Nr. 217 Erster Blaff 185. Jahrgang Samstag, 16. September 1953 (Er|d)etni täglich, autzo Sonntage und Feiertag» Beilagen; Die Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, monats=Bejng$prets: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. • --25 Auch bei Nichterscheinen Don einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlösse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. poftscheckfonto: Krontiuri am ülain 11686. MetzenerAnzeigei General-Anzeiger für Oberheffen Drtid und Verlag: vrühl'sche UniverstlSlr-vuch' und Stetndruckerei R. Lange in Stehen. Schristlettung und Seschästrstelle: 8chulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höbe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig.- für Re» hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20*, mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i-D.TH.KÜmmel sämtlich in Dietzen. Pariser Vorspiel. Die große Sommerpause ist nun auch in der Außenpolitik vorbei. Am 22. September tritt der Völkerbundsrat in Genf zusammen, drei Tage später auch die Völkerbundsversammlung. Das Reichskabinett hat in feiner letzten Sitzung bereits über die Zusammensetzung der deutschen Delegation für Gens Beschlüsse gefaßt. Wie zu erwarten war, wird der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath die Führung der Delegation übernehmen und sich von mehreren Herren feines Reff orts begleiten lassen, denen das Genfer Pflaster kein ungewohnter Boden ist. Eine Ueber- raschung hingegen ist die Nachricht, daß auch der Reichspropagandaminister Dr. Goebbels Mitglied der deutschen Delegation sein wird. Wir be« iirüfjen diesen Entschluß des Reichskanzlers, einen einer hervorragendsten und ihm persönlich nahe- tehenden Mitarbeiter als Kämpfer für Ehre und Wahrheit in die Genfer Arena zu entsenden, wo eine Atmosphäre von Mißgunst, Verleumdung, Skepsis und Uebelroollen die Vertreter des neuen nationalsozialistischen Deutschland erwartet. Herrn Dr. Goebbels erwartet hier also eine schwierige und delikate Aufgabe, aber wir haben das Zutrauen zu ihm, daß es feiner ungewöhnlichen Kunst der Menschenbehandlung gelingen wird, die Nebel- fchwaden verleumderischer Propaganda zu durchstoßen, Die gewissen Mächten äußerst gelegen kommen, um das neue Deutschland in eine Isolierung zu bringen, die den eigenen Plänen förderlich sein müßte. Wichtiger als die Dölkerbundstagung ist der ziemlich gleichzeitig anberaumte Zusammentritt von Büro und Präsidium der A b r ü ft u n g s t o n f e • r e n 3. Um das Vorgelände für diesen für bas Schicksal des Abrüstungsgedankens überhaupt vielleicht entscheidenden Konferenzabschnitt zu sondieren, hat die französische Diplomatie wiederum eine der berüchtigten Vorbesprechungen der Mächte eingefädelt, von denen sich Frankreich am ehesten eine Unterstützung der eigenen Pläne verspricht. So wird am Montag der englische Abrüstungssachver- ständige, Unterstaatssekretär Eden in Paris erwartet und wenig später gedenkt auch Amerikas Sonderbotschafter Norman Davis dort feinen Besuch zu machen. Die beiden haben in London bereits untereinander und mit dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz Henderson Fühlung genommen, zweifellos bereits in voller Kenntnis der Vorschläge, die man ihnen in Paris unterbreiten will. Sie werden sich vermutlich auch über ihre Haltung verständigt haben. Wenn sie trotzdem Wert Darauf legen, nicht gemeinsam in Paris zu erscheinen, so soll wohl der Einbruck vermieden. werden, als ob nun schon unter Frankreichs Aegide eine Einheitsfront gegen das nicht hinzugezogene Deutschland zustande gekommen sei und man es in Genf von vornherein vor einen fertigen Beschluß der drei Westmächte stellen wolle. Der französischen Politik liegt natürlich alles daran, den Anschein zu er- wecken, als ob Frankreich und die Angelsachsen sich schon einig seien, als ob Italiens Standpunkt auch kaum abweiche und Deutschland nichts übrig bleibe, als zu allem ja und Amen zu sagen, was man ihm in Genf gleichsam ultimativ präsentieren werde. Indessen diese plumpen Einschüchterungsver- suche werden trotz der geschickten Regie der Pariser Presse Deutschland keinesfalls irre machen. Denn es ist ja noch längst nicht fo, daß über das Vorgehen in Genf zwischen den drei Westmächten bereits die Einigkeit bestehe, die die Pariser Presse geschäftig oorzutäuschen sucht. Weder Amerika noch England haben sich — von Italien ganz zu schwei- gen — irgendwie festgelegt. Gewiß darf die Gefahr nicht verschwiegen wer- den, daß namentlich in England in letzter Zeit Strömungen wieder Oberwasser zu bekommen drohen, die den eigenen Kahn hemmungslos in das französische Fahrwasser zu treiben suchen. So sind weder der Staatssekretär des Auswärtigen Sir John Simon noch die Konservativen Churchill und Chamberlain Freunde des neuen, zu einem starken Nationalbewußtsein zurückgefundenen Deutschland, wie sie ja auch vor dem 30. Januar schon nichts unterlassen haben, was der deutschen Politik Schwierigkeiten machen konnte. Man spricht davon, daß Simons Stellung im Kabinett Macdonald erschüttert sein soll und nennt bereits Eden als seinen Nachfolger. An der betont kühlen Einstellung des amtlichen England uns gegenüber würde sich durch diesen Personenwechsel vermutlich nichts ändern. Man ist in Downingstreet leider immer noch allzu bereit, um allen Schwierigkeiten in Europa aus dem Wege zu gehen und den Rücken für die großen überseeischen Probleme frei zu haben. Die Das britische Imperium als Ganzes berühren, die Hegemonie Frankreichs auf dem Kontinent zu stützen, in Der ebenso leichtfertigen wie kurzsichtigen Annahme, Die gepanzerte Faust Des französischen Gendarmen werde schon jeben aufkommenden Funken im Unruheherd Mitteleuropa zum schnellen Ersticken bringen, damit nicht das kunstvolle, allen natürlichen Lebensgesetzen Der Völker hohnsprechenDe Gebäude von Versailles ins Wanken gerate. Aber eine Politik, die vor Den brennenden Problemen Mitteleuropas geflissentlich Die Augen verschließt unD bestenfalls mit lächerlich winzigen Behelfsmitteln eine trügerische Ruhe zu schaffen sucht, ohne zu wagen, auch nur eine Der großen Fragen, Die Versailles in Mitteleuropa offen gelassen hat, ehrlich unD entschlossen anzupacken, eine solche Politik, wie sie England betrieben.hat, seitdem es durch Deutschlands Entwaffnung feinen Festlandsdegen gegen die stärkste Kontinentalmacht zerbrochen sah, muß früher oder später an ihrer eigenen Ideenlosigkeit scheitern, lobald das nationale Erwachen Der Völker Mitteleuropas ihnen Kraft und Einsicht gibt, gemeinsame Probleme gemeinsam zu lösen und Damit Den un- Deutschland will einen aufbauenden Frieden im Innern wie nach außen. Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath vor der ausländischen presse —Oeuischland fordert Sicherheit und Gleichberechtigung zur Wahrung feiner Unabhängigkeit und denkt nicht an kriegerische Verwicklungen. — Keine Einmischung in Oesterreich, aber freie Bahn der natürlichen Entwicklung.—Das neue Deutschland zu aufrichtiger Zusammenarbeit bereit. Berlin, 15. Sdpt. (WTB.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath empfang heute abend die Vertreter der ausländischen Presse in Berlin zu einem geselligen Beisammensein im Hotel Kaiserhof, an dem auch der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, teilnahm. Der Reichsminister des Aeußern machte in einer Ansprache Ausführungen über d i e außenpolitische Lage, denen seine Gäste mit größter Aufmerksamkeit folgten. Der Minister erklärte, daß man hinsichtlich der großen internationalen Probleme nichts anderes als eine nahezu vollständige Stagnation feststellen könne, weil der Gei st des Systems von Versailles auch heute noch weitgehend die Politik beherrscht. Das Ausland, fuhr Der Minister fort, muß endlich begreifen, daß das deutsche Volk das Recht hat, sich gegen diesen Geist von Versailles mit allen Kräften zur Wehr zu setzen. Der Reichskanzler hat in seiner großen Reichstagsrede vom 17. Mai bargelegt, in welchem Sinne, mit welchen Methoden und mit welchen Zielen wir diesen Kampf führen wollen. Seine Darlegungen bleiben für die deutsche Außenpolitik maßgebend. Ich kann nur mit Bedauern feststellen, daß es an vielen Stellen des Auslandes bis heute an der richtigen Würdigung der Richtlinien unserer Außenpolitik fehlt, deren Kernpunkt es ist, daß Deutschland den Frieden und nicht Den Krieg, einen aufbauendenFriedenim Innern und nach außen will. (Eine Entspannung kann nur herbeigeführt werden durch Maßnahmen, Die wirklich an Die großen außenpolitischen Probleme Herangehen und ihre Behandlung entscheidend fördern. Dieser Erkenntnis entsprang die weitblickende staatsmännische Initiative des italienischen Regierungschefs, die nach schwierigen Verhandlungen schließlich zur Unterzeichnung des Bier- mächtepaktes geführt hat. Deutschland hat Den Pakt unterzeichnet, um seinerseits kein Mittel unversucht zu lassen, Das zur Anbahnung einer fruchtbaren Periode der Entwickelung beitragen könnte. Dabei scheint mir Das eine selbstverständlich zu sein: Das Ziel des Paktes kann nicht die N i ederha11ung des einen Partners durch die anderen, sondern nur d i e Verständi« g u n g zwischen gleichberechtigten Partnern fein. Ich bin überzeugt, daß bei gutem Willen eine Verständigung der vier Mächte über alle großen politischen Fragen, die heute Europa beunruhigen, durchaus möglich ist, und daß eine Zusammenarbeit Der vier Mächte auch für Die anDeren Länder nur von Vorteil sein kann. Aeußerst skeptisch muß in dieser Hinsicht allerdings der Stand der Abrüstungsfrage stimmen. Nach gewissen Anzeichen zu schließen, scheint die Bereitschaft der hochgerüsteten Staaten zur Erfüllung ihrer Abrüstungsverpflichtung heute geringer denn je zu fein. Es ist für uns nichts Neues, daß man versucht, diese Haltung mit der Behauptung deutschen Aufrüstungswiltens zu rechtfertigen. weine Damen und Herren, ich sage mit dem vollen Bewußtsein der Tragweite meiner Worte, daß das nichts anderes ist als eine bewußte Verschleierung der Tatsache, daß Deutschlands Ziel lediglich die Beseitigung des heutigen Zustan- des einseitiger Wehrlosigkeit ist. Die hochgerüsteten Staaten rüsten weiter, und statt von ihrer Abrüstung sprechen sie von ihrer Sicherheit, wer ist Denn bedroht? Nicht Die anderen Länder, sondern Deutschland. Nur im Auslande spricht man vom Kriege. In Deutschland denkt niemand an kriegerische Verwicklungen. Deutschland verlangt Sicherheit und Gleichberechtigung; es wünscht nichts anderes als feine Unabhängigkeit bewahren und feine Grenzen schützen zu können. Das ganze deutsche Volk weih, nicht zuletzt aus den Erfahrungen der Nachkriegszeit, daß der Krieg auch dem Sieger feinen wahren Nutzen, keinen bleibenden Vorteil bringt Ist es fair. Demgegenüber mit der Behauptung zu operieren, daß die neue deutsche Regierung zwar zunächst wohl alle äußeren Verwicklungen zu vermeiden wünsche, daß es Ihr aber nur Darauf ankomme, Deutschland in einer ersten Ruheperlode stark genug zu machen, um dann zu offener Gewaltpolitik übergehen zu können? Das sind bloße Gedankenfpielereien, die In den wirklichen Tatsachen nicht die geringste Stühe Schätzung der deutschen Getreideernte zu Anfang September 1933. Berlin, 15. Sept. (WTB.) Nach den Meldungen der 7000 amtlichen Ernteberichterstatter über das Ergebnis der diesjährigen Getreideernte nach Dem Stande von Anfang September ist weiterhin mit einem recht guten Gesamtertrag zu rechnen. Auf Grund der vorliegenden Meldungen ergeben sich nach Den Feststellungen Des Statistischen Reichsamtes im Reichs- Durchschnitt (gegenüber Den Schätzungen zu Anfang August D.I.) nunmehr folgende Erträge je Hektar: Winterroggen 19,4 (18,7) Doppelzentner; Sommerroggen 14,9 (14,1); Winterweizen 23,9 (22,7); Sommerweizen 23,2 (22,1); Spelz (14,7) (13,4); Wintergerste 25,9 (25,3); Sommergerste 20,7 (20,0); Hafer 21,6 (20,7) Doppelzentner. Im einzelnen würde die Weizenernte (einschließlich Spelz) in diesem Jahre voraussichtlich um 530 000 Tonnen und Die Roggenernte um rund 385 000 Tonnen großer fein, als sie im Vorjahre war. Die vorliegende Schätzung über das Ergebnis der diesjährigen Getreideernte nach dem Stande von Anfang September kann nicht überraschen. Sie bestätigt erneut die schon auf Grund früherer Ernte- vorschätzungen verzeichnete Tatsache, daß der Bedarf des deutschen Volkes an Getreide in diesem Jahre erstmalig in vollem Umfange aus deutscher Erzeugung gedeckt werden kann. Für die Landwirtschaft ist nach wie vor keinerlei Grund zur Beunruhigung über die weitere Entwicklung der ©etreibepreife gegeben. Die Reichsregierung hat in ihrer letzten Kabinettssitzung am 12. September einen so umfassenden Preisschutz beschlossen, daß der Bauer die Gewähr hat, angemessene Preise für fein Getreide zu erhalten. Das Kabinett war sich darüber einig, daß der deutschen Landwirtschaft unbedingt ein auskömmlicher fe ft er Preis für Getreide zugebi11igt wer- den muß. Auf diese Weise wird jede Spekulation in Getreide unterbunden und verhindert, daß wie in früheren Jahren der Land- wirt unter Verkaufsdruck gesetzt wird. Im Rahmen des ständischen Ausbaues, wie er jetzt von dem Reichsminister Darrö durchgeführt ist, werden die organisatorischen Maßnahmen getroffen, die den beschlossenen Preisschutz sichern und auf dem Gebiete der Getreidewirtschaft geordnete Verhältnisse schaffen. Im vorigen Jahre standen für den Getreide» bedarf insgesamt 25,5 Millionen Tonnen Getreide zur Verfügung, und zwar 23,3 Millionen Tonnen aus eigener Erzeugung, 1,2 Millionen Tonnen aus zusätzlicher Einfuhr, 0,2 Mil- Honen Tonnen aus Beständen, die Im Besitz des Reiches