Nr. 42 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 18. Februar 1933 Lrlcheini idgltd). außei Lonniogs and Feiertag» Beilagen; Die 3IIu|triertt ©ifHener Familiendiatter Heimar m Bild Dieöcholle monatsBeingsprets: Mtt 4 Beilagen RK 1.95 Ohne JUuftriertf . I 80 Fustellgebühl . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. .lernforechanschlüsfe anter Sammelnummer 2251. Anichrift für Drahlnach- richten Anzeiger Liestea. popschecttonto: Lronlfvrt am Main 11686. GietzeimAilzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drrtf vnd Derlog: vrühl'sche Univeifitälr-Vuch- unö Steinöruderet R. tan^e in iSieftex Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftra^e 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig.- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D. TH.Küinmrl sämtlich m Biegen. Herriots Offensive. Der Kampf um die Erhaltung des Status quo in Europa und gegen jede wie auch immer geartete Revision der Pariser Friedensdiktate ist in eine neue Etappe getreten. Der Genfer Pakt der Kleinen Entente ist ein Sieg Frankreichs, der nicht leicht genommen werden sollte, wenn man auch die innere Kraft des neuen Balkanbundes nicht überschätzen darf. Er firmiert gern als 50-Millionen- Block, man vergißt dabei aber zu sagen, daß die Tschechoslowakei eine unverdaute deutsche Minderheit von mehr als drei Millionen einschließt, daß Rumänien, abgesehen von einer fast gleich großen Zahl von Minderheiten, sich einer völligen Zerrüttung seiner Finanzen, einer ebenso fataftro- vhalen Zuspitzung der Wirtschaftskrisis und als bei» Der Folge einer gefährlichen Lockerung der Staatsautorität und kommunistischen Verseuchung des Landes gegenübersieht, daß schließlich Südslawien nur noch mit äußerster Mühe durch eine rücksichtslose Militärdiktatur die auseinanderstrebenden Völker der Monarchie bei der Stang« hält. Da auch wirtschaftlich der enge Zusammenschluß der Kleinen Entente keinem der Beteiligten von Nutzen sein kann — weder vermag die Tschechoslowakei den hefigen Ausfuhrüberschuß der beiden reinen Agrar- länber Rumänien und Südslawien auszunehmen, noch bieten diese beiden einen auch nur annähernd ausreichenden Markt für die tschechische Industrie — lo ist der Genfer Pakt rein politisch $u werten. Und da richtet er seine Spitze in erster Lime gegen Italien, in zweiter gegen Ungarn und schließlich auch gegen Deutschland. Herriots Phanta- sien von einem Militärbündnis dieser drei Mächte waren bereits die ersten Fanfarenstöße der neuen diplomatischen Offensive Frankreichs, mit der Paris für den bereits erwarteten Fall des Scheiterns der Abrüstungskonferenz sich eine neue Front gegen etwaige Überraschungen schassen will. Frankreich strebt mit Eneraie aus der Isolierung heraus, in die es durch die Politik der letzten Kabinette in der Schulden- und Abrüstungsfrage hineingeraten war. Der erste Versuch, I t a l i e n zu sich hinüberzuziehen, ist, wie wir sahen, mißlungen. Der Hebel wurde dann bei der Kleinen Entente angefetzt, nachdem durch eine entsprechende Aufbauschung der Hirtenberger Waffenschmuggel-Afsäre die nötige Panikstimmung erzeugt war. Der Erfolg ist der Genfer Pakt des Herrn Benesch, bei dem die Franzosen bereitwilligst Pate gestanden haben. Er bedeutet zweifellos eine sehr unerwünschte Rückbildung. Die Klein« Entente, einst als Block der Kriegsgewinnler zur Sicherung ihrer Beute geschlossen, hatte in den letzten Jahren durch die Wirt- schastsnot, die Südosteuropa besonders hart betroffen hat, an innerem Zusammenhalt erheblich eingebüßt, ja die auseinandergehenden wirtschaftlichen Inter- essen hatten zeitweise sogar einen Ausgleich mit Ungarn und Oesterreich möglich erscheinen lassen. Besonders aber hatte Rumänien bedenklich aus der Reihe getanzt, als es mit Italien einen Freund- schaftsoertrag schloß, um sich durch Roms Unterschrift unter das Bessarabische Protokoll den Besitz des den Russen abgenommenen Grenzlandes zu sichern. Das ist nun durch den neuen Zusammenschluß der Kleinen Entente rückwärts revidiert worden. Denn der Genfer Pakt bestimmt, daß keine der beteiligten Mächte irgendwelche anderen Bindun- gen eingehen kann, die nicht von dem Rat der Entente, dem neugeschaffenen obersten Organ des Staatenblocks, gutgeheißen ist. Der italienisch-rumänische Freundschastsvertrag, der ohnehin in wenigen Monaten abläuft, wird also kaum erneuert werden, denn abgesehen von einem Widerspruch Frankreichs, sieht natürlich Südslawien den Sinn des Genfer Pakts ja grabe in einer gemeinsamen Front der Kleinen Entente gegen die italienische Großmacht jenseits der Adria. Hier ist eine der gefährlichsten politischen Reibungsslächen. Belgrad ist auch heute wieder das Pulverfaß, dessen Explosion einen ganzen Kontinent in Flammen fegen kann. Ein Aus- gleich zwischen dem serbischen Zentralismus und den demokratifch-föderalistifchen Tendenzen der Kroaten und Slowenen ist bisher nicht gelungen, die rück- sichtslose Militärdiktatur König Alexanders hat vielmehr die innerpvlitische Spannung bedenklich erhöht, und die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Belgrader Machthaber eines Tages einen Ausweg aus diesem Dilemma in einem außenpoli- tischen Abenteuer suchen, wenn sie sich der Unter- stützung Frankreichs und der anderen Mächte der Kleinen Entente sicher fühlen. Das dalmatinische Küstenland ist ja dank der Pariser Subsidien schon vor Jahren in ein einziges Heerlager verwandelt worden. Nun soll bei der Königszusammenkunft in Sinai durch den Bau einer Donaubrücke bei Turn-Se- verin der direkte Verkehr zwischen Rumänien und Südslawien erleichtert werden und eine neue Bahnlinie von Turn-Severin nach Nisch soll die direkte Verbindung zwischen Gdingen und Saloniki, zwischen Ostsee und Mittelmeer, und damit das strategische Rückgrat der neuen Balkankoalition schaffen. Rumänien verzichtet auf den Bau einer Donau- brücke bei Giurgiu zum bulgarischen Ufer hin, der rein militärisch-volitische Sinn dieser Umstellung springt in die Augen. Es' ist natürlich nicht so, als ob Italien die sich hier abzeichnenden Möglichkeiten eines bewaffneten Zusammenstoßes an der Adria ruhig hin- nähme. Die Freundschaft mit Ungarn und Bulgarien wird eifrig gepflegt. Albanien wird als Stützpunkt jenseits der Adria ausgebaut, man spricht bereits von einem Austausch des Königs Zogu gegen den montenegrinischen Prinzen Mirko, wenn der Albanenfürst sich den italienischen Wünschen widersetzen sollte. Aber mit Rumänien hat Rom einen wichtigen Stein auf dem Balkanschachbrett verloren. Auch im westlichen Mittelmeer läuft es Gefahr, einen Verbündeten zu verlieren. Der Sturz der Diktatur Primo de Riveras in Spanien Warum Deutschland sein Wehrsystem ändern soll. Frankreich fürchtet die deutschen Wehrverbände. — Scharfe Kontroverse in Genf. Genf, 17. Febr. (WIB.) Der hauplausschuh der Abrüstungskonferenz Hal heule die Beratungen über die Frage, oböiefonlinentalen heeressysleme vereinheitlich! werden sollen, fortgesetzt. Der französische cuflfahrtminisier Pierre Lol legte den französischen Standpunkt bar. Seine Ausführungen gipfelten in einem Lnl- schliehungsenlwurf, worin der hauplausschuh auf- geforbert wirb festzustcllen: 1. baß allein einlHilifärftalutaus- schließlich befenfloen Charakter» mit bet Sicherheit vereinbar ist; 2. baß in fiontinenfaleuropa bie A r m e e m i I kurzer Bien ft f r i ft unbgeringen Lf- feHiöbeffänben ber einzige Typus eines rein besensioen unb langsam mobilisierbaren Militärsyslems ist unb baß burch bie allgemeine Einführung blefe» Armeelyvus eine allgemeine Herabsetzung bet E f - fettiobeftänbe herbeigeführt wirb. Der französifche Vertreter erklärte folgende brei Einzelvorschläge zu machen, wenn man grunbsählich bas Prinzip ber Vereinheitlichung ber heerestypcn annehme: 1. Herabsetzung ber Dienst; eit auf 8 bis 9 Monate einschließlich ber Referoe- b.enstzeil. 2. prozentual gleichmäßige Festsetzung ber Zahl bes Ausbilbungsmate- rials bei allen großen Staaten 3. Verwirklichung bet Umroanblung bet heereslypen in zwei Etappen von 3 bis 4 Jahren. 3m einzelnen führte Pierre Cot noch aus. es werde vielleicht der Einwand erhoben, daß man durch eine allgemeine Einführung der Dienstzeit zur Verbreitung des Militarismus beitrage. Demgegenüber wolle er ohne jede Anspielung im einzelnen lediglich feststellen, daß die Ereignisse gerade der letzten Zeit vielleicht gezeigt hatten, daß der Militarismus nicht nur>in den Ländern sich entwickele, wo allgemeine Dienstpflicht bestehe, sondern daß in anderen Ländern erlaubte oder unerlaubte Verbände bestehen, die den militärischen Geist fördern. Ein Rebeneinanderbe st ehen von Be - rufsheeren und Armeen mit allgemeiner Dien st p licht sei nach seiner Auffassung das Gefährlichste, was man sich für die Bedrohung des Friedens denken könne. Er habe volles Verständnis für die Lage Deutschlands, dem man seinerzeit ein Heeressystem m i t Gewalt aufgezwungen habe und das man jetzt auffordere, dieses System zu ändern. Aber Deutschland dürfte sich gerade vom Standpunkt der Gleichberechtigung nicht beklagen, wenn man ihm jetzt ein H-ec bieten würde, wie es auch die anderen Staaten in Europa haben. Vielleicht habe aber der Tlmstand, daß die Schaffung des Deutschland im Jahre 1919 auferlegten Systems von der Bildung von Verbänden begleitet gewesen sei, verursacht, daß dieses System heute nicht mehr dem entspreche was es ursprünglich hätte sein sollen. Frankreich sei bereit, wenn genügende Sicherheit und Kontrollbedingungen geschaffen würden, die Dienstzeit von acht bis neun Monaten mit Einschluß der Hebungen einzuführen. Der deutsche Vertreter Botschafter Nadol y antwortete: Vorläufig wolle er sich auf die Feststellung beschränken, daß man nach Genf gekommen sek, um eine Herabsetzung der Rüstungen vorzubereiten, und heute verlange man von Deutschland, sein Heeressystem zu ändern. Er erkläre ausdrücklich, daß et vorbehaltlich feiner endgültigen Stellungnahme e s ablehnen müsse, daß die Frage der Vereinheitlichung des Heeres- systems zur Vorbedingung der Herabsetzung der Rüstungen gemacht werde. Pierre Cot hab« in seiner Rede eine Anspielung aus auhermilitärische Verbände gemacht. Gewiß gebe es in vielen Ländern Verbände, wo man den militaristischen Geist pflege. Pierre Tot scheine aber die Auffassung zu haben, daß Deutschland In dieser Beziehung eine gc- toiffe unkorrekte H a l tu n g eingenommen habe. Er möchte, daß der französische Vertreter sich hierüber einmal genauer äußere. Pierre Cot erklärte hierzu, es scheine, daß gewisse Verbünd« dermilitäris chenVor- bereitung dienen und eine vormilitärische Ausbildung erteilten. Botschafter Radolnh erklärte, er müsse cfl scharf zurückweisen, daß auf seinem Land auch nur der Schatten eine- Vorwurfs laste. Er hoffe aber aufrichtig und lebhaft, daß es möglich sein werde, jedes Mißverständnis hierüber zu zerstreuen. Scharfe französische Pression in Wien. Oesterreich zur Zurückiendung oder Zerstörung der Hirienberger Waffen aufgefordert. Rom, 18. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Wiener Korrespondent des „Giornale d'Italia" veröffentlicht den Text einer sehr heftigen Rote der französischen Regierung in der Hirtenberger Wafsenangelegenheit an die österreichische Bundesregierung. Der Korrespondent bemerkt, daß auch England dieser Rote seine Zustimmung gegeben habe, in der die französische Regierung von einer Verletzung des Artikels 134 bes Vertrages von St. Germain spricht. Die Rote stellt folgende Forderungen: 1. Die französische Regierung muß bie Zusicherung für eine oollftänbige Rückbesörbe- r u ng an ben ursprünglichen Spcbiteur bet in hitlenbetg unb Steyr beponierten Dassen erlangen. 2. Für ben Fall, bah diese Lösung auf bie Weigerung bes Spebiteurs flößen sollte, wirb bie österreichische Regierung zu ber Z e r st ö t u n g ber Waffen schreiten. 3. Die österreichische Regierung wirb ben Vertretern Frankreichs unb Lnglanbs ben Beweis für bie Zurücksenbung bet Waffen ober für ihre Zerstörung zu liefern haben. Die Bunbesbehötben haben biese Erklärungen unter E i b abzugeben. 4. Die österreichische Regierung wirb feslstellen, ob ein Teil dieser Waffen über bie österreichisch- ungarische Grenze weitergeleitet worben sei. Die Ergebnisse bieset Untersuchung müjen ben Vertretern Frankreichs unb Englanbs m i I- geteilt werben. Zulteffenbenfalls muh b i e Zahl ber auf biese weise roeilergelelteten Waffen angegeben werben. 