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In der Prinzregentenstraße geben die bunt belaubten Bäume des Englischen Gartens einen wirkungsvollen Hintergrund. Ein gewaltiger Triumphbogen bildet die Eingangspforte zur Feststraße. Besonders würdigen Schmuck hat der historische Platz vor der Feldherrnhalle erhalten, als der Stätte der Bluttaufe der nationalsozialistischen Bewegung. Es ist ein Altar mit goldenem Lorbeerkranz errichtet. Eine Flamme lodert den Toten zu Gedenken gen Himmel. Ein Blumen- gebinde des Führers liegt auf den Stufen zur Feldherrnhalle. Ein prächtiges Festkleid trägt auch das Rathaus. Ernste Feierlichkeit liegt über dem ragenden Obelisk auf dem Karolinenplatz. An riesigen Masten hängen schwarze Banner, di« abwechselnd das silberne eiserne Kreuz und das Hakenkreuz tragen. An dieser Stätte, die dem Andenken der 30 000 gefallenen Bayern in Rußland gewidmet ist, werden am Festtage SS.-Formatio- nen im Stahlhelm die Ehrenwache halten. Das Braune Haus prangt in Braun und Gold. Der Balkon ist mit roten und goldenen Teppichen geschmückt. Das Obergeschoß trägt einen riesigen braunen Laubkranz mit Gold und eine Umrahmung der Mitteltür. Bier hohe quadratische Ständer in Tannengrün mit den Hoheitszeichen und goldenen Adlern flankieren den Zugang zumKönigsplatz. Ringsherum stehen zahlreiche Pylone von rotem Fahnentuch umflattert, verbunden durch rotberändertes Laubgewinde. Wohl das eindrucksvollste Schaubild bietet d i e L u d w i g st r a ß e, die ganz auf Rot abgestimmt ist. Die Sockelgeschosse der Monumentalgebäude, die diese prächtigste Straßen Münchens bilden, sind mit breiten roten Bändern vollständig verkleidet. Riesige Hakenkreuzfahnen, die bis zu den Sockelgeschossen herabreichen, eine Unzahl von Pylonen in Rot, gekrönt von dem goldenen Hakenkreuz in grünem Kranz, unterstreichen den wuchtigen Eindruck dieses Festschmucks. Unmöglich, den Prunkschmuck der weiteren Straßen und Plätze der Innenstadt zu beschreiben, der in altert Straßenzügen a u f wechselnde Farbstimmungen abgestellt ist. Weiß und Rot mit dem Kunstwappen in der Prinzregenten- ft raße als Straße der Kunst, Weiß und Blau als Farbe der Landestradition zu Ehren des Schöpfers der Kunststadt München, des Königs Ludwig I. am Wittelsbacherplatz, der sein Standbild, umbaut mit einem von goldener Krone beherrschten Baldachin trägt, Schwarz-Weiß-Rot und Schwarz- Gelb am Marienvlatz, und endlich Braun und Rot in der Brienner Straße, der Straße der nationalen Bewegung, ergeben in ihrem Wechsel eine Farbensympyonie von stärkster Eindringlichkeit. Noch einmal steigert sich der ungeheure Eindruck "dieser festlichen Ausschmückung einer festlichen Stadt am Königsplatz, der Stätte zahlloser nationaler Kundgebungen, dessen Prunkgebäude mächtige rote Banner mir dem Hakenkreuz zwischen den Säulen der Propyläen, der Staatsgalerie und der Glypto- thek aufweisen. Riesige Pechkandelaber, durch Laub- gewind mit roten Bändern verbunden, umsäumen den Platz, der an den Propyläen durch eine riesenhafte rote Bahn mit goldenem Lorbeerkranz und den Schildern der Kunst in Gold abgeschlossen wird. Die Feier der Grundsteinlegung. München, 15. Okt. (TU.) Die Grundsteinlegung zum Hause der Deutschen Kunst gestaltete sich zu einem glanzvollen Ereignis. Bei zwar kühlem, aber trockenem Herbstwetter begann schon in früher Morgenskunde der Aufmarsch der Künstler- und Studentenschaft, der gesamten SA., SS., des Stahlhelms, der Landespolizei und der Hitler- Jugend. Die Straßen der inneren Stadt, vor allem die in herrlichem Festschmuck prangenden Festzugs- straßen waren von einer wogenden, festlich gestimmten Menschenmenge belebt, die in dichten Strömen den Festplatz an der Pringregentenstraße am (Eingang zum Englischen Garten zu erreichen suchte. Die riesige Tribüne am Platz der Grundsteinlegung war bereits um 9.30 Uhr bis auf den letzten Platz besetzt. Bon den großen Opferschalen loderten Feuersäulen gen Himmel. Auf den Emporen der Galerie hatte die Studentenschaft in vollem Wichs und mit Fahnen Ausstellung genommen. Ebenso flankierten die Fah- nen der SA., SS., des Stahlhelms und der Hitler- Jugend das große Rund des Platzes. Eine Abteilung SS. hatte sich zum Ehrenspalier aufgestellt. Gegen 10 Uhr trafen die Ehrengäste ein, tmter ihnen die Reichsminister Frhr. von Neu- r a t h, Dr. Goebbels und Dr. Schmitt, Staatssekretär Feder, Reichsstatthalter Ritter von Epp mit dem bayerischen Ministerpräsidenten und den sämtlichen Mitgliedern der bayerischen Staatsregieruna, de«- Stabschef Röhm, das Diplomatische i. o r p s mit dem Apostolischen Nuntius an der Spitze. Ferner sah man König Ferdinand von Bulgarien, viele Gruppen- und Obergruppenführer der SA. und SS. und prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Der Bayerische Präsentiermarsch ertönte, brausende Heilrufe kündeten das Kommen des Führers. Der Kanzler begrüßte die Herren des Diplomati- schen Korps, die Spitzen der Behörden und Regierungen, sowie die hohen SA.- und SS.-Führer. Die Feier der Grundsteinlegung wurde durch das Reichs-Symphonieorchester mit dem Vorspiel aus den Meistersingern von R. Wagner eingeleitet. Der Vorsitzende des Vorstandes des Hauses der Deutschen Kunst, Herr von Finck, hieß den Reichskanzler und alle, die zum heutigen Tag erschienen waren, willkommen, worauf Reichskanzler Adols Hitler an das Rednerpult trat. Oie Weiherede des Führers. Es ist herrlich, in einer Zeit zu leben, die ihren Menschen große Aufgaben stellt. Als die Regierung der nationalen Erhebung die Verantwortung übernahm, übernahm sie damit die Pflicht, die Aufgaben zu meistern, die wir alle vor und um uns sehen. Ein Volk ist zusammengebrochen und soll seine Wiederaufrichtung erleben. Wir wollen heute nicht hadern über das Unglück, das uns getroffen, die Katastrophe, die uns gestürzt hat. Wir wollen nur erkennen, daß das Gebrochene wieder aufgerichtet werden muß und daß der Verfall sich wieder zu neuem Leben wende. Furchtbar sind Not und Elend über unser Volk gekommen. Eine stolze Wirtschaft, einst blühend und reich, scheint zu verfallen. Millionen fleißige Menschen verdammt die Arbeitslosigkeit zum Müßiggang. Die Proletarisierung reißt immer neue Lebensstände in ihre Tiefe. Das Gefüge unserer Gesellschaft geht in Brüche, ja selbst an die Pforten der Tempel unseres Glaubens pocht die Faust der Trä- 1;er einer neuen Weltzerstörung. Unrat und Unriede überall. Deutschland wehrlos und rechtlos, as Volk erfüllt von Verzagtheit und Verzweiflung! Uns hat das Schicksal die herrliche Aufgabe gestellt, in dieser Not zu kämpfen, die Herzen dieser verzagten Menschen wieder mit Glauben und Vertrauen zu erfüllen, die Wirtschaft in Ordnung zu bringen, den Millionen Feiernden Arbeit zu geben, die Stände vor der Vernichtung zurückzureißen, eine neue Gesellschaft aufzubauen nd ihre Feinde mit eiserner Faust zu zügeln, der Nation ihre sachlichen, moralischen und kulturellen Güter in Schutz zu nehmen vor den Elementen der Zerstörung. Eine kühne und stolze Mission! Der Mensch lebt nicht von Brot allein, wenn wir die Aufrichtung unseres Volkes als Auf- gabt unserer Zeit und unseres Lebens empfinden, sehen wir vor uns nicht nur die leidende wirtschaft, sondern ebenso die bedrohte Kultur. Nicht nur die Not des Leibes, sondern nicht weniger die Not der Seele, und wir können uns keinen Wiederaufstieg des deutschen Volkes denken, wenn nicht wieder ersteht auch die deutsche Kultur und vor allem die deutsche Kunst. Wir vollziehen heute einen symbolischen Akt; eine tragische Verkettung von Zufall, Schuld und Ungeklärtem vernichtet in einer Nacht ein Haus, das für immer verbunden bleiben wird mit dem künstlerischen Schaffen nicht nur dieser Stadt, sondern der ganzen deutschen Nation. Schätze des deutschen Gemüts und der deutschen Kunst sind den Flammen zum Opfer gefallen. Allein was damals in wenigen Stunden der Vernichtung ver- fiel, kann nicht Vernichtung fein für alle Zukunft. Indem wir uns schmerzlich von dem Verlorenen trennen, beginnen wir vertrauensvoll mit dem Blick in die Zukunft den Aufbau des Neuen. Ein Haus der Deutschen Kunst soll entstehen, der alte Glaspalast, durch viele Jahrzehnte ein Merkmal dieser Stadt, sich verwandelnd in ein Denkmal unserer Zeit. Das junge Deutschland baut seiner Kun st sein eigen haus. Wenn es aber diesen Bau der deutschen Kunst der Stadt München gibt, bekennt es sich zum Geiste desjenigen, der einst als bayerischer König diese Stadt z u einer heimstätle der deutschen K u n st erhob. Indem wir alle die Größe der Verdienste ermessen, die diese kultstätle deutschen Kunstschaffens und kunstlebens für sich buchen kann, gehorchen wir nicht nur der Stimme des Herzens, sondern auch dem Gebot der Gerechtigkeit, gerade diese Stadl für alle Zukunft zum Mittelpunkt eines neuen Kunstschaffens und Kunstlebens zu wählen. E i n Volk sind wir, e i n Reich wollen wir fein! So fanatisch wir für die Größe dieses Reiches, für feinen Frieden, aber auch für feine Ehre eintreten (stürmische Heilrufe), so wenig wir dulden, daß irgendein Geist der Zwietracht die Einheit der Nation bedrohe, unverständige Eigenbrödelei die Kraft des politischen Lebens schwäche, so sehr hängen wir an der Eigenart der deutschen Lande und wollen pflegen den Reichtum der Viel- g e st a l t i g k e i t unseres inneren Lebens. Wenn ich heute in stolzem Glück Mithilfen kann, diesen Grundstein zu legen, dann hoffe ich damit dieser Stadt und dem Lande den Weg zu weisen in die Zukunft. Nicht im Hader oder kleinem eifersüchtigen Streit mit den anderen Brüdern unseres großen deutschen