waren, und 0,8 Millionen Tonnen, wie durch neuere Ermittlungen bestätigt wird, aus Der Einfuhr von Getreides rf atz (Oelkuchen). Von Dieser Menge sind unverbraucht 450 000 Tonnen als nationale Reserve in Das neue Erntejahr übernommen worden. In diesem Jahre ist die zusätzliche Einfuhr von Getreide und von Getreideerfatz durch die Maßnahmen der nationalen Regierung unmöglich gemacht worden. Infolgedessen stehen in diesem Jahre nur 25,15 Millionen Tonnen zur Verfügung, und zwar 24,7 Trillionen Tonnen aus eigener Ernte und 0,45 Millionen Tonnen aus Der vom Vorjahre übernommenen nationalen Reserve. Das sind nur 100000 Tonnen mehr, als im Vorjahre verbraucht wurde. In diesem Jahre wird aber der Verbrauch an Brotgetreide, vor allem an Weizen, infolge der Verminderung der Arbeitslosigkeit zweifellos so steigen, daß mindestens mit einem Mehrverbrauch an Weizen von etwa 100 000 bis 200 000 Tonnen gerechnet werden kann. Eine Betrachtung des Ernteergebnisses für Die einzelnen GetreiDearten ergibt allerdings, daß die Anbau- Verhältnisse nicht vollkommen in Ordnung sind. Dazu wird in Kürze von zuständiger Seite Stellung genommen werden. natürlichen Ring zu sprengen, den Der blinDe Eigennutz der Sieger mit den Pariser Borortsoerträgen um sie gelegt hat. __ Auch gegenüber dem Abrüstungsproblem wird England sobald nicht von seiner Linie abgehen, sich durch billige Zugeständnisse in den Landrüstungen Frankreichs Unterstützung in den maritimen fragen zu erkaufen ober wenigstens durch die Ablenkung Der französischen Politik auf Die europäischen Schwierigkeiten in Ueberfee einen zu Zeiten recht unangenehmen Rivalen auszuschalten. So wäre es zweifellos eine Illusion, wenn wir jetzt in Paris und Genf eine starke eigene Politik Englands erwarten wollten. Frankreich hat, um nicht Farbe bekennen zu müssen, daß es an keine materielle Abrüstung denkt, die Rüstungskontrolle in den Vordergrund geschoben, in der stillen Hoffnung, daß sich über dieser Frage die Gemüter bis zum Sieden erhitzen werden und daß es dann nicht schwer fallen dürfte, Deutschland, das zäh und erbittert um die praktische Durchführung der ihm theoretisch längst feierlich zuerkannten Gleichberechtigung kämpft, zum Sündenbock für das Scheitern der Abrüstungskonferenz zu machen, worauf schließlich Frankreich frischen Mutes neue Kanonen, Tanks und Bombenflugzeuge bauen, neue Kriegsschiffe auf Kiel legen und neue strategische Bahnen bis ins Innerste Afrikas führen würde. Um dieses Ziel der wirksamen und gründlichen Sabotage jeder tatsächlichen Abrüstung willen verlangen die Franzosen also neuerdings, nachdem man ihren immer wieder variierten Sicherheitswünschen bis zur Grenze des Lächerlichen entgegengekvmmen ist, eine Rüstungskontrolle, Die vor Dem Inkrafttreten einer 2lbrüftungsfonoention, ja vor Der enDgüIti- gen Entscheidung über ihre Form und ihr Ausmaß sich einer im Rahmen Der Abrüstungskonvention einer für alle Staaten gleichmäßigen Kontrolle jederzeit zu unterziehen. So lehnen auch die Eng- länber anscheinend Die von Frankreich geforberte „Probezeit" ab unb wollen vielmehr bie sofortige Inkraftsetzung bes Macbonalbplans. Sie wünschen auch, baß Frankreich Zugeständnisse in Der materiellen Abrüstung mache, wenn bie Kontrolle in Gang gesetzt werbe, für bie sie auch in Der Methode von ben Franzosen abweichenbe Pläne haben. So sind also, wenn man aus Den Mitteilungen Der beiderseitigen Presse schließen Darf, Die Gegensätze in Der Auffassung nicht eben gering. Die in Den Pariser Vorbesprechungen nach Wunsch der Franzosen einander angenähert werben sollen. Wie weit Dies gelingen wirb, wird vermutlich sehr wesentlich von der Haltung des amerikanischen Delegierten abhän- gen. Norman Davis zählen die Franzosen wohl nicht ganz ohne Grund zu dem Kreis ihrer engeren Freunde. Möglich, ja wahrscheinlich, baß er sein Votum zugunsten ber französischen Pläne in bie Waagschale werfen wirb. So bürfen wir uns über den bitteren Ernst des Kampfes keiner Täuschung hingeben, der unsere Delegierten auch diesmal wieder in Genf erwartet. Es geht um das Schicksal de» Abrüstungsgedankens überhaupt. Deutschland hat mit seiner Zustimmung zum Macdonald-Plan unb einer etappenweisen Verwirklichung seines Anspruchs auf Gleichberechtigung die Grenze seiner mit feiner Ehre unb feiner nationalen Sicherheit vereinbarten Zugestänbnisse erreicht. An Frankreich ist es nun, seinen Abrüstungswillen durch bie Tat zu beweisen ober bie Schulb für bas Scheitern ber Abrüstungskonferenz unb bamit auch für lange Zeit des 21b- rüftungsgebanfens überhaupt auf sich zu nehmen. mehrere Jahre hinburch praktisch erprobt werben soll. Das bebeutet natürlich, ba kontrolliert nur ein Lanb werben kann, dessen Rüstung bestimmten Vorschriften unterworfen ist, eine einseitige Kontrolle Deutschlands, ein Wiederaufleben der berüchtigten Investigationen, ein neuer Beweis dafür, daß man an eine Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung in Wahrheit gar nicht denkt, sondern — ein Hohn auf den Geist des Bier» mächtepakts — in Paris nur darauf sinnt, wie dem neuen Deutschland eine neue Demütigung zugefügt werden könnte, ohne selber als wahrer Sa- Doteur des Friedens vor aller Welt dastehen zu müssen. Die Gefahr erkennen, heißt ihr begegnen. Das nationalsozialistische Deutschland wird allen diesen Bersuchen ein eisernes „Niemals" entgegenstellen. Wie stehen die andern zu diesem sauber ausgeklügelten Spiel? Werden sie daran mitwirken wollen, daß unter dem fadenscheinigem und geradezu beleidigenden Borwand der „neuen Lage", bie eine Nachprüfung ber deutschen Rüstungen erforderlich mache. Die Berwirklichung bes feierlid) als zu Recht bestehend anerkannten beutschen Anspruchs auf Gleichberechtigung zunächst einmal auf Jahre hinaus- gefchoben wirb, wie es bie französische Politik bezweckt? Unb in ber gleichen Zeit sollen bie andern Mächte, d. h. praktisch Frankreich allein, freie Hand behalten, ihre Rüstungen so zu forcieren, daß es Deutschland bis zur Unmöglichkeit erschwert werben würbe, jemals eine Wehrgleichheit mit seinen hochgerüsteten Nachbarn zu erlangen, burch bie es feine nationale Sicherheit ftänbig bebroht sieht. Die Engländer haben nun anscheinend gegen ben Grundsatz der Kontrolle nichts einzuwenden, wie ja auch Deutschland sich immer wieder bereit erklärt hat. finden und mit denen man überhaupt keine ehr- 1 liche urL» reale Politik machen kann. Wenn man aber glaubt, mit solchen leeren Argumenten die Herrschaft der Sieger über den Besiegten verewigen zu können, so muh ich dazu allerdings mlk aller Bestimmtheit erklären, daß Deutschland sich weigert, einen solchen Zustand weiter zu ertragen. Es ist keine Politik, die zu dauernden Erfolgen führen kann, wenn fremde Länder, die stets auf ihre starken Armeen, Flotten und Luftgeschwader pochen, zu dem entwaffneten