Nr. 245 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 1?.Oktober (955 MerIeier der deutschenlugend auf derWariburg KW MÄ Aus Anlaß des bevorstehenden 450. Geburtstages Martin Luthers versammelten sich Tausende aus den Reihen der deutschen evangelischen Jugend auf der Wartburg, um dort an der historischen Stätte des großen Reformators zu gedenken. — Links: Festlich wehen die Fahnen vom Turm der Wartburg. Rechts: Reichsbischof Müller bei seiner Ansprache. Deutsches Heldentum in der Wissenschaft. Gefährliche Experimente am eigenen Körper. Von Dr. H. Woltereck. Der deutsche Mensch ist zu allen Zeiten im besonderen Maße zu heroischen heldenhaften Leistungen besonders befähigt gerne» fen: er war von jeher bereit, das eigene Leben gering zu achten, wenn der Dienst an einer großen Idee es erforderte. Dieser deutsche Heroismus zeigt sich in vielerlei Formen — und nicht der geringsten von ihnen begegnen wir auf dem Gebiete der Wissenschaft, die mitunter von ihren Dienern ebenso den Einsatz von Gesundheit und Leben erfordert, wie das von Soldaten im Felde verlangt wird. Gerade deutsche Wissenschaftler haben oft genug entscheidend wichtige Entdeckungen auf ihrem Gebiet nur dadurch erreichen können, daß sie bedenkenlos am eigenen Körper Experimente ausführten, die Urnen zwar unter Umständen das Leben kosten konnten, die aber trotzdem notwendig waren, weil keine andere Lösungsmöglichkeit des untersuchten Problems zur Verfügung stand. Gewiß spielt in der modernen Medizin der Tierversuch eine wesentliche Rolle, und in vielen Fällen genügt er auch durchaus, um für die spätere Anwendung am Menschen alle Gefahren auszuschalten. Aber das ist nicht immer so. Häufig eignen sich die Tiere schlecht oder gar nicht zu der betreffenden Untersuchung (denken wir z. B. an die mit den menschlichen Sinnesempfindungen zusammenhängenden Fragen), oft bleibt auch die Uebertra- gung der im Tierversuch gewonnenen Erfahrungen auf den Menschen noch immer unsicher und gefahrvoll. So bleibt oft genug nur der Selbstver - such am eigenen Körper übrig, da der Forscher andere Menschen natürlich nicht gefährden will und darf. Oer Kampf gegen den Schmerz. Wir finden es heute ganz selbstverständlich, daß jede größere Operation unter Narkose, d. h. ch m e r z f r e i, vorgenommen wird. Aber noch vor einigen Jahrzehnten mußten die Patienten die größten Operationen bei vollem Bewußtsein ertragen, weil man geeignete Mittel zur Schrner^linde- rung noch nicht kannte. Die gewaltigen Fortschritte auf diesem Gebiet, die inzwischen der Menschheit die Wohltat der schmerzfreien Operation brachten, wurde wiederum nur daourch ermöglicht, daß mutige Forscher am eigenen Leibe die keineswegs un» Ins Theater durch die Deutsche Bühne gefährlichen Experimente mit den verschiedenen Betäubungsmitteln durchführten. Einen wichtigen Abschnitt in dem Kampfe der Wissenschaft bildet der denkwürdige Massen-Selbstversuch der deutschen Aerzte in Paris vom Jahre 1847. Damals war gerade bekannt geworden, daß sich durch Einatmung von Aether Betäubung erreichen läßt, man wußte aber fast nichts darüber, ob dieses neue Narkoseverfahren für die Patienten schädlich oder gar lebensgefährlich werden könnte — über Dosierung, Dauer der Aether-Einatmung usw. lagen natürlich keinerlei Erfahrungen vor. In dieser Situation beschloß am 15. Januar 1847 der Verein der deutschen Aerzte in Paris, die außerordentlich wichtige Frage der Schädlichkeit oder Unschädlichkeit des Aethers durch ein heroisches Massen-Experiment festzustellen: 19 jüngere Mitglieder des Vereins atmeten Aether ein und ließen sich während der Betäubung von ihren älteren Kollegen auf alle in Betracht kommenden Einzelheiten (Pulszahl, Empfind- Volkskunst und Handwerk. Von Dr. August Hoff. Bis zum Ausgang des Mittelalters ist eine Trennung in Volkskunst und „hohe" Kunst, die immer durch sehr bewegliche Grenzen geschieden sind, mehr als zweifelhaft. Architekten, Maler, Bildhauer, Goldschmied, Glasmaler, kurz Werkleute aller Art einten sich am gleichen Werk des Gotteshauses aus gleicher innerer Anschauung sind daher auch in gemeinsamem Formgeist. Wie ein jeder fein Tun ein= formt in die Ganzheit des großen Werkes, so selbstverständlich ordnet er fein religiöses Eigenleben ein in den geistigen Lebensraum der Kirche und sein persönliches Sein in die volkhafte Ganzheit der Gesellschaft. Künstler und Handwerker sind nicht verschiedene und verschieden bewertete Berufe. Sie alle gestalten, schaffen aus dem Volke und für das Volk. Im geformten Werk des einzelnen