Mittwoch, 18. Zanuar 1955 185. Jahrgang Nr. 15 Krübaussave GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen End und Dtrlea: vrLHI'Iche UnivrifilätrGnch- und Stcinörudcrei R. fange in Sietzen. Lchristieitung und Seschästsitel-: Schu"tratze 7. Lrlchein« tägltd), ouhr, Sonn.ags und Feienagr. Beilagen: Die Illustrierte (Bienener Familienblätter Heimat m Bild Die Scholle Monatr-Vezvgrprelr: Mil 4 Beilagen RT< 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsorechanschlüste unter Sammclnummer 2251. Anichrist sür Drahtnachrichten^ Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Lronlsurt am Main 11686. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re» klameaineigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Dolitilt Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschcin unb'ür denAn. zeigenteil i.V.TH.Kümmel fämtlich in Biegen. Hiller bei Hugenberg in Berlin. Oie Umbildung der Reichsregierung. - Oas Zentrum erstrebt parlamentarische Lösung? Berlin. 17. Ian. (I1L) Im Vordergrund der polnischen Erörterungen stand am Dienstagvormil- tag die Frage, wie die politische Lage aus Grund der Besprechung zwischen kaas und Schleicher zu beurteilen ist. In parlamentarischen krei en neigt man der 'Ansicht zu. daß fraas in seiner Unterredung keineswegs eine so scharfe Ablehnung gegenüber dem plan auf Einbeziehung hugenbergs in das Kabinett vertreten hat, wie sie das Blatt der christlichen Gewerkschaften. „Der Deutsche", vertrat. Kaas dürfte vielmehr eine vermittelnde Stellung einnehmen. Er scheint einer Umbildung des Kabinetts mit Einbeziehung hugenbergs nicht abgeneigt zu sein, dürfte aber wohl vorerst die Klärung einer Reihe von politischen Fragen zur Voraussetzung sowie Zustimmung des Zentrums machen. Der Hauptpunkt dieser Forderungen dürfte die An- icht des Zentrums sein, datz die Lösung auf parlamentarischem Dege gefunden werden mülle und datz ein „autoritärer Kurs ä la Popen" nicht gesteuert werden dürfte. Ls scheint daher. als ob das Zentrum darauf zusteuert, datz die Vertagung des Reichstages auf dem Wege über ein Ermächtigungsgesetz erfolgt, das der Regierung eine Arbeitspause bis zum h e r b ft gibt. Die Haltung des Zentrums zielt danach darauf ab, von den Forderungen hugenbergs die eine oder andere herunterzuhandeln. Die Entscheidung über diese Verhandlungen würde daher erst nach der Klärung der Haltung Hitlers möglich sein. Man hat jedoch den Eindruck, als ob die" Ratio nalsozialislen nicht bereit seien, eine so lange parlamentarische pause zuzugestehen. sondern eine Vertagung des Parlaments auf zwei Monate erstreben, völlig offen ist natürlich auch, wie sie sich zu der Absicht auf Umbildung Les Kabinett Schleicher stellen. Kommt es mit den Rationalsozialiflen zu keiner Einigung, so ist alles offen. Heber die mehrstündige Unterredung, die am Dienstag nach Eintreffen Hitlers in Berlin zwischen Hiller und hugenberg stattgefunden hat, verlauten von beiden Seiten keinerlei Einzelheiten. Zur politischen Bewertung dieser Unterredung verdient jedoch festgehalten zu werden. datz sie längst vor den lippischen Wahlen, al,o auch v o r der Unterhaltung zwischen dem Reichskanzler v. Schleicher und Dr. hugenberg vereinbart und nur wegen der Wahlen hinausgeschoben worden war. Die Unterredung sand daher unabhängig von den Verhandlungen statt, die seil einer Reihe von Tagen der Reichskanzler v. Schleicher mit dem doppelten Ziele einer Klärung der parlamentarischen Lage und einer Umbildung der Reichsregierung führt. Gerade was diese Bemühungen des Reichskanzlers angeht, so sind ihre Aussichten eigentlich schon durch die Tatsache hinreichend gelenn eichnet, datz Adolf Hitler von sich aus nicht die Ini- Native zu einer Besprechung mit dem General v. Schleicher zu ergreifen gewillt ist, aber auch der Reichskanzler höchstwahrscheinlich nicht an Adolf Hitler herantreten wird. Mut- matzlich wird G ö r i n g als Relchstagsprä ident die Fühlung mit dem Reichskanzler aufnehmen. Im übrigen find alle nationalsozialistischen Aeutzerun- gen der letzten Zeit unverändert auf die Forderung abgeslellt, datz der RSDAp., also Adolshitler, die R e g i e r u n g s f Ü h r u n g und Regierungsverantwortung überlassen werden müsse. Unter diesen Umständen kann es nur auf ein Biegen oder Brechen zwischen der RSDAp. einerseits und der Regierung bzw. dem Reichspräsidenten andererseits kommen. Die Haltung des Zentrums ist auch am heutigen Abend in dieser Frage noch immer nicht ganz eindeutig, wenn auch die „Germania feststellt, in politischen Kreisen gewinne die Auffassung immer mehr an Boden, datz das Ergebnis dieser Tage nicht Verständigung, sondern Kamps sein werde. Gleichzeitig unterstreicht eine offiziöse Zentrumsauslassung, datz Zentrum und Bayerische Volkspartei stets unter ganz sicheren Voraussetzungen für eine Verständigung eintraten und weiter eintreten, denn sie mützten es ablehnen, datz wegen einseitiger parteipolitischer wachtbeslceb ungen. die offensichtlich bei den Rationalfozialisten noch immer vorhanden feien, die ruhige Wirtschaftsführung erneut gestört werde und sich die Lage aus dem Arbeitsmarkt, die gerade jetzt fühlbare Entlastung aufweisc, wiederum verschlechtere. In der gleichen Linie liegt eine Auslassung des Blattes der Landwirifchast und Industrie. Forderungen der Landw.it Hast. I Ludwigsburg, 17. Ian. (TU.) Auf einer von annähernd 1000 schwäbischen Bauern besuchten | Kundgebung des Landwirtschaftlichen hauptverban- des Württemberg und hohen,zollern hielt u. a. der rheinische Bauernsührer Freiherr von Lüninck (Bonn) eine Rede über die N o t der deutschen Landwirtschaft. Anspielend aus die jüngsten Zusammenstöße der R e i ch s r e g i e r u n g mit dem Reichslandbund stellte er u. a. fest: Es gibt feine Gegensätze zwischen Industrie und Landwirtschaft, aber das Wohl der Landwirtschaft ist das einzige Wittel, auf die Dauer die Jndustriekrisis zu beseitigen. Das Blühen der Industrie hängt davon ab, datz die Landwirtschaft wieder ihren Absatz findet. Die bekannte scharfe Entschlietzung des Reichslandbundes mutz als ein heftiger Ausdruck der ungeheuren Verzweiflungsstimmung und der tiefsten Erbitterung, die in der ganzen deutschen Landwirtschaft herrscht, angesehen und bewertet werden. Es ist, solange die Verkaufspreise der Landwirtschaft 20 v. h. unter den Dorkriegspreisen liegen und die Verkaufserlöse der Industrie und des Handels sich durchschnittlich 10 bis 20 Prozent über den Vorkriegspreisen bewegen, berechtigt, von einer Ausplünderung der Landwirtschaft zu sprechen. Der heutige Stand der landwirtschaftlichen pro- duklionstechnik gestattet eine Agrarproduktion aus deutscher Scholle, die dem Lrnährungrbe- dürfnis von 65 bis 70 THiüionen Menschen genügt. Im Anschluß an die Kundgebung, bei der noch eine Reihe anderer Redner sprach, wurde an den Reichskanzler und den Reichsernäh- rungsminifter ein Brieftelegramm abgesandt, in dein es u. a. heißt, daß Verzweiflungsstimmung und Radikalismus rasch um sich greifen, da in die von der Reichsregierung neuerdings in Aussicht gestellten Agrarmaßnahmen kein Vertrauen mehr gesetzt werde. In letzter Stunde wird durchgreifender Schutz der bäuerlichen Wirtschaft und darüber hinaus sofortige Einleitung einer Südhilfe gefordert! Kundgebung desHejsischenLandbundeS WER. Friedberg, 17.3an. Der Landesvorstand des Hessischen Landbundes hat dem Präsidium des Reichslandbundes folgendes Telegramm zugehen lassen: „Erweiterter Landesvorstand Hessischen Landbundes steht einmütig uni) vorbehaltlos hinter Reichslandbund und seiner Entschließung und erwartet unbedingtes Festbleiben. Dr. v. H e l m o l t, Landesvorsitzender." Oie Ansicht der Industrie. (Solingen, 17. Ian. (ERD ) Anläßlich seiner Amtsniederlegung im Vorsitz der Industrie- und Handelskammer zu Solingen verabschiedete sich Geheimrat Duisberg von seinen bisherigen Mitarbeitern in einer Rede, die einen kurzen Lleberblick über die Vergangenheit und einen Ausblick auf das neue Iahr gab. In seiner Rede bemerkte Geheimrat Duisberg u. a. zum 'Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung vom 28. August 1932, es scheine,^als ob das große Wag n rs gelingen sollte, wenn auch zunächst nur zögernd und schrittweise. Trotz der politischen Widerstände und trotz zahlreicher handelspolitischer Schwierigkeiten, die aus der schweren Rotlage der Landwirtschaft entstanden, muffe festgcstellt werden, datz Zeichen für eine Besserung vorhanden seien. Insbesondere die chemische Industrie Hütte schon mehrfach von einer Belebung ihrer Cefchäststättg-- teit berichten können: sie hielte auch jetzt noch an. Olad-vcm die IG.-Farbenindustrie feit Oktober bis Ende des Iahres 1932 schon 4000 Arbeiter und Angestellte wieder in Vrot und Arbeit genommen hätte, wären im Ianuar 1933 aufs neue 400 Arbeiter in den Leunawerlen eingestellt worden. Doraus'etzung für eine Fortsetzung der Bes.e- rung fei, datz die im Herbst v. I. eingeleitetc1 Wirtschaftspolitik auch von d r Regierung Schleicher tenfequent fortgesetzt toiiroe. Zu den aktuellen Problemen der Weltwirtschaft übergehend, führte der Redner u. a. aus, mehr und mehr habe sich in der ganzen Welt die Erkenntnis von der Rotwendiokeit neuer wirtschaftspoliiifher Zusammenarbeit aller an der We.tlvirtschaft De- tcillgten durchgesetzt. Es sei inzwischen eine selbstverständliche und feststehende wirtschaftliche Tatsache geworden, daß die Schuldnerländer ihre Schulden nur in Form von Waren begleichen können und daß die Gläubiger ihre Handelspolitik dementsprechend einzustellen hätten. Das ewige Reich. ZnmR ichsgründu gstag am 18.Januar. ileberall in den deutschen Gauen wird heute des Tages der, Gründung des Deutschen -Ke t» ches am 18. Ianuar 18 7 1 im Spwgelsaal des Schlosses von Versailles gedacht. Die Erinnerung an dieses gewaltige geschichtliche Ge- so h-n re» deutschen Volkes stimmt auch inmitten'ber Rot dieser Zeit alle guten Deutschen innerlich froh, nicht minder aber auch die Tatsache, datz das Reich Bismarcks, trotz mancherlei innerer Gegensätze und Rückschläge, allen ©türmen zum Trotz fest und unerschütterlich steht. Der heutige Erinnerungstag sei deshalb gefeiert als eine Verpflichtung gegenüber der großen deutschen Vergangenheit und als ein Gelöbnis gegenüber der deutschen Zukunft. Es gibt, von dieser Warte aus berachtet, tem Erstes, Zweites oder Drittes