Vaterlandes .haben wir die Möglichkeit des Eigenlebens Bayerns und seiner Hauptstadt zu sehen, sondern im Bekenntnis der unlöslichen Verbundenheit mit dem ganzen deutschen Volk, sowie in der Größe des Beitrages, den dieser Stamm und diese Stadt hier leisten zur Größe des Reiches und zur Größe der deutschen Nation. (Stürmische Heilrufe.) Dann aber wollen wir treu bleiben der Eigenart dieser Stadt. Wenn Berlin Hauptstadt des Reiches ist, Hamburg und Bremen die Hauptstädte der deutschen Schiffahrt, Leipzig und Köln Hauptstädte des deutschen Handels, Essen und Ehemnitz Hauptstädte der deutschen Industrie, dann soll München wieder werden Haupt st a d t der deutschen Kunst. (Stürmische Heilrufe.) Sie findet damit den Weg zurück zu ihrer eigentlichen Größe. Was ein kleines Geschlecht nicht begriff, müssen wir zur Freude und zum Nutzen des ganzen deutschen Volkes erfüllen: Möge diese Stadt sich wieder zurückbesinnen auf ihre eigentliche Mission, Stätte des Erhabenen und des Schönen zu sein, auf daß sich wieder als Wahrheit erweise, daß man diese Stadt gesehen haben muß, um Deutschland zu kennen. In diesem Sinne wollen wir zum ersten schönen Bau des neuen Reiches hier den Grundstein legen, einem deutschen Baumeister zu verdanken, der Stcckt München zu treuen Händen, der deutschen Kunst zu eigen." (Stürmische Heilrufe.) Oer Führer legt -en Grundstein. Staatsminister Adolf Wagner dankte dem Führer der Nation für die Richtung, die er der deutschen Kunst und der deutschen Kultur gegeben habe und bat ihn, nunmehr die Grundsteinlegung vorzunehmen. Während die in alter Handwerkstracht gekleideten Maurer und Steiklmetze die handwerklichen Vorbereitungen trafen, wurde eine Urkunde über die Grundsteinlegung verkündet, aus der hervorgeht, daß dieses Haus seine Entstehung dem Wunsche und Willen des Erneuerers des Deutschen Reiches, Reichskanzler Adolf Hitler, verdankt. Staatsminister Wagner überreichte dem Führer als Geschenk des Gaues München-Oberbayern einen silbernen Ham- m e r mit der Bitte, damit die Grundsteinlegung des Hauses der Deutschen Kunst vorzunehmen und ihn auch bei allen sväteren Neubauten des neuen Reiches zu benutzen. Reichskanzler Adolf Hitler übernahm den Hammer und erklärte, er fei glücklich, diesen Tag in der Stadt München erleben zu dürfen, von der die große Erhebung des deutschen Volkes ihren Ausgang nahm. Er sei glücklich, diesen Tag erleben zu können, von dem eineneuedeutscheKunst ihren Ausgangnehmen werde. „Der Grundstein ist gelegt." Unterdessen hatten die Handwerker die in einer Rolle verwahrte Urkunde über die Grundsteinlegung in den geöffneten Grundstein gelegt und diesen wieder zugemauert. Der Reichskanz. ter führte hierauf den Hammerschlag aus. Während sich der Führer wieder auf seinen Platz auf der Ehrentribüne begab, ertönte Trommelwirbel. Die Musik stimmte das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-Lied an. Der feierliche Akt der Grundsteinlegung zum Hause der deutschen Kunst war beendet. 9er Festziig der riiimchener Mstlerschast. München, 15. Okt. (TU.) Der Festzug, der sich am Sonntagnachmittag wie ein farbensprühendes Märchen durch die Münchener Feststraßen bewegte, war ein selbst in München noch nicht gesehenes einzigartiges und unvergeßliches künstlerisches Schauspiel. Den Anfang machten berittene Paukenschläger, die in Grau, Silber und Rot gekleidet sind und in ihren friderizianischen Mützen und auf prächtig gezäumten Pferden einen materi- schen Anblick bieten. Nun folgt der Adler, das Hoheitszeichen der NSDAP., feierlich getragen von Männern in Braun, Rot, Gelb und Weiß. Sechzehn Reiter in Rot, Schwarz und Silber mit wehenden in allen Farben leuchtenden Fahnen begleiten sie. Als nächste Gruppe kommen zwölf Herolde zu Fuß in hohem weißen und roten Aufputz. Sie kündigen die nun folgenden Embleme an, zunächst das der Architektur, versinnbildlicht durch ionisches Kapitäl, dann das der Malerei, dar- gestellt durch antike Wandmalereien und zuletzt das der Plastik, bestehend aus einer Nachbildung des Heraklestores. Auf einem großen prächtigen Wagen folgte, von vier Schimmeln gezogen, die hohe vergoldete Statue der Pallas Athene, der ein Jüngling in Gold mit der Fahne der Kunst voran- ritt. Ein Trupp aus Studierenden der Akademie in der Tracht der Scholaren bildete den Abschluß dieser ungemein wirkungsvollen Gruppe. Die zweite Gruppe des Zuges wurde eröffnet durch ein Musikkorps zu Fuß in grüner altdeutscher Tracht. 30 Mädchen mit langem gelösten Haar, in fliegenden Gewändern, Blumengirlanden in den Händen schritten der G r u p p e d e r G o t i k voran. Ihnen folgten Reiterinnen in Rot, gotische Ritter in schwarzer Eisenrüsttmg, ungemein reizvoll der Wagen der Gotik — ein Brunnen, umgehen von Figuren der Maruska»Fenster aus dem alten Münchener Rathaus, Eines der schönsten Bilder des Zuges war dann die Gruppe des bayerischen Rokoko, geführt von 12 Pfeifern unb Trommlern in Weiß und Blau und sechs Reiterinnen in Blau und Silber, gekrönt von einem Genius, wirkte der Wagen des Rokoko wie eine Meisterschöpfung der Porzellanmanufaktur Nymphenburg, freilich in riesigem Ausmaß. Als Begleitung des Wagens schlossen sich Mädchen und Jünglinge in der Tracht des Rokoko an. Den Schluß der Gruppe machte eine Kompanie der oberbayerischen Schützen in der malerischen Gebirgsschützentracht. (Einen glanzvollen Mittelpunkt des Zuges bildete die Gruppe deshaufesderdeut- f ch e n k u n ft. Sechs Knaben zu Pferd und acht Fanfarenbläser zu Fuß gingen voran. 16 Männer in Grün und Gold trugen das gewaltige Modell des Hauses der deutschen Kunst. Jünglinge mit Girlanden und Kränzen säumten das Modell ein. Sinngemäß folgten dem Modell d i e Zünfte der Bauhandwerker, die Maurer, Steinmehe, Zimmerer, Kupferschmiede mit dem kupfernen Modell einer Bavaria, der Dachdecker und Spengler. Die Gruppe der deutschen Kunst wurde von 16 Reiterinnen mit schwarzweißroten Fahnen eröffnet (Eines der berühmtesten Meisterwerke deutscher Frühkunst, der Bamberger Reiter, war der künstlerische Mittelpunkt der Gruppe auf einem Wagen, auf dem zwei Herolde mit Schilden und Standarten das Standbild flankierten. Begleitet wurde der Wagen von 16 Knaben, die auf Schildern die Namen berühmter Männer der deutschen Kunst trugen. Eine Spitze Fortunagruppe zu Pferd leitete über zu einem Glanzstück des Zuges, der Gruppe des deutschen Märchens. Von Schimmeln Montag, w. Oktober 1955 Zeitschriften. — Das Oktoberheft der „Süddeutschen Monatshefte" (München) beschäftigt sich in einem großen Aufsatz des bekannten Düsseldorfer Archivdirektors Paul Wentzcke mit dem rheinischen Separatismus zur Zeit der Franzosenbesetzung. Wentzcke gibt eine packende Schilderung der verschiedenen separatistischen Versuche, die im Sommer 1923 Dorten und Matthes unter offener Unterstützung des französischen und belgischen Generalstabes, andere Kreise aber verschwiegener gemacht haben. Wir sehen insbesondere, wie die separatistischen Abenteurer ihren Nährboden in der Inflation gefunden haben, und wie gerade an der Beschleunigung der Inflation gewisse einflußreiche Kreise in Deutschland ein hohes materielles Interesse gehabt haben, die später sich gerne als besonders vaterlandstreu bezeichnen ließen. Es ist viel zu wenig bekannt, daß die heimlichen Drahtzieher in Köln,-die sich nach dem Zusammenbruch des Separatismus so trefflich als harmlose Föderalisten zu maskieren wußten, noch zu einem Zeitpunkt, als bereits an den wichtigsten Stellen des Rheinlandes die Volkswut die Separatisten vernichtet hatte, hockoerräterische Unterhandlungen mit Frankreich gepflogen haben. Zum erstenmal sehen wir nun die „Grundsätze der Verfassung eines Rheinstaates" vor uns, die von Tirard verfaßt worden sind und deren Kenntnis bisher von den deutschen Hochverrätern abgeleugnet worden ist. Auf der anderen Seite wird es gerade heute besonders interessieren, welche entscheidende Rolle dem jetzigen ReM'ührer des Vereins für das Deutschtum im Auslande Hans Steinacher bet der Bekämpfung der separatistischen Gefahr zukam. Eine Gerhart-Hauptmann- Uraufführung. München, 15. Okt. (WTB.) Den literarifchen Höhepunkt des Tages der deutschen Kunst bildete die auf Anordnung des Führers am Sonntagabend im Schauspielhaus angesetzte Urauffüf)- rung des neuesten Werkes von Gerhart Hauptmann „Die goldene-Harfe". Die Aufführung, der auch der Dichter beiwohnte, erfolgte vor ausverkauftem Haufe und gestaltete sich zu einem rauschenden Erfolg für Werk und Darsteller. Der Beifall steigerte sich von Akt zu Akt und rief am Schluß Dichter und Hauptdarsteller mehrfach auf die Bühne. Die Inszenierung Otto Falkenbergs und die Bühnenbilder Eduard Sturms schufen zusammen eine Aufführung, die zu den besten zu zählen fein dürften, die in den Kammer- spielen bisher herausgebracht worden find. Auch die Musik von Hermann Zilcher umrahmte das in der Zeit romantischer Empfindsamkeit nach 1813 wurzelnde Werk wirksam. gezogen folgte der Wagen des deutschen Märchens, darstellend ein Mädchen mit einem Einhorn. Blumentragende Mädchen und eine Gruppe Spielleute mit Flöten und Lauten rundeten das Bild, das überleitete zum Wagen der deutschen Sage, dargestellt durch einen drachentötenden Ritteo. Der Wagen d e r Dichtkunst schloß sich an. Eine große tragische Maske der Antike war der künstlerische Ausdruck dieses Gedankens. Ein wilder Pegasus vervollständigte die Darstellung. Der W a • gen der Meistersinger zeigte Hans Sachs als „Schuhmacher und Poet dazu", um ihm herum Gestalten der Meistersinger. Den Abschluß machte der Wagen der Zünfte, dargestellt durch eine große