Freitag, 17. Mrz M3 Nr 65Keübaussabe 183. Jahrgang Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Ncichspsennig: für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzoorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Cange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undiür denAn- zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Biegen. Erscheint t äglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monat,-vezngspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch .bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen, poflfchectkonto: Sranlfurt am Main 11686. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Universttäls Such- und Zleindruckerei R. Lange in Stehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Mcdonald legt der Abrüstungskonferenz seinen neuen plan vor. Genf. 16. März. (211.) Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung sämtlicher Nationen und . unter großem Andrang des Publikums und der Presse hielt im Hauphausschuß der Abrüstungskonferenz der englische Premierminister Macdonald feine angekündigte große Rede. Unter den Delegationsführern bemerkte man den französischen Ministerpräsidenten Data d i c r, der sich kurz vor Beginn der Sitzung einige Minuten mit dem deutschen Delegierten Nadolny unterhielt. Die Abrüstungskonferenz bot heute zum erstenmal wieder seit dem Sommer vorigen Iahres ein eindrucksvolles Bild. Macdonald wurde beim Erscheinen auf der Rednertribüne von großem Beifall begrüßt. Er richtete in einer rhetorisch meisterhaften Weise einen letzten Appell an die Abrüstungskonferenz. Die englische Regierung hat den Mut, der Konferenz helfen zu wollen und ihr offen zu sagen, was zu tun ist. Ein langjähriger Freund, der ein treuer Diener des internationalen Friedens sei und dem er volles Bertrauen schenke, habe ihm gesagt: „Entweder wird Deutschland Gerechtig- und Freiheit gewährt, oder Europa bricht zusamme n." Deutschland würde aber als nur fordernde Macht in eine falsche Lage geraten. Alle Staaten mühten zur Sicherung des Friedens beitragen. Die entwaffneten Mächte verlangten heute Gerechtigkeit und Freiheit, die bewaffneten Mächte müßten in der Herabsetzung ihrer Rüstungen ihren Beitrag zum Werk des Friedens erblicken. Der Beitrag der entwaffneten Staaten müsse in der Wiederherstellung des gegenseitigen Vertrauens, guten Willens, gegenseitigen Verständnisses, der Sicherheit und des internationalen Friedens bestehen. Dieser Beitrag von beiden Seiten müsse in einen „Pool" zusammen- getan werden.' .Macdonald baute feine weitere Rede sodann auf der Erklärung der fünf Großmächte vom 11. Dezember auf. Die Gleichberechtigung, die man als eine militärische Konzession anschen könne, sei mit der feierlichen Verpflichtung der europäischen Staaten, bei künftigen Streitigkeiten jegliche Gewaltanwendung aus- .3 u f d; a 11 c n , verbunden worden, weil die Gleichberechtigung allein vielleicht in Europa Beunruhigung hervorgcrufen hätte. Es fei dies eine Revision, aber eine Revision, die nich* auf der Spitze der Bajonette, sondern die auf vernünftige Weise am Verhandlungstische erreicht worden sei. Rach der Erklärung der fünf Mächte solle die Gleichberechtigung ft u - f e n ro e i f e verwirklicht werden. Als Vorsitzender der Aünfmächte-Konferenz halte er es für seine Pflicht, an diese Erklärung vom 11. Dezember zu erinnern, um zur allgemeinen Beruhigung beizufragen. Denn er beklage jebe Bewegung, jede Rede, jedes Ereignis, das die Ruhe in Europa störe und für ihn und seine Freunde es schwer mache, eine friedliche Politik zu verfolgen. Das Vertrauen ist gestört, niemand kann das leugnen. Fortschritte auf dem Gebiete der Abrüstung und der Gleichberechtigung können nur je nach dem Wachsen des Vertrauens erreicht werden. Als er nach Genf gekommen fei, habe man ihm erklärt, die Schwierigkeiten feien so groß, daß die Konferenz für eine gewisse Zeit vertagt werden müsse. Es werde immer Menschen geben, die meinen, man müsse warten, bis die Wolken am politischen Horizont uorüberge, zogen seien. Die Wolken würden aber nie aufziehen, wenn hier die Atmosphäre geschaffen würde, in der Wolken nicht existieren können. Eine Vertagung würde das katastrophale Eingeständnis des Mißerfolgs fein. Der englische Plan sehe eine lieber« g a n gsz e i t für die bewaffneten und entwaffneten Staaten vor. Die Konferenz müsse sich endgültig entschließen, die Ziffern für die Herabsetzung der Rüstungen festzustellen. Sechs Fahre lang habe man sich gescheut, an diese entscheidende Frage heranzutreten. Einige Nationen lehnten es ab, offen miteinander zu reden. Damit müßte jetzt endlich Schluß gemacht werden. Wenn die Konferenz zusammenbreche, wenn der englische Plan abgelehnt werde, so werde die gesamte Entwicklung mit großer Beschleunigung Katastrophen z u e i l c n. Ee sei eine Feigheit, Risiken nicht übernehmen zu wollen. Opfer müßten gebracht werden. Verneinung heiße Entscheidung gegen die Abrüstung, heiße die Verantwortung für eine dunkle Zukunft übernehmen. Ein Zusammenbruch der Konferenz würde Leidenschaften entfachen, die Krieg bedeuten könnten. Hat die Welt noch nicht genüge an Agonie und Kriegsgefahr? Der Damm des Hebens muß errichtet werben. Macbonalb schloß seine Rebe mit einem Appell an bie Konferenz, ben Forberun- gen ber Stunbe Rechnung zu tragen unb Vernunft walten zu lassen unb bie Verantwortung zu übernehmen. Deutschland begrüßt die Fniüative Macdonalds. Botschafter' Radolny erklärte sodann: Die deutsche Regierung begrühtaufsWärmste den Entschluß, der Abrüstungskonferenz jetzt e inen praktischen Plan vorzulegen. Dies ist der ein, i g e Weg, um die Konferenz aus dem Retz d?r Ausschüsse und Unterausschüsse zu befreien, in das sie sich hostnungslos verstrickt hat. Die Konferenz tritt damit in eine neue hoffentlich letzte Phase ein. Es erübrigt sich, auf die entscheidende Bedeutung praktischer Ergebnisse der Konferenz gerade für Deutschland hinzuweisen. Auf der Grundlage der Fünfmächte-Crktärung vom 11. Dezember wünscht Deutschland auf das Dringendste die Annahme eines Abrüstungsabkommens und eines gleichen Sicherheitsregimes für alle Staaten. Dieses Regime kann nach deutscher Auffassung vor allem durch eine entscheidende Abrüstung und durch eine gerechte Angleichung der Rü st ungen erzielt werden. Die deutsche Regierung stellt mit Befriedigung fest, daß der englische Abkommensentwurf eine wahrhafte und wesentliche Abrüstung anstrebt. Sie hofft, daß die allgemeine Zustimmung der Konferenz zu einem solchen Abkommen erzielt wird und daß der entscheidende Schritt in dieser Richtung auch die Lösung der anderen politischen Fragen, insbesondere der Gleichberechtigung, erleichtern wird. Genf, 16. März. (WTB.) Der Abrüstungskonventionsentwurf ber englischen Regierung gliebert sich in vier Teile mit insgesamt 96 Einzelartikeln. Die beiben ersten Kapitel hanbeln von ber Sicherheit unb ber Abrüstun g. Auf bem Gebiet ber Sicherheit beschränkt sich ber Entwurf auf eine E r - Neuerung bes Br.ianb-Kellogg-Pakts. Das zweite Kapitel enthält die eigentlichen Abrüstungsmahnahmen. Es sieht bie Vereinheitlichung der kontinentalen europäischenheerestypenauf der Basis bes Milizsystems mit einer Dienstzeit von acht Monaten vor. Eine längere Dienstzeit bis zu zwölf Monaten soll in Ausnahmefällen gestattet sein. Eine Stanbarbifierung ber Heeresorganisationen außerhalb Europas wirb nicht oorgeschlagen. Der Entwurf enthält Ziffern über bie künftige H e e r e s st ä r k e ber ro i a) t i g ft e n fi ä n b e r. Für Deutfchlanb sind 200 000 Mann vorgesehen. Nach einer in bem Entwurf enthaltenen Liste erhalten Frankreich 400 000 Mann (baoon 200 000 Mann Festlanbtrup- pen), Italien 250 000, Polen 200 000, R u - m ä n i e n 150 000, Tschechoslowakei 100 000, Belgien 75 000, Ungarn unb Bulgarien je 60 000, Rußlanb 500 000, Jugoslawien 100 000 Mann. uf dem Gebiet der Landriistungcn wird vorgeschlagen: Bei der schweren beweglichen Artillerie die Festsetzung einer Grenze von 105 Millimeter Kaliberstärke für die Zukunft. Die Staaten, die über größere Kaliber verfügen, sollen diese bis zu einer Grenze von 155 Millimeter vorläufig behalten. Reuanschaffungen dürfen aber die Grenze von 105 Millimeter nicht überschreiten. Für Tanks und Kraftwagen wird eine Maximalgrenze von 16 Tonnen festgesetzt. Der Entwurf sieht Zerstörung des Materials, das die sestgelegten Grenzen überschreitet, in Etappen vor, und zwar soll e i n Drittel innerhalb eines Jahres und zwei Drittel innerhalb von drei Jahren, angefangen vom Zeitpunkt des Inkrafttretens der Konvention, zerstört werden. Flottenrüftungen: Hier hält sich der Entwurf im wesentlichen im Rahmen der Flottenverträge von Washington und London. Die Ausdehnung des Londoner Vertrags auf Frankreich und Italien ist vorgesehen. Die Flottenstreitkräfte der übrigen Länder sollen auf der bisherigen Basis bei» behalten werden. Die endgültige Regelung der Flottenfrage soll einer neuen Konferenz im Jahre 1935 Vorbehalten bleiben. Der Stillstand im Neubau von Kriegsschiffen soll sich auf sämtliche aus- dehnen außer auf Italien, bem gestattet wird, ein Schlachtschifl entsprechend dem neuen französischen Schlachtschiff „Dünkirchen" zu bauen. Der Dau von Kreuzern mit Geschützen über 8 Zoll (20 Zentimeter) wird unter dem Vorbehalt der Bestimmungen des Londoner Abkommens verboten. Dis zum 31. 9. 