Nr 295 Erstes Blaff 185. Jahrgang Samstag, 16. Dezember 1955 6ricbutz de« deutschen Waldes. Sicherstellung einer gesunden Forstnutzung Berlin, 15. Dez. (WTB.) Das vom Reichskabinett verabschiedete Gesetz gegen Waldverwustung ist ein weiterer Schritt der nationalsozialistischen Regierung für die Sicherstellung und Steigerung de» Ertrages der deutschen Forsten. Es verhütet die vorzeitige Abholzung nicht hiebsreifer Nadelhochwaldbestände und verbietet, gemessen an den jeweiligen Betriebsgrößen eine slöchen- mäßige Uedernutzung Um auch zu verhindern, daß auf dein Wege übertriebener Durchfor- siungshiebe ein Zustand geschaffen wird, der der Waldverwüstung gleich- ober nahekommt, find in Zukunst auch Eingriffe in einen Baumbestand vcr- boten, die feine Bestockung auf weniger al» die Hälfte des normalen Bestandes herabsetzen. Das Gesetz bestimmt weiter, daß der entgegen der neuen Bestimmungen abgeholzte Wald auf Sohn des Eigentümers ober de» Verfügungsberechtigten binnen zwei Fahren ober mit befonberer Zustimmung ber Auftänbigcn Behörbe mit einer Frist bis zu vier Jahren wieher a u f 3 u f o r ft e n ist Das Gesetz gilt für alle nicht staatlichen Waldungen. Infolge der Notlage innerhalb des nichtstaatlichen Waldbesitzes kommen jetzt immer wieder Abnutzungen vor, die über da» nach forstlichen Gesichtspunkten zulässige Maß weit hinan- gehen. Insbesondere pflegen aber Güterfchlächter und solche Waldbesitzer, die nur aus Spekulation »gründen sich den B sitz von Forsten verschafft haben, in der Regel keine ordnungsmäßiae Waldwirtschaft zu betreiben. Dav Gesetz gegen Waldverwüstung wird von nun an volkswirtschaftlich schädliche Eingriffe in unsere Waldungen im ganzen Reichsgebiet verhindern. Oi« HreizeiiaeftaUung -es jungen Mädchens. Berlin, 15. Dez. (BdZ.) In einer Veröffent- lichuig der Deutschen Arbeitsfront erörtert Lpdia B o l i ck die Freizeitgestaltung des jungen Mädchens. Sie hebt hervor, daß bei den berufstätigen jungen Mädchen zuerst an einen Ausgleich zwischen ihrem Berus und ihrem K ä r. per gedacht werden müsse Da flehe an erster Stelle die Ausgleichsgnnmaftik, daneben Turnen, Sck)wimmeii, Volkstänze, Wandern und vor allen Dingen Singen. Daneben durften Herz und Gemüt be» jungen Mädchen» nicht zu kurz kommen. Sie lerne Kochen, Nähen, Säuglings- und Krankenpflege, lerne die Anwendung de» Ehestands- barleben», dos Haushalten mit 125 Mark monat« lid) und bal. mehr. Dom komme, baß bic gemeinsame Arbeit mit Menschen jebe« Stande» und jeher Veranlagung zur Kameradschaftlichkeit erziehe. Nun gebe c» auch unter den jungen Mädchen solche, bic für eine besondere Art em besaß- ber» Können aufweisen. Diese besondere Art in Sammelkursen zu erkennen, um dann da» Mab- chen in Sonberkurse zu überführen, werde Haupt- aufgabe ber Führerinnen fein Klärung der Ausgaben her neulonst tuierten Arbeitsfront. Berit n, 15 Dez (CNB i Vor über 20 000 Mitgliebern be» Deutschen Arbeiterverbandes der öffentlichen Betriebe sprach im Sportpalast her Führer ber Deutschen Arbeitsfront Dr Ley Dr Ley, von stürmischem Beifall begrüßt, führte au*: Die neue Aufgabe ber Deutschen Arbeitsfront l’t, aktiv l e 11 3 u n e h m e n an den großen Gescheh- nlffcn her Zeit und der Politik her Ration Die neue Form ber Arbeitsfront hängt ab von ber Entwicklung Alle«, was gut ist, muß er- halten bleiben und was wir ändern, muß v e f I e r fein al» da» frühere. Dir wollen ja nur da» Beste dem Volke bieten RotionaUozlalismu» bukt von Instinkt und Versta u' ?e,itfchland mtrb leben, es muß leben Marktregelung für Milch» erzeugmffe und Gier. Berlin, 15. Dez. (XU.) Das Reichskabinett ver- abfchiehete in feiner letzten Sitzung vor der Weih- nacht-paufe, die bis zum 9. Januar bauert, eine Reihe von Gejetzentwurjen, vorwiegend wirtjchafts- politischer und finanzpolitischer Art. Genehmigt wur- den die vom Reichsmmister für Ernährung und Landwirtschaft oorgelegten Gesetzentwürfe über den Verkehr mit Milcherzeugnisfen und über den Verkehr mit Giern. Der hauptsächlichste Zweck der beiden neuen Gesetze ist die dauernde Ordnung der Marktes, durch die die bisher üblich starken Markt, fchwankungen ausgeglichen und möglichst gleichbleibe n de Preise im Interesse der Verbraucherschaft gewährleistet werden. Um diese» Ziel ju erreichen, müssen ju der Regelung de» inneren Markte» auf Grund de» Rcichsnährflandogcfchc» und des Paragraphen 38 des Milchgesetzes noch Maßnahmen zur Beteiligung der regellosen G i n- suhr von Milcherzeugnisfen und Eiern hinzukommen. Dies ist nur möglich durch eine einheitliche Erfassung und Inoerkehrsetzung sowohl der inländischen als der ausländischen 'IBafe Hierdurch wird für die Handelspolitik eine ausreichende Dewegungs- freiheit geschaffen, die es ermöglicht, einen gerechten Ausgleich zwischen den Lebensbedürfnissen der deutschen Landwirtschaft unö den Ausfuhrinteressen der Inldustrie zu finden. Die Einfuhr soll nicht abgodrosielt werden, aber sie kann nun den Bedürfnissen des deutschen Markte» angepaßt werden. (Bleidvcitig wird dadurch eine größere Möglichkeit geschaffen, um bei der Einfuhr auf solche Länder Rücksicht zu nehmen, die ihrerseits bereit sind, die beutfrhe Ausfuhr aufzunehmen. Damit werden grundsätzlich neue Wege für bie beutsche Han- belspolittk eröffnet. Vie Gesetze bestimmen, baß Butter, käse und Eier im Jnlanb nur durch Reich»- stellen in den Verkehr gebracht werden