Nr.4l SrüSauSgabe 185. Jahrgang Freitag, 17. Zebruar 1933 Ericheini i ägltd), außer Sonntags und feiertags Beilagen: Di- Illustrierte ©trucner Familienblätlei Heimat m Bild Di-Scholle monats-Bejugsprels: Mit 4 Beilagen *Rlt 1.95 Ohne Illustriert» , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, üernsprechanschlllfle unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger fliegen. Postscheckkonto: 5ranlftirt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VN'ck vnd Verlag: vrühl'sche Untversttäi§-V»ch. unö Steinöruderei R. Lange in Sietzen. SchrifllettnRg eeö Sefchäftrstelle: 5ch»lltratze 7. flnnaime oen Anzeigen für die lagesnummer bl« zum Nachmittag vorher. Preis für | mm hShe für Anzeigen von 27 mm Brette artlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Re- hlameameigen von 70 n-m Breite 35 Nelchspsennig, Platzvorschrist 20v , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Gange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Berufsarmee oder Milizsystem? Schwerwiegende deutsche Einwände gegen den französischen plan einer Vereinheitlichung der Heeresorganisationen. Oie Lustabrüstung. Genf, 16. Febr. (WTB) Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz hat heute die Frage der ßuftrü ft ungen gemäß dem englischen Arbeitsprogramm behandelt. Die englische Delegation hat die Einsetzung eines Ausschusses, dem die wichtigsten Lustfahrtmächte angehören sollen, vorgeschlagcn. Der Ausschuß soll die Möglichkeiten der vollständigen Abschaffung der Militärluftfahrt und des Lustbombar- dements in Verbindung mit einer wirksamen internationalen Kontrolle der Zivilluftfahrt prüfen. Botschafter Radolny schlug vor, der Hauptausschuß solle vorerst entschei- Den: 1. ob die völlige Abschaffung der Militär- und Marinelustfahrt, verbunden mit einer internationale« wirkungsvollen Kontrolle der Zivilluftfahrt durchgeführt werden soll, und 2. ob das Luftbombardement in unein- gelchränkter Weise verboten werden soll. Die Vertreter der Vereinigten Staaten und Kanadas betonten, daß ihre Länder sich an einer Internationalisierung der Zivilluftfahrt nicht beteiligen würden, der Vertreter Frank- reichs schloß sich grundsätzlich der Auffassung Na- dolnys an. Er betonte allerdings, daß Frankreich die Abschaffung der Militärluftfahrt mir unter der Bedingung zugeben könne, daß die Zivilluftfahrt international kontrolliert und eine internationale Luftstreitmacht geschaffen würde. Auf Vorschlag des Präsidenten Henderson wurde ein aus zahlreichen Staaten, darunter Deutschland, bestehender Ausschuß eingesetzt, dem die englischen und deutschen Vorschläge und die französischen Anregungen überwiesen worden sind. Der Ausschuß hat den Auftrag, seine Arbeiten in spätestens 14 Tagen abzuschließen. Nadolny verlangt Klarheit üfrer Frankreichs Absichten Dann tarn der Vorschlag der französischen Regierung auf Vereinheitlichung der Heeres- systeme der europäischen Festlandstaaten (ohne Eng- land) und die einheitliche Einführung eines M i l i z s l) st e m s mit kurzer Dienstzeit mit geringen Truppenbejländen zur Beratung. Botschafter N a - dolüy gab hierzu eine grundsätzliche Erklärung ab. Im Jahre 1919 mußte das damalige deutsche Heer mit kurzer Dienstzeit in ein Heer mit langer D i e n st z e i t umgewandelt werden. Kaum sind 14 Jahre verflossen, so wird von Deutschland die Rückkehr zu einem System mit kurzer Dienstzeit verlangt. Es ist selbstverständlich, daß die Reichsregierung unter diesen Umständen fragt, ob diesmal eine Bürgschaft vorliegt, daß dieses neue Heercssystem tatsächlich d i e ideale und gerechte Lösung'für immer darstellt. (Ein einheitliches heeressystem und eine für alle Staaten gleiche heeresorganisation ist nicht möglich. Das heeressystem eines Landes muß vielmehr den be sonderen militärischen, politischen und technischen Bedürfnissen, sowie den wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen des betreffenden Landes entfprechen. Es erscheint zweifelhaft, ob die Schweiz und England bereit sind, ihre Jahrhunderte alte Tradition aufzugeben. Der französische Vorschlag schasst einen Unterschied zwischen Heeren mit Angriffs- und Verieidigungscharak- ter. Die Reichsregierung muß ihr Erstaunen zum Ausdruck bringen, daß ein derartiger Trennungsstrich zwischen einzelnen Heeren geschaffen wird, wahrend die Konferenz bisher ausdrücklich festgestellt hat, daß die Waffen sowohlzurVer- teidigung als auch zu Angriffszwecken zu verwenden sind. Der französische plan widersetzt sich nun der Ausrechterhaltung der Heere mit langer Dienstzeit. Tatsächlich gibt es aber gegenwärtig auf dem europäischen Festland Berufsheere nut in den durch d i e F r i e d e n s v e r I r ä g e entwaffneten Staaten. Ls muß deshalb der Eindruck entstehen, daß der französische Vorschlag aus eine Abschaffung der heeres- fyslcme hinzielt, die Deutschland und den übrigen Staaten auferlegt worden sind. Die Reichsrcgie- rung sieht das System der Berufsheere keineswegs als eine Ideale, den besonderen deutschen Bedingungen angepahte Lösung an. Es ist jedoch völlig ausgeschlossen, ein in 14 Jahren mühsam geschaffenes Werk nur aus dem Grunde zu zerstören, da sich die Auffassung über die Bedeutung einer solchen Militärorganisation an einer Stelle geändert Hal. (Bevor die Reichsregierung daher zu dem Cßor- schlag der Schaffung eines neuen einheitlichen Heeressystems Stellung nimmt, ist es unerläßlich, genau zu wissen, welcheRcuregelung an die Stelle der bisherigen zu beseitigenden Regelung tritt. Der französische Plan spricht sich hierüber nur In allgemeinen Linien aus. Die Erklärung des französischen Außenministers Paul-Doncour hat leider die wünschenswerte Klarheit nicht geschckffen. Das neue, von Frankreich geforderte hecrev- systcm baut im wesentlichen aus den v o r h a n - denen ausgebildeten Reserven auf. Die Staaten mit Dienstpflicht haben nun in den 14 Jahren feil dem Kriegsende hundert- taufende von Refervisten ausgebildet, während die Staaten mit einem Berufsheer über keinerlei Reserven verfügen. Falls daher in Zukunft alle europäischen Staaten nur über Heere mit kurzer Dienstzeit verfügen sollen, würde damit eine einseitige Benachteiligung für d i e Staaten mit Berufsheeren eintreten. Die französische Regierung will ferner von der Vereinheitlichung der Heercssysterne die Kolonialtruppen ausfchließen. Tatsächlich besteht jedoch ein unlösbarer Zusammenhang zwischen den Kolonialtruppen und den H.ercn im Mutterland-. Deshalb muß selbstverständlich das neue Heeressystem einheitlich auch aus die Kolonialtruppen angewandt werden. Die Reichsregierung ist bereit, den Vorschlag der sranzösischen Regierung im Efscklivausschuß in den Einzelheiten zu erörtern, behält sich jedoch ihre endgültige Stellungnahme bis zur Kenntnisnahme der Einzelheiten des Planes und bis nach der Entscheidung der Konferenz über die Abschaffung des Angrisfsmaterials vor. — Die Hauptaussprache wurde dann auf Samstag verschoben. Hessens Slaalsvorschlag für 1933/34. Beginn der Eiaiberainng im Finanzausschuß. WHP. Darmstadt, 16. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages begann mit der Beratung des neuen Staatsvoranschlagrs 1933/34. Rn Stelle des an Grippe erkrankten Finanzministers Kirnberger erläuterte Ministerialdirektor Dr. Schäfer einige Hauptpositionen des Etats. Er wies nach, daß seit 1929 die Abschlußsumme sich um fast 37 Millionen vermindert hat und daß auch gegenüber dem Llahre 1914 d i e Steigerung der Ausgaben bereits wesentlich hinter der Steigerung der Lebenshaltungskosten z u r ü ck b l e i b t, wenn man die Mehraufwendungen berücksichtigt, die dem Staate durch die Hcbctnabme der Personalkosten der Volksschule, durch die Vermehrung der Ausgaben für die Wohlfahrtspflege (die allein mehr als 7 Millionen Mt. betragen), für den Wohnungsbau usw. entstanden sind. Die Finanzlage sei besonders durch den st arten Rückgang der Lleberweisungs steuern bedroht, die fast 5 Millionen geringer angenommen werden müßten, als im Borjahre. Der Rückgang der Landes steuern sei absolut und relativ wesentlich geringer und werde durch die neu eingeführte Schlacht st euer ausgeglichen. Besonders erschwert werde die Finanz^birung durch die außerordentliche Höhe der Einnahme- r ü ck st ä n d e , die weit mehr ai» «.u Millionen betragen. Das sei nicht nur ein Zeichen der ungünstigen Wirtschaftslage, sondern auch ein Beweis dafür, daß die Finanzverwaltung auf die Rotlage weiter Kreise der Bevölkerung und auf die schwere Belastung vieler Gemeinden mit Wohlfahrtsausgaben weitgehend Rücksicht nimmt. Durch Stelleneinsparungen habe sich in den letzten Zähren die Zahl der Beamten um etwa ein Fünftel vermindert. Da die Der- hanülungen der Länder mit dem DeichSfinanz- minifter wegen des Ausgleichs der Länderetats noch nicht zum Ziele geführt haben, mußte auf der Einnahmeseit' ein Betrag von rund 3,25Millionen Mk. eingestellt werden, dessen Deckung aus Maßnahmen de» Reichs erwartet werden muß. Dabei wird insbesondere an eine Beteiligung der Lc nder an den Einkommen- steuerzuschl^gen. die das Reich bisher für sich allein in Anspruch genommen hat, und an die Wiederaufnahme von Zahlungen des Reichs auf die G i s e n b a h n a b f i n d u n g gedacht. Ser Mchsral $ur kommiffarischen Verwaltung Preußens. Berlin, 16. Febr. (BDZ.) Der Reichörat hielt heute unle; Vorsitz von Reichsinnenminister Dr- Frick eine Vollsitzung ab, die besonders! st.rkes 3n er s e in der Öffentlichkeit fand und zu de. >>..o..tum und Presse zahlreich erschienen waren. Zum ersten Male war nämlich das Land Preußen vertreten durch die von den Aeichskommissaren emann en Reichsratsbevollmächtigten. Die von der Regierung Braun bevollmächtigten preußischen Vertreter waren nicht erschienen. Ehe Reichsinnenminister Dr. Frick die Sitzung eröffnete, traten mehrere Lände.vertreter, vor allem aus Süddeutschland, an ihn heran, um sich lebhaft mit ihm zu unterhalten. Sofort nach Eröffnung der Sitzung verlas der bayerische Bertreter Ministerialdirektor Sperr folgende Erklärung 1. Der Reichsrat ist eine ausgesprochen bun- desmäßige Li nrichtung zur Wahrung des Anteiles der Länder an der Gesetzgebung und Derroallung des Reiches. 2. Die Stimmführung der Länder im Reichsrat muh von der Reichsgewalt unabhängig sein. 3. Die Beteiligung von Reichskom - ml f Jäten an der Abstimmung im Reichsrat widerspricht also dem Grundaufbau des Reiches. 