fir. 159 SrühauSgabe 185. Jahrgang Samstag, 17. Juni 1935 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dn’rf unb Verlag: vrühl'sche Univerfifälr-Vuch- vnd Steinbruderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung unb Geschäftsstelle: Schulttrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» klamean zeigen von 70 mm Breite 35 Ncichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.TKyriat; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den An» Seigenteil LT.Ib.fiümmel sämtlich in (Biegen. 6r|d)etni täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen; Dte Illustrierte ©iegener Famu'ienblätler Heimat im Bild • Die Scholle Dlonatj Bcjugsorelj: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Aernfprechanschlüfle enter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger tieften. Postscheckkonto: frrenffurt om Main 11686. Führung und Führerium. Reichskanzler Hiller spricht über die Grundsätze der Führerauslese im neuen Staat. Berlin, 16. Juni. (TU.) Die Reichspressestelle der NSDAP, teilt mit: Zum zweiten Male ergriff Adolf Hitler auf der Führertagung der NSDAP, heute vormittag das Wort. 3n seiner oon ganz großen Ge- fichtspunklen getragenen Rede behandelte der Führer das Problem Führung und Führertum und seine Bedeutung für das Leben der Nation. Er entwickelte zunächst grundlegend den Begriff der Führung überhaupt und erläuterte im einzelnen die Grundgesetze, nach denen die natürliche Führe r a u s l e s e sich aus jedem Gebiet des nationalen Lebens gesondert vollzieht. So sei schon die Berufswahl des jungen Menschen, der instinktive Entscheid des Einzelnen im Sinne seiner natürlichen Veranlagung. Insgesamt gesehen werde das Volk, das am besten verstehe, jeden Volksgenossen auf den Platz zu stellen, für den er gewissermaßen geboren ist, die größte Leistung im Völkerleben Hervox. bringen. Der Führer untersuchte in diesem Zusammenhang die Gründe, weshalb im d e u t s ch e n V o l k e, obwohl es auf fast allen anderen Gebieten eine Führungshierarchie heroorgebracht habe, sich ein politisches Führertum bisher nicht entwickeln konnte. Der Grund sei darin zu suchen, daß das vergangene Jahrhundert die politische Führung mehr und mehr einer aus rein wirtschaftlichen Erfolgen heraus entwickelten Gejell- fchajtsschicht anvertraute. Die politische Fähigkeit fei wesentlich eine organisatorische und unterscheide sich durchaus von der Befähigung auf wirtschaft- Nchem Gebiet. Man habe die politische Führung einer Schicht übertragen, die auf Grund ihrer rein ökonomischen Bedingtheit nicht nur keinerlei Fähigkeiten auf politischem Gebiet besaß, sondern im Gegenteil dauernd bewies, daß gerade sie auf diesem Gebiete unfähig ist. Je weniger man das Gefühl der politischen Führertätigkeit besaß, desto mehr pflegte man die innere Unsicherheit durch äußeres Auftreten zu verbergen. Es sei deshalb wohl auch kein Zufall, daß gerade aus diesen Schichten die kleinen Tyrannen gekommen seien. Der Staat sei in diesem Jahrhundert fast ausschließlich regiert worden nach Maxi- men, mit denen man Aktiengesellschaften regierte. Die Ergebnisse dieser Entwicklung hätten wir ge- sehen. Äit geradezu innerer Gesetzmäßigkeit habe das Volk begonnen, sich gegen diese Art von Führung zu wehren. Der Führer entwickelte nun in großen Zügen grundlegende Gedanken über die Gestaltung d e r politischen F ü h r e r a u s l e s e inner- halb des neuen Deutschlands. Es müsse eine Schule des praktischen Lebens aufgebaut werden, die nicht nur gewissen Gesellschaftsschichten, sondern für alle offen stehen, die sich zum Politiken Kampf berufen fühlen. Eine Bewegung, die sich bewußt sei, daß sie eine große Mission zu er- füllen hat, habe dafür zu sorgen, daß Einrichtungen geschaffen würden, die es verhindern, daß in die politische Führung sich Menschen einschalten, die nicht ihrem innersten Wesen nach dafür bestimmt sind. Wie etwa ein Magnet aus einer vielgestaltigen Masse nur die Stahlspäne herausziehe, so führe auch eine ausschließlich auf politischen Kampf ein- §cfteUte Bewegung die dazu berufenen politischen iührernajuren zusammen. Es sei die Aufgabe der nationalsozialistischen Bewegung, parallel der Führung des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens nun auch ein politisches Führertum organisch aufzubauen. Eine Ration, die sich nach klarer und fähiger politischer Führung sehne, zu führen, dazu fei immer nur eine führende Minorität bestimmt, wer diesen Gedanken der organischen Führerauslese in den Vordergrund stelle, denke geschichtlich, wenn wir so handelten, handelten wir nicht nur aus dem Gesichtspunkt der Gegenwart heraus, sondern so, daß auch die Nachwelt zugeben müsse, daß diese Männer Grundlagen schufen, die das Leben der nachfolgenden Generationen auf Jahrhunderte garantiert. Das sei unsere Generation auch ihren Gesalle- nen schuldig. Wir konnten uns nicht mit vor der Geschichte nicht zu verantwortenden Halbheiten begnügen, sondern müßten ganze Arbeit leisten. Es gebe nur eine Toleranz, die Toleranz gegenüber dem ewigen Leben unseres Volkes, nicht gegenüber den Parteien, älnfeie Ausgabe sei es, in Deutschland eine politische Führungshierarchie aufzubauen, die sich den Grundgesetzen des nationalen Lebens einfüge. Wenn wir die Führung denen gäben, die ein natürliches Recht auf sie hätten, dann erfüllten wir damit ein Gesetz der höchsten Vernunft und der höchsten Gerechtigkeit. Die deutsche Revolution sei erst dann abgeschlossen, wenn das ganze deutsche Volk völlig neu gestaltet, neu organisiert und neu aufgebaut sei. Wir würden aus dem Volk eine Führerschaft herausziehen, die hart sei wie Stahl. Wenn das Volk in diesem Sinne richtig in seiner politischen Führung erzogen werde, dann werde es auch den sozialenGeist zur Geltung bringen. Denn wer nur in wirtschaftlichem Denken lebe, werde niemals wirklich sozial denken und handeln können. Wenn eine Dewegung sich so den Staat erobert habe und entschlossen sei, nach den Gesehen des Führertums die Wacht zu halten, dann könne dieser Staat durch nichts mehr gestürzt werden. Wie die Führung sei, so sei das Volk und sein Schicksal. * Neichsstaithalter Sprenger Ehrenpräsident des Deutschen Beamtenbundes. Hermann Neef sein Nachfolger als Führer des Bundes. Berlin, 15. Juni. (TU.) Wie der Zeitungsdienst meldet, wurde in der Führersitzung des Deutschen Beamtenbundes am Donnerstag eine für die Geschicke der Beamtenschaft und des deutschen Beamtenbundes wichtige Entscheidung gefällt. Der bisherige Führer des deutschen Beamtenbundes, Sprenger, legte in Anbetracht seiner Ernennung zum Reichsstatthalter von Hessen und der damit verbundenen umfangreichen Amtsgeschäste sein Amt nieder und bestimmte zu seinem Nachfolger den bisherigen Organifationsleiter des Deutschen Beamtenbundes, Hermann Neef. Der Führerrat begrüßte diese Anordnung einstimmig und mit Befriedigung. Angesichts der hohen und in der ganzen Beamtenschaft anerkannten Verdienste Sprengers trug ihm der neue Führer auch im Namen des Führerrates die mit besonderen Rechten ausgestattete Ehrenpräsidentschast der Deutschen Beamtenschaft an. Reichsstatthalter Sprenger hat die Ehrenpräsidentschaft angenommen. Ministerpräsident Göring in Stockholm Stockholm, 16. Juni. (TU.) Ministerpräsident Göring traf Freitag nachmittag mit einem Flug- zeug oon Schloß Rockelstad kommend im Stock- holmer Flughafen ein. Minister Göring führte sein Flugzeug selbst. Vom Flughafen aus begab er sich in die Stadt und besuchte im besonderen das Grab seiner verstorbenen schwedisch-gebürtigen Gattin auf dem Kirchhof Lovö. Minister Göring kehrt Freitag abend nach Schloß Rockelstad zurück, um am Samstag der Hochzeit seiner Nichte, der Gräfin Brigitta oon Rosen, beizuwohnen. Oie Ausschüsse der Londoner Konferenz beginnen ihre Arbeit. London, 16. Juni. (TU.) Die beiden Hauptausschüsse der Weltwirtschaftskonferenz (Währungsausschuh und Wirtschaftsausschuß) traten am Freitag zu öffentlichen Sitzungen zusammen. Sie v e r t a g t e n sich nach kurzen formellen Besprechungen bis auf Montagvormittag. Aus der Sitzung des Wirtschaftsausschusses, in dem Deutschland durch den Hamburger Bürgermeister Krogmann, der Vizepräsident des Ausschusses ist, und den Reichswirtschaftsminister Hugenberg vertreten ist. erklärte der Aus- schußpräsident C o l i j n (Holland), er würde sich freuen, wenn auf den Sitzungen keine Reden allgemeiner Art gehalten würden, da solche bereits auf der Dollkonferenz gehalten worden seien. Auf dem Gebiet der Handelspolitik würden folgende Einzelsragen zu behandeln sein: a) Normalisierung des Handels, Bereitstellung von Devisen für die Einfuhren, schrittweise Unter- drückung von Einfuhrverboten und Kontingenten. b) Zölle und Tertragspolitik, einschließlich der Meistbegünstigungvtlausel und möglichen Ausnahmen. Unter dem zweiten Abschnitt (Maßnahmen, die den internationalen Handel betreffen, mit Ausnahme von Zöllen) würde folgendes behandelt werden: Tier- und pflanzenärztliche Fragen, direkte und indirekte staatliche Wirtschaftsunterstützungen. Das 3.Gebiet (Koordination oon Erzeu- gungundAbfatz) umfassen Probleme des Wei- zcns und anderer Nahrungsmittel sowie der Rohstoffe und Jndustrieerzeugnisse. Der 4. Fragenkomplex (öffentliche Arbei - t e n) würde wahrscheinlich von beiden Ausschüssen erläutert werden. Der englische Handelsminister R u n c i m a n regte u. a. die Einsetzung eines Sonderausschusses für die Untersuchung der staatlichen Wirtschaftsunterstützungen an. Präsident Colijn erklärte, er wolle im Laufe des Tages Anregungen für die Tagesordnung des Ausschusses entgegennehmen, die am Samstagabend veröffenlicht werden soll. Der Währungsausschuß, auf dem Deutschland durch den Reichsfinanzminister G r a f S ch w e- rin v. Krosigk, den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und den Ingenieur Wilhelm Keppler vertreten ist, vertagte sich nach kurzer Zeit bis Montag, um den Bericht eines Unterausschusses über die Ausstellung weiterer Ausschüsse entgegenzunehmen. Oie Voraussetzungen für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft. Eine grundlegende Denkschrift Hugenbergs. London, 16. 3uni. (2M.) Auf einer Sitzung am Freitag hatte der wirtschaftliche Ausschuß der Weltwirtschaftskonferenz beschlossen, eine allgemeine Aussprache nicht stattfinden zu lossen, um baldmöglichst die Erörterung der einzelnen Fragen in den Tlnterausschüssen aufnehmen zu können, hatte es aber dafür den beteiligten Staaten freigestellt, ihren Standpunkt schriftlich einreichen zu können. Daraufhin hat der deutsche Reichsminister Dr. Hugenberg eine Denkschrift übergeben lassen, in der es u. a. heißt: Wenn die Welt wieder gesund werden soll, muß sie uns zunächst gestatten, wieder gesund zu werden. Wir sind jetzt Experten in bezug auf die Krankheit, deren Heilung der Zweck dieser Zusammenkunft ist. Wir haben alles durch- gemacht und durchgeduldet, was zu dieser Krankheit gehört. Es muß hier ganz deutlich klargestellt werden: Weltwirtschaft ist das Rebeneinander- be stehen selbständiger nationaler Wirtschaften, Weltwirtschaft ist der wechselnde Warenaustausch zwischen den einzelnen konstanten Rationalwirtschasten. Die Weltwirtschaft kann deshalb nur dann wieder in Ordnung kommen, wenn jede einzelne Nationalwirtschaft zunächst sich selber wieder in Ordnung bringt Durch die internationale Schulden- verflechtung sind die einzelnen Nationalwirtschaften eine nach der anderen in Unordnung gekommen. Die internationale Schuldverflechtung bildet den Hauptgrund der Zerrüttung aller Märkte und der Zerstörung der Kaufkraft der Völker. Man hatte geflissentlich vergessen, daß Kapitaleinfuhr Mareneinfuhr bedeutet, daß Mareneinfuhr Einfuhr fremder Arbeit heißt und daß die verzinfung und Tilgung der auferlegten und aufgenommenen Schulden ebenfalls nur auf dem ID e g der Wareneinfuhr und Arbeitseinfuhr möglich ist. Es ist selbstverständlich und eine durchaus gesunde Entwicklung, daß in allen Staaten die Tendenz dahin geht, zunächst durch Befriedung und Entwicklung der Jnnenmärkte die eigene Wirtschaft soweit wie möglich von den zerrüttenden Folgen internationaler Schuldverpflichtungen zu befreien. Ich darf feststellen, daß gerade Deutschland a l s letztes aller Länder diesen Weg betreten hat. Daraus ergibt sich zweierlei: 1 .Nur durch Gesundung der einzelnen nationalen Volkswirtschaften kann die Weltwirtschaft wieder gesund werden. Nur durch Wiederherstellung der Binnenmärkte kann die Aufnahmefähigkeit der Länder für fremde waren und damit der Welthandel wieder gehoben werden. 2 . Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Regelung der internationalen Schulden. Die gesamte Wirtschaft wird getragen von einem wirtschaftlichen Grundgesetz. Dieses Grundgesetz lautet: FreierLeistungsaustausch. Freier Lcistungsaustausch besagt, daß jeder Leistung eine Gegenleistung entsprechen muß. Wird dieses wirtschaftliche Grundgesetz auf irgendeinem Gebiet durchbrochen, so stürzt schließlich die Wirtschaft zusammen. Will man aus der Weltwirtschaftskrise herauskommen, so muß man den freien Leistungsaustausch in der Weltwirtschaft wiederher st eilen. Das heißt nicht Freihandel zwischen den selbständigen Völkern. Das kann man bei der geschilderten Lage nicht durch die Niederlegung der internationalen Zollschranken erreichen oder durch ähnliche Mittel rein handelspolitischer Natur. Das kann man nur erreichen durch Beseitigung der den freien Leistungsaustausch hemmenden und zerstörenden Grundursachen. Das besagt aber wiederum, daß die Lösung des weltwirtschaftlichen Austauschproblems schlechthin abhängig ist von einer sachgemäßen Echuldenregelung. Daran haben nicht nur die Schuldner, sondern auch die Gläubiger ein Lebensinteresse. Politische Kredite oon Volk zu Volk nehmen und geben ist eine Versündigung an d e r W i r t s ch a f t der Völker. Es liegt im Gesamt- Interesse der Welt, wenn rechtzeitig zwischen den Gläubigerländern und den Schuldnerländern eine vcrnünstige Vereinbarung zustandekäme, die es den Gtäubigerländern ermögliche, nach und nach zu ihrem Kapital zu kommen und den Schuldnerländern ihre Schulden zu tragbaren Bedingungen abzutragen. Es sollte in der Zukunft Gläubiger- und Schuldnerländer nur auf der alten soliden Grundlage der Hergabe von Kapital für große Werke des Friedens geben. Sind aber falsche Kredite gegeben und sollen sie zurückgezahlt wer- den, so ist die Zurückzahlung der gleiche wett- wirtschaftliche Fehler wie die Hingabe. von Deutschland aus gesehen gäbe es bei einer klugen und friedfertigen Zusammenarbeit zwischen Gläubiger- und Schuldnerländern noch zwei vorurteilslose Schritte, durch die Deutschland wieder in seiner internationalen Zahlungsfähigkeit gehoben werden könnte. Der eine dieser Schritte bestände darin, daß man Deutschland wieder ein Kolonialreich in Afrika gebe, von dem aus in diesem ganz neuen Kontinent große Arbeiten und Anlagen ausführte, die sonst unterbleiben würden. Der zweite Schritt wäre der, daß dem „Volk ohne Raum“ Gebiete eröffnet würden, in denen es feiner tatkräftigen Raffe Siedlungsraum schaffen und große werke des Friedens aufbauen könnte. Oie Abgrenzung der Wirtschaftsgebiete für die Treuhänder der Arbeit. Berlin, 16. Juni. (VDZ. Funkspruch.) Der Reichsarbeitsminister hat in einer Durchsührungs- Verordnung zu dem Gesetz über die Treuhänder der Arbeit die Abgrenzung der Wirtschafsgebiete verfügt, in denen die einzelnen Treuhänder ihres Amtes walten werden. Danach umfassen die einzelnen Wirtschaftsgebiete u. a. folgende Gebietsteile: das Wirtschaftsgebiet W e.st - fa len die Provinz Westfalen, den Regierungsbezirk Düsseldorf, die Kreise Attenkirchen und Dillenburg, sowie die Freistaaten Lippe und «chaumdurg-Lippe. Das Wirtschaftsgebiet Rheinland die Rhein- Provinz (ohne den Regierungsbezirk Düsseldorf und ohne den Kreis Attenkirchen) vom Kreise St.-Goars- Hausen die Orte Oberlahnstein, Niederlahnstein Braubach, Friedrichssegen, Nievern und Fachbach, den Unter weste rwaldkreis und den olden- burgischen Landesteil Birkenfeld. Das Wirtschaftsgebiet Hessen den Freistaat Hessen, die Provinz Hessen-Nassau (ohne die Kreise Dillenburg und Herrschaft Schmalkalden und ohne die im Kreise St. Goarshausen in das Wirtschafts, gebiet Rheinland einbezogenen Orte sowie ohne den Unterwesterwaldkreis. Das Wirtschaftsgebiet Südwestdeutschland den Freistat Baden, den Freistaat Württemberg und Hohenzollern. Bundesführer Schrader übernimmt wieder den Stahlhelm-Landesverband Braunschweig. _/®,* r J *n -16. Juni. (ERB.) Das Bundesamt des Stahlhelm, B. d. F., teilt mit: Der Bundesführer des Stahlhelms, Reichsarbeitsminister Franz oelbtc, spricht seine Freuds aus über die feilens des Herrn braunschweigischen Ministerpräsidenten Klagges ausgesprochene A m n e st i e zu Gunsten der Stahlhelm Kameraden Schrader, Nowack, -eidel und Meinecke und erhofft mit dem Ministerpräsidenten Klagges von dieser Maßnahme eine wertvolle und wesentliche Beruhi- gu n g im Lande Braunschweig. Da nach Auffassuna des Bundesfuhrers nichts so geeignet ist, um die Be- ruhigung im Lande Braunschweig dauernd zu sichern und das enge Einvernehmen zwischen Stahlhelm und nationalsozialistischer Bewegung für alle Dauer ,?u verbürgen, hat der Bundesführer den Kameraden Schrader gebeten, den Landesverband Braunschweig wieder zu übernehmen. Verbot und Auflösung der ».Baden-Wacht". Karlsruhe, 16. Juni. (TL.) Wie die P r essestellebeimStaatsministerium mitteilt, hat der Minister des Innern mit Anordnung Dom 16. 3uni d i e „Baden-Wacht" für den Bereich des Landes Baden aufgelöst und verboten. 3n der amtlichen Verlautbarung wird darauf hingewiesen, daß diese poli- ttsche Kampforganisation des Zentrums in dcn letzten Wochen durch ihr provozierendes Auftreten nahezu in allen Teilen des Landes lebhafte Llnruhe erregt habe. Die „Baden- Wacht" habe die ßß.