dürfen, ähnlich wie dies bisher fchon bei Mai», Oclen und Fetten der Fall war. Da» gilt sowohl für Inlandwareals auch für die Einfuhr, wer Butler, fiäfe oder Lier in den Verkehr bringen ober aus bem Auslanbe einführen will, muß sie vorher ber juflänblgen Reichsstelle zum verkauf anbielen. Cehnf bie Relcktsstclle bic Annahme ah, so bars bie Ware im 3nlanb nicht In den Verkehr gebracht werden. Der Reich-Minister für Ernährung und Landwirtschaft seht die Uebernahme und Abgabepreise der Reichsstelle fest: die Regelung kann auch auf bestimmte Milcherzengnisse anderer Art al» Buller und ftäje ausgedehnt werden. Soweit dies mit den Zielen der Gesetze vereinbar ist, wirb bei ihrer Durchführung in der Regel kein zentraler Einkauf durch bie Reichs- stelle in Frage kommen unb auf bestehenbe Ge- jchäftsdeziehungen bes Handels Rücksicht genommen werden. Die Beschränkungen de, Verkehr» werden sich nur auf da» für bie Marktordnung Notwendigste erstrecken. In den Gesetzen ist die Möglichkeit der UebertTagung gewißer Befugnisse des Reichsministers für Ernährung unb Landwirtschaft auf einen Beauftragten vorgesehen. Der Reichsminister beabsichtigt, diese Besugnisje auf den Reichskommissar für die Milchwirtschaft, Freihe r r n von Kanne, zu übertragen in Erweiterung des ihm erteilten Auftrages zur Ordnung be» Marktes mit landwirtschaftlichen V^eredlungserzeug- niffen auf berufsstandifcher Grundlage. be» Sozialismus, sondern das sind nur feine wirtschaftlichen Außenseiten. Darüber hinaus geht es darum, den Menschen, der In eine normale und vernünftige wirtschaftliche Ordnung hineingestellt ist, auch in eine normale und vernünftige Ordnung des Staates und de» ganzen Volksgefüge» hineinzustellen. Unser Sozialismus hat gar nichts mit Wehleidigkeit zu tun unb entspringt burchau» nicht etwa bem Motto ber Gnabe ober der Barmherzigkeit, sondern er ist eine einfache Lehre der Vernunft, eine einfache Leyre der Zweckmäßigkeit, bic von ber Ueberzcugung ausgeht, baß sich eine Nation nicht in ber Welt wirb behaupten können, wenn 10 Millionen ihres Volkskörper» krank, ungesund unb bamit untauglich finb. Eine Nation, vor allem, wenn sie wie bie beutsche jeher materiellen Macht beraubt ist, muß sich auf ihre SLelenwerte berufen können Auf ihre S.'elenwerte aber kann sie sich nur berufen, wenn bie Seelenwerte nicht burch negative anbere Seelenwerte aufgehoben werben. Dos ist ber Fall, wenn man in einer Nation 10, 15, 17 Millionen Volksgenossen a I • Proletarier bulbet, bic nur auf die Gelegenheit warten, beim ersten Ausbruch einer großen Krise ben Staat zu stürzen unb eine bolschewistische Diktatur aufzurichten. E» zeugt von ber charakterlichen Größe unserer ftubicrenben Iugenb, daß sie in biesen Forberungen mit dem Arbeiterturn In eine Front getreten ist. E» wirb später einmal bas größte Ruhmesblatt In ber Geschichte her nationalsozialistischen Revolution sein, daß Arbeiter unb Studenten diese Revolution gemacht haben. (Stürmischer Beifall i Wir wollen im Raum der dculschen Ration rin Volk mit gleichen gemeinsamen Ccbenered.len haben. Wir wollen, daß zu diesem Volk jeder gehört, vom Höchsten bl» zum Letzten. Wir wollen, daß der Höchste Mefe» Volke» sich dem Letzten enger verbunden sühlt al» dem Höchsten eine, anderen Volke». (Beifall.) Wir wollen, daß der Höchste auch lieber der Letzte feine» Volke», al» der Höchste eine» anderen Volke» f:ln möchte. Und diese Gesinnung ergibt bann al» Folge eine Gemeinsamkeit de» nationalen Willen». Die Gemeinsamkeit de» nationalen W.llen» ist bann wiederum die Quelle der nationalen Kraft. Sozialismus, io wie wir ihn oerftehen, ist bestes preußische» Erbgut. E» ist ein So- Aialismu». ber (eben anftänbigen Menschen erfüllt, ob er ihn nun mit biefem Wort ober nut einem anderen Ausdruck bezeichnet, em Sozialismus, der etwas Soldatische» unb etwas verschlossenes in sich bat, der erfüllt ist von ungeheurem Muk. Probleme anjupacfen. von Klarheit in der Zielsetzung unb von Zähigkeit in berZieloerfolgung. Unser Sozialismus ist im besten Sinne des Worte» Dienst am Volk unb Dienst an der Nation, auch wenn ber Dienst hart unb manchmal grausam ist. Der Sozialismu», so wie wir ihn verstehen, macht bie Menschen nicht gleich, sondern er stuft si e ein nach ihrem Wert und nach ihrer C e i ft u n g. Auf Grund her Leistungen verteilt er ihre Rechte unb ihre Ansprüche. Da» ist gerecht und entspricht einem modernen sozialen Empfinden. Ungerecht ist e». Denn man bem, ber viel leistet, ba» oorentbält, woraus er Anspruch erheben kann Dadurch bringt man in ihm allmählich ba» Streben nach Leistung zum Ersterben. Man vernichtet ba- Oas weitere Gesetzgebungswerk. Das RelchskabincU verabschicbetc ferner ein Gesetz über bie Relchsluftfahrt-Lerwoltung. Dieses Gesetz bestimmt u. a., baß bie staatlichen Hoheitsgesetze in ber Luftfahrt, soweit sie bisher nicht den Ländern zustanben, auf bat Reich übergehen. Der Reichsminister für Luftfahrt wird damit in Zukunft auch Träger ber gesamten Luftpolizei- unb Flugsicherungsausgaben. Das Gesetz sieht eine Verschärfung von Strafen gegen unbefugte» Photographieren von Luftfahrtzeugen aus unb auf Lufthäfen vor. Außerdem verleiht es ber Bekleibung des Deutschen Luftsportvcrbandes unb bes Reichs- luftschutzdundes bcnfelben Schutz, ben SA. unb SS. genießen. Weiterhin würbe oerabfchiebet ein Gesetz zur Acnberung bes Gesetzes über bie Errichtung eines