5. Zur vollslänbigen Durchführung bieset 2Nah- nahmen wirb eine Ftist von 2 Wochen festgesetzt. Der Ton und die Forderung Frankreichs gegenüber der freien Regierung Oesterreichs gehört, so sagt „Oiornate d'Italia" offenbar zur Kategorie ber Dekumente einer überaus gefährlichen Politik für Europa. Der Fall liegt nun so: Cs ist bekannt, daß die in Hirtenberg angetroffenen Waffen alter österreichischer Produktion waren und von einer privaten Person an den Llrsprungsfabrikanten gesandt worden waren, und zwar zur Reparatur und um aus ihnen kommerzielle Vorteile zu schlagen. Dieser einfache Vorgang ist auf Grund der Verträge durchaus erlaubt. Aber die Kleine Entente wollte daraus eine politische Spekulation machen. Die französische Rote, die dies Manöver der Kleinen Entente unterstützt, ist im Ton unerhört und grenzt an ein Ultimatum. Sie stellt den Versuch einer brutalen Demütigung Oesterreichs dar. Oesterreich müsse ein freier und souveräner Staat bleiben, trotz der De- drängungsversuche seiner Rachbarn. Eine derartige Methode könnte „höchstens einem Vasallenstaat gegenüber" gerechtfertigt erscheinen. In dem anmaßenden Ton des französischen Schriftstückes erkenne man klar das Werk der Kleinen Entente, dessen Beschützerin Frankreich sei, das um jeden Preis sein Prestige behaupten und selbst unter Drohungen sein politisches Programm verwirklichen wolle. Deshalb habe es Verwunderung erregt, daß die bedachtsame englische Regierung dieser Rote ihre Zustimmung gegeben habe, wodurch nur neue Trübungen und Störungen verursacht werden könnten. „Giornale d'Italia" bemerkt noch, daß dieser vollständige Wortlaut der von der französischen an die österreichische Regierung gerichteten Forderungen bis jetzt geheim gehalten worden sei, da die verantwortlichen französischen Kreise selbst sich über ihre außerordentliche Härte Rechnung ablegen, die als Einschüchterungsmittel dazu dienen solle, die gewollten Ziele, ohne dem Urteil der öffentlichen Meinung ausgesetzt zu werden, zu erreichen. hat bie engen Beziehungen zum fasch.stischen Italien merklich abgekühlt. Die neuen Herten in Madrid unterhalten enge Verbindung zu Frankreich, das ihnen während der Diktatur bereitwillig Unterschlupf gewährt hat. Wenn es auch fraglich ist, ob bei Herriots Besuch in Madrid alle Blüten- träume der neuen Freundschaft reiften, so ist das eine doch gewiß, baß der 19z6 geschlossene spanisch- italienische Vertrag nicht wieder erneuert werden wird, Italien vielmehr berechtigte Sorge haben muß, daß das neue Spanien weder die Kraft noch den ernsten Willen haben wird, im Bedarfsfälle französische Truppentransporte von Marokko zum Mutterlande zu verhindern. Italien hat auch trotz des Freundschaftsvertrages mit Rumänien und der Unterzeichnung des Bessarabien-Protokolls immer besonderen Wert auf gute Beziehungen zu Rußland gelegt. An dieser Grundthese seiner Außenpolitik hat sich der Duce auch nicht durch die scharf antikommunistische Einstellung des Fasch smus beirren lassen und er hat für diese säuberliche Trennung von außenpolitischen Notwendigkeiten und innerpolitischem Kurs in Moskau bisher vollstes Verständnis gefunden. Nun streckt auch Herriot, wie wir schon sahen, seine Fühler nach Moskau aus. Er möchte aus dem französisch-russischen Nichtangriffspakt so etwas wie eine Erneuerung der alten Allianz machen, das Bündnis mit dem Bolschewismus schreckt ihn so wenig, wie einst die demokratische Republik das Bündnis mit dem zaristischen Absolutismus, wenn es ihm damit nur gelingt, Deutschland in die Zange zu bekommen. Moskau fürchtet heute sicher eine deutschenglische Annäherung und Herriot ist eifrig bemüht, diese Besorgnis zu schüren mit dem Hinweis auf den scharf antikommunistischen Kurs der deutschen Innenpolitik seit der Uebernahrne der Regierungsgewalt durch das Kabinett der nationalen Konzentration. Herriot wird auch gewiß alles in Bewegung setzen, um den noch immer in ber Schwebe befindlichen russisch - rumänischen Nichtangriffspakt zum Abschluß zu bringen, wenn Dafür auch durch die Genfer Abmachung der Kleinen Entente die Schwierigkeiten nicht kleiner geworden sind, da weder Prag noch Belgrad diplomatische Beziehungen zu den Sowjets unterhalten. Ein weiteres Ziel ist die Angliederung Polens an die Kleine Entente, dahin deutet schon der Passus in dem Genfer Vertrag, der andern Mächten den Beitritt offen läßt. Es bleibt noch festzuftellen, daß die außerordentliche Geschäftigkeit der französischen Diplomatie in Europa und besonders das Liebeswerben um Rußland nicht ohne Rückwirkung auf den Konflikt im F e r n e n L> fte n geblieben ist. In dem Augenblick, in dem zwischen Frankreich und Rußland eine Annäherung sich andeutete, wurde Frankreichs Haltung gegen Japan, das bis dahin in den Franzosen stille Bundesgenossen sehen konnte, kühler. Im Neunzehnerausschuß des Völkerbundes hat auch Frankreich dem Schlußbericht zugestimmt, der die Anerkennung des neuen mandschurischen Staates ablehnt und Japan zur Räumung der besetzten Gebiete und strikten Einhaltung des Völkerbundspaktes auffordert. Japan wird vermutlich die Empfehlungen des Völkerbundes mit einer neuen Offensive gegen die chinesische Provinz Jehol beantworten. Was sich daraus für die Weltpolitik entwickeln mag, steht noch in den Sternen, Frankreich jedenfalls hat feine ersten Minen gelegt, wenn nach dem erwarteten Scheitern der Abrüstungskonferenz — auch die Veröffentlichungen der römischen Presse über das Wirken der französisch-tschechischen Rüstungsindustrie sind beachtliche Warnungszeichen in dieser Richtung — sich eine ganz neue politische Situation abzeichnen sollte. Das große Fragezeichen bleibt England, dem vor allem daran gelegen ist. die Ruh« auf dem europäischen Festland aufrecht zu erhalten, weil es für das Britische Reich jenseits der Meere größere Interessen zu schützen gilt. Amerika, das die französische Politik arg brüskiert hat, steckt so sehr in eigenen Sorgen — der Dankenkrach in Michigan und das Attentat auf Roosevelt mit Wi.t.chaftskrisis und Erwerbslosennot als Hintergrund beleuchten grell das Prekäre der Lage, die der neue Präsident bei feinem Amtsantritt am 4. März vorfindet —, daß es sich mehr als je von europäischen Dingen fernhalten wird. .Um die Schuldenverhandlungen mit England kommt es allerdings nicht herum, von ihrem Ausgang wird auch für Englands Stellung viel ab» hängen. Vorerst macht die schwierige wirtschaftliche Lage es der britischen Politik zur Pflicht, überall ausgleichend zu wirken und Komplikationen zu vermeiden. England lehnt deshalb auch jede neue Bindung über die bestehenden Verträge hinaus strckt ab. Aber es ist zweifelhaft, ob der britische Premier heute noch wie einst in den verhängnisvollen Sommertagen des Jahres 1914 in feiner Toga die Entscheidung über Krieg und Frieden hält. Sich hierüber keiner Täuschung h>n- zugcben und ohne Illusionen ein klares Bild der weltpolitischen Lage zu gewinnen suchen, ist von besonderer Bedeutung in einem Augenblick, wo das deutsch-französische Verhältnis in den Genfer Abrüstungöverhandlungen einer neuen Krisis zutreibt. Die in Frankreich am Ruder befindlichen Radikalen haben so wenig wie Poincare oder gar die nationalistische Rechte die geringste Reigung, Deutschlands Anspruch auf Wehrgleichheit sich praktisch auswirken zu lassen. Sie sind entschlossen, auch das Scheitern der Ab- rüstungskonferenz in Kauf zu nehmen. Paul- Boncours famoser Sicherte.tsplan soll ihnen Dabei helfen, die Schuldfrage gründlich zu vernebeln. Herriots diplomatische Offensive soll bereits das Terrain abstecken für den sicheren Fall, daß Deutschland aus dem Bruch des Versailler Abrüstungsversprechens die Folgerungen zieht und feine Handlungsfreiheit zurückfordert. Für die deutsche Auhenpolitck ist es an der Zeit, die sich hier abzeichnenden Möglichkeiten ins Auge zu fassen. Aus der Provinzialhauplstadl dienen" verspricht sie. um der aufregenden Szene Wohl deines Kaisers' — Er reicht ihm den Pokal. Endlich laßt Peter sich vernehmen. Noch dampft aus geblähten Nüstern der Atem, noch knirschen die Kiefer unheildrohend, aber aus dem Grollen wetterleuchtet der harte Humor des Giganten als er hervorstöht: „Wenn dir mein Stock dies^ mal allzu übel mitgespielt hat, Artemis Petrowitsch, kannst du die erhaltenen Schläge von unserer nächsten Rechnung abziehen." Volynskij gab dem Kaiser bald Gelegenheit sich an dieses Versprechen zu erinnern. ein Ende zu machen. Kaum noch auf den Deinen hält sich der blutig geschundene Volynfkij. Die neue sozialpolitische Notverordnung unterzeichnet Etwa 29 Millionen für Härtcmilde unqen. Berlin, 18. Jebr. (LNB. Blinkspruch.) Die Notverordnung zur Milderung von Härten in der Sozialversicherung und in der Reichsversorgung ist heute mittag vom Reichspräsidenten unterzeichnet worden. 3m wesentlichen enthält die Verordnung die in den kehlen Tagen schon verschiedentlich in der Presse genannten Bestimmungen und vor allem Vorschriften, die Erleichterungen für die Kriegsopfer darstellen. Die in der Notverordnung im einzelnen vorgesehenen Rlah- Was mich gut macht! V?n Reinhold Braun. Deutschland ist das, was mich gut macht! Königin Luise. „Aufbruch der Ration!" Das ist das große Wort der Stunde. Und es löst in vielen Millionen die Bewegung beglückenoec Hoffnung aus. „Aufbruch der Ration!" Daß wir doch das Wort ganz aus der Tiefe erfaßten, ganz von heiligem Ernste erfüllt, fern allem Ueberschwang! Daß wir es anblickten mit dem Auge des alten Frontsoldaten und Schühengrabenmenschen! Rur jene Zähigkeit, die über ein gut Quäntlein Rüchternheit verfügt, die es schwer nimmt mit dem Kampfe um das wahrhafte Wesen, wird dazu helfen, daß das Wort nicht Wort bleibt, sondern zur lebendigen, erlösungsvollen T a t wird! Das Wort verlangt Einsatz des ganzen Menschen, und zwar von innen her! „Aufbruch der Ration!" Das darf kein Ab- werfen von alten Häuten sein, keine Veränderung nur in der Schale, keine nur auf das Aeuhere zielende Sichtbarmachung vaterländischer Denkweise! Es bedeutet vielmehr im Sinne des alten Mystikers den gänzlichen Eis-Aufbruch, von dem auch das innerste unseres Kernes erfaßt wird. Es muh wie ein neuer Frühling die volle Wesenheit durchdringen. Ein Heimfinden muß es sein zu den lebendigen Wassern, zu jenen Quellen, die das Heilige, Große spenden, die Kraft, die göttlichem Grunde entspringt! Ein neues Ringen aller, die guten Willens smd. muh anheben um das Ethos „Deutsch- l a n d", ein Brennen der Herzen um die Makellosigkeit und Hoheit, die Tlnverwelklichkeit dieses innerweltlichen Zieles! Rur wenn uns Deutschland zur durchläuternden Geist-Macht, nur wenn es uns zu dem wird, das die Königin Luise mit den Worten ausdrückte: „Deutschland ist mir das Heiligste, das ich kenne! Deutschland ist meine Seele! Mein Halt, mein Alles ist Deutschland!", wenn es uns zu einem Stück unserer inneren Wirklichkeit, zu einem organischen Teile unserer Wesenheit wird, nur dann wird das Reue werden. und es wird auf sicheren Füßen stehen. „Es wird nur besser durch die Guten!" Wie singt doch der alte Gleim: „Gut sein und weiter nichts, bei Gott, das ist nicht viel. Man muh auch tapfer sein, dem Bösen Trotz zu bieten: und ist des Dösen nächstes Ziel, zu herrschen — zu verhüten, daß es herrsche!" Gietzener Wochenmarktpreife. * G i e h e n , 18. Febr. Es kosteten auf dem heut:gen Wochenmarkt: Sührahmbutter Pfund 1.10; Landbutter 1,00 bis 1,10; Kochbutter 80; Matte 20 bis 25; Wirsing (gelb) 10; Wirsing (grün) 15 bis 18; Weißkraut 8 bis 10; Rotkraut 10; gelbe Rüben 10 bis 12; Rote Rüben 10; Spinat 25 bis 30; Anter-Kohlrabi 6 bis 8; Grünkohl 15; Rosenkohl 25 bis 30; Feldsalat 1,20 bis 1,50; Zwiebeln 10; Meerrettich 30 bis 50; Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kartoffeln 3; Aepsel 18 bis 30: Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 45; junge Höhne 70 bis 90; Suppenhühner 70 bis 80; Düsse 40; Käse Stück 5 bis 10; Tauben 40 bis 60; Eier (ml.) 10; Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30; Endivien 15 bis 30; Lauch 5 bis 10: Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 30; Kartoffeln Zentner 2,50 Mk. x*or notigen. — Tageskalender für Samstag; Stadttheater. 15.45 bis 19 Ahr, „Hamlet". — Christ!. Pfadfinderschaft. 20.15 Ahr. Reues S!u- dentenheim, Bündischer Abend. — 50er Bereinigung 1883—1933, 20.15 Ahr, „Aquarium", Monatsversammlung. — Turnverein von 1846, Turnhalle am Oswaldsgarten, Maskenball. — Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, 16 Ahr, ..Liebigshöhe", Lobeland-Gymnastik der Schule Elsbeth Braun (Marburg). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Mann mit Herz". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Sein kleiner Kamerad" und „Z 1044 letzte Fahrt". — Tageskalender f ü r Sonntag: Stadttheater, 18.30 bis 21.30 Ahr, „Das Drei- mäderlhaus". — Oberhess. Kunstverein. Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Ahr, Gedächtnis- Ausstellung Walter Gramatte. — NSDAP.. 20 Ahr, Wahlkundgebunq in der Volkshalle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. 11.15 Ahr. „3Ta* ab 15 Ahr „Ein Mann mit Herz". — Astoria-Lichtspiele. Seltersweg: „Sein kleiner Kamerad' und „Z 1044 letzte Fahrt". - Die Oberhessische Gesellschaft tu,x , und Heilkunde (Raturwis- senschaftliche Abteilung) veranstaltet am Montag, 20. Februar. 20.15 Ahr, im Zoologischen Institut eine Sitzung. Geheimrat F. Rinne (Freiburg k^-'rJ?irLü5ci: bas Thema: „Das physikalisch- chemische Wesen der flüssigen Kristalle und ihre m c am -$au ber Organismen" sprecken. Merker wird kurz über „Schnaken, die als Larven überwintern" referieren. Beide Vortrage bringen auch Lichtbilder. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. ~Der Kurhaus-Maskenball in 3 0 0 - R auheim findet auch in diesem Jahre statt. Die Kurverwaltung hat sich, wie uns mitgeteilt wird, trotz aller- Rote der Gegenwart entschlossen, den Ball abzuhalten, einerseits um öen Gästen einige frohe Stunden zu bereiten, anderseits aber auch, um vielen Menschen, für die karnevalistische Veranstaltungen ci/.e Erwerbsquelle bedeuten, eine Verdienstmöglichkeit zu verschaffen. Der Kurhaus-Maskenball findet am Samstag, 25. Februar, 20.11 Ahr statt. Um- fangreiche Vorbereitungen sind bereits getroffen worden, so daß den Besuchern ein fröhlicher Abend beschieden sein wird. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. nahmen stellen einen Mehraufwand von etwa 27 bis 29 Millionen Reichsmark dar. Der deutschnationale Fraktions- sührer spricht in Köln. Köln, 17. Febr. (ERB.) In einer Wahlkundgebung der Kampffront Schwarz-Wcih-Rot sprach der Führer der deutschnationalen Reichstagsfraktion, Dr. Oberfohren. Die Deutschnationalen seien dem Rationalsozialismus dankbar, daß er den Gedanken der einseitigen Parteidiktatur aufgegeben habe. Vor allem müsse ein Zurücksinken Zeiten erforderten besondere Maßnahmen, und diese werde er in kurzem treffen. in den Parlamentarismus verhindert werden. Man habe allerdings von der neuen Regierung zunächst Handlung und Leistung erwartet statt der Ausschreibung der Wahlen. Mit der Säuberung derpreu- ßischen Verwaltung sei noch nicht alles getan. Darüber herrsche kein Zweifel: Wie die Wahl auch ausfalle, diese Regierung bleib e oben. Rach der Wahl werde nicht mehr Parlament gespielt, sondern die Re- Wien will keine Role erhalten haben. 7®!5 ”' 1?; Hebr. (ERB.) Zu der vom „Gior- nale d Italia veröffentlichten angeblichen Rote Frankreichs an Oe st erreich in der Hir- tenberger Waffenangelegenheit berichtet die ^Äeue Freie Presse", sie erfahre von zuständiger Stelle, daß im Bundeskanzleramt keine Rote o £ a n f r eich s Überreicht worden sei. Es habe lediglich, und zwar bereits am vergangenen Samstag, ein Besuch der Vertreter F r an kreichs und Englands im Bun - pc 6 fan3leramt stattgefunden. Der franzö- Nsche Gesandte, dessen Besuch am Vormittag statt- fand, habe bei dieser Gelegenheit ein Aide- memoire überreicht. Eine weitere Vorsprache habe in der Zwischenzeit nicht stattqe- funden. Londoner Echo des Valkanpaltes London, 16. Febr. (ERD.) „Evening Standard" schreibt: Die Verwandlung der Kleinen Entente in eine D r e i m ä ch t e - A l l i a n z mit einem ständigen Rat und mit einer gemeinsamen Außenpolitik sei der schlimmste Schlag, der je der Abrüstungskonferenz zu - gesugt worden sei. Der Schritt enthülle, daß selbst ein so eifriger Pazifist und eine Säule des Völkerbundes wie Dr. Benesch, die geheime Aeberzeugung habe, daß die bestehenden Bedrohungen der Sicherheit Zentral- und Südosteuro- Pas nicht durch das Ergebnis der Abrüstungskonferenz verschwinden würden. Ferner enthülle der Schritt die Enttäuschung der Mitglieder der Kleinen Entente über den schwindenden Schutz, den ihnen das Bündnis mit Frankreich gewähre. Das Ereignis, daß die gegenseitig mißtrauischen Partner der neuen Allianz endlich bewogen habe, ihre Rivalitäten zu begraben, sei die gegenwärtige politische Konstellation in Deutschland. In den vergangenen elf Iahren seien die Mächte der Kleinen Entente nur in ihrer Furcht vor Ungarn einig gewesen. Ietzt aber habe jebc von ihnen mit einem anderen mächtigen Nachbarn zu rechnen. Die Tschechoslowakei sürchle Deutschland, Rumänien fürchte Rußland und Iugoslawien fürchte Italien. Das Ergebnis des neuen Allianzvertrages bestehe barin, daß Rumänien als Preis für die versprochene Ant^rstühung im Falle eines Angriffes du ch eine v erte Macht dazu gebracht worden sei, sein Liebäugeln mit Italien aufzu- geben, das kürzlich ernste Befürchtungen in Belgrad und Paris hervorgerufen habe. — «Daily Telegraph" vertritt die Ansicht, daß diese Bildung eines „organischen und stabilen politischen Gebildes von ganz neuer Art" in c jter L.nie eine Befestigung der gegenwärtigen Grenzziehung in Zentralen r o p a und in zweiter Linie eine Abwehr italienischer Einmischungsversuche m zentraleuropäische Angelegenheiten darstelle. Es sei auch anzunehmen, daß die Skoda- Werke in der Tschechoslowakei zu einem großen Waffenarsenal für die drei Staaten umgewandelt würden. Bei der Klausel über den Beitritt weiterer Staaten zu der neuen Vereinbarung sei vor allem an Polen gedacht. ^euen Universität in Heidelberg, erhielt einen Auf uufeinen Lehrstuhl für Architektur an der Hochschule in Darmstadt. Gruber ÖQt ben Ruf angenommen und wird sein Amt zu Beginn des Sommersemesters 1933 antreten. ' Hinunter stürzt der General das starke Getränk. -Atzt, mein Lieber, trink auf deine eigene Gesundheit und die aller verdienten Generäle" — Peter schenkt ein und präsentiert ihm den zweiten Pokal. als der General schon sehr mühsam diese zweite Llbatwn bezwungen hatte, kredenzt ihm der Kaiser ein drittes Glas: „Run trinke auf die Armee!" Der General hat nicht mehr gelärmt, überhaupt nicht mehr geredet, weil er unter den Tisch Gefallen ist. „Kinder, wir können ungestört lustig fein", sagt Peter und läßt sich einschenken. , .Gunter bewies Peter eine diplomatische ®e- öie Ulan hinter diesem Gewaltmenschen nicht gesucht hätte. Sogar bei seinen JBac$anaIien, an denen es „wüst und unordent- "ch zuging, bet denen Peter selbst oft am meiften expedierte And doch konnte dieser wilde ^!pot .ich auch beherrschen, und er verstand es, Peinlichkeiten die Spitze zu nehmen. . Ein sehr verdienter General betrank sich an einem dieser Herrenabende so, daß er nicht mehr wußte, wo er sich befand und mit wem er es zu tun hatte. ° . -So viel Städte habe ich dir erobert, Zar" ^reU ber betrunkene General Peter an soviel habe ich für dich geleistet - und du? Wie hast du mich dafür gelohnt? Ein Dreck find deine Auszeichnungen gegen meine Verdienste... Einen tür getan." - Da fällt in T°ben eisiges Entsetzen über die be- Sechte Tafelrunde. In tödliches Schweigen gellt das letzte trunkene Wort des Generals. Aus her- dem^Zaren"^ ßiZ>€rn toicIen Augen nach ®er hat sich im Sessel aufgerichtet, die rechte fumUl9Inn?iHDbC? n"0 ben Kopf wie ein Bulle öum Angriff gesenkt. ~ toirö’8 einschlagen! Angstvolle Zehnen sich zu Ewigkeiten. Wenn es anginge, damit es vorüber wäre! — Auch der General wird in der unheimlichen Stille benähe nüchtern, stiert ausdruckslos auf den to®ffM^U9™brQUen öucken. Er wirft den ih^Wodka!" befiehlt er. Der Diener steht neben Eigenhändig füllt gJeter einen Pokal, reicht ihn dem General. „Tnnk, verdienter General, auf das ~ Der neue Kreisarzt in Gießen. Der Medizinalrat Dr. Robert E n g a n in Gingen wurde mit der Amtsbezeichnung „Obermedi- ztnalrat zum Kreisarzt des Kreisgesundheitsamtes Gießen mit Wirkung vom 1. April 1933 an ernannt. •* Rückgang der Grippe in denSchu- Während zu Beginn dieser Woche noch in 16 Schulen des Kreises Gießen der Anterricht wegen Grippeerkrankungen ausfallen mußte, ist nach dem Stand von heute vormittag nur noch in acht Schulen der Anterricht geschlossen. Es kann aber bamit gerechnet werden, daß auch diese Zahl bis Anfang nächster Woche sich erheblich verringern wird, so daß voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche in allen Schulen der Anterricht wieder im Gange ist. "Mitnahme von Hunden in Fel- der und Wälder. In einer Bekanntmachung Fürwahr, das Wort „gut" muß endgültig aus der Sphäre der Lammfrommheit erlöst toeroen! Es muß für den deutschen Menschen und in der Verbindung mit dem Erlebnis „Deutschland" einen neuen Klang bekommen. Ein Stück Stäh- lernheit soll ihm innewohnen I Das Element des Schöpferischen, des tapfer Aktiven muh wie Licht aus ihm fluten. Wir müssen aus dem Worte den Impuls beseelter Lebendigkeit und willensmächtiger Wachheit spüren. Die Zähigkeit der Menschennatur. die "icht der gläubigen Seele muh aus ihm sich offenb ren! Es muh dahin kommen, daß wir mit vtm -Porte „gut" ohne weiteres die höhere Ebene des kämpferischen Menschen betreten, der um Würde und Wert des Opfers weiß. Aufbruch der Ration! So und nicht anders! Aus jedem Kampfplatz, jedem Berufsfelde, in jedem Lebenswinkel muh derart dem Aufbruche gelebt werden. Wenn aber Gott und das Ewige mit uns in un- ferm Aufbruche find, so m u ß der Tag der Deutschen kommen. Richt im Gedröhne der Waffen! Sondern er wird, vielleicht erst nach Iahren. ein Sieg-Tag der deutschen Seele, des deutschen Gei- stcs sein! And die Dornenkrone des deutschen Menschen wird sich wandeln in die Krone seines Lebens, in den schlichten Chrenreif für feine Mutter Deutschland! Ehrungen für Gießener Gelehrte. Don der Pressestelle der Landesuniversität wird uns mitgeteilt:' r?umTritie(rte ord. Professor der Landwirtschaft Geh. Hofrat Dr. G i s e v i u s . begeht heute sein goldenes Doktorjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde ihm von Herrn Geh. Bergrat Professor Dr. Brauns in Bonn (früher in Gießen) fein von der Amversität Bonn erneuertes Diplom überbracht. Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. I e ß beglückwünschte den Iubilar im Rainen der Landesuniversität. Der ord. Professor für Beterinärhygiene, Bakteriologie, Veterinärpolizei und Seuchenlehre, Dr. Dr. med. vet. h. c. et sc. nat. Wilhelm Zwick an unserer Landesuniversität wurde vom Verein finnischer Tierärzte zum Ehrenmitglied ernannt. Marschänderung beim SA.-Aufmarsch Wie uns vom Polizeiamt heute mittag mitge- teilt wird, bewegt sich der S A. - A u f rn a r s ch am morgigen Sonntag beim Durchzug durch Wieseckin folgenden Ströhen: Gießener Straße Turnstraße. Alicenstraße, Echulstraße, Rabenauer Straße, Torbogen, Gießener Strohe, Philosophen- strahe zum Trieb. Professor Dr. Otto Gruber an der Techni- swen Hochschule Danzig, der Erbauer der Reuen Amversität in Heidelber. Auf auf einen Lehrstuhl für An ber Kaiser ins Wort. „Mach noch mal beit Mund auf. Peter beaugenscheinigt genau die Wunde. "Aun geh' und bessere dich", sagt er befriedigt. „Xlnö morgen kommst du wieder her, damit ich sehe, ob alles gut geheilt ist." Klingendes Porzellan. Die besonderen hygienischen Vorzüge des Por- zellans haben seine vielfache Verwendung in der Küche und auf der Tasel begünstigt; a-ßer- dem hat es als Stoff der Kleinvlastik sich in eine sulle von Kunstwerken bewährt. Ab^ ein Dorzug des Porzellan ist bisher im Abendland faft ganz vernachlässigt worden, obwohl er von den ersten Erfindern des Porzellans, den Chi- ne.en, stets hoch gehalten wurde. Das ist sein schöner Klang. In China verleihen die Por- ze.lan-Glockcn, die an den Dächern und Tempeln den Gottern zu Ehren aufgehängt sind, durch ihren heilen und zarten Ton dem ganzen Bereich der Gotteshäuser eine märchenhafte Stimmung, unö auch sonst hat man den Wohllaut des Porzellans für Gongs und Läutewerke ausgenuht. In Europa war bisher diese Eigenschaft nur von der Meißener Manufaktur in ihrem berühmten Glockenspiel verwertet worden. Run aber hat man> wie in der Bruckmannschen Zeitschrift „Die Kunst" ausgeführt wird, ein Klang- Porzellan in den Handel gebracht, bei dem eine ganz besonders wohlklingende Masse nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr erfreut. Der bekannte Keramiker von Stockmayer hat für diese Masse künstlerische Formen geschaffen, die zum erstenmal auf der nächsten Leipziger Messe gezeigt werden sollen. Cs sind hauptsächlich Schalen für den Schreibtisch und für den Teetisch die neben ihrer praktischen Verwendung auch ' noch musikalische Reize vermitteln sollen: jeder Schale ist em Holzhammerchen beigefügt, das zum Anschlägen dient, und so kann man sich beim Ar- bci e,n oder am Eßtisch auch ein wenig Musik verschaffen. Zugleich können diese Schalen als Gong und Glockenersatz dienen. Oochschulnachrichten. jierung bekomme ein Ermächtigungsge- e h, und der Reichstag werde nach Hause gedurft. Besondere Ausgabe der Wirtschaftspolitik sei die endgültige Niederwerfung des Sozialismus. Wichtige Aufgaben der Regierung seien die Klärung der Schuldenfrage, die nochmalige endgültige Aufwerfung des Kreditproblems. die Erstrebung der G I e i ch - berechtigung Deutschlands, und nicht zuletzt die energische Inangriffnahme der Beseitigung der Kriegsschuldlüge. Die nationale Front müsse sich klar fein, daß die Einigkeit ihr letzter und höchster Trumpf sei und das Volk, das den Aufbruch des 30. Ianuar jubelnd begrüßte, verlange, daß diese organisch gewachsene Einigkeit von Dauer sei. Oie „Germania^ verboten. Berlin, 18. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Polizeipräsident hat von morgen ab das Berliner Blatt der Zentrumspartei, die „G e r m a n i a" für drei Nummern verboten. Die nähere Begründung des Verbotes steht noch aus. Auch die „Märkische Volkszeitung", ein Kopfblatt des Verlages für die Provinz Brandenburg, ist für denselben Zeit- raum verboten worden. Geschichten um Peter den Großen Äon Emil ceijfe. Von Formenzwang und höfischer (Stilette war laum ein Herrscher so weit entfernt wie Peter de^r Große (lc82 bis 1725). In einem sehr großen Saal des Senats- gebaudes erwartete Peter den polnischen Oe- sandten zum Vortrag. Im Saal ist's kalt. Die ständig sich öffnenden Türen bringen scharfe Abluft herein. Anmutig fährt sich Peter einige Male über den Kopf, den der kalte Luftstrom belästigt, Sieht sich um. Erblickt den Vizekanzler Golovin, der geschniegelt, geputzt, mit einer ungeheuer großen Perücke in der Nähe steht, geht auf ihn zu. Wortlos nimmt er ihm Den wärmenden Kopfschmuck ab und stülpt ihn über fein dunkles Haar. Anbeweglich steht der Stab der Hofbeamten. Der eintretende polnische Gesandte stutzt einen -Lugendlick, beginnt dann nach den üblichen Zere» monien seinen Vortrag. In seiner wunderl chrn Tracht hört ihn Peter ernst an. Em paar Schritte davon streicht der Kanzler Golovin ab und zu verstohlen über seine kahle Platte. — Web«, wenn den gewaltigen Peter der Zom ansiel. Dann wurde niemand geschont. Artemis Petrovitsch Volynskij, der sich einer toenn auch nur sehr entfernten Verwandtschaft mit Den Romanows rühmen konnte, gehörte zu den oevorzugten Günstlingen des Zaren. So wenig er bte Gunst verdiente. Ein geldgieriger diebischer, gro.u amer Mensch und Beamter. Peter ließ aber alle Klagen gegen Volynskij unberück- fiqKigt. Bis er sich selber auf einer unvermutet unternommenen Inlveltionsreise nach Astrachan von dem trostlosen Zustande der Provinzen überzeugen mußte, deren Gouverneur Volynskij war Peter gerat ins Aasen. 3n Gegenwart der Koijerin fällt er mit seinem eisenbeschraaenen Stock über den betrügerischen Dolynskij her. Heber den Kopf donnern die Schläge, ins Gesicht fährt das Eisen, das Blut strömt, — er hätte ihm alle Knochen zerschlagen wenn nicht die entsetzte Kaiserin sich flehend ins Mittel gelegt hätte. Die Kaiserin war der einzige Mensch, der den Riesen besänftigen konnte. Selbst während seiner schweren Nervenanfälle wirkte sie beruhigend auf ihn ein. Die Kaiserin hält und streichelt ihm den Arm: „er wird sich bessern, wird dir von jetzt ab treu Wütend sitzt Peter in feinem Arbeitszimmer. Dres verfluchte russische Erdübel - die Bestechlichkeit! Wieder einmal ist er darauf gekommen, daß ein Edelmann aus altbekannter Familie seine Stellung mißbraucht, - Geld genommen hat. Der kann was erleben, wenn er jetzt heckommt. Wird nichts zu lachen haben, der Gauner. Peter faßt seinen Stock. — Aber^ der Edelmann kannte seines Zaren Menschlichkeiten, wußte wie brennend gern der Diese zum Beispiel sich als Arzt betätigte. Er erschien mit einem schmerzverzerrten Gesicht und preßte das Tuch an die Wange. Mit erhobenem Stock läuft Peter ihm entgegen. Sieht das Tuch. „Was hast du?" fragt er sofort. „•3abnf(bmeraen, Majestät, schreckliche Zahnschmerzen." ' »Ist der Zahn hohl?" „Sehr angefressen, Majestät" — Der Stock fliegt auf den Tisch. „Mach den Mund auf .befiehlt Peter. „Welcher Zahn? - Dieser? — Gleich, mein Lieber, wirst du die Schmerzen los fein. Meine Instrumente!" Tlicbt sehr geschickt und gar nicht sanft reißt Sidsf $a$n-. Draußen ist er! Peter reicht dem Edelmann em Glas Wasser: „Spül' QU t GUß. 3c&t glaubt der Schuldige den günstigen Moment gekommen. Er wirft sich dem Zaren zu Fußen^ und bittet um Gnade. brummt der abgelenkte Peter, „schämst Ms* ein Edelmann und nimmst Geld an. »Die wieder, Majestät", schwört der Schuldige „nie wieder..." -Das möchte ich mir auch ausbitten", fällt ihm blat mb w # Mit ßatt. «nJ hi# 3 jepeli «n2 MN Feier Ltdeu „jscheil brum Fall, beim fn Nach be werden ' Ürbeitsb an Een gegeben, kn, die Färberin hienen fi 1935 an tilgen. I befchaffu her Arb Bdg Ei ÜMl 0c Söioroi U8 DU an Re set em At deS Kreisamts im neuesten Amtsverkündigungs- blatt wird darauf aufmerksam gemacht, daß sich jedermann strafbar macht, der einen Hund in fremdem Jagögetnet bei sich yat und ihn außer- halb der erlaubten Verbindungswege, über 100 Schritt von diesem entfernt, frei Herumlaufen läßt. Zuwiderhandelnde sollen unnachsichtlich zur Anzeige gebracht werden. CBtebmärlte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh-(Vutzvieh-)Markt statt, am Mittwoch wird Schweinemarkt abgehalten. (Siehe beuHqe 'Be*anptr*iT*nini.) Elternabend im GdA. Auf Einladung des Jugendbundes im Gewerkschaftsbund der Angestellten, Ortsgruppe Gießen, hatten sich — wie man uns berichtet — die Teilnehmer des vor wenigen Wochen durchaeführten Berufswettkampfes im Kaufmännischen Vereinshaus zu einer schlichten Feier eingefunden. Der Vorsitzende wies auf die Bedeutung der Berufswettkämpfe für den kaufmän- Nischen Nachwuchs hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es im nächsten Jahre gelingen möge, noch eine größere Anzahl Jugendlicher für die Berufswettkämpfe zu interessieren. Im weiteren Verlauf des Abends überbrachte Dr. Wendel, Direktor der Kaufmännischen Berufsschulen, den aus den Wettkämpfen hervorgegangenen Siegerinnen und Siegern seine Glückwünsche und wies auf die Notwendigkeit hin, in Fachgruppen, Scheinfirmen und Berufswettkämpfen die Tüchtigkeit der faufmänni- schen Jugend zu erproben und zu vertiefen. Die Darlegungen des Redners losten bei den Zuhörern starken Beifall aus. Mit lebhaftem Interesse wurden auch die Ausführungen von Dr. R o 11 e n b a ch e r, Berufsberater des Arbeitsamtes Gießen, angenommen. Der Redner schilderte Einzelheiten aus seiner Berufspraris und stellte fest, daß gerade in den kaufmännischen Berufszweigen außerordentliches Ueberangebot vorhanden sei. Deshalb müßten diejenigen, die sich noch in Arbeit befinden, und vor allen Dingen die kaufmännische Jugend, danach trachten, im beruflichen Können zu erstarken, nach Mitteln und Wegen suchen, um sich für die hohen Anforderungen, die heute gestellt werden, zu quasi, fizieren. Dazu werde durch die von den Verbänden organisierten Scheinfirmen und Berufswettkämpfen eine sichere Grundlage geboten. Vom 2. Vorsitzenden konnten im Anschluß hieran mit Preisen bedacht werden: in Gruppe Ladengeschäfte Klasse I l Sieger, Klasse II 1 Sieger, Klasse III 1 Sieger; in Gruppe Kontoren Klasse I 2 Sieger, Klasse III 6 Sieger. Nach einem kurzen Schlußwort des Jungenschaftsführers fand die Feier ihren Abschluß Oie hessische Foriitvtttschast im Dienste der Arbeitsbeschaffung. Am Dienstag fand in Gießen eine Sitzung der oberhessischen F o r st b e z ir k s - gruppenGießen und Alsfeld, in denen sämtl che oberhess.sche staatliche Forstämter zusammengeschlossen sind, in Gegenwart des Chefs der Hess. Etaatsforstverwaltung, Landforstmeister Dr. h. c. Hesse, statt, um sich in eingehender Aussprache mit der Frage der öffentlichen Arbeitsbeschaffung zu befassen. Auch Vertreter der größeren Privatforstverwaltungen Oberhessens nahmen an dieser Tagung teil. Die Verhandlungen wurden durch einen Vortrag des Vorsitzenden des Arbeitsamtes Gießen, Degierungsrat V u e s . eingeleitet. Vach Darlegung der unheilvollen Auswirkungen, die di« langfristige Arbeitslosigkeit bei den von ihr betroffenen deutschen Volksgenossen zeitigt, schilderte er die drei Möglichkeiten der öffentlichen Arbeitsbeschaffung, nämlich im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes, der Votstandsarbeit und des Sosortprogramms der Reichsregierung im Gerekeplan. 3m freiwilligen Arbeitsdienst wurden Im Jahre 1932 in Oberhessen 524 Maßnahmen durchgeführt, für die Forderungsbeträge in der stattlichen Hohe von 1,8 Millionen Mark an die Arbeitsdienstwilligen ausgezahlt wurden. Kn Hand von Briefen zeigte der Vortragende, welcher Hochschähung gerade der freiwillige Arbeitsdienst sich bei den Arbeitvdienstwilligen erfreut; mit Wehmut und Sorge sehen sie dem Ende einer begonnenen Maßnahme entgegen, das sie wieder dem entnervenden, den Lebensmut und das Selbftberoufotfein untergrabenden Nichtstun überantwortet. Wurde im Jahre 1932 der freiwillige Arbeitsdienst vor allem in der offenen Form durchgeführt, io ist für 1933 eine stärkere Bevorzugung der geschlossenen Form in Aussicht genommen Maßnahmen von mehr als 4000 Tagewerken sollen nur noch zur Durchführung in geschlossenen Lagern genehmigt werden. Bis jetzt sind bereits 48 solcher Lager für Oberhessen geplant Ist der freiwillige Arbeitsdienst im wesentlichen für Jugendliche unter 25 Jahren eingerichtet, so sind die N o t st a n d s a r b e i t e n berufen, älteren Arbeitslosen bis zu 13 Wochen innerhalb eines Jahres Beschäftigung zu geben, durch die auch eine Anwartschaft aus neue Unterstützung im Falle der Erwerbslosigkeit begründet wird, was beim freiwilligen Arbeitsdienst nicht der Fall ist. Nach dem Sofortprogramm (Gereke Plan) werden Darlehen durch die Gesellschaft für öffentliche Arbeitsbeschaffung und die Rentenbankkreditanstalt an Gemeinden und öffentlich rechtliche Verbände R, mit denen Arbeiten finanziert werden sol- Meliorationszwecken, sowie der Erhaltung, Förderung und Verbesserung vorhandener Anlagen dienen sollen. Diese Darlehen sind erst vom 1 Juli 1935 an zu verzinsen und innerhalb 20 Jahren zu tilgen. Diese drei Formen der öffentlichen Arbeitsbeschaffung sind in weitestgehendem Maß geeignet, der Arbeitslosigkeit entgegenzuarbeiten. Landforstmeister Dr. H e s s e schilderte die g ü n- st i g e n E r g e b n i s s e , die die hessische Staatsforstverwaltung sowohl im Staats-, als auch im Gemeindewald mit der Durchführung von Vot- standsarbeiten und mit dem freiwilligen Arbeitsdienst im vergangenen Jahr erzielt hat Gerade der freiwillige Arbeitsdienst muh bei dem derzeitigen Mangel an Krediten in weitestgehendem Maß herangezogen werden, ins- befondere für den Ausbau und die Unterhaltung des Degnehes in den Waldungen; sind doch die für diese Zwecke im Staatswald zur Verfügung stehenden Mittel von 450 000 auf 125 000 UM herabgesetzt worden Aber auch der Gereke-Plan soll zur Durchführung der notwendigen Wegbauarbeiten im Staatswald dienen Man hofft, falls die beantragten Mittel seitens der Rentenbankkreditanstalt bewilligt werden, in Hessen etwa 70 Kilometer Veubautenaus diesem Wege durchführen zu können. 3n der eingehenden Aussprache kam der einmütige Wille sämtlicher Forstamts- vor stände zum Ausdruck, ihre gesamte Kraft zwecks Ausnutzung der in den hessischen Waldungen in reichstem Maß vorhandenen Arbeitsmöglichkeiten einzusehen und damit ihr möglichstes beizutragen zu der Gesundung und zum Wiederaufstieg des deutschen Volkes Kircke und Scvuie. Dekanatskonferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanats (Stehen. Die erste Konferenz des neuen Jahres trat am Freitag im Markussaal zu Gießen unter Vorsitz von Dekan G u ß m a n n, Kirchberg, zusammen, der nach Schriftlesung und Gebet durch Pfarrer Müller Großen-Buseck, die Anwesen- den begrüßte, darunter besond.rs den Superintendenten D. Wagner- Herzlich zu feinem 87 Geburtstag (18. F b uar) beglückwünscht wur^e der Vestor der Konferenz, Kirchenrat Strack, Gießen. Vach verschiedenen dienstlichen Mitteilungen hielt Pfarrer Müller Grohen-Duseck, ein Referat über „Mischehenproblem und ihre seelforgerliche Behandlung". Die schon immer und in allen Religionen empfundene Mischehen- not ist ein ernst zu nehmender Ausschnitt der Chenot überhaupt; sie ist sogar eine Volksnot gerade im deutschen Volke mit seiner starken konfessionellen Mischung; es gibt heute über 500 000 Mischehen in Deutschland. Besonders behandelt wurde die evangelisch-katholische Mischehe. Lebendiger evangelischer Glaube sei der beste Schuh in der Mischehe; je lebendiger die Gemeinde, desto besser die Mischehenhilfe. Den kirchlichen Vereinen falle hier eine besondere Aufgabe zu. Die Besprechung des interessanten Referats soll in der nächsten Konferenz stattfinden. Kirchenvorstehertagung in Okarben. * Ofatben, 16. Febr. Die südoberhessi- fche Dorskirchenvereinigung veranstaltete am Montag ihre erste dieswinterliche Kirchenvorstehertagung in unserer Gemeinde. Das „Klugzeug-Mutterschiff" für den Knrova-Eüdamenka-postdkenff. Die „Westfalen', em Lwyddampfer, der von der Lufthansa umgebaut wurde, hat seine erste Probefahrt als künftiger „Flugzeug-Stützpunkt" zurückgelegt. Der Dampfer wird im Südatlantik verankert werden, wo er. die von Europa kommenden Lufthansa-Flugboote mittels Stausegel und Kranen an Bord nehmen wird. Die Flugzeuge können sich dann auf dem Dampfer mit Brennstoff und Proviant versehen und mit Hilfe eines Katapults zum Weiterflug nach Südamerika starten. — Unser Bild zeigt die „Westfalen" mit einem Flugzeug, das soeben mit Hilfe des Riesenkrans (rechts) vom Wasser an Bord gehoben wurde. — ' ' . J. . .. . . - ■ —i " ' . .LJ 3m Mittelpunkt der Tagung standen Festgottesdienst und Vortrag. 3m Festgottesdienst predigte Superintendent, Oberkirchenrat D. Wagner. Chore der Schüler und des neugegründeten Kir- chenchors, sowie Sologesänge verschonten den Gottesdienst. Den Vortrag hielt Professor Lic. Stroh (Friedberg) über die Frage: „Die seelsorgerische Aufgabe der Kirchenvorsteher in der Gemeinde". Er verstand es, diese Aufgabe aus der Bibel, der Kirchenverfassung und dem eigenen Gewissen zu begründen und Wege zu zeigen, wie Heist der Wmternothilfe! solcher Dienst praktisch geübt werden könne. Prälat D. Dr. Dr. Diehl fand Worte der Anerkennung für die von der Dorfkirchenvereinigung geleistete Arbeit. Der Sonntag wurde zu einem Festtag für die Gemeinde, der ein Festgottes- dienst und eine Gemeindefeier geboten wurde. 