Reich, es gibt kein Erotzdeutjches, oder Kleindeutfches Reich, stmdern es gibt allein das ewige Reich der Deutschen. Von dem Cherusker Armin an, der zum ersten Male die deutschen Stämme in einem Staatsgebilde zufammenzufossen versuchte, bis zu Bis- marck, dem jenes Teilwerk gelang, das uns heute noch erhalten geblieben, ist die Geschichte der Deutschen die Geschichte des ewigen Reiches deutscher Ration. Dieses Reich war immer mehr eine Verheißung, als eine Wirklichkeit. Gerade deshalb aber ist das deutsche Volk niemals erstarrt, sondern in seiner Seele und in feinem Herzen jung geblieben. Mögen andere Staaten in ihrer national- staatlichen Geschlossenheit eine Aufgabe erblicken, die Idee des ewigen Reiches bedeutete mehr. Es gibt das englische Imperium, wie es das römische Imperium gab. Es gibt die Vereinigten Staaten von Amerika, den französischen Nationalstaat und die russische Sowjet-Union. Das Reich hat nichts mit ihnen gemein. Es ist eine höhere Wirklichkeit als ein staatliches oder wirtschaftliches Zweckbündnis. Es ist auch nicht jener Auftrag, der in dem Wort vom deutschen Wesen, an dem die Welt genesen soll, einen etwas allzu billigen Niederschlag fand. Aber es ist die Mission, alle Gegensätze der Welt in der Fülle des deutschen Seelen- tunis barmonisch zu vereinigen und eine staatliche und wirtschaftliche Ordnung aufzurichten, die allen Völkern der Erde Vorbild und Ziel zu fein vermag. Von diesem Prinzip der Ordnung und der Bändigung des Chaos aus ist die Reichsidee tatsächlich weltrevolutionär. Bismarck wußte, daß das in den Etmgungs- tragen d:s vergangenen Jahrhunderts geborene Reich nichts Fertiges war. Der Alpdruck der letzten Jahrzehnte im Leben des großen Kanzlers rührte von der Erkenntnis her, datz ein allzu schnell reich gewordenes und seiner Formen unsicheres Geschlecht für alle Ewigkeit starr erhalten wollte, das dem genialen Staatsmann und Reichsgründcr selbst nur als ein ileber- gcin?sbau vvrgeschwebt hatte. Denn Bismarck wußte um die inneren Gesetze des Wachsens. Längst waren nicht alle deutschen Stämme im Reiche vereinigt. Die Oesterreicher und die Deutsch-Böhmen z. B. standen außerhalb. Konrad Ferdinand Meyer und Gottfried Keller fangen noch. „Geduld, es kommt die Zeit, da wird gespannt, ein einig Zelt ob allem deutschen Land. Heute erscheinen sowohl Elsaß-Lothringen, als auch der deutsche Teil der Schwei- der Re-.chs- idee entfremdet, und allein in der flämischen Bewegung R.ederdeutschlands erwacht immer stärker das Heimweh nach einem großen europäischen Block deutscher Sprache unb deutschen Volkstums. Daß das Reich Weltkrieg und Revolution, Ruhrkampf und Friedensdiktate. Inflation und innere Wirren überwunden hat, ist ungeheuer viel. Es ist das Verdienst des deutschen Volkes, weniger der deutschen Staatlichkeit, die nur allzu ost seit Tismarcks Abgang bis heute versagt hat. Aber das Zusammenhalten in der Einheit des R e- g-nügt niu)t. Denn das Reich ist eine Aufgabe, kein Abfinden mit der Gegenwart. Die Reichsaufgabe ohne Rücksicht auf Parteien und Einzelmeinungen herauszuarbeiten, wird der Sinn einer jeden Reicysgründungsfeier zu sein habem Das ewige Reich der Deutschen hat sich zu allen Zeiten in zwei Formen einer und derselben Idee verwirklicht: in der deutschen Staatlichkeit, oder im deutschen Machtanfpruch, und in der deutschen Geistigkeit. oder in der schöpferischen Kraft des deutschen Seelentums. Wo in der Geschichte die deutsche Innerlichkeit den Machtanspruch recht- fertigte und wo der Machtanspruch beseelt war von der Innerlichkeit, da erfüllte das Reich seine Aufgabe als Vorbild und Sinn dieser Welt. Die deutsche Staatlichkit einschließlich der Ordnung seiner Wirtschaft ist heute reformbedürf- tig. Mer diese „Reichsreform" ist nun einmal ke.ne Derwaltungsangeiegenheit irgendeiner Regierung. Sie kann allein durchgeführt werden von einem Staatsmann, oder von einer Gemeinschaft von deutschen Menschen, deren Seelen ganz von den mütterlichen Strömen der deutschen Innerlichkeit gespeist tce.b.n. Die Pf.ege dieser geistigen und kulturellen Werte, aus denen die staatlichen ^a- tcn emporwachsen. lag immer bei den Stämmen. Diese Stämme, einschließlich derer, die noch unter fremder Staatlichkeit leben, dürfen nicht vergewaltigt werden. Gleichzeitig aber darf das kulturelle Eigenleben der etämme nicht die klare Staatlichkeit der Reichsführung beeinträchtigen. Erst wenn der rechtverstandene Gei st von Weimar, der die deutsche Innerlichkeit verkörpert, in der Tat des großen Staatsmannes mit dem rechtverstandenen Geist von Potsdam, der den Machtanspruch des Staates versinnbildlicht, vereinigt w.rd. wird es wieder ein eigentliches Reich geben. Diesem R^ch oer Zukunft, diesem ewigen Selber Den t - schen von dem das Lied singt: „Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt!" dienen wir allein durch das nüchterne, sachliche vnc um derSache selbst willen getane Werk des Tages. Oie gestrige G tzung des Reichskabmetts. Berlin. 17. Ian. (Sil.) Das Reichskabi - nett, das am Dienstag um 16.30 ilfjr xufam- mengetreten war, tagte b.s in die späten Aoend- stunden. Es befaßte sich zunächst eingehend mit finanztechnischen Fragen wobei die Steuererhebungstechnik für das Hausyalts^a.)r 1933 eine besondere Rolle spielte. Die Avsich.en der Regierung gehen dahin, künftig eine einfachere Erhebungsweise amuwenden. Im Verlaus der Sitzung wurden auch die weiteren Dur g - s ch a f t e n f ü r H a u s r e p a r a t u r e n , W o h- nungsteilungen usw. beteiligt. sich der seinerzeit bereits beteilligten 50 Millionen Mark für ähnliche Zwecke beläuft sich der Gesamtbetrag für dieses Gebiet nunmehr auf rund 100 Millionen Mark. Unter anderem dürften künftig auch Zuschüsse für die Teilung von Reubauwohnungen, sowie für die Umwandlung von Geschäftsräumen in Wohnräume bewilligt werden. In der Sitzung nahm dann die Siedlungs- Politik einen breiteren Raum ein, wobei es sich u. a. darum gehandelt haben dürfte, die S.edlungspolitik dem System des Vollstrek- kungsschuhes anzupassen. Es darf nach wie vor als der entschiedene Wille des Kanzlers bezeichnet werden, die Siedlung tatkräftig durchzuführen. Die umfang eiche Tagesordnung der Kabinettssihung am Dienstag dürfte sich ferner noch auf die deutsch-schwedischen Han- delsvertragsveehandlungen erstreckt haben. Für Mittwoch ist keine Kabinettssitzung in Aussicht genommen, so daß anzunehnen ist, daß in der Dienstagsihung alle Punkte der Tagesordnung erledigt werden konnten. Oer Voltstreckungsschutz. Heute Veröffentlich ng der Notverordnung. Berlin, 17. Jan. (TU.) Der Reichspräsident empfing am Dienstag den Reichsminister der Justiz, Dr. G ü r t n e r , zum Vortrag über die auf dem Gebiete des D o 11 st r e ck u n g s s ch u tz e s geplanten Maßnahmen. Wie die Telegraphen-Union erfährt, wird die Verordnung am Mittwochabend im „Reichsgesetzblatt" veröffentlicht werden. Lanicrungsunfähige Güter ausgeschlossen? Der „Dörsencourier" berichtet Einzelheiten über die Neuregelung des Vollstreckungsschutzes. Wie das Blatt wissen will, hat das Reichskabinett einen Vol Ist reckungs schütz für aus dem Sicherungsverfahren des Ost Hilfegebietes als nicht mehr sanierungsfähig ausfcheidende landwirtschaftlichen Betriebe abgelehnt. Mit der Unterzeichnung der vom Kabinett angenommenen Verordnung durch den Reichspräsidenten werde, so jagt das Blatt weiter, die Bahn für eine großzügige Inangriffnahme des Siedlungswerkes im Osten frei. Eine Ausdehnung des Vollftrcckungsfchutzes auf das ganze Reich werde lediglich für den Schutz der Vollstreckung bk Gegenständen des beruflichen Vermögens, also des lebenden und toten landwirtschaftlichen Inventars in Frage kommen. Man sei nicht so weit gegangen, das g e s a m t e B e t r i e b s- vermögen unter diesen bedingungslosen Vollstreckungsschutz zu stellen. Der Z i n s e n d i e n st solle grundsätzlich aufrechterhalten werden, so datz Erschütterungen des Realkredites in größerem Umfange durch die neuen Bestimmungen nicht hervorgerufen werden könnten. Die Sozialversicherung 1931/32 Erhebliche Fehlbeträge. Berlin, 17. Ian. (WTB.) Rach einer vom Reichsversicherungsamt herausgegebenen Statistik beliefen sich im Iahre 1931 die B e i t r a g s -- einnahmen in der Sozialversicherung auf 3 Milliarden Mark, die Gesamtausgaben auf 3.5 Milliarden Marl. Ein Einnahmeüberschuh war nur noch in der Angestelltenversicherung zu verzeichnen. Die Arbeitslosenversicherung wies auf der Einnahmeseite 1411 Millionen Mark und auf der Ausgabenseite 1531 Millionen auf. Das Iahr 1932 brachte eine Fortsetzung der ungünstigen Entwicklung. Reben den Einnahmen haben sich aber auch die Ausgaben infolge der Einschränkung der Leistungen im Iahre 1932 erheblich verringert. Christlichen Gewerkschaften. „Der Deutsche", bas unter der Aeberfchrisl „Bitte keine Reu wählen!" u. a. erklärt: „Das Volk würbe in einer Reichstagswahl nicht einen weg zur „Rettung", sondern eher eine parteipolitische verranntheit sehen. Die Bekämpfung des Hungers ist notwendiger, als ein Kamps um parteigrundsähe. An dieser Aufgabe muh auch die Regierung ihren guten willen, ihre Kraft, wenn man will, ihre Kunst, erproben. Den geduldig leidenden Millionen darf nicht mehr zugemutet werden, als sie tragen können. Roch ist es Zeit." In politischen Kreisen glaubt man. diese Auslassungen dahin bewerten zu sollen, das; zwar auch von feiten des Zentrums eine Verständigung aus parlamentarischem Boden erstrebt, die Möglichkeiten einer solchen Verständigung aber schon heute als erschöpft angesehen werden, und dah daher nichts anderes übrigbleibt, als die Alternative: Entweder erfüllt der Reichspräsident im Gegensatz zum 13. August und zum Rovember vorigen Jahres Hitlers Forderung auf Uebernahme der Regierung, oder er sichert von sich aus der R e i ch s r e g i e r u n g . die inzwischen u m- z u b i l d e n wäre, die Möglichkeit einer vom Parlament unabhängigen Arbeit aus längere Zeit, wobei der Reichstag, falls er dem nicht zustimmen sollte, a u s g e l ö st und die Reu wählen bis etwa zum herb st hinausgeschoben würden. Jedenfalls scheinen alle bisher gepflogenen Verhandlungen über einen festen Regierungskurs auf längere Sicht nur immer in diese Alternative zu münden. Gestern keine Besprechungen beim Kanzler. Berlin, 17. San. (TU.) Wie an unterrichteter Stelle verlautet, lagen am Dienstagabend Anmeldungen von Parteiführern beim Reichskanzler noch nicht vor. Eine Unterredung zwischen dem Reichskanzler und dem Prälaten Leicht von der Bayerischen Volkspartei dürfte erfolgen, sobald Leicht gelegentlich einer der nächsten Sitzungen von Reichstagsaus- schüssen oder des Plenums in Berlin ist. Eine Unterredung mit sozialdemokratischen Führern im Zuge der bisher geführten Verhandlungen des Reichskanzlers ist nicht vorgesehen. Keine Unterredung zwischen Hitler und Straher. Berlin, 17. 