Hr. (37 Zweites Blatt Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhetzen, Donnerstag, (ä.juni (955 — ---!-------------— - 1,11 l " ■ !■ Die praUchen Aulgaven des Arbeitsdienstes. Lon Pol.-Oberst a. D. Müller-Arandenburq Oberst Müller-Brandenburg, der als Abteilungsleiter in der Reichsleitung des Arbeitsdienstes eine füh- rende Rolle spielt, stellt uns die nachstehenden Ausführungen zur Verfügung. Man hört so oft die Frage, was der Arbeitsdienst an sachlichen Aufgaben vor sich habe. Man kann die Arbeit darauf sehr einfach geben, in- dem man kurz sagt: ungeheuer viel. Aber mit dieser kurzen Antwort ist meistens der Oeffentlich- keit nicht gedient, sie will mehr wissen, und das ist verständlich. Man muß sich beim Arbeitdienst stets vor Augen halten, daß seine Ausgabe neben den überaus wich- tigen und entscheidenden erzieherischen Maß- nahmen in sachlicher, Hinsicht darin liegt, das deutsche Volk wieder mit seiner Erde zu verbinden, es sozusagen aus der Verstädterung herauszureißen. Dementsprechend liegt sein Ar- beitsgebiet fast ausschließlich aus dem Lande. Hier wird der Arbeitsdienst wohl vor allem bei den umsangreichen Meliorationsarbeiten zum Einsatz kommen, über die, wie der Oeffentlichkeit bekannt, die Verhandlungen mit den zuständigen Stellen des. Wirtschafts- und Ernährungsministeriums im Gange sind. Die Entwässerung von Kulturland ist neben der Bewässerung wasserloser Teile eine der wichtigsten volkswirtschaftlichen Bodenverbesse- rungsaufgaben, denn sehr große Teile des deutschen Kulturlandes, nämlich 8,5 Millionen Hektar leiden an Nässe, das ist nach Dr. Stellrecht rund ein Drittel des deutschen Kulturbodens! Bei vorsichtiger Schätzung kann man den Mehrertrag der deutschen Landwirtschaft nach erfolg- reicher Durchführung der Entwässerung auf 800 Millionen Reichsmark ansetzen. Nicht weniger bedeutungsvoll ist zum Zwecke der Bodenoerbesserung die Bewässerung. Genaue statistische Angaben über die zu bewässernden Flächen sind leider noch nicht zusammengestellt. Dennoch darf angenommen werden, daß beispielsweise etwa 15 v. H. der landwirtschaftlichen Bodenfläche von Württem- berg bewässerungsbedürftig erscheint. Für Bewässe- rungsarbeiten könnten auf zehn Jahre hinaus 100 ÖOO bis 200 000 Arbeitsdienstpflichtige verwendet werden. 9m ganzen Deutfchen Reich ist eine Moor- fläche von 2,25 Millionen Hektar vorhanden. Aber nur 15 v. H. der Mooriläche sind kulti- viert. Diese gewaltige Ausgabe würde van der freien Wirtschaft den recht erheblichen Betrag van 2 Milliarden Reichsmark verlangen, eine Summe, die in freier Wirtschaft nicht durchzusetzen ist. Die Kultivierung der Moore verlangt eine Arbeitsleistung, die immer erneuert werden muß. Bei dieser Gelegenheit sei erinnert, daß kein Geringerer als Friedrich der Große die Wichtigkeit dieser Aufgabe erkannt hat. Auf seinen Befehl sind etwa 260 000 Hektar Moorland kultiviert worden. Es ist dies eine Leistung, die uns Heutige in Erstaunen versetzt, wenn wir bedenken, mit welch ftrimitinen Mitteln diese Arbeit durchge- ührt wurde. Aber nicht nur Moorland, auch sog. O e d l a n d bedarf der Kultivierung. Deutschland besitzt an Oedlandflächen 1,2 Millionen Hektar, wobei unter Oedland meistens Sandheide zu verstehen ist. Der Shiltioierung von Sandheide geht eine Rodung voraus, der die Anlage von Wegen und zugleich dis Trockenlegung von Morasten folgt. Bei einem Zehnjahresplan könnte man für diese Arbeiten mit einem jährlichen Einsatz von 15 000 bis 35 000 Arbeitsdienstpflichtigen rechnen. In Deutschland liegen Ueberschwem- mungsgebiete, deren Gesamtfläche etwa der Größe der landwirtschaftlichen Fläche von Sachsen entspricht: eine Million Hektar. Bei Hochwasserkatastrophen kann es aber geschehen, daß etwa zwei bis drei Millionen Hektar durch Ueberschwemmun- Die neuen steuerlichen Maßnahmen, die der Arbeitsbeschaffung, sowie der Förderung von Eheschließungen dienen sollen, bringen für den Steuer- zahler im wesentlichen Steuererleichterungen. Daneben haben die ledigen Steuerpflichtigen künftig statt des bisherigen Ledigenzuschlages eine nicht unerheblich höhere Ehestandsbeihilfe zu tragen. Hierfür ist zu beachten, daß die Einführung der bisherigen Ledigensteuer lediglich eine finanzpolitische Maßnahme, die Erschließung einer neuen Einkommensquelle darstellte, während nunmehr der bevölkerungspolitische Standpunkt einer Vermehrung der Familien im Vordergründe steht; hierfür genügte aber die Ledigensteuer ihrer Höhe nach nicht. 