Reichstagswünsche zmZinanz- und Wirischastspolitik Millionen müsse an die dicnstes bleiben soll. Oie Wirtschastsberatungen in Genf Nach Wiedereröffnung der Sitzung schloß der Präsident den Abgeordneten Franken- Rheydt (Som.), der den beleidigenden Zuruf gegenüber den Nationalsozialisten getan hatte, sowie den Abg. Blei (NS.) wegen Bedrohung des Redners ans der Sitzung aus. Nachdem das Haus noch einige kleinere Sachen erledigt hatte, vertagte es sich auf Mittwoch. Dann soll vor allem über Schulantrage verhandelt werden. Wieder Krach im preußischen Landtag werden solle? Mit dem Reichswehrminister ist sich der Reichs- arbeitsminisler darin einig, daß militärische Gesichtspunkte mit dem Arbeitsdienst nichts zu tun hätten. Die Regierung habe es auch nicht nötig, militärischen Bestrebungen etwa eia soziales Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re« klamean^eigen von 70 mm 'Breite 35 Reichspsennig. Platzvorschrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und^ür denAn« zeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in (Siegen. Berlin, 17. Ian. (BDZ.) Der Preußische Landtag hielt heute seine erste Plenarsitzung nach der Weihnachtspause ab. Bet Sihungsbeginn brachte Abg. Dr. Korinten- b e r g (Z.) einen Antrag seiner Fraktion ein. der die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses verlangt, der genaue Erhebungen anstellen soll über den Umfang der Z e ch e n st i l l e g u n- gen, die seit 1925 in privaten und staatlichen Bergbetrieben erfolgten. Der Ausschuß soll auch nachprüfen, wieviel Arbeitnehmer dadurch erwerbslos wurden, welche Gemeinden infolge der Stillegungen in stärkere Rot gerieten und welche öffentlichen Wohlfahrtslasten sich aus den Stilllegungen ergeben. Der Antrag ging zunächst an den Gefchäftsordnungsausichuh. Arbeitsdienstfragen im Reichstag. Der Sozia'politische Ausschuß lehnt die Einführung der Arbeitsdienflpflicht ab. Berlin, 17. Ian. (BDZ.) Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages trat heute wieder zusammen, um die Fragen des Arbeitsdienstes zu beraten. Diesen Beratungen lag ein Antrag der Rationalsozialisten zugrunde, der die Reichsregierung auffottem will, durch Ausbau des Freiwilligen Arbeitsdienstes zur allgemeinen gleichen Arbeilsdienslpslicht der deulfchen Jugend. die Arbeitslosigkeit zu belämpsen. . Das Zentrum ersucht die Regierung, bei der Durchführung des FAD. darauf zu achten, daß unter Wahrung der natürlichen Werte und Bindungen an Familie, Religion und Heimat der Freiwillige Arbeitsdienst eine freiwillige Aktion der Iugend bleibt; daß bei der Durchführung der Lager die Selbstverwaltung und Selbstgestaltung des Arbeitsdienstes durch die Träger des Dienstes unter stärkster Berücksichtigung des Eigenlebens der Iugendverbände gesichert wird; daß die Möglichkeiten, die sich für den Arbeitsdienst in der Wissenschaft ergeben, im Interesse der Forschung und Wirtschaft, aber auch der akademischen Iugend gefördert werden. Reichöarbeiisminifter Or.Syrup gab zunächst eine Tlebersicht über die ^zahlenmäßige Entwickelung des Freiwilligen Arbeitsdienstes und erklärte dann u. a.: Die Arbeit müsse in erster Linie zweckvoll sein, damit d.e jungen Leute in ihr De.riedigung fänden. Ferner sollen die Arbeiten gemeinnützig und zusätzlich sein. Ls dürfen nicht Arbeiten ausgeführt werden, die normalerweise den freien Arbeitsmarkt entlasten müßten. Groß sei auch die erzieherische Bedeutung ter Arbeit. Es habe sich gezeigt, daß für männliche Jugendliche die geschlossenen Lager geeignet sind, bei denen auch die Möglichkeit zur Tlebernach- tung besteht, während die weiblichen Jugendlichen im allgemeinen abends zu ihren Familien entlassen werden. r .. Der Minister gab dann Auskunft über die M- nanzielle Bedeutung des Arbeitsdienstes. Aus dem Funvus des Reiches werden für den einzelnen freiwillige Beträge von durchschnittlich 2 Mark pro Tag auf 20 Wochen bei volkswirtschaftlich wertvol.en Arbeiten auf 40 Wochen geleistet. Das bedeutet 50 Mark für i "i'f" in '"mmnniftitoen Bnuernnerlamm. Für Unterstützungen würden 700 Millionen Mark verbraucht. ",k °n nahmeregelung in Form von wirtschaftlichen Kol- lektioabkommen zugegeben. Der Finanzpolitische Ausschuß beschloß die Frage ber Vergebung öffentlicher Arbeiten zur Bekämpfung ber Arbeitslosigkeit auf bie Tagesordnung ber weltwirtfchastskonferen; zu sehen. Der Ausschuß weist jedoch barauf hin, baß in absehbarer Zeit eine Finanzierung solcher öf- fentlicher Arbeiten in großem Ausmaß w e n i g wahrscheinlich sei. Ferner beschloß ber Finanzausschuß, bie Frage ber Silberwährung bei ber Gruppe „Währungs- unb kreditpolitische Fragen" auf die Tagesordnung ber Lonboner Konferenz zu setzen. Jntma!i0itale40-St ndenwoche? Genf, 17. Ian. (WTD.) In ter heutigen RachrnittagLsihung ter Internationalen Konferenz über die Einführung der 40 stündigen Arbeitswoche wurde die allgemeine Aussprache zu Ende geführt und ter Text einer Entschließung bekanntgegeben. Tie Entschließung vermeidet jede Festlegung im einzelnen. Sie stellt fest, daß die A r b e i t s z e i t- verkürzung eines ter Mittel .sei, die zur । Verminderung der Arbeitslosigkeit geeignet seien. Tas Ziel ter Einzelberatungen sei. eine internationale Abmachung zustande zu bringen, deren Turchführung so zu gestalten sei, daß die Erhaltung des Lebensstandards der Arbeitnehmer ermöglicht werde. Die Entschließung, die vom Internationalen Arbeitsamt vorbereitet wurde, ist im Ramen der Regierungen Frankreichs, Belgiens, Hollands, Spaniens, Chiles, Teutschlands und Italiens eingebracht worden. Von den Regierungen haben sich England und Portugal dagegen ausgesprochen. Tie Abstimmung über die Entschließungen wurde auf Mittwoch vertagt. Davon entfallen drei Fünftel auf den Reichsfundus, zwei Fünftel auf die Träger der Arbeit. Bis zum 20. Dezember 1932 seien 43 Millionen Mark für den FAD. ausgegeben worden. Oluf neue Anforderungen hin seien dann weitere 25 Millionen bereitgestellt worden. Reichsminister Dr. S Y r u p ging dann auf das Problem der A r b e i t s d i e n st p f l i ch t ein. Ein Jahrgang umfasse mindestens eine halbe Million Menschen. Für Jugendliche weiterer Jahrgänge müsse man dann wenigstens einen Freiwilligen Arbeitsdienst zulassen. Rechne man ©ine kurze Debatte entwickelte sich über einen beim Arbeitsdienst mit einer Million Jugend- kommunistischen Antrag auf Einsetzung eines kicher zu je 1000 Mark im Jahr, so ergebe sich Untersuchungsausschusses zur Prüfung der Zu- eine Ausgabe von einer Milliarde, wo- stände in den Fürsorge-Erziehungs- von der Arbeitsdienstfonds 630 Millionen Mark anstalten. Die Abstimmung über die Mit- aufzubringen hätte. Wer garantiere dafür, daß gliederzahl dieses Ausschusses erfolgt am Mitteln junger Mensch, der einen Arbeitsplatz hatte, woch. Gleichfalls am Mittwoch soll entschieden nach Ableistung eines Dienstjahres wieder einen werden über Anträge, die die Verlängerung der bekomme? Wie solle man ferner für soviele junge Schutzfrist für die Erhaltung des Baumbestandes Leute genug Arbeit beschaffen, zumal ter Ar- un& die Freigabe von üfertoegen im Interesse beitsdienst nicht nur ein Jahr lang durchgeführt £er Volksgesundheit betreffen. General-Anzeiger für Oberhessen Cnd Bitt Derlog: vrülfl'Ichc Univeisttätr-vtich. Bitt Stetntruderet R. tonte in Si-bri. Lchristlettun? und ScschM5t-llr: rchul'tta'l- 7. Nr 15 Erstes Blatt 183. Jahrgang Mittwoch, 18. Januar 1933 GietzenerAnzeiger ten nicht, in bie kommunistischen Bauernversamm lungen im Westen zu kommen. Als er hinzusetzte: Der Rest von 300 | ..Ein feigeres Gesinbel als ihr selb, gibt es gar «Reichs taffe abae- nicht mehr!", tarnen (fntrüftungsrufe von ben Na- ' tionalfojialiften. Etwa 30 Nationalsozialisten stürm- lehnte ber Sozialpott- ten auf bie Rebnertribüne. Von ber anberen Seite Nationalsozialisten be- kamen ebensooiele kommunistische Abgeordnete. Ein National,oziamten | Nationalsozialist schlug mit ber Faust auf ten Ab- georbneten grünten ein, boch gelang es anderen Mitgliedern der kommunistischen, sowohl wie der nationalsozialistischen Fraktion, die Streitenden auseinander zubringen, ehe die Schlägerei einen größeren Umfang annehmen konnte. Als Präsident Kerrl den Abgeordneten grünten von der weiteren Teilnahme an der Sitzung ausschloß und andere Bemertungen zur , Geschäftsordnung machen wollte, stimmten die Na- Die Mögttchteiten von Ausnahmen, wie sie tionattozialisten das Horst-Wessel-Lied an, worauf nach deutscher Ausfassung besonders bei regionalen ber sprafibenl seinen Sitz verließ unb bie Sitzung Wirtschaftsabkommen notroenbig finb, werden in I unterbrochen war. dem Bericht nebeneinandergestellt. Hierbei wird auf diewirtschaftlichenKollektiooertraye neben den zweiseitigen H a n d e 1 s oe r tr a - g e n als mögliche Ausnahme hingewiesen. Die Welt- wirtschaftstonferenz soll in dieser grundsätzlichen Frage eine zweckmäßige Lösung finden. In dem Bericht wirb erhärt, baß einige «achoerslanbige bei dem Abschluß von Kollettivabkommen auch die Ausnahmeregelung von der Meistbegünstigungs- flaufe! gefordert Hütten, während andere sachverständige bie Auswirkungen einer solchen Ausnahme- regelung als unübersehbar bezeichneten. Die englische Äborbnung hat bie Möglichkeit einer Aus- Aus -er Provinzialhauptstadt Der Konflikt im Kernen Osten die Arbeitsuchenden nach den ein« ungsarten auf, so erhalten wir fol- Gliedert