1936 dürfen Frankreich und Italien neue Unterfeeboote weder bauen, noch erwerben. Die Gesamttonnage der Unterseeboote bleibt vorläufig of en. Die Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Vertrages werden für Deutschland auf dem Flotten- gebiet aufgehoben unter der Bedingung, daß bis Ende 1 9 36 die bisherigen Flotten- rü(hingen Deutschlands unverändert bleiben. Lustavriistung. Das ßuftbombarbement soll verboten werben. Von bem Verbot ausgenommen sollen gewisse weit entlegene Gebiete sein. Hier soll bas fiuftbombarbement als Polizeimaßnahme weiter zuaelassen sein. Eine zahlenmäßige Verminderung ber Militärflugzeuge ist lebiglich für bie Zukunft vorgesehen. Nach Ablauf von fünf Jahren mürben erhalten: Frankreich, Italien, Japan, Rußland, England, bie Ber- Oie andern Machte. Der französische Ministerpräsident D a l a d i e r gab ebenfalls seiner großen Befriedigung über den englischen Plan Ausdruck, der die entscheidenden Abrüstungsgrundsähe der französischen Regierung mit umfasse. Frankreich wünsche ein allgemeines Friedensabkommen und eine wirksame Kontrolle, Herabsetzungen der Rüstungen in Etappen und Schaffung der für die_ Abrüstung notwendigen internationalen Atmosphäre. — Der amerikanische Botschafter G i b s o n betonte die entgegenkommende Haltung der Vereinigten Staaten zur Lösung der Abrüstungsfrage. Besonders begrüße er. daß in dem Plan der heiklen Frage der Festsetzungvon Ziffern nicht aus dem Wege gegangen worden sei. — Der Vertreter Italiens begrüßte gleichfalls den englischen Plan. Die Verhandlungen des Hauptausschusses wurden dann his zum nächsten Donnerstag vertagt, um den Abordnungen Zeit zur eingehenden Prüfung des englischen Vorschlages zu geben. einigten Staaten von Amerika je 500 Flugzeuge, bie Tschechoslowakei 200, Polen 200, Jugoslawien 200, Rumänien 150, Belgien 150. Für Deutsch- l a n b unb bie anberen abgerüsteten Staaten ist bie Beibehaltung bes Status quo bis nach Ablauf ber e r ft e n f ü n f i ä hrigen Etappe vorgesehen. Mit sofortiger Wirksamkeit darf kein Militär- unb Marineflugzeug 3 Tonnen Leergewicht überschreiten. Luftschiffe bürfen währenb ber Dauer ber Konvention nicht gebaut werben, ßänber, bie augenblicklich Luftschiffe haben, können diese während ber nächsten fünf Jahre behalten. Neuanschaffungen bürfen aber nicht erfolgen. Die Hälfte ber Flugzeuge, bie bie angegebenen Grenzen überschreiten, sollen vor bem 30. Juni 1936 3 e r ft ö r t werben, ber Rest zum Ablauf ber Konvention. Für bie Zivilluftfahrt ist bereits jetzt eine gewisse Reglementierung vorgesehen. Nach Ablauf ber ersten Abrüstungsetappe ist eine volist ä n b i g e Abrüstung ber Militär- unb Marineluftfahrt vorgesehen unter Vorbehalt einer wirksamen internationalen Kontrolle. Diesbezügliche Bestimmungen sollen in ber Zwischenzeit von ber ftänbigen Abrüstungskommission ausgearbeitet werben. Der Entwurf enthalt sodann noch das Verbot des chemischen und bakteriologischen Kriegs, ferner Bestimmungen über die Einsetzung einer ständigen Ab- rüftungskommisfion. Die Dauer der Konvention wird auf fünf Jahre festgesetzt. Vor Ablauf dieser Periode soll eine neue Abrüstungskonferenz einberufen werden, um eine neue Abrüstungskonvention abzuschließen. Zum Schluß heißt es, daß diese und die künftigen Konventionen an die Stelle der Abrüstungsbestimmungen der Friedensverträge, durch die die Rüstungen Deutschlands, Oesterreichs, Bulgariens und Un- garns festgesetzt worden seien, treten werden. Verbot der marxistischen Verbände in Hessen. Darmstadt, 16. März. (WSR.) Der S t a a t s k o m m i s s a r für das Polizeiwesen in Hessen hat angeordnet, daß mit sofortiger Wirkung folgende marxistischen Verbände verboten und aufgelöst werden: Der Verband der Eisernen Front, das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, der Kampfbund gegen den Faschismus, der Rote Massenselbstschutz, die Revolutionäre Gewerkschaftsopposition, die Rote Hilfe Deutschlands, die Internationale Arbeiterhilfe. die Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit. der Bund der Freunde der Sowjetunion, das Kanipskomitee für Kirchenaustritte, der Kommunistische Jugendverband Deutschlands und die Roten Jungpioniere. Wer sich an einem der bezeichneten aufgelösten Verbände als Mitglied beteiligt oder ihn auf andere Weise unterstützt oder den organisatorischen Zusammenhalt weiter aufrecht erhält, wird, soweit nicht die Tat nach andern Vorschriften mit einer schwereren Strafe bedroht ist, m i t Gefängnis nicht unter einem Monat oder mit Geldstrafen von 150 bis 15 000 Mk. bestraft. Dr. Best an die hessische poUzelbeamtenschafi. Darmstadt, 16.März. (WSR.) Der Staats- kommissar für das Polizeiwesen Regierungsrat Dr. Best hat folgenden Aufruf an d i e Be- amten schäft gerichtet: Nachdem die neue Staatsregierung mir die Leitung des gesamten Polizeiwesens in Hessen übertragen hat, begrüße ich alle, mit denen ich von jetzt an diesen wichtigen Teil des Staatsapparates zu verwalten Hube, der mehr als alle anderen Derwaltungs- zweige unter den Folgen der letzten VergangenDer englische Abkommensenlwnrs im einzelnen. $ür Deutschland ein Milizheer von 200000 Mann vorgesehen.-Zn der ersten A-rüstungsetappe noch keine Rüstungsgleichheit im Material, in der Flotten und Lustrüstung.-Fortfall der Versailler Entwaffnungsbestimmungen. beit zu leiden hat. Lins ist gemeinsam die schwere Aufgabe gestellt, die durch das überwundene System verschuldeten Schäden wieder gut zu machen und insbesondere das Vertrauen innerhalb des P o 1 i zeikörpcrs und das Vertrauen der Bevölkerung zur Polizei wieder herzustellen. Weiter sollen die Reformen durchgcführt werden, die aus der hessischen Polizei das wirksame Instrument des Volksschutzes gegen Gefahren eder Art.und den staatlichen Kern der soldatisch-nationalen Erneuerung in unserem Lande machen sollen. Die alte Beamtentugend, Sauberkeit, Pflichttreue und Gerechtigkeit und die Soldatentugenden Disziplin, Kameradschaft und Hingabe für die Sache sollen diese Aufbauarbeit beherrschen. Die Maßnahmen, die zu dem gesteckten Ziele führen, werden einige Zeit in Anspruch nehmen, mit der die Ungeduld der Eiferer sich abfinden muh. Andererseits versichere ich, daß nichts vergessen werden wird, was der Reinigung und Ordnung bedarf. 3n der Polizei werden mehr persönliche Veränderungen notwendig werden als in anderen Derwaltungszweigen, und Härten werden sich dabei nicht vermeiden lassen. Ich bitte aber um das Vertrauen, daß ich un Rahmen des Notwendigen mit unbeirrbarer Gerechtigkeit verfahren und nicht kleinlichem Rachegesühl folgen werde. Insbesondere sind Denunziationen aus der Beamtenschaft nicht geeignet, mein Handeln zu beeinflussen ober ben Denunzianten als besonders verdienstvoll erscheinen zu lassen. 3m Vertrauen, daß die hessische Polizei sich gern und aufrichtig als wichtiger Teil in die Reihe der Träger ber nationalen Erneuerung stellen wirb, reiche ich jebem meiner Mitarbeiter in kamerabschaftlicher Gesinnung bie Hanb. Unb nun ans Werk! Heil Hitler! Eine Entschließung des Deutschen Beamtenbundes. D a r m ft a b t, 16. März. (WSN.) Die im Lan- b e 9 r a r t e 11 Hessen bes Deutschen Be- amtenbunbes zusammengeschlossenen Reichsbahn-, Reichspost-, Reichsfinanz- unb sonstigen Reichsbeamten, sowie bie Lanbes - unb Gemeinbebeamten bekennen sich aufrichtig unb einbeutig zur nationalen Erhebung. In treuer berufsstänbischer unb vaterlänbischer Pflichterfüllung wollen unb werben sie ben nationalen Regierungen helfen ben Weg zu ebnen, ber führen soll zum Wieberaufbau ftnb Größe ihres heißgeliebten beutschen Vaterlanbes. Der geschäftsführenbe Ausschuß bes Hessischen Lanbeslehrerver- e i n s faßte in seiner heutigen Sitzung einstimmig folgenbe Entschließung: Der Hessische Lanbeslehrer- verein schließt sich ber Erklärung des Hessischen Beamtenbunbes in seiner Stellungnahme zu ber neuen hessischen Regierung an. Er wirb auch in Zukunft an bem Werk ber Ju- genberziehung unb der allgemeinen Volksbilbung im Geiste bes beutschen Volkstums unb zum Wohle bes Volkes unb des Vaterlandes Mitarbeiten. Bombenanschlag auf eine Löhener Bank Löhen (Ostpr.), 16. März. (TU.) Am Donnerstag gegen 19 Uhr wurde gegen dieVer- einsbcr.nk Löhen auf dem Löhener Marktplatz einBombenanschlag verübt. Nachdem das Personal die Bankräume verlassen hatte, erfolgte eine gewaltige Detonation. Sämtliche Fensterscheiben und die schwere Eingangstür wurden weit auf den Markt hinaus- geschleudert und im 3nnern der Bank eine unbeschreibliche Verwüstung angerichtet. Durch die Explosion wurde alles kurz und klein geschlagen. Reichswehr, Polizei, SA. und SS. sperrten den ganzen Markt ab. Die sofort eingesetzten Ermittlungen haben den Verdacht bestätigt, daß es sich um ein Attentat von linksradikaler Seite handelt. Der Verdacht ist gegen eine Person soweit gediehen, daß Haftbefehl gegen sie erlassen wurde. Bisher gelang es nicht, sie zu fassen. Die Stadt ist in außerordentlicher Aufregung und Feuerwehr und Polizei suchen die anderen Danken ab, da man noch weitere Anschläge befürchtet. Ganz Lötzen ist auf den Beinen und umsäumt in dichten Massen den großen Marktplatz. Auch in Landsberg bekehrte Kommunisten. Lands berg a. d.W., 16. März. (TU.) Die Führer der KPD. in Landsberg (Warthe) haben die Erklärung abgegeben, mit dem Bolschewismus völlig zu brechen. Aus diesem Grunde lieferten sie Bilder, Fahnen, Transparente, ja sogar ihre Schalmeien an bie NSDAP, ab. Die Fahnen werden als Zeichen, daß es mit der KPD. in der Stadt Landsberg vorbei ist, auf dem Moltkeplatz öffentlich verbrannt. Ebenso werden die Echalmeiew zerschlagen, damit sie nie mehr ihre undeutschen Weisen erklingen lassen können. Generaldirektor Dorpmüller beim Reichskanzler. Berlin, 16. März. (CNB.) Reichskanzler Adolf Hitler empfing in Gegenwart des Reichsfinanzministers Graf Schwerin-Krosigk, des Rcichswirtschaftsministers Dr. Hugenberg unb bes Reichswehrministers von Blomberg ben Generalbirektor Dorpmüller von ber Deutschen Reichsbahngesellschaft, ber einen Vortrag über bas Verhältnis ber Reichsbahn zum Kraftwagenverkehr hielt. Anschließenb würbe ber Fragenkoniplex bes Schenker-Spebitions-Vertrages besprochen. r. Schacht als Nachfolger Luthers zum Präsidenten der Reichsbank gewählt. Oie Gihung des Generalrats der Reichsbank. Dr. Lchacht einstimmig zum Präsidenten gewählt. Berlin, 16. Mär;. (MTB.) 3n der heutigen Sitzung des Generalrats der Reichsbank hat der Vorsitzende Reichsbankpräsident Dr. Luther unter eingehender Begründung den Antrag gestellt, ihn von seinem Amt als Reichsbankpräsident ;u entbinden. Der Generalrat hat von diesem Entschluß mit allergrößtem Bedauern Kenntnis genommen und zum Ausdruck gebracht, datz unter der Führung von Dr. Luther die Interessen der deutschen Währung und die damit zusammenhängenden Wirtschafts in teressen ge wahrt sind. Roch sorgfältiger Prüfung alles Für und w.der hat der Generalrat dennoch geglaubt, der Beurteilung der Sachlage durch den Präsidenten zu- stlmmen zu müssen und hat demzufolge das R ü ck - tritlsgesuch angenommen. Dem scheidenden Präsidenten wurde dabei vom Generalrat herzlichst gedankt für die hervorragenden Verdienste, die sich Herr Dr. Luther in schwerster Krisenzeit um die deutsche Wirtschaft und Währung erworben hat. Um keine Vakanz in der Leitung der Reichsbank eintreken zu lassen, schritt der Generalrat sofort zur Wahl des Nachfolgers und wählte einstimmig den früheren Reichsbankpräsidenten Dr- Hjalmar Schacht mit Wirkung vom 17. März ab zum Präsidenten des Reichsbank- d i-r e k l o r i u m s. Or. Luthers Rücktrittsschreiben. •Berlin, 16. März. (WTB.) Reichsbank. Präsident Dr. Luther hat seinen Entschluß, sein Amt zur Verfügung zu stellen, dem Herrn Reichspräsidenten in einem Schreiben mitgeteilt, dessen hauptsächlicher Inhalt wie folgt lautet: Dah die Reichsbankleitung