9m einzelnen ist über die Auswirkungen der neuen Bestimmungen folgendes zu sagen: Steuerablösung und Amnestie durch freiwillige Spende. Die vorgesehene freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit kann gewissermaßen als Amnestiespende zur Ablösung zu wenig gezahlter Steuern und Erlangung von Straffreiheit verwendet werden. Als Spende können Geldbeträge an das Finanzamt (Hauptzollamt, Zollamt) gezahlt, Schatzanweisungen oder Schuldverschreibungen des Reichs, der Länder und Gemeinden an die Reichsbank und an» dere noch zu bezeichnenden Banken oder bergt hin- gegeben, ober im Schuldbuch des Reichs, der Länder ober Gemeinden eingetragene Schuldbuchforde- rungen durch Erklärung gegenüber der Schulbbuch- behörde — bei Schuldbuchforderungen auf Grund der ßiquibations- unb Gewaltschäbengefetze gegenüber einer noch zu beftimmenben Stelle — abgetreten werben. Der Spenber erhält einen Spen- b e n f d) e i n über ben gezahlten Betrag, bei ber Hingabe von Schatzanweisungen unb Schuldverschreibungen, sowie ber Abtretung von Schuld- buchforberungen über ben nach dem letzten Börsenkurs errechneten Wert (Annahme- wert). Wer bei Gelbbeträgen feinen Namen nicht angeben will, kann burch Vermittlung eines Notars zahlen, ber zunächst eine Empfangsbescheini- gung ausstellt und spater den auf die Weitergabe gen zerstört werden. Das Kulturland vor dem Hochwasser zu schützen, ist gleichfalls eine Ausgabe von unermeßlicher wirtschaftlicher Bedeutung. Die Errichtung von Hochwasserschutzbauten könnte den Ertrag des auf diese Weise geschützten Kulturlandes um 56 Millionen Reichsmark im Fahre erhöhen. Durch Gewinnung eines sog. Unlandes könnte ein jährlicher Ertrag von 22 Millionen Reichsmark ber beutschen Wirtschaft zugeführt werden. Der ganze Mcbrertraq nach der Durchführung des Hochwasserschutzes würde sich auf die gewaltige Summe von 80 Millionen Reichsmark beziffern. Bei diesen Arbeiten könnten im Rahmen eines Zehnjahresplanes 20 000 Arbeits» dienstpflichtige eingesetzt werden. Wir besitzen Arbeitskräfte genug, um sie einzusetzen, damit Deutschland in die Lage kommt, mehr Nahrungsmittel zu erzeugen, um vom Auslande in dieser Beziehung unabhängig zu sein. Von größter landwirtschaftlicher Bedeutung ist die sogenannte Umlegung, Flurbereinigung Sowohl durch Erbteilung als auch durch Bau von Eisenbahnen, Kanälen unb Lanbstraßen erfährt ber bäuerliche Grunbbesitz eine Zersplitterung, bie zur Folge hat, baß lanbwirtschaftliche Bebauung oft kaum möglich ist. Der Zweck der Umlegung liegt darin, diese zerstreuten und zersplitterten Stücke zu wohlgeformten großen Grundstücken zusammen- z u l e g c n , und zwar so, bafi bie zersplitterten Teile wenigstens von einer Seite burch einen ge- nügenb breiten Weg zugänglich finb. Für biefe äußerst wichtigen Bodenverbeiserungsarbeiten könnten jährlich 25 000 Arbeitsbisnstpflichtige eingesetzt werben. Dann die Anlandung! Was bebeutet der Ausdruck Anlanbung? Es ist dies eine gewissermaßen natürliche Gewinnung des Landes am Meer, die dadurch geschieht, daß burch Ablagerung ber sog. Sinkstoffe bes Meeres ber Marschboben allmählich emporwächst. Diese Naturerscheinung kann nun burch k ü n st 1 i ch e A n - läge von Dämmen beschleunigt unb gefördert werden. Nach ber Ausrechnung von Fachleuten könnte im Laufe ber nächsten Fahrzehnte eine Fläche von 200 000 bis 300 000 Hektar bem Meer abgewonnen werben. Ein großzügiger Plan auf bem Gebiete ber Gewinnung von Neuland beschäftigt sich mit ber Trockenlegung des Frischen Haffs. Bei diesen Arbeiten von größter wirtschaftlicher Bedeutung können zahlreiche Arbeitsdienst- pflichtige eingesetzt werden. In Hinsicht für bie Bauernsieblung ist von Wichtigkeit, daß nach der Entwässerung bes Haffs eine Oberfläche von 1,5 Millionen Hektar gewonnen werben könnte — bas würbe bebeuten, baß 150 000 Bauernsieblungen anzulegen möglich wäre. Aber auch in ber For st wirtschaft hätte ber Arbeitsbienst eine umfangreiche Tätigkeit zu bewältigen. Hier muß man zwei wichtige Aufgaben erwähnen — bie Aufforstung unb ben Walb- wegedau. Der Waldwegebau ist in ber Forstwirtschaft eine Ausgabe von allergrößter Bebeutung. Zum Schluß darf man noch bie Arbeiten zur Verbesserung bestehender Straßen, Neuanlage von Straßen und wichtige Arbeiten für deutsche Kanalbauten erwähnen. Bei ber Verbesserung ber Straßen kommen jährlich mehr als 50 000 Mann auf 10 bis 20 Fahre hinaus in Betracht, währenb bei Kanalbauten ber Arbeitsbienst wohl nur eingesetzt werben soll für ben Fall, bah bie Arbeitskräfte ber freien Wirtschaft nicht genügen. Was hier festgehalten worden ist, ist selbstverständlich bei weitem nicht erschöpfend unb ist nur als Anhalt für bie Beurteilung der Dinge zu betrachten. Bei dieser Gelegenheit sei vermerkt, daß die Auffassung, der Arbeitsdienst habe nur für 10 Jahre Arbeit, durchaus falsch ist; es sind für ben Arbeitsbienst in Deutschlanb Arbeitsaufgaben für Menschenalter vorhanden. des Geldes vom Finanzamt übermittelten Spendenschein aushändigt. Der Spender kann bei einer bis zum 31. März 1934 geleisteten Spende ben Spenbenschein verwcn- ben, inbem er ihn ber Steuerbehörbe übergibt und entweder verlangt, daß Steuerschulden damit a b g e ( ö ft, ober baß er anbernfalls mit bem Annahmewert vom Einkommen bes Jahres ber Spendenleistung abgesetzt wird. Der Spendenschein kann zur Ablösung und Erreichung der Amnestie verwendet werben, wenn Vermögens st euer, Aufbringungslei- st