Zunstlade. Ringsum Jugend in Pagenklei- düng mit den Emblemen der Zünfte und mit Fahnen. Gegen 15.30 Uhr war der Führer in Begleitung des Reichsstatthalters Ritter von Epp und der bayerischen Staatsregierung an der Tribüne vor dem Odeonsplatz vorgefahren, um hier mit den zahlreichen Ehrengästen aus dem ganzen Reich den Vorbeimarsch des Zuges abzunehmen. Oer Austtang. Gegen 17.30 Uhr erreichte der Feftzug den Kö- n i g s p 1 a tz. Nächtlicher Fackelschein aus 40 Pylonen, die rings um den Platz aufgestellt waren, beleuchtete die riesigen Fahnenreihen, die hier Aufstellung genommen hatten. Aus den Propyläen loderten große Feuergarben in den dämmernden Himmel. Nachdem der Zug in dem von vielen Tausenden von Menschen besetzten Platz eingezogen war, sprach Prof. Kutsch mann als Präsident des Reichskartells der bildenden Künste den Dank der deutschen Künstlerschaft aus für all das, was sie hier habe erleben dürfen. Nach dem Horst-Wessel- Lied richtete Kultusminister Schemm das Schlußwort zum Tage der deutschen Kunst an die Zehntausende. Erst nach dem Tag von Potsdam, erst nach dem Tag der Arbeit und erst nach dem Bekenntnis non Blut und Boden könne sich das Schönste im Menschen entfalten, das Bekennt- n i s z u feiner un st erblichen Seele. Mit dem Appell immer weiterzustreben und zu kämpfen schloß der Minister. Das Deutschlandlied klang zum nächtlichen Himmel. Die Massen zerstreuten sich, der Abend brach herein und beschloß einen Tag, unvergeßlich in der Geschichte der Kunststadt München für alle Zeit. Hochschulnachrichten. Folgende Berufungen auf juristische und naüo- nalokonomische Lehrstühle an preußischen Universitäten werden bekannt: Nach Breslau: Professor Albrecht, Jena (Nationalökonomie); Professor Bechtel, Breslau (Nationalökonomie); Privatdozent Walz, Marburg (Staatsrecht). Nach Königsberg i. Pr.: Professor Wiste- mann, Marburg (Nationalökonomie); Professor Berkenkopf, Hamburg (Nationalökonomie); Privatdozent R e i k e, Königsberg (Bürgerliches Recht). Nach Göttingen: Privatdozent W ü r d i n - ger, München (Bürgerliches Recht); Privatdozent S i e g e r t, Münster (Strafrecht). Das bayerische Kultusministerium hat auf Vorschlag des Senats Geh. Rat Professor Dr. med. et phil. Dr. h. c. Karl Escherich zum neuen Rektor der Universität München ernannt. Die im Frühjahr d. I. verfügte Beurlaubung des Ordinarius für Kunstgeschichte an der Universität Tübingen, Dr. Georg Weise, ist aufgehoben worden. Deutsche Kulturarbeit bei den Afghanen. 13on unserem D. B-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Kabul, September 1933. „Afghanistan ist gewillt, auf dem Wege wirt- schafttlcher und erzieherischer Entwicklung fortzu- schreiten. Dazu muß die Jugend des Landes im modernen Sinne erzogen werden, daß sie späterhin befähigt ist, die natürlichen Bodenschätze des Landes zu erschließen, Landwirtschaft, Handel und Verkehr zu fördern. Ich vertrau meinem Bolte, sich die im Jahre 1919 erkämpfte Unabhängigkeit auch weiterhin zu wahren, da die afghaniscke Nation sich ihr gesundes Volkstum und ihren Glauben bewahrt hat!" Darin gipfelte anläßlich der fünfzehnten Wiederkehr des Befreiungsfestes die Rede Nadir Schahs, des Königs der Afghanen an sein Volk. Ein Gedenktag, der den Afghanen Sicherheit gegen jedes Eroberungsgelüst britischer Kolonialpolitik verheißt. Wer länger hier im Lande lebt und die Entwicklung einigermaßen verfolgt hat, weiß, daß dieser König mit dem Gelehrtenkopf, den klugen freundlichen Augen, hält, was er verspricht. Es ist noch nicht allzulange her, daß Afghanistan das verschlossene Land war, in das an Fremden nur Regierungsangestellte und Mitglieder der diplomatischen Missionen Eingang hatten. Diesmal wurde das Befreiungsfest geradezu ein Treffpunkt reiselustiger Europäer, die, aus dem nördlichen Indien kommend, die kühlen, hochgelegenen Gesilde der Kabulebene aufsuchten und im angenehmen Sinne höchst erstaunt waren, anstatt einer blutigen Frontierstory die entzückendste Sommerfrische mit in jeder Hinsicht liebenswürdigen Gastgebern zu erleben. Und jeder fand freundliche Aufnahme. Afghanistan zeigte, daß es ein Land ist, in dem die so ost betonte orientalische Gastfreundschaft nicht nur zu einer literarischen Angelegenheit geworden ist. Reichte das Hotel nicht aus, so brachte man die Gäste in einer der reizenden Dorstadtvillcn der grünen wie ein großer verwilderter Garten an- mutenden Darulamanebene unter. Das Land hatte sich zu diesem, seinem Feste geschmückt. Denn es ist erhebend zu sehen, wie jeder einzelne Afghane es als etwas Persönliches, eine eigene ihn zutiefst angehende Freude erlebt und nicht nur im Sinne einer feierlichen Regierungsvorschrift. Da sicht man die Kaufleute in ihren reichen typischen Kabuligewändem, Turban, Kittel und weiter, faltenreicher Hose, olles in leuchtendem Weiß, auf dem sich nur die farbige Samtweste mit viel Goldstickerei geschmückt obhebt. Daneben erscheinen im Bilde die kräftigen, hochgewachfenen Gestalten der Bergstämme, ruhig, wie mit verhaltener Kraft in ihrer Bewegung, die sich in den Tänzen zur Feier des Tages in wilden Rhythmen und Wirbeln löst, fo als wären sie trunken, auf- gepeitscht von dem dumpf und hohl klingenden Gedröhn der großen Afghanitrommeln, die ihren Tanz begleiten. Im Gegensatz zu diesen Söhnen der Berge sieht man Afghanen, die einen Teil ihres Lebens in Europa verbracht haben, in eleganten Anzügen einher,pazieren oder am Steuer ihres Wagens, letztes europäisches Modell. Doch alles versteht sich, ist freundlich und höflich zueinander, kein Standesdünkel trennt arm und reich, hoch und niedrig. Dies ist die Zeit, in der Afghanistan mit Stolz dem Fremden seine Entwicklung oorweist. Eine ganze Straße neuer Laden ist an der Festwiese errichtet. Einfache, aber solide und zweckmäßige Ziegelbauten, in denen alles zu haben ist, vom Tropenhut bis zum Heratiteppich. Diese Straße ist der typische Ausdruck für die heutige Art des Fortschritts in Afghanistan. Man läßt sich nicht mehr aus MaMmutprojekte, dem Wesen des Landes fremd und seine Möglichkeiten übersteigend ein, sondern hält sich mit weiser Vorsicht an das Mögliche, bleibt bescheiden, aber gründlich und solide, und, bis es soweit ist, daß sich daraus Größeres entwickeln kann. So hat man den Weiterbau von Darulaman, ein Riesenprojekt von Amanullah, der dort die Gründung einer vollständig neuen Stadt vorsah, eingestellt und begnügt sich vorläufig damit, die Gebäude vor dem Verfall zu schützen und dos damit freigewordene Geld anderen, zur Zeit wichtigeren Unternehmungen zur Verfügung zu stellen. Zur Festwiese gehört eine Art Landesaus- ft e 11 u n g , die jedem Schaulustigen einen Querschnitt über den Fortschritt im Lande vermittelt. Es ist erfreulich, an dieser Arbeit viele deutsche Kräfte beteiligt zu sehen. In Landwirtschaft, Schule, Kunstgewerbe und Innenarchitektur, in gewerblicher Malerei und in den Erzeugnissen einer Knopffabrik erkennt man mit Freuden, daß hier deutsche Kulturpioniere nicht vergeblich gearbeitet Haden. Beim Anblick der Truppenparade glaubt man im Anfang seinen Augen nicht trauen zu dürfen: Ein mächtiger Zug feldgrauer Soldaten aller Formationen — im deutschen Stahlhelm. Alle gut diszipliniert, jedes Kommando klappt wie am Schnürchen. Ein Erfolg deutscher Instruktionsoffiziere, die wilden, ungebärdigen Söhne der Berge in mühevoller Arbeit zu einer tüchtigen, regierungstreuen Miliz ausgebildet haben. Pfadfinder laden zum Besuch im Lager ein, Hockey- und Tenniswettkämpfe zwischen Afghanen und ihren europäischen Gästen finden statt. Don Indien sind ein Zirkus n e b ft Ton- filmfino gekommen, Luftschaukel, Karussell, alles ist da! Ein Land will seine Freude haben, ganze acht Tage lang. Es hat ehrlich und hart gearbeitet, um weiter zu kommen, und es wird weiter arbeiten, dem Gruß der Karawanen folgend, den man immer wieder hört vom Amu Darya bis tief hinein nach Indien: Manda na baschi — mögest du nicht ermüden! Otto Burghardt, Deutsche Oberrealschule Kabul. Die Völkerschlacht bei Leipzig. Dor 12Ojol)ren: vom 16. bis 18. Oktober 1813. Don Hans Sturm. 1809 stand Napoleon auf der Höhe. Oesterreich hatte er wiederholt unterworfen und seiner besten Landesteile beraubt. Das damalige Deutschland stand unter seiner Macht, die weit über die Elbe bis an die Ostsee reichte. Nun gedachte er Rußland mit seinen unermeßlichen Reichtümern und seinem Menschenntaterial zu erobern, um von dort das Türkenreich und nach der Rückkehr England seiner „Unioersalmonarchie" einzualiedern. Mit 600 000 Mann zog er 1812 gegen Moskau, fand aber nur eine brennende Stadl und keine Friedensmöglich- keiten. Mangel an Verpflegung, die Unzufrieden- beit des vielsprachigen Heeres und der zu spät begonnene Rückzug über die Schneeselder Rußlands kosteten den Kaiser mehr als neun Zehntel seiner Truppen: nur rund 60 (XX), Franzosen und Rhein- bunblruppen, sahen deutschen Boden wieder. In Preußen gewann der Gedanke an die Befreiung von dem unerträglichen Joch immer mehr an Raum, und im März 1813 ging wie ein Frühlingssturm die Erhebung Preußens durch die Lande und (ein Aufgebot bis zum letzten Mann. Doch Napoleon war nicht müßig; in Frankreich und vor allem in den Rheinbundstaaten stellte er ein neues Heer auf und erschien im Mai 1813 mit 30b 000 Mann wieder in Deutschland, wo er die Preußen und Russen bei Bautzen und Großgörschen zum Rückzug zwang. Nach einer längeren Waffenruhe erhielten die Verbündeten durch den Beitritt Oesterreichs und Schwedens Verstärkung und von Rußland Nachschub, auch Preußens Rüstungen waren nun beendet. Bei Dresden errang