stetig und von parteipolitischen Strömungen unabhängig zu sein hat, müsse zum Schutze der Währung als tragender Grundlage deutschen Volks- und Wirtschaftslebens jetzt und auch künftig Geltung behalten. Bei der durch die jüngsten politischen Ereignisse bevorstehenden Reuordnung vieler Verhältnisse sei es eine dringende Staatsnotwendigkeit, dah d i e Reichsbank in allen Fragen von Belang, die Währung, Kredit, öffentliche Finanzen und Wirtschaftspolitik betreffen, von Anfang an zugezogen wird und in enger Zusammenarbeit mit der Reichsregierung die Autorität ihrer Erfahrung und Sachkunde zur Geltung bringen kann. Eine besondere und sogar vornehmliche Aufgabe des Reichsbank- Präsidenten sei es, diese Verbindung durch seine Person herzustellen. Aus den Erörterungen mit dem Herrn Reichskanzler habe Dr. Lv'h:r entnahmen müssen, dah bei der Reichsregierung gegen eine derartige Ausübung des Reichsbankpräsidentenamts durch ihn Hemmungen vor liegen- Bestände aber in einer Stunde wie der gegenwärtigen nicht auch von feiten der Reichsregierung die Bereitwilligkeit zu enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit, so müsse die Sache selb st darunter schweren Schaden leiden. Dem wolle Dr. Luther vorbeugen, indem er den Posten des Reichsbankpräsidenten zu anderweitiger Besetzung durch die hierfür im Bonkgesetz vorgesehenen Organe f r e i m a ch t. Dah die Reichsregierung keinerlei Währungsexperimente zu machen gedenkt, ginge nicht nur aus ihren bisherigen Erklärungen hervor, sondern sei ihn» vom Herrn Reichskanzler ausdrücklich versichert worden. Hindenburgs Dank an Luther. Der Herr Reichspräsident hat darauf u. a. geantwortet: Ihr Rücktritt von der Leitung der Reichsbank gibt mir Veranlassung, mit Dankbarkeit und Anerkennung der vielfachen Verdienste zu gedenken, die Sie sich in schicksalsschweren Jahren als Reichsfinanzminister und Reichskanzler wie auch als Reichsbankpräsident um Deutschland erworben haben. Ihre Mitarbeit bei der Ueberwindung der Inf la t i o n und die Ueberleitung der gesamten öffentlichen Wirtschaft Deutschlands in geordnete Verhältnisse werden als Ihr besonderes Verdienst in der harten Geschichte der Nachkriegszeit weiterleben. Ebenso werden Ihnen die Verdienste unvergessen bleiben, die Sie sich als Leiter der Deutschen Reichsbank in der gefahrvollen Krisenzeit der letzten Jahre um die deutsche Währung erworben haben. Namens des Reichs wie eigenen Namens spreche ich Ihnen für alles, mas' Sie in hingebender Arbeit im Dienste des Reichs geleistet haben, tiefempfundenen Dank aus. Ich gebe dabei der Hoffnung Ausdruck, daß Ihre große Erfahrungen und Ihre unermüdliche Schaffenskraft auch künftig für unser Vaterland nutzbringend Verwendung finden werden. Mit freundlichen Grüßen bin ich Ihr ergebener gez.: v. Hindenburg. Oer neue Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht, der die Leitung der Reichsbank übernommen hat, ist nicht zum ersten- mal Präsident dieses Instituts. Seine fruchtbare Tätigkeit in dieser Eigenschaft in den Iahren 1924 bis 1930, die der Inflation folgten, ist ebenso unvergessen wie seine außerordentlichen Verdienste um Wiederherstellung einer stabilen deutschen Währung. Rur der großen Energie Dr. Schachts und seiner unbestrittenen Autorität, die er vor allem auch im Ausland genießt, ist es zuzuschreiben, wenn damals sein Plan zur Stabilisierung der Währung durchgeführt wurde. In das Verdienst der Rettung der deutschen Währung teilt sich Dr. Schacht mit dem jetzt scheidenden Reichsbankpräsidenten Dr. Luther, der ihm damals als Reichsfinanzminister die notwendigen Voraussetzungen schuf. Auch an der Wiederher st ellung des deutschen Kredits in der Welt bzw. der Kreditwürdigkeit der deutschen Wirtschaft hat Dr. Schacht hervorragenden Anteil. An der Pariser Reparationskonse- renz im Iahce 1929, die schließlich zur Unter- zeichnung des Poung-Plans führte, nahm Dr. Schacht als erster deutscher Sachverständiger teil. Im Dezember 1929 übergab er der deutschen Öffentlichkeit überraschend ein aufschlußreiches Memorandum, in dem ersichgegendieVer- f älschung des ursprünglich von ihm gebilligten Voung-Plans aussprach, sowie gegen die Finanzpolitik der damaligen Reichsregierung. Dle Folge dieses Memorandums war der R ü ck - tritt des damaligen Deichsfinanzministers HiI- ferd ing. Da Dr. Schacht konsequent an seinen Auffassungen sesthielt, kam es im Iahre 1930 auf der Haager Konferenz zu einem Streit zwischen ihm und der damaligen Reichsregierung in der Frage der Beteiligung der Reichsbank an der BIZ. Die damalige Reichsregierung deckte diese von Dr. Schacht vertretene Forderung nicht. .Als Dr. Schacht seine Auf- fassung im Haager Schlußprotokoll nicht durchsetzen konnte, zog er die Konsequenzen und trat am 1. März 1930 von der Leitung der Reichsbank zurück, um Dr. Luther Platz zu machen. Der tiefere Grund für die Gegensätze zwischen Dr. Schacht und der damaligen Reichsregierung war der, daß er eine Gleichschaltung der Reichsbankpolitik mit der Reichspolitik für notwendig erachtete. Daß Dr. Schacht ebenso wie der scheidende Aeichsbankpräsident Dr. Luther schärfster Gegner aller inflationistischen Ten- d e n z e n ist, liegt bei seinem Werdegang auf der Hand'. In ihm als Reichsbankpräsidenten hat die nationale Regierung den Mann, der auf der einen Seite unbedingt und unbeirrt an der Stabilität der Währung als der Grundlage der volkswirtschaftlichen Tätigkeit festhält, auf der anderen Seite aber alles tun wird, als Leiter des deutschen Roteninstituts die Pläne der Regierung in der Arbeitsbeschaffung und mit dem Ziele der Wiedereingliederung von Millionen Arbeitsloser in den Produktionsprozeß durch Gleichschaltung der von ihm zu vertretenden Politik der Reichsbank zu unterstützen. Oer „Angriff" über den künftigen Wirischasiskurs. Berlin, 16. März. (RB.) Zu dem Rück- tritt des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther schreibt der „Angriff": Damit wird der W e g s r e i für eine Wirtschaftspolitik, deren Ziel die Eingliederung der 10 Millionen Arbeitslosen in den Wirtschaftsprozeß ist. Mit Dr. Luther fällt die letzte große Stütze des wirtschaftlichen Liberalismus. Er war es, der in der letzten Zeit immer wieder jedes großzügige Anfassen eines Arbeitsbeschaffungsprogramms verhinderte. Immer wieder stellte er den vermeintlichen Schuh der Währung über jede andere Lieberlegung, mochten darüber Millionen dem Hunger und der Verzweiflung preisgegeben werden. So wurde Luther in Wahrheit der Gr alshüter d § r internationalen Hochfinanz. Es wär von vornherein klar, daß dieser Mann untauglich ist, am Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft unter nationalsozialistischer Führung mitzuwirken. Dieser Hemmschuh der Entwickelung muh weg. Dr. Luther ist ein typischer Vertreter des abgewirtschafteten Rovembersystems. Der Abgang des Reichsbankpväsidenten Dr. Luther ist eine Tatsache von ungeheuer wirtschaftlicher Tragweite. Denn mit der Besetzung dieses für die Wirtschaft so ausschlaggebenden Postens mit einer Person aus der Reihen der nationalen Erhebung wird gleichzeitig ein neuer G ei st durch d i e deutsche Wirtschaft wehen. Wenn auch der großzügige Ausbau des Arbeitsbeschaffungsprogramms den äußeren Anlaß zum Rücktritt gegeben haben dürfte, so wird doch im gleichen Augenblick damit das gesamte Kreditwesen (d. h. die Banken) hiervon betroff. So wie der politische Liberalismus in Deutschland vor wenigen Togen beseitigt worden ist, so ist nunmehr auch der erste entscheidende Schritt zur Ausrottung des wirt- s ch a f t l i ch e n Liberalismus getan worden. Kleine politische Nachrichten. Der Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Landman n hat an den Magistrat folgendes Telegramm gerichtet: „Erfahre, daß in Frankfurt Gerüchte über meine Flucht nach Holland verbreitet werden. Liege infolge schweren Herzanfalles seit Dienstag Berlin Krankenhaus." In M i ch e l st a d t, Erbach und Zell im Odenwald sollen die linksstehenden Bürgermeister durch die zuständigen Aufsichtsbehörden, das Kreisamt, beurlaubt worden fein. * Der kommissarische badische Finanzminister hat durch eine Verordnung die Pension des früheren Ministers Dr. h. c. Remmels, des Ministers Dr. Trunk und des früheren Staatspräsidenten Geiß g e st r i ch e n. Die Kommissare des Reiches in Preußen haben beschlossen, den Landrat Graf von Wedel in H e r s s e l d in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. * Der Sozialdemokratische Pressetz i e n st ist mit sofortiger Wirkung auf 14 Tage v e r- boten worden. * Die irische Kammer hat mit 70 gegen 39 Stimmen eine Vorlage angenommen, wonach die Großbritannien geschuldeten Landannuitäten dem Schatzamt des Irischen Freistaats zur gesonderten Aufbewahrung überwiesen werden sollen. Ministerpräsident Or. Heid znrückgetreten. Ein kommisjarnches Staatsministerium in Bayern. München. 16. März. (TU.) Ministerpräsident Dr. Held hat seine Amtsgeschäfte als ge- schäftsfübrender Staatsminister und Vorsitzender des Ministerrates niedergelegt. Reichskommissar von Epp hat daher eine Verordnung erlassen, wonach die Befugnisse des Gesamtministeriums von jetzt ab ausschließlich dem Kommissarischen Ministerrat zustehen Die Befugnisse des Ministerpräsidenten und des Ministers des Aeuheren übernimmt als Kommissarischer Ministerpräsident General von Epp. Er ernannte zu kommissarischen Ministern: Für das Ministerium des Innern den Staatskommissar Adolf Wagner, für das Finanzministerium den Staatskommissar Siebert, für das Iustizmini- sterium den Staatskommissar Dr. Frank, f ü r d a s Kultusministerium den Reichstagsabge- ordneten S ch e m m. Die Staatskommissare zur besonderen Verwendung, Hermann Esser und Ernst Boehm, sowie der Staatskommissar Georg Suber bleiben im Amt. GOA und nationale Regierung. Berlin, 15. März. (TU.) In einem Rundschreiben an sämtliche Berufs- und ehrenamtlichen Mitarbeiter im Reiche schreibt der Bundesvorstand des GDA. u. a.: Vizekanzler v. P a ° pen hat am 4. März in Mülheim a. d. Ruhr davon gesprochen, dah die Gewerkschaften starke Pfeiler in derVolksbewegung sein könnten. Wir begrüßen dieses Bekenntnis. Es entspricht unserer Auffassung vom Wesen der Gewerkschaftsarbeit. Das Ziel ist die Heber- brüdung der sozialen Gegensätze. Wir haben die These vom unüberbrückbaren Klassengegensatz stets verworfen und in Wort und Schrift unermüdlich um größeres Verständnis für den Abwehrkampf der Angestellten, gegen d i e zunehmende Proletarisierung geworben Die Regierung verfügt im neuen Reichstage über eine klare arbeitsfähige Mehrheit, die es ihr ermöglicht, den