25, Hapag 18.50 bis 19, Nordd. Lloyd 18,75 bis 19,25, AG. für Verkehrswesen 48,50. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. Sranriun a. 2)1. Senin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß» lurs Schluß!. Mittag» börse Dalum 16.3. j 17.3. 16.3. | 17.3. 6% Deutsche tReidioanlettje v. 1921 79,5 —- 79,75 83 6% efjem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 96,65 —— 96 96 6%% ?)oung-21nleif)e oon 1930 .. 82,5 83 83 82,65 Deutsche Anl.-Ablvi.-Schuld mb Auslos.-Nechten ............ 71,75 74,9 71,4 74,5 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ebein. 8% Heft. Volksstaat 1929 (rückzahlb 102%) ........... 10.6 11,1 10,5 11 78 78 82 Oberheften Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechlen ............. _ 70 Deuftche Komm. Gammclab I.An leihe Serlel mit Auslos.-Recisten 67,5 72,13 66,9 71 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Ban! Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 88,75 90,25 6% ehem. 7% Franks. Hyp^-Banl Goldvfe. 16 unkündbar bis 1936 90 — _ 5%% ehem. 4/i% Franks. Hyp. Bank-Llqu.-Psandbriese ..... 87,75 89 _ _ &'/,% ehem. 4ya% Rheinische Hup.-Bank-Liau.-Goldpse..... 88,5 90 — — 6% ehem. 8% Pr. Landespfand btiefanstalt, Pfandbriefe R. 19 86 88,5 85 88,5 6% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanftalt, Pfandbriefe R. 10 86 88,5 4% Oesterrelchische Goldrente... 13 13 13,25 13,1 4,20% Oesterrelchische Silberrente — 1,25 1,25 1,25 4% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische Staatsrente V. 1910 — — — - 4%% desgl. von 1913 ....... — — — 6% abgeft. Goldmerikaner von 99 6,25 6 ',25 6,05 4% Türkische Zollanleihe von 1911 5,1 5,1 i,2 5,1 4% Türkische Bagvadbahn-Anleihe Serie 1 .................... — — 5,5 5,5 4% vesgl. Serie 11 ............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 1,45 5,4 5,4 5.6 6,8 7 — 6,5 L^%Ruman.vereinh.Rontev.l913 10,25 10,25 10,13 10,2 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,5 5,55 3,45 5,6 B%% Anatolier ............... — 24 24,25 24 .rtannuri u. Ml. Berlin Schluß» kuts Schluß!. Abend« börse Schluß» turs Schluß!. Mittag» börse Datum 16-3. 17.3. 16-3. 17.3. Hamburg-Amertta-Pakei .....c Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff........... O Norddeutscher Lloyd ......... O A &. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz, und Privat-Bank... 6 Deutsche Bank und Disconio- Gesellschaft......... O Dresdner Bank..............O Reichsbank ................. 1 A.E.G......................0 Elektr. Lieferungsgeselischast ... 5 Licht und Kraft ............6 Felten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... 4 Rheinische Elektrizität ........6 Schuckeri LCo..............0 Siemens & HalSke...........S Lahmeyer & (Jo............ .10 17,65 18,13 45,5 92,5 53 70,25 61,5 138 32,65 92 101 63 88,65 94.5 151,75 133 59,5 104 66,5 93,5 117 63,5 74,25 27,5 41,5 209 86,25 19 19,25 48,5 92.5 53 70,25 61,5 140 35,25 92 103,25 66 91,5 96 155 134,5 60 106,25 69.5 96 163 119,5 64 76,75 28,5 44 210 87,5 17.4 35,65 29 17,9 45,9 92.5 53,5 70,25 61,5 138 32,25 90,9 101,25 63.25 88,65 94,5 152 133,75 59,25 103.75 67 92,5 71,13 153 117 63,5 74,4 27,5 81,75 41,9 209,5 86 17,13 37 29,65 17,9 47,65 92,5 53,5 70,25 61,5 139,9 34,13 91,5 103,5 65,75 90,5 95,75 156 134 59,75 105,9 69,4 94,5 71,13 163 117,75 64 76 27,25 82,75 43,5 210 87.4 Buderus ....,..............o Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener............ o s « 9 8 Zarpener...................o loesch Eilen—Söln-Neuessen.. o Ife Bergbau ............ 