Unternehmen» „R c i ch s a u t o b a h n", woburch bie Errichtung von Bauten unb Nebenbetrieben in ber Nähe ber Kraftfahrbahnen einer befonberen Regelung unterworfen wirb. Ein Gesetz über ben Deutschen Gemeindetag setzt biesen unter eine straffe Reichsaufsicht unb enthält eingehenbe Bestimmungen über bie Organisation und bie Finanzgebarung biefer Körperschaft bes öffentlichen Rechts. Durch das Gesetz über bie Vereinigung von Mecklenburg-Strelitz unb Mecklenburg-Schwerin erhalten alle Angehörigen ber beiben Cänber bie mecklenburgische Staatsangehörigkeit. Die vereinigten Länder erhalten den Namen Mecklenburg. Ein Gesetz zur Aenderung de» Ge- nossenschaftsgesetze« bedeutet eine erste wichtige Etappe auf dem Wege einer Umgestaltung des deutschen Gefellschaftsrecht». Das Gesetz bezweckt einen verstärkten Rechtsschutz ber Genossen unb enthält Bestimmungen über Zwanqsvergleiche, Zulassung unb Vergleich über bie Nachschutzpslicht unb Einstellung bes Konkurs- nerfahrene. Die Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht soll in Zukunft überhaupt oerfthroinben. Ein Gesetz über Maßnahmen auf ben Gebieten bes Kapitalverkehrs trifft Bestimmungen über den Kündigungsschutz für zinsgesenkte Forderungen unb über bie 6 I u n b u n g von Hypotheken, sowie über bie Ablösung von Grunbstückslasten burch Hingabe von Schuld- Verschreibungen. Ferner verabschiedete bas Reich»- tabinett ein Gesetz über Reisekostenoer- gütungen ber Beamten, durch ba» ber Begriff ber Dienstreise vereinfacht wirb. Genehmigt würbe ein Gesetz gegen Waldverwüstung, sowie ein Gesetz zur Sicherung ber Dünae- mittel- unb Saatgutversorgung: ebenso ein Gesetz zur Acnberung ber Gewerbe- o r b n u n g , ein Gesetz über Schiedsabreden in Kartelloerträgen, ein Gesetz über Spar- und Girokassen, Kommunalkrebstinstitute unb Girovcrbänbe, sowie Girozentralen, ein Gesetz zur Acnberung be» Privatnoten- bankgesches, wonach die Befugnis zur Notenausgabe ber Ländernotenbanken mit bem 31 Dezember 1935 erlöschen soll. Ein neue» Kaliwirtschaftsgesetz paßt die Regelung ber Kaliwirtschaft ben neuen Wirtschaft,- unb politischen Verhältnissen an. Durch ein Gesetz über bic Schaffung einer Rcichsste11e für Deoisenbcwlrt- f d) a f t u n q wirb bie zentrale Handhabung ber Devisenbewirtschaftung vom Reichswirtschaftsmini- fterium abgetrennt, soweit bas mit her Natur der hier zu erfüllenden Ausgaben zu vereinbaren ist, unb auf eine besondere Reichsstelle übertragen. Endlich wurde noch ein Gesetz über bie Beisitzer der Arbeitsgerichte unb Schlich- tungsbehörben unb bie Vertreter bei Fachausschüßen für Hausarbeit sowie über Betrlebsvertretunaen Dcrabfdjiebct, burch bas eine Verlängerung ber De- rusunaszeit ber am 31. Dezember 19.33 im Amt befindlichen Bctrlcbeoertretungcn bie zum 30. Avril 1931 eintritt. Da ba» In Vorbereitung befindliche Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit erst am 1. Mai 1931 In Wirksamkeit treten soll, wurde eine weitere Uebcrgangsregclung auf diesem Gebiet notwendig. DeuWeZugend und deulscherEozialismuS Reichelpropagandaminister Or. Goebbels spricht zu den Berliner Studenten. Berlin, 15. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der Reichsminister für Volksausklärung und Propa- aanba, Dr. Goebbels, sprach gestern abend im Rahmen her Kampfwoche „Jugend für deut- I d, e n Sozialismus" der Deutschen S t u • oentenschast vor einer Massenversammlung im Berliner Sportpalast. Immer wieder von stürmischem Beisall unterbrochen, führte er unter anderem aus: Berlin war, als wir hier mit unserer national- sozialistischen Arbeit begannen, nach Moskau b i e röteste f) a u p tft ab t Europas. „Berlin bleibt rot!" bas war bie Parole unserer Gegner, unb biese Parole in bas Gegenteil umzukeh- ren, bas war zu allererst das Wagnis eines Häufleins von verwegenen unb kühnen Menschen. Wir hatten ben Marxismus schon als Irrlehre erkannt, bevor er bic furchtbaren Ergebnisse seiner politischen Praris zutage gefördert hatte. Gegen biesen Wahnsinn sind wir «türm gelaufen, unb haben ihn am Ende auch zu Boden geworfen. Das soll nicht heißen, daß wir glauben, er sei nun überhaupt ausgerottet. Der Marxismus hat sich nicht geroanbclt; er hat nur ben Rock gewechselt. Das, was er früher nach außen zeigte, bas trägt er jetzt nach innen. Aber der Sinn ist derselbe geblieben, um sich unverdächtig zu machen, versieht er ihn mit einem Nation alfoziali st Ischen Vorzeichen (Beisall.) All bas Verderbliche, was der Marxismus in sich trägt, ist geblieben, mir mit dem Unterschieb, baß er behauptet, bas sei Rational- sozialiomus. (Beifall) Und würben wir bagegen nicht beizeiten Front machen, so würden wir es über kurz oder lang erleben, daß bie Träger be» Marxismus ben alten Nationalsozialisten beibrächten, wa» Nationalsozialismus ist Denen, bie bie Revolte vom November 1918 gemacht haben, ging es n cht um eine Ausgabe, sie waren nicht von einer oenbung innerlich ergriffen unb erfüllt Sie hatten nur einen 4.1. d, ben Trieb zur Futterkrippe, ben Trieb zuisi Amt, ben Trieb zur Bequemlichkeit. Die von ihnen formulierte Parole ber Gleichheit wurde ein Mischmasch, in bem nicht etwa ber lieferftehenbc zum Höhcrstehenben emporgehoben, sondern ber j) ö • berftebenbe zum liefet ft eben ben ber- untergeriffe n würbe. Sie hatten den Kampf abgeschworen, aber sie waten nicht Pazifisten aus Ueberzcugung. sondern sie waren