-ilniform nachgeahmt und durch Vertrieb von Hehpostkarten übelster Art jegliche loyale Einstellung zum neuen Staat vermissen lassen. Sie habe sich nicht gescheut, ihrer gegen die Nationale Dewegung ausgesprochen feindlichen Einstellung nach außen dadurch Ausdruck zu der- leihen, daß in ihren Reihen mit Vorliebe Melodien nationalsozialistischer Kampflieder und selbst das Horst-Wessel-Lied mit anderen Texten gesungen wurden. Auch sei den Mitgliedern der Baden-Wacht in einem Rundschreiben empfohlen worden, Rundfunkübertragungen der Regierung mit allen Mitteln zu stören. Rach älebernahme der Macht durch die Rationale Bewegung liege auch der Schutz der Kirche allein den Trägern der Staatsgewalt ob. Beilegung des Konflikts mit Lettland. Berlin, 16. Juni (BJIB.) Der lettische Außenminister hat dem Herrn Reichsaußen- minister Freiherrn v. Reurath in London die bindende Erklärung abgegeben, daß die lettische Regierung mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln jeden Boykott gegen deutsche Waren verhindern und jede Boykottpro- paganda unterbinden wird, Ferner hat die lettische Regierung gerichtliche Maßnahmen gegen die Veran st alter der Versammlung jüdischer Organisationen, in der der Boykottbeschluß gefaßt worden ist, eingeleitet. Die deutsche Regierung wird daraufhin die Einfuhr lettischer Butter wieder zulassen. Keine Mißhandlung Mierendorffs. Frankfurt a. M., 16. Juni. (WSN.) Im Zusammenhang mit der Verhaftung des sozialdemokratischen Pressechefs der früheren hessischen Regierung, Dr. Mierendorff, ist in Genfer Kreisen ausländischer Journalisten das Greuelgerücht verbreitet worden, daß Mierendorff bei seiner Verhaftung von der SA. schwer mißhandelt worden sei. Diese unsinnige und böswillige Behauptung ist durch ein entschiedenes Dementi der hessischen Regierung und der Darmstädter Polizei rasch wieder aus der Welt geschafft worden. Dr. Mierendorff ist selbstverständlich nicht mißhandelt worden. / Oer 75. Geburtstag des schwedischen Königs. Stockholm, 16.3uni. (TU.) „Svenska Dag- bladet" bringt anläßlich des 75. Geburtstages von König Gustav auf der ersten Textseite ein Kopfbild des schwedischen Königs mit einem vom Prinzen Wilhelm, dem zweiten Sohn des Königs verfaßten formvollendeten Gedicht. Die ganze bürgerliche Presse steht im Zeichen des Geburtstages. Der König hat auf Schloß Tullg arn lediglich den Besuch des dänischen Königs Paares empfangen. Die Feier erreichte ihren Höhepunkt, als der König sich im Rundfunk an sein Volk wandte. Der König dankte herzlichst für all die Liebe und das Vertrauen, das ihm von allen Seiten.jederzeit entgegengebracht worden sei- 3n Stockholm war überall geflaggt und auf den Straßen der 3nnenstabt besondere Flaggenstangen errichtet worden. Gegen Mittag wurde von allen Festungen und Kriegsschiffen Königssalut geschossen. Dem König wurde auf Schloß Tull- garn, wohin er sich zurückgezogen hatte, herzlichst gehuldigt. Schon am frühen Morgen machten die Schulkinder ihre Aufwartung. Die sozialdemokratische Regierung, die Präsidenten der beiden Reichstagskammern und viele andere Persönlichkeiten überbrachten persönlich ihre Glückwünsche. Kleine politische Rachrichten. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund veranstaltete am Freitagnoch- mittag auf dem Berliner Opernplatz einen Generalappell seiner Berliner Mitglieder. Bundesführer Dr. Stöbet nahm die Meldung von über 2500 Angetretenen entgegen und Gchlang-Anekdoten. Don Hans Riebau. Galle. Fräulein Lolott strahlt. Fräulein Lolott ist selig. „Denken Sie", sagt sie, „drei Wochen bin ich schon mit Dr. Tolle verlobt, und keiner von A)nen, die Sie chn doch alle so gut kennen, hat auch nur das Geringste geahnt." „Allerdings", nickt Schlang, „Sie haben recht. Wir alle haben gedacht: Dr. Tolle, der arme Kerl, hätte es wieder einmal mit der Galle." Vererbung. ,Hallo!" ruft Gomminger, „wissen Sie es schon? Mein Sohn hat sein Abitur mit Auszeichnung bestanden." „Gratuliere", sagt Schlang. „Danke", strahlt Gomminger. „Kein Wunder schließlich: Intelligenz ist nach den neuesten Untersuchungen eine der wenigen Eigenschaften, die sich in erster Linie vererben." „Sehr richtig", nickt Schlang, „ich habe Ihre Frau Gemahlin von jeher für eine überaus gescheite Frau gehalten." Gegensätze. die rau. „Gegensätze ziehen sich an", sagt Schlang, „besonders bei Ehepaaren kann man das immer wieder feststellen." „Allerdings", nickte Frau Leander. „Sehen Sie wohl", lächelte Schlang, „und Ihr Mann hatte, ich weiß es genau, 30 000 Mark Schulden." „Wieso?" Äiicft Frau Leander die Achsel. „Mein Mann zum Beispiel ist blond bnd blauäugig, und ich bin auch blond und blauäugig." „Das sind Äußerlichkeiten, zuckt Schlang Achsel. „Aber betrug Ihre Mitgift, gnädige Fi nicht ungefähr 33 000 Mark?" Sprichwörter. Schlang ist im Theaterfoyer. Mit Fräulein Anita. Aber Fräulein Anita ist nicht in Stimmung. „Unerhört", stampft sie mit dem Fuß auf, „alle Spiegel sind von Damen besetzt, die augenscheinlich erst hier mit ihrer Toilette beginnen. Wo in aller Welt soll i ch mich zurecht machen?" „Tja, tja, sagt Schlang, „wer zuerst kommt, malt zuerst." ßapitalbilüung. Nebenan von Schlang wohnt Herr Gollziegel. Die Wände des Hauses sind dünn, und hin und wieder hört man, wie es bei Gollziegels zugeht. „Wissen Sie es eigentlich schon", lächelt Herr Gollziegel, „jedesmal, wenn ich mich mit meiner Frau gezankt und wieder vertragen habe, tue ich drei Mark in eine besondere Kasse." „Aber das ist ja ausgezeichnet", sagt Schlang, „mie ist es? Wollen Sie sich nicht mit 250 000 Mark an meiner Auto-G.m.b.H. beteiligen?" schritt sodann die Reihen der nach Fachschaften und Hochschulgruppen gegliederten Studenten ab. * Das von Rektor und Senat der Universität Rostock ausgesprochene Verbot der für heute anberaumten Versammlung der evangelischen Studenten ist vom Ministerpräsidenten Granzow aufgehoben worden. * Die „D. A. 3", deren Verbot nach 17tägiger Dauer vom Geheimen Staatspolizeiamt a u f gehoben worden ist, ist w i e d e r e r s ch i e n e n. Der bisherige Chefredakteur Dr. Fritz Klein ist aus- g e s ch i e d e n und an Stelle des bisherigen verantwortlichen Schriftleiters Dr. W. v. W e d e l zeichnen für den politischen Teil Otmar B e ft und für den unpolitischen Teil Dr. Paul Fechter. Der Preußenführer und Gauleiter der NSDAP. Wilhelm K u b e, Oberoräsident von Brandenburg und Berlin, der den Bund Deutscher Osten mit begründete und das erste Bundesbanner weihte, hat die Schirmherrschaft des Bundes Deutscher Osten übernommen.* Die Vorstandsmitglieder des Deutschen Freidenkerverbandes Sievers und Graul sind seit einigen Tagen unter Mitnahme der Verbandskasse von 700 000 Mark flüchtig. Sie werden gesucht. _________ Kunst und Wissenschaft. Staalskommissar hiykel erhält die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt. Die nationalsozialistische Gastspielbühne unter der Leitung von Robert Rohde, die auch schon den „Wanderer" von Reichsminister Göbbels ausgeführt hat, gab in Frankfurt die tragische Komödie des nationalsozialistischen Dichters Dietrich Eckart: „Familienväter". Vorher hatte Oberbürgermeister Dr. Krebs dem anwesenden Staatskommissar und Leiter des Kampfbundes für deutsche Kultur, Hinkel, für seine Verdienste um das deutsche Theaterwesen die Goetheplakette der Stadt Frankfurt überreicht. Staatskommissar Hinkel dankte für die ihm zuteil gewordene Ehre und versicherte, daß nun, nachdem der Rationalsozialismus sich durchgesetzt habe, auch für die nationalsozialistischen Künstler die Zeit gekommen sei, ihre ganze Kraft einzusetzen, das deutsche Theater wieder zu seiner alten Höhe znrückzuführen. 3n ihm werde das deutsche Theater stets einen tatkräftigen Förderer finden. Zurückweisung der vorwürfe gegen den neuen Frankfurter Generalintendanten. Frankfurt a. M., 16. Juni. (WSN.) Zu den in einem offenen Brief dem neuen Generalintendanten der Frankfurter städtischen Bühnen, Meißner, gemachten Barwürfen gibt Oberbürgermeister D r. Krebs folgende Erklä- rung ab: „Zu der Pressenotiz über Herrn Generalintendanten Meißner erkläre ich, daß sämtliche Akten dem Herrn preußischen Minister p r ä s i d e n t e n vor der Bestätigung Vorgelegen haben und alle Angriffe als nicht stichhaltig von ihm zurückgewiesen worden sind." Reichsgemeinschaft der technisch-wissenschaftlichen Arbeit. Die gewaltige Aufgabe, allen deutschen Volksgenoffen Arbeit und Brot zu schaffen, verpflichtet jeden Beruf, hierfür feine ganzen Kräfte verfügbar zu machen. Um die Arbeit der deutschen Technik geschlossen für die Losung dieser Aufgabe einzusetzen, haben sich die technisch-wissenschaftlichen Verbände unter Führung des Vereins deutscher Ingenieure zu einer Reichsgemeinschaft der technisch-wissenschaftlichen Arbeit zusammengeschloffen. Der Reichsgemeinschaft gehören an: Verein deutscher Ingenieure ein- Der Ochse. Schlang ist im Restaurant. Der Herr, der am Nebentisch sitzt, zieht die Stirn in Falten. Das Bier ist ihm zu warm, die Suppe zu kalt, und als jetzt das Beafsteak kommt, schlägt er mit der Faust auf den Tisch. „Sehen Sie sich das einmal an", sagt er zu Schlang. „So etwas soll ein Beafsteak [ein? Das ist ja eine Beleidigung für jeden Ochsen." „Gewiß", nickt Schlang, „aber ich bin überzeugt: Der Koch hat gar nicht die Absicht gehabt, Sie zu beleidigen." Gommerliebe. Don Jloemi. Don der Weißen Mauer der Rachbarvilla leuchten die Kletterrosen. Es ist ein heißes, ein überschwängliches Rot. Es ist beinahe so rot wie der Oartenaiuug, der manchmal durch das Grün der Büsche schimmert. Die Rachbarvilla ist jetzt bewohnt. Ein Ehepaar hat sie für die Dauer des Sommers bezogen. Klaus liegt lang hingestreckt neben dem Zaun. Eigentlich ist es gar kein Zaun, sondern eine Hecke. Eine sehr dichte Hecke zwar, die kaum etwas erspähen läßt, aber einen Zettel könnte man doch vielleicht durchstecken. Oder eine Rose, wenn man es geschickt anstellt. Klaus versucht, die kleinen zähen Aeste auseinanderzubiegen. Von ihm nur durch diese Hecke getrennt, liegt sie in ihrem Liegestuhl. Klaus weih es. Es ist der schattigste Platz des Gartens, und dort ruht sie, dicht neben der Hecke, Klaus kann ihren Atem Horen, wenn er den seinen anhält. „Klaus, kommst du mit zum Baden?" „Rein!" An einem anderen Tage: „Klaus, willst du nicht angeln gehen?" „Rein, es ist zu heiß. 3ch bleib lieber hier." „Klaus, was machst du nur immer in deinem Schlupfwinkel?" „Stört mich doch nicht, ich lese..." Klaus könnte wetten, daß das eben, hinter der Hecke, ein Kichern war. Klaus hat sie zwei- oder dreimal gesehen. Sie ist schlank und nußbraun, und sie hat einen Mund, der so rot ist wie der Mohn. 3hre Stimme ist hell und kühl. Klaus liebt die Stimme und den Mund. Er weih es ganz genau, daß dies nun endlich die Liebe ist. 3m Garten, neben der Hecke, riecht es nach Dill. Es riecht heih und würzig nach allen Kräutern. Wenn man die kleinen Blättchen des Thymian zwischen den Fingern zerreibt, oder ein paar Min- zerstenael, atmet man ein wenig Kühlung ein. Auch das zerriebene Blatt des Lebensbaumes wirkt erfrischend. Klaus wühlt die heiße Stirn ins Gras. Die Erde duftet. Er spricht mit halb- Das Llrteil im Die Begründung. 3n der Begründung des Urteils gegen Dr. Gereke. erllärte der Vorsitzende: 3m Falle der Auf Wandsentschädigung habe die Hauptverhandlung ergeben, daß die Organisation des Landgemeindeverbandes im wesentlichen dank der großen Arbeitskraft, der Initiative und auch eigener Geldopfer Dr. Gere- kes aufgebaut und entfaltet wurde. Gereke stand für seine damalige Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung zu. Die Anllage wirft ihm vor, er habe bei den Vorstandsmitgliedern den Eindruck erweckt, dah er seit der Gründung des Verbandes bis 1928 keinerlei Aufwandsentschädigung oder Gehalt bekommen habe, obwohl er tatsächlich hohe Beträge entnommen hatte. Weil der Vorstand glaubte, dah Gereke noch nichts bekommen hätte, wurde zu seinen Gunsten eine Umlage beschlossen, deren Ergebnis fast 76 000 Mark betrug. Gereke hatte aber schon 4 2 0 0 0 Mark entnommen, die Freigang für ihn als Gehalt vom 1. 3uli 1922 bis 31. Dezember 1925 gerechnet hatte. Zweitens hatte er 32 000 Mk. aus einer für die Zeitschrift beschlossenen Sonderumlage bekommen. Rach Ueberzeugung des Gerichtes ist das Geld von Dr. Gereke zu politischen Zwecken entnommen und verbraucht worden. Abgesehen davon, daß eine Bestrafung schon aus dem Grunde der Verjährung nicht mehr erfolgen konnte, ist das Gericht im Falle 2lufwandsentschädigung zu dem Schluß gekommen, dah D» Gereke ein Betrug nicht nachzuweisen sei. Zum Falle Hindenburg-Ausschuh erklärte der Vorsitzende, dah Gereke auch hier nach Ueberzeugung des Gerichtes das Geld für politische Zwecke verwenden wollte. Bezüglich der 20 000 Mk. für Frau Beck bzw. für seinen Onkel Schmidt bekundete Gereke, daß die Entnahme auf einem Bureauversehen beruhe. Das Gericht hat diesen Angaben Glauben geschenkt. Da die Tat vor dem 1. Dezember 1932 begangen sei, sei auf Grund der Amnestie vom 20 Dezember 1932 im Falle des Hindenburg- Ausschusses auf Einstellung des Verfahrens zu erkennen. Zu dem Fall Verbandszeitschrift be- schließlich der Arbeitsgemeinschaft deutscher Betriebsingenieure und seiner sämtlichen fachlichen Zusam- menschlüffe, Verband deutscher Elektrotechniker, Verein deutscher Eisenhüttenleute, Deutsche Gesellschaft für Bauwesen, Schiffbautechnische Gesellschaft, Gesellschaft deutscher Metallhütten- und Bergleute, Deutsche Gesellschaft für Metallkunde, Deutscher Verband für die Materialprüfungen der Technik, Automobil- unb Flugtechnische Gesellschaft. Ferner sind chr als Gemeinschaftsorgane die großen technisch-wiffen- schaftlichen Ausschüsse wie Deutscher Normenausschuß, Deutscher Ausschuß für technisches Schulwesen, Reichsausschuß für Arbeitszeitermittlung beigetreten. Der Ehrenvorfitz wurde Dr. Otto 'M a g e n e r, dem Leiter des Wirtschaftspolitischen Amtes der NSDAP, übertragen. Das Präsidium bilden die Vorsitzenden der zusammengeschlossenen Verbände; ferner gehören ihm führende Persönlichkeiten der Reichsregierung an. Wissenschaftliche höhenfahrt des größten deutschen Freiballons. Am Freitag früh startete in Bitterfeld Deutschlands größter Freiballon „Barsch von Sigseld" unter der Führung des bekannten Ballonfahrers Schütze zu einer'wissenschaftlichen Höhenfahrt. Als wissenschaftlicher Begleiter fährt ein Beamter vom obseroatorisch-magnetischen Institut in Potsdam mit. Es soll Strahlenforschung Gereke-Prozeß. tonte der Vorsitzende, die Behauptung Gerekes in der Hauptverhandlung, um die Jahreswende 1924/25 Eigentümer der Zeitschrift geworden zu sein, widerspreche den Gereke vollkommen bekannten Tatsachen. 3hm als 3uristen hätte es vollkommen klar sein müssen, daß zur Heber» tragung des Eigentums an der Derbandszeit- schrist andere Mittel erforderlich waren als eine Freigebigkeit, die als einzig zu bezeichnen sei. Gänzlich unerheblich sei dabei die Tatsache, daß einzelne Mitglieder des Verbandes Gereke als Eigentümer der Zeitschrift betrachtet haben. 3m Gesamtvorstand, erllärte der Vorsitzende, hatte bis zu diesem Prozeß niemand etwas von einer Eigentumsübereignung erfahren. Gereke war also nach dem Willen der Derbandsorgane der Treuhänder. Zu Hnrecht hat er daher die aus der Zeitschrift fließenden Gelder für sich und seine persönlichen Zwecke verwendet. 3n diesem Verhalten Gerekes liegt Untreue. Bei der Strafzumessung wirkte strafverschärfend für Gereke, daß er ein ihm allseitig unbeschränkt entgegengebrachtes Vertrauen in unerhörter Weise mißbraucht hat. Gerekes Handlungen sind deshalb besonders verwerflich, weil wertvoll sie Teile unserer Volksgenossen, gerade die Landbevölkerung, die Bauern, in ihrem Vertrauen zu der leitenden Persönlichkeit ihres Verbandes in schwerster Weise getäuscht worden sind. Als strafmildernd kommt dagegen in Betracht, daß Gereke in seinem Wirkungskreise mit Fleißund Srfolg tätig war. Zur Zeit einer links eingestellten Regierung hat er sich a u f nationalem Boden g e ft eilt und d a - durch feinen Posten als ßanörat verloren. Insbesondere hatte das Gericht unter diesen Umständen keine Veranlassung, dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte zu entsprechen. Der Vorsitzende schloß: Ein unerfreulicher Prozeß, ein unerfreuliches Bits hat sich in den letzten Wochen vor unseren Augen abgerollt. Hoffen wir, daß in unserem neuen, feinen Deutschland derartige Prozesse überhaupt nicht mehr vorkommen und die Fälle der Untreue zumindest bei Personen in leitenden ober Vertrauensstellungen vollkommen verschwinden werden. in den hohen Luftschichten betrieben werden. Es besteht durchaus die Möglichkeit, daß der bereits vor dem Krieg aufgestellte Freiballon- Höhenrekord von 10 800 Meter ü b e r b o « t e n wird. Der Ballon saßt 9800 cbm. Er mar mit 5000 Kilo Kubikmeter gefüllt. 2200 Kilo Ballast wurden mitgenommen. Der Ballon entfernte sich in südlicher Richtung. Der Ballon ist nach mehrstündiger Fahrt bei der Ortschaft Nißma (Provinz Sachsen) unweit von Meuselwitz glatt gelandet. Der Ballon hat eine Höhe von über 11 000 Meter erreicht und damit vorbehaltlich einer Nachprüfung der noch versiegelten Meßinstrumente den Höhenrekord für Freiballons mit offenem Karb Überboten. Die Besatzung des Ballons ist wohlauf. Die wissenschaftlichen Instrumente sind unbeschädigt geblieben. Im Laufe des Tages wurde die Ballonhülle mit einem Lastkraftwagen nach Bitterfeld zurückgeschafft. ' Deutsch-schwedischer Schüleraustausch. 