W M E - 1, ■Sa- .* -1 Dienstag, ^.Zanuar 1935 185. Jahrgang Hr.u Avühausgabe fertig. des Kyffhäuserbundes : 5?°o 3er? Das Echo von Lippe d* V Z s s er Das Ringen um die innenpolitische Front Oer Zentrums ührer beim Kanzler. — O>e Marschroute der NSDAP. o i s f* 5 3 ’s s ? ? Ö o Ä ? ä o s Annahme von Mnjeigej jür die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis lür l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Neichspiennig: für Ne» klameanleigen von 70 m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20 . mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich lür Politik Dr Fr. Wilh. Lange- für Feui^eton Dr H.THgr.ot; für den übrigen Teil Ernst Dlumlchein und *ür de" Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel lämtlich >n (Bienen. n* Vc * er ws ; 5 - d 5« eX ?cfl noch beibrächten. Wenn auch die älteren, die den Krieg mit all feinen unerhörten Schrecken kennen- gelernt hätten, ihn mit allen Mitteln auch für die fernste Zukunft vermeiden wollten, fo komme doch eine Generation, die die erlittenen Wunden heule noch ganz anders empfinde. Anderseits würde das deutsche Volk nach Bereinigung der Memelfrage dem litauischen Volk ein' in jeder Beziehung wortvoller Freund fern, und ein ewiger Friede könnte zwischen beiden Bollern herrschen. Kleine politische Nachrichten. Fürst Hermann von Hatzfeldt, Herzog zu Trachenberg, ist aus Schloß Trachenberg (Schlesien) nach kurzer Krankheit verstorben. Fiir st Hatz- feldt war lange Jahre Abgeordneter des Schlesischen Bon rechts nach links: Reichspräsident von Hinden bürg General von r , des Bundes; Reichskanzler und Reichswehrmmister von Schleicher. 'S3?» = M S ? > ''^ a rg-9>? 1393 = c a o ? A 2.0 ?l 0 0 o o Ob und wann die Neuwahlen dann stattfinden würden. würde von der Gestaltung der Verhältnisse im Inneren abhängen. Hitlers Richtlinien. Tas Ergebnis der (Hauleiter^rastung in Weimar. Weimar. 16. Jan. (TU.) Die G auleit er- tagung der RSDAP. ging nach mehrstun- diger Dauer in den ersten Abendstunden des Montag zu Ende. lieber Verlauf und Ergebnis teilt die Pressestelle der RSDAP. mit: Heute fand in Weimar unter dem Vorsitz Adolf Hitlers eine G a u l e i t e r t a g u n g der RSDAP. statt, die sich zu einer bedeutsamen Kundgebung gestaltete, in der »K> ’3*?1 mit h"ss z-SU »3 7 .~ 3 0X3-0 3 ro -1 hy^°:3 8 o 5- ? » E o E D O» ! t ■ o-E ^5 = &E 5~ 23=c'i 3 5; 0-5, T= = nS >^»3 iV«=ä 0 ?0 »5lr* ohnehin keine Klärung der innerpolitischen Lage bring.'N würden. Jeder Kanzler — ob Schleicher oder ein anderer — würde auch nach Neuwahlen vermutlich wieder vor derselben Situa- L t u d stehen, vor der am 13. August vorigen uri oec -dvluuuuu..a . Jahres der Reichskanzler v.Papen stand zu- «schuh soweit fertiggestellt, mal die inneren Voraussetzungen gleichfalls kaum " ■ j- - andere sein würden. In diesem Zusammenhang scheint eine Aeußerung der -Täglichen Rundschau" bemerkenswert, in der es heißt, daß sü.- die Reichspolitik die Zuspitzung der nationalsozialistischen Kampsstimmung em Mißtrauensvotum gegen das Kabinett Schleicher bedeuten würde, das mit der Auflösung des Par- laments beantwortet werden würde. Die Kabinettsberatungen gehen morgen weiter, und zwar stehen wirtschaftliche und han- Lelspolitische Fragen tm Vordergrund der Beratungen. 11. a. wird auch die ^rage der Bürgschaften bei Teilung großer Wohnungen, Umbau von Häusern usw. behandelt we^em Die kommunale Umschuldung, die durch die Der vsfcntlichung eines Rcferentenentwurfes m einem Berliner Abendblatt an die Oessentlichkeit gekommen ist, ist noch nicht spruchreif. Prooinzialtages und von 1894 bis 1903 Oberprösi- dcnt der Provinz Schlesien. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Schaffung des Gesetzes zum Ausbau der schlesischen Hochwasserslutze. Fürst Nutz fcldt war erbliches Mitglied des Herrenhauses und Generalmajor ä la suite der Armee. Von der Bres lauer Universität wurde er zum vr. med. et jur. h. c. ernannt. Am 1. Januar 1900 verlieh ihm Kaiser Wilhelm II. die Würde eines Herzogs zu Trachenberg * Reichstagsabgeordneter Dr. Schneider (DVP) ist in Dresden nach einer Nieren-Operatton oer- s orben. Dr. Schneider war kaufmännischer Direktor in Dresden und Vorstandsmitglied des Verbandes ächfischer Industrieller. Dem Reichstag gehörte er seit 1924 an, außerdem gehörte er einige Jahie dem Sächsischen Landtag an. das absolute Vertrauensverhältnis zwischen dem Führer und seinen Gauleitern, die Geschlossenheit und das Siegesbewicht^n der Bewegung stärksten Ausdruck fandew Rach einer ausgedehnten Aussprache der Bauleiter unter- einander, die unter dem Vorsitz des Stabsleiters Ley stand und eine v o l l i g e 11 e b e rein stimmung sämtlicher Gauleiter in allen ^handelten grundsätzlichen Fragen ergab, legte der Führer — zum lippischen Wahlsieg lebhaft beglückwünscht - die große Cinie fest, die für die Haltung der RSD2HS. und den Kampf der nationalsozialistischen Bewegung im neuen Jahre maßgebend sein wird. ,. Ausgehend von dem Grundsatz, daß die Macht, die eine Bewegung in der Äderung besitze auf der Macht beruhe, die außerhalb der Begie rung hinter ihr stehe, betonte der Fuh«r den Willen und die Rotwendigkeit, nach den gestrigen für die wirkliche Volksstimmung bezeichnenden Wahlsiegen, keine Sekunde vergehen zu lassen, sondern am Feinde zu bleiben und den Kampf mit der größten Intensität wetterzuführen. Es sei nicht wahr, daß die nationalsozialistische Bewegung keine Siege mehr erringen könne. Ob man Siege erringe oder nicht, und welchem Ausmaß man sie erringe, darüber entscheide wenn die grundsätzliche Zielsetzung richtig set ausschließlich der Wille zum Siege. Lippe s-m da I für ein Beweis. Aber auch, wenn die NSDAP, gestern nicht einen Sieg, sondern eine ^der läge erlitten hätte, würde sie heute nicht anders handeln. Die nationalsozialistische Bewegung sei aufs neue zum Angriff übergegangen und werde ihn auf der ganzen Linie mit verdoppelter Kraft wettertragen. "°Par?am-nlarHch lieg' Entlchcidung über die Weiterentwicklung der innerpolitischen Laae gleichfalls bei den R a t i o n a l s o z i a l i - st X Sollten sie sich in der Sitzung des Ältesten- * nm Freitag für eine längere Berta» qung des Reichstages, vielleicht bis Märr aussvre en. so wür.e die Reichsreglerung Tolerierung erblicken. Stehen je» Doch die pichen auf Sturm s° wird mit der baldigen Auflösung des Reichstages zu rechnen sein Den Gedankengängen Hugenbergs wurde es nicht entsprechen, wenn sich die Regierung wieder» Zufälligkeiten der Wahlarichmetik atoäntig Ein- für di- nächsten 2:aae erwartete Unterredung jimfefeen §ugen» - $ s. c. ; 4 r p r würde auch hierüber Klarheit ÄÄi»JÄ f\ftpn Der Deutsche", der für den ®au‘S 6d;tiiernS der D-rhnndlung-n mit de- RSDAP. von dem Ziel einer Zusammenfassung der parlamentarischen Kräfte im Rahmen des Möglichen und Erreichbaren spricht, daß auch bann noch bestehen bleibe, und nachdrücklichst erklärt. Daß Stegerwald nicht in einem Kabinett neben Hugenberg sitzen könnet da dies ein Kampfkabinett bauten wurde. Anderseits glaubt man ui politischen Kreisen allaernein. daß Reuwahlen nicht nur eine neue Jrldjeini tägltd). autzei Lonniogs und 7\eienaq6 Beilagen; D0" einzelnen Nummern infolge höherer (Beroalt ijernsnrechanschlüsie snter Sammelnummer 225> Hnjdjrijl lür Drahtnach nchien rinzeiger Siesten postschelttonto: ksontti N an Mai. 1168fc. Reichstagsabgeordneter Loibl lBmjer. Botts. Partei) wurde in Berlin von eurer Autodroschke uingesahren und so schwer verletzt daß er nach eintägigem Schmerzenslager verstarb. Abg. ßoil l mnr 'Ri.rfihrurfercibirettor IN Reubura a. d. D.. dem Reichs« Heute weitere fiabincttebcrativ gen. Berlin 16. 3an. (ERB.) Wie wir erfahren, bat das R e i ch s k a b i n e 11 in feiner heutigen t ion I Yung den Entwurf .der Derordnungl uber^^n I 3ahre baß 'die Verordnung morgen dem Be lHspr a- s r i) e n t e n Dorgelegt werden kanm Die Ver vsfcntlichung wird spätestens am Mittwoch er 0er Eindruck in England. London, 16. Jan. (TU.) Die Rede des Reichskanzlers von Schleicher auf der Reichsgrun- dunasfeier im Sportpalast wird von der englischen Bresse an hervorragender Stelle wiedergegeben. Besonderes Gewicht wird auf die Erklärung Schleichers gelegt, daß Deutschland eine auf dem Wege der allgemeinen Dienstpflicht ausgehobene Miliz benötige, was besonders m den Ueberschrifien zum Ausdruck gebracht wird, wie m den Worten „Deutschland und die allgemeine Dienstpflicht". „Schleichers Hauptwunsch" oder wie die Daily Mail" schreibt, „Deutschland ruft zu den Waffen". In großer Aufmachung wird auch gemeldet, daß zugleich mit H i n d e n b u r g mehrere Mitglieder des Kaiserhauses, darunter der K r o n - v r i n z an der Feier teilgenommen haben. Zu der Aeußerüng, daß die deutsche Armee jahrelang den Feind von den Grenzen Deutschlands abgehalten habe, bemerkt die „Daily Mail", die Deutschen schienen vergessen zu haben, daß dis Russen ihre Grenzen überschritten und Ostpreußen verwüstet hätten. seiner Wahl beimißt, nicht in den Kopf fteigt 100 000 Wähler sind nicht Deutschland. Dr. Goebbels äußert sich im „A n g r i f f‘ unter der Parole „Signal Lippe!" folgendermaßen: Das, was breite Kreise der Wählerschaft nicht verstehen konnten, beginnen sie jetzt allmählich emzw sehen: Daß nämlich Hitler am 13. August und am 26. November recht .daran tat, die Verantwortung abzulehnen, wenn man ihm nicht zugleich me entsprechende Machtfülle verlieh. Herr von Schleicher und die Oligarchie in der Wilhelmstraße werden an dem Ergebnis der Lipper Wahlen nicht vorbei- kommen können. Die Lust zur Auslösung des Reichs« tags ist ihnen wohl gründlich vergangen. Keine Macht der Welt kann uns dazu zwingen, von unserem Recht, das wir feierlichft vor der Nation und vor der Geschichte erhoben haben zu lallen. Das Lipper Volk hat die Zeichen der Zeit oerstan- den. Das deutsche Deutschland wird ihm dafür Dank wissen. Von diesem kleinen Grabenstück aus ist die Offensive gegen das System wieder eröffnet worden. Die Lawine der Volkserhebung ist ausS neue ins Rollen gekommen, und wir werden schon dasur sorgen, daß man sie nicht mehr zum «till stand bringt Er selbst als Führer werde sich in diesem Kampf persönlich einsehen bis zum Letzten und erivarte von alten Rationalsozialisten dasselbe Als eine unzertrennliche und unerschutterte Emhei werde die RSDAP. vorwärts marschieren und ihr Ziel erreichen." Memel-Kundgebung in Tilsit. Tilsit 16. Jan. (ERD.) Der Reichs» verband der Heimattreuen Olt' und West Preußen veranstaltete h.er eme Me mc l l - nd-Kundgebung, liach -'ne- An. spräche oes TiZirec Overvurgecmeisters Dr. Salge h.elt der Vorsitzende des Reichsverban° des Oberregierungsrat Hoffmann den Festvortrag. Der Redner betonte mit allem Rachdruck, daß das Memelgebiet niemals zu Litauen gehört habe, und daß die Bevölkerung allezeit treudeutsch gewesen fei. D«r Redner gab bann eine eindrucksvolle SHU- terung 6er zahlreichen Der,Me Ltt-men^gegen die memelländische Autonomie. Richter, Redakteure, Lehrer, Geistliche u"d andere Beamten seien ausgewiesen worden, un Landtag lei man wiederholt mit Zwangsmaßnahmen fwrge- aangen und die Gleichstelluna dec beiden Spra chen^ Deutsch und Litauisch stehe nur auf dem Papier. Es werde der Tag kommen, erklärte der Redner an dem es den Litauer n l e i d tun w^rde 'so mit dem Memellande umge, Tangen zu sein. Das deutsche Volk spure auch in feiner Machtlosigkeit die Wunden, die die Litauer dem Memelland beigebracht hätten und = ^0- ?0:32--) §ctio2. SSM = - = r.