3an. (TU.) Wie die TU. von der Pressestelle der RSDAP. erfährt, ist die Behauptung eines Berliner Blattes, wonach zwischen Hitler und Gregor Straher in Weimar eine Besprechung stattgefunden habe, absolut falsch. Gregor Straher ist übrigens während der Gauführertagung in Weimar, die in Anwesenheit Hitlers stattfand, überhaupt nicht in Weimar gewesen. 10,5 Millionen Mark Fehlbetrag in Hessen. Der Ltand der hessischen Finanzen Ende Lttober. D a r m st a d t, 17. Jan. (WSN.) Nach den amtlichen Ziffern betrugen per Ende Oktober die Einnahmen und Ausgaben des Landes Hessen für das Rechnungsjahr 1932 im ordentlichen haushalt: Gesamteinnahmen 3 5,04 1 Millionen, und zwar aus Reichs- und Landes- steuern 26,811 Millionen (nach Abzug von 170 000 Mark Ausfall bei den Landessteuern), aus der Rechtspflege 1,670 Millionen, aus Schule, Wissenschaft und Kirche usw. 0,090 Millionen. Dabei ist ein Betrag von 1,224 Millionen bei den Betrieben als Außenstand verbucht. Die Gesamtausgaben per Ultimo Oktober betrugen 4 5,596 Millionen, und zwar für allgemeine innere Verwaltung einschließlich Polizei 6,718 Millionen, für Rechtspflege 4,343 Millionen, für Verkehrs- Die letzte Fahrt des Prinzen Mons von Sayern. ■ - 41 «1 W? * W II W i> EM Unter großer Feierlichkeit wurde in München die sterbliche hülle des Prinzen Alfons von Boyern beigesetzt. Die Spitze des Trauerzugs langt an der Münchner Theatiner-Kirche an, in der der Gedenk- gottesdienst für den verstorbenen Prinzen und die Beisetzung in der Gruft der Wittelsbacher stattfand. wesen 0,149 Millionen, für Schule, Wissenschaft, Kunst, Kirche 14 311 Millionen, für soziale Maßnahmen und Gesundheitswesen 2,552 Millionen, für Wohnungswesen 0 648 Millionen, für den Schuldendienst 2,458 Millionen, für Ruhegehälter 8,728 Millionen und für sonstige Ausgaben 5,689 Millionen Im Ordentlichen haushalt bleibt also ein Fehlbetrag von 1 0,555 Millionen. Im außerordentlichen haushalt sind per Ultimo Oktober verzeichnet: 0,869 Millionen Einnahmen und 0,619 Millionen Ausgaben, so daß hier ein Mehr von 0,250 Millionen sich ergibt. Aus aller Welt. Schwere Zuchthausstrafen für eine Einbrecherbande. Kassel, 17. Ian. (WTB. Funkspruch.) Die Große Strafkammer verhandelte heute gegen eine zehnköpfige Einbrecherbande. die seit 1927 insgesamt ü b er hundert Diebstähle verübte und ihre Tätigkeit von Kassel auch bis Oberhessen, Thüringen und bis in die Provinz Hannover ausdehnte. Der Hauptvädelssührer erhielt wegen 45 vollendeter und 21 versuchter Diebstähle sieben Jahre Zuchthaus, sein jüngerer Bruder und ein anderer Hauplangetlagtec je vierIahreZucht- h a u s. Alle drei wurden außerdem unter Polizeiaufsicht gestellt. Fünf weitere Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen, einer wurde freigespro- chen, gegen den letzten wurde das Verfahren auf Grund des Amnestiegesetzes eingestellt. Schwerer Aulounfall des Violinvirtuosen kubelik. In Prag fuhr dieser Tage ein Lastkraftwagen in schnellem Tempo gegen ein Personenauto, in dem sich der bekannte Violinvirtuose Ian Kubel i k und fein Pianisthollcek befanden. Das Auto Kubeliks wurde auf die andere Straßenseite geschleudert, wobei cs sich einige Male überschlug. Kubelik erlitt eine Quetschung des Brustkorbes, vielleicht auch einige Rippenbrüche, der Pianist hat Hüstquetschungen und eine Gehirnerschütterung davongetragen. Acht Italiener in den Alpen vermißt. Acht Personen aus der italienischen Gemeinde Crvdo, die vor einigen Tagen nach der Schweiz aufgebrochen waren, sind seitdem verschwunden. Da man um ihr Schicksal besorgt ist, wurden jetzt Rettungskolonnen nach der Alp Ta- veriola entsandt, deren Rachforschungsarbeiten sich aber wegen des starken Schneefalls sehr schwierig gestalten. Drei Todesurteile wegen Spionage in Polen. Das polnische Militärstandgericht in Gdingen verurteilte den Feldwebel K r o p i d l o w s k i zur Ausstoßung aus dem Heere und zum Tode durch Erschießen. Er war beschuldigt, zwei deutschen Spionen, dem Kaufmann Koch aus Danzig, und dem Mühlenbesiher Priebe aus Putzig behilflich gewesen zu fein, verschiedene Anlagen der polnischen Armee und Marine zu photographieren. Seine beiden Helfer Wurden vom Standgericht ebenfalls zum Tode verurteilt, vom Staatspräsidenten aber zu lebenslängliche mGe- f ä n g n i s begnadigt. Das Urteil gegen den Feldwebel ist bereits.vollstreckt worden. Die Grippe-Epidemie in England. Die Grippe-Epidemie in Rordengland zeigt keine Anzeichen einer Abschwächung. In Manchester find die meisten Erkrankungen leichter Art. 60 Angestellte des Krankenhauses in Manchester und 300 Beamte des Bureaus des Arbeitsministeriums in den Rorddistrikten liegen an der Influenza darnieder. Die Zahl der Todesfälle hat sich in Manchester auf 48 gegen 22 in der Vorwoche erhöht. Grippeepidemie in Amerika. In zahlreichen Gegenden der Vereinigten Staaten ist infolge der außerordentlich starken Temperaturschwanlungen eine schwere Grippeepidemie ausgebrochen. In der Stadt Waterville (Maine) mußten alle Schulen ohne Ausnahme geschlossen werden, weil Tausende von Kindern von der Krankheit befallen wurden. Die Grippe hat auch die Besatzung des Ozeandampfers „Alaunia" mitten auf dem Ozean erfaßt. Bei der Ankunft des Dampfers in Halifax wurde festgestellt, daß ein Offizier tot und zahlreiche Matrosen erkrankt waren. Auch der Schiffsarzt litt an Grippe. Wirbelsturm über Lissabon. In einer der vergangenen Rächte ist über der Stadt Lissabon ein schwerer Wirbel st urm niedergegangen. Diele Bäume und Telegraphenstangen wurden umgerissen. Die Schisse im Hafen wurden teilweise stark beschädigt. Sechs Leichter sind gesunken, tue1 Besatzungen konnten nur mit Mühe gerettet werden. Starke Schneefälle und Kälte in Spanien. In Rord- und Mittelspanien sind starke Schneefälle eingetreten. Desgleichen ist auch Madrid von einer mehrere Zentimeter hohen Schneedecke eingehüllt. Der Schnee ist überall liegen geblieben, was zum erstenmal seit zehn Jahren in Spanien vorkommt. Auch herrscht im Lande starke Kälte. So weist z. B. Burgos in Castilien eine Temperatur von 10 Grad unter Rull auf. Eisenbahnunglück in Spanien. — Zwei Tote, 17 Verletzte. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Schnellzug und einem Personenzug auf der Strecke Madrid—Barcelona wurden zwei Personen getötet und 17 verletzt. „Regenbogen" in Rio be Janeiro. Das französische Flugzeug „Regenbogen" ist am Dienstag in La Paz (Brasilien) zum Weiterflug nach Rio de Janeiro gestartet und dort um 18.40 Uhr Ortszeit gelandet. Kunst und Wissenschaft. Professor Dr. phil. h. c. Karl Heinrich Verger f. Im Alter von 72 Jahren ist Pros. Dr. phil. h. c. Karl Heinrich Berger in Lörrach (Baden) gestorben. Berger hat die beste deutsche Schiller-Biographie geschrieben; auch feine Monographien über Theodor Körner, Blücher und Kaiser Wilhelm II. sind ziemlich bekannt geworden. Der Maler Professor Lippmann 75 Jahre alt. Der hessischc Maler Professor Johannes LiPP- m a n n in Lichtenberg i. O. konnte dieser Tage den 7 5. Geburtstag begehen. Lippmann stammt aus Offenbach. In der Kunstschule feiner Vaterstadt erhielt er feine künstlerische Ausbildung. Seit 1908 lebt Prof. Lippmann in Lichtenberg als freier Künstler mitten unter feinen Motiven. Schon ans der Tatsache, daß er Ehrenmitglied des Gesamtodenwaldklubs ist, geht hervor, daß der Odenwald und seine Bewohner im Mittelpunkt seines Schasfens stehen. 1930 erhielt Lippmann den Georg-Düchner-Preis. Staatspräsident Dr. Adelung hat Pros. Lippmann zu seinem Iubeltage die herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst B l u m f uj e i n. Gießener Stadttheater. Shakespeare: „Hamlet". Man sollte, wenn vom „Hamlet" die Rede ist, Nicht zunächst daran denken, dah es sich hier um jenes Shakespeare-Drama handelt, in dem die meisten geflügelten Worte vorkommen und, nächst „Richard Hl.“ etwa, die meisten Leichen im fünften Akt; wer das tragische Wesen eines Werkes an der Menge des vergossenen Blutes zu ermessen sucht, wird nicht zum Kern und eigentlichen Sinn der Begebenheiten vorstohen: weil er übersieht, dah solche mörderische und geistzerstörende Gewalttat nicht als selbständige Funktion, sondern als eine höchst grausame und zeit- gebundene Begleiterscheinung unlösbar-innerer Verstrickung und Gegensätzlichkeit dargestellt wird. Cs ist auch nicht wichtig, sich daran zu erinnern, daß die moderne Bühne dem „Hamlet" eine Sonderstellung innerhalb der Shakespeare- Aufführungen einräumte, indem sie ihn zu dem Experiment ausersah, feine verschollene Fabel in ein zeitgenössisches Kostüm zu kleiden: dazu scheint uns der „Hamlet" weder besonders geeignet, noch bedarf er dessen, um die Zeitlosigkeit und unverrückbare Gültigkeit seiner Charaktere, ihrer Leidenschaften und Handlungen zu erwiesen. Vielmehr ist es — unabhängig von Wiedergabe, Aufnahme und Ausstrahlung des Trauerspieles — immerhin wissenswert, daß die sagenhafte Fabel sich in frühester, schemenhafter Ueberlieferung bereits bei dem um 1206 gestorbenen Dänen- geschichtsschreiber Saxo Grammaticus findet; als erste deutsche Fassung ist ein von den sogenannten englischen Komödianten gespieltes Schaustück unter dem Titel „Der bestrafte Brudermord" in der Literaturgeschichte bekannt. Man kann sich über diese Zusammenhänge ebenso klar fein wie über die schwer bestreitbare Erwägung, daß uns heute der historische oder vielmehr sagenhafte Vorgang, eine blutige Kronprinzentragödie im mittelalterlichen dänischen Königshause, der unaufhaltsam-düstere Untergang einer dekadent zerrütteten Dynastie an sich ziemlich gleichgültig ist. Eine immer zum äußerst gewagten ßrberiment verurteilte, gewaltsam „modernisierende" Aufführung des Dramas wird weder die Zeitgebundenheit der Fabel völlig verschleiern noch die Zeitlosigkeit ihrer menschlichen Erscheinungsformen deutlicher und überzeugender