3m Rahmen des deutsch-schwedischen Schüler- austausches trafen in Berlin 70 schwedische Schüler und Schülerinnen im Alter von 14 bis 20 3ahren ein. Rach kurzem Aufenthalt trat der größte Teil der Schüler die Weiterreise nach Dresden und Thüringen an. lautet Stimme einen zarten Liebesvers. Das Laub der Hecke raschelt, es raschelt stärker, es knackt darin und — das Herz schlägt Klaus bis in die Kehle — ein kleiner Fuß erscheint zwischen den Blättern, die Spitze eines kleinen Fußes in einet blau und silbernen Sandale. „Die Rägel schimmern wie Mondstein", denkt Klaus, obwohl er nicht genau weiß, was Mondstein ist. Aber ehe Klaus noch zu Ende denken kann, ist der Leine Fuß verschwunden. Klaus möchte weinen vor Zorn über fein Zaudern. „3ch hätte", denkt er, „ihn festhalten sollen". Wenn man achtzehn 3ahre alt ist, hat das Wörtchen „hätte" einen sehr vertrauten Klang. Am nächsten Tage hat sich Klaus zu Taten durchgerungen. Die Pfirsiche sind reif, man spürt schon die volle Süße durch den sanften Flaum. Klaus wird die schönste Frucht, auf einen Weidenzweig gespießt, hinüberreichen. Es dauert etwas lange diesmal, bis der Ruheplatz bezogen wird. Endlich! Klaus steckt mit aller Vorsicht den frucht- gekrönten Weidenzweig durch die widerspenstige Hecke. Schweigen. Richts. Kein Kichern. Kein Ausruf. Dann kommt der Weidenzweig zurück. Er trägt nun eine Zigarette an der Spitze. Klaus rennt. Er muß vor Freude einen Leinen Dauerlauf um den Rasen machen, dem Punshing- ball einen Schlag versehen, die Fahnenstange erklettern und eine Flagge hissen. Da hält vor der Rachbarvilla ein Leiner Wagen. Eine Frau steigt aus: sie. Aber hatte sie nicht eben? Wie kann sie denn?... Klaus schleicht zurück zur Hecke. „Da bin ich wieder!" ruft sie, und eine Männerstimme — aus dem Liegestuhl — antwortet ihr wohlig faul: „Da bin ich noch. 3ch habe hiev den Platzhalter gemacht. Mit gutem Ruhen übrigens. Der Pfirsich hat mir großartig geschmeckt!" „Der Pfirsich--T* „Hier war ein Pfirsich angekommen, auf höchst bemerkenswerte Weife, ich nehme an, für dich. Aber der Durst, weißt du. 3ch habe mich mit einer Zigarette revanchiert, sie ist in Gnaden aufgenommen worden!" Sie lacht. Er lacht. Sie lachen beide. Klaus bedauert heftig, daß er nicht um ein paar Jahre jünger ist: für einen jungen Herrn in seinem Alter ist der Gartenschlauch leider keine Wafse mehr. Norderoog. Ein deutsches Dogelparadies. „Unter Tausenden von Seevögeln allein mit dem Vogelwärter, der dort ein modernes Robinsonleben führt, weifte ich in den Jahren 1928,30 einige Wochen auf der einsamen, unbewohnten Hallig im Wattenmeer. Die Lebensgemeinschaften dieser Vogelfreistätte näher kennen zu lernen, galt als Aufgabe ... Norberoog ist nicht allein Schutzgebiet, sondern ... ein Naturdenkmal allerersten Ranges und beherbergt u. a. die größte deutsche Branbseeschwal- ben-Kolonie von 4000 bis 5000 Paaren..." Mit diesen Sätzen gibt das Vorwort von P. F. Weckmann-Wittenburg einem schönen Buche* über das Vogelparadies Norderoog den Auftakt. Das Buch kann — vor allem im Hinblick auf sein großartiges Abblldungsmaterial — in gewissem Sinne als ein deutsches bodenstänbiges Gegenstück zu der kürzlich hier besprochenen Schilderung der Insel der fünf Millionen Pinguine von dem englischen Naturforscher Eherry Kearton gelten. Wer die 64 Tafeln nach photographischen Aufnahmen durchblättert, die in ihrer Klarheit, Schönheit und Naturnähe an die berühmten Photos des Schweden Bengt Berg erinnern, dem wird sich ein granbiöfes Bild ursprünglichen Tierlebens in der Freiheit und Einsamkeit dieses wenig bekannten Stückchens deutscher Heimat au [tun. Die Insel Norderoog im Wattenmeer der Nordsee war „einftmal die Wohnstätte friedlicher Menschen, heute nur noch Seeoögeln im bewegten Meeresschoße eine Ruhestatt". Das Buch I beschreibt in großen Zügen, immer auf das Bildermaterial den eigentlichen Nachdruck legend, den Zugangsweg, die Insel selbst, die Geschichte des Vogelschutzes dort und endlich bas Leben unb die Gewohnheiten der wichtigsten, auf der Insel vor- kommenden Vogelarten; das sind vor allem die Brandfeeschwalben, die im Vorwort bereits erwähnt wurden, ferner Küsten- unb Flußseeschwolben, Brandenten, Feldlerchen, Stare und einige Möwenarten, bie aber vertrieben wurden, nicht mehr zu den auf Norderoog heimischen Brutvögeln gehören und nur noch auf dem Durchzuge Vorkommen. Die Bilder find wundervoll photographiert und wieder- gegeben, Natururkunden von vorbildlicher Klarheit und Anschaulichkeit; ein abwechslungsreiches, buntes Panorama des urwüchsigen Vogel-Lebens auf Nor- derooa entrollt sich vor den Blicken des Beschauers: man sieht die vorhin aufgezählten Arten sozusagen in allen Lebenslagen, in ihrer natürlichen und angestammten Umwelt vor sich, einzeln und in lichten Scharen, am Boden ruhend und im Fluge, auf der Nahrungssuche und beim Brutgeschäft; besonders reizvoll bie Aufnahmen von den Brutstätten, vom Gelege, von den ausschlüpfenben und eben flügge gewordenen Jungen. — Alles in allem: ein Buch, das jeden Naturfreund entzücken wird und das sich auch durch seine äußere Erscheinung unb seine solide verlegerische Ausstattung zur Anschaffung unb vor allem zu Geschenkzwecken (auch für jugenbliche Leser) eindringlich empfiehlt. — * Norderoog. Ein deutsches Dogeiparadies. Natururkunben von den Halligen unb vom Wattenmeer. Don P. F. W e ck m a n n - W i 11 e n b u r g. Einführender Text: Professor Dr. F. Dietrich. 27 Seiten, 64 Tafeln. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — (108.) — Aus der Provinzialhauptstadt. Bezirkssparkasse Gießen. Man berichtet uns:_ In Anwesenheit des Vertreters der Aufsichtsbehörde, des Kreisamles Gießen. 5)tttn Negierungsrat Grein fand am 9. Juni in dem mit den Farben des neuen Reiches und den Bildern des Reichspräsidenten v. Hindenburg und Les Kanzlers und Führers Adolf Hitler gc schmückten Saale des Arbeitgeberverbandes in Gießen eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Gießen statt. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Direktor Zach eis. erwähnte dieser in einer weiteren Ansprache, daß die außerordentliche Mitgliederversammlung unter dem Zeichen des neuen Deutschen Reiches stehe und damit ein ganz besonderes Gepräge erhalte. Wie sich der Deutsche Sparkassen- und Girooerband am Tage von Potsdam freudig zur Regierung der nationalen Erhe- bung bekannt habe. |o lege er auch heute namens der Bezirkssparkasse Gießen ein Treugelöbnis zu der nationalen Regieruna ab. Dos Treugelöbnis klang aus in ein dreifaches „Sieg- Heil' auf dos Deutsche Reich, auf den Reichsprä- sidenten o. Hindenburg und den Kanzler und Führer Adolf Hitler, das von der Versammlung begeistert ausgenommen wurde. Insgesamt waren 44 Vertreter der Stadt Gießen und der Landgemeinden erschienen. Nach einigen weiteren Bemerkungen des Vorsitzenden wurde die Neuwahl des Auflichtsrates der Bezirkssparkasse Gießen, die auf Antrag des Vertreters der Stadt Gießen, Herrn komm. Beigeordneten Rechtsanwalt ßu leg, durch Zuruf stattsand, oorgenommen. Den Bestim- mungen der Satzung entsprechend, wurden zwei Drittel der Mitglieder von der Versammlung g e • wählt, nämlich die Herren: 1. Komm. Beigeordneter Rechtsanwall Luley, Gießen, 2 Beigeordn. Wilh. B e ck e r V., Treis a. d. Lumda, 3. Komm. Beigeordneter Karl Euler, Wiefeck, 4. Referendar Theod. H o^r f« n m ü l le r. Gießen, 5. Rechtsanwalt Karl Kruger, Gießen. 6. Fabrikant Dr. Erasmus Pauly, Gießen, 7. Stadtrat Konr. Heinrich Reinhardt, Allen- darf a. d. Lumda, 8. Bürgermeister Wilh. Karl R o m p f, Lang-Göns. Der Regierungsoertreter, Herr Regierungsrat Grein, teilte hierzu ferner mit, daß die Aufsichtsbehörde folgende Herren in den Aufsichtsrat der Be- zirksfparkafse Gießen berufen hat: 9. Amtsgerichtsrat Wilh. B rü cke l, Gießen, 10. Stiftspfarrer D r a u d t, Lich, 11. Oberzollinspektor Heß, Gießen, 12. Kaufmann Karl Horst, Gießen. Nach einer kurzen Ansprache des Vertreters der Stadt, Herrn komm. Beigeordneten Rechtsanwalt Luley, die in einem „Sieg-Heil' auf den Kanz- ler und Führer Adolf Hitler ausklang, wies der Vorsitzende in seinem Schlußwort auf die Tatsache hin, daß auch in den letzten Jahren die Sparkasse stets in ihren Organen (Vorstand und Aufsichtsrat) von Männern betreut gewesen sei, die Sauberkeit und Gewissenhaftigkeit als ihren obersten Grundsatz angesehen haben und daß die Sparkasie ihnen hierfür Dank wisse. Damit wurde die Versammlung geschlossen. Im Anschluß an diese Tagung fand eine Sitzung des neu gewählten und neu bestellten A u f s i ch t s - rotes statt, die durch Herrn Regierungsrat Grein berufen war. In dieser Sitzung wurden gewähll: 1. Zum Vorsitzenden des Aussichtsrates Herr komm. Beigeordneter Rechtsanwalt Luley. Gießen, 2. zum ftelloertr. Vorsitzenden des Aufsichtsrates Herr Fabrikant Dr. Erasmus Pauly. Gießen, 3. zum Schriftführer des Aufsichtsrates Herr komm. Beigeordneter Karl Euler, Wiefeck, 4. zum ltelloertr. Schriftführer des Aufsichtsrates Herr Bürgermeister Wilh. Karl R o m p f, Lang- Göns. Zu unständigen Mitgliedern des Vorstandes wurden gewählt: 1. Herr Oberforstmeister Karl Nicolaus, Gießen, 2. Herr Kaufmann Adolf Su dheimer, Gießen. Zum Stellvertreter des Direktors wurde Herr Oberforstmeistcr Karl Nicolaus, Gießen, be- stimmt. Als ständige Mitglieder gehören die Herren: 3. Direktor Ph. Zachcis, Gießen: 4. Rechner Wilh. Braun, Gießen: 5. Kontrolleur Hrch. Feick, Gießen, dem Vorstände an. Hochschulgruppe Gießen der Glaubensbewegung -Deutsche Christen^. Am Donnerstag veranstaltete die H o ch f ch u l - gruppe Gießen der Glaubensbewegung „deutsche Christen' mit der Stuben- tenschaft eine Kundgebung, bei der Herr Studien- Direktor Scheller, Naumburg, über dos Thema „D a s gläubige Dennoch der deutschen Christen' sprach. Der Referent führte — so berichtet man uns — folgendes aus: Wir wollen zu dem Kern durchdringen, der das Innerste und Heiligste umfaßt, dem Dennochglauben Luthers. In diesem Dennoch steckt ein Sichwehren- müssen, eine Kampfstellung der Bewegung, die verlangen kann, daß auf ihre Kernsache gehört wird. Die Rechtslage der Bischofsfrage ist im Augenblick die befragtest« Sache. Doch soll hier nichts abschließendes pro oder contra gesagt werden. Der häufigste Vorwurf, den man uns macht, ist der, daß wir kein Verständnis für die Staatsfrecheit der Kirche hätten. Demgegenüber sogen wir, daß die Kirche nichrs weniger als Politik vertragen kann. Sie soll und muß in ihrer Verkündigung frei sein, das ihr von Gott aufgetragene Wort sagen zu rönnen. Denn hier ist etwas anoerttaut, das sich keiner Autorität beugt und beugen kann. Aber sie kann staatsgebunden sein in ihrer Menschlichkeit, ihrem äußeren Erscheinen. Gottes Dort will gerade dort in diesen Formen menschlichen Zusammenseins Gestalt gewinnen. Darin soll sie gerade stark sein, darin beweist sic ihre Kraft, daß sie vor dieser Bindung traft ihres Inhaltes keine Angst hat. Ilrre Erzogen- heit zum Staat gehört nicht zu ihrer Glaubenssubstanz. Diese enge Verbundenheit muß nicht um des Staates, sondern um der Kirche willen gefordert werden nach jenem großen Erleben der jüngsten Vergangenheit. Jeder Diener der Kirche soll jene vier Tugenden des Staatsbürgers leuchtend zwin- gen: Treue, Gehorsam, Disziplin und Beharrlichkeit. Denn in der Kirche als Hüterin des höchsten Gutes auf Erden darf der Mangel an jenen Tugenden nicht gefunden werden. Das ist ein Staatsinteresse, das die Kirche dem Staate zubilligen muß. Anderseits müßen wir uns wehren gegen eine Verkirchlichung des Staates. Denn in der Kirche sind Kräfte mobil, die durch falsch verstandenes Evangelium die tragenden Kräfte des Staates zu zermürben drohen, indem man glaubt, daß das Evangelium zum Staatsgesetz in dieser Well gemacht wer- Iben könne (religiös-soziales Verständnis). Es kann nie Ersatz gefunden werden für ein weltlich Regiment etwa durch das Evangelium. Auch Christen brauchen jenes Herde, ftrenge Denken weltlichen Regiments, wollen wir nicht in einer Täuschung untergehen. Luther hat keine Schuld daran, wenn in jenen kirchlichen Kreisen Staat und Staatsordnung als eine Sache minderen Rechts angesehen werden. Der Staat muh wehren können, muß Macht haben, wenn er schützen will, und in der Welt muß geschützt werden, gerade daß die Kirche ihre Aufgabe tun kann. Man kann Evangelium nicht predigen in ein von allen Bindungen freies Menschen- tum. Evangelium kann nur da hörbar gemacht werden, wo Gesetz und Obrigkeit in seiner tiefsten Verbindlichkeit verstanden wird wie im neuen Staat, wo wir etwas spüren von jenem Imperativ als Un- bedingtem. Jene pietistisch kirchlichen Kräfte sind nicht mehr zeugniskräftig genug für den modernen Menschen: sie haben wohl die Kraft, sich in sich zu konservieren, aber sie sind nirgendwo mehr in ein wirkliches Gespräch mit dem Fronttämpfer des Weltkrieges gekommen, weil ihr gefehlt hat ein In- tereffiertsein an dem Anliegen des Mannes, besten Seele im Deutschland, Deutschland schlug. Auch wir willen uns stehend vor dem, vor dem wir einst stehen werden und zurückverwiesen auf das Feld hier aus Erden, wo uns unsere Aufgabe erwartet. Auch wir haben etwas verspürt von jener Autorität, die über uns steht und über uns verfügt, und wissen, daß in dieser Gebundenheit die höchste Freiheit besteht. Deshalb wollen wir den Staat in jenen letzten Grund einbauen und verwurzeln in allerletzter Bin- bung. So steht das Volk vor der Kirche in dem Verlangen, wieder Boden unter die Füße zu bekommen, auch Staat und Regiment wieder als Gottesordnung zu lehen. Wir, das deutsche Volk, sind seit der Reformation auf Gedeih und Verderb mit der evangelischen Kirche durch Luther verkoppelt, die Neubesinnung ist ohne Luther nicht denkbar, weil reformatorisches Gut in ihr steckt. Was man an uns haßt, ist nicht zuletzt lutherisches Erbgut: so wollen wir stehen und lamp- sen. weil das Volk jetzt ruft nach der Kirche als nach ihrer Predigerin, mit ihr in den vordersten Reihen zu stehen, um ihm in schonungsloser Wahrheit in Vollmacht zu sprechen vom Gesetz des ewi- gen Gottes und vom Evangelium Christi. Das ist das dröhnende Pochen der deutschen Christen an das Tor der Kirche. Wir brauchen jetzt weniger Samariterdienst als Kräfte für den großen Kampf, wir brauchen weniger Samariterkolonnen als milites (Streiter) Christi. Im Schlußwort dankte Herr Prof. D. Born- lamm dem Redner und wies darauf hin, daß cs heute keine Seltenheit ist, daß so viele Studenten auf die religiöse Frage wieder hören; das ist in unserer Führung so wie auch im Volk. Es ist ein Zeichen dafür, daß der Strom des Umbruches ein religiöser Strom ist, der an uns und die Kirche strömt. Wichtiger als die Personensrage ist die Kirche und die Bewegung der deutschen Christen. Wir wollen nicht wieder schuldig werden wie die Kirche in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als sie dem erwachenden Arbeiter keine Antwort zu geben vermochte. Deshalb wollen wir uns zusammenschließen und ein Stück Gemeinde sein, der es um die Kirche und um das Volk geht, um sie vor der drohenden Fäulnis zu bewahren. Leeresfachschule für Verwaltung und Wirtschaft in Gießen. Vorn 13. bis 16. Juni sanden die diesjährigen Ab- schlußprüsungen II und I unter dem Vorsitz des hiesi- gen Truppenunterrichtsleiters, Fachstudiendirektor B o u ch h o l tz, statt. Nachstehende Behörden hatten je einen stimmberechtigten Vertreter in den Prüfungsausschuß entsandt: Oberpostdirektion Darmstadt; Reichsbahndirektion Frankfurt a. M.; Landes- jinanzamt Darmstadt; Ministerium für Kultus und Bildungswesen in Darmstadt; Industrie- und Handelskammer in Gießen: Hessischer Städtetag in Darmstadt; Hessischer Landgemeindetag in Gonsen- heim. Der Abschlußprüfung II (Berechtigung zum (Eintritt in den gehobenen mittleren Beamtendienst) unterzogen sich 5 Prüflinge: der Abschlußprüfung I (Berechtigung zum Eintritt in den einfachen mittleren Bureaudienst) unterzogen sich 19 Unteroffiziere, Mannschaften und Dersorgungsamvärter. Sie haben alle die Prüfung bestanden. Die Abschlußprüfung II bestanden: FeDwebel Manns; Ders.-Anw. Pfeffer; Ders.-Anw. P i o s e k ; Feldwebel Ritter; Unterfeldwebel Sch le i n i n g. Die Abschlußprüfung I bestanden: Feldwebel Bormuth; Feldwebel B o n nie ; Unterfeldwebel Bischel; Obergefreiter Dietzel; Feldwebel Dinges; Vers.-Anw. Supp; Feldwebel Fröhlich; Feldwebel Funk; Ders.-Anw. G a n ß ; Feldwebel Maiß; Oberfeldwebel Müller; Obergefreiter P e r s ch ; Stabsgefreiter Ramge; Stabsgefreiter Stahl; Feldwebel Stoll; Feldwebel oiebeder; Vers.-Anw. Schmidt; Ders.-Anw. Schnee; Feldwebel Wenzel. Das Sommerfest der Gießener Studentenschaft. Die Leitung des diesjährigen großen Sommer- festes der Gießener Studentenschaft zu Gunsten der Gießener Studentenhilfe am Sonntag, 18. Juni, 20 Uhr, in der Dottshalle teilt über die Ausgestaltung des Festes folgendes mit: Das Grundrnotio der Beranftaüung ist die ,Lleinftadt". Es werden unter Mitwirkung von Mitgliedern des Stadttheaters, der Studentenschaft, der hiesigen Innungen, sowie von hündischen Gruppen Szenen aus deutscher Vergangenheit und Gegenwart aufgeführt. Die Spielleitung liegt in den Händen von Herrn Spielleiter Heinrich Hub vorn Gießener Stadttheater. Die Teilnehmer am Feste, welche wir in sehr großer Zahl zu sehen wünschen, werden im Rahmen des Abends aus der Zeit des 30jährigen Krieges bis hinein in die jüngste Gegenwart geführt werden. Der Aufbau des großartigen Bühnenbildes,'sowie die Ausgestaltung der Festhalle überhaupt werden von dem bestens bekannten technischen Leiter des Stadttheaters, Herrn Löffler, gekettet. Unter den wetteren Mitwirken- den sehen wir Herrn Tanzlehrer B ä u 1 k e mit verschiedenen Tanzgruppen, das bekannte Landsknechtspaar Krämer und Metz aus Frankfurt a. *Dl, sowie eine wettere Zahl namhafter Kräfte. Herr Ge- wandmeister Huber vom Stadttheater sorgt für die historische Kostümierung. Die Belustigungsstände werden durch die hiesigen Korporationen verwaltet. Große Tanzflächen, Buden aller Art, sowie die unentbehrlichen nahrhaften Stände werden dem Som- merfeft das allbekannte bunte Gesicht geben. Frohe und genußreiche Stunden stehen jedem bevor, der am Sonntag den Weg in die Dottshalle findet. Dabei möchten wir wiederum betonen, daß es sich bei dem Sommerfeft der Studentenschaft nicht nur um ein Fest für Angehörige der Universität handelt, sondern um eine Angelegenheit der gesamten Gießener Bürgerschaft zur Teilnahme daran herzlichst eingeladen ist. Man beachte die heutige Anzeige. Vorfrage vor der Studentenschaft. Dom Amt für politische Schulung der Gießener Studentenschaft wird uns mitgeteilt: Am Mittwoch, 21. Juni, sprechen im Rahmen des politischen Abends der Studentenschaft die Herren: stud. tbeol. et phil. Seipp über: „Das Werden des Arbeitsdienstgedankens'; Regierungsrat Dr. Sues über: „Der deutsche Arbeitsdienst'; Studienrat Dr. König über: „Auslandsdeutschtum und Arbeitsdienst unter besonderer Berücksichtigung der Passauer Tagung". Bornottzen. lagestalenberfür Samstag: Neues Schloß, 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, Werbe-Ausstellung hessischer und rheinischer Kunsttöpfereien. — Flughafen-Restaurant und Cafe, nachmittags Garten-Konzert, abends große Illumination. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die blonde Christi'. ** Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Prooinzialstrahe Langgöns- Holzheim (Abzweigung ©rüninigen—Holzheim) ist wieder aufgehoben. ** Sonntagskarten zum SA.-Tag in Münzenberg. Vom Bahnhof Gießen wird uns mitgeleilt: Zur Sonnwendfeier und SA.