Nr. 139 Erstes Blatt 183. Jahrgang Samstag, 17. Juni 1953 Erfchein, tägttd), außa Sonntag» und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte ffitefiener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» monai$-Be$ng$prei$: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgedühk . , -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernsvrechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiger riehen. postschrcktonlo: firanffnrt am Main 11688. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnilk und Verlag: vrühl'lche UniverfilSls Such' unö Steinörucfcrei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschäftsftelle: Schulftrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 inrn Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzoorschrist 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Ibyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfürdenAn- zeigenteil L D. Tb.Äümmel sämtlich in (Biegen. Latz dich nicht abdvangen von deinem Heimatblatt t (S0 vergilt deine Treue durch gesiei- gerteLeisiungen im Dienste an Heimat und Vaterland und damit auch an dir Eö steht jedermann frei, die Zeitung zu halten, die ihm gefällt, er kann jede andere ohne Folgen für ihn ablehnen Acht IVevbev hat das Recht, dir ein Blatt auszuzwingen t Besteller zum 1. Juli erhalten den Gießener Anzeiger und seine eigenen Beilagen vom 24. Juni an kostenlos Dev Gießener Slnzeisev bietet feinen Lesern: Werktäglich Das große Heimat- und Anzeigenblatt Wöchentlich zweimal Gießener Familienblätter Wöchentlich Oie Illustrierte des Gießener Anzeigers Heimat im Bild Oie Scholle In ständigem Wechsel Sonderseiten des Gießener Anzeigers Für den Büchertisch Aus dem Reiche der Frau Aus Natur und Technik Jugend und Hochschule Aus der Welt des Films Das Recht im täglichen Leben Zeitiragen des Mittelstandes Wandern und Reisen Jährlich zweimal Taschenfahrplan in Hestform Jährlich Künstlerischen Wandkalender Auftakt in London. Seitdem der große Krieg die ganze Welt aus den Angeln hob und die Pariser Vorortoerträge, statt die Grundlagen für einen großzügigen Wiederaufbau im gesunden Wettbewerb der Völker zu schaffen, die krasse Unterscheidung von Siegern und Besiegten zu verewigen trachtete und damit In engstirniger Verblendung den aufbauwilligen Kräf- ten der Weltwirtschaft immer wieder der Boden unter den Füßen fortgezogen wurde, sobald Ansätze Iu einer wirtschaftlichen Stabilisierung sich zeigten, eitdem jagt eine üüernalionale Konferenz die an- irre. Sie alle sollten, wenn auch unter den verschiedensten Namen, nach dem Wunsche des einen Teils ihrer Teilnehmer dem Ziel dienen, Wege zur Ueberwindung des politischen Mißtrauens und zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu eröffnen. Aber meist stärker als dieser Wunsch war der Wille der andern Seite, an dem durch die Fröedensdiktate geschaffenen Zustand nicht rütteln zu lassen. So sieg- ten selten genug wirtschaftliche Vernunft über sturen Siegerwahn und kurzsichtigen Machtkitzel. Das In- einanbergreifen von Politik und Wirtschaft, ja ihre völlige Abhängigkeit voneinander in dem Sinne, daß jede wirtschaftliche Erholung, jeder erfolgreiche Kampf gegen die Desorganisation der Weltwirt- schäft eine neue Vertrauensbasis in den politischen Beziehungen der Völker voraussetzt, dieser fundamentale Grundsatz für jeden Versuch eines Wiederaufbaus der bis an ihre Wurzeln zerstörten Weltwirtschaft ist, soviel auch oon ihm geredet worden ist, doch stets verkannt ober in leichtfertigem Egoismus beiseite geschoben worben. Deshalb war es keineswegs überflüssig, daß der deutsche Reichsaußenminister Freiherr oon • Neurath als Sprecher der deutschen Delegation auf der Anfang der Woche in London eröffneten Weltwirtschaftskonferenz auf diese Zu- sammenhänge hinwies und anbeutete, wie sehr Deutschlanb alles getan hat, einen weltwirtschaftlichen Wieberaufbau durch unzweifelhafte Beweise seiner Friedensliebe und seines entschiedenen Willens zu vertrauensvoller Zusammenarbeit der Völker politisch zu untermauern. Der Führer der deutschen Delegation hat dann der Konferenz aus dem leider allzu reichen Schatz unserer besonderen Erfahrungen über Ursache und Wirkung der Wirt- schaftskrisis einige Richtlinien mit auf den Weg gegeben, deren Beachtung für den Erfolg der Konferenz ausschlaggebend sein wird, denn Deutschland hat unter den Folgen der durch Krieg und Friedensdiktate verursachten politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen zweifellos am schwersten gelitten. Es hat reichlich Gelegenheit gehabt, hinter wechselnden Symptomen wirtschaftlicher Funktionsstörungen die gleichbleibenden, im Politischen wurzelnden Ursachen zu erkennen, und es ist dank der unsagbaren Leiden, die es in den letzten Das Kabinett Dollfuß wirb desavouiert. Oer Spruch der Gerichte. Die Anschuldigung gegen national- sozialistische Führer wegen Hochverrats haltlos. Wien. 16. 3uni. (1DIB.) Eine Extraausgabe des nationalsozialistischen Kampfrufes meldet, baß sich nach den Entscheidungen ber Gerichte die Anschuldigungen gegen die verhafteten nationalfozia- liftifchen Führer als haltlos erwiefen haben. Das Blatt berichtet. 3m Laufe des gestrigen Tages find die ihrer Freiheit beraubten Nationalsozialisten einem gerichtlichen verfahren unterzogen worden. Die zuständigen Gerichte hatten zu untersuchen. ob auf Grund des vorliegenden Materials die Voruntersuchung wegen verbrechens des Hochverrates einzuleiten fei. Die Gerichte, bzw. das Oberlandesgericht in Wien standen auf dem Standpunkt, daß eine Voruntersuchung nicht einzu- leiten sei. 3n Niederösterreich sind bereits eine Reihevon Enthaftungen erfolgt. So sind aus dem Kreisgericht von Neuburg 18 Nationalsozialisten entlassen worden, unter ihnen auch Graf 3ohannes Hardegg. Die Enthafteten wurden oon Parteiangehörigen erwartet, mit 3udei begrüßt und förmlich mit Blumen überschüttet. Der LandesleiterderNSDAP. Oe st erreich s , Prokfch, richtet an die Nationalsozialisten Oesterreichs einen Aufruf, in dem es heißt: „Der versuch der christlich-sozialen, landbündlerischen und Starhembergschen Partei- und 3ntereffenpolitit, unterstützt von der sich revolutionär nennenden Sozialdemokratie hat es verstanden, den THadjtapparat des Staates zu mobilisieren, um einen letzten versuch zu unternehmen, den Vormarsch der deutschen Freiheitsbewegung zu hemmen. Dieser versuch ist mißlungen. Die Organisation ist nicht verboten worden, sie wird daher ihre Tätigkeit fortsehen. gleichgültig, welche Schwierigkeiten man ihr noch bereite. Der Ka.ni pfgehtweiter, der Kampf geht um die Seele des deutschen Menschen in Oesterreich, bis bas Ziel erreicht ist: einfrohes deutsches Oesterreich im großen deutschen vaterlande unter Adolf Hitlers Führung." Oie Reichsleitung der NSDAP. gegen Einmischung in die innerpolitischen Ver- hältniffe eines anderen Landes. Berlin, 16. 3unl. (OB.) Der stellvertretende Führer der NSDAP. Rudolf Heß hat folgende parteiamtliche Bekanntgabe erlassen: Die Reichsleitung lehnt es grundsätzlich a b, in die innerpolitifdjen Verhältnisse eines Gebietes außerhalb der deutschen Staats- g r e n z e n sich einzumlschen. Sie lehnt es demgemäß auch ab, Parteigebilden außerhalb ber Grenzen irgendwelche Weisungen oder Ratschläge zu geben, selbst wenn diese Parteigebilde ber NSDAP, entsprechend ober verwandt sind. Daher haben auch keine derartigen Parteiorganisationen das Recht, sich aus die Reichsteitung ber NSDAP, ober auf eine ihrer Untergliederungen zu berufen, so wenig wie sie etwa in der Oefsentlichkeit Öen falschen Eindruck erwecken dürfen, als ob sie mit ber NSDAP, in irgendwelchem Zusammenhang stehen. Die Auslandsorganisationen der NSDAP, werden hiervon nicht berührt. preffeotfod)^ Habicht vom Reichskanzler empfangen. Berlin, 16. Juni. (WTB.) Reichskanzler Adolf Hitler empfing heute den Presseattache ber beut- fchen Gesanbtschaft in Wien Habicht zu einer mchrstünbigen Aussprache. Der Reichskanzler nahm ben Bericht über b i e Vorgänge in Oesterreich, bekanntlich ber Heimat bes Reichskanzlers, zur Kenntnis. Am Schluß ber Unterredung fprach ber Führer bem Parteigenossen Habicht seinen Dank aus unb versicherte ihn erneut seines besonberen Vertrauens. Dollfuß in Paris. Paris, 16. Juni. (WTB.) Der französische Außenminister Paul-Doncour hatte eine fünfviertelstündige ilnterrcbung mit dem österreichischen Bundeskanzler Dr Dollfuß. Wie Havas meldet, soll Dr. Dollfuß über den Geist des Derständnisses und des Wohlwollens befriedigt fein, den er in französischen Kreisen gegenüber dem Problem der österreichischen Wirtschaft und hinsichtlich der Rotwendigleit der Derwirk- lichung der Oesterreich in Aussicht gestellten Anleihe gefunden habe. Der Bundeskanzler hatte auch eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten D a I a d i e r und ist abends n a ch W i e n a b g e r e i st. Oesterreichische WirtschastSkreise fordern Frieden mit dem Reich. Wien, 16. Juni. (WTB.) In Dornbirn (Vorarlberg) wurde auf einem Handels-, G e - werbe-unbIndu st riet ag eine Entschließung gefaßt, in der die r a s ch e st e Wieberherstel- lunfl guter Beziehungen zum Deut- f cf) e n Reiche unb Die Einstellung ber Wirtschafts- schäbigenden beutschfeinblichen Pressepropaganda gefasert wirb. 9er preußische fiulteminifler verkündet den beginn der studentischen Arbeitsdienstpflicht. Derli n, 16. Juni. Aus dem Platz vor der Staatsoper, auf dem sich Kopf an Kopf die Studenten unb Studentinnen der älniversitat, der Technischen Hochschule und-der anderen Berliner Hochschulen drängten, verkündete heute mittag Kultusminister Rust feierlich die studentische Arbeitsbien st pflicht, bie am 1. August beginnen soll. 3n seiner Rede betonte der Minister, man sei bei der Einführung der Arbeitsdienstpflicht von bem Gedanken ausgegangen, durch ein Arbeits- dienstjahr der ileberfüllung der Hochschulen ein Wehr entgegenzurichten unb b i e Abgeschlossenheit bet Akademiker- schäft von ber ilmtoelt z u beseitigen. Aus ber Rot sei eine Tugenb gemacht worben. Die jungen Akabemiker, bie jetzt in bie Arbeitslager hinausgehen, begleite fein »Anspruch", wie einst bie Einjährig-Freiwilligen, sie lehnten jede Sonderstellung ab zugunsten ber beutschen Volks- gemeinschaft. 