ungen, Erbschaftssteuer, Einkorn- rnen-(Körperschaft-) Steuer, Gewerbe- ertrag- unb Gewerbekapital st euer ober Umsatz st euer z u wenig gezahlt unb vor bem 1. Juni 1933 bezüglich biefer hiernach „ablösungsfähigen" Steuern eine Verkürzung von Steuereinnahmen eingetreten ist. Grjorber- lich ist in letzter Hinsicht, baß ein schulbhastes ober nichtschulbhaftes Verhalten bes Spenders selbst (ober einer anberen Person, bie für ben Spenber die steuerlichen Verpflichtungen zu erfüllen hatte) dazu geführt hat, baß bie Steuerbehörbe vor dem l.Juni 1933 ben geschulbeten Steuerbetrag nicht ober nicht in voller Höhe angeforbert hat. Der Spenber muß also eine der genannten Steuern zu wenig gezahlt und bereits dadurch oder durch fein sonstiges Verhalten, z. B. die Unterlassung ober die unrichtige ober unvollständige Abgabe von Steuererklärungen, von Voranmeldungen auf bie Umsatzsteuer ober bergl. bewirkt haben, daß die Steuerbehörde die Steuer nicht ober nicht vollständig einzog, während dies bei richtigem Verhalten des Steuerpflichtigen der Fall gewesen wäre. Hat z. B. ein Steuerpflichtiger eine Vorauszahlung auf die Umsatzsteuer vor bem 1. Juni nicht gezahlt, jeboch eine zutressenbe Doranmelbung abgegeben, so wird bie Vorauszahlung nicht abgelöst werben können, wohl aber, wenn auch die Voranmeldung nicht eingereicht ist. Auch bie Unterlassung einer Vorauszahlung auf bie Vermögensteuer allein genügt also nicht. Es ist anzu- nehmen, baß bie Durchführungsbestimmungen hierzu vor Leistung der Spende mitgtieiU hat. Auch für zu Unrecht anerkannte, gewährte oder belassene Steuererstattungen oder -Vergütungen kann auf diesem Wege Steueramnestie beansprucht werden. Nicht ablösungsfähig sind Steuern, die auf am 1. Juni 1933 im Ausland befindliche Vermögensstücke, oder auf an diesem Tage anbietungs- pflichtige Devisen entfallen. Das gleiche gilt für Steuern auf Zahlungsmittel unb sonstige Werte, bie zu beren Erwerb aufgeroenbet worben sind, sowie von Steuern, die auf Ertrag, Einkommen ober Umsatz aus bjm. in bie,en Werten entfallen. Die ablosungsfähigen Steuerschulden werden burch Hingabe bes Spendenscheins in Hohe bes A n • nähme wertes zuzüglich eines 2Iuf gelbes in der Weise a b g e l o st daß sie nicht nacherhoben werden können; auch Zinsen und Verzugszuschläge fallen fort. Der Spenben- Ichein wirb bei Leistung ber Spenbe bis 30. September 1933 mit 125 o. H., bei Leistung im vierten Kalenbervierteljahr 1933 mit 120 v. H., bei Leistung im ersten Kalenbervierteljahr 1934 mit 115 v. H. bes Annahmewerts auf bie ablösungssähigen Steuer» ichulben in Zahlung genommen. Bei Vorliegen einer Steuerzuwiberhanblung bezüglich ber abgelösten Steuerschuld wird jedoch Straffreiheit (ein- jchließl. Befreiung von Disziplinarstrafen) nur gewährt, wenn der hinterzogene Steuerbetrug mindestens zur Hälfte abgelöst wird. Ist also Umsatzsteuer in Höhe von 1000 Mark hinterzogen, so muß ber Annahmewert bes hinge» gebenen Spenbenscheins zuzüglich Aufgelb minbe- ftens 500 Mark betragen. Der Besitz eines Spenbenscheins in biefer Höhe sichert also vor B e» strasung. Eine weitere Amnestie kommt nach einer Erklärung ber Reichsregierung nicht in Betracht. Steuerfreie Ersatzbeschaffungen. Vom Einkommen abgesetzt werben können bei ber Einkommen» unb Gewerbeertragsteuer bie Aufwendungen für bie Anschaffung ober Herstellung von Maschinen, Geräten unb ähnlichen Gegen st änden (auch wohl In- ventar) bes gewerblichen ober lanbwirtschaft- lichen Anlagekapitals in voller Höhe in dem Jahre, in bem sie angeschafft ober her-gestellt werden. Die Zulassung ber sofortigen Abschreibung von Ausgaben für Ersatzbeschaffungen bebeutet gegenüber bem Einkommensteuergesetz (§ 16), nach bem die Abschreibungen auf bie voraussichtliche Verwendungsdauer ber Setriebsgegenftänbe zu verteilen finb, eine wesentliche Steuervergünstigung. Es muß sich um einen neuen Gegenstanb hanbeln, ber inlänbisches Erzeugnis ist. Der Gegenstanb muß in ber Zeit vom l.Juli 1933 bis zum 31. Dezember 1934 angeschafft ober hergestellt sein unb einen bisher bem Betriebe bienenben gleichartigen Gegenstanb ersetzen. Bei ber Anschaffung wird es auf den Zeitpunkt ber Lieferung ankommen. Wesentlich ist, baß bie Verwenbung bes neuen Gegenstands nicht zu einer Minberbefdjäftigung von Arbeitnehmern im Betriebe des Steuerpflichtigen führen darf. Die Folge der sofortigen Abschreibung ist, daß weitere Absetzungen in den späteren Jahren nicht mehr vorgenommen werden können. M. E. wird es bei dieser Sachlage erforderlich sein, künftig auch steuerfreie Rückstellungen für Ersatzbeschaffungen zuzulassen. Die volle Abschreibung im ersten Jahre — bas ein Verlustjahr sein kann — wird bas Finanzamt nicht verlangen können. Ehestandshilse. Statt ber bisherigen Ledigensteuer von 10 v.H. wird für bie Zeit vom l.Juli 1933 an eine Ehe- (Semeinberof in Grünberg. + Grünberg, 14. Juni. Der Hauptpunkt der jüngsten Gemeinberatssitzung betraf bie Errichtung eines großen