seit Iahren beschrittenen Weg der Rotverordnungen zu verlassen und die wirtschaftlichenVereinigungenwie- der zu stärkerer Mitarbeit heranzuziehen. Das würde am schnellsten zu einer Versöhnung der Gegensätze führen, die unser Volk zerklüften. Manche Maßnahme würde leichter getragen werden, wenn ihre Unabwendbarkeit in gemeinsamer Aussprache vorher geklärt würde. Kleines Nachtgespräch. Von Martin Andrae. Zweifellos war Clemens ein schwieriger Mensch — sogar er selber gab es zu: er pflegte jede Frau vor der Freundschaft mit ihm zu warnen. Aber Anita ließ sich nicht abschrecken — dieser „verrückte Kerl" gefiel ihr, seine Bosheiten amüsierten sie, und sein Widerstand verstärkte den Reiz, ihn zu gewinnen. Im übrigen brachte beider Beruf sie immer zusammen: Clemens entwarf häufig die Bühnendekorationen zu den Stücken, in denen Anita beschäftigt war. Nach der Generalprobe eines neuen Lustspiels kam Anita langsam aus döm Theater — sie befand sich in dem unangenehmen Zustand von überreizter Wachheit und unerträglicher Uebermüdung. Es war drei Uhr nachts — der Direktor bevorzugte Nachtproben, die erst nach Schluß der Abendvorstellung begannen. Clemens, verärgert wie meist bei solcher Gelegenheit (er war nie mit der Szenerie zufrieden), machte sich stumm an seinem Wagen zu schaffen. „Würden Sie mich mitnehmen?" fragte Anita. Ihr Ton war sachlich, ohne Koketterie. „Bitte schön!" murmelte Clemens; es klang nicht sehr erfreut. Anita stieg ein: „Ich bin erledigt — das Komödiespielen ist ein Unfug!" Sie vergaß den Blick in den Spiegel und sogar das Nasepudern, was sie sonst in keiner noch so wichtigen Situation unterließ. „Armes Ding —" dachte Clemens. „Sie muß wirklich kaputt sein. Der Direkwr hat sie reichlich gequält." Er warf einen raschen Blick auf ihr hübsches, ermattetes Gesicht. Und dann fuhren sie ab — in unerlaubtem Tempo. „Würde Ihnen ein Kaffee gut tun? Ich habe so etwas wie einen Dachgarten — Sternenhimmel, Blick über Berlin. Zwei Kakteen — was meinen Sie, Anita?" „Dankbar für alles!" ftammelte sie. „Ich könnte doch nicht schlafen; ich habe zuviel Bosheit geschluckt!" 10 Kilometer. Endlich ein Luftzug. 10 Kilometer. Ein hübscher Neubau — sie hielten an. Lift, ein schmaler Gang, der sich überraschend auf ein grün bewachsenes, von Sträuchern umhegtes Plateau öffnete. Anita sah sich schweigend um — es war wirklich wie ein Zaubergarten. Anita legte sich auf den Bambusliegestuhl und schloß die Äugen: „Danke!" sagte sie leise. Sie war so zerschlagen, daß sie nicht mehr daran dachte, ob ihre Haltung vielleicht kleidsam war. Clemens starrte ungläubig zu ihr hin. Aber im nächsten Augenblick schlief Anita bereits. Nun begann Clemens die ruhige Geschäftigkeit des Jung- aesellen zu entwickeln, der es gewöhnt ist, sich seine Kaffeemaschine allein zurecht zu machen. „Die Künsllerin dürfte nun erwachen!" sagte er nach einer Weile mit lauter Stimme und sah mit ironischem Interesse zu, wie sein Gast sich mühte, Unbefangenheit und Natürlichkeit wie ein beschämend ärmliches Kleid abzustreifen. Anita hatte sich aufgerichtet: das kindlich Vertrauende, das eben noch ihr Gesicht so anmutig verjünat hatte, wich der Bewußtheit einer Frau, die gefallen will. Sie griff sich mit instinktiver Bewegung in das Haar, holte Spiegel samt Puderdose hervor und suchte nach dem Lippenstift. „Schade!" sagte Clemens ruhig. Anita ließ den Stift sinken. „j)abc ich geschlafen?" fragte sie unsicher. „Auf sehr sympathische Art!" erwiderte (Siemens und schenkte den Kaffee ein. Sie betrachtete fein zu- gefd)Ioffenes Gesicht: „Sie können mich schon wieder nicht leiden?", sagte sie ernsthaft. „Ist bas eine ungewohnte Tatsache?" fragte er zurück. „Nachts muß man die Wahrheit sagen!" behauptete Anita. „Geben Sie doch einmal zu, daß Sie mich manchmal richtig gern haben!" „Manchmal —", sagte er trocken und reichte ihr die Zigaretten hinüber. „Ich möchte erreichen, daß die .Manchmals' sich häufen, Clemens!" Jetzt war eine gewinnende Offenheit in ihren Augen. .Hätte nichts dagegen", brummte er. „Aber Sie sind leider raffiniert, launenhaft, anspruchsvoll und unzuverlässig--" „5ßic?r Sie war so entgeistert, daß sie kein Wort sand. „Und da das alles auch meine Eigenschaften sind", fuhr Clemens fort, „so wäre eine Verbindung zwischen uns beiden nicht ratsam!" Anita legte die Zigarette beiseite und stand auf. Sie trat an die Brüstung: vor ihr lag die schlafende Stadt. „Wirkungsvolle Pause —" sagte (Siemens. „Aber die Generalprobe ist zum Glück beendet — gönnen wir uns in Ruhe diesen Nachtkaffee, liebe Anita!" Sie wandte sich um — ihr Blick hielt ihn fest: „Warum kränken Sie mich? Ich habe ja das Buch gelesen ... ich weiß doch —" Er schüttelte den Kops: „Welches Buch?" „Sie hoben mir diesen kleinen Roman geborgt, ,Tityana' — Sie entsinnen sich?" „Nun und —? Lag etwa ein Brief darin?" „Unsinn! Aber Sie leugnen wohl nicht, das Buch mit großer Aufmerksamkeit gelesen zu haben?" „Absolut nicht", gab (Siemens zu. „Ich gab es Ihnen, weil ich es für ein besonders kluges, lebenswahres Buch hielt. Aber ich verstehe noch immer nicht —" („Eigentlich ist sie entzückend!" konstatierte er wider Willen.) „Es sind einzelne Stellen darin angestrichen ... wichtige Stellen ... ich habe begriffen, was Ihnen daran auffiel —" „Aber Anita —" Sie lächelte: „Soll ich Ihnen einige der angekreuzten Stellen aufsagen? Sie wissen, mein Gedächtnis ist gut." „Es ist ein Mißverständnis, Anita —" Sie begann, als remitierte sie, folgende Sätze her- zusagen: „Seite 37: mein Liebstes, kommen Sie zurück — ich kann ohne Sie nicht mehr leben. Durch Ihre Abwesenheit ist mir endlich zum Bewußtsein gekommen, was ich so eigensinnig nicht fein wollte. Ich liebe Sie, sehne mich nach Ihnen. Stoßen Sie nicht an meinen Unarten —" Anita brach ab: ollen Sie noch mehr hören? Seite 93, Unsere wahre Intimität liegt in unserem Schweigen. Aus Instinkt oder Gewohnheit kenne ich Ihre Urteile und Ansichten. Ihre flüchtigsten Wünsche —" Jetzt errötete sie. „Ach, es ist genug —" Siemens stand in peinlichster Verlegenheit neben ihr: „Liebste Anita — das ist sehr merkwürdig, aber ich würde niemals in einem fremden Buch etwas anftreichen. Dieser Roman gehört nämlich gar nicht mir: Ludwig hat ihn mir geborgt, unser guter Edgar Ludwig, Ihr Kollege Ludwig —" Anita machte eine abwehrende Bewegung; dann veränderte sich ihr Gesicht wie das eines Kindes, das meinen will: ihre Lippen zuckten, die Nase rötete sich. Tränen sammelten sich. Diese Unbeherrschtheit, die sogar ihre Eitelkeit besiegte, rührte ihn. Er nahm sie in die Arme: „Ich konnte dich furchtbar gern haben^Anita, wenn du öfter vergäßest, daß du eine gute Schauspielerin bist." ..Aber du hast ja überhaupt kein Verständnis für mich!" sagte sie hastig und machte sich frei, „Gib mir sofort mein Täschchen herüber — ich muß meine Nase —" (£r küßte sie auf die bedrohte Nasenspitze und bann auf ben 2^1) — es war überraschend angenehm. ' „Gefällt es dir bei mir?" fragte Clemens unb vergoß alle Ueberlegenheft. Anita sah ihn an . . plötzlich ueränberte sich ber Zärtlich hingehende Ausdruck ihrer Augen: sie wurde sehr nachdenklich. Mit ber spielerischen Bewegung eines Kinbes drängte sie ihren Kops an seine Schulter — so klang ihre Frage ein wenig undeutlich an fein Ohr: „Wußte denn eigentlich der Ludwig, daß du mir bas Buch borgen würbest?" „Lind es leuchtet die pußia.^ Ungarn, mit Land unb Leuten, mit Honveds unb Csardas-Musik, ist von jeher als Schauplatz unb grünweihrotes Motiv in ber Operette unb im Film beliebt gewesen. Man erinnert sich noch an „Melodie des Herzens", einen ber allerersten großen Tonfilm-Erfolge; dieser neue Ufafilm von der leuchtenden Puhta ist technisch reifer, in ber Handlung allerdings weniger einheitlich. Der Regie (Heinz Hille) kam es mehr auf die optftch-akustische Ausschöpfung des landschaftlichen Motivs an, auf den stimmungsmähigen Zusammenklang von Bild unb Ton. Man sieht schone unb malerische Photographien aus ber ungarischen Ebene unb ber von Brückenbögen weiträumig gegliederten, pompösen Stadtperspektive ber Bubapester Metropole. Die Fabel formt sich aus Operetten- unb Kriminalstück-Motiven 3U einer immerhin unkonventionellen Mischung; das Ganze ist mit großzügigen Mitteln beweglich und aufnahmetechnisch geschickt in Szene gefetzt. Rose Barsony, ein neuer Stern der Lisa, den wir schon kennenlernten, erweist sich vor allem tänzerisch als eine in diesem BHIieu sehr verwendbare Soubrettenbegabung. Ihr Partner ist Wolf A l b a ch - R e 11 y , der einen feschen und lustigen Honved-Leutnant zu spielen hat. In komischen Partien: Tibor von H a l m a y , Olga Limburg und Zesch - Bal- l o t. Außerdem sieht man noch Magda Kun. S a l f n e r , Karoly Sugar unb Hansi Arn - ft übt. Ernst Erich Buder schrieb eine schmissige, fangbare Begleitmusik. — Im Beiprogramm gibt es u. a. eine interessante Werbereportage von der Luft-Hansa und einen neuen Kabarett- Film der Ufa, der eine Reihe hübscher und origineller Schaunummern aufweist. Von heute ab toftb das Gesamtprogramm überdies durch eine Rordlandreise-Revue unter dem Titel „Schiff ahoi!" auf der Bühne des Lichtspielhauses bereichert. Der Besucher wird also .bis zum Wochenende anregend unterhalten. - r - Ood)fd)utnocbnd)teiL ®er B o ft o de r geographische Lehnstuhl ist dem Kölner Ordinarius Professor Otto Hessen angeboten worden; er wird dem Bv-f (als Rach- folger von Professor Ule) Folge 'leisten. Wo. —. Hiernach istesdenGemeinbenver» boten, die zur Verfügung gestellten Reichszuschüsse anteilmäßig ausalle Anträge i u verteilen, wenn die Mittel nicht zur De- friedigung aller Anträge ausreichen. Eine derartige Regelung widerspricht ohne weiteres den Reichsbestimmungen: sie erschwert aber auch in der Praxis die Durchführung der Arbeiten. Außerdem würde durch dies Verfahren die R e ft- finanzierung sehr häufig in Frage gestellt, jedenfalls aber der Beginn der Arbeit verzögert werden, was wiederum im Interesse rascher Arbeitsbeschaffung vermieden werden muß. Deshalb sollen bei der Vergebung der Mittel in Zukunft in erster Linie die Anträge berücksichtigt werden, bei denen sofort oder innerhalb kurzer Zeit mit den Arbeiten begonnen werden kanrr. Der rechtzeitige Beginn der Arbeiten ift deshalb nachzuprüfen, und bei Verstößen ist eine folor* tige anderweite Verteilung der Mittel vorzu- ^Endlich ist noch zu erwähnen ein Beschluß des Wohnungsausschusses vom 17. Januar, wonach Reichszuschüsse bei Instandsehungs-, Scilunge- und Mmbauarbeitcn nur gewährt werden dürfen wenn diese Arbeiten von Gewerbe treibenden ausgesührt werden, die Mitglied einer Be- rufsgenossenschast sind, nicht gleichzeitig tn einem Arbeitnehmerverhältnis stehen und ihren Arbeitern den Tariflohn zahlen. Schwarzarbeiten sind ausgeschlossen. Aus der proviuzialhaupisiadt. Körperpflege als Selbstverständlichkeit. Don Dr. meb. Hans Vollenborn Die Zeiten, in denen Gesundheitspflege und Kosmetik als ein Luxus betrachtet wurden, sind vorbei. 