-Treffen der Standarte 222 auf der Burg Münzenberg am 18. Juni werden Sonntagsrückfahrkarlen von allen Bahnhöfen der Strecken Friedberg—Mücke, Lollar— Vilbel-Nord, Gießen—Gelnhausen, Vilbel-Norl^- Slockheim, Friedberg—Hanau Hbf., Friedberg—Bad Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskredttgefellfchaft Berlin W 8, Behrcnsstraße 2122, sowie auf deren Reid)»- bankgirokouto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobezeichnung: „Stiftung für Opfer her Arbeit'. Homburg, Friedberg—Nidda, Gießen—Mücke, Collar—Grunbcrg nach Münzenberg (Butzbach-tzicher Eisenbahn) ausgegeben. Geltungsdauer: wie allgemein an Sonntagen. " Sonderzüge aus Anlaß der Son- nenwendfeier und des SA. - Sportfestes in QHünAcnberg. Am Sonntag. 18. 3uni, verkehren auf der Butzbach—Sicher Eisenbahn folgende Eonderzüge: Münzenberg ab 22.30 Ahr. Butzbach-West an 22.58 Uhr, Bad-Aauheim - Bord an 23.18 Uhr. Anschluß an die Reichsbahn- züge m Butzbach und Bad-Bauheim In Richtung Gießen bzw. Frankfurt (Bk.) wird erreicht. Don den Bahnhöfen der Butzbach— Licher Eisenbahn werden an diesem Tage verbilligte Rückfahrkarten nach Bkunzenberg ausgegeben. Meidet die Gefahren des Wassers! Zehn beherzigenswerte Richtlinien. Alljährlich ertrinken in Deutschland viele Men- schen nicht nur, weil sie meistens des Schwimmens unkundig sind, sondern auch durch Außerachtlassung der einfachsten Baderegeln. Zur Verhinderung von Unglückssällen in und auf dem Wasser und zur Erleichterung des Rettungswesens der Deutschen Ret- tungsgesellschast kann nicht oft genug daraus hin- gewiesen werden, daß den Anordnungen und Ratschlägen der Rettungsschwimmer und Rettungswachen im eigenen Interesse und zur eigenen Sicherheit Folge z u leisten ist. Bor allen Dingen sind die Arbeiten der Rettungsschwimmer weitgehend zu unterstützen und nicht in Verkennung der Sachlage zu behindern, oder sogar die Retter tätlich anzngreifen. Diese Handlungsweise ist moralisch zu verwerfen und wird strafrechtlich verfolgt. Um Unglückssälle zu vermeiden und dem „nassen Tod' entgegenzutreten, ist es erforderlich, daß 1. Nichtschwimmer nicht wetter als in brusttiefes Wasser gehen, eine Welle hat sonst die Schwimm- unkundigen schnell in Untiefe gehoben. 2. Vor dem Baden ist es nötig, sich über die Wasserverhällnisse und Wasserttesen zu erkundigen. Die Rettungswachen geben hierüber gerne Auskunft. 3. Nicht erhitzt ins Wasser gehen, auch nicht nach längerem Sonnenbad, Lauf oder Anstrengungen. Durch Zusammenziehen der Haut entsteht leicht Schlaganfall. Erst abkühlen. 4. Nicht im Kopfsprung in unbekannte seichte ober trübe Gewässer gehen, sondern durch Fußhocksprung. 5. Nie mit vollem Magen haben, dadurch können Schwindel- und Ohnmachtsanfälle eintreten. Durch Sprung mit vollem Magen ins Wasser wird Brech- reiz ausgelöst. Der Schwimmer erstickt dann an seinem eigenen Mageninhalt. * 6. Im offenen Strom oder See nur in Begleitung schwimmen. Sumpfiges und schilfdurchwachse- nes Wasser meiden. 7. Bei Ohrenleiden — Trommelfellbeschädigung — Ohren mit ölgetränkter Watte verstopfen, da sonst durch den Eintritt von kaltem Wasier das Gleichgewichtsorgan gereizt wird und der Schwimmer die Orientierung verliert und sich dadurch evtl. auf den Grund arbeitet. 8. Die in den Strom hinausragenden Buhnen ober Kribben bergen insofern Gefahr in sich, als durch den veränderten Wasserstand an zuletzt passierbaren Stellen beim neuen Ueberschwimmen Verletzungen heroorgerufen werden. Auch wird der Schwimmer durch das drehende Master der Strom- Wanderung oft von Angstzuständen erfaßt, feine Kräfte erlahmen bann durch erregtes Schwimmen und ein Untersinken ist ohne Rettung unvermeidlich. 9. Anschwimmen an verankerte oder oorbeifah- rende Schiffe ist zu vermeiden, sie Haden manchem den Tod in den Wellen gebracht, da beim Verpaffen der Schiffe die ganze Kraft nur auf die Erfassung des Schiffes eingestellt war. 10. Bei niedriger Temperatur nie lange im Wasser verweilen, da sich eine Ueberempfindlichkeit bemerkbar machen kann, die sich in Kraftlosigkeit und Bewußtlosigkeit auslöst und daher ein unbemerktes, lautloses Untergehen nach sich zieht. Dekanatötag des Dekanats Gießen. Eine Entschließung zur lirchenpolitischen Lage. X Gestern trat im Iohannessaol zu Gießen der Dekanatstag des Dekanats Gießen unter dem Vorsitz von Dekan G u ß m a n n - Kirchberg zusammen. Als Gast war Superintendent Ober- kirchenrat D. Waaner anwesend. Nach dem Lied „Ach bleib mit deiner Gnade' hielt Pfarrer Steiner- Hausen die Morgenandacht über Kol. 2, 18. Die heilige Ausgabe der Kirche sei auch heute Schutz der Minderheiten um des Ganzen willen, von ihrem Ziel dürfe sie sich durch nichts abdrängen lasten. Nach dem Gebet gedachte der Vorsitzende der seit der letzten Tagung verstorbenen Mitglieder: Pfarrer Hartmann, Alten-Duseck, Pfarrer Lic. Waas, Gießen. Wilhelm S ch u ch a r d, Gießen (Lukas), Bürgermeister Meyer, Staufenberg, Balthasar Hirz V., Watzenborn, Wilhelm Godel I., Pohl- Gons. In feiner Eröffnungsansprache betonte Dekan Gußmann, daß die Kirche keine Umschaltung brauche und in ihrer Knechtsgestalt niemals mit Rom konkurrieren wolle. Besprochen wurde der gedruckt vorliegende Bericht des Dekanats- ausfchusses über die Jahre 1931,32. Dabei wurde der Feier des 31. Oktober gedacht, der immer mehr in bas Dolksdewußtsein hineinkommen soll. Besprochen wurde weiter die Feier des Gründonnerstags. Auch die Berichte der Vertrauensleute der Aeußeren und Inneren Mission, des Dekanatserzie- hungsvereins. Evangelischen Bundes, Gustav-Adolf- Verein, der Kirchengefangvereine und Posaunenchöre lagen gedruckt vor und wurden besprochen. Der Voranschlag 1933 34 bewegt sich mit Einnahme und Ausgabe von 900 Mark im Jahre im seitherigen Rahmen und wurde gutgeheißen. Darauf behandelte Pfarrer Lenz- Gießen das Thema: „Die Landeskirche und die politischen Weltanschauungen der Gegenwart'. Seinen Ausführungen lagen folgende Thesen zu Grunde. 1. Der Zusammenbruch des Liberalismus und des Marxismus und das siegreiche Ausflammen der nationalsozialistischen Wellanschauung stellt die Kirche vor die Frage nach gesteigerter Leistung. 2. Diese Frage hat die Kirche zu hören und zu beantworten als Kirche, die ihre besonderen gottver- ordneten Gaben für Staat und Volk zu geben hat. 3. Die Kirche verkündigt das Gesetz Gottes und den Glauben an den dreieinigen Gott, den Schöpfer, den Erlöser, den heiligen Geist. 3a. Im Zusammenhang mit dem ersten Glaubensartikel erkennt die Kirche die neuentdeckten Werte von Boden, Blut, Rasse, Volkstum als Gottes Schöpfergaben und ist bereit, diese Erkenntnis von Schrift und Bekenntnis aus zu vertiefen und zu reinigen. 3b. Der eigentliche (spezifische) Auftrag der Kirche ist ihr von dem Herrn Jcsus gegeben. Sie soll das Evangelium vom Heil in Christo predigen, d. h. von der Erlösung von Sünde, Tod und Teufel, von der Versetzung des Gläubigen aus dem natürlichen Gebiet in das Reich Gottes, bas hier im Werden und jenseits in der Vollendung seine Stätte hat. 3c. lieber die Gemeinschaft des Blutes und der Rasse hinaus bekennt und verkündigt die Kirche die Gemeinschaft der Gläubigen im heiligen Geiste (3. Artikel). 4. Sotdnge die Kirche in Kraft des heiligen Geistes aus der Fülle des Evangeliums den Befehl ihres Herrn erfüllt, wird sie nie eine sterbende Kirche sein, selbst wenn die Zahl ihrer Glieder zu Zeiten klein werden sollte. Sie wird aber gewiß eine sterbende, wenn sie gefügige Dienerin eines Staates ober einer politischen Weltanschauung wird, obwohl dann zu Zeiten ihr sichtbarer Auftrieb mächtig erscheinen kann. 5. Die Gefahr, daß innerhalb der Kirche durch Verminderung ihres Wesens der Tod einschleicht, sehen wir von den deutschen Christen her drohen. Die „deutschen Christen' hatten die hohe Aufgabe, nichl nur Vertreter des Nationalsozialismus in der Kirche zu fein, sondern vor allem Anwalt der christlichen Kirche in einem alle Gebiete angreifenden Staat zu sein. 6. Nur als selbständige, einmütig bekennende, arbeitende und das Kreuz tragende Kirche dienen wir im wahrsten Sinne unserem Volke und Staate. An die mjt lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß sich eine rege Aussprache an, in der auch sehr stark für die Glaubensbewegung der deutschen Christen eingetreten wurde. Es sprachen Sattler. Wiefeck, Ausfeld. Gießen, Neuenhagen, Gießen, S ucker, Gießen, Fi- scher, Gießen, Bechtolsheimer, Gießen, Dr. S) e p ö i n g, Gießen, Oberkirchenrat D. Wagner, Rehne11, Gießen, Bönning, Rödgen. Rach einem Schlußwort des Vortragenden wurde folgende Entschließung einstimmig an- g e n o m m e n: „Der Dekanatstag des Dekanates Gießen begrüßt 1. die nationale Erhebung unseres Volkes und die Befreiung des Volkslebens von den zerstörenden Einflüssen religionsfeindlicher Kräfte (Gottlosenschulen); 2. er betont das selbständige Recht und die Vollmacht der Kirche auf Grund ihrer göttlichen Stiftung und Sendung; 3. er erkennt die heilige Pflicht der Kirche, unserem Volke das Gesetz Gottes und das Evangelium von Christus zu predigen; 4. dazu bedarf die Kirche der ungehinderten Freiheit der Predigt und der ungeftfimälerlen Haltung des christlichen Sonntags; 5. er beklagt aufs tiefste den durch politische Agitation in bk Kirche getragenen Zwiespalt um die Person des Reichsbischofs; 6. er erfleht, daß Gott uns schenke eine einige, geistesmächtige deutsche evangelische Reichskirche unter Führung des vom Vertrauen des überwiegenden Teiles des evangelischen Kirchenvolkes Deutschlands und insbesondere der Kirchenregierung unserer evangelischen Landeskirche getragenen Reichsbischof von Bodelschwingh.' Nach dem Lied „Erhall uns Herr, bei beinern Wort' schloß der Vorsitzende die Tagung. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. 3m Schlachtviehgcschäft ist in der afcgelaufenen Derichtswoche keine nennenswerte Veränderung im Vergleich zur Vorwoche eingetreten. Der Absatz läßt weiterhin zu wünschen übrig. 3m allgemeinen erfuhren die Preise keine größeren Abweichungen, meist tieften sie für geringere Qualitäten etwas nach, während gute Ware den Stand behauptete. Am Schweinemarkt ergaben sich Rückgänge um 2 bis 3 Mk., da der gesteigerten Zufuhr nich. der en.sprech:nde Absatz gegenüberstand. Die wärmere Witterung drückt sich an diesem Markt ganz besonders aus. Das Geschäft war sehr ruhig, doch wurde der Markt geräumt. Die Beschickung stellte sich mit 4892 um 1415 Stück höher. Schweine b) 34 bis 36 Mk., c) 33 bis 36, d) 31 bis 35 Mk. Am Rindermarkt verblieb nach ruhigem Handel etwas äleberstand. Die Zufuhr betrug 1439 gegen 995 Stück. Die Preise für Färsen, sowie für geringere Ochsen und Dullen gaben etwa 1 Mk. nach, im übrigen blieben die letzten Rotierungen unverändert. Ochsen al) 30 bis 33 Mk-, a2) 26 bis 29, bl) 22 bis 25; Dullen a) 26 bis 30, b) 21 bis 25; Kühe a) 25 bis 28, b) 21 bis 24, c) 17 bis 20, d) 12 bis 16; Färsen a) 30 bis 33, b) 27 bis 29, c) 22 bis 26 Mk. Das Kälbergeschäft verlief zwar ruhig, anfangs der Woche gaben die Preise etwa 1 bis 2 Mk- nach, doch konnten sie später diesen Rückgang wieder ausgleichen. Die Beschickung von 1432 (4- 101) Stück wurde ausverkauft. Kälber b) 38 bis 41 Mk., c) 34 bis 37, d) 26 bis 33 Mk. Am Schafmarkt war die Zufuhr mit insgesamt 84 Stück um 47 Stück größer, trotzdem kam eine amtliche Rotiz nicht zustande. Bei etwas höheren Preisen (etwa 22 bis 32 Mk.) und ruhigem Geschäft wurde der Markt geräumt. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. Der Getreidemarkt erfuhr in der abgelaufenen Woche verschiedene Anregungen, so daß die Stimmung als befestigt bezeichnet werden kann. Allerdings trat eine Belebung des Geschäftes nicht ein, da infolge der erhöhten Forderungen für Brot- und Futtergetreide innerhalb des Handels starke Zurückhaltung geübt wurde. Die Erhöhung der Zuschläge auf die von der Monopolstelle bewirtschafteten Futtermittel wirkte besonders für den Hafermarkt befestigend. Bei kleinem Angebot trat einige Rachfrage auf, und bei zeitweise relativ lebhaftem Llmsah zog der Preis gegenüber der Vorwoche um 5 Mark auf 152,50 bis 155 Mark per Tonne an. Das Weizengeschäft in dieser Woche war gering, da der Mehlabruf trotz ermäßigter Forderungen nur schleppend war. Weizen notierte mit 210 Mark per Tonne unverändert. Für Weizenmehl südd. und niederrhein. Spez. 0 stellten sich die Preise auf 30,25 bis 31,25 Mark je 100 Kilo. Der Roggenpreis zeigte sich trotz zuweilen etwas größeren Angebots als sehr widerstandsfähig, wobei der etwas bessere Roggenmehlabsah von Einfluß gewesen sein dürfte. Roggen notierte unverändert 172,50 bis 173,50 Mark per Tonne, Roggenmehl blieb zu 23,50 bis 25,25 Mark je 100 Kilo ebenfalls behauptet. Der Kraftfuttermittelmarkt war fest gestimmt, doch kamen infolge des um 6 Mark je 100 Kilo erhöhten Monopvlzuschlags kaum größere Abschlüsse zustande, da allgemein Zurückhaltung herrschte. Etwas Belebung zeigten Weizen- und Roggenkleie, sowie Rachmehle, zumal das Angebot infolge der geringen Mahltätigkeit der Mühlen sehr gering ist. Die Preise hierfür waren gegenüber der Vorwoche um 50 bis 60 Pfennig je 100 Kilo erhöht. Weizenkleie 8 bis 8,10, Roggenkleie 8,75 Mark, Sojaschrot, alte Abschlüsse stellten sich einschl. des Monopolzuschlags auf 11 Mk., neue Abschlüsse ohne Zuschlag auf 9,75 bis 10,25 Mark Brief. Palmkuchen und Crdnußkuchen neue Abschlüsse ohne Zuschlag notierten 9,90 bis 10,15 bzw. 12,25 Mark je 100 Kilo Frachtparität Frankfurt a. M. Von Rauhfuttermitteln war Weizen- und Roggenstroh drahtgepreht um etwa 60 Pf. teurer, der Preis stellte sich auf 2,60 bis 2,80 Mk., während gebündeltes Weizen- und Roggenstroh mit 2,20 Mk. je 100 Kilo, sowie Heu mit 4,50 Mk. unverändert blieb. Der Kartoffelmarkt hatte feste Tendenz bei guter Nachfrage; gegenüber der letzten amt- Iidjen Rotiz anfangs des Monats zog der Preis für Industriekartoffeln hiesiger Gegend um 40 Pf auf 2 bis 2,15 Mark per 50 Kilogramm bei Wag- gonbezug ab Frankfurt a. M. an. Die Bestände belaufen sich auf etwa 4,9 Millionen Tonnen, von denen noch 800 000 Tonnen dem Markt zugeführt werden sollen. * D i e Bautätigkeit im April. Die Belebung des Wohnungsbaues hielt weiter an. Die Zahl der genehmigten, begonnenen und fertiggestellten Wohnungen war größer als im Vormonat und im April 1932. Die aus dem Vorjahr unvollendet übernommenen Bauten wurden in steigendem Maße aufgearbeitet. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden 1146 Nichtwohngebäude mit 1 2 0 400 Kubikmeter fertiggestellt. Nach der Größe des Umbauten» raumes blieb die Leistung um 48,5 Prozent hinter der des Vorjahres zurück, während sich bei den 'Baubeginnen (920 500 Kubikmeter) eine Steigerung um 21 Prozent ergab. Die Bauerlaubnisse (898 700 Kubikmeter) verminderten sich um 29 Prozent. * D i e Kraftfahrzeugproduktion im April. Produktion und Absatz der Kraftfahr- und Personenkraftwagenindustrie haben sich im April weiter aufwärts entwickelt. Es wurden 7463 (5773 April 1932) Personenkraftwagen her- gestellt und 8453 (4480) abgeseht, während sich die Produktion von Kleinkrafträdern auf 2663 (4152) und der Absatz auf 2634 (4009) belief. In der Liefer- und Lastkraftwagenindustrie wurde der Märzstand nicht überschritten. Im Vergleich zum April v. I. sind nahezu doppelt soviel Personenkraftwagen abgeseht worden, während sich der Absatz an Grohkrafträdern und Lastkraftwagen um Sonntag, 18. 3uni. 6.15 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.25: Von Fulda: Morgenfeier. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Ein Gang durch den Zoo. 11: Aus dem neuen Gedichtband „Herbstgotang" von Agnes Miegel. 11.30: Von Leipzig, Reichssendung: Kantate: „D Ewigkeit, du Donnerwort" von Johann Sebastian Bach. 12.5: Von Trier: Mittagskonzert I des Stadt. Orchesters Trier. 13: Mittagskonzert II (Schallplatten) 14.30: Zehnminutendienst der Lanüwirtschafts- kammer Wiesbaden. 14.40: Stunde des Landes. 15.30: Kasperl-Stunde. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: „Die letzten deutschen Flößer". 18.15: „Aus der Geschichte des Alltäglichen". Von Carl o. Klinckow- stroem. 18.35: Fröhliches Zwischenspiel. 19.20: Sportnachrichten. 19.30: „Das 15. Deutsche Turnfest, Stuttgart 1933". Worte von Dr. Oberweyer. 20: Der In» tendant Walther Beumelburg spricht. 20.15: Titus Feuerfuchs oder Der Talisman. Posse mit Gesang in drei Aufzügen, von Johann Nestroy. 21.30: Der -Liebestrank (Eltsir d'Amore), von G. Donizetti. 22.50 bis 24: Von Berlin: Nachtkonzert. Montag, 19. Juni. 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II des Kammerquintetts des Westdeutschen Rundfunks. 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters 18: Deutscher Almanach. 18.15: Schnellkursus in italienischer Sprache. Von Lino Masala und Frau Dr. Franck. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. Stimme des Grenzlandes: Saarland. 20: Der Sendeleiter Carl Stueber spricht 20.10: Bunter Abend. 20.45: 3 mal 5 Minuten. 21: Orchester-Konzert. Neuere deutsche Musik. 22.35: Friedrich Huch. Vorlesung aus seinen Werken. 23 bis 24: Nachtmusik. Die bayerischen Funkschrammeln. Dienstag, 20. Juni. 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 11: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert I des Rundfunkorchesters. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Der Hausfrau zur Erholung. 16.30: Badenweiler: Nachmittagskonzert des Kurorchesters. 18: „Kultur-Kuriosa". Allerlei Heiteres, von Werner Fuchs-Hartmann. 18.25: „Deutsche Bergwacht", Vortrag von K. Stiepel. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der Nation. Deutsches Lied und deutscher Tanz. 20: Der Leiter der Abteilung Aktion, Wilhelm Mllller-Scheld, spricht. 20.10: Der heilige Crispin. Lustspiel in fünf Aufzügen, von Paul Ernst 21.15: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 22.45 bis 24: Don Hamburg: Nachtmusik des Orchesters des Norddeutschen Rundfunks. Mittwoch, 21. Juni. 