Aroeitsdienst- lag er s in Grünberg für bie Zeit ab 1. Oktober 1933. Wie ber Bürgermeister hierzu mitteilte, finb die Derhanblungen mit ben rnaßgebenben Stellen in biefer Sache soweit gediehen, daß mit der (Errichtung eines derartigen Lagers in Grünberg b e • ft i m m t z u rechnen ist. Voraussetzung hierfür ist allerdings, daß sich bie Stabt zur unentgeltlichen Gelänbestellung unb zur lieber» nähme ber sachlichen Kosten (Materialien) für ben Barackenbau bereit erklärt. In Betracht kommen 3 bis 4 Baracken, ba ein solches Lager über 200 Mann aufnehmen soll. Außerbem muß bie Ge- meinbe bie nötige Zahl Tagewerke an Arbeitsleistung steilem was burch kultur- unb forsttechnische Arbeiten in Grünberg und ben Nachbargemeinben sich ermöglichen läßt. Welche Kosten der Stabt burch die Erichtung entstehen, kann augenblicklich noch nicht errechnet werden. Ebenso ist über die Platzfrage — in Vorschlag kommen vier Plätze in unmittelbarer Nähe der Stabt — noch keine enbgültige Entscheidung zu treffen, ba bies im Benehmen mit ben mafjgeoenben Stellen erfolgt. Nach einer zu- ftimmenben Erklärung bes nationalsozialistischen Fraktionsführers würbe ber Beschluß gefaßt, die Errichtung eines großen Arbeitsdienstlagers zu genehmigen und ber Bürgermeister ermächtigt, bie weiteren Verhandlungen in dieser Sache zu führen, sowie zur Beschaffung bes nötigen Geldes die erforderlichen Schritte einzuleiten. Oer Laubacher Ausschuß 1933. □ ßaubad), 14. Juni. In althergebrachter Weise wurde auch in diesem Fahre wieder das Laubacher Nationalfest „Der Ausschuß" rom Sonntag bis Dienstag in unserer Stadt gefeiert. Trotz Des schlechten Wetters, das bis Men» tagmittag herrschte, war der Besuch bes Festes auch von auswärts gut. Am Montagoormittag stellte sich gegen 9 Uhr der historische Festzug auf bem Marktplatz auf und zog dann in ben Schloßhof, wo der diesjährige Hauptmann Friedrich L ö w e r die gräfliche Familie begrüßte, sie zur Teilnahme an dem Feste auffor» berte und dem Grafen Georg Friedrich für ben gestifteten Hammel, sowie ber Gräfin Johanna für das gestiftete fileib bankte. Seine Rebe schloß mit einem „Hoch!" auf sämtliche Mitglieder bes gräflichen Hauses. Se. Erlaucht, Graf Georg F r i e dr i ch^ nahm in seiner Erwiderung bie Einlabung zum Feste bantenb an und würdigte die Bedeutung bes Ausschusses als eines Festes echter Heimatliebe. Mit einem „Hoch!" auf das deutsche Vaterland, auf die hessische Heimat und unsere Vaterstadt Laubach schloß er seine Ausführungen. Hierauf marschierte der Festzug durch die Hauptstraßen der 1 । ftandshilse von allen ledigen Personen erhoben, die Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes bejichen. Wie bisher gelten als ledig nicht verheiratete, sowie verwitwete oder geschiedene Personen, aus deren Ehe Kinder nicht heroorge- gangen sind lieber die bisherigen Befreiungen hinaus sind auch über55Jahre alte Personen ft e u c r f r e i. Dagegen gilt die Befreiung für Personen. die einer geschiedenen Ehefrau ober einem bedürftigen (Elternteil Unterhalt gewähren, nur, wenn sie feit einem Jahre mindestens ein Sechstel (bisher ein Zehntel) ihres Einkommens aufwenden und ihnen aus diesem Grunde eine Ermäßigung der Einkommen- dzw. Lohnsteuer gewährt ist. Die Ehestandshilfe der Lohn, und Gehaltsempfänger ist von den Arbeitgebern ge- noch weitere Klarheit bringen. Ablösung und Amnestie sind für Steuerschulden ausgeschlossen, von deren Nichtzahlung die Steuerbehörde bereits Kenntnis erhalten unb bies bem Steuerpflichtigen sondert neben ber Lohnsteuer einzubehalten. Sie berechnet sich bei einem Bruttoarbeitslohn (ohne Abzug ber lohnsteuerfreien Beträge) von 75 bis aus- schließt. 150 Mark monatlich in Hohe von 2 o. H., bei 150 bis ausschließlich 300 Mark von 3 v. H., bei 300 bis ausschließl. 500 Mark von 4 v. H., bei höherem Arbeitslohn von 5 v. H. Bruttoarbeitslohn bis 75 Mark (ausschließlich) monatlich bleibt steuerfrei. Abbauentschäbigungen unb sonstige Kapitalabfindungen, die bei Auslosung eines Dienstverhältnisses gezahlt werden, gehören nicht zum Arbeitslohn. Einmalige Lohn- unb Gehaltseinnahmen werben bem Lohnzahlungszeitraum zugerechnet, in bem sie bem Arbeitnehmer zufließen. Die Ehestanbshilfe ber zur Einkorn- men ft euer Veranlagten wirb gleichzeitig mit ber Einkommensteuer veranlagt. Sie beträgt von ben jährlichen auf volle 100 Mark nach oben abgerunbeten Reineinkünften — soweit sie nicht ber Lohnsteuer unterliegen — bei 750 bis ausschließl. 1300 Mark 2 v. H., bei 1300 bis ausschließl. 3100 Mark 3 v. H., bei 3100 bis ausschließl. 