3n allen Schichten der Bevölkerung ist die Erkenntnis eingedrungen, daß Körperpflege und Sorgfalt in der Pflege des äußeren Men- schen keinen unnützen Zeitaufwand dar stellen son- dern daß die Minuten, die man zur tägliche Körperpflege verwendet, durch Wohlbefinden Selbstsicherheit und stete Gesundheit mit 3in« und Zinseszinsen wieder eingebracht werden. Was die Kosmetik anbelangt, darf man hier auch wohl auf den sozialen Gesichtspunkt hrnwellm, daß ein äußerlich verunstalteter oder häßlich aus- sehender Mensch sehr viel schwerer eine Beschaf- tigung findet, als ein normaler und gepflegter. Die Fragen der Gesundheitspflege sind ver- hältnismähig einfach und können ohne besondere Anstrengung Allgemeingut werden. Die Haupt- auf merks amkeit ist dabei einem der wichtigsten menschlichen Organe, der Haut, zuzuwenden. . Richtige Reinigung der Haut hindert manchen Krankheitskeim, durch Ne Hautporen ins Körper- innere einzudringen. Die Reinigung geschieht irn allgemeinen am zweckmäßigsten mit Seife, wobei zu bemerken ist, daß die teuerste Seife durchaus nicht immer die gesündeste sein muß. Der Seifen- preiS richtet sich nämlich sehr häufig nach dem Parfümgehalt, und stark parfümierte Seifen ver- Ursachen mitunter bei Menschen mit empfindlicher Haut unangenehme Reizzustände. Da die Haut, wie Feststellungen moderner Forscher ergeben haben, als ein selbständiges Organ mit eigener Atmung und eigenem Stoffwechsel zu betrachten ist, muh man natürlich nut ihr nicht Schindluder treiben. So ist übermäßiges Pudern und Schminken, wenn nicht eine tägliche sorgfältige Pflege, die abends vorgenommen wer- den muh, dazu kommt, abzulehnen. Keineswegs darf die Atmung der Gesichtsporen durch den Gebrauch von Schönheitsmitteln behindert werden. Manche Forscher stehen auf dem Standpunkt, oah eine geringe Puderschicht gerade bei der staubdurchsetzten Stadtluft die Poren von Fremd- vrpern freihalte. Jedenfalls läßt sich über die Bor- und Rachteile des Puderns kein allgemein gültiges Urteil abgeben. Der richtige Weg liegt wohl in der Mitte, ganz abgesehen davon, daß jic Reaktion der Haut individuell verschieden ist. Eine hervorragende Rolle in der Kosmetik spielen die Fette. Bei der Pflege der Haut mit Fett ahmt man ja nur einen natürlichen Vorgang nach, der darin besteht, daß der Organismus von selbst versucht, durch die Ausscheidungen der Talgdrüsen und die Fettsäuren des Schweißes einen Echuhpanzer für die Haut zu bilden. Ein anderes beliebtes Schönheitsmittel ist der Lippenstift, bei dessen Anwendung man insofern vorsichtig sein muß, als man niemals den Lippenstift einer anderen Person benutzen darf. Gar zu leicht können durch ihn ansteckende Krankheiten auf die besonders empfindliche Lippenschleimhaut übertragen werden. . Einen großen Vorteil haben die Zrauen von heute ihren Schwestern Deraangener Jahrhunderte voraus — den Bubikopf. Er ermöglicht den Zutritt von Sonne und Licht auf die Kopfhaut, so daß der gesamte Haarboden wirksam beeinflußt wird. Die Haare sind ja ebenso wie Rägel Anhangsprodukte der Haut und werden sowohl im Wachstum, als auch in ihrer Haltung durch geeignete Gesundheitspflege der Haut gefördert. Bornotizen. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, 23. Vorstellung im Freitag-Abonnement, „Olina“, Komodie von Bruno Frank: Spiel eitung von Karl He> er, Ende 22 Uhr. Gewöhnliche Preise. — „Im weißen Rötzl", Operetten-Revue von Müller-Gilbert-Be- nahky kommt am Samstag und Sonntag zum 14. und 15. Male zur Aufführung unter der Gesamtleitung Hub-Moehl-Däulke. Diese bei- den letzten Vorstellungen sind außer Abonnement und zu kleinen Operetten-Preisen. Vorzugsgut. scheine haben in beiden Vorstellungen, Schülerkarten nur Samstags Gültigkeit. Spieldauer am Samstag von 20 bis 23 Uhr, am Sonntag von 18,30 bis 21.30 Uhr. Ißoffcnabiicfcrung in Hessen vis 21. Marz erstreckt. Rückgabe an zuverlässige Personen gestattet. WSN. Der Staatskornmisjar für Polizeiwesen in Heben, Dr. 23 e ft, Hal gestern abend folgende Anordnung über die Ablieferung und Anmeldung von Schußwaffen erlassen: Ich verweise auf meine Anordnungen über Die Ablieferung und Anmeldung von Schußwaffen vom 13. d. M., Ziffer 3, und oom 14. d. M. Ick setze eine letzte 5 r i ft zur Ablieferung bzw. Anmeldung von Schußwaffen bei den OrtspoUzeibehorden bis Dienstag, Den 21. März 1933. Zugleich ergänze ich meine Anordnungen wie folgt: 1. Weder abgeliefert noch angemeldet zu werden brauchen Schußwaffen, die sich im Besitz von Personen befinden, denen die Erlaubnis zur gewerbs- mäßigen Herstellung oder zum gewerbsmäßigen Handel mit Schußwaffen und Munition nach Maßgabe des Reichsgefetzes über Schußwaffen und Munition vorn 13. April 1928 erteilt ist. 2. Die Ortspolizeibehörden sind ermächtigt, ab- gelieferte Schußwaffen auf Verlangen folcben per» fonen zurückzugeben, aegen derenZuverlässigt en keine Bedenken bestehen und wenn Sicherheit dafür besteht, daß eine mißbräuchliche Benutzung Der Waffen ausgeschlossen ist. Dagegen sind abgeheferte Schußwaffen einzuziehen. Die sich im Besitz von solchen Personen befunden haben, gegen deren Zuverlässigkeit Bedenken bestehen. Dies ist der Fall bei Angehörigen marxistischer Verbände, insbesondere der Verbände, Die Durch meine AnorDnuna vom 16. Marz 1932 aufgelöst worDen sinD, oDer bei Personen, Die sich in Der Oeffentlichkeit im marxistischen Sinne betätigt haben. .... v r Z. Ich ermächtige Die PolizeibehorDen, Schußwaffen im Besitz solcher Organisationen zu belassen, Die auf nationalem BoDen stehen (Schutzenvereine, Äriegeroereine) und mefin Gewähr Dafür besteht, Daß jede mißbräuchliche Benutzung Der Waffen, insbefonDere auch Durch unbefugte Dritte, ausgeschlossen ist. v 4 Anträge einzelner "Angehöriger Der SA., oo. unD Des Stahlhelm auf Erteilung von Waffenscheinen sind abzulehnen. Den Antragstellern ist anheimzu- geben, auf Dem Dienstwege ihrer Organisation ihre Anträge unmittelbar an mich gelangen zu lassen. Das weitere wirb fobann von mir veranlaßt werben. •** Eine Hebung unseres Bataillons findet heute vormittag unter Führung des Haupt- manns oonStockhaufenin Dem Raume Klein-LinDen—Allenborf—Großen-LinDen statt. Das Bataillon rückte gegen 7 Uhr au Der Hebung aus. Die Rückkehr Der Truppe erfolgt heute mittag gegen 12 Uhr Der Marsch auf Der Rückkehr wirD Durch Die Frankfurter Straße, Südanlage, Garten- straße und Licher Straße zur Reuen Kaserne bzw. von Der Ecke SüDanlage/Gartenstraße durch Die Oft» anlage nach Der Zeughauskaserne gehen. *» Billige Reichsbahnfahrt nach Berlin und zurück. Vom Bahnhof Gießen Wird uns mitgeteilt: Am 18. März verkehrt aus Anlaß des Länder-Futzballwettspiels Deutschland-Frankreich ein Gesellschaftsfonderzug von Paris über Metz—Trier—Koblenz—Gießen— Kassel nach Berlin Friedrichstraße und zuruck. H i n fahrt am 18. März Gießen ab 6.46 lltjr, Rück fahrt Rächt 19. 20. März Berlin Friedrichstraße ab 19.55 Llhr, Gießen an 3.49 Mr. Fahrpreis 3. Klasse für Hin- und Rückfahrt 20 Mark. Der Sonderzug ist für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Oer „Erschließer Arabiens". 3um 200. Geburtstage des Geographen Carsten Niebuhr. Es ist lange des Deutschen Schicksal gewesen, unter allen Völkern am kühnsten in unbekannte Fernen vorzustoßen. ohne doch die Früchte ^solch kühner Entoeckungssahrten zu ernten. Ein Beispiel dafür ist die Leistung Carsten Niebuhrs, des friesischen Bauernsohnes, der selbst sein Lebtag ein deutscher Dauer blieb und doch einer der besten Forschungsreisenden wurde, die je gelebt haben. Es verlohnt sich, sein Andenken, das von seinem Sohn, dem berühmten Geschichtsschreiber Roms, pietätvoll bewahrt, dessen Name aber durch den berühmteren des Sohnes verdunkelt wurde, bei der Wiederkehr seines 200. Geburtstags wieder aufzufrischen. Mehr als Deutschland hat England diesen „Erschließer Arabiens" gefeiert, auf dessen Spuren die Briten große Erfolge ernteten. Carsten Riebuhr wurde am 17. März 1733 zu Lüdingworth an der Südgrenze Holsteins geboten und wurde zunächst ein Bauer wie sein Vater. Aber es drängte ihn zu höherer Bildung. und er zeigte von früh an eine starke mathematische Begabung. Lehrer nahmen sich seiner an, und 1760 trat er als 3ngenteurleut- nant in dänische Dienste. Bald bot sich ihm eine günstige Gelegenheit, seine Kenntnisse zu verwerten und seine Sehnsucht nach fernen Ländern zu befriedigen. König Friedrich V von Dänemark sandte damals eine wissenschaftliche Expedition zur Erforschung von Aegypten, Arabien und Syrien aus. Diese sollte Niebuhr als Geograph und Vermessungstechniker begleiten, und er hatte noch eineinhalb Jahr Zeit, um sich in Göttingen auf feine große Aufgabe vorzubereiten. Hier wurde et von dem Astronomen Mayer in den Gebrauch des Hadeleyschen Oktanten ein- geweiht und mit einer Londoner Sekundenuht versehen sowie mit einem Quadranten, den Mayer eigenhändig eingeteilt hatte: auch die berühmten Mondtafeln des Göttinger Astronomen, die noch nicht gedruckt waten, durfte er in einer Abschrift mitnehmen. Dadurch wat er ausgerüstet, um die geographischen Längen zu messen, und er ist der erste Landreisende gewesen, der neben den bekannten Breitenbestimmungen auch Längenmessungen durchführte. Diese waten von solcher Schärfe, daß sie auch später nicht wesentlich verbessert werden konnten. Für das Innere von Vordetasien fehlten solche Angaben vor feiner -Reise völlig. Da er ja außerdem bei seinen Wai^ berungen Die zurückgelegten Entfernungen nach dem Kompaß, der Ahr und dem Schritt der Kamele berechnete, so brachte er einen Schah Don Sorten für Die Küsten des Roten Meeres, für Arabien und Klein-Asien heim. Von der Expeditton, die 1761 unter Führung des Orientalisten v. Haven angetreten wurde unö an der verschiedene Gelehrte teilnahmen, kehrte Niebuhr nach siebenjähriger Abwesenheit als der einzige llcbcrlcbenöc zurück. Er hatte bereits alle seine Gefährten verloren als er 1764 nach Der Fahrt über Suez durch das Rote Meer und Quetzügen durch das Berglano Jemen nach Bombay gelangte. Nachdem ihm weitere bescheidene Mittel bewilligt worden waren. lehrte er über Maskat, den Persischen Golf über Schiras, wo er die Trümmer von Perlepolis besichtigte und zeichnete, über Bagdad, Mosul, Aleppo, Palästina und Konstantinopel