Pazifisten au» Ebataktetlosigkeit. Ihnen lag nicht daran, den Frieden an sich unb in Ehren zu behalten, sondern ihnen lag e» daran, jede Komplikation zu vermeiden, um bamit ihr bequemes unb ungefährliche» Patasitenbasein gesichert und gewähr- leistet zu sehen. Dos wirkte sich bann auch in ihren internationalen Beziehungen au». Unter der Internationale faben sie nicht eine verstanbigung ber Nationen auf bem Boden be« Rechte» unb ber Gleichberechtigung, fonbern unter Internationale verstanden sie nur. baß sie fick) bazu berbcilaHen mußten, jebem Gegner die Stiefel zu lecken. Je teiger sie nach außen waten, desto mutiger waten sie nach innen. Heule bcfldllgen sich die, bk ehedem Ministerpräsident. ober Innenminister oder Po Izriptösi- dent oder Oberbürgermeister waren, in Pari», in Prag, in Can hon al» komplette tanhesoertö * ,fT Wenn beispielsweise auf dem Kongreß der Zweiten Internationale Herr Wei» offen zum Krieg gegen Deutschland aufruft, wenn Herr Bteitscheid die Bölter Im „Hamen der Humanität" aufforöert, In Deutschland einzutücken, wa» Ist denn da« andere» al» schmählichster Betrat an Deutschland, am eigenen Dolf, am eigenen Blut? (Pfui-Rufc). Well wir den Marxismus kannten, flehen wir mit kalter Erbarmungvlosigkeil blcfcr Weltanschauung unb dieser Organisation gegenüber. Wir haben von Ansang au mit aller Offenheit erklärt: Wenn wir an die Macht kommen, wird der Matxl«- mu» mit Stumpf und Stiel au»gerottet werden. (Starker Beifall ) Ideen fallen nur unter ben Hammerschlägen von Ibecn. So war bas auch bei ber Auselnanbctsctzung, bie ber Nationalsozialismus mit ber Idee bes Marxismus Dornahm. Ich muß bcshald bic Örunbbc- griffe unserer sozialistischen Anschauung klären, well ich es für aktueller denn je halte. (Beifall.) Der Sozialismus ist nicht etwa eine abgetane Angelegenheit, fein AushängefHilb unb fein Paradc- pferb, bas wir ritten als wir um bie Macht fämpf- ten, um bann von diesem Parabepferb herobzu- steigen, ba wir in die Macht hincingefommen finb. Der Sozialismus ist eine Ueberzeugung. bie einen ganzen Menschen ausstillt unb bic gar nichts mehr mit bürgerlichen Vorurteilen zu tun hat. Das 'Bürgertum witterte schon ganz richtig, wenn es gcrabe an biefer Stelle unserer Anschauung besonbere Siri» tif anlegte. Denn ba finb wir anber», ba finb wir harter unb da liegt auch dos Unterpfand unsere» Sieges, und da liegt auch, auf die Jetztzeit übertragen, ba» Unterpfanb unserer B e - ftänbigfeit. Allein als Nationalisten hätten wir bie Macht nicht erobert Denn bas hatten ja auch anbere Nationalisten schon vor une versucht. Es war ihnen mißlungen. Die neue Anschauung, bic wir in unerzogen, sollte nicht Angelegenheit einer Schicht von Besitz unb Bilbung fein, fonbern Angelenhelt be» ganzen Volke» Sie war nicht fo*primltio wie es ben Anschein hatte. Wir haben sic nur aut eine primitive Formel vereinfacht Der letzte Mann im Volk wirb erst bann bereit sein, für eine Sache einzuftehen, wenn sie für ihn eine Angelegenheit be» Glauben» unb nicht nur eine Angelegenheit ber verftanbesmäßigen Erkenntnis ist Hunbenmal haben wir In ben Zeiten unserer Opposition ben Vorwurf gehört: „Darum b*nn sozialistilch, ba» klingt fo ro». ba» riecht fo radikal: selbstverständlich sind wir auch sozial: selbstverständlich mutz man etwa» für ben Arbeiter tun. feldliver- stündlich muß man sozial sein, um ben Armen zu helfen*" — Darum geht e« ja gar nicht! Da» ist ja gar nicht da» Ausschlaggebende Wir verstehen unter Sojlall»mu» nicht eine Almosengesinnung. (Beifall ) Un» kommt e» nicht daraus an, Kranken- und Jnoalidenhäufer zu bewilligen und Irrenanstalten zu errichten, um die Opfer eine» wirtschaftlichen Wahnsinn» vor den Augen de» Bolfe» zu entziehen, llr» fomml e« vielmehr darauf an. eine wirtschaftliche Ordnung aufznrlchten, die diese Opfer überflüssig macht Und auch da» Ist fflr un» nicht einmal die Erfüllung mit jedem Höhenflug des nationalen Willens. Sinngemäß wahrt der wirkliche Nationalsozialist nicht nur seine eigene Ehre, sondern er hat auch Achtung vor der Ehre seines Nächsten. Was der Sozialismus im Innern ist, das ist der Nationalismus nach außen. Wir sind deshalb nach der Machtübernahme auch nicht davor zurückgeschreckt, die außenpolitischen Probleme anzufassen. Das Volk hat uns dabei verstanden. In stärkstem Maße hat es sich innerlich zusammenge- schlossen, wenn wir den Marxismus zerschmetterten. dann nicht zum wenigstens deshalb, weil er den Sozialismus verraten hatte. In dem Augenblick, in dem wir den Marxismus zu Boden warfen, erklärten wir den So- zialismus als unsere Sache. (Lebhafter Bel- fall.) wir haben aus dem Sozialismus nicht eine billige Versammlungsphrase gemacht, son- dern wir haben ihn Zug um Zug zu verwirklichen gesucht. Venn wir der Arbeitslosigkeit den Kamps ansagt en und unter Zuhilfenahme aller Mittel über 2,5 Millionen Menschen wieder an die Maschinen zurückführten, dann war das praktischer Sozialismus. (Beifall.) Diese 2,5 Millionen waren von Versammlungsphrasen nicht satt geworden, aber sie werden satt von dem Brot, das sie heule wieder verdienen können, wenn wir die 3,5 Millionen Arbeitslosen in diesem Winter nicht im Stich ließen, sondern für sie das größte und imponierendste soziale Winterhilfswerk, das alle Zeiten je gekannt haben, organisierten, so ist das praktischer Sozialismus. * (Stürmischer Beifall.) Wir machen gar kein Hehl