* ;3 = s® - "IVÖ Das Echo der Kanzlerrede in Paris. Paris, 16. Jan. ($11.) Die große Rede des Reichskanzlers am Sonntag findet m der Pariser Presse zwar st a r k e Beachtung, wird aber nur sehr wenig kommentiert. De, Grund dafür scheint in den für Frankreich un Moment wichtigeren Finanzsorgen zu liegen, dm die Blätter zu langen Ausführungen veranlassen. Das ..Echo de Pari s" protestiert ”n 3u|am- menhang mit den Erklärungen vmi Schteichers gegen die Herabsetzung des französischen Kriegs- Haushalts um c00 Millionen Franlen. Der Oberste Landesverteidigungsrat soll bereits Ende bei Böoche zusammentreten, um sich mit der Lage zu beschäftigen. Die übrigen Blätter unterstreichen die besonders herzliche Begrüßung zwischen dem Reichspräsidenten und dem ehemaligen Kronprinzen. „Petit I o u t n a l" schreibt, die Kund- gebung habe deutlich bewiesen, wie gering bei Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Reich sei. Man habe auch die Gründung det Reiches gefeiert. Kein einziger Redner habe Dm Gelegenheit benutzt, die Republik zu erwähnen. eintägigem Schmerzenslager ver war Buchdruckereidirektor in J..--- । stand im 64. Lebensjahre und gehörte I tag seit 1924 an. nttkitun<; und SeWftstene: 7. Trotz der durch den Wahlausgang in Lippe ent- ftunbenen Stimmung behaupten sich aber die Ge^ rächte, die von einer bevorstehenden U m b Id u n g her Reichsregierung wissen wollen. Cs würde sich dabei, wie ausdrücklich hervorgehoben wird nicht um eine sog kleine Umbildung handeln, unter der man etwa den Eintritt einer emze nen Persönlichkeit ins Kabinett verstehen konnte, son »uS fim eine aroße Umbildung auf der! Grundlage der „nationalen Notgemeinschast Allerdings scheint es noch völlig offen, wie diese ,,national? Notgemeinschaft" personell verwirklicht werden sollte. Der Name Gregor Straßer ist am Man ag wieder in den Hintergrund getreten. Jeden alls behauptet man in unterrichteten Kreisen daß dcr Plan der Schaffung emer V')e kanzle chaft fallengelassen worden se.Jrn Gegen atz zu früheren Erwartungen wird Gregor ^.tra -er m den nächsten Tagen auch nicht nach Berlin toinmcn Wenn die „DAZ/' glaubte ankundigenzu können, daß eine Entscheidung der NsDAP. über den „Fall Straßer" unmittelbar beoorstehe, so »st in dieser Hinsicht wenigstens bisher, nichts erfolgt. Danach scheinen auch, was den „jzall Straßer be trifft, die Möglichkeiten nach allen Richtungen hin Der „Lokalanzeiger" untersucht das Wahlergebnis und kämmt zu dem Schluß, daß sich gegen die Deutschnationalen ausgewirkt hat, daß ihre Liste örtlich ungünstig aufgestellt war. Zu begrüßen ist, daß in der neuen Rechtsregierung die Nationalsozialisten zwar die weitaus stärkste Stellung haben, aber keineswegs absolut souverän sein werden. Sie können gegen den marxistischen Block nicht durchkommen ohne die Unterstützung durch die Träger der bürgerlichen Mandate. Die „V o s s i s ch e Zeitung" gibt folgendes Bild von der Wahl: Der von Hitler persönlich zerstampfte Marxismus hat in Lippe seit dem Juli seine Prozentziffer von 38 auf 41 v. H. gesteigert, während die beiden rechtsradikalen Parteien in gleicher Zeit von 50 auf 45 v. H. zurückgingen. Die nationalsozialistischen»Stimmen sind Früchte einer Arbeit, die jede Einordnung in politische und gesellschaftliche Notwendigkeiten negiert. Die Deutschnationalen haben dieser Zerstörüngsarbrit, die als Sabotage jeder aufbauenden Tätigkeit wirkt, keine wirksame Abwehr entgegenzusetzen vermocht. Umso hoher ist es zu bewerten, daß die Mitte und vor allem die Sozialdemokratie sich gut behauptet haben. Der „Vorwärts" meint u. a.: Kommt es im •Kctd) aum Kampf, so wird die Sozialdemokratie alle Kraft aufbieten, um den erfreulichen Fortschritt in Lippe weiter fortzusetzen. Daß sie der Regierung Schleicher nicht anders gegenüberstehen kann als in schärfster Opposition, ist eine Selbstverständlichkeit. Die Sozialdemokratie ist und bleibt die natiirlichste Gegenkraft gegen alle Formen der Reaktion. Eine Stimme aus Lippe. Detmold, 16. Jan. (CNB.) Die „L i p p i s ch e Landeszeitung" schreibt zu dem Wahlausfall in Lippe u. o.: Nein stimmungsmäßig haben die Nationalsozialisten einen starken Erfolg herausge- holt. Bedenkt man jedoch, daß Hitler in nicht weniger als 16 Orten und nach nationalsozialistischen Angaben vor etwa 90 000 Menschen gesprochen hat, bedenkt man ferner, daß die ganze Rednerelite der NSDAP, aufgeboten wurde, so müßte eigentlich das Ergebnis weit gewaltiger fein; zum mindesten hätte es den Nationalsozialisten gelingen müssen, ihren Höchststand vom 31. Juli 1932 mit 42 280 Stimmen wieder zu erreichen. Bezeichnend ist, daß die Nationalsozialisten in erster Linie auf Kosten der Deutschnationalen die Gewinner sind. Die Niederlage H u - genbergs kommt in diesem Ausmaße völlig un ^erwartet; sie ist geradezu vernichtend. Wenn die Sozialdemokraten gegenüber dem 6. November einen Stimmengewinn von rund 4000 erzielten, so ist das in erster Linie wohl ein Verdienst Drakes. Auch der erfreuliche Verlust der .Kommunisten ist wahrscheinlich auf diesen Aktivposten zu buchen. Immerhin verfügen die sog. marxistischen Parteien, also Sozialdemokraten und Kommunisten, auch heute noch über 41,4 Prozent. Sein Amt medergelegt. Berlin, 16. Jan. (CNB.) Der Vorsitzende des Landesverbandes Lippe der Deutschnationalen Volkspartei in Lippe, Rechtsanwalt Petri, hat fein A m t niedergelegt. Der Herr mit dem silbernen Haupt. Zum 70. Geburtstag von Oamd Lloyd George am II. Januar. Don Viktor Schweizer Es ist sehr still um Lloyd George geworden, seitdem er sich von der großen Politik abgewandt hat. Wenn die Zeitungen heute über ihn berichten, dann meistens nur, weil er eine Reise getan, oder eine Krankheit überstanden hat. Er ist ein wenig aus dem Bewußtsein seiner Landsleute verschwunden; — wer hätte dies gedacht! Denn vor zwanzig Jahren, als sein Silberhaar noch kein Silberhaar i war, sondern trotzig und wild seinen walisischen Schädel überwucherte, gehörte er zu den populären, vergötterten Helden der Rednertribüne und des öffentlichen Lebens. So populär, so vergöttert war er, daß manche Leute sogar geneigt waren, ihn als einen Politiker allerersten Ranges darzustellen ... Lloyd George ist kein Engländer. Das ist vielleicht der Schlüssel nicht nur zum Zwiespalt seines Charakters, sondern zum tragischen Bruch in seiner gesamten Karriere. Unter allen englischen Politikern seit Gladstones Zeiten war er vielleicht der größte Künstler und der kleinste Politiker. Kein Zufall, daß er seine größten Erfolge als Redner, als Reformer, als Pazifist, in der Geste eines Gladiators erringen konnte. Vor allen politischen Knoten versagte er — er vermochte sie weder zu durchschlagen, wie Alexander der Große, noch sie langsam, zäh und beharrlich zu lösen. Er war ein Waliser, kein Schotte, kein Südengländer. Die Engländer haben ihm dieses Manko nie ganz verziehen. Als geborener Anhänger einer nationalen Minderheit — die Waliser sind bekanntlich ein Volk für sich, mit eigener, wenn auch aussterbender Sprache, eigener Geschichte, eigenen Sitten — ent- Sprache, eigener Geschichte, eigenen Sitten — entwickelte er sich rasch, instinktiv und glänzend zu ihrem größten Verteidiger. Er hat viel durchgefetzt. Sein doppelter Instinkt des Unterdrückten und des Menschenfreundes hat viel für die Sache der Einwohner des Berglandes von Wales erreicht. Instinkt ist aber in der Politik nur die Hälfte. Der Rest heißt: Fleiß, Zähigkeit, Mißtrauen, breiter Rücken und selbst im Frontenwechsel eine gewisse Konsequenz. Lloyd George scheiterte nicht an den Eigenschaften, die er besaß. Er scheiterte an den Eigenschaften, die ihm fehlten. Am 17. Januar 1863 als Sohn eines frühver ftorbenen Lehrers geboren, führte der Tod seines Vaters ihn in feiner ersten Kindheit in ein kleines Dorf mitten in Wales, in der Grafschaft Carnavon, wo sein Onkel, ein armer Schuster, mit größter Sorgfalt dafür Sorge trug, daß aus dem kleinen David und seinem Bruder „etwas Rechtes werde". Aus dankbarer Erinnerung an diesen Mann, der Lloyd hieß, fügte der kleine David George dessen Namen mitten in den seinen. Er war ehrgeizig genug, diesen Doppelnamen berühmt machen zu wollen. Mit vierzehn Jahren trat David als Bureaubursche in das Unternehmen eines Londoner Advokaten ein, mit achtzehn Jahren promovierte er zum Clerk, zum Schreiber. Einundzwanzig Jahre alt, verließ er die Firma als neugebackener Rechtsanwalt. Die Chance, durch die er sich einen Namen machen sollte, ließ nicht lange auf sich warten: in feiner walisischen Heimat ließ ihn ein staatskirchlicher Pfarrer einen verstorbenen Dissidenten (Non-con- formisten) auf dem Friedhof in der Selbstmörder- erfe beerdigen. Lloyd George stürzte sich mit Feuereifer auf diesen Fall. Leidenschaftlich ergriff er Partei für die Familie dieses Toten. Dieser kleine Anlaß, den der junge Anwalt in die breite Öffentlichkeit gezerrt hatte, löste eine Massenbewegung । im ganzen Lande Wales aus. Sofort war daraus | ein prinzipieller Kampf der Waliser Nonkonformisten gegen die Herrschaft der englischen Staatskirche geworden. Der Führer dieser Bewegung hieß Lloyd George. Die Politik hatte ihn mit Beschlag belegt, sie ließ ihn nie mehr los. Mit 26 Jahren führte ihr Weg ihn anläßlich einer Parlamentswahl ins Unterhaus. Der alte Gladstone, damals Oppositionsführer, hatte an diesem feurigen Parlamentsmitglied trotz aller Besorgnis wegen dessen „sozialistischen Tendenzen" seinen rechten Spaß. Er, der alte Volksredner, freute sich, daß in der damals stark zu- sammengeschrumpften liberalen Partei ein Nachfolger aufgetaucht war, der ihn an Volkstümlichkeit eines Tages zu ersetzen versprach. Mochte er ihn auch noch nicht reif für fein Kabinett halten, so unterstützte er ihn doch mit allen Mitteln. Lloyd George blühte in dieser Zeit auf, er polemisierte mit Glanz und Geschick gegen die brutale englische Kolonialpolitik, besonders während des Buren- krieges, verfocht großangelegte soziale Resorm- ideen, gab sich liberaler als liberal, gab sich als streitbarer Pazifist ersten Ranges. 