Ur. 295 viertes Blatt Samstag, ch. Dezember (933 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Bücher unter dem Weihnachtsbaum. Deutsche Erzähler. — K. H. Waggerl: Das Jahr des Herrn. Roman. 326 S. In Leinen 5,50, kart. 4,50 Mk. Im Insel-Verlag, Leipzig, 1933. — (499) — Karl Heinrich Waggerl, dessen früher erschienene Romane „Brot" und „Schweres Blut" wir hier bereits besprochen haben, gehört zu den jungen dichterischen Menschen in Deutschland, welche die gegenwärtige Forderung nach einem aus Blut und Boden gewachsenen Schrifttum überzeugend verwirklichen. Ihm, einem Sohn der Berge und Abkömmling eines bäuerlichen Geschlechtes, ist es gelungen, in seinen Büchern die Kräfte sichtbar werden zu lassen, die den ländlichen Menschen formen und ihn befähigen, den Bersuchun- gen fremder Einflüsse immer wieder durch eigenes unzerstörbares Wesen Trotz zu bieten. Den Rahmen seines jüngsten Romans, der klar, plastisch und stellenweise mit einer gewinnenden Heiterkeit geschrieben ist, bildet der Ablauf der religiösen Feste von Frühling zu Frühling innerhalb einer Dorfgemeinschaft. Einfache Geschehnisse sind in ihn eingefügt, insbesondere das Leben des Knaben David, auf den der Dichter autobiographische Züge übertragen hat. — Edzard H. Schaper: Die Insel T ü - t a r s a a r. Roman. 245 Seiten. Im Jnsel-Berlag $u Leipzig. — (392) — Ungewöhnlich wie das Leben ist auch das Buch dieses jungen Dichters, den der Insel-Verlag als einen seiner neuen Autoren vorstellt. Die grüne Insel Tütarsaar, die er im blauen Meer erstehen läßt, ist hoch im Norden versteckt in einer Bucht gelegen und von einem seltsamen Mensche», einem Schafhirten, bewohnt, der für geistesgestört gilt. Ein Fremder, der auf die Insel gerät, erlebt dort, halb erzwungen, viele Abenteuer und erfährt zu feiner unendlichen Bereicherung die hohe Weisheit des von einem geheimnisvollen Glauben Besessenen. — Josef Winckler, Ein König in West- f a I e n. Roman einer Staatsgroteske in Deutschland. In Leinen 6,50 Mk. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart. — (564). — Ein echter Josef Winckler geschaffen aus dem sprudelnden, volkstümlichen Humor des „Tollen Bömberg". Wir erleben den märchenhaft-abenteuerlichen Aufstieg Jeromes, dem der Volksmund den Namen „König Lustik" gab, zum Admiral, Helden, kaiserlichen Prinzen, die ihm von Napoleon aufgezwungene Heirat und Krönung zum König von Westfalen und dann das Leben in Freiheit und Ueppigkeit, immer wieder geduckt von den Machtbedürfnissen feines großen Bruders. Einblicke in das Familienleben der Bonapartes tun sich auf, Schilderungen, wie nur Winckler sie zu geben vermag. Immer wieder vermittelt Madame Mere zwischen den Brüdern und Schwestern. Und im Hintergrund von wilden Festen, Liebschaften, Schulden, Erpressungen wächst sagenhaft das erwachende Deutschland herauf. — Henry Benrath: Die Mutter der Weisheit. Roman eines Jahres. 345 Seiten. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin. — (527) — Wir haben vor längerer Zeit Benraths Roman „Ball auf Schloß Kobolnow" hier besprochen, und es finden sich — bei allen Verschiedenheiten und Abständen zwischen jenem und diesem Roman — gewisse Anknüpfungspunkte, von denen man ausgehen kann, und die, wie wir glauben, Verbindungslinien zwischen beiden Büchern zu ziehen gestatten. Zwar ist das in „Kobolnow" begonnene Wagnis des reinen Dialog-Romans hier nicht weiter geführt; geblieben ist aber die innere Haltung und Einstellung, des Erzählers zu seiner Welt, seinen Menschen und Dingen, eine sehr kritische nämlich, und zugleich auch die in außergewöhnlichem Maße immer zu ihrem Ausgangspunkt zurückführende Bezogenheit jeder Aeußerung auf die Erscheinung des „Helden" — um einen in diesem Zusammenhang etwas farblosen Begriff zu gebrauchen —, der hier wie dort mit der Person des Erzählers zusammenfällt. Obwohl der Roman nach einer Frau benannt ist, kann diese Philippinen- thaler Studentenwirtin Kädda Mulch, genannt „Mutter der Weisheit", nicht eigentlich als Hauptperson gelten, mindestens nicht als die zentrale Gestalt, um die sich die Ereignisse im Jahresablauf peripherisch ordnen. Roman eines Jahres —: in einer kleinen Universitätsstadt nämlich kurz vor dem Ausbruch des großen Krieges. In dieser, ähnlich wie im.Umkreis von Kobolnow auf anderem Boden und in anderer Seelenlandfchaft, fest gefügten und fest begrenzten Welt taucht eine Fülle mehr oder minder stark belichteter Figuren aus den verschiedensten sozialen Schichten jener Vorknegswelt auf, und sie werden als typische Vertreter ihres „Standes" eingeführt und gewertet. Man hat — von naheliegenden persönlichen, milieuhaften und mundartlichen Anklängen verführt — in der , Mu ter der Weisheit" so etwas wie einen Schlüsselroman entdecken wollen, doch hat sich der ausdrücklich dagegen verwahrt: er will fein Buch als eine kultursoziologische Vorkriegsstudie von typischer Gültigkeit für die kleine deutsche Universität aufgefaßt wissen. Eine Fülle scharf gesehener Einzelzuge, kluger, aus umfassender Welt- und Menschenkenntnis geschöpfter Beobachtungen und Bemerkungen sind in die äußere Handlung verflochten, welche sich um die Geschichte einer am Zusammentreffen höchst widriger Umstände gescheiterten Doktordissertation gruppiert. Obwohl hier zuletzt ein plumper, alle