vermitteln können, als sie ohnehin ist. Die Geschichte des menschlichen Herzens, der großen und echten Leidenschaften, und das übermächtige Walten ewigen Schicksals wird zu allen Zeiten, in jeglicher Spiegelung und in jedem Kostüm „aktuell" fein. Der Gang der Handlung darf wohl — wenigstens in großen Zügen — als bekannt vorausgesetzt werden; wichtiger, als ihn hier zu repetieren, scheint uns jedenfalls, auf einige fundamentale Einzelzüge andeutend hinzuweisen. Im Zentrum des riesigen Dramengebäudes (1112) entfaltet sich die in der gesamten Weltliteratur wohl unvergleichliche Schauspielszene: sie gehört sicher zum Großartigsten, was Shakespeare je geschrieben hat; sie ist dramaturgisch ein Angelpunkt, von dem aus die Fabel sowohl nach rückwärts ausgerollt als auch in den Grundzügen ihrer fortschreitenden Entwicklung feftgelegt wird. Diese Szene ist überdies die glänzendste und wahrhaft unsterbliche Verherrlichung echten und ursprünglichen Komödiantentums (somit auch einem Wesenszuge des Dichters ganz unmittelbar entsprungen) — und zwar nicht nur in ihrer Theoretik allein: Hamlets berühmte Ansprache an den „Ersten Schauspieler" ist überaus beherzigenswert und von absoluter Gültigkeit selbst heute noch; sondern auch vor allein in der Auffassung und Darstellung der Schauspielkunst als einer höheren Wirklichkeit, eines sittlichen Gradmessers, als eines vollkommenen und unbestechlichen Spiegels menschlichen Daseins. Die seelenerschütternde Wirkung und Gewalt des Schauspiels im Schauspiel gibt ja — höchst eindrucks- für den, beide Handlungen verfolgenden Zuschauer im Parkett — der Fabel ihre entscheidende Wendung zur unaufhaltsam hereinbrechenden Katastrophe. And endlich erweist sich auch gerade in dieser Szene das Drama als eine Charaktertragödie großen Stils, die ihre Zentralfigur ebenbürtig neben Gestalten wie Richard 111., Macbeth, Lear, Othello und Shylock rückt. Hamlet ist eine wahrhaft seelenkennerisch erfühlte und in ihren leisesten Regungen ertastete Erscheinung; ein wie mit der eindringenden Schärfe moderner Psychologie aufgefbürter, gleichsam „gespaltener" Charakter, schwankend zwischen visionärer Hellsichtigkeit und trübster Melancholie, zugleich triebhaft und sehr bewußt handelnd, stets auf der schmalen Mitte zwischen! echtem und bloß gespieltem Wahnsinn, voll tiefer Erkenntnis des Lebens, der menschlichen Gefühle und der letzten Dinge ... zumal in der von abg-ünbigem Humor erfüllten Kirchhofs- und Tot,. ngräber-Szene, die dem Schlußakt der Tragödie auf eine schwermütig- grüblerische Art ganz shakespearisch den Auftakt gibt. — Der Aufführung war erfreulich anzumerken, wie energisch und hingebungsvoll daran gearbeitet worden ist. (Die Generalprobe dauerte bis zum frühen Morgen.) Die Inszenierung des Dberfpielleiters Fafso11 bewältigte das ausladende Szenengebäude des Trauerspiels auf eine sehr respektable und konzentrierte Weife — ohne (oder fast ohne) Kürzung, bei geschickter Zusammenfassung und flüssiger Verwandlung der vierzehn Bilder. Die Regie wurde von Löffler, dessen Entwürfe — vor allem die Terrasse und der Thronsaal haften im Gedächtnis — bei aller Sparsamkeit der Mittel in Raumaufteilung und Farbe klar und großlinig wirkten, ausgezeichnet unterstützt. Herr Keim besorgte die stimmungsvoll nuancierte, ausgewogene Lichtgebung. Im einzelnen: die erste Schauspielerszene geriet im Gesamteindruck überraschenderweise starker als die etwas improvisatorisch abrollende zweite, auf her freilich im Text der stärkere Akzent liegt. Angenehm gedampft, dennoch eindringlich die Geifter- henen und Ophelias Wahnfinnsausbruch. Das große Schlußbild gab einen wuchtigen und feierlichen Ausklang. Bruck spielt den Hamlet: neben dem Mephisto weitaus die anspruchsvollste Aufgabe, die ihm seither gestellt wurde Er löst sie in einem imposanteren Stil, als er seinerzeit mit dem Mephisto fertig wurde, weil sein Hamlet persönlicher, mit reiferen und weniger äußerlichen Mitteln gestaltet ist. Abgesehen von einer tadellosen technischen Beherrschung der großen und schwierigen Partie: Brucks Hamlet ist interessant, weil er unkonventionell erscheint. Wohl fügt er sich in der äußeren Erscheinung dem traditionellen Rollencharakter ein, aber er ist gar kein lyrischer und überwiegend melancholischer Hamlet, kein leidender Held, sondern eine aktivistische, ausbege'hrende und sich im Gesühlsaus- bruch gegen ihr Schicksal aufbäumende Gestalt. Das gibt der starken Leistung dieses intellektuellen Schauspielers besonderen Wert und Reiz. * Die Ophelia hatte Edith Berger: anfangs sehr zart und anmutig, mit einer kindlich hohen und behutsamen Stimme: später, in den (gefährlichen) Wahnsinnsszenen mit Geschmack und Zurückhaltung die stilistisch gebotenen Grenzen wahrend. Heyfer als König Claudius begann ganz leicht, weltmännisch-geschmeidig, um erst in den späteren Szenen, vor allem jener des vergeblichen Gebets, den Charakterumriß der Gestalt mit dialektischer Schärfe herauszuarbeiten. Selten sahen wir einen so sympathischen Polo- nius, wie ihn Kühne gab: geschäftig, bieder, auch väterlich weise, immer mit diskretem und natürlichem Humor. (Die Wiedergabe dieser Rolle leidet so oft unter Verzeichnungen und llebertreibungen.) Fassott (erster Schauspieler) steigerte sich aus anfänglicher Verhaltenheit zum schönen komödiantischen Pathos seiner Szene. Hauer gab ernst und männlich den getreuen Horatio, Michel mit ingrimmigem, zuletzt stürmisch losbrechenden Temperament den jungen Laertes Maria K o ch: eine milde und mütterlich weiche Königin, Hub machte mit breitem, behäbigen Humor den Totengräber; (Egge mann als strahlender Fortinbras; Volck sprach eindringlich die beschwörenden Geisterworte. Bieten, Wrede, Nieren, Fierment und Geiger rundeten in kleineren Aufgaben das Ensemble harmonisch ab. ♦ Das gut besuchte Haus dankte mit anhaltendem Beifall. hth. „Frankenstein.^ Unter diesem Titel läuft gegenwärtig im Lichtspielhaus als Nachtvorstellung ein amerikanischer Film mit Zwischentiteln in deutscher Übersetzung, der sich das alte Homunculus- Motiv, den fragwürdigen Wunschtraum von der Erschaffung des künstlichen Menschen, zum Gegenstände einer überaus phantastischen und gruseligen Spielfabel erwählt hat. Hanns Heinz Ewers mühte vor Reid erblassen, wenn er sähe, was die smarten Pankees aus diesem Thema hervor- gezaubert haben; sie haben es mit ausgesuchtem Raffinement darauf abgesehen, dem nächtlichen Besucher eine Gänsehaut wachsen zu lassen. Also nichts für nervenschwache Gemüter: solchen könnte hinterher leicht ein böses Träumchen oder Albdrücken beschieden sein. An sich ist das Motiv gewiß nicht ohne Reiz und auch geeignet, der Filmproduktion neue Wege zu weisen; den Herstellern in USA. kam es allerdings mehr darauf an, einen regelrechten Reiher mit handfesten Sensationen nach amerikanischem Publikumsgeschmack herauszubringen. Die Besetzung ist durchschnittlich; der Regie müssen erhebliche Mittel zur Verfügung gestanden haben. -r- V Aus der provinzialhaupistadt. I Buntes Allerlei * ) Berger f. s. Dr. phil ich (“Bollen) te deutsche ' iane Mono- Mcher und innt geivor- Tagung ländlicher Genoffenschastsverireter in Gießen 1 über der elftutm l6 im Ha« chs Leich, m konnten Stellen gebieterisch beschien njgtesEingrei- s e n. Es gilt, zu verhindern, daß der Bauer von Haus und Hof iommt. Die Preise für landwirljchafi- liche Bercdelungserzeugnisse sind heute aus einem Tiefstand angelangt, der weit unter den Friedens preisen liegt. Noch scheut man sich, den Erzeugnissen der heimischen Scholle den Schutz angedeihen zu lassen, den andere Produkte längst genießen, d. h. dem Bauern Preis und Lohn zukommen zu lassen, die ihm das Verbleiben aus seinem Grund und Boden ermöglichen. Unverständlich bleibt es, daß gerade diejenigen Interesientengruppen, die vor Jahren dem Bauer den Rat gaben, die Veredelungs wirtschaft mit allen Mitteln auszubauen, heute einen heftigen Kampf gegen die geplanten Schutzmaßnahmen führen. Möge man endlich in allen Volis- kreisen zu der Erkenntnis kommen, daß Bauernnot Volksnot bedeutet!" Nach einem kurzen Schlußwort des Verbands- direktors Berg (Darmstadt) wurde die Versamm hing von dem Leiter, Herrn Becker (Kesselbach), geschlossen. 'panien. inb ftatle e|i ist aud) hohen .ist überall • leit zehn herrscht im J. Durgvs srad unter hen einem der Strecke Ionen ge - Jahre alt. mesLipP- )iefer Lage Sibpmann chute seiner he Ausbit- nn in Lich- unter seinen 6 er Ehren- l, geht her- «wohner im 1930 erhielt Staatsprä- ippmaim zu Kluckwünsche vor sie sich erhebt, um nach der Ursache der klirrenden Geräusche am Fenster zu forschen. Als sie aber die Feuerwehrleute dastehen sah, die ihrerseits nicht gerade intelligente Gesichter machten, packte sie der Zorn. Ob die Feuerwehr vielleicht dazu da sei, bei friedlichen Bürgern durchs Fenster zu steigen, um ehrsame Frauen im Schlaf zu stören. Die Frau halte 24 Stunden fest geschlafen und offenbar noch nicht ausgeschlafen, denn sie war sichtlich schlecht gelaunt. Die Feuerwehr, die. Kriminalpolizei und die Schutzpolizei rückten mit 'betretenen Gesichtern wieder ab und mit dem festen Vorsatz, nie wieder eine Frau im Schlaf zu stören. Gchreckensszene meinem AeuyorkerKino. Eine dramatische Szene, die an Spannung und Aufregung alle auf der Leinwand vorüberziehenden Bilder übertraf, spielte sich, wie aus Neuyork berichtet wird, an einem der letzten Abende in dem Zuschauerraum eines dortigen Kinos ab. Urheber des Schreckens war ein Räuber namens Irving Genatt, der nach einem mißglückten Versuch, die Kasse des Filmtheaters auszuplündern, sich in dem verfinsterten Orchesterraum zu verstecken suchte. Er war bei seinem Unternehmen auf den unerwarteten Widerstand des Theaterleiters John Iudgc gestoßen, der sich nicht von zwei auf ihn gerichteten Revolvern einschüchtern ließ. Bei dem Gefecht, das sich nun entspann, feuerte Genatt aus großer Nähe, aber zum Glück versagten die Revolver. Der Ban dit flüchtete nun in den Zuschauerraum: als er sich hier verfolgt sah, feuerte er zu wiederholten Malen. Unter der Zufchauermenge entstand eine wilde Panik, Schreie wurden laut und man kämpfte ^verzweifelt um den Ausgang. Während all dieser Szenen ließ der Kino-Operateur den Film weiter abrollen. Inzwischen hatten einige Zuschauer die Straße erreicht und die Polizei zu Hilfe gerufen. Der Täter wurde verhaftet. Später gestand er, daß er auch der Plünderer einer anderen Theaterkasse | gewesen sei; damals, im Mayfaire-Theater, waren I ihm rund 2000 Mark in die Hände gefallen. nachlsmärchcn: „ , , nuar, 15 Uhr, unwiderruflich zum letztenmal zur Aufführung zu bringen. Für diese Vorstellung sind ganz Heine Märchenpreise angesetzt. — Curt Götz iommt mit seinem Ensemble am Dienstag, 24. Januar, zu einem einmaligen Gastspiel nach Gießen. Wieder mit einem echten Curt Götzschen Werk: Den ro. |en" i[t am Weiterflug i dort um Mtaa. kn rem. ^eedi. ?