1905 übertrug man ihm den Posten eines Handelsministers im liberalen Kabinett Campbell, wo er einen Erfolg nach dem andern baoontrug. Sein Ziel. Versöhnung der Klassengegensätze gefiel den englischen Oberschichten, die immer wieder durch Streiks in den Jndustriebezirken beunruhigt wurden, ausnehmend. Die englischen Gewerkschaftsführer, außerordentlich versöhnliche Herrschaften, harmonierten mit Lloyd George fast wie mit einem Mitglied der eigenen Partei. So trugen ihn alle parlamentarisch, n Schichten zu einer weiteren, höheren Karriere. Als Schatzkanzler des Kabinetts Asquith trug er seinen größten Sieg davon: kurz vor Kriegsausbruch revolutionierte er das Budgetrecht selbst gegen den Willen des Oberhauses. Aehnliche Erfolge blühten ihm in seiner Kampagne um die Gleichberechtigung feiner Heimat Wales. Er war ein großer Redner, ein populärer Staatsmann, Englands beliebteste Figur. Dann aber kam der Krieg.. MU dem Ausbruch des Krieges wandelte dieser Mann nicht nur die Art seines äußerlichen Auftretens, sondern auch seine gesamte Politik. Ab- gestreift waren alle seine Allüren des liberalen Pazifismus, des Weltbürgertums, des Kämpfers um die Klassenversöhnung. Der geschichtliche Augenblick wuchs ihm wie so vielen anderen Politikern über den Kopf. Ruckartig war aus ihm ein engstirniger Rationalist geworden. 'Alle walisischen Charaktereigenschaften tauchten potenziert in ihm auf. Er wurde der große chauvinistische Vernichtungstheoretiker seines Landes. Durch diese entschiedene Mauserung kam er auch in die Lage, nach der Macht zu greifen. Im Dezember 1916' vermochte er Asquith zu stürzen und Ministerpräsident zu werden. Als englischer Ministerpräsident dieser Zeit gehört er zu den drei vollverantwortlichen Staatsleuten, die den Versailler Friedensvertrag inspirierten. Nach dem Krieg ist ihm dann — man weiß nicht recht, weshalb — nichts mehr recht geglückt. Vielleicht unterlag er der Atmosphäre einer neuen Zeit. Vielleicht war er alt geworden, hatte sich sein Ehrgeiz abgestumpft. Nach der Konferenz in Genua wurde er von England fallengelassen. Dieses Land hatte inzwischen erkannt, daß die Versailler Politik sich nicht zuletzt auch gegen es selbst richtete. Der Verantwortliche mußte verschwinden. Für sie war Lloyd George der Verantwortliche. So erfüllte sich sein seltsam zwiespältiges Schicksal, zwiespältig wie die Beurteilung Lloyd Georges durch seine Zeitgenossen — es gab Leute, die'ihn als den „klügsten Kopf seiner Zeit" priesen, während andere bloß das Wort „Demagoge" für ihn übrig hatten ... Lloyd George schrieb im Jahre 1932 ein vielbeachtetes Werk über „Die Wahrheit über Reparationen und Kriegsschulden", in dem er mit der Tributpolitik Frankreichs eine vernichtende Abrechnung hielt und für die Streichung dir Tribute und die Gleichberechtigung Deutschlands eintrat. Seine späte Einsicht ändert natürlich nicht das geringste an der Tatsache, daß er einer der Hauptoerantwortlichen für das Zustandekommen des Versailler Vertrages ist. Solange dieser Vertrag nicht von Grund auf revidiert worden ist, wird die Welt politisch und wirtschaftlich in ihrer heutigen Ruhelosigkeit verharren. Auch der 70. Geburtstag Lloyd Georges soll uns ein Anlaß sein, hieran zu denken. Aus aller Welt. Explosion im Mülleimer. Als dieser Tage in Kassel eine Ehefrau Asche in einen Mülleimer schüttete, entstand eine Explosion, durch die die Frau Verbrennungen im Gesicht und am rechten Unterarm erlitt. Sanitäter und ein zugerufener Arzt leisteten die erste Hilfe. Die Explosion ist daraus zurück- ^uführen, daß Hausbewohner Karbidreste in den Mülleimer geschüttet hatten. Dadurch entwickelten sich Gase, die sich durch die noch glühende Asche entzündeten. Fuhrwerk vorn Zuge überfahren. — Drei lote, drei verletzte. Wie die Aeichsbahndirettion Hannover mitteilt, durchbrach am Sonntag ein mit fünf Personen besetztes Pferdefuhrwerk an der Strecke Stendal— Berlin zwischen den Bahnhöfen Stendal und Hämerten b_e für den Pe soien-ug 223 geschlossene, beleuchtete Schranke. Das Fuhrwerk wurde vom Zuge erfaßt und üver,ah.e.r. Drei Personen sind t o t, eine ist schwer und eine leicht verletzt. Ergänzend wird dazu berichtet, daß sich auf dem Fuhrwerk Einwohner aus Storkau befanden, die an einem Vereinsvergnügen teilae- nommen hatten und sich auf dem Heimwege befanden. Getötet wurden der Landwirt Schwabe sowie die Ehefrauen Albrecht und Bieck. Schwer verletzt wurden die Ehefrauen Huth und Schwabe. Eine weitere Person wurde leichter verletzt. Das Fuhrwerk wurde vollkommen zertrümmert. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Absturz eines schweizerischen Sportflugzeugs. — Zwei Tote. Aus dein Flugplatz Altenrhein der Ostschweize- rischen Aerogesellschaft ereignete sich ein Flugzeugunglück. Hauptmann Hans Wirth, der Direktor des Flugplatzes, war mit einem etwa 23- jährigen Flugschüler namens Bax Bachmann aus Zürich auf einem ehemaligen schweizerischen Militärflugzeug zu einem Versuchsftug aufgestiegen. Etwas außerhalb des Flugplatzes dem Rhein zu stürzte das Flugzeug plötzlich ab. Der Flugschüler wurde t o t aus den Trümmern hervorgezogen. Hauptmann Wirth wurde bewußtlos mit mehreren Beinbrüchen und schweren inneren Verletzungen ins Krankenhaus^Rorschach verbracht, wo er nach kurzer Zeit verschied. Forschungsreise in die Sahara. Kapitän Wauthier von der französischen Fliegertruppe ist mit seinem breimotorigen Metallflugzeug in Paris zu seiner Forschungsreise an die Grenzen der Sahara gestartet. Die erste Etappe führt bis Südfrankreich, wo noch einige Vorarbeiten für das Unternehmen erledigt werden müssen. An Bord des Flugzeuges befinden sich außerdem eine Frau, die den ethno- graphischen Levi der Forschungen bestreiten wird, ein Filmoperateur und ein Funker. Das Flugzeug hat einen Aktionsradius von 1200 Kilometer und verfügt über eine Funkanlage. Zur Expedi- tion stoßen in Afrika zwei Lastkraftwagen, auf denen Zelte, Lebensmittel usw. verladen sind. Der Zweck der Expedition ist die Erforschung der unbekannten Gegend von Tenere im Süden der tripolitanischen Grenze. Cs gilt, ein z. T. noch nie von Weihen betretenes Gebiet zu erforschen. Wauthier beabsichtigt, eine Straße nach dem Gebiet des Tschadsees zu schaffen. Fabrikbrand in Brünn. Das vierstöckige Gebäude der Eisenkonstruktisns- fabrik Bilek in Brünn ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Erst nach vier Stunden wurde die Feuerwehr des Brandes Herr. Während des Brandes ereigneten sich zahlreiche Explosionen. Die Rettungsmannschaften muh- ten in 25 Fällen Hilfe leisten. „Oer träumende Mund." Lichtspielhaus. Viele Frauen haben beim Anschauen dieses Films bittere Tränen vergossen; und nicht nur Frauen: auch Männer. Und obwohl die Tränenflut im Parkett in den allermeisten Fällen bedenkliche Schlüsse auf die Qualität des Werkes zuläßt, das der Anlaß war — dieser Film ist gut, sehr gut, in gewissen Dingen sogar unübertrefflich und fast ohne Beispiel. Das Einzige, was man (nicht ganz mit Unrecht) gegen ihn oorgebracht hat, war dies, daß fein Name — „Der träumende Mund" — zwar sehr stimmungsvoll und romantisch klinge, aber eigentlich nicht ganz verständlich sei. Man mag auch über Einzelheiten des Drehbuches diskutieren... für und wider; alle Einwände erscheinen geringfügig und wenig belangvoll vor dem außerordentlichen Rang dieser Schauspielkunst und dieser Inszenierung. Der breite Erfolg des Films ist dennoch nicht ohne weiteres selbstverständlich, denn er ist eigentlich nicht für das sogenannte große Publikum gemacht: ohne Sensationen greller und geräuschvoller Art, ohne aufdringliche, gefällige und schmeichelnde Effekte Vielmehr hat man es hier mit einem Kammerspiel ZU tun, wenn der Begriff auch einmal auf den Film angewendet werden darf, dem er sonst ziemlich fremd war. Eine Liebesgeschichte, ganz einfach; keineswegs neue Motive und Konflikte (nach einem französischen Stück von Bernstein). Viel Dialog, viel Psychologie, Stimmung, Musik, Nuance, Doppeldeutigkeit und untergründige Wirkung der Szene: das sind die Elemente des Drehbuches, die vom Regisseur Paul Cz inner mit einer ungemein ?n Feinfühligkeit, behutsam, kultiviert und mit virtuoser Beherrschung aller Register erfaßt werden. Das Geigenmotiv, um auf eine Einzelheit hinzuweisen, zrinnert geradezu an die analytische Technik eines berühmt gewordenen expressionistischen Gemäldes. Die Traumszene, um etwas anderes herauszugreifen, ist einfach meisterhaft empfunden und photographiert, dergleichen sieht man im Film leider immer noch sehr selten, obwohl gerade hier die phantastischen