Nr. 65 Erstes Blatt 185. Jahrgang Zreitag, 17. März 1953 ENcheinl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte «Siebener Familienblätter Heimat 'm Bild - Die Scholle Monats-Vezugrpreii: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsvrechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: sronlfvrt am Main 11686. GWner Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Crrd und Verlag: vrühl'sche Univeisttätr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Zchuf'traße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Thefredakteur: Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich sür Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undlürdenAn- zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Gieren. Die Aufgabe der nationalen Propaganda. Bon unserer Berliner Redaktion. Die Volksbewegung, die zur Mehrheit wurde und in reoolutlonärem Schwünge die Staatsgewalt ihrem Führer übertrug, will nun die ganze Ration innerlich durchdringen. Das ift der Sinn des Programms, r-ri dem sich der neue Mimster für Volksaufrlürung und nationale Propaganda Dr. Goebbels der OeffenUichteit rorgeftellt hat. Die Männer in der Regierung Hitler find sich bewußt, daß sie weder auf Öen Basonetten regieren, noch mit 52 Prozent des Volkes die übrigen 48 Prozent terrorisieren können. Eine solche Basis ist auf die Dauer zu schmal und trägt die Gefahr in sich, daß sie sich zuungunsten der Regierung verschiebt. Die neuen Männer wollen auch nicht einen Teil ihrer Kräfte im Kampf mit der Opposition verzetteln. Sie wollen sie nicht durch äußere Maßnahmen der Unter- druckung, sondern von innen her überwinden. Als die Grundlage eines modernen Volkskomgtums bezeichnet Goebbels die geistige Bezwingung der Masse. Er betrachtet sich als den Verbindung s- m a n n zwischen Regierung und Volk, der diese Gleichschaltung des politischen Fühlens und Denkens der ganzen Nation herbeiführen soll, eine Gleichschaltung, die in neuer Form die demokratische Idee verwirklichen würde. Der unbedingte und durch nichts zu erschütternde Machtwille der Regierung Hitler, der in all ihren Kundgebungen zum Ausdruck kommt, gründet sich schließlich auf das starke Selbstbewußtsein der Manner, die die Nation geistig zu bezwingen hoffen. Die seelische Einheit der Nation ist die Voraussetzung ihrer vollen Kraftentfaltung, ihrer Lei- ftung und ihrer Opferbereitschaft. Sie ist nur zu schaffen, wenn das Volk in feiner Gesamtheit zu der Erkenntnis geführt werden kann, daß alle Maßnahmen der Regierung auf das Ganze gerichtet und in der fachlichen Zweckmäßigkeit begründet sind, mögen auch diese Maßnahmen schmerzhafte operative Eingriffe darstrllen. Zweckmäßigkeit und national- soziale Zielsetzung im Handeln der Regierung genügen aber in einer Zeit noch nicht, die noch lange im Zeichen gemeinsamer Leiden und Opfer stehen muß. Die Not der Zeit und die Schmerzen des He>- lungsprozesses sind aus die Dauer nur zu ertragen, wenn ein seelisches Gegengewicht in dem Bewußtsein des einzelnen geschaffen werden kann, daß er teil hat an den Erlebnissen der Nation als solcher, daß er Glied ist eines großen und schönen Ganzen, das ihn trägt und hebt und innerlich beglückt. Die technischen Möglichkeiten dieser Zeit haben die Voraussetzung dafür geschaffen, daß alle an den Feiern der Nation und der weiter zu führenden nationalen Revolution teilnehmen können. Hier liegen vornehmlich die Aufgaben des Propaganoa- Ministcriums auf dem Gebiet des Rundfunks. Es ist durchaus richtig, wenn Goebbels feftellt, daß politische Tendenz im Rundfunk nicht langweilig zu sein brauche. Es kommt nur darauf an, daß Kundgebungen mit bestimmtem politischem Ziel nicht vom grünen Tisch her verlesen werden, daß sie vielmehr aus der mitreißenden Atmosphäre lebendiger und stimmungsvoller Feiern und Demonstrationen geholt werden. So werden also nicht nur die Augenzeugen der bevorstehenden Feiern in Potsdam und der kommenden Verhandlungen im Reichstag die großen Ereignisse unserer Geschichte erleben. Millionen in allen Gauen Deutschlands werden Ohrenzeugen fein und mitfeiern können. Eine nationale Propaganda, die sich die gesinnungsmäßige Gleichschaltung des Volkes zur Aufgabe gefetzt hat, muß natürlich auch von der Absicht geleitet jein, die immer noch stärkste Macht der öffentlichen Meinung, die Presse, wieder in höherem Maße zur politischen Gesinnungspresse zu machen. Die Aufgabe der Instruktion soll neben derjenigen der Information mehr betont werden als bisher. Darüber muß sich aber die Regierung im klaren fein, daß die großen Mittel bet Meinungsbildung, über die die Presse verfügt, wirkungsvoll nur aus freier Ueberzeugung eingesetzt werden können. Es ist natürlich verheerend, wenn dem Volk nur mitgeteilt wird, daß die Margarine teurer wird, wenn ihm nicht gleichzeitig zwingend klargemacht werden kann, warum das im Interesse des Ganzen geschehen muß. Die Presse kann aber nur überzeugen, wenn sie selbst überzeugt wird. Das kann nicht allein durch Worte geschehen. Die Maßnahmen, die verteidigt und gerechtfertigt werden sollen, müssen zunächst als zweck- und sinngemäß erkannt fein. Die Presse wird für jede Hilfe und Belehrung dankbar sein. Sie wird gern die Hinweise eines Mannes verwerten, der sich durch seinen Erfolg als Meister der modernen Propaganda ausweisen kann Als Dr. Goebbels sich den Vertretern der Presse vor- stellte, muß er selbst empfunden haben, wie stark die Bereitschaft zur Mitarbeit ist, und wie gern sich die Männer von der Presse überzeugen und einfpanncn lassen wollen in die gemeinsame Arbeit zum Besten der Nation. Der neue Minister hat versprochen, daß die helfende und aufbauende Kritik nicht unterbunden werden soll. Eine mit äußeren Mitteln erzwungene Gleichschaltung der öffentlichen Meinung