man 16 919 100,0 100,0 Arbeitsuchende ersichtlich, daß ein An- von Gareis in Mittwoch: Seinen Unterstützungsarten gendes Bild: 1701: Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg nimmt als Friedrich I. die Königswürde an. —1871: Wilhelm I., König von Preußen, wird Deutscher Kaiser. — 1923: Der Jurist Karl t... — Tageskalender für Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Stöpsel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Der träumende Mund"; Hauptunterstützungsempfänger in Alu. Hauptunterstützungsempfänger in Kru. Wohlfahrtsunterstützungsempfänger Notstandsorbeiter Arbeitsdienstwillige Nichtunterstützte 22.45 Uhr: „Frankenstein". Oie Arbeitsmarktlage in Oberheffen. Bach dem Bericht des Arbeitsamtes Gießen hat sich die Arbeitsmarltlage in Ober- hessenindenMonatenBovemberund Dezember 1 932 wie folgt entwickelt: Die Arbeitsmarktlage in Oberhes- s e n hat in den beiden Derichtsmonaten durch die kon.uickturellen Einflüsse ein« Verschlechterung erfahren. Durch die stärkere Inanspruchnahme der Notstandsarbeiten ist die Zahl der Arbeitslosen hinter der des Vorjahres zurückgeblieben, so daß man hier von einer gewissen Entlastung des allgemeinen Arbeitsmarktes sprechen kann. 2m Monat Dezember standen dem Arbeitsmarkt 16 919 Arbeitsuchende, gegenüber 15 525 des Vormonats und 15 bc9 des Vorjahres zur Verfügung. Arbeitslos waren 14124 Personen, gegenüber 12 878 des Vormonats und 15 543 des Vorjahres. Aus den Mitteln der Arbeitslosenversicherung wurden 2359 Personen unterstützt gegenüber 1805 des Vormonats und 6018 des Vorjahres. Krisenfürsorge erhielten 2775 Personen gegenüber 2457 des Vormonats und 4943 des Vorjahres. An anerkannte Mvhlfahrtsempfänger zählten wir 3279 gegenüber 3181 des Vormonats und 1547 des Vorjahres. In Arbeit konnten wir im Berichtszeitraum 776 Personen vermitteln, gegenüber 1171 des Vormonats und 1930 des Vorjahres. Durch ihren früheren Arbeitgeber wurden 103 Personen namentlich angefordert, gegenüber 72 des Vormonats und 119 deS Doriahres. Der Zugang an Arbeitsuchenden betrug für den Monat Dezember 4101, gegenüber 3862 im November und 5365 im Dezember v. 2. 2126 Arbeitsgesuche erledigten sich im Dezember 1932 ohne die Mitwirkungen des Arbeitsamts. 2m November waren es 2377 und im Dezember des Vorjahres 1126. Kurzarbeiterunterstützung erhielten 387 Personen. „Ich weiß es nicht!- Von maßgebender Stelle ist vor kurzem gesagt worden, daß man bei der Erziehung des Heranwachsenden Geschlechtes nicht ausschließlich das Gewicht auf das Wissen legen sollte. Das war ein gutes Wort; denn es gab eine Zeit (unö gibt es vielleicht noch?), da konnte man sich nicht genug tun in sogenannten „Berechtigungen ! Da mußte man für den einfachsten Posten „mindestens" Primareife — welch schönes Wort! oder gar das Maturum haben. Aber der Kaufmannsstand, Handwerk und Gewerbe, sie haben die Unsinnigkeit dieser Forderung längst eingesehen und nehmen als Lehrling auch ganz gerne einen Volksschüler mit klarem Blick für das Praktische. Auch in unsern Schulen ist das Ziel, nur das Wissen zu bereichern und große Gedächtnisstoffe anzuhäufen, längst aufgegcben worden. Eine gute körperliche Ausbildung durch Turnen, Wandern, Schwimmen usw. erhalten heute alle unsere Kinder aus jeder Anstalt. Man hat eingesehen, daß man bei der sortschreitenden Entwicklung auf allen Wissensgebieten gar nicht alles beherrschen kann. Man kam bald zur Fachwissenschaft lind es ist immer noch besser, man weih in seinem Teilgebiet genau Bescheid als von allem nur ein wenig. \ , „lind die Allgemeinbildung7 Das ist ein sehr umstrittenes Wort. Man fühlt sich auch gar nicht in der Lage, hier Erläuterungen zu geben, was das nun ist, diese Allgemeinbildung. Wir glauben nur ganz bescheiden bemerken zu müssen, daß mancher schlichte Mann aus dem Volk, der bielleicht die einfachsten chemischen Formeln nicht kennt, mehr Herzens bildung besitzt, als irgend einer, der das Lexikon von A bis Z beherrscht. Diese Leute kennen u. a. auch nicht den Sah: „Ich weiß es nicht!" Sie glauben, sich etwas zu vergeben, wenn sie auf eine Frage einmal derart antworten müßten. Statt die Wahrheit einzugestehen, machen sie viele Worte, um eben ihre Unwissenheit zu verbergen. Cs ist doch keine Schande, wenn wir einem Fragenden ehrlich sagen: Ich weiß das nicht! Wie oft wird auch versucht, den Kindern auf diese Art etwas vorzumachen. Alle, die Kinder haben, wissen, mit welcher Gier sie nach allem Möglichen und lln- möglichen fragen. Da heißt es: Gedickd! Aber alle Fragen können wir durchaus nicht beant- Worten. Deshalb soll man auch in diesen Fällen aufrichtig sagen: 2ch weih es nicht. Die kleinen Kinder, gewohnt, in ihrem Vater die Unfehlbarkeit selber zu sehen, werden wohl zuerst erstaunt sein, tr i sie diese Antwort Horen. Aber sie werden ch bald daran gewöhnen, daß auch die Väter nicht allwissend sind. besser! Wir hatten in Naturgeschichte einen alten Herrn, der uns auf den Spaziergängen die Pflanzen bestimmen half. Wir g'aubten an ihn wie an einen Gott, denn für jede Biume, für jede Abart hatte er schnell einen Namen. Aber nachträglich stellten wir sest, daß gar vieles nicht stimmte. Da war natürlich der Glaube an seine Autorität zum Teufel. Hätte der Lehrer gesagt: Diese Pflanze kenne ich nicht, wir hätten es ihm doch sicher nicht übel genommen. Liber er glaubte, sich damit eine Blöße zu geben, wenn er einmal eingestand: Ich weiß es nicht! — Seien wir ehrlich, und sagen wir die Wahrheit! Schon bei den kleinsten Sachen können wir uns irren. Machen wir schnell einmal die Probe. Wir alle haben doch Geographie in der Schule getrieben. Wie oft sind wir in unferm Vaterland herumgereist. Wir kennen es doch in- und auswendig! Gut! Also fragen wir einmal: Ich steige in Kiel in einen Zug, um nach Hamburg zu fahren. In welcher Himmelsrichtung fährt dann der Zug? Du und alle, die ich fragte, antworteten: Nach Südwesten! Das ist falsch. Der Zug fährt genau nach Süden! Bitte im Atlas nachprüfen! Ich fahre mit dem Flugzeug von Hamburg nach London, bitte die Himmelsrichtung! Wir werden staunen, wie wenig wir eigentlich wissen. Deshalb lieber die aufrichtige, aber wahre Antwort: „Ich weiß es nicht!" F. G. Taten für Mittwoch, 18 Januar. papens Forderungen zur Korrektur von Weimar. Halle, 17. Jan. (CNB) Reichskanzler a. D. von P a p e n hielt heute die Festrede auf der Reichsgründungsfeier des Stahlhelms. Er führte u. a. aus: Der Kampf für die Wiedererlangung i unserer äußeren Freiheit sei untrennbar verbunden mit dem Kampf um die Korrektur des N o t - baues von Weimar. Marxismus und Bol- , schewismus drohten nicht nur Deutschland zu zerstören. Die vermeintlichen Kräfte der Demokratie könnten die Lage nicht meistern. Deutschlands Kampf um seine Gleichberechtigung sei nur zu führen durch eine Zusammenfassung der nationalen | Kräfte zu einer Staatsführung im Sinne eines neuen staatsbildenden Prinzips. Er glaube, daß die Zeit überreif sei für eine grundsätzliche Reform d e s kapitalistischen Systems. Die klassenkämpferischen Fronten des Unternehmertums und der Gewerkschaften müßten verschwinden. Der neue Staat könne nur mit d e m deutschen Arbeiter aufgebaut werden. Das Bekenntnis des Reichskanzlers v. Schleicher zuderallgemeinenWehrpflicht werde ihm ganz Deutschland von Herzen danken. Der Redner schloß mit dem Ruf: „Zum Kampf mit Hindenburg für ein neues Deutsches Reich." Asta Wahlen in Braunschweig. Braunschweig, 17. Jan. (CNB.) An der hiesigen TechnischenHochschule fanden heute die Wahlen zum Allgemeinen Deutschen Studentenausschuß statt, nachdem der Asta im Dezember 1932 im Zusammenhang mit dem Konflikt an der Technischen Hochschule in Braunschweig auf Beschluß der Studentenschaft aufgelöst worden war. Die Wahlen hatten folgendes Ergebnis: Liste 1 (Hochschulring der Braunschweiger Studentenschaft) 324 Stimmen, 9 Sitze, Liste 2 (Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund) 250 Stimmen, 7 Sitze, Liste 3 (Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Studentenschaft) 129 Stimmen, 3 Sitze, Lifte 4 (Sozialistische Studentengruppe) 44 Stimmen 1 Sitz. Bei der vorjährigen Astawahl am 15. Februar 1932 hatten erhalten: Kampfgruppe völkischer Kor- porationen und Freistudenten 353 Stimmen und 9 Sitze, Sozialistische Studentengruppe 89 Stimmen und 2 Sitze. Aus aller Welt. Das Reichsehrenmal. Das Preisrichterkollegium der Stiftung Reichsehrenmal tritt nunmehr zu der ent- fch^idenden Beratung, über die Entwürfe für das Reichsehrenmal zusammen. Sämtliche an dem engeren Wettbewerb beteiligten 20 Künstler haben Qusgearbcitete Entwürfe eingesandt. Den Vorsitz im Preisgericht führt Ministerialdirigent Dr. D o e h l e. Die Beratungen des Preisgerichtes werden durch eine Reise nach Bad Berka unterbrochen werden, um an Ort und Stelle die etwa erforderlichen Feststellungen zu treffen. S^ie Stiftung ist in ihrer Entschließung an den Vorschlag Les Preisrichterkollegiums nicht gebunden, doch besteht die Absicht, diesem Vorschlag tunlichst zu entsprechen. Selbstmord eines Dozenten verursacht schwere Gasexplosion. In Spandau erfolgte in der letzten Nacht in der Wohnung des Dozenten Dr. Werner Schulte eine Gasexplosion, durch die eine 15 Zentimeter starke Wand völlig eingedrückt wurde. Der 35jährige Dozent wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wo er nach kurzer Zeit starb. Dr. Schulte hatte in