lebt Tiefe und Fülle, Innigkeit und Innerlichkeit, Phantasie und Humor der Volksseele mit. Erst weltanschauliche Unterschiede und soziale Wandlungen trennen in der Renaissance Künstler und Handwerker, Entwurf und Ausführung, geistige Gestaltungskraft und Fertigkeit der Hände. Gegenüber der dünnen Bildungsoberschicht erhält sich in der bäuerlichen ober kleinbürgerlichen Kultur des Volkes viel altes Geisteserbe und daher ein Formwille, der dem mittelalterlichen in gerader Linie entspringt. Wo das Handwerk sich eigenständigen Formwillen bewahrt, wo es die Anregungen der Zeitkunst selbständig verarbeitet, wo die urwüchsige Phantt ie und Derbheit, die Tiefe und der Humor des Volkes in Form und Gehalt des Werkes Ausdruck findet, nur da reden wir von Volkskunst. Weit war der Bereich der Volkskunst gezogen und umfaßte fast alle Handwerkszweige, Dorfkirchen und Bauernhäuser, Trachten und Stoffe, Möbel und Schnitzgeräte, Schmiedeeisen und Schmuck, Steinzeug und Töperware, Kabinettscheibe und Hinterglasbild, Wachsgüsse und Bockwerk, Stickerei und Spitzen, Glasbläserei und Spielzeug, kurz alle Arten gestaltender Arbeit standen der Volkskunst frei. Handwerkliche Einfachheit ist immer ihr Kenn- zeichen und ihr Vorzug. Die neuere Forschung über Volkskunst sucht nicht nur die landwirtschaftlichen und stammesmaßigen Eigentümlichkeiten etwa der rheinischen, westfalischen oder bayerischen Volkskunst zu umreißen, sie geht auch den Mundarten etwa der Schnitzmöbel oder der Keramik am Niederrhein nach und jetzt sie in Beziehung zu anderen Lebensäußerungen des Volkes, etwa der Sprache. Die Forschung setzte natürlich auch auf diesem Gebiete erst ein, als an der Jahrhundertwende ein neuer Aufbruch in der ge» stattenden Arbeit, in der Architektur, dem Kunsthandwerk und der bildenden Kunst, einen Geist lebendig werden ließ, der sich der Gestaltungskraft alter Volkskunst verwandt fühlte. Nicht Industrialisierung und Maschine, Massenerzeugung und Serienerzeugnis brachten diese handwerklich begründete Volkskunst zum Erliegen. So meint es eine materialistische Geschichtsauffassung. Die volkskünstlerische Gestaltungskraft war schon dahin, als dieser Erzeugungswandel stark einsetzte. Das Volk fühlte sich dem neuen bürgerlichen Bildungsideal verpflichtet. Der soziale Strukturwandel um 1800 wertete die bäuerlichen und handwerklichen Schichten um, die tue Volkskunst bis dahin getragen hatten. Kümmerlich und bedeutungslos lebt die Volkskunst im spateren 19. Jahrhundert dahin. Als sich um die Jahrhundertwende neue Strukturen und Kräfte regten, die der Architektur und dem Handwerk neuen Antrieb gaben, lag zunächst Planung, Entwurf, Formgebung nur beim ä ü n ft ( e r. Erst langsam konnte die Formkrast des Handwerks erstarken. Was.geschichtlich war, kehrt in der gleichen Form nie wieder. Alte Trachten und andere Volkskunstformen wieder zu verwenden, wäre Maskerade und falsche Romantik. Solche Versuche scheitern sehr bald. Bestrebungen dieser Art führen zu seichter Auswahl und lenken von der schöpferischen Aufgabe ab: 3m ®elfte des Alten das Neue gestalten. Für diese heutige Neuformung aber kann nur d er lebenötge Kräfte aus der Versenkung in das alte Volksgut gewinnen, der begreift, aus welch geistig-seelischen Grundlagen die alte Volkskunst erwuchs, der das geheime Leben hinter und in den Formen erahnt. Freilich sind Rohstoffe, Arbeitsgebrauche und Werkvorgänge wie früher wesentlich gleich geblieben beim Töpfer, Weber, Schmied, Tischler oder wer sonst volkskünstlerische Dinge schuf. Aber die .g e 1 - stigen Voraussetzungen des Schaffens sind ganz andere geworden. Es fehlt jede Tradition ornamentaler Zeichen, deren tiefere Bedeutung noch geahnt wäre. Es fehlt der Gehalt an kindlicher Gläubigkeit. Bis in die letzten Winkel der Bauern- ftube ist die geistige Säkularisation aller Lebensbezirke vorgedrungen. m , Einst hatte jedes gestattete Werk von Menschen- Hand ein kultisches Gepräge. Das Handwerk entwuchs einer gläubigen Seele. Das kleine Dorf- kirchlein verband Himmel und Erde. In Haus- lichkeit usw.) kontrollieren. Das groß angelegte Experiment gelang vollkommen, Denn es wurden keine schädlichen Wirkungen des Aethers festge- ftellt. Damit war der Siegeszug des Aether-Nar- koseverfahrens gesichert, im Kampf gegen den Schmerz war ein entscheidender Sieg erfochten. In diesem Zusammenhang verdienen auch die Selbstversuche erwähnt zu werden, die der berühmte deutsche Chirurg Professor Bier und sein Assistent Dr. Hildebrandt angeftellt haben, um bas Problem der Rückenmarksbetäubung — der in der modernen Medizin eine wichtige Rolle spielt — zu klären. Bei diesem Verfahren wird ein Betäubungsmittel in die Rückenmarksflüssigkeit eingespritzt und dadurch das Schmerzgefühl in den betroffenen Körperregionen für eine gewisse Zeit ausgeschattet. Um die Wirkung der neuen Methode zu erproben, ließ sich Professor Bier zunächst von seinem Assistenten Kokain in die Rückenmarksfttissigkeit einspritzen und nahm später den gleichen Gingriff bei seinem Helfer vor. Bei Professor Bier mißglückte die Betäubung ziemlich, bei seinem Assistenten gelang sie dagegen sehr gut, und es trat eine fast oollrom- mene Sch m e r z l 0 s i g k e i t ein. Der Selbstversuch hatte für die beiden mutigen Forscher zunächst einige recht unangenehme Folgen, namentlich Dr. Hildebrandt hatte wochenlang unter körperlichen Schwächezuständen, Kopfschmerzen usw. zu leiden, die sich aber schließlich vollkommen verloren. Dieses keineswegs ungesährliche Experiment war eine wichtige Grundlage zum weiteren Ausbau der Rückenmarksbetäubung, die heute bei zahllosen Operationen erfolgreich angewendet wird. Der Mann, der die Cholera-Bazillen verschluckte. Wohl der heroischste Selbstversuch, der in der Geschichte der Wissenschaft überhaupt verzeichnet steht, wurde am 12. November 1892 von dem berühmten Begründer der experimentellen Hygiene, Professor Max Pettenkofer, vorgenommen. Ihn festzustellen, ob Cholera-Bazillen unter allen Umständen ober nur unter bestimmten Voraussetzungen giftig sind, ließ sich Pettenkofer eine frische Kultur von diesen höchst gefährlichen Bakterien schicken — und schluckte eine Menge von Bazillen auf einmal hinunter, die genügt hätte, um 500 Menschen gleichzeitig zu vergiften! Sein heroisches Experiment gelang, Pettenkofer blieb gesund und bewies damit, Münchens großer Tag der denischen Kunst. Bilder aus dem großen Festzug. Oben: Das Modell des neuen Hauses der deutschen Kunst. Unten: Das Standbilld der Pallas Athene. - MMN - sprächen, in Schnitzwerk, in Malerei der Giebelwände in Bayern, in Zeichen und Bräuchen wird auch das Wohnhaus geweiht. In den Schnitzmöbeln des Nordens und Westens, in den gemalten Schränken und Schachteln des Südens, im Dekor von ke- römischen Arbeiten, in den geschnitzten Dachformen und in vielen anderen Erzeugnissen leben magische Zeichen einer grauen Vorzeit fort. Die geahnte tiefere Bedeutung bewahrt die volkstümliche Ornamentik vor der Verflachung ins Modische, ins Nur- Dekorative. Symbole und Zeichen sind noch nicht entleert. Sie geben auch den Dingen des Alltags Weihe und Bedeutung, setzen das Vergängliche in Sinnzusammenhang mit dem Ewigen. Auch Wappen und vaterländische Symbole sind noch lebendig. Typisch wird das Wohnhaus gestaltet für den lange gleichbleibenden Wohnanspruch, für das bodenständige Material, aus dem Landschaftscharakter und der Art der Bewohner. Ebenso typisch aus den verschiedenen Komponenten ist die Form der Möbel, Geräte, Geschirre, Gewänder der bäuerlichen Kultur gewachsen. Der Wert dieser handwerklich volkstümlichen Erzeugnisse wird nicht davon bestimmt, ob ihr Erzeuger in Zünften und Innungen oder in Bruderschaften zusammengeschlossen waren oder ob sie sie in Mußestunden neben der landwirtschaftlichen Berufsausübung verfertigten. Sonderlinge bastelten wohl manches Werk in der Freizeit. Solche gibt es auch heute noch hier und da. Aber sie werden keine Volkskunst auf breiter Grundlage mehr erzeugen können. Wie die alte Volkskunk der Anfchauungswett der damaligen Bevölkerung entsprach, ihren inneren Vorstellungen und ihrem Nutzungsanspruch, so muß auch die heutige Handwerksgestattung gehorsam den inneren und äußeren Notwendigkeiten der Zeit sein. Den neuen Lebensgewohnheiten müssen ihre Erzeugnisse wahrhaft dienen. In ihrer reinen Form und nicht in der Verzierung muß ihre Wertigkeit beruhen. Ihr Abnehmerkreis sind die breiten Schichten des Bürgertums. Form und Behandlung der Werke muß gegenüber der alten bäuerlichen Volkskunst gepflegter und verfeinerter fein. Auf manchen Gebieten solcher Handwerksgestal- tung sehen wir in den letzten Jahrzehnten einen ibellen und materiellen Aufstieg: man denke nur an Keramik, Weberei, Glasveredlung, Goldschmiedearbeiten, Möbel und anderes. Wo die gestaltende Hand der Maschine sich förmlich überlegen zeigt, kommt sie auch wirtschaftlich zu ihrem Recht. In der Erneuerung kirchlicher Kunst wird das kultische Gefühl auch der handwerklichen Gestaltung aufgerufen. Symbolisches Denken, das einst die Volkskunst beseelte, keimt hier wieder aus und muß allmählich