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: „Bewegte Tage aus der Po- ettoa ein Fünftel erhöht hat. Der Absatz von steuerfreien Kleinkrafträdern ist dagegen um rund ein Drittel hinter dem damaligen Stand zurückgeblieben. * Main-Kraftwerke A G., Frankfurt am M a i n - H ö ch st. Die Generalversammlung genehmigte debattelos den Abschluß und beschloß, aus dem Reingewinn von 908 438 (908 321) RM. eine Dividende von wiederum 4 o. H. zu verteilen. Auf- sichtsrat und Vorstand wurden einstimmig entlastet. Frankfurter Abendbörse freundlich. Frankfurt a. M., 16. Juni. Der Abschluß der Londoner Stillhalteoerhandlungen hatte zwar an der heutigen Abendbörfe eine etwas freundlichere Stimmung zur Folge, nachdem die Mittagsschluß- kurse bekanntlich ziemlich matt geschlossen hatten, zu einer nennenswerten Umsatzbelebung fehlte es aber an Aufträgen seitens der Kundschaft. Die Kulisse verharrte daher in Zurückhaltung. Die Berliner Schlußkurse waren meist gut behauptet. Im Ber- laufe fetzte sich für einige Spezialwerte eine leichte Befestigung durch. So gewannen Schuckert 1 v. H. und JG.-Farben zirka 0,50 v. H. Das Geschäft blieb allerdings klein. Am Rentenmarkt erhielt sich bei gut behauptetem Kurs einiges Interesse für die Altbefitzanleihe. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 12,40, Altbesitzanleihe 77,50, Schutzgebietsanleihe 8,10, 6 v. H. Stahlverein 65, Reichsbahn-VA. 99,13, DD-Bank 58,50, Reichsbank 138, Gelsenkirchen 61,25, Mannesmann 66,25, Rheinstahl 92,50, Stahlverein 39,90, AEG. 24,40, Zement Heidelberg 79,50, Scheideanstalt 171, Licht und Kraft 110,50, JG.-Farben 131,25 bis 131,65 (Nachbörse 131,75 bis 132), Lahmeyer 122, Schuckert 112,75 bis 113, Zellstoff Aschaffenburg 22, Hapag 17,40, Nordd. Lloyd 18,65. lenzeit". Begebenheitsn des Jahres 1848. Gelesen von Wilhelm Platt. 11: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert des Württ. Landes-Symphonieorchesters. 18: Kurzgeschichten. 18.25: Zeitfunk. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. Symphoniekonzert des Rundfunkorchesters. 20: Der Leiter der Abteilung Wort, Dr. Eberhard Moes, spricht. 20.10: Wir sind allein noch Land und Reich. Tragödie im Baltikum. 21.10: Konzert. 23 bis 24: Sonnwendfeier auf allen Bergen. Donnerstag, 22. Juni. 7.15 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker. 11: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Karl Nötiger spricht über sein Werk „Das Buch der Gestirne . 18.25: „Die elektro-akustische Orgel ohne Zeichen", Vortrag von Jörg Mager. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. „Annette Droste zu Hülshoss'. Eine Gedenkstunde, von Dr. Friedrich Castelle. 20: Der Regisseur Manfred Marlo spricht. 20.10: Hans Helling. Romantische Oper in 3 Akten und einem Vorspiel, von H. A. Marschner. Freitag, 23. 3unL 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Bad Reichenhall: Nachmittagskonzert des Pfalz- orchesters. 18: Zeitfragen. 18.25: Kurzgeschichten. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19: Von Breslau: Reichssendung: Stunde der Nation. Johann ohne Land. Hörspiel von Gerhard Menzel. Musik von Ernst August Voelkel. 20: Der Leiter des Schul- und Jugendfunks, Dr. Sven Schacht, spricht. 20.15: Aus London: Blasmusik der Wireleß Military Band. 20.40: Zwei Soldaten unterhalten sich: „Patrouillen vor Verdun", Gespräch zwischen Walter Oertel und Fritz Ludwig, damals Leutnant tm Jnf.- Regt. Nr. 81. 21.15: Festsaal der Stadthalle Kassel: Konzert, anläßlich des Regerfestes. 22.45 bis 24: Nachtmusik des Rundfunkorchesters. Samstag, 24. Juni. 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: „2000 Jungens helfen deutschen Bauern". Bon Hans Huffzky und Hans Köhler. 12: Mittagskonzert I erwerbsloser Berufsmusiker. 13.30 bis 14.30: Mittagskonzert II auf Schall- platten. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmtt- tagskonzert. 18: Thor Goote liest aus eigenen Werken. 18.30: Wochenschau. 18.50: Kurzbericht vom Tag. 19: Von Leipzig: Reichssendung: Stunde der Nation. „Fröhliche Musik aus dem Dresdner Zwinger". 20.10: Bunter Abend. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Rundfunkprogramm. G. A.-Gpori. Leichtathletik der Sp.-Bg. 1900. Nächsten Sonntag sind 1900s Leichtathleten nach zwei Richtungen tätig. Eine Mannschaft, in der Hauptsache mit jüngeren Kräften besetzt, bestreitet den 3. Klubkampf in Weilburg gegen den dortigen FV. Man erwartet, daß die 1900er auch diesmal einen klaren Borsprung herausholen. Eine kleinere Expedition wird nach Friedberg entsandt. Anläßlich ihrer Sportplatzeinweihung führt die dortige Turngemeinde leichtathletische Wett« kämpfe durch, zu denen einige befreundete Vereine Einladungen erhalten haben. Die Vertretung der 1900er steht noch nicht genau fest. 50 Za- re Turnverein Lollar. Am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag feiert der Turnverein Lollar 1883 das Jubiläum feines 50jährigen Bestehens. Mit einer Gedenkfeier für die verstorbenen Gründer und Gefallenen am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof, an der die SA., die Feuerwehrkapelle, der Kriegerverein und die beiden Gesangvereine teilnehmen, wird das Fest einen würdigen Auftakt erhalten. Anschließend bringt die Feuerwehrkapelle die Vereine nach dem Festplatz. Nach Begrüßung und Ehrung der Gründer werden turnerische Vorführungen der Schüler, Schülerinnen sowie Turnen der 1. Riege am Barren und Hochreck, 6er-Schmuckreigen des Radfahreroereins, Ge- fangsvorträge der Sängeroereinigung und des Turn- und Gesangvereins und Konzert für die Unterhaltung sorgen. Bengalisch beleuchtete Turner- Pyramiden beschließen den Tag. Am morgigen Sonntagvormittag beginnen die Wettkämpfe. Eine stattliche Anzahl Turner wird in friedlichem Wettstreit (Geräte-7-Kampf, volkstümlicher 4-Kampf) ihr Können unter Beweis stellen. Erfreulicherweise werden sich außer den Turnfreunden aus dem früheren Lahn-Dünsberg- Gau auch eine Anzahl der neuen Turnfreunde im Gau Hessen der DT., wie Mto. Gießen, Tv. Heuchelheim, Tv. Treis a. d. Lda. u. a. beteiligen. Ein stattlicher Festzug, an dem eine große Anzahl auswärtiger Vereine sowie die Ortsvereine teilnehmen, wird sich mittags durch die Ortsstraßen bewegen. Bannerweihe, turnerische Vorführungen, insbesondere Turnen der zwölf besten Wettkämpfer am Hochreck, Radreigen und Gesangsvorträge sowie Sie- gerverkündigung stellen das Programm des 9^ich- mittags dar. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Zum Abschluß der Saison wurde die 1. Elf des VfR. Butzbach nach Großen-Buseck verpflichtet. Die Einheimischen werden damit vor eine schwer zu lösende Aufgabe gestellt. Es gilt jedoch, nicht als Sieger aus diesem Spiel hervorzugehen, sondern neue Freunde für den Fußballsport zu werben. Butzbach dürfte wohl nicht enttäuschen, wenn man bedenkt, daß diese Mannschaft beachtliche Resultate in ihren letzten Spielen er-- zielt hat. Die Einheimischen, zum erstenmal in neuer Aufstellung auf eigenem Platze antretend, werden wohl alles hergeben, um ein ehrenvolles Resultat zu erzielen. Man hofft, einen ansprechenden Kampf zu sehen. Vor dem Spiel der 1. Mannschaft treten dis Schüler im Endspiel um den Wimpel gegen dis Schüler von 1900 Gießen an. Handball im Gau Hessen (O. T.) Tv. Großen-Linden I — To. Dornholzhausen I. Beide Mannschaften stehen sich zum ersten Male in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Die Gäste stellen eine faire und technisch gute Mannschaft, die in letzter Zeit beachtliche Erfolge errungen hat und dem Plahbesiher einen spannenden Kampf liefern wird. Der Ausgang ist nicht vorauszusagen, jedoch sollte man mit einem knappen Siege der Großen-Lindener rechnen können. Lützellinden I — Albach I. Am morgigen Sonntag treffen sich beide Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel in Lützellinden; sie stehen sich erstmalig gegenüber und die Gastgeber werden sich anstrengen müssen, wenn sie ehrenvoll bestehen wollen, da die Gäste in ihrem Bezirk mit an führender Stelle stehen. Zeitschriften. — Mutter und Kind, Zeitschrift für Ernäh. rung, Pflege und Erziehung des Kindes. Verlag Elwin Staude, Osterwieck a. H. Vierteljährlich (drei Hefte) 1,65 RM. einschließlich Porto. — Diese interessante und lehrreiche Zeitschrift, die vom Kaiserin- Auguste-Victoria-Haus, der Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit herausgegeben wird, bringt im Juniheft (Heft 6) einen Aufsatz „Erwachen der Intelligenz und Hirn- entwicklung beim Kleinkind", Evarnaria Blume de- richtet über Erbanlage und Umwelt — des Kindes Paten". Es folgen zahlreiche weitere Beiträge. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v H. ;yranfiuri a. Ml. Berlin Schlußkurs Echlußk. Abendbörse Schluß» turs Schlußk. Mittagbörse Datum 15.6. 16.6. 15.6. 16.6. 6% Dcunche Reichsanieihe o. i92i 84,5 84,5 84,4 84,4 6% ef)em.7% Tl.ReichSanl. v. 1929 90,75 90,5 90,75 90^5 5’/j% VoungAnleihe von 1930 .. 77,13 77 77,13 77 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mi: Ausios.-Rechten ........... 76,9 77,5 76,8 Tesch, ohne Ausloj.-Rechte..... 12,25 12,4 12,2 6% eiern. 8% Hess. Solleftaat 1929 (rüdxafjlb. 102%)........... 79 79,5 79 Oberhessen Provinz-Anleihe tnL Auslol.-Rechten ............ 68 68,5 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold 91. 12........ 82,25 82,25 654% Hess. Landes Hypothekenbank Darmstadt Liqul...... 85,5 86 Deutsche Komm. Lammelab l.An leihe Leriel mit Ausios.-Rechten 69,9 70,13 70,13 69,9 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Baw Goidpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hhp.-Ban Gvldpfe. 16 unkündbar bis 193i 83,25 83,25 83 82,75 _ 6’/-% ehern. 4'/t% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe ..... 85 85,65 _ 6'/,% ehern. 4!',% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfc. ... 6% ehern. 8% Pr. Landespfand briefanstchl, Pfandbriefe R. 19 85,75 86,25 _ — 84 85 85 6% ehern. 7% Pr. Landespsand briesanstalt. Pfandbriefe R. 1< 84,5 84 84 84 I Verrechnungskurs .......... 85.75 85,75 85,75 4% Oefterreichlsche Goldrente... — — — _ 4,20% Oeslerreichische Silberrent. 1,2 1,25 — 1,25 4% Üngarische Goldrenle ....... — —- — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — <¥,% desch. von 1913.......... — — — — 5% abgesl. Goldmexikaner von 99 11,5 11,6 6,45 11,5 11,65 4% Türkische Zollanleihe von 1911 6,45 6.45 6,35 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.................... 6,4 6,5 — 6,35 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abcnd» börse Schluß» turs Schlußk. mittag» börse Latum 15.6. 16.6. 15.6. 16.6. 4% becgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. vereint». Rente v. 1903 4!4%Rumän.vereinh.Reniev.l9i3 4% Rumänische vereint). Rente . 8%% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....c Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Privat-Bank... o Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank .................. A.E.G..................... L Eiektr. Lieferungsgesellschast 5 Licht und Kraft .............p Feiten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen................ Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert & Eo............ 0 Siemens & Halske...........< Lahmeyer L Co................ Buderus ...................। Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Reueksen.. 0 Ilse Bergbau ...............7 I>Ie Bergbau Genüsse .... ... 7 Klöcknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhren........0 6,4 5,75 4,9 28 17,5 18,4 50,5 51 59 47,5 137,5 25,13 92 111 55,75 93 96,75 113,5 164,5 124 75,25 117,75 62.75 104,4 156 121,5 59 68,75 6,5 5,75 10,5 4,8 28 17,4 18,65 49,5 91 51 58,5 47 138 24,4 92,5 110,5 55,25 91 96,25 113 165,75 122 75,25 117 61,25 104,5 58,25 66,5 6,6 10,5 5 28,25 17,5 25 18,5 50,25 91 51,5 59 47,5 137,65 24,9 92 110,5 56 93,13 95,5 113,25 164,65 124,25 75,5 117 62,65 104,75 68,65 157,5 122 59 68,9 6,4 5,75 10,25 4,95 27,75 17,5 27 18,75 49,5 91 51 58,5 47 138,9 24,4 93,25 110,5 55 91,75 96,5 112 164,13 122,13 75 116 61,25 104,75 66,4 159 121,5 58 66,25 Frantiurt a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börl- Schluß» lurs Schlußk. Mittagbörse Ootum 15.6. 16.6. 15.6. 16.6. Mansselder Bergbau..... ... 0 25 25 25,75 24,5 Kokswerke .............. ... 0 — — 83 82 Phönix Bergbau......... ... 0 40,9 39,75 40,75 39,75 Rheinische Braunkohlen .. ...10 208 206 208 207 Rheinltad! .......... ... 0 94,25 92,5 94,5 92,4 Bereinigte Stahlwerke.... ... 0 40,13 39,9 40,13 39,5 Olavi Minen ........... ... 0 18 18,25 18,4 18,25 Kaliwerke Aschersleben.... ... 6 132 131,75 132 132 Kaliwerke Westeregeln .... ... G 132,5 133 132 Kaliwerke Salzdetfurth ... ... 9 176 174,5 175 172 I ®. Farben-Industrie ... 132,13 131,65 132,25 131,25 Scheideanstalt........... ...10 171 171 Goldschmidt .......... ... 0 51 51 51,13 50,5 RütgerSwerke........... ... 0 59,4 58,5 59 58,25 Metallgesellschast......... 39,13 38 38,5 38 Philipp Holzmann........ Zementwerk Heidelberg ... Cemenlwerk Karlstadt...... 57,5 79,5 79 = Schultheis Patzenhoser.... ... 0 _ 125,75 124,5 39 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 19,75 38,5 40 Bemberg................ ... 0 49,5 49,25 49,5 49,25 Zellstoft Waldhos......... ... 0 51 50,5 Zellstoff Aschaffenburg ... ... 0 22 22 Dessauer Gas............ Daimler Motoren......... Deutsche Linoleum ....... Orenstein & Koppel ....... Leonhard Tietz........... ... 7 ... 0 ... 0 ... 0 ... 6 30 48,25 23 30,25 49,5 23,5 115,75 30 48,13 48,25 115 30,13 49,5 47,5 29,9 170 Chade................... ...12 170,75 170,5 171,5 Gritzner................. Mainkrastwerke Höchst a.M. :::2 27,5 70 27,5 27,5 27,25 Süddeutscher Zucker ...... ... e 154.5 - 155,25 153,5 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. Bl. 15 3unl 1G.3unl Amtliche Notierung Geld | 25riei Amtliche Geld Notierung 1 Brie: Helsingsoro. Wien...... Prag...... Budapest ... Sofia..... Holland ... Oslo...... Kopenhagen. Stockholm... London..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel .... Italien..... Paris..... Schweiz ... Spanien.... Danzig.... Japan..... Rio de Ian. Jugoslawien Lissabon.... 6,339 46.95 12.64 3,047 170,08 72,48 63,84 73,68 14,33 0,908 3,506 59,04 22,07 16,62 81,67 36,06 82,52 0,894 0,229 5,195 13,05 6,351 47,05 12,66 3,053 170,42 72,62 63,96 73,82 14,37 0,912 3,514 59,16 22,11 16,66 81,83 36,14 82,68 0,896 0,231 5,205 13.07 6 339 46,95 12,59 3,047 170,13 72,48 63,84 73,68 14,34 0,913 3,551 59,04 22,08 16,62 81,57 36,06 82,57 0,894 0,229 5,195 13,05 6,351 47,05 12,61 3,053 170,47 72,62 63,96 73,82 14,38 0,917 3,559 59,16 22,12 16,66 81,73 36,14 82,73 0,896 0,231 5,205 13,07 Banknoten. Serlln, 16.3unl Geld Brief Amerikanyche Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................ 3,515 58,88 63,47 14,30 16,58 169,76 21,96 72,31 2,46 73,50 81,39 35,93 3,535 59,12 63,73 14,36 16,64 170,44 22,04 72,59 2,48 73,80 81,71 36,07 Spanische Noten................ Ungarische Note» ............... Nr. 159 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 17. Juni 1933 3m afrikanischen Harz. Äon Or. Paul Rohrbach. Wenn man durch den Suezkanal nach Ostasrika fährt, so ist Tanga der erste Hafen in unserm alten deutschen Schutzgebiet. Hier schlugen am 4. und 5. November 1914 ein paar Kompagnien Aslaris unter ihren deutschen Osfizie- ren, mit einer kleinen Zahl eingezogener Reser- oisten und Landsturmleuten, eine zwanzigsache eng- lilch-indische Uebermacht oollständia aufs Haupt und jagten sie auf ihre Transportschiffe zurück. Von Tanga ge$t die zu deutscher Zeit gebaute Usam- bara-Eisenbahn ins Innere. Sie hat ihren Namen von der Landschaft Ufambara, dem ersten Gebiet in Ostasrika, wo europäische Pflanzungen angelegt wurden. Man unterscheidet Nieder- und Hoch.Ufambara. Das eine ist tropisches Tiefland, das andere ein hochaufragender Gebirgshorft, der an Gestalt und Größe einige Aehnlichkeit mit unserm deutschen Harz hat, nur daß er zur doppelten Höhe aufragt. Daher bas herrliche Klima: mitten im blühenden Aequatorialasrika eine Insel der Kühle und Gesundheit. Als Deutschland von Ostafrika Besitz ergriff, war der ganze Tanga-Bezirk und Nieder-Ufambara mit tropischem Urwald bedeckt. Im Lauf von etwa zwanzig Jahren verschwand diese ganze Waldmasse vor der rodenden Arbeit deutscher Pflanzungsgesell- schäften und Unternehmer. Man pflanzte Manihot, eine Kautschukart, und Sisal. Der Manihot- Kautschuk wird aber nicht mehr gezapft, weil die Kulturen von Hevea-Kautschuk auf der Halbinsel Malakka und in Niederländisch-Indien ein viel billigeres Produkt liefern. Die großen, mit viel Kosten und immenser Mühe gepflanzten Manihot-Wälder in Tanga und Ufambara liegen ertraglos da. Sisal ist eine mexikanische Aaaoenart, in deren dicken, fleischigen Blättern eine hanfähnliche Faser von großem Wert steckt. Im 7. ober 8. Jahr treibt die SifalpflanAe einen hohen, baumähnlichen Blü- tenschaft unb stirbt danach ab. Aus der Blüte ent- wickeln sich kleine, vollkommen ausgebildete Agavenpflänzchen, sogenannte Bulbillen, die ausgepflanzt werden können. Bis zum 2lnfang der 90er Jahre befaß Mexiko ein Monopol für Sisal: Bulbillen aus- zuführen war streng verboten. Einer unserer alten Ostasrikaner, Dr. Hindors, der überzeugt war, daß sich Ufambara für die Sisalkultur eignen würde, ging nach Mexiko, und es gelang ihm, wie es heißt auf abenteuerliche Weise, eine Anzahl Bulbillen aus dem Lande und nach Ostafrika zu bringen. Von ihnen stammen die vielen Millionen Sisalagaven ab, die jetzt die Pflanzungen im alten Deutsch-Ostafrika, in der englischen Kenya-Kolonie und in Portugiesisch Ostafrika füllen. Es gab eine Zeit, wo jede Sisalpflanzung eine Goldgrube war. Während der Weltkrise fiel der Preis bis tief unter die Rentabili- tätsgrenze, ist aber jetzt wieder langsam im Steigen begriffen. Ein beispielloses Maß von deutscher Zähigkeit und deutschem Fleiß steckt in den unabsehbaren Sisal- fulturen von Tanga und Ufambara. Alles bis auf das kleinste Stückchen Besitz wurde nach dem Kriege von den Engländern geraubt, die Deut- schen, Frauen, Kinder und auf den Pflanzungen zurückgebliebene Männer Wurden, wie Vieh zufam- mengepad’t, mit der Bahn nach Tanga gebracht, auf schmutzige Transportschiffe verladen und aus der Kolonie deportiert. Man riß den deutschen Frauen in Tanga sogar die Haarflechten auseinander, um zu sehen, ob sie nicht einige von den Goldstücken versteckt hätten, die Lettow-Vorbeck in Tabvra hatte prägen lassen. Das ganze Pflanzungsgebiet wurde zu Spottpreisen — ein paar Dutzend Pfund für Plantagen, die Tausende wert waren — an Inder, Griechen und Engländer verschleudert. Nur einige wenige Pflanzungen, diese allerdings in glänzendem Stande, befinden sich wieder in deutscher Hand, ober sind