daraus, daß manches noch unverwirklicht blieb, das vieles noch in den nächsten zwei, fünf, zehn oder zwanzig Jahren vollendet werden muß, daß alles Zug um Zug geschehen soll und daß man keine Aufgaben überstürzen darf. Die deutsche Jugend tut gut daran, sich der Größe der Ausgabe bewußt zu bleiben. Früher stand ein klaffender Unterschied zwischen Student und Arbeiter, der heute längst in ein wesenloses Nichts zufammenge. schrumpft ist. (Stürmischer Beifall.) Früher sah man keinen Unterschied zwischen einem dummen und einem klugen, einem faulen und einem fleißigen, einem nationalen und einem internationalen Studenten. Zwischen ihnen haben sich jetzt Mauern der Gegensätzlichkeit aufgetan. Die Unter» ichiede bestehen nicht mehr zwischen den Klassen oder den Ständen, sondern sie bestehen zwischen den Werten. Deshalb hat sich eine ganz andere Schichtung des deutschen Volkes vollzogen. Diese Schichtung hebt dann allerdings das Positive nach oben und drückt das Negative nach unten. Es ist wieder eine Zeit angebrochen, wo man an den Aufgaben, die gestellt sind, erkennen kann, ob einer ein Kerl ist, oder ob er kein Kerl ist. Deshalb glaube ich der deutschen Jugend, sie mag aus den Fabriken oder aus den Hörsälen hierher gekommen sein, nichts besseres auf den Weg geben zu können, als die Mah. ung: Auf der Wacht stehen, aufmerksam beobachten, wo der Feind ist, ihn nicht aus den Augen lassen, nicht weich werden, sondern hart bleiben und immer da handeln nach dem Wort: „Wir sind Sozia- l i st e n, aber wir wollen es nicht u m s o n st gewesen sein". Oie Plädoyers der Verteidiger im Reichstagsbrandstisterprozeß. Oie Verteidiger der Bulgaren. Leipzig, 15. Dez. (WTB.) Rechtsanwalt Dr. Teichert begann sein Plädoyer für die drei bulgarischen Angeklagten. Der Alibibeweis für Popoff und Tanest sei aroar nicht schlüssig gelungen, aber die Beweisaufnahme habe doch die Angaben der beiden über ihren Aufenthalt am Brandtage gestützt und jedenfalls nichts für ihre Schuld ergeben. Von D i m i t r o f f stehe ja fest, daß er am Brandtage nicht in Berlin war. Der Angelpunkt der ganzen Anklage gegen die Bulgaren, die Aussage des Zeugen Hellmer, enthalte eine ganze Reihe von Irrtümern. Dr. Teichert bespricht dann in ausführlicher Weife die Aussagen der zahlreichen anderen Zeugen, soweit deren Bekundungen die drei Bulgaren betreffen. Insbesondere wendet sich Dr. Teichert gegen die Aussage des Zeugen Grothe, dem er vorwirft, seine Bekundungen frei erfunden zu haben. Eine Verbindung zwischen den bulgarischen Angeklagten und der KPD. sei nicht nachweisbar. Dr. Teichert spricht die Ueberzeugung aus, daß P o - p o f f tatsächlich er st im November 1932 nach Deutschland gekommen sei. Zum Schluß beantragt Dr. Teichert Freisprechung alle- bulgarischen Angeklagten, da ihre Beteiligung am Reichstagsbrand in keiner Weife nachgewiesen, sei. Rechtsanwalt (Seuffert der Verteidiger des Hauptangekiaqten v«n der Lubbe, weist darauf hin, daß ihm der Angeklagte Lubbe jede Auskunft, jede Information und jedes Gefpräch während des ganzen Prozesses verweigert habe. Infolgedessen könne er nur auf Grund der mündlichen Verhandlung zu der Sache Stellung nehmen. Die Anklage suche aus Aeußerungen, die van der Lubbe früher gemacht habe', darzulegen, daß Lubbe e i n D' gnal zum bewaffneten Auf st and geben wollte. Daraus leite dann die Anklage die ungeheuer schwere Beschuldigung des Hochverrats ab. Er glaube, daß man nicht ohne weiteres aus solchen Aeußerungen, die vielleicht nur der Ausdruck des Unwillens und des Aergers seien, diesen Schluß ziehen könne. Van der Lubbe kennt keine Autorität, sondern nur Widerspruch, Auflehnung, Demonstration. Geltungsbedürfnis ist sein hervorstechender Charakterzug. Was Lubbe von Systembekämpfung üsw. gesagt hat, ist e i n ■ gelerntes Zeug, das bildet nicht das Motiv feiner Tab, sondern die Gründe der Brandstiftung liegen lediglich in seiner Protest- und Ruhmsucht. Lubbe hat mit dieser Tat nichts anderes ausrichten wollen, als die Arbeiter aufrütteln, damit sie auf ihn sehen, damit sie Marinus van der Lubbe sehen. Auch als Kommunist ist Lubbe nicht zu betrachten. Gewiß hat er der Kommunistischen Partei angehört und verfolgte auch das Ziel der Kommunisten, die bestehende Staatsordnung umzu- stohen und die Diktatur des Proletariats zu er- e richten. Das aber will er auf ganz andere weise erreichen als die Kommunisten. Er ist aus der Partei ausgetreten, weil man ihn nicht zum Führer machen wollte. Darunter litt sein Geltungsbedürfnis, van der Lubbe ist ein fanatischer Einzelgänger, der jede Autorität ablehnt und ohne Organisation ist. Die Anklage wegen Hochverrats und aufrührerischer Brandstiftung sei nicht aufrechtzuerhalten. Wenn oan der Lubbe keine Mittäter gehabt habe, könne man ihm irgendwelche Beziehungen zu kommunistischen Aufständsplänen nicht zur Last legen. Wenn er aber Mittäter gehabt habe, könne auch daraus nicht der zn ngende Schluß gezogen werden, daß er mit kommunistischen Aufstandsplänen in Verbindung stand, denn man habe nicht die leisesten Anhaltspunkte dafür, daß der Mittäter, dieser große Unbekannte, etwas mit der KPD. zu tun hatte. Auch Torgier habe, nach Seufferts per- sönlicher Auffassung, nicht das Geringste mit der Rr'chstagsbrandstiftung zu schaffen. Um den Tatbestand des Hochverrats zu erfüllen, müsse objektiv eine Handlung vorllegen, die d a s Unternehmen der gewaltsamen Aenderung der S l a a t s o e r f a s s u n g unmittelbar zumAusdruck bringt. Aber es müsse auch d e r V o r s a h des Täters nachgewiesen fein, gerade mit dieser Handlung unmittelbar eine gewaltsame Aenderung der Staatsverfassung elnzuteiten. 