3n ben Arbeitslagern werbe fein Intellekt gezüchtet. Dort werde sich zeigen, wer von den Studenten denen nachleben wolle, die einst vor ßangemard fochten. Dur wer diese Charafterprüfung bestehe, habe das Recht, der- dereinst in führender Stellung zu sein. Minister Rust lehnte auch entschieden die „Feststellung" in Genf ab, wonach der Arbeitsdienst ein getarnter Militarismus fei. Gewiß, man wolle die Arbeitslager als einen Kampfplatz an- sehen, aber alseinenKampfplatzzurSchu- lung des deutschen Volkes gegen die Welt- anfchauungen des Marxismus und des Liberalismus. Die Charakterschule in den Arbeitslagern fei durch nichts anderes zu ersetzen. Wenn diese Dienstzeit, so rief ber Minister aus, einen Sinn haben soll, so muß in den Arbeitsdienst- lagern nur ein Geist herrschen: der Gei st Adolf Hitlers! Man spricht so viel von der Notwendigkeit, daß Fachkenntnisse im neuen Deutschland regieren. Dann muß ich auch fordern, daß in den Arbeitsdienstlagern ebenfalls der Fochkun- dige die Leitung übernimmt, bimit in diesen Arbeitsdienstlagern nicht nur Disziplin gelehrt, sondern auch Weltanschauung gebildet wird. Wir müssen dafür sorgen, daß der Wiederaufbau jetzt von den Fachkundigen der willensmäßizen deukschen Einheit durchgefiihri wird. Ich fordere daher die nationalsozialistische Leitung unb Führung für den Arbeitsdienst auf, daß diese allerwichtigste Tat zur deutschen Zukunft frucht- bar werde. Gehen Sie hinaus, so rief ber Minister ben Studenten zu, unb nehmen sie ben Spaten in bie Hand, um sich ben Abel ber Arbeit zu verdienen. Wenn der einzelne nur sich selbst leben will, bann ist bie Folge, baß sein Volk zum Sklavenvolk wird. Wo er sich aber freiwillig bienen in ben Mittelpunkt seines Lebens stellt, schafft er, indem er seinem Volke die ge- f Diese Ausschlachtung sehr überlegter und ernst zu I nehmender wirtschaftlicher Betrachtungen zu tendenziöser politischer Polemik ist nicht dazu angetan, die von Anfang an bedenklich flaue Atmosphäre der Weltwirtschaftskonferenz zu verbessern. Gutes Ergebnis der Gtillhalteverhandlungen. Kapitalrückzahlungen hinausgeschoben. Zinssenkung empfohlen. London, 16. Juni. (111.) Am Jreifagabenb wurde der Bericht über die Stillhalteverhandlungen herausgegeben, die in der Zeit vom 13. bis 16. Juni in der IHartinsbanf in London geführt morden find. Jn dem Bericht wird mitgeteitt, daß die Erörterungen sich auf gewisse Abänderungen des Abkommens erstreckt hätten. Als Ergebnis der Verhandlungen wurde eine Kündigung gemäß § 16 des Stillhalteabkommens gewährt. Es wurde dann die Frage erörtert, ob im Hinblick auf die veränderten Umstände alle Kapitalrückzahlungen zeitweilig ausgesetzt werden sollten. Ls wurde beschlossen, daß die Kapitalrückzahlungen in höhe von etwa 75 Mill. Goldmark bis zum 2 8. Fe- bruar 1 9 3 4 ausgefetjt werden sollten. Diese Aenderung wurde mit wirkender Kraft unterzeichnet und ist dementsprechend für alle am Abkommen beteiligten Staaten gültig. Endlich wird in dem Bericht erklärt, daß auf den Wunsch des Präsidenten der Reichsbank hin der Konsultativausschuß die Gläubiger anweisen wird, eine Herabsetzung der jetzigen Zinssätze zu empfehlen. die nicht zugleich auch vorbildliche, zum mindesten aber normale staat 1 iche Arbeitsdienst- führer sind. LimfaffendeS Verbot reichsdeutscher Zeitungen in der Tschechoslowakei. Prag, 16. Juni. (WTB. Funkspruch.) Wie die offiziöse „Lidove Noviny" meldet, steht das Verbot von nahezu hundert reichsdeutschen Tageszeitungen, Wochenschriften und illustrierten Zeitschriften unmittelbar bevor. Darunter werden sich sämtliche nationalsozialistischen Parteiorgane, aber auch andere große Tageszeitungen befinden, die in der Tschechoslowakei besondere Verbreitung genießen, x. B. das „Berliner T a g e b l a t t", die „Vossische Zeitung" und die „Frankfurt e r Z e i t u n g", sowie Die bedeutenden Münchener und Leipziger Blätter, die als „gleichgeschaltet" bezeichnet werden. Die Maßnahme wird als eine Repressalie gegen das reich- deutsche Verbot von 66 tschechischen Zeitungen hin- gestellt. Eine Legende des „Matin". Berlin, 17. Juni. > (WTB. Funkspruch.) Der „Matin" meldet aus Zürich, daß nach guten Informationen General von Schleicher nach Der Schweiz t)abe kommen können, wo er unter falschem Namen bei einer sehr bekannten Persönlichkeit lebe. General von Schleicher selbst habe erklärt, daß er lediglich einige Ferientage in Der Schweiz verbringe und sich erhole. Nach Erklärung aus seiner näheren Umgebung solle er aber die Vorgänge in Deutschland sehr genau verfolgen und Vorkehrungen getroffen haben, als ob das national- sozialistische Regime nicht mehr lange in Deutschland Bestand haben würde. Er halte D i e Reichswehr für eine der seltenen Organisationen, die noch nicht vom hitlerischen Bazillus angesteckt seien. Hietzu wird von amtlicher Stelle erklärt, daß Herrr General von Schleicher sich nach wie vor in N e u b a b e 1 s b e r g aufhält und weder weggewesen ist, noch die Absicht hat, nach der Schweiz zu gehen.^Die dem Herrn General von Schleicher in den Mund gelegten Aeußerungen über Die Verhältnisse in Deutschland sind sämtlich frei erfunden. Aus aller Welt Der große italienische Geschwaderslug. Der große italienische Geschwaderflug nach Nordamerika, dessen Start unmittelbar bevorsteht, wird in zahlreichen Etappen verschiedener Länge und Schwierigkeit durchgeführt werden. Die erste 1400 Kilometer betragende Flugstrecke ist die Etappe Orbetello — Amsterdam. Di« größte Schwierigkeit besteht hierbei in der Ueberf liegung der Alpen. Diese werden vom Lago Maggiore aus angeflogen. Es entscheidet sich hier, ob, je nach der Wetterlage, der Weg über Comersee—Splügenpaß— Zürich gewählt wird oder der Weg Domodossola— Simpion—oberes Rhönetal—Genfer See—Lausanne. Es ist das erstemal, daß Wasserflugzeuge in solcher Menge die Alpen überfliegen. Die weiteren Etappen sind Amsterdam — Londonderrh (Irland) 1000 Kilometer. Don dort nach Reykjavik (Island) 1500 Kilometer; Car twright (Labrador) 2400 Ki- lometer, Shediac (Kanada) 1200 Kilometer Mowtreal (Kanada) 800 Kilometer, Chicago 1400, dann schließlich bis Reuyork 1600 Kilometer. Die zu dem Flug verwandte Maschine ist das Wasserflugzeug „SavoiaMarchettib 5“, das bereits beim Geschwaderflug nach Brasilien verwandt wurde, jedoch wichtige Veränderungen erfahren hat und nunmehr die amtliche Bezeich- »$• 55 X trägt. Die Besatzung jedes Slugzeuges besteht aus vier Mann: Ein Flug- zeugfuhrerkommandant, ein zweiter Offizier als Flugzeugführer, ein Funker, ein Motorenwärter Sn manchem der Apparate fliegt ein 5. Mann mit einem Sonderauftrag mit. Das Geschwader steht aus 24 Flugzeugen und ist in acht ?.ruPP e n z u j e d r e i Flugzeugen einge« teilt, die leweils in Dreieckform fliegen. Se sechs Flugzeuge als je zwei Gruppen sind zur Unterscheidung mit einer bestimmten Farbe ver- fehen und zwar schwarz, rot, weiß und grün Als Erkennungszeichen trugen die Flugzeuge je fünf Buchstaben, und zwar als ersten ein großes I und dann die vier ersten Buchstaben des Namens d«S Kommandanten. Kundgebung der Kommunalbeamten und -angeslelllen Deutschlands. Sn Berlin fand eine große Kundgebung der Reichsfachgruppen „Kommunale Verwaltung und Betriebe" und „Körperschaften des öffentlichen Rechts" im Deutschen Beamtenbunde statt, an der über700Kommunalbeamte aus allen Teilen des Reiches teilnahmen. Zum Verbandsführer wurde im preußischen Verband Post- Inspektor K o s ch e I, Berlin, gewählt, während die Führung des Reichsbundes der Reichsfachgruppenleiter Ehr mann übernahm. Sn einer Sitzung des neuen Beirates des Reichsbundes wurde der Beschluß gefaßt, den Reichsbund in „Deutscher Gemeindebeamtenbund" umzubenennen. Auf der Kundgebung sprachen Oberbürgermeister F i e h l e r, München, über das Thema „Der Gemeindebeamte im neuen Staat" und der stellvertretende Reichskommissar für die Beamtenorganisationen und stellvertretender Führer im Deutschen Deamtenbund, Nees. Kiefenbrand in der Zollflalion Ehiasso. Sn den Magazinen der italienisch-schweizerischen Zollstation Ehiasso brach ein ungeheuerer Brand aus. Trotz der Bemühungen der Feuerwehren und Milizen, die aus der ganzen Umgebung herangezogen waren, konnte nichts gerettet werden. Der Snhalt der Magazine bestand aus Kunstseide, Baumwollgeweben, Gummi und sonstigen leicht brennbaren Waren, sämtlich italienisches Ausfuhrgut. Der Schaden wird nach flüchtiger Schätzung auf eine Million Schweizer Franken beziffert. Als Ursache vermutet man Blitzschlag. 