und der Verteidigungsmittel beraubten Deutschland in lehrhaftem Tone sprechen. Dazu fehlt ihnen die Berechtigung, und damit werden sie in Deutschland kein Gehör finden. Man lasse deshalb endlich die Vorwände und Vorwürfe, mit denen man um das Abrüstungsproblem herumredet und gehe an das Problem selbst heran. Es gibt schließlich nur die eine Alternative: Verwirklichung der Gleichberechtigung oder aber Zusammenbruch der ganzen Abrüstungsidee, für dessen unabsehbare Folgen nicht Deutschland die Verantwortung tragen würde. Ich könnte es nur bedauern, wenn man die unmögliche politische Methode des Messens mit zweierlei Maß etwa auch in einer Frage anwenden wollte, die man hier und da anscheinend zu einer Frage der internationalen Politik hat machen wollen, das ist die letzte Entwicklung der deutsch-österreichischen Beziehungen. Man gibt sich im Auslande vielfach den Anschein, darüber erstaunt, ja entrüstet zu sein, daß die innerpolitische Entwicklung in Oesterreich auf das Verhältnis des Reiches zu Oesterreich nicht ohne Auswirkungen geblieben ist. Man will in dieser Tatsache sogar eine unzulässige Einmischung des Reiches in die innerpolitischen Verhältnisse eines anderen Staates sehen. Die Vertreter dieser Auffassung können es mir nicht verübeln, wenn ich darauf Hinweise, daß von manchen Stellen aus die wirtschaftlichen und finanziellen Röte Oesterreichs doch 14 Jahre lang geradezu ausgenutzt worden sind, um ihm politische Fesseln anzulegen. Man sollte begreifen, daß wir im deutschen Volke Oesterreichs einen Teil unseres eigenen Volkes sehen. Niemand kann deshalb von uns erwarten, daß wir der Entwicklung der Dinge in Oesterreich gleichgültig zu- fchauen oder dah wir sympathisieren mit einem österreichilchen Regime, unter dem gerade das entrechtet wird, was das deutsche Volk heule mit neuem Mut und neuer Zuversicht erfüllt. Die Reichsregierung denkt nicht daran, sich in die lnnerpoli- tischen Verhältnisse Oesterreichs einzumischen. Wir müssen aber fordern, dah unberechtigte Einmischungen anderer Länder in die Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Oesterreich unterbleiben. Je eher man im Auslande einsehen wird, daß Volksbewegungen nicht durch politische Grenzen eingedämmt und nicht durch polizeiliche Maßnahmen unterdrückt werden können, desto eher wird die Bahn frei werden für eine den natürlichen Gesehen entsprechende und ganz Europa zugute kommende Stabilisierung der inneren Lage Oesterreichs. So wenig erfreulich und so wenig geklärt heute die Gesamtlage der europäischen Politik erscheinen mag, Deutschland sieht der kommenden Entwicklung mit fester und ruhiger Zuversicht entgegen. Gestützt auf die wiedererweckte innere Kraft und Geschlossenheit des Volkes werden wir unser Ziel verfolgen, diesem Volke inmitten der anderen Völker ein Leben im Frieden und Ehre zu sichern. Ruhe und Vertrauen, die Grundlagen jeder politischen Befriedung und jedes wirtschaftlichen Aufschwunges, werden erst wiederkehren, wenn die Diskriminierung Deutschlands und der anderen im Jahre 1919 entrechteten Staaten beseitigt i st. An dieser Wahrheit werden auch alle die Vorurteile gegen das neue Deutschland zunichte werden. So zweifle ich nicht, daß z. B. das unsinnige Gerede des Auslandes über rein innerdeutsche Dinge, wie die sogenannte Iudenfrage, schnell verstummen wird, wenn man erkennt, daß die unbedingt notwendige Säuberung des öffentlichen Lebens wohl vorübergehend in Einzelfällen persönliche Härten mit sich bringen konnte, daß sie aber doch nur dazu diente, um in Deutschland d i e Herrschaft von Recht und Gesetz umso unerschütterlicher zu festigen. Des Ausland wird auch aufhören, den Lügen- berichlen deutscher Emigranten das Ohr zu leihen, ihre Vrunnenvergiftung zu begünstigen, und der Meinung von Leuten Beachtung zu schenken, die einem Deutschland nachkrauern, in dem sie sich auf kosten des Volkswohles zu Einfluß bringen konnten, einem Deutschland, das niemals wieder auferstehen wird. Statt dessen wird man das Deutschland von heute kennen lernen, wie es wirklich ist, ein stolzes, unabhängiges und friedliebendes Deutschland, ein Deutschland, das zwar die anderen Länder nicht nach leeren Sympathiekundgebungen, sondern nach ihren Handlungen beurteilen wird, das aber stets zu aufrichtiger Zusammenarbeit bereit ist. Eine solche Zusammenarbeit braucht durch eine durch noch so weitgehende Verschiedenheit des inneren Regierungssystems der einzelnen Länder nicht behindert zu werden. So bin ich überzeugt, daß sich die nun schon in einer Reihe von Jahren bewährten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutsch! an d und der Sowjetunion auch weiterhin fruchtbar gestalten werden. Das Gleiche gilt für das Verhältnis Deutschlands zu all' den anderen Ländern, die guten Willens sind. Die fremden Völker müssen und werden erkennen, welchen Gewinn es auch für sie bedeutet, in der vom Volkskanzler Adolf Hitler geführten Regierung einer Regierungsgewalt gegenüberzustehen, die nicht mehr ein Spielball zerrissener politischer Meinungen, widerstrebender wirtschaftlicher Kräfte und zufälliger Strömungen des politischen Lebens ist, sondern nach festen Grundsätzen und offen erklärten A b s i ch t en die Geschicke ihres Landes leitet. So wird im Auslande schließlich allgemein die Auffassung Mussolinis Zustimmung finden, der er in seiner Rede über den Viermächtepakt mit den Worten Ausdruck gegeben hat: „Deutschland ist da im Herzen Europas mit seiner gewaltigen Bevölkerung von 65 Millionen Menschen, mit seiner Geschichte, seiner Kultur, seinen Notwendigkeiten. Eine wahrhaft europäische Politik mit dem Ziel der Errichtung des Friedens kann man Nicht ohne und noch weniger gegen Deutschland machen. Das Echo im Ausland. Paris, 16. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Das außenpolitische Programm, das Reichsaußenmimster Freiherr von Neurath gestern vor den Vertretern der ausländischen Presse entwickelte, wird vom I o u r n a l als Auftakt zur außenpolitischen Herbstkampagne des Dritten Reiches bezeichnet. Die Erklärungen des Reichsaußenministers seien jedenfalls sensationell und würden nicht verfehlen, einen beträchtlichen Widerhall imAuslande zu finden, weil sie nicht nur die Frage der Ab- rüstung, sondern auch vor allem das öfter- reichische Problem in einem ganz neuen Lichte darstellten. — Die royalistische „Action F r a n $ q i f ß" befürchtet, daß die geschickten Ausführungen des Relchsaußenministers einen großen Einfluß auf die englischen, amerikanischen und anderen Delegierten ausüben werden, und daß Paul-Boncour in seiner eigenen Falle gefangen werden könnte. In London wird die Ansprache des Reichsaußenministers in Berichten der Berliner Korrespondenten inhaltlich zum Teil ziemlich ausführlich wiedergegeben, aber bisher, offenbar wegen des späten Eintreffens