nach Kopenhagen zurück. Seine vielsältigen Beobachtungen legte er in seiner klassischen „Reisebeschreibung von Arabien und anderen umliegenden L ändern" nieder, einem Werk, das noch heute nicht veraltet ist unD von jedem befragt werden muß der sich genaue Angaben über Geographie Völker und Altertümer Arabiens verschaffen will. Neben seinen Längen- und Breitenmessungen beobachtete er täglich mehrmals das Thermometer stellte Die Abweichungen der Magnetnadel fest, nahm in Aegypten die Maße der Pyramiden auf zeichnete Hieroglyphen ab, ebenso Die rätselhaften Felseninschriften des Sinai und nahm die Denkmäler von Persepolis aus. Wenn gerade jetzt durch neue Grabungen an dieser Stätte die Tempel des Darius und Terxes wieder ans Licht gehoben werden, so hat auch Dafür Carsten Niebuhr Die Grundlage gelegt: ebenso waren es seine Abzeichnungen. Die Grotefend 1802 zur Entzifferung der ersten Keilinschriften führten. Niebuhr war es, der zuerst Den Birst Aimrud bei Hilleh als die Statte des alten Babylon bezeichnete und Die Ruinen von Ninive feststellte. So folgen also grabe Die großen archäologischen Entdeckungen der Gegenwart seinen Spuren „Keiner seiner Vorgänger", urteilt Peschel in seiner Geschichte der Erdkunde, „hat uns den Orient um so vieles näher gerückt, keiner das Verständnis seiner Kulturen weiter aufgeschlossen als er, so daß er Der Pförtner wurde für das tiefere Eindringen seiner Nachfolger in Die Kunde des Morgenlandes." Niebuhr. Der auch weiterhin eine fruchtbare wissenschaftliche Tätigkeit entfaltete, blieb in seiner ganzen Wesensart ein schlichter Mensch mit Dem klaren Blick für das Wirkliche und Der nüchternen Beobachtungsgabe. Er hat Diese Eigenschaften auf feinen großen Sohn BartholD Georg, den mannhaften Patrioten und Forscher, vererbt. Nachdem er 1773 geheiratet hatte, lebte und wirkte er dis zu seinem Tode am 26. April 1815 zu Meldorf m Holstein. Hilfe für den Hansvesitz. Neue Bestimmungen für die zweite SO-Mittionen Bate für HouSreparaturen. Don Stadirat Dr. Lehmann. Irn Januar hat das Reichskabinett nochmals 50 Millionen Wk. für die Ausführung von Wohnungsreparaturen und Wohnungstellungen bewilligt. Besonders beachtenswert Dabei ist, daß die Reichszuschnsse auch für Die Teilung von Neubauwohnungen bewilligt werden sollen, ebenso für Die UmtoanDlung von Geschäftsräumen. Die Bestimmung Der bisherigen Reichsrichtlinien, nach denen für den Umbau sonstiger Räume zu Wohnungen ein Reichszuschuß bis 50 Prozent Der Kosten - im Höchstfälle 600 Mk. - für jede Teilwohnung gegeben werden konnte, ist in der Praxis mitunter dahin ausgelegt worden, daß es sich nut um den Ausbau gewerblicher Räume handeln müsse. Demgegenüber hat Der zuständige Sachbearbeiter im preußischen Wirtschaftsminl- sterium in der Zeitschrift „Deutsches Wohnungsarchiv" ausdrücklich betont, daß unter „sonstigen Räumen" alle Räume, Die nicht Wohnraume seien - so auch Boden-, Dach-, Keller-Räume und andere — zu verstehen sind. Diese Vorschrift wird also weitherzig auszulegen sein. Die im vorigen Preußischen Landtage gegebene Anregung, den Kommunalverbänden die Entscheidung Darüber zu übertragen, welcher Betrag aus den ihnen zugewiesenen Rcichszuschus- sen für Wohnungsinstandsetzungen und welcher für Wohnungsteilungen verwendet werden soll, ist leider nicht berücksichtigt: eine Derartige Arbeitsteilung ist nach einer Erklärung des kommissarischen preußischen Ministers für Wirtschaft und Arbeit deshalb nicht durchführbar, weil die Mittel für Jnstandsetzungs- und Teilungsarbeiten Den Ländern vom Reiche getrennt zur Verfügung gestellt werden. Dieses Argument Dürfte allerDingd als stichhaltig nicht anerkannt werden, denn Der Zweckder Reichs- Zuschüsse ist vor allem Die Arbeitsbeschaffung. Wenn sich diese durch die an sich - sehr wünschenswerte Schassung von Kleinwohnungen durch Teilung großer Wohnungen nicht allerorts erreichen läßt, sondern tatsächlich nur durch Ausführung von Jnstandsctzungsarbei- ten. Dann muh es ganz gleichgültig fein, auf welche Weise nutzbringende Arbeit geschaffen worden ist. Deshalb ist es zu begrüßen, daß sich Die Reichs- tegierung dazu hat entschließen können. Die Mindestgrenze Der Kosten für Jnstandsetzungsarbei- ten, Die bisher 250 Mark beträgt, auf 100 Mk. herabzusehen. GeraDe Dem Kleingewerbetreibenden und dem Eigenheimbesitzer auf Dem platten Lande ist ein Reichszuschuh in Höhe von ein Fünftel der Kosten - auch wenn es nur 20 Mark sind — eine außerordentlich große Hilfe, denn ihnen bereiten die Aufbringung der erforderlichen 80 Prozent Der Restkosten sehr viele Schwierigkeiten. Auch in dieser Beziehung muß unbedingt etwas Zweckentsprechendes geschehen, etwa in Der Weise, daß Den Sparkassen Die Erlaubnis gegeben wird, in bestimmter Höhe Reparaturhypotheken auszuleihen. Auf Grund Der Notverordnungsvorschriften bedürfen jetzt Die Sparkassen der Genehmigung Der Aufsichtsbehörde, wenn sie neue Hypotheken ausleihen wollen. Für Den Darlehnsnehmer ist diese Reparaturhypothek tatsächlich oftmals die einzige Möglichkeit, das Geld auszubringen, und deshalb ist mit Recht in Der preußischen Hauszinssteuerverordnung vom 9. März 1932 zugelassen, daß diese Steuer um Den Betrag zu ermäßigen ist. Den Der Eigentümer als Verzinsung und Tilgung für eine Reparaturhypothek auf genommen hat. Inzwischen hat Der preußische Landesverband der Haus- und Grundbesihervereine Die Initiative ergriffen und mit Llnterstühung der Reichsbank, oder Der Deutschen Bau- und Bvdenbank AG. die Restfinanzierung der mit Reichszuschüs- fen Durchzuführenden Arbeiten insoweit erleichtert, als Der Gegenwert für die künftig erst anfallenden Grundsteuergutscheine im voraus gezahlt werden kann, zu Hirsen, zu Denen selbst die bereits in den Händen Der Grundstückseigentümer befindlichen Scheine nicht verkauft werden können. Eine Begünstigung bei den Reichszuschüssen für Jnstandsehungsarbeiten ist neuerdings durch einen Erlaß des Reichsarbeitsministers — IV 8536 32 Wo. — zugestanden: Der für die Zuschuhgewäh- rung erfordert che Gesamtkosten-Mindest- aufWand je Grundstück in Höhe von 250 Mark gilt nämlich auch in solchen Fällen als erreicht, wenn mehrere Wohnungsgebäude als einheitlicher Baublock (Baugruppe. Hausblock, Siedlung) errichtet sind. Offensichtlich hilft diese Bestimmung besonders den Baugenossenschaften, die zum Teil auch erheblich nolleidend geworden find. Don Wichtigkett ist schließlich noch ein anderer Erlaß des Reichsarbeitsministers — IV 7803/32 Vordem Wballkamps Deutschland - Frankreich. < fl K.;. Die französische Mannschaft, Die vor kurzem gegen Die ausgezeichneten Oesterrelcher ein gutes Jte|uitai erzielte, unD Die jetzt in Der ungefähr gleichen Aufstellung am kommenden Sonntag in Berlin gegen die deutsche Ländermannschaft antritt.— Vorn von links nach rechts: Kauff mann (für Den in Berlin Liberal! fpieU), Gsrard, Der Mittelstürmer N i c o l a s, R i o . Der Lintsaußenfturmer L a n g l l l e r. — Hinten von links nach rechts: Chantrell, Maire ffe (der in Berlin Ersatz ist), Der Torwart Deßfoss 6 , Der rechte Verteidiger van Do.oren, Der Mittelläufer Kaucsar unD Delf our. Es gibt kaum einen Hußball-Länderkampf in Der Terminliste Des Deutsches, Fußball-Bundes, Dem mit solchem Interesse entge-engesehen wird, wie dem Länderspiel gegen Frankreich. Diesmal konnte man schon eine Woche vorher keine Karte mehr haben, Da Das Deutsche Stadion ausverkauft war. Dieses große Interesse der deutschen Fußballgemeinde an diesem Fußball-Länderspiel berührt eigenartig, denn gerade unsere deutschen Fußballtmhänger sind von Den jeweiligen Nationalmannschaften mehr enttäuscht als begeistert worben. Die Niederlagen gegen Holland und gegen Italien, die Deutschland in Den letzten Spielen einstecken mujjte, finD sicher noch in aller Erinnerung. UnD Doch dieses Interesse ... Das hat gerade beim Fußballspiel gegen Frankreich hauptsächlich seinen Grund Darin, daß man hofft, eine Revanche für Das in Paris so unglücklich verlaufene Treffen zu erleben. Sicherlich bewegt sich Das allgemeine Niveau Des deutschen Fußballs nicht auf Dem niederen Niveau, wie es die Nationalmannschaften vorzuführen belieben. Eine oftmalig falsche Aufstellung und auch sehr viele unglückliche Zufälle haben es zuwege gebracht, daß Deutschland in Europa -nur mehr als zweitklassig betrachtet wird. Diesen schlechten Ruf, den der deutsche Fußballsport augenblicklich genießt, wieder zu verbessern und ein neues^Vertrauen im eigenen Lande zu schaffen, das soll der Hauptzweck dieses zweiten Länderkampfes gegen Frankreich sein. In zweiter Linie erst erwartet man eine erfolgreiche Revanche. Die Aufstellungen der beiden Mannschaften für den Länderkampf des Sonntags brachten wir gestern. Line Mannschaft des vertrauens kann man wohl die deutsche Mannschaft nennen. Auf den ersten Blick könnte man sich wohl daran stoßen, daß die elf Spieler aus zehn Vereinen stammen. Man muß aber bedenken, daß trotz der zehn Vereine die Mannschaft eine Homogenität der Spielweise aufweist, wie selten eine deutsche Nationalmannschaft zuvor. Bis auf den westdeutschen Links- auhen Kobierski spielen alle Leute das süddeutsche System, also die Verbindung des schottischen mit dem Wiener Stil. Das Zusammenfinden der Leute untereinander sollte also ziemlich leicht sein. Die Mannschaft hätte das Zeug in sich, einen klaren Sieg zu erringen. Eines darf allerdings nicht einreißen: Interesse- und Mutlosigkeit. Nur wenn jeder Spieler den gleichen Elan mitbringt und sich in der gleichen Weise einsetzen wird, wie es sicher die Franzosen machen werden, kann ein deutscher Sieg Tatsache werden. Frankreichs Elf darf nicht unterschätzt werden. Gewiß, die Franzosen werden uns keinen Wiener oder englischen Fußball vorführen, haben aber erst letzthin im Länderkampf gegen Oesterreich bewiesen, daß auch sie gute Fußballer sind, lieber eine Stunde ließen sie das Wiener „Wunderteam" zu keinem Tore kommen und sie hätten noch weiter standgehalten, wenn sie nicht völlig ausgepumpt gewesen wären. Das Hauptaktivum der französischen Mannschaft ist der Elan und die Begeisterung. Diese beiden Eigenschaften können aber gebrochen werden, wenn Deutschland nicht nur das gleiche Maß in dieser Beziehung aufbringen kann, sondern darüber hinaus beweist, daß der bessere Fußball doch noch auf der rechten Seite des Rheins gespielt wird. Reichsregierung und Olympische Spiele. Dr. Lewald und Oberbürgermeister Dr. Lahm beim Reichskanzler. Der Reichskanzler empfing am Donnerstag im Beisein des Staatssekretärs in der Reichskanzlei, Dr. Lammers, den Vorsitzenden des Organisationskomitees für die 11. Olympischen Spiele 1936 in Berlin, Staatssekretär a. D. Exzellenz Dr. Lewald, und den Oberbürgermeister von Berlin, Dr. S a h m. Dr. Sahm gab eine kurze Darlegung über das Wesen und die Bedeutung der Olympischen Spiele 1936. Der Reichskanzler bezeichnete den Sport als ein unentbehrliches Mittel für die Ertüchtigung der deutschen Zugend und bekundete lebhaftes Interesse für die Olympischen Spiele. Er versprach, sie und die sportlichen Interessen Deutschlands in jeder Weise zu fördern. Eugen Elhracherin Gießen. Der bekannte Sprinter der Frankfurter „Eintracht" Eugen E l d r a ch e r ist nach Gießen zurückgekehrt.und wird hier seine Studien fortsehen. Eldracher startet in Zunkunft für die Spvgg. 