4. Jedes deutsche Land ist berechtigt, die Lin- Haltung der verfassungsmäßigen Zusammensetzung des Reichsrates zu verlangen, ohne daß ihm hieraus der Vorwurf der Lin- mifchung in Angelegenheiten eines anderen Landes gemacht werden kann. Die bayerische Regierung lehnt eine Einmengung in inncrpreuhische Angelegenheiten ausdrücklich ab. Sie hält aber im Einklang mit der Stellungnahme des RerchsstaatsgerichtShoses an den dargelegten verfassungsmäßigen Grundlagen des Reichsrates fest und legt deshalb gegen die Beteiligung des Reichskommissars in Preußen oder sonstiger Reichs- beauftrager an der Beratung und Abstimmung im Reichsrat Rechtsverwahrung ein, weil diese Beteiligung eine dem Wesen bed Reichsrates widersprechende Veränderung der Zusammensetzung des Reichsrates bedeuten würde. Der badische Gesandte Dr. F e ch t bekannte sich gleichfalls zu dem Urteil des Staatsgerichts- hofeS, nach dem Reichsorgane nicht ein Land vertreten könnten. Er hielt es für notwendig, die Beratungen aus^usetzen, bis der Staats- gcr.cht-hof entschieden habe. Der Vertreter der RheinpoovinH. Hamma - ch e r, stimmte namens der preußischen Provinzen. Grenzmark Posen-Westpreußen, Riedec- sch.esien. Oberschlesien, Sachsen, Westfalen. Hes- scn-Rassau und Rheinland der bayerischen Er- fiärung zu. Er spreche nicht nur für die sieben preußischen Provinzen, sondern auch für die preußischen Staatsminister, die ihn durch besondere Vollmacht ermächtigt hätten, das Stimmrecht für die preußischen Staatsminister im Reichsrat auszuüben. Eine Sitzung, bei der die Reichskommissare die preußischen Stimmen abgeben würden, sei in jedem Falle ungültig. Der Hess ch e Gesandte Ruß schloß sich der Rcchtsverwa.^.ung Badens an und gab der Erwartung Ausdruck, daß die Entscheidung des Staatsgerichtshofes nach Möglichkeit beschleunigt werde. Reichsinnenminister Dr. Frick erklärte, daß für die Reichsregierung einzig und allein dieDerordnung desReichspräsiden- t e n mahgeb i) fei. Der Reich ,t trat dann in die Tagesordnung ein. Er nahm von der Mitteilung über die Ernennung des neuen Kabinetts Kenntnis. Als bann von der (Ernennung der neuen preußischen Bevollmächtigten Kenntnis gegeben wurde, beantragte der badische Gesandte im Auftrage Bayerns, Sachsen», Württembergs, Vadens, Hessens, Hamburgs, Bremens und Lübecks, festzustellen, daß der Reichsrat von der Bestellung der bevollmächtigten Kenntnis nehme, ohne zu der Rechtsfrage Stellung zu nehmen. Da die Rechtsbeständigkeit der (Ernennung von der Entscheidung des Staatsgerichtshofe, abhängig fei, wird beantragt, bis zu dieser Entscheidung die Beratungen und Beschlußfassungen de, Relch,- rate» auf besonders dringende Gegenstände zu beschränken. Die Vertreter Thüringens, Meckleäburg-Schwe- rins, Oldenburgs, Braunschweigs, Anhalts, Lippes und Mecklenburg-Strelitz gaben Erklärungen ab, daß sie die von der Reichsregierung gegenüber Preußen geschaffene Lage anerkennen und die preußische Kommissariatsregierung al» recht- mäßig eingesetzt ansehen. Daraus wurde der badische Antrag mit 39 gegen 26 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Für den Antrag stimmten Bayern. Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Hamburg, Bremen, Lübeck, Schaumburg-Lippe und die Pro- vinzverlreler von Berlin, Grenzmark Posen Westpreußen, Niederschlesien, Sachsen, Westfalen, Hessen- Nassau und Rheinprovinz. Oberlchlesien enthielt sich der Stimme. Der Reichsrat erledigte dann den Nest der Tagesordnung, der nur aus Formalien bestand. Oie Kabweiissitzuna. Berlin, 16. Febr. (TU.) Amtlich wird milgeteilt: Das Reichskabinett beschäftigte sich heule (Donnerstag) nachmittag mehrere Stunden mit einer Reihe wirtschaft»- und sozialpolitischer Fragen, verabschiedet wurden die Vorlagen über die Milderung von Härten in der Sozial- verflchcrung und der Reichsvcrsorgung. Ferner befaßte sich da» Kabinett mit einer Vorlage über Zolländerungen für landwirtschaftliche Positionen, sowie mit vorschristen zur Regelung der hopsenanbausläche, der Instandsetzung von landwirtschastiichen Wohnungen und der Förderung der Verwendung von inländischem Käse. Schließlich wurde der Entwurf einer Verordnung zur Förderung der Getreidebewegung und da» neue Stillhalteabkommen erörtert Eine Eingabe her Christlichen Gewerkschaften. Berlin, 16. Febr. (211.) Der Vorstand de4 GesarntverbandeS der Christlichen Gcwcrkfchaslen hat an die Reichsregierung eine Eingabe gerichtet, in der u. a. daraus hingewiesen wird, daß den Arbeitnehmern 6,5 v. H. vom Lohn als Beitrag für eine Arbeitslosenvers.cherung abgenom- mcn werden, die in Wirklichkeit keine Versicherung mehr sei. Tatsächlich seien die Arbeitnehmer mit einer hohen Sondersteuer belastet zur Bestreitung von Ausgaben, die eigentlich von der Allgemeinheit getragen werden müßten. Es wird gebeten, daß die Dcitragseinnahmen für die Arbeitslosenversicherung zur Verbesserung der Lei st ungen und Erhöhung derllnter st ühungen sür die Arbeitslosen verwandt und darüber hinaus Mittel und Wege gesucht werden, den von der Versicherung nicht mehr betreuten Erwerbslosen, Kleinrentnern ufw. verstärkte Hilfe angedeihen zu lassen. Oie neue Wirtschaftspolitik. Hcrgt spricht zu dcutschnationaien Industriellen. Frankfurt, 16. Febr. Vor dem Deutsch- nationalen Industriellen-Ausschuß sprach Reichsminister a. D. H e r g t. Durch die 'Bereinigung von fünfeinhalb Ministerien in der Hand von Geh. Rat Hugenberg würden Ressort st reitigkeiten vermieden, wie sie unter den früheren Regierungen, etwa zwischen Wirtschafts, und Ernährungsministerium, austauch, ten. Die Einstellung zu allen wirtschaftlichen Fra- len bafiere vielmehr auf einem einheitlichen Grund- atz: dem organischen Prinzip in der Wirt- chaftspolitik. Die überwiegende Zahl der Mini» tcrien sei durch Deutschnationale und ihre Freunde besetzt, und schon hierdurch sei der Bestand des Kabinetts gewährleistet. Außer- dem habe sich Hitler bisher gegenüber den Er- fordernisfen der Praxis durchaus verständ- n t s v o l l gezeigt. Daß nicht experimentiert werden solle, daß nicht rein sozialistisch regiert werden könne, habe Hitler durch feine Haltung als Reichskanzler anerkannt. Man bemühe sich, krisenhafte Zustände gegenüber den Ländern zu ver- meiden, deren Handelsverträge jetzt abgelaufen seien. Die Lösung aller handelspolitischen Fragen müßte sich aber organisch auf die Lösung Der Agrarfrage aufbauen, denn obwohl fanle- rungsunsähige Betriebe keine Hilfe zu erwarten hätten, müsse die deutsche Landwirtschaft als ganze doch erhalten werden. Don Währungsex. perimenten könne keine Rede fein; in der Zinsfrage müsse durch die Senkung de» Reichsbankdiskonts und evtl, auf dem Wege über die landwirtschaftliche Zentralaenossen- schast eine Entlastung der deutschen Wirtschaft herbeigeführt werden. Die Auslandsverschuldung fei in eine amortifable Schuld mit verringerten Zinssätzen umzuwandeln. Bezüglich des Vollstreckungsfchutzes machte der Redner besonders daraus aufmerksam, daß von der neuen Regierung auch ein Gläubigerschutz eingebaut worden sei. Wahlaufruf des Evangelischen Bundes. Berlin. 16. Febr. (TU.) Das Präsidium des Evangelischen Bundes erläßt zu den Wahlen folgenben Aufruf: .Die neue Reichsregierung, die tzu den Wahlen im März aufruft, ist auS der völkischen Reuordnung hervorgegangen; sie will mit den noch vorhandenen starken nationalen Kräften deS eigenen Volkes in bewußtem Gottesglauben auf dem Trümmerfeld der unseligen Rovemberrevolution deS Jahres 1918 ein neues, freie«, geeintes Deutschland aufbauen. 14 Jahre lang haben die Inter* l t I a e n n r s fl m ■n i* ic >ß e- e r )le id- in. ne. •00 rd. sen IUS g». e r en- Ün- »en, )en, irge ilen nge sich slen er- »sige mit weit lauä erle, ls- um erbe» Ver- zum Ge- .Ea- . der iges- daS für hier rider Zwei Han- >enS» or - ifen »uf - •offen toei- Det- nad) Durch dingst der ebige lichen i ab- Druck tigern i sich fätcr- .eder- I und orten, eifach l und mild, Grad rgens imum 0 cm ) mm. national gebundenen Mächte Zentrum, Sozialdemokratie und Kommunismus der deutschen Politik und dem kulturellen Leben unseres Volkes das Gepräge gegeben. Run soll im Kampf gegen sie die Erneuerung Deutschlands von innen heraus beginnen. Evangelische Christen, erkennt den Ernst und die Verheißung dieser Wahlentscheidung. Es geht bei ihr nicht um Einzelparteien und ihre mehr oder weniger berechtigten Vestrebungen, sondern um eine politische Geisteswende. Laßt deshalb alle Bedenken fahren und kämpft durch eure Stimmen mit dafür, daß die nationale gegenrevolutionäre Bewegung auf gesetzlichem Wege zum Siege kommt. Tretet hinter die Männer der gegenwärtigen Regierung, um ihnen Gelegenheit zu schöpferischer Arbeit zu geben. Seid eurer Verantwortung eingedenk. Es geht um Deutschlands Rettung I" Oie Kandidaten des Christlichsozialen Volksdiensteö für Heffen-Aaffau. Frankfurt a. M., 16. Febr. (WSR.) Der Christlichsoziale Volksdienst gibt für die Reichstagswahl folgende Kandidatenliste für Hessen- Rassau bekannt: Schriftleiter Paul Schmid t- Kas»?l, Pfarrer Karl V e i d t - Frankfurt a. M., Arzt und Stadtrat Wilhelm Rohrbach -Kassel, Landwirt Heinrich Klü se II.-Diedenbergen, Obe-clandesgerichtsrat Wolfram Faber-Kassel. Für die Landtagswahl: Pfarrer Karl Veidt- Franffurt a. M., Arzt und Stadtrat Wilhelm R o h a ch - Kassel, Gewerkschaftssekretär Ewald Otto- Dillenburg, Landwirt Ottto Wicke- Balhorn (Kr. Wolfyagcn), Steuerinspektor Ernst Kaiser- Corbach (Waldeck). Oie Kandidaten der Deutschen Volkspartei für Heffen'Naffau. WSR. Frankfurt a.M., 16. Febr. Die Deutsche Vollspartei stellt im Wahlkreis Hessen- Rassau für die Reichstagswahl folgende Liste auf: Kaufmann Dr. Richard Merton, Frankfurt a. W-: Oberstudiendirektor Dr. Franz Beller, Kassel; Hausfrau Marie Ä o e t h e r, Wiesbaden; Landwirt Friedrich Dinges V., Bad Soden i. T-; Vermessungstechnller Adolf Geyer, Kassel; Amtsgerichtsrat a. D- Dr. Walter Lohmann, Weilburg (Lahn). — Für die Wahl zum Preußischen Landtag wurden folgende Persönlichkeiten aufgestellt: Magistratsoberschulrat Wilhelm Echwarzhaupt, Frankfurta.M.; Hausfrau Dr. Clse Bröllelschen, Goslar a. $>.; Hu i^zrechnungsrevisor Karl Beer es, Frankfurt a. M. Starke Erhöhung der Heeres- haushalte in England. London, 18. Febr. (TU.) Die Haushalte der englischen Armee-, Marine- und Luftfahrt-Streitkräfte werden, wie „Daily Telegraph" meldet im kommenden Haushallsjahr b e - deutend höher fein als im laufenden Finanzjahr, wo sie durch die allgemeinen Sparmaßnahmen stark eingeschränkt waren. Die Voranschläge würden eine Erhöhung um mehrere Millionen Pfund vorsehen. Die Regierung habe erkannt, daß eine Erhöhung der Ausgaben trotz der weiterhin notwendigen Sparsamkeit unumgänglich sei. Die hauptsächlichste Erhöhung werde der Marinehaushalt, der im vergangenen Haushaltsjahr um 1,1 Millionen Pfund herabgesetzt worden sei, aufweisen. Da die Stärke der englischen Flotte angesichts der fortgesetzten Vergrößerungen der Flotten in Amerika, Frankreich und Italien einen gefährlich niedrigen Stand erreichen würden, falls England keine umfassenden Neubauten vornehme. Die Armee- Ausgaben würden um rund 1 Mil- lion Pfund höher sein, nachdem sie im vergangenen Jahr um 3,5 Millionen Pfund gekürzt worden seien. Die Summe von 1 Million Pfund sei für die Durchführung der territorialen Feldübungen vorgesehen, die im vergangenen Jahr gestrichen worden seien. Auch bei den L u f t st r e i t - Kleine Fahrt. Don 3o Hanns Rösler. Dobert von Haugh trat aus dem kleinen Restaurant. Er blieb einen Augenblill vor der Tür stehen, unschlüssig, streifte seinen rechten Handschuh über. Plötzlich bemerkte er, nicht weit von ihm. eine junge Dame, die vor einer kleinen blauen Limousine stand und sich verzweifelt bemühte, die Tür des Wagens zu öffnen. Sie schien nicht älter als zwanzig Jahre zu sein, und ihre großen Augen schauten aus einem Kindergesicht nervös zu ihm herüber. Robert von Haugh trat zu ihr. „Kann ich Ihnen behllflich sein?" ^Das wäre sehr liebenswürdig." Er brüllte das Schloß kräftig nieder und öffnete mit einer kurzen Bewegung die Tür. Die junge Dame nahm am Volant Platz. Ein wenig zögerte sie, bevor sie sagte: «Darf ich Sie ein Stüll mitnehmen?" .Gern!" „Wohin?" „Wohin Sie wollen!" Der Motor sprang an. Die Fahrt ging durch einige belebte Straßen, über drei Plätze und verlor sich in den Abendschatten der Vororte. Robert von Haugh lächelte, als er ihre nervösen Bewegungen am Steuer sah. „Wohin fahren Sie?" fragte er plötzlich. „An das Ende der Welt." „Ich bin Ihnen sehr dankbar für den Ausflug." Sie sah ihn groß an und sagte ernst: „Das ist kein Ausflug. Das ist eine Flucht." „Eine Flucht?'