kann niemals zu den Wirkun- Sen gelangen wie eine freiwillige Mitar - eit, gegründet auf einer Ueberzeugung, die auch wieder überzeugend wirkt. Daß sich eine entschlossene und machtbewußte Regierung rücksichtslos gegen jede Kritik wendet, die nicht sachlich begründet ift, die nicht helfen will, sondern aus parteipolitischer Feindschaft stammt, das muß man als eine Selbst- verständlichk. it hinnehmen. Aber die Gleichschaltung des politischöi Denkens und Fühlens und das Streben nach der seelischen Einheit der Nation darf nicht Das Echo des englischen Abriistungsplans. G e n f, 16. März. ($11.) In französischen Kreisen erklärt man, daß man den englischen Abrüstungsplan mit Befriedigung begrüße. Der Plan enthält nach französischen Feststellungen die Auflösung der Reichswehr und Ersetzung durch ein Volksheer von 200 000 Mann. Au srechterhaltung des bisherigen technischen Entwaffnungszustandes Deutschlands.während weiterer fünf Jahre durch das völlige Verbot der Militärluftfahrt und Verbot des Ausbaues der Flotte, ferner die französische Forderung eines gemeinsamen Vorgehens der Mächte bei drohender Kriegs» gesahr, sowie die Feststellung des Angreifers und lasse die Möglichkeit regionaler Hilfspakte zu. Damit seien die wesentlichen französischen Forderungen erfüllt. Demgegenüber wird auf deutscher Seite von neuem betont, daß die deutsche grundsätzliche Forderung auf den gleichen R ü st u n g s» st a n d mit den übrigen Mächten auf dem Gebiete des Kriegsmaterials uneingeschränkt aufrecht erhalten bleibt und daß somit besonders auf dem Gebiet der Militärluftfahrt, der 0 - D o o t e. der schweren Artillerie und der Tanks Deutschland über die gleichen Waffen verfügen muß, wie die übrigen Mächte. Ferner wird hervorgehoben, daß die englische Regierung ausdrücklich Verhandlungen über Abänderung und Berücksichtigung der Wünsche der einzelnen Mächte bei der endgültigen Ausarbeitung des Abkommens zugestanden hat und daß somit auf dem Verhandlungswege die praktische Durchführung der deutschen Gleichberechtigung jetzt erreicht werden muh. Skepsis in London Mehr Hoffnui g auf Macdonalds Rom eise. London. 17. März. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter begrüßen den gestrigen Schritt des britischen Premierministers in Genf als eine männ - > l i ch e und wohlüberlegte Tat, äußern aber große Zweifel daran, daß der oorgeleate Kon- oentionsentmurf von den maßgebenden Mächten unterstützt werden wird. Verschiedentlich wird erklärt, daß das Wochenende der britischen Staatsmänner in Rom immer noch mehr Aussichten biete als der neue Abrüstungsplan, falls es zu einem britisch-italienischen Einvernehmen und im Anschluß daran zu einer Entspannung zwischen Deutschland und Frankreich führe. „Morningpost" lehnt jede Abrüstungskonvention grundsätzlich ab. Das Blatt weist besonders darauf hin, daß sich über den Gebrauch gewisser Waffen gar feine Regeln aufstellen ließen. Diese Waffen seien Ueberraschung, Vereinbarungen und Bündnisse. „Times" erkennt an, daß das relative Verhältnis, in dem Deutschland bei Annahme der Konvention dastehen würde, von entscheidender Wichtigkeit sei und plädiert dafür, daß die Konvention an Stelle des Versailler Vertrages trete. Damit würden einige Hauptbeschwerden der bisherigen deutschen Regierungen beseitigt werden. Mißtrauen in Paris. - Paris, 17. März. (WTB. Funkspruch.) Die Stellungnahme der französischen Presse zum Ab- rüstungsplan Macdonalds ist mit wenigen Ausnahmen auffallend vorsichtig; man will offenbar erst das Ergebnis der Unterredung Macdonald-Musfolini abwarten, bevor man sich festlegt. 3m ganzen genommen, scheint niemand in Frankreich zufrieden zu sein und man kann annehmen, daß sich bei den kommenden Erörterungen die französische Gegenaktion sehr bald störend bemerkbar machen wird. So schreibt „Echo de Paris", man erkenne nach der Rede und den Vorschlägen Macdonalds, daß das Abrüstungsproblem zweifelsohne unlösbar sei. Roch klarer aber komme zum Ausdruck, daß, wenn die Vorschläge Macdonalds Gestalt annehmen würden, das Hauptergebnis die einseitige Abrüstung Frankreichs sein würde. „Petit Parisien" erklärt anerkennend, seit der Prüfung des Abrüstungsproblems habe ein englischer Staatsmann vielleicht noch nie so viel Verständnis für europäische Festlandfragen aufgebracht und einen so weit gehenden Parallelismus zwischen Sicherheit und Abrüstung hergestellt wie gestern Macdonald. Rach Ansicht des „Oeuüre“ suche Macdonald vor allem die Ungeduld der Rationalsozialisten zu beschwichtigen, während „Ere Rouvelle" behauptet, daß durch den Macdonald- schen Plan das deutsche Heer mit dem französischen aus eine Stufe gestellt werden solle. „Figaro" bezeichnet die große Linie des Macdonaldschen Planes als so gefährlich, daß einige Retuschen im einzelnen nichts an dem Charakter selbst ändern wurden. Äoin in Erwartung Macdonalds. Rom, 16. März. (WTB.) Die Ankündigung des Besuches von Macdonald und Simon in Rom hat in ganz Italien größte Genugtuung hervorgerufen. „Mcstagero" schreibt: Für die dauernde Festigung des Friedens in Europa bcdars es neuer, grundlegender Tatsachen politischen, moralischen und wirtschastlichen Charakters. Vermieden werden muh vor allem, daß Europa der Block- und militärischen Bündnispolitik verfällt, die unter defensiver Maske ihre offensive Tendenz verstecken will. Ein Scheitern der Abrüstungskonferenz müsse zu einer Verschärfung des finanziell ohnehin schon untragbaren und äußerst gefährlichen Wettrüstens führen und damit zu einer Derschär- fung des Mißtrauens und der Gegensätze. Das müsse vermieden werden, indem man rechtzeitig wirksame Abwehr- maßnahmen ergreife. Die Initiative M u s o l i n i s sei der Ausfluß seines Willens zur Zusammenarbeit auf dem Boden der Tatsachen. Dabei müsse