Berechnungen umstoßender Zufall die Hand im Spiele hat (derartiges ist ja des öfteren zum Leidwesen beklagenswerter Doktoranden oorgekommen) — so muß doch billiger- weise zugegeben werden, daß die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluß auch unter normalen Verhältr ;sen — nicht ohne Schuld des Studenten Benrath — wenig glücklich sind, und man begreift kaum, warum er mit solcher Hartnäckigkeit darauf besteht, gerade mit dieser Arbeit bei diesem Lehrer zu promovieren, der doch das mindeste.Verständnis dafür aufbringt, — während sich zwei andere Lösungen als durchaus empfehlenswert angeboten hätten. Solche Ueberlegungen und daneben der Eindruck, daß vieles, was hier geschildert wird, weniger mit den Augen des damaligen Studenten als vom Standort des gegenwärtigen Erzählers Benrath aus gesehen ist, beeinträchtigen für unser Empfinden eine einheitliche Wir- fung des Romans. Die lebendigste und unkomplizierteste unter feinen vielen Gestalten aber Ist Kädda Mulck, die „Mutter der Weisheit", ur- wüchfioe Frau aus dem Volke, ganz Nach der Natur gezeichnetes Orignial, Repräsentantin einer heute wohl schon fall. aiisgestorbenen Generation von Studentenwirtinnen; alle ihre Aeußerungen sind, da sie ihr Herz und ihr Mundwerk auf dem richtigen Fleck hat, von überwältigender Drastik und Durchschlagskraft: die Schilderung ihrer Verlobung in der Silvesternacht — „da haben wir sich geküßt und Aeppelwei getrunke" — gehört zu den schönsten, menschlich unmittelbarsten und heitersten Schilderungen des Romans. —y— — Clara Viebig: Insel derHoffnung. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, Preis geb. 4,80 Mark. — (557) — Clara Viebig verlegt den Schauplatz ihres neuen Romans auf ein einsames, wildes Felseneilandes in der Antarktis auf halbem Wege zwischen Kapstadt und Sidney. Hierhin hat sich ein junger Deutscher geflüchtet, der feinem Elternhaus entfremdet wurde und zwischen Versuchungen und Lockungen der Großstadt das Leben nicht meistern konnte. Hier als Feuerwärter nur wenige hundert Kilometer vom Südpol, an wenig befahrener Schiffsroute, weltenfern jeder menschlichen Siedlung, Pinguine, Robben und Seelöwen, die einzigen Lebewesen weit und breit, um sich herum die unend- Reisen und — Wilhelm Emst Freiherr Gedult von Jungenfeld: Ein deutsches Schicksal im Urwald. Mit 16 Abbildungen. Preis in Ganzleinen 4,20 Mark. Verlag Ulstein, Berlin. — (314) — Hier schildert ein erfahrener Südamerikaner gan.3 unromantisch und ehrlich das typische Schicksal deutscher Auswanderer, wie es Tausende Angehörige des Volkes ohne Raum heute jenseits der Meere erleben müssen. Der Verfasser, der schon vor dem Kriege drüben in Argentinien und Paraguay war, also über einen reichen Schatz von Erfahrungen verfügte, geht, nachdem er den Feldzug und die Verteidigung Oberschlesiens gegen die polnischen Aufständischen als Berufsoffizier mitgemacht hat, mit seiner jungen Frau wieder herüber, um dort sich eine neue Heimat zu gründen. Aber trotz seiner Kenntnisse von Land und Leuten, trotz härtester Arbeit und ehrlichem Willen, alles anzupacken, was sich ihm bietet, ohne Illusionen und ohne Scheu vor ungewohnten Berufen, mißglückt dem tapferen Manne alles, was er auch an- fassen mag, bis ihm schließlich der Landsmann Sarrasani, der mit seinem großen Zirkusunternehmen auf einer Tournee durch Südamerika ist, zum Retter wird. Sein Wagemut und Organisationstalent befähigen ihn, Sarrafanis Privatsekretär und rechte Hand zu werden, so daß schließlich das süd- amerikanische Abenteuer für ihn noch leidlich ab= läuft. Tausende seiner Landsleute, die mit weniger Erfahrung und weniger Können, aber, mit ungleich größeren Illusionen herüber gehen, bietet sich in der Stunde höchster Verzweiflung kein Sarrasani, sie gehen drüben im Urwald ober gar in den Elendsvierteln der Millionenstädte einem trüben Schicksal entgegen. — Walther P e n ck: „P una deAtacarn a". Bergfahrten und Jagden in der Kordillere von Südamerika. Mit einer Einführung von Albrecht Penck. 27 Bildern, 6 Zeichnungen und 2 Karten. Kart. 6 Mark, Leinen 7,50 Mark. I. Engelhorns Nächst, Stuttgart. — (400) —Zu den Forschern, die in aller Stille wirken, die Ruhm- und Rekordehrgeiz nicht kennen, sondern unbeachtet von der Welt nur für sich und für das gesteckte Ziel stille Heldentaten vollbringen, gehört auch der viel zu jung verstorbene Geologe Walther Penck. Mit 24 Jahren übernahm der den Auftrag der argentinischen Regierung, das Politik und — 21 u f Spuren der alten Reichsherrlichkeit. Von Wilhelm Schäfer. Großoktav. 