36 Kinder stürzen in einen Vach. Bei einem Schulausflug, Den 36 KinDer in Begleitung von Drei Lehrern in Der Nähe von Belke Beregne (Slowakei) unternahmen, ereignete sich ein folgenschweres Unglück. Als Die KinDer eine Brücke überquerten, brachen Die morschen Pfeiler zusammen. Alle 36 KinDer stürzten in Den Bach, 33 KinDer konnten gerettet roerDen, Drei ertranken unD acht erlitten Verletzungen. Schwerer Verkehrsunfall in Oberlahnstein. In Oberlahn st ein ereignete sich ein furchtbarer Verkehrsunfall. In einer Kurve am Eingang Der Stadt ftiefjen ein MotorraD unD ein Auto in voller Fahrt zusammen. Die beiDen MotorraDfahrer, ein Einwohner aus NieDer- lahnstein unD seine Frau, wurden schwer verletzt. Die Frau erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen sie kurz nach Der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Der Motorradfahrer liegt mit einer schweren Gehirnerschütterung ebenfalls im Krankenhaus. Sein Befinden ist hoffnungslos. Die Insassen des Wagens trugen nur unerhebliche Verletzungen davon. Bei den beiden Verunglückten handelt es sich um d i e Eltern von vier unmündigen Kindern. Mord und Versicherungsbetrug. Dor einigen Tagen hat sich auf der Oder in der Nähe von (Stettin ein schweres Dootsunglück zugetragen, wobei der 30jäh- rige Kaufmann Richard Schuster ertrank, während seine Begleiterin, die Kindergärtnerin Edith Mielke gerettet werden konnte. Der Umstand, daß sich an dem Boot eine schadhafte Stelle befand, gab der Mordkommission Veranlassung, die Angelegenheit näher zu untersuchen. Sm Verlauf der Ermittlungen ergaben sich schwerwiegende Verdachtsmomente gegen die Mielke, die auch Besitzerin des Bootes ist. Er stellte sich heraus, daß sie den Schuster bei einer Lebensversicherung für 5000 Mark, bei Tod durch Unfall mit 1 0000 Mark be r sichert hatte. Nach anfänglichem hartnäckigem Leugnen hat nunmehr die Mielke ein umfassendes Geständnis abgelegt und zugegeben, das Loch in das Doot gebohrt zu haben, um es zum Kentern zu bringen, damit der Begleiter ertrinken sollte. Sie wurde mit ihrer Mutter zusammen verhaftet. (Soldfunde in Grönland. Wie in der Kopenhagener Presse verlautet, ist in Ost-Gronland bei den dort angestellten wissenschaftlichen Untersuchungen nicht nur Silber und Kupfer, sondern auch Gold gefunden worden. Die große dänisch« Grönlandexpedition unter der Leitung des schwedischen Geologen Professor B a ck - lund-Upsala und zweier schwedischer Gruben- ingemeure wird die Untersuchung jetzt fortsehen und die praktische Frage klären, ob die Goldvorkommen reich genug sind, um ausgebeutet zu wer- Elsaß-Loihringen. Don Professor Dr. Max J. Wolff, Berlin. Wenn wir auf die Zeit der Zugehörigkeit der Reichslande zu Deutschland zurückblicken, so müssen wir mit Bedauern eingesteben, daß es uns in den 47 Sahren nicht gelungen ist, das elsaß-lothringische Problem zu lösen. Allerdings haben wir uns seine Lösung von Anfang an dadurch erschwert, daß wir die beiden Landschaften, die weder geschichtlich noch geographisch, weder nach Volkstum noch der Sprache etwas miteinander zu tun haben, z u einer Einheit verbanden und der gleichen Behandlung unterwarfen. Lothringen neigt durch seine Lage zum Anschluß nach Westen, Metz war schon, als es vor 380 Sahren an Frankreich fiel, stark französiert und selbst in den Teilen, die damals noch beim Reich verblieben, war die franzcs.sche Sprache im Vordringen und hatte sie 1870 die deutsche mehr und mehr zurückgedrängt. Das Elsaß dagegen war kerndeutsch, die Vogesen wirkten als eine natürliche Absperrung gegen Frankreich; abgesehen von einer sehr geringen Minderheit, fühlte sich die Bevölkerung wohl in ihrer alemannischen Eigenart und eines Stammes milden zwar unter anderer politischer Herrschaft stehenden Alemannen auf dem rechten Rheinufer. Wenn wir die beiden Provinzen als Schwestern betrachteten, so übersahen wir, daß sich diese Schwestern, wie ein Franzose kurz nach 1870 bemerkte, seit langem getrennt, wenn nicht verfeindet hatten. Die siegreichen Franzosen begingen 1918 einen ähnlichen psychologischen Fehler, als sie die Verbindung zwischen den beiden Ländern, die die deutsche Verwaltung trotz aller Widerstände geschaffen hatte, kurzerhand rückgängig machten und durch einen Federstrich Die allen Departements wiederher st eilten. Weder im Elsaß noch in Lothringen war man zu einem derartigen restlosen Aufgehn in Frankreich bereit. Sn der Verbindung mit Deutschland halte man andere Sillen, andere Gewohnheiten, ein anderes Recht und andere Einrichtungen angenommen, auf die man nicht verzichten wollte. Man verlangte eine Sonderstellung und dieses gemeinsame Verlangen begründete zwischen Straßburg und Metz ein Gefühl der Zus ammen- gehörigkeit, wie es in deutscher Zeil nie vorhanden war, wenn auch die Forderung nach Autonomie im Elsaß wesentlich schroffer zur Geltung kommt als in Lothringen. Sie wird durch den Kampf um dieSprache verschärft. Das Französische war aus dem Elsaß während der deutschen Zeit praktisch so gut wie verschwunden, es wird auch heute als ein fremdes Söiom empfunden, als eine ausländische Sprache, die man im öffentlichen und geschäftlichen Leben allenfalls anwendel, die man aber weder in der Familie noch in der Kirche zu dulden beabsichtigt. Die deutsche Presse bringt erstaunlich wenig. Nachrichten über die beiden verlorenen Provinzen. Sie ist offenbar zu gewissenhaft, die Lage anders darzustellen, als sie wirklich ist, fürchtet aber Wohl bei wahrheitsgetreuer Darstellung Dinge zu sagen, die den Ohren deutscher Leser nicht angenehm klingen. Die a u t o n o m i st i - schen Bestrebungen sind den Franzosen sicher sehr peinlich, aber ihre Spitze richtet sich nicht gegen Frankreich, sondern nur gegen Paris und den dort herrschenden Zentralismus mit dem Schlagwort Der „einheitlichen und unteilbaren Republik". Es hanoelt sich innerhalb des Rahmens des französischen Staates um eine regionale Heimatbewegung zum Schuhe der elsässer und teilweise auch der lothringer Eigenart, aber nichts liegt dabei den führenden Männern, den Rosee und Genossen, ferner als der Gedanke einer Trennung von Frankreich und einer Rückkehr zu Deutschland. Man unterschätzt die Bewegung in Frankreich, wenn man sie nur als ein von Berlin subventioniertes und von dort inszeniertes Komplott betrachtet, man überschätzt sie aber ebenso stark in Deutschland, wenn man in ihr einen Ausbruch national-deutscher Empörung gegen Frankreich sehen will. Derartige Sdeen lehnen die Heimattreuen Elsässer in ihrer Presse, in den Volksversammlungen und vor den französischen Gerichten, vor denen sie sich zu verantworten hatten, auf das entschiedenste ab. Shre Haltung hat in Deutschland stark enttäuscht, man erwartet« von den Elsässern etwas Besseres und setzte bei ihnen ein größeres Maß nationaler Gesinnung voraus. Die Ursache ist: man kann sich nicht in die Seele von Menschen versetzen, die innerhalb eines halben Sahrhun- derts zweimal ihre Staatlichkeit haben wechseln müssen, die zweimal, ohne befragt zu werden, dem Sieger als Beute zufielen, und in der berechtigten Furcht leben, daß der nächste Krieg ihnen dasselbe Schicksalzurn dritten Male bereitet. Als die Reichslande 1871 deutsch wurden, war das selbst für die spärlichen Kreise, in denen mehr historische als praktische und politische Sympathien für Deutschland bestanden, eine unsagbare Uebetra« schung. Nach dem Tage von Königgräh mußte man zwar erwartet, daß das auffteigende Deutschland auch mit seinem westlichen Nachbar abrechnen würde, aber in den wenigen Sahren hatte die veränderte politische Konjunktur sich noch nicht in den französischen Departements ausgewirkt. Man war von dem Glauben an die Unerschütterlich- keit der französischen Macht durchdrungen und die Möglichkeit, daß Deutschland je die vor zwei und drei Sahrhunderten geraubten Provinzen zurückfordern könnte, wurde überhaupt nicht ins Auge gefaßt. Dieses überraschende Moment hat wesentlich dazu beigetragen, daß der Protest Der Elsaß- Lothringer gegen eine Annektion durch Deutschland denkbar scharf ausfiel, daß man Die Veränderung nur als Störung empfand und Daß gegenüber diesem Mißbehagen jeder Gedanke an Das eigene Deutschtum verstummte. Die Leute hatten überhaupt keine Zeit zur Ueberlegung. Wenn sie gestern Franzosen gewesen waren, so waren sie heuteDeutsche, Angehörige eines neugeschaffenen Reichs, dessen politisches Wesen ihnen völlig fremd war. Während Der deutschen Herrschaft Dagegen riß Die VerbinDung zu Frankreich nie ganz ab, man muhte mit Den Re.chslanDen immer mit Der Möglichkeit rechnen, toieDer französisch zu toerDen, einer Möglichkeit, aus Der im Verlauf Des unglücklichen Kriegs allmählich eine Wahrscheinlichkeit unD endlich eine Gewißheit tourDe. Die Bevölkerung hatte Gelegenheit, sich mit ihrem Schicksal vertraut zu machen, es traf sie nicht unerwartet unD rief Daher keine stürmischen Proteste hervor wie 1871. Trotzdem und trotz Der materiell besseren Aus- fiebten. Die eine Verbindung mit Frankreich gewahrte, hätte eine Volksabstimmung auch i918 vermutlich noch eine bescheidene Mehrheit zugunsten Deutschlands erbracht, 1913 wäre diele Majorität überwältigend grob gewesen, während es als sicher gelten kann, daß sich heute nur eine Minderheit gegen Frankreich auSsprechen würde. Mcht aus Liebe zu dem einen oder anderen Land, sondern aus Ruhebcdür4niS. Die Leute wollen nicht der Preis des jeweiligen Siegers sein, sie haben es satt, ihr Leben alle 50 Jahre aus einer völlig veränderten Grundlage auszubauen. Frankreich braucht sich wegen des Elsaß keine Sorgen zu machen, vorausgesetzt, dah eS die deutsche oder auch nur alemannische Eigenart des Lande- nicht antastet. Die Derwelschung war vor 1870, ohne daß sie von der französischen Regierung in besonderem Mähe betrieben wurde, im besten 3ug«; die 47jährige Zugehörigkeit zu