selbstmörderischer Absicht die Gashähne geöffnet. Bereits im vorigen Jahre hat der Dozent mehrfach Selbstmordabsichten geäußert. Die Feuerwehr konnte nur unter eigener Gefahr den Schwerverletzten bergen, ein Teil der Einrichtung war bereits in Brand geraten. Dr. Robert Werner Schulte war Leiter des Psychologischen Institutes der Preußischen Hochschule für Leibesübungen und einer der Pioniere und Metho- tiker der Psycho-Technik. Seine Forschungen wurden von der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft unterstützt. Er war Verfasser zahlreicher Bücher und Mitarbeiter an einer Reihe von wissenschaftlichen Filmen. Sechs Scheunen durch Grohfeuer vernichtet. In Iakobshagen (Kreis Saßnitz) entstand in einer Scheune ein Brand, der sich mit großer Schnelligkeit auf die angrenzenden Scheunen aus- dreitete. Trotzdem sich mehrere Wehren aus der Umgebung an der Eindämmung des Feuers beteiligten, sind doch insgesamt sechs Scheunen, die mit Futtervorräten und landwirtschaftlichen Maschinen angefüllt waren, bis auf die Grundmauern zerstört worden. Als Ent- stehungsursache dieser Feuersbrunst wird Brandstiftung vermutet. Degen Unterschlagung von 31 000 R2H. Spargeldern verhaftet. Außerordentliches Aufsehen erregt in Herreisen im Landkreise Weimar die Verhaftung des Oberlehrers Walter Michael, der a.s Rechner der Raiffeisenbank etwa 31 0 0 0 M k. Spargelder unterschlagen hat. Der Oberlehrer, der das Rechneramt seit zwei Iah- ren nicht mehr inne hat, brachte es fertig, vom Konto eines Apoldaer Fabrikanten durch falsche Belege rund 30 000 Mark abzuheben. Das Konto war nach diesen Abhebungen feit 1930 erloschen, so daß bei Revisionen kein Verdacht geschöpft wurde. Als nun der Kontoinhaber von der Dank die Gutschrift der Zinsen für 1932 verlangte, wurde der Schwindel aufgedeckt. Aufklärung eines Förstermordes. Der Ermittlungstätigkeit der Kriminalpolizei in Suhl (Thür.), der Landjägern und der Forst- beamten ist es nunmehr gelungen, den Mord an dem Staatsförster Daeke, der am 14. November v. 2. verübt wurde, aufzuklären. Als Tater wurden ein 61 Iahre alter Drechsler, dessen Sohn und ein Kistenmacher ermittelt. Unter dem Druck des Belastungsmaterials haben die Täter, die sich in Haft befinden, Geständnisse aogelegt. Die Bearbeitung des Mordfalles hat auch eme große Anzahl von Wildfreveleien geklärt. Zahlreiche Wilddiebe konnten ermittelt und zur Anzeige gebracht werden. In der Mehrzahl der Fälle gelang es auch, die Hersteller der verböte- nen Waffen zu ermitteln. Aus 70 Meter höhe in die Maas gesprungen. Großes Aufsehen erregte in Rotterdam ein 19jähriger junger Mann, F. B l a s b l o m , durch einen Sprung von der Spitze des ungefähr 70 Meter hohen Turmes der über den Kon.ngshaven führenden Cismbahnbrücke. Blas- blom wollte feststellen, von welcher Höhe ein in Not befindlicher Mensch springen könne, ohne daß dies ernstliche Folgen für ihn habe. Zum Schrecken einer großen Menschenmenge kletterte er auf den Turm der Brücke und sprang in voller Bekleidung in die Neue Maas. Während des Sprunges schlug er mehrere prachtvolle Saltos. Nach mehreren Sekunden tauchte er wieder aus den Fluten auf und schwamm mit raschen Stößen auf ein Motorboot zu, das ihn ans Ufer brachte. England wird energisch? Genf, 17. Ian. (TU.) Der englische Außenminister Simon hatte am Dienstag eingehende Verhandlungen mit den Vertretern 2apans und Chinas über die weitere Behandlung des Mandschureistreites. In leitenden englischen Kreisen zeigt man jetzt eine auffallend energische Haltung. Der Neunzehner-Ausschuß soll nach englischer Ausfassung im Falle einer Ablehnung der japanischen Vorschläge zunächst die außer- ordentliche V ö l k e r b u n d s v e r s a m m- lung einberufen und dieser die Annahme der praktischen Vorschläge des Lytton-Berichtes empfehlen, in denen bekanntlich die Oberhoheit Chinas in der Mandschurei anerkannt und eine internationalere rto al* tung und Kontrolle der Mandschurei vor- geschlagen wurde. Man ist sich in den leitenden englischen Kreisen im klaren, daß ein solches Vorgehen des Völkerbundes zum A u s t r i 11 2 a - pans aus dem Völkerbund führen konnte^ Der englische Außenminister kehrt am Mittwoch nach London zurück, um an der ersten englischen Kabincttss.tzung nach Weihnachten teilzunehmen 2n dieser Kabinettssihung am Donnerstag soll eine grundsätzliche 6 t e 11 u n g n a b m e derenglischenRegierungzum lapamsch- chinesischen Streit herbeigeführt werden. Oie Philippiner-Vorlage. Das Beto Hoovers auch vom Senat überstimmt. Washington, 17. Ian. (TU.) Ter Senat nahm am Dienstag mit Zweidrittelmehrheit die Philippinenvorlage an, wo- durch das von Hoover bereits im 2ll> ge o r d - netenhaus ohne Erfolg eingelegte Veto endgültig überstimmt worden ist. ganzes. , Der Raffkapitalismus beginne da, wo die private Verantwortlichkeit aufhöre. Dividende feien dann die Hauptsache, Rücksicht auf Arbeiterschaft und Unternehmen werde nicht mehr genommen. Das werteschaffende Volk fei brotlos geworden, die Not sei beispiellos gestiegen, internationale Wirtschaftsführung habe die deutsche Wirtschaft ruiniert. Die NSDAP, wolle keine hundertprozentige Autarkie, folange aber dem deutschen Bauern die Aepfel am Baume verfaulen, müsse man auf das Ausland verzichten lernen. In der Folge beschäftigte sich der Vortragende mit der Haltung der einzelnen Parteien im politischen Leben der letzten Jahre, und übte Kritik an DNVP-, SPD. und Zentrum. Der Staat sei revolutionsbedürftig, weil die Regierung den Belangen des Volkes mit verfassungsmäßigen Mitteln nicht mehr gewachsen sei. Revolution mühten sich in den Dienst der Erhaltung der Freiheit der Nation stellen, wenn sie Berechtigung haben wollten. Die NSDAP, sei und bleibe legal bis zur Uebernahme der Staatsmacht. Man wolle den neuen Staat nicht durch Brachialgewalt schaffen, sondern durch geistige Revolution. Der neue Staat solle Jahrhunderte überdauern. Er müsse sich stützen auf die Ideen des Nationalen und des Sozialen. Die NSDAP. trage seit 14 Jahren Leid um die Nation. Sie sei berufen, den Staat organisch auszubauen. Es komme der Tag, da es um die Frage gehe, was an die Stelle des gegenwärtigen Systems zu setzen fei. Man müsse fragen, ob man einen deutschen Sowjetstaat, oder den Staat der Nationalsozialisten wolle. Nachdem der Redner eingehend die Verhältnisse im gegenwärtigen Rußland geschildert hatte, betonte er, die NSDAP, wove, daß der deutsche Landwirt wieder Herr auf eigener Scholle sei. Es werde Schluß gemacht mit dem Parteiwesen, an dessen Stelle die deutschen Stände treten müßten. Die Regierung dürfe sich nicht auf eine kleine Sonderschicht stützen; die Leitung des Reiches werde vom Führer aus den Ständen berufen, man wolle eine Diktatur des wertefchaffenden Volkes. So lege man das Fundament des wahren Volksstaates. Die NSDAP, sei auf dem Vormarsch. Die Versammlung dankte dem Redner mit lebhaftem Beifall. Zur Aussprache hatte sich ein Kommunist gemeldet, der kurz aus seiner Anschauung über Rußland erzählte. Im Schlußwort trat der Referent dem Diskussionsredner entgegen und wies seine Ausführungen zum großen Teil als unrichtig zurück. e •• Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Januar 1933 verstorben in unserer Stadt: 2. Adelheid Strack, geb. Henkelmann, 72 Iahre, Frankfurter Straße 13; Marie Pfeiffer, geb. Schneider, Wwe., 84 Iahre, Neuen Bäue 2; 3. Paul Hornberger, Rechtsanwalt, 53 Iahre, Seltersweg 75; 4. Wilhelm Horst, Heizer, 44 Iahre, Kaiserallee 121; Luise Nicolaus, geb. Ctling, Wwe., 86 Iahre, Marktlauben- strahe 6; 6. Heinrich Barth, Cisenbahnvorschlosser i.R., 63 Iahre, Gutfleischstrahe 2; 7. Anna Selma Rahn, geb. Dennhardt, Wwe., 80 Iahre, Seltersweg 70; Marie Hoos, geb. Baist, Wwe., 67 Iahre, Alicenstrahe 26; 12. Marie Weigand, geb. Wehn, Wwe., 92 Iahre. Alicenstrahe 33. München gest. Bornotizen. Ehinesischer Gegenstoß. London, 17. Ian. (TU.) Aus Cha rb in wird berichtet: 30000 Mann chinesischer Truppen rücken auf Tungliao (nordwestlich von Mulden) vor. Sie beabsichtigen, Muk- den anzugreisen. Man sieht in der Mandschurei der Entwicklung der Lage mit großer Besorgnis entgegen. AmerikasAHeiligkeitderVertM Neuyork, 17. Jan. (WTB.) Reuter. In einer Erklärung, die der zukünftige Präsident Roosevelt heute herausgab, wird festgestellt, daß zwischen dem gegenwärtigen und dem zukünftigen Präsidenten vollkommene Einigkeit darüber herrsche, daß der geheiligte Charakter der Verträge aufrechterhalten werden müsse. w3cbe Feststellung über auswärtige Fragen, welcher Art sie auch sei, muh natürlich vom Staalssekretariat ausgehen", sagt Roosevelt, „ich bin infolgedessen vollständig bereit, mit aller Deutlichkeit zu sagen, daß die auswärtige Politik Amerikas den geheiligten Charakter der Verträge wahren muh. Das ist der Grundstein, auf dem alle Beziehungen zwischen den Böltern ruhen müssen." Die allgemeine Auffassung geht dahin, daß diese Erklärung, die Franklin Roosevelt zur Veröffentlichung in der Presse niedergeschrieben hat, hier zugleich eine vollkommene Einmütigkeit zwischen den republikanischen und den demokratischen Parteiführern über die Politik im Fer - n en Osten bedeutet. Trotzdem bemerkt der Korrespondent der „Neuyork Times" in Washington, nichts deute darauf hin, daß die Vereinigten Staaten andere Pläne hätten als eben einfach den, die Unabhängigkeit des Mandschureistaats nicht anzuerkennen. stützten