°krvilis Iu|nQU' ! Kinder^ ®rip5C [öompfc^ .An bet -d« feflge- K An. vchistsarzi )t, weltmän» ren Szenen, ls, den Chn- cher Schärfe gegen 22 oeiDen Vorstellungen „Im weißen Rößl" vorbe- stellten karten bis Freitag 13 Uhr unbedingt abgeholt sein müssen, da von diesem Zeitpunkt ab der regen Nachfrage wegen anderweitig über nicht- abgeholte karten verfügt wird. Auf nochmaligen Wunsch hat die Intendanz sich entschlossen, das mit großem Erfolg und Beifall aufgenommenen Weih- Aschenbrödel" am Sonntag, 22. Ia- jifdjen W bieder, aud) und natur* Nolle leidet rlreibungen.) rte sich °us i fomobian* r gab ernst Michel mit henben Tem- terlich meich- ehäbigen ^u- als strahlen- nglich d-e be- . Wrede, /rundeten m Manisch ab. anhaltendem bin. Erwin Guido Kolbenheyer über „Lebenswert und Lebenswirtung der Dichttunst in einem Volke". Kolbenheyer gehört zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Dichtkunst. Nur selten geht der Dichter auf Vortragsreisen. Es ist daher um so erfreulicher, daß es dem Goethe-Bund gelungen ist, diesen feinsinnigen Dichter einmal für unsere Universitätsstadt gewinnen zu können. Der Reinertrag des Abends wird auf Wunsch des Dichters einem studentischen Unterstützungssonds überwiesen werden. (Näheres ist aus dem heutigen Anzeigenteil zu ersehen.) Vornotizcn. — Aus dem Stadttheaterbürv wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, 15. Vorstellung im Mittwoch - Abonnenient: „Stöpsel", -schwant von Arnold und Bach, Spielleitung: Peter jajjott. Gewöhnliche Preise. Ansang: 20 Uhr; Ende: 22 Uhr. — Die nächsten Aufführungen der Operette „v-iü weißen Rößl" sind am camsiag, 21., um 20 Uhr und am -sonntag, 22., um 19 Uhr. Für beide Vorstellungen gelten ermäßigte Opereitenpreije. Auch haben Radio- und Vorzugsscheine Gültigkeit. Die Kasse macht daraus au, merksam, daß die für die Der neue Angriff auf den Mount Everest Das große Abenteuer des Jahres 1933. Gesunder Schlaf. Der gesunde Schlaf fall tief und traumlos sein, er soll sieben bis acht Stunden währen. In einem Hause im Osten Berlins hatte man eine Mitbewohnerin, die dort eine Cinzelstube bewohnt, einen ganzen Tag lang nicht gesehen. Die Hausbewohner machten sich Sorge darüber. Sie stellten fest, daß die Bewhnerin am Montagabend zuletzt gesehen wurde und seitdem nicht mehr, es war aver bereits Dienstag abend. Das könne nicht mit rechten Dingen zugehen. Man klopfte an die Wohnungstür, niemand öffnete. Man holte die Polizei. Zwei stämmige Schupos erscheinen und trommeln mit geballten Fäusten gegen die Tür. Niemand öffnet. Sie trommeln noch einmal und halten ihre Ohren dicht gegen die Tür, aber kein Geräusch ist zu vernehmen. Also muß die Frau tot fein. Nach Ansicht der Schupos war dies möglicherweise ein Fall, der die Mordkommission interessieren könnte, und sie beorderten einen Herrn von der Kriminalpolizei an den Tatort. Dieser bollerte nicht gegen die Tür, sondern entnahm seiner Tasche Nachschlüssel, Dietriche und anderes kunstvolles Werkzeug und stocherte damit im Türschloß herum. Aber das Schloß widerstand allen Reizungen des Kriminalbeamten und blieb verschlossen. Da gab es nur noch zwei Möglichkeiten. Entweder man schlug die Tür ein, oder man stieg durchs Fenster. Man entschloß sich dazu, durchs Fenster zu steigen, zu welchem Zwecke man eine bis in die oberen Stockwerke reichende Leiter gebrauchte. Eine solche Leiter besitzt aber nur die Feuerwehr. Ein Schupo eilt ans Telephon, und schon wenige Minuten danach klingelt, hupt und rast ein Alarmzug der Feuerwehr durch die Straßen. Leiter, Spritze, Sauerstoffapparat, Scheinwerfer, Rauch- und Gasmasken, alles da. Eins zwei drei war die Leiter angestellt, und wie die Wiesel kletterten die Feuerwehrleute daran empor; klirr macht die Scheiben, der Riegel wird zurückgeschoben, das Fenster öffnet sich, die Feuerwehrleute verschwinden hinter dem Fenster, stehen in der Stube, in der eine Frau mittleren Alters im Bett liegt, sich blinzelnd die Augen reibt, um sich zu- 1 nächst einmal über ihr Dasein zu vergewissern, be- 3n diesen Tagen wird die v i e r t e E x P e d i - i t i o n zu einem Angriff auf den bisher unbesiegten Mount Everest nufbrechen. Die “Bezwingung dieses gewaltigen, 8840 Meter empor- ragenben Gipfels ist die Krönung aller Tergstei- gersehnsucht. Tis jetzt haben die höchsten Spitzen des Himalaya den heissesten Temühungen getrotzt. Die neue Expedition wird aber vielleicht beweisen, daß die heldenhaften Anstrengungen von George Leigh M a l l o r y und Andrew Irvine im Iahre 1924 nicht erfolglos gewesen sind, obwohl sie dabei ihr Leben haben lassen müssen. Man könnte sich tein schöneres Ergebnis des bevorstehenden Llnternehmens denken. Seit dem Ende des Weltkrieges find nicht nur drei Angriffe auf den Mount Everest abgeschla- gen worden, sondern ein gleiches Schicksal widerfuhr auch drei Versuchen, den zweithöchsten Gipfel der Welt, den K a n t s che n z ö n g a , zu erobern. Die Geschichte der Angriffe auf den Mount Everest seit Kriegsende bildet eines der großen Heldenlieder unseres Jahrhunderts. 1921 zog eine Dersuchsexpedition unter E. K. Howard Bury aus, der im nächsten 3cchr eine größere unter General C. G. Druce folgte. Damals unternahm man zum erstenmal Versuche mit der Verwendung von Sauerstoff als Waffe im Kampf gegen den niedrigen Luftdruck in großen Höhen. Zwei Mitgliedern dieses Unternehmend, dem Kapitän Finch und dem Kapitän 3. G. Druce, gelang es, eine Höhe von über 7103 Meter zu erreichen. General Druce war auch der Leiter der Expedition des 3ahres 1924, bei dem der zweite Leiter Oberst Norton und Dr. Somervell bis zur Höhe von 8603 Meter vordrangen. Aber am nächsten Morgen, als Norton erwachte, war er von Schneeblindheit und Dr. Somervell von Höhenkrankheit befallen. Alle diese Schwierigkeiten bildeten jedoch nur einen neuen Ansporn für einen erneuten Angriff auf die Spitze, der von George Leigh Mallory und Andrew 3 r v i n e unternommen wurde. Sie gehörten zu den kühnsten jungen Bergsteigern, und es war ein schwarzer Tag in der Geschichte der Alpinistik, als die Kunde nach Europa kam, daß die beiden tapferen Pioniere am 21. 3uni 1924 ein Opfer des Derges geworden waren. Es steht zweifellos fest, daß sie eine Höhe von 8540 Meter erreichten. Ob sie den Gipfel bezwungen und wie sich die Tragödie ihres Todes in der großen Einsamkeit abspielte, ist bis jetzt ein Geheimnis geblieben. Vielleicht, daß dieses zu lösen der neuen Expedition gelingt, die jetzt auszleht. Aber die beiden tapferen Männer waren nicht die einzigen Opfer. 30 Menschenleben ha- ben die drei Eingriffe auf den Mount Everest gefordert. Doch ihr Tod war nicht vergeblich. Die Erfahrungen, die von den früheren Expeditionen gesammelt worden find, geben berechtigte Hoffnung für einen Erfolg des Unternehmend von 1933. Möglichkeiten, mit denen man nach menschlicher Voraussicht rechnen kann, sind in Erwägung gezogen worden. Aber auch dann hängt noch viel vom guten Glück ab. Werden die ig imLich^ ein amen- in deuM tz°mu"Ar 1U^m Gegen- Sfr# l das t Am« Die Kreisstelle Gießen des hofft* schenLandwirtschaftlichenGenossen- schaf tsverbandes hielt gestern im (Safe Leib zu Gießen eine außerordentlich gut besuchte Dezirkstagung unter der Leitung von Herrn Decker, Kesselbach, ab. Derbandsdirektor Derg, Darmstadt, gab zunächst einen Uebcrblick über die wirtschaftliche tage. Das Kernproblem fei die Deschaffung von Arbeit und Brot. Dem Dauern fehle es nicht an Arbeit, für ihn fei aber die Frage wichtig, wie man dem weiteren Absinken der Preise steuere und den landwirtschaftlichen ^Betrieb aus der Unrentabilität heraus bringe. Zwar fei auf dem Getreidemarkt schon manches geschehen, aber hinsichtlich der Kontingentierung habe man dem Tauern lediglich Versprechungen gemacht. Schutz der Edelproduktion fei die Forderung des Tages. Don der Landwirtschaft allein dürfe man eine Gesundung des Volkes nicht erhoffen, wenn nicht der Konsum in organischer Weise erstarke. Die Genossenschaften hätten sich erstaunlich gut gehalten. Mit 0,6 Prozent Verlust der Genossenschaften fei der Prozentsatz verschwindend gering. Das Gesamtergebnis des 3ahres 1932 dürfe — trotz mancher Deschränkungen — als sehr befriedigend bezeichnet werden. Hinsichtlich des genossenschaftlichen Kreditwesens seien — nach den Vorgängen des 13. 3uh 1931 - die Verhältnisse wieder völlig stabilisiert. Was die Spareinlagen anbetreffe, so stehe Oberhesfen an der Spitze der drei hessischen Provinzen. . Wan spreche jetzt viel von „Reichshilfe". Die Mittel der Reichshilfe seien aber sehr beschränkt, so daß man sich große Hoffnungen auf Zuwendungen nicht wachen dürfe. Mit kurzen Au^füh.ungm über d eZwangszusammen- schlüsse in der Milchwirtschaft, über die Diehverwertung und den E i e r a b s a tz (die Diehverwertungsgenoffenschaften hätten sehr zielbewußt gearbeitet; im Eierabsatz seien viele Genossenschaften in der Cierzentrale Frankfurt zusammengeschlossen) und mit ermunterndem Aus^ ruf für die Arbeit an der Zukunft beschloß der Redner seine einleitenden Worte. Dr. Hillern ann (Darmstadt) sprach sodann in aufschlußreicher Weise über Grundsätzliche Fragen des Genossenschaslswesens. Der Redner beschäftigte sich zunächst mit der Frage der Rentabilität des Genossenschaftswesens im 3ahre 1932. Stark beeinflussend wirkte sich für das 3ahr 1932 die zwangsweise Festsetzung der Zinssätze auf Grund der Notverordnung aus. Hinsichtlich der Sollzinsen- Senkung stünden in Hessen die Kreditgenossenschaften an der Spitze. 