3n beiden Richtungen sei von der Anklage der Tatbestand nicht genügend festgestellt worden. Die Tat van der Lübbes erfülle höchstens den Tatbestand einer Vorbereitung des Hochverrats im Sinne des Paragraphen 86 des StGB. Sie erfülle nicht den Tatbestand des Paragraphen 307 Rr. 2, wonach unter Begünstigung der Tat ein Aufruhr erregt werden sollte. Sollt« das Gericht aber doch zu einer Verurteilung wegen Hochverrats kommen, dann würde in der Tat die Todesstrafe auf Grund des § 86, nicht aber auf Grund des § 307 Nr. 2 in Anwendung kommen. Die Rechtsfrage, ob Lubbe zu der verschärften Strafe verurteilt werden kann, die erst nach seiner Tat von der Reichsregierung gesetzlich festgelegt ist, bejaht Rechtsanwalt Seuffert. Paragraph 2 des StGB, habe den nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa seit der Französischen Revolution bestehenden rechtlichen Grundsatz aufgestellt, daß eine Straftat nur mit der Strafe geahndet werden kann, die zur Zeit der Begehung der Straftat angedroht war. Das ordnungsmäßig zustande gekommene Reichsgesetz vom 24. März 1933 habe aber diese Bestimmung vollkommen rechtmäßig aufgehoben. Nach § 5 der Verordnung zum Schutz von Volk und Staat sei dagegen die Todesstrafe in Verbindung mit §307 des StGB, nur zu verhängen, wenn die Tat mit lebenslänglichem Zuchthaus zu bestrafen wäre. Das sei zu verneinen. Möge die Tat noch so viel Schaden angerichtet haben, sie habe dank der nationalen Regierüng den Bestand des Deutschen Reichs niemals ernstlich gefährdet. Rechtsanwalt Seuffert schließt sein Plädoyer mit folgen- dem Antrag: Sie mögen ablehnen die Verurteilung des van der Lubbe wegen des verbrechens des h o ch verratsund deraufrühre- rifchen Brandstiftung. Sie mögen ihn lediglich verurteilen wegen der vier Brandstiftungen in Verbindung allenfalls mit einem verbrechen der Vorbereitung des Hochverrats. Damit ergibt sich die Folge, daß van der Lubbe als gerechte Sühne seiner Tat eine erhebliche zeitliche Zucht- Haus st rase hinnehmen muß. In diesem Sinne bitte ich zu erkennen. Oer Oeffauer-prozeß. Der Angeklagte aus der Haft entlassen. München-Gladbach, 15. Dez. (WEN.) Der Bankdirektor a. D. Kessels, Der frühere Direktor der Gewerbebank, erklärt über die Verbindungen einer Dank zum Volksvereinsverlag, daß der Kre- )it bis auf 800 000 Mk. gestiegen sei, die Bank habe tets auf Abdeckung des Kontos gedrängt. Trotz der Zusage, daß die Gewerbebank bevorzugt behandelt werden solle, habe die Äant das Geld nicht zurückerhalten. Es folgt die Vernehmung des früheren Reichstagsabgeordneten und Industriellen Clemens Lammers, mit dem Prof. Dessauer we- gen des Ankaufs der Carolus-Anteile vom Volksverein korrespondiert hat. Zu einem Schreiben, das die fragliche Angelegenheit zum Gegenstand Hat, führt der Staatsanwalt aus, daß der Inhalt zwei Unwahrheiten enthalte. Zunächst betonte Prof. Dessauer in diesem Brief, daß er sich hinsichtlich der Höhe der Anteile geirrt und nachträglich sestgestellt habe, daß es nicht 120 000 sondern nur 105 000 waren Deswegen könne er auch nicht 100 000 sondern nur 90 000 Mk. bezahlen. Die Anklage vertritt den Standpunkt, daß Prof. Dessauer sich in diesem Punkte nicht irren konnte, weil eine Abma- chung zwischen ihm und Dr. Hohn bestand daß jeder von ihnen die gleichen Anteile besitzen sollte. Die zweite Unwahrheit wird darin er- blickt, daß dem von Prof. Dessauer angegebenen Betrag noch eine Summe von 17 500 Mk. hatte zu gerechnet werden müssen, die ihm in der Zwischenzeit aus einem Zwischengesch a f t zu geflossen war. Zu diesem Fragenkomplex kann der Zeuge nichts sagen, da er das Geschäft im Einzelnen nicht beurteilt hat. Im übrigen be- tont Clemens Lammers weiter, das er den Eindruck gehabt habe, daß Prof. Dessauer das Geschäft durch- aus nicht als günstig für sich beurteilte, söndern es nur gemacht habe, um dem Dolksoereinsverlag zu helfen, der wegen des Drängens der Gewerbebank unbedingt Kapital benötigte. Wenn er auch eine andere politische Auffassung als Prof. Dessauer habe, so müsse er doch feststellen, daß dieser bsi seiner Tätigkeit als Reichstagsabgeordneter peinlich korrekt gearbeitet habe. Zu den Verhältnissen beim Dolksoereinsverlag übergehend, übt der Zeuge heftige Kritik an dem Verhalten Dr. Hohns, der sich einerRevisionwidersetzt und die magren Zustände verschwiegen habe. Die Frage des Sonderstaatsanwalts an den Zeugen, ob er, wenn Hohn ihm gesagt hätte, daß Prof. Des- sauer in seinem Brief Unwahrheiten gesagt hätte, das Geschäft anders beurteilt hätte, beantwortete der Zeuge mit ja, worauf der Sonderstaatsanwalt erwidert, auf dieser Aussage seine Anklage aufbauen zu wollen. Zum Schluß der Verhandlung erklärte Das Gericht, daß es Den Antrag v o n P r o f. Dessauer auf Haftentlassung für gerechtfertigt ansehe. Da Einwendungen nicht erhoben wurden, verkündete das Gericht einen entsprechenden Beschluß. lieber 200 Todesopfer des Stahlhelms im nationalen Kampf. Berlin, 15. Dez. (VDZ.) In dem dieser Tage erscheinenden 2. Band Des Stahlhelm . E r - innerungswerks wird eine namentliche Zusammenstellung der im Stahlhelmdienst gefallenen