1 900 Gießen, die in dem bekannten Diskuswerfer Kilo weiteren wertvollen Zuwachs erhalten hat. Tischtennis auf dem Lande. TL. Lich — TL. Grünberg 10:1. Am Samstag hatte der Tischtennisklub Lich den Tischtennisklub Grünberg zu Gast. Auf Grund der besseren Technik konnte Lich einen hohen Sieg buchen. Nachstehend die Ergebnisse (Grünberg jeweils zuerst genannt). Die Ergebnisse: Einzelspiele. Leinweber — Erb: 10:21, 10:21, 9:21; Rösch — Weigel W.: 9:21, 21:23, 21:17, 10:21; Feldmann — Insel: 12:21, 10:21, 14:21; Eisendraudt — Menges: 21:15, 14:21, 17:21, 26:28; Hellwig — Weppler 17:21, 10:21, 14:21; Seng — Weigel H.: 15:21, 18:21, 21:15, 19:21; Leidol'f — Pamler: 11:21, 21:19, 21:13, 21:10, Kappes — Steuernagel: 20:22, 13:21, 21:17, 21:15, 19:21. Doppelspiele. Hellwig-Feldmann — Weigel W.-Menges: 11:21, 15:21, 14:21; Seng-Eisendraudt gegen Erb-Weppler: 4:21, 7:21, 9:21; Rösch-Leidolf gegen Insel-Steuernagel: 21:17, 21:14, 10:21, 22:24, 10:21. Aeue deutsche Schwimmrekorde. Das Düsseldorfer Stadtbad scheint zum Rekordbad zu werden. Am Mittwochabend begann der in zwei Teilen durchgeführte Schwimmklubkampf zwischen dem Düsseldorfer SC. 09 und Poseidon Köln. Gleich in der ersten Konkurrenz konnte die Mannschaft des veranstaltenden Vereins in der 10 X 200-Meter-Kraulstaffel mit 25:51,1 Minuten eine neue deutsche Höchstleistung erzielen und den bisher von Poseidon Leipzig mit 25:52,8 Min. gehaltenen Rekord um ein Geringes verbessern. Poseidon Köln brauchte 26:06. Die neue deutsche Rekordhalterin Claire Dreyer, Düsseldorf 98, unternahm dann einen Angriff auf den bisher von der Leipzigerin Hertha Wunder gehaltenen Rekord im 400-Meter- Brustschwimmen. Claire Dreyer verbesserte die Bestleistung der Leipzigerin beträchtlich um 6,9 Sekunden von 6:42,4 auf 6:35,5 Minuten. Kurze Sportnotizen. Der Zusammenschluß im deutschen L u f t s p o r t soll nunmehr in nächster Zeit zur Tatsache werden. Dem neuen Einheitsverband werden die Verbände Aero-Club von Deutschland, Rhön- Rositten-Gesellschaft, Ring Deutscher Flieger, Deutscher Luftfahrtoerband, Nationalsozialistisches Fliegerkorps, Fliegergruppen des Stahlhelms und SA.- Flugabteilungen angehören. * Noch nicht gesichert ist die Durchführung der 3. Deutschland-Rundfahrt, da der Programmverkauf die geforderte Garantiesumme von 60 000 Mark nicht erbrachte. * Einen neuen Weltrekord im Skispringen stellte der Kanadier Robert Lym- bourne in Revel Stofe iftit einer gestandenen Weite von 87,50 Meter auf. Wirtschaft. Oie Produktion in Deutschland. Rach den Feststellungen des neuesten Wochenberichts des Instituts für Konjunkturforschung hält sich die gewerbliche Gütererzeugung etwas über dem Sief ft a n ö vom August vorigen Jahres. Man kann sagen, daß die gewerbliche Gütererzeugung seit Anfang 1932 etwa in horizontaler Richtung verläuft, wenn man von dem vorübergehenden Einbruch im Juni, Juli und August 1932 absieht. In der Bewegung der gewerblichen Gütererzeugung in den letzten Monaten läßt sich zusammenfassend folgende Tendenz erkennen: 1. überall, wo die Produktion im Herbst 1932 besonders nachhaltig zugenommen hatte (Papier, Metalle, Textilien, Schuhe, sonstige Verbrauchsgüter), war der konjunkturelle Rückschlag im Winter relativ stark. 2. Auf den übrigen Gebieten der Industrie sind „konjunkturelle" Rückschläge, d. h. Rückschläge, die über die übliche Saisonbewegung hinausgehen, nicht eingetreten. Teilweise ist die Produktion über die Saisonbetvegung hinaus gestiegen, a» dort, wo die Saisontendenz vom Dezember auf Januar ohnehin abwärts gerichtet ist (Kohle, Strom, Bau), war der Rückgang schwächer, als im Du^fchnitt der Vorjahre; b) Industrien mit um diese Zeit ansteigender Saisontendenz (Kali. Kraftfahrzeuge) haben die Erzeugung verhältnismäßig stark ausgedehnt; c) von den übrigen ausgesprochenen „Konjunkturindustrien" hat die Großeiseninduftrie ihre Erzeugung leicht erhöht. * Belebung in der Kalkindustrie an der mi 111 er en Lahn. In der Kalkindustrie des mittleren Lahngebiets ist in den letzten Tagen eine erfreuliche Belebung des Absatzes eingetreten. Mehrere große Oesen sind wieder angeftedt und die Belegschaft der Werke zum Teil erheblich vergrößert worden. Die Gemeinde Steeden (Oberlahnkreis) z. B. ist dadurch auf einen Schlag sämtliche Arbeitslose losgeworden. Die öffentlichen L e b e n s v e r f i ch e - rungsan st alten in Deutschland. Im Februar wurden bei den im Verbände öffentlicher Lebensversicherungsanftalten in Deutschland zusammengeschlossenen öffentlichen Lebensversicherungsanstalten 11 040 neue Versicherungen mit 15,2 Millionen Mark Versicherungssumme beantragt. Die durchschnittliche Versicherungssumme betrug in der Großlebensversicherung^3629 Mk. gegenüber 3681 Mk. im Februar, in d?r Sterbegeldversicherung 427 Mk. gegenüber'424 Mk. im gleichen Monat des Vorjahres. Sranffurfer Abendbörse. Fr ankf urt a. M., 16. März. (WTB. Drahtbericht.) An der Abendbörse war das Geschäft namentlich in Renten sehr lebhaft, während Aktien bedeutend ruhiger umgingen. Ramentlich Schuldbuchforderungen, Kommunalobligationen und Pfandbriefe hatten Steigerungen bis zu 1 Prozent aufzuweisen. Auch Städteanleihen, besonder Mainzer und Darmstädter, waren etwas fester. Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt uneinheitlich. Farbenindustrie blieb 1 Prozent über Berliner Schluß. Dagegen waren Gelsenkirchen leicht abbröckelnd. Richt gut behauptet waren Elektrizitätswerte. Waren-Hauffe in her USA. Berlin, 16. März. (ERB.) Ebenso wie die Effektenbörsen in den USA. den Geschäftsverkehr mit einer kräftigen Haussebewegung wieder ausgenommen haben, die sich heute fortsehte, verzeichneten auch die Waren-Ter- m i n b ö r s e n eine ft arte Aufwärtsbewegung der Preise. Sowohl bei Weizen, als auch bei Baumwolle beträgt die Preiserhöhung gegenüber den letzten offiziellen Schlußnotierungen vor Erklärung des Bankenmoratoriums rund 10 Prozent des Wertes. ^Billigere Straßenbahnfahrien in Frankfurt. Aber nur für den, der häufig fährt. WSN. Frankfurt a. M., 16. März. Um den Verkehr auf der Frankfurter Straßenbahn zu beleben, hatte die Straßenbahnverwaltung bekanntlich vor einigen Monaten eine Art Lotterie eingeführt, wonach jeder millionste Fahrgast eine Prämie von 10 Mark ausgezahlt bekommt. Diese Einrichtung hatte in den ersten Wochen zur Folge, daß die Straßenbahn häufiger als seither benutzt wurde. Wie alle Neuerungen, so hat sich auch diese inzwischen wieder überlebt, und die Zugkraft der Prämie hat nachgelassen. Die Straßenbahnverwaltung hat nun nach neuen Mitteln gesucht, um dem Verkehrsschwund Einhalt zu tun. Eine allgemeine Tarifsenkung kann aus zwingenden finanziellen Gründen nicht in Frage kommen. Man will jetzt aber versuchsweise ab kommenden Sonntag eine Wochennetzkarte einführen, die etwas vollkommen Neuartiges im bisherigen Tarifwesen großstädtischer Verkehrsunternehmungen dar- stellt. Die Wochennetzkarte, die von jedermann ge» löst werden kann, gewährt eine Verbilligung auf sämtlichen Straßenbahn st recken, aber nur für den, der die Straßenbahn häufig benutzt. Die Wochennetzkarte enthält eine Wochenmarke, die bei jedem Schaffner zum Preise von 50 Pf. erhältlich ist. Wer eine gültige Wochennetzkarte oorzeigt, kann jede Kurzfahrt für 10 Pf. und jede Weitfahrt für 20 Pf. zurückleaen. Er erhält vom Schaffneu bei Vorzeigung der Wochennetzkarte entweder einen 10-Pf.-Fahrschein oder einen 20-Pf.- Fahrschein ausgehändigt. Ein großer Vorteil der Karte ist die absolute Freizügigkeit auf dem ganzen Straßenbahnnetz. Die Karte kann also nicht nur benutzt werden für die Fahrten von der Wohnung zur Dienststelle, sondern auch für alle sonstigen Fahrten im Stadtgebiet aus dem Straßenbahnnetz zu allen Tageszeiten, soweit der allgemeine Tarif Anwendung findet. Bau her Marburger Auio-Llmgehungsstraße. WSR. Marburg, 16. März. Rach dem Eintritt wärmerer Witterung kann in den nächsten Tagen mit dem Ausbau des ersten Teiles der Marburger Auto-Tlmgehungsstraße begonnen werden. Es handelt sich um die Strecke vom Hauptbahnhof bis zur Bürgerwiese. Für die restliche Strecke bis zum Südbahnhof sind aus Mitteln des Gerecke-Planes 220 000 Mark bewilligt worden. Da diese Summe zum Bau nicht ausreicht, sind Verhandlungen der Stadtverwaltung zur Beschaffung weiterer Mittel im Gange. Buntes Das Geschlecht her Schiffe. Die französische Marine-Akademie hat sich kürzlich mit grammatischen Fragen beschäftigt. Sie hat nämlich das „Geschlecht der Schiffe" untersucht. Bei uns besitzt das Schiff, obgleich es sächlich ist, weiblichen Charakter, und dem Ramen des einzelnen Fahrzeugs wird daher der weibliche Artikel vorgesetzt. Bei den Franzosen aber ist nicht nur die Bezeichnung für Schiff männlich, sondern man hat auch dem Schiff männliche Eigenschaften beigelegt. Run wirkt es aber recht sonderbar, wenn ein Schiff z. B. „der Rormandie" oder „der Republik" genannt wird. Die Marine-Akademie hat daher eine Anordnung erlassen, daß bei solchen Schiffen, deren Ramen im allgemeinen Sprachgebrauch weiblich sind, auch der weibliche Artikel vorgesetzt wird, damit künftighin „Verstöße gegen die Grammatik, den gesunden Menschenverstand und den Wohlklang" vermieden werden. Vom Sumpf-Biber. Unter den Pelztieren, die in letzter Zeit als eine Art Haustier gezüchtet werden, bietet kein anderes außer dem Silberfuchs so günstige Aussichten wie der Sumpfbiber. Dieses eigenartige Tier, das trotz des Ramens mit dem Biber nicht verwandt ist, sondern zu den in Afrika und Südamerika zahlreichen Arten der Trugratten gehört, wird heute schon in vielen deutschen Kleinbetrieben gezüchtet. Sein Pelzwerk ist unter dem Ramen „Ru- tria" sehr geschätzt und wird besonders hoch bezahlt, wenn die Unterwolle dicht und seidig und von möglichst dunkler, „blauer" Farbe ist. Ueber dieses Wildtier, das zum Haustier geworden ist, berichtet Dr. Otto Maser in der Frankfurter Wochenschritt „Die