3nDe- zug auf die Hnloftenfenfung sei das Notwendige in den Verwaltungen getan worden. Man werde sich aber trotzdem zu überlegen haben, ob man Dividende verteile, wenn man es nicht vorziehe, die Reserven zu stärken. Eine schwere Telastung bedeute immer wieder die Steuer. Für ungerecht halte man die Desteuerung der Geschäftsguthaben mit der Gewerbesteuer. Die Organisation werde bemüht fein, dagegen vorzugehen. Der Redner beschäftigte sich in seinen weiteren Aus- * fühnurgen mit le. Möglichkeit der Einstellung von Zwangversteigerungen. Die Genossenschaften hätten kein 3ntereffe daran, einen schwach verschuldeten Landwirt von Haus und Hof zu jagen. Dorgegangen müsse aber gegen faule Schuldner werden, die sich in den Schutz der Notverordnungen flüchten. Zum Schluß beschäftigte sich der Redner noch mit dem System der Steuergutscheine und gab hierzu wertvolle Aufklärungen. Cs gelte, darüber auch in den einzelnen Dörfern und Genossenschaften dis Landwirte aufzuklären. Der Redner gab noch eine knappe älebersicht über die Revisionstätigkeit des landwirtschaftlichen Genosfenfchaftsverbandes und äußerte sich gegen fachlich ungerechtfertigte Kritik. Die Arbeit zwischen Verband und Orts- genossenschaft möge sich immer enger gestalten. 3m weiteren Verlaufe der Tagung sprach Dr. Winkler (Darmstadt) über das Geld- und Kreditgeschäft. Er schilderte die börsentechnische Entwicklung im Laufe der letzten beiden 3ahre, insbesondere aber die Situation am gegenwärtigen Geldmarkt. Die derzeitige Geldmarkt-Tendenz sei nicht unfreundlich, von feiten der Zentrale enthalte man sich jedoch jeder Anregung zu 3n- vestitionen am Effektenmarkt. Die Kreditpolitik des Vorstandes sei bisher immer sehr vorsichtig gehandhabt worden. Der Redner wandte sich dann dem Problem der Zinssätze zu, gab Anregungen für die Form des Verkehrs mit Schecks zwischen den Genossenschaften und der Landes- genofscnfchaftsbank, für den Geschäftsverkehr mit Nichtmitgliedern und für Fragen der Sicherung der Kredite. Hinsichtlich der letzteren empfahl er besonders die Erfassung von dinglichen Sicherheiten. da die Dürgschaften zum großen Teil als ungünstig zu bewerten seien. Er empfahl ferner, den vielen neugegründeten sog. Zwecksparka s s e n gegenüber vorsichtig zu sein. Es lägen bereits eine große Anzahl schlechter Erfahrungen vor. Mit dem Wunsche zu weiterer engerer Zu- fammenarbeit schloß der Vortragende. (Eine lebhafte Aussprache folgte den Vorträgen. Direktor T e r g (Darmstadt) antwortete auf eine Reihe von Fragen und Anregungen. Er betonte, daß man nicht immer gleich von einem Zusammenbruch sprechen müsse, wenn es sich um Schocks in der Wirtschaft handele. Was den Verkehr unter sich betreffe, so fei man sich auch bei der Verbandsleitung klar darüber. daß cs viel Nervenkraft koste, in der Gegenwart die Deitreibung der Zinsen und der Fälligkeiten zu bewerkstelligen. Was die Reichshilfe betreffe, so fei man sich darüber klar, daß die Liquiditätshilfe angenehmer empfunden worden wäre. Die Tagesordnung brachte im weiteren Verlaufe der Versammlung ein Referat über den Warenumsatz. Direktor Strasburger führte u. a. folgendes aus: Der Warenumsatz habe sich mengenmäßig erhöht, wertmäßig aber nicht unbedeutend verringert. Der Getreideanbau fei um etwa 40 Prozent gesteigert worden. Festzustellen sei ein Ueberfluß an Roggen, der in Kombination mit Kartoffelflocken an Mäster in Norddeutschland gegeben wurde. Der Bedarf an Braugerste sei gegenüber den Vorkriegsjahren wesentlich zurückgegangen. Die Landwirtschaft bedürfe endlich einer energischen Hilfe der Regierung, die man bisher leider habe vermissen müssen. In anderen Ländern werde weit mehr für die Landwirtschaft getan. Italien sei bestrebt, die Ernährung aus Eigenem sicherzustellen. Frankreich habe längst Wochen, in denen die “Bergsteiger sich dem “Berge nähern, jene furchtbaren Stürme u n d K ä l t e bringen, die ihnen fo gefährlich werden? Nichts kann fo schnell auch die Kräfte der st irksten Manner besiegen als die Luftverhältnisse in solchen Höhen. Leiter dieser Expedition, die von der Tritischen Gesellschaft für Geographie und dem Alpenklub organisiert wird, ist Hugh R u 11 l e d g e, der im letzten Sommer den Nanda Tevi im Himalaya bestiegen hat. 3hn begleitet eine sorgfältig ausgewählte Mannschaft der erfahrensten Terg- steiger. Auch die einheimifchen Träger, von der en Treue, Mut und Ausdauer fo viel für den Erfolg abhängt, wurden auf das sorgfältigste aus- gewählt. Für die Versorgung mit den geeignetsten Nahrungsmitteln macht man sich die 50* jährigen Erfahrungen zunutze, die von den Heeres- und Marine-Proviantämtern bei Expeditionen gesammelt worden sind. Für die Ausrüstung und die Zelte wird von einer Firma gesorgt, deren Erfahrungen bis in die Zeit vor dem Krimkrieg zarückreichen, und die auch die Expedition von 1924 ausgerüstet hat. Besondere Sorgfalt wird der Versorgung eines jeden Teilnehmers mit künstlichem Licht zugewandt. Stets bereite elektrische Lampen in zwei Typen, darunter die besonders geeignete sogenannte 3mmcr* bereit-Fackel, sind ausgesucht worden. Sehr wichtig sind natürlich auch die geeigneten Augengläser. Cs wird diesmal eine neue und besonders, leichte Art von Schutzbrillen zur Verwendung kommen, die einen ungewöhnlich weiten Sehwinkel besitzt, um zugleich die Sicht beim größten Steigungswinkel und in die weiteste Ferne zu erleichtern. Die Frage der Dekleidung und der Schlafsäcke ist von ebenso großer Wichtigkeit. Jedes Kleidungsstück muß die möglichst größte Wärme beidemgoringstenGowicht besitzen.Ganz obweichend von der für Polarexpeditionen gewählten ilntertleibung ist die der Himalaya-Te- fteiger von der leichtesten, ja fast tropischen Art. Nur die Socken sind schwerer. Ebenso müssen auch die Tettsäcke, die aud Kamelhaar mit Wolle gefertigt sind, höchste Wärme mit geringstem Gewicht vereinen. Ein Schlafsack für vier Personen darf nicht mehr als 9 Pfund wiegen. Bei der Wichtigkeit, die warmer Nahrung in solchen Höhen zukommt, muh auch eine solche scheinbare Kleinigkeit wie das Dackpulver auf das sorgfältigste auf seine Eignung geprüft werden. Eine große Rolle fpielt schließlich das geeignete Material für photographische A u f n a h -- m e n. Da die Finger in großen Höhen den seinen Tastsinn einbüßen, ist es nötig, solche Materialien zu wählen, mit denen sich am leichtesten hantieren läßt, und deshalb hat man sich für Rollfilms, und zwar für Selochrome-Filme, entschieden. Der tinematographische Film der Expedition ist ein 16-Millimeter-Selo-Negativfilm, der trotz der außerordentlichen Geschwindigkeit, mit der er abrollt, ein sehr seines Korn besitzt, das gute Ciw- zelheiten und Freiheit von Streifen gewährleistet. „Lr. med. Hiob Prätorius, Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden", dem jüngsten Werk seiner charmanten Muse. Das Gastspiel ist außer Abonne- m'nt, es gelten ermäßigte Operettenpreise. Abonnenten erhalten auf alle Plätze.50 Pf. Ermäßigung. Rundfunkgutscheine haben Gültigkeit. * ** Amtstage des Kreisamts Gießen. Im neuesten Amtsoerkündigungsblatt weist das Kreisamt Gießen wiederholt darauf hin, daß Amtstage beim Kreisamt nur Dienstags oormit tags und Freitags vormittags jeder Woche sind. Während der übrigen Zeit sind die Dienstzimmer des Kreisamts für das Publikum geschloffen, so daß, soweit es sich nicht um Fälle allerdringendster Art handelt, Personen, die außerhalb der Amtstage vorsprechen, auf Abfertigung nicht rechnen können. Kontingente errichtet. Das lausende Erntejahr werde unter normalen Witterungsverhältnifsen kaum einen nennenswerten Getreideübknluß bringen. Notwendig sei eine gewisse Vorratswirtschaft zu betreiben. Gegenwärtig sei man dabei, eine Standardisierung der Kartoffel durchzuführen und sie burd) die Zurverfügungstellung einer entsprechenden Maschine zu erleichtern. In feinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner noch mit Fragen der Zollpolitik, mit der Preis- und Absatzpolitik der Thomasmehl- und Phosphatindustrie, mit der Arbeit der Kreditabteilung der Zentralge- nossenschast u. a. m. Mit der Aufforderung zur weiteren energifchen Mitarbeit an den Zielen der Genossenschaften fand der Vortrag seinen Abschluß. Eine rege Aussprache schloß sich auch diesem Referat an. Die Versammlung faßte sodann e i n st i m - m i g folgende Entschließung: „Die katastrophale Lage des hessischen Bauern standes erfordert endlich von allen maßgebenden G:eßenerSiandesamts-SiatistiN932 Die Gesamtzahl der Geburten in unserer Stadt betrug im abgelaufenen Jahr 769 (gegen 841 im Jahre 1931). Von der Gesamtzahl der 1932 Neugeborenen entfallen auf Knaben 385 (449), auf Mädchen 384 (392). Auf die ortsansässige Gießener Bevölkerung entfallen 1932 im ganzen 369 (407) Geburten, und zwar Knaben 178 (207) und 191 (200) Mädchen. Auf ortsfremde Mütter, welche in Kliniken und Anstalten Ausnahme sanden, entfallen im Vorjahr 400 (437) Geburten, darunter waren 207 (242) Knaben und 193 (192) Mädchen. Totgeburten, die in obigen Zahlen nicht enthalten sind, tarnen im letzten Jahr 46 (39) vor. Von der Gesamtzahl der in unserer Stadt geborenen Kinder starben im ersten Lebensjahr 59 (92), davon entfallen aus Gießener Kinder 19 (23), auf ortsfremde Kinder 40 (66). An Todesfälle wurden im abgelaufenen Jahr in Gießen im ganzen 754 (852) gezählt, und zwar männlichen Geschlechts 398 (451), meiblidjen Geschlechts 356 (401). Auf die Gießener Bevölkerung entfallen von den Verstorbenen 327 (375), von denen 163 (185) männlichen und 164 (190) weiblichen Ge chlechts waren. Ortsfremde verstorben 1932 in den Kliniken und Anstalten 427 (477), und zwar 235 (266) männlichen und 192 (211) weiblichen Ge- schlechts. Der Geburtenüberschuß unserer Gießener Bevölkerung stellt sich in den drei letzten Jahren wie folgt 1930: 113, 1931: 51, 1932: 42, dabei sind die Todesfälle im letzten Jahr um rund 50 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Iw vergangenen Jahre fanden in unserer «tadt 271 Eheschließungen, 23 weniger als 1931, statt. Zwei Veranstaltungen im Goethe-Bund Der Goethe-Bund bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: Der Goethe-Bund bietet in den nächsten Tagen zwei Veranstaltungen, die für das Geistes- und Kunstleben unserer Stadt von besonderer Bedeutung sein werden. Am Sonntag, 22. Januar, findet aus Anlaß des 75. Todestages Eichen- Dorffs eine große Gedenkfeier statt. Kaum ein anderer deutscher Dichter ist so vertont worden. Sein Name fehlt nicht, wenn deutsche Lie- der gesungen werden. Der in Gießen bekannte Sprecher Dr. Friedrich C a st e 11 e wird die Gedenkrede halten und Eichendorfs-Dichtungen sprechen. Der Gesangverein „Heiterkeit" wird unter Leitung seines Dirigenten Musiklehrer S ch ä 11 - 1 e r Eichendorfs-Lieder singen. Eine Weihestunde seltener Art dürfte wieder zu erwarten sein. Ein zweites literarisches Ereignis wird am Donnerstag, 26. Januar, folgen. Es spricht der Dichter S.J.