man aber auch, ob man wolle oder nicht, jener heute universell anerkannten Tatsache einer unumgänglich notwendigen Revisionder Friedensverträge Rechnung tragen, wie sie die Gerechtigkeit, aber auch Buchstaben und Geist dieser Verträge verlangten und wie sie den wahren Interessen der Sache des Friedens und des Wiederaufbaues dienten. Die Preise zum Wechsel in der Reichsbanlleiiimg. Berlin, 17. März. (CNB.) Die Berliner Presse erblickt in der Wiederberufung Dr. «chachts zum Reichsbankpräsidenten ein Ereignis von außerordentlich großer Tragweite. Die Voss. Z t g. rühmt dem scheidenden Dr. Luther nach, daß es ihm trotz seiner positiven Einstellung zum Papen-Programm und zum Gereke-Plan gelungen sei, die Stabilität der Mark aufrechtzuerhalten und die Bedienung der langfristigen Ausländsanleihen nicht zu gefährden. Auch Dr. Schacht habe diese beiden Eckpfeiler der deutschen Währungspolitik noch in jüngster Zeit als die dringlich st en Aufgaben eines deutschen Finanzpolitikers anerkannt. Es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß auch Dr. Schacht in dem Parallelogramm der Kräfte zwischen den Wünschen nach Arbeitsbeschaffung und dem Zwang zur Sicherung der Währung die richtige Diagonale ziehen werde. Die D A Z. zweifelt nicht daran, daß Dr. Schacht die Währung genau so gut aufrechterhalten wird wie Dr. Luther. In den allgemeinen Fragen der Bankenpolitik werde die Betrauung Dr. Schachts allerdings einen Kurswechsel bedeuten können. Diejenigen würden sich täuschen, sagt das Blatt, die da glaubten, die Reichsbank werde nun unter neuer Leitung ein beliebig großes Füllhorn über die Wirtschaft ausschütten. Der „Berliner Lokalanzeiger" nennt Dr.'Schacht in seinen Entschlüssen oft etwas impulsiv. bezeichnet aber feine Verdienste um die deutsche Wirtschaft als außerordentlich. Er habe besonders im Auslande wertvolle Aufklärungsarbeit geleistet. Auf dem Bankiertage in Köln habe er erklärt, daß die Hoffnung auf ausländische Hilfe in seiner Bilanz nicht einmal mit einer Mark zu Buch stehe, das Vertrauen auf unsere eigene Kraft aber mit 100 Prozent. — Der „Völkische Beobachter" begrüßt in Dr. Schacht den Vertrauensmann der nationalen Regierung: Cs geht um das Schicksal der deutschen Volkswirtschaft, die heute mehr als je darauf angewiesen ist, daß ihr eine Reichsbankpolitik zur Seite steht, von der sie alle überhaupt mögliche Unterstützung und Hilfe erfahren und beanspruchen kann. Die nationale Regierung, die erst seit wenigen Wochen amtiert, in dieser Zeit aber schon ein großes Maß von wirtschaftspolitischer Aufbauarbeit geleistet hat, wird in der Lage sein, in organischer Zusammenarbeit mit dem neuen Reichsbankpräsidenten, der das Vertrauen des Reichskanzlers genießt, diese begonnene Aufbauarbeit mit immer zunehmenderem Erfolg fortzusetzen. Die Kölnische Zeitung meint: Man kann Dr. Schacht mit dem Vertrauen in die Reichsbank zurückkehren sehen, daß er unter den veränderten politischen Verhältnissen seine Arbeit fort- setzen wird, wo er sie unterbrochen hat, wenn auch vielleicht mit anderen Mitteln als Dr. Luther, so doch mit demselben Ziel: die Stabilität der Währung zu erhalten und die weltwirtschaftliche Stellung Deutschlands zu verbessern. — Die „Kölnische Volkszeitung" schreibt: Für den Rachfolger Dr. Luthers ist der zu beschreitende Weg deutlich vorgezeichnet. Mag er auch andere Methoden anwenden, das Ziel muß fein und bleiben: festeMarkund solideWirt- schäft. — Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" in Essen sagt: Die Führung der Reichsbank als Verwalterin der flüssigen Reserven der deutschen Volkswirtschaft kann nur in vollem Einklang mit der Politik der Reichsregierung erfolgen, und dgr Mann, der an der Spitze der Reichsbank steht, muß innerlich vollkommen durchdrungen fein von dem Geist der neuen Zeit und von den Ideen der nationalen Revolution. Dr. Luther wird selber nichts derartiges von sich behaupten wollen. Die Einsetzung der gesamten Reserven der deutschen Volkswirtschaßtsür diegroßenwirt- schaftspolitischenZieledernationa- len Regierung, die Schaffung von Arbeit und Brot für das gesamte deutsche Volk, für eine Befreiung und einen neuen Aufschwung der Wirtschaft erfordert an der Spitze einen Mann, der von der Richtigkeit der von der nationalen Regierung vorgesehenen Wege felsenfest überzeugt ist. Dr. Schacht ist für die großen Aufgaben, die der Reichsbank jetzt harren, der richtigeMann. Mit Schacht als Reichsbankpräsident sind alle Voraussetzungen für eine enge Zusammenarbeit zwischen Reichsregierung und Reichsbank gegeben. zu einer Schematisierung des Geistes führen. Das Ziel muß die innere Harmonie von Freiheit und Einordnung fein. Gewerkschaften und Nationalsozialismus. Berlin, 16. März. (ERB.) Unter der Heber- fchrift „Eine bemerkenswerte Anordnung" veröffentlicht der Preußische Pressedienst der RSDAP. folgende Verlautbarung: In diesen Tagen der nationalen Devolution wurden von SA. - Leute n in den verschiedensten Städten die Häuser der sogenannten freien Gewerkschaften besetzt. Ein Teil der bürgerlichen Presse glaubt nun aus dieser Tatsache aus eine Gewerkschaftsfeindlichkeit der RSDAP. schließen zu müssen. Nichts ist irriger als diese Annahme. Daß der Rationalsozialismus die Gewerkschaft als natürliche Vertretung der Interessen der Handarbeiterschaft bejaht und sich ausschließlich gegen die Verfälschung des gesunden gewerkschaftlichen Gedankens durch engstirnige marxistische P a r t e i p o l i t.i k wendet, zeigt der Aufruf des Standartenführers aus Groh-Bochum. Hier heißt es: Wir werden die Gewerkschaftshäuser freigeben, aber die Bonzen zwingen, dem deutschen Arbeiter zu dienen. Marxistische Betätigung ist verboten! | Weiter wird gesagt, daß das Gewerkschaftsgebäude wieder freigegeben wird unter