Napoleon noch einmal einen Sieg über die noch unsicher geführten und durch politische Gegensätze nicht immer einigen Verbündeten in einer zweitägigen blutigen Schlacht und zog gegen Abend Aum letzten Male als Sieger durch die Tore einer deutschen Stadt. Bei Großbeeren, an der Katzbach, bei Kulm, bei Dennewitz und Wartenburg wurden seine Marschälle zurückgeschlagen; wo der Kaiser nicht war, blühte seinen Adlern kein Glück. Schließlich mußte er selbst die Elblinie räumen und stellte fjd) bei Leipzig, wo damals die bedeutendsten Heerstraßen sich kreuzten, mit rund 180 000 Mann ben, wie er richtig ooraiisgeahnt hatte, einzeln anruckenden Heeren der Verbündeten entgegen. '21111 15. Oftober bezogen die beiden für damalige Begriffe riesige Heere ihre Stellungen. Tags darauf in aller Frühe begann die Völkerschlacht; zunächst günstig für die Franzosen, denn bei dem Dorfe Wachau konnte Napoleon die Verbündeten zuruckdrangen. Gegen Mittag schickte er Eilkuriere nai, Paris mit Siegesnachrichten und ließ alle Glocken Leipzigs läuten. Zu dem ihm verbündeten König von Sachsen meinte er zuversichtlich: .Noch einmal wird sich das Rad der Weltgeschichte zu meinen Gunsten drehen In vierzehn Tagen werde ich in Berlin und im nächsten Frühjahr am Riemen fein!" Als jedoch am Abend Blücher das dreimal verlorene Dorf Möckern endlich behauptete, konnte der Korse nur feststellen, daß er noch unbewegt sei. Am 17. Oktober, einem Sonntag, ruhten Die Hauptkämpfe. Vergeblich bemühte sich Napoleon um Verhandlungen mit Kaiser Franz, als er sah, daß neue schwedische Verstärkungen zu den 23er- bünbeten fließen Kaum graute im Osten her Morgen des 18. Oktober, da traf, eine Stunde noch dem Erscheinen des russischen Ersatzheere» unter Dennningsen, in Eilmärschen die Nordarmee unter Bülow ein, die nicht nur den Kampf beginnen, sondern auch entscheiden sollte. Unter unsäglichen Anstrengungen wurden die an den entgegengesetzten Enden der beiden Fronten gelegenen Dörfer Konnewitz und Paunsdorf genommen; Napoleon selbst stand bei Probstheida, wo der Kampf so erbittert wütete, daß in den engen Gassen des Dorfes sich die Leichen mannshoch türmten. Immer mehr wichen die kaiserlichen Truppen zurück, gegen Mittag gingen die württembergischen Reiter und mehrere Regimenter Sachsen zu den Verbündeten über. Die Franzosen wurden von allen Seiten bedrängt und auf Leipzig SU getrieben. Schon schlugen Granaten in die Vor- ftaöt, mit furchtbarem Getöse gingen die zertrümmerten Dächer in Flammen auf, und geborstene Schornsteine stürzten in die Straßen. „Durch die Straßen Leipzigs wälzten sich endlose Wagen- und Artillerieparks, gefolgt von den verstaubten Marschkolonnen abziehender Regimenter. Der weite Marktplatz war mit schreienden, fluchenden, jammernden Menschen gefüllt, dazwischen stauten sich dichte Züge von Wagen, Kanonen, eng aufeinander gefahren und die engen Straßen verstopfend. Nur mit Mühe hielt ein Bataillon Garbearenabiere einen schmalen Durchgang frei. Eine französische Kürafsierschwabron ritt vorüber unb hielt vor bem Palais des sächsischen Königs. Hinter ihren wehenben Noßhaarschweifen tauchte an ber Spitze einer glänzenben Reiterkavalkabe unter bem schwarzen Dreispitz ein blasses Antlitz auf, inmitten ber vielen unruhigen, verzerrten Gesichter, starr unbewegt. Behende schwang sich ber Kaiser von [einem Rappen, schritt burch ein Spalier sächsischer Garbisten in bas Palais, um von feinem Verbündeten Abschieb zu nehmen. Wenige Augenblicke spater schwang sich ber Kaiser, noch blasser, roieber auf sein Pferd und ritt mit kaltem Blick von dannen, den König seinem Schicksal überlaßen!) Unaufhaltsam wälzten sich vom Grimmaischen Tor her Kolonnen flüchtender Franzosen heran, alle Waffengattungen und Uniformen nebeneinander, immer näher kam das Gewehrfeuer der preußischen Füsiliere; wenn sie ihnen den Rückzug durch Leipzig abgeschnitten hätten, hätten sie die blühende Handelsstadt, die ohnedies schon viel gelitten hatte, in einen Trümmerhaufen verwandeln müssen. Immer schneller wurde das Marschtempo der Fluchtenden, immer hastiger Drängten die Füsiliere nach. Da scholl plötzlich ein donnerähn- l'ches Getöse über die Stabt unb erschütterte bie Luft weithin. Entsetzen überfiel bie fliehenden Fran- zosen, als sie erfuhren, baß ihre Canbsleute d i e El st erdrücke, die am Ranftedter Tor über die Pleiße führte, gesprengt hatten, zu früh, denn 30 000 Mann unb mehrere hundert Geschütze fielen so ben Siegern in die Hände Wieder begannen alle Glocken zu läuten, diesmal nicht auf des Korsen Befehl, sondern aus Freude über die Befreiung der Stadt. Der Marktplatz war wie verwandelt, überall standen in den Fenstern, auf den Balkonen unb in den Türen frohe M?rischen und spähten nach der Grimmaischen Straße hin, von wo ber Jude! des Volkes den einreitenden Monarchen brausend entgegenlief. Wahrend noch au» ber Ferne das Gewehrgeknatter der Verfolger herüberkam. mischten sich in das Geläut schmetternde Schlachtfanfaren, und schon bog mit Mißen- ben Hörnern und weißen Helmbüschen das Trompeterkorps der Gardeulanen auf ben Marktplatz ein, und hinter ihnen ritten in einfachen Offiziers- uniformen die verbündeten Herrscher: der ernste Mann mit dem gütigen, ruhigen Gesicht war der Preußenkönig Friedrich Wilhelm HL, neben ihm Zar Alexander, hinter ihnen die Heer- sührer, der Generalissimus Schwarzenberg, der eiserne Pork, ber flinke Bülow, Napoleons großer Gegner aus dem russischen Feldzuge, unb bann kam zuletzt bes Korsen fürchterlichster Feind und eigentlicher Bezwinger, Blücher, der kühne Marschall Vorwärts! Unendlicher Jubel brauste den Befreiern entgegen, während Napoleon verbissen dem Rhein zustrebte. Bei Hanau konnte er sich durch die von General W r e d e geführten Bayern und Oesterreicher nur unter großen Verlusten durchschlagen und setzte am 2. November mit nur noch etwa 30 000 Mann über den Rhein. Der Rheinbund bestand nicht mehr, die rechtmäßigen Besitzer nahmen ihre Anteile an dem Reiche Westfalen, dessen König spurlos verschwunden war, zurück. Wenn auch die Völkerschlacht bei Leipzig nicht sofort Napoleons Macht brach, sie war dennoch der Beginn einer neuen Zeit, aus der der preußisch- deutsche Geist erwuchs, der die Tage von 1870/71 heraufführte und auch nach dem Weltkriege nicht erlosch, sondern weiterlebte unb gerabe in unseren Tagen roieber wirksam geworben ist, denn auch heute bewahrheitet sich die weltgeschichtliche Erkenntnis der Völkerschlacht: Deutschland kann nur durch Deutschland gerettet werden! Oie Türkei als politischer Faktor. lieber ein Jahrzehnt lang hat man sich daran gewöhnt, in der Türkei einen rein asiatischen Staat zu sehen, der sich auf das kleinasiatische Territorium beschränkt und keinerlei Interesse an Europa mehr hat. Man hat darüber ganz vergessen, daß in bic(en zehn Jahren Kemal Pascha bie Macht der Türkei planmäßig ausgebaut hat, und baß schließ- lich immerhin bie Türkei noch ein Balkan- st a a t ist. Jetzt mit einem Male wirb bie europäische Oesfentlichkeit gewahr, baß bie türkische Selbst- beschränkung nur ein Mittel zum Zweck war, zum Zwecke bes Wiebererstarkens nämlich, unb baß bie moderne Türkei drauf und dran ist, sich in die große Weltpolitik wieder einzuschalten. Man muß bei allen Betrachtungen grundsätzlich da- von ausgehen, daß die sogenannten „Erbseind- schaften", die auf dem Balkan durch Jahrhunderte bestanden haben, durch die völlig veränderte Weltlage endgültig begraben sind, und daß z. B. die beiden großen Rivalen der Vergangenheit, Türken und Russen, nicht nur keine Feinde mehr sind, sondern heute in engster Freundschaft leben. Den großen Mächten ist es kein Geheimnis, baß bie Türkei unb Rußlanb durch einen engen Bündnisvertrag verbunden sind, wie niemals zwei politische Feinde vorher. Jetzt aber geht die Türkei einen Schritt weiter und begräbt auch bie Feind- schon mix Griechenland, bie ben Politikern der alten Schule seither als ein politisches Faktum galt, an bem nicht zu rütteln war. ffiie vor einigen Jahren Rom. so ist jetzt bie türkische Hauptstadt Ankara zum politischen Mekka ber ost- und südosteuropaischen Staatsmänner geworden. Der griechische Ministerpräsident unb sein Außenminister sind erst kürzlich mit einem Freundschaftspakt aus Kemal Paichas Residenz nach Athen zurückgekehrt. Der türkische Ministerpräsident unb jein Außenminister blieben ebenfalls nicht untätig unb verhandelten in Sofia über politische Plane, deren letzter Sinn noch nicht ganz entschleiert ifL Mitte Oktober wird ber rumänische Außenminister Kemal seine Aufwartung machen, während König Alexander von Jugoslawien erst kürzlich in Stambul Verhandlungen sühne, die ebcniaüs auf eine Anregung Ankaras zuruckgehen. Und um das Maß voll zu machen: im Laufe dieses Monats werden sich auch der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö s und sein Außenminister Konya in den Orientexpreß setzen, um ihrerseits an den Verhandlungen im ehemaligen Angora teilzunehmen. Wenn man ferner berücksichtigt, baß biefer Inflation an Staatsbesuchen wichtige Konferenzen i n Sinaia unb Sofia oorangegangen finb, bann wird man unschwer zur Uederzeugung kommen, baß sich hier auf bem Balkan eine Umgruppierung vollzieht, die auch auf bie eicUung ber europäischen Großmächte nicht ohne (Einfluß bleiben wirb. Frankreich müßte nicht berjenige Staat sein, der am unerbittlichsten die Aufrechterhaltung ber osteuropäischen „Antirevisionsfront" betreibt, wenn es nicht von sich aus feine Schachfiguren rechtzeitig in bas politische Spiel auf bem Balkan eingefügt hätte. Griechenland, bie Türkei unb Bulgarien