. „Jo!" „Vor wem fliehen Sie?" Sie antwortete nicht, sondern steigerte noch die Fahrt des Wagens. Rur noch von fern kamen die Lichter der Stadt. Ein breiter Wald tat sich nun vor ihnen auf. Plötzlich riß sie den Bremshebel heftig zurück. Der Wagen stand. „Halten Sie stets so. gnädige Frau?" lächelte Robert von Haugh. „Stets! — Warum fragen Sie?" „Weil mir der Wagen leid tut. Sie vergessen, den Gang zuvor auszuschalten." „Jeder Mensch hat eine andere Fahrtechnik." „Gewiß! Verzeihen Sie!" Sie errötete und sah ihn lange an. „Ich muß Ihnen etwas gestehen!" sagte sie unvermittelt. „Sie müssen mir helfen." Die Machen der Gasexplosion in Aeunkirchen. Oer Bericht des Gewerbeausfichisamts über die Entstehung der Katastrophe. Saarbrücken, 16. Febr. (WTB.) Das G e - werbeaufsichtsamt veröffentlicht über die Ursache der Explosion des Neunkirchener Gasbebäl- ters eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Auf Grund der bisherigen Zeugenaussagen kann behauptet werden, daß die erste kleine Explosion, die später die große Behälterexplosion zur Folge hatte, in dem sogenannten U m - gehungsrohr des Gasbehälters entstanden ist. Zur Zeit der kleinen Explosion war dieses Rohr außer Betrieb, da an ihm gearbeitet wurde. Es ist möglich, daß durch irgendeine von den an dem Rohr arbeitenden Arbeitern nicht erkennbare Undichtigkeit Gas in das Rohr gelangt ist. Durch einen Hammerschlag eines Arbeiters kann dieses Gas zur Explosion gebracht worden fein. Tatsache ist, daß die kleine Explosion in dem Augenblick erfolgte, als ein Arbeiter einen kräftigen Hammerschlag gegen den Kopf einer Stütze tat, auf der das Umgehungsrohr ruhte. Die weiteren Geschehnisse verliefen folgendermaßen: Durch die kleine Explosion im Umgehungs- rnhr wurde das mit diesem Rohr verbundene Gasaustrittsrohr des Gasbehälters nicht weit von der Stelle, wo es in den Gasbehälter ein- mündet, zertrümmert. Aus der hierdurch entstandenen Oeffnung des Gasbehälters trat Gas aus. Es wurde dabei entweder durch die Flamme der ersten Explosion oder durch die bei der Zerreißung des Rohrs natur- notwendig entstandenen Funken zur Entzündung gebracht. Da sehr viel Gas ausströmte, die Oeffnung war 65 Zentimeter groß — entstand nun eine sehr große Flamme, die an der Außenwand emporschlug. Die Höhe dieser Flamme wird von Zeugen mit 30 bis 50 Meter angegeben, die Breite mit etwa 5 Meter. Fest steht, daß die Flamme höher schlug, als sich die innere Scheibe des Behälters befand, die das unten befindliche Gas von der oben befindlichen Luft trennt. Die große Flamme schlug etwa fünf Minuten lang an d e m Behälter empor und brachte die aus verhältnismäßig dünnem Blech bestehenden Wandungen des Behälters z u m Glühen. Hierdurch ist die Dichtung zwischen Scheibe und Behälterwand im Inneren des Behälters unwirksam geworden, so daß Gas aus dem unteren Teile des Behälters in den oberen mit Luft ungefüllten Teil gelangte. Hier bildete sich ein explosives Gas - Luft-GeMifch, das durch die heiße Wandung des Kessels zur Explosion gekommen ist. kr ästen werde eine Erhöhung eintreten, da zehn Luftgeschwader zur Vervollständigung des Heimat-Verteidigungsplanes erforderlich feien. Lloyd George gründet eine neue Partei. London. 15. Febr. (TU.) Die „Walliser Liberale Partei", eine neue Oppositionspartei, wurde am Dienstag im Unterhaus gegründet. Ihr Präsident ist Lloyd George, der sich damit zum ersten Male wieder aktiv an der Parteipolitik beteiligt. Die Gruppe besteht aus zehn Walliser Abgeordneten, von denen sechs den Samuel-Liberalen, einer den Simon-Liberalen und drei der ursprünglichen Lloyd-George-Gruppe angehören. Die Partei be-- schloß, das sozialistische Mißtrauensvotum, das am Donnerstag eingebracht wird, zu unterstützen. Die Beteiligung von sechs Samuel-Liberalen ist insofern bemerkenswert, als diese Partei dadurch sechs weitere Mitglieder an die Opposition verliert, nachdem sie vor kurzem beschlossen hatte, die Regierung vorläufig zu unterstützen. Das Attentat auf Roosevelt. Noch keine Klarheit über die Motive Zangaras. Miami, 16. Febr. (WTB.) Die Vernehmung Guiseppe Zangaras, die immer noch andauert, hat bis jetzt keine Klarheit über die Motive seines Anschlages auf Roosevelt gebracht. Zangara spricht die Landessprache nur gebrochen, behauptet aber, naturalisierter amerikanischerDürger zu sein. Er scheint sich über die Bedeutung feiner Taten im klaren zu sein. Sein Benehmen erinnert an das eines Menschen, der sich geistig nicht i m Gleichgewicht befindet. So hat er u. a. erklärt, daß eine große Operationsnarbe in der Rabel- gegend sich bisweilen zusammenziehe und ihm solche Schmerlen verursache, daß er nicht mehr Herr seiner Sinne sei. Während dieser Zustände beherrsche ihn der blinde Trieb, irgendeinen Menschen zu töten. Dann wieder hat er behauptet, er habe einen Haß auf die Regierung, weil er schon von Kindesbeinen an schwere Arbeit habe verrichten müssen, statt sich auf der Schule Kenntnisse zu erwerben. Zangaras Vernehmungen haben ergeben, daß er vor zehn Jahren plante, ein Attentat auf den König von Italien zu verüben. Wie er angibt, ist es ihm damals nicht möglich gewesen, sich durch die Menschenmenge bis in die Rähe des Königs durchzudrängen. — Der Leiter der amerikanischen Geheimpolizei, Morgan. teilt mit, daß sich Zangara als A n a r - ch i st zu erkennen gegeben habe, der sich den Anarchisten Leon C z o l g o s z. der im Jahre 1901 den Präsidenten Mc. Kinley ermordete. zum Vorbild genommen habe. Der Reichspräsident und dieReichs- regierung haben den deutschen Botschafter in Washington beauftragt, dem Präsidenten Hoover ihre Genugtuung über das Mißlingen des Attentates auf Roosevelt zum Ausdruck zu bringen. Kleine politische Nachrichten. DaS 2 e i ch s g e r i chpt hat auf die Beschwerde des „D o r w L r t-s" hin entschieden, daß das vor etwa 14 Tagen erfolgte dreitägige Verbot des sozialdemokratischen Zentralorgans, das wegen der Veröffentlichung des sozial- demokratischen Wahlaufrufes erlassen worden war. zu Anrecht ergangen sei. und deshalb aufgehoben werde. • Durch Verfügung des Regierungspräsidenten in Düsseldorf ist das Verbot der kommunistischen Tageszeitung „Freiheit" in Düsseldorf und „Ruhr - Echo" in Essen mit ihren Blättern, das vom 1. bis 23. Februar befristet war, u m die Hälfte verkürzt worden, so daß die genannten Zeitungen am 15. d. M. wieder erscheinen konnten. • Der Polizeipräsident von Berlin hat die im Llllstein-Verlag erscheinende Zeitung „T e m p o" bis zum 23. Februar verboten. Anlaß zu diesem Verbot hat eine Rotiz „Verstimmung in der Burgstraße, Aktien unter Druck" gegeben, die offenbar bewußt eine falsche Darstellung der Dörsentendenz gab, die geeignet ist. das Vertrauen größerer Kreise der Bevölkerung in die Zielsicherheit und Richtigkeit der Aegie- rungsmaßnahmen zu erschüttern,und damit bei der augenblicklichen gespannten Lage lebenswichtige Interessen des Staates $u gefährden. Der Reichskommissar für das preußische Ministerium des Innern Reichsminister Göring hatte mit dem Regierungspräsidenten von Aachen S t i e l e r eine grundsätzliche Aussprache, in deren Verlauf Reichsminister Göring den Regie- „Gern!" Sie zögerte. „Ich habe Angst, es Ihnen zu sagen." Er legte leise seine Hand auf ihren Arm. „Ist es so schlimm?" „Ja! Sehr schllmm! Ich habe gestohlen!" „Gestohlen? Lind warum sagen Sie es mir?" Sie senkte den Kopf. „Well ich Vertrauen zu Ihnen habe. Weil ich es wieder gutmachen will. Es war eine Dummheit von mir. es zu tun. Aber ich konnte nicht widerstehen. Lind dann kamen Sie. Sie halfen mir. Es ging alles so leicht." „Ich habe Ihnen geholfen?" „Ja! Sie haben mir geholfen. Ohne Sie hätte ich es nie fertig gebracht, ohne Sie hätte ich nie den Mut dazu gefunden. Sie sind schuld daran, daß ich gestohlen habe!" „Was haben Eie denn gestohlen?" Tränen traten ihr in die Augen. Ihre Stimme zitterte. „Das Auto." „Dieses Auto? Diese blaue Limousine?" Sie nickte. „Werden Sie mir helfen? Ich will auch alles tun, was Sie von mir verlangen." „Alles?" „Alles!" Plötzlich nahm Robert von Haugh ihren Kopf in seine Hände und küßte sie auf den tränenfeuchten Mund. Willenlos lag sie in seinem Arm. Dann riß sie sich los. „Was erlauben Sie sich?" „Ich habe Sie bestraft." „Eie haben mich nicht zu bestrafen!" „Wäre es Ihnen lieber, wenn der Eigentümer des Wagens Sie so büßen ließe?" Ihre Augen blitzten zornig auf. „Bestimmt! Er hat wenigstens ein Recht dazu!" Da nahm Robert von Haugh sie zum zweiten Male in seine Arme und küßte sie immer und irymer wieder. „Aber...." „Schweig'!" sagte er und verschloß ihren Mund mit Küssen. „Ich habe mich schon die ganze Fahrt über auf dieses Geständnis gefreut. Schon, als ich Ihnen die Tür des Wagens öffnete." Sie war fassungslos. „Ja, wußtest du denn, daß der Wagen nicht mir gehört?" „Ratürlich!" „Woher?^ Er lächelte: „Well eS mein Wagen iftr Kinder. Von Hans Riebau. „Wenn ich vier Wochen ganz artig bin", erzählt Ilse, „bekomme ich ein Fahrrad. Aber ich glaube, so lange kann ich gar nicht artig sein." »Och", zuckt Peterle die Achsel, „nicht so schlimm. Mein Vater hat mir auch so was gesagt. Lind dann habe ich zwei Fensterscheiben eingeworfen, die Lisa verhauen und die ganze Erdbeermarmelade aufgegessen. Lind als die Zeit rum war, habe ich das Brüderchen doch gekriegt." e Die Mutter räumt das Wohnzimmer auf. Die Mutter hat es eilig. Martha, das Mädchen, wischt Staub. „Martha", ruft die Mutter, „gehen Sie doch mal schnell in den Garten, sehen Sie nach, was die Kinder machen und sagen Sie, wenn sie nicht sofort damit aufhörten, käme ich selbst!" • Klaus wird zu Bett gebracht. „Ach", seufzt er, „ich möchte mal träumen." „Träumen?" lacht die Mutter, „weißt Du denn überhaupt, was ein Traum ist?" „'türlich", sagt Klaus, „ein Traum ist Kino, wenn man schläft." « Herbert ist zum Schlittschuhlaufen gewesen. Herbert kommt erst um zehn Llhr, als es längst dunkel ist, nach Hause. „Llnerhört", sagt der Vater, „so spät zu kommen! Als ich so alt war wie Du, hat mein Vater streng darauf geachtet, daß ich abends um neun Llhr im Bett lag." „Ra", verzieht Herbert den Mund, „da muß Dein alter Herr ja ein vorsintflutlicher Pädagoge gewesen sein." „Llnerhörte Frechheit!" ruft der Vater, und seine Stimme zittert vor Erregung, „mein Vater war ein hundertmal besserer Pädagoge... als Deiner." Der Lehrer nimmt die Personalien auf. „Harne?