7 Ise Bergbau Genüfte........ 7 löcknermerke ..............o lanneSmann-Röhren........0 kansfelder Bergbau....... 0 )berschles. Kokswerke.........0 chönir ’5erg6au.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 ihetnstahl ..................o Frankfurt a.M Serlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt i. rn. Schluß» Echlußl. Schluß» Schluß!. Mittag» bör-e 16. März 17. März kurs börst turs Amtliche Notierung Amtliche Dotierung Datum 16.3. 17.3. 16-3. 17.3. O'Clf' Zlrie Geld orte Helsingsors. Wien....... 6,399 48,45 6,411 48,55 6,384 18,45 6,396 48,55 Vereinigte Stahlwerke. ......u 41,25 44 41,25 43,75 Otavi Minen ........ ......0 18,9 18,7 18,13 19 Prag....... — — Kaliwerke Aschersleben. ......6 136 139 135 139 Budapest ... — — — — Kaliwerke Westeregeln . ......6 139 140 136,5 141 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kaliwerke Salzdetfurth ......v 203 207 203,5 208 Holland .... '69,58 169.92 169,48 169,82 Oslo....... 73,98 74 12 73,93 74.07 Kopenhagen. 64,44 64,56 64.44 64,56 F G. Farben-Jndusirie Scheideanstalt........ Goldschmidt ......... Rütgerswerke........ Metallgesellschaft...... .......7 .......10 .......O .......0 .......0 124 171,75 43,13 54 40,5 128 172,5 43,5 -4,5 40,5 123 42,75 54,65 40 5 127 38,5 53,9 40,25 Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... 76,42 14,46 ',823 1,181 58,74 21.48 76.58 14,50 9,827 4,189 58,86 21.52 76.42 14,45 0,818 4,182 58 69 21,51 16,51 76,58 14-49 • 0,822 4,190 58.81 21,55 Paris..... 16,535 16,575 16.55 Schweiz ... 81,37 81,53 81.22 81,38 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. .......0 54,5 56,5 54,75 56,75 Spanien.... 35,16 35,24 35.26 35,34 ......4 .......0 62 64 Danzig.... Japan..... 82,27 0,899 82,43 0,901 82,17. 0,909 82,33 0,911 Wayß & Freytag ..... .......0 3,8 4,13 — Rio ve Jan. 0,239 5,554 0,241 0,239 5,495 0,241 Jugoslawien Lissabon.... 5,566 5,505 13,16 13.18 13,15 13,17 Schultheis Patzenhofer..... ... O 37,5 44,25 38,5 112,75 37 44 7 5 113,5 38,5 Banknoten. Bemberg................ yellstosk Waldhof......... ... o Derlin, 17.März Geld »rief ... 0 53^65 55,25 52,5 54,5 Amerikanische Not«.............. 4,166 4,186 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 24,25 24 26 23 Belgische Noten.................. 58,53 58,77 Dessauer GaS ............ ... 7 114,25 116,75 Dänische Noten ................. 64,07 64,33 Daimler Motoren......... ... O 27,65 29,75 28,13 29,9 Englische Noten ................. 14,41 14.47 Deutsche Linoleum ....... ... O 36.75 38,5 <6,75 36,5 Französische Noten............... 16,47 16,53 Orenstein & Koppel ....... ... 0 52,25 52,75 Holländische Noten............... 169,11 169,79 Leonhard Tietz........... ... 6 34 32 33,5 32 Italienische Noten................ 21,44 21,52 Thade................... ...12 130 130,5 130 129,5 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 1OO Sch Ulina Rumänische Noten............... Schwedische Noten ............... 73,75 2,46 74,05 2,48 76.55 31,36 Kritzner................. ... o 32 1 32.75 32 1 Schweizer Noten................. 81,04 Mainkrafiwerke Höchst a.8L 79 7S 73 72,75 Spanische Rot«................. 35,13 35,27 Süddeutscher Zucker ...... 160 162 163 162 Ungarische Rot« ................