die verderbliche Massenware der Devotionalienfabriken verdrängen. Die politische Symbolbildung der nationalen Eerneuerung muß ebenso die Gestaltung durch das Handwerk von innen her erfassen. ’ßolfstunft’tann nicht befohlen wer- den, sie muß aus der Tiefe wachsen. Die handwerklichen Grundlagen können gelehrt und gepflegt werden in Meisterlehre und Schule. Die Gestaltungskraft des Handwerks kann angeregt und entwickelt werden, nur fo weit ihre innere Grundlage vorhanden ist. Daran aber schafft das ganze Volk mit feinem Hoffen und Sehnen, feinem Glauben und Wollen, feinem inneren Schauen und Erkennen! „Liebe muß verstanden sein!" Die in diesem Film-Titel niedergelegte, schwer bestreitbare Maxime wird in einem Ufa-Lustspiel, das seit gestern im Lichtspielhaus zu sehen ist, auf eine ebenso ungewöhnliche wie verwirrende Weise bekräftigt. Es beginnt mit einem vor Bankschluß auf der Straße verlorenen Geldschein und endet mit der traditionellen Großaufnahme eines glücklichen Paares. Dazwischen ereignen sich die sonderbarsten Zwischenfälle im Hotelzimmer, im Tanzsaal und auf der Polizeiwache. Das schon in der ausgehenden Romantik auftauchende Automatenmotiv wird mit Hilfe der modernen Technik zu neuem Leben erweckt, und das gestohlene Herz, das gegen Ende der mit überraschenden Zwischenfällen gesegneten Handlung die entscheidende Rolle spielt, gehört verblüffenderweise einer überlebensgroßen Puppe, einer tanzenden und singenden Marionette. Das Ganze hat sich Herbert I u 11 k e ausgedacht, Willi Kollo musikalisch untermalt, Hans Steinh 0 ff in munterem Tempo und mit viel Sinn für heitere Situationen in Szene gefetzt. Rose B a r s 0 n y spielt mit grotesker Beweglichkeit, etwa im Stil der Anny Ondra, die Hauptrolle: ihr Partner ist Georg Alexander, der diesmal wieder ganz im gewohnten Fahrwasser schwimmt und alle falsche Schüchternheit von sich getan hat. Hilde Hildebrandt und Wolf A l b a ch-R e 11 y als intrigante Gegenspieler: G ü l ft 0 r f f, S a b 0 , Sima, Theo Lingen und Käte Haack runden das vergnügte Ensemble ab. — Im Beiprogramm! die neue Wochenschau, interessante Ausnahmen aus der Geschichte der deutschen Fliegerei und ein Vor- spann zum „Hitlerjungen Ouex", der am Donnerstag hier in Gießen erscheinen wird. 1 ( i r c 1) f( li u m B rr daß zum Zustandekommen der Erkrankung nicht nur die Dazillen, sondern auch eine gewisse Disposition des Körpers notwendig sind. Diese Erkenntnis wurde dann für die weitere Erforschung der Bekampfunasmaßnohmen gegen die furchtbare Seuche von größter Wichtigkeit, wenn auch Petten- kosers eigene Theorie über die Cholera sich nicht aufrechterhalten ließ. Die Worte, die er vor dem entscheidenden Experiment äußerte, sind wert, hier wiedergegeben werden, denn sie drucken deutlich die heroische Einstellung gerade des deutschen Forschers aus: „Selbst wenn ich mich täuschte und der Versuch lebensgefährlich wäre, würde ich dem Tobe ruhig ins Äuge sehen, denn es wäre kein leichtsinniger oder feiger Selbstmord, ich stürbe im Dienste der Wissenschaft wie ein Soldat auf dem Felde der Ehre. Gesundheit und Leben sind allerdings sehr hohe irdische Güter, aber doch nicht die höchsten für den Menschen. Der Mensch, der höher stehen will als das Tier, muß bereit sein, auch Leben und Gesundheit für höhere ideale Güter zu opfern.' Opfer der Strahlenforfchung Da» Gebiet, auf dem die Wissenschaft vom De- f|inn an nur unter Opfern und rücksichtslosem Einehen von Leben und Gesundheit der Forscher vorwärts kommen konnte, ist das der Str ah- lungsforschung. Die moderne Medizin wäre ohne die Ergebnisse dieser »rbetten gar nicht denk- bar; wir brauchen z. D. nur an die Röntgenstrahlen und die Anwendung des Radiums bei der Krebsbekämpfung zu denken. Aber gerade die Röntgenstrahlen und das Radium haben namentlich im Anfang, als man die Wirkungen der Strahlung noch nicht genau abfchätzen und regulieren konnte, bei zahlreichen Forschern schwere darunter tödliche Erkrankungen verursacht. Heute vermögen wir uns gegen Strahlungsschäden besser als früher zu schützen, aber trotzdem sind auch jetzt noch derartige Arbeiten nicht ungefährlich, und Radium- oder Röntgenschädigungen bei den auf diesem Gebiet tätigen Forschern sind keineswegs selten. So starb im Jahre 1931 der bekannte Wiener Röntgenologe Professor Holzknecht an den Folgen einer Röntgenoerbrennung, und erst vor kurzem fand der Grazer Radiologe Prof. Dautwitz infolge einer schweren Radiumschädiguna ein tragisches Ende. Die Aerzte hatten versucht, Dautwitz durch eine ganze Reihe von Operationen an den erkrankten Körperteilen zu retten, ihre Bemühungen blieben aber erfolglos. Trotz dieser Gefahren arbeitet die Wissenschaft weiter auf diesem und auf anderen ebenso gefährlichen Forschungsgebieten. Stille Helden kämpfen den er- oittertsten Kampf der Menschheit, den Kampf gegen ihren größten Feind: die Krankheit. Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im September. Die Einfuhr betrug Im September 337 Millionen Mark. Gegenüber dem Vormonat ist sie somit um rund 10 Millionen Mark, d. h. nicht ganz 3 v. H., zurückgegangen. Mengenmäßig beträgt die Verminderung sogar fast 5 v. H. Der gewogene Durchschnittswert der Gesamteinfuhr hat sich hauptsächlich infolge jahreszeitlicher Preissteigerungen bei einigen Lebensmittelgruppen um 2 v. H. erhöht. Rach der Saisontendenz war mit einem Rückgang der Einfuhr in diesem Umfang von August zu September nicht zu rechnen. Die Ausfuhr ist von 413 Mill. Mark im August auf 432 Mill. Mark im September, d. h. um fast 5 v. H., gestiegen. Mengenmäßig ist die Zunahme eher noch etwa größer, da der Ausfuhrdurchschnittswert weiter gesunken ist. Die Zunahme der Ausfuhr im September ist damit etwas stärker als im Durchschnitt der früheren Jahre. Dabei ist zu berücksichtigen, daß diesmal der Export nach Rußland, der (m Vormonat stark erhöht war, erheblich abgenommen hat. Ohne das Rußlandgeschäft ergibt sich für die Ausfuhr eine Steigerung um fast 8 v. H. Im ganzen hat sich hiernach also auch im September die Saisontendenz voll durchsetzen können. ' Die Handelsbilanz schließt im September mit einem Ausfuhrüberschuß von 95 Mill. Mark gegen 66 Mill. Mark im Vormonat ab. Auch der Ausfuhrüberschuß im September 1932 wird durch das Septemberergebnis dieses Jahres um rund 12 Mill. Mark übertroffen. Dagegen bleibt das (Ergebnis für die ersten neun Monate des laufenden Iah- res mit 477 Mill. Mark noch erheblich hinter dem Ausfuhrüberschuß in der gleichen Zeit des Dorjah. res, der 847 Mill. Mark Betrug, zurück. Frankfurter Börse. Mittagsbörse. Ruhig und schwächer. Frankfurt a.M., 16. Okt. Die Börse hatte heute zum erstenmal Gelegenheit, zu der am Samstag neu- geschaffenen politischen Lage Stellung zu nehmen./ Man kann sogen, daß sich Die Effektenmärkte angesichts der schwerwiegenden Ereignisse zunächst überraschend widerstandsfähig zeigten. Natürlich verhielt man sich großenteils abwartend, und die Nachfrage wies nur geringen Umfang auf. Immerhin wirkte sich die Reichskanzlerrede und der darin erneut betonte Friedenswille der Regierung dahin aus, daß keine nennenswerte Beunruhigung Platz griff Wenn die Kurse überwiegend schwächer lagen, so dürfte dies einwandfrei mit dem Geldbedürfnis der Spekulation zusammenhängen, die noch von der vorigen Woche her größere Materialbestände liegen hatte, und deren Abgaben auf eine heute naturgemäß geringe Unter- nehmungsluft stießen. Die ersten Kurse lagen bei sehr kleinem Geschäft im allgemeinen nur wenig unter Samstagniveau, was die Spekulation zu größeren Realisationen veranlaßte, die nun ihrerseits aber einen weiteren Rück- flang der Kurse zur Folge hatten. Die Durchschnitts- Verluste beliefen sich auf etwa 1,5 bis 2 v. H. Stär- ter rückläufig waren Eonti Gummi (4,5 v H), Schlickert (3,25 v H ), Harpener (3 v. H.) und Stahl- verein (2,75 0.5) ). Buderus wurden mit Minus- Zeichen angeschrieben, und kamen schließlich mit 61,5 um 5v. H. niedriger zur Notiz. Der (Tbemlemarft Leigte sich verhältnismäßig widerstandsfähig, die Spezialw'rte waren hier um etwa 1 o. H. gedrückt. Reichsbank gaben 1,25 o. H., Hapag und Norddeutscher Lloyd Je 1 v. H. nach. Ziemlich behauptet eröffneten Gement Heidelberg, Zellstoff Waldhof, AEG. und Bemberg. Bel fast vollkommener Stagnation gaben die Kurse im Verlaufe meist noch von etwa 0,5 bis lo. 5). nach. Mehr gedrückt waren Schlickert (2,25 o. H.), Siemens (2 v. H ), ferner tarnen Bekula 2,5 0.5)., Kali Westeregeln 4,5 o. H. und Lahmeyer 3 v. H. niedriger zur Notiz. Gegen Schluß der Börse machte sich etwas Rückkaufsneigung geltend, IG.