haben ein Hauptziel: bie volle Unabhängigkeit. Alle drei Staaten finb bereit, eine Lösung hinzunehmen, bie von ber offiziellen türkischen Staatszeitung teil» als „Schwarzmeer-Locar- no", teils als eine „Verstänbigung großen Ausmaßes zwischen ber Staatengruppe ber Kleinen Entente unb ben Staaten bes Balkans" bezeichnet wirb. Frankreich und bie Kleine Entente dagegen wollen Bulgarien von feiner italienischen Rückversicherung abspenstig machen und in den Block der Kleinen Entente eingliedern. Die» würde bedeuten, daß Bulgarien au» der deutsch- italienisch-ungarischen Antireoisionsfiont ausscheiden würde. Damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: einmal wäre ber italienisch» Einfluß auf dem Balkan herabgemindert, zum zweiten wäre Jugoslawien, das zuweilen noch einer Lockerung seiner Beziehungen zu Paris unb Prag trachtet, in die Zange genommen. Die Rolle der Türkei ist in diesem ganzen Spiel noch nicht eindeutig. Zweifellos verfolgt Kemal Pascha das Ziel, die Türkei zum Garantie st aat für den Balkanfneden auszubauen. Hiergegen hat Deutschland nichts einzuwenden. Es hat nur den dringenden Wunsch, daß die Türkei nicht auf die französischen Leimruten kriecht. Dreitausend Versammlungen der ASDAp. im Gau Hessen-Nassau. Wie bereits in ber Presse bekanntgegeben wurde, werden von der NSDAP, in Deutschland 150 000 Versammlungen durchgesührt, in denen das Volk aufgeklärt werden soll über die Zustände, die bei ber Machtübernahme durch Adolf Hitler vorgefunden wurden, über die Maßnahmen der national- sozialistischen Regierung und vor allen Dingen über das große Winterhilfswerk. Don diesen 150 000 Versammlungen entfallen 3000 auf den Gau Hessen-Nassau. Die in einem Amt befindlichen Redner der nationalsozialistischen deutschen Freiheitsbewegung müssen mindestens 15, bie nicht in einem öffentlichen Amt befindlichen mindestens 25 Versammlungen durchführen. Der (Bauleiter unb Reichsstatthalter in Hessen, Sprenger, stellt sich auch diesmal an die Spitze dieser großen versammlungswclle unb wird in einer ganzen Reihe von fiunbgebungen sprechen. ebenso wie sich alle übrigen führenden Nationalsozialisten in vorderster Linie dieses Aufklärungs- feldzuges befinden. Die Gaupropagandaabteilung hat alle notroen- bigen Vorbereitungen getroffen. Eine Steigerung ber Dersammlungstätigkeit hat bereits eingesetzt, aber erst am 15. Oktober wird die eigentliche Versammlungswclle beginnen. Bei diesem Propa- gandaoorstoß, ber mehr Versammlungen burchführen wird als jemals in einem großen Wahlkampf burch- yeführt wurden, werden die nationalsozialistischen Redner als Sendboten bes Führers abermals ihre hinreißenbe Fähigkeit, zu Menschen zu sprechen, beweisen. Die gesamte wahlberechtigte Bevölkerung, ganz gleich, zu welchen Parteien sie früher gestanden hat, ist moralisch verpflichtet, diesen Versammlungen ihre größte Aufmerksamkeit zu schenken und die Versammlungen zu besuchen. Niemand zweifelt heute mehr, daß Adolf Hitler vom Schicksal berufen wurde, unser deutsches Volk in letzter Stunde vor dem Versinken in einen 21b- gründ zu bewahren. Er hat diese Versammlungswette ungeordnet, um auf diesem Wege zu dem deutschen Volke zu sprechen. Die Versammlungen besuchen,, heißt, diesem ungewöhnlichen Manne die ihm ge- dührende Aufmerksamkeit schenken. Diesen Versammlungen fernbleiben, heißt, dem gigantischen Willen des Führers, das deutsche Volk aus seinem Elend und seiner Bedrückung herauszuführen, teilnahmslos gegenüberstehen. Dor allen Dingen sind die, die den Führer und seine Bewegung bis zum 31. Januar 1933 immer nur durch bie Darstellung seiner Gegner sahen, verpflichtet, in ben Versammlungen ben Willen unb die Ziele ber Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zur Kenntnis zu nehmen. Fast überall werden bie Versammlungen groß auf- gezogen unb durch EA.-Einmärsche und bas Spiel von SA., SS. ober HI.-Kapellen umrahmt. Die Dersammlungswelle muß bis zum 15. Dezember burchgeführt sein. Ungeheuer sind die Anstrengungen aller mit der Durchführung der Versammlungen Beauftragten. vom 15. Oktober bi» 15. Dezember lauschen alle. die mit heißer Anteilnahme bie Entwicklung unseres Schicksal» und die Gestaltung unserer Zukunft verfolgen, in den versammlungssäleu den Rednern Adolf Hitler». Arbeitsbeschaffung in ber hessischen Forstwirtschaft. Darmstadt, 13. Okt. (WSN.) Die Forstwirtschaft ist in der Hauptsache Saisonarbeit. Die Höchstzahl ihrer Beschäftigten fällt mtt der Holzhauerei im Winter zusammen, also in eine Zeit, in der die sonstige saisonübliche Arbeitslosenziffer ein Maximum erreicht. Der Monat August ist, wie insbefonoere aus ben Leschästigungszahlen 1931 heroorgeht, einer der ruhigsten Monate. E» finden Reinigungsarbeiten in Kulturen und Pslanzgärten statt, Wolbwegebauten und Meliorationsarbeiten sind im Gange. Die Beamten sind mit Holzaus- zeichnen, Forstschutz ufro. beschäftigt. Irn August 1931 waren daher auch im Staats- unb Gemrinbe- roalb nur 995 männliche unb 378 weibliche Arbeiter beschäftigt, also im ganzen 1373. während im August 1933 = 3470 männliche unb 251 weibliche, also im ganzen 3721 Arbeiter beschäftigt waren. Die Zahl ber Arbeiter ist demnach durch planmäßige Arbeitsbeschaffung rast auf das Dreifache gestiegen. Bis zum Jahres'chluß wird sie auf lOOuO bis 12 000 weitersteigen. Im Staatswald sind, abgesehen von zahlreichen Notstandsarbeiten, allein 42 Maßnahmen auf Grund des Mrbeifs- bcichaffungsprogramms der Rcichsregierung in der Durchführung begriffen; hierbei finb zur Zett 336 Arbeiter beschäftigt. Die Zabl ber Notstand», arbeiter wird dadurch, baß Das Reich künftig auch für die Wohlfahrtserroerbslosen bie Förderung übernimmt, im Monat September bereits eine er» Übliche Zunahme erfahren. Die Zahl der Arbeit»- dienstwilligen, die noch 796 im Staalsroafb unb 456 im ©emeinberoalb betrug und sich einmal auf jirfa 3000 belief, ist stark gurücfgegangen: sie wirb noch weiter fallen, da ber Arbeitsdienst in immer größerem Umfange für landwirtschaftliche Meliorationen eingesetzt wird. Die in der Forstwirtschaft planmäßig durch- gesührte Arbeitsbeschaffung hat zahlreiche» Volksgenossen Arbeit und Brot gegeben. Sie stellt aber an bas Personal hohe Anforderungen, da die Arbetten seither fast alle in eigener Regie durchgesührt wurden, die Planung, technische Durchführung und Beaufsichtigung daher ebenfalls Sache bes vorhanbenen Personals ist. Es verdient besondere Anerkennung, daß bie gesamte Beamten- chaft ausnahmslos mH großem Eifer und Fleiß ich diesem Aufgabenkreis gewidmet hat. Die in der taattichen und kommunalen Forstwirtschaft oorlie- b nben Arbeitsbeschaffung»pläne, die in die Landesplanung eingebaut werden, umfaßen zirka vier Millionen Tagewerre. Ihre Durchführung wird zur Bekämpfung der Arbeitslosigkett wesenllich beitragen. Ebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) ' Montag. 16. Moder 1935 Nr. 242 Dritter Blatt DerVegiMderHandwerls-WerbeMchemGießen^ Ein Werbeabend in der Volkshalle, über dessen Aus der Provinzialhauptstadt MMÄNi der Buchdrucker. Der Festwagen SW. in Der Festwagen der Zimmerleuts. mit einer Huldigung für die nationalen Führer und das deutsche Vaterland fand die Feierstunde ihren Treue im kleinen. Wer die Melodie vernimmt, die aus den Schwingungen des Lebens wie ewiger herrlicher Rhythmus klingt, der weiß, daß sie aus dem Werden und Wachen der Natur ebenso kraftvoll quillt, wie aus den Lasten des Alltags. Das Gewimmel der Kaser und Ameisen, das Surren der Bienen um eine blühende Linde — welche Geschäftigkeit! So auch in den Werkstätten, Fabriken, Schulen und Universitäten, auf den Märkten und Eisenbahnen — ein geschäftiges Treiben, wie unter dem Mikroskop, in einem Wassertropfen, oder im Humus der lebendigen Erde. Ueber- all Leben und Werden. Und in diesem kann sich nur würdig behaupten, wer von uns Menschen in seinen Formen und an seiner Stelle mit voller Entfaltung lebendig ist, und zwar nicht in besonderen Tagen und Ereignissen, wo die Spannkraft verstärkt ist, sondern auch im Alltag. , Aus schöpferischen Augenblicken setzt sich das Schöpferwerk der Ewigkeit zusammen, aus Treue im kleinen das Gedeihen des Ganzen. Treue im kleinen ist eine schöne Form der Liebe. So sitzt der Schuhmacher vor seinem Schuh, so schnitzt und bemalt der Schreiner seine Truhe. So schrieb der Mönch Pergamente ab und malte seine goldenen und karminroten Anfangsbuchstaben.' So trugen Maler des Mittel- alters mit äußerster Sorgfalt ihre Farben auf die Flügel eines ebenso kunstvoll geschnitzten Altars. Die Welt ist voll von Denkmalen künstlerischer Geduld. 1. 5 öaftiqji 1 k ji ■ 1 die id)e Ulh^Ns* •‘nifter Mi '■»Ä- SÄ Sä Mr Sä Ä c0[Ie Unob. bewi. eine teilen türfi. 