176 Seiten, 115 Abbildungen. In feinem Leinenband 6,50 Mark. F. Bruckmann AG., München. — (609) — Wir erleben in diesem glänzend geschriebenen Buch des berühmten Autors beut|d)e Geschichte und lesen in ihren Spuren, durchwandeln Thingstätten, karolische Pfalzen und das Maifeld, das Paradies alter Reichsherrlichkeit im Städtedreieck Worms—Mainz—Frankfurt, und erleben die Romantik des deutschen Rheins. Große Namen der deutschen Kaisergeschichte klingen auf: Bodoma, Tri- bur, Ingelheim, Gelnhausen, Aachen, Hirsau, Maulbronn, Forchheim, Speyer, Worms, Oppenheim, Mainz, Koblenz, Köln, Hildesheim, Quedlinburg, Goslar, Braunschweig, Bamberg, Konstanz, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Frankfurt a. M., historische Stätten füllen sich mit Gestalten und Schicksalen! Von der Schwelle des heiligen Reiches der Deutschen, an die uns großes Erleben führte, sollte sich kein wahrhaft Deutscher dieser erkenntnis- reichen Rückschau in das „heilige römische Reich" verschließen. Die Abbildungen ergänzen die Worte des Autors, denn wie dieser lassen sie die Zeiten der alten deutschen Kaiserherrlichkeit vor unseren Augen erstehen. — Kasimir Edschmid: Das Südreich. Roman der Germanenzüge. Verlag Paul Zsolnay, Wien IV mit zehn Tiefdrucktafeln. — (562) — Mit Hem geschärften Spürsinn des erfahrenen Weltreisenden macht sich Edschmid in feinem kleinen Opel auf eine Entdeckungsfahrt durch Stiefel und Sporn der italienischen Halbinsel. Was er sucht und findet ist selbst für gute Jtalienkenner nichts alltägliches, wie er es darbietet ist mehr als amüsant, ist Erziehung zum geschichtlichen Denken, ist fruchtbare Besinnung auf heldische Vergangenheit unseres Volkes, ist beste politische Bildungsarbeit, die tiefer greifen wird, als manch gelehrtes Werk ober manch „volkstümlicher" Leitfaden. Edfchmid findet die Spuren der Germanen an den Golfen von Neapel, in den Tälern der Abruzzen, um Capua und Benevent, wo die Langobarden ein Reich von unberührter heidnischer Stärke und fast mythischer Geschlossenheit gegen die andringenden Griechen verteidigten, als in Deutschland selber dieser Mythos schon lange nicht mehr in dieser Einheit bestand. Vom Monte Gargano herab stieg der Erzengel Michael zu den noch heidnischen Langobarden, seine Legende drang bis nach Skandinavien, von wo die Wikinger nun nach Süden aufbrachen, um zu dem sieghaften Engel zu wallfahren. Mit unwiderstehlicher Stoßkraft über- schwemmten sie die ganze damals bekannte Welt. Von der Normandie aus erobern die Söhne Tankreds als Kondottieri süditalienischer Fürsten Ka- liche Weite des Meeres, hier auf diesem oben Felsenriff lernt er bie Einsamkeit in ihrer ganzen Größe kennen, bie er gesucht hot unb bie ihn, ben ßebensmüben unb von ber Welt Enttäuschten trö- ftenb umfaßt. Aber was ihn einst magnetisch an- zag, wirb nach wenigen Jahren zu unheimlichem Druck, ber Segen ber Einsamkeit broht zum Fluch zu werben. Geläutert unb gefestigt kehrt ber junge Deutsche zurück in bie Welt unb finbet, von ben aufrechten Eltern unb einem prächtigen Mäbchen auf ben rechten Weg gewiesen, an ber „blutenben Grenze" im beutschen Osten bie große lohnenbe Aufgabe, bie seine ganze Willenskraft erforbert. Dieser neue Viebig-Roman ist vielleicht nicht ganz so aus einem Guß wie seine Vorgänger. Die Wendung zum happy end wird nicht ganz mühelos gefunden. Aber als großer Eindruck dieses Buches bleibt die erschütternde Schilderung des Zusammenlebens zwischen Mensch unb Tier in ber Einsamkeit bes Ozeans. Das ist aus bem zutiefst mütterlichen Urquell Clara Viebigs heraus ungemein packenb unb bichterifch gestaltet. Abenteuer. sich über Zehntausende von Kilometern erstreckenbe riesige Wüstengebiet zwischen Argentinien unb Chile au erforschen. In seinen nachgelassenen Tagebüchern, Sie sein Vater, der berühmte Geograph ber Berliner Universität nun herausgegeben hat, erzählt Walther Penck von seiner zweijährigen Forschungsreise durch die Puna, wie er mit seiner Karawane das wilde Hochland durchzieht, als Alleingeher Sechstausender besteigt, die vor ihm noch keines Menschen Fuß betrat, wie er bas scheue Wild jagt, wie er mit indianischen Hirten zusammentrifft und einsamen Wanderern begegnet. Am Lagerfeuer, noch frisch unter bem Eindruck bes Erlebten hingeschrieben, finb biese Tagebücher von großer Kraft unb Eindringlichkeit. Lebendig ersteht bas Geschilberte: die Wucht ber Gebirgswelt, ber Kampf gegen Sturm und eisige Kälte auf ben Höhen, gegen Sanb, Staub unb glühende Hitze in ben Nieberungen: lebendig auch seine Begleiter, bie Knechte unb Tiere, unb nicht zuletzt er selbst als Mensch, Führer, Forscher, ber trotz feines jugendlichen Alters bie Verantwortung zu tragen weiß, keine Mühen unb Strapazen scheut, um seine Aufgabe zu erfüllen, unb sich selbst hingibt um der Idee willen. — Richarb Seewalb: Frutti di Mare. Eine Reise durch Häfen unb Inseln. Mit 108 Zeichnungen. In Halbleber 2,90 Mark. Volksverbanb der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (528) — Frutti bi Mare — Früchte bes Meeres —, bieses Lieblingsgericht bes italienischen Volkes, bereitet aus Muscheln unb See-Igeln, ist das Sinnbild, in bem ber bekannte beutsche Maler Richarb Seewalb seine Reiseeinbrücke von den Küsten unb Inseln bes Mittelmeeres zu- sammenfaßt. 