5500 Mark 4 v. H., bei 5500 Mark unb darüber 5 v. H. Vom Gesamtbetrag der Reineinkünfte dürfen hierfür nur die Werbungskoften, Schulbzinsen, Renten und dauernden Lasten, nicht Sonderleistungen und der steuerfreie Einkommensteil abgezogen werden. Die Ehestanbshilfe ber Veranlagten wird für das Kalenderjahr 1933 bzw. Wirtschaftsjahr 1932/33 nur in Höhe von 50 v. H. der obigen Sätze erhoben. Auf die Ehestandshilfe find an ben gleichen Tagen, wie auf bie Einkommensteuer, zuerst am 10. September 1933 vierteljährliche Vorauszahlun- g e n zu entrichten. Den ersten Vorauszahlungen bis zur erstmaligen Veranlagung wirb ber Betrag ziigrunbe gelegt, ber sich bei einer Erhebung ber Ehestanbshilfe auf Grunb der zuletzt veranlagten Einkommensteuer — regelmäßig für 1932 — ergeben würde. Die Abrechnung der Vorauszahlungen erfolgt in dem endgültigen Veranlagungsbescheid gleichzeitig mit der Einkommensteuer. Die Ledigen st euer in Höhe von 10 o. H. der Einkommen- bzw. Lohnsteuer fällt fort. Doch wird der Abschlag von ber Einkommen- ft e u e r in Höhe von 25 v. H. ber Steuer, höchstens von 36 RM. jährlich, vom l.Juli 1933 ab nur bei Steuerpflichtigen vorgenommen, benen Fami » liener Mäßigungen nach bem Einkommen- fteuergefeh gewährt werden. Bei lebigen und auch anderen Steuerpflichtigen, bei denen dies nicht der Fall ist, erhöhen sich die Einkommen- bzw. Lohnsteuer also auch weiterhin um diesen Abschlag. Stadt nach dem Festplatz, der „Helle", wo das Frühstück eingenommen wurde. Anschließend zogen die einzelnen Sektionen nach dem nahegelegenen Schießstand, wo das Preisschießen den ganzen Tag über dauerte. Am Abend wurde das Resultat des Schießens bekanntgegeben. Hammelschütze wurde Ernst M ö n n i g ; die Hammelsgabe errang Karl 8 o u r r e e. Auf dem Gabenstand wurde folgendes Ergebnis erzielt: 1. Hermann Desch (Ehrengabe), 2. Wilhelm Kreicker, 3. Georg Lauth, 4. Arthur Stroh, 5. Fritz Freudenthal, 6. Hein- rich Wahl, 7. Karl E m m e I i u s , 8. Christian Jochem, 9. Fritz Spuck, 10. Peter Birk, 11. Wilhelm Schmidt 111, 12. Karl Poth, 13. Ernst M ö n n i g , 14. Heinrich Kopp, 15. Karl Hahn, 16. Karl Stroh, 17. Karl Von-Eiff I, 18. Friedrich Schick, 19. Heinrich Melchior, 20. Karl Güniher, 21. Bernhard Klipstein, 22. Konrad Silz, 23. Wilhelm Hamburger, 24. Karl Koch, 25. August Wagner, 26. Otto Dir- l a m. Nach ber Preisverteilung zogen bie Mitglieber ber Ausschußgesellschast roieber nach bem Schloß, wo bem Hammelschützen bie im Jahre 1920 gestiftete Gebenkrnünze von bem Grafen überreicht wurde. Anschließend wurde wieder auf den Festplatz marschiert. Die wichtigsten Vorgänge dieses Hauptfest, tages wurden von ber Zeitfunk-Abteilung bes Süb- meftfunts auf Wachsplatten feftgehalten, die bem- nächst im Rundfunk zu Gehör gebracht werden. Am Dienstag vormittag fand Schweine- und Krämermarkt statt. 250 Ferkel wurden aufgetrieben. Trotz der vielen Marktbesucher war ber Absatz schleppenb. Am Nachmittag trafen sich bie Laubacher Kinder vor dem Hause des Hauptmanns unb Zogen unter Dorantritt der Kapelle mit ihm unb dem gesamten Vorstand ber Ausschußgesellschast nach dem Festplatz, wo bei Kinberspielen und Volksbelustigungen das gut verlaufene Fest seinen Abschluß fand. Kriegerfest in Lich. * Lich, 14. Fluni, Unfere Stadt steht am kommenden Samstag und Sonntag ganz im Zeichen einer großen vaterländischen Bewegung. Der hiesige Kriegerverein feiert sein 6 0 jäh - r i g e s Bestehen unb verbindet damit das Bezirkskriegerfest des Bezirkes Lich. Die Bevölkerung und die hiesigen Vereine werden cs sich angelegen sein lassen, den Besuchern einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. An beiden Festtagen wird die Stadt in reichem Flaggen- schmuck prangen. Die Festzeitung enthält neben dem ausführlichen Festprogramm die Geschichte des hiesigen Kriegervereins, des Bezirkes Lich, sowie einen geschichtlichen Tleberblick über die Stadt Lich. Um allen Bevölkerungsschichten die Teilnahme am Fest zu ermöglichen, sind die Eintrittspreise sehr niedrig gehalten. Die gesamte Kapelle des 1. Bataillons Flnf.-Aegt. Ar. 15 in Gießen stellt die Festmusik. Ferner wirken die Kapelle der hiesigen freiwllligen Feuerwehr und des Posaunenchors Oie praktische Bedeutung der neuen Steuermaßnahmen. Amnestiespende, steuerfreie Ersatzbeschaffungen, Ehestandshilfe ustv. •:on Steueisyndikus Or. jur. et rer. pol. Brönner, Berlin. Oberheffen. 4 ' ? S&FCU^M mit. Auf die heutige Anzeige des Kriegervereins Lich sei hingewiesen. Arbetterkündigungen beim Staatsbad Bad-Nauheim. WEN. Bad-Nauheim, 14.Qtfni. Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums und seiner auch für Arbeiter geltenden Bestimmungen hat' das hessische Staatsbad heute 35Arbeitern zu Ende dieses Monats gekündigt. Es handelt sich lediglich um Personen, die der K P D. angehörten oder sich aktiv gegen die NSDAP, betätigt haben. Die Neueinstellungen werden nach Fühlungnahme mit der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, erfolgen, wobei in erster Linie diejenigen Personen berücksichtigt werden sollen, die sich für die nationale Bewegung eingesetzt und dadurch Nachteile erlitten haben. Zeltlager der Guttempler-Zugend am Gederner See. * Gedern, 13. Juni Der Hessen-Gau vom Deutschen Guttempler-Orden hielt am Gederner See ein Zeltlager ab, an dem sich etwa 150 Buben und Mädels beteiligten. Der erste Tag sah das junge Volk