Eigentum solcher Deutschen geblieben, die durch das Friedensdiktat polnische, dänische ober sonstige frembe Staatsangehörige geworben sinb. Wir haben eine lange Autofahrt burch Weber- unb Hoch Ufambara gemacht unb hatten ein trauriges Gefühl, Stunde um Stunde durch ein Gebiet au fahren, in dem alles von früherer beut- scherArbeitzeugte, unb wo nach bem Verlust unserer Kolonie überhaupt nichts Neues geschaffen worben ist. Auf Schritt unb Tritt sieht man ben Stillstand unb die Gleichgültigkeit ber englischen Verwaltung. Don ber Eisenbahnstation Mombo, Kleine Lebensweisheiten. Don Hans Belhge. Es ist kein Vorteil, einen Dorroärtsftürmenben Geist zu haben, wenn man ihn nicht zu zügeln weiß. Der Vorteil einer guten Uhr besteht nicht darin, baß sie möglichst schnell geht, fonbern möglichst sicher. • Hast du jemand etwas Gutes getan: vergiß es schnell. Wenn du jemand etwas Boses getan hast: denke täglich daran. Man täuscht sich, wenn man glaubt, daß jene, die zu Ruhm und Ehren gelangen, damit auch zum Glück gelangen. Glück hat mit Ruhm und Ehren nichts zu tun. Es gibt Fehler, die manchen Menschen sympathisch machen, und Tugenden, die manchen unsympathisch erscheinen lasten. Am schnellsten welken die Lorbeeren, auf denen man ruht. Die Würde ist oft nur eine Betonung des äußeren Menschen, um die Fehler des inneren Menschen zu verbergen. Jeder altert in bem Maße, wie er es verdient. Wirklich verloren ist immer nur der Tag, an dem man nicht zu lachen vermocht hat. * Nichts ist durchsichtiger als ein kluger Mensch. Ein Dummkopf versteht jein Wesen viel besser zu verhüllen als ein Weiser. Glaubt man etwa, daß das Ueberslüssige nicht notwendig ist? Man kann im Gegenteil sagen, bah für bas Glück bes Menschen nichts notwendiger ist als bas Ueberflüssige. Richard Wagner als Gänger. Wagners Gröhe offenbarte sich vielleicht nicht i minber in dem, was er eigentlich nicht tonnte, als I fünf Fahrstunben von Tanga, führt eine noch von den Deutschen gebaute prachtvolle Kunststraße 1400 Meter hinaus nach W i l h e l m s t a l. Hier war der Derwaltungssitz für ben deutschen Bezirk Ufambara. Jetzt wohnt dort ber englische District Commissioner: ber beutsche Name Wilhelmstal ist abgeschafft unb der eingeborene, Lushoto, amtlich wieder ringe- führt. Von Lushoto aus führen Wege, die nach afrikanischen Begriffen, falls es nicht gerade stark geregnet hat, für Autos fahrbar sind, in das Gebirge hinein. Wir haben sie auch ausgiebig befahren. Daß es in unglaublich engen Kehren, und öfters ;m Sprungtempo geht, daran gewöhnt man sich in Afrika sehr schnell. Hoch-Usamabara bietet herrliche Landschaftsbilder, von jener schwer zu beschreibenden afrikanischen Großartigkeit, die sich aus bem Zusammenhang imposanter Gebirgsformen, fremdartiger Vegetation, einer eigentümlichen Atmosphäre unb eines ganz europafremben Spiels von Licht unb Schatten auf ben bunklen Urroälbern, bem grauen Felsgestein, ben grünen Matten unb ben zwischen eingestreuten Hellen Flecken ber Bananen- und Maispflanzungen ergibt. Dazwischen leuchtet überall das brennende Rot und Gelb des eisenhaltigen Late- rits, ber typischen Tropenerbe, bie aus ber Verwitterung von Granit, Gneis unb Schiefergestein besteht, Rot unb Grün sinb bie Farben bes tropischen Afrika überall bork, wo ber Regen eine bauernbe Vegetationsbecke erzeugt. Hoch-Usamabara hat eine Eingeborenenbevölle- rung von etwa 80000 Seelen. Für bie Weberlaffung von Europäern, namentlich für kleinere unb mittlere Betriebe, wäre noch viel Platz, aber bie Regierung hat bas ganze Hochlanb zum Eingeborenenreservat erklärt unb läßt keine weißen Kolonisten zu. Don früherer Zeit her existieren noch einige Farmen, jetzt meistens wieder in deutschem Besitz. Man sieht Roggenfelder wogen, Aepfel- unb Birnbäume ihre Frucht tragen; frische Erdbeerpflanzungen sind angelegt, Rindvieh weidet, prächtige Schweineherben, alles europäische Zucht, werben mit Stolz vom Besitzer gezeigt. Obwohl es nur wenig ebene Fleckchen gibt — fast ganz Hoch- Ufambara ist ein einziges Gewoge von Berg unb Tal — so sinb boch viele von ben etwas geneigteren Hängen kultivierbar, sogar für (Setreibebau brauchbar. Für Ob st Pflanzungen unb Vieh- Zucht, fobalb erst bie richtige Rasse für bas Klima gefunben fein wirb, ist hier ein gerabezu ideales Gebiet. Ohne ben Eingeborenen irgenb eine Gewalt anzutun, könnten taufenb beutsche Bauernfamilien reichlich Orunb unb Boben unb ein schönes Auskommen haben. Die Versorgung von Tanga unb von ben dort anlegenben Dampfern würde den Absatz sichern. Ein gesundes deutsches Geschlecht könnte hier heranwachsen, in einer Landschaft unb in einem Klima, wie sie prachtvoller in »anz Afrika kein zweites Mal gefunben werden, vielleicht nur noch ähnlich im Süden unserer alten Kolonie, im Hochland von Uhehe. Das alles ist uns durch den sinnlosen Raub im Friedensdiktat von Versailles verloren gegangen, trotz Wilsons Versprechungen im fünften feiner Vierzehn Punkte: Freie und absolut gerechte unb unparteiische Regelung aller kolonialen Ansprüche! Wo sinb bie Freiheit unb bie Gerechtigkeit im einstigen Deutsch-Ost- afrifa geblieben? Fahrt burch Ufambara, unb seht, wie sie unter Wortbruch und Vergewaltigung begraben liegen! Der korporative Staat des Faschismus. Don Major G. Aenzetti, Präsidenten der italienischen Handelskammer in Deutschland. SoAialbemofraten unb Kommunisten haben sich stets so gebärbet, als ob sie allein ben Weg zum Volke beschreiten bürften. Sie benahmen sich, als wenn sie diesen Weg monopolisiert hätten — so sehr wurde von ihnen jede andere Politik als volksfeindlich und ausnützerisch verdächtigt. Besonders gegen den Faschismus haben die roten Volksbeglücker stets ben Munb voll genommen unb mehrfach internationale Hetzaltionen wie auch jetzt gegen ben beutschen Nationalsozialismus organisiert, bie burchweg auf bem Grundsatz, daß ber Faschismus antisozial sei, beruhten. Die Erfolge bes Faschismus in Italien beweisen genau bas Gegenteil. Das faschistische Italien hat heute ein werktätiges Volk hinter sich, bas keine ftaatsfeinb» liche, antinationale „klassenbewußte Proletarier" kennt. Es ist ein stolzes unb selbstbewußtes Volk ohne verhetzte Parteigänger, ohne in Ehrfurcht er- fterbenbe Untertanen, ohne überhebliche Proleten. Der Faschismus hat eine zerfahrene chaotische Bevölkerung zu einem einigen Volk geformt, zum Volk unb nicht zu einem Massenorganisationspro- dukt, zu Männern unb nicht zu Termiten. Der Faschismus erstrebt einen Staat, ber kein absolutistisches unb kein sozialistisches, sondern e i n rein korporatives Oebilbe ist. Währenb ber Kommunismus lediglich eine Situation auf den Kopf gestellt hat, indem er aus den früheren Arbeitssklaven bie Herren unb aus ben ehemaligen Herren Arbeitssklaven gemacht hat, erhebt bie faschistische Korporation, als Queroerbinbung Awischen ben verschiedenen Syndikaten unb Sonföberationen ber Arbeitgeber unb Arbeitnehmer, bas Niveau bes Arbeiters bis zum Staub ber absoluten Gleichberechtigung unter ben werktätigen Klassen bes Laubes. Schon allein baburch erscheint ber Arbeiter moralisch erhöht unb bie Arbeit, bie in bem liberalen System zur Ware geworben war, ist im korporativen System eine ethische Pflicht. Ebenso klar erweist sich auch auf praktischem Gebiet bie auf bas Volk abgestimmte Struktur bes Faschismus. Die Arbeitslosigkeit wirb burch Arbeitsbeschaffung bekämpft unb nichtburch Subventionswirtschaft, bie stets einen Substanzraub am Körper ber Nation bebeutet, sei sie nun auf die Arbeitgeber ober auf bie Arbeitnehmer angeroanbt. Die öffentlichen Arbeiten bes Faschismus — Umbau, Erneuerung unb Entwicklung bes gesamten italienischen Straßennetzes, Anlage . von gewaltigen Staubecken für Elektrizitätswerke, Hafenanlagen, Wasserleitungen unb begleichen mehr | — bebeuten eine ungeheure beachtenswerte Leistung. Das Institut für lanbwirtfchaftliche Melioration hat Gebiete sieblungsfähig gemacht, bie seit ungezählten Jahrhunderten menschenleere Morast- unb Fiebergegenden waren, und hat in den Potinischen Sümpfen bie Stabt ßittoria sowie mehrere Dörfer entstehen lassen. Die faschistische Fürsorge, Alters- unb Krankheitsversicherung, Säuglings- unb Mutterschutz, Sozialversicherung gelten bereits als vvrbilb- lich. Auf manchen Gebieten hat hier ber Faschismus mehr geleistet als bie in ber sozialen Fürsorgeaktion fortgeschrittensten ßänber ber Welt. Das Mussoli- nische Wort „Zum Volke" ist keine Phrase, wie sie sonst Politiker unb Diplomaten nur zu leicht aussprechen, sonbern eine Realität. Bezüglich ber Volkswirtschaft betrachtet ber Fa- schismus bie private Initiative als beren Grunblage, stellt sie jebvch in ben Dienst ber höheren Interessen ber Nation. Er gibt ben wirtschaftlichen Kräften bie Aufgabe, wenn sie erst einmal in bie öffentliche Verantwortung mit hineingezogen unb in öffentlichen Organisationen vereint sinb, sich burch ihre entsprechenben Vertreter selb st zu Dermal- t c n. Der Faschismus gibt ben wirtschaftlichen Kräften ein öffentliches politisches Bewußtsein unb anerkennt für sie bas Recht unb bie Verantwortung, unter der höherstehenben Kontrolle bes Staates bas wirtschaftliche Beben bes ßanbes zum Segen bes Volkes zu regeln. Das sinb die Grundsätze, die Grenzen unb bie Methoben einer brfjiplinierten Volkswirtschaft. Der Staat i st nicht Unternehmer, nod) übt er Kontrolle für die interne Arbeit eines Unternehmers aus, er ist dafür Staat, ber burch feine juristische unb politische Autorität bie wirtschaftlichen Organisationen, bie von ben einzelnen Probuzenten gegrünbet worben sinb, förbert. Das ist bas Wesen ber korporativen Volkswirtschaft. Die Probuzenten legen bem Staat burch ihre Vertretungen unb nach eingehenber Diskussion, an ber bie Delegierten aller interessierten Kategorien sowie die Sachve^tändigen teilgenommen haben, bie Vorschläge zu einer Regelung ber zur Diskussion stehen- den Fragen vor. Die Regierung nimmt biete Vorschläge, wenn sie sie für tauglich erachtet, an. Durch bie Annahme werden sie aber für alle obliga- torisch. Oft erfordert die Zusammenkunft der Pro- duzenten keine andere Intervention des Staates als die Feststellung, daß die dort gefaßten Beschlüffe kein Gesetz verletzen. Das gilt besonders für den Abschluß der Tarifverträge und für die wirtschaftlichen Ab- machungen zwischen zwei Produktionskategorien. Die faschistische Anschauung von der Volkswirtschaft entfernt sich weit von der trabioncUcn Anschauung. Währenb letztere es vorzog, gegenüber ber geschichtlichen Entwicklung ber Weltwirtschaft bie Augen zu schließen unb sich barauf zu versteifen, baß alles Neue schlecht sei, hält bie faschistische korporative An- schauung es für ratsam, die augenblickliche wirtschaft- liche Freiheit anzuerkennen unb Mittel zu suchen, um bie wirtschaftlichen Kräfte aus bauernbe unb normale Weise zu disziplinieren. Auf diese Weise kann der größtmögliche Vorteil für jeden einzelnen Volksgenossen und für die Einheit der Nation erzielt werden. In normalen Zeiten bietet die faschistische korporative Wirtschaft den Vorteil, daß sie für die verschiedenen Wirtschaftszweige eine Art einheitlichen Kommandos bildet. Sie ermöglicht ihnen, im Bewußtsein aller Möglichkeiten des nationalen Marktes zu handeln, unb zwar auf Grund einer Stärke einheitlicher Information, die nur ber Staat zu geben vermag, ba ja er alle Zweige ber Tätigkeit toorbiniert. Diese Vorteile sind in Krisen- Zeiten noch viel erheblicher, um so mehr als bann ber Kampf zwischen ber Wirtschaft einzelner ßänber entsteht. Wir sehen täglich bie Regierungen in Europa unb Amerika auf ber Suche nach Mitteln, um bie Krise zu mildern. Im Kampf gegen bie Krise hat die italienische korporative Volkswirtschaft eine neue Parole herausgegeben, bie allen nützlich fein kann. Unter allen Völkern ber Welt braucht bas italienische am allerwenigsten bie kommunistische Welle zu befürchten aus bem einfachen Grunbe, weil ber Faschismus bereits mehr Fünfjahrespläne burch- geführt hat als ber Kommunismus sich hat träumen lassen. Hochschulnachrichten. Turnerschaflerlager in Bad Blankenburg. In Bad Blankenburg, Thür. W., führte der Verband der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen (VE.) seine diesjährige Pflügst- tagung als Turnerschaftslager durch. Eingeleitet wurde das Lager durch eine Schulungstagung, bie sich mit Bolschewismus unb Faschismus auseinan- berfetzte unb ihnen bie artgemäß beutsche Revolution, ben Nationalsozialismus gegenüberstellte. Zu biesen Fragen sprachen Dr. Klaus Ti ebner t, Leopolb Dingraeoe unb Kurt E11ersiek, Aeltester ber Deutschen Stubentenschafl. Aus bieser geistigen Grunbhaltung heraus, würbe bie Frage ber politischen Hochschule behanbelt. Arbeitsgemeinschaften über Grenz- unb 21uslanbsarbeit, Wehr- unb Arbeitsbienst, politische Erziehung unb (Erneuerung ber Leibesübungen brachten einen Rückblick auf bie feit Jahren geleistete nationalsozialistische Arbeit bes Berbanbeo unb gaben bie Richtlinien zu ihrem weiteren Ausbau. Daran schloß sich ber Turncrschastertag. Eingeleitet burch eine grunb- legende Rebe bes Führers bes Verbanbes Ger- Harb S ch r ö b e r (Ghibellinia-Göttingen), ber bie Turnerschafter als politische Erziehungsgemeinschaf, ten zeichnete. In ber zweiten Phase ber beutschen Revolution, bie auf bie sozialistische Volkswerbung unb ben Kampf gegen Versailles gerichtet ist, werben bie Turnerschafter als „politische Solbaten" im vorbersten Gliebe kämpfen. Den österreichischen Turnerschaften Markomannia - Wien unb Hellas- Wien, benen bie Regierung Dollfuß bie Ausreise nach Deutschlanb verboten hatte, würbe ein Be- grüßungstclegramm gefanbt. Im Mittelpunkt ber Turnerschafter - Wetckämpfen ftanben Mannschafts- lämpfc; erst bie Beteiligung an einer Wehrprüfung, bie als Mannschaftskampf burchgeführt würbe, berechtigte zur Teilnahme an ben Einzelkämpfen. Auch biefe würben sämtlich als Drei- unb Fünfkämpfe durchgeführt. Den Abschluß bildete eine Feierstunde am brennenden Holzstoß. An dem Ehrenmal für die Gefallenen bes Verbanbes, bem ausgebauten Bergfrieb des Greifensteins, würbe ber Toten bes großen Krieges gebucht. Der Fest- kommers brachte eine Rebe bes Schriftleiters ber VC.-Runbschau Erich Müller, ber sich zur Fortführung bet beutschen Revolution unb zum Enbziel eines großbeutschen Reiches in Mitteleuropa bekannte. in dem wahren Bereich seines Genies. Eo gehört es zu ben Wundern, die nur ein Zauberer der Kunst vollbringt, daß der kleine Mann, der so gut wie gar keine Stimme besaß, doch auf den Proben zum unvergleichlichsten Berkorperer seiner Gestalten wurde. Bach den Berichten des langjährigen gesangs- technischen Beirats in Bayreuth, Julius Hey, konnte Wagner alles vormachen. Eine seiner .Hauptrollen" war ber Mime im .Siegfried". .Seine Durchführung der Partie," so schreibt Hey, .wurde zu einer künstlerischen Offenbarung des Wagnerschen Bortrags. Wir schwelgten förmlich. Welch überraschende Einblicke in die Besonderheit seines dramatischen Schaffens. Trotz der fehlenden Stimme ließ die Art, wie Wagner gesanglich gestaltete, nicht den kleinsten Bruchteil des dramatischen Ausdrucks unerschöpft in der Partitur zurück. .. Beim Anblick der kleinen beweglichen Gestalt blieb es unbegreiflich, wo er diesen Kräftebestand, den er zum Vollzug seines energischen Künstlerwillens brauchte, her- nahm. Welch ungeheurer Verbrauch des Lebensstoffes, unb trotzdem diese unglaubliche Ausdauer der Körperkräfte bei intensivster Anspannung der Verven, die selbst nach den längsten und anstrengendsten Proben niemals erholungsbedürftig erschienen. Bei ihm trug eben alles das Gepräge des Unerschöpflichen." Don einer Darstellung des Marke im .Tristan" von Wagner selbst sagt Hey: .Ich mochte wohl wiffen, ob einem der im Kreise sitzenden Stimmgewaltigen die Frage nach dem eigentlichen Ursprung dieses tönenden Wunders kam, das wie eine vom Augenblick geborene Improvisation aus Wagners bewegtem Leben quoll. Wer dachte bei diesem Vortrag noch an die Votenzeichen der Panitur? Diese dienten, so schien es, nur dazu, die Uferlinien anzudeuten, in die der Stimmungsgehalt der Tondichtung sich unmittelbar ergoß, um zu einem Strom höchster dramatischer Wirkung anzuschwellen." Für die außerordentliche mimische Be- gabung Wagners ist eine Geschichte bezeichnend, die der große Schauspieler Emanuel Reicher ein- mal erzählt hat. Seine Frau, die bekannte Sängerin Hedwig Reicher-Kindermann, sollte die Erda im .Siegfried" singen, und Wagner probte mit ihr. Bei der Stelle: .Was kamst du störrischer Widder - zu stören der Wala Schlaf?" war er aber unzufrieden, und als die Künstlerin bei mehrmaliger Wiederholung nicht das Richtige traf, .hieb er auf die Tasten," schreibt Reicher, »guckte meine Frau wütend an und sang die Stelle mit unglaublich ungefüger, mißtönender Stimme. Aber das Auge, der Blick, der verzehrende Schmerz im Antlitz, das klagende Herausheben der Worte - das war hinreißend. Eine Llrgewalt von Tragik ergoß sich aus des Meisters Innern auf mich. Ich stand wie in einem Bann, und so oft ich an diese Szene denke, erneut sich mir immer wieder das Gefühl dieses Bannes. Mancher gelungene Ausdruck in meinen tragischen Rollen schöpfte meine Kraft aus dem Quell dieser Minute." Alles konnte er, wenn es sich um seine Werke handelte. Bei der Tötung Siegfrieds benahm sich der erste Bayreuther Hagen auf den Proben sehr ungeschickt. .Sie! Haben Eie denn noch nie in Ihrem Leben einen Menschen hinterrücks umgebracht?" schrie ihn Wagner an, sprang mit ein paar gewaltigen Sähen aus die Bühne und zeigte dem Sänger, wie er, weit nach hinten ausholend, den Speer zu schleudern habe. Als Albert Viemann einmal bei einer Probe zur.Walküre" erklärte, er könne nicht singen, wenn der Herd rauche, wie es das Szenarium vorschreibt, rief Wagner schließlich verzweifelt: .Wiffen Sie was, Viemann, rauchen Sie doch und der Herd soll singen!" 