3n ersterem predigte Pfarrer B e r n b e d (Stockhausen), in letzterer sprach außer dem Vorsitzenden der Dorfkirchenvereinigung, Dekan Scriba (Vidda), hauptsächlich Pfarrer Lange aus Frankfurt, der es verstand, die „lebendige Gemeinde" aus seiner reichen Erfahrung in Land und Stadt und die von der Großstadt kommenden Gefahren zu schildern. Beide Feiern wurden durch musikalische Darbietungen ve^chönt. — Die südoberhessische Dorfkirchenvereinigung wird am 27. Februar noch eine zweite gleiche Tagung in D aller n h e i m abhalten. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 19. Februar, 17 bis gegen 22.15 älhr: „Parsifal". — Montag, 20., 20.00 bis gegen 23.00; „Der Postillon von Lon- jumeau" und „Die Puppensee". — Dienstag, 21., 19.30 bis 22.45: „Die Csardasfürstin". - Mittwoch, 22., 20.00 bis nach 22.30: „Der Barbier von Sevilla". — Donnerstag, 23., 20.00 bis 22.45: „Cavalleria rusticana" und „Der Bajazzo". — Freitag 24.; Geschlossen. — Samstag, 25., 18.30 bis nach 23.45: „Parsifal". — Sonntag, 26., 14.30 bis 17.30: „Der Freischütz". 1930 bis 22.45: ..Die Csardasfürstin". — Montag, 27.: Geschlossen. Schauspielhaus. Sonntag, 19. Februar, 11.30 Tlhr: Vortrag von Dr Bernhard Diebold: „Vom Drama zur Szene". 15.30 bis nach 17.45: „Moral". 20.00 bis gegen 23.00: „Lulu". — Montag. 20., 15 30 bis 17.30 (geschlossene Vorstellung für Erwerbslose): „Der mutige Seefahrer". 20.00 bis 22 30: „Kollege Crampton". — D.enstag, 21., 20.00 bis nach 23.00: „Lulu". — Mittwoch 22., 20 00 bis 22.30: „Kollege Crarnp- ton“. — Donnerstag, 23., 20 bis 22.30: „Arnphi- tryon". —. Freitag, 24-, 20.00 bis nach 23.00: „Lulu". — Samstag, 25., 20.00 bis nach 23.00: „Lulu". — Sonntag, 26-, 1600 bis nach 18.15: „Moral". 2000 bis 22.30: „Amphitryon". — Montag, 27., 20.00 bis gegen 23.00: „Die 3nur- naliften". Briefkasten der Redaktion iRechlsguiachien |inö ahne Vervindlichteit der Sdjrittleitung i S. Ar. Wenden Sie sich an die Siedlerberatungsstelle Franifurt a. M, Mainkai 13. Leiter der Siedlerberatungsstelle ist Dr. R i ß. Rtrdihcbe Jlodiricbfcit Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 19. Februar. Sexagesimae. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker, 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfr. Becker; 17: Pfr. Muhr — Dohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld, 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbefprechuna, Pfarrassi- stent Knell. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9J0: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — pelruskapelle. 9.45: Pfarrasfistent Knell. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kinder- gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 13. Kindergottesdienst. — Dieseck. 9.45: Hauptgot- tesdienst; 11. Kinderkirche. — Aiten-Buseck. 10: Gottesdienst; 13; Kinderkirche — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Kirchberg. 18.30: Mainzlar. 13.30: Daubringen. — hauscn-Garbenteich. — 10: Garben- teirf). 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 13: Haup'^ottesdienst; 14: Kinderkirche — Grüningen. 10. Hauptgottesdienst. — Lich. 10: Missionar Sauf; 17.45; Kindermissionsgottesdienst; 20.15: Missionsgemeindeabend in der Kirche. katholische Gemeinden. Samstag, den 18. Februar, Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 19. Februar. Sexagesima. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- digt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt, 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt, 20: Vortrag und Andacht. — Vidda. 830: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.15: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 22. Februar. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Lonntansdienft d.Aerateu.Ävotlieten nm 19.*2.33. Dr. Mehl. Di Ploch. Ennelarrotbeke. Sabnnnt: Dr Wertheim. ,d TELE FUN KEN wte.oi'fretuüt. Wit wie er Sender nach Sender bringt aus ganz Europa, das müssen Sie beim ,,Telefunken 2 31" selber hören! Sonst trauen Sie ihm eine solche Leistung doch nicht zu; denn der „Telefunken 231" kostet einschließlich Röhren nur RM 189,— (für Gleichstrom RM 199,—) und mit eingebautem Freischwinger-Lautsprecher i.ur RM 218,— bzw. RM 228,—. A. Ruhl jr., Blockstraße 12; Karl Hecke. 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Februar, nachmittags 1 *4 Uhr. vom bterbehause aus statt Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres teuren Entschlafenen sagen wir unseren herzlichsten Dank In tiefer Trauer: Margarete Seibert wwe. In tiefer Trauer: Karl Rohrbach und Kinder nebst allen Angehörigen. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer teueren Entschlafenen sprechen wir unseren tiefgefühlten Dank aus. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Konr. Anton Artz. Unsere geliebte Mutter. Schwiegermutter. Großmutter, Schwester, Scnwägeiin und Tante Frau Elisabeths Maria Fritzel geb. Michel ist nach kurzem Kranksein. 3 Tage nach dem Heimgang ihres Gatten, sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen; Albert Fritzel u. Frau Hilde, geb Walther Ludwig Ihring u Frau Meta, geb Fritzel. Die trauernden Hinterbliebenen: Fami.ie Heinrich Faber VII. Familie Wilhe m Meier Großen-Linden, 17. Februar 1933. nebst allen Angehörigen. Nr. 42 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, (S. gebruar 1935 Straßenbahn-Erweiterung nach Klein-Linden und Krofdorf. Seit 22. Dezember v. 3. verkehrt die Straßenbahn von Gießen nach Wieseck bis zur Ortsmitte. Die Frequenz der neuen Linie hat sich bisher in befriedigender Weise entwickelt. Eine weitere Steigerung des Verkehrs dürfte mit Sicherheit zu erwarten sein, sobald die allgemeinen Wirt- schastsverhältnisse sich bessern und dadurch für zahlreiche Wicsecker Einwohner wieder Arbeitsmöglichkeiten in Gießen, Weylar ufto. vorhanden sein werden. Jedenfalls hat die bisherige Ver- kchrsentwicklung schon überzeugend dargetan, daß die nach jahrelangem Streben zustandegekommene Erweiterung der Straßenbahnlinie nach Wieseck einer Notwendigkeit entspricht und auch wirtschaftlich gerechtfertigt ist. Die gleichen Verhältnisse find hinsichtlich des Verkehrs zwischen Gießen und Klein- Linden und zwischen Gießen und Krofdorf anzunchmcn. Gegenwärtig ist auf beiden Strecken der Kraftpostlinien-Dienst im Gange. Die Postomnibussc sind nach unseren Beobachtungen im großen und ganzen gut beseht, jedoch ist die Zeitspanne zwischen den Fahrten zum Teil zu groß, so daß von einer ausreichenden Vefriedi- gung deS ständigen Verkehrsbedürsnisses nicht gesprochen werden kann. Diese Tatsache mag ihre Begründung darin haben, daß insbesondere im Nahverkehr auf der Postautolinie über Klein-Lin- den wegen der großen Fahrplanlücken die Wirt- schastlichkcit des Betriebes nicht gegeben ist. Ferner spielt hier, wie auch auf der Linie nach Krofdorf, die Ungunst der Arbeitsmarktlage eine gewichtige Nolle. Ebenso ist die Höhe des Fahrpreises von wesentlicher Bedeutung: übrigens wird dieser Gesichtspunkt auch dann noch eine sehr bedeutsame Nolle spielen, wenn wieder mehr Ar- bcits- und Verdicnstmöglichkeit vorhanden sein wird, da der Faktor Fahrtunkosten natürlich im Nahmen eines Arbeitereinkommens immer erheblich ins Gewicht fällt' N!an muß sich darüber klar sein, daß vom Standpunkt des ständigen Verkehrsbedürfnisses aus der Kraftomnibusverkehr zwischen Orten mit lebhaften Wirtschaftsbeziehungen immer nur ein . Dehelfsmittel ist. Die umfassende Befriedigung des Derkehrsbedürfnisses, d. h. die Bereitstellung von Fahrtmöglichkeitcn in kurzen Zeitabständen, wird nur durch eine Straßenbahnverbindung erreicht werden. Von diesem Standpunkt aus hat man bisher bei den Erwägungen über die Schaffung von guten Vcrkehrsverbindungen zwischen Gießen und Klein-Linden bzw. Krofdorf die Aufgabe betrachtet, und der gleiche Gesichtspunkt besteht auch ferner zu Necht. An diesen Sachverhalt wird man sich erinnern müssen, wenn man jetzt bei der Llmschau nach guten und wirtschaftlich vertretbaren Arbeitsbeschasfungsmöglichkciten auf das Projekt der Straßenbahnerweite- rung von Gießen nach Klein-Linden bzw. nach Krofdorf zurückkommt. Das her- annahendc Frühjahr, von dem weite Devölke- rungskreise Arbeitsgelegenheit erhoffen, und die guten Erfahrungen beim Bau der Straßenbahn nach Wieseck lassen es angezeigt erscheinen, die Verwirklichung der im Projekt bereits ausgearbeiteten Straßenbahnlinie nach Klein-Linden und nach Krofdorf zur Inangriffnahme im Laufe dieses Jahres zu empfehlen. Die Bedingungen für den Dau dieser Linien sind verhältnismäßig günstig, da bekanntlich das Neich die Erschließung aller wirtschaftlich aussichtsreichen Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten finanziell begünstigt und auch die Wirtschaft, sowie die Arbeiterschaft großes Interesse an der Schaffung neuer Betätigungsfelder haben. Für den Bau der Straßenbahnlinie nach Klein-Linden sind u. W. drei Möglichkeiten vorhanden. Die Ueberquerung der Bahngleise in der Frankfurter Straße ist leider nicht durchführbar, da eine Niveaukreuzung von Straßenbahn und Reichsbahn gesetzlich nicht zulässig Oie Lichisiadi zur Kriseuzeit. pariser Brief. Don unserem ?.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, Mitte Februar 1933. Man merkt nicht viel von Karneoalstimmung in Paris. Dia Zeiten sind ernst — eine Behauptung, die man diesmal nicht allein in der Kammer zu hören bekommt. Und ernste Zeiten spiegeln sich am ehesten gerade in denjenigen Veranstaltungen, die heiter wirken sollen: es hastet ihnen irgend etwas Gezwungenes an. Selbst diejenigen, die die immerhin auch in Frankreich herrschende Krise nicht unmittelbar zu fühlen bekamen, haben die Lust an lauter Unterhaltung verloren. Und die große Masse denkt überhaupt recht wenig an außergewöhnliche Zerstreuung. Die Kinos sind allerdings voll und die Krisen der Filmgesellschaften scheinen nur auf die üblichen Gründe, die der Filmindustrie „spezi- fisch" sind, zurückzugehen. Jedenfalls hat das Wirtschaftsleben viel dunklere Kapitel. Die Theater klagen und bei der Suche nach Hilfsmitteln scheinen alle gleichzeitig auf die Idee verfallen zu sein, ausländische Autoren zu spielen. Alte Kenner ver- sichern, daß sie noch nie eine solche Invasion fremder Stücke erlebt haben, wie jetzt: ähnlich geht es bei den Verlegern, denen es im übrigen besonders schlecht geht. Schon hört man „Befürchtungen", daß der kulturelle Einfluß Frankreichs im Auslande dadurch leiden werde. Nichts wäre aber verfehlter, als das Leben in Paris auf Grund solcher Eindrücke beurteilen zu wollen. Theater und selbst Kinos sind der breiten Masse ziemlich gleichgültig, wenn man auch in den Dorstadtkinos vielen Gesichtern begegnet, denen es man ansieht, daß sie das kleine Vergnügen mit Spar- Sous erkauft haben. Paris ohne Ausländer. Das Schlagwort ist schon beinahe banal geworden, und stimmt doch wörtlich genommen nicht. Es gibt noch immer Ausländer, wenn auch ihre Zahl — und die „Qualität", sagen die Luxusgeschäfte — sich sehr stark vermindert hat. Die Ausländer steigen dementsprechend in der allgemeinen Wertschätzung — Heiner^ oder größere Neisekara- toanen aus Mitteleuropa (selbst auf Tauschgrundlage) werden mit einer geschäftshungrigen Freude gefeiert, mit der man in den schon fast vorgeschichtlich scheinenden guten Z: ten nicht einmal die begüterten Amerikaner ausnahm. Der früher so starke angelsächsische Einschlag ist wie verschwunden und unter der oberflächlichen Tunke kommen jetzt manche Züge des alten Pariser Lebens wieder zum Vorschein. Man stellt sich wieder mehr auf das bürgerliche Publikum ein, aus Luxuslokalen für Millionäre werden höchst bürgerliche Kaffeehäuser. Um das Luxusleben steht es schlecht, auf den vornehmsten Straßen, in den schönsten Villenvierteln prangen ist. Cs bestehen aber Möglichkeiten, den Bahnübergang in der Frankfurter Straße zu umfahren. Ein Vorschlag geht dahin, vom ßubtoiga- platz aus eine Linie durch die Ludwigstraße (Unterführung der Bahnbrücke) und das Klinikviertel nach Klein-Linden zu schaffen, wobei gleichzeitig das Süd- und Klinikviertel für den Straßen- bahndienst erschlossen werden könnte. Die Bewohner dieses Viertels würden zweifellos diese Verkehrsmöglichkeit begrüßen. Ein anderer Vor- schlag stützt sich auf die Errichtung einer Straßenbahnbrücke vom Gelände der Alten Klinik aus über den Bahnkörper hinweg nach der Frankfurter Straße, um auf diese Weise die Niveaukreuzung mit der Reichsbahnstrecke zu vermeiden. Man kann aber auch an einen Pendelbetrieb zwischen Klein-Linden und Ecke Frankfurter Straße, Wilhelmstraße mit Umsteigemöglichkeit überall die Tafeln „Zu vermieten". Selbst in den Straßen, wo man früher nur durch gute Beziehungen Wohnung oder Geschäftslokale erhalten konnte, scheut man sich nicht mehr, vor den „unfeinen" Anp.e.sungen. Selbst die ewigen Feinde der Pariser, die Portierfrauen, sind höflich geworden, obgleich die Mieten unregelmäßig einfliehen. Ob in Paris, oder auf dem Lande: seit einigen Wochen können dem Reisenden die zahlreichen und sich immer wiederholenden Demonstrationen nicht entgehen. Es sind sonderbare Kundgebungen und sonderbare Demonstranten. Es geht nicht um die Politik, sondern