'Wämetr-fiocar, un9 großen Sus. W der Kleinen «Ilans* bezeichnet Snhnh bayyn llemschrn Kückver« 1 den Block iftltebern. Lies 1 aus der deutsch, insjront ausscheiden Ö'iegen mit einet an der italienische icmindert, zum zwei. Meilen nach einer' ju Paris und Prag mn. £ie M btt ;piel noch nicht ein« aal Pascha das Ziel, estaai für den wt hiergegen hat 1 Ts hat nur den Lürlei nicht auf die Gießen stellte dann in seiner Predigt das Schaffen und Streben des Handwerks in Beziehung zu Gott und würdigte dabei die Bedeutung des Tages für das Handwerk und darüber hinaus für das ganze ■ deutsche Volk, wobei er eindringlich hervorhob, vag wir allen Grund haben, dem Allmächtigen von Herzen dankbar zu sein dafür, daß er uns in dem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler den gottbegnadeten Retter aus der großen deutschen Rot geschickt habe. Mit einem weiteren Gesang des Frauenchors, Gebet und Fürbitte für den Reichspräsidenten und den Führer sowie m.t dem Gemeindegesang der ersten Strophe des Chorals Nun danket alle Gott" fand der eindrucksvolle Gottesdienst feinen Abschluß. Nie Weihe neuer Innungsfahnen. Nach dem Gottesdienst überbrachte Handwerkskammerpräsident Müller die Grüße der Hessi- schen Handwerkskammer, wobei er in kurzen Worten auf den neuen Geist auch im Handwerkswesen hinwies. Im Zusammenhang damit weihte er mehrere neue Hakenkreuz-Jnnimgsfahnen mit dem Wunsche, daß sie für ihre Innungen stets Die gleiche hohe Bedeutung haben möchten, wie die alten Zunftfahnen für die früheren Zünfte. Ehrung von Handwerksmeistern. Handwerkskammerpräsident Müller gab sodann die Verleihung von Ehrenmeisterbriefen der Handwerkskammer an vier Altmeister aus Oberhessen, die 50 Jahre Meister sind, bekannt. Einem der Jubilare konnte er den Ehrenmeisterbrief überreichen; die drei anderen Vuvi- lare waren am Erscheinen verhindert. Weiterhin überreichte er den A.un gm e ist e aus der Provinz Oberhessen die Meisterbriefe. In einer kurzen Ansprache betonte " dabei, ß die jungen Meister allezeit in der deutschen Volks gerneinschaft zum Dienst am Volks ganzen ber^tf müßten. Der Besitz des Meisterbriefes gewahre nicht nur Rechte, sondern schließe auch Pfluh^n des Meisters ein. Nach einem kurzen H'^'S auf das hohe Gedankengut des Nationalsoziallsmus f^^ berte er die Meister. Zur Erziehung $ unb lichen Nachwuchses im Geiste des ü *) tontc EE&äk tten Ä?5tampf gefallenen Bruder, sowie Einer Einladung der Industrie- und Handelskammer Gießen hatte die Basaltindustrie Oberhessens am Freitag in den Saal des Arbeitgeberverbandes zu Gießen vollzählig Folge geleistet. Nach einleitenden Ausführungen des Pg. Dr. Pauly über die Notwendigkeit eines Zusaminen- gehens der oberhessischen Steinbruchfirmen hiell Pg. Bohne einen Vortrag über Arbeitsbeschaffung für die für Oberhessen lebenswichtige Steinindustrie, auch für den Winter und auf lange Sicht, sowie die Einschränkung der Maschinenarbeit zugunsten der Schotteranfertigung durch Handarbeit, wodurch zahlreiche weitere Erwerbslose Oberhessens in Arbeit und Brot gebracht werden können. Den von Pg. Bohne aufgestellten Richtlinien wurde zugestimmt und er einstimmig zum ehrenamtlichen Führer der Fachgruppe der oberhessischen Basaltindustrie gewählt. Pg. Bohne beruft seine Mitarbeiter und hat die Aufgabe, unverzüglich mit den in Frage kommenden Behörden und anderen Basalt-Abnehmerkreisen die Auftragsbeschaf- funq für den Winter zu behandeln und durchzuführen, auf lange Sicht, mit Einschränkung der Maschinenarbeit zu Gunsten der Handarbeit. Gleichzeitig wurde gefordert, daß die meist unwirtschaftlichen kommunalen Steinbruche, die in letzter Zeit auch in Oberhessen als unerhörte Preisschleu- derer zum Schaden des reellen Steinbruchgewerbes in Erscheinung traten, ihren Betrieb zu schließen mit starker Sympathie den Festzug begrüßten. Zum ersten Male hatte eine Festzugleitung bei dieser Gelegenheit auch einen sehr guten Gedanken in die Tat umgesetzt, indem sie den Festzug in der Lud- wigstraße aneinander vorbeiführte, fo daß die Zugteilnehmer wenigstens zum größten Teil auch etwas von den schönen Leistungen in dem tfeftjuge zu ehen bekamen. Diese Tat verdient Anerkennung und Nachahmung! Hinter der an der Spitze marschierenden SA ° Reserve eröffnete das Maurerhandwerk die Reihe der Handwerksgruppen. Auf dem Festwagen sah man die Maurer in eifriger Arbeit. Ihnen folgten die Zimmerleute in ihrer typischen Kleidung, deren Wagen fröhlichen Richtschmaus versinnbildlichte. Die Dachdeckerzunft zeigte auf ihrem Wagen in drastischen Beispielen das „Gute und „Bose , und erinnerte dabei an ein bekanntes Bild von Spitzweg, und zwar an den Dichter unter dem Regenschirm in seiner nässetriefenden Dachkammer. Im bekannten schwarzen Zylinder mit ßeiter “n Putzer traten die Schornsteinfeger auf Die Speng ier unb Installateure zeigten auf 'hrem Wagen oiele ihrer Erzeugnisse unb botumenherten damit die Mannigfaltigkeit ihres Gewerbes. Sehr stark waren bie Maler unb Weißbinder vertreten, die un weißen Kittel auftraten und mit bunten Pappschei- ben auf langen Stielen das Bild ungemein belebten. Die Schreiner zeigten den großen Hobel auf das Kunstfchlofferhandwerk noch mehr Gelegenheit zur Entfaltung hatte, als in der J^egenroart. Das Glaserhandwerk zeigte die vielen Möglichkeiten der gleHd)er”'traten mit vielen Mannen ?uf und führten einen kleinen Wagen mit, in Aw em Hammel stand. Das Gaftstättengewerbe stellte eine stattliche Anzahl Zugteilnehmer. Dem ^ostftatttngewerbe folgte eine Trachtengruppe aus der Kirchhainer Gegend, Mädchen mit buntbeftirften Rocken.m deren Glasperlen die Sonne blitzte. Das Backerhandwerk wußte sich mit seinem Wagen besondere Sympathien bei der Jugend zu erringen, denn es gelangten Tuten mit süßem Inhalt und Brezeln zur Verteilung, die sehr stark begehrt waren. Die Wagner führten aus । ihrem Festwagen sauber gearbeitete Rader mit sich. . Das Schuhmacherwandwerk hatte eine ganze Werk- - ftätte aufgebracht. Die Kürschner und Mützenmacher fehlten nicht. Die Schneider traten mit einem riesigen Bügeleisen, die Schneiderinnen mit einer großen Schere auf. Die Friseure hatten auf ihrem Festwagen viel Volk" und zeigten die Kunst des Perucken- machens in vielen historischen Stücken Die Schlosser hatten eine Werkstatte aufgebaut und zeigten am rauchenden Feuer harte Arbeit. Die Schmiede bearbeiteten mit melodischem Rhythmus einen Amboß. Die Buchbinder demonstrierten auf einem Wagen die Herstellung eines Buches; viele Papierstreifen, die nach dem Festzug das Pflaster bedeckten, zeugten von ihrer eifrigen Arbeit Die Buchdrucker erinnerten an Gutenberg und zeigten auf ihrem Festwagen den farbereibenden Greif. Uhrmacher und Optiker brachten sich auf originelle Weife in Empfehlung; die Sattler und Tapezierer stellten zwei luftige Wagen. Den Fuhrunternehmern war es nicht schwer gefallen, sechs- Wissens bisher nur einmal zu Sitzungen für eine Plastik zur Verfügung gestellt — sondern ihm diente, abgesehen von feinen persönlichen Eindrücken in Versammlungen, eine Serie von etwa 70 Photographien Hitlers als Vorlage. Da die Photographie im Allgemeinen und die Momentaufnahme im Besonderen meist nur ein unzulängliches Bild des Führers vermitteln kann, tauchte das für den Künstler naheliegende Problem der plastischen Formgebung auf. Nach sorgfältigem Studium und mehrfacher Umarbeitung des Tonmodells entstand die Büste in der hier abgebildeten Gestalt. Sie zeichnet sich, wie eine eingehende Betrachtung des Bronzegustes ergibt, und wie insbesondere von Männern bestätigt wurde, die den Kanzler näher kennen, vor allem durch eine bestechende Portrkltähnlichkeit aus. Herr Neichsstatthalter S p r e n g e r hat sich z. B. in diesem Sinne sehr lobend über die Büste ausgesprochen. Dem Künstler kam es bei dieser Arbeit nicht etwa auf eine billige Wirkung mit äußeren Mitteln, also etwa auf Ueberlebensgröfje des Kopses an, sondern auf die menschliche Haltung und auf die lebendige Ausstrahlung einer großen Persönlichkeit. Wer die aus einem gesunden Realismus heraus geschaffene Büste betrachtet, wird empfinden, daß die ursprüngliche Absicht ausgezeichnet verwirklicht worden ist. Das Material ist mit technischer Reife und Sicherheit behandelt. Das plastische Bildnis wahrt in einer strengen und klaren Linienführung den Ernst und die Würde nicht nur des Führers und Staatsmannes, sondern auch des Menschen Adolf Hitler, wie eine Freunde ihn kennen und das deutsche Volk ihn liebt Es wäre zu wünschen, daß das hier wieder- gegebene Original — die beiden ersten Güsse befinden sich in Darmstadt und in Berlin — in em?r Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würde. Eine große Photographie der Büste ist bereits während der Braunen Messe in der Bolkshalle zu sehen gewesen. Zusammengehen der oberhessischen Basaltindustrie. Eine Hitler-Büste von HellmuthMueller-Leutert Der Gießener Maler und Bildhauer Hellmuth M u e l l e r - L e u t e r t hat eine Porträt-Buste des Volkskanzlers Adolf Hitler geschaffen, von der wir hier eine Profilansicht nach links abbilden. Die Plastik ist in ihrer endgültigen Form vor etwa zwei Monaten fertig geworden. Der Künstler hat sich lange mit dem Projekt beschäftigt; die Vorstudien begannen bereits im Frühling dieses Jahres. M u e l l e r - L e u t e r t hat nicht nach dem lebenden Modell gearbeitet — der Kanzler hat sich unseres efeWEesEan.® wölkmwg. gtrq früher genanten diesen Derfamm- iwteil zu schenk« . zu besuchen. »tzSdolfhitler unser deutsches Loli rsinlen in einen Sb« e JßerfannnlungsnHlle ege zu dem deutschen ammlungen besuchen,. Kanne die ihm ge- len. Siefen Serfamm« 1 gigantischen Wille" 11 aus seinem Elend jführen, teilnahmslos men sind die, bie den bis zum 31. tymuai Heilung feiner Segner xeriammlungen den nalsozioliftische" reut« ms zu nehmen. ammlungen grohM' fltvbt und das vpiel r^Uen umrahmt. Si» T» 15. N-*’ nh bit SnfirengWti' zi, LntwuNung eslaliung unserer ^sammlMgssalrn Hillers. zur Schau. Das Fohrrad- und Nähmaschinengewerbe stellte eine interessante historische Gruppe und zeigte dabei das erste Fahrrad, ein Laufrad aus der Zeit des seligen Drais, ferner ein Fahrrad im vorgeschrittenen Stadium seiner Entwicklung, dann das Hochrad seligen Angedenkens und schließlich das moderne Rad mit den dicken Ballonreifen. Der gesamte Festzug zeigte in überzeugender Weise, daß das Handwerk in unserer Stadt ein ganz bedeutender wirtschaftlicher Faktor ist. Gleichzeitig bewies dieser Aufmarsch der Werktätigen, daß im Handwerk schöpferischer Geist lebendig ist. Man konnte auch den Eindruck gewinnen, daß es bas Handwerk ernst nimmt mit seinen fachmännischen Aufgaben und darum Anspruch auf entsprechende Beschäftigung und Bezahlung hat. Man- cher humorvolle Vers, auf weiße Leinwand gemalt, Die Werbewoche des deutschen Handwerks fand gestern In Gießen einen würdigen Auftakt. Die Straßen der Stadt zeigten schon seit Samstag nachmittag reichen Schmuck mit den nationalen Flaggen und vielfach auch, besonders an den Hausern vor- Handwerksmeistern, Girlanden aus dem Grün des Waldes. Prächtiges Herbftwetter mit hellem Sonnenschein trug sehr wesentlich zu dem schonen Verlauf des Tages bei. Der Festgottesdienst in der Volkshalle vereinigte am Vormittag von 9.30 Uhr ab eine „roße Menschenmenge. Die Volkshalle war nahezu völlig besetzt. Die SA.