anstieg. Nationalsozialistische Dersammlnnq. Im überfüllten Saale des Caf6 Leib fand vorgestern abend eine nationalsozialistische Versammlung statt. Redner war der frühere Kommunist und jetzige Nationalsozialist Felix Neumann, der über das Thema „Sowjetrußland, die Frucht des Marxismus" sprach. Der Redner gab zunächst einen Heber- blick über seine eigene politische Vergangenheit, schilderte seine politische Tätigkeit vor 1914 und nach 1918, widmete sich dabei besonders der Darlegung der Verhältnisse in der Kommunistischen Partei Deutschlands und klärte Zusammenhänge zwischen dem deutschen Kommunismus und dem Kommunismus in USSR. auf. Eingehend schilderte er einige besondere Korruptionsfälle innerhalb der Kommunistischen Partei. Durch seine Tätigkeit sei er (Redner) in Konflikt mit dem Republikschutzgesetz ge- raten. Im Gefängnis habe er Gelegenheit gehabt, sich eingehend mit Fragen der Geschichte aller Volker zu beschäftigen. Er habe erkennen müssen, daß Völker, die den Boden des Idealismus verlassen und dem Materialismus huldigen, dem Untergang entgegengeführt würden. Die NSDAP, allein fei die Partei, die das deutsche Volk in die Zukunft führen könne. Der Sonntag habe in Lippe einen beispiellosen Wahlsieg gebracht. Man habe erneut erkannt, daß der Internationalismus nicht das Heil bringe. Man habe ferner erkennen müssen, daß nur das Nationale und das Soziale in die Zukunft weife. Es gehe nicht um den Tageskampf. Die Entschei- düng falle zwischen drei Kräften, zwischen Kapitalrs- - mus, Kommunismus (Staatskapitalismus) und NSDAP. Die NSDAP, wolle dem deutschen Volke seine neue kulturelle Form geben. Man wisse, daß der Kapitalismus der Todfeind des werteschaffenden Volkes fei. Es fei aber zu unterscheiden zwischen schaffenden und raffe-dem Kapital. Das raffende Kapital habe in der Zeit von 1918 bis heute das deutsche Volksvermögen aufgezehrt. Die Arbeitskraft dürfe in Zukunft nicht mehr nur Ware fein, sondern müsse als Urproduktionsmittel mehr Achtung genießen. Die NSDAP, wolle ein national denkendes, auf sozialer Grundlage basierendes Volks- 0er Handwerkskammer- Llnterfuchungsausschuß. Die letzten Zeugenvernehmungen. WSN. Darmstadt, 17. Ian. Der Handwerkskammer - Unters uchungsaus- schuß beendete heute die Zeugenvernehmung. Zeuge Mehgermeister Falk, Mainz, der seinerzeit an der Revision der Handwerkskammer und der Handwerker-Zentral-Eenossenschaft teilgenommen hat, bekundete, daß die vorgenommenen Stichproben zu keinerlei Beanstandungen führten und das Geschäftsgebaren auch hinsichtlich der Verteilung des Rhein—Ruhr-Fonds durchaus den gesetzlichen Bedingungen entsprach. Auch bei den sogenannten „Großen Krediten" sei die nötige Vorsicht beobachtet worden. Die llebertragung der 325 000 Mk. sei zur Vermeidung des Zusam- menb.u s dcrHandwerker-Z:ntral-Genossenschaft notwendig und deshalb vertretbar gewesen. Die Meinung, daß die Rhein— Ruhr-Kredite nicht mehr zurückgezahlt werden sollten, sei erst in den letzten Iahren ausgetreten. Metzgermeister Becker, Offenbach, bestätigte als letzter Zeuge diese Darstellung. Er fügte noch hinzu, daß die erhobenen Vorwürfe hauptsächlich auf Geschwätz beruht hätten. Wenn auch nach den heutigen Ansichten die Kreditgebarung der Handwerkskammer und der Hanowerker-Zentral-De- nossenschaft bemängelt werden müßte, so fei doch zu betonen, daß Verstöße gegen die Zweckbestimmung des Rhein—Ruhr-Fonds nicht festzustellen feien. In einer internen Sitzung beschloß der Ausschuß, am kommenden Dienstag die Besprechungen über die weiteren Arbeiten fortzusetzen. Aus der Ausstellung ist ersichtlich, daß ein Ansteigen der Hauotunterstützungsempfänaer in der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge zu verzeichnen ist, dagegen macht sich schon ein R ü ck - gang der Zahl derWohlfahrtsempfän- ger bemerkbar. Dies ist auf die Verfügung des Präsidenten der Reichsanstalt zurückzuführen, wonach nach dem 28. November 1932 eine Aussteuer» rung aus der Krijenfürsorge bis zu.n 31. März 1933 nicht mehr stattfindet. Das Zurückgehen der Pro- zcntsätze in der Notstandsarbeit und im freiwilligen Arbeitsdienst ist auf Einstellungen bzw. Beendi- aungen der Maßnahmen zurückzusühren. Dies hatte natürlich zur Folge, daß die Zahl der Nichtunter- 2 359 n 13,9 Nov. v. H. 11,6 2 775 16,4 15,8 3 279 19,4 20,5 2 082 12,4 14,7 3 000 17,7 26,8 3 424 20,2 10,6 seres Beftre einem die Ei sollten Vit vieler uns o serem drülkui Las De auch nc gefallet Schmal des ft Gewal offene zehn ein D ken ei ten e Gleich währ! ülai allgen könnt sittlich! ganjen Mm fchuldi dürfen Auch lag 9' ahnte Mann Philof innere banfer Ader dem S Partei Erdittl unsere dem 5 Tat z leistete sich at flotte feinst oorfte lerer Sollt kultur und l dos? auM Dlur Leulfch Druck Druck ' auf ur helfen fainnu Würdi aus les nß Sketch schenal gefchaf gedlich den, da Mit tii Men geraubt Seil in Stadt t feit 3ot Raub » - an di-.A Reih' gefch- ,tonen dennfchj sM" llaE° ctflrtn Sie AeichSgrimdllllgSseier der llniveWt Arbeiter-Turn- und (Svortbunö. Raunheim I - Bornfjeim 1 7:2. 3m zweiten Spiel um die Kreisrneiste^chaft war Frankfurt-Dornheim am vergangenen Sonntag in Naunheim zu Gast. Die Gaste enttäuschten sehr. Die Mannschaft läßt bei aller ^echnik den Drang zum Lore vermissen, wozu auch noch eine gewisse Hilflos gleit im Torschuß kam. Schon mit Spielbeginn sah man em arrtofcä Sprel. bls Naunheim durch Handelfmeter dre gu^rung übernahm. Dann wurde das Spiel wohl besser aber nur die Plahbesiher konnten bis Halbiert zwel weitere Lore erzielen. Halbzeit 3:0. llat) wechsel lag der Plahbesiher wieder stark un An- griff und schon nach kurzer Zeit freien das vierte und fünfte Lor für Naunheim. Jetzt erft Jam Dorn heim zum ersten Tor. 3m weiteren Verlaus erhöhten die Plahbesiher um zwei weitere Lore denen Dornheim nur noch em Tor entgegensetzen konnte. wieseck 1 — Marburg I 4:0. Nach dem Zugendspiel standen sich Wiesecksl. und Marburgs 1. im Freundschaftsspiel gegenüber. Wieseck zeigte ein mäßiges Spiel. Marburg verstärkt, griff mit Spielbeginn mächtig an und gab dem Schlußtrio der Plahbesiher reichlich Nr- beit. Erst allmählich wurde Wiefeck besser und legte bis Halbzeit zwei Tore vor. Nach ^Seiten- wechsel wurde von den Gastgebern das Lor Der Gäste stark bedrängt, der Hüter wehrte aber mit Glück ab. Auf der Gegenseite wurden Die sich bietenden Gelegenheiten hoch verschossen. Dis zum Schluß erzielte W'efeck zwei weitere Tore. wiefeck III — Fronhausen I 2:1. Entscheidungsspiel um den Aufstieg zur 1. De- zirksklasse! Wieseck war zunächst leicht überlegen. Erfolge blieben vorerst versagt. Die wenigen Angriffe von Fronhausen wurden abgewehrt. Ein Strafstoß brachte Wieseck die Führung. Halbzeit 1:0. Luch nach dem Seitenwechsel war Wie- Forstrecht, das nicht nur eine Heraushebung aus der allgemeinen Nutzung, sondern auch aus der allgemeinen Staatsverwaltung bedeutete. Die Geschichte mehrerer Territorien, besonders aber der hessischen Gebiete, liefert Dafür die trefflichsten Beispiele. Der hessische Hochadel sah am Ranbe des altbesiedelten Landes, seine Herrschaften lagen im Ausbauland. Die mächtigen deutschen Könige wollten diese oon= derbezirke dem Reich richtig eingliedern, dageaen hat es viele Widerstände gegeben. Heinrich IV. ist darüber gestürzt, Friedrich 1. hat den Versuch wieder ausgenommen und wollte auch auf dem Wege des Lehenswesens die Einheitlichkeit de» Staates erreichen. Der Tod Heinrichs VI. und die folgenden Ereignisse haben den Versuch zunichte gemacht. Der Dualismus in Deutschland Ht geblieben und hat in den Territorien bizarre Formen angenommen. Wenn aber die großen Staatsmänner, wie der Freiherr vom Stein und Bismarck den Dualismus ausrechterhalten haben, so wollten sie damit nicht nur den tatsächlichen Zuständen entyegenkom- men sondern sie faxten den Dualismus im Sinne einer Teilung der Rechte einerseits, der Pflichten anderseits auf. Absolutismus ist für kulturell hochstehende Völker auf die Dauer unmöglich, der Dualismus gibt die Möglichkeit, die schöpferische Initiative des Einzelnen und der kleinen Kreise für das Ganze dienstbar zu machen. Wohl sind solche Staaten schwerer zu regieren, aber diese Staatsform ertötet nicht die eigenen Triebe Des Wies. Allerdings verlangt diese Verfassung von der Bevölkerung tiefes Derantwortun g s g e suhl, besonders von jenen Schichten, die erhöhte Rechte haben. Dessen möge jeder Akademiker eingedenk [ein, wenn er ins Leben hinaustritt, daß das Erbe, das B i s m a r ck den kommenden Geschlechtern hinterlassen hat, die verantwortungsvolle Pflicht für jeden Einzelnen in sich schließt, alles für die Erhaltung des Reiches zu tun. Der Festakt wurde mit einem weiteren Chor- I gelang („Das Wort sie sollen lassen stahn ) und einem Orgelnachspiel würdig beschlossen. nicht aus einer Quelle herstammen. An dieser Grundtatsache hat auch die Dersassung von 1919 nichts geändert. In dieser dualistischen Grundlage sieht man eine Eigentümlichkeit der Deut» scheu Staatsoerfassung gegenüber ber monistischen ber romanischen Volker. Ein Vergleich ber beutschen Derfassungsentwick- lung mit ber sranzosischen zeigt, baß Die Grunb- lagen, von benen beibe ausgingen, bie gleichen waren, römische Irabition, Christentum und Germanentum, gleichwohl waren bie tatsächlichen Zu- ftänbe nicht bie gleichen. In Frankreich würbe von ben römischen Staatseinrichtungen