bei dem Aufbau des Zeltlagers. Geaen Abend erfolgte dann die feierliche Hiffung der Oroensfahne, der Reichsfahne fchwarzweißrot und der Hakenkreuzfahne. Nach dem Wecken und einer Turn- und Gymnastikstunde wurde am zweiten Tage am Gottesdienst in Gedern teilgenommen. Pfarrer Saal hielt die Predigt. Für den Nachmittag hatte die Guttempler- Iugend zu Sport und Spiel eingeladen. Dazu fand sich eine große Menschenmenge ein, die den lustigen Spielen, dem Gesang und der Musik der Jugend lauschte. Mit einem Dorspruch wurde die Feier am Abend am lodernden Feuer eingeleitet. Gesang und Musikvorträge folgten. Im Mittelpunkt stand die Ansprache des Gauwartes über: „Völkisches G e ° wissen und A l k 0 h 0 l n 0 t". Die Aufgabe des Guttempler-Ordens fei es, das völkische Gewissen der Nation gegenüber der Alkoholnot zu fein. Hinter dem Guttempler stehe über ein Jahrhundert bester völkischer Ueberüeferung. Schon 1811 habe Ioh. H. Fichte seine Studenten zum Kampfe gegen unwürdige Trinksitten aufgerufen. Turnvater Jahn lehnte den Alkohol ab, da er die Körper schwäche. Heute verkörpere der Führer der nationalen Erhebung, unser Reichskanzler Adolf Hitler, den gleichen Geist. Seine Alkoholenthaltsamkeit fei Symbol. Zur Alkoholfrage sagt Hitler: „Was der Alkohol, besonders in unserem deutschen Volke, an wertvollen Menschen schon vernichtet hat, oder für die Nation unbrauchbar macht, ergibt in einem Jahrhundert eine um ein vielfaches höhere Zahl als die Verluste auf allen Schlachtfeldern in eben diesem Zeitraum. Dazu kommt die entsetzliche Gewißheit, daß die Wirkungen dieses Giftes leider nicht auf den einzelnen Säufer beschränkt bleiben, sondern sich fortpflanzen auf Kind und Kindeskind. Im Alkohol haben wir eine der ärgsten Degeneration^« urjachen der Menschheit zu sehen. Die grauenvollen Beispiele der Geschichte verschiedener Kolonialsölker reden hier eine Sprache, die auch wir verstehen müßten." Der Gauwart schloß mit einem Zitat aus der Hitler-Jugend-Zeitung, Juli 1929: „Kameraden! Bedauerndes Feststellen ist nichts, wenn nicht Taten dahinter stehen. Darum: genieße, wer nicht glauben kann: wer glauben kann, entbehre!" Der nächste Tag brachte am Dormittaa sportliche Hebungen für die Jungens, während sich die Mädels in hausfraulichen Dingen unterrichteten. Darmstädter Sondergericht. Darmstadt, 13. Juli. (WSN.) Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Schmidt verhandelte heute das Sondergericht mehrere Fälle, in denen die Angeklagten unerlaubter roeife das nationalsozialistische Parteiabzeichen trugen. Zunächst wurde ein dem Gericht wohlbekannter Buchdrucker von hier wegen dieses Vergehens zu fünf Monaten (9 e f ä n g- n i s verurteilt Die gleiche Strafe erhielt ein Arbeiter aus dem Moselland, weil er sich im Wormser Krankenhaus über ein Arbeitsdienstlager in herabsetzender Weise äußerte und das Parteiabzeichen zu Unrecht trug. Ein Landwirt aus O b e r 0 l m, der, obwohl er einige Tage zuvor wegen Anmaßung aus der SA. ausgeschlossen worden war, dennoch die SA.-Uniform und einen Gummiknüppel trug, erhielt drei Monate z w e i Wo ch en Gefängnis. Zwei 16jährige Jugendliche, ein Mädchen und ein Junge aus Mainz, die der Kommunistischen Jugend angehörten, haben gemeinsam mit dem Mainzer Drtsgruppenleiter der KPD Flugblätter berge ft eilt un verteilt. Das Mädchen erhielt acht M 0 n a t e , der Junge fünf Monate Gefängnis. Beide wurden sofort verhaftet. Der Mitangeklagte Schww ger des Jungen hatte dessen Vervielfältigungsapparat der Beschlagnahme entzogen und verbrannt Er wurde jedoch freigesprochen. Wegen Vermittlung von k 0 m m u n i st i s ch e n M i 11 e i 1 u n g e n erhielt ein Kommunist aus Erzhausen Le ch s JJt 0 - nate Gefängnis. Drei andere Kommunisten, ebenfalls aus Erzhaufen, haben den „Roten Sender", die Zeitschrift des Antifa-Bundes, weiter verbreitet, wofür sie acht b z w. neun Ti 0 na t e Gefängnis erhielten. Zwei weitere Angeklagte in der gleichen Sache wurden freigefprochen. Schwere Zuchthausstrafe für einen Raubüberfall. WSN. Mainz, 14. 3uni. Die Zweite Große Strafkammer verurteilte gestern den 24 Jahre alten vorbestraften Zimmermann Hermann So» scheda aus Wiesdorf wegen schwerenRau- beS und schweren Raubversuchs zu sieben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, sowie den 23 Jahre alten vorbestraften Schneider Kurt Raum aus Dolstheide wegen derselben Delikte zu vier Jahren Gefängnis. Die beiden Angeklagten hatten im November vorigen Jahres den Inhaber eines Berkaufsstandes überfallen und unter Vorhalten eines Revolvers die Einnahme von 35 Mk. geraubt. Am nächsten Tage hatten sie dasselbe Manöver bei einem Gastwirt versucht. Der Gastwirt setzte sich jedoch zur Wehr und beide mußten, nachdem Roscheda einen Schuß aus den Wirk abgegeben hatte, der jedoch fehlgegangen war, flüchten. Erst im März dieses Jahres war es einer auswärtigen Skaatsanwaltschast gelungen, die beiden Räuber zu verhaften. Llntersuchungöversahren wegen des