108 Originalzeichnungen halten bas flimmernde Sehen unb bie klassischen Umrisse ber Landschaften fest, von benen ber Text bes Künstlers berichtet. Seewalb hat von Genua aus Sar- binien, Korsika. Sizilien bereift unb hat Tunis besucht. Er ist nicht ben Weg gegangen, ben alle Der- g*nügungsreifenben einschlagen, sonbern hat abseits ber großen Straße viele verborgene Schönheiten entbeckt unb ist mit seinem Künstlerblick tief in bas charakteristische Volksleben eingebrungen. Dem wertvollen Inhalt entsprechend, hat ber Volksverbanb ber Bücherfreunbe auch für dieses Werk künstlerisch ein befonbers ansprechenbes Aeußere gewählt. Geschichte. labrien, Apulien unb Sizilien. Unb hier auf ältestem Kulturboben, von Phöniziern, Griechen unb Arabern gebüngt, entsteht jener rounberbare Staat ber Vermischung orientalischen Geistes unb romanischer Grazie unter germanischer Führung, ein Stil von norbischer Herbe unb orientalischer Märchenhaftigkeit, wie er noch heute als Nachhall bes großen Zusammenstoßes zwischen Europa unb bem Orient ben Beschauer entzückt. Hier bauten bie großen Normannenkönige und ihr Enkel, der Hohenstause Friedrich II. das große Staatskunstwerk des Mittelalters, hier vollzog sich in der kurzen Spanne, welche die Vorsehung für diesen Gleichklang bereit« hielt, jene seltsame Vermischung bes höchsten abe= ligen Menschenwertes, den bie germanische Rasse bamals vorstellte, mit ben besten Werten, welche ber Orient aufzubringen vermochte. Unb hier rückten bie griechische Welt bes fessellosen Menschentums unb bie Welt des nach innen freiwillig gebunb« denen, durch Opfer geadelten Christentums so nah nebeneinander, wie sonst nirgends. Edschmids Weg führt bann nach Apulien hinüber, zu ben Kastellen bes unvergeßlichen Hohenstaufenkaisers Friedrich und den Schauplätzen der erschütternden Tragödie, in der dies herrliche Herrschergeschlecht seinen kühnen Traum von einem alle damaligen Kulturländer umspannenden Weltreich endete. Am Sarkophag dieses größten deutschen Imperators empfand der Wanderer, daß bie Energien bes beutschen Wesens nicht verbraucht, sonbern nur zurückgestaut waren, baß bie Kurve bes beutschen Schicksals schließlich boch nach oben geht, wenn Deutschlanb zum Bewußtsein seiner Weltausgabe kommt. — Erich Otto Volkmann: 21 m Tor ber neuen Zeit. Verlag Gerharb Stalling, Olben- burg i. 0.; kartoniert 4,50 Mk., Ganzleinenbanb 5,50 Mark. — (556) — In seinem neuen Werk unternimmt Erich Otto Volkmann ben Versuch, ben gewaltigen Umbruch ber Zeit zwischen 1914 unb 1933 in einer Reihe in sich geschlossener historischer Skizzen zur Darstellung zu bringen. Jebe einzelne bieser Stationen auf bem beutschen Schicksalswege zeigt einen bramatischen Höhepunkt bes Geschehens. Alle zusammen ergeben eine ungemein einbruds- volle Gesamtschau ber verwirrenben Ueberfülle an Geschehnissen, in bem Herausarbeiten ber spannenb- ften geschichtlichen Momente, in benen bie Dinge auf bes Messers Schneibe stauben, liegt ber Hauptreiz bes Buches. Die Frage, inwieweit für ben Ausgang ber unabroenbbare Ablauf eines großen Schicksals, menschliche Größe ober Schwäche unb blinber Zufall beftimmenb waren, bilbet ben psychologischen Hintergrunb. Die Tragik unseres Zeitalters, bie in bem helbenhaften Untergang bes alten Reiches unb in ben furchtbaren Irrungen unb Wirrungen bes Zwischenreichs ihren erschütternben Ausbruck finbet, lost sich im letzten Teil bes Werkes in bem gran- biofen Aufstieg ber nationalsozialistischen Bewegung unb ber Neugrünbung bes Reiches zu siegreicher Bejahung ber beutschen Zukunft. Volkmann, ber Verfasser bes Buches „Revolution über Deutsch- lanb", ist als Leiter ber von ber Historischen Reichs- kommission ins Leben gerufenen Forschungsstelle für neueste Geschichte besonders berufen, die Geschichte unserer Zeit von 1914 bis 1933 von der hohen Warte bes geschulten Historikers aus streng wissenschaftlich zu fdjilbern in einer Form, bie sicy wie ein fpannenber Roman lieft. Gedichte und Lieder. — Johannes Hatzfelb: Susan i. Ein Weihnachtsbuch für bas beutsche Haus zum Singen unb Spielen. Notenausgabe 4U. 146 Seiten, kart. 5,40 Mark. Textausgabe 15 Pf. Pädagogischer Verlag, G. m. b. H., Düsseldorf. — (625) — Der Herausgeber, als feinsinniger Musiker und Schriftsteller hochgeschätzt, schreibt einen gewandten selbständigen Klaviersatz; er hat mit diesem Werke eine verdienstvolle Arbeit getan. Man findet in diesem Buche alles, was erforderlich ist, um eine Weihnachtsfeier musikalisch stimmungsvoll auszugestalten. Neben Liedern, die man allerorten unb immer roieber singt, enthält ber stattliche Banb mehr als ein halbes Hunbert aus mündlichen ober gebrückten Quellen ftammenbe Lieder, bie in ben herkömmlichen Weihnachtsalben nicht enthalten sind unb zwar in ben verschiebensten Bearbeitungen: ein- unb zweistimmig mit Klavierbegleitung, ober mit Klavier unb Flöte, ober mit Klavier, Violine unb Cello. Reizvolle Musik enthält ein altbeutsches Weihnachtsspiel von G. Rü- binger, ber auch fünf schöne Volkslieber mit einer wirkungsvollen Klavierbegleitung beifteuerte. Gemütvoll unb zugleich voller Harmonie ist eine Weihnachtssuite (für Klavier) von Cirnatis. Daß auch Cornelius mit feinem Weihnachtslieber-Zyklus Aufnahme fanb, ist befonbers begrüßenswert. — Will Vesper: Der deutsche Psal - t e r. Ein Jahrtausend geistlicher Dichtung. 51. bis 55. Tausend. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. Preis gebunden 2,85 Mk. — (387) — Dieser deutsche Psalter hebt an mit dem Wessobrunner Gebet und schließt mit dem Gebet Nietzsches. Dazwischen liegen Welten unb Meere, bunt unb prächtig, da ist Stille unb Sturm. Flamme unb geruhsames Glühen, wohliges Geborgensein unb brünstige Unruhe; alles aber boch geeint von bem einen tiefen Willen religiös- christlicher Sehnsucht. — Das Kleine Gebichtbuch. Lyrik von heute. („Die Kleine Bücherei", Banb 30.) In Pappe geb. 0,80 Mk. Albert Langen-Georg Müller Verlag, München, 1934. — (487) — Nur eine kleine Anthologie, aber welch ein Unterschieb vor allem gegenüber bem, was in kaum vergangenen Jahren als Typus ber „modernen Lyrik" Anerkennung suchte! Nicht Gesuchtheit, nicht Artistik — Formschönheit, erfüllt von ber Beseeltheit bes Künstlers, bietet sich bem Leser unb klingt roiber in ben unbewußten Kräften feines eigenen Herzens. Unter ben Mitarbeitern finben wir u. a.: Alverdes, Sitlinger, Blunck, Britting, Paul Ernst, Griefe, Johft, Leifhelm, Josef Magnus, Wehner unb Ernst Wiechert. Germanische Kultur. — Altgermanische Kultur in Wort unb Bild. Von Dr. Wolfgang Schultz, Görlitz. Mit 160 Bildern auf 80 Tafeln unb 1 Karte. I. F. Lehmanns Verlag, München. 