der 1 Bedingung, daß ausschließlich sozialpolitische Fürsorge für die Arbeiterschaft geleistet wird. Jede staatsfeindliche Betätigung jedoch im Dienste des Marxismus wird mit allem Rachdruck untersagt. Diese Anordnung ist der beste Beweis dafür, daß der Rationalsozialismus den Gewerkschaften eindeutig ihre Aufgabe im Dienst für das Volk zuweist. Diese Arbeit kann aber niemals darin bestehen, marxistische Parteipolitik zu betreiben. Sozialdemokratische Akiion in Paris? Deutsche Sozialdemokraten sollen in Frankreich erneute Ruhrbe etzunq angeregt haben. Paris, 17. März. (TU. Drahtmeldung.) In seiner Nummer 69 macht der „F i g a r o" folgende Ausführungen: Bei den deutschen Sozialdemokraten ist die Verwirrung groß. Wir sind in der Lage, zu versichern, daß eine beträchtliche Anzahl von ihnen geglaubt hat, nach der Schweiz gehen zu müssen. Zehn Sozialdemokraten find nach P a - r i s gekommen, wo sie Unterredungen mit den maßgebend ft en Abgeordneten hatten. Diese Unterredungen hatten feinen anderen Zweck, als bei den Genossen darauf zu bringen, daß die französische Regierung die Wiederbesetzung der Ruhr in Aussicht nehme. Die Bemerkung sei gestattet, daß diese Herren übertreiben. Wenn ihre Angelegenheiten gut stehen, zögern sie nicht, eine antstronzösische Politik zu unterstützen. Sie wenden sich an uns nur bann, wenn sie anfangen Angst zu haben. Wir glauben nicht, baß es notwenbig ist, uns Ratschläge zu erteilen, unb baß wir selbst genug wissen, was wir zu tun haben. Chinesische Gegenoffensive gegen ihc Große Maner. Schanghai, 17. März. (TA.) Das chinesische Kriegsministerium teilt mit: „Am 15. März haben die chinesischen Truppen nach schwerem Artilleriefeuer die Offensive auf der ganzen Front in Richtung der Großen Mauer aufgenommen. Rach dem vierten Bajonettangriff besetzten die Chinesen T s a n p i n - g u a n. Hier werden die Kämpfe noch fortgesetzt. Auch zwischen Schanhaikwan und Tsingwangtau beginnen die chinesischen Truppen eine Offensive auf die japanischen Stellungen. Es gelang ihnen stellenweise die japanische Front zu durchbrechen. Der Chef der dortigen chinesischen Armee hat Befehl gegeben, Schanhaikwan zu besetzen." — Das japanische Oberkommando bestätigt den Beginn der chinesischen Offensive auf die Große Mauer. Die chinesischem Truppen haben am Mittwoch die Stadt Hsi - f e n g k a u an der chinesischen Mauer nach einem scharfen Gefecht mit den Japanern zurÜcker o b e r t. 500 Japaner wurden gefangengenom- men und 14 Geschütze erobert. Hsifengkau ist al- östlicher Durchgang von Rordchina nach Dschehol ein wichtiger Stützpunkt. Die Japaner haben neue Infanterie und Artillerieabteilungen nach Hsifengkau geworfen. Vier Divisionen del Helft -er Winiernoihilfe! Aus -er Provinzialhauplsta-t chinesischen Regierungstruppen sind in Peking eingetrofsen. Zwei weitere werden erwartet Marschall Tschiangkaischek leitet die Operationen von Paotingfu aus. hervorgeht, daß man mit einer Millionensumme als Ertrag der Betrügereien rechnete. Zwei Bergleute von fallendem Gestein verschüttet. Ein Teil der Hauptstrecke auf Schacht !V/Vder Zeche Concordia in Oberhausen ging in einer der vergangenen Nächte zu Bruch. Zwei Zimmer» Hauer gerieten unter die hereinbrechenden Gesteinsmassen. Einer der Verschütteten wurde als Leiche geborgen. Der andere konnte noch nicht gefunden werden, da durch das Nachstürzen weiterer Gesteinsmassen die Nettungsarbeiten au» ßerordentlich erschwert werden. Kunst und Wissenschaft. Entdeckung einer Vorzeitstadt durch die deutsche Anden-Expedition. polen zieht die Truppenverstarkung von der Westerplatie zurück. Danzig, 16. März. (TU.) Der polnische Dampfer „ID ilja , der am 6.März die polnischen Truppenoer slärkungen von Gdingen nach der Desterplatte brachte und seitdem im dortigen Munitionsbecken ist. hat für heute (Donnerstag) 21.30 Uhr vom Danziger Lotsenamt 5 ch l e p p f a h r z e u g e und Lotsen angefordert. Die „IDilja“ hat am Donnerstag um 23 Uhr den Danziger hafeninRichtung Gdingen verlassen. Da das Schiff völlig im Dunkeln lag und erst kurz vor dem Losmachen Licht gesetzt wurde, war von der Ueber- nahme der polnischen Truppenverstärkungen an Bord nichts zu sehen. Da die Mannschaft aber auch bisher an Bord Quartier hatte, ist anzunehmen, daß der Dampfer die gesamten Truppenver- slärkungen, die er am 6. März aus Gdingen ge- bracht hatte, wieder ablransportiert hat. reiche Vertreter der Freiwilligen Sanitätskolon- , neu unserer Provinz hier erwartet. Die Tagung ■ U>:rd nach der Begrüßung durch den stellvertre- i tenöen Inspekteur, Regierungs-Medizinalrat Dr. i Kortüm, folgende Vorträge bringen: Präsi- । tent b ° n Hahn über „Gemeinsame Aufgaben der Zweigvereine und der Sanitätskolonnen vom en Kreuz": Professor Dr. Kliewe, Leiter pes Hessischen Tlntersuchungsamtes für Infektionskrankheiten, über „Mas ist beim Transport von Infektionskranlhe ten zu beobachtend'; Oberst Schröder, Darm,laoc, über „Luftschutz"; Privatdozent Dr. Eichler, Gießen, über „Giftgase und deren Einwirkung auf den menschlichen Organismus"; Major a.D. Höfling über den derzeitigen Stand des Gasschutzes. Am Vormittag werden nach den Vorträgen Kolonnenange- legenheiten besprochen. Am Nachmittag findet eine Gasrettungsübung der Kolonne Gießen in Gemeinschaft mit der städtischen Brandwache an öer Pestalozzi schule statt, in Verbindung mit den Vorträgen über Luft- und Gasschutz werden Gasschuhapparate vorgeführt. " Berufswettkampf im DHV. Man schreibt uns: Der Deutschnationale Handlungs- gehilfen-Verband führt am 19. März im ganzen Reichsgebiet und in Oesterreich Derufswettkämpfe durch, an denen alle männlichen deutschen Kaufmannsgehilfen und Lehrlinge bis zum 22. Lebensjahr teilnehmen können, auch wenn sie nicht dem DHV. als Mitglied angehören. In Gießen finden die Derufswettkämpfe im DHV.