Offenbacher Krankenkaffenbaues. WTB. Offenbach, 14. Juni. Gestern fand eine Besichtigung desOrtskrankenkassengebäu- d e s durch den Staatsanwalt Dr. Weinheimer in Begleitung der Herren Trumpfheller, Staatskommissar Dr. Schön hals, Beigeordneten Kurt Stein usw. statt. Anlaß zu der Besichtigung der Inneneinrichtung gaben verschiedene Artikel in der Presse. Nach der Besichtigung erklärte der Staatsanwalt, daß ein Untersuchungsverfahren eingeleitet sei, um festzustellen, ob strafbare Handlungen bei der Errichtung des Baues vorgekommen find und ob evtl, einzelne Personen dafür verantwortlich gemacht werden können. Oie Ausstattung der Frankfurter Großmarkthalle. Nachprüfung der Kostenrechnung. WER. Frankfurt a. ‘21t., 14. Juni. Der von Oberbürgermeister Dr. Krebs einngesehte Untersuchungsausschuß zur Nachprüfung von Mißständen in der Stadtverwaltung hat auf Anregung des Oberbürgermeisters vor allem auch den Bau der Grohmarkthalle in den Bereich seiner Nachprüfungen gezogen. Ein jetzt vorliegender Teilbericht zeigt, daß man sich selbst bei vorsichtiger Beurteilung des Eindrucks nicht verschließen kann, daß bei der inneren Einrichtung der Büro- und Wirtschaftsräume der Grotzmarkthalle in geradezu verschwenderischer Weise verfahren worden ist. Die Nachprüfung wurde dadurch erschwert, daß bei den herangezogenen Rechnungsunterlagen fast ausschließlich die rechnerische Richtigkeitsbescheinigung fehlt, und daß der grundsätzlich vorgeschriebene Jnve'ntarnachweis erst vier Jahre nach erfolgter Anschaffung des Mobiliars aufgestellt worden ist. Dadurch ist es möglich geworden, daß eine Reihe von Jnventargegenständen aus den Düroräumen der Markthalle im Gesamtwert von rund 16 0Ö0 Mark verschiedenen anderen städtischenDienststellen je nach Bedarf und ohne Berechnung überwiesen worden sind, während die erforderlichen Kontrollnachweise dafür nicht vorhanden sind. So erklärt sich auch, daß ein laut Bestellschein gelieferter Spieltisch für den Dorgarten des Direktors der Marktverwaltung nicht auffindbar und dem Marktdirektor selbst von der Tatsache der Lieferung überhaupt nichts bekannt ist. Bei den Mobiliaranschaffungen für die innere Ausstattung der Großmarkthalle sind selbst unter Berücksichtigung der damaligen Preislage zahlreiche Mobiliargegenstände zu außerordentlich hohen Ko st en angeschafft worden. So sind auf Wunsch von Baudirektor Elsässer 72 Stück Kleiderhaken in vernickelter Ausführung nach einem besonderen Künstlermodell beschafft worden, zum Preis von je 6,90 Mark das Stück. Von ihnen find 49 in den Reftaurationsräumen angebracht. Die restlichen find unauffindbar. Die Holztäfelung des Zimmers und Vorzimmers des Marktdirektors kostete in Naturholz-Gabounverkleidung 509,20 Mk., die Naturholzverkleidung des Sitzungszimmers 1143,59 Mk. Einige besonders kostspielige Schreibtische, die nachZeichnungen entworfen find, werden heute von dem Bureaupersonal (einschließlich Registratur) benutzt. Es sind darunter sechs Schreibtische, die zusammen 2 3 6 5 Mk. g e k 0 st e t haben und vier Schreibmaschinentische, die zusammen 734 Mark kosteten. An besonders teuren Sesseln und Stühlen wurden 8 S e s - sei zu je 40 Mark, 6 Normalstühle in Birke zu je 46 Mark und 1 Birkenhölzsessel zu 76 Mark beschafft. Für Sofakissen, Sitzpolster und Rückenpolster wurden 761 Mark verausgabt. Schränke usw. kosteten zusammen 6929 Mark, darunter ein Wandschrank für elektrische Apparate für 850 Mark und ein Wandschrank für Direktorvorzimmer in Natur- Holz-Gabounverkleidung für 245 Mark. Zwei Ruhebänke in der Flurnische im 2. Stock, die für das Publikum vorgesehen sind, kosteten, nach eigener Zeichnung nngefertigt und mit Aluminium beschlagenem Sockel, je 170 Mark. Zwei Regale und Zwischenschränkchen im Sitzungszimmer sind nach Angabe der Marktverwaltung noch nie benutzt worden. Sie kosteten 230 Mark. Der Aufwand für das Mobiliar des Sitzungszimmers, des Direktorzimmers und des Vorzimmers betrug insgesamt 4733,52 Mark. Zu erwähnen sind noch an besonders teuren Einrichtungsgegenständen eine Geschirrspülmaschine zu 2690 Mark, ein Wirtschaftsherd für 3309 Mark und ein Bierausschankbüfett für 4213 Mark. Der Gesamtkostenaufwand für Innenausstattung der Bureau- und Wirtschaftsräume beträgt 8 5 767,15 Mark. Auf Grund dieses Berichts hat der Oberbürgermeister verfügt, die Möglichkeiten eines Regresses gegen die verantwortlichen Beamten nachzuprüfen. Zusammenschluß der Lhordirigenten. Frankfurt a. M., 14. Juni. (WSN.) Aus Einladung der NSBO., Fachgruppe Künstler und geistige Arbeiter, tagte heute im Hotel Kyffhäuser Frankfurt a. M. die Chorrneisterfchaft aus Hessen und Hessen-Nassau-Süd, um den Zusammenschluß der Chordirigenten zu beschließen. Der vorläufige Beauftragte der Fachgruppe, Chormeister H. I. Staudt, leitete die Versammlung, während Chorschriftsteller Franz F. Geis über Die wirtschaftlichen und künstlerischen Belange der deutschen Chormeister referierte. Als Ergebnis der Tagung ist