dieser Berichte, noch nickt besprochen. „News Chronicle" weist in der lieber- schrift zu dem Berliner Bericht auf die Feststellung Freiherr von Neuraths hin, daß Deutschland keinen Krieg wolle. Der Korrespondent des Blattes sagt, die mit tiefem Gefühl vorgetragene Rede sei die offenste, die seit vielen Jahren von einem deutschen Staatsmann gehalten worden sei. Oie Fahne von Kehl. Ein deplazierter Schritt des französischen Botschafters. Berlin, 16. Sept. (TU.) Am Parteitag in Nürnberg hat der Sturm 169 aus Kehl eine Fahne mit der Inschrift „Straßburg" mitgeführt. Der französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet, glaubte Anlaß zu haben, hierüber mit dem deutschen Außenminister Freiherrn von Neurath Rücksprache nehmen zu müssen. Daß die französische Anfrage in feiner ®etfe berechtigt ist, geht aus einer Aeußerung des Kehler Bürgermeisters hervor, der darauf hinweist, daß Kehl früher ein Vorort von Straß- bürg gewesen sei. Es ist ferner zu bedenken, daß die Straßburg st atue in Paris m der Zeit vor dem Kriege dauernd umflort gewesen ist. Obwohl hierin ein Symbol der Jrredenta zu erblicken war, hat Deutschland damals niemals Schritte dagegen getan. Die Tatsache, daß der Name Straßburg auf der Fahne steht, bedeutet lediglich, daß die Grenzlande eine natürliche Tradition pflegen. „Tradition" bedeutet aber weder Gegenwart noch Zukunft. Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens auch, daß früher die Hannoverschen Regimenter in Erinnerung an die Schlacht von Gibraltar das Wort „Gibraltar" an ihren Uniformen trugen. Es ist nicht be- fannt, daß beispielsweise die Engländer jemals hieran Anstoß genommen hätten. Vage Behauptungen. Bernhard und Breitscheid vor der Londoner Untersuchungskommisson. London, 15. Sept. (ERB.) In der heutigen Sitzung der „internationalen juristischen Untersuchungskommission" verbreitete sich Georg Bernhard, der ehemalige Chefredakteur der „Vossischen Zeitung", über die politische Lage zu Anfang des Jahres und stellte die Behauptung auf, daß alles, was über die kommunistische Gefahr gesagt werde, Märchen seien. Wenn die Kommunisten den Gedanken, den Reichstag in Brand zu stecken, gehabt hätten, so wäre die einzige Erklärung gewesen, daß all« Führer der Kommunistischen Partei wahnsinnig geworden seien. Bernhard bemerkte weiter, er kenne den Kommunisten T o r g I e r sehr gut. Es würde seiner Ansicht nach für einen Mann dieser Art völlig unmöglich sein, eine derartige irrsinnige Handlung wie 'den Reichstagsbrand zu begehen. Nach der Mittagspause wurde Rudolf B r e i t s ch e i d, der ehemalige Vorsitzende der so- -tialdemokratischen Reichstagsfraktion, vernommen. Auch dieser erklärte, er kenne Torgler seit vielen. Jahren und halte es für unmöglich, daß Torgler irgendetwas mit dem Reichstagsbrände zu tun hatte. Die feierliche Eröffnung des preußischen Staatsrats Ern Wendepunkt deutschen Verfaffungslebens.-Der Staatsrat Mittler zwischen Volk und Aufgabe auf -em Wege zu einem neuen Deutschland. Führung. — Preußens Berlin, 15. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Schon am frühen Morgen hatten sich auf dem Platz vor dem Palais Kaiser Wilhelms I., in dem sich heute das Auditorium maximum der Berliner Universität befindet, riesige Menschenmassen eingefunden. Kurz nach 10 Uhr marschierte eine Ehrenabteilung mit sieben Fahnen vor dem Aulagebäude auf. Zwischen den Fahnenabteilungen nahm die Blutfahne vom 9. November 1923, getragen von SS.- Leuten der SS.-Standarte Adolf Hitler Aufstellung, mit deren Tuch die neuen Polizeisahnen geweiht werden sollen. Die neuen Fahnen sind in ganz lichtgrüner Farbe gehalten, ein großes weißes Hakenkreuz wird in der Mitte von einem Schild gedeckt, auf dem sich der preußische Adler befindet. Schon vor 10 Uhr war der größte Teil der neuen Staatsräte vor dem Aulagebäude versammelt. Man sah den Führer der Deutschen Arbeitsfront und Stabsleiter der Politischen Organisation der NSDAP. Dr. Ley, die preußischen Gauleiter, ferner den SA.-Obergruppenführer Prinz August Wilhelm, in der Uniform der Totenkops- Husaren Generalfeldmarschall van Mackensen, in Admiralsuniform Admiral von Trotha und im schwarzen Gehrock General Litzmann. Dun- k.'lrot leuchtete der Mantel des Bischofs Berning- Osnabrück, den man in angeregtem Gespräch mit anderen Staatsräten sah, darunter den evangelischen preußischen Landesbischvs Müller. Oie Weihe -er Polizeifahnen. Um 10,15 Uhr versammelten sich im Dienstgebäude des Ministerpräsidenten Unter den Linden die preußischen Staatsminister. Sie fuhren durch ein doppeltes SA.-Spalier. Der feierliche Zug wurde eröffnet durch den Wagen des Ministerräsidenten Hermann Göring, neben dem Stabschef R ö h m saß. Im zweiten Wagen saß Staatssekretär Körner mit dem Reichsführer der SS., Staatsrat Himmler. Ministerpräsident Göring beginnt seine Ansprache an die Staatsräte: Ich begrüße zunächst alle die, die der Einladung Preußens heute hier gefolgt sind. Heute herrscht Festesfreude überall. In ganz Preußen nimmt das Volk Anteil und feiert diesen Tag als einen Tag des Sieges der glorreichen nationalsozialistischen Revolution, einen Tag des Sieges, der bekundet, daß auch äußerlich der Parlamentarismus gestorben und vernich- t e t ist. lieber ein Jahrzehnt lang war Deutschland durch dieses System tiefer und tiefer gesunken, über ein Jahrzehnt waren Not und Schande, Schmach und Verbitterung im ganzen deutschen Volke. Und wer regierte Deutschland? Nicht Männer der Tat, sondern Parteien und Parlamente! Es herrschte und regierte d i e Feigheit der Zahl. Es war deshalb die erste Notwendigkeit der nationalsozialistischen Revolution, gerade hier anzufassen, das System aus den Wurzeln zu heben dadurch, daß das System des Parlamentarismus, der Majorität vernichtet und zerstört wurde. Denn in der Weltgeschichte sind es immer nur Männer oder entscheidende Minoritäten gewesen, die die Geschicke eines Volkes bestimmt haben. Hätte es nur Parlamente in deutschen Landen gegeben, so wäre das deutsche Volk heute nicht mehr da! Wir stehen heule an diesem Wendepunkt des Staatslebens. Die nationalsozialistische Staats- verfassung, die in diesem Staatsrat zum Ausdruck kommt, gilt heute nicht nut in Preußen, sie wird hinaus st rahlen in das ganze Reich. Sie ist der erste Versuch, zu beweisen und zu zeigen, daß dieses System der Arbeit das richtige ist. Deshalb dürfen wir vom Wendepunkt des Staatslebens sprechen, dürfen davon reden, daß hier ein Grund st ein national- sozialiftischer Staatsoerfaffung in Preußen und damit auchimReiche gelegt wird. Gerade heute sind 71 Jahre verflossen, seitdem zum er st en Male im alten Preußen der Parlamentarismus in gefährlichster Weise sein Haupt erhob. Das Abgeordnetenhaus lehnte den Militäretat mit überwältigender Mehrheit ab. Durch die Berufung Bismarcks