und sonst nirgends erreichbaren Möglichkeiten der Kamera erstaunlich zutage treten. Und bann sieht man in diesem Film die zarte und zierliche Mäd- thengeftalt wieder, unverwechselbar unter allen deutschen Schauspielerinnen: sie hat vor ein paar Tagen in London ihren Regisseur geheiratet und sie heißt jetzt mit ihrem bürgerlichen Nomen Frau Czinner; aber sie ist doch immer noch Elisabeth Bergner, und man muß an ihren letzten Film „Ariane" denken, der diesem in manchen Zügen ähnelt. Wenn man, sich erinnernd, vergleicht, gewinnt man den Eindruck, als habe man sie noch nie so vollkommen gesehen wie in dieser Rolle — kleine Frau zwischen zwei geliebten Männern — von so unerhörter Ausdruckskraft in jeder Bewegung, jeder Miene, in der unmittelbar sich mitteilenden, ganz unmißverständlichen Aeußerung leisester Seelenregung ... in der wunderbar mühelosen Beherrschung der ganzen, großen, unendlich differenzierten Tonskala zwischen Lachen und Weinen, zwischen vollkommener Glückseligkeit und schmerzlichster Verzweiflung. Abermals sieht man, wie in „Ariane", ihr gegenüber: Rudolf gor ft er, den Grandseigneur unter den deutschen Schauspielern, den „Großfürsten", elegant und vornehm, kühl und leidenschaftlich in einem, innerlich und äußerlich den vollkommenen Gegentyp des anderen oder vielmehr des „richtigen" Mannes, der von Anton Edthofer fast ebenbürtig gespielt wird: leicht, beweglich, von süddeutsch-österreichischem Temperament, liebenswürdig und ahnungslos — Jaro Fürth und Margarete Hruby fügen sich unaufdringlich und taktvoll ein. —r— Mozart, Beethoven, Gchubert Zum bevorstehenden H.Symphonic-Konzert des Gießener Honzertvercins. Unter den neun Symphonien Franz Schuberts haben vornehmlich die in Weltentrücktheit und Resignation gehüllte „Unvollendete" (tt-Moll) und die große C-Dur-Symphonie ihren Geltungswert behauptet. Daß beide erst nach dem Tode des Meisters zur Aufführung kamen, mochte teils in der Zufälligkeit ihres Schicksals, teils aber auch in dem mangelnden Verständnis, das man Schuberts Symphonik zu seinen Lebzeiten entgegenbrachte, begründet fein Als Schubert die L-Dur-Symphonie der Gesellschaft der Musikfreunde zur Ausführung in Wien einreichte, wurde sie als zu schwer und schwülstig abgelehnt. Schuberts symphonischer Stil war eben zu neuartig und durch die an den Werken der Klassiker, insbesondere Beethoovens, gewonnenen Maßstäbe nicht erfaßbar. Es hätte der ausgeprägten Persönlichkeit Schuberts widersprochen, wenn er den von Beethoven oorgezeichneten Wegen gefolgt wäre Sein wesentlich anders geartetes Menschentum mußte ihn in der Kunstform, die das Wesen des Schaffenden bis zur letzten Konsequenz enthüllt, zu einer neuen Organik des Formalen hin- führen. Die Zielstrebigkeit der Beethovenschen Symphonie wurde mehr oder weniger durch eine leitende Idee bestimmt und in heißem, unermüdlichem Ringen die innere Kongruenz von Form und Inhalt als letzter eindeutiger Ausdruckswert erreicht durch ein titanenhaftes Auswirken schöpferischen Willens. Bei Schubert dagegen treten außermusikalische ^Intriebsträfte stark in den Hintergrund; sein von Stimmungen und Gefühlsaufwallungen erfülltes Inneres bricht sich unmittelbar Bahn und läßt im klanglichen Ausströmen das Erleben seine eigene Form gewinnen. So wird auch die letzte Auswirkung einer Schubertschen Symphonie im Durchleben des klanglichen Vorganges selbst beruhen und nur schwer durch Hineinbeziehen des Intellekts erfaßt werden können. Diese Unmittelbarkeit des Sich- Gebens wird genährt und gestützt durch eine nie versiegende, immer neu und frisch quellende Kraft der Erfindung, die durch ihre Fundierung im Innersten der Persönlichkeit sich nie erschöpft, sondern durch den Reichtum und die naturhafte Frische immer aufs neue den Hörer gewinnt. Die Tonsprache Schuberts kennzeichnet ihn in seiner Musizierfreudigkeit und in seiner musikalischen Naturhaftigkeit als ein Kind Wiens, erfüllt von Klangseligkeit und Ungezwungenheit im Erschließen seines Jchs, frei von ungesunder Sentimentalität und gekünstelter Empfindsamkeit. Sein Or- chesterklang mag manchem stellenweise zu kräftig und zu realistisch erscheinen, aber die elementar- sinnliche Unmittelbarkeit des Klang-Erlebens ist ja gerade ein typischer Wesenszug seines Schaffens; ein erotisch-sinnlicher Klang, wie wir ihn etwa bei Wagner antreffen, ist ihm völlig fremd. Die vornehmlich von einem Zuge selig-froher Lebensbejahung erfüllte C-Dur-Symphonie gewann so unter der Hand des Schaffenden einen fast ungewöhnlichen Umfang. Trotzdem wird der Hörer nie das Gefühl von Längen haben, die durch das innerlich bedingte Wiederholen von Klangepifoden etwa entstehen könnten; im Gegenteil, man wird Robert Schumann, der zehn Jahre nach dem Tode Schuberts die Symphonie bei dem Bruder Schuberts entdeckte und ihre Aufführung durch Felix Mendelssohn im März 1839 bewirkte, beipftich- ten müssen: „Und diese himmlische Länge der Symphonie; wie ein dicker Roman in vier Bänden etwa von Jean Paul, der auch niemals enden kann und aus den besten Gründen zwar, um auch den Leser hinterher nachschaffen zu lassen. Wie erlabt dieses Gefühl von Reichtum überall!" Eine romantische Welt erschließt sich mit der von den Hörern geführten Einleitung, die mit klanglicher Erhebung zum Allegro hinübermündet, das in seinem Hauptthema Tatenfreude, im Seitenthema Beschaulichkeit widerspiegelt; das Eingangsthema gewinnt besondere gestaltende Kraft und schwingt sich zu klanglicher Glorie in der Coda auf. Eine Traumwelt voll Hoffnung und Resignation eröffnet sich im Andante. Sprühend in einer Mischung von Urwüchsigkeit und Anmut ist das Scherzo, dessen Trio von Wiens bodenständigem Geiste kündet. Im Finale tritt dem drängenden Kopfthema ein im Hochgefühl der Freude unerschöpfliches Gesangsthema gegenüber. * Mozarts ^.-Dur-Konzert für Violine und Orchester fällt in die Salzburger Zeit; es ist ein Spiegelbild damaliger Gefellschaftsmusik, erfüllt mit Grazie und Esprit. Das Rein-Musikalische läßt Mozart nicht durch das Technische überwuchern; ja, es finden sich Züge persönlicher Durchbildung der Konzertform, wie etwa in dem Adagioeinsatz nach dem ersten Tutti des Kopfsatzes. Empsindungs- vott mit innerer Wärme gibt sich das Adagio, das Finale bezeichnet Mozart als „tempo di menuetto", damit gleichzeitig seinen geistigen Gehalt charakterisierend. Die „F i d e l i o O u v e r t ü r e ist die vierte Einleitung zu Beethovens Leonoren-Drama; sie wurde zur zweiten Wiederaufnahme der Oper im Jahre 1814 nachkomponiert. Mögen die drei „Leonoren"-Ouoertüren auch in direkterem Zusammenhang mit der dramatischen Handlung fiepen, so würde man dennoch der „Fidekio"-Ouvertüre durchaus Unrecht tun, wenn man sie als eine traditionelle Dperneinleitunq hinstellen wollte (wie es allerdings oft geschieht). Da sie zeitlich viel später fällt als die Leonoren-Ouvertüren, muß man bei ihr die Wandlung der inneren Einstellung zur- Ouvertürenform bei Beethoven in der Zwischenzeit in Betracht ziehen. Er hat sich in den dazwischenliegenden Jahren immer mehr von der sogenannten dramatischen Ouvertüre entfernt unter möglichster Ausschal- tung von Handlungsreminiszenzen und sich immer deutlicher der tondichterischen Darstellung eines einheitlichen Grundgedankens zugewandt. Als solchen werden wir Leonorens große Hoffnungsarie, wohl den Kernpunkt der Oper, zweifellos ansehen müssen. Das Hornmotiv zu Beginn des Allegras der Arie schlägt die Brücke zu dem Kopfmotiv der Ouvertüre. Bon innerem Schauer erfüllt sind die Hörnerklänge der Adagio-Episode, die noch einmal, wenn auch thematisch erweitert, in der Coda wiederkehrt. Es ist sicher nicht ohne Absicht, daß Beethoven dem Horn als dem charakterisierenden Begleitinstrument in der großen Arie das Entschlußthema zu Beginn des Allegro anvertraut. Dieser mit Gegenstimmen gekoppelte Grundgedanke beherrscht die Entwicklung der ganzen Ouvertüre bis zum siegesgewissen Jubel der Coda. Dr. H. pf0l> As-hi Jjfts Ä* * S, w jie i dch M um den K Kinder na (wie in ei' erzählen: Tlatt, mc öd soll lich auch । lons, als Bzrung an stiften, um 120 fiin kräfl Da schloff oder Gren auch jetzt i und cs lös kann, auch Testern ausaegcben lieblich duf mit einer c an der 6d wurde geh gebracht, u großes Mädchen i kriMchnn wö) bei eii Me mutz Äe Pestalv Bei ? bQs $ y!S K r; östliche durchaus c^arm ü'nan.v ieNän rld)5tomi; fcoeridjl . ’lenba °"pr°. 'Un8 na i gromin de ?meUen 1 Ä, T Aus der Provinzialhauptstadt 10.10 Oas HilfSwerk unserer Garnison. an klingen läßt. Buntes Allerlei Schafft Lebensmut und neue Hoffnung durch die Winiernothilfe. die das er des der Sprechstunden der Nevaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samslag nachmittag geschloffen. Rundfunkprogramm des Frankfurter EenderS. (Qlud der „'Xabio-ilmTdxxu*'.) Mittwoch, 18. Januar. stellungsart ist anscheinend Buchdruck. Für die Aufdeckung der Falschmünzerwerkstatt und dahinführende Angaben hat die Reichsbank eine Belohnung bis zu 3000 Mark ausgesetzt. allmählich trat der komische Dichtertl)pus immer mehr zurück. Zu Anfang unseres Jahrhunderts, als man anfing, die Zeit vor hundert Jahren in einem verklärten Lichte zu fehen, wird aus dem schwäbischen Dorsschulmeisler ein allgemein deutscher Der treter der geruhsam-bescheidenen Zeit, die nach den Erschütterungen der Revolutionsepoche eine in sich geschlossene, echt bürgerliche Kultur schuf. Der Begriff des Biedermeierstils findet zunächst für das Kunstgewerbe der Epoche um 1830 Anwendung und wird in der Malerei durch die Deutsche Jahrhundertausstellung von 1906 geklärt, in der die füllen Meister dieses liebevoll-innigen Realismus besonders eindrucksvoll hervortraten. Der Roma» läßt Bilder aus dieser Periode entstehen, und der erfolgreichste Verkünder der alten Biedermeier Stimmung, Georg Unregelmäßigkeiten beim Sreitvi lrgen Arbeitsdienst. WSR. Limburg, 14. San. Das hiesige Arbeitsamt stellte bei Prüfung des Arbeitsdienstes in Löhnberg (Oberlahnkce.s) fest, das; durch den dortigen Führer Ar bei ts- dienstwillige nicht nur