sehr viel übernommen, in Deutschlanb hat sich nur wenig erhalten. Die Grunblage ber Staatsoersassung ist in Frankreich Deshalb bie zentralistische unb monistische bes römischen Reiches geblieben. Das Lehenswesen, bas bann bie Struktur bes Staates bestimmt hat. hat baran nichts geänbert. Man bars bas Lehenswesen schlechthin nicht als ein zersetzenbes Element ansehen, im Gegenteil, es ist zentralistisch unb monistisch, unb bie Staaten, in benen im Mittelalter bas Lehenswesen am stärksten ausgebilbet war, bie ber Normannen, sinb bie am straffsten organisierten Staaten überhaupt gewesen, in denen alle öffentlichen Rechte von der Zentralgewalt abgeleitet wur- Im Gegensatz dazu wurden in Deutschland sehr wichtige össentliche Rechte nicht vom Staat abgeleitet, sie waren eigenwurzelig. Das zeigt ein Hin- weis auf die Autonomie ber ©emeinben unb auf bie Stellung bes hohen Abels, ber Hoheitsrechte besaß, bie nicht auf staatlicher Verleihung beruhten. Woher biefe Rechte stammen, konnte auf ©runb ber Quellen nie festgestellt werben. Stellt man aber byi hochabeligen Besitz fest, so ergibt sich, baß er burch- wegs im Ausbaulanb liegt unb baß im altestbesie- belten Teil Deutschland keine hochabeligen Familien । angesessen waren. Nicht selten haben solche Fami- lien sogar bie Lanbeshoheit erreicht. Die Grunblage für biefe desonberen Rechte bilbete die forestis, das 3n feierlicher Weise beging heute mittag die Hessische L a n d e s u n i v e r f ität die Neichsgründungsfeier in der mit Grün geschmückten und durch Die Fahnen der Korporationen wirkungsvoll belebten Aula. Nach einem Orgelvorspiel und einem vom Akademischen Ehor unter der Leitung von UniDer- fitäts-Wusikdirektor Professor vr. Temesvary klangvoll zum Dortcag gebrachten Ehorgesang ergriff Seine Magnifizenz der Rektor Professor Dr. Zeß das Wort zu einer Ansprache, in der er ausführte: Nur mit schmerzlichen Gefühlen entschließt sich heute in Der Zeit höchster Not unseres Bo kes jeher Deutsche, ein Fest zu feiern. Zu schwer lastet Der Druck unserer Gegner von außen, ^u schwer Der Druck nicht enden wollender innerer Schwierigkeiten auf unserem deutschen Vaterland. Ader der lag, zu dessen feierlichem Begehen wir uns heute hier zu- fammengefunöen haben, soll für uns eine ernste Würdigung D e s Gutes bedeuten, das uns zum Gluck aus Dem namenlosen Zusammenbruch unseres Voltes noch gerettet worden ist. Die 6 *n l) e 11 c 5 Reiches, von unseren Vätern durch viele Meiv schenalter hindurch ersehnt, durch Bismarck endlich geschaffen, hat unser Unglück überdauert, und es ist sicher, daß der gesunde Sinn aller Stamme un- seres Volkes auch in Zukunst sich energisch gegen Bestrebungen zur Wehr setzen wird die etwa in einem Rückfall in alte partikulanstische Jbeenaange bie Einheit bes Deutschen Reiches roieber gesahrben | sollten. . .. , ~ Mit tiefem Schmerz benken wir an biesem läge vieler Millionen beutscher Drüber, bie burch bas uns ausgezwungene Diktat von Versailles von un- [crem Volk getrennt würben, bie unerhörten Bedrückungen um ihres Deutschtums willen ausgesetzt sinb, bie, von Haus unb Hof vertrieben, ver- geblich ihre Augen aus bas Tlutterlanb zurückwen- ben, bas noch nicht im Stanbe ist, ihnen zu helfen. Mit tiefem Ingrimm sehen wir, wie an unserer Ostgrenze ein kulturell niebriger stehenbes Volk auf geraubtem beutschen »oben sich ausbreitet, einen Keil in unser Lanb treibt unb eine uralte beutsche Stabt burch wirtschaftlichen Druck zu vernichten sich seit Jahren bemüht. Nicht vergessen Haden mir ben Raub bes Memellanbes, von Ober(d)le» sien unb bie vielfachen Vergewaltigungen, bie sich das Deutsche Reich in seiner völligen Machtlosigkeit auch nach dem Diktat von Versailles immer wieder gefallen lassen muhte. Niemals vergessen mir tue Schmach, die uns Frankreich angetan hat in der Zeit bes Ruhrkampfes unb in ben langen Jahren der Gewaltherrschaft am Rhein. Wahrlich jeder, der offenen Auges die Politik der Völker m ben letzten zehn Jahren verfolgt hat, muh jetzt einsehen baß ein Volk verloren ist, bas sich allein bem ®eban- ken einer ftänbigen Dölkerversöhnung hmgibt inmitten einer Welt, bie gar nicht daran denkt, unsere Gleichberechtigung unb unsere Sicherheit zu ge- Wirtschaft. Berlin lustlos und unregelmäßig. Berlin, 18.Ian. (WTB.-Funkspruch.) Obwohl bie Notierungen heute vielsach etwas schwächer waren, muh boch festgestellt werben, bah bie A b - märtsberoegung ber letzten beiben läge so ziemlich zum S t i 11 ft a n b gekommen 'st- Viele Werte konnten sich behaupten, verschiebentlich tra ten sogar Besserungen ein. Dies war um so beachtlicher, als sich in der politischen Lage kaum etwas geändert hat und die deutschen Papiere im Auslande, insbesondere in Neuyork, weiter schwach tendierten. Demgegenüber regten die Ausführungen des Geheimrats Duisberg und die Außenhandelsbilanz für Dezember etwas an. Die Verringerung des Exportüberschusses um 14 Mill RM. wurde als verhältnismäßig gering bezeichnet. Das Anziehen der Schrottpreise sand gleichfalls Beachtung. Das Geschäft war allerdings heute denkbargering. Am Mvntanmarkt fielen Gelsenkirchen durch einen Gewinn von 3,25 v. H auf, obgleich die = Farben-Industrie erklärt hat, daß sie kein Angebot aus das im Reichsbesitz befindliche Gelsenkirchen- paket gemacht habe. Das Interesse für bie Möglich feiten unb Aussichten einer Unterbringung Dieses Aktienpaketes hielt aber an unb gab ber Börse zu Erörterungen Anlaß. Die übrigen Montane, Chemiewerke, Autoaktien, Metallpapiere, Verkehrswerte unb bie Anteile von Wasserwerken hatten bei Ber» änberungen bis zu 1 v. H. uneinheitliche lenbenj. Braunkoblenwerte waren bei Veränderungen bi? zu 2 v. H. nach oben ober unten ruhig veranlagt. Kaliwerke büßten bis zu 2 v. H. ein. Gummi- unb Linvleumwerte, Kabel- unb Drahtwerte, lertil» papiere unb Schissahrtsaktien lagen vernachlässigt unb nahezu unoeränDert. Don Elektropapieren sielen Elektrische Licht unb Kraft, RWE. unb Lah» meyer burch Verluste bis zu 1,50 oJj. au,: von Gasaktien waren Thüringer Gas 2,40 v.H. hoher, von Maschinenfabriken lagen Berlin-Karlsruher- Inbustrie unb Schubert & Salzer bis zu 2,75 v. H. gebrückt, währenb Berliner Maschinen 1 v.H. gewannen. Unter Bauwerten fielen Holzmann Durch einen fast 2prozentiaen Verlust auf. Von Kunst- [eibeattien waren Aku schwacher. Papier- und Zellstoffwerte bröckelten bis zu 1,25 v. H. ab. Don Brauereien gewannen Engelharbt 1,50 v H Reichs- banfanteile fielen burch einen kleinen Verlust auf. Deut che Anleihen tenblerten uneinheitlich. Altbesitz waren etwa 0,50 v. H. gebrückt, Neubesitz unb Schutzgebiete gewannen je etwa 20 Pfennig. Reichsschulbbuchsorberungen konnten sich im Verlause leicht bessern, variable 3nbuftrieobhgationen bröckelten etwas ab. Die übrigen Rentenmarkte tenbierten gleichfalls schwächer. Von Ausl°nbern waren Anatolier 0,75 v. H. fester, sonst ergaben sich seck im Vorteil und erhöhte auf 2:0. Dünn gestaltete sich das Spiel ausgeglichener und Fron- hausen kam etwas auf. Ein Fehler der Verteidigung Wiefecks brachte den Gästen den ersten Erfolg. Nun gingen sie mächtig aus blieben aber erfolglos. Wieseck blieb glücklicher Sieger. wieseck Jgd. — Naunheim 3gD. 2:1. 3m Vorspiel um die Vezirksjugendmeisterschaft konnte Wieseck durch sein technisch besseres Spiel mit knappem Ergebnis verdienter Sieger werden. wehlar I — Gießen I 3:3. Gießen war zum Freundfchaftsspiel in Wetzlar zu Gast. Tie Plahbesiher lagen vorerst un Angriff und gingen in Führung. Nun erst rafften sich die Gießener auf und bis Halbzeit gelang auch der Ausgleich. Nach Seitenwechsel war Gießen merklich überlegen und riß die Führung an sich- Nun stellte Wehlar um, wurde schlagkräftiger, schuf den Ausgleich und übernahm seinerseits die Führung. Lrst kurz vor Schluß gelang es den Gästen, das Unentschieden h^rzustellen. Vor diesem Spiel standen sich Wetzlar II und Gießen 11 gegenüber. Hier konnte Gießen mit 1:0 Toren Sieger werden. GroßenBufeck I — Heuchelheim I 4:2. Vei dem ausgetretenen, hartgefrorenen Boden bekam man nur ein mäßiges Spiel zu sehen Heuchelheim war vorerst merklich überlegen und führte bei Halbzeit mit 1:2 Toren. Nach oeiteiv wechsel gingen die Platzbesitzer mächtig aus sich heraus und konnten bald den Ausgleich und bis Schluß obiges Resultat erzielen. Vorher Großen-Vuseck II gegen Heuchelheim II 0:3. Gleiberg I — hausen I 5:0. Tie Plahbefitzer waren stets im 'Borteil und siegten verdient mit 5:0 Toren. Vorher: Gleiberg Jugend gegen Watzenborn 3ugend 3;0. nur kleine Veränderungen. Jronffurf still. Frankfurt a. M., 18. Jan. (WTB. Drahtmel- düng.) Nachbein an ber gestrigen Börse infolge ber innerpolitischen Unsicherheit weitere Abschwächungen eingetreten waren, rechnete man auch im hemmen Dormittagsverkehr mit erneut nachgebenDen Kursen um so mehr, als in ber innerpolitifd)en Situation noch keine Veränderung zu verzeichnen ist und die deutschen Werte an ben Auslanbborsen weiter schwach tenbierten. Die amtliche Börse eröffnete bann bei kleinem ® ef Cb ä ft. Das Publikum fehlte fast vollkommen, und auch bie Kulisse übte weiterhin Zuruckha 1 - tung. Die Orunbftimmung war etwas beruhigter, wobei bie Sonberberoegung bei Gelsenkirchen-Aktien, bie auf Gerüchte von einer Abstoßung bes Gelsenkirchen-Paktes bes Reiches an die IG.-Farbeninbustrie 3% Prozent gewannen und trotz eines Dementis der IG.