3n der allgemein losbrechenden Heiterkeit verflog auch die Ver- vosität des Sängers... Oer fliegende Doktor. Rrrrr. .. I Er kommt! Der schwarze, kleine Fleck in den Lüften wird deutlicher, das unbestimmte Brummen lauter und die Augen, die angestrengt in das strahlende Blau des Himmels spähen, leuchten auf in frohem Hoffen. Das Flugzeug kommt! Mit diesem hilseverheihenden Trostruf verläßt der Späher seinen Posten vor dem einsamen Hause in Queensland und kündet dem Kranken im Innern den nahenden Arzt an. Schon zieht der Flieger seine Kreise um das Haus, groß und klein stürzt herbei, um im Augenblick der Landung zugegen zu sein und den Arzt freudig zu begrüßen. Dieser, dem ein so warmer Empfang bei den Bewohnern des Busches nichts Ungewohntes ist, ergreift eiligst seinen Jnstrumentenkasten, tritt ins Haus ein und beginnt sein fegenSreiches Hilfswerk an dem Krauten. Sine schwere Beinquetschung wartet heute auf ihn, die sich ein Knabe bei der Verfolgung des Weideviehes zugezogen hat. Vur eine schnelle Operation kann das Dein retten. Der Patient muh sogleich im Flugzeug nach dem nächsten Krankenhaus gebracht werden. Da bleibt keine Zeit für ein Ausruhen und eine Erfrischung nach bem ersten Flug. Eilige Anordnungen werden getroffen. Eine halbe Stunde später ist das Flugzeug mit dem dankbaren Patienten schon wieder auf dem Rückweg, mehr als 300 km entfernt. Die Morgenarbeit bes Arztes hat einen jungen Menschen davor bewahrt, als Kcüp. bei durchs Leben zu gehen, oder in einem langsamen Siechtum dem Tode zu verfallen... Es sind jetzt vier Jahre her, seit der erste fließende Doktor wie ein rettender Himmelsbote in Vord- Queensland erschien. Die Anregung zu seiner Sr.fr sendung gab der Reverend John Flynn von der australischen Inlands-Mission. Bevor diese segensreiche Einrichtung ins Leben trat, standen die Bewohner der entlegenen Gebiete jeder Krankheit und jedem Llnfalle ohne ärztliche Hilse, nur auf sich selbst angewiesen, gegenüber. Der nächste Arzt war oftmals mehr als 400 km entfernt und sie besaßen nicht einmal eine telephonische Verbindung, seinen Rat einzuholen. Der fliegende ärztliche Dienst übt feine Tätigkeit in einem Llmkreis aus, in dessen Mittelpunkt die Stadt Eloncurry liegt und der sich 1000 km weit nach düen Richtungen erstreckt. Jetzt find übrigens Pläne zur Erweiterung seines Wirkungsfeldes im Gange. Die fliegenden Aerzte werden auS der Elite des australischen AerztestandeS ausgewählt. Der erste, der diesen Berus ausüble, war ein berühmter Facharzt aus Sydney, der seine Praxis ein Jahr lang aufgab, um für einen Bruchteil seines Einkommens den einsamen Menschen im Busch seine Hilfe angedeihen zu lasten. Seinem Beispiel find dann drei andere hervorragende Aerzte in den nächsten Jahren gefolgt. 3m ersten Jahre des ärztlichen Flugdienstes legte der Doktor mehr als 30 000 km auf seinen Flügen zurück. B. M. Das Gondergerichi in Gießen Obecheffen Umstände nicht angängig erscheinen liehen, Zahr Zuchthaus und Aberkennung der gerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von ein bür» fünf Oie Einkommensteuerveranlagung für das Wirtschaftsjahr 4932. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Schmidt, Darmstadt, tagte gestern das Sonde r g e r i ch t von Darmstadt im Schöffengerichtssaal des Siebener Amtsgerichts. Zn der Hauptsache handelte es sich bei den zur Verhandlung kommenden Fällen um Vergehen gegen das Gesetz zum Schuhe des Volkes und Staates. Gegen Frau O. von Gießen war Anklage erhoben worden, weil sie Aeuherungen einer Bekannten gegenüber getan hat, die dem Ansehen der Regierung und der hinter ihr stehenden nationalen Verbände (auch im Ausland) schädlich sein konnten. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von 7 Monaten, das Gericht erkannte aus eine Gefängnis st rafevonzwei Wochen. Der Missionsgehilfe A. Sch. war beschuldigt, Anfang Mai 1933 Schriften der Internationalen Bibelforscher-Gesellschaft vertrieben zu haben, die nach einer Verordnung des Hessischen Ministeriums für den Bereich des Volksstaates Hessen verboten sind. Der Angeklagte wandte ein, daß er von einem derartigen Verbot nichts gewußt habe, leugnete aber seine Tätigkeit nicht. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Der Verteidiger schilderte die Tätigkeit der Bibelforscher und betonte, daß dieser Gesellschaft und ihren Mitgliedern jede politische Betätigung nach dem Wortlaut ihrer Satzungen verboten sei. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnis st rase von zwei Monaten und verfügte die Einziehung der vorhandenen Druckschriften. Die Untersuchungshaft wurde dem Angeklagten angerechnet. Der Arbeiter Andreas aus Hersfeld trug das Abzeichen der RSDAP. und gab vor, Mitglied der Partei zu fein. Das entsprach nicht den Tatsachen. Er hatte bei der Frau eines SA.-Mannes in Schlitz um Unterstützung gebeten und dabei auf seine Mitgliedschaft bei der RSDAP. verwiesen. Es wurde ihm daraufhin eine überreichliche Gabe zuteil, die ihm wohl kaum gegeben worden wäre, wenn er den Sachverhalt hinsichtlich seiner Mitgliedschaft richtig wiedergegeben hätte. Außerdem versuchte er durch verschiedene falsche Vorspiegelungen über sein Privatleben Mitleid zu erwecken, was ihm nach den Ergebnissen, der Beweisaufnahme auch gelang. Der Angeklagte, der bereits eine erhebliche Airzahl von Vorstrafen hinter sich hat, gab nur sehr mangelhafte Aufschlüsse über sein Verhalten, wurde aber durch Zeugenaussagen überführt. Der Staatsanwalt beantragte angesichts der früheren Betrügereien des Angeklagten, die eine Zubilligung mildernder Einheitliche Organisation der Lehrerschaft Oie Llebersührung des Hessischen Landes-Lehrervereins in den Nationalsozialistischen Lehrerbund. Hessisches Gustav-Adols-Jest. Am Sonntag, 9. Zuli, findet in Friedberg das Hessische Gustav-Adolf-Fest statt. Zn dem Festgottesdienst in der Stadtkirche werden Konsi- storialrat D. Dr. Schubert, Berlin, und Prälat D. Dr. Dr. Diehl sprechen. An die feierliche Eröffnung in der Stadtkirche schließt sich eine große Volksversammlung für die Evangelischen in der Wetterau an. Es folgen Ansprachen des Vorsitzenden des Hessischen Hauptvereins, D. Dr. Frhr. Hehl z u Herrnsheim, Worms; Kon- sistorialrat D. Dr. Schubert: Pfarrer Krök- k e r, Purkerdorf bei Wien: Pfarrer Matz, Eil» lii (Südslawien). Die Kundgebung wird abgeschlossen mit einem Treuegelöbnis für Kirche und Volk am Gefallenen-Ehrenmal, bei der Oberkirchenrat D. Wagner, Gießen, spricht. Montag, 10. Zuli, beginnt um 9 Uhr die Verwaltungsratssitzung des Hessischen Hauptvereins der Gustav-Wolf-Stiftung. Um 14.30 Uhr lassen die Gustav-Adolf-Frauenvereine im Gemeindehaus eine öffentliche Versammlung folgen. Für Dienstag, 8 Uhr, ist im Gemeindehaus ein Lehrgang angesetzt. Referent: Konsistorialrat D. Dr. Schubert: „Die religiöse und kulturelle Lage der deutschen evangelischen Kirche im Ausland". Landkreis Gießen. £ Wieseck, 17. Juni. Gestern abend fand eine Sitzung des Gemeinderats statt. Gemeinderat Lehrer Schneider beantragte, den Punkt 3 der Weiche in eine falsche Straßenbahnstrecke. Dabei fuhr er einem Straßenbahnzug der Linie 3 in die Flanke. Bei dem Anprall wurde der Motorwagen der Linie 15 aus dem Gleis geworfen und stark beschädigt, ebenso der Anhänger der Linie 3. Meh» ren Fahrgäste erlitten Prellungen und Verletzungen durch Glassplitter. Fünf Personen mußten durch die Rettungswache in das Krankenhaus gebracht werden. Wolkenbruch über Oppenheim. Oppenheim, 16.Juni. (WSN.) lieber Oppenheim und Umgegend ist ein schweres Unwetter, verbunden mit Wolkenbruch, niedergegangen. In wenigen Augenblicken waren die Straßen Oppenheims unter Wasser. Die Fluten schossen in die Keller und tiefgelegenen Wohnungen und richteten großen Schaden an. Das FAD.» Lager des Stahlhelm und der Wehrsportzug von Oppenheim wurden alarmiert. Sie halfen in anerkennenswerter Weise die Gefahr beseitigen. Der Blitz schlug in den Kirchturm und zündete, doch konnte der Brand bald gelöscht werden. Die Aufräumungsarbeiten waren sehr schwierig. Steine bis zu einem halben Zentner Gewicht mußten beiseite geschoben werden. Ganze Weinberg szeile n'wa ren auf die Straße geschwemmt. Nach längerer Zeit konnte der Verkehr notdürftig wieder ausgenommen werden. Ungetreuer Berbandskassierer. WSN. Darmstadt, 16. Juni. Der Lagerarbeiter I. K o t h in Darmstadt, der Kassierer der Gewerkschaft des Reichsoerbandes der öffentlichen Betriebe war, hat etwa 2 0 0 0 Mark Beitragsgelder von Angestellten des Konsumvereins unterschlagen. Er wurde fest genommen und dem Richter zugeführt. verurteilt. Straferschwerend fiel die Ungeheuerlichkeit seiner Behauptung ins Gewicht. Der in Gießen nicht unbekannte Kommunist Fritz B. hatte in einem hiesigen Lokal durch seine Aeutze- rungen über die nationale Regierung und die hinter ihr stehenden nationalen Verbände lebhaften Unwillen in den Kreisen der Gäste erregt und mußte sich nun deshalb vor dem Sondergericht verantworten. Er gab seine Aeußerungen zum großen Teil zu, außerdem belasteten ihn die Zeugenaussagen, so daß ihn das Gericht, auch hier einem Antrag des Staatsanwalts entsprechend, zu einer Gefängnisstrafe von 10 Monaten und zur Tragung der Kosten verurteilte. SA. und SS. verzichten. WSN. Frankfurt a. M., 16. Juni. Heute abend kam es anläßlich der Erstaufführung des Films „S A. - M a n n Brand" zu Beginn der Vorstellung zu einem Zwischenfall. SA.-Gruppenführer D e ck e r l e teilte dem Publikum mit, daß die Reklame plakate von einem polnischen Maler angefertigt seien. In Anbetracht der Tatsache, daß der Besitzer des Kinos („Gloria-Palast") seinem Wunsche, die Plakate zu entfernen, nicht nachgekommen sei, forderte er die erschienene S A- und SS.-Mitglieder auf, den Raum zu verlassen. Die Anwesenden kamen diesem Verlangen sofort nach. Daraufhin wurde die Vorstellung abgebrochen. Straßenbahnzusammenstoß in Frankfurt. WSN. Frankfurt a. M., 16. Juni. Heute mittag ereignete sich an der Konstablerwache ein schwerer Z.usammenstoß zwischen zwei Straßenbahnzügen. Ein Zug der Linie 15 geriet durch das Zurückschnellen der elektrischen ohne Rücksicht auf die derzeitigen Satzungen alle Maßnahmen zu treffen, die zur Durchführung der vorstebenden Beschlüsse notwendig sind." In seiner Begrüßungsansprache hatte Oberschulrat Ringshaujen u. a. noch folgendes ausgeführt: Die Lehrerschaft stehe heute vor einer Wende, wie das deutsche Volk überhaupt, eine Wende, wie wir sie noch nicht erlebt Haden. Wir wollen uns freuen, daß wir in dieser Zeit leben, daß das Schicksal uns ausersehen habe, das Große und Gewaltige mitzuerleben und mitzugestalten. Dieses gewaltige Erleben wird zugleich ein starker Erziehungsfaktor fein. Es liege ihm völlig fern, nunmehr vor die Lehrerschaft zu treten und ihr Versprechungen zu machen. Das entspräche nicht dem Geiste des Nationalsozialismus. Aber ein Versprechen wolle er gern abgeben, daß er bleibe, was er seither war, Kollege unter Kollegen. Es gibt keine Kluft zwischen der Lehrerschaft uni) den Vertreter der Schulbehörde, und jeder einzelne solle nur nach einem Maßstab gemessen werden, nach seinem Charkater, der allein das Wesentliche am Menschen darstelle. Dem nationalsozialistischen . Staat kommt es darauf an, daß die Lehrerschaft in freudiger innerer Bereitschaft ihre oerantroortungs» volle Aufgabe erfüllt. Dazu müsse jeder mithelfen durch Pflichttreue im Dienste seines Berufes und damit seines Volkes. Was am Vergangenen gut war, soll erhalten werden. Wir beugen uns vor dem hohen, sittlichen, idealen Wollen derer, die vor uns gewirkt haben, auch im Hessischen Landes-Lehrerverein. Zur Frage der Beurlaubungen führte Ober« schulrat Ringshausen aus, daß diejenigen, die zunächst einmal beiseite gestellt werden mußten, nicht ewig beiseite stehen sollen. Wenn die Lehrerorganisationen früher oft im Kampf mit der Regierung lagen, so ist das jetzt völlig unmöglich geworden. Die neue Erziehungsorganisation, der NSLB. sei ja nichts Privates, sondern sie sei eine dem Staatswillen gleichgerichtete Kraft, selbst ein Stück Staat. Wir ziehen in eine neue Zukunft mit den Leitsternen: Glaube und Vaterland. Zum Schluß ergriff Rektor Schneider noch einmal das Wort und gelobte dem Führer des NSLB. in Hessen treue Gefolgschaft. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Gauobmann des NSLB., Oberschulrat Ringshausen, schloß die Versammlung. Die Reichsregierung hat am 22. April 1933 das Gesetz über die Neubildung der Steuerausschüsse beschlossen. Durch dieses Gesetz ist angeordnet, daß die alten Steuerausschüsse bei den Finanzämtern möglichst bis zum 1. Juni 1933 durch neue zu ersetzen sind. Durch die Neubildung soll erreicht werden, daß die neuen Steuerausschüsie so besetzt sind, wie es dem Gleichschaltungsgedanken entspricht. Diese Steuerausschüsse haben nach der Reichsabgabenordnung u. a. bei der Festsetzung der Steuern vom Einkommen und vom Umsatz mitzuwirken. Nachdem nunmehr die Neubildung der Steuerausschüsse bei den Finanzämtern durchgeführt sein dürfte dzw. die Neubildung unmittelbar bevorsteht, ist in Kürze damit zu rechnen, daß dieneuenSteuer- b e s ch e i d e über die Veranlagung des Einkommens für die Steuerabschnitte, die im Kalenderjahr 1932 geendet haben, auf Grund der Beschlüsse der neuen Steuerausschüsse den Steuerpflichtigen zugehen. Diese Einkommensteuerbescheide werden gegenüber den Bescheiden für das Jahr 1931 ein verändertes Aussehen haben. In dem Einkommensteuerbescheid für 1931 wurden getrennt von der Einkommensteuer auch die Krisensteuer, sowie die Zuschläge zur Einkommensteuer der Ledigen und die Zuschläge zur Einkommensteuer für die Einkommen von mehr als 8000 Mark angefordert und die bereits hierauf geleisteten Vorauszahlungen abgerechnet. Durch die getrennte Anforderung dieser verschiedenen Arten von Steuern war der Einkommensteuerbescheid ziemlich unübersichtlich, und es bedurfte für manchen Steuerpflichtigen eines längeren Studiums, um sich Gewißheit darüber zu verschaffen, was denn nunmehr auf Grund des Bescheides zu zahlen war. Für die Veranlagung des Wirtschaftsjahres 1932 find durch die Verordnung des Reichspräsidenten über Maßnahmen auf dem Gebiete der Finanzen, der Wirtschaft und der Rechtspflege vom 18. März 1933 der Zuschlag zur Einkommensteuer für die Einkommen von mehr als 8000 Mark, der Zuschlag zur Einkommensteuer der Ledigen und die Krisensteuer der Veranlagten nunmehr zusammen mit der eigentlichen Einkommensteuer im Steuerbescheid 1932 in einer Summe zusammengefaßt. Bei der Einarbeitung der Zuschläge und der Krisensteuer der Veranlagten in die Einkommensteuer handelt es sich nach der ausdrücklichen Feststellung des Reichsfinanzministers lediglich um eine technische Vereinfachung, nicht dagegen um eine dauernde Erhöhung des Einkommensteuertari- ses. Der obengenannten Verordnung ist eine Tabelle für die Einkommensteuer 1932 beigegeben, aus der die Einkommensteuer — abzüglich des Abschlags nach dem Gesetz vom 23. Juli 1928, zuzüglich der oben erwähnten Zuschläge — je nach dem Familienstand ersichtlich ist. Besonders Abzüge an Familienermäßigung vom Einkommen finden somit nicht statt, da diese Ermäßigung sich in einer entsprechend niedrigeren Steuer ausdrückt. Bei der Steuerberechnung kann deshalb nicht mehr auf die einzelnen Tarifvor- schriften des Einkommensteuergesetzes, des Gesetzes über die Abschläge, der Zuschlagsverordnung und des Krisensteuergesetzes zurückgegriffen werden. Die bisherigen Gesetze und Durchführungsbestimmungen sind nur insoweit anzuwenden, als es sich um materielle Vorschriften handelt. In dem neuen Steuerbescheid ist der Familienstand eines Steuerpflichtigen zu Beginn des Steuer- WSR. Darmstadt, 16. Zuni. Nachdem die Dertreterversammlung des Hessischen Landes- Lehrervereins, ursprünglich für den 3. April vorgesehen, wiederholt abgesagt bzw. verlegt worden war, mußte sie am 10. Zuni doch abgehalten werden. Rektor Kaufmann (Gießen) begrüßte den von Oberschulrat Ringshausen eingesetzten Kommissar zur Ueberführung der hessischen Lehrervereine in den Rationalsozialistischen Lehrerbund, Rektor Schneider (Dauschheim), und betonte, daß alle Verhandlungen _ mit dem Ueberführungskommissar im Geiste völliger Einmütigkeit geführt wurden. Die außerordentliche Vertreterversammlung hatte nach den Aussüh- rungen des Vorsitzenden eine doppelte Aufgabe zu lösen. Sie sollte einmal die Auflösung des Hessischen Landeslehrervereins herbeiführen, um den Weg für die einheitliche Erzieherorganisation freizumachen, und ferner ein Bekenntnis zum neuen Deutschland und seinen Führern ablegen. Da die Versammlung nur von kurzer Dauer war, den Vertretern aber das zustehende Tagesgeld in voller Höhe ausbezahlt wurde, forderte Rektor Kaufmann auf, einen Teil der „Hitler- spende für die Opfer der Arbeit" zuzuführen. Die Sammlung ergab 356 Mark. Rach Erledigung des geschäftlichen Teiles wurden folgende Anträge zur Auflösung des Hessischen Landeslehrerverein sein- stimmig angenommen: „1. Die zum Zwecke der Auflösung des Hessischen Landes-Lehrervereins gemäß § 72 der Satzungen einberusene außerordentliche Vertreterversammlung beschließt die Auflösung des Hessischen Landes-Lehrervereins. Der Auflösungstag ist der 1. Zuli. 2. Alle Vermögens- und Sachwerte des Hessischen Landes-Lehrervereins, sowie seiner Kreis- und Bezirksvereine werden dem Nationalfozialistischen Lehrerbund, Gau Hessen, übereignet. Zur Erfüllung der noch gegenüber dem Deutschen Lehrerverein und dem Hessischen Beamtenbund bestehenden finanziellen Verpflichtungen wird ein entsprchender Betrag aus dem Vereinsvermögen sichergestellt. 