-Heim in der Lonystrahe 18 von 8.30 Uhr statt. Ausgetragen werden die Wettkämpfe in Deutsch, Situationsaufgaben und Kaufmännisches Rechnen. Hin- zutreten Wahlfächer in Kurzschrift, Fremdsprachen, Buchhaltung und Wirtschaftsgeographie. Die Teilnehmer werden entsprechend ihrem Derufs- alter in verschiedene Klassen eingeteilt. Der Prüfungsausschuß unter Vorsitz von Berufsschuldirektor Dr. Wendel seht sich aus Lehrkräften der Berufsschule, aus Arbeitgebern und Kaufmannsgehilfen zusammen. Das Protektorat über den Berufswettkampf haben übernommen für Preußen Reichskommissar Dr. Rust, für Hessen Staatspräsident Dr. Werner, für Braunschweig Staatsminister Klagges, für Thüringen Staatsminister Mar sch! er, für Sachsen Staatsminister H a r t n a ck e. ** Barmer Ersahkasse. Man berichtet uns: Am Mittwoch fand unter starker Beteiligung eine Mitgliederversammlung der Barmer Ersah- kafse statt. Als Beauftragter des Hauptvorstandes war Herr Sommerkorn aus Berlin anwesend. 5X>r 1. Vorsitzende der Verwaltungsstelle Gießen, Herr Tischler, leitete die Versammlung, in welcher der Delegierte für die diesjährige Hauptversammlung gewählt wurde. Die Wahl fiel mit Stimmenmehrheit auf Herrn Pape Von Herrn G i s ch l e r wurden verschiedene Anträge zur Hauptversammlung eingebracht, die einstimmige Annahme fanden. Vezirksschössengericht Gießen. . * ® ie^e.n- 16.März. Ein hier wegen Rückfallbetrugs tn Strafhaft befindlicher Schuhmacher- gcselle, der in der Schusterwerkstatt beschäftigt wurde hat sich einen Dietrich angefertigt, mit chm den Aufbewahrungsraum des Gefängnisses geöff- net und em Paar neue Schuhe gestohlen. Um sie unkenntlich zu machen, hat er sie neu gesohlt und Mit markierten Kappen versehen. Da er rückfälli- Dieb ist, mußte er zu der gesetzlichen Mindest- JiSlSnJpnem Jahr Gefängnis verurteilt werden. ter eine von ihnen rückfälliger Dieb haben m Klein-Linden Wäsche und Lebens- Zwei von ihnen hatten dem die erste ^atersuchung führenden Kriminalbeamten ein umfassendes Geständnis abgelegt, das sie später und auch heute in vollem Umfang widerriefen, hon Samten »hypnotisiert" toor- oen. Offensichtlich standen sie unter dem Einfluß . ^^r-§o"p.ttaters, der stets geleugnet hatte. Da bei dem Beamten um eine unbedingt gewissenhafte zuverlässige Persönlichkeit handelt, und auch keine Möglichkeit besteht, daß erwach- E,.'. lprer Sinne mächtige Leute unter fremdem mn- ur.aUen Punkten übereinstimmende falsche nrabI^en> blieb kein Zweifel an der Schuld der Angeklagten. Die Strafen lauteten auf s leb e n, zwei und ein Monat Gefängnis. y Ein alter Gewöhnst r^betrüaer bat in den Iast- ren 1929 unk>193, in Bad Neheim und an anderen Orten L^erhe,,e.._ .urch allerlei falsche Vorspiegelungen, Geld erschwindelt. Die Verhandlung hP?w5nnr£ PH ftaM'nden, da der Angeklagte verschwunden war: erst kürzlich wurde er in einer putschen Strafanstalt, wo er wegen anderer Be- trugereien Strafe verbüßt, ermittelt. Er erhielt ®^fangn iS und wegen Führung 5!^ falschen Namens gegenüber einem Polizei- Wachtmeister eine Woche Haft V 2-,Li „ Solzbi-bftLlS im wiederholten »Xe,n werter drei Monate Aus aller Well. Bor der Ausgabe neuer Briefmarken. Die Deutsche Reichspost hat die notwendigen technischen Vorarbeiten eingeleitet, um in nächster Zeit die Pfennigwerte der Freimarken allgemein mit dem neuen r e l i e f a r t i g e n Bildnis des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg herauszugeben. Diedies- jährigen, wie immer im Herbst erscheinenden Wohlfahrtsmarken werden Bilder aus den WerkenRichardWagners tragen. Ferner plant die Deutsche Reichspost, später auch Sondermarken mit den Bildnissen großer deutscher Persönlichkeiten in beschrankter Anzahl herzustellen und sie neben den Marken der Hindenburg-Ausgabe in den Verkehr zu sehen. Der kommunistische Reichstagsabgeordnete Schulz als Mörder seines Kindes entlarvt. Die Sektion der in der Talsperre Kynau ge» funoenen Kindesleiche hat ergeben, daß es Sohn Horst des früheren kommunisti» schen Reichstagsabgeordneten Richard Schulz aus Dittersbach handelt. Horst Schulz wurde seit dem Sommer vorigen Jahres vermißt. Sein Vater hatte damals angegeben, er habe Horst nach Sowjetruhland geschickt. In Wirklichkeit hat er ihn, wie jetzt feststeht, ermordet. Schulz, der zur Zeit eine Strafe von vier Jahren Gefängnis wegen Mißhandlung seines Sohnes Werner, des jüngeren Bruders von Horst, im Breslauer Gefängnis verbüßt, ist zunächst in Einzelhaft gebracht worden. Die Nachricht von der Auffindung der Leiche hat die Bevölkerung in der Waldenburger Gegend in große Erregung verseht. Drei schwere Jungen verhaftet. In Böhmisch-Leipa wurden drei Personen festgenommen, die mit dem im Oktober 1932 in Zittau verübten sensationellen Mu» feumselnbruch in engster Verbindung ste- hen. Zwei goldene Kelche, die bei diesem ©in- bnidj gestohlen worden waren, konnten bereits wieder herbeigefchafft werden. Dagegen fehlen die anderen gestohlenen Gegenstände zur Zeit noch ist ein in der Tschechoslowakei als Eeldschrankeinbrecher ten-chtigter schwerer Junge der bisher unter keinen Umständen verraten will' .e noch fethuuen Sachen versteckt hat' Auch bei den anderen Tätern handelt es sich nicht um gewerbsmäßige Masseneinbrecher, sondern um Geldschrankknacker. Der Prozeß Hintze. Neuenweg 46; 7. Anna Luise Wohlfarth, geb. Schrader, 63 Jahre, Nordanlage 51; 9. Elisabeth Reinhardt, geb. Roh, Witwe, 71 Jahre. Licyer Straße 23; 10. Emilie Knoll, geb. Stecker. Witwe, 56 Jahre, Mühlstraße 10; 12. Elisabeths Dietz, geb. Horn, 51 Jahre, Krofdorfer Straße 22; 13. Friedericke Schmerle, geb. Steiß, 71 Jahre, Liebigstratze 41; 13. Helene Schmal!, geb. Hill. Witwe, 82 Jahre, In Löbers Hof 7. "Neue deutsche Frachtbriefmuster. Um den auf