Umschau". Der Sumpfbiber bedarf zu seinem Leben unbedingt des Wassers, an das er mit seinen Schwimmhäuten an den Hinterfüßen vortrefflich ausgebildet ist. Als Dämmerungstier wird er auch in den Farmen erst richtig munter, wenn es auf den Abend zugeht und ergötzt dann die Zuschauer durch sein luftiges Spiel im Wasser. Da der Sumpfbiber nur Pflanzen frißt, mit Gras und anderem Grünfutter, hauptsächlich mit Runkelrüben und einer kleinen Beigabe von Getreide ernährt werden kann, ist seine Aufzucht verhältnismäßig einfach, und daraus erklärt sich die besondere Vorliebe der deutschen Pelzzüchter für dieses Tier. Als Sprößling warmer Gebiete hat er sich in unserem Klima erstaunlich gut eingelebt, und man muß sich wundem, daß solch ein Sumpfbiber selbst bei Kältegraden von 20 Grad an den offenen Wasserstellen taucht und schwimmt. Die Tragzeit des Weibchens ist außer- ordentlich lang, beträgt etwa 135 Tage, aber dafür sind die Iungen dann sofort völlig entwickelt gehen ins Wasser und fressen sehr bald mit den Alten. Rachteilig für die Zucht war es, daß der Sumpfbiber nicht wie der richtige Biber sich in Kolonien ansiedelt, sondern nur paarweise auftritt. Die Böcke bekämpfen sich leidenschaftlich und Allerlei. töten einander nicht selten. Es war daher notwendig, die Tiere auf „soziales Verhalten zu züchten", was auch gut gelang, so daß man jetzt eine größere Anzahl von Sumpfbibern zusammen», halten kann; sie sind sehr zahm und gebrauchen dann ihre gefährlichen Ragezähne nicht, wozu fit sonst sehr bereit sind. Aus der zum großen Teil wertlosen Einfuhr von Tieren wurden solche Erd stämme ausgelesen, die ein gutes Fell aufwiesen und so hat man auch den Wert des Pelzes öurcf Züchtung erhöht. Da es zweifellos gelingen toicbj, große Mengen von Sumpfbibern zu züchten, so wird damit ein guter Teil des Bedarfs ar. pelzen im Inland gedeckt werden können. Oer „Drachenflieger" 60 Jahre alt! Im Iahre 1896 trat ein Pionier der deutschen Luftfahrt, Karl I a t h o , mit der Konstruktion eines Drachens an die Öffentlichkeit, mit dem er ' dem Ikarus nacheifern wollte. Man lachte über den „Verrückten", wie man ja auch über die Pläne des Grafen Zeppelin gelacht hat! Aber Iatho ließ sich von feiner Idee nicht abbringen, und im 3aljre 1897 war fein Doppeldecker, den er in richtiger Erkenntnis bereits mit einem Benzinmotor ausgestattet hatte, fertig. Im Herbst desselben Iahres kam die Maschine auf den Startplatz, und Iatho gelangen einige Flüge. Aber dennoch er»., hielten die Arbeiten dieses Pioniers keineswegs? die gerechte Anerkennung. Man betrachtete ihrß als einen hoffnungslosen „LufHopser", dessen Ar-», beiten keiner ernsthaften Beachtung wert feieni’ 2lber Iatho ließ sich nicht beirren, und im Jahre 1911 brachte er seinen berühmten Stahleindecker heraus, der viele Preise gewann. Heute ist dieser große Pionier der deutschen Luftfahrt — eine Folge der vielen Stürze — völlig gelähmt und bezieht eine bescheidene Pension, die ihm als ehemaligem städtischen Beamten zukommt. An seinem kürzlich begangenen 60. Geburtstag erreichten ihn Ehrungen aus aller Welt. Kunst und Wissenschaft. 45. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin hält ihre 45. Tagung vom 18. bis 21. April d. I. unter dein Vorsitz von Prof. Dr. L i ch t w i tz (Berlin) in Wiesbaden ab. Das wissenschaftliche Programm des Kongresses sieht folgende Referate vor: Pathologie der Erythro- cyten und des Hämoglobins. Berichterstatter: H. Fischer (München), Kämmerer (München). Seyderhelm (Frankfurt a. M.). — Zusammen- faffenöer Vortrag über das Rebennierenproblem: L a q e u r (Amsterdam). — Die Bedeutung der Schwermetalle für physiologische und pathologische Vorgänge. Berichterstatter: Heubner (Berlin), H. Zangger (Zürich), Martini (Bonn), E m b d e n (Hamburg). Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. »24,9 123 52 54,75 3.75 3,8 Banknoten. 35 Kritzner....................o| iRainkrasiwerkeHöchsta.«. ... 4 Süddeutscher Zucker .........e| 5 o. H. 34 130 0 4 0 0 124 172,5 43,9 53,5 39 30 6,25 37,5 44,25 53,65 24,25 27,65 36,75 72,75 160 54,5 62 42,75 54,65 40 5 7 10 0 o u 32 72,75 163 >2,5 23 124 171,75 43,13 54 40,5 112,75 37 44,75 52,5 26 114,25 28,13 <6.75 52,25 33,5 130 -I 159,5 I 33,5 129 113,5 34,5 41,5 >2,65 25 112,75 30,75 35,5 52,9 33 129,13 43,25 54,25 38,5 Philipp Hohmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. Waytz & Frehtag..... I ®. Farben-Jnvustrie Scheideanstait........ Goldschmidt ......... Rütgerswerke........ MetaUgeiellschakt...... Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zulegt befchlofjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H Schultheis Patzenhoser........o Mu (Allgemeine Kunstseide) ... o Bcmberg...................g Zellstoff Waldhof............o Zellstoff Aschaffenburg .......o Dessauer Gas............... 7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum ..........0 Oren stein & Koppel.......... 0 Leonhard Tietz.............. 6 Thade......................12 Frank,un a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schluß,. Abend» börse Schlußes Schluß,. Mittog» börse Datum 15.3. 16.3. | 15.3. 16-3. 6% Deutsche RelchSanleihe v. 1921 78.75 79,5 78 79,75 6% etjem.7% Dl. RetchSaiU. 0.192!) 97,5 96,65 97 96 6¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii 81,25 82,5 81 83 Auslos.-Rechten .......... 69,5 71,75 ;g,5 71,4 Tesgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehern. 8% Hess. Volksstaat 1929 10,15 10,6 10 1(h5 trückzahlb. 102%) ..... Oberhessen Provinz. Anleihe mb 77.75 78 77,75 78 Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sommelab l.Än 68 — - - leihe Seriei mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 65,25 67,5 65 66,9 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Htsp.-Banl 87,75 88,75 — - Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 87,25 — _ 5’/2% ehern. <>/.% Franks. Hyp. Vank-Ltgu.-Psandb riese ..... 6Vi% ehem. 4'/r% Rheinische 87 4 87,75 - - Hyp.-Bank-Ltau.^Soldpfs..... 6% ehem. 8% Pr. Landespsand 87,4 88,5 - - briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand 85,75 86 85,25 85 briefanttalt, Psandbriefe R. 10 85,25 86 - - *% Oösterreichische Koldrente.... 13 13 13.25 4,20% Oesterretchische Silberrente 1,25 _ _ 1.25 4% Ungarische Goldrenle...... — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — **/*% deSgl. von 1913......... — _ 6% abgest. Goldmexikaner von 99 6,4 6,25 —- 6,25 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 5,1 5,1 5.2 5,2 Serie I..................... — — 3,5 5.4 •% desgl. Serie 11 ............. — o,45 5,55 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,8 6,8 6,7 4!4%Rumän.oereinh.Rentev.l913 10,25 10,25 10,13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,5 6,5 j ,45 3%% «natolter............... - 24,25 Arant,uri a. jji. ÄerllN Schluß» kurs Schluß,. Abendbörse Schluß» lurs Schluß!. Mittag, börse Datum 15.3. 16-3. 15.3. 16-3. Hamburg-Amerika-Pakei .....c 18 17,65 17,65 17.4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 35 35,65 Hansa Dampfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 18,25 18,13 29,75 18 25 29 17,9 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 45,5 45,5 45,75 45,9 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 92 92,5 92,5 92,5 Commerz- und Privat°Bank... 0 53,5 53 53,5 53,5 Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................0 70,25 70,25 70,25 70,25 Dresdner Bank..............0 61,5 61,5 61,5 61,5 Reichsbank..................i 138 5 138 139 138 A.E.G......................o 32 32,65 32 32,25 Elektr. Lieserungsgesellschaft ... 6 91 92 91 90,9 Licht und Kraft ............. 6 9,5 101 100 101,25 Felten & Guilleaume ........0 62 63 62,75 63,25 Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... 4 89 25 88,65 ' 89 88,65 Rheinische Elektrizität ........5 — — 103 — Schlickert« Co..............o 96 94,5 96,5 152,5 <64,5 Siemens & Halske........... 9 152 151,75 152 Lahme her&6o..............io 133,5 133 133,75 133,75 Buderus ...................o 59,6 59,5 59,5 59,25 Deutsche Erdöl ............. 4 104,65 104 105 103,75 Gelsenkirchener..............o 67,5 66,5 67,75 67 Harpener...................o 14,5 93,5 94,25 92,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuesten., o — — 70,5 71,13 Alse Bergbau .............? — —— 156 153 Ilse Bergbau Genüsse ........7 115 117 115,9 117 Klöcknerwerte ...............o 62,5 73,5 63,5 62,4 63,5 Mannesmann-Röhren........o 74,25 74 74,4 Mansselder Bergbau.........o Oberschles. Kokswerke.........o 27,5 78,25 27,5 — 81,75 81,75 Phönix Bergbau.............o 40.75 41.5 41,13 41,9 Rheinische Braunkohlen ......10 < 206 X13 209 208,5 209,5 Rheinstahl...... o 86,25 85.9 86 Frankfurt a.M. Aerlin Schluß« kurs Schluß!. Abendbörse Schluß» kurs Schluß! Mittag- bör e Datum 15-3. 16.3. 15.3. 16.3. Bereinigte Stahlwerke. .......0 40,75 41,25 40,9 41,25 Otavi Minen ........ ......0 18,75 18,9 18,9 18,13 Kaliwerke Aschersleben. ......6 136,5 136 137 135 Kaliwerke Westeregeln . ......6 139 139 138,5 136.5 Kaliwerke Salzdetfurth .......9 204,25 203 203 > 203,5 15. Mörz 16.Mürz Amtliche Notierung Amtliche Jioiterunn Geld I Brie Geld Arie Helstngfors. 6,404 6,416 6,399 6,411 Wien....... 48,45 48,55 18.45 48,55 Prag....... — — — Budapest ... — — — Sofia ______ 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,58 169,92 169,58 169,92 Oslo....... 73,98 74.12 73,98 74 12 Kopenhagen. 64,49 64,61 64,44 64,56 Stockholm... 76.42 76,58 76,42 76 58 London ..... 14,46 14-50 14,46 14,50 Buenos Aires 9,823 0,827 0,823 0,827 Neuyork..... 4,186 4,194 58,86 4,181 4,189 Brüssel..... 58,74 58,74 58.86 Italien..... 21,45 21,49 21.48 21.52 Paris..... 16,54 16,58 16,535 16,575 Schweiz ... 81,37 8) ,53 81,37 81.53 Spanien.... 35,11 36,19 35,16 35,24 Danzig.... 82,32 82.48 82,27 82,43 Japan ..... 0.899 0,901 0,899 0,901 Rio de Jan. . 0.239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon... 5-554 5,566 5,554 5.566 13,16 13,18 13,16 13,18 gcrlln, 16. März Geld Brie) Amerikanische Noten.............. 4,165 4,185 Belgische Noten.................. 58,58 58,82 Dänische Noten ................. 64,07 64,33 Englische Noten ................. 14.42 14,48 Französische Noten............... 16,495 16,555 Holländische Noten............... 169.21 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 21,41 73,80 21,49 74,10 Deutsch Oesterreich, A 1OO Schilling Rumänische Noten............... 2,46 2,48 Lchwedische Noten............ .. 7fi 96 Schweizer Noten.............. .. Spanische Noten.............. 35 03 35,17 Ungarische Roten ................