Deutschland hat trotz aller Mißgriffe den Erfolg gehabt, dah die Elsässer wieder deutsches Wesen kennen gelernt haben und dah ihnen dadurch ihr eigenes Deutschtum klar zum Bewußt- sein gekommen ist. Sie wollen sich ihren Anteil an deutscher Kultur, deutscher Kunst und deutscher Religiosität auch unter französischer Herr- schast nicht rauben lassen. Der stürmische Dei- sall, der die ersten, nach dem Krieg wieder zu- gelassenen deutschen Theatervorstellungen begrüßte, läßt an der Energie dieses Willens keinen Zweifel, eS war eine gewaltige Kundgebung für Deutschland, wenn auch nicht für das politische Deutschland. Das Ruhebedürfnis der Elsässer lehnt jede französische Kulturpropaganda als unerwünschte Störung mit der gleichen Entschiedenheit ob wie eine politische rechtsrheinische, wenn der Versuch einer solchen gemacht würde, e Kann Frankreich den Elsässern die gewünschte Sonder st ellung gewähren? Kann eS innerhalb seiner Grenzen eine deutsche Provinz dulden? DaS ist die Frage. Eine Heimatbewegung (RegionalismuS) besteht nicht nur dort, sondern auch die Korsen, die Flamen, die 'Bretagner, Basken und Provenzalen besinnen sich auf ihre geschichtliche und völkische Eigenart und treten der von der Revolution geschaffenen, von Rapoleon l. gefestigten Pariser Zentralisation mehr oder minder schroff entgegen. Dis jetzt hat die Regierung die Formen, die diesen berechtigten Ansprüchen entgegenkommt, noch nicht gesunden. Die Schwierigkeiten sind auch kaum überwindbar. Man betrachtet noch heut« in Frankreich die straffe Zusammenfassung der Verwaltung, den einheitlichen und gleichen Ausbau des Staates ohne jede Rücksicht aus die Sonderart und die geschichtlichen Eigentümlichkeiten der verschiedenen Landesteile als eine Crrungenschast der Revolution, a l s einen Fortschritt, den man nicht rückgängig machen will. Die Regierung würde die überwältigende Mehrheit der Franzosen vor den Kops stoßen und ihrem Staats- bewußtsein einen schweren Schlag versetzen, wenn sie einigen zersplitterten Minderheiten zuliebe an den Grundlagen des »einheitlichen und unteilbaren Frankreichs'' zu rütteln wagte. Flamen, Basken und di« durch den Erfolg der stammverwandten Iren aufgeregten Bretagner sind zahlenmäßig viel zu schwach, um eine Gefahr zu bedeuten, der RegionalismuS der Prvvencalen ist unpolitisch, ernster ist die Bewegung bei den Korsen und den Elsässern, da ihr die unmittelbare Rachbarschaft eines gleichsprachigen Großstaates — in dem einen Fall Italien, in dem anderen Deutschland — einen starken Rückhalt bietet. Eine dauernde Verstimmung könnte die Bevölkerung hier wie dort dazu bringen, sich die Frage vorzulegen, ob nicht eine Verbindung mit diesen Ländern der mit der „rafcre patrie“ vorzuziehen sei. 2st es aber erst so weit, daß diese Frage aufgeworfen wird, so ist auch die Antwort nicht zweifelhaft. 3n Frankreich wird das Elsaß die gewünschte Autonomie kaum erreichen. Deutschland hätte sie ihm bewilligen können, ohne seinen bundesstaatlichen Charakter anzutasten und die Grundlagen seiner Verfassung zu erschüttern. Um so bedauerlicher ist es, daß es nicht zur rechten Zeit geschehen ist. Aus der proviuzialhaupistadt. Vereinte Kraft. Schön ist es, in sroher Gesellschaft durch Feld und Wald zu streifen. Roch schöner, will mir scheinen, sind aber die Stunden, die man allein irgendwo still im deutschen Walde verlebt, in denen man auf einem moosigen Fleck liegt, über sich das grüne Blätterdach. Die Sonne malt belle Kreise auf daS Moos, vom Himmel ist nur hier und da ein Stückchen zu sehen. Das herrliche Pfingstwetter lockte. Und so wanderte ich freudigen Herzens zum Wald, durchstreift« alle mir wohl bekannten Wege und hielt Umschau. Auf einem grasbewachsenen Seitenpfad fand ich ein schönes Plätzchen zum Ruhen. Allein ich blieb nicht lange sitzen: Senn rund um mich wimmelte es von Ameisen, diesen fleißigen Tierchen, die auch am Sonntag zur Arbeit liefen. Ich habe sie gern, doch nur von weitem. 3n meinen Kleidern sind sie mir unangenehm. Aber ich konnte nicht weg von dem schönen Fleckchen, die kleinen Läufer weckten meine ganze Aufmerksamkeit. Lange saß ich in tiefer Kniebeuge und schaute und schaute. Die kleinen Kerlchen arbeiteten tatsächlich. Wenn man nur oberflächlich hinsieht, meint man, diese Tierchen laufen nur so da herum. Aber wenn man schärfer prüft, dann wird einem allerlei klar. Da tarn eine Ameise über ein welkes Blatt und schob ein kleines, dickes Räupchen vor sich her. Don der Seite rannte eine zweite Ameise herbei, packte das Räupchen am anderen Ende und zog mit allen Kräften. Dabei lief sie rückwärts. Es ging geschwind über das dürre Laub, durch Vertiefungen, über kleine Hügel, über einen dürren Ast, an Grashälmchen in die Höhe. Das Räupchen war mindestens doppelt so groß und schwer wie die Ameisen. Aber unermüdlich schoben und Aogen sie weiter. Ich war neugierig und wollte fepen, ob das Räupchen noch lebte und hob es in die Höhe. Die Heinen Jäger hatten sich so fest- gebissen, daß ich sie nun mit in meiner Hand hielt. Als sie die veränderte Umgebung bemerkten, ließen sie rasch ihr Opfer los und rannten davon Das Räupchen lebte tatsächlich noch. Ich ließ es einige Zeit in meiner Hand, dann setzte ich es wieder auf die Erde. Wie der Blitz schoß eine Ameise hervor und packte es fest mit ihren Kiefern. Plötzlich ließ sie ihre Deute los und lief auf eine andere Ameise zu. Dann sah ich, wie beide von neuem die Raupe packten und weiterschleppten. Wieder ging es über Halme, Erdbrocken, Holzstückchen. Dann waren sie am Rande de- Grabens. Sie hatten den schwersten Teil ihres Weges hinter sich. Inzwischen sah ich nach den andern Ameisen. Auch sie liefen zum Teil mit einem Käferchen. Eine hatte eine Fliege, eine andere eine Spinne. Wohin wollten die kleinen Läufer diese für sie doch ungeheuren Lasten schleppen? Ich schaute mich nach allen Seiten um. konnte aber nirgends einen Ameisenhaufen entdecken. Aber ich hatte Zeit und Geduld und fing an zu suchen. Da endlich, neben einem Iägerpfad, tief im Tannendickicht versteckt, fand ich den Dau der Ameisen. Er lag von meinem Ruheplatz mindestens dreißig Meter entfernt. Wie staunte ich, als ich näherkam und ihn betrachtete! Auf dem Erdboden betrug der Durchmesser wohl zwei Meter, die Höhe überstieg 1,50 Meter! Ich stand still und lauschte. War das ein tausendfaches leises Rascheln der vielen, vielen schlanken Beinchen, die hier über den Waldboden liefen, hinauf zur Höhe des Baues fliegen und wieder herunter! Der Ameisenhaufen war rund um einen Tannnstamm gebaut. Auch an diesem liefen die Tirchen auf und ab. Welche Arbeit mag es gekostet haben, bis dieser gewaltige Dau vollendet war! Alles, was irgendwie brauchbar war, hatten die Tierchen zusammengeschleppt, in der Hauptsache aber Tannennadeln. Die Gänge und kleinen Gewölbe, die man von außen erkennen konnte, waren mit größeren Holzstückchen abgestützt. Hälmchen und Blattstücke wurden beim Dau verwandt. Gar merkwürdig sah es aus, wenn Hunderte von Ameisen herbeiliefen, die je eine Tannennadel trugen. Cs war so, als ob sie ein Schwert schwängen! Dann wieder sah man eine ermüdet stillhalten, die Last war zu schwer. Schon aber kam eine andere zu Hilfe. Wohl gefaßt, halbe Last! Mit vereinter Kraft bringen diese kleinen Tierchen solche Arbeit zustande. Sie säubern den Wald ton schädlichen und toten Insekten, sind die Hilfspolizei des Försters. Darum verstehen wir auch, daß sie geschützt werden müssen. Ich muß meine Kinder einmal an den versteckt liegenden Ameisenhaufen führen. Sie sollen — wie ich — Ehrfurcht vor den kleinen Lebewesen empfinden, sie sollen erkennen, daß der Mensch vor vielen kaum beachteten Tierchen still- und mit Andacht stehenbleiben muh. Wie viel können wir von dem Völklein der Ameisen lernen! Was wissen wir von ihrer Fühlersprache, ihrem Staat, in dem eine Königin, wie bei den Dienen, herrscht? Eins zeigen sie uns: Wie man sich unterordnet in einem lebendigen Gemeinwesen, wie man Gehorsam und Arbeit lernt. Wie eine der andern hilft, wie Eindringlinge in gemeinsamem Kampfe vernichtet werden. Solche Arbeit und solche Leistungen können nur durch vereinte Kraft verrichtet werden. Ist eine solche stille Stunde, die man im Wald allein verbringt, fein Gewinn für das Leben? W-r. Deutscher Protest gegen Versailles. Zum Zeichen der Ablehnung des vor 14 Jahren beschlossenen Diktates von Versailles und zum Ausdruck der Trauer, daß das deutsche Volk noch immer unter dem harten Druck dieses Diktates stehl, setzen am Mittwoch, 2 8. Juni, die Behörden des Reiches, der Länder und der Gemeinden die Flaggen auf Halb- m a st. Die Reichsreoierung ruft das gesamte deutsche Volk auf, sich dem Vorgehen der Behörden anzuschließen. Zn Abänderung seines Runderlasses über die Beteiligung der Schulen und, der Schülerschaft an Kundgebungen am 2 8. Juni, dem Tage der Wiederkehr der Unterzeichnung des Versailler Diktates, hat der o r e u ß i s ch e Äul- 1 u 9 m i n t ft e r angeordnet, daß an diesem Tage lediglich in allen preußischen Schulen in der letzten Dormittagsstunde die versammelte Schü- lerschast in würdiger Form auf die Bedeutung dieses Tages und des Versailler Diktates durch den An- staltsleiter hingewiesen wird. Die ursprünglich vorgesehene Teilnahme der Schülerschaft an Kundgebungen ist dagegen aufgehoben. Lustschuh tut Not! Gestern abend fand im Rahmen des ersten Luftschuh-JlnformationSkurses für Lehrer und Lehrerinnen der Gießener Schulen der dritte Schulungsabend zur Einführung in den zivilen Luftschutz