gegen d i e Politik. Und die Masse, die von den Polizisten — die gleicherweise immer in Masten erscheinen — im Zaum gehalten wird, sieht ganz und gar nicht umstürzlerisch aus. Es sind unwillige Steuerzahler, bald die kleinen Kaufleute und Rentner, bald Landwirte und Unternehmer. Kurz, es demonstriert diejenige Menschensorte, die früher die beste Kundschaft der Vergnügungslokale bildete. Cs gibt viele, die die sich täglich in anderer Form wiederholenden Kundgebungen unterschätzen, andere dagegen, und darunter manche besorgte Historiker, versichern, daß es in Frankreich ein schlimmes Zeichen sei, wenn die sonst friedlichsten Bürger auf der Straße demonstrieren. Das scheint sich auch der Duc deGuise.der bourbonische Thronprätendent Frankreichs, gedacht zu haben. Große gelbe Plakate verkünden in Paris, daß mit der staatlichen Vergeudung nur durch die Rückkehr zur reinen Privatwirtschaft aufzuräumen sei. Um aber zu dem nationalen und ehrlichen, zu dem unabhängigen, unparteiischen und stabilen Staat zurückzukommen, müsse man den Weg der Diktatur beschreiten. Die Diktaturder Monarchie! Man ist in Paris politischen Plakaten gegenüber skeptisch und man nimmt von ihnen wenig Notiz. Dieses Schicksal teilten sie bisher mit den royalistischen Kundgebungen, die gewöhnlich nur von jugendlichen Anhängern der „Action Fran^aise“ veranstaltet werden. Das Plakat des Thronprätendenten berührt aber doch eine empfindliche Seite der französischen Bürger, man interessiert sich wenig für Diktatur und Monarchie, aber um so mehr für bie Gleichheit vor dem Fiskus. Man klagt weit und breit, daß die Steuern parteiisch angeseht werden, und die Kammer bei ihrer Festsetzung von marxistischen Gesichtspunkten ausgeht. Die Einkaufsgenossienschaften. die jährlich 18 Milliarden Umsatz aufweisen, sind nicht besteuert, während der Kleinhändler unter den Steuerlasten stöhnt. Und das soll nur ein Beispiel fein... Die Politik war noch nie so unvolkstümlich wie jetzt, doch schließlich ist das auch nur eine Form der Politik... beim Katholischen Dereinshaus denken, wobei allerdings — was jedoch kein Hinderungsgrund fein dürfte — die Schaffung eines Straßenbahn- depots in Klein-Linden erforderlich wäre. Welcher von diesen Vorschlägen den Vorrang verdient, soll in diesem Zusammenhang nicht untersucht werden, immerhin wird die gleichzeitige weitmögliche Erschließung des Südviertels beim Straßenbahnbau nach Klein-Linden eine hervorragende Rolle spielen müssen. An der Schaffung dieser Verbindung hat auch Klein-Linden sehr großes Interesse, denn für diesen Ort, der schon auf anderen Versorgungsgebieten eng mit Gießen verbunden ist, wird die Tatsache einer billigen und häufigen Fahrtmöglichkeit im Verkehr mit Gießen von weittragender Bedeutung sein. Angesichts der vorerwähnten günstigen Verhältnisse für den Bau der Strahenbahnverbin- dung sollten die berufenen Vertretungskörperschaften bzw. die Verwaltungen beider Orte nicht zögern, umgehend in eine ernstliche Prüfung der Angelegenheit einzutrcten und dabei alle Kräfte anzuspannen, um aus dem jahrelangen Projektieren nunmehr — wie Wieseck — zur Tat zu kommen. Die gle'che vordringliche Gegenwartsausgabe besteht auch für die Verwirklichung der Krof - dorscr Ve.kchrswünsche. Rach d.eser Richtung wird die Linienführung einfach sein: sie wird wohl nur vom Marktplatz aus durch die Neustadt über d'.e Lahnbrücke entlang der Landstraße gehen können, wenn die Wirtschaftlichkeit des Betriebs nicht in Frage gestellt werden soll. Im Jahre 1927 wurde die Schaffung dieser Linie zwischen Krofdorf und Gießen bereits erwogen, leider kam es damals aber nicht zur Tat, da mancherlei Umstände der Verwirklichung der guten Absicht hinderlich waren. Falls etwa die Verwaltung der Diebertalbahn dem Projekt Schwierigkeiten in den Weg legen sollte, vielleicht unter Hinweis auf ihre von der hessischen Regierung ohne Vor- wissen des Kreisamtes Gießen und der Gießener Stadtverwaltung auf viele Jahre verlängerte Konzession, so kann man mit guter Begründung erwidern, daß der im Fahrplan und im Zustand der Verkehrsmittel mangelhafte Betrieb der Diebertalbahn als Defriedigung des Verkehrs- bedürfnifses der Gemeinden Krofdorf, Launs- bach und Fellingshausen in keiner Weise angesehen werden kann, ferner eine Straßenbahn- Verbindung Gießen—Krofdorf der Diebertalbahn auch keinen Abbruch tun wird, da kein Krofdorfer Einwohner, wenn er Gießen aussuchen will, erst nach dem Haltepunkt Krofdorf der Diebertalbahn an der Landstraße bei Rodheim wandern wird, um von dort die nicht gerade bequeme Fahrt mit dem Dieberlieschen anzutreten. Bei der hier gegebenen Sachlage ist als allein entscheidend festzuhalten, daß das lebenswichtige Verkehrsinteresse der Einwohnerschaft von Krofdorf und der Nachbarorte unbedingt den Vorzug vor einem ungenügenden Kleinbahnbetrieb haben muß. Der Betrieb einer Straßenbahn zwischen Gießen und Krofdorf wird übrigens nur dem Personenverkehr zu dienen haben. An die Möglichkeit einer Güterbeförderung. von der man im Jahre 1927 besonders in Krofdorf hörte, wird wohl kaum zu denken sein, da die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen solchen Teilbetrieb kaum gegeben sind. Das Schwergewicht aller Anstrengungen wird jedenfalls auf die baldmöglichste Herstellung des Straßenbahn-Personenverkehrs zu legen sein. Man darf wohl hoffen, daß beide Gemeindeverwaltungen es jetzt angesichts der verhältnismäßig günstigen Llmstände an einem Vorstoß zur Verwirklichung des Projekts nicht fehlen lassen werden. Wettervoraussage. Die Störungstätigkeit hat sich über ganz Deutschland entfaltet und bleibt zunächst bestimmend für unsere Wetterlage. Durch den tiefen Druck wird vom Ozean teils milde, teils auch kalte Luft nach dem Festland hingesaugt, so daß sich das Wetter wechselhaft und noch winterlich gestalten wird. Es treten dabei öfters, wenn auch teils leichtere Schneefälle auf. Die Temperaturen schwanken tagsüber um den Gefrierpunkt und kommen zeitweise darüber zu liegen, während nachts weiterhin Frost auftritt. Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölkt mit zwischenzeitlichem Aufklaren, Temperaturen tags um den Gefrierpunkt, nachts noch Frost, zeitweise Schneefälle. Lufttemperaturen am 17. Februar: mittags minus 1,2 Grad Celsius: abends 0,3 Grad. Am 18. Februar: morgens minus 0,4 Grad. Maximum 2 Grad, Minimum minus 6 Grad. Niederfchläge 0,2 Millimeter. Sonnenscheindauer VJt Stunden. Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 17. Februar: abends minus 0,8 Grad: am 18. 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Das befriedigende Ergebnis der Stillhalteverhandlungen und das anhaltende Interesse für Spezialwerte veranlaßten die Speku- lation zu Deckungen und Rückkäufen. Das Publikum war erst im Verlaufe etwas stärker im Markte, eine Beobachtung, die nahezu jeden Samstag wegen des früheren Börsenbeginnes zu machen ist Die Abweichungen gegen den Vortag waren zumeist nicht sehr groß. Abschwächungen von mehr als 1 v. H. waren überhaupt kaum zu beobachten, lediglich Süddeutsche Zucker eröffneten 1,25 v. $). niedriger. Demgegenüber waren Rheinische Braunkohlen, Westeregeln, Akkulumatorenfabrik, Lah- meyer, Berlin-Karlsruher Industrie, Stöhr und Reichsbank 1 bis 2 v. j). fester. Im Verlaufe waren dann besonders Montane, unter Führung von Gelsenkirchen und Rheinstahl, stärker gefragt, daneben bestand etwas größeres Interesse für Contigummi, die 2,50 d. S). gegen den Anfang anzogen und Salz- detfurfh, die mehr als 1 v. S). gewannen. Im übrigen war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, da auf den mehr vernachlässigten Märkten auch kleine Abbröckelungen festzustellen waren. Deutsche Anleihen lagen f e st e r, besonders Altbesitz gewannen insgesamt 0,75 o. H. Variable Industrieobligationen zeigten kein ganz einheitliches Aussehen, waren aber etwas freundlicher veranlagt. Reichsschuldbuchforderungen konnten etwa 0,50 v. f). gegen den Vortag gewinnen. Auch Reichsbahnvorzugsaktien zogen bis auf 93,75 v. f). an. An den übrigen festverzinslichen Märkten war das Geschäft nicht sehr groß, die Tendenz konnte jedoch als durchaus freundlich bezeichnet werden. Verschiedentlich ergaben sich Steigerungen um etwa 0,50 d. S). Von Ausländern fielen Oesterreicher durch freundlichere Haltung auf. Oesterreichische Staatsrente von 1914 war beinahe 0,50 v. H. höher. Sonst ergaben sich keine ganz einheitlichen Veränderungen. Am Geldmarkt blieb die Situation weiter leicht. Tagesgeld war unverändert 4,40 bzw. 4,25 v. H. an der unteren Grenze. Prioatdiskonten waren weiter gesucht, doch lag angesichts der Hoffnung auf eine baldige Diskontsenkung kaum Angebot vor. Reichswechsel per 15. Mai und Reichsschätze per 16. Oktober waren weiter gefragt. Sranffurf freundlich. Frankfurt a. M., 18. Febr. (WTD.-Draht° Meldung.) Unter dem Eindruck der Tendenzbesserung in Reuyork und des befriedigenden Abschlusses der Berliner Stillhalteverhandlungen blieb die Stimmung auch zum Wochenschluh freundlich. Infolge des nur sehr geringen Ordereinganges seitens der Spekulation übte auch die Kulisse Zurückhaltung, so daß die Um- sahtätigkeit keine Belebung erfahren hatte. Lediglich einige Spezialwerte erfreuten sich etwas größeren Interesses. Gegen die Abendbörse betrugen die durchschnittlichen Erhöhungen von 0,50 bis 1 Prozent. Darüber hinaus konnten sich Bekula um 1,13 Prozent, Reichsbank um 1,25 Prozent und Conti- gummi um 2,75 Prozent befestigen. IG. eröffneten mit 109,40 Prozent zwar 0,75 Prozent höher, gingen aber dann auf 109 Prozent zurück. Montanwerte lagen durchschnittlich von 0,40 bis 0,65 Prozent höher. Buderus gaben leicht nach. Bon Elektrowerten lagen Gesfürel 0,75 Prozent, Schnckert 0,40 Prozent und Siemens 0,50 Prozent freundlicher. 2m übrigen eröffneten Süddeutsche Zucker 1 Prozent, Deutsche Linoleum und Contilinoleum je 0,50 Prozent, Daimler Motoren 0,25 Prozent und Hapag 0,13 Prozent höher. Deutsche Atlanten Telegraf lagen mit 124 Prozent unverändert. Am Rentenmarkt war das Geschäft weiter ruhig, mehr Interesse zeigte sich für Alt- besitz (plus 0,50 Prozent) und späte Reichs- schuldbuchforderungen mit plus 0,65 Prozent. Reubesitz lagen 0.13 Prozent höher. Am Aus- lanbrentenmarft blieben Rumänen gut behauptet. Der Pfandbriefmarkt hatte nur sehr kleinen Umsatz. Die Kurse lagen meist unverändert. Auch Staats- und Stadtanleihen, sowie Industrieobligationen waren sehr lebhaft und etwa behauptet. Bon fremden Werten lagen Rumänen gehalten. Im 03erlaufe war nur vereinzelt Umsatz zu verzeichnen. Während IG. bis auf 108,50 Prozent abbröckelten und auf den übrigen Gebieten meist etwas Rachfrage war, waren einige Montanwerte ziemlich gut gehalten. So lagen Gelsenkirchen 2 Prozent und Mannesmann 1 Prozent fester. Deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen unverändert. Dberbeffen. Landkreis Gieken. CO Klein-Linden, 17. Febr. Der evangelische Kirchenvorstand beschloß in seiner letzten Sitzung, die K i r ch e n st e u e r für das Rechnungsjahr 1933 um ein Prozent, von 10 auf 9, zu ermäßigen. A Wiefeck, 18. Febr. Gestern abend fand im Saale der Bürgermeisterei die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Kommandant Adolf Schäfer gedachte des verstorbenen Kreisfeuerwehrinspektors Dik- köre, den die Anwesenden durch Erheben von ihren Plätzen ehrten. Der vom Kommandanten erstattete Geschäftsbericht zeigte, daß die Wehr auch im Jahre 1932 rege tätig war, wenn auch die Beteiligung einer Anzahl Mitglieder bei den Hebungen zu wünschen übrig ließ. Der vom Rechner erstattete Kassenbericht ergab, daß die Wehr auch in dieser Hinsicht gut dasteht. Bei den Wahlen wurde der gesamte Borstand wiedergewählt. Der Hebungsplan für 1933 wird vom Kommandanten festgelegt. Eine größere Aussprache ergab die Feier des 10jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr. Cs wurde beschlossen, diesen Tag nicht ungefeiert vorübergehen zu lassen. X W ief e ck, 17. Febr. Evangelist Urban (Möttlingen* xhielt gelegentlich einer ©Bange« lisationsreise auch in unserer Kirche eine Feierstunde ab, zu der sich über 250 Besucher, auch aus Gießen, eingefunden hatten. Der Redner sprach von der falschen und von der rechten Ruhe des Christenmenschen. Das Schlußgebet sprach Pfarrer Hardt (Groh-Rechtenbach), ein zeitgemäßes Schlußwort sprach der Ortsgeistliche. • Alten-Buseck, 17. Febr. Die hiesige Sängervereinigung hielt dieser Tage tm Saale von W. Rühl ihren Familienabend ab. Der erste Borsitzende W. Mutig begrüßte die Teilnehmer und wünschte dem Berein und feinem neuen Dirigenten (L. Schreiner) erfolgreiche Zusammenarbeit. Die von den Sängern unter Leitung von Dirigent Schreiner vorgetragenen Chöre fanden reichen Beifall und ließen eine sorgfältige Schulung erkennen. Humorvolle Gedichtvorträge und musikalische Darbietungen des hiesigen Mandolinenklubs füllten den restlichen Abend. z Rödgen, 17. Febr. Auf Veranlassung von Frau Pfarrer Bönning versammeln sich jeden Donnerstagabend eine Anzahl junger Mädchen in der Kinderschule, um unter Leitung von Fräulein S ch w ö b e l - Gießen Handarbeiten zu machen. Jedem Mädchen ist hier Gelegenheit gegeben, Rat und Förderung für feine RLh- und Handarbeiten sachkundig zu erfahren. :/: Beuern, 17. Febr. Die Tiroler Volkskunstgruppe, de bereits in Gießen ein Gastspie. gab, erfreute auch die Einwohnerschaft unseres Ortes. Diele Besucher hatten sich eingefunden. Der Ehrenvorsitzende des Volksbildungsvereins, Dr. H e n ß (Gießen), begrüßte die Teilnehmer, insbesondere die Gäste aus Tirol. Die Darbietungen befriedigten die Zuhörer außerordentlich und fanden starken Beifall. Zum Schluß sprach Studienrat Dr. König (Gießen) über die Aufgaben des Vereins für das Deutschtum im Ausland. D Lich , 17. Febr. Am Mittwoch verstarb Fabrikant Gwrg S ch i e f e r ft e i n, b:r Begründer der weit über die Grenzen unseres Hessenlandes hinaus bekannten Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen. Aus dem benachbarten Ettingshausen stammend, kam er als junger Mann in unsere Stadt, in die Schmiede am Schlohplatz, übernahm später diese und baute sie zu einer Schlosser- und Maschinenwe.kstätte aus. Schon vor dem Kriege genügten die engen Räume nicht mehr den Anforderungen, so daß das Geschäft in neuerbauten Räumen in der verlängerten Bahnhofstraße untergebracht werden mußte * Lich, 18. Febr. Die Wiederbesehung der Stelle des Feuervifitators des 5. Bezirks (Burkhardsfelden, Eberstadt, Ettingshausen, Hattenrod, Lich, Münster, Rieder-Bessingen, Ober- Bessingen, Oberhörgern und Oppenrod) ist durch den Tod des Feuervisitators S t e n g l e r (Lich) notwendig geworden. In einer Bekanntmachung im Amtsverkündigungsblatt werden Maurermeister oder sonstige geeignete Personen, die in dem Bezirk wohnen und sich mit der Absicht tragen, die Stelle zu übernehmen, aufgefordert, sich beim Kreisamt Gießen zu bewerben. 