Verkehrswerbung gerichteten Bestrebungen ter Eisenbahn und den Wünschen aus Handels- und Wirtschaftskreisen nach Vereinfachungen und Verbesserungen des deutschen Fracht- briefmusters zu entsprechen, beabsichtigt die Reichsbahn-Verwaltung, in etwa Jahresfrist ein neues Frachtbriefmuster für den deutschen Verkehr einzuführen. " Seinen Verletzungen erlegen. Der 24jährige Emanuel Benner von Climbach, der am Dienstag spät abends auf der Landstraße bei Climbach mit seinem FahrtaH gegen die Deichsel eines unbeleuchteten Fuhrwerks stieß und durch Eindringen der Deichsel in den Leib schwer verletzt wurde, ist heute morgen gegen 6.33 illjr in der h.esigen Chirurgischen Klinik seinen Verletzungen erlegen. •* Aerz te- und Führ e r b espr e ch ung derFreiwilligenSan. tätskolonnen. Am kommenden Sonntag findet in Gießen eine 2lerzte- und Führerbesprechung der Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Rreuz in Oter- hessen statt. Zu dieser Veranstaltung we.tenzahl- Die unter ter Führung von Dr. Borchers stehende deutsche Anden-Expedition hatte bereits kürzlich gemeldet, daß \\i in 3900 Meter Hohe in der Cordilliera Bianca auf der Suche nach einem Weg in das sagenhafte Quitarasca Teile der Ruinen einer umfangreichen Stadion l a g e gefunden habe, die man zunächst für eine Inka-Feste halten mußte. Es wurden einzelne noch gut erhaltene Häuser, Fundamente und andere Spuren von Wachtürmen, zahlreiche Mauertrümmer sowie eine Begräbnisstätte entdeckt. Eine nach der Rückkehr der Expedition oorgenommene Sichtung des Materials scheint jedoch ein überraschendes Ergebnis von außerordentlicher Tragweite zu bringen. Es ist nämlich zu vermuten, daß diese alte Bergfeste gar nicht der Inka-Zeit, sondern einer wesentlich früheren Epoche entstammt, der sogenannten Tiahuanaco-Kultur, deren erste Spuren 1913 bei Tiahucmaco im Titicacasee aufgefunden wurden. Die Tiahuanaco-Kultur reicht aller Wahrscheinlichkeit nach bis ins zweite Jahrtausend vor Christi zurück. Möglicherweise ist sie aber auch noch älter. Sie erlebte ihre letzte Blütezeit etwa im siebenten Jahrhundert unserer Zeitrechnung und wurde dann von der Inka-Kultur abgelöst. Wenn sich bei der weiteren wissenschaftlichen Untersuchung bestätigen sollte, daß die Ruinenstadt im Eingang des Quitarasca-Tales dieser uralten Menschheitsepoche angehört, so würde das für die frühgeschichtliche Erforschung Südamerikas einen großen Fortschritt bedeuten. an ft alten und alle übrigen, dem Ministerium unterstellten Schulen gilt. In den Berufsschulen sind die Schüler bei Beginn des Unterrichts am ersten Schultag nach dem 18. März im Sinne der Anordnung auf die nationale Umwälzung und ihre Bedeutung hinzuweisen, worauf der Unterricht zu schließen ist. Wechsel in -erLeitung des Schulamtes Wie wir zuverlässig hören, ist Herr Studienrat Dr. H e n h, der dem Lehrkörper des Realgymnasiums angehorte, mit sofortiger Wirkung mit der Wahrnehmung der Geschäfte des S t a d t- und Kreisschulamtes Gießen beauftragt worden. Herr Dr. Henß hat die Ge» schäfte der beiden Aemter heute morgen bereits übernommen. Bornotizen. r Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Nina". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „... und es leuchtet die Pußta". — Ästoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Razzia in St. Pauli". - Konzert der Klavierschule Körner. Zu Gunsten der Gießener Frauen-Nothilfe findet am kommenden Sonntag, 19. März, 16.30 Uhr im großen Saale des Studentenhauses am Lelhgesterner Weg ein Konzert der Klavierschule Korner statt. Zur Aufführung gelangen Werke der Meister des 17. bis 19. Jahrhunderts. Außer ten Klaviersolis werden auch Kompositionen für Streichinstrumente, sowie Gesangsvorträge zu Gehör gebracht. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. --^^tellung des Fröbelsemi- n a r s. Das Frotelseminar zeigt in den nächsten Sagen (©amätag, 18., Sonntag, 19. und Montag, 20 - Marz), jeweils in der Zeit von 11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr, in den Räumen des Hauses Gart^lstraße 30 eine Ausstellung von Arbeiten ter Schülerinnen, die als Kindergärtnerinnen Hortnerinnen, Kinde.Pflegerinnen die Anstalt verlassen. Auch die Arbeiten des Dorseminars (ein- jährige Haushaltungsschule) sind ausgestellt. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. — Der Obst - und Gartenbauverein Gießen hält am kommenden Sonntag, 15.30 ubr im Hotel Hopfeld eine Versammlung ab. Gartenbau-Inspektor Rentsch- Friedberg wird über das Thema „Erfolgreiche Gemüse- Obst- und Blumenzucht im" Klein- und Hausgarten" sprechen Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ♦ ** Die Garantieverpflichtung der Gemeinden an der Reichspost-Kraftomnibus- Imic Gießen-Kleebachtal ist auf Erichen ter Kommunen vcn ter Oberpostdirektion Darmstadt mit Wirkung vom 1. Januar 1933 ab Don 74 auf 70 Pf. je Strecken-Kilometer herabgesetzt worden. " Neue Haussuchungen in Gießen. Der Polizeibericht meldet: Die Kriminalpolizei hat gestern abend weitere Durchsuchungen bei Angehörigen der Kommunistischen Partei und ihrer Unterorganisationen vorgenommen. Bei ten Haussuchungen wurden neben schriftlichem Ma» terial mehrere Jagdgewehre, Munition und son- stige Waffen vorgefunden und beschlagnahmt. St er befalle in Gießen. In ter Zeit 11 bis 15. März verstärken in Gießen- 1. Margarete Treuke, geb. Euler, 52 Jahre, Eder- straße 15; 1. Jakob Kröck, ohne Beruf, 76 Jahre - l, Elisabeth Zapf, geb. Damm, 36 Jahre, Alter Rodger Weg 18; 1. Karl Theo» do* Keil, Prokurist^ 54 Jahre, Schulstraße 3; Jr CmaIer und Lackierer, 61 Jahre Bahnhofstraße 61; 3. Heinrich Kehl, Eisenbahn- Wagenaufseher uR 63 Jahre, Molkkestraße 26; 3. Marie Noth geb. Schreiner, 59 Jahre, Doe» ringstrahe2; 4. Marie Dauer, geb. Komps, Witwe, 50, Oahre Am