statt. Dor einer sehr zahlreiche^ Zuhörerschaft sprach zunächst Privatdozent Dr. Eichler über daS Thema .Wirkung der Gasbomben". Der Redner machte in aufschlußreicher Weise mit den wichtigsten Grundlagen des Wissen- auf diesem Gebiete bekannt. Anschließend sprach Prof. Dr. B e h a g h e l über das Thema .Erkennen der Gasbomben". Auch bei diesen Darlegungen konnten die gespannt lauschenden Hörer wertvolle Belehrungen entgegennehmen. Am Schlüsse des interessanten Vortragsabends machte Privatdozent Dr. Eichler noch darauf aufmerksam, dah auch in Gießen die Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen Luftschutzbundes geplant ist, und erforderte zu zahlreichem Beitritt in diese Organisation aus, die sich in besonderem Maße mit der Aufklärung der Bevölkerung über den zivilen Luftschutz befassen soll. Die Harburger Festspiele: „Das Wintermärchen". Ucber die Besetzung der Rollen Shakespeares „Wintermärchen", das am 20. Juni zum ersten Male auf der monumentalen Marburger Festfpiclbühne auf dem Schloßberg gespielt werden wird, schreibt man uns aus Marburg: Das Königspaar Leontes und Hermian wird dargestellt von Lothar Körner (Dresden) und Rense S t o b r a w a (Berlin). Körner, der 1929 als „Tel!" so großen Beifall erntete, spielt zur Zeit beim Reformationsspiel den Eckelsbach, Rense Stobrawa wird von ihrem Auftreten als Gretchen im vorjährigen „Faust" noch in guter Erinnerung sein. Den König Polyxenes Tpielt Sj. F i r m b a ch (Frankfurt) mit der schönen männlichen Sicherheit, die ihn als Landgrafen im Reformations- spiel auszeichnet. Den jungen Florizal verkörpert Hans Georg Laubenthal (Köln), während seine geliebte Perdita bei Hansi Nässte in den besten Händen ist. Nach allem, was man bisher von diesen beiden Schauspielern sah, darf man wohl sagen, daß so leicht kein Paar gefunden werden kann, das den jugendlichen Liebreiz und die adlige Schönheit dieser Shakespeareschen Gestalten besser darstellen könnte. (Siehe heutige Anzeige.) Gictzcncr Dsochcnmarktpreise. * Gießen, 17.2uni. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter 90 bis 110 Pf., Landbutter 110 b. 120, Sührahmbuttr 130 b. 135, Matte 25, Wirsing (grün) 15, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 10, Dohnen (grün) 35. Tomaten 50, Spargel 30 bis 40, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüfe 10 bis 12, Rhabarber 8 bis 10, Zwiebeln 12, Äartoffeln (alte) 3 (Z r. 2 5) b. 3 Mk ), Kirschen 35 bis 40, Stachelbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 35 bis 60, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hahne 90 bis 100 Pfennig pro Pfund: Tauben 50 bis 60, Eier (inländische) 8 bis 8,5, Blumenkohl 10 bis 60, Salatgurken 30 bis 40, Salat 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Käse 4 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10 Pfennig pro Stück: Rüben (gelbe) 10, (rote) 15, Radieschen 5 bis 10 Pfennig pro Bund. Lornotizen. — Tageskalender für Samstag. Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Realgymnasiums zu Gießen: 20 ilf>r, »Hindenburg", Herren-2lbend. — Kurzschriftverein von 1861: „Karlsruhe", Vereinsabend. — Turnverein 1846: 20.30 Llhr, »Bayerischer Hof", Monatsversamm- lung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Die blonde Christl". — Tageskalender für Sonntag. Oberhessifcher Kunstverein: Turmhaus am Drand- platz, Ausstellung. — Reues Schloß: 11 bis 13 Llhr, Werbe-Ausstellung hessischer und rheinischer Kunsttöpfereien. — Dolkshalle: 20 Ahr, Sommerfest der Gießener Studentenschaft zugunsten der Gießener Studentenhilfe. — Heimatvereinigung Schiffenberg: 15 Ahr, Schiffenberg, Fest der Fügend. — Volkshochschule, heimatkundlicher Ausflug nach Kloster Arnsburg und Burg Münzenberg, Abfahrt 8.28 Ahr. — Waldbühne: 15 Ahr, Christliches Waldfest. — »Waldeslust" am Flughafen: Rachmittags Konzert. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Die blonde Christl". ** In den Ruhestand tritt auf Grund des Altersgrenzegesetzes der Oberbaurat Jean Kessel zu Bensheim am 1. Juli. — In den Ruhestand versetzt wurde auf sein Nachsuchen der Amtsgerichts- direktor beim Amtsgericht Worms Eugen Funk mit Wirkung vom 1. August ab. ** D i e Verkaufsplätze auf dem Wocken- markt sollen neu vergeben werden. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei besonders hingewiesen. •* Eine öffentliche Mahnung der Gießener Stadtkasse an säumige Zahler ist in unserem heutigen Anzeigenteil enthalten. Wer mit seinen Zahlungen rückständig ist, versäume die gestellt« Frist zur Erledgiung seiner Verpflichtungen nicht. " Die Museen und Sammlungen im Allen und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. •• Siedlung am Stadtrande. Aus dem (Srbbaugelänbc an der Licher Straße, das die Stadt zur Anregung der Bautätigkeit freigege- ben hat. beginnt e- lebhaft zu werden. Die Bau» firma Abcrmann hat es unternommen, in vertrauensvollem Zusammenwirken mit interessierten Siedlern und mit Anterstützung durch die in Frage kommenden Architekten, eine Baugruppe von mehreren Häuschen aufzuziehen. Durch ihre Ausgestaltung haben diese Heimstätten den Charakter solider Eigenheime, die in schöner Lage am Walde und mit schöner Aussicht auf den Schifsenberg alle Vorbedingungen behaglicher Wohnlichkeit erfüllen. Für Siedler mit einem angemessenen Eigenkapital, daS ihnen auch ein billiges Wohnen gewährleistet, ist durch die öffentliche Förderung solcher Bauvorhaben jetzt die günstigste Gelegenheit gegeben, sich das langersehnte eigene Heim zu gründen und damit Zugleich das Streben nach Arbeitschaffung an seinem Teil wertvoll zu unterstützen. da alle Dauhandwerker in den Häusern zu tun bekommen. Die gewonnenen Erfahrungen setzen die Firma Qlbermann in die Lage, Interessenten so zu bedienen, daß ihnen die oft beim Bauen auftretenden Enttäuschungen erspart bleiben. Die Zufriedenheit der ersten Siedler bestätigt dies. Man beachte den Hinweis der Firma auf der Baustelle. ” Das alljährliche Sommerfest auf dem Schifsenberg wird, wie man uns mit- teilt, in diesem Jahre zusammen mit dem Jugend- und Sommersest der Heimatoereinigung Schiffenberg am morgigen Sonntag begangen. Zu der Veranstaltung ist ein außerordentlich abwechstungs- reiches Unterhaltungsprogramm vorgesehen, das den Besuchern genußreiche Stunden bereiten wird. Spiclplan vcr Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 18. Juni: Götterdärn- merung. Anfang 18 Uhr. Montag, 19.: Fünf Opern- lzeneit aus „Amelia", „Der fliegende Holländer", „Don Pasquale", „Die luftigen Weiber von Windsor", „Die verkaufte Braut" und „Die Opernprobe". Anfang 20 Uhr. Dienstag, 20.: Der fliegende Holländer. Anfang 20 Uhr. Mittwoch, 21.: Der Was- fenschmied. Anfang 20 Uhr. Donnerstag, 22.: Ri- aoletto. Anfang 20 Uhr. Freitag, 23.: Fidelio. Anfang 20 Uhr. Samstag, 24.: Der Vetter aus Dingsda. Anfang 20 Uhr. Sonntag, 25.: Lohengrin. Anfang 18 Uhr. Montag, 26.: Geschlossen. Schauspielhaus. Sonntag, 18. Juni: Na- tionalsozialistische Gastspielbühne, Berlin: Familien- väter. Anfang 20 Uhr. Montag, 19., bis Donnerstag, 22. Juni: Geschlossen. Freitag, 23.: Fault I. Anfang 19 Uhr. Samstag, 24.: Faust 11. Anfang 19 Uhr. Sonntag, 25.: Faust II. Anfang 18 Uhr. Taten für Samstag, 17.Iuni 1810: Der Dichter Ferdinand Freiligrath in Detmold geb. — 1897: Pfarrer Sebastian Kneipp, Förderer des Wasserhellversahrens, in Wörishofen gest. Taten für Sonntag, 18.Juni. 1845: Der Entdecker des Malaria - Erregers, Charles Alphonse Laveran, in Paris geb. (gestorben 1922). — 1885: Der Maler Wilhelm Camphausen in Düsseldorf gest. (geb. 1818). — 1905: Der Dichter Hermann Lingg in München gest. (geb. 1820). Snefkaften Oer Xeöaffion. $r. Sch. Der Impftermin steht noch nicht fest. Es ist aber auf Grund besonderer Umstände nicht damit zu rechnen, daß Impfungen innerhalb der nächsten drei Wochen stattfinden. Frühester Impftermin könnte also erst in etwa 3 Wochen sein. Wettervoraussage. Nachdem die Jslandstörung feit mehreren Tagen ihre Lage nicht verändert hat, ist sie jetzt unter Energiegewinnung südöstlich weitergerückt. Infolge- dessen hat der Einfluß ihrer Südseite, d. h. die Zu- fuhr ozeanischer Luft, nach Westdeutschland eingelegt unter gleichzeitiger Mitführung eines Niederschlagsfeldes, welches in den heutigen Morgenltun- gen bas Nordseeküstengebiet berührte. Der Äitte- rungsumschlag wird an den nächsten Tagen an- halten, denn weitere Ozeanluft bringt uns außer schauerartigen Niederschlägen teils gewittterhaster Art auch Abkühlung. Aussichten für Sonntag: Wechselnd wolkig und etwas kühler, zeitweise Riederschläge. Aussichten für Montag: Weiterhin wechselhaftes Wcstwetter, mäßig warm, noch Regenschauer. Lufttemperaturen am 16. Juni, mittags, 23,4 Grad Celsius, abends 16,9 Grad Celsius: am 17. Juni, morgens, 15,4 Grad Celsius. Maximum 27,3 Grad, Minimum 10,4 Grad. Sonnenscheindauer 141/» Stunden. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: Am 16. Juni, abends, 25,8 Grad Celsius, am 17. Juni, morgens, 17,8 Grad Celsius. ZAHNPASTA erhält die Zähne J schön weiss gesund f JAHRE 'DEUTSCHE QUALITÄTS- DUNLOP 189 3-1933 O Neuzeit Wv PW k basaric ®it * lande p [allen-, - uns die lvird- Jch " der noch dient, da ist die 6 Es lva in inantl anlchli^v Jahn vi nicht- 2 schadet t mächtigst ganz na ter höh' Dulkanr Schlacke von 15 maat, i Hier ka Der i allen 6. Ivunderv heck' 6d Söckchen schönen • lern gar ans dem immer \ 1908, be nun schc sich im meldete, derscheil Dachmit auf dem ganz den war aud ich einen erstenma! berg beh mir. Er Eiselbild Wir t stolz die etwas 1 rascht, d 900 Ein finden ü men dock merfrisch Wand wechslun in einig« kann. 6 Da/sersä fane mit einem tou Aus jet die die ( Wald ge Die Weg all Ruhe .finden c können ( besuchen der 6fai teuren, w herrlichen fällen, un Del zu Aürburgr dem Klo Dertrich, alte Röm 13a, Mc der Eifel. ln der Ha he.rbeieilei städter kei M vors sondern a >4 sie der Den sch noch 6je Adam Kircher,Gießen, BleichstraßelS Fernsprecher 3338 3995 D c H ONEWEIDE -— ss I E «>^o<;»3b5oS‘* L C H A FT A. G. -OBERS Frottierstoffe sucht. [03667 Sommer Arnsburg, im Juni 1933. 