-Farben etwa plus 0,5 v. H. und Schlickert ebenfalls plus 0,5 v. H. Der Kassamarkt lag sehr still und überwiegend etwas schwächer. Größere Veränderungen traten jedoch nicht ein. Am Rentenmarkt eröffneten Altbesitz 1 o. H., Neubesitz 60 Pf., späte Reichsschuldbuchforderungen zunächst nur 0,25 o. H., später aber nochmals 0,5 0.5). niedriger. Bel Industrie-Obligationen beliefen sich die Rückgänge auf etwa 2 v. H., etwas mehr Stahloerein-Bonds (minus 2,75 o. H.). Staats- und Länderanleihen bröckelten etwa 0,5 bis 0,75 v. H. ab. Am Pfandbriefmarkt beobachtete man gute Kurspflege, so daß kleines Angebot nur wenig Kursdruck für Goldpfandbriefe (etwa 0,5 bis 1 o. H.) oerursachte. Einzelne Liquidationspfandbriefe und Kom- munal-Obligationen, besonders Frankfurter, waren jedoch etwas stärker rückläufig, letztere bis 2 o. H. Stadtanleihen waren angeboten und größtenteils gestrichen, die Rückgänge betrugen etwa 1,5 bis 2 o. H. Don Auslandsrenten lagen Schweizer Werte weiter etwas fester. Tagesgeld war zu 3,25 o H. unverändert, Exportvaluta mit 20 v. 5). (19) gesucht. Abendbörse: sehr ruhig. An der Abendbörse blieb das Geschäft weiter sehr ruhig. Don der Kundschaft lagen in verschiedenen Spezialwerten einige Derkaufsorders voi7 so daß gegenüber dem Berliner Schluß meist weitere leichte Abschwächungen zu beobachten waren. IG. Farben kamen lange nach Börsenbeginn noch nicht Zur Notiz, die Taxe stellte sich auf 117,25 v. 5). (—0,75 v. H). Am Rentenmarkt standen besonders Altbesitzanleihe unter Druck und gaben um 0,50 o. 5). nach. Dagegen vermochten sich Neubesitzanleihe au behaupten. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 86,25 v. H. niedriger. Goldpfandbriefe und dergleichen waren gegen den Mittagsverkehr unverändert während in Stadtanleihen eher noch Abgabeneigung vorhanden war. Im Verlaufe hielt die Zurückhaltung weitgehend an, doch waren die Kurse gehalten. Etwas Nachfrage zeigte sich gegen Schluß der Börse nach deutschen Anleihen. U. a. notierten: Neubesihanleihe 11,60 bis 11,65, Altbesitzanleihe 76,25, Schutzgebietsanleihe alle 7,55, 6 v. H. Frankfurter Hypotheken- Bank Goldpfandbriefe R 8 bis 10 87, 5,5 v. 5). do. Liquidation 85,5, 6 v. H. do. Gold-Komm. 78.75, 6 v. 5). Preußische Landespsandbriefe Anst. Bln., R 19 88, 6 0.5). do. Gold-Komm. R 20 81,25, Reichsbank 145,75, Reichsbahn-BA. 99,25, Bud-rns 61.5, Harpener 78, Klöckner 51, Stahloerein 30.75, AEG. 17,75, Bekula 116,5, (Tonfi Gummi 127.5, Daimler 26,5, Licht & Kraft 87, IG. Farben 117,25 frankfurter lnuarkt Frankfurt a. TI, 16. Okt. Auftrieb: Rinder 1442 (gegen 1060 am letzten Montaasmarkt), bar- unter 470 Ochsen, 96 Bullen. 460 Kühe und 416 Färsen. Kr'ber 391 (489), Schafe 172 (96) und Schweine 4025 (3958). Notiert wurde für ein Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 30 bis 32, a2) 26 bis 29, h) 22 d's 25. Dullen a) 27 bis 30, b) 23 bis 26. Kühe a) 25 bis 29, b) 21 bis 24, c) 17 bis 20, d) 13 bl» 16. Färsen a) 30 bis 33, b) 27 bis 29, c) 22 bis 26. Kälber a) 36 bis 40, b) 30 bis 35, c) 25 bis 29, d) 20 bis 24. Schake e) beste Schafe 26 bis 28, f). mittlere 22 bis 25 g) geringe 18 bis 21. Schweine a) —, b) 50 bis 53, c) 48 bis 52, d) 46 bis 51, e), f) und g) gestrichen. Im Preisvergleich zum letzten Monlagsmorkt blie- ben Rinder, Kälber und Schweine ziemlich unverändert, Schafe zogen eine Mark an. Marktverlauf: Rinder rege, nahezu ausverkauft. Kälber ruhig, Schafe rege, geräumt. Schweine langsam, geringer Ueberftanb. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 671 Viertel Rindfleisch, 22 ganze Kälber, 16 ganze Schafe und 274 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in RM.: Ochsen- und Rind- fleisch I 52 bis 55, II 46 bis 52. Bullenfleisch 46 bis 52. Kuhfleisch II 36 bis 42, III 25 bis 32. Kalb- fleisch II 62 bis 70. Hammelfleisch 60 bis 65. Schweinefleisch I 65 bis 70. Geschäftsgang: lebhaft. frankfurter b>c. rciöcburic. Frankfurt a. Tt, 16. Okt. Die Getreidebörse rotes etwas festere Grundstimmung auf, das ®e- fdjäft blieb jedoch sehr Nein und die Preise zeigten gegenüber der Vorwoche keine nennenswerte Veränderung. Futterartikel lagen z. T. etwas fester. Es notierten in Mark (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm Frachtparität Frankfurt a. M.): Weizen 194, Roggen 161 bis 162, Braugerste 182,50 bis 185, Hafer 137,50, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 28,75 bis 29,50, do. ohne Aus- tauschweizen 27,25 bis 28, Roggenmehl 0 bis 60- proz. 22,75 bis 23,25, do. fübb. Spez. 0 23,75, Weizenkleie 8,85, Roggenkleie 8,60, Soyafchrok mit Monopolzuschlag (m. M.) 14,40 bis 14,60, Palm- kuchen 14,05 bis 14,20, Erdnuhkuchen 16,15 bis 16,30 (beides m. TL), Treber 15,50, Heu 5,80 bis 6, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2 bis 2,25, do. gebündelt 1,60 bis 2. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,25 Mark (in der Dor- woche 2,15 bis 2,20) per 50 Kilogramm bei Wag- gonbezug. Das Geschäft war etwas lebhafter. Mannheimer (Getreidebörse Mannheim, 16. Okt. Weizen (inländischer, gut gesund und trocken, 76'77 kg) 19,70 bis 19,80 Mark, Festpreis per Oktober Bezirk 9 18.80, Bezirk 10 19, Bezirk 11 19,30; Roggen (süddeuticher, frei Berlin) 16,25 bis 16,60, Festpreis per Öftober Bezirk 9 15,80, Bezirk 8 15,50; Hafer (inländischer) 14,25; Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19,50; Gerste (Pfälzer) 19 bis 20,50; Buttergerste 16,50; Mais gelber, mit Sack) 18,50; ojaschrot (Mannheimer Fabrikat, prompt) 14 50; Biertreber (mit Sack) 16 bis 16,50; Trocken- fdjniöel (ob Fabrik) 8,75; Erdnußkuchen (prompt) 16; Wiesenheu (loses) 5,80 bis 6, Rotkleeheu 6; Luzernkleeheu 7,50 bis 8; Stroh: Preßstroh Roggen- Weizen 2, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; geb. Stroh: Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0 mit Austauschweizen) per Oktober 29,25, per November 29,40, per Dezember 29,55; Weizenmehl (mit Inlandweizen, alte Ernte) per Oktober 27,75, per November 27,90, per Dezember 28,05; Roggenmehl (60 bis 70 v. H. Aus- Mahlung) 22 bis 23; Roggenmehl (Pfälzer und süd- deutsches) 22,75 bis 23,75; Weizenkleie (feine, mit Sack) 9, (grobe) 9,50; Roggenkleie 8,50 bis 9,50; Weizenfuttermehl 10,40; Roggenfuttermehl 9,50 bis 1150; Weizennachmehl 14 bis 15 50; Rapskuchen 12; Palmkuchen 14; Leinkuchen 16,75; Sesamkuchen 16 Mark. Mainzer Lchwememarkt. Mainz, 16. Okt. Austrieb: 977 Stück. Marktverlauf: mäßig belebt, bedeutender Ueberftanb. Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in RM.: von ca. 120 bis 150 kg 50 bis 54, von ca. 100 bis 120 kg 48 bis 52, von ca. 80 bis 100 kg 44 bis 48. Runft und Wissenschaft. Die herbstneuerscheinungen der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. Auf dem Gebiet der schönen Literatur wird die Deutfrf)e Derlagsanstaft Stuttgart-Berlin im Laufe der nächsten Wochen und Monate folgende Werke veröffentlichen: Henry Benrath: Die Mutter der Weisheit. Roman. Dorett Hanhart: Die gläserne Wand. Roman. Friedrich Karl Frhr. von Koenig.Warthausen: Weiter mit 20 PS. Neue Abenteuer des Hindenburgfliegers. (Ein Buch, das sich auch an die Jugend wendet.) Charles Morgan: Der Quell. Roman. Borries Frhr. von Münchhausen: Die Garbe. Aufsätze. Josef Ponten: Volk auf dem Wege. Roman der deutschen Unruhe: Im Wolgaland. Michael Prawdin: Eine Welt zerbricht. Ein Tatsachcnroman. Ina Seidel: Der Weg ohne Wahl. Roman. Clara Diebig: Insel der Hoffnung. Roman. Maria Wafer: Begegnung am Abend. Ein Der- mächtnis. Joses Winckler: Ein König in West- faken. Roman einer Staatsgroteske in Deutschland. Ernst Zahn: Die guten Kameraden. Erzählungen für die Jugend. Eduard Thorn: Frauen um Dichter. Essays. Don zwei Mitgliedern der Dichter- Akademie werden Gedichtbände erscheinen: Ina Seidel: Die tröstliche Begegnung. Hemr. Lersch: Mit brüderlicher Stimme. Weitere in Vorbereitung befindliche Werke: Lloys Schulte: Verfassung, Macht und Grenzen des deutschen Staates. Sir Ja« mes Ieans: Die neuen Grundlagen der Natur« erkenntnis. Iof4 Ortegay Gaffel: Buch des Betrachters. Auftakt zu den Iubiläumspasfionsfpielen io Oberammergau. Das stille Passionsdorf Oberammergau, das mit den vafflonsfpielen 1934 das 300jährige Iudi« \ °,u mJ**efer weltbekannten Spiele feiert, hatte die llvlze Freude, zum ersten Mal seit der Durchfüh« rung der Spiele einen Vertreter der Staatsregie» nmg au bem wichtigsten Vorbereitungsakt, der Wa hl der Dar ft eiter, in Staatsmlnifter Esser begrüßen zu können. Gleichzeitig hatte die Gemeinde über 100 Vertreter der In- und Aus- lanbspreffe zu Gast, die mit einem Sonderzug nach Oberammergau kamen Das Reichsministerium für Volksausklärung und Propaganda hatteRegierungs» rat Dr. Kueke entsandt. Die Gäste hatten Gelegenheit, bas Passionstheater zu besuchen unb sich über Einzelheiten der Iubiläumsspiele zu informieren. Zum Empfang des Staatsministers Eifer hatte bas Dorf Feftfchmuck angelegt. Der erste Bürgermeister des Ortes, Raimunb Lang, hieß ben Minister herzNcb willkommen; Staatsminister Esser oer» wies Darauf, daß das Spiel von Oberammergau dem Gedanken des Friedens dienen wolle. Auch der Nationalsozialismus sehe seine vornehmste Ausgabe darin, ein Garant des Friedens zu sein unb ber größten Gefahr für ben Frieden ber Menschheit, dem zerstörenden Bolschewismus, zu Leibe zu rücken. Abends fand eine Ausführung des „Gelübde- spiels" statt, dessen Verfasser, der fränkische Dichter Leo Weismantel, ebenfalls erschienen war. Totenmaske von Paul Ernst. Vom Albert Langen / Georg Müller Verlag, Mün- chen, ber seit Jahren ber Förberer bes umfassenden Werkes btefes Dichters unb Denkers ist, erfahren wir, baß von ber Totenmaske Paul Ernsts Abgüsse hergeftellt würben, als ausdrucksvolles unb ein» dringliches Erinnerungszeichen an ben großen Toten. Aus aller Well. Hindenburg wirb Schirmherr, Reichsstatthalter Ritter von Lpp Ehrenführer bes kyffhäuserbundes. Der Reichspräsident hat die Schirmherrschaft des Kyffhäuserbundes übernommen. Dem Reichsstatthalter von Bayern, General Ritter von Epp, wurden zu seinem 65. Geburtstage die Glückwünsche des deutschen Reichskrieger- bunbes Kyffhäuser übermittelt. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm die Ehrenführerschaft des Kyffhäuserbundes angetragen, die er mit großer Freude annahm. Gleichzeitig wurde ben Mitgliedern des Kyffhäuserbundes das Tragen der Hakenkreuz» binbe erlaubt. Deihe eines ..Riobe"-Lhrenmals auf Fehmarn. Am Strande bei Gummendorf (Fehmarn) wurde das Ehrenmal für die bei dem „TiobeM-UnglüUHng Sjnuntilw Heien............... 61 91.75 46.5 79 92.13 127.5 94 11.75 51 89 99.4 86.25 87.75 29.25 4,i5 19,25 97 26,75 37 27.79 13.5 150.79 128 61.5 93 46.5 71 33.5 162 75.25 13.25 ! 10.5 । 114.5 1 1571 38.75 45.5 54 ttinirr Motoren.... Teurltfct £tnc:enm ... Crentteln* ftoppel .. Leonhard rietz...... ttaoe.............. 6er.; mu!atoret>ftabrfl 14m*ei.mgu ...... " ■ ; .. Äottroerfe .... Bdonir Bergbau ... »themtictie Braunkohlen (RbetnftaN........ Bereinigte Stahlwerke. Claoi Shnen Kaliwerke Alcherskeben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Philtvv HoUmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk ftatifubt.. 30.9 43.65 34.75 20 65,5 95 41,75 12.5 55.13 130,6 95 54 53.4 18,75 s .... 119.75 I 116.75 91,5 44,25 75 121 88.5; 136 1171 €dnutbett Batzenhaler 0 &tu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Cetnbeni ................0 Sei: Ml «akdhot 0 Hri. ioff ai»aflenbut| .......0 Deslauer 4j>al ......... 7 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Vapieren angeführten Ziffern geben die fiobe ber Auiem heimmtienen Dioibenbe an — Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß 6 o H Oflmburg.flmertla.eafri ..... Cembutg-Sübam. Tamrilchilt. Vanla-Dawpflcliiss........ Rotbbeurf'ter Lloyd Ä.e. kür ?otwtbeten. bank Darmstadt flleui .. .. Cberbeilen Vrovlnz-Anleibe mit ■utiol.-Weihten Trut1.be R.-mm. Lammelabl. An. leibe Herie l mit Au«ai -4ie^ trn 1% ebetn. 6% ssrankl. Hyv-Nank • olbpf«. 15 unkündbar b(< 1835 •% eben. 7% ssrankl -Vank •olboh. 11 unkündbar bu 1930 ebem. 4k% ftranfl. Ogp.- vank-Ll»u..Vfandhrirle....... »K% ebem Äbetelltbe bop.-vank-L>ou.^»oIdpfe. <% ebetn. 8% «r Lunde!vl-nd- briesanlkaU. Vsanddriese W. 1» <% edrm. 7% St. Landekplanb- brieknflalL Vlandbriele W. 10 Eteurrgutith. fr'enet unb traft 6 jrtiten Ä QfutUeaume......... o Olelelllch.f.aiekn Unternehmung 5 «betntfdx «etotilUti . “e" 5 Bdradrn & 60........ n €leoen«» Oalile Lahmeyer »La. kv-?. Ae Rotee. lUeartttet** 66, 95,5, 49 13 । c 0 0 i'i 0 «über« TT5‘I ..... ch-tlenki.'-'.ener............. pj " »r »ien-»bIn.«e«Nen ' 91 I 30.75 44 35.9 20,9 . 101,9 29.5 40,5 29,75 ’2 44. 4;.75 75 Tl.a 81.65 7t,t 89 15.5 136,75 133.25 116.5 ! 113 tranhur u. i>t DtTlin Schlul- kurs c*<6iu|t. vbrnb- d»e,r «^chlutz. fur< MiuSr mittaq» bSrfr _______ Datum 14.10. 16.1 . 14.10. 16-10. Tronftun 0.1)1 flerlin Schluß» tue« <*d»iuei «denb- b»rf- Schiuh- tur« t^chluik Uh taq- dSre Datum 14.10. , 16.10. 14.10. 16.10. 4% desgl. Lene II 5% Btumän. oetetnb Rente v. 1903 4S%tRumlin.oettinb -Hontet». 1918 4% flhimänlltbe Derclntj. Rente .. 814% Anatolier ............... 5.2 4.1 2.45 25 5.13 2.75 4.1 2.25 25 4.9 4,13 2.35 25 5,15 2,5 4,1 2.3 25 14. Orte bet l6.Ch»b« Amtliche - Jietiminü 2W Amtlich» Äeir Xetierunp rie 5.819 48.05 5,831 48,15 5.944 48,05 6,951 - 48,15 drog ...... «udaoell ... 12,44 12,46 12,44 12,44 Lolia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169.13 169,47 169.13 169.47 Cito ..... Kopenhagen. 66.13 54.79 66,27 58,91 67.53 60.04 67,67 60,14 Stockholm... 67,88 63.02 69,33 69,47 London..... 13.16 13.20 13.435 13,475 tiueno« Lire* 0.963 0.967 0.963 0,367 •j.'euDod .... 2.882 2.888 3,047 3,053 8n)t|d..... 58.34 58.46 58.44 58.56 Mallen..... earj ...... Schwelg .... 22.10 22,14 22,10 22,14 16.415 16.455 16.42 16.46 81.19 81.35 81,24 81,40 Gp^nlen.... 35.08 35.16 35,08 35,16 Tanjtg..... 81.67 81.8 81.67 11.83 Aaoan ...... 0,779 0,781 0.792 0.794 Rio de Ian. . 0,227 0.229 0,227 0,229 Jugoslawien. 5,295 12,69 5.305 12,71 5.295 12,69 5.305 12,71 3.00 3,02 58.28 58.52 59.71 60.02 13.395 13.455 16,38 16.44 168,71 169.39 21,98 “i 67,36 69.16 69.44 81.06 dl.31 34.95 35.09 —