3. Gemäß § 73 der Satzungen werden die Mitglieder des derzeitigen Geschäftsführenden Ausschusses zu Liquidatoren bestellt. Sie sind ermächtigt. abschnitts zu berücksichtigen. Wenn im Laufe des Steuerabschnitts Familienangehörige, für die Ermäßigungen zu gewähren sind, hinzugetreten sind, so sind die F a m i l i e n e r m ä ß i g u n g e n bei der Veranlagung für den ganzen Steuerabschnitt zu gewähren, wenn die Voraussetzungen im Lause des Steuerabschnittes mindestens vier Monate bestanden haben. Haben die Voraussetzungen weniger als vier Monate bestanden, so darf die Familienermaßigung nicht gewährt werden. Das gleiche gilt für die Befreiung vom Ledige nzuf chla g. Ist also der Steuerpflichtige bei Beginn des Steuerabschnittes vom Ledigenzuschlag befreit, so bleibt die Befreiung für den ganzen Steuerabschnitt bestehen. Ist die Befreiung vom Ledigenzuschlag erst im Laufe des Steuerabschnittes eingetreten, so wird der Steuerpflichtige zum Ledigenzuschlag nicht herangezogen, wenn die Voraussetzungen für die Befreiung mindestens vier Monate bestanden haben. Auf die im Bescheid festgestellte Steuerschuld werden, sofern das dem Steuerabzug vom Arbeitslohn und vom Kapitalertrag unterliegende Einkommen mit veranlagt wurde — also eine Veranlagung des gesamten Einkommens stattgefunden bat — neben den geleisteten Vorauszahlungen die Steuerabzugsbeträge angerechnet. Bei der Anrechnung der Steuerabzugsbeträge auf die Steuerschuld ist, im Gegensatz zu früheren Veranlagungen, nicht mehr der Steuerabzug vom Arbeitslohn um den darin enthaltenen Ledigenzuschlag zu kürzen, sondern ein« schließlich des Ledigenzuschlages zu berücksichtigen. Außer den Steuerabzugsbeträgen und den geleisteten Einkommensteuervorauszahlungen sind auf die Einkommensteuerschuld 1932 auch die Beträge anzurechnen, die auf die am 10. März und 10. Oktober 1932 fällig gewesenen Vorauszahlungen auf d i e Krisen st euer der Veranlagten entrichtet worden sind. Die am 10. Januar 1933 fällig gewesene Krisensteuerzahlung war eine nachträgliche Erhöhung der Krisensteuer 1931 und kann deshalb nicht angerechnet werden. Soweit die anzurechnenden Vorauszahlungen die Steuerschuld überfteigen, sind sie bis zur Höhe der geleisteten Vorauszahlungen zu erstatten, sofern nicht eine Aufrechnung mit anderen rückständigen Steuerschulden in Frage kommt. Ueberfteigt die Steuerschuld die angerechneten Beträge, so ist dieser Unterschiedsbetrag innerhalb eines Monats nach Zustellung des Steuerbescheids als Abschlußzahlung zu entrichten. Die Verpflichtung, rückständige Beträge schon vorher zu entrichten, bleibt unberührt. Gegen die Steuerfestsetzung steht dem Steuerpflichtigen der Einspruch an das Finanzamt zu. Der Einspruch kann bei dem Finanzamt schriftlich eingereicht oder zu Protokoll erklärt werden. Dies kann nur bis zum Ablauf eines Monats geschehen, gerechnet vom Ende des Tages ab, an dem der Steuerbescheid dem Steuerpflichtigen bekanntgegeben worden ist. Statt des Einspruchs kann der Steuerpflichtige Berufung einlegen, wenn der Vorsteher des Finanzamts seine Einwilligung hierzu bis zum Ablauf eines Monats (von der Einlegung des Rechtsmittels ab gerechnet) erklärt. Wenn der Vorsteher des Finanzamts seine Einwilligung nicht rechtzeitig erteilt, so ist das eingelegte Rechtsmittel als Einspruch zu behandeln, lieber den Einspruch entscheidet das Finanzamt unter Mitwirkung der obgenannten Ausschüsse. Zähren. Der Verteidiger beantragt hinsichtlich des Rückfall-Betruges Freisprechung. Der Angeklagte bat in Anbetracht seiner Rotlage um eine milde Strafe. Das Gericht verurteilte ihn, da der Tatbestand des Betrugs im Rückfall und der Vorspiegelung falscher Tatsachen gegeben waren, zu einem Zahr Zuchthaus. Die Vorstrafen liehen dem Gericht die Gewährung mildernder Umstände nicht angebracht erscheinen. Ein junger Mann aus Grünberg namens A. H. L. war beschuldigt, eine verbotene Schrift verkauft und außerdem, ohne dazu berechtigt zu sein, ein Militärgewehr, Modell 98, besessen zu haben. Der Angeklagte war geständig und gab darüber hinaus eine genaue Schilderung seiner bisherigen Tätigkeit Der Staatsanwalt beantragte für beide Vergehen eine Gesamtstrafe von 5 Monaten Gefängnis. Das Gericht sprach den Angeklagten für die Verbreitung der an sich in Hessen verbotenen Schrift frei, erkannte jedoch wegen des Vergehens gegen die Verordnung über die Zurückführung von Heeresgut auf eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Außerdem hat der Angeklagte die Kosten des Verfahrens zu tragen. Die Untersuchungshaft wurde auf die Strafe in Anrechnung gebracht. Der erwerbslose Arbeiter Richard Sch. von Lollar stand wegen Bedrohung des Kaufmanns F. aus Kassel und außerdem wegen beleidigender Aeußerungen über die Gleichschaltung der Vereine und Organisationen durchführenden Männer vor Gericht. Den Kaufmann hatte er, wie die Beweisaufnahme ergab, sogar mit Totschlägen bedroht. Der Angeklagte leugnete hartnäckig, die Bedrohungen ausgesprochen zu haben, außerdem leugnete er auch seine beleidigenden Worte. Die Zeugenaussagen, die sehr bestimmt klangen, ließen aber keinen Zweifel an seiner Schuld, so daß das Gericht auf eine Gesamtstrafe von 6 Monaten und zwei Wochen Gefängnis erkannte und ihn außerdem mit den Kosten des Verfahrens belastete. Sein hartnäckiges Leugnen fiel straferschwerend ins Gewicht, so daß ihm die Untersuchungshaft nicht auf das Strafmaß angerechnet wurde. Der Arbeiter Alfred G. von Gießen, der allerlei Greuelmärchen über die SA. in Bekanntenkreisen aufgetischt hatte, wurde in Berücksichtigung seiner Schwachsinnigkeit, entsprechend einem Antrag des Staatsanwalts, zu drei Monaten Gefängnis und zur Tragung der Kosten des Verfahrens Tagesordnung „Liquidierung des Gemeindeverbandes Wieseck—Alten-Buseck", in nichtöffentlicher Sitzung zu behandeln. Dem Antrag wurde zuge- timmt. Die bereits in einer früheren Sitzung be» chlossenen Arbeiten können nun durchgeführt wer« )en, nachdem es gelungen ist, mit der Rentenbank- Kreditanstalt Berlin ein Uebereinfommen zu treffen. Beigeordneter Euler wies bei dieser Gelegenheit nochmals darauf hin, daß es nicht möglich gewesen sei, die gesamten Arbeiten durchzuführen, da die Gemeinde diese Lasten nicht mehr habe übernehmen können. Die Steuerrückstände betragen zirka 20 000 RM., die Gemeindeschulden 494 000 RM. Die Einführung der F i l i a l ft e u e r für die Filialen des Konsumvereins Gießen und Umgegend wurde in voller Höhe beschlossen, nachdem das Ministerium des Innern die Gemeinden dazu angewiesen hat, diese notwendige Steuerquelle in Anspruch zu nehmen. Zum Totengräber wurde Ludwig Rau bestimmt. Der Tennisplatz auf der Ursu- Ium, der in zwischen durch die Auflösung der Freien Tennisvereinigung frei geworden ist, soll zur weiteren Verpachtung ausgeschrieben werden. Mit der Gemeinde Launsbach wurde zwecks Pachtung des Geländes am Badeplatz der Lahn verhandelt und eine Einigung erzielt. Der Pachtpreis beträgt jährlich 25 RM. In der AUen-Busecker Straße soll eine weitere Lampe angebracht werden, die während der Dresch'zeit die ganze Nacht brennen soll. * Wieseck, 16. Juni. Der Turnverein 1862 e. V. Wieseck konnte in den letzten Wochen drei 1 Und doppelt, kommt's unverhofft. Probieren V ■ Sie doch Ihr Glück, beteiligen Sie sich an dem N K O U SB I 6 Ä fieB ■ großen aber kinderleichten Frigeo-Preisaus- schreiben - RM 2000,— in bar und tausend M ÄL> Trostpreise - bestimmt für die durstigen v V ▼ Freunde der allbekannten Frigeo - Trink- V Schreiben Slenocff heute an, "tTklVbl etTe*. Robert Friedel G. m.b. Cannstatt roo-un- 1 I Kaki Dor . LS teft V",7 inen Se"^' ein« br°ch>- I löutn5'ein?lu oertim«1 11 * * LM.Msbe- ** * NercinsllM, einige 'M* würben. °-°hlderZ meinberat, stk folgt Her der M geistliche, die meinberotsmi SungXl in als Stelloerh Schmidt 11 Q Göbe lieh uns M die befon^re berg verfeD tunM St jneinte M c Leelsorger ZU bewegte sich hinaus. Tote Vorstand, de und sonstige angekommen, vor. Sann f die Gemeind nerKernfü Allendör Völl dankte Mit einem ge Abschluß. 0 Göbel schaltung im ( men, veranfl tracht" bei liche Genetalr sitzende, Polh Hestimmunge lamtDorftanb nahm der 2 Dahl des 1. seitherigen 1. eins bestimm Mitglieder d Dorsihender: Schmidt, und M. Mc standsmitglick ASM. an. 2 ger auf. sich stellen und t pflegen. *ßid),16. lichen Genera 1860 Sich s bat dieser ,etz berufen: Rich Christian B o l °ls ersten Sch Bdjriftroart, A Heinrich Mol, $n feinen M "jer als zwe ®e°rg Schön Wilhelm M e n rls Wehrsport, uJtnmarHn. 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Die Grünweißen nahmen, um aufzuholen, Umstellungen vor. Das Spiel wurde härter BfB. drückte, aber die bestgemeintesten Schüsse fanden das Tor nicht Eine Viertelstunde vor Schluß kam es zu unliebsamen Zwischenfällen, die den Gauobmann zum Abbruch des Spieles veranlaßten. Bei 1900 war Lippert sehr gut, auch die Läuferreihe leistete Beachtliches. Die VfB -Mannschaft war geschickt ausgestellt, die fjintermannfdjaft war ihr bester Teil. Vereinskampf ASC. Marburg gegen Tv. 1846 Gießen in Nodheim. Der morgige Sonntag sieht Rodheim im Zeichen eines Vereinskampfes, in dem sich die Marburger Studenten und die Spielabteilung des Tv. 1846 Gießen im Handball- und Faustballspiel gegenüberstehen. Don jeder Seite werden eine Hand- bAll- und zwei Faustballmannschaften ins Treffen geschickt. Die Handballmannschaft der Studenten, die sich aus Spielern der verschiedensten Vereine zusammensetzt, gilt als recht spielstark, während die 46er einige Zeit pausiert haben, und ein Sieg ihnen daher sicher nicht leicht fallen wird. tftfr O s gebrach enheiin, Oppen. ’tud) ten A.' "'eder. i« »i< BS* fragen. Der r?turm 2 ■i S Sklö'chl . ?attn lehr "" Zentner (g?, fr T°Nj. ötraiie tonnte bBer mmen werden. Elfterer. ^ßerarbei. I Markisen Verandavorhänge II Verdunkelungen Gebr. Seelbach, Gießen Hindenburgwall 20 aooao Teleph. 3627 Gemeind«^ in nid)*"* itrag wurde zu ' Mwen zu ttE nüler Eclegcnhek cht mögl'ti JcffSJw I (-«tragen J“" n- neinde« W ^uerq murbc b» 6Qnfl der n ift> e inj r Lahn ww; v. Pachtpr«sfl SS*., 1 Bähungen all, I Ourchsührung der sind." ^atte ßbersihulrat !irdes ausgesühri: iner Wende, wir Wende, wie wir I ollen uns freuen, | das Schicksal uns d Gewaltig, a iestalten. 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Diel klarer liegen die Verhältnisse bei den Faustballspielen. Hier ist mit einem eindeutigen Sieg der 1. Mannschaft von Gießen zu rechnen, für die diese Spiele ein Probegalopp zu den am übernächsten Sonntag in Kreuznach stattfindenden KreiSmcisterfchaften sein sollen. Wie sich die Studenten halten werden, ist ungewiß, obwohl sie alS beste Mannschaft der Llniverfilät Marburg übev ein solides Können verfügen sollten. 3cbcnfall8 bürgen die Erfolge der Gießener in der diesjährigen Spielzeit dafür, daß auch hier guter Sport geboten wird. OSC. in Friedberg. Der OSC nimmt am Sonntag an den leichtathletischen Wettkämpfen der Turnaemeinde Friedberg teil. Gemeldet sind für Kugelstoßen und Schleuderbai Mohl und Luh, für Weitspruna Luh und Jakob, für Speerwerfen Jakob, Mohl und außerdem eine Mannschaft für die olympische und eine für die Schwedenstaffel. Man hofft, die einzelnen Teilnehmer jeweils unter den Besten zu sehen. Kircblicbe JlatbriAfen. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 18. Juni. 1. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrassistent Dörfern, Ordination durch Dekan Gußmann; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker: 11: Kindcrkirche für die Markus- gemeinde; Pfr. Becker. — Zohannevkirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemcinde: 9.30: Pfr. Ausfeld: zugleich Militärgottesdienst: 11. Kindcrkirche für die Fahannesgemeinde: Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Iahannessoal, Pfr. Müller. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: zugleich Christenlehre für die Luthergemeinde: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde: Pfr. Lenz. — Pe- truskapelle. 9.45: Pfarrassistent Surfer; 11: Kinderkirche für bie Petrusgemeinde: Kandidat Heinemann. — Neue Aula der llnioerfität. 11.15: Universitäts- Gottesdienst; Predigt Professor D. Haenchen — Diefeck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Christenlehre. — Alten-Bufeck. 10: Gottesdienst; 13: Chri- stenlehre. — Albacy. 8.30. — Steinbach. 10: Einführung von Pfr. Döll durch Dekan Gußmann; Kollekte. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und Christenlehre für die männliche Jugend; 1015: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Festgottesdienst aus Anlaß des Besuches rheinhessischer Gäste und Wimpelweihe des Evangelischen Iungmädchenoer- eins; 21: Gemeindeabend unter Mitwirkung der drei Gesangvereine, des Kirchenchors und des Evan- gelifchen Posaunenchors Wallertheim (Rheinhessen) in der Turnhalle. katholische Gemeinden. Samstag, den 17.3uni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte Sonntag, 18. Juni. 2. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.15 Uhr: Messe, 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 14: Andacht. — Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Gießen. 20 Uhr: Sakramentalische Andacht. «den 23. Juni, egen samt. Oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Sanitätsrat Dr. Schliephake, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Hinrichs. Apotheke: Pelikanapotheke. verdienten Mitgliedern eine würdige Ehrung zuteil werden lassen Die Mitglieder Otto Göbel I und Karl DorfeId ' wurden aus Anlaß ihrer 50jähri» gen ununtcrbrogji ien Zugehörigkeit zum Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt und ihnen gleichzeitig eine ichane Urkunde überreicht Die seltene Ehrung wurde auf speziellen Wunsch der Fubilare durch eine Abordnung des Vorstandes oorgenommen. Am vergangenen Mittwoch benutzte nun der Verein die Gelegenheit, den Turner Aug. Lotz, am gleichen Tage seines 25jährigen Geschäftsjubiläums, ebenfalls zum Ehrenmitglied zu ernennen. Lotz hat sich besonders um die Turnsache in- und außerhalb des Vereins sehr verdient gemacht und dadurch bei allen lurjifreunben des Bezirks einen großen Namen gemacht Die Gesangsabteilung des Turnvereins brachte Turner Lotz anläßlich seines Jubiläums ein Ständchen, wobei der Vorsitzende Dau- pert im Auftrag des 7. Bezirks der DI. (früher Lahn-Dünsberg-Gau) ein Geschenk unb seitens des Turnvereins eine Ehrenurkunde überreichte. Den Abschluß bildete ein gemütliches Beisammensein im Dcreinslokal, wo in Gegenwart des Gefeierten noch einige schöne deutsche Lieder zu Gehör gebracht wurden. 00 Klein-Linden, 16. Juni. Nach der Neu- wähl der Schulvorstandsmitglieder durch den Ge- meinberat, setzt sich der S ch u l o o r st a n d jetzt wie folgt zusammen: Vorsitzender der Schulleiter, Bei- sitzer der jeweilige Bürgermeister, der jeweiliae Orts- geistliche, die beiden bienftälteften Lehrer, Die Ge- memberatsmitglieber Mechanikermeister Wilhelm Jung XI unb Elektromeister Heinrich Bechtolb, als Stellvertreter ber Eltern Bahnarbeiter Wilhelm Schmidt II unb Mechanikermeister Wilh. Ruhl. Q Göbelnrod, 16. 3unL Dieser Tage verließ uns Pfarrer Döll, der zwölf Jahre lang die besonder« schwierige PfarrsteUe auf dem Wir- berg versehen hatte, um nach seinem neuen Wirkungsort Stein b a ch überzusiedeln. Die Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, sich von ihrem Seelsorger zu verabschieden. Am Dienstagabend bewegte sich ein langer Zug nach dem Wirberg hinaus. Voran schritt die ©2L, dann ber Kirchendorstand, der Gesangverein, der Frauenverein und sonstige Gemeinoeglieder. Auf dem Berge angekommen, trug der Gesangverein zwei Chöre vor. Dann sprachen Bürgermeister Weber für die Gemeinde und Kirchenvertretung, Poli-uridie- ner K e r n für den Gesangverein und Frau Lehrer Allendörser für den Frauenverein. Pfarrer Döll dankte bewegt für die Worte des Abschieds. Mit einem gemeinsamen Lied fand die Feier ihren Abschluß. o Göbelnrod, 16. 3unt Um die Gleichschaltung im Sinne des Führerprinzips vorzunehmen, veranstaltete der Gesangverein ,E i n - t r acht" bei Gastwirt Becker eine außerordentliche Generalversammlung. Nachdem der 1. Vorsitzende, Polizeidiener Kern, die entsprechenden Bestimmungen bekanntgegeben hatte, legte der Gesamtvorstand seine Aemter nieder. Daraufhin nahm der Wahlleiter, Otto Wilhelm, die Wahl des 1. Vorsitzenden vor, die wiederum den seitherigen 1. Vorsitzenden zum Führer des Vereins bestimmte. Dieser ernannte nun die übrigen Mitglieder des Vorstandes: Ludw. Berges, 2. Vorsitzender; Karl Schulz, Rechner: Heinrich Schmidt, Schriftführer, Wilh. Scharmann und Alb. M e b u s, Beisitzer. Fast sämtliche Vorstandsmitglieder gehören der RSDAP. oder ASBO. an Der I. Vorsitzende forderte die Sänger auf, sich einmütig hinter den Führer zu stellen und daS deutsche Lied in Einigkeit zu pflegen. # ß i d), 16. Juni. Nachdem in einer außerordentlichen Generalversammlung der Turnverein 18 60 Cid) feinen Führer Karl Volz bestimmte, bat dieser letzt folgende Personen in den Turnrat berufen: Richard Zimmer als 2. Vorsitzenden, Christian Volz als Schatzmeister, Heinrich Vater als ersten Schriftwart, Karl Heller als zweiten Schriftwart, August Hisgen als Zeugwart und Heinrich Volz als ersten Turnwart. Letzterer hat zu seinen Mitarbeitern ernannt: Christian Zimmer als zweiten Turnwart und Schwimmwort, Georg Schön als Dietwart und Schülerturnwart, Wilhelm Menges als Spielwart, Otto D i e r u f f als Wehrfportwart und Frl Hilde Pappe als Turnwartin. Die Verpflichtung der neuen Vorstands- Mitglieder wurde durch den Vereinsführer vollzogen. 1900 I. - 3f3.1.1:u VfB. trat in der angekündigten Aufstellung an, die 1900er hatten für Brambach Schlarb und für Hofmann Grünewald eingestellt. Vom Anpfiff ab entwickelte sich ein rasches Spiel, das verhältnismäßig schnelles Tempo hatte. Die Grünweißen, die gegen die Sonne spielten, erzwangen eine Ecke, die schön getreten wurde, aber nichts einbrachte. Beide Tore kamen oft in Gefahr, aber beide Hintermannschaften waren sehr auf ber Hut Das Spiel brachte im Mittelfest) interessante Momente. Der VfB- Sturm ließ sich ju sehr abbeden. Als er einmal in Tornähe kam, köpfte Schlarb Lehrmund den Ball vom Kopf Die Blauweißen waren in der Folge schneller am Ball und auch schneller im Abspiel bei gleichmäßigem Auf und Ab kam VfB. gegen Ende der Halbzeit zu einem Tor, bas aber nicht Geltung hatte, ba vorher wegen Hanbspiel abgepfiffen war. Ein (Elfmeterball wurde gegen 1900 verhängt Die Torchance wurde von Knaus vergeben Das Spiel blieb weiter verteilt. Die Angriffe der Grünweißen waren dabei zwar etwas wuchtiger als die des ©egners, sie fielen aber oft dem Abseits zum Opfer. Gegen Ende der Halbzeit kam 1900 mehr auf. Zählbares wurde aber nicht erreicht Mit unverminderter Kraft ging es in die zweite Spielhälfte. Für Lippert, der bei einem Sturz verletzt wurde, war Luft eingetreten. Die Grünweihen arbeiteten eine Anzahl Torchancen heraus, aber aus Das ideale Nahrungs-Genuß- und Heilmittel findet man in Dr. Axelrods Joghurt Um allen Volkskreisen den Genuß dieses tägL von uns dergesteilten echten Vollmilch-Joghurts zu ermögL, wurde der Preis fürl Glas auf 15 PL herabges. Zu beziehen durch sämtliche Verkaufsstellen und Verkaufswagen der ZAPFSTELLE ERÖFFNET GIESSEN Frankfurter Str. 45, H. Wagener BENZINTli Zwei AchUiQjehrige1 2(ad)Örud verboten! 25. Fortletzung Sommerslolle SONNTAG, DEN 18. JUNI, IN D ER VOLKS HALLE L. 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