1933. Geh. 6, Lwd. 7,50 Mark. — (637) — Der Verfasser baut bie herrliche Kultur ber Altgermanen vor unseren Augen auf: Diese waren ja, entgegen einer immer noch verbreiteten Ansicht durchaus keine Halbwilden, sondern ein bereits hochentwickeltes Bauernvolk edelster Rasse, woraus ja auch ber Reichsbauernführer Darre in seinem berühmten Buche: „Das Bauerntum als Lebensquell ber nordischen Rasse" nicht genug Hinweisen kann. Besonders die hohen sittlichen Eigenschaften der Germanen können nicht bestritten werden, denn gerade sie hat Taeitus als einziges Rettungsmittel dem sinkenden Rom vor 2lugcn gestellt. Andererseits wird übrigens meist ber Kultureinf'uß ber Römer auf bie Germanen bedeuten!» überschätzt. Die germanische Kultur war durchaus bodenständig unb eigenwüchsig. So ist es verstänlflich, welche Fülle an Kulturschönheiten das Buch von Schultz enthält unb wie überreich bie Ausbeute ist, bie im Bilb wie- bergegeben wird: 160 prachtvolle Abbildungen erläutern die Darstellung des Verfassers und zeigen uns Urnen und Hausgeräte, Wagen und Schiffe, Schwerte und Schilde. Ob es sich um Tongesäße oder Schmuckgerät, um Schnitzwerk an Truhen, um Steinreliefs handelt — es ist immer ein aus dem Volkstum entstandener Wille da, der, selbst wenn er einmal fremde Muster benutzt, sie boch in eigenwillige Gestaltung zwingt. So erwächst aus ber Erkenntnis btefer ur- germanischen Schöpferkraft auch die Einsicht, baß bie Fähigkeiten ber Germanen nur aus ber Reinheit und dem Zusammenschluß ihrer Rasse herausgewach- sen finb. Was bem Werk aber über seine wissenschaftliche Bebeutung hinaus noch besonderen Wert verleiht, ist das, daß es die Verbindung Herstellen will zu dem heutigen deutschen Menschen. — Hermann Wille: Germanische Gotteshäuser zwischen Weser und (Ems. 193 Seiten. Reich illustriert. Ganzleinen 7,50 Mark. Koehler & Arnelang, Verlag, Leipzig 1933. — (610) — Der Architekt Hermann Wille hat, aus tiefer Heimatverbundenheit heraus, aufsehenerregende Untersuchungen anqestellt über die fälschlich für „Hünenbetten", „Massengräber" u. dgl. gehaltenen Großsteinsetzungen ber nordbeutschen Tiefebene. Nach Willes Deutung, bie durch über 50 eindringlich sprechende Lichtbilder belegt wird, han- delt es sich in Wirklichkeit um bie Sockelmauern ehemals überdachter Gotteshäuser, die man unseren Vorfahren bisher abgesprochen hatte. Kunstgeschicht- lich von Bedeutung ist, daß wir in ber baulichen Grunbform bieser' Gotteshäuser bie Urform der griechischen Tempel und christlichen Kirchen finden. Das Buch ist ein interessanter Beitrag zur Geistesgeschichte des Narbens. Alle hier besprochenen u. angezeigten Bücher sind durch die Gießener Sortimentubuchhand- lurtgen zum Originalverlegerpreis zu beziehen Wii-ischast. OerdeutscheAußenhandelimTIovember Berlin, 15. Dez. (WTB) Die Einfuhr betrug im November 351 Millionen Mark Gegenüber dem Bormonat ist sie somit um 4 Millionen Mark, d. h. etwas mehr als 1 v H gestiegen Diese Zunahme ist zum Teil durch eine Erhöhung de» gewogenen Durchschnittswerts bedingt. Mengenmäßig hat sich die Gesamteinfuhr gegenüber Oktober daher kaum verändert. 3m ganzen dürste die Einfuhrentwicklung im November ungefähr der Saisonlendenz entsprechen. Die Ausfuhr betrug im November 394 Millionen Mark. Gegenüber dem Oktober, in dem die Ausfuhr ihren höchsten Stand im Verlauf dieses Jahres erreicht hotte, ist sie somit um 51 Millionen Mark oder 11,5 o. f). gesunken. Der Menge nach ist der Rückgang etwas geringer, da die Ausfuhrpreise rückläufig waren. Der Aussuhrrückgang im November ist zweifellos eine Auswirkung jahreszeitlicher Tendenzen, da im Durchschnitt früherer Jahre die Ausfuhr im November regelmäßig stärker zurückzugehen pflegte. Allerdings geht die Abnahme diesmal weit über den durchschnittlichen Nückgong in den vergangenen Jahren hinaus. Die Handelsbilanz schließt im November mit einem Ausfuhrüberschuß von 43 Millionen Mark gegenüber 98 Millionen Mark im Vormonat ab. Ursprungsbezeichnungszwang im Saargebiet. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt uns mit: Don der Postzollstelle Saarbrücken mußten in letzter Zeit eine große Anzahl Postpakete an die Dersender im Reich zurllckgefchickt werden, da die Ursprungsbezeichnung fehlte. Der Versand von Waren ohne den erforderlichen Ursprungsoermerk wird als ein Verstoß gegen die Zollgesetze ange- sehen und kann die Beschlagnahmung der Waren und eine empfindliche Zollstrafe zur Folge haben. Bei der Anbringung des Ursprung-Vermerks seitens der Dersender ist darauf zu achten, daß der Vermerk in genügender Größe und an der richtigen Stelle angebracht ist. Die Innehaltung der Vorschriften üver den Ursprungsbezeichnungszwang wird den Versendern dringend angeroten. Wochenbericht vom ftranffurfer Droöuftenmorft Di« Umsatztätigkeit beschränkte sich in der Hauptsache nur auch die Deckung des notwendigsten Be- oarss. Di« Haltung blieb indessen durchaus sest. Am Brotgetreidemarkt war Weizen etwas schwieriger zu verkaufen als Roggen, immerhin konnte sich Weizen um 1 Mark auf 195 bis 196 Mark befestigen, während Roggen zu 170 Mark per Tonne unverändert blieb. Don Gersten liegt Brauware vollkommen ver- nachlässiht, während Futter- und Jndustricgerste noch «imge Nachfrage au verzeichnen hatte. Das Hafer geschäft ist merklich kleiner gewor- den, die Nachfrage erstreckte sich meist nur auf kleine Bedarsskäufe. Die Notiz war im Einklang mit der allgemein festen Haltung für Futtermittel um 1 Mk. auf 146 bis 147,50 Mark per Tonne erhöht. Der Kraftfuttermittelmarkt tendierte ausgesprochen fest. Soyaschrot, Palmkuchen und Treber zogen bis zu 40 Vf. an, auch Roagenkleie war im selben Ausmaß erhöht, Weizenkleie stellte sich um 15 Pf. teurer als in der Vorwoche. Das Geschäft war klein, während zur späteren Lieferung die Umsätze größeres Ausmaß annahmen. Je 100 Kilogramm in Mark notierten: Weizenkleie 11, Roggenkleie 10,85 bis 11, Sm)afchrot 15,50 bis 16, Palmkuchcn 15,60 bis 15,75, Erdnußkuchen 16,55 bis 17, Treber 17,50, Weizenfuttermehl 12 bis 12,25, Trockenschnitzel 9,75. Das Mehlgeschäft blieb schwach. Das Weihnachtsgeschäft blieb in diesem Jahre vollkommen aus. Die Preise zeigten keine Veränderungen. Infolge des Frostwctters erfolgten auch in dieser Woche keine Kartosselnotierungen. Wochenbericht »om ftronffurfer Scklactiiviebmarft Der Franksurter Schlachtviehmarkt war in der abgelausencn Woche wieder recht reichlich beschickt, di« durch das Weihnachtsgcschäst gesteigerte Nachfrage ermöglichte indessen im allgemeinen eine freundliche Preisgestaltung. Der Rindermarkt nahm trotz einer geringeren Beschickung einen ruhigen Verlauf, und e» verblieb Ueberstand, doch konnten sich die Preise meist um etwa 1 Mark verbessern. Besonders gute Ochsen und Kühe waren bevorzugt, aber auch Buk- I«n und Färse»? in guten Qualitäten wurden gut obgesctzt, während geringe Ware meist stehen blieb. Der Auftrieb war mit 1488 um 240 Tiere vermindert. LmKSlbermarkt stellte sich der Auftrieb mit 1333 um 107 Stück größer. Nach anfangs ruhigem, später aber lebhafterem Handel wurde der Markt geräumt. Die Preise zogen um 2 bis 3 Mark an und notierten zwischen 25 bis 40 Mark. Für Schafe und H ä rn m e l war die Zufuhr ebenfalls etwa» stärker (564 gegen 540 Stück). Während Härnrnel ihre Preislage von zirka 20 bis 27 Mark behaupteten, gingen Schafe um 2 Mark auf ca 13 bis 21 Mark zurück. Nach mittelmäßigem Geschäft wurde ausverkauft. Der Schweinemarkt zeigte mit 4983 einen um 481 Stück höheren Zutrieb. Trotz de» ruhigen Geschäfts blieben die oorwöchigen Preise von 43 bis 50 Mark unverändert, auch verblieb nur unwesentlicher Ueberstand. Frankfurter Börse. Atittagsbörse: fester. Frankfurt a. TL, 15. Dez. Die Enttäuschung über den Im November gesunkenen Aussuhrübcr- K wurde schon sehr bald überwunden, zumal ■ größtenteils saisonbedingt sei. Großes Interesse sand die geplante Draunkohlehydrieruna im Leunawerk, die der Farbenaktie einen kräftigen Impuls nach oben verlieh und das Papier nach den ersten Kursen bis auf 124,50 v. H. steigen ließ. Von dieser Bewegung wurde die Tendenz der übrigen Märkte maßyebend beeinflußt, um so mehr, als Die Kulisse allmählich aus ihrer Zurückhaltung herausging und neue Eindeckungen oornahm. Besonders beachtet wurde der Elektromarkt, hier vor allem Siemens (plus 3,50 v. H ), Schuckert (plus 1,25 v. H.) und AEG. (plus 0,50 o. H). Die Kurse sind zurückgeblieben, außerdem wurde auf die Absicht einer beschleunigten Automatisierung de» Fernsprechnetze» verwiesen. Montanwerte lagen ganz überwiegend fester, an der Spitze Harpener (plus 3 v. H.) und Rheinstahl (plus ca. 2 o. H.) Auch Phönix und Stahlverein zogen bis 0,75 v. H. an, während Klöckner und Mannesmann leicht nachgaben. Verkehrs-, Schiffahrt»- und Kunstfeideaktien lagen gut behauptet. Nach den ersten Kursen gewannen Siemens nochmals 1,50 v. H. (Dividendcn- hoffnungenl) und Schuckert 0,75 v. H., auch Mannesmann konnten sich über gestriges Niveau hinaus verbessern. Im Verlaufe schwand das Inter- esse und die Kurse blieben nicht voll behauptet. IG. Farben gingen mit 123,25 noch 0,25 o. H. unter den gestrigen Abendbörsenkurs zurück, im übrigen bröckelten die Kurse um 0,25 bis 0,75 v. H. ab. Verspätet zur Notiz gekommene Werte lagen eher etwas niedriger, so Zellstoff Waldhoff, Reichsbank und Ilse Genuß. Am Kassamarkt erhöhten sich Henninger auf 90 nach zuletzt 85,75 und Schösferhof um 2 v. H. auf 158 v. H. Aluminium-Industrie Neuhausen wurden nach langer Pause mit 223 (213) und Der. Glanzstoff mit 53,90 (39,50) wieder notiert. Die Reichsanleihen waren wenig gefragt. Alt- und Neubesitz, wie auch späte Reichsschuldbuchforderungen lagen nach schwächerer Eröffnung wieder etwa auf dem Stand des Vortages. Stahloerein- Bonds notierten neuerlich 1 v. H. fester, Reichsbahn-Dorzugsaktien waren behauptet. (Bolbpfanb- briefe lagen ziemlich unverändert, während Liquidation-Pfandbriefe und Kommunal-Obligationen bei kleinen Abweichungen uneinheitlich tendierten. Von Stadtanleihen mar die 6proz. Dollaranleihe der Stadt Frankfurt