Wingert 4; 4. Therese Fritsch geb. Keßler, Witwe, 77 Jahre, Marburaer Heußinger, geb. Brück, Witwe, 52 Jahre, Licher Straße 57- 4. Mickael städt. Arbeiter, 59 Jahre, Rodhellner ?7lr<$nteo' Elisabeth Jäger, geb. Burck, Witwe, ohne3 4' 6. Ehristine Reuter, ohne Beruf, 71 Jahre, Bismarckstraße 24 Nohrfchleifer, 37 Jahre, Kaiser- allee 135, 6. Johannes Heller. Invalide, 60 Jahre, Generalversammlung des Gewerk» vere.ns Christlicher Bergarbeiter. Königswinter, 16. März. (ERB.) Auf der Generalversammlung des Gewerkvereins Christlicher Bergarbeiter Deutschlands erklärte der Dorsitzende des Gesamtverbantes der Christ- lichen Gewerkschaften, Otte, nichts sei törichter als etwa von Derbsten der Gewerkschaften zu reden. Auch die neuen Machthaber feien der Ueberzeugung, daß man Einrichtungen, tee organisch aus dem Dolksleben he rausgewachsen seien, und Bewegungen, die weltanschaulich verankert seien, nicht einfach ausrotten könne. Bei der Zukunlls- gestaltung werde gerade die Gewerkschaftebewe- gung maßgebenden Anteil haben. Die Gewerkschaften wollten-auch in Zukunft mitar- bei ten an der Neugestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Derhältnisse. Ihr Ziel sei nach wie vor, zu arbeiten an der wirtschaftlichen, giftigen und sittlichen Hebung des Arbeiterstantes, aber gleichzeitig auch dem Dolksganzen und dem Daterlande zu dienen. Zu Beginn der jüngsten Verhandlung in dem P r o z e h g e g e n d e n D a n k i e r H i n h e gab Zunächst bekannt, daß Rechtsanwalt Bahn die Verteidigung wieder übernommen habe. Unter großer Spannung wurde dann Generalmusikdirektor Prof. Max v. S ch i l. ft HVr Zeuge gehört. Er erklärte, er habe stets viel von der Entwicklung Gertrud Binder- 9e^?j£en und sei überzeugt gewesen, daß sie ihren Weg gemacht haben würde. Frau Bindernagel habe sich ihm auch in privaten Angelegenheiten anvertraut. Als der Angeklagte sei sie aus ihrer ruhigen A.uhn gerissen worden. Er, Zeuge, habe den Einfluß Hintzes vom ersten Augenblick an für un- fyilbDÜ g^alten. Nie sei auch nur ein ungünstiges Wort m Künstlerkreisen, die er kenne über Frau Bindernagel gefallen. 2m Gegenteil' man habe sie als eine einfache und sittlich hoch- stehende Frau geschätzt. Auf eine Frage des Verteidigers nach einer geschäftlichen Verbindung mit Hintze erklärte der Zeuge, daß er durck Hintze 10 000 Mk. verloren habe. Sein Urteil über ihn sei aber dadurch nicht beeinflußt. — Staatsanwalt: Der Angeklagte hat ertlärt, daß er feine Frau zu der großen Künstlerin gemacht habe. Ware sie ohne Hintze zu dem gelangt, was fie geworden ist? — Zeuge: Ich bin fest davon Überzeugt, daß sie eine glücklichere, ruhigere aber mindestens ebenso hochstehende Karriere gemacht haben würde. — Der frühere Intendant der Berliner Städtischen Oper, Carl Ebert, stellte der Frau Bindernagel ein hervorragendes T Zeugnis au8. Er bekundete, daß die Künstlerin schon bei ihrer Tätigkeit an der Staatsoper in einigen Rollen sehr berühmt und als „Hoch- dramatische" eine der Ersten in Deutschland war. Heber ihren Charakter äußerte sich der Zeuge ähnlich günstig wie Prof. v. S ch i 11 i n g s. In die häuslichen Verhältnisse habe der Zeuge am Abend vor dem Attentat erstmalig Einblick gewonnen. Rach einer Vorstellung von Verdis „Maskenball" habe er ihr in der Garderobe gesagt, „sie wäre heute gar nicht gut“; Frau Bindernagel habe sich darauf weinend über den Schminktisch geworfen und ihm mitgeteilt, daß sie die Scheidung eingeleitet habe. Weiter habe sie gesagt, sie habe schuften müssen wie ein Tier und nichts für sich selber gehabt. Jetzt eist h b sie erfahren, daß Hintze das Geld mit anderen Frauen ourchgebracht habe, dabei habe sie so sehr an ihm gehangen. — Die Verhandlung wurde dann vertagt. Hauseinsturz. — Zwei Tote, zwei Schwerverletzte. In ter Nähe der spanischen Gemeinde Taufte bei Saragossa ist ein H a u s c i n g e st ü r z t. Von den vier Bewohnern kamen zwei ums Leben; die beiden anderen wurden schwer verletzt. Ein Millionen-Schwindel. Die Kriminalpolizei in Antwerpen nahm zwei Betrüger namens van Floren und van Schoonbeke fest. Die Verhafteten haben sich feit IAhren als Großindustrielle ausgegeben und durch angebliche Gesellschaftsgründungen Millionen erschwindelt. Das Tätigkeitsfeld der Schwindler erstreckte sich nicht nur auf Belgien, sondern griff über auf Deutschland, England, Frankreich, Holland und Rumänien. Zur Bewerkstelligung ihrer Finanzoperationen hatten sie den , Beb gian Investment Trust" in Brüssel ins Leben gerufen, der in einer vornehmen Straße über vornehme Büros, aber nur über drei Angestellte verfügte. Dieser Trust war das Kernstück des Gesamtkonzerns, der aus zahlreichen Luftgebilden bestand. Das Geschäft bestand darin, Aktienzertifikate der einzelnen Unternehmungen an den Mann zu bringen. Auskünfte wurden mit den gefälschten Namen hochgestellter Persönlichkeiten unterzeichnet. Auch Scheckfälschungen sind zahlreich begangen worden. Bei der Durchsuchung des Geschäftslokals fand die Polizei nur die Korrespondenz, aus der Vorahnung -er Frühlings. Die Wolken haben antere Formen und Farben, sie haben eine neue Art, über ten Himmel zu ziehen. Der Wind bläst anders. Die Sonne scheint anders. Blättern wir im Kalender! Nein, Frühlingsanfang ist es noch nicht! Aber im März wandelt sich alles. Das Zimmer, ter Schein ter Lampe ist nicht mehr so traulich wie zuvor, man hält es zwischen den Wänden kaum mehr aus. Man muß ins Freie. Hnd dann, e,ues Tages entdeckt man das erste Pflänzchen. Ein rosa Näschen, ein Knospenbün- deichen, das sich aus der feuchten, fetten Erde reckt, ein geschwollenes, braunes, glänzendes Etwas, das an den Zweigen der Kastanie fitzt, ein gebücktes, kleines weißes Haupt an einem grünen Hälschen, das zwischen dem Winterhärten Gras steht. Die zarten