-Farbenverwal- hing weiter fest blieben, der Gesamtbörse eine ge- wisse Anregung bot. Die übrigen Berawerksaktien waren von X bis % Prozent erholt. Am Chemie- markt erreichten IG.-Farben mit plus X fjPr0,£c^ wieder den Paristand, ferner lagen Deutsche Erdöl Scheibeanstalt unb Metallgesellschaft bis zu em Prozent freunblicher, während Rütgerswerke unb Golbschmibt behauptet waren. Die Elektrowerte lagen uneinheitlich, währenb bie Abweichungen nach beiben Seiten X bis X Prozent ausmachten, nur Siemens lagen mit plus IX Prozent fester Etwas erhöht waren noch Schisfahrtswerte, Reichsbankanteile unb Aku bei Besserungen bis zu % Prozent, sowie Deutsche Atlanten Telegraph, bie nach iljein gestrigen Kurseinbruch von 7 Prozent heute 2 >ro- zent zurückgewannen. Bauunternehmungswerte lagen schwächer, unb zwar Holzmann um IX Prozent unb Zement Heibelberg um X Prozent. Von Zellstoffwerten blieben Aschaffenburger mit 28 Pro- zent behauptet. Am Anleihemarkt bröckelten Altbesitz erneut um X Prozent ab auf 65X Prozent, wogegen Neubesitz mit 8,20 Prozent um X Prozent freunb- sicher eröffneten. Späte Reichsschulbbuchsorberungen waren mit 76X Prozent unoeränDert, ebenso sechs- prozentige Stahloerein mit 69 v. H. Golb- und Li» quibationspfanbbriefe lagen vereinzelt noch recht abgeschwächt bei säst vollkommener Geschäftsstille. Von Stabtanleihen erschienen 6prozentige Stabt Mainz mit Minus-Minus-Zeichen. Sechsprozentige Hessen-Volksstaat waren nach ber gestrigen Ab- schwächung etwas befestigt. Landwirte»Tagung in Alsfeld. V* Alsfeld, 17. Ian. Der Landwirtschaftliche Bezirksverein Alsfeld hielt unter ber Leitung bes 2. Vorsitzenben, Oberamtmann Hesse-Otterbach, eine Mitglieberoersammlung ab. Abteilungsvorstanb Dr. Finger- Darmftabt hielt einen interessanten Lichtbilberoortrag über bas Thema „Die für bie hiesigen Verhältnisse geeignet- [ten (Betreibe- unb Kartoffelsorten". Der wichtigste Punkt ber Tagesorbnung war „Die Versorgung ber stäbtischen Bevölkerung mit Fleisch eigner Haus- schlachtungen" In lebhafter Aussprache würbe bie burch bie resultatlosen VerhanDlungen mit ben Metz- gern gegebene Lage behanbelt. Eine Kommission soll nochmals mit ber Metzgerinnung verhanbeln, schla- gen biefe Verhanblungen fehl, so soll ber Grunbung einer G e n o s s e n s ch a f t s s ch l ä ch t e r e i naher- getreten werben. Die Auseinanbersetzuna grunbet sich auf bie Meinung ber Lanbwirte, baß bie Preisspanne zwischen bem Viehankausspreis unb bem Labenverkaufspreis ber Fleisch- unb Wurstwaren zu hoch sei. Die Lanbwirte wünschen in Anbetracht ber hohen Labenverkaufspreise bessere Bezahlung für bas Vieh (bas bie Metzger zu einem großen Teil direkt von ben ßanbroirten kaufen), anbernfalls sie zu ber vorerwähnten Art der S e l d st h i l f e schreiten wollen. ____________ Verantwortlich für Politik: I.B.. Ernst Blumschein. liebes hiell Professor Dr. Th. Mayer die F e st r p b e über bas Thema „D i e g e sch icht- lichen Grunblagen ber deutschen Staatsverfassung . Er führte u. a. folgen- ^D^Verfassung bes Deutschen Reiches von 1871 ifitenlrd) einen weitgehenben Dualismus ge- tuXichnet, d. h. bie Rechte im -taate werben nunefaus einer Wurzel abgeleitet; d.e versch.ebenen «n, uren besitzen vielmehr ursprünglich Rechte, die Nachdem wir lange genug diesem Phantom einer allgemeinen Dölkerversöhnung nachirrten und er- fannt haben, daß uns nur ein Wieberer starken der sittlichen, geistigen und körperlichen Kräfte unseres ganzen Volkes freimachen kann, ist es höchste Zeit, daß wir uns besinnen auf bie Pflichten, bie mir ber Vergangenheit unb ber Zukunft unseres Volkes fdiulbig sinb. Derzweiselt ähnlich »st unsere Lage derjenigen om Anfang des vorigen Jahrhunderts. Auch damals nach bem Zusammenbruch Preußens lag ganz Deutschlanb am Boben. Jeboch mit ungeahnter Schnelligkeit hat es sich wieber erhoben Männern wie Stein, Scharnhorst und dem Philosophen Fichte hatten wir die äußere und innere Erneuerung des deutschen Volkes zu verdanken, die seinen Wiederaufstieg vorbereiteten. Aber wie war es jetzt in ben 14 Jahren, bie seit dem Kriegsende vergangen sind? Parteigeist und Parteizwist haben unsere Straft zermürbt, unb mit Erbitterung mußten wir es sogar erleben bah in unseren eigenen Reihen Manner sich fanben, die bem Feinbe, der uns barnieberhalt, mit Wort unb Tat zum Schaden bes eigenen Laubes Vorschub leisteten. Daß alle Deutschen, zu welcher Parte, sie sich auch zählen, sich enblich geschlossen hinter eine Oben: Die Berliner Hempel- starke Regierung stellen, wirb bie ^orbebingung oerteibigen überlegen ein für b?e große Auseinanbersetzung, bie uns be» | e i B Dertc,u « « vorsteht und die uns unsere Gleichberechtigung, un- i ihren Titel im Paarlauf, sere Sicherheit und diejenige Stellung im Kreise der Völker gewähren muß, auf die wir nach unseren Unlen: Die 13jährige Münchnerin I ö e r Erran9 ,T’"' Fichte hat gesagt: „Die Deutschen sind ehr löschend bie Damenmeisterschaft, oft um gerecht zu fein gegen das gleichzeitige Aus- lanb, ungerecht gewesen gegen sich selbst. Dieser Ausspruch giü noch heute. Möge in unserer Notlage iebem Deutschen ber Wahlspruch eingefjammert werben: „Gut ober (d)led)t, mein 2anö. Nicht immer kann bie weltpolitische Konstellation bie gleiche bleiben, zu groß sinb bie Konfliktsstofse unb Gegensätze, bie sich immer beutlicher bei, unteren Gegnern zeigen. Eines Tages wirb sich der i eiferne Ring um uns lockern, möge bas beutsche Volk an biesem Tage bereit sein, bie auf ihm lasten- den Fesseln zu sprengen. Wir älteren, bie wir alle Schrecken bes Krieges aus nächster Nähe miterlebt haben, sinb gewiß bie lebten Die jemals eine WieDerholung Dieser furcht- baren'iraqöDie wünschen könnten, aber immer noch gilt Das Wort: Gerecht ist ein Krieg, wenn er zur Selbstbehauptung notmenbig: unb Heisig fmb bie Was en, wenn sonst keine H°stnung übrig geblieben. Möge unsere Iugenb sich ihrer Wutten bewußt werben. Als leuchtenbes Beispiel steht vor ihr ber Opfertob unserer bei Langemark gefallenen Kommilitonen, bie bahinsanken im Glauben an Deutsch- lanbs Recht in feinem Derteibigungskamps unb an Deutschlanbs Zukunft, bie bahinsanken Mit dem Deutschlanblieb auf ben Lippen, ^ 'hr Leben gaben, auf baß wir leben können. Möge 'dr Geist bei uns lebenbig bleiben, unb ^°^e der Gedanke ber unlöslichen Schickfalsverbunbenheit aller Deut fchen über Parteien unb Klaffen hinweg uns enblich zu einem einigen Volk von Brubern machen Nach bem gemeinsamen Gesang bes Deutschlanb- SJ.«lporI Die Sieger der deutschen EiSkunstlausmeisterschasten Nachdruck verboten. 5 Fortsetzung sehr (Fortsetzung folgt.) Pfd.40<- 400 n 0372 Wieso für die Hälfte? Kein Laden! 0387 390 A War eine denn andernfalls ist den Achern nichts." Die Hunde jagten mochte die Tiere so unten über den Platz. Pia gern, und er hatte zu den Anzüge Mäntel Hosen Sport- und Berufs- Kleidung Knaben- Kleidung einmal für Gdelgarde interessiert, doch dann das verflogen, als er wußte, daß sie nur schöne, kühle Modepuppe war. 4. Vers Zwei Damen, beide jun#? und schön, Die sah man nach dem Walltor geh’n. Dort kauften sie Herde u. hatten viel Spaß Die eine Elektrisch, die andre wählt Gas! Bei Rudolf Rödlger, Walltor 35. 394A Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L* Bernard InventursVerkauf dauert nodi bis Samstag/21, Jan, Sine r retnlgungefur mit 3 Wacholdsr-Exlrakt Ist jetzt zu empfehlen. Drcgerie Winlerholl Kreuzplah J 1Q Rodheim a. d. Bieber. Heuchelheim, 16. Januar 1933. _____________________________________________2168 Versäumen Sie nicht diese günstige Gelegenheit, für wenig Geld erstklassiges Schuhwerk zu erhalten. Preise rücksichtslos herabgesetzt Auf Winterware und Überschuhe 10 Prozent Rabatt! Für die wohltuenden Beweise liebevoller Teilnahm e, die uns beim Heimgange unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen zuteil wurden, sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Wilhelm Strackbein. Kleinschreibmaschinen große Auswahl erster Fabrikate finden Sie zu niedrigsten Preisen bei Niederhausen&Co. Seltersweg 17 crsterStck. von Kleider Köhler. m- zertrümmerungen in großem Mahstabe durchzuführen. Man geht dabei von verhältnismäßig geringen elektrischen Spannungen aus und sucht den bu«h sie hervorgebrachten schnellen Teilchen der leuchtenden Materie durch wiederholten Antrieb mit Hilfe eines besonderen Verfahrens so große Schnelligkeit zu verleihen, daß sie recht tief in die der Atomzertrümmerung ausgesetzte Materie einbringen. Daburch muß Die Zahl ber Treffer unter den gegen die Atomkerne gerichteten Geschosse — Kanalstrahlen — viel größer werden. Hm bas zu verstehen, stelle man sich bie ber Wirklichkeit nahekommenbe Gruppierung der die Materie aufbauenden Atome unter dem Bilde eines sehr weitmaschigen Gitternetzes vor. An den Kreuzungspunkten der Fäden dieses Metzes ist dabei je ein Atomkern anzunehmen, dazwischen aber liegt leerer Raum. Würden wir mit schr kleinen Geschossen, wie sie in den Kanal- Die rasche Herstellung hoher Auflagen . mit dieser alten Holzpresse nicht ermöglichen. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wuchs aber der Bedarf an Druckschriften immer stärker: das Volk war durch die Ereignisse der französischen Revolution wach geworden und politisch stärker interessiert — jeder wünschte über die neuesten Ereignisse möglichst rasch unterrichtet zu werden. Nur durch eine we- (entliehe Verbesserung ber bisherigen Presse ließ sich bas ermöglichen. Hierfür traten gerabe in dieser Epoche oerschiebene Vorschläge hervor. Man beginnt in ber Schweiz, in England und Amerika mit dem Bau von E i s e n p r e s s e n , die aller- dings noch bis tief in das 19. Jahrhundert hinein die alte Holzpresse nicht ganz verdrängen können. Erst Friedrich König aber gelang dieser ent- scheidende Schritt. Er versuchte die drei Arbetts- Prozesse des Färbens, des Papieraufleg Diese Mitteilung bedeutet einen Markstein nicht nur für die Geschichte des Buchgewerbes. Sie bezeichnet einen Wendepunkt unseres ganzen kulturellen Lebens. Sie ist gleichsam die Geburtsanzeige einer neuen Wettmacht, der WeltmachtPresse. Seit dem 28. November 1814 gibt es die moderne Zeitung! Durch die Schnellpresse, deren Laufbahn hier beginnt, wurde es möglich, das gedruckte Wort in einer Auflage von vielen Taufenden zu vervielfältigen und zu verbreiten. Taufende von Abdrucken liehen sich rasch erzielen, deren Herstellung auf der Handpresse Wochen gedauert hätte. Nicht plötzlich und zufällig ist diese geniale Erfindung ans Tageslicht getreten. In härtester Arbeit vieler Jahre ist sie erdacht und erprobt worden. Die Segnungen des neuen Instruments sind dabei in solchem Maße zur Selbswerständlichkeit geworden, daß man darüber den Mann fast vergaß, der sie erdachte. 3rieb- rid) König gilt heute nach manchem unerquick- Sie Entwicklung des Tauchbootes Son ‘-Dr. Hellmuth Thomasius Als Deutschlanb im Krieg gegen eine Welt von Feinden kämpfte, zu Wasser, zu Lanb und in ber Luft, würbe — außer ber Luftwaffe — zum ersten Male von Unterseebooten Gebrauch gemacht. Sellen ha: eine Waffe einen fo schnellen Entwicklungsweg zurückgelegl, in vier Kriegs>ahren würbe sie bis zur höchsten Vervollkommnung getrieben, über Ozeane hinweg flößte sie Panik unb Schrecken ein, fügte sie Den Feinben unermeßlichen Schaben AU, machte sie die Männer, bie biese neue Waffe bebienten, zu unvergeßlichen Helden. ..... Rur bie mobernste Technik war fähig, eine so komplizierte Waffe zu schaffen, als bie sich die Tauchboote im Verlause des Krieges erwiesen. Man mochte glauben, auch bie Ersinbung ber Unlerwas- er-Fahrzeuge könnte nur bem Gehirn eines modernen Erfinbers unb Technikers entsprungen sein, aber bieser Gebanke ist schon Jahrhunberle alt, unb so unwahrscheinlich es Hingt, schon vor fast hunbert Jahren hat es bereits eine U-Boots-Katastrophe gegeben, bei ber bie Insassen bes Tauchbootes nur wie burch ein Wunber mit bem Leben bavonkamen. Die Sage erzählt, bah sich Alexa n ber ber Große einmal in einer Taucherglocke auf bem Meeresdoben verborgen gehalten habe. Diese Taucherglocke in ber Fama ist nichts anberes als ber Wunsch, wie ein Fisch auch im Wasser leben zu können, unb seil sich Römer unb Karthager mit Galeeren unb Rammschiffen, unseren späteren Torpedobooten vergleichbar, vernichtende Seeschlachten lieferten, ist ber Gebanke lebenbig, auf irgenbeme Weise auch unter Wasser, bem Blick bes Feinbes verborgen, sich heranzupirschen unb bem Gegner unversehens Schaben zuzufügen. Die Verwirklichung bieses Gebankens lieh lange auf sich warten. Der Grunb ist in ber noch unentwickelten Technik au finben. ßeonarbo da Bind ber grohe Maler ber italienischen Renaissance, gleicherweise auch ein hervorragender Kriegs- Ingenieur, ber Flugapparate unb mächtige Belagerungsmaschinen entwarf, Hal einige Pläne zu Unterwasserfahrzeugen ausgearbeitet. Ein holländischer Arzt, Cornelius von D red bei, Hal angeblich schon im Jahre 1620 auf der Themse ein Tauchboot, das aus Holz war, mtt gefettetem Leder überzogen unb in zwölf bis fünfzehn Fuß Tiefe von Greenwich nach Westminster fahren lassen. Dieses Boot wurde von Ruderern fortberoegt. lieber das wichtigste Problem ber Luftzufuhr unb ber Sufterneuerung ift leiber nur bie Aussage bes Schwiegersohns Dieses hollänbischen Arztes bekannt, ber oon fluffiger Luft spricht. Aber es ist sehr wenig wahrscheinlich, baß Drcbbel damals schon ein Verfahren kannte, mit bem man Sauerstoff ber Luft verflüssigen unb gewisserrnahen einwecken konnte , Erst hunderlsünfzig Jahre spater, im amerifani- schen Unabhängigkeitskrieg gegen bie ®nUa"öcr> würbe ein Tauchboot unter em englisches Kriegs- (rfiiff gebracht, um es mit einer Pulverlabung in bie Luft zu sprengen Ader bieser Minierungsoer- such rnihlang. Auch ber Wunber ber Dampfschiff- fahrt der Amerikaner Robert Fulton, Hal sich mit einem Unterseeboot hervorgetan, bas geeignet gewesen wäre, ber Weltgeschichte von N a p o - leone Zeil an ein anberes Gesicht zu geben, wenn Napoleon, bem noch ber Steg über England im Kranz seiner Siege fehlte, nach ber ersten gegluckten Probefahrt bes Fullonschen Unterfeebootes tm Hafen von Brest, auch weiterhin ben Amerikaner unterstützt unb geförbert hätte. Das erste Unterseeboot, bas manövrierfähig war unb längere Zeil unter Wasser bleiben konnte hat ein Deutscher erfunben und gebaut: Wilhelm Bauer aus Dillingen. Ein bayerischer Artillerie- Unteroffizier, 1822 geboren, ift ber eigentliche Vater ber U üerfeebootsroaffe. Als Dauer im Krieg zwi- (chen bem Deutschen Bunb unb Dänemark 1848-50 mit feiner Batterie oben nach Schleswig-Holstein kam unb fah, wie sich bie Danen auf ber Insel Asien verschanzt hatten flog ihm ber Gebanke au, man müßte unter Wasser zur.^(«1 gelangen, b Brücken sprengen unb bie dänische Flotte, bie bie Küsten blockierte, von unten her angreifenundver, Nichten. Er legt den Kommandoftellen feine Plane vor, sie werben gut beurteilt, man bewilligt äem Unteroffizier breifeig Taler für ben Bau emes Modells. Das Modell, von einem Uhrwerk angetrieben, Wie früher die Astronomie die wissenschaftliche Welt durch die Entdeckungen, die sie im unendlichen Weltall machte, in Verwunderung versetzte, jo jetzt die Wissenschaft der Physik durch den Einblick, den sie durch geniale Apparaturen und Llntersuchungsmethoden in den Mikrokosmus, den Aufbau der Materie in ihren aller- kleinsten Teilen, ermöglicht. Durch die von dem englischen Physiker Rutherford angebahnten Forschungen wissen wir heule daß das Atom, das früher als kleinster Bestandteil alles Stofflichen angesehen wurde, aus einem mit positiver Elektrizität geladenen Kern und ihn umkreisenden, elektronegativen Stoffteilchen oder Elektronen besteht. Diese bilden in ihrer Gesamtheit eine dünne Hülle um den in Vergleich mit ihnen außerordentlich kom- Pakten oder massiven Atomkern. Dieser aber besitzt eine außerordentlich große abstoßende Kraft, die schon bei dem leichtesten aller chemischen Grundstoffe, dem Wasserstoff, 300 000 Volt beträgt: beim Uran sich aber auf 15000 000 Volt beläuft. In den Atomkernen ist also eine ungeheuere Kraft aufgespeichert, deren Größe sich mit ziemlicher Genauigkeit ermitteln läßt. Gelingt es. diese Kraft durch die Zertrümmerung der Atomkerne frei zu machen, so erzielt man von jedem Kilogramm der dadurch strahlend oder radioaktiv gewordenen Materie eine Energiemenge von mehreren Millionen Kilowattstunden. Das will gewiß sehr viel besagen; denn — um mit Bekannten zu vergleichen — gewinnt man aus einem Kilogramm Steinkohle beim Verbrennen durch- schnittlich nur sieben Kilowattstunden und aus einem Kilogramm Benzin etwa zwölf Kilowattstunden. Wenn sich dem nicht vielleicht für immer unbehebbare Schwierigkeiten entgegenstel- ten» würden sich auf dem Weg« der Atomzertrüm- I nil nicht Kehraus im Inventurverkauf Hn hpIpMnWnpkPTinw’ Holzversteigerung IElegantes 8oklskimmsr I Miet9esuche 11 DUuUuiuöulhuO ÖUuluulllllllllul aus den Forstorten Odenkopf 12, Rangen v i 19, Wasserschaft 31 und 32, Noll 20, 21, e6hi Elche mit Nnflbanm, Schrank 1,80 m a hlluluul nUilllUUy echt Elche mit Nnflbanm, Schrank 1,80 m Büfett 1,80 m, Kred„ Au- zugtisch, 6 Stühle f-ur Versmolder Dauerwurst rührigen 405D Stellengesuche11 sprofhlehreiia ■ "» erteilt 400; Stöcke rm; Buche 60. 399D SC MUH HA US 403 A kommen: 398V iM-öm L । bacbsheck 393V 0377 liebes 154 9 115 bei den 45 4 55 5 6 22 41 112 100 750 120 100 rm rm rm rm rm rm rm rm rm Liche: Stämme Kl. 2, 3, 4: 14 km; Nutzscheit 6 rm, Nutzknüppel 4 tm. Bombergerstein, Cleebaum, Streitwald, Aulbach, Grubenwald: Eiche: 130 rm Scheit, 104 rm Knüppel, 9270 Wellen, 228 rm Reiser I. Kl. Buche: 161 rm Scheit, 364 rm Knüppel, 11 790 Wellen. Fichte: 18 rm Scheit, 45 rm Knüppel. Der Preußische Staatsoberförster. Nowack Seltersweg 81 Zahlungsbedingungen sind dieselben wie im vorigen Jahre. Londorf, den 17. Januar 1933. Hessisches Forstamt Rabenau. Buchen-Scheiter Eichen-Scheiter Buchen-Knüppel Eichen-Knüppel Linden-Knüppel Fichten-Knüppcl Buchen-Reifer knüppl Buchen-Stammreiser Buchen-Schlagraum Nachlaßversteigerung. Wegen Todesfalls sollen die landwirtschaftlichen Geräte des Heinrich Alles II. in TNuschenheim in dessen hofreite Bahnhofstraße 2 am Freitag, dem 20. Januar, nachmittags 1 Uhr, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert iv -öen. Es iommen zur Versteigerung: 1 Wagen, 1 Pslugkarren, Häckselmaschine, 1 Dickwurzmühle, 1 Zentrifuge, Jauchefaß und viele sonstige landwirtschaftliche Gegenstände. Aohöl- Motor-Bandsäge billig zu verkaufen. Zu erfragen im Gießener Am. (o388 Forstorten Sauolatz, Seilbach und Din- kelkopf: rm Scheiter: Buche 320, Hainbuche 4, Eiche 32, Linde 4, Kiefer 12; Knüppel.- Buche 30; Reisig: Buche 154, Eiche 40, Aspe und Linde 48; Stöcke: Buche 58, Eiche 6. 