weiter stark gesucht und wieder 3,50 o. H. fester, die übrigen wiesen nur geringe Veränderungen aus. Erneut fest lagen auch Dollar» bonds, da die llmrechnungsguote von 2,80 Mark auf 3 Mark erhöht worden ist. Staats» und Länderanleihen zeigten meist gestrige Kurse. Von fremden Werten waren Schweiz. Bundesbahn-Anleihen wieder fester, ferner zogen Zolltürken und Rumänen leicht an. — tagesgclb stellte sich auf unver- änbert 3,50 v H. Abendbörse abgeschwächt. Die Abendbörle hatte nur geringes Geschäft. Don feiten des Publikums waren neue Aufträge nur in geringem Umfange an den Markt gelegt mor- den, für die Kulisse bestand wenig Anreiz zu Neu- engagements. Das Kursniveau erwies sich jedoch als recht roiberftanbsfähla. IG. Farben lagen 0,13 v H. über Berliner Schluß, ferner waren auf feste Meldungen aus Holland AKU. gesucht und höher. Anderseits blieben die meisten Montanpapiere kaum behauptet. Harpener und Rheinstahl gaben sogar bis 0,75 v. H nach, nur Mannesmann lagen um 0,40 v H freundlicher. Der Anleihemarkt blieb auch heute abend ver- nathfäffigt. Reichsanleihen und fpäte Refchsfchulb- buchforderungen gingen pfroa zu Mittagskurfen um. Im Verlaufe waren IG Farben im freien Ter- fehr weitere 0.25 v. H höher, dagegen zeigten die übrigen Marktgebiete keine Veränderungen. U. a. notierten: Neubesitz 16,40, Altbesitz 89,75, Schutz- jebieisanleüje 8,72V«, 6 o. H. Stahloerein 64,25, Kommerzbank 43, Reichsbank 161,25, Harpener 86,25, Rheinstahl 86, Stahloerein 35,50, Aku 38,50, AEG 24,13, Conti Gummi 138,75, IG Farben 122,75, Holzmann 65, Siemens 142,50, Reichsbahn- VA. 107, Hapag 26, Norddeutscher Lloyd 28. Kölner vuttermarkt. Köln, 15. Dez. Nach dem Preisbericht der Kölner Warenbörse stellte sich der Großverkaufs- preis für 100 Pfund ab Versandstation in RM. einschließlich Faß unverändert wie folgt: Deutsche Markenbutter 133 bis 136, deutsche Molkereibutter 1. Qualität 132, dito 2. Qualität 127. Mainzer Getreidebörse. Mainz, 15 Dez. Bei stetiger Allaemeintendenz und kleinen Umsätzen notierten (Großhandels-Einstandspreise per 100 Kilogramm loco Mainz) in RM.: Weizen 19,60 bis 19,70, Roggen 16,75 bis 17,00, Haser 14,50, Braugerste 17,75 bis 1835, Industriegerste 17,25, Malzkeime 13,75 bis 14,00, Weizenmehl (südd.) Spez. 0 29,55, Raggenmehl 60 v H. (norbb.) 23,50 bis 23,75, bito (fübb.) 24,00 bis 24,50, Weizenkleie (fein) 11,25, bito (grob) 11,90 bis 12,00, Roggenkleie 11,25 bis 12,00, Weizenfuttermehl 12,75 bis 12,90, Biertreber 17,50, Sojaschrot 15,50, Trockenschnitzel 9,85. Fraa KnälM hricb • Kaffeekränzchen. »Acht Mark ku«t mich dir«e Torte. Fran Mayer. uoH für jede Mark noch nen Pfennir extra für die Winterhilfe. Daist doch stark.« (5 Rundfunkprogramm. Sonntag, 17. Dezember. 6.35 Uhr: Don Hamburg: Hafenkon.zert. 8.45: Aus der Eifterzienser Abtei Himmerod (Rhld): Katholische Morgenfeier. 9.30. Feierstunde der Schaffenden 10: Evangelisch« Morgenfeier. 10 45: Aus dem Stadttheater-Trier: Stunde des Chorgejangs. 11.30: Don Leipzig*-Reichssendung: Gott ist unsere Zuversicht. Kantate von Johann Sebastian Bach. 12.15: Mittagskonzert. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: „Laßt Platten sprechen". 14.20: Zehnminutendienst für die Landwirtschaft. 14.30: Stunde des Landes. 15: Kinderstunde. 16: Frisch gespielt und froh gelungen. 16 45 bis 17.15: Allerlei Musik. 17.15: Berühmte Märsche. 18: Don Maria Laach. Gregorianische Weihnachtsgesänb«. 18.30: Fröhliches Zwischenspiel. 19: Lichter tm Dunkel. Aus den Höllischen Jahreslaufspielen. 20: Don München: 1. Konzert des NS.-Reichs-Symphonieorchesters nach Rück- kehr von der Konzertreise durch Italien. 21.10: Schneeflocken. Ein bunter Reigen winterlicher Bilder in Musik und Wort. 22.20: Du mußt wissen ... 22.45: Bunte Stunde. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 18. Dezember. 6.05: Morgenkonzert. Anschließend: Frühkonzert. 9.30: Musikalischer Gabentisch. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde des Liedes. Advents- und Weihnachtslieder. Gesungen von der Chorschule der Lutherkirche in Offenbach. 16: Nachmittags konzert. 17: Kammermusik 18: Französischer Sprachunterricht. 18.20: „Atahualpa — Glanz und Untergang des Inkareiches", Vortrag von Dr. H. Doering. 18.35: „Probleme der Machtbildung". Don Dr. Fritz Meier, Berlin. 19: Don München. Reichssendung: Stunde der Nation: „Nebel überm See" Ein Hörspiel von Richard Dillinger. 20: Griff ins Heute. 20.10: Aus dem Großen Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: 9. Symphonie in I>Moll, Opus 125 von L t>an Beethoven. 21 20: Heitere Musik mit Einlagen. 22 20: Du mußt wisien .. 22.45: Unterhaltungsmusik. 23: Tänzerische Ttujif in allerlei Gestalt. 0.30 bis 1: Nachtmusik. Ioh. Brahms Opus 8. Dienstag, 19. Dezember 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend Früh- konzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus 12: Mittagskonzert Die Weihnacht im deutschen Volkslied. 14 40: Stunde der Frau. 16: Nach- mittagskonzert des Südfunkorchesters. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.20: „Lehrlingseinstellung — eine nationale Pflicht" Gespräch zwilchen einem Arbeitgeber und einem Berufsberater 18.35: Zwei Bücher geistiger Wende 19: Reichslendung: Stunde her Nation Tonmalerei in der Musik Ein musikalisches Kaleidoskop. 