-Kapelle eröffnete den Fest- aottesbienft mit dem schönen Vorspiel „Preis und Anbetung fei unferm Gott". Anschließend fang der Frauenchor. Hierauf folgte der Gemeindegesang „Ein feste Burg ist unser Gott". Pfarrer Müller- ' Vsi-h einmo! trloej, btr f"‘ 1 M'U bie StbtnR :n-;i VeoAN r-'sW 0 Nit >" W- D;.n zirka. otf r Schaut die Wunderwelt eines Domes an: ooreinft lagen die Steine als Felsen im Gebirge, dann wurden sie herbeigehott, behauen, eingefugt —, und die Steinmaffen verwandelten sich in ein vielbewunder- tes Münster. Treue im kleinen ist auch eine Form von Frömmigkeit: Sie hebt das Einzelne und Belanglose empor in den Zusammenhang des Ganzen. Man kann ein Genie sein und dabei doch — ober vielmehr erst recht — treu im kleinen. Das beweist ein Blick auf Kant und Friedrich den Großen, Die Meister des Ordnungssinns im achtzehnten Jahr- hundert. Gott offenbart sich in mancherlei Formen; er offenbart sich auch in der Treue tm kleinen. Und wohl uns, wenn wir recht erfaßt haben, wie wertvoll für uns und unser Ergehen die Treue zu den Dingen und zu uns selbst ist. u- Anträge an die Winterhilfe in Gießen Anträge auf Unterstützung aus der Winterhilfe werden von morgen, Dienstag, 17. Oktober, ab in ber Alten Klinik, Liebigstraße, parterre rechts, ent- gegengenommen. Für die Annahme der Anträge ift folgende Einteilung vorgesehen: Dienstag ab 8.30 Uhr die Buchstaben A bis D, ab 14.30 bis 17 Uhr die Buchstaben E bis H; Mittwoch ab 8.30 Uhr die Buchstaben I bis P ab 14.30 bis 17 Uhr die Buchstaben R bis Z. Den Antrag auf Unterstützung kann jeder Hilfs- bedürftige deutsche Volksgenosse stellen, insbesondere die Wohlfahrtserwerbslosen, Zusatzrentenempf« end- lich beginnt nicht aus. Die „fröhliche Winzerin" und den schmucken Winzer in flembsärri-In .ht man anscheinend auf dem Kölner Karneval unb auf Berliner Wohttätigkeiisfcsien häufiger als zur Dein- § 8. beratendes Organ steht dem Rektor der Senat zur Seite. gang unb gäbe waren, unb die nur durch Menschen- traft bedient werden — die Kraftübertragung war ähnlich wie bei einem Göpel — heute nur noch in dem schönen, interessanten Weinmuseum in Trier. Fast überall wird die Traube jetzt, von ben kleinen Fcldwägelchen in die Kelter geschüttet, hydraulisch gepreßt, doch gibt es freilich zwischen den großartigen, maschinellen, mit allen wissenschaftlichen Er- rungenschasten der Neuzeit ausgerüsteten Kelterhäusern etwa ber staatlichen Domänen unb den kleinen, immer noch zum Teil mit Handbetrieb arbeitenden Kellern ber Winzer noch jeben Unterschied. In jedem Betrieb aber, sei er groß ober klein, gibt es ben kuriosen Gärkeller, in bem der junge Wein auf feinen Fässern sich nicht beruhigen will unb nicht feiten so rumort, daß man in diesen Kellern kein Wort verständlich miteinander sprechen kann, ohne laut zu schreien. Da während ber Gärung keine Luft an den Most kommen hart enbet bie kleine Rohre, durch bic man später bic Proben abzapft, nach oben in einem mit Wasser gefüllten Gesäß, bem Gär- spund. Die Kohlensäure, bie sich bei ber Gärung entwickelt, kann nur durch dieses Gefäß entweichen. So entsteht bas eigenartige glucksende Geräusch, das eigentlich eine ganz einfache Ursache hat, aber von jedem, ber einmal in einem Gärkeller ben jungen Most probiert unb babei bie beraufdjenbe Wirkung nicht nur bcs jungen Getränkes, sonbem auch des Duftes in diesen Kellern verspürt tot, aufs fröhlichste mit dem Rumoren des jungen Weines in feinen Gliedern in Verbindung gebracht wird. Und schließlich erleben wir denn auch noch ein richtiges Winzerfest und holen alles nach, was uns die Lese an erwarteter Romantik schuldig blieb. Doch war es eigentlich nicht schöner, das schweigsame, aber freundliche, unb in seiner stillen, einfachen Weife doch lebenslustige Moselvolk bei seiner schweren, mühsamen Arbeit zu sehen — eine Wirklichkeit statt eines bunten, falschen Klischees? Auch bie Winzerfeste linb, wie heute längst auch der RölnerÄame- Dal, nichts ganz Bodenständiges mehr. Sie Haden sich, man weiß nicht wie, im Lauf bes letzten Jahr- Hunderts, der die Landwirtschaft unb den Weinbau mehr unb mehr aller Romantik enttleibet unb in das gewerbliche Leben des ganzen Volkes einbezo- flen hat, verloren. Dafür haben sich in den letzten Lahren die Verkehrsvereine ihrer angenommen. Aber wenn man nun auch weiß, daß nicht mehr die Wmzerschast selbst, sondern jene es sind, die das Fest veranstalten und tragen, schlagen. Knapp mit 2:1 (1:1) gewannen die Saarbrücker Sportfreunde über die Neuenkirchener Borussen und ebenfalls knapp, mit 3:2 (0:1), kam Alemannia-Olympia Worms über den FK. Pirmasens zu ihren ersten Punkten. Fußball-Auswahlkamps im Gau XII. Einen interessanten Fußball-Auswahlkampf gibt es am 19. November in unserem Gau XII (Nord- Hessen). An diesem Tage sollen nämlich die besten Spieler aus den Mannschaften Hanau 93 unb Friebberg auf ber einen, unb die elf Besten aus Kassel und Fulda auf ber anderen Seite gegeneinander antreten. Süddeutscher Samstagsfußball.. Dier Fußballspiele wurden am Samstag in Süddeutschland ausgetragen. In der Gauliga Baden siegte der SB. Waldhof mit 4:0 (3:0) über den 1. FC. Pforzheim und in Württemberg gewann Union Bückingen über FC. Birkenfeld mit 4:1 (1:1). Ein sensationelles Privatspiel endete mit einem 3:l-(3:l-)<5iege des DfB. Stuttgart über ben SB. München 1860, währenb Worrnatia Worms im Jubiläumsspiel ben DfL. Neckarau 4:1 (2:1) schlug. Abturnen im Tv. Heuchelheim Der Turnverein Heuchelheim hielt in schlichter Weise sein diesjähriges Ab turn en ab. In Anbetracht, daß das ©aufrauenturnen in diesem Jahre hier stattfand, hatte man das Abturnen nur als reinen Wettkampf aufgezogen. Am Samstagabend fand ein Gepäckmarsch statt, der über Gleiberg, Krofdorf, Fellingshausen und Rodheim führte und recht gute Leistungen bei starker Beteiligung zeitigte. An dem Wettkampf am Sonntagmorgen, der trotz anfänglichem Regen bei günstigem Wetter in der Turnhalle und auf dem Sportplätze sich sehr flott abwickelte, beteiligten sich 48 Turnerinnen unb 47 Turner. Die gezeigten sehr guten Leistungen zeugten von einer mit Gewissenhaftigkeit unb Liebe ausgeführten Kleinarbeit innerhalb des Dereins- betriebes. Am Nachmittag fand in ber Turnhalle bie Siegerehrung statt. Die Ergebnisse. In der Jugend, Oberstufe (Zehnkampf), errang den 1 Sieg mit 166 Punkten Karl Rinn, den 2. mit 164 Punkten Albert Kreiling, den 3. mit 142 Artur Weber. Jugend, Unter st u f e (Siebenkampf): 1. Sieg mit 101 Punkten Albert Gilbert, den 2. mit 1K) Punkten Ludwig Weber, den 3. mit 86 Punkten Erwin Neidcl. Schüler, Oberstufe (Fünfkampf): Den 1. Sieg mit 73 Punkten Erich Rinn, den 2. mit 70 Punkten Werner Keil, den 3. mit 69 Punkten Walter Rinn. Schüler, Mittelstufe (Bierkampf): den 1. Sieg mit 51 PunktenAdolf Rinn, ben 2 mit 50 Punkten Richard Krieger, ben 3. mit 49 Punkten Walter Kreiling. Schüler, Unterstufe (Dreikampf): ben 1. Sieg mit 39 Punkten Otto Rinn, den 2. mit 34 Punkten Werner Schmidt, ben 3. mit 32 Punkten Gert Herzberger und Werner Krelling. Turnerinnen - Jugend, Unterstufe (Achtkampf): den 1. Sieg mit 130 Punkten Anna Sack, den 2. mit 124 Punkten Gretel Krelling, den 3. mit 118 Punkten Marie Hofmann. Schule- rinnen, Oberstufe (Achtkampf): den 1. Sieg mit 140 Punkten Irmgard Neidet, den 2. mit 134 Punkten Erna Sack, den 3. mit 133 Punkten Emmie Reinstäbtler. Schülerinnen, Mittel- stufe (Dierkampf): den 1. Sieg mit 53 Punkten Erna Hahn, den 2. mit 51 Punkten Gerda Volk- mann, ben 3. mit 44 Punkten Erna Hofmann. Schülerinnen, Unterstufe (Dreikampf): den 1. Sieg mit 38 Punkten hübe Jung unb Martha Hofmann, ben 2. mit 37 Punkten Ella Römer und Hildegard Kröck, den 3. mit 36 Punk- ten Anni Rinn. Bei einem Dierkampf der aktiven Turner errang Willi Miebach mit 62'/, Punkten ben ersten, Franz Müller mit 55'/, den zweiten unb Artur Krelling mit 47V* Punkten ben britten Sieg. Riethdorf schlägt Mehner. und wirb beulscher Banlamgewichls-Meister. Irn Sorbergrunb ber Berufsborkämpfe im Berliner Spichernring ftanb am Freitagabend die Begegnung zwischen dem Berliner Werner Riethdorf und Willi Metzner (Köln) um die Deutsche Meisterschaft im Bantamgewichtsboxen. Dor einem gut befetten Haus gab es einen aufregenden Kampf, der nach acht Runden mit einem technischen ko.