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Merlin sah wie sich ihre Muskeln spannten, als sie den Motor antrieb. Dann ein Helles Einschnappen der blaulackierten Türe. Mit der Linken winkte sie noch einmal nach Lisaweth zurück, die mit einem Kopfschütteln dem dahinsurrenden Wagen nachblickte. ♦ Stephanie hielt Wort. Merlin brauchte nicht im Geringsten um sein Leben besorgt zu sein. Zwar flitzten die Alleebäume ganz verdächtig rasch vorüber. Aber als man dann in den Schatten des Waldes einfuhr, mäßigte sie das Tempo. Jedes einzelne Fleckchen kannte sie noch. Ueberall verband sich ein liebes Erinnern damit. Hier hatte sie einmal den ersten Steinpilz gefunden und dort bet einem Picknick zwischen Farn und Moos gelegen. Merlin mußte sich, während sie plauderte, immer wieder vergegenwärtigen, daß es nicht mehr das süße, kleine Ding, sondern eine erwachsene Dame war, die neben ihm am Steuer saß. An der Försterei, die zu Ichenhausen gehörte, machten sie Halt, tranken Kaffee und aßen von dem Kuchen, den ihnen die muntere Frau oorstellte. Stephanies Augen waren ganz voll Sonntagsandacht. und während sie einen schillernden Grashüpfer von Merlins Aermel strich, sagte sie versonnen: „Ich weiß gar nicht, wie ich das so lange hab' aushalten können." „Was denn, Fräulein Steffie?" „Das Weglein von hier." „So gern sind Sie da, Kind?" „3a, so gern!" Er täuschte sich nicht. Es schimmerte eine Träne auf ihren Wimpern. Er wußte nicht, wie ihm geschah, und wie er die Worte fand, die sich ihm jetzt auf die Zunge drängten. „Aber immer oableiben, gelt, Kinder!, das möchten Sie nicht?" „Mögen schon!" Es lag nur ein ganz klein wenig Staunen in ihrem Blick. „Aber der Onkel Rochus, der kann mich doch nicht brauchen, ich mein-- für immer und die Mama--" „Das wäre nicht recht! Nicht wahr?" Er horchte mit geschärftem Ohr und beugte sich etwas zu ihr hinüber, obwohl er kein Viertelmeter von ihr ab saß. „Die Mama?" Steffie sah nach der Waldwiese auf welcher die beiden Kinder der Förstersleute Bunde- kuh fpielten. „Die ist nur für die Stadt, ja!" Sie holte tief Atem. „Und Sie, kleine Steffie?" „Ich möcht' so bitter gern hier bleiben. Aber es geht halt nicht." Sie erhob sich und knöpfte den Mantel, der ihr zu warm geworden war, wieder in die Oesen. In der Richtung, in welcher der Wagen stand, tauchte jetzt eine Livree auf. „Die Mama hat schon wieder Angst", sagte sie lachend, als der Jettenbacher Se- bieiue ra>cy zwischen oen Baumen oerscywano. „oie ist immer gleich voll Sorge, wenn ich etwas langer ausbleibe." „Nun gibt's wohl Zank?" neckte er. „D nein, das nicht!" „Sie haben niemals gefühlt, daß es Ihre Stiefmutter ist?" „Nie! Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wie meine Mutter ausgeseyen hat. Vier Jahre war ich, als mein Vater sich die zweite Frau ins Haus holte, eie ist mir ans Herz gewachsen wie eine rechte. Ich habe gar nichts an üiebe entbehrt. Nur manchmal ist ihre Sorge zuviel gewesen." Stephanies Hand lag wieder am Steuer. Sic blickte nach der Richtung, in welcher die Sonne durch die Tannen leuchtete und ein blaues Schieferdach dahinter auftauchte. Merlin faß still. Es erging ihm wie der Lisaweth. Seine Träume umspannen das schone Mädchen, das da im raschen Tempo den Wagen dahingleiten ließ. — Wenn sie die „Rechte" für seinen Einzigen wäre? Es überlief ihn siedendheiß dabei. Sie besaß alles, was eine Frau besitzen muß, um einen Mann zu beglücken: süße Blonoheit und weibhaftes Anschmie- gen. Sorgloses Kinüerlachen und die schönste Gabe, die ein Menschenkind zu verschenken hat, ihre Jugend. „An meinen Sohn entsinnen Sie sich wohl nicht mehr?" sagte er unvermittelt und erschrak selbst em wenig dabei, als könnte sie sofort erraten, was er wollte. „Fast nicht mehr, nein!" Der Wagen fuhr jetzt den Ehaufseerand entlang, und sie muhte achthaben, an keinen Baum zu streifen. „Onkel Rochus hat gestern abend gesagt, daß er immens gescheit ist. Da können Sie schon recht stolz auf ihn sein!" Merlin schwieg und hatte ein wehmütiges Lächeln um den Mund. „Zu Weihnacht werd' ich sechzig, Fräulein Stephanie." „Tun Sie zehn weg, Baron, das glaubt Ihnen jeder." „Und hab' noch keine Enkel", übersprang er ihre Zwischenrede. Beinahe wäre der Wagen an einen Randstein gestreift, so steif hatte sie das Steuer zwischen den Fingern gehalten. „Ein so gescheiter Mann wie Baron Hans Jörg findet eben nickt so leicht eine Frau, die seiner würdig ist", sagte sie mit gewollter Gleichgültigkeit und ärgerte sich, daß ihre Wangen blutübergoffen waren. „Gescheit müßte sie gar nicht fein, Fräulein Steffie. Nur ihn verstehen, das mühte sie!" „Und lieb haben", ergänzte das Mädchen, den Blick geradeaus gerichtet, wo jetzt die Umrisse von Schloß Jettenbach auftauchten. „Ja, lieb haben, Fräulein Steffie." Das schöne Gesicht neigte sich errötend nach dem Steuer herab. „Könnten Sie das, kleine Stephanie?" Merlin horchte, als hinge seine ganze Seligkeit von ihrer Antwort ab. „Ich weih nicht!" „Nein? —" „Ich weiß nicht", zitterte es zum zweitenmal zu ihm herüber. „Schade!" Merlin strich behutsam über den Rücken ihrer sonnverbrannten Hand, „vergessen Sie, daß ich Sie das gefragt habe, Kind. Manchmal läuft einem halt das Herz über von dem, was man gern haben mochte. Und eine Schwiegertochter wie Sie, und Enkelkinder auf den Knien, das möcht' ich halt fo gern, Fräulein Steffie." Hundegekläff fuhr zwischen feine Worte. Vier Rüden umkreisten den Wagen und vollführten einen wahren Hexentanz. Von allen Seiten kamen die Jettenbach- schen Gäste, ihnen allen voran Graf Rochus, den Gutsherrn von Ichenhausen zu begrüßen. Ehe Merlin sich's versah, war er umringt, bestaunt, befragt, während der blaue Wagen die Auffahrt zurückfuhr und um die Ecke des Schlosses verschwand. Graf Harrach gewahrte den sehnsüchtigen Blick, mit welchem der Freund Stephanie nachsah und hatte so seine Gedanken. Es wäre nicht das erstemal, daß ein alternder Mann sich in ein junges Mädchen verliebte. Das Kind hatte sicherlich keine Ahnung aber er wollte es seiner Schwester sagen, daß sie die Kleine im Auge behielt. Solche Ehen fielen zuweilen sehr glücklich aus, zuweilen — nein, zumeist — nahmen sie aber auch ein ganz trauriges Ende. Man mußte eben Junges zu Jungem und Altes zu Altem tun. Die Mischung war sonst zu ungleich. Er schob den Arm durch den des Freundes und zog ihn mit sich fort nach dem Park, wo unter den -Silberpappeln der Tisch gedeckt stand. Von überall her kam Lachen. Jettenbach war in der Tat bis an den Giebel mit Gästen vollgepfropft. Harrachs Töchter mit ihren Kindern, dazu das Dutzend Der- wandter und Freunde, die es sich hier in der Un- gezwungenbeit des Landlebens wohl fein ließen. Erft fand es Merlin ungemütlich. Er war die Stille und Lautlosigkeit von Ichenhausen gewöhnt. Dann wirkte die Wacholderbowle. Das Lärmen und Lachen steckte an, und als Stephanie für einen Sprung nach dem Tisch der Herren kam und sich über feine Schulter neigte, um ihm ein Vergißmeinnicht ins Knopfloch zu stecken, hielt er ihre Linke fest und drückte einen Kuß darauf. Harrach drohte mit dem Finger: „Sie ist ein ganz durchtriebener Racker, Merlin. Du hast allen Grund, dick vor ihr in acht zu nehmen." Der Ichenhausener schickte sein herzhaftestes La- chen in die Sommerluft: „So was fängt man nur einmal im Leben ein, Rochus. Die Zeiten sind vorbei. Jetzt hab' ich andere Wünsche." „Welche?" dachte Harrach und sah besorgt, wie der Ichenhausener ein volles Glas Bowle auf einen Zug hinunterschüttete. Aber der Ichenhausener-- vertrug schon etwas. — Und wenn wirklich —, dann schickte man ihm eben eine Begleitung mit Flammensprühend sank die Sonne westwärts zwischen den Bäumen hinab. Man hatte zu Abend gegessen und sich auf der Terrasse niedergelassen. Merlin wollte sich eben eine Zigarre in Brand stecken, als Stephanie in Kappe und Mantel die Stufen heraufkam. „Baron, ich muß Sie leider aus aller Stimmung reißen. Aber dahinten — —" sie zeigte nach der Rückseite des Schlosses, „steht eine Wetter- wand. Das gibt was, wenn es kommt, und ich möchte Sie trocken nach Hause bringen. Ich hab's der Lisaweth versprochen." Graf Harrach stutzte. War es sckon weiter zwischen den beiden als er vermutet hatte? Er fühlte sich verpflichtet, dagegen zu sprechen: „Baron Merlin bleibt noch, Stephanie. Wenn wirklich, kann ich ihn ja selber nach Ichenhausen bringen. So ein Gewitter geht oft rasch vorüber." Steffie sah zu Merlin hinüber und hatte etwas wie eine stumme Bitte in den Augen. Er erhob sich ohne Zögern. ,Lch fahre, Rochus. Nur muß das gnädige Fräulein mir die Versicherung geben, daß es keine Gefahr für fie bedeutet, wenn sie allein den Wca zurück macht!" „Ich fahre doch sonst auch allein! Nicht wahr, Onkel Rochus?" Der hätte gern ein Veto eingelegt. Aber es ging nicht. Schließlich war Merlin doch kein Don Juan und alt genug, verantworten zu können, was er tat. Man konnte ihn höchstens kränken, wenn man mit neuen Einwendungen kam. Mochte die Steffie ihn also nach Hause bringen. Ein Teil der Gesell- schäft begleitete die beiden noch zum Wagen. Eine Minute später fprang der Motor an. Der Schatten der Bäume, in welchem sie dahinflltzten, fing das blaue Auto wie ein dunkler Rahmen ein. Der ein- fetzende Wind trug ein fernes Rollen herüber. Dann war es wieder still. Nur eine Staubwolke hing noch als dünner Nebel über der Straße. Frau von Brentano zog die hohen Fenster mit kräftigem Ruck herein und hakte fie fest. Unten auf dem Ries, der von den vielen Menschen, die tagsüber darauf herumgelaufen waren, ganz vertreten lag, waren Schritte hörbar, die im Eilmarsch vor überftrebten. Sie bog sich über das Sims und rief Stephanies Namen. Es kam keine Antwort. Statt dessen aber sprang die Türe auf und sich zurückwendend sah sie ihren Bruder über die Schwelle treten. „Ist Stephanie da?" Ihr Blick war erwartend auf ihn gerichtet. „Noch nicht!" Er durchmaß die Länge des Zimmers und stand nun neben ihr an dem Fenster, gegen dessen Scheiben die ersten schweren Tropfen schlugen. „Ich wollte dich bitten, Maria, daß du etwas mehr auf deine Tochter achtest. Ich fürchte --ich habe--es scheint mir--", er wußte nicht wie er die Worte stellen sollte, um Merlin nicht in ein schiefes Licht zu bringen. „Also, ich meine die Beobachtung gemacht zu haben, daß Merlin ein wenig Feuer gefangen hat!" „Das ist ja Unsinn!" fiel fie ihm ins Wort. „Ich kann mich auch getäuscht haben", versuchte er seine Worte abzuschwächen. „Immerhin kom- men solche Sachen vor. Das Kind ist neunzehn. Er wird sechzig. Wenn es ihm auch fein Mensch ansieht, der Altersunterschied ist ein für allemal zu groß." „Ich sagte dir schon, es wäre Unsinn, Rochus. Und überdies, Stephanie ist nicht das Mädchen, sich in einen alten Mann zu verlieben. Du weißt, daß sie den amerikanischen Botschafter ausschlug, nur, weil er schon achtundvierzig Jahre zählte. (Übrigens, wenn du derlei Befürchtungen hegst, warum hast du sie dann den Baron nach Hause bringen lassen? Es hätte doch genügt, daß sie ihn geholt hat. „Ich wollte Merlin nicht vor den Kopf stoßen. Aber jetzt müßte sie längst zurück sein." (Fortsetzung folgt.) Bei 'Unbehagen, H UW undSchmer^ti In eilen Apotheken erhMIHTd» zum Prelle von RM. 0.89, 1.30,1.88. Nix echt mit dem Nemene- lug »m* jeder Packung. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 11870 1. am 27. Januar 1933 bezüglich der Firma Gedr. Isenberg, Gießen: Die Firma ist erloschen. 