ersten Spieße ter Krokusse, die ersten blauen Cilla, kleine Büschef von Schneeglöckchen,^ hier ein Hälmchen und dort ein Blatt.. Wir können gar nicht genug draußen sein, um das Wunder mitzuerleben. Jede Stunde, die man sich unnötig einzwängt in die dumpfe Luft der Räume, scheint gestohlen, denn auch dieses Jahr wie seit Ewigkeiten vollzieht sich vor unseren blinden oder sehenden Augen das Wunder der Erschaffung ter Welt. Wie da im Kleinen der Sommer geboren wird, der noch durch viele Monate hindurchgehen muß, durch den stürmischen April, durch den Mai, das ist wert, daß man es keinen Augenblick versäumt. In die Regale und Schränke die Bücher, die guten Gefährten des Winters! Fort mit den Handarbeiten, fort mit den Kartenspielen, fort mit allen Zerstreuungen der langen dunklen Monate! Heraus mit den Ballspielen, den Rasenspielen, heraus mit den festen Wanderstiefeln und den Wetterkapuzen. Stecken wir die Nase in den Wind, gehen wir dem Frühling und der Natur entgegen, lauschen wir ihre geheimnisvollen Vorbereitungen ab, nehmen wir teil an ter stillen Vorbereitung, an der Geburt des Frühlings. Lind wenn unter den großen weißen Wolken, die ter warme Wind über den Himmel fegt, unser Herz weit wird und sich anfüllt mit Sehnsucht, mit jenem unbestimmten Wandertrieb, ter jeten Menschen um diese Zeit überfällt, dann stehen wir dieser Sehnsucht nach, so viel es lrgend geht. Lind wenn uns die Wirklichkeit verbietet, zusammen mit dem Frühling auf Olten» teuer auszugehen, dann wollen wir wenigstens Räumen und uns erlauben, bunten Phantasien nachzuhängen, ein paar Tage lang, ein paar Abende lang ... bis wir unsere Gedanken wieder einzwingen in die geordnete Bahn des Alltags. - m. Taten für Freitag, 17. März 1813: Friedrich Wilhelms III. Aufruf „An mein Volk"; Errichtung der preußischen Landwehr; — 1834: der Techniker Gottlieb Daimler in Schondorf I geboren; — 1861: Viktor Emanuel II. wird König des geeinigten Italien; — 1930: der Vortragskünstler Marcel Salzer in Lichterfelde gestorben; — 1932: der Kolonisator und Verlagsbuchhändler Dr. Hermann Meyer in Leipzig gestorben. Oie vorläufige Regelung -er Zlaggenfrage. Das Hessische Staatsministerium veröffentlicht folgende Bekanntmachung an die hessischen Staatsbehörden und Bürgermeistereien: ®ine Kundgebung der Reichsregierung zur vorläufigen Regelung der Flaggenfrage soll in allen behördlichen Dienstgebäuten, mit Ausnahme ter Schulen, plakatiert werden. Die Plakate werden ten hessischen Behörden alsbald zugehen (ten Kreisämtern zugleich zur Weitergabe an die Bürgermeistereien, mit Ausnahme der Burgermelstereien ter Kreisstädte, die sie un- t r ~.ar erhalten). Die Plakatierung hat mit tunlichster Beschleunigung und in möglichst weitgehendem Umfang zu erfolgen. Die Schulfeier am 18. März. Das Ministerium für Kultus und Bildungs- Abt bekannt, daß die Anordnung über die e$ufHct. Stammler in sein Amt als Kreisdireltor des Kreises AlSseld laden Bürgermeister Dr. Völsing und Oekonomierat Kore l l im Auftrage aller nationalen Vereinigungen und Verbände des Kreises Alsfeld auf Samstagabend zu einer öffentlichen Kundgebung für den Kreisdirektor Dr. Stammler ein. Dachdem die nationale hessische Regierung das dem Kreisdirektor Dr. Stammler von der früheren hessischen Regierung zugcfügte Llnrecht wieder gutgemacht habe, wolle die Bevölkerung des Kreises Alsseld ihrer Freude und Genugtuung über dieses Ereignis auch in der Oessentlichkeit Ausdruck geben. Das soll am Samstagabend durch einen F a ck e l z u g zu Ehren des Kreisdirektors Dr. Stammler geschehen. Oer Vogelsberg als Manövergelände. c Schotten, 16. März. Gestern weilte ein Vor- kommando der Reichswehr hier, um Vorbereitungen für eine in der Zeit vom 4. bis 9. Juli im Vogelsberg stattfindende große Hebung der Nachrichtenabteilung des Grup- penkom m andos Kassel zu treffen. Die Stabt wird eine Einquartierung von 40 Offizieren und über 200 Mannschaften nebst Musik erhalten. Die erste Einquartierung seit dem Kriege wird besonders herzlich begrüßt werden. Gemeinderai in Schotten. , Schotten, 16. März. In feiner gestrigen Sitzung genehmigte der Gemeinderat die Stadtrechnung und die Rechnung des Krankenhauses aus dem Jahre 1931. Die Rechnung weist einen guten Heberschuß auf. — Die Frage Der 5 5 D £ =h‘j fyn cCS^. = = 3 O C'Cj; h'C-- 2t-1 C *■ - ö. 2^-S c - » “'S c ~ ~ ~e ~ “ -'2 2-2- 5s7k.. wi C'^>=' e E°«< ’S rS-3 4 5 js o' WS d’ - = «£i iS t> o ••< o Qß e> »«• § «f ,i«®£i, L 3 V -. C7«-o$< f "s 0- -- - U 'S: fc-:^ UJlVeilie, zurückqedlieveneund oiche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch ,edes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL xs. mengen. Verlangen Sie nur echtes Rasiol in Orrgmalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel apotheke Giehen. 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E -- 2 ~ 6« *• °g2 9 2 E 2 s w - ir ä 5 .5: £*e s g LZ 2 2 E M.5«-LrLZ« ?®E E .2 Ä £ 'S «.e c-es. ® E 3 2.M T-- ZS^^EZZ °7© L E /*§'= £ Z g E e « -- - 21 6 5-82 6 bZ £ü? •FS &Jp<9 « a-9i~ p—© 2 N E ■°6» 5 £*6* •— C* *" 3 e- -S •« — a IT 55i E «-Z "»JQ«.Ä .-O =t^W 5'S" €2 3§E ooS*E E.a e Ei «0 5^ E ■e E c? - zu »Oben. © eE=> ®Ej£ D <3J 6 ö JD s iS e* E D 3 r BJ w t» s H s 0 SfcS.s.2 ; ■2 ’S' S 19 £ § Et: 2 -2 » =t 6 3 2 -° 6 JJ ± r •— c :C 4> 2 >=-E « Q-Ä- 2 ö 8 K j=- - "■ E e$ : c« ® c(!5“.5 3 “ a 2 S.i (9x> e 5(9 SSL-Sj 3 t? E S'Lo £ü oä-e o len 19 e © e NiZ ß-stLEH L S S CD L E 2 = 5*6'" •es g O — q •*- o (9 2 E E 2 £ cd w *• w U 45- ” 6> g t ö Efc tu 43-— *Z7 e 3 (9 E s 'S E o *9 5? 19 a •stae 3- e ± /O p E s 3 5 C?jO w — e o p .n EDS 3 3--(9 € = E.’S F» i S x® E® L i 1838 A E « KE © k £ -22 k> IS i- p e .= E® E E 32Z ® SD^'S6 L 25 0^*0 «= 2 e = 5*55 © e e 34 ? 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