die Bildung des Südwe st deutschen Chormeisteroer- b a n D e s zu registrieren. Die Zusammenfassung der Dirigenten in der NSBO. ist vorgesehen. Anschriften des Verbandes: Frankfurt a. TI., Friedberger Anlage 27 I. 30 Gedecke und keine Gäste. Betrügereien eines 60jährigen Mannes. WSN. Frankfurt a. M., 14. Juni. Ein etwa 60jähriger Mann, Der sich als Vertreter großer bekannter hiesiger Firmen ausgibt, geht zu Gastwirten und bestellt dort Essen für 25 bis 30Personen. Er selbst stellt die sehr reichhaltigen Essen zusammen, die für den kommenden Tag bestimmt sind. Nachdem er sich erfrischt hat, ohne zu zahlen, geht er fort, ohne daß am nächsten Tage jemand zum Essen erscheint. Die Gastwirte erleiden durch den Einkauf, den sie für die bestellten Essen vornehmen, großen Schaden. Die Polizei sucht nach dem alten Betrüger. Kreis Büdingen. * Bad Salzhausen, 15. Juni. Auf her Kraftomnibuslinie Bad Salzhausen- Nidda wird der fahrplanmäßige Kraftomui. busverkehr durch den Zweckoerband Nidda-lllsa zwischen Salzhausen und Nidda von heute ob wieder ausgenommen. Wirtschaft. Frankfurt sehr still. Frankfurt a. TL, 15. Juni. (WTB.-Draht- meldung.) Bei geringen Kursveränderungen blieb die Börse weiterhin außerordentlich still. Orders nach der einen oder anderen Seite lagen kaum vor, zumal infolge des hohen katholischen Feiertages aus dem Süden und dem Revier jede Kundschaftsbeteili- gung fehlte. Da auch aus der Wirtschaft und von Der Londoner Konferenz nichts Neues vorlag, verharrte die Kulisse in ihrer Lethargie. Während an den Aktienmärkten meist kleine Rückgänge von 0,25 bis 0,50 Prozent zu verzeichnen waren, erhielt sich am Renten markt Das Interesse für Die Altbesitzanleihe, Die auf Käufe einer Großbank um 0,50 anzog. Die Neubesitzanleihe war mit etwa 12,40 unverändert, dagegen bröckelten späte Reichsschuldbuchforderungen und Stahlvereinbonds um 0,25 Prozent ab. Am Aktienmarkt setzte sich der Rückgang in Chadeaktien um 3,25 auf 167,25 Mark fort, ferner waren Akkumulatoren Berlin mit minus 1,75 Prozent mehr gedrückt. IG. ließen um 0,65 auf 132,25 Prozent nach. Im übrigen eröffneten Zement Heidelberg, Reichsbank, Norddeutscher Lloyd, Klocknerwerke, AEG. und Süddeutsche Zucker um 0,25 bis 0,50 Prozent niedriger, während Licht & Kraft 0,50 Prozent und Metallgesellschaft 0,13 Prozent anzogen. Gelsenkirchen, Phönix, Bekula, Aku und Aschaffenburger Zellstoff waren behauptet. Obwohl im Verlaufe vollkommene Geschäftslosigkeit herrschte, konnten sich die Kurse am Aktienmarkt auf Dem Anfangsniveau behaupten, währenD am Anleihemarkt Die Altbesitzanleihe ihren Gewinn wieher einbüßte. An Dem festverzinslichen Markt stagnierte Das Geschäft nahezu vollkommen. GolD- und Liguidationspfandbriefe bröckelten durchweg etwas ab. Stadt- und Staatsanleihen waren geschäftslos; nur 6 Proz. Stadt Mainz von 1926 waren gesucht und etwa 1,50 Proz. höher. Von Auslandsrenten waren Türken und Mexikaner etwas fester, während Eisenbahn Bosnier erneut um 0,50 Prozent nachgaben. Schweizerische Bundes- bahnanleihen lagen im Angebot und gegenüber her letzten Notiz vom Dienstag etwa 2 bis 4 Prozent schwächer. Tagesgeld war zu 3,75 Prozent unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Juni. Auftrieb: 145 Rin« der, 828 Kälber, 37 Schafe, 872 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 41 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 34 bis 37, geringe Kälber 26 bis 33. — Schweine: voll- fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 34 bis 36, von etwa 200 bis 240 Pfund 33 bis 36, von etwa 160 bis 200 Pfund 31 bis 35 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine schleppend, ausverkauft. Weiße Kernseife . ffigS 23 Feine Toiletteseife.....2 Stück 25 Feiner Tafelreis.........2»^ 35 T omatenmark 2 „X 45,2 L 25 StHADEÄRABF gegründet 1878 96)A I Filialen in allen Stadtteilen nach Lodwig Gangholers „Geigenmacher von Mittenwald“ mit Bolt v. Goth, Theodor Loos, Josei Stöckel u. Otto Wernicke ' 3954-1 Dazu: Butes Beiprogramm u. die Ufa-Ton-Woche Kartenvorbeetellang unt. 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Landbutter .vr.Siifrrabmbutter liess.Martenbun Kirschen Erdbeeren, Salat Richard Gvunowald Bnhnlwntr 27 ww -vermut 3631 Ein deutsches Vogelparadies Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer von P. F. Weckmann- Wit ten b u r g .—Einführender Text von Professor Dr. F. Dietrich. Mit 64 Kunstdrucktafeln. Brosch.RM.3.—, geb.RM.4.— „Glanzleistungen der Kamera,die stark an Bengt Berg erinnern.“ Photo-Beobachter Küstenseeschwalben (Stark verkleinerte Abbild, aus „Norderoog“) Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern ZnWkAWItt.Mii werden fast wie neu wieder berge- stellt, in Svangenschuben zu tragen. Mit vrima Leidenflor SC Dfennl« Allste nicht abschneiden «Ktviekevei BerS 03628 Websteingasse 9—11 (Stein Laden) illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und Q. 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