“ „Gustermann." „Vorname?" „Peter." „Religion?" „Zwei bis drei." rungSpräsidenten in Anerkennung seiner Amtsführung ersuchte, sein Amt weiter fort» zuführen. Die Beurlaubung des Regierungspräsidenten von Aachen ist damit aufgehoben. Die Kommissare des Reiches haben beschlossen, den Landrat a. D. S a r r a z i n in Kassel zum Polizeipräsidenten in Bochum zu ernennen. Die Kreuzer „Leipzig" und „Emden" werden Ende des Monats auf Befehl des Chefs der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Rael^r zur Durchführung artilleristischer Erprobungen im Atlantik von Wilhelmshaven auslaufen. Die Rückkehr der beiden Schiffe ist für Mitte März vorgesehen. e Oekonomierat Dr. Schi ft an hat in freundschaftlicher Vereinbarung mit der Leitung der DVP. seine Beziehungen zur Parteiorganisation gelöst. Der Grund zü dieser Entscheidung liegt in der verschiedenartigen Beurteilung wirtschaftlicher Einzelfragen zwischen Schiftan und der Gesamtpartei. * Die belgische Regierung hat sich entschlossen, dem Wunsche des Königs zu enriprecyen und weiter im Amte zu bleiben. / Kunst und Wissenschaft. / Sie Vorgänge in der Preußischen Akademie der Künste. Berlin, 16. Febr. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichskommisfar für das preußische Kultusministerium Rust hatte den Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste Max v. Schilling ersucht, eine Stellungnahme der Akademie zu einer Frage herbeizuführen, die für ihn von entscheidender Bedeutung seü> Heinrich Mann, der Vorsitzende der Abteilung für Dichtkunst an der Akademie der Künste, hatte einen Aufruf mitunterzeichnet, der mehrere Tage lang an den Berliner Anschlagsäulen angebracht war. In ihm wurde zur Bildung einer einheitlichen Front der SPD. und der KPD. aufgerufen, damit man nicht in der Barbarei versinke. Deo Aufruf schloß mit dem Appell: Setzt die Verantwortlichen unter Druck! Der Reichskommissar führte gegenüber dem Akademiepräsidenten aus, daß er für die Haltung des Vorsitzenden der Abteilung für Dichtkunst die Körperschaft als solche verantwortlich machen müsse, und zunächst an die Aufhebung der Dichterabteilung gedacht habe. Deichskommissar und Akademiepräsident kamen dann darüber überein, daß zunächst die Gesamtakademie selbst Gelegenheit haben müsse, zu dem Verhalten Heinrich Manns Stellung zu nehmen. Demgemäß berief der Präsident beschleunigt eine Vollsitzung i>er. Akademie für den gleichen Tag ein. Diese Sitzung wurde nach § 23 der Akademiesatzung durch einstimmigen Beschluß für vertraulich erklärt. Außerhalb der Sitzung jedoch fand eine Aussprache zwischen dem Präsidenten und Heinrich Mann statt. Hierbei erklärte Heinrich Mann sich bereit, sein Amt als Vorsitzender der Abteilung für Dichtkunst nieder zulegen und aus der Akademie auszuscheiden. Cr erkannte dabei an, daß der Präsident nicht anders habe handeln können, da er an das Wohl und das Bestehen des Ganzen denken müsse. Im Verlaufe der Sitzung erklärte auch Stadtbaurat Martin Wagner seinen Austritt aus der Akademie. Bereits am gestrigen Rachmittag hatte sich Frau Professor Käthe Kollwitz entschlossen, auf ihre Mitgliedschaft in der Akademie zu verzichten. Friedrich Schnack im Insel-Verlag. Der Dichter Friedrich Schnack, dem wir eine Reihe schöner Vers- und Prosabücher wie „Das blaue Geisterhaus", „Die Orgel des Himmels", „Sebastian im Wald", „Goldgräber in Franken", „Das Leben der Schmetterlinge" verdanken, ist mit seinen bisherigen und künftigen Werken aus dem Verlag von Jakob Hegner in den Insel-Verlag, Leipzig, übergegangen. „Wie heißt das zehnte Gebot?" fragt der Lehrer. „(Sie sollen nicht begehren Ihres Höchsten Weib", sagt Heino. „Erstens", lächelt der Lehrer, „ist das nicht bad zehnte Gebot, und zweitens: Warum sagst Du „Sie"?" „Ich darf doch", stotterte Heino, „ich darf doch nicht Du zu Ihnen sagen." Zeitschriften. — Im Februarheft der „Deutschen Zeitschrift" (Callwey, München) tritt u. a. Paul Al« oerbes im Leitaufsatz „Vom Trost der Dichtung" der einseitigen und überhitzten Forderung entgegen, daß es heute einzig und allein Ausgabe der deutschen Dichter und Schriftsteller sein dürfe, ihre Kräfte sich in der „politischen Provinz" auswirken zu lasten und daß die „ästhetische Provinz" heute keine Existenzberechtigung habe. W. A. Briccius stellt nüchtern sachlich fest, daß wir noch mit einer „fortdauernden Wirt« schaftsdepression" zu rechnen haben. Karl Megerle mahnt in seinem Beitrag „Kamps um Oesterreich" eindringlich, Oesterreich als einen „deutschen Eckstein" zu erhalten. Die lebendig wiedergegebenen „Ein» drücke aus Sowjetrußland" von Hanns Braun, die Erzählung „Mary" von I. Schmeljow, die Erfahrungen eines Teilnehmers an einem Arbeitsdienstlager, die kritische Fllmübersicht von W. Petzet u. a. m. runden den Inhalt des vielseitigen Heftes ab. — Das Februarheft der „Zeitwende" (C. H Deck'sche Verlagsbuchhandlung, München! bringt Bismarcks letztes Gebet für Deutschland wenige Tage vor seinem Ende. Seine Tochter, die im Hebenzimmer für ihn wachte, hörte es durch die offene Tür. Der Wortlaut wird jetzt von Professor A O. Meyer zum erstenmal mitgeteilt In seiner eindringlichen Schlichtheit bildet dieses Gebet einen ergreifenden Abschluß der bedeutsamen Ausführungen A. O. Meyers über „Bismarcks Glaube im Spiegel der Losungen und Lehrtexte", die uns neue tiefe Einblicke in Bismarcks Innenleben gewähren. — Eröffnet wird das Heft durch eine Betrachtung von Paul Althaus Über „Die Wirklichkeit Gottes", hinter der ganz unmittelbar die Wirklichkeit des heutigen Lebens steht. — AuS dem übrigen Inhalt des Heftes seien noch Werner Betckes „Gedanken zur Wirtschaftsethik" und Rudolf Steglichs Beitrag über „Die Christusgestalt in der deutschen Passionsmusik" hervorgehoben. n9 M f°n, th- c. juW btt Wü^'W; L'S^ >° "fti <•4*1.6 ssenschch. 19t Kd«»i«K. iflar ft* !1 ^lt< ben «banie btt B, «»eMuJS* btt te*? oet Bedeutung |n. fhöenb« der W^, kademie der ftünfb unterzeichn^ kn 'Serliner 2^ Jn ijm wurde zur 1 l$cn Front ®. aufgecufen, da- «w bctünfe. Deo r. beht die Deraiü- rie gegenüber dem »«für die Haltung Dichtkunst lotche derant. und zunächst ar. die Teilung gedacht höbe, emiepräsident lamtn zunächst bi« ©e« Gelegenheit haben Ulrich Manns Etel« Mgemäh beries der Botlsitzung der Ala-. J ein. Diese Sitzung miesahung durch ein* traulich erllärt. >och sand eine Aus- sidenten und Heinrich : Heinrich Mann Vorsitzender der Ab- der^ulegen und szu/cheiöen. Sr räslöent nicht anders an das Wahl und äen müsse. 2m Bei- ch Ltadtbaurat War- itt aus der Akademie, littag hatte sich Frau >itz entschlossen, aus Aadenne zü oer- Insel-Verlag. Schnack, btm nur Prosabücher wie „Dar es der Himmels', „Stier in Franken', „Dar rdanken, ist mit seinen •rfen aus dem Verlag Jnsel-Derlag, Leipzig, 'wF^agTS M Ihres «« rer, .ist da« nicht das z. Darm sagst Stirn,. leit S'H; \ tritt u.a. pam «Sä «"sii Sh* ®pW »eiSS r"Lorti“ifld Megerle Oesterreich, an 5r|flij. .ZeitweK^ bet mde. ^,es d^ toachte.b°?vonPls' i* , heit b^Lts< N Er b a)l3^d ■r8 über Sterte. mgen inBisma^stdüch Eird das Sie Älthau^Btc^ 'tot ganz, Lebens E ferner Aus der Provinzialhauptfladt. Der ermäßigte Gepäcktarif für Warenproben und Musterkoffer. Dach einer der Industrie- und Handelskammer Siesten von der Reichsbahndirektion Frankfurt am Main zugegangenen Mitteilung werden durch Beschluß der Ständigen Tariflommifsion die Tarifbestimmungen im Deutschen Eisenbahn-Personen- und Depäcktarif Teil I zu einem noch besonder« bekanntgegebenen Zeitpunkt geändert. Die Ermästigung wird künftig nicht nur auf Geschäftsreisende, die Warenproben und Musterkoffer mit sich führen, beschränkt, sondern allen Geschäftsreisenden gewährt, die Warenproben und Muster i n Koffern, Korben, Taschen, Stommeln, Kartons oder anderer handelsüblicher Der- Packung mit sich führen müssen. Hierzu zählen auch die Gegenstände, die zur Vorführung der Warenproben und Muster notwendig sind. Jedes Gepäckstück, für das die Ermästigung beansprucht wird, muh mit einem deutlichen, dauerhaften Kennzeichen (Buchstabe, Dummer, Firmenbezeichnung oder Wortmarke) versehen sein. DaS Gepäckstück muh die Kennzeichnung selbst tragen. Die Kennzeichen dürfen sich nicht auf Dellebezetteln oder Anhängern befinden, auf besonderer Tafel nur, wenn diese auf dem Gepäckstück fest angebracht ist. Alle Gepäckstücke eines Reisenden — soweit er für mehrere Firmen tätig ist, alle Gepäckstücke für dieselbe Firma — müssen das gleiche Kennzeichen tragen. Diese Aen- derung der Tarifbestimmungen zieht eine Aen- derung des Vordrucks der Bescheinigung zur Erlangung des ermäßigten Tarifs nach sich. Von dem noch bekanntzugebenden Tage des Inkrafttretens der Tarifänderung ab dürfen nur die neuen Vordrucke verausgabt werden. Spende für die Winternothilfe. Bei der Geldspenden-Sammel stelle des Gießener Anzeigers für die Gießener Winternothilfe wurden von Herrn Karl Jäckel, Landgrafenstraße, als dritte Rate 10 Mark für das Winterhilfswerk eingezahlt. Weitere Spenden werden jederzeit mit Dank angenommen. Vornotizen. — Aus dem S t ad 11 h e a te r b ur e a u wird uns geschrieben: Heute, von 20 bis 23 Uhr, 19. Vorstellung im Freitag-Abonnement „Das DreimädetlhauS", Operette in drei Akten mit Musik nach Franz Schubert: Spielleitung: Wrede-Moehl-Väulke. Operettcnpreise. Schülerkarten haben Gültigkeit. — Die letzte Aufführung von Shakespeares „Hamlet" morgen, 15 45 Uhr. Da die Nachfrage nach Karten zu der als SchülervorsteNung geplanten Aufführung auch aus den Kreisen der übrigen Theaterbesucher sehr groß ist, hat die Intendanz die Schülervorstellung zur Volksvorstellung erweitert- Spieldauer von 15 45 bis 19 Uhr. Für Schüler Schülerpreise, für Erwachsene Vollsvorstellungs- preise. — Die nächste Wiederholung der Operette „Das Dreimäderlhaus" findet am Sonntag, 19. Februar, 18.30 Uhr, als Fremdenvorstellung ?u ermäßigten Opereltenpreisen statt. Schülerarten haben Gültigkeit. Ende 21-30 Uhr. » •• Evangelische Pfarrpersonalie. Durch die evangelische Kirchenregierung wurde dem Psarrverwalter Wilhelm Seemann zu Schwickartshausen bei Nidda der Charakter als Pfarrer erteilt. ** Eine Siebzigjährige. Am morgigen Samstag kastn Frau Elise Behrens, wohnhaft Asterweg 16, in geistiger und körperlicher Frischs ihren 70. Geburtstag feiern. *• Arbeitsjubiläum. Heute sind es 25 Iahre, daß der Schneider Hermann Becher, Dammstraße 43 wohnhaft, bei der Firma W. Engelhardt, Plockstraße, beschäftigt ist. •• Forstpersonalie. In den Ruhestand versetzt wurde der Förster Iohann Valentin Dayerer zu Gontershausen auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April 1933 ab. •* Schwurgerichtstagung in Gießen. Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen wird am Dienstag und Mittwoch nächster Woche in Gießen Sitzungen halten. An beiden Tagen stehen Anklagen wegen Meineids zur Verhandlung. ** Kontingentierung der Schächtun- ?en in Hessen. Der Hessische Landtag hat eschlossen, die Schächtungen in Hessen nach dem Bedarf der rituellen Bevölkerung zu kontingentieren. Die Negierung hat nun an die Kreis- ämter die Aufforderung gerichtet, ihr bis zum 1. März den Entwurf einer Polizeiverordnung über die Kontingentierung der Schächtungen zugehen zu lassen. ** Tagung des hessischen Gustav- Adolf-Dereins in Friedberg. Der Vorstand des Hessischen Hauptvereins der Gustav- Adolf-Stiftung beschloß in seiner letzten Sitzung, die diesjährige Hauptversammlung am 9. und 10. Iuli in Friedberg abzuhalten. Zu dieser Hauptversammlung werden bedeutende Vertreter der Gustav-Advlf-Sache aus dem In- und Ausland erwartet. Große Strafkammer Gießen. * ® i e ß e n, 14. Febr. Im August v. I. war an einem Sonntagmorgen in der Südanlage an der Stelle, an der die Bismarckstraße auf die Anlage stoßt, ein Kraftwagen mit einem aus südlicher Richtung lommenßen Motorrad zusammengesto- ßen. Durch den Zusammenstoß wurde der Motorradfahrer, ein junger Mann von etwa 20 Jahren, in weitem Dogen auf die Straße geschleudert und dabei so schwer verletzt, daß ihm in der Klinik ein Bein abgenommen werden mußte. Sein Mitfahrer, der ebenfalls einige Meter weit geschleudert wurde, kam mit inzwischen verheilten Verletzungen davon. Wegen fahrlässiger Körperver- Ici/ang in Tateinheit mit Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Kraftfahrzeugverordnung hatte sich heute der Führer des Kraftwagens, ein damals seit längerer Zeit im Dienste eines Auto Vermieters stehender Berufskraftfahrer, zu verantworten. Zu seiner Verteidigung gab er an, daß der Motorradfahrer den Zusammenstoß dadurch verschuldet habe, daß dieser auf der falschen Straßenseite und mit großer Geschwindigkeit gefahren wäre. Durch die zahlreichen Zeugen wurde aber dem Angeklagten das Gegenteil nachgewiesen. Der Angeklagte hatte beim Einbiegen von der Dismarckstraße in die Südanlage, Richtung Frankfurter Straße, die Kurve scharf geschnitten. Anstatt daß et, wie vorgeschricben, um auf die rechte Fahrbahn zu kommen, die Kurve im weiten Bogen genommen hat, hat er beim Einbiegen in die Sudanlage die jedem Kraftfahrer geläufigen und von ihm genau zu beachtenden Fahrregeln nicht beachtet, obwohl er gerade vermöge seines Berufes zur erhöhten Sorgsaltspflicht gesetzlich verpflichtet war. Ein Zeuge bekundete, daß der Zwischenraum zwischen dem linken Bordstein am Gymnasium und dem von dem Angeklagten gesteuerten Kraftwagen so schmal gewesen wäre, daß nicht einmal ein Radfahrer hätte dazwischen durchfahren können. Bei Beachtung der im Interesse der Verkehrssicherheit erlassenen Vorschriften feilend des Angeklagten wäre der Zusammenstoß vermieden worden. Mit Rücksicht auf die Schwere des Verschuldens und die Folgen seiner Pflichtvergessenheit war das Gericht der Ansicht, daß der Strafzweck durch eine Geldstrafe nicht zu erreichen sei, und verurteilte den Angeklagten, dem inzwischen wegen seiner Unzuverlässigkeit durch die Verwaltungsbehörde auch der Führerschein entzogen worden ist, zu 3 M 0 n a - ten Gefängnis. Amtsgericht Gießen. Aus dem Oberbayerischen stammend, ohne festen Wohnsitz und Erwerb, ledig, 29 Iahre alt, 6 6 mal vorbestraft, darunter zirka 40maI wegen Bettelns und Landstreicherei, am 23. (Januar d. 3. aus der Zellenstrafanstalt in Butzbach entlassen, bereits am folgenden Tage wiederum wegen einer unter sehr erschwerenden Umständen in Gießen in der Nähe des Polizeigebäudes am gleichen Tage verübten Bettelei festgenommen und am 14. d. M. deswegen zu der hochstzulässigen Haft strafe von 6 Wochen verurteilt. So ungefähr würde ein Auszug aus der Konduitenliste des Angellagten lauten. Dieser hatte bettelnd bei einer Frau an der Flurtüre vorgesprochen. Nur aus Angst, wie sie selbst als Zeugin erklärte, ließ sie ihn in die Küche ein und bewirtete ihn dort. Während der Bewirtung erklärte er ihr, um sie gebefreudiger zu machen, allerlei Märchen, so wollte er in einem benachbarten Ort seine Frau in einer Scheune sterbend zurückgelassen haben. Nach der Bewirtung benahm er sich anders, er rief ihr zu, sie wisse wohl nicht, wen sie bewirtet habe, er sei ein Räuber und Dieb, wenn sie ihm nichts gegeben hätte, würde er ihr mit dem Messer den Hals abgeschnitten haben und deutete dabei in nicht mißzuverstehender Weise auf seine Tasche. Die Frau enthielt sich eines Strafantrags: sie tat aber im Interesse der Allgemeinheit das einzig richtige, namentlich um andere vor ähnlichen Vorkommnissen zu bewahren. Sie ließ zunächst den Bettler ziehen, ohne ihn irgendwie zu behelligen, dann aber meldete sie den Vorfall unter einer Personalbeschreibung des Täters sofort der Polizei, der es gelang, ihn alsbald zu verhaften. Neben der Strafe erkannte das Gericht auf Ue&ertoeifung an die Landespolizeibehörde, die dadurch befugt ist, diesen gewalttätigen Menschen bis zu 2 Iahren in einem Arbeitshaus oder dergleichen unterzubringen und auf diese Weise die Bevölkerung, wenigstens auf einige Zeit, vor ihm und seinen Brutalitäten zu schützen. Drei Polizeiwachtmeister fuhren in einer Nacht auf Fahrrädern durch die Stadt, und zwar aus dienstlichen Gründen ohne brennende Laterne. Ein junger Mensch, der ihnen begegnete, rief sie mit den Worten: „Ihr Bauern" an. Der von dem Angeklagten bestrittene Wortlaut der Aeußerung ist durch beeidigte Zeugnisse einwandfrei nachgewiesen. Auch ihr beleidigender Charakter steht außer Zweifel, und er konnte mit seiner Verteidigung nicht gehört werden, er habe nur sagen wollen, auch die Bauern dürften bei landwirtschaftlichen Fahrten ihre Fuhrwerke bei Dunkelheit unbeleuchtet lassem Der von ihm angeblich beabsichtigte, übrigens kaum zutreffende Vergleich hätte, um straflos zu sein, in ganz andere Worte gekleidet werden müssen. So aber erhielt der Angeklagte wegen Beamtenbeleidigung eine Geldstrafe von20Wark. Strafmildernd kam in Betracht, daß er immerhin über die unterlassene Beleuchtung, die Gefahren für die Passanten in sich geborgen habe, ungehalten gewesen sein mag. Ein schon einige Male verwarnter, auch wegen der nämlichen Uebertretung vorbestrafter Fabrikant wurde wegen Störung der Sonntagsruhe zu einer Geldstrafe von 10 Mark verurteilt. Er hatte an einem Sonntagbormittag sein Auto für eine Fahrt am Nachmittag reinigen lassen. In der Verhandlung suchte er einen Notstand zu konstruieren, widersprach sich aber in seinen eigenen Angaben derart, daß von einem solchen keine Rede sein konnte. Daß er den Knecht für seine Arbeit besonders entlohnte, änderte an der Uebertretung nichts. OberheUche provinzia'I-rgung der Zei ttumspariei. WSN. Friedberg, 16. Fcbr. Die Zentrumspartei Oberhessens ocrar.ftaCcte hier als Auftakt für die kommende Wahl eine gutbesuchte Vertretertagung, die von dem Land- tagSabgcorbneten Weck 1 er (Rackenberg) geleitet wurde. Reichstagsabgeordneter Dr. B 0 ck i u s (Mainz! hielt ein Referat über die politische Lage, in dem er die Zentrumspolitik der letzten 14 Iahre verteidigte, die eine Opferpolitik zur Rettung der deutschen Einheit gewesen sei. Durch die Wahl vom 5. März müsse eine Mehrheitsbildung ohne Zentrum unmöglich gemacht werden. Da bei den jetzigen Regierungsparteien in entscheidenden Fragen gegensätzliche Au sassungen beständen, erwachse bei der Inangriffnahme praktischer Maßnahmen die Gefahr scharfer Spannungen. Zur Frage des Vollstreckungsschutzes bemerkte der Redner, daß' er in der Hauptsache wieder dem ost- elbischen Großgrundbesitz zugute komme. Die Parole des Zentrums sei auch in der Zukunft der Kampf für christliche Kultur und soziale Gerechtigkeit. Oer Darmstädter Volksbankprozeß. WSN. Darmstadt, 16. Febr. In der heutigen Sitzung des Dolksbankprozesses wurde das Verfahren gegen den Angeklagten Krämer wegen Erkrankung zunächst abgetrennt. Auf Anregung des Zeugen Mager beschloß das Gericht, diesem Einsicht in die früher von ihm geführten Bücher über die Effektengeschäfte des Direktors Becker zu gewähren und dadurch älnklarheiten zu beseitigen. Die weiter als Zeugen vornommenen Bankbeamten Fink und D a tz bestätigten im wesentlichen die Aussagen der früher gehörten Bankangestellten über die Ekfek- tengeschäfre des Vorstandes und einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Anschließend wurden bann vom Vorsitzenden die großen Konten bei der Volksbank einer eingehenden Darstellung unterzogen unter besonderer Herausarbeitung der starken Differenz zwischen Kredit und Sicherheit. Diese Darstellung soll am Freitag fortgesetzt werden unter näherem Eingehen auf die Konten der verschiedenen Baugenossenschaften. Die Welt des Spielzeugs. Oie Stadt Sonneberg veranstaltet eine Ausstellung. Von $. W. Henrich. Die im Mittelalter sehr wichtige und stark belebte Handels* und Heerstraße von Nürnberg nach Leipzig führte über den Südthüringer Wald hinaus zuin Rennsteig. Steinfabrikation war die älteste Industrie der Waldbewohner. Schiefertafeln, Marmelsteine und Griffel kommen daher. Steiner, Kohler, Scheier, Horn, Löffler, Schindhelm, Sieder, Schelhorn heißen die Leute heute noch. Viele tragen Tiernamen: Wolf, Geyer, Eichhorn, Haas, Specht, Rebhan usw. Ackerbau ist nur wenig da. Da die Nürnberger auch allerhand Spielzeug nach Leipzig brachten, machten sich das die Waldbewohner zunutze und beteiligten sich an der Anfertigung von Holzpuppen, den sogenannten Docken. Dann stellten sie auch Spanschachteln her, geschnitzte und bemalte Reiter, Pferdchen, Schäfchen, Wiegen, Engel, Wägelchen, Esel und Soldaten. Das trug doch wenigstens etwas Verdienst in die armseligen Hauser, in denen die kinderreichen Familien lebten. Von Geschlecht zu Geschlecht verstärkte sich der Sinn für die H e r ft e 11 u n g p 0 n Spielzeug, die reizvoller war als die Anfertigung von Tellern, Schüsseln, Lotteln, Mehlkübeln, Salzmetzen und Schindeln. 1735 ist Kinderspielzeug in einigen dreißig Mustern in Sonneberg, der heutigen südlichsten Kreisstadt Thüringens, vertreten, das damals schon jährlich zwölftausend Zentner an Gütern, aber nicht nur Spielwaren, nach auswärts lieferte. Immer mehr neue Berufe entstanden, die Kuckucksmacher, die Drechsler, die Geigenmacher, die Trom- melmacher, die Wägeleinsmacher, die Schisflein- schnitzer, vor allem die Bossierer, die Wismuthmaler, die Dockenmacher, die Holzmaler usw. Das alles neben der Glasindustrie und der Fabrikation von Christbaumschmuck. 