-fpor/ Handball im Gau Hessen (V T ) Mtv. (ßlchcn I — Iv. Urmitz I 4:4 (3:2). Bor nahezu 1500 Zuschauern kam am Sonntag tm« erste Borentscheldnngsfplel um die Krels- nn Islerschaft in Koblenz-llrinltz zwischen den ersten Riannfchaflen de« Manner-Turnverein« Gietzen und de« Turnverein- Ilrmitz zum Auötrag. Die Gietzener Männerturner halten bei der Aufstel- luug der Rlannschafl schon zwei Ersatzleute einstellen müssen', tzinzu kam noch, das) der für den RUttelläuserposlen vorgesehene Spieler Salz ebensall« adsagen mutzte. AuS diesen, Grunde war eine nochmalige Umstellung der Mannschaft ersorderlich. AI« Riittelläufer spielte Ploch, und Schüler sprang aus Autzenläuferposten ein. Den Halbllnksposten besetzte der Zugendspieler Bartl). Trotz all dieser unglücklichen Borbedingungen klappte eS zunächst in der Gietzener Mannschaft recht gut. Helmert im Gietzener Tor meisterte oft die schwierigsten Bälle. Die Verteidigung Sehb- Bolkmann, zeitweise etwa« hart, war nur selten zu überwinden. In der Läuserreihe lieserte Schüler eine gute Partie, auch Gchorkops zeigte sich von seiner besten Seile. Der Riittelläufer Ploch «nutzte leider infolge einer Verletzung fchon nach 10 Minuten auüscheiden. Im Sturm glänzten besonder« Krämer und Schmidt. Im Spielverlauf fleht man anfang« die Män- nerturner stark in, Vorteil. Schon „ach 2 Minuten Spieldauer endete eine schöne 5Vo„,bh,olloii Varttz-Krämer-Schmidt mit dem ersten Treffer für Vietze,,. Vach einigen, Hin und Her können aber die Vastgeber durch Strafwurf schon <„,«- gleichen. Die Vlännerturncr bleiben trotzdem Weiler tonangebend und können durch 2 weitere Erfolge wieder aus 3:1 erhöhen. Da« Pehlen de« Mittelläufer« Ploch. der durch Verletzung au«scheiden «nutzte, n,acht sich setzt stark bemerk- bar. Die Urmitzer kommen etwa« mehr aus und können auch bi« zur Halbzeit ein wettere« Tor erzielen, so das, da« Halbzeitrefultat 3:2 für Vietze» lautet. Durch einen Strafwurs erzielen nun die Gietzener Männerturner ihren vierten Treffer und können so die alte Tordifferenz wieder Herstellen (4:2 für Gietzen). Gegen Ende de« Spiele« wachsen die Gastgeber, die durch ihr« zahlreichen Anhänger nochmal« stark angespornt wurden, etwa« über sich hinan«. Vachdem sie auf 4:3 verkürzt hatten, können sie sogar kurz vor Schlutz den f'"rf bejubelten Ausgleichstreffer erzielen. Somit teilten fich die Mannfchaften in die Punkte. D.r Ausgang de« an, nächste«, Sonntag hier in Gietzen stattfindenden Rückspiele« wird also erst zeigen, wer air den weiteren Spielen um die MittelrheinkreiS-Meisterschast 1932 33 rnttspielen darf. Öanöbali im LabN'Vünslbera Gau Garbeiiheim — Vordeck 5:4 (2:3). In Varbenhetn, trafen sich die Meister de« I. und 2. Bezirk« und lieferten fich einen spanne«,den und abwechslungsreichen Kamps, der erst in den letzten Minuten zugunsten de« Platzbesitzers entschieden wurde. Die Gästemannscha.t Überraschte sofort mit guter Zufammenarbeit und lag innerhalb der ersten 20 Minuten mit 3 Toren in Führung. Erst dann kommt die Platzels mehr ans und konnte biS zur Pause auf 3:2 verkürzen. Rach dem Wechsel wurde Varbenhcin, besser und er» reichte zunächst den Ausgleich. Dann waren eS aber wieder die Gäste, die durch «in weiteres Tor die Führung übernahmen. Garbenheim setzte nun Aim, Gndsvurt ein und erreichte bald den Ausgleich „nd durch einen weiteren Erfolg Sieg und Punkte. Beide Mannschaften spielten mit Ersatz. Tischtenn o. Gymnasium — D3ft. 2:7. An, Sonntag trugen die beiden Ma«,„schalten ein Turnier aus, ans dem die Spieler der DIK. als Sieger hervorgingeu Nachstehend die Ergebnisse (die Unterprima jeweils zuerst genannt): Einzelspiele: Hildebrandt — Seibert 21:16, 21:16, 23:21. Gros — Pflicht 16:21, 21:14, 19:21, 21:16, 19:21; Knaus) — Blank 10:21, 12:21, 21:23; Lenzer — Schick 17:21, 13:21, 21:18, 15:21; Wert- beim — Rodriguez 21:10, 21:16, 12:21, 17:21, 18:21; Bram, — Schmittdiel 21:19, 14:21, 12:21, 20:22. ’? o p p e 1 : Hildebrandt Gros — Seibert Schn,itt- dirl 191’1, 21:16, 17:21, 21:15, 21:9; Knaiiss Werl- beim — Btank-Psllcht 17:21, 11:21, 21:12, 9:21; Lenzer-Bram, «chick-Rodrignez 6:21, 18:21, 15:21. Tischtennis Club Cid) — VHV. Gietzen 3:5. Vie DHBer fuhren znn, Rückspiel nach Llch »nd konnten hier, wie auch in, ersten Tressen, den Sieg erringen. Die Ergebnisse (Lich ieweils zuerst genannt): Hch. Weigel — Reichel 12:21, 4:21, 8:21; Erb - Ojöh 22:20, 14:21, 21:15, 22:24, 17:21; W. Weigel — Bepler 21:14, 23:21, 21:16; Insel — Faber 21:15, 21:19, 21:16; Menges Hopfner 13:21, 11:21, 21:17, 19:21; Weppler M. Fischer 17:21, 21:13, 23:21, 20:22, 20:22; Steuernagel Klappert 21:19, 23:21, 17:21, 18:21, 23:21. Doppel: Erb-W. Weigel — Reichel-Aötz 7:21, 18:2s. (Laracciola ohne Vertrag? Die bekannte Italienische Autornobilsirrna Alfa Romeo bat die Berträge mit ihre«, Rennfahrern Varaceiola, Vuvolari und Borzacchini gelöst. Der vorgesehen« Vertrag mit Chiron wird unter diesen Umständen auch kaum zuin Abschlutz kommen. Der Grund für dies« Matznahme ist wohl dariir zu suchen, datz Öle Firma angesichts der grotzen Kosten, die di« alljährlichen grotzen Rennver- anstaltnngen verursachen, Im kommenden Jahre ans dl« offizielle Beschickung von Tlennen verzichten will. Sturze Sportnotizen. 620 3 7 0 Zuschauer hatten sich zu der ersten Pokalrunde der englischen BerusS-Futzballspieler elngesunden, da« ergibt einen Durchschnitt von 20Ö00 Zuschauern pro Spiel. Weitere gute(5tttlastunq der^eichsbank Berlin, 17. Ian. (WTB. Fiinkspruch.) Rach bei» 21 ii o m c Io der Reichsbank u o m 14. Januar 1933 hat sich In der verstossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank In Wechseln und Schecks, Lombards und Es fekten um 128,7 Millionen aus 2875,8 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 139,6 Millionen aus 2384,7 Millionen Mark und die Lombardbestände um 0,5 Millionen aus 71,4 Millionen Mark abgenommen, die Bestände an Relchsschatzwechscln um 10,8 Millionen auf 21,5 Millionen Mark und die Essektenbestände um 0,6 Millionen ans 398,2 Millionen Mark zugenommen. 21 «i Relchsbanknot e n und Renten- b a n k s ch e i n e n zusammen sind 104,5 Millionen Mark in die Kassen ber Reichsbank zurückgeslossen, und zwar hat sich der Umlaus an Reichsbanknoten um 103,1 Millionen auf 3270,8 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 1,4 Millionen aus 391,3 Millionen Mark verringert. Dementspre. chend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen ans .‘15,7 Millionen Mark erhöht. Die Jremben Gelder zeigen mit 353,4 Millionen Mark eine Zunahme um 14,9 Millionen Mk. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen Imben sich um 0,5 Millionen ans 920 8 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 4,1 Millionen auf 801,1 Millionen Mark abgenommen, die Bestände an beckiingvsählgen Devisen dagegen um 4,6 Millionen 119,7 Millionen Mark zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und beckungssählge Devisen betrug am 14. Januar 28,2 D. H., gegen 27,3 v. H. am Ende ber Vorwoche. ♦ (JorneUu« Hehl AG , W o r m S. In der aus «rordentlicl en Generalversammlung der Cornelius Hehl AG., Worin«, wurde von dem Borstand «in Betrag von 15,2 Millionen Vlark als äntzersken Falles tragbar für die Uebersüh- rung der auSlä„disch«n Tia.hlatzgesellschasten be- Ackinet. Die Gegense'.te stimmte schliesslich dieser Summe zu. verlang'.« aber, datz für nunmehr von ihr zu lombardierende Aktien ein von der Koniunktur unabhängiger Kur« angeseht werde und datz da« Stimmrecht dieser lombardierten Aktien ihr erhalten bleibe. Eine Einigung kann daraufhin nicht zustande. Die Gesellschaft dürfte für 1931 32 toi ei evum einen kleinen Verlust auLwei- sen. Qlacbbcm die am vorigen Mittwoch geführte SchlichlungSverhandlung bei Eori eliu« Hehl AG ergebnislos vrlanfen ist, hat die Firma gestern ihrer gesamten Delegsehast zu Ende Januar gekündigt. Vetrossen werden etwa 2700 Mann. Von den weiteren Verhandlungen wird es abhängen, ob sich eine Stillegung de« Werkes bzto. eine stärkere Einschränkung des BrtUebeö vermei en lassen wird. frankfurter Abendbörse still. Frantsurt a. M., 17. Ian. Die infolge der innerpolii s en Ungewitzheit bestehende 3 u r ü cf- 3 u einem Gchaukampf über eine Runde wurde der Stuttgarter Schwergewichtler Ernst Glühring gegen u-cu früheren Regertorltmelster Jack Johnson am Freitagabend in Paris verpflichtet. K o h l h a a s - M ii n sl e r, der ausgezeickiete Westdeutsch« Amateurboxer, errang im Stockholmer Turnier den Turniersieg der Schwer- getoichtler. Hinter S h a r k e h rangiert diesmal QHax Schmellng nach der von der amerikanischen Zeitschrift „Der 2Ung" veröffentlichten Rangliste^ Ellsworth Dine« und Geleit Jacobs führen erwartungsgemäss die soeben bc- kanntgegebene Rangliste der amerikanischen Tennisspieler und -Spielerinnen an. Sieben Fahrer wurden mit dem Goldenen Sportabzeichen des ADAC, ausgezeichnet, darunter auch der AvnS-Sieger Manfred v. Drauchitfch. ♦ Einen leichten älnfa l l erlitt der deutsche Bob-Weltmeister Han« Kilian (Garmisch) beim Training für die Schweizer Meisterschaften in St. Moritz. Zwölf Rationen haben nunmehr für die Europa- und Weltmeisterschaften im Eishockeh gemeldet. Man erwarte! noch die Zusagen von England, Amerika und Kanada. Haltung wurde an der Abendbörse durch erneut schwächere Kursmeldungen au« dem Auslande erheblich verstärkt und führte zu f a ft vollkommener Stagnation. Die Kulisse neigte In Verbindung mit kleinen Verläufen der Kundschaft wieder eher zu Abgaben, so datz die leicht erholten MittagSschlusslur^e nur knapp gehalten waren und darüber hinaus bei einigen Montan- und anderen Werten Rückgänge vis ni 0,5 ix H. eintraten. Im Verlaus zeigte die Börse bei anhaltender Geschäftsstille ein überwiegend schwächeres Aussehen. IG.