4016 D Peddigrotirmöbel, Klein-Auto | tohaill. Möbel zu Gelegenheitspr. Oktober. zum fabrik. [03696 Telephon 3206 Anzüge Hauben Mäntel Kleiderstoffe in besonders schöner Auswahl bieten Marken» Sdireibmasdi. von IT!. 6,60 an monati. OH. unt. F. m. 783 an ALA Haasenstein & Vogler, Frankfnrt/M. Ludwig Mandler II. im Namen aller Hinterbliebenen. 5-Zimnier-WobnDDg m. Bud, Balkon, Marburg.Str. 49 I, sof. z. verm. 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Wir haben so viele schöne Gegenden, daß uns die Wahi nach einem Reiseziel oft sehr schwer wird. Ich möchte hier aus einen Landstrich Hinweisen, der noch viel zu wenig bekannt ist und der verdient, daß man ihn immer wieder empfiehlt. Das ist die Life l. Es war im Jahre 1908, als ich »um erstenmal in munterer Gesellschaft das Moseltal und dann anschließend die Eifel besuchte. Damals ging die Lahn von Daun nach Wittlich (Moseltal) noch nicht. Wir muhten also zu Fuß marschieren. Geschadet hat es uns nichts. Wir sahen viel. Am mächtigsten wirkt der Rundblick vom Mosenberg, ganz nahe bei Manderscheit. Der etwa 500 Meter hohe Berg bietet uns ein klares Bild eines Vulkans. Lier Krater sind noch zu erkennen. Hohe Schlackenwände türmen sich bis zu einer Hölie von 15 Meter auf. Der Kratersee, das Hinkels- maar, ist vollständig von der Welt abgeschlossen. Hier kann man stundenlang träumen. Der Blick vom Mosenberg ist umfassend. Roch allen Seiten hat man bei günstigem Wetter eine wundervolle Aussicht und kann die eigenartige, herbe Schönheit der Eifel mit ihren kleinen, armen Dörfchen, den kargen Aeckern und Wiesen, den schönen Wäldern, den Schluchten und tiefen Tälern ganz auf sich wirken lassen. Wer einmal aus dem Mosenberg gestanden hat, den zieht es immer wieder dort hinauf. Damals, im Jahre 1908, begleitete mich mein liebster Freund, den nun schon lange Frankreichs Erde deckt. Lind als sich im vorigen Jahre das „Eifelheimweh" stark meldete, da fuhr ich kurz entschlossen nach Man- dcrscheit, dem Mittelpunkt der Eifel. Schon am Rachmittag des ersten Reisetages stand ich wieder auf dem Gipfel des erloschenen Lulkans, um mich ganz dem landschaftlichen Zauber hinzugeben. Ich war auch diesmal nicht allein. Unterwegs traf ich einen 75jährigen Arzt aus Düsseldorf, der zum erstenmal als fünfzehnjähriger Junge den Mosenberg besucht hatte. Auch ihm erging es so wie mir. Er wollte noch einmal von dort das schöne Eifelbild genießen. Wir wohnten beide in Manderscheit, das sich stolz die Perle der Eifel nennt. Aber es ist schon etwas Wahres daran. Ich war zunächst überrascht, daß in dem kleinen Luftkurort von etwa 900 Einwohnern kaum noch eine Unterkunft zu finden war. So gut beseht war alles. Dabei kamen doch gerade im vorigen Jahre von allen Sommerfrischen die stärksten Klagen. Manderscheit hat eine so schöne und abwechslungsreiche Umgebung, daß man sie selbst in einigen Wochen nicht vollständig kennenlernen kann. Seine beiden Ruinen, seine Bäche und Wasserfälle, seine Wälder, die erloschenen Vulkane mit den Kraterseen, sie vereinigen sich zu einem wundervollen landschaftlichen Bild. Auf jeden Besucher wirkt die wohltuende Ruhe, die die ganze Eifel ausströmt, angenehm. Der Wald geht ganz nahe an Manderscheit heran. Die Wege sind in ausgezeichnetem Zustand, überall Ruhebänke und Schuhhütten angebracht. Wir finden ein Freibad bei der Heidsmühle, wir können Sport auf der Turnierwiese treiben, wir besuchen die alten Ruinen, die über tausend Jahre der Stammsitz der Grafen von Manderscheit waren, wir durchwandern das Liefertal mit seinem herrlichen Hochwald, mit seinen reizenden Wasserfällen, und dann gehen wir weiter hinaus in die Eifel zu den Maaren bei Daun, nach dem Rürburgring, wir fahren nach Gerolstein, nach dem Kloster Himmerod, nach Kyllburg, Bad Bertrich, zum Moseltal und können leicht die alte Römerstadt Trier erreichen. 2a, Manderscheit ist tatsächlich der Mittelpunkt der Eifel. Das wissen auch die Besucher, die in der Hauptsache aus Köln, Düsseldorf und Essen herbeieilen. Lind wir können uns für die Großstädter keinen schöneren Ruheplatz als die stille Eifel vorstellen. Aber sie hat nicht nur Stille, sondern auch viel Abwechslung. Deshalb ziehe ich sie der Heide vor. Den schönsten Anziehungspunkt bilden immer noch die Maare. Eie sind die erloschenen Krater, in denen sich das Wasser angesammelt hat. Es sind Dergseen von eigenartiger Schönheit. Dom Städtchen Daun aus kann man sie bequem erreichen. Das lieblichste von allen ist das Gemündener Maar, rings von hohen bewaldeten Bergen eingeschlossen. Wir haben dort gebadet und konnten uns kaum trennen von der herrlichen Landschaft. Jenseits des Mäufeberges, mit dem Denkmal des Begründers vom Eifelverein, Dr. Dronkes, liegt dann das Weinfelder Maar. Wir kennen die kurze Rovelle von Klara Diebig „Das Totenmaar". Kein Wald umkränzt den See, alles ist öde und kahl, kein Dogellied erschallt, ein schwermütiges Bild des Todes. Hier im W.infelder Maar läßt die Sage Pontius Pilatus durch Selbstmord enden. Weiter nach Osten liegt das Echalkenmehrer Maar. Es ist das größte von den dreien und liegt idyllisch, umsäumt von Obstbäumen, nahe bei dem Dorf Schalkenmehren. Hier bat sich in den letzten Jahren eine neue Heimindustrie, Weberei feiner Decken usw., aufgetan. Dom Mäuseberg, zwischen den Maaren gelegen, haben wir wieder das eigenartig schöne Landschaftsbild der Eifel. Der Blick von jener Höhe begleitet wohl jeden Wanderer, der einmal im Aoendfonnenschein dort gestanden hat. Die geheimnisvolle Ruhe der dunklen Kraterseen, das Rauschen der Wälder, die reine Gebirgsluft, all das finden wir in der Eifel, einem der schönsten Gebirge Deutschlands. Wir wollen sie nicht vergessen. 3m hohen Westerwald. Don Or. Jos. Saal. Das Dergland des Westerwaldes zwischen Lahn und Sieg ist eine Landschaft von eigenem Schnitt und eigenartig herber, doch unvergeßlicher Stimmung. Wer aus den reichgealiederten, reizvollen Buchten der Grenztäler auf Wanderwegen die Höhen ersteigt, dem weitet sich hier oben der Blick. Keine himmelstürmenden Linien, nichts von der farbigen Bewegtheit und der Fülle von Berg und Tal. In unendlicher Weite, mit dem Horizont verschwindend, dehnt sich die wellige Hochfläche, deren kleine Hügel, schnell erstiegen, die höchsten Erhebungen des Westerwaldes sind. Aber gerade die Weite dieser Landschaft, in der die schwarz- weißen FachwerPäuser der Dörfer im Kranz ihrer Gärtchen und Bäume an den Hängen kleben, bezwingt das Herz mit der Stimmung einer freien, in sich ruhenden Ratur. Der höchste.Berg mit dem Wahrzeichen eines dunklen Tannensaumes ist der Fuchskauten, 657 Meter hoch. Beherrschend die Fernsicht vom Salzburger Kopf, dem Rachbargipfel, ober vom Aus- stchtsturm des Stegskopfs auf diese weiten Flächen mit Viehweiden und der dunklen Folie drr Tannenschuhhecken, die als Schuhwall gegen das Anstürmen des unbäröigen Westerwaldwindes ,Woost" genannt, gepflanzt wurden. Eine Sehenswürdigkeit besonderer Art finb die großen Weiher um Dreifelden: Der große Seewei- per, der Heidenweiher, der Drinkenweiher und die vielen anderen Wasseraugen, 15 an der Zahl, deren glänzende Spiegel dem Gesicht der Landschaft einen seltsamen Reiz verleihen. Seltene Wasservögel nisten in dem dichten Schilf der Ufer, die Weiher selbst sind eine schöne Anlage neuzeitlicher Fischzucht. Die jährliche Ausbeute ergibt rund 1000 Zentner, hauptsächlich Karpfen, die an die westdeutschen Großstädte geliefert werden. Als Wanderland hat der Westerwald einzigartige Vorzüge in seiner frischen aromatischen Luft und der stimmungsvollen, von keiner Industrie rerunzicrten Landschaft. Besonders in den letzten Jahren hat der Fremdenverkehr auf dem hohen Westerwald in ständig fortschreitendem Maße Einzug gehalten. Eine große Zahl von ländlichen Kurorten erwartet den Ferienfahrer, dem zwar keine erlesenen städtischen Genüsse, dafür aber gute Unterkunft, reiche und kräftige Verpflegung bei sehr billigen Preisen geboten werden. In diese Reihe gehören Alpenrod, Erbach, Unnau mit seiner freundlichen ©ommerftimmung, ober Marienberg bicht am Berg Hang bes romantischen Tales ber schwarzen Nister gelegen. In gewaltigen Bogen überspringt bie Erbacher Detonbrücke bas Tal ber großen Rister. Besonders eindrucksvoll ist die alte Westerwal bst adt Hachenburg mit sehenswertem Schloß und altem Marktplatz, bem bie altertümlichen Fassaden der Bürgerhäuser ringsum ejn farbiges mittelalterliches Ansehen geben. Spuren bemerkenswerter geschichtlicher Vergangenheit findet ber Wanderer überall im Westerwald, nicht nur in alten traditionsgebundenen Städten wie Hadamar oder Montabaur, das als Dildungs- mittelpunkt des hohen Westerwaldes auch „Westerwald-Athen" genannt wird, vor allem wird das Dergland belebt durch eine Reihe alter Schlösser und Burgen, wie Schloß Friedewald, Weltersburg, Isenburg, bie alten Burg- unb Maueranlagen in Dierdorf unb nicht zuletzt auch Westerburg mit Schloß auf ragendem Berg, das heute