1807 erfand Johann Friedrich Müller das Papiermache, eine Mischung von Mehl, Leim und Papier, das sich be- sonders für die Herstellung von Puppen- und Tierbälgen eignete. Zu den bisherigen Berufen kamen nun die „Drücker", Augeneinsetzer, bann Kartonmacher, Modelleure, Packer, Einbinder und nicht zuletzt der Frachtfuhrmann. Ende des 18. Jahrhunderts kamen jährlich etwa 160 000 Taler Geld ins Land, davon über 80 0 00 Taler f ü r Spielwaren allein. Die Arten des Spielzeugs wurden immer mannigfaltiger. Nun wurden auch Pfeifen, Flöten, Waldhörner, Nußknacker, Dukatenmännchen herge- ftellt. 1826 stieg der Absatz auf 18000 Zentner von etwa tausend Arten Spielzeug. Don 1851 an nahm die Puppe eine besondere Stellung ein. Die Leistungsfähigkeit Sonnebergs wurde auf den Weltausstellungen 1893 in Chicago, 1900 in Paris, 1904 in 6t Louis und 1910 in Brüssel durch Kollektivgruppen erwiesen. Zu den neueren Arten Spielzeug gehören dann die mechanischen, die Brett- und Kuousspiele, die Baukästen, Attrappen (Behälter für Konfekt usw.) und schließlich Masken und Karnevalsartikel, ferner die gestopften Tiere, vor allem Teddybären, Groteskpuppen für die Sofaecke. 1913 hatte die Weltproduktion an Spielzeug einen Wert von 230 Millionen erreicht: Sonneberg stellte davon für 45 Millionen Mark Spielzeug her. Die Inflationszeit wurde für den Export besonders gün- ftig. Heute liegt die Südthüringer Spielzeugindustrie, an der die Sonneberger Bevölkerung zu 90 Prozent beteiligt war, schwer darnieder. Sonneberg besitzt aber einen kostbaren Schatz, das Deutsche Spielzeugmuseum, in dem über hunderttausend Artikel ausgestellt sind, das bedeutendste Museum dieser Art, das es auf der Welt gibt, und das Spielzeug aus allen Zeiten, vom altägyptifchen Pferdchen bis zur modernsten Künstlergruppe und aus aller Herren Ländern besitzt. Amerikaner, Engländer, Holländer waren bis in die jüngste Zeit alljährlich nach Sonneberg gekommen, um sich neue Muster an Spielzeug an- zuschauen und die Ware zu bestellen. Jetzt ist es still geworden. Die Not sitzt in den Häusern. Der Hunger fordert seine Opfer. Der Kreis Sonneberg mit seinen 80 000 Einwohnern ist Not gebiet geworden. Eine „Sonneberger Spielzeug- schau 1 9 3 3 mit Sonderausstellung" wird dieses Jahr in Sonneberg unter dem Protektorat des Reichspräsidenten v. Hindenburg von April bis September veranstaltet. Sie soll auf die südthüringer Spielzeugindustrie besonders Hinweisen und wird vor allem das Spielzeug zeigen, das in Südthüringen hergestellt wird. Man wird da staunen über die Vielfältigkeit des Sonneberger Spielzeugs. Die angefchloffene Sonderfchau wird Produkte der bedeutenden Glasindustrie, der Porzellanfabrikation und der Christbaumschmuckherstellung aufweisen und auch einen Einblick in das Schaffen der Sonneberger freien Künstler gewähren. Wer die „Sonneberger Spielzeugschau 1933 mit Sonberaußftellung" besucht, hilft der notleidenden Bevölkerung des Kreises Sonneberg; er wird aber auch neben dem Besuch der Ausstellung und des Spielzeugmuseums wahrnehmen, daß Sonneberg sich einer herrlichen Lage am Südhange des Thüringer Waldes erfreut und den Ausgangspunkt zu den reizvollsten Ausflügen im grünen herzen Deutschlands bietet. Buntes Allerlei. Wie entstehen Explosionen? Die furchtbare Katastrophe im Saargebiet hat glücklicherweise in der Geschichte unserer Katastrophen kaum ihresgleichen: die Explosion in der Landsberger Allee zu Berlin, die vor fünf Iahren vor sich ging, läßt sich an Ausmaß und Schaden mit diesem ilnglück nicht vergleichen. Aehn- lich furchtbar aber war die Explosion, die sich im Iuli 1926 in Lake Denmark im Staate der amerikanischen Union New Iersey ereignete und bei der zahlreiche Menschenopfer und ein Verlust von über 100 Millionen Dollars zu beklagen waren. Drei Ortschaften wurden damals vernichtet. Heber das Wesen dieser Vorgänge, die so ungeheure Kräfte auslösen, ist man lange im Unklaren gewesen. Die ersten ilntersuchungen stellte der große englische Chemiker Humphry Davy an. Er fand das Gesetz, daß jede Flamme als die Verbrennung einer explosiven Mischung von Gas oder Dampf und Luft zu betrachten sei. Es handelte sich nun darum, das Fortschreiten einer Flamme durch eine explosive Mischung von Gasen genau zu beobachten, um der Entstehung der Explosion auf die Spur zu kommen. Diese Versuche waren natürlich überaus gefährlich, und manches Leben ist ihnen zum Opfer gefallen. Erst der berühmte französische Chemiker Derthelot hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts die grundlegenden Untersuchungen durchgeführt, die zeigten, wie eine Explosion entsteht. Witt man die Fortpflanzung von Flammen durch explosive Gasgemische betrachten, so muß man zwei Phasen unterscheiden. Wird eine solche Mischung entzündet, so breitet sich die Flamme auf eine Entfernung von wenigen Fuß zunächst mit ziemlich gleichförmiger fangfamcc Geschwindigkeit ausO Man hat diese Geschwindigkeit beim sog. Knallgas auf 35 Meter in der Sekunde berechnet. Das ist die Anfangsstufe, die man als Entzündung bezeichnet. Hat die Flamme diese Sircae durchmessen, so gerät sie ins Zittern: die Schwankungen werden immer stärker und stärker und schwingen rückwärts und vorwärts mit Bewegungen von wachsender Aus- schlagsgroße. Dann erlischt die Flamme entweder oder sie rast nun mit einer großen, stets zunehmenden Geschwindigkeit vorwärts, und dann entsteht das, was man als „Detonation" bezeichnet. Die Vorwärtsbewegung der Flamme heißt Ex- plosionswette, und von ihr werden dann die furchtbaren Zerstörungswirkungen hervorgerufen. Derthelot hat das Gesetz aufgeftellt, daß die Geschwindigkeit der Cxplosionswelle von der Länge der durchschlagenden Gassäule unabhängig ist und daß sie für ein und dieselbe Gasmischung unter bestimmten physikalischen Bedingungen stets einen festen Wert besitzt. Wie $rou Roosevelt sechs Oinge auf einmal tut. Eine bemerkenswerte Geschäftigkeit sott die Gattin des neugewählten amerikanischen Präsi- deuten, Frau F. D. Roosevelt, nach dem Bericht eines Neuhorker Blattes entfalten. Sie ist zu gleicher Zeit Lehrerin, Leiterin eines Möbelgeschäftes, Herausgeberin einer Zeitschrift, Schriftstellerin, eine beliebte Rednerin in öffentlichen Versammlungen und Mitarbeiterin von Fürsorge-Organisationen. Keins dieser sechs Tätigkeitsgebiete hat sie aufgegeben feit der Wcchl ihres Gatten, sondern genügt den an sie herantretenden Repräsentationspflichten noch nebenbei. Das Geheimnis ihrer erstaunlichen Arbeitsleistung sieht sie selbst darin, daß sie ihre Zeit einzuteilen weiß und keine Minute untätig ist. Sie benutzt niemals den Lift in ihrem Hause, sondern rennt die Treppen herauf und herunter, weil sie findet, daß sie dann schneller vorwärts kommt. Sie besorgt alle ihre Telephongespräche selbst und lieft oder schreibt während ihrer Fahrten. Stets hat sie eine ganze Ladung von Manuskripten und Büchern bei sich und 0erfaßt viele ihrer Reden erst in der Droschke, mit der sie zu der Versammlung fährt. Im Innern der Stadt bedient sie sich mit Vorliebe der Untergrundbahn, wett sie erprobt hat, daß sie so schneller vorwärts kommt als im Kraftwagen. „Ich habe in letzter Zeit viele Briefe bekommen, die mir vorwerfen, daß ich andern Leuten die Arbeit wegnehme", sagte sie. „Aber dieser Vorwurf wäre nur dann richtig, wenn ich etwas tun würde, was auch andere tun können. Das ist aber nicht der Fall. Meine Tätigkeit an der Todhunter- Schule z. B-, wo ich sechs Stunden in der Woche gebe, hat dazu geführt, daß viele andere Arbeit erhalten haben. Die Lehrerzahl hat sich seitdem verdoppelt." Frau Roosevelt wird nur eine einzige persönliche Sekretärin mit ins Weiße Haus nehmen, Malwina Thompson, die schon seit zehn Jahren ihr bei ihren Arbeiten hilft. „Frau Roosevelt ist ihrem ganzen Temperament nach überaus beweglich und stets in einer glücklichen gleichmäßigen Laune", sagte diese Dame. „Dadurch, daß sie nur selten an sich denkt und stets nur ihre Tätigkeit im Kopse hat, wird fie den ganzen Tag über wie durch einen inneren Motor angetricbcn. Für Vergnügungen oder Einkäufe hat sie nicht viel Zeit, und wenn sie sich ihre Toiletten besorgt, so lauft sie die Garderobe für ein ganzes Iahr an einem Nachmittag." Oas vergeßliche kleine Mädchen. Ein kleines Mädchen in Nairobi (Kenialand, Ostafrika) ist der einzige Mensch, der wußte, wo sich eins der reichsten Goldfelder des neuen Gold- landcs Kakemaga befand — und unglücklicherweise hat sie den Ort vergessen. Ihr Vater ist ein Bergwerksingenieur und war mit seiner Familie zu einer Suchreise nach den Goldfeldern aufgebrochen. Er machte an verschiedenen Stellen Halt, um Gesteinsproben mitzunehmen. Seine Tochter, ein elfjähriges Kind, vergnügte sich dabei, ebenfalls solche Steine in der Timgegend zu- sammeln. Als der Vater am Abend die während des Tages genommenen Proben untersuchte, fand er nichts, was auf besonders reiche Spuren des kostbaren Wetalles führte. Aergerlich hatte er gerade seine Arbeit beendet, als das Mädchen, das unterdessen mit den von ihm gesammelten Steinen gespielt hatte, sagte: .Papa, sieh dir doch das hier mal anl“ Dabei Überreichte sie dem Vater ein Stück Quarz. Der Ingenieur erkannte sofort, daß hier .das Richtige" vorlag, nämlich das Stück goldhaltigen Quarzes, das die größte Goldmenge aufwics, das er je gesehen hatte. .Wo hast du denn das aufgelesen?" fragte er c;tfgeregt Aber die Kleine konnte ihm keine Auskunft geben. Sie hatte ihre Steine so zufällig und auf einem so weiten Gebiet gesammelt, daß eS ihr unmöglich war, sich zu erinnern, woher diese kostbare Probe stammte. Der Ingenieur hat bisher vergeblich nach der verborgenen Goldquelle gesucht an der er so nahe vorüberging. SJl.