zur Staatsführung, ist die vom Parlament her drohende Gefahr für Auf dem Platz vor der Aula nahm der Ministerpräsident die feierliche Nagelung der Polizei f a h n e n vor. Dann schritt er die Front der Ehrenkompagnie ab und richtete eine kurze Ansprache an die stramm ausgerichteten Mannschaften der Polizei und der Wehrverbände. Gegen 11 Uhr betrat der Ministerpräsident mit seinem Gefolge den Festsaal. Oie Eröffnungsfeier. In der Neuen Aula hatte man im Mittelraum das Gestühl aufgeräumt uni) dafür nur für die Staatsräte in Halbkreisform rot gepolsterte Stühle aufgestellt. Hinter dem Rednerpult stand die Standarte der preußischen Schutzpolizei. Für den Ministerpräsidenten war ein besonderer Sessel vor dem Podium aufgestellt. DasDiplomatischeKorps war schon gegen 10.30 Uhr größtenteils versammelt. Man sah den Doyen, den päpstlichen Monsignore O r s e n i g o und die Botschafter und Geschäftsträger aller in Berlin afrebitierten ausländischen Vertretungen. Auf der rechten Seite des Saales hatten die Reichs - und Ländermini st er Platz genommen, dazu eine Reihe von höheren Reichswehr- offizieren und SA.-Führern. Man sah u. a. die Reichsminister von Blomberg, Gras von Schwerin- Krosigk, Dr. Gärtner, die Staatssekretäre Meißner und Feder. Um 11 Uhr geht ein Raunen durch den Saal: Ministerpräsident Göring erscheint in der Tür, in einfacher brauner Uniform, ohne Rangabzeichen, geschmückt mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse und dem Pour le m^rite. Hinter ihm die Mitglieder des preußischen Staatsministeriums. Dann in der Tür, begleitet von einem SS.-Marm der greise Feldmarschall von Mackensen, hinter ihm Admiral von Trotha, dann General Litzmann, die mit dem SS.-Führer Himmler und Stabschef Röhm in der ersten Reihe Platz nehmen. Die V-Dur-Suite von Dach ist verrauscht. Staatskapellmeister Prof. Heger, der das Staatsopernorchester dirigiert, hat den Stab niedergelegt. einen machtvollen Aufstieg des Reiches zunächst zwar beschworen. Ader wir wissen, daß es auch einem Bismarck nicht gelang, das liebel parlamentarischer und demokratischer Geisteseinstellung von der Wurzel her zu beseitigen. Und als der Große vom Sachsenwald gegangen war, regten sich von neuem und mit wachsender Beharrlichkeit die Kräfte, die in der Demokratie westlicher Prägung ihr Vorbild sanden, um jeden Aufstieg der Nation zu Macht und Größe zu erschweren ober gar zu verhindern. Der siegreiche Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution hat das Chaos überwunden. Die Weltgeschichte wird einmal feststellen, daß von diesem Tage ab der Wiederauf st ieg Deutsch- lands beginnt. Sie wird aber auch feststellen müssen, daß es einzig und allein der Geist dieser Bewegung war, der Deutschland die Rettung brachte. Wir Soldaten, die wir da draußen vier Jahre lang unser Volk und Vaterland verteidigt haben, wir mußten es draußen bitter spüren: Nickt wurde uns der Sieg entrissen durch die anderen, der Sieg wurde gestohlen durch das, was ein deutsches Parlament versäumt hatte, in wichtiaen Augenblicken zu tun. Dort draußen konnte der preußische Grenadier ermessen und fühlen, als ihm die Munition fehlte, als der Nachschub ausblteb, was einst ein feiges Parlament dem deutschen Volke angetan hatte. Wenn sich jemals erwiesen hatte, daß ein Parlament unfähia ist, ein Volk zur Größe zu führen und noch unfähiger, die Große zu behaupten, daß es schlechthin überhaupt nicht fähig ist, die Existenz eines Volkes zu sichern, bann hat bie Geschichte bes beutschen Parlaments vor bem Kriege diesen Beweis erbracht. Darum sind wir so unendlich glücklich gewesen, als die siegreiche Revolution unserer Bewegung jener Zeil ein Ende bereitet, als wir endlich an jenem 30. Januar diese Seiten deutscher Schmach und Schande aus dem Geschichtsbuch herausreihen und ein neues Kapitel beginnen konnten. An die Spitze dieses Kapitels dürfen wir die Worte sehen: Die Ehre und die Jrei- tjeit sind das Fundament des kommenden Reiches." Eine unsagbar schwere Arbeit begann. Das Trümmerfeld mußte gereinigt werden, um bem Neubau bes Reiches Platz unb Raum zu schaffen. Eine schwere Verantwortung wurde damals auf uns Führer gelegt, gewaltige Ausgaben harrten ihrer Lösung. Im unentwegten Arbeiten unb fortgesetzten Suchen nach Erfüllung unb Lösung dieser Probleme mußten wir halb eines erkennen, baß, so sehr bie Verantwortung bes einzelnen feststand, niemals ber einzelne glauben kann unb glauben bars, er könnte bie Mitarbeit bes Volkes beiseite schieben. Wenn man uns im Auslcmbe vorwirst, wir wollten bas Volk knechten, bas Volk sollte nichts mehr zu sagen haben, so beweist ber heutige Tag bas Gegenteil. Wir haben bas Volk zur Mitarbe it h e r a n g e z o g e n, wenn auch in anberer Form. Der Staatsrat, so wie er heute ist, darf ich sagen, ift mein eigenes Werk. Im Drange ber Arbeit erkannte ich, daß trotz eiserner Führung bie Gefahr bestaub, baß man allzuleicht ben Zusammenhang mit bem Volk verlieren könnte, baß man allzuleicht seine Entschlüsse, aufbaut auf Vorträge am grünen Tisch unb baß bann langsam wieder bie Bürokratie in schlechtem Sinne sich auswirken könne, daß wiederum dann volkssremde und vom Volke nicht verstandene Maßnahmen und Gesetze entstehen könnten. Darum wollte ich, so rasch es irgend ging, bie Verbunbenheit mit dem Volke wieder Herstellen. Der neue Staatsrat, der hier geschaffen ist, ift ein Gremium von Männern, die f e l b ft mitten im Volk als Führer ft et) en, fei es auf politischem, fei es auf organi.a- torischem Gebiete, auf wissenschaftlichem ober kulturellem ober wirtschaftlichem Gebiete, überall sind es Männer, die mitten im Volke stehen und mit ihm verbunden sind und die aus dem Volke heraus an uns herantragen sollen die Sorgen und Rote des Volkes und die Anregungen und Vorschläge, wie zu helfen sei. Männer, die die Staatsregierung unterstützen, und ihr helfen sollen bei Beratung der Gesetze, die immer wieder das Bindeglied darslellen sollen zwischen den Führern der Regierung und dem Volk. Aus dem Volke smd wir gekommen unb das Volk hat uns gerufen, deshalb werden wir nie und nimmer den Zusammenhang mit dem Volk verlieren. Meine Herren Staatsräte, Sie müssen Bannerträger unserer Bewegung sein unb zwar als Staatsorgane. Ihre Arbeit, die Sie hier tun, muß sich aus bas ganze Staatsleben auswirken, auf bie Provinzen unb Gemeinben. Ueberall müssen Sie Berstänbnis basür erwecken, baß nur bas Prinzip ber Auslese, daß nur ber Füh. rergebanke ein Volk retten kann. Der Staatsrat ist aufgebaut auf bem Prinzip bes Führers. Die Autorität geht von oben nach unten, bie Verantwortung aber immer von unten nach oben. Die letzte Verantwortung trägt ber Führer, unb er trägt sie vor seinem Gott unb seinem Volk. So ist ber Fährergrunbsatz auch bei ber Zusammensetzung dieses Staatsrates als Leitmotiv erachtet