Heim ber toanbemben Jugend geworben ist. Wanderfahrten. Villmar — Runkel — Dietkirchen — Limburg. Wir fahren mit ber Lahnbahn nach dem von einer alten Burg gefronten Städtchen Villmar und wandern au, dem südlichen Lahnufer entlang an verschiedenen Marmorbrüchen vorbei über die steil aus dem Fluß aufsteigende Bodensteiner Leh mit dem König-Konrad-Denkmal. Don dem Felsen hat man eine reizende Aussicht aufwärts nach Dillmar, wie abwärts nach Runkel, wohin uns die Landstraße in starker Biegung, eine Schlucht überwindend, führt. Das alte Städtchen mit seinem das enge Tal überragenden Schlosse, bietet einen überaus malerischen Anblick dar- Sehr lohnend ist auch ein Besuch der auf der anderen Lahnseite hochgelegenen Burg Schadeck, von der sich prächtige Blicke auf Runkel und das Lahntal bieten- Stets dem Flusse folgend, kommen wir nach Steeten, hinter dem sich in einer Schlucht die berühmten Höhlen Wildscheuer und Wildhaus befinden, in denen die frühesten Spuren des Menschen in unserer Gegend gefunden wurden. Unser Weitermarsch führt uns an zahllosen Kalksteinwerken vorbei über Dehrn am Schlosse gleichen Namens vorüber nach Dietkirchen mit seiner auf schroffem Fels stehenden ehrwürdigen Kirche. Don Dietkirchen benutzen wir zweckmäßig das zwischen Dehrn und Limburg verkehrende Dampfboot, das uns in schneller Fahrt unserem Endziel Limburg zuführt, unterwegs reizvolle Rückblicke auf Dietkirchen unb später Ausblicke auf den hochragenden Limburger Dom gewährend. Wanderzeit etwa fünf Stunden. Aumenau — Dernbachtal — weillal — Weilburg. Wir benutzen den Frühzug ber Gießen—Koblenzer Strecke bis Aumenau. Dom Bahnhofsgebäude folgen wir blauen Dreiecken, die uns durch das von hohen Felsen eingeschlossene Dernbachtal, vorbei an mächtigen Schieferhalben nach bem burch seinen Dachschiefer berühmten Langhecke führen. Schwarze Striche leiten uns von hier über ben Roten Küppel mit hübschen Fernblicken nach bem schmucken, hochliegenden Wolfenhausen. Nunmehr wandern wir ohne Zeichen auf guter Landstraße über bie Wasserscheibe, auf beren Kamm sich uns ein schöner unb weiter Ausblick bietet, nach Laubuseschbach. Don hier weisen uns schwarz He» genbe Kreuze mit ber Lanbstrahe durch das einsame freundliche Dleidenbachtal nach Weilmünster. Der Weg zum Endziel Weilburg führt durch das schöne Weiltal über einige Ortschaften, vorbei an ber hochgelegenen stattlichen Burgruine Freien» fels unb kurz vor Weilburg an ber bekannten Sommerfrische Guntersau. Dauer ber Wanderung etwa 5 Stunden. Reisewinke. Der Naturpsad an der Bergstraße wird auHgcbant. Der im Sommer 1931 bei 6 bcr ft a b t an der Bergstraße angelegte, rund 7 Kilometer lange Naturpfad ist in den letzten Monaten weiter ausgebaut worden. Die Besonderheit dieses Weges ist seine Dielscitigkeit: Sowohl Biologie und Geologie als auch die Heimatkunde sind berücksichtigt. Die reizvolle landschastliche Umgebung des Pfades gestaltet die Wanderung besonders anregend. Etwa 100 Schilder kennzeichnen die Pflanzen, die Steinarten und lokal- geschichtlich wichtigen Gebäude und Straßen. Rcisccrlcichterung nach Danzig und den mcmclländischcn Biidcrn. Reichsangehörige bedürfen zur Ausreise nach Danzig keines Ausreisesichtvermerks, wenn sie beim Eintreffen an der deutschen Ausgangsgrenze gegenüber Polen oder dem Freistaat Danzig einen gültigen polnischen Einreisesichtvermcrk ober nur einen polnischen, ausbrücklich auf bie Durchreise nach Danzig beschränkten Durchreisesichtvermerk besitzen. Die Eichtvermerksbehörben in Ostpreußen können Reichsangehörigen, bie nachweislich memcllän- dische Bäder besuchen wollen, ben ersorder- lichen Ausreisesichtvermerk ohne Rücksicht auf ihre örtliche Zuständigkeit erteilen. „Saarland." Am Montag, 19. Juni, 19 Uhr, sendet der Süd- westfunk in der Stunde der Nation: „S a a r l a n b". Dazu wird uns vom Südwestfunk geschrieben: In der Sendung „Saarland" soll der Stampf um die Saar dargestellt werden. Er soll nicht an der historischen Entwicklung des Landes gezeigt werben, auch nicht an ben Kulturstätten, bie sich bas Deutschtum in der Abwehr fremder Einflüsse und Machtansprüche an der Saar geschaffen hat. Die Stampfer selbst sollen sprechen, mitten aus der Gegenwart heraus. Kämpfer an ber Saar ist jeber Saarlänber. Ob er nun am Eisenhammer ober am Ofen bes Walzwerks steht, ob er in den Weinbergen arbeitet ober in den Kohlengruben. Ob er in den Kindern in ber Schule bas Deutschtum wach hält, ober ob er bas Wort Gottes oertünbet, Ob er den Acker bebaut, ober in ber Rebaktion einer Zeitung für sein ßanb arbeitet. Immer kämpft er, benn in einem Grenzlanb wohnen, heißt kämpfen. Es muß nicht politischer Kampf sein, von bem zu sprechen ist, benn in einem Land, bas durch seine ganze Sage so zum Kämpfen vorbestimmt ist, wie bie Saar, da ist das ganze Denken und Tun eines jeden einzelnen Menschen durchtränkt von dem Gefühl, sich einfetzen zu müssen. Und derRufderSaar geht an a l le I Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 16. Juni. Ein Gutsoerwalter war vom Amtsgericht Büdingen zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er feinem Dienstherrn eine Kanne mit Oehl gestohlen hatte. Er oer- folgte Berufung unb wollte sreigesprochen sein. Auf Grund des Ergebnisses der heutigen Hauptoerhand- hing nahm er feine Berufung zurück. Ein Ehemann verfolgte Berufung gegen das Urteil eines Amtsgerichts, durch bas er wegen Nichterfüllung seiner Unterhaltspflicht gegenüber feiner Frau und feinen Kindern zu drei Wochen Haft verurteilt worden war. Er wollte sreigesprochen sein. Die Beweisaufnahme ergab auch heute wieder, daß er seine Angehörigen in frivoler Weise im Stich gelassen hatte, so daß durch Vermittlung der Behörde fremde Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Ein Zeuge bekundete, daß ber Angeklagte sein Gelb verjubelt habe. Die Berufung wurde zu- rückgewiesen. Ein Kaufmann war wegen Zechprellerei zu einer Woche Gefängnis verurteilt worden. Er hatte ein Zimmer auf ei&en Monat gemietet, war aber eines Tags ohne Zahlung verschwunden. Da die Betrugs- Vorstrafe, bie in der ersten Instanz strafschärfend gewirkt hatte, nahezu zehn Jahre zurücklag und kein großer Schaden entstanden ist, wurde bie Strafe auf 25 Mark Geldstrafe ermäßigt. Waldsanatoriuni Falkeoeck Brauniels/Lahngebirge Neuzeitl. Haus f. phys.- diätet.Therapie. Anwendern, nach Kneipp. Felke. Priehsnitz.Vorzgl. Heil diät FachärztLLeitg. Prosp. frei. Ab 15. Juni: Wochenkurs Frau Prof. Leser- Lasario, rhythmisches Vokal-Atmen. — Sehschulung. 013 Q s ;s a ■■ g GIG n ■■ g 3 « G NORDSEEBAD Wangerooge Verbindungen über Bremerhaven Wilhelmshaven Carolinensiel PROSPEKTE DURCH BADEVERWAITUHG BocMdhaiiseß Vogelsberg. 3»mD Schöne Lage, direkt am Wald. Staubfrei, s. schön. Laub-u Nadelwald. Liegewiese am Hause. Anerk. gute Küche. 6ute Betten. Schwimmbad. 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M., Schriftführer des Reichsverbandes deutscher Gebirgs- und Wandervereine. Allenthalben läßt letzt der Juni seine grüne Fülle prangen. Da will an schönen Tagen niemand mehr zu Hause bleiben. Allen Wanderern zur Seite schreitet im Geiste Eduard Mörike mit seinem ewig schönen Wort, das auch für die Tage des Juni Geltung hat: Frühling läßt sein blaues Band, Wieder flattern durch die Lüfte, Süße, wohlbekannte Düfte ... Da braust es heran mit schrillem Hupenton und ge. wattigem Brummen. „Wohlbekannte Düfte" wallen auf, aber süß sind sie nicht. Auto oder Motorrad rajen vorüber, zerrissen ist die schöne Stimmung, und auch der winkende Schleier der eben vorbeibrausenden Benzinbraut vermag zunächst keine Besserung zu bringen. Wehmütig denkst du an die ungetrübten Wanderfreuden, die dir neulich ein „Wanderer-Schutz-Pfad", abseits von der Fahrstraße, bescherte. Nicht neu ist der Ruf der Wanderer nach solchen Pfaden. Heutzutage, wo an die Nervenkraft aller täglich gesteigerte Anforderungen gestellt werden, wo die Zusammenballung Zehntausender von Menschen in Industriestädten weite Kreise der Bevölkerung gesundheitlich gefährdet erscheinen lassen, ist es als ein dringendes Gebot der Notwendigkeit anzusehen, auf jede nur mögliche Weise den Gefahren entgegenzuwirken. Da ist das wandern eine der besten Kraftquellen deutscher Volksgesundheit, deutschen wesens und idealer Geistes- und Gemütsbildung, und das Wandererlebnis vermag ;u den wahren Tiefen der Heimat- und Vaterlandsliebe hinzuführen. Eine außerordentliche Schädigung erfährt das Wandern in deutschen Gauen durch den stark an- gewachsenen und sich noch immer steigernden Verkehr von Kraftfahrzeugen. Der Fußgänger besitzt auf Grund des allgemeinen Landrechts das unbestreitbare Recht auf Benutzung der Landstraßen. Bei Ueberlaftung der Straßen durch den Fährverkehr muß ebenso grundsätzlich der Anspruch auf Anlegung getrennter Bahnen für den Fährverkehr und den Fußgänger erhoben werden. Für die Straße, die für den Wanderer ursprünglich bestimmt war und ihm durch den Kraftverkehr auf weite Strecken tatsächlich entzogen wurde und immer mehr entzogen wird, muß er einen seinen Bedürfnissen entsprechenden Ersatz bekommen. In ganz besonderem Maße muß für die deutsche I u - g e n d die Forderung erhoben werden, daß ihr das Wandererlebnis als Quelle reinen Genusses und deutscher Gesinnung nicht verkümmert wird. Die heute etwa bestehenden Sperrungen kommen für die Befriedigung dieses Bedürfnisses nicht entfernt in Betracht, wie es überhaupt undenkbar ist, durch vermehrte Sperrungen beiden Teilen wirklich gerecht zu werden. Die Forderung, die