-Siege des Berliners endete. Schon von Beginn an machte Metzner einen ziemlich schwerfälligen Eindruck, während sein Gegner genau das Gegenteil war unb durch stürmische Angriffe bauernb in Front lag. Als Metzner in ber britten Runde ein Auge ge- schlossen war, wurde der Kampf geradezu einseitig. Riethdorf trieb ben Kölner liteloerteibiger vor sich her unb zermürbte ihn so sehr, daß sich ber Ringrichter genötigt sah, das Treffen in der achten Runde zu Gunsten Riethborfs abzubrechen. Der neue Meister erntete zum Schluß den verdienten starken Beifall. Oie Einigung im Krastfahrsport marschiert. Der Zusammenschluß aller Kraftsahrerverbände Deutschlands in dem neuen Einheitsverband „Der Deutsche Automobil-Club" dürfte bald vollzogen sein. Um ihren Mitgliedern ben Uebertritt zu er- möglichen, beschloß bie ßanbesgruppe Ber- lin-Branbenburg im Deutschen Tou - ring-Club ihre Auflösung. Diesem Beispiel wird demnächst ber Mitteleuropäische Motor- waaen-Berein folgen unb seine Mitglieber zum DDÄC. unb NSKK. überleiten. Rekordq rote 8129:10. Die in Deutschland bisher noch nicht erreichte Rekordquote von 8129:10 ergab sich am Freitag bei den Trabrennen in Mariendorf durch ben Ueberraschungssieg bes Lehrlings Werner im Pia- tanen-Pr^is. Kurze Sportnotizen. 40 000 Zuschauer wohnten am Samstag bem Fußball-Länderkampf zwischen England unb Irland bei, der zur internationalen Meisterschaft bes Insel- reiches zählt. Englanbs Elf war in großartiger Form unb gewann sicher mit 3:0 (1:0). Brook (Manchester), Grosvenor (Birmingham) unb Bowers (Derby County) schossen bie drei Treffer. Nur Irlands ausgezeichnete Hintermannschaft verhinderte weitere Treffer. Zehn Speerwerfer über 60 Meter besitzt die deutsche Leichtathletik in diesem Jahre. Es sind -dies neben bem Rekordmann ffleimann (Leipzig) und Stöck (Charlottenburg), Stein- groß (Oppeln), Großpitz (Emmerich), Sto - s ch e k (Ratibor), Kuhlmann (Karlsruhe), B ö - der (Berlin), Sievert (Hamburg), Gerdes (Hamburg) unb Keipke (Elbing). Schiedsrichter des Fußballkampfes Deutsch- land — Belgien am 22. Oktober in Duisburg wird der bekannte Schwede Otto Olsen fein. Die Große Pardubitzer Steeple- chase wurde wie im Vorjahre von dem ostpreußi- schen Halbblüter Remus gewonnen. Der henast befindet sich augenblicklich in österreichischem Besitz. Erwartungsgemäß holte sich I. D. Delius’ Wolkenflug den mit 7000 Mark ausqeftatte- ten Grunwalder Winterpreis vor Ausflucht und Tantris. W. Printen holte mit dem Sieger zwei Längen gegen die beiden anderen Pferde heraus. Zur Eröffnung ber Kölner Winterbahn hatten sich 2500 Zuschauer eingefunben. Im 6tunbenmannfd)aftsrennen der Amateure fieaten Merkens-Ungethüm mit 24 Punkten (44,830 Kilometer) vor Wenning-Tertilte unb Göttmann-Bär (Frankfurt). Die italienischen Ringer von Spor- tiva Bologna mußten am Samstag in Lub- wigshafen eine weitere Nieberlage einfterfen. Diesmal wurden sie von einer aus „Siegfried" unb „Eiche" Friesenheim kombinierten Mannschaft knapp mit 10 : 9 Punkten besiegt. Oberheffen. Gemeinderat in Grünberg. '+ Grünberg, 14. Oft. In ber jüngsten G e • meinberatssitzung wurde als Dollziehungs- beamtet für bie Stabt ©emeinberatsmitglieb Karl Thorn angenommen. Irn ganzen hatten neun Be- roerbunaen Vorgelegen. Die Stadt übernimmt bie Bürgschaft für ein S ch u l b s ch e i n S a r - leben bes Turnvereins in höhe von 7000 Mark, bas berfelbe für ben Umbau feiner Turnhalle aufnimmt. Zur Sicherung ber Stadt wirb eine ®runbfd)ulbforberung auf das Grundstück und die Halle des Vereins gerichtlich eingetragen. Eine Erhöhung ber ftäbtifchen Miete in höhe von 500 Mark für bas Turnen ber Schüler soll nicht er- folgcn,_ außerbem soll bie Halle jährlich einmal ber für eine Veranstaltung unentgeltlich überlassen werden. Die Um Pflasterung ber Markt- 9 Q ' *e • 3U der zwei Unternehmer ein Gesuch wegen Lieferung ber Pflastersteine eingereicht haben, soll erst im nächsten Jahre im Wege von Notstanbs- arbeiten vorgenommen werden. Weiter teilte ber e-UrgCrnu'Jter mit, daß biefer Tage eine neue Kinderschulschwester ihr Amt angetreten hat, nach- dem bie seitherige Schwester in ben Ruhestanb getreten i ft. Die Stabt tritt bem Umschuldungsver- banb bet: von Bedeutung ist hierbei, bah badurch eine Zinsherabsetzung für die Gemeindeschulben er- reicht wird. Die B ü r g e r st e u e r soll für 1934 in Hohe von 500 Prozent erhoben werden. Es ist dies der gleiche Satz, ber schon bieses Jahr zur Er- Hebung kam. Landkreis (ließen. ♦ Klein-Linben, 14.0h. Dieser Tage hielt Pg. Dr. Müller im Saale bes Gasthauses „Zur beutschen Eiche" einen Vortrag über Luft- unb Gasschutz. Einleitenb Aeigte ber Rebner an Hank» von Lichtbilbern, wie außerordentlich stark bie Lust- waffen ber um Deutfchlanb liegenben Länder aus- gebaut unb wie groß bie Gefahren find, bie uns von allen Seiten bei Luftangriffen brohen. Zellen- wart Dr. Crößmann bankte bem Rebner für seine Ausführungen unb wies barauf hin, wie unendlich wichtig bie Aufklärung auf bem Gebiete bes Luft- unb Gasschutzes für unser Volk unb Baterlanb ist. Anschließend sprach Dr. Crößmann noch über bas Winterhilfswerk des deutschen Volkes, ferner über bie Bebeutung ber Erziehung in ben nationalen Juaenboerbänben, über die Stellung zur Warenhausfrage, bie Flaggenfrage unb bie Reichshandwerkswoche. Mit „Siegheil!" auf unseren obersten Führer, Dolkskanzler Adolf Hitler, unb bem gemeinsam gelungenen Horst-Wessel-Lieb fanb bie Versammlung ihr Enbe. Beginn der Arbeiten für die Autobahn bei Darmstadt. D a r m ft a b t, 13. Oh. (WSN.) Mit Wochenbeginn wurden nördlich ber Straße Darmstadt-Griesheim die Arbeiten zum Bau der Autobahn in Angriff genommen. Wo die Autobahn bie ßanbftrafje schneidet, fällen die Holzmacher die Bäume, unb bie ersten Erdarbeiten werden ausgeführt. Während ber Bau.;eit ber Unterführung wirb bie elektrische Straßenbahn unb bte Provinzialstraße von der Waldkolonie bis zur Wiesenschnetse durch ben Wald geführt unb ein befestigter Fahrweg für Fuhrwerke und Autos heraestellt. Sobald die Um- leitungsroege fertiggestellt sind, wird mit dem Bau der Unterführung begonnen. Die Provinzialstraße wird bis zu 2 Meter ansteigend an dieser Stelle höhergelegt. Spielplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Montag, 16.Oktober, von 19.30 bis gegen 23 Uhr: Arabella. — Dienstag, 17., von 19.30 bis nach 22.30: Der Bogelhändler. — Mittwoch, 18., von 20 bis gegen 23: Don Juan. — Donnerstag. 19., von 18.30 bis nach 23.30: Festvorstel- lung anläßlich ber Reichshandwerkerwoche: Die Mei- terfinger von Nürnberg. — Freitag,. 20., von 20 bis fegen 22.30: Rigoletto. — Samstag, 21., von 19.30 l’is gegen 23: Arabella. — Sonntag, 22., von 15 bis 18: Der Graf von Luxemburg; von 19.30 bis nach 22.30: Der Vogelhändler. Sch auspielhaus. Montag, 16. Oktober, von 20 bis 22.15 Uhr: Krach um Jolanthe. — Dienstag, 17., von 20 bis gegen 22: Konjunktur. — Mittwoch, 18., von 20 bis nach 22.30: Die Räuber. — Donnerstag, 19., von 20 bis gegen 22: Konjunktur. — Freitag, 20., von 20 bis 22.15: Krach um Jolanthe^— Samstag, 21., ooh 20 bis nach 22.30: Die Räuber.— Sonntag, 22., von 20 bis gegen 23: Festaufführungr hundert läge. Von Benito Mussolini und ©io- oacchino. Forzano. Sp. Salzmann. Berliner Frühbörse. Berlin, 16. Oft. (WTB.-Funkspruch.) Der erst» Frühverkehr ber neuen Woche ftanb naturgemäß vollkommen im Zeichen ber jüngsten politischen Ereignisse. Die Tenbenz war abroartenb, nach ber großen Rebe bes Kanzlers aber wieder b e • r u h i g t e r. Die Schwäche ber deutschen Bonbs in Neuyork bürste sich kaum auswirken, boch waren zuverlässige Kurse vorläufig noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt errechnen sich über bie Schweiz Pftmbe — Paris mit 81,25 unb Kabel mit 4,5625. <7^ IA 13 LETTE N bei ien। . tsne* t,. ut^ F *oP^e OeXe^usUe^a In allen Apotheken erhältlich zum Preise von RM. 0.93 u. 1.88. 00 noch Rm. 6172 D Ziehung 1. Klasse: 20. und 21. Oktober Buchacker,Neuen Bäuell Flimm. Walltorstrabe 63 Legler, Hlndenburgwall 5 Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie kostet heute nur Zerlegbare Kartoffelgeflelle D.R.G.M. für 3 unb 6 Zentner emvsieblt billigst unA Ldaar Sorrmann, Sisenhansluna KYW4AUS« TKHNIKUM — ' --rr—äTIjZ Amtsverkündigungen aus den oberhesfischen Kreisen. Kreis AlSseld. Beobachtungen der letzten Zeit veran- lasten bas Urei samt Alsfeld, bie gesamte radfahrende Bevölkerung auf nachstehende Bestimmungen hinzuweisen und darauf aufmerksam zu machen, baß bie Gendar- meriedeamten angewiesen sind, rücksichtslos gegen Übertretungen einzuschreuen. Die -Sicherheit auf den Straßen erfordert ftrenafte Einhaltung der Bestimmungen: 1. Während der Dunkelheit ober bei starkem Nebel muß jebes Fahrrab mit einer hellbrennenben Laterne versehen sein. (§ 20, Ziffer 3, ber Straßenverkehrsordnung vorn 15. Juni 1927.) 2. Bei Dunkelheit ober starkem Nebel muß jebes Fahrrab mit einem Hinteren Leuchtzeichen von gelb-roter Farbe versehen fein. (§ 2 ber Verordnung über bie Hinteren Leuchtzeichen ber Fahr- räber vom 27. April 1929.) Die Verkehrssicherheit auf ben Straßen erfordert gewistenhasteste Einhaltung der befi henben Vorschriften. Die Fuhrwerks- bef’Hcr werden deshalb erneut auf die Ver- Pachtung hingewiesen, während der Dun- kelheit ober bei starkem Nebel ihre Fuhrwerke mit einer hellbrennenben Laterne zu versehen. (§ 4 ber Straßenverkehrs- orbnung vom 15. Juni 1927.) Die Beleuchtungspflicht trifft alle Fuhr- werke. Für Wirtfchaftsfuhren gibt es keine Ausnahmen. Kreis Schotten. Folgende Zwangsinnungen würben im Kreise Schotten errichtet. Mit Wirkung vom 1. September 1933: Zwangsinnung für das: Schmiedehand- roerl; Metzgerhanbwerk; Zimmerhand» werk. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1933: Schneider- und Schneiberinnenhandwerk, Maler- unb Weißdinberdanbwerk: Friseurhandwerk, Schusterhandwerk, Wagner» Handwerk. Der jeweilige Sitz ber Zwangsinnunge» befinbet sich in Schotten. Von bem genannten Zeitpunkt ab gehören alle in ve» tracht fommenben Hanbwerker ber betr. obengenannten Zwangsinnung an. 6392C