404V In „Sauplatz und Seilbach" ist das Versteigerungsholz mit Vg. geschlagen. hessisches Forstamt Grünberg. französischen und englischen Unterricht. 10122 Nab. i. d. Gesrbätts- stelle d. Gien. Anz. illllllllllllllllllllllllllllliH’1' Holzverkauf aus Revier Atzenhain. Dienstag, den 24. Januar, 9'/i Uhr, Gastwirt Schmidt, Atzenhain, aus 19, Wasserschaft 31 und 32, 23 des Schutzforstes Rabenau, Dienstag, den 24. Januar 1933, 10 Uhr vormittags. Holzversteigerung im Fürst zu Solms-Braunfelsschen Forstrevier Hungen, Distrikt Tiergarten bei Hungen am Freitag, dem 20. d. M. Zu- ammenkunft 10 Uhr vormittags am Eingang zum Pfannekuchenweg. Zum Verkauf Kunst- und Möbelhaus Georg Koos Gießen« Plockstraße 14. 037» Rutz- und Brennholzverkauf. Oberförsterei Brandoberndorf, Försterei Cleeberg, Montag, den 23. Januar, 10 Uhr, in Lleeberg, „Deutsches haus": Fichten- Bauhol; in kleineren und größeren Losen nach Bedarf aus Espaer Wäldchen und Aulbach. Fichten-Stangen I. Kl. 169 Stck., II. Kl. 671 Stck., III. Kl. 755 Stck. aus Trie- Ein Blitz - - ruck - - zuck! Schon haben wir das junge Paar naturgetreu und ohne verzerrte Gesichter im Photo festgehalten. Wenn Sie daheim Freunde zu Gast haben, dann machen Sie zur Erinnerung eine Blitzlichtaufnahme. Garantiert rauchlose, sta jbiose, ungefährliche u.preiswerte Blitze und natürlich auch Heimlampen zeigt Ihnen gerne Mädchen zum 1.2.33 gesucht. Näh. i.d. Geschäfts- stelle des Gieß. Anz. 3ielBlg.. Mt.MtMen mit g. Zeugn., vom Lande, gesucht. 0393 Wo? sagt d. Geschäftsstelle d. G.A. Vergebung von Strahenunterhaltungsmaterlal. Auf Grund der Reichsverdingungsordnung soll nachstehendes Material für Unterhaltung der provinzialstraßen im Rj. 1933 nach Losen getrennt frei Berwen- dungsstelle vergeben werden: 383V 29500 cbm Unterhaltungskleinschlag aus Hartbasalt (Taunusquarzit), 10500 cbm Bindematerial (Splitt, Kies, Sand). Angcbotsvorürucke sind, soweit Vorrat reicht, nur bei unseren Bezirksbaubeamten Enders in Gießen, Rodheimer Straße 41; Kaletfch in Gießen, Marburger Straße 14; Schmier in Laubach, Kahlenberg in Homberg (Oberh.); Walter in Alsfeld; Damme! in Lauterbach, M-mer in Nösberts; Rückert in Schotten; Brenner in Nidda; Schickt in Büdingen; Fiedler und Schilp in Friedberg (Hessen) und Phul in Butzbach erhältlich, woselbst auch die Bedingungen offenliegen. Die Angebote sind bei den Bezirksbaubeamten bis zum Eröffnungstermin Mittwoch, den 15. Februar 1933, vormittags 11 Uhr, verschlossen und postfrei, mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, den 14. Januar 1933. Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbau. Patent* Matratzen Reparaturen u. Neuanfertigung E.Rau Walltorstr. 37 Fernruf 2208 88 A Heringe 3 Pfd. 50 4 6 Pfd. 95 4 Mets Pfd. von 50 H an Forellenstör Pfd. 70 4 Flnsibackstsche Pfd. 50 4 Korhnsche aller Art Heilbutt, Hechte Fischhaus Cuxhaven Marktstr. 23 Tel. 2417392A mit echt. Leder u. dazu pass. Standuhr 450 Mark Kunst-u.Möbelhaus GeorgKoos Gießen, Plocks raße 14. C38) Vertreter gesucht. Schrif .liehe Angebote unter 405D an den Gießener Anzeiger. Fichten-Derbstangen. Stück I. Klasse Stück II. Klasse Stück III. Klasse Fichten-Reisstangen: Stück IV. Klasse Stück V. Klasse Stück Bohnenstangen. MenoMtn mit Kastenaufbau, neum., sehr preisw Opel, Gießen Frankiurie' Str. 52 Ladenlokal mit zwei Fenstern in nur erster Geschäftslage von Gketzen möglichst Seltersweg, Markt od. Schulstraße v. leistungsfäbtgcm Geschäftöunternebmen zu mieten gesucht. Miete kann auf Wunsch sichergestellt werden. 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Andernfalls würden die Steuerbehörden vor außerordentlich schwierige, ja vielfach unlösbare Aufgaben gestellt, während es für die Pflichtigen nur den Vorteil hätte, daß der Gewinn bereits im Jahre der Rückstellung statt im Jahre der Verausgabung vermindert würde. Die Steuerbehörden müßten die Notwendigkeit prüfen, die Höhe der durch die Reparaturen entstehenden Ausgaben schätzen und schließlich auch noch die Verwendung der Rückstellung zur Ausführung der Reparaturen überwachen. Wenn durch Unterlassung der notwendigen Reparaturen der Wert eines Gegenstandes vermindert ist, kann dem nur durch Einsetzung des gemeinen Wertes Rechnung getragen werden. für die Hälfte Etikettpreises! fertig gefalzt in einer Stunde geliefert, unter der Aufsicht und Mitwirkung von wenigen Menschen. Diese Zahlen sind nicht nur technisch wichtig. Sie künden einen kulturellen Fortschritt von ungeahntem Ausmaß. Schuf der Druck einst nur wenige Bücher, die Besitz weniger bleiben mußten, so ver- mag er heute um billiges Geld Buch und Zeitung jedem zugänglich zu machen. Diesen Fortschritt aber danken wir in erster Linie Friedrich König, an dessen Namen wir uns an seinem 100. Todestag dankbar erinnern. Kerne steuerfreien Rückstellungen für erforderliche Reparaturen. In dem vom Wirtschaftsprüfer und Steuersyndikus Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 2) lesen wir: . , Es ist ein Fundamentalsatz des Steuerrechts, daß Rückstellungen für künftige Ausgaben nicht steuerfrei sind (Urteil des Reichsfinanzhofs I A 280 29 im Reichssteuerblatt 1929 S. 612). Eine Rückstellung für eine zwar sicher bevorstehende, aber erst in ein ablehnend verhalten hatte, vor dem Wert der Erfindung und er bestellte als erster zwei Doppelmaschinen. Sie vermochten 1100 Drucke in der Stunde zu liefern, und später wurde ihre Leistung auf 2000 Drucke pro Stunde gesteigert. Damit war der Bann gebrochen. 1818 konnte König nach Deutschland zurückkehren, nachdem sich- in England unliebsame Patentstreitigkeiten eraeben hatten. Mit dem Freund und Gehilfen Andreas Friedrich Bau er richtete er unter vielen Mühen eine Schnellpressenfabrik in Kloster Altzelle zu Würzburg ein. Nach mancher Enttäuschung erlebte er bann von hier aus die weite Verbreitung seiner Maschine über alle Länder der Erde. Die Maschine dieses genialen Erfinders ist späterhin mehr und mehr verbessert und ihre Leistung quantitativ und qualitativ ins Wunderbare gesteigert worden. Viele hunderttausend Bogen vermag heute eine kombinierte Rotationsmaschine am Tage zu liefern. Hatte im Jahre 1830 die „Kölnische Zeitung" für die Herstellung ihrer Auflage von 3300 Exemplaren auf vielen Pressen 12 Stunden gebraucht, so werden heute Auflagen von 100 000 Exemplaren einer acht- bis achtzehnseitigen Zeitung mit Innenspiegel. Waschtisch mit weiß. Marmor, 2 Betten, 2 Nachtschränke mit Glasplatten. 2 Stühle, — — — 2 dreiteih Kapokmatr. tfl|l mit Keil, 2 Schoner, Z| jllj UnrV 2 Patentrahmen .... UW W HIHI A Donnerstag, den 19. Januar 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 402D 1 Nähmaschine, 1 Radioanlage, 2 Diwans, 2 Kühlschränke, 2 Klaviere, 1 Ne- gistraturschrank, 2 Warenjchränke, 3 Schreibmaschinen, 5 Vertikos, 3 Tische, 4 Sofas, 75 Weinbücher, 1 Persorier- und Rillmaschine, 1 Hobelbank, 7 Büfetts, 4 Schreibtische, 3 Sessel, 1 Tru- meauspiegel, 1 Kristallüster, 1 Wanduhr, 2 Grammophone, 1 Lederwalze, 1 Steppmaschine, 1 Kommode, 2 Klei- derjchränke, 1 Flascheneinweichbecken, 2 Schweine, 1 Wäscheschrank, 1 Vitrine, 1 Spiegel, 1 Waschtisch 1 Chaiselongue, 1 Ständerlampe, 1 Teppich, 1 Bohrmaschine, 1 Motorrad. Ferner bestimmt: 1 Schnellwaage. 2Nöll, Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 — Telephon 3239 Wettervoraussage. Das nordöstliche Hochdruckgebiet hat sich erneut gekräftigt und läßt seine Kaltluftmassen weiterhin bis nach Deutschland hin strömen, was eine Fortdauer des strengen Frostes bewerkstelligt. Trotz fortgesetzter Störungstätigkeit im Westen vermag die Ozeanluft sich auf dem Festlande nicht durchzusetzen, so daß vorerst bei uns keine Schneefälle, oder nur in ganz geringen Mengen zustande kommen. Aussichten für Donnerstag: Anhaltender Frost und nur vorübergehend leichte Abschwächung, dunstig und bewölkt mit Aufklaren, meist trocken. Aussichten für Freitag: Keine wesentliche Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 17. Januar: mittags + 0,9 Grad Celsius, abends —0,7 Grad; am 18. Januar: morgens —8,1 Grad. Maximum 1 Grad, Minimum — 9,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Januar: abends —0,5 Grad; am 18. Januar: morgens —1,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1/io Stunde. w • machen wir—offjn und ehrlich gesagt — Inventur-Verkauf!—Platz und Geld — das ist unsere Devise! 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Das mit 00 geschlagene Holz wird nicht versteigert. Vorherige Besichtigung wird empfohlen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Londorf, den 16. Januar 1933. Hessisches Forstamt Rabenau. Holzversteigerung aus dem Schutzforst Ampel der Dr. C. Wagner Erben Donnerstag, den 26. Januar 1933, vormittags 10 Uhr, im Saale des Heinrich Lang, Rüddingshausen. Es werden versteigert: Stämme: Eiche, Kl. 2 = 2,02 km, Kl. 3 - 1,80 fm; Nußscheitec: Eiche (Wagnerholz) 3 m lang 10 rm, 1,50 m lang 4 rm; Ruhrnüppel: Eiche (Gartenpfosten) 19 rm, (Weidepfähle) 3 rm, Fichte. 3 m lang 2 rm; Scheiter rm: Buche 280. Eiche 16, Fichte 12; Knüppel rm: Buche 300, Hainbuche 6, Eiche 25, Linde 3, Erle 4, Kiefer 9, Fichte 14; Reisig rm; Buche Heklauiclim sucht noch Arbeit. Gest. Schr. Ang. u. 0371 a.d. G.A. erb. Hauslochl. sucht Siel!. Steno u. Schreib- rnasch., Nähk. Schr. Augeb. unter 0361 an d. G. Anz. lelieres Fräulein Ans. 40, sucht Stellung als Alleinmädchen, Köchin oder Wirtschafterin. 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