2. am 13. Februar 1933 bezüglich der Firma 3. Rickersche Unioersitäis-Buch- hcmdiung (Ernst Legler), Gießen: Friedrich Robert' Ernst Legler von Gießen ist durch Tod aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden. 3. am 14. Februar 1933 bezüglich der Firma Tart Schwaab, Gießen: Die Firma nebst dem unter dieser Firma betriebenen Geschäft ist ab 1. Januar 1933 auf den Kaufmann Friedrich Seebolb in Gießen übergegangen. Der Friedrich Seebolb Ehefrau, Emilie geb. Haas, in Gießen ist Prokura erteilt. L am 14. Februar 1933 die Firma Wilhelm Stroh. Großen-Linden. Inhaber: Wilhelm Stroh, Kaufmann in Großen- Linden. Gießen, den 15. Februar 1933. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Bekanntmachung. Nachdem die Zustellung der Bescheide über die kommunale Grundsteuer, Gewerbsteuer und Sonbergebäubefteuer für bas Rechnungsjahr 1932 an die Zahlungspflichtigen dzw. Empfangsberechtigten ftattgefunben hat, wird als Tag, an dem die sämtlichen Bescheide als zugestellt zu gelten haben, der 16. Februar 1933 hiermit festgesetzt. 1216C Diejenigen Pflichtigen, die bisher einen Bescheid nicht erhalten haben, werden auf- gefordert, dies alsbald beim Städtischen Rechnungsamt im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Str. 29, anzuzeigen. Gießen, den 14. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen: Dr. Keller. Ruhholzversteigerung. Mittwoch, den 22. Februar b. 3.» kommt im Gemeindewald Waldgirmes in den Distrikten Pferdheck, Pfingstweide u. a. folgendes Nutzholz zur Versteigerung: Liche: 55 Stä. und Abschn. 1. bis 7. Kl. mit 29,59 fm (davon 17 km Alteiche). Eiche: 6 rm Nutzscheit, gespalten, 1,2 m lang. Bud;«: 18 Stä. und Abschn. 3. bis 6. Kl. mit 14,75 fm. Nadelholz: 300 Fi.- und Kiefernstämme und -Absch. la» bis 4a-Kl. mit 160 fm. 60 Fi.-Stangen 1. Kl. 35 „ 2. „ 100 „ 3. „ Zusammenkunft um 10 Uhr vormittags in der Etzbach, 300 m oberhalb der Schwal- benmühle. 12240 Waldgirmes, den 17. Februar 1933. Der Bürgermeister: Schmidt. Vrennholzversteigemngen I Bekanntmachung. höf föfrthf rtSlpßptl ! Der Zettelanschlag an die vorhandenen, der Stadl Gießen Der Zettelanschlag an die vorhandenen städtischen Anschlagsäulen und -tafeln soll 1220C Dirken- und und Stelle versteigert: 12230 Fichten- und 120 11970 den statt: 0,9 27,0 3 4a- 2,49 Derbffangen: Eiche: Deichsel 1 St. = 0,06 fm rm Los 1. 18 Stück 2. Klasse 2. 15 3. ist 10 1,4 14,9 24 51 24 2. Kl. 5. Kl. 12 3 8,55 2,80 202 16 66 6 3 A. Mittwoch, den 22. Februar 1933, 9% Uhr, aus den Abt. 29 und 30 des Ferne- 1875 2000 65 29 40 35 14 21 11 9 2 1 2,28 fm 11,76 „ 12 1 4,9 127,8 24,6 32,4 125 680 5,0 3,2 9,0 8,12 1,06 7,05 fm 8,42 „ rm Eichenstöcke Fichten-Derbstangen 1. und Fichten-Derbstangen 4. und B. Kiefern-Langhol; N. 63 Stück 2a-Klasse = 37,04 fm 2b- 3a- 3a- 2. Id. 3. 2a- 4. 2a« 5. 2b- 6. 2b. 7. 3a- 8. 3a- 9. 3b- 10. 4a- 3b- 4a- Holzsorti- 12050 Kataloge und Prospekte Mert «ne Brühl'sche Druckerei C. Fichten-Lcmgholz N. 233 Stück la-Klasse = 46,51 fm - 71,10 - 8,93 - 1,05 54,22 6,13 2,53 Flchfen-Abfchnitte (Güteklasse N). 3b-Klasse 3 Stück = 2,07 fm Los 7. „ 8. „ 9. io. Los 3. „ 4. „ 5. „ 6. 281,0 „ 10,5 „ 2,5 „ 60,5 „ 55,0 „ 3,5 „ 50,0 „ 18,4 „ 11,0 „ 20,0 „ vormittags - 44,0 rm - 199,0 „ 3b- 4a. 1b- 2a- 3a- » 29,35 - 30,58 - 17,52 - 26,60 = 16,64 - 16,79 - 3,96 x 2,89 führung, günstige Preis Vorschläge bietet Ihnen die Brühl'sche Druckerei, Gießen, Schulstr. 7, Anruf 2251 waldes. Försterei Hochwart: 14,4 rm Buchenscheiter 1. Kl. (Güteklasse N.) 3a-Klasse 21 Stück - 12,60 fm 1. Nutzholz. Kiefern-Abschnitte (Güteklasse A). 3a-Klasse 28 Stück = 16,02 fm Buche: Scheit Knüppel Reisig Stöcke Eiche: Scheit Knüppel Kiefer: Scheit Knüppel Reisig Fichte: Scheit Knüppel Reisig Die Zusammenkunft Uhr im Forstort Rabenauer Straße Abt. 14 bei Brennholz Nr. 749 in der Geiff- schneise. Allendorf a. d. Lda., 17. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei. __________Schneider. _________ Zusammenkunft: Hauptschneise bei Ab- teilung 30. B. Freitag, den 24. Februar 1933, 9% Uhr. aus den Abt. 4, 5, 6 und 7 Ltoizen- morgen und 10b des Stadtwaldes. Försterei Rödgen: 1,8 rm Hainbuchenscheiter 1. Kl. 92,2 rm Eichenscheiter 1. und 2. Kl. 14,8 rm Kiefern-, Fichten- und Lär- 21,9 rm Eichen-, Ahornscheiter 1. und 2. Kl. 32,0 rm Buchenknüppel 90,0 rm Eichenknüppel 45,4 rm Ahorn-, Birkenknüppel Die Holzversteigerungen in Watzenborn am 7. d. M. und in Klein- Linden am 15. d. M. sind genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei den zuständigen Kassestellen, Ueberweisung und 1. Abfuhrtag: Montag, den 20. d. M. Ablauf der Zahlungsfrist für unverbürgte Holzgeldschuld am 13. März 1933. Bei Barzahlung bis 13. März 1933: 4 v. H. Skonto. Gießen, den 17. Februar 1933. (1226D Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Bekanntmachung. Die nächsten viehmärkte in Gießen fin- ab 1. April 1933 auf fünf Jahre neu verpachtet werden. Die Bedingungen liegen auf dem Stadthaus (Bergstraße 20), Zimmer 28, zur Einsicht offen. Angebote auf vorhandenen Vordrucken, die ebenfalls im Stadthaus bezogen werden können, find bis spätestens 1. März 1933 bei der Stadtverwaltung Gießen einzureichen. 1215C Gießen, den 15. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. Ruh- und ! Brennholzversteigerung der Stadt Allendorf a. b. Cumba. Am Mittwoch, bem 22. Februar L 3., werden in der Försterei Allendorf (Lumda) aus den Forstorten Rabenauer Straße Abt. 14, Eichstachel Abt. 9 und Homberg Abt. 3 nachstehende Holzsortimente an Ort Das Holz aus den Abt. 4 und 10b wird nicht vorgezeigt. Zusammenkunft: Straße nach Rödgen — Kreuzung nach dem Flughafen. Gießen, den 17. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Rosenberg. Eichen- und Eschen-Derbstangen 2. Kl. (Deichseln) rm Eichen-Nutzscheiter 1. Kl. (1,25 m lang) Holzsubmission. Die Gemeinde Alten-Buseck verkauft im Wege schriftlichen Angebots das nachverzeichnete Holz: 1210D A. Lichen-Langholz und -Abschnitte N. Werben Sie mittelst der Zeitungsanzeige und In geeigneten Fällen auch durch gute Drucksachenl Dienstag, 21. Februar 1933, Kinbolefj- (Nutzoieh-) Markt, Mittwoch, 22. Februar 1933, Schweinemarkt. Austriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuch« schutzgeimpft. Gießen, den 18. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Rosenberg. Ruhlnüppel: Eiche: Gartenpfosten -- 9 - 6,30 fm. 2. Brennholz. Angebote sind getrennt nach Klassen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Donnerstag, den 23. Februar d. 3„ nachmittags 3 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst im Beisein der erschienenen Bieter die Eröffnung erfolgt. Das Holz ist ohne Rinde gemessen und wird entrindet. Es empfiehlt sich vor- beuge Besichtigung des Holzes, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Alten-Buseck, den 17. Februar 1933. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Wellen Kiefernreisig 2. Kl. Wellen Fichtenreistg 2. Kl. 1,6 rm Fichtenreisig 1. Kl. Fagd-Verpachtung. Die Eigenjagd des Fürsten zu Solms- Hohensolms-Lich m den Gemarkungen Burkhardsfelden, Meilbach und Ettingshausen soll auf neun Jahre freihändig verpachtet werden. ZusammenhängendesJagd- gebiet, vervollständigt durch die Gemeindejagden Burkhardsfelden und Hattenrod, die im März d. I. und im Frühjahr 1934 als Schutzjagden angepachten werden können. — Guter Rehstand! — Bester Schnepfenstrich der Gegend! — Größe der Jagd: 407 ha Wald, 40 ha Feld, dabei mehrere große Waldwiesen. <^olz zu einer Jagdhütte wird gestellt, weitere Auskunft gern erteilt. Gebote schriftlich, verschlossen mit der Aufschrift „Jagd" bis zum 27. d. M. erwünscht. 1031D Fürst zu Solms-Lichsche Oberförsterei. Die Rutz- und Brennholzversteigerung vom 1. Februar 1933 im Markwald Grüningen-Dorf-Gill ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine, Ueberweisung und 1. Abfuhrtag: Montag, den 20. d. M. Ablauf der Zahlungsfrist für unverbürgte Holzgeldschuld am 15. Marz 1933. Bei Barzahlung bis 15. März 1933: 4 v. H. Skonto. 1225D Gießen, den 17. Februar 1933. Der Vorsitzende des Markvorstandes. N i c o l a u s, Oberforstmeister. Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Al- Angebote sind bis zum Mittwoch, dem 22. Februar 1933, nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter Stelle abzugeben, woselbst nach Bekanntgabe der Bedingungen die Eröffnung der Angebote erfolgt. Das Holz ist ohne Rinde gemessen, jedoch noch nicht entrindet. Hessische Bürgermeisterei Allertshausen. Reinhardt. chenscheiter 1. und 2. Kl. rm Buchen- u. Hainbuchenknüppel rm E'chenknüppel rm Kiefern-, Lärchen- und Ahornknüppel rm Fichtenknüppel Wellen Buchen- und Hainbuchenreisig 2. und 3. Kl. Wellen Eichenreisig 2. und 3. Kl. lertshausen sollen nachstehende mente verkauft werden: Fichtenstämme. Los 1. la-Klasse 11 Stück = Wellen Buchenreisig 3. Kl. rm Eschen- und Fichtenreisig 1. Kl. rm Buchenstöcke rm Eschen- und Eichen-Derbstan- gen 2. Kl. (Deichseln) Fichten-Derbstangen 3. Kl. (Leiterbäume) rm Eschen-Nutzknüppel (2,50 m lang) rm Eichen-Gartenpfosten (2,20 m lang) Bekanntmachung. Die Zulassung einer weiteren gewerbsmäßigen Leichenwärterin ist erforderlich geworden. Bewerberinnen um diese Stelle, die zuverlässig, gesund, gut zu Fuß, unbescholten und für die Ausführung des Dienstes besonders geeignet sind, ersuchen wir, unter Angabe der persönlichen Verhält- nisse sich schriftlich bis zum 1. Mär; 1933 bei uns zu melden. Bevorzugt werden solche Personen, die in der Krankenpflege tätig gewesen sind. 11890 Gießen, den 14. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Dr. Hamm. al id i* :» 1* st. m ck i i :t ic iS II ir rt i- 18 in r. )e IN 'N 2t 8 fl m n ir ß r c i- i. e. 0 ». n 5 r i- i- i, i, e n e 1 x > t Bandsäge- Blätter vorrätig von 8 bis 40 mm Breite sowie vrima schwedische Bandsäge Feilen Oeberg • Eskilstuna für Hand und Maschine. Löten von Bandsägeblättern. neeD Louis Haubacü Schlossermeister Löberstraße 2. PbPOBPbbbbPPS Hausverwaltungen einschl. 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Februar 1933, abends 8 Uhr, im Restaur. Hindenburg Oovtvagr „Utto WktlW" mit Lichtbildern von Frau Milka Fritsch, Königsberg. Allgemeiner Deutscher Frauenvereiu (Ortsgruppe Giehen). TeutscherOftbund (OrtsgruvveGiehen). Frauengruvpe des B.D.A. ii/od G ä sie willkommen! DerWunderknabe Willy Bremen (beliebter jugendlicher Virtuose des Berliner und Westdeutschen Rundfunks) gastiert ab MONTAG, dem 20. Februar wieder für einige Tage in den Nachmittags- im?d und Abend - Konzerten im Bürgerhof • Plockstraße 5 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiii Z.Kappen-Abend Samstag, den 18. Februar Lbürwgev Koß Geöffnet bis 4 Uhr. neeD Emil (Siete, Sammttv. 2. Gesetzliche Gesellenprüfung für Echneitzednnen. Anmeldung zur Gesellenprüfung der Schneiderinnen in Stadt und Kreis Greffen, von Dienstag, den 21., bis Donnerstag, den 23. Februar 1933, nachm. 5—7 U6r, bet Herrn Obermeister Z!?bert Gärtner sen., Giehen, Ludwig- strahe 59. Mttzubrmgen sind der Lehrvertrag und 6 RM. Prüfungsgebühren. Freie Schneider-Innung 1193D für Stobt und Kreis Dietzen. Gremien will muß reichlich Erschöpft der deutsche Boden durch die mangelhafte KALI-Düngung der le+z+en Jahre. ICMsl geben Ich habe mich in Gießen als Rechtsanwalt niedergelassen und übe die Praxis mit Herrn Rechtsanwalt nnd Notar Schneider Westanlage Nr. 6, gemeinschaftlich aus. Dr. jur. E. Möller, Rechtsanwalt 11090 ■ Winterkur für 3970 v | Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte SpezlalknrAnstalt Bolheim im Tannas bei Frankfurt a. AI. — Prospekte durch H San.-Rai Or. M. Scholze-Kahlevss. ■ U-VelleWtoMZU Sonntag, den 19. Februar, nachmittags: Aufmarsch der Standarte 116 in Gießen Abends 8 Uhr: n,gv Wahltundgebung in der Volkshalle Muer: Vm8.MnsniMek Dl Huff, Berlin Kartenvorverkauf von Dienstag (14.) bis Samstag: Buchladen der NSDAP, und bei Soldan, Seltersweg, Oberhess Tageszeitung, Ecke Schulstraffe—Sonnenstraffe. Numerierte Plätze Alk. 2.—, 1.— u. 0.50, unnumeriert 0.30 Mk., Erwerbslose 0.20 Mk. Abendkasse in der Bolkshalle geöffnet ab 6 Uhr. Bad-Nauheim Der grobe Kurhaus-Maskenball größte karnevalist Veranstaltung Oberhessens Samstag, 25. Febr., abends 8.11 Uhr, in den Sälen des Kurhauses. Mehrere Tanz-Orchester! Zutritt haben auch nichtmaskierte Personen. Eintrittskarten einschließl. Garderobe im Vorverkauf an der Kurhauskasse 2.— RM„ am BaUtage 2.50 RM. Nachnahmesendung durch Geschäftszimmer Kurhaus. Verkauf in Gießen: Musikalienhandlung Challier, Neuen Weg 10, und Hapag-Reisebüro Loeb, Selters weg 89. imo in schwarz p. m 2.95 weiß und vielen Modefarben p. m Köpervelvet, 70 cm breit gute, garantiert Üorfeste Ware p. m weiß in sich gemustert .p. m. 2.90 5.50 0.29 0.56 0.88 3.10 3.60 5.40 0.95 1.15 1.48 1.58 Afgalaine, 70 cm breit, reine Wolle, in weiß, wirklich trag fähige Qualität... p. m Kunsts, Marocaine, 95 cm breit fehlerfreie. dichte Ware, in schwarz und weiß, p. m Cröpe-Granit'95 cm br., Wolle m.K'seide gemischt, der unverwüstl. 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