Kameraden veröffentlicht. Aus Tagebu^aufzeich- nungen und sonstigen Mitteilungen gehl hervor, daß in den Kämpfen der Jahre 1919 bis 1921 über 150 Stahlhelmkameraden i h r Leben ließen. Ihre Namen sind jedoch unbekannt, Außerdem fielen 69 Kameraden, deren Namen, Todestag und Stahlhelmeinheit in der Ehrenliste ausgeführt wird. Verwundet wurden in den Jahren 1923 bis 1933 über 3500 Kameraden, mehr als 600 von ihnen schwer. Kleine politische Nachrichten. Der Stabschef der SA. Röhm ist auf dem Wege nach Capri, wo er einen kurzen Urlaub verbringt, im Flugzeug in Rom gelandet. Entsprechend dem p r i 1X11 e n Charakter seiner Jta» lienreife ist er ohne Fühlungnahme mit italienischen Stellen sofort im Auto nach Neapel weitergereist wird auch bei seiner Rückkehr nach Deutschland in Rom nicht Aufenthalt nehmen. Der Oberstaatsanwalt hat im Auftrage bei Regierungskommission des Saargebietes in dem Prozeß gegen Kommerzienrat R o e ch l i n g, Direktor Hall, von der Saarbrücker Landeszeitung usw., Berufung eingelegt, obwohl Der Oberstaatsanwalt selbst in allen Punkten Freisprechung beatragt hatte. Der Prozeß wird dahei in Kürze vor dem Obersten Gerichtshof in Saar« louis aufs neue auf gerollt werden. * Am Zahlungshaupttag für die allüertenn Kriegs* schulden hat nur Finnland bezahlt. England, Italien, die Tschechoslowakei und Lettland haben formale Teilzahlungen auf ihre Schuldenraten gemacht. Frankreich, Belgien, Polen und Estland haben g a r nichts bezahlt. Ungarn wird einen au] den geschuldeten Betrag lautenden Pengö-Scheck bei seiner eigenen Nationalbank Deponieren. Die Vereinigten Staaten erhielten von ihren Schuldnern anstatt 152,9 nur 8,8 Millionen Dollars. Ans aller Welt. Das erste österreichischeTodes- nrteil feit dem Kriege. Mävchenmörder in letzterStrmde begnadigt. Das Standgericht in Wels hat den wegen Meuchelmordes an feiner Geliebten angeklagten Be- sitzerssohn B r e i t w i e s e r zum Tode durch den Strang verurteilt. Dies ist das erste Todesurteil, das in Oesterreich seit Kriegsbeginn — die Todesurteile der militärischen Standgerichte während des Krieges ausgenommen — gefällt wurde, da nach dem Krieg die Todesstrafe in Oesterreich abgeschafft worden war. Die Hinrichtung muß nach dem standrechtlichen Verfahren innerhalb dreier Stunden vollzogen fein, falls nicht eine Begnadigung des Verurteilten durch den Bundespräsidenten erfolgt. Eine solche Begnadigung kann nur erfolgen, wenn der Standgerichtshof einstimmig ein Gnadengesuch befürwortet und der Verurteilte um Gnade bittet. Dem zum Tode verurteilten Mädchenmörder wurde, wie aus Wien ergänzend gemeldet wird, auf Bitte des Verteidigers vom Gericht eine dritte Stunde zur Vorbereitung auf den Tod gewährt. Inzwischen hatte sein Rechtsanwalt Dr. Linz sich mit einem Wiener Kollegen telefonisch in Verbindung gesetzt, um das Gnadengesuch bet der Prcstidentschaftskanzlei einzureichen. Dieser übermittelte es sofort dem Bundespräsidenten, der nicht in Wien, sondern in Mellnitz zur Eröffnung der elektrifizierten Tauernbahn weilte. Trotz dieser außerordentlichen Schwierigkeiten gelangte das Gesuch richtig an und kam rechtzeitig über Wien nach Wels zurück. Der Bundespräsident hat die Todesstrafe in lebenslänglichen schweren K e r» ter mit einem Fasttag olle Vierteljahr und Einsperrung in eine Dunkelzelle am Tage des Mordes umgewandelt. Als der Angeklagte, der schon in der Armesünderzelle saß, die Begnadigung erfuhr, brach er in heftiges Schluchzen aus. Das Telegramm mit der Mitteilung von der Begnadigung des Mörders durch den Bundespräsidenten langte drei Minuten vor der für Die Hinrichtung bestimmten Zeit in Wels an. Der Gnadenakt wurde vom Bundespräsidenten damit begründet, daß der Weihnachtsfriede nicht durch die Hinrichtung gestört werden solle. Das Eisenbahnunglück bei Posen.— Bisher 10 Tote, 50 Verletzte. Als Opfer des Posener Eisenbahnunglücks wurden bisher 10 Tote und etwa 5 0 Schwer- und Leichtverletzte gezählt. Man nimmt an, daß sich unter den Trümmern noch zahlreiche Tote befinden. Es handelt sich in der Hauptsache um Schulkinder, die aus den benachbarten Städten und Ortschaften mit Dem Früh- zug nach Posen zur Schule zu fahren pflegten. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß ein Signal falsch gestellt war und der aus Obornik kommende Schulzug auf einen anderen Schulzug, der keine Einfahrt hatte, auffuhr. Drei Wagen wurden aus den Gleisen geworfen und zwei von ihnen stürzten die etwa 15 Meter hohe Böschung hinunter. Die zertrümmerten Wagen waren säst sämtlich mit Schulkindern und Landfrauen besetzt. An der Unfallstelle spielten sich herzzer- reißende Szenen ab. Die Wagen muhten nach Eintreffen der Rettungsbereitschaft auseinandergeschnitten werden, um die Insassen zu befreien. 