worben. Es ist kein Staatsrat, ber mit ben Mitteln unb ber Methobe ber Demokratie arbeitet, bie die Gleichheit überall hinsetzt unb bann je nach Majorität abstimmt. Der Staatsrat kann nicht ab ft Immen, well das das Sondermerkmal des Parlamentes ist. Der Staatsrat soll beraten, er soll helfen, der Staatsrat soll mitarbeiten, aber meine Herren, bie Verantwortung trage i ch allein und bin dazu berufen worden von meinem Führer. Die Verantwortung kann mir keiner abnehmen, und ich kann und darf sie mit niemand teilen. Deshalb bitte ich Sie inständig, in der furchtbar schweren Arbeit mir zu helfen, damit ich diese Verantwortung vor meinem Führer und meinem Volk richtig tragen kann. Der Wertmaßstab, nach bem ich bie Herren berufen habe, ist nicht Geburt, ist nicht Gelb, sinb keinerlei Vorrecht« eines' Standes, sondern einzig unb allein die Leistung, bie Treue unb die Hingabe an Führer unb an Volk. Es war baher selbst- verstänblich, daß sowohl der Stabschef ber SA., als auch der Reichsführerder SS. als Führer ber Ehrenbataillone ber Revolution in den Staatsrat berufen würben. Ebenso selbstverstänblich war es, daß alle die Führer, die an den politischen Kampfplätzen seit einem Jahrzehnt die Bewegung vorangetrieben hatten in unermüdlicher Arbeit berufen waren, in diesem Staatsrat zu sitzen. Selbst- verständlich waren dazu berufen die Männer, die am engsten mit dem deutschen Volke verbunden sinb; benn zum Gauleiter und SA.-Führer hat das Volk Vertrauen, zu ihnen kommt es und erzählt von seinen Sorgen imb Nöten. Es ist selbstverständlich, daß darüber hinaus Männer berufen wur- Oie Eröffnungsrede des Ministerpräsidenten Göring. ßelL WC1 'AHM Z danke ' gla^tnA Schiel der bat, eine D L°«rund dem K qJhmU mutig neu des Reich-- gab-y- «Ä, se-ö bem er hat die Klaffen um aus Am ein Bo Voll in seiner Geschlos nl kenntnis: Deutsche notier jetzt Deutschland m Führer hat ausdrücklich b die Entwicklung sein. Rur etwas zerschlagen werde werden darf. Langsam u das Ziel vor Augen m stetigem Dorwärtsschreiti dieses Ziel hecht Deutsch und Immer wieder Deuts Darin hat nun prech sie immer gehabt hat, Reiche kam und roieb und die Voraussetzung hat, so wird JJreufjen endung des Re haben. Darum, meine gilt nicht nur preisen, Reiche, gilt dem dei nur eines wollen wir he geliebtes Preußen bie organisierte Me bes Driften Reifys ift, anb geij Ieia, bafa es so sei. vor dem Führer da Ivbui; abgelegt, Staatsregieruug nur \ arbeiten unb die g, nur in dem Restrebeu stärkste und leider nier des Dritte Der Ministerpräsident laut dieses Gelöbnisses ui Meine Herren, ich f Treuegelöbnis überreicht, austragt, dem Staa zu übermitteln. Sein F< nur seiner gewaltigen ! andern vor allem sagte t'ge Tag soll d danke dem Führer für di eines Vertrauens. Der st Uch sichtbares Zeichen di a r n e neue p r e u ft i1 Men. Wir danken dem heutigen Tage diesem ne, alten glorreichen Zeichen darüber hinaus dieses n ! tymbol ber W ! । auhk ben h"be öu beginnen bie °ihnU dann bin i „ Huen H ^Micks^n?' f Au l feierlichen Reiche \bietiön'ete8l hat uns in aller f §'lobens ans nnse I . heil!«. ^cheg ftanJ W RS'r iaaisrair "schen Volk und fschlanö. "Jung wurde bamals auf ®°ttige Ausgaben harrten Wen Arbeiten und (ort- ft"? und Lösung dieser bald eines erkennen, bot "S, des einzelnen feslstand, )elne glauben kann nnte die Mitarbeit der Lol- enn man uns im Auslände 105 Volk knechten, da; Bott agen haben, jo beweist der genteil. Wir haben da; be it herangezogen, jorm. Der Staatsrat, fo wie agen, ift mein eigenes )er Arbeit erkannte ich, daß die Gefahr bestand, daß man nenhang mit dem Volk ver- i allzuleicht seine Entschlüsse, am grünen Tisch und daß :r die Bürokratie in sich au5wi11cn könne, oolksfremde und vom Volke lahmen und Gesetze entstehen ich, fo rasch es irgend ging, »it mit bem Volke raf, der hier geschaffen m Männern, die selbst 1(5 ZLHrer steten, ä, \i\ es aus orgamsa- as wMnschasllichem oder lschaMchem Gebiete, über- die mitten im Volke stehen rden sind und die aus dem ms herantragen sollen die des Volkes und die Anre- äge, wie zu helfen sei. Nön- regierung unlerstühen, und i Leistung der Gesetze, die Bindeglied darstellen sollen tn der Regierung und dm lke sind wir gekommen m>° ^sen, deshalb werdens m Zusammenhang mik dem lk verlieren. tsröte, Sie müssen Bann er- $eWtel6i,™'r ta"f i. A°°'-»7S"Ä"n 5le,c'? Vnl 2>er Staats- Bolt retten.kanm^ $ :f dem ffß«. -n oben *X’0ben.5)k ,er unb « frag* Volk. So ist ]0ÜAttÄmmcnfßfeunft ich bei der Ouiu,. . wOtben. \ und der mit den * M^ch- ®.1«S :n'ettma\,n er Soll Hel' SÄfeg :«-***•*• cin<5 die Treu« "Aher M- tu^'aiolk. tks ^föer.S^ sÄsOsr .. Sbe ches Auskommen Der Volker untercinanDer ein. Denn Der Wille zur Gesundung eines Volkes, das mit Dem nationalen Selbftbcwußtsein Das starke Bekenntnis zum Sozialismus verbindet, kann nur seinen Ausdruck in steter, ungehinderter F ri e » Densarbeit finden. Die nationale deutsche Regierung glaubt an den Frieden unb sieht ihre vornehmste Ausgabe in feiner Erhaltung. Dieser Glaube bars aber nicht enttäuscht werden burch Mißtrauen und mangelndes Verständnis unferer Nachbarn. Die Frage der Abrüstung geht nicht Deutschland allein an, sondern d i e ganze Welt. Herabsetzung der Kriegsmöglichkeiten ist die erste Forderung, für die heute jedes Volk sich verantwortungsvoll einsetzen muß. Freilich kann nur ein Staat, dessen Wille aus der Weltpolitik nicht ausge» schaltet wird, fein Friedensbedürfnis maßgebend in die Waagschale legen. Deutschlands Bekenntnis zum Frieden setzt bedingungslose Anerkennung feiner Gleichberechtigung voraus, auf Die es nach TraDition, geographische Lage und Kulturleistung Anspruch hat. Wir Aerzte, Die wir national verwurzelt [mb, aber Dennoch in einer allgemeinen Kulturverbunoen- beit mit anderen Volkern stehen, haben heute Die Pflicht, Das Gewissen der Welt wachzu- rufen. Denn wer Mitleid unb Hilfsbereitschaft, bie ursprünglichen Gefühle menschlicher Binbung, auch heute noch als ben wesentlichsten Antrieb unteres Berufes erkennt, wird sicherlich mit heißem Herzen den Frieden wünschen, solange er mit der Würde seines Landes vereinbar ist. Oer vorläufige Aufbau des Reichsnährstandes. Berlin, 15. Sept. (WTB.) Die Reichsregierung hat zwei neue Gesetze beschlossen; in dem einen wird ber Reichsminister für Ernährung und Lanbwirtschaft ermächtigt, zur Regelung der Verwertung von inländischem Roggen ober Weizen Mühlen, die Roggen ober Weizen verarbeiten ober verarbeitet haben, z u fa m m e n Au s ch l i e - ß e n. Dem Minister stehen yinsichtlich der Zusammenschlüsse Aufsichts- und Eingriffsbefugnisse zu. Er kann bestimmen, daß mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mark bestraft wirb, wer Den auf Grund Dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften zuwiderhanDelt. In dem Gesetz über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes wirb der Reichs- ernährungsminifter ermächtigt, über ben Aufbau Des Standes der deutschen Landwirtschaft (Reichsnähr- stanD) eine vorläufige Regelung zu treffen. Der Minister kann Den Reichsnährstand ober einzelne seiner Gruppen ermächtigen, Die Erzeugung, Den Absatz sowie die Preise und Preisspannen von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu regeln, wenn dies unter WiirDigung Der Belange Der Gesamtwirtschast und Des Gemeinwohls geboten erscheint. Gerichtsassessor Or. Will Leiter der hessischen Staatspressesselle. WSN. D a r m ft a D t, 15. Sept. Das Hessische Staatsministerium erläßt durch den Staatssekretär Jung folgende Verfügung: Bis auf weieres wird mit der Wahrnehmung Der Dien ft g e - schäfte Der Staatspressestelle Der Gerichtsassessor Dr. Will beauftragt. Aus aller Wett. Orkan über Tampico. — 32 Tote. Aus Mexiko kommt die linglücksmeldung, daß ein furchtbarer Orkan übet bie Stadt Tampico hinweggegangen ist. Zahllose Häuser wurden zerstört. 