-Farben tarnen 0,90 v. H. niedriger zur Rotiz, und auch sonst lagen die Kurse meist von 0,5 bi« 1 v. H. schwächer. Auch am Renten markt bröckelten die Kurse überwiegend ab. Die Altbesihanleihe verlor 0,25 v. H. und gab später um weitere 0,12 v. H. nach, späte Schuldbnchforderungen blitzten 0,5 v. H ein, dagegen lag die Reubesitzanleihe mit 8,10 v. H. ziemlich behauptet. Bon fremden Werten erinäfilg'en fich Lissaboner Sladtanleil)« um 2 v. H. auf 33 v. H. Altbesih 65,90 bi« 65,75, Schutzg.b'.ete 6,25, Reichsbank 153,75 bis 155,25. Gelsenkirchen 56 bi« 56,25, Buderus 43 blfl 42,5, Stahlverein 32, Deutsch« Erdöl 86, ID.-Farben 99,13, Holzmann 58,25, Zellstoff Waldhof 50, Hapag 17,25. Tagung des Landesverbandes der hessischen Freiwilligen Feuerwehren. WSR. Friedberg, 16. Jan. Der Vorstand des Landesverbandes der hcssisckxm Freiwilligen Feuerwehren hatte die Kommandanten der hessi- fchen Wehren und die Vorstände der Provinz- und KreiSverbände zu einer Tagung nach Friedberg eingeladen. Annähernd 100 Feuerwehrver- Irctcr aus Hessen waren dieser Einladung gefolgt. Der Vorsitzende Knaup - Dirk nau (Odenwald) begrüsite die Feuerwehrvertreter. Den wichtigsten Punlt der Tagesordnung bildete die Besprechung Über daS neugeschafsene F e n e r w e h r h a n d b u ch und die neue II e b u n g S o r d n u n g für' Hessen. Das Feu>.rwehrhandbuch umfaßt die gesetzlichen Bestimmungen über das Feuerlöschwesen, Verwaltung^ fragen deS Verbandes, der Provinzen und der Kreise, die Bekleidungsordnung für Feuerwehrleute. die Feuerwehrsachschule, den Vertrag mit der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz u. v a. Aus allgemeinen Wunsch wurde den Kr« srerbän en nochmal - eine F ist vo:i4Wo hen eingeräumt, um In dieser Zeit mit den Wehren bzto. mit d.n Borfländen über die Fassung dieses Buche« Rücksprache zu nehmen. Die neue Llebungsordnung wird in der Ausbildung der Feuerwehr sehr viele Umstellungen bringen. Alle Reuerungen laufen daraus hinaus, den Ein» h e i t 6 f c u e r to c b r m a n n zu schätzen, der im Falle von Gefahr überall fachmännisch eingreifen kann. In den Kursen der Feuerwehrfachschul« wird schon nach dieser neuen IlebungSordnung gearbeitet. Am Schlutz der Tagung überreichte Wirischast. der Vorsitzende K n a u p dem Rechner des Lan- deöverbandes, Oberbrandmeister Schneider in Büdingen, das Hessische Feuerwehr-Ehrenkreuz für feine langjährige Arbeit im Dienste der Wehr. Am Rachmittag fand unter Leitung der Lehrkräfte der Feuerwehrfachfchule eine Besichtigung derselben statt. Born 22. bis 24. Juli d. I. findet in Schotten der BerbandSlag des Hessischen Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren statt. Oas Rotwerk der Jugend in Hessen. Aufruf dcäPräsidtntcn dcsLandcöarbcits- amtv. F ra „ k s u r t a. M., 17. Jan. (WSR.) 84 000 Jugendliche im Bereich des Landesarbeitscmita Hessen sind arbeitslos. Wohl konnten davon etwa 30 000 Im freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt werden und über 7000 „ahmen an beruflichen Fortbildungslehrgangen teil. 21 ber für etwa 5 0 0 0 0 Jugendliche konnten bisher noch keine Einrichtungen geschossen werden, und der Winter zwang dazu, viele Arbeiten im freiwilligen Arbeitsdienst einzustellen. Für di-se alle mutz das Rotwerk eingreisen. Es sott die beruflichen Fortblldungsmatznaymen, die wichtigste Hilfe für die arbeitslose und arbeitsentwöhnte Jugend, auf einen weit grösseren Kreis ausdehnen und durch allgemein bildende Massnahmen, körperliche Ertüchtigung und die Verabreichung einer warmen Mahlzeit zu einer nachdrückliches! Hilfsaktion für die Jugend ausgejtoltcn. Dos Landesarbeitsamt wird die berufliche Fortbildung weiterhin finanzieren und für die übrigen Massnahmen im Rahmen des Notwerks geldliche Beihilfen zur Berfügnng stellen. In einem Ausruf an die Behörden, Religionsgemeinschaften, wirtschaftlichen und berufsständi- schen Organisationen und Verbände der Wohlfahrts- und Jugendpflege des Bezirks Hessen bittet der Präsident des Landesarbeitoamts, durch Mitarbeit und Spenden dem R o t w e r k der deutschen Jugend zu helfen. Darüber hinaus sollten zum Gelingen des Notwerks alle beitragen, die unserer Jugend helfen wollen. 3m Aogelsberg. b. Schotten, 16. Jan. Im Rathausfaat ver- fammelten sich unter dem Vorsitz von Bürgermeister Mengel, Schotten, die zum engeren De- zirk der Arbeitsamtsnebenftelle Schotten zusam- mcngefafiten Gemei'iden. Man besprach das von der Reichüregierun», .mb den Arbeitsämtern ins Leben gerufene Rotwerk für öie Jugend. Man erklärte sich allseits bereit, das 11 Otto c r I z u unterstützen und der Jugend zu helfen. Zunächst soll von den Bürgermeistern die genaue Zahl der jungen Leute, die für das Rot- werk in Frage kommen, feftgeflcllt werden. Eine Sammlung von Lebensmitteln u. dgl. soll in die Wege geleitet werden. Die Küche der Fortbil-, dungssaxul« Schotten könnte an sich für die Beköstigung der jungen Leute in Frage kommen. Es kam in der Versammlung auch der Wunsch Aum Ausdruck, dass der Freiwillige Arbeitsdienst, Der sich sehr gut bewährt hab«, nicht zurückgehen, sondern weiter ausgebaut werden müsse, damit die Jugend arbeiten und sich auch etwas Geld verdienen könne. Die Stadt Schotten richtet ein Lager in der zur Verfügung stehenden Hort- mannschen Fabrik ein. Eine Besichtigung hat statt- gefunten, die Räume sind sehr geeignet und bieten ilntcrlunft für 250 junge Leute. Die nötigen einleitenden Schritte sind getan, man rechnet mit dem baldigen Bezug des Lagers. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachteii find ohne Verbindlichkeit der Sdjriftlcitunfl) waschküchenkesscl. Es ist nicht Sache des Hauseigentümers, sondern der Mieipartei, den von ihr benutzten Waschküchenkessel in sauber geputztem Zustande nach Gebrauch zurückzugeben. Die dauernde Verletzung dieser Verpflichtung kann den Vermieter berechtigen, den Gebrauch des Kessels oder der^Wasch- küche zu untersagen, vielleicht sogar, wenn Schikane vorliegt, auf Aufhebung des Mietverhältnisses zu klagen. Sprcchftunvcn vor Ncvaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. 2ln zeigen aufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle tu richten. Iranksurt a kN veoisenmarki Vertin •Datum 17.28 17.9 0 Banknoten 100.75 0 32 01 .25 J4 137,75 8 o 0 72.4 0 0 i' 10 29.13 81.5 97 57.5 39 45 50 2.46 76,65 80,82 34.23 73 61,5 145,25 32.5 194.25 71.5 0 fl » "4.75 86.75 121.25 118.5 18.25 43 93 53 >■ o 0 o 17.4 42 28 18.25 43.5 93.75 53,5 59.65 24 Wrifrnot ............... iiiiUiiMfltvcrfe COdtf! a.W. isübbruiliOft fliirtrr 42 139.5 V 0 ■' 0 0 7 o 24.25 40 73 1 61.75 I 158.75 44 I 140 , 0 o 73 H.75 159.9 0 ö 19 40 43 52.75 29 42.5 66 52.5 81 2.48 76.95 81.14 34,37 29,4 82.25 96,3 17.75 31.9 ’ 72.75 139 1 21 40 43.4 89.4 17.65 81.5 32.5 136 101 46 ’ 2,25 24.5 71,75 34,25 JSTKT 4,22" 58,37 70,19 14,14 16,45 169.49 21,56 72.44 73 61.75 156.4 17.9 43.75 31 18.65 44.25 94,5 53.5 81.4 99 88.75 122.75 120,75 29 80.5 95.5 55,13 79 100 86.25 121.25 119 Vouiburn auicrllrt 'UiUei .. üantburn-SObain. tiamvlldilll Hansa Tamvlldilll ......... 'Jlurbbcutldii'r X!loi)b ......... \'i.<» fitttBMleÖreiui'Icu OTl. .. «Berliner 4fraiiboifcflc|ell|dni|L... ttonuitcrv unb Prlv»i Bank ... Tent|d)c «ilmit unb Tk'eonto* (Mclelllduilt................ Trv#buer Bant 'KeldWbmtf ................. 46 1,5 25 109,5 I 40,65 45,25 I 52,25 29.5 ; 110,25 21 40,65 ! 42,13 44.75 1 140 I 4,20 58,13 69.91 14,08 16,39 168.81 21.48 72,16 106.5 39,9 46 50,75 28 108.25 20,5 40 41.25 42 139.75 42.75 87.25 56.5 81,25 51,65 136 100 44,5 60.25 24.13 70 33,25 193 71.5 Kurszettel der Berliner und Franksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben -öle Hohe der zuletzt belchlofsenen Dividende an. — Reichobankdiskont 4 v. H Lombardzinvfuss 5 v H. 28.75 80.5 95 55 iMubenie ........... Deuilche tfrbbl t«cl|cuhnbener ............. Oorveuer X'ecld) Ullen .iti'in'Oleiiellen.. (Ule lUi nibnu .. ........ alle <«ernbüu iMenüile....... ftlbitueriverte ........... flihuino’nimin.iHübren Monelelber Bergbau Cberimlel. )ti>f#iuerfe i'tn'nlr «Penibiiu 9)lirlitl|tiir Bronntoblen ...... •Hbelufinb« 43,13 90 67 81,25 102 88,25 123 , 120.5 I cdmltbi’lf Papenvvser..... Mn l Allgemeine Ituufllelbe) «öeinbcrfl ....... flellfMI Wiilbbol ......... Mcllfloll 9l|dmf|euVurfl .... Selliiuer Wn» ........... Daimler Motoren Tcuiidie Vlnoleum Crenftein S ffoppel ....... Vci'itbiub Heb........... Jbabe................... IH.75 । 45; 94.5 53 3? I 32,9 I 68 - 139.25 I 137.9 i A.v.«...................... Clet«. VlelenniiifflelenicDdH ... Vlitn unb Hiiih ..... ("Velten Ä <«"llleaume iticlelHdnil« nlrttleftrllcbe Unter- iteOmunnen ....... ..... üibelnlldte Oletlrijilt.U odnidert X Siemens Ä Paiote Vnltnieüer S Qi’. ytriin, 17-Januar_________ '.'lincrilanlldte 9?oten.............. Belalldte Noten ................ Tanlldie Noten ... »nnllld'c Noten ................. (VniniOlildie Noten............... Aolianbiidie Noten............ maUcntidic Noten ... Woriuciilldie Noten .............. Tenttd) C'eOerrcId«, 4 100 SchMIng Oiuuiänlidte Noten €d)iuebildje Noten Ed, web er Noten Spanildie Noten llnflartfcbc Noten ................ ;(ninnur । a. JOt. L'tr.» s*ch«v0» furd <*d>IUIIt. Wbenb- bOrl Schlun- ur# ^fliiuyi »llltüfl. b» fr <>atum 16.1. 17.1. 16.1- 1 17.1. tt% Tentidie )Mftd)% eben, b";, An,nf| Hpp -Ban« OJolbvle. 15 untünbtxir bte «9:>> 0% ehe in 7% Rrnntl Cup •up Aank-vlau.»PlanbVrlet» 86.25 — *• — HZ.75 87,5 — —- b1 ]■'„ ebent. >>,% iNhelnl|<6f hvv -Äank.Llän. tvolbbte 88 87 — — eben«. H% *l019 i 10.13 11 5 10.25 4% tWnmilntldir verrlnh. flienir .. 5,7 5,4 5.8 5,5 Lnalviler ............. 22,5 22.4 22.25 Hin ui -icr. (»dllufl« mrt 11 bei, b- bfl fr furd tsniufll Milla.,. bJrle 16.1. | 17-1. 16.1. 17.1. deant'un a. l'i iltrltn C*d>lu|l- fure* ediiinti. tttbcnb» bflrf c'd? u(l- turt yd'luiil. Ml iofl- bffre tOätum 16-1. 17.1. 16.1- 17.1. «ereiniiiie etnhliverte. 33.75 32 33.65 32.65 Ctavt Minen ........ ......0 16,5 16 16.5 15 75 ffnlhverlc '.’lldiertleben. ......t! H8 113 117.75 114 flaltmerfe Wefterencln . ...... 6 121 116 120.5 117 Ctiiltiverfe iSnl.ibethirtb .......r 174.5 — 174 172,5 3 ttt. gnrben '3nbnflrie ....... 7 101,4 99.13 101.65 100 Sdietbeanhfllt........ .......10 150 146 —— —— Wolbldunlbi ........ .......0 38 35.25 37 36,25 ilHHflerOn'ede ........ ...... 0 44 42.5 44.5 42.75 iiiotuiinefcniitnih...... ...... v 36.5 35 36,65 34.25 ■Pbllti'V ^olvnann .... .......0 61.75 58,25 62.5 59,5 AemeiUivert Helbeiberg ......i 53.5 53,5 — —— Zementwerk Karlstadt.. ....... 0 —— — — COauß Ä (\rei)ton ..... .......0 5,2 5,13 5,5 5.25 16-Januar 17.Januar «ümtndic Jioucruiiü iümin