20 von Den 50 Verletzten liegen so schwer darnie- der, daß man mit ihrem Ableben rechnen muß. Die Lage der Verletzten war durch den strengen Frost besonders kritisch. Erst nach und nach war der Abtransport, an dem sich auch Militärkraftwagen beteiligten, möglich. Die Nebenflüsse des Rheins zugefroren. Die Verschärfung des Frostes hat die V e r eifung der Nebenflüsse des Rheins in der vergangenen Nacht beschleunigt. Am Freitag früh waren Main, Neckar, Lahn und Mosel zu- gefroren. Die Eisstauung auf Dem Rhein oberhalb Der Loreley hat eine weitere Ausbehnung erfahren, Da Die mächtigen Eisschollen vom Oberrhein sich Dort ansammeln. Man will mit Den fiskalischen Eisbrechern versuchen, Das Eis roieDer in Bewegung zu bringen, Da sonst Die Gefahr besteht. Daß von Der Loreley aus rheinaufwärts Der Rhein zufriert. Die fliegende Brücke bei Oppenheim muhte wegen Treibeisgefahr abgefahren werden. Der Verkehr wird durch Fähre mit Boot aufrechterhalten. Don (Taub wird sehr starkes Treibeis gemeldet, so daß sich die Vereisung des Rheines bald bis dorthin erstrecken Dürfte. Der Rhein ist bei Mannheim in einer ganzen Breite mit starken Eisschollen be- deckt, so daß Die Schiffahrt sowohl berg- wie talwärts eingestellt werden muhte. Hungersnot des Wildes im Hunsrück. In den Wäldern des Hunsrück hat der bartgefrorene Schnee den Tieren des Waldes Die Möglichkeit Der Aefung genommen und das Wild Dem Hunger preisgegeben. Die Wildfütterung, Die einige Jagdpächter mit Wagenladungen von Kastanien begonnen haben, reicht bei weitem nicht aus. Dor allem verlor das Rotwild durch Den junger jede Scheu vor Dem Menschen. Aus vielen Ortschaften des Hunsrücks und stellenweise auch vom Westerwald wird gemeldet, daß zahlreiche Rehe beobachtet wurden, die sich bis in die Dörfer hineinwagen. In einem Hunsrückdorf brachen 15 Wildsauen in einen Bauernhof ein und fraßen Das Hühnerfutter, bas in einer Tonne im Hof aufbewahrt würbe. Nicht selten kann man ganze Rubel Hirsche beobachten, bie sich in ben Gärten ber Dörfer aushalten unb Dort Die letzten hart geforenen Gemüsepflanzen auffressen. Spende des Kanzlers für nolleidende Volksgenossen. Reichskanzler Adolf Hitler hat ein Faß ba° bischen Weins, bas ihm übergeben worben war, der Chirurgischen Klinik in Berlin für dort liegende notleidende Volksgenossen zur Verfügung gestellt. Explosion in einer Feuerwerkskörperfabrik. — Eine Tote, fünf Schwerverletzte. In einer Feuerwerkskörperfabrik in Sondershausen wurden durch eine Explosion zwei Männer und vier Frauen durch Brandwunden schwer verletzt. Die Fabrikräume wurden völlig zerstört, eine Seitenwand wurde eingedrückt. Eine ber schwerverletzten Frauen ist bereits inzwischen g e • ft o r b e n. Es hanbelt sich um bie 34 Jahre alte Frau Iba Koder, eine Mutter von fünf unmün- bigen Kinbern. Wettervoraussage. Der Hochbruckgürtel, der sich von den britischen Inseln östlich nach dem Baltikum hin erstreckt, hat sich erneut gekräftigt. An seiner Südseite fließt fortgesetzt sehr kalte Luft nach Deutschland und läßt bie strenge Kälte fortbauern. Durch bie Balkan- störung sind wohl in Ost- unb Sübdeutschlanb verbreitete Schneefälle aufgetreten, boch wirb unser Gebiet kaum bavon berührt werben. Aussichten für Sonntag: Weiterhin strenger Frost, teils aufÜIarenb, teils wechselnd bewölkt, meist trocken. Lufttemperaturen am 15. Dezember: mittags — 5,2 Grad Celsius, abends —6,2 Grad: am 16. Dezember: morgens —10,9 Grad. Maximum —4,7 Grad, Minimum — 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Dezember: abends —5,3 Grad: am 16. Dezember: morgens —6,7 Grad Celsius. — Sonnenscheinbauer eine halbe Stunde. Amtliche Mnlersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar —16 Grad, 20 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit im Walde gut. Sauerland. Winterberg: Wolkig, —12 Grad, 15 cm Schnee, 1 bis 2 cm Neuschnee, Schneedecke verharscht, Sportmöglichkeit für Ski mäßig, für Rodel gut. Schwarzwald. F.eldberg: wolkig, —16 Grad, 15 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit mäßig. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: wolkig, —19 Grad, 32 Zentimeter Schnee, 11 bis 15 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, nur Ski möglich. Zugspitze. Schneefernerhaus: klar, —15 Grad, 145 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. BANK SPAR BUCH Wir empfehlen als nützliches und erzieherisches Weihnachtsgeschenk für Jung und Alt unser Banksparbuch, insbesondere anstelle der vielfach üblichen Bargeldgeschenke. DRESDNER BANK AioRon JohannesstraBe 1 vIVlJUII Ecke Neuenweg Wir bringen die billigen Preise - - die grobe Auswahl! Sonntags von 1-6 Uhr geöffnet Mäntel für starke Damen richtig ausgearbeitet, mit verstärkter Hüfte geschnitten, in vielen Formen u. Stoffen, mit u. ohne Pelz - GröOte Auswahll Mäntel Sport-Mäntel An In neuen Stoffen ..ab &Ui Bouclä-Mtl., schw., nn mar., braun, Lammkrag. 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Deshalb zählt ein Leser des Gießener Anzeigers für die Belange des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft in Stadt und Land mehr als zehn Leser irgendeines anderen Blattes Klavier fast neu, kaum gespielt, wegen Tobes- fall gegen Barzab» hmg avzugcben. Lchriftl. Anfr unt. 7511l)a.d.l6iefe Anz Klavier gut erl-alten, wegen Umzug gegen Bar- zatzlung ab)ug.o7O33 flu erfrag, t. 0. Geschäftsstelle d. (6. A. Radio sehr gut erhalten, bitt, zu vcrk. I07017 (Outenbergstr. 16 I. Radio 3 Nöbren, Lorenz, (Mleidiftr., Netzan- fchlufe, ni. eingeb. Lautsvr., zu oerk. Anzuseb. v. 16 bis 19 Uhr. f 07048 Hofinannstratzc8l. Ein fast neuer (6as«9ladiatvr, 3teilig, besond. für Badezimm. geeignet, vreiow. z. verk. 2läl>. i. b. bleichst, b. (Miefe. Anz. 07001 Lehr schöne, kunstseidene I07027 Strickbecke (Wölb), soiv.weitze Bluinenkrivvc preiswert zu oerk. (vie neu, wegzugshalber sehr billig ui vei kaufen. 07062 Marktstratze 27II. Zu verkaufen: <6rösiererLpiegel, ^tätztischchen. kl. 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