3 2 Tote sind zu beklagen. Mehr als 1000 Einwohner sind ihres Obdachs beraubt worden. Admiral a. D. Hugo Dominik f. Der Präsident ber deutschen Seewarte in Hamburg, Admiral a. D. Hugo Dominik, ist am Frectagmorgen auf dem Wege zur deutschen See- warte einem Herzschlag erlegen. Dominik hat ein Alter von 63 Jahren erreicht. Er war Seeoffizier und schied als Admiral aus dem Dienst Der Marine aus. Seit 1926 war er bei Der Deutschen Seewarte tätig, um Die er sich große BerDienfte erwarb. Neuer französischer Marineflugzeug-Typ. Wie „Havas" aus Le Havre berichtet, hat Dort die Firma Breq uet ein neues Seeflugzeug vom Typ „Bizerta" entwickelt. Es handelt sich um ein Flugboot, in dessen Bug sich ein Maschinen- gewehrstand und eine Bombenabwurfvor» richtung befinden unb dessen Heck mit einem Ge- fechtsleitftanb unb einem Maschinengewehr mit Schutzschilb ausgestattet ist. Derselbe Typ wird unter anderer Bezeichnung für den Derkehrsstug gebaut, wo er dann für 11 Passagiere zweiter Klasse, 6 Passagiere erster Klasse und 2 Personen inLuxus- labinen Platz bietet. In weiterer Abwandlung wird dieser Typ auch zur Postbeförderung im Postflugdienst nach Südamerika Verwendung finden. Schiffsbrand unweit der englischen Küste. Ein gewaltiger Schiffsbrand wurde von Tausenden von Menschen am Strande von Par- mouth aus beobachtet. Der 2500-Tonnen-Dampfer „Porthcawl", der eine Ladung von Esparto-Gras an Bord hatte, stand lichterloh in Flammen. Das Gras hatte sich bei Nacht selbst entzündet und die Flammen dehnten sich trotz aller Löschversuche schnell aus, so daß der Kapitän des Dampfers das Schiff auf Strand fetzen mußte, in der Hoffnung, noch möglichst viel von ber Ladung zu retten. Der Mannschaft gelang dies gerade noch. Die letzten Kommandos wurden gegeben, als bas Schiff schon in Branb ftanb und die Flammen bereits zu ber Kommanbobrücke büu aufzüngelten. Es gelang, die Besatzung durch herbeigeeilte Schlepper zu retten. Aber es war unmöglich, Das Feuer zu löschen. Gestern, Freitagmorgen, brannte das Schiff noch lichterloh. Im Zeichen des Wiederaufbaus der Wirtschaft bietet altangesehene deutsche Lebens-Versicherungs-Gesellschaft tüchtigem Fachmann aussichtsreiche, gutbezahlte Anstellung im Außendienst. Der wichtige Organisations- und Reiseposten wird vornehmlich zur Unterstützung des überlasteten Bezirksleiters eingerichtet. Gleichzeitig wird auch Nichtfachleuten, deren Einarbeitung durch geschultes Personal erfolgt, Gelegenheit zur Gründung einer guten Existenz geboten. Beste Anfstiegsmöglichkeit. bei Bewährung I Ausführl. Bewerbungen mit Lebenslauf. Lichtbild und bei Fachkräften Erfolgsnachweise erbeten unter 5693V an den Gießener Anzeiger. Verschwiegenheit zugesichert! Groh- und Klein-Leben 5721 D| Sbftveestetgetrrmg Schöne [5690D 25. IX. 26. 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Gießen—Gleiberg und Rodheim Heuchelheim—Allendorf Dutenhofen—Kl.-Linb.— Lützellinden Klein-Linben—Großen- Linden—Lützellinden Steinb.—Leihgest.—Gieß. 25. IX. 7.00 Uhr Gleib. Str.; 7.30 Uhr Rodh. Straße 9.30 Uhr bei Heuchelheim 10.00 Uhr Abzweig Allendorf 11.30 Uhr bei Klein-Linden 13.30 Uhr bei Steinbg.; 14 Uhr bei Leihgestern zirka 110 2. Annerod—Reiskirchen Gießen—Reiskirchen Reiskirch.—Lindenstr.— Grünberg (b. Wald) Saasen—Bollenbach Reiskirchen—Bersrod- Beuern Beuern-Allertsh. (Wald) 26. IX. 7.00 Uhr bei "Annerod 8.00 Uhr Ganseburg 9.00 Uhr bei Reiskirchen 11.00 Ubr bei Bollenbach 12.00 Uhr Ziegelhütte 13.00 Uhr bei Beuern zirka 120 3. Gießen—Wißmar Gießen-Lollar u. Daubr. Kirchb.-Sichertshausen u. Staufenberg-Odenh.- Ruttersh-Kirchberg Staufenberg—Daubr.— Lollar Daubring.—Alt.-Buseck Wies.—Alt.-Bus. u. Trohe 27. IX. 7.00 Uhr Lahnunterführung 8.00 Uhr Wellersburg 9.30 Uhr bei Kirchberg (anschl.) 11.15 Uhr bei Staufenberg 12.00 Uhr bei Daubringen 13.00 Uhr am Wald zirka 170 4. 1. Allendorf—Climbach— Beuern—Allertshausen Allendf.-Londs.-Nordeck Londf.-Kesselb.-Geilshs. Geilshaus.-Beltershain Lumda—Weitershain (b. Kreuz.) Lich—Langsdorf—Hung. Hungen—^nh.—Utphe— Berstadt 28. IX. 2. Banb 23. IX. 7.00 Uhr bei Allendorf 9.00 Uhr Weidernühle 10.30 Ubr bei Londorf 12.00 Uhr bei Geilshausen 13.00 Uhr bei Lumda «irk. 7.00 Uhr Bahnübergang Lich 13.00 Uhr Nächst Hungen zirka 180 zirka 500 2. Oppenrod—Str. Gieß.— Reiskirchen Reiskirchen—Hattenrod Burkhardss.—Albach— Steinbach Albach—Lich Lich—Steinb. (ab Wald)- Gießen 25. IX. 7.00 Uhr Baum 9h:. 1 8.30 Uhr bei Reiskirchen 10.30 Uhr bei Burkhardsfelden anschließend 13.00 Uhr bei Kilomst. 9.<00 zirka 120 3. Steinbach-Lich (Gemkg. Lich) Lich-Ndr.-Bess.-Münster Ndr.-Bess.—Langsdorf (Wald) u. Nonnenroth Nonnenroth—Villingen und Röthges Nonnenr.-Hung.-Villmg. 26. IX. 7.00 Uhr bei Lkilomst. 11.»oo anschließend 10.30 Uhr bei Nieder-Bessingen 13.00 Uhr bei Nonnenroth anschließend zirka 150 4. Lich-Eberst. (ab Wald) Eberst.—Ob.-Hörgern(bei Abf. Münzenberg) Hof-Güll—Dorf-Grtt— Garbenteich Garbenteich-Lichlb.Wld.) Garbenteich—Watzenb.— Schifsenberq Steinberg—Gießen 27. IX. 7.00 Uhr bei Hof-Güll anschließend 10.00 Uhr bei Rath. Dorf-Gill 13.00 Uhr bei Garbenteich anschließend anschließend zirka 140 5. Lich-Garbent. (b. Wald) Lich—Colnhausen Muschenh.-Tr.-Münzbg. Muschenh.-Bettenhausen Bahnhof Bellersh.—Str nach Tr.-Hor!off Bellersheim-Bettenhaus. 28. IX. 7.00 Uhr bei Lich anschließend 10.00 Uhr bei Muschenheim anschließend 13.00 Uhr Bhnhf. Bellersheim anschließend zirka 160 1. Kirch-Göns—Lang-Göns Lang-Göns—Hochelheim und Gr.-Linden 25. IX. 10.00 Uhr bei Kirch-Göns 14.00 Uhr bei Lang-Göns 2. Butzbach—Gambach— Ober-Hörgern Ober-Hörgern-Bahnhof Ober-Hörgern—Bahnhof Münzenberg 27. IX. 8.00 Uhr Abzw. Butzb-Griedel anschließend anschließend zirka 125 8. Leibgestern-Lang-Göns Lcmg-Göns-Grüningen- Steinberg 28. IX. 8.00 Uhr bei Leihgestern 9.30 Uhr am Waldeck