der Reichsverband der deutschen Oebirgs- und Wandervereine seit Jahren vertritt, geht deshalb auf die • Anlage von Wanderer-Schuhpfaden, d. h. Fußpfaden neben allen Strecken, deren ruhige Benutzung durch die Wanderer der Kraftverkehr unmöglich macht, die aber für den Fußoerkehr nötig oder erwünscht sind. Was die technische Ausführung dieser Wanderer-Schutzpfade anlangt, so kann es sich nicht um an der Straßenseite hinlaufende Streifen (Banketts) handeln, da in diesem Falle die Belästigung des Fußgängers durch den Kraftverkehr in keiner Weife behoben würde, und die jährlich steigende Zahl von Personen, die auch am Straßenrande von Kraftfahrzeugen angefahren und verletzt oder gar getötet werden, gebieterisch verlangt, daß Mittel ergriffen werden, um den Fußgänaer überhaupt von der Landstraße wegzubringen. Und dieses Mittel ist zu erblicken in der Anlage einfacher Fußpfade, die in angemessenem Abstande neben den Landstraßen hinführen. Bei der Berwirklichung des von der Regierung in Aussicht genommenen umfangreichen Straßen- * Von Or. med. Kleider sind vom Standpunkt der Hygiene aus gesehen, zumal in der warmen Jahreszeit, eine nicht gerade erfreuliche Begleiterscheinung der Zivilisation. Halten doch diese „Trennungswände" die frische Luft fast völlig von großen Teilen der Haut fern, und hemmen und erschweren somit vielfach die Wärmeregulierung und Ausscheidungstätigkeit der Haut! Dabei ist zuzugeben, daß die Frauenkleidung immer noch gesünder ist als die gänzlich unhygienische Männertracht, in der die Haut gleichsam in eine tropisch-feuchte Atmosphäre eingehüUt arbeiten muß. Der Mangel an ausreichend frischer Luft gibt sich in Kopfschmerzen, Arbeitsunlust, Mattigkeit und sonstigen AUgemeinstörungen kund. Zum Ausgleich sind regelmäßig genommene Luftbäder hervorragend geeignet. Man beginnt mit Freiluftbädern von etwa 5 Minuten Dauer, um sie späterhin auf etwa eine Stunde ausHudehnen. Im Herbst kann man die Luftbäder im Zimmer bei geöffnetem Fenster nehmen, um den Körper zu erfrischen, die Haut und den gesamten Organismus gegen Witterungseinflüsse widerstandsfähiger zu gestalten, ihn also abzuhärten. Hierbei ist zu beachten, daß das Luftbad, sobald man anfängt zu frieren oder bläulich zu werden, unterbrochen und daß abgewartet werden muß, bis ,sich die Außentemperatur wieder erhöht hat. Vor allem ist dafür zu sorgen, daß das Wohlbefinden der Kinder im Luftbade nicht leidet. Spielen, Lausen, Turnen und rhythmisch-gymnastische Hebungen bilden eine vorzügliche Ergänzung des Luftbades. Auch für eine Reihe von Kranken ist das Luftbad sehr geeignet, zumal es von einem geschwächten oder leidenden Organismus weit besser vertragen wird als das Sonnenbad. Auf der anderen Seite ist es allerdings sicher, daß es gewisse Kategorien von Kranken gibt, denen von den Aerzten Sonne zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit verordnet wird. Vor allem sind ausgespro- ebene Heilwirkungen bei Knochen- und Gelenktuberkulose zu beobachten; aber auch bei zahlreichen sonstigen Erkrankungen zeitigt die Sonnenstrahlung in Verbindung mit anderen klimatischen Faktoren günstige Heilerfolge. Unter dem Einfluß des Sonnen- baoes findet eine Vermehrung der roten Blutkörperchen und des Blutfarbstoffes statt, die Lungenlüftung bauprogramms sollte überall da, wo ein seither dem Fußverkehr dienender Weg zu einer Fahrstraße ausgebaut wird, bei der Planung und Kostenberechnung die Anlage eines solchen Wandererschutzpfades von vornherein vorgesehen werden. Dabei muß besonders darauf hingewiesen werden, daß bei der Herstellung solcher Pfade auch ungelernte Arbeiter in großer Zahl eingesetzt werden können, und daß die Verwendung von Arbeitskolonnen in der frischen Cuff des Waldes auch eine gesundheitliche Förderung des Arbeitsdienstwilligen oder Arbeitsdiensfpslichtigen. verspricht. Nach verschiedenen Richtungen hin also wäre die Anlegung von Wanderschutzpfaden von segensreicher Wirkung, und es erscheint als nicht nur dringliche, sondern auch lockende Aufgabe für Reich, Länder und Gemeinden, sich für die Verwirklichung des Gedankens der Wanderschutzpfade einzusetzen. K K Schmidt. wird vertieft, Stoffwechsel und Nervensystem werden angeregt und erfrischt. Wiederholte kühle Duschen bilden eine wohlige Erquickung. Jedoch sind Sonnenbäder, in zu hohen Dosen genommen, für Kranke wie für Gesunde schädlich, besonders wenn der unbekleidete Körper lange Zeit über der Sonne nicht ausgesetzt war. Hier muß man durch allmähliche Gewöhnung die Haut und den Organismus zum schadlosen Vertragen großer Mengen von Sonnenstrahlen bringen. Die ersten Sonnen- bäder sollen nicht mehr als 10 Minuten dauern und dann langsam, je nach der Erträglichkeit, gesteigert werden. Herzklopfen, Augenflimmern, Schwindel- gesühle, Kopfschmerzen u. dgl. sind unbedingte An- Zeichen dafür, daß das Sonnenbad sofort unterbrochen wird. Die der Sonne ungewohnte Haut beantwortet die brüske und zu lang dauernde Einwirkung der Sonnenstrahlen mit einem Sonnenbrand, der allerdings meist erst Stunden nach Beendigung des Sonnenbades oder gar am folgenden Tage einfetzt. Eine allmähliche Steigerung der Sonnenbäder gewährt der Haut die Zeit, um schützenden braunen Farbstoff au bilden, der das Auftreten heftiger Hautentzündungen verhütet. Unbedingt Inuß das Gehirn im Sonnenbad durch Hüte, Tücher und dergleichen vor der unmittelbaren Bestrahlung geschützt werden. Ebensowenig darf man die Augen dem grellen Sonnenlicht aus- setzen. Beim Lesen im Sonnenbad lege man die Buchseite in den Schatten, oder man setze eine dunkelfarbige Brille auf. Wenn auch gesunde Menschen oernünftig betriebene Sonnenbäder ohne weiteres nehmen können, so sollten kranke Personen nur nach Einholung ärztlichen Rates Sonnenbäder nehmen. Und auch bei Kindern wird die Mutter besondere Vorsicht walten lassen müssen! Wirtschaft. Oer Reichsbankstatus Mitte Juni. Berlin, 17. Juni. (WTB. Funkspruch.) Bach dem Auszug der Reichsbank vom 16. Mai hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank lum Wechseln, Lombards und Effekten um 38,5 Millionen auf 3480,5 Millionen Mk. verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 17,6 Millionen auf 3041,6 Millionen Mk., die Bestände an Reichsschahwechseln von 24,2 Millionen auf 40,8 Millionen Mk., und die Effektenbestände um 0,4 Millionen auf 319,9 Millionen Mk. abgenommen, die Lombordbestände um 3,7 । Millionen Mk. auf 78,2 Millionen Mk. zugenommen An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 86,2 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichbanknoten um 88,6 Millionen auf 3284,0 Millionen Mk. verringert, derjenige an Rentenbankscheinen um 2,4 Millionen auf 383,2 Millionen Mk. erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 58,8 Millionen auf 1379,1 Millionen Mk. ab. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen haben sich dementsprechend auf 25,7 Millionen Mk. ermäßigt, diejenigen an Scheidemünzen auf 297,5 Millionen Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 404 Millionen Mk. eine Zunahme um 24,8 Millionen Mk. Die Bestände anGold und deckungs- sühigen Devisen haben sich um 86,8 Millionen auf 348,9 Millionen Mk. verringert. Im einzelnen haben bie Goldbestände um 87,4 Millionen auf 263,9 Millionen Mk. angenommen und die Bestände an deckungssähigen Devisen um 0,6 Millionen Mk. aus 85,0 Millionen Mk. zuzugenommen. Die starke Abnahme der Deckungsbestände hängt in der Hauptsache mit der Teilrückzahlung aus dem über die deutsche Golddiskontbank aufgenommenen Bereitschaftskredit zusammen. Die Deckung der Roten betrug am 15. Juni nach Abzug der noch bestehenden kurzfristigen Devisenverpflichtungen in Höhe von 28 Millionen Dollar 7,6 Prozent gegen 7,3 Prozent am Ende der Vorwoche. Frankfurt still. Frankfurt, 17. Juni. (WTB. Drahtmeldung.) An der Wochenschlußborse konnte sich infolge der nur schwachen Publikumsbeteiligung kein nennenswertes Geschäft entwiaecn, ooch war die Stimmung im Anschluß an die Abendbörse weiterhin etwas freundlicher, wobei der Abschluß der Stillhalteverhandlun- gen und die aktive Außenhandelsbilanz etwas nachwirkten. Etwas Anregung ging auch von der festen Haltung der Reichsmark aus, daneben werden die Londoner Verhandlungen weiter optimistisch beurteilt. Gegenüber der Abendbörse war die Kursgestaltung zwar recht uneinheitlich, es überwogen aber meist leichte Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. Schwächer eröffneten nur Akkumulatoren Berlin mit minus 3 v. H., während die übrigen Elektroaktien durchweg etwas fester einsetzten. Bekula waren mit plus 1,13 v. H. mehr erhöht. Am Chemiemarkt lagen IG. 0,50 und Deutsche Erdöl 1 v. H. höher, wogegen Scheideanstalt 1 und Metallgesellschaft 0,50 o. H. anzogen. Montanaktien blieben vernachlässigt und lagen eher etwas niedriger, nur Harpener eröffneten um 1,50 v. H. fester. Hoher lagen außerdem Reichsbank mit plus 1,25 v. H., Zement Heidelberg mit plus 1 o. H., Deutsche Linoleum und Conti- gummi mit je plus 0,50 v. H. Am Rentenmarkt zeigte sich erneut Kauf- interejje für Deutsche Anleihen, besonders für die Altbesitz- und Schutzgebietsanleihe, die um 0,50 bzw. 0,30 v. H. fester lagen. Der Pfandbriefmarkt tendierte bei kleinsten Umsätzen uneinheitlich. » Auch auf der 3 Tage Harz-Fahrt, der schwersten aller Zuverlässigkeits- und Geländeprüfungen, haben die bewährten Erzeugnisse der größten Automobilfabrik Deutschlands aufs Neue ihre robuste Widerstandskraft, ihre unermüdliche Leistungsfähigkeit und erprobte Sicherheit bewiesen.