stundenweise, sondern ganz: Tage von der Teilnahme an der Arbeit befreit wurden, um P r i v a t g e s ch ä f t e z u erledigen. Er führte diese Leute in seinem Schichtbuch weiter, so daß dir vom Arbeitsamt g.wä^r.e Vergütung o) c Ab ug zur Auäzac^ung g lanzte. Die Arbeit wurde sofort ein« gestellt. Gegen den Führer des Arbeitsdienstes wurde Bet rugsanzeige erstattet. Revision im Prozeß Stubenrauch. Frankfurt a. M., 16. Jan. (MSN.) Gegen das vom Schwurgericht gefällte Urteil im Prozeß Stubenrauch und Genossen hat die Staatsanwaltschaft in vollem Umfange Berufung eingelegt, also sowohl hinsichtlich der Verurteilung Stubenrauchs wegen Totschlags als auch hinsichtlich der Freisprechung von Arzt und Eich. blick über die Probleme des „literarischen Biedermeier", in dem er auch die Entstehung dieses Namens eingehend behandelt. Der Vater des Biedermeier ist der satirisch-humoristische Dichter Ludwig Eichrodt, der in seinem Briefwechsel mit dem bekannten Arzt Adolf Kußmaul zuerst am 2. Juni 1853 bei der Besprechung eines gemeinsamen Bandes Gedichte von „Biedermaier" spricht. In seinem 1853 veröffentlichten Literatursatiren „Gedichte in allerlei Humoren" erscheint Herr „Biedermeier" in der deutschen Literatur, aber in weitere Kreise drang die Gestalt erst 1855, als die von Eichrodt und Kußmaul zusammengestellten Biedermeierlieder in den „Fliegenden Blättern" erschienen. Der Dame ist eine bewußte Abwandlung des von Th. F i s ch e r geprägten Scherz- und Decknamen „Sdjartenmaper", der mit dem Begriff des Biedermannes verknüpft ist. Die Zahl der Figuren, deren Namen irgendwie mit „Meier" zusammenhingen, war in den „Fliegenden Blättern" sehr groß, und so ist der Biedermeier nur einer von vielen, der aber als einziger sich dauernd Geltung verschaffte. Der Typus des „Biedermaier" wurde dann von Eichbrodt 1869 in feinem „Buch Biedermaier" an der Gestalt des schwäbischen Dorfschulmeisters Samuel Friedrich Sauter erläutert, des Lehrers und Poeten von Flehingen und Zaisenhausen, der „bei einer kärglichen Besoldung in dem tiefen Schacht seines einfachen, redlichen und heiteren Schwabengemütes die köstliche Quelle findet, die ihm die Sorgen des Familienlebens, die Lasten des Berufes und die Eintönigkeit feiner dörflichen Umgebung tragen und verschönern hilft und ihn ohne Krankheit und ohne Groll gegen Gott und König 80 Jahre alt werden l" Die gemütliche Biederkeit eines kindhaft-zufrieden- befdjräntten Gemütes steht hier neben der ungewollten Komik eines naiven Versefchmiedes, aber reitstehenden großen Topf und wiederholte während der nächsten Viertelstunde das gleiche Manöver auch an der Goetheschule in per Westanlage, so daß gegen 12.30 ülhr über 120 Kinder mit dem vorzüglich zubereiteten Essen versorgt waren. Zur ersten Cssenverteilung fanden sich die Leiter der einzelnen Schulen ein. Der Schularzt, Prof. Dr. Brüning, Bürgermeister Dr. Seid und Schulrat Fischer waren ebenfalls anwesend. Für das Bataillon erschien Oberzahimeister B o d, der das Hilfswerk in erster Lmie organisieren half, für das Wohlfahrtsamt Amtmann K e i tz e r, sowie Vertreter der Presse. Allgemein sprach man sich mit großer Freude darüber aus, daß dieses hilsswerk unserer Garnison auch in diesem Jahre wieder zu- siandegekommen ist. von der Notwendigkeit dieser Hilfsmaßnahme konnte man sich augenfällig genug überzeugen. Es ist notwendig, zu betonen, daß an dieser Kinderspeisung nur diejenigen Kinder teilnehmen | können, deren Bedürftigkeit aus der Familie heraus, wie auch von ihrem Ernährungszustand her- gcleitet, feststeht. Sn der Zusammenarbeit von Schularzt, Schulleitung und Wohlfahrtsamt wurde sorgfältige Auswahl getroffen, damit unter allen Llmständen jene Kinder in den Genuß des Mittagsessens kommen, die dessen unbedingt bedürfen. Die Güte der verabreichten Speisen ist hervorragend. Man ist mit großem Verantwortungsbewußtsein an der Arbeit. Allen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften unseres 'Bataillons gebührt für dieses Liebeswerk herzlichster Dank. Der Speisezettel für diese Woche. Für diese Woche gilt folgender Speisezettel: Dienstag (heute): Rindfleisch und Schweinefleisch mit Schnittbohnen und Kartoffeln: Mittwoch: Rindfleisch mit Reis: Donnerstag: Milchreisbrei mit Mirabellen; Freitag: Schweinefleisch mit Linsen und Kartoffeln; Samstag: Milchgriesbrei mit eingemachten Kirschen. Herr Biedermeier als Zorschungsobjekt. Neue Untersuchungen über einen geistigen Typus des 49. Jahrhunderts. Herrn Biedermeier hat man _ Restaurationsepoche bezeichnet, in dem ja alle fortschrittlichen Strömungen besonders stark unterdrückt wurden und den Dichtern ein gemeinsamer Zug der Resignation eigen ist. Als Klassiker dieses öfterrei« chifchen Biedermeier sind Grillparzer und Stifter zu nennen. Aber auch im übrigen Deutschland mündete die Romantik in eine stille Beschaulichkeit, in der Dichter und Künstler sich ganz in ihre Träume und Liebhabereien einsponnen, bevor die revolutionären Trompetenstöße des „Jungen Deutschland" den Dichter auf die Barrikade riefen. Als einen charakteristischen Zug dieser Epoche hot man die Freude am „Sammeln und Hegen" bezeich net, die Neigung zu einer milden anspruchslosen Weltbetrachtung, in der Resignation und strenge Sittlichkeit, Lehrhaftigkeit und Demut, Ehrfurcht und Zurückhaltung in Fragen der Politik und Reli gion vorwalten. Ihren Höhepunkt erreicht diese Enl Wicklung in dem Jahrzehnt von 1830 bis 1840, in dem die wichtigsten Werke des literarischen Biedermeier erschienen. Aber wenn man das Biedermeier als Zeitbegriff auffaßt, dürfen die tragisch-pessimistischen Züge nicht verkannt werden, die hinter der erzwungenen Entsagung dunkel und unheimlich ausleuchten. Besonders die Gestalt Georg Büchners umfaßt alle Elemente dieses Biedermeierstils, der auch verzweifelten Weltschmerz und bittere Ironie Menbahnbaulen als Arbeitsbeschaffung Umbau des Bahnhofs Gießen vorgeschlagen. Die Feldküchen unseres Bataillons sind in dcn Straßen der Stadt eine seltene Erscheinung. Sn den nächsten Wochen und Monaten wird man diesem Fahrzeug öfters in der Stadt begegnen, und zwar um die Mittagszeit, wenn sich eine feine Spur von Dampf aus dem Kassel in die kalte W'.nterlust windet und schmackhaften Sn» halt vermuten läßt. Es ist für die Kinder! Für unterernährte Kinder, deren es leider auch m unserer Stadt viele gibt. Bevor die bedürftigen Sinder das Schulhaus verlaßen, fallen sie eine kräftige Mahlzeit erhalten, so daß jenen Müttern, die täglich mit der Sorge um den Mittagstisch belastet sind, nicht hungrige Kinder nach Hause kommen, sondern Kinder, die (wie in einem bekannten Märchen) ihren Müttern erzählen können: „Sch bin so satt, ich mag fern Blatt, mäh, mähi" 'So soll es sein und s o dachten es sich sicherlich auch die Soldaten unseres Bataillons, als in diesem Sahre wieder die Aufforderung an sie erging, einen kleinen Beitrag zu stiften, um • 120 Kindern drei Monate lang ein warmes, kräftiges Mittagesten geben zu können. Da schlost sich niemand, ob Offizier, Unteroffizier oder Grenadier, aus. So konnte das Hilfswerk auch jetzt wieder in Angriff genommen werden, und cs läßt sich, so weit man bisher übersehen kann, auch im gedachten Umfange durchführen. Gestern mittag wurden die ersten Portionen ausgegeben. Zuerst fuhr die Feldküche mit ihrem lieblich duftenden Snhalt — es gab Erbsensuppe mit einer anständigen Portion Schweinefleisch an der Schillerschule vor. Ein großer 2,opf wurde gefüllt, in den Speiseraum der Schule gebracht, und als die Glocke 12 ilfjr schlug, Hub ein großes Schmausen an. Es schmeckte all den Mädchen der Schillerschule, die am Mittagessen teilzunehmen ausersehen waren, ausgezeichnet, und bei einem großen Teil der kleinen hungrigen Gäste mußte die Schüssel nachgefüllt werden. Die Feldküche fuhr indessen weiter, machte an der Pestalo^zischule Halt, füllte dort den be- D a r m ft a b t, 16. Jan. (WSN.) Der hessische F i n a n z m i n i st e r hat an den Reichskanzler und die zuständigen Reichsministerien, sowie an den Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung ein Schreiben gerichtet, in dem auf die Bedeutung von Eisenbahnbauten im Rahmen des S o - fortprogram ms für Arbeitsbeschaffung nachdrücklich hingewiesen wird. Das Programm der hessischen Regierung enthalt keine neuen Eisenbahnli. ien, weil hierfür zwar eine Reihe von Wünschen und auch dringendes Bedürfnis festgestellt werden konnte, die Er- tragssähigkeit solcher Neubauten aber zur Zeit leider nicht gegeben ist. Es sind deshalb lediglich Umbauten, Erweiterungen und sonstige Verbesserungen bestehender Anlagen in das Programm ausgenommen worben, von denen angenommen wird, daß sie vom Standpunkt des Verkehrs und des Betriebs heute zum minbeften bringenb erwünscht, wahrscheinlich aber in naher Zukunst unbedingt erforderlich sein werden. Die Verwirklichung der Vorschläge der hessischen Regierung wird von der Reichsbahnverwaltung keine Betriebszuschüsse erfordern, sondern im Gegenteil durch Verbesserung des Betriebs entweder unmittelbar ober mittelbar Ersparnisse an Betriebskosten ermöglichen. Die volkswirtschaftliche Produktivität der Vorschläge ist hiernach durchaus vorhanden. Neues Leben im alten Shakespeare-Theater. Seit jenem unseligen Märztage des Jahres 1926, da das alte Shakespeare-Theater in Stratfort-on- Avon in Flammen aufging, ragten die dachlofen Ruinen am Ufer des Flusses empor. Nunmehr sollen sie in die Errichtung einer neuen Versammlungshalle mit einbezogen werden; die Entwürfe dazu stammen von den Architekten Scott, Chesterton und Shepherd, die auch das neue Shakespeare- Theater erbaut haben. Alle Shakespeare-Freunde werden diese Nachricht mit Befriedigung vernehmen, wenngleich man oft genug den Rokoko-Bau bes alten Theaters unb seinen Ueberfluß an schlecht gewählten und schlecht ausarnmenpassenden Schmuckteilen verspottet hat. Erinnerung an viele Kunstgenüsse sind mit dem ersten Shakespeare-Theater verknüpft. Es mürbe auf dem Platze des ehemaligen hölzernen Rui. baus errichtet, der beim Garrick- Jubiläum im Jahre 1769 benützt wurde. In der Eröffnungsvorstellung im Jahre 1879 traten chier Helen Faucit und Barry Sullivan auf. Sieben Jahre später begann hier der junge Schauspieler Frank Benson mit seinen Festspielen in Stratford, die später so berühmt wurden. In den Jahren zwischen 1886 und 1916 fehlten die „Bensonians" nur viermal bei den Festspielen. Fast alle Dramen Shakespeares wurden hier bargeftellt und die meisten berühmten Schauspieler des Landes haben in dem kleinen Theater gespielt. 