20: Don Berlm: Vortrag des Reichsbun^es für deutsche Sicherheit — „Wehrpoli- tif und Weihnächte frieden." Don Dr. Daehold. 20.10- Deutsche Täine Das Orchester des Westdeut- schen Rundfunks. 20.30: Aus Laibach: Korner? des slowenischen Dokalauintetts 20 50- Schöne Stimmen auf den Schallvfatten. 21 10: Wir führen durch Emsland Ein Bericht. 22 Al- Du mußt misten ... 22 45: Nnterhaltunasmusik 23- Ski-Neil Eine bunte, luftiae Stunde von TO'nf-'rfrcnhen. ?4 bis 0 45- Don hi-'ftfd)er Seele „Das Weihnacht-wunder. Don RenL Wirtz. Mittwoch. 20. Dezember. 6 05 Uhr- Morgenkonzert. Anschließend Früh- konzert. 9.30: Musikalischer Gabentisch. 10.10: Schulfunk. „Mana in Kunst und Dichtung". Don Lilli von Duhn. 10.45: Praktisch« Ratschläge für Rudi« und Haus. 12. Mittagskonzert. 14.30: Jugendfunk, Liederstunde am Sonnwendfeuer. 16: Der Weihnachtsmann kommt 17 bis 17.20: Don München: „Cingeschneit in 3600 Meter Höhe" Klau» Boyer erzählt. 17.20: Nachmittagskonzert 18: Deutsch für Deutsche. Univ. Lektor Dr. M Weller: Sprecherziehung (Der Gedichtoortrag). 18.20: „Raste ist entscheidend". 18.35: Aus ZeU und Leben: Hundetreue. Eick Bericht. 19: Reichssendung: Stund« der Nation. „Anton Bruckner". 20: Aus dem Frankfurter Opernhaus: „Rigoletto". Don Giuseppe Verdi. 22 20: Don München. Weltpolitischer Monatsbericht. Erstattet von Unio.-Pros. Haushofer-Merk. 23: Don Breslau: Heiteres Nachtkonzert der Funkkapelle. 24 bis 1: Nachtmusik. Donnerstag, 21. Dezember. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Früh- konzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14 40: Kinderstunde. 16: Nachmittagskonzert. 16.30: Lieder unserer Weihnacht. 18: Spanischer Sprachunterricht 18.20: „Sehende Maschinen." Eine technisch« Plauderei von Dr. Georg Wagner 18.35: „Dichter im rheinischen Raum." Don Alfred Nollau, Frankfurt a. M. 19: Stund« der Nation. Musis der Zeit Di« Weihnachtsgeschichte in Volksliedern. 20: Griff ins Heute. 20.10: Heimg'funden. Eine Weihnachtskomödie von Ludwig Anzengruber. 21.20: Heitere Volkslieder. 21.40: Lustiger Abendausklang. Konzert des Südfunkorchesters. 22.20: Du mußt wissen ... Freitag, 22. Dezember. 6.05 Uhr. Morgenkonzert. Anschließend: Frühkonzert. 9.30: Musikalischer Gabentisch. 12: Don München. Mittagskonzert. 14 40: Stunde der Frau: Frauen gehen über den Frankfurter Weihnachtsmarkt 16 Nachmittagskonzert. 18: Englischer Sprachunterricht. 18.20: „Warum Familienforschung?" 18.35: „Bücher, die wir Jungens uns wünschen. Don Karl Köster 19: Don Königsberg: Stund« der Nation Beethoven-Konzert. 20: Griff ins Heute 20 10: Unterhaltungskonzert. 22.55: Win- tcrhilfe. Hörbild von Wilhelm Rink«. 21.20: Auf deutschen Spuren in Latein Amerika. Hörfolge von Willi Pferdekamp. 22.20: Du mußt wisten .. . 22 45: Von Freiburg: Unterhaltung. 23: Nachtmusik. Mili- tärfapellmeifter als Komponisten. 24 bis 0.45. Dom Schicksal des deutschen Geistes. Sinn und Schicksal der deutschen Kunst. Samstag, 23. Dezember. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Früh- konzert. 8.55 bis 9.25: Musikalischer Gabentisch. 10.10: Schulfunk: „Ewiges Weihnachten Vortrag von Otto Rahn. 12: Mittagskonzert 14.30: Kinderstunde. 16. Wochenendkonzert auf Schallplatten. 16 45: Kammermusik. 17 bis 17.20: Don München: „Mit List und Tücke durch den Simplontunnel. Klau- Bayer erzählt. 17.20: Lieder, die uns Hörer einsandten 18: Stimme der Grenze 18.35: Steg- reiffenbung. 19: Don München: Reichssendung: Stunde der Nation Gastspiel der Regensburger Domspatzen: Häusel und Gretel Märchenspiel in drei Bildern Musik von Engelbert Humverdmck. 20: Griff ins Heute 20.10: Uraufführung: Die heilige Nacht Ein Hörspiel von Richard Dillinger 21: Ski Schnee, Schlitten, Schlittschuhläufer.- (Eine bunte musikalische Stunde. 22.20: Du mußt wisten ... Kurszettel der Berliner und Franksurter Börse. Pie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt belchlosjenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o. H., Lornbardzinsfuß 5 o. H ♦renf-ur u. Mi Orim furo «5rnM b6r1t cMhuM tu« Plhfeo» Oahim 14.U | 15 h 141? .5 1? 8% teutlöf •irtdwanlrifrr o IW WddHkinl 0 19V» 93 93 31.3 »?.9 10? 10? 13 10? 101 .9 »HX O-ung.-ÄnirtOf een ie$o touttot am -*biöi mit 0.5 90 «9.4 90 <9,75 *3 75 19.y *9 8 tXfll obnr ^frdltt •X ebtm *X 0#ll WvlUitaal uw 16 525 16 4 16.5 • 6.4 91.5 •1,5 'N.65 91.5 90 13 •X d*«' VaBbeokml Vaeltabl »oib N ie 90 90 l'OTbrHiopi'lbffr». von, tormhoei i'tnul 89 89 Oer&eflen Vrowm-ÄnlrtÄo eti Äu M -WrdllfR Teuif.fe E^-min .SamtneiaN Ur. 17 — - leibe rrttr 1 mH aii«o|.81 eitlen *7 17.5 87.76 17.5 tVanfl pvr> 9S.25 «0.25 — — UM duft l« unhlnbMii bl# IBM IHX «XX jtz 6drfc » 90.25 90.25 • — «8.25 H.5 * _ IH’. rtkw 4 «tbelnltdw h»»-Bonl-eiau -»oidvl» •X ebem •% X t eanbripftuM irirUnfUh, flau 6t riefe M 19 •X ebem 7“, P, e-mbrer'dnS- 91.25 90.75 — — 92 92 32 <1 8rtrlanil.ni, Vl.inbbrtrfr 10 92 9? 9? 9? •tturreurtd) «irnrdinuneetvte 95.« 95.4 95.4 95 4 «X Cetterrrltflhd* »Mbrrntw Ib 16 16 16.25 4.*°*» Ceftrrrrkfill.frf (herr-fite 0,85 0.75 '.•0 0.75 41, Unjurtt.iw Ok'iDrente 5.CS 5 05 5 *% Unflnrtktw Suaterentro ItlO. 5 4 75 1.75 ! 4%% tWfll. pen 1913 5 4.9 4,75 »X «aolbiRfrtlanrt m Pf> 6.1 *,05 6.23 4X goOenlrihr oor 1911 «9 5 4 6 1 1 • — 4 ** VeanMun a. 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