-rfpOTt Zechten im Turngau Hessen (ST.) i'Zaufcchtertag. Die Fechterschaft des Gaues Hessen (2)1.) Der» sammelie sich in Gießen zum diesjährigen Gause ch t e r t a g. Dem umfangreichen Tätigkeitsbericht des Gaufechtwarts Kühn (Friedberg) war zu entnehmen, daß das abgelaufene Jahr qualitatio einen weiteren Ausbau des Fechtsports im Gau gebracht hat. Es ist das zum wesentlichen Teil der 'erfahrenen, sachkundigen Führung und Leitung des Gaufechtwarts zu danken, dem die Fechterriege ihr Vertrauen dadurch bekundete, daß sie ihn auf weitere vier Jahre mit der Führung des Fachgebiets betreute. Bemerkenswert für das abgelaufene Jahr ist oor allem, daß nach längerer Zeit wieder ein Fechter des Gaues, W. Gerhardt (T v. 1846 Gießen), in die Kreissonderklasse aujjteigen konnte. Für den aus dem Amte geschiedenen vchrift- wart Brack (Friedberg), der eine Wiedermahl ablehnte, tritt Karl Mulch (Wetzlar) in den Gau- Fechtausschuß ein. Da die Fechtcrriege des Tv. 1860 Bad-Nauheim in diesem Jahre auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken kann, erhält Bad-Nauheim in 1933 zwei weitere fechterische Veranstaltungen des Gaues: am 2. April das Ausscheidungsfechten für Fechterinnen (Florett) und für Fechter (Degen); am ?2. Oktober den Gaumannschaftskampf in Florett. Das nächste Treffen der Fechterschast des Gaues findet am 5. März in Friedberg statt (Mittelstufen- Ausscheidung). Ehren-Gauoberturnwart Will, der bekanntlich beim nächsten Gauturntag von seiner erfolgreichen technischen Führung des Gaues zurücktritt, nahm im Verlaufe der Tagung mit herzlichen Worten Abschied oon der Fechterschaft des Gaues, nachdem ihm diese turnerischen Dank übermittelt hatte für das jederzeit Derständnisvolle Eintreten zugunsten der fechterischen Belange. Dem eigentlichen Fechtertag war ein Lehrgang für Fechter und Fechterinnen vorausgegangen, mit dem auch eine ^Interstufenprü- f u n g verbunden war. Die folgenden Prüflinge haben bestanden: Florett: Paul Ehrig (Tgm. Friedberg), G. Maier (Tv. 1860 Bad-Nauheim), Marie Hertlein (Tv. 1860 Bad-Nauhcim), Else Kühn (Tgm. Friedberg), Gretel Saitenberger (Tgm. Friedberg); Säbel: Walter Recht (Tv. 1860 Bad-Nauheim). Dor dem Deutschen Turnfest in Stuttgart. Vodensee-Iugendlager 1933. 3m Anschluß an das 15. Deutsche Turnfest 1933 in Stuttgart wird in Konstanz (Bodensee) ein Jugendlager errichtet. Die Stadtverwaltung hat entgegenkommenderweise ein großes Gelände am See zur Verfügung gestellt, unweit vom Wald. Dazu die schönste und größte Jugendherberge am See, „Moericketurm", von der man eine herrliche Aussicht auf See und Alpen genießt. Auch die Wasserfahrer der DT. werden neben der Jugend lagern und einen herrlichen Stützpunkt vorfinden. Bequem lassen sich Fahrten zu den sehenswerteren Punkten am See ausführen. Auch sonst wird Konstanz vor und nach dem Turnfest eine stattliche Zahl reichsdeutscher Turner und Turnerinnen begrüßen können. Amerikanische Turnlehrer besuchen Stuttgart. In einer Lehrerversammlung in Amerika, an der 450 Turnlehrer und Turnlehrerinnen teilnahmen, ist der Beschluß gefaßt toerben, im Juli dieses Jahres nach Deutschland zu fahren. Die Zahl der Teilnehmer steht noch nicht endgültig fest. Aber es ist damit zu rechnen, daß an der Fahrt, die zusammen mit dem Amerikanischen Turnerbund unternommen wird, etwa 2000 Turner, Turnlehrer und Turnlehrerinnen teilnehmen wer« den. Die Turnlehrer und Turnlehrerinnen werden auf der Reise nach Stuttgart zum 15. Deutschen Turnfest auch Hannover berühren, wo eine große Eondervorsührung der Hannoverschen Musterturnschule in der Stadthalle stattfinden wird. Schauturnen oes Turnvereins Hochelheim. Daß das Geräteturnen auch auf dem Lande seine Anziehungskraft ausübt, bewies das Schauturnen, das der hiesige Turnverein im Saale der Gastwirtschaft Franz abhielt. Viele Mitglieder und Gäste folgten aufmerksam den Darbietungen der Schüler, der Turnerinnen und der Turner. Der 1. Vorsitzende Wagnermeister Reitz wies in seiner Begrüßungsansprache auf die hohen Ziele der Deutschen Turnerschaft hin. Bürgermeister Jung dankte im Anschluß an bie gezeigten Hebungen ben Turnern unb Turnerinnen für die Leistungen unb sprach brr Hanb- ballmannschaft für bie Erringung der GruppenMeisterschaft ber 8-Kb'lse Anerkennung aus. Am Ab.nb fand bie Aufführung einiger Theaterstücke statt. 2m V<^auf bes Abenbs konnte der 2. Gauvorsihende Schneider, Butzbach, dem 1. Vorsitzenden des hiesigen Vereins, Wagner- meister Reih, den Gauehrenbrief als Anerkennung für die unermüdliche Arbeit im Geiste der DT. überreichen. Aus Grohen-Linden nahmen viele Turner als Gäste an der Veranstaltung teil. Amerika schlägt Deutschland 2:1 im Lishockey-Länderkampf Im Berliner Sportpalast. Fast 10 000 Zuschauer hatten sich zum ersten Gastspiel der amerikanischen Eishockeyspieler am Mittwochabend im Berliner Sportpalast einge- funben. Leiber konnte der Kampf nicht befrie- bigen, ba es in ben bciben ersten Drittel viel zu lasch zuging. Lediglich im letzten Teil des Spieles wurde etwas mehr gekämpft. Der Sieg der Amerikaner fiel mit 2:1 recht knapp aus. Leo Gasperl im,/Kilometer besiegt Huber (äihbühel) erreichte 134,529 km auf Skiern. Am Mittwoch gelangte in S t. M o r i h das verschiedene Male verschobene „Kilometer-lance" zum Austrag. Am Start hatten sich 17 Bewerber eingefunden, die zum Teil mit Windbrechern in Stromlinienform und Sturzhelmen den Kampf aufnahmen. Der mit g aßen Aussichten in das Rennen gegangene Kiyvüheler Rekordmann Leo Gasperl wurde überraschend von seinem wenig beachteten Landsmann Huber, Kitzbühel, vom elften Platz verdrängt. Während Huber es auf 134,529 Kilometer brachte, kam Gasperl „nur“ auf 124,913 Kilometer. Dritter wurde der Norweger Kjellund mit 122,570 Kilometer. DeutscheHinger fahren nach Helsingforö Fünf seiner besten Ringer entsendet ber Deutsche Athletik-Sportverband von 1891 zu den Europameisterschaften im griechisch-römischen Stil vom 17. bis 20. März nach Helsingfors. Nur im Mittel- unb Halbschwergewicht bleibt Deutschlanb unvertreten. Für bie unteren Gewichtsklassen vom Bantam- bis Weltergewicht stehen bie Teilnehmer mit Brendel, Nürnberg, E h r l, München, S p e r l'i n g, Dortmund, unb Möschels, Köln, bereits fest, bagegen ist im Schwergewicht noch ein Ausscheibungsturnier vorgesehen. Am 5. März ringen in Nürnberg ber beutsche Meister Müller, Köln, Hornfischer, Nürnberg, Lägeler, ülntertürkheim, unb Gehring, Ludwigshafen, um sich als Vertreter Deutsch- lanbs zu qualifizieren. Um die Zußbal-Weltmeisterschast. Weltmeister Uruguay verzichtet auf Titelverteidigung. Der Fußball-Verband von Tkruguay hat in seiner Sitzung mit nicht weniger als 9:1 Stimmen die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 abgelehnt. Auch von den übrigen fübameri- kanischen Ländern ist kaum auf eine Meldung zu rechnen, ba man bort bas geringe Interesse, das die europäischen Staaten, der ersten im Jahre 1930 in Montevideo veranstalteten und von Uruguay gewonnenen Weltmeisterschaft entgegen» brachten, noch nicht vergessen hat. * Neuerdings haben die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Mexiko und Haiti die Einladungen angenommen, so daß bisher 17 Nationen, Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Holland, Tschechoslowakei, Ungarn, Schweiz, Portugal, Türkei, Spanien, Rumänien, Jugoslawien, Oesterreich, USA., Mexiko unb Haiti als Teilnehmer feststehen. Kurze Spormotizen. Die Zweierbob-Weltmeisterschaf- t e n in Schreiberhau finben am Wochenende bestimmt in Schreiberhau statt. Nach den ergiebigen Schneefällen obliegen bie Teilnehmer bereits seit Beginn ber Woche einem eifrigen Training auf ber Zackelfall-Bobbahn. « Prirno Barner a, ber nach bem Tobe seines letzten Gegners Ernie S^ch aaf von bet Polizei ber Form halber verhaftet worben war, soll in Zukunft im Bereich ber Neuyorker Box- kommission gesperrt werden. Der Präsident der Boxlommission beantragte die Einführung einer Ueber-Schwergewichtsklasse. Man ist sich noch nicht darüber klar, ob man ben im Juni geplanten Revanchekampf zwischen Weltmeister Sharkey unb Camera verbieten soll. Arbeitsdienstlager in Schotten. x Schotten, 16. Febr. In seiner gestrigen Sitzung beschäftigte sich ber ©emeinberat mit ben Angelegenheiten bes in Schotten zu errichtenben Arbeitslagers. Die Einrichtung ist vom Lanbesarbeitsamt genehmigt, auch bie nottoenbigen Gelbmittel finb überwiesen. Eine Unterabteilung bes Lagers mit ber Verwaltung wirb in ber Schützenhalle eingerichtet, bas Hauptlager wirb in bem Hortmannschen Fabrikgebäude untergebracht. An dem Lager Schotten finb bie umliegenden Gemeinden, wie' auch Forstämter beteiligt. Das Lager ist für 500 Mann vorgesehen. An Arbeiten werden in ber Hauptsache Wegebauarbeiten ausgeführt. Die Einrichtung unb Leitung des Lagers geschieht burch ben Verein zur Förberung bes freiwilligen Ar- beitsbienstes. Der ßagertommanbant, sowie bie Truppführer finb bereits ernannt unb auch schon in Schotten eingetroffen. Mit ber Einrichtung, dem Bau der Betten, der Herstellung der Räume ist bereits begonnen, noch in dieser Woche werden die ersten Freiwilligen, zirka 50 bis 100 Mann, eintreffen. Für die Inneneinrichtung des Lagers stellt die Stadt das nötige Holz, ebenso übernimmt sie die Stellung des erforderlichen Arbeitsgerätes und bie Unfallversicherung ber Leute. Im Beisein bes Lagerkommanbanten würben bie Fragen ber Verpflegung, Belieferung durch das ortsansässige Gewerbe usw. mit dem ©emeinberat besprochen. Eine besondere Kantine wirb eingerichtet, ein Unterrichtssaal steht zur Verfügung, desgleichen ein größerer Sportplatz bei dem Lager. Der Schlafraum ist mit Zentralheizung versehen. Das Lager bedeutet jedenfalls einen wirtschaftlichen Vorteil für die Stadt. Bier (Linbrecherkolonnen unschädlich gemacht. Ein ganzes Lager von Diebesgut beschlagnahmt. WSN. Frankfurt a. M., 16. Febr. Vor etwa 14 Tagen fand ein Einbruch in ein Zigarettenlager in der Börnestraße statt, bei bem die Täter 77 000 Zigaretten erbeuteten. Kurz nach ber Tat gelang es ber Kriminalpolizei, einen Hehler auf der Strafe festzunehmen, der ein großes Paket mit gestohlenen Zigaretten bei sich hatte. Die Täter selbst, vier an ber Zahl, wurden bald ermittelt und festgenommen. Dieser er st en Diebeskolonne konnten bald 1 8 Einbrüche nachgewiesen werden. Noch während ber Bearbeitung dieser Fälle wurde bet e.iner „Freundin“ eines der Täter wertvolles Diebesgut, so u. a. Damenmäntel, Kleider, Stoffe, Photoapparate, Parfümerien usw., gefunden. Bei der Braut eines andern Täters wurden ebenfalls Damenkleider, Regenschirme, Damenhandtaschen, Schmucksachen, Blusen, Schlafanzüge usw. beschlagnahmt. In Zusammenhang mit dieser Kolonne stand eine andepe Kolonne, die ebenfalls Einbrüche in Schuhgeschäfte, Caf6s, Läden, Lebensmittelgeschäfte und Schaukästen ausführte. Einer der Täter wurde festgenommen, der zweite befindet sich noch auf freiem Fuß, doch ist seine Festnahme nur noch eine Frage ber Zeit. Eine größere Menge gestohlener Sachen, wie Lebensmittel, Schuhe, Photoapparate usw. konnte auch hier beschlagnahmt werden. Bald stellte sich heraus, bah noch zwei weitere Kolonnen Hanb in Hanb nut ben beiben anbern arbeiteten. Cs konnten noch vier weitere Täter in ihrer gemeinsam gemieteten Wohnung festgenommen werben. Auch hier war bas Diebesgut recht beträchtlich. So wurden Liköre, S-ekt, Weine, wertvolle Radioapparate, bie auf bas Konto biefer Bgnde kommen, toieber herbeigeschafft. Während bie Täter ber ersten brei Banben polizeibekannte und mehrfach vorbestrafte Leute finb, handelt es sich bei ben letzten Tätern um junge Leute, die bis jetzt noch nicht mit dem Strafgesetz in Konflikt geraten waren. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Wirtschaft. • Der Jnventurverkauf 1 933 kein unbefriedigendes Ergebnis. Nach dem recht günstigen Verlauf des Weihnachtsgeschäftes trat im Jnventurverkauf 1933 ein gewisser Rückschlag ein, trotzdem ist das Ergebnis nicht als schlecht zu bezeichnen. Bei den vom Institut für Konjunkturforschung befragten Firmen war beim diesjährigen Verkauf der Ülmsah dem Werte nach um rund 17 Prozent niedriger, als beim Jnventurverkauf 1932. Mengenmäßig gesehen liegen die entsprechenden Zahlen aber günstiger; die Zahl der Kassenzettel war nur um 4 bis 5 Prozent niedriger als im Vorjahre. Der liebergang der Verbraucher zu billigeren Qualitäten scheint sich bisher nicht in gleichem Umfange fortzusehen, im laufenden Jahre wird vereinzelt berichtet, daß mittlere unb bessere Qualitäten wieder bevorzugt werden. Don einem „Tendenzumschwung“ kann man aber nicht sprechen, da ber übertoiegenbe Teil bet berichtenden Firmen einen berartigen Wanbel noch nicht beobachtet. • Dresben verkauft seinen Anleiheneubesitz an das Reich. Wie die Nachrichtenstelle der Stabt Dresben mit teilt, hat die Stabt ihren gesamten Bestanb an Neubes:tz- anleihe an bas Reich veräußert. Das Reich zahlt ben Kaufpreis mit 3 Mill. Mk. in bar mit bem Rest burch Abtretung von Forberungen an Dritte. * Heinrich Lanz AG.,' Mannheim. Bei beH Heinrich Lanz AG., Mannheim, ist für bas Geschäftsjahr 1932 mit einem befriebi- genben Abschluß zu rechnen. Wenn auch über bas finanzielle Gesamtergebnis sich noch keine bestimmten Angaben machen lassen, so hat doch ber Umsatz sowohl mengen«, als auch wertmäßig vollkommen bie an bas im Verlaus ber Reorganisation durchgeführte Faorüationsprogramm gestellten Erwartungen gerechtfertigt. Die Absatz- Verhältnisse im In- unb Auslanb werden als befriedigend bezeichnet. Für den Jnlandsmarkt bleibt abzuwarten, inwieweit sich die Verordnung zum Schuhe der Landwirtschaft auf den Absatz auswirken wird. * Oberbayrische Zellstoff- unb P a - pierfabriken AG.. Aschaffenburg. Die Oberbayerische Zellstoff- unb Papierfabriken AG., Aschaffenburg, bereu Aktien sich im Besitze ber AG. für Zellstoff- unb Papierfabrikation, Aschaffenburg, befinben, unb beren Anlagen an diese Gesellschaft verpachtet finb, weist für bas Geschäftsjahr 1931/32 (30. Juni) einen kleinen Verlust von 5018 RM. (im Vorjahr 4060 RM.) aus, um ben sich ber Gewinn» vortrag auf 88 898 RM. (93 916 RM.) oerminbert * Wintershall 21©., Berlin-Kassel. Wie bie Verwaltung der Wintershall AG., Berlin- Kassel, mitteilt, soll ber am 8. März ftattfinbenben außerordentlichen Generalversammlung vorgeschlagen werben, bas Aktienkapital burch Einziehung von 20,0 Millionen Reichsmark Vorratsaktien auf 165,0 Millionen Reichsmark zu ermäßigen, lieber bie Dioi- benbenausfichten kann sich ber Vorstand noch nicht- äußern, ba bie Abschlußarbeiten noch nicht fertig- gestellt finb. Frankfurter Abendbörse still. Frankfurt a. M., 16. Febr. An der Abendbörse herrschte fast völlige Geschäftsstille, da sich die Spekulation angesichts der erneut schwachen Neuyorker Eröffnungskurse außerordentlich zurückhielt, zumal auch das Publikum wieder fehlte. Die Hoffnung, daß das Still- halte-Abkommen noch in dieser Woche persektuiert wird, wodurch die Möglichkeit einer Diskontsenkung in die Nähe rücken dürfte, blieb ohne jeden Einfluß. Die Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Mittagsschlußverkehr knapp gehalten. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille unvermindert an. JG.-Farben kamen 0,25 Prozent, Reichsbank 0,75 Prozent und Aheinstahl 0,63 Proz. niedriger zur Notiz. Demberg lagen per Kasse 2 Proz. schwächer. Am Rentenmarkt blieben deutsche Anleihen, späte Reichsschuldbuchforderungen sowie Gold- und Liquidationspfandbriefe auf dem Mittagsniveau behauptet. Neubesitzanleihe 9,10, Altbesitz 67 bis 67,05, Schutzgebiete 6,32, Reichsbank 147, Kali Aschersleben 112, Rheinstahl 74,25. AEG. 26,13, Bemberg 44,75, JG.-Farben 107,50, Siemens 136,50. Schweinemarkt in Wetzlar. O Wetzlar, 16. Februar. Der gestrige Schweine markt war mit 257 Ferkeln und 17 Läufern beschickt. Die Nachfrage nach Ferkeln war sehr rege. Der anfangs schleppende Handel entwickelte sich später lebhaft. Es wurden bezahlt für fünf bis sechs Wochen alte Ferkel 14 bis 16 Mark, für sieben bis acht Wochen alte 17 bis 19 Mark, für neun bis 12 Wochen alte 20 bis 24 Mark je Stück. Für ältere Ferkel und Läufer wurden bis zu 32 Mark j^-Stück bezahlt. Der Markt wurde geräumt. Banfnolen. Italienische Noten Norwegische Noten Deuts» Oesterreich, k 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schwerer Noten Spanische Rote» .. Ungarische Rote»................ Berlin, 18. Februar Amerüan Ische Note» Belgische Roten........... Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zif^rn geben bie Hohe ber zulegl beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., 'Zinsfuß 5 o.H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. Senin Schlußkur« Schlugt. Abend« börs Schluß- iur4 Echlußl. mittag» bSrfe Oatum 15.2. 16-2. 15.2. 16-2 6% Deupche Neichsanlethe v. I92i 79,5 79 5 79,75 79,75 6% tfirm.7% Di.Neich-anI, v. 192!) 94 93,25 94 93,5 Doung.Anleihe von 1930 .. 80 78,75 79,5 79,25 Deutsche Anl..AblöI..Schuld ml» Auslos.-Rechten .... 67,13 67,05 67,4 67 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehern. 8% Hess. Bol'Sstaat 1929 (rüdfablb. 102%)..... 9,15 9,1 9,15 9,05 76,75 77 77 77 Obc-rhessen Provinz Anleihe ml AuSlos.-Rechten ......... Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Serie! mit Auslos.-Rechten 61,5 61,5 60 61,96 6% ehern. 8% Hranks. Huv.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bi« 1935 83 65 84 6% ehern. 7% »Franks. Hyp.-Ban! Koldvfe. Iß unkündbar btS 1936 83,25 83,65 6yt% ebem. 4>/z% Yranks. Hyp. Bank-Ltgll.-Psondbiiese ..... 86 86,5 6y2% ehern. 4'/2% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.^solvpse. ... 85,5 86,25 6% ehem. 8% Pr. Landespfand briesanstali, Pfandbriefe R. 19 83,5 84 84,25 84 6% ehern. 7% Pr. Landerpfand bri-sanstalt. Psandbrieke R ir 84 84 4% Oesterretchhche Golvrenie... 12,75 12,25 12,25 12,25 4,20% Oesterrcichische EUberrente 1,3 i,3 *% Ungarische Goldrente .... — —- 4% Ungarische Siaatsrente v. 1910 — _ 4Vi% desgl von 1913 — — _ _ 6% abgest. Goldmexikaner von 99 —— 6,2 6,65 6,4 4% Türkische Zollanleihe von 1911 5,35 5,35 5,35 5,4 4% Türkische Bagdadbohn-Anleihe Serie 1 5,9 5,9 5,95 4% desgl. Serie II ........... 6 D.9 5,95 5.95 6% iHumän. vereint,. Rente v. 1903 6,3 6,75 6,8 4^%Rumän.vereinh.Reniev.lS13 10,9 11 10,8 4% Rumänische veretnh. Rente .. 5,7 5,7 5,75 5,65 8%% Anatolier............. 25 5 25,4 riaiu un u. jji .Bcrnn Schluß« kur« Gchmßl. Abend, börse Schlußkurs Schluß! Mittag« börse Votum 15.2. |16.2. 15.2. 16.2. Hamvurg-Amertka-Patei ..... > Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. sür Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz. unb Privat-Bank... o Deutsche Bank und DiScont» Gefellfchaft................ o Dresdner Bank..............0 17.25 17,5 40 97 53 71,75 61,5 17,5 17.5 40 97,5 53 71,75 61,5 17,25 40 32,25 17,4 41,25 97,75 53,5 71,75 61,5 148.4 26,75 81 91,25 51,13 78,5 99 87 134,75 116.65 17.25 39 32,25 17,5 39,9 98 53.5 71,75 61 5 Reichsbank ................ j 147.75 26,5 80,5 91,5 51,5 78,25 98,5 86,5 135.25 116.75 147 26,13 80,5 91 52 78 99 86,75 136,5 117 147,75 26,13 81,4 90,13 52,25 78,5 99 86,5 136 5 117,25 A.E.G...................... u Elekn. LieferungSgesellschafl... 6 Licht und Kraft .............6 Reiten & OhiiUeaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unter. nehmungen............... 4 Rheinische Elektrizität ........ 6 Schubert L Co..............0 Siemens & Halske...........? Labmever & (So..............10 Buderus ................ i 46,75 47 89,75 57.25 87,5 153 105 44,5 60 23,5 35,25 192 74,25 4b,5 89,75 57,75 88,75 53 149,5 105,75 44,65 60,13 24 68.9 34.75 192 75 Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener........... o 89 58 89,4 57,25 88.5 53 154 105.75 44,5 59,65 23,25 68,25 34,65 192 74.9 Harpener..................o Hoesch Essen—Köln-Neuessen.. v Ilse Bergbau .............? 3l(e Bergbau Genüsse........ 7 KIdcknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhren........0 Mansfelder Bergbau.........0 Lberschles. Kokswerke......... 0 Pbönir Bergbau.............o Rheinische Braunkohlen ......10 88,25 150 106 45 60 23,5 34,5 191 Rheinstabl ..................o 74,25 Hranksun a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« bSrk Sch uß« kurs Schlußk. 2JTMag- dörr Datum 15.2- 16-2. 15.2. 16.2. Bereinigte Stahlwerke........ 0 34,75 34.75 35 35 Otavl Minen ............... 0 15,75 15,5 15,65 15,5 Kaliwerke Aschersleben........ 6 113 112 112,5 113,5 Kaliwerke Westeregeln........ 6 115 114 114,5 114,5 Kaliwerke Salzdetfurth....... s> 170 170 170 170 3 G. irarden-Jndusirte....... 7 107,25 107,5 107,4 107,75 e dieibennitalt............... 10 154,75 155 Goldschmidt ................ 0 37,5 37,5 37,65 37,5 42.4 35,75 RütgerSwerke ............... 0 42,5 35,1-3 43,13 35,25 42,5 35,5 Metallgesellschaft............. 0 Philipp Holzmann........... 0 47,75 50 47,5 50 48,25 47,5 Zementwerk Heidelberg ...... 4 Zementwerk Karlstadt......... 0 Wank & PrrentQfl ........... 0 4,6 4?5| 4,5 4,75 Schultheis Payenhoter........ 0 101,25 39 101 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 38,5 38.25 38,25 Bemberg................... 0 47 44,75 46,5 46 4 Zellstoff Waldhos ............ 0 49,5 49 49,75 49.5 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 26 27 26 112,5 22,5 37,13 26.75 113 22,75 37,5 40 Daimler Motoren............ (1 22 37,25 22,5 37 Deutsche Linoleum .......... Orenstein L Koppel .......... 0 0 Leonhard Tietz.............. Habe.................... 6 36,5 36 36,75 36,25 12 — 137.5 139.9 137,25 GrtNner................... 0 28,5 68 27,25 । 28,13 Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zucker ......... 8 142,25 144,25 15. Februar ----------——. 16.Februar Amtliche Notierung Amiiiche Jionerunu »rlh »nc Geld Brie Helsingtor». 6,394 5,406 6.384 6.396 Wien...... 48,45 48,55 . 48,45 48,55 Prag...... 12,465 12,485 12,465 12.485 Budapest ... Sofia..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 168.93 169,27 169.08 169,42 Oslo....... 73,93 64,34 74,07 73,83 64,29 73,97 64,41 Kopenhagen. 64,46 Stockholm.. 76,52 76,68 76,52 76,68 London ..... 14.46 14,50 14,45 14 49 Buenos Aires 0,833 0,837 0,833 0,837 Neuhort.... 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel .... 58,57 58,69 58,60 58,72 Stallen..... Paris..... 21,505 21545 21,51 21,55 16,445 16,485 16,465 16,505 Schwei» ... 81.12 81,28 81,19 81,35 Spanien... 34,54 34,60 34,56 34,62 Danzig.... 81,67 81,83 81,72 81,88 Japan..... 0,869 0,871 0.869 0,871 Rio de Ian. 0,239 0,241 0,239 0,241 Iugostawten Lissabon... 5,554 13,15 5,566 13,17 5,554 13,14 5,566 13,16 ffielb .......ZfrTeT '' 4.20 4.22 58,44 58,68 63.92 64.18 14,41 14 47 16.425 16,485 168,71 169,39 21.47 21.55 73,65 73,95 2.46 2,48 76,35 76,65 81,01 81,33 34,42 34.56 —