2lber auch ausländische Künstler von Ruf sah es in seinen Mauern. So spielte hier Sarah Bernhardt im Jahre 1899 ihren I berühmten „Hamlet". Der Krieg unterbrach die Reihe der Festspiele. Erst 1919 konnten sie wieder ausgenommen werden unb gelangten zu ihrer früheren Berühmtheit. Der Brand des Theaters im Jahre 1926 machte ihnen vorübergehend ein Ende, bis sie im neuerrichteten Shakespeare-Theater wieder ausgenommen werden konnten. Durch den Umbau in eine Versammlungshalle soll ein großer Saal, der etwa 400 Personen fassen kann, gewonnen werden; ferner wird ein gleichgroßer in dem ersten Stockwerk geplant. Andere Raume sollen sur Ausstellungen dienen, die sich mit den Werken Shakespeares und andern theatergeschichtlichen Ge- I genständen befassen. Oie verschwundene Oemoisette. Die französische Akademie hat in Wahrnehmung ihrer Pflichten als Hüterin der französischen I Sprache soeben beschlossen, daß das Wort „De- moisclle“ aus dem Sprachschatz verschwrnden soll. Die Ursache dafür ist, daß das Wort heute Nicht mehr seine alte Bedeutung besitzt. Es war früher nicht nur ein Ehrentitel, sondern es diente zur Beschreibung solcher jungen Damen, die in einer anderen Zeitepoche ganz Anstand und Schüchternheit waren. Die „Unsterblichen" sind sich darin einig, daß es heute keine jungen Leute gibt, die dieser Bezeichnung entsprechen. Die „Demoiselle“ besah in einem hohen Grade die Fähigkeit, zu erröten. Sie trank nur Limonade, Milch, und in Ausnahmefällen See. Die junge Dame unserer 1 Tage trinkt Cocktails, raucht und nimmt für sich Donnerstag, 19. Januar. 7.25 Uhr: Friihkonzert erwerbsloser Berufsmusi- fer Kassel. 12: Mittagskonzert I des Rundfunk- Qrchestcrs. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 bis 16.30; Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert. 18 25: Zeitfragen. 18.50: Vortrag von Oberschulrat Has singer. 19.20: „Neues aus aller Welt", Vortrag von Prof. Dr. Walter Behrmann. 19.30: Unterhattui gs konzert. 20.35: Cello-Konzert. 21: P illau. Em Städtebild von der Ostsee. 22.15 bis 23: I. Brahms (1833—1897) Lieder und Klavierstücke. Das hessische Programm umfaßt zunächst eine ; Reihe von kleinen Erweiterungen, Bauten und Verbesserungen bestehender Anlagen im Gesamtbetrag von rund 7 Millionen RM. Hierin ist insbesondere enthalten das Projekt der kreuzungsfreien Einführung der Perfonenzug-Glene von Wiesbaden in den Hauptbahnhof Mainz, die Verbesserung der Gleisentwicklung bei dem Zusammenschluß der Strecken Mainz—Worms und Mainz—Darmstadt am Bahnhof Mainz-Süd, die Beseitigung von Gleiskreuzungen bei der Betriebs- stelle Kostheim und ferner der Umbau des Bahnhofs Darmstadt-Ost. Außerdem wird angeregt einen Kostenbeitrag von rund zwei Millionen RM. auf- zuwenden zur Beseitigung schienengleicher Ueber- roege, um die hier seit langem bestehenden Mißstände zu beseitigen. Vorgesehen ist weiter eine Reihe größerer Bahnhofsumbauten, namentlich des Bahnhofs Gießen und des Bahnhofs Kästet Auch die Elektrifizierung der Strecke Frankfurt- Bafel wird nachdrücklich gefordert. Alle Projekte sollen nach dem Wunsch der hessischen Regierung möglich st bald in Angriff genommen und im Interesse bes Verkehrs, wie auch ber Arbeitsbeschaffung auf schne11stem Wege burchgeführt werden. all jene Freiheiten in Anspruch, die ihren Brüdern gewährt werden. Von jetzt ab gibt es also keine „Dcmoiselles“ mehr in Frankreich, sondern nur noch „jeunes filles“ (junge Mädchen). Aus der Suche nach einer verlorenen Kultur. Eine Expedition, die von der Britischen Schule für Archäologie im Irak ausgerüstet wird, bricht soeben auf, um in Arpachijah, 6' _> Kilometer östlich von dem biblischen Rinive, am oberen Tigris Grabungen vorzunehmen. Sie beabsichtigt, die einzige bekannte vorhistorische Ansiedlung im nördlichen Mesopotamien blohzulegen, bie Heberte ft e aus dem 5. Jahrtausend v. Ehr. auf einem weiten Gebiet besitzt. Man hofft, eine verschollene Kultur hier ans Tageslicht zu bringen, die älteste in dieser Gegend, durch die man neue Ausblicke auf die Geschichte Rinives gewinnen teilt Es handelt sich um eine Zeitperiode, d e wenigstens so früh ist wie die archaischen Funostätten in Ur, Kisch und Erech; die sogenannten vorsintflutlichen Töpfereien und die auf der Erdoberfläche in Arpachijah gemachten Funde sind jenen ähnlich, die in der Tiefe einer Grube in Rinive selbst gemacht wurden, sehr tief unter jenen Schichten, welche die ersten Einführungen ähnlicher Keramiken, wie sie in ilr gefunden wurden, zeigen. Die Expedition wird unter der Leitung von M. E. L. Mallowan stehen, der während sechs Ausgrabungs-Perioden bei den Forschungen Wooleys in Mr geholfen hat. Eva und die Schlange. In London gibt es ein Kaufhaus, das vom Keller bis zum Dach mit den Häuten von 500 000 Schlangen gefüllt ist, die alle um Evas Eitelkeit willen ihr Leben haben lassen mußten. Einen Besuch in diesem seltsamen Handelshause schildert Montague Smith in einem Londoner Blatte. Ein langer Derkaufskatalog, die sog. „Reptilien- Liste", gibt Auskunft über die exotischen Gäste dieses Hauses. Etwa 20 Arbeiter sind unermüdlich damit beschäftigt, die Häute der toten Pythons, der Kobras, der Klapperschlangen zu zählen und zu sortieren. Ein einziges Schiff wird demnächst 13 000 Pythons unb 51 000 Eidechsenhäute in einer Ladung in den Londoner Hafen bringen. Im Vorjahre betrug die Einfuhr von Reptilienhäuten aus Südamerika 4 Millionen, aus Afrika 2 Millionen und aus Indien 1 250 000. Die aus Afrika eingeführten Python-Häute allein bedecken eine Strecke von über 300 Kilometer. So lebhaft die Rachfrage auch ist, vermögen ihr doch die steigenden Lieferungen Genüge zu tun. Die Einge- oorenen in allen Teilen der Welt werden von Jahr zu Jahr geschickter im Fangen der wilden Reptilien, so daß noch kein Bedarf nach den in Schlangenfarmen gezogenen Tieren ist. Man hat zwar in einem Wikinger grabe, aus der Zeit um 1000 n. Ehr. einen Deutel aus Eidechsenhaut gefunden; doch stammt der eigentliche Riefenhan- del mit Reptilienhäuten erst aus der jüngsten Zeit. Hermann, vertieft neben anbern bie tulturgc ichichtliche Erkenntnis bes „Biebermeier". Welche Bedeutung aber biefer Begriff auch für Literatur der Jahre von 1815 bis 1848 besitzt, hat erst in neuester Zeit bie Erforschung zu grünben begonnen. Als bas klastische Land ' bas Oesterreich echten Noten. Es besteht aus zwei zusammenae- fügten Blättchen. Die Pflanzenfasern fehlen. Auf ber Dorberfeite ist bas weibliche Bildnis auffallend schwärzlich verwischt, die Ueberschriftung ist mehr schwarz als braun und dicker gedruckt. Im Worte „August" sind die „u" Buchstaben oben geschlossen, d. h. wie „»"-Buchstaben wiedergegeben. Die Her- Das Biedermeier ist uns heute als kulturgeschichtlicher Begriff für eine bestimmte Epoche geläufig, etwa für die Zeit der Restauration von 1815 bis zum „tollen Jahr", 1848, in der sich die „Stillen im Lande" tatenscheu in die Enge eines idyllischen Lebens zurückzogen. Die wissenschaftliche Erforschung dieses Begriffes, die erst vor kurzem eingesetzt hat, zeigt aber, daß Herr Biedermeier ein Doppelgeficht besaß, daß er nicht nur der friedliche Spießbürger war, sondern auch tragische Züge aufweist, die bisher über seiner glatten Behäbigkeit zu. wenig beachtet wurde. In der „Germanisch-Romanischen Monatsschrift" gibt einer der eifrigsten Erforscher des Biedermeiers, Dr. Rudolf M a j u t, einen lieber» Provinzia'ausfchuß-Sihung. Der Provinzialausschub der Provinz Oberhessen erkannte in seiner ösfentlichen Sitzung am vergangenen Samstag zu Recht, unbegründet kostenpflichtig z u r ü ck z u w e i s e n . DiL Beschwerde der Anna Bindewald in Dorheim gegen, den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 26. Mai 1932 wegen Versagung £r Erlaubnis zum Handel von Milch; Streitwert: 200 Mk.; die Berufung der Schneiderin Margarete Schuchmann geb. Hahn in Groh-Eichen gegen den Bescheid des Kreisausschusses des Kreises Cießen vom 9. August 1932, durch den die Genannte für bürgersteuerpflichtig erklärt wurde; Streitwert 4,50 Mk.; b'.c Klage des Bezirks>urso.geverbandes München gegen den Tezirkssünorgeoerband des Kreises Friedberg wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Wilhelm Eckstein aus Beerfelden. In der Klage der Hessischen Handwerkskammer in Darmstadt gegen den Bescheid des Kreisamts Lauterbach vom 8. August 1932, durch den die Firma Heiliger, Lauterbach nach § 104 o Abs.2GO. als nicht eintragungspflichtig (in die Handwerksrolle) erklärt wurde und demgemäß von der Zahlung der Handwerkskammerbeiträge befreit ist kam vor dem Provinzialausschuß ein Vergleich auf folgender Grundlage zustande: „Sie Firma Heiliger in Lauterbach erkennt ihre Verpflichtung zur Zahlung der Handwerkskammerbeitrage für die Jahre 1930 und 1931 an. Die Handwerkskammer verzichtet für 1932 auf Eintragung in die Handwerksrolle. Sie wird die Frage der Eintragung erneut prüfen, wenn sich die Verhältnisse derart ändern, daß nach ihrer Auffassung der Betrieb als handwerksmäßiger Betrieb anzusehen ist. Beide Parteien übernehmen die Gerichtskosten je zur Hälfte. Die persönlichen Kosten werden aufgehoben." * *♦ Falsche Zwanzig - Reichsbanknoten in Umlauf. Kürzlich ist wieder eine neue Nachahmung ber Reichsbanknoten über 20 Mark der Ausgabe vom 11. Oktober 1924 ungehalten worben. Die Kennzeichen biefer Scheine sind fol- genbe: Das Papier ist gering dicker als bei ben 7.25 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. bis 10.41): Schulfunk: Drei Städte. Hörbilb Leitung: Paul Laven. 12: Mittagskonzert auf Schall- platten. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.15 bis 16.15: Stunde ber Jugenb: 17: Nachmit- tagskonzert bes Rundfunk Orchesters. 18.25: Vortrag. 18.50: Zeitfunk. 19.30: Erlebte Zeit. Adolf I Stoltze. 20: Von Berlin: Reichsgründungsfeier. 21: Festliches Konzert zur Reichsgründungsfeier. S.Ji.-'fport Glanzvolle deutsche Eiskausmeiflerschasten. Die deutschen Eiskunstlaufmeisterschasten in Oppeln sind zu einem grossen sportlichen Ereignis geworden. 10 000 Zuschauer fanden sich ein und waren von den durchweg ausgezeichneten Leistungen aller Teilnehmer sichtlich befriedigt. 21m Vormittag wurden die Juniorenwett- bewerbe ausgetragen, die zahlenmäßig recht stark besetzt waren und deren Abwicklung sich daher bis in die Vachmittagsstunden hinzog. Den Glanzpunkt bildete selbstverständlich das Kürlaufen der Meisterklasse. In der Iuniorenklasse starteten 17 Herren, 7 Damen und 6 Paare. Vei den Herren leistete in der Meisterschaftsklasse Ernst Baier auch in der Kür Hervorragendes. Er bildete in der Tat eine Klasse für sich und sein eifriges Training hat hier die schönsten Früchte getragen. 3n einem sehr geschickt aufgebauten Programm zeigte Beier schwerste Sprungkombinationen, tiefe Sitspihpirouetten, Eegenwendsprünge (Rittberger Dalchew), sowie famose und sehr schwere Wendesprünge. Minutenlanger Beifall folgte seiner Kür und die Richter setzten ihn denn auch einstimmig auf den ersten Platz. Sehr hübsch liefen auch Wellmann und Beuttel, denen aber noch die erforderliche Routine fehlte. Bei den Damen hatten es die Punktrichter schwerer. Die erst 13jährige Münchnerin Mäxie Berber, die sich bereits in den Pflichtübungen einen kleinen Vorsprung gesichert hatte, fiel durch Grazie und die Schwierigkeit ihrer Kür auf und es gelang ihr tatsächlich, die Titelverteidigerin! vieri d allerdings versagten die Stürmerreihen. Wallau brachte einen vorzüglichen Torwart mit. Bor ihm standen zwei schlagstchere Verteidiger. In der Läuferreihe überragte der Mittelläufer, wohl der beste Mann seiner Mannschaft. Bei 1900 waren r s?- Mängeln des sicheren Torschusses in der Stürmerreihe, Schwächen in der Verteidigung offenbar. Schlarb hielt sehr sicher. Den Läufern ist ein ideenreicheres Abspiel zu empfehlen. Der Sturm war zu langsam in seinen Aktionen, es fehlte der letzte Einsatz. Arnold fehlte, Jäckel vertrat ihn gut: Best war als Linksaußen erstmals wieder mit von der Partie. Das Spiel begann mit Verspätung, da schiedsrichter Geisel-Alsfeld fehlte. Schiedsrichter D e i s - Nauborn leitete zufriedenstellend. Gleich nach Beginn hatten die Gießener einen Angriff der Gäste abzuwehren, setzten sich dann aber mehr und mehr in Wallaus Spielhälfte fest, ohne jedoch eine der zahlreichen Chancen verwerten zu können. Ein Fehlschlag von Luft ergab dann ein Gedränge norm 1900er Tor. Nach vielem Hin und Her landete der B-ll in Schlörbs Heiligtum. Erst jetzt kamen die Blauweißen zur Besinnung und erkannten den Ernst der Lage. Angefeuert durch die Zuschauer, erfolgte ein Generalangriff mit dem Erfolg, daß 1900 durch Göbel (2) und Heilmann (1) zu drei Treffern kam, die den Endsieg sicher stellten. Nach dem Wechsel erwartete man mit Bestimmtheit eine Verbesserung des Resultats für Gießen, insbesondere, da die Blauweißen jetzt mit Rückenwind spielten. Wallaus Schlußmann ließ sich aber nicht bezwingen, er hielt meisterhaft, gleichgültig, ob Kopfbälle von Lippert oder scharfe, flache Schüsse ihn heraussorderten. Heilmanns überraschenden famosen Rückzieher hielt er allerdings nur mit viel Gluck. Auch Schlarb bot sich Gelegenheit, sein Können bei einem gefährlichen hohen Ball und einem scharfen Flachschuß unter Beweis zu stellen. Er hielt verblüffend gut. Heilmann war wieder 1900s bester Spieler. Der Sieg über Wallau war verdient, verdient auch in dieser Höhe. Die Mehrzahl der Besucher dürfte vom Gesehenen befriedigt gewesen sein. VfB Gießen. Spog. 1900 II — VfL. II 0:4 (0:3). Die beiden Mannschaften trugen auf dem Waldsportplatz das fällige Rückspiel um die Punkie aus und traten in stärksten Ausstellungen an. Die VfDrr hatten zu Beginn nur 10 Mann zur Stelle und ergänzten sich durch einen Ligaspieler. Die beiden Punkte fielen also den Blau-Weißen zu. Das Spiel bot eine Fülle interessanter Momente und war temperamentvoll von Anfang bis zum Ende. Die 190Cer schienen nicht in bester Form zu sein. Kurz nach Beginn wurde den Blauweisten ein Elfmeter zugesprochen, der Ball wurde jedoch vom Torwart der Plahbesitzer gehalten. Bei leichter Spielüberlegenheit der Grün-Weisten sielen in kurzen Abständen drei Tore. Trotz größter Anstrengungen konnten die Gäste nicht aufholen, da deren Sturm nicht schlecht, aber ve. krampft spielte. War in der ersten Spielhälfte VfB. leicht überlegen, so war es in der zweiten Halbzeit die Spielvereinigung 1900. Die VfBer konnten jedoch ihr Tor rcir-halten, während die 190'er ein weiteres Tor — das Schönste des Spiels — hinnehmen mußten. Es wurde im allgemeinen fair und mit aller Hingabe gekämpft. Der Schiedsrichter wirkte sehr korrekt. VfL. III — Heuchelheim I 2:1 (1:0). 2luch die Dritte des VfB. konnte seit langer Zeit wieder einmal Sieg und Punkte erringen. Der Mannschaft gebührt Anerkennung für ihre Leistung, denn der Gegner zeigte beachtliches Können und große Durchschlagskraft. Die Grün-Weisten spielten mit großer Aufopferung, die beiden Tore waren Glanzleistungen. — Der Gegner unterlag in Ehren. Oie süddeutschen Kndspie f. 5SB. Frankfurt und 1. FL. Nürnberg Tabellenführer. — Eintracht und Ladern München geschlagen. 3m Gegensatz zum Dorsonntag gab es diesmal bei den süddeutschen Endspielen einige Lieber- raschungen. 3n der Abteilung! kam die größte ^leberraschung des Tages zustande: Bayern-München wurde in Ludwigshafen von Phönix mit 1:0 (0:0) geschlagen. 3m ausgebauten Phönix-Stadion wohnten diesem Kampf über 20 000 Zuschauer bei. Die Niederlage der Münchener ist in erster Linie auf die Schußunsicherheit ihrer Stürmer zurückzuführen. Der 1. FC. Nürnberg schlug zu Hause den SD. Waldhof sicher 3:1 (1:0) . 3n Pirmasens waren die beiden Saarvertreter, FK. Pirmasens und FT. Kaiserslautern unter sich. Sie trennten sich mit einem 3:3 (0:1), für Kaiserslautern schmeichelhaft. 3n der Tabelle der Abteilung i führt der 1. FT Nürnberg mit 4:0 Punkten vor Sp.-Dq Fürth mit 3:1 Punkten. Sie Abteilung 11 hatte ihr Ereignis in dem imponierenden 5:1- (3:1) Sieg, den Oer Fuhball- sportverein Franffurt vor 6000 Zuschauern im Frankfurter Stadion über Union Bückingen erzielte. Die zweite Lleberraschung des Tages war die 3:2-(0:0) Niederlage, die Eintracht Frankfurt vor 9000 Zuschauern in Stuttgart durch die Kickers bezog. Die Frankkurter spieftcn sehr schön, waren aber nicht eifrig und entschlossen genug. Wormgtia Worms errang einen verdienten 2:1(1:1)-Sieg über Phönix Karlsruhe. Ebenfalls nur knapp und nicht ganz verdient fiel der 3:2(2:!)- Sieg des KFV. in Karlsruhe über Mainz 05 aus. Sils einziger noch ungeschlagener Verein führt der FSV. Frankfurt mit 6:0 Punkten die Tabelle der Abteilung II an. Oer Gau Hessen bei der preffe-Tagung des Mittelrheinkreises. Der erhebenden Morgenfeier im Kerckhosf-3n- stitut im Rahmen der Presse-Tagung des Mittel- rheinkrelses der DT. (wir berichteten bereits darüber) wohnten auch zahlreiche Dertreter von Der- einen des Gaues Hessen bei. Don der Gauleitung waren außer dem Gauvertreter Pfeiffer anwesend: 2. Gauvertreter Schneider (Butzbach), Gauschriftwart Wiegand (Gießen), Gau- schwimmwart Sauer (Gießen), Gaupresscwart Bach (Großen Linden), Eaukassenwort Oertel (Vieder-Wöllstadt). Diele dieser Teilnehmer nahmen am Nachmittag dann auch an den weiteren Verhandlungen der Pressewarte teil und verfolgten mit lebhaftem 3ntercffe die Erörterungen über wichtige Fragen der Turnpresse und der Verbandspolitik. Am Schlüsse der Tagung brachte Gaupressewart Bach als ter Pressewart des Gaues, in dem die Tagung stattfand, den Dank aller Teilnehmer an den Leiter der vom Do.sitzen- ben der Bad-Nauheimer Turnerschaft, Ottofranz Kutscher, und vom stellvertretenden Kreis- 1 prestewart Ostwald (Bad Nauheim) großzügig vorbereiteten Veranstaltung zum Ausoruck. K.eis- presjewart W o l le n b e r g s. loß uie Tagung mit einem aufrichtigen Dankeswort an die Tagespresse, die vor allem im Gau Hessen in vorbildlicher Weise für den turnerischen Gedanken eintrete. 3n der nachmittags unter Leitung von Dez'rks- turnwart Lang (Lang-Göns) stattgesun>.enen Vorturnerstunde herrschte reges turnerisches Leben. Durchgeturnt und besprochen wurden im wesentlichen die Freiübungen für das Stuttgarter T u r n f e st und die für das Bczirksgeräteturnen vorgefchriebenen Hebungen. Tei der gleichzeitig unter dem Vorsitz von Stu- dicnrat Thierolf (Friedberg) ve ar.statteten Führer besprech ung des 5. Bezirks wurde eine Entschließung gefaßt, in der der Gau gebeten wird, beim Kreis und der DT. vorstellig zu werden, daß in bezug auf die Beitragspflicht erwerbsloser Mitglieder möglichst Entgegenkommen gezeigt werde. Kurze Sportnotizen. Bei den süddeutschen Endspielen gibt es nur noch drei Mannschaften ohne Punktverlust, in der Abteilung 1 1. FC. Nürnberg (4.0) und München 1860 (2 0), sowie in der Abteilung II FSV. Frankfurt (6:0 Punkte). Ser Fußballkampf Mitteldeutsch- I a n b — Zentralungarn endete in Dresden vor 12 000 Zuschauern mit einem verdienten 3:0 (2:0) der Ungarn. Der Boxländerkampf Bayern gegen Oe st erreich in Würzburg endete mit einem glatten oieg der Bayern mit 13:3 Punkten. Das 100 - Kilometer - Mannschaftsrennen der Amateure in der Frankfurter Festhalle wurde von der jungen Mannschaft Gut-Eich- h.orst überraschend vor Lorz-Gugau und den Favo- ritenmannfchaften Roth-Göttmann und Bär Sauer gewonnen. Selbstmord eines unqeireuen SieEbeamien. 50 000 Mark unterschlagen. WSN. Mainz, 14. Jan. Heute um 5 Uhr wurde auf einer Bank im S t a ö t p a r t *ber verheiratete 44 Jahre alte städtische Angestellte Fritz Roth aus Wiesbaden mit einer Schußverletzung an der rechten Schläfe tot aufgefunden. Nach den polizeilichen Feststellungen liegt Selbstmord cor. Roth war bei der Städtischen Steuerstelle Wiesbaden beschäftigt und hat dort über 50 000 Mark unterschlagen. Er wurde vorgestern aus dem Dienst entlassen und der Staatsanwaltschaft angezeigt. Seit dieser Zeit war Roth aus Wiesbaden verschwunden. Oie schmünzerwerkstatt im Straßengraben. WSN. Kirchhain. 14. 3an. Einen seltsamen Fund meldete dieser Tage ein Einwohner aus Lehrbach der Polizei in Niederklein. Er fand im Straßengraben in einem Kanal zwischen Lchrbach und Niederklein einen Sackrnit etwa 1000 Mark in falschen Zwei-Mark- und 5 0 - P fen n i g - S t ü ck e n , sowie die dazu gehörigen Gießformen. Wie der Finder bei seiner Vernehmung angab, will er tags vorh:r an der Fundstelle ein Auto bemerkt haben, dessen 3nsassen den Sack mit Inhalt abluden und in dem Kanal versteckten. Wirtschaft. * D i e Kohlenproduktion in Hessen im 3ahre 1 9 3 2 brachte folgendes Ergebnis: An Nchbraunkohlen wurden gefördert: 973 939 Tonnen, davon wurden 870 317 Tonnen zu Schwolere'rrodukten weiterverarbeitet. Aus den verschwelten Kohlen wurden gewonnen: 54 587 470 Tonnen Rohteer, 7 152 880 Tonnen Le.ckstöl aus Schwelgasen, 144 057 Tonnen Koks, ohne die Schwelrückstände des Messeler Kohlen- fch'.cfers. Metallgesellschaft AG., Frankfurt a. M. Nach d"M Bericht der Metallgef:ll- schaft AG., Frankfurt a M. für das am 30. September 1932 zu Enve gegangene Geschäftsjahr wurde durch Einschränkung der Bautätigkeit auch der Metallverbrauch stark in Mitleidenschaft gezogen. Immerhin haben sich die Verhältnisse seit dem Sommer stabilisiert, und in letzter Zeit haben sich gewisse Anzeichen einer Belebung bemerkbar gemacht, die auch im neuen Geschäftsjahre an» halten. Die Metallpreise haben sich nach Heber» Windung eines neuen Tiefstandes langsam wieder erholt. Die Melt-Metallvorräte s ien meist noch sehr hoch, die Erzeugung arbeite deshalb überall mit großen Einschränkungen Besonders störend wirke weiter die Unsicherheit über die Zukunft der englischen Währung. Wie bereits gemeldet, wird ein Reingewinn von 45 615 Mark ausgewiesen, der vorgetrogen werden soll. Rheinische AG. für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation. 3n der AR.-Sitzung der Rheinische AG. für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation wurde aus- geführ.t, daß das abgelausene Geschäftsjahr zwar keine Absahminderung gebracht habe, die Preise jedoch unter denen des Vorjahrs lagen. Das Er- gebn.ä könne als befriedigend bezeichnet werden. Es wurde dann über die Veränderungen im Aktienbesitz berichtet und auf eine Erklärung vom 3. 1. 33 hingewieien, durch welche der AR. den Vorstand ermächtigte, mit der Verwaltung des RWE. über den Abschluß eines Vertrages zu verhandeln, durch den unter Wahrung der Selbständigkeit und des Gesamtinteresses der Rheinische Braunkohle eine Gemeinschaftsarbeit zwischen beiden Unternehmungen sichergestellt werden solle. Der AR. wird über das Ergebnis gegebenenfalls eine GV. einberufen. * Sachsenwerk, Licht und Kraft AG.. Niedersedlitz, lieber den Geschäftsgang der Sachsenwerke AG. erfährt WTB.-Handelsdienst, daß sich der Auftragseingang in den letzten Monaten etwas günstiger gestaltet hat. obwohl Elektrizitätswerke und Industrie mit ihren Aufträgen noch zurückhalten. Frankfurter Abendbörse flau. Frankfurt a. M.. 16.3an. An der Abendbörse hat sich die Zurückhaltungder Kulisse noch verstärkt. 3m Hinblick auf die weitere innerpolitische Entwicklung nahm man bon irgendwelchen Geschäften fast vollkommen Abstand. Die Kurse zeigten daher im Vergleich jum Berliner Schluß keine Erholungen, anderseits waren aber auch die Veränderungen nach unten im allgemeinen nur geringfügiger Natur. Lediglich Mannesmann kamen am Montanmarkt mit minus 0,75 v. H. zur Erstnotiz. 3m Verlaufe bröckelten die Kurse im freien Markt infolge der Geschäftsstille und der allgemeinen Unsicherheit meist etwas ab. Von Spezialwerten lagen Bem- berg 2,25 v. H. schwächer. Dagegen waren Rhein. Braunkohlen 1,25 v. H. und Rhein. Elektro Mannheim Stamm 3 v. H. höher. Deutsche Anleihen nannte man zunächst nur wenig verändert, 'bie Neubesitzanleihe kam mit unverändert 8,5 v. H. zur Notiz, dagegen büßte die Altbesitz 0,5 v. H. ein. Bon den übrigen festverzinslichen Märkten war kaum etwas zu berichten. Goldpfandbriefe lagen meist unverändert, von Stadt-Anleihen gaben 6prozentige wertbeständige Stadt Frankfurt von 1925 1 v. H. nach. Altbesitzanleihe 67 (NachböZe 65,93), Neubesitzanleihe 8.5, (Nachbörse 8,45), Schutzgebiets- anleihe 6,5, Reichsbank 158,75, Gelsenkirchen 57, Mannesmann 61,5. Rheinische Braunkohlen 195. Rheinstahl 72,40, Aku 40, AEG. 29,13, Bekula 120, Bemberg 43, Scheideanstalt 150, Licht & Kraft 97, 3G.°Farben 101,40 (Nachbörse 101,25) Gesfürel 81,25, Lahmeyer 120,5, Rheinische Elektro Mannheim 102, Siemens 123, Reichsbahn-Vorzugsaktien 92,25, Hapag 17,90, 6proz. Frankfurter Hyp.-Bank Gold Reihe 1 bis 15 86,25, 6proz. Stadt Frankfurt von 1926 69, 4proz. Cinhftts- rumänen 5,70, Lissabon Stadtanleihe von 1886 35. frankfurter Getreivebörsc. Frankfurt a. M, 16. Jan. (WTB. Draht- meldung.) Die Getreidebörse nahm zum Wochenbeginn einen ruhigen Verlaus. Das Angebot war für die vorhandene Nachfrage ausreichend, die Preise zeigten nur geringe Veränderungen. Weizen- und Roggenmehl hatten -weiter kleines Bedarfs- gefchäft bei unveränderten Preisen. Am Futtermittelmarkt war die Unternehmungslust durch die kalte Witterung etwas gebessert, die Preise zogen verschiedentlich leicht an. Von Futtergetreide war Hafer und Gerste ruhig, aber stetig. Cs wurden notiert: Weizen 204 bis 203,50, Roggen 162,50 bis 163.50, Braugerste 180 bis 182.50, Hafer 133 bis 135. Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0 28.25 bis 29.25, Weizenmehl, niederrheinisches, 28,25 bis 29,25, Roggenmehl 22,25 bis 23,25, Weizenkleie 7,40, Roggenkleie 7,85 bis 8,03, Soyaschrot 10.20 bis 10,75. Palm- kuchen 8,75 bis 9,00, Crdnuhkuchen 12,25 bis 12,50, Heu, süddeutsches. 4,60 bis 4,80, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 2,25 bis 2,50, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt. 2,25 bis 2,50, Treber, getrocknet 10,53 bis 10,60. Tendenz. ruhig. 3ndustriekartoffeln hiesiger Gegend per 50 Kilogramm bei Waggonbezug 1,75 Mk. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 v. H. Lombardzinsfuß 5 v. H. Datum 6% Deunche tHefdwanletbe v. i»2i 6% rf>em.7%$t.fflef(f)eanLt>. 1929 6¥t% Doiing-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Abiöl.-Schuid mit Auslos.-Rechten .. Desai, ohne Auslo>..Rechtc...... 6% ebem.8% Hell. Volksstaat 1929 (rüd^ahlb 102%) .... ... Oberhessen Provinz. Anleihe mit Auslos.-Reckten Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Seriei mir Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hnv.-Bank Golbvse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% »Jranks. Hnv -Ban! (tzoldofe. 16 unkündbar bis 1936 5%% ehern. 4Vi% Franks. Hyp. Bant«Liau.«Psandbriese ..... 6%% ehern. 4%% Rheinische Hyv.-Bank-Liau.-Sioldpfe. 6% ehem. 8% Pr. VanbcSpfanb 6nefanf:alt, Pfandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand bri-kanstali Plonbbriese M io 4% Oeltenetduiche Guldreme... 4,20% L österreichische Silberrente <% Ungarische Goldrenie .... 4% Ungarische Staatsrenle v. 1910 6.5 16,5 Kaliwerke Aschersleben. . 6 120 118 120 117,75 Kaliwerke Westeregeln . .... . 6 125 121 124 120,5 Kaliwerke Sakdeksurth .... . 9 179 174,5 179,25 174 3 G- ^arben.Jndustrie Scheideanstalt........ 104,5 101,4 104,25 101,65 .10 150 150 Goldlckmidi ......... . 0 38 38 39,25 37 Rülgerswerke ........ . 0 45,25 44 46 44,5 Metallgesellschaft...... . 0 36,5 36,5 36,25 36,65 Philipp Holzmann .... . 0 63,5 61,75 64 62,5 Zementwerk Heidelberg . 1 53,5 53,5 Eemennverk Karlstabl.. . 0 - _ _ •ffianß & Rrcntafl ..... . 0 5,2 5,2 - 5,5 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt M 14-Januar 16-Januar Amtliche .Notierung Amiilche Jtolierunn Zkie (Selb ?rir Helsingiors. 6,212 6,226 6,214 6,226 Wien...... 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag...... Budapest ... Sofia..... Holland .... C6I0 ...... 12.465 3,057 169,08 72,63 73,03 12,485 3,063 169.42 72,77 73,17 12,465 3,057 169,08 72,13 70,68 11,485 3,063 169,42 72,47 70,82 Kopenhagen . Stockholm. 76,92 77,08 76,82 76,<8 London ..... 14,11 14,15 14,11 14,15 Buenos Aires 0,858 0,862 0,858 0,862 Reu york... 4,209 4,217 4,209 4,217 Brussel .... 58,28 58,40 58,28 58,40 Italien .... Paris ..... 21,54 21,58 21,54 21,58 16,42 16,46 16,42 16,46 Schweiz ... 80,97 81,13 80,97 81,13 Spanien... 34,39 34,45 34,37 34,43 T anzig .... 81,72 81,88 81.72 81,88 Japan..... 0,869 0,871 0,869 0,871 Rio be Jan. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon... 5,554 12,84 5,566 12,86 5,554 12,84 5,566 12,86 Schultheis Payenhoser o Sllu (Allgemeine Kunstseide) ... o Bemberg g Zellstofi Waldhos o Zellstoss Aschassenburg o Dessauer Gas ........... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Orenstein & K oppel 0 Leonhard Tietz ............. g 3 habe......................12 «riynei .. .........ul Muinkrastmerle Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zucker s — — 111,9 109,5 41 40 41,25 40,65 48 43 46,5 45,25 52,5 52,75 53,4 52,25 29,5 29 29 29,5 — — H2,75 110,25 22 21 21,9 21 41,5 40 40,5 40,65 — — 43,25 42,13 45,25 44 45,75 44,75 144 140 — 140 31,9 - 32,9 73,5 72,75 — 139 139 140 137,9 Banknoten Berlin, 16.Januar (Selb I 25rlef Amerikanische Roten.............. 4,20 4,22 Belgische Roten................. 58,12 58,36 Dänische Roten ................. 70,31 70,59 Englische Roten ................. 14,07 14,13 Französische Roten............. 16,38 16,44 Holländische Roten......... 168,71 169,39 Italienische Roten........ 21,48 21.56 Norwegische Noten